Autor Thema: Königsmacher  (Gelesen 3562 mal)

Beschreibung: endlich gehts los!

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Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« am: 28. Juni 2013, 10:59:52 »
Gestern haben wir erfolgreich mit dem Abenteuerpfad gestartet. Hier stelle ich die Einträge unseres Kampagnentagebuches vor, hoffe es liest sich angenehm^^

Die Gruppe besteht aus:

Krummbold - Zwerg NB Magier (Nekromant)
Brendal - Mensch N Ritter (Pfauenorden)
Vayne - Halb-Eflin NG Druidin + Tigergefährte Hén
Torinbur Einzahn - Halb-Ork NB Krieger

22. Calistril 4700 AK
In der Stadt Graufels wurde die Charta verkündet und überall angepinnt. Sofort begannen verschiedene Gruppen und Fraktionen sich für das Vorhaben der Schwertherren zu bewerben, wobei die Ritter des Greifenorden das Ringen für sich entscheiden konnten.

23. Calistril 4700 AK
Der junge Ordensritter Brendal Garess bat den Ordensmeister um seine Queste: er wolle den Auftrag der Schwertherren übernehmen und eine Truppe anführen. Bei Versagen soll das Kommando an seinen Rivalen Torquild übergehen. Brendal schwor, nicht zu versagen. Sogleich machte er sich auf den Weg zum Gasthaus, in dem seine beiden Kameraden Torinbur Einzahn und Krummbold derzeit wohnten. Er berichtete ihnen von seinem Vorhaben und was dabei für die anderen beiden rausspringen würde. Aus Mangel an Alternativen sagten sie sofort zu.
Noch am gleichen Abend organisierte der junge Ritter Pferde und Vorräte für die lange Reise in den Süden. Bevor sie jedoch gen Restow zogen, wollten sie noch eine weitere Person anheuern- die Druidin Vayne, welche in den westlichsten Ausläufern des Gronziwaldes ihr Leben verbrachte.

24. Calistril 4700 AK
Im Morgengrauen machte sich die Reisegruppe auf den Weg nach Osten. So schnell sie konnten, ritten sie in den Wald und suchten die Höhle der Druidin auf. Dort angekommen überzeugten die Männer sie von ihrem Vorhaben. Zuerst jedoch mussten zusammen die Winterkräuter gepflügt werden, was mit einigem Unmut auch getan wurde. Erst dann war Vayne bereit mitzukommen. Und natürlich ihr treuer Tiergefährte, der Tiger Hen.

29. Calistril 4700 AK
In Restow angekommen machte die Gruppe ihre Aufwartung beim Bürgermeister der Stadt, Josef Sellemius. Von ihm erfuhren sie, dass es insgesamt vier Expeditionstruppen in die Raublande gab und sie nun die letzten seien. Die anderen waren bereits vor zwei Tagen aufgebrochen. Auf seiner Empfehlung hin quartierten sie sich im Gasthaus “Kaiserhof” ein, bekannt für sein taldanisches Bier.
Da der Gruppe langsam aber sicher die Münzen ausgingen, versuchte Torinbur etwas Geld mit Armdrücken zu gewinnen und forderte einen hiesigen Holzfäller namens Bruno auf. Nachdem der Halb-Ork voller Schmach verlor, wollte auch Krummbold seine Chance. Vayne überredete Brendal dazu, dass nötige Geld locker zu machen, jedoch wollte er den Kampf austragen- und verlor. Als dann auch noch Krummbold den Kampf aufnahm und das letzte Geld verlor, hatte die Stimmung der Gruppe, und besonders von Brendal, einen neuen Tiefpunkt erreicht.
So schnell wollten Torinbur und Krummbold nicht aufgeben und lauerten den betrunkenen Holzfällern in einer Gasse auf. Mit seiner Magie ließ er alle vier Holzfäller in einen tiefen Schlaf fallen und plünderte deren Geldbörsen.
Damit ließ es sich gleich viel ruhiger Schlafen.

31. Calistril 4700 AK
Noch vor Sonnenaufgang unternahm die Gruppe ihre Reise in die Wildnis und verließ die Zivilisation des Südens. Sie ritten den ganzen Tag bis in die Dämmerung. Aus der ferne machten sie ein paar Bäume aus, an denen ein paar Gestalten aufgeknüpft waren. Beim Näherkommen erkannte Vayne, dass es sich bei den Personen um drei ärmliche Bauern handelte, der kaputte Karren komplett geplündert. Sie schnitten die Leichen ab und nahmen die Spuren der mutmaßlichen Verbrecher auf. An einem Bachlauf verlor sich die Spur und die Gruppe überlegte schon bald, ob sie nicht doch noch Lager aufschlagen sollte. Da aber erblickten sie in wenigen Kilometer ein altes Fort, allem Anschein nach Olegs Handelsposten.
Sie erreichten bald ihren Zielort und machten sich mit Oleg und dessen Frau Swetlana bekannt. Als sie jedoch erzählten, sie seien wegen der Charta gekommen und nicht als Schutz für den Handelsposten, waren Oleg und Swetlana mehr als enttäuscht. Sie erfuhren, dass der Handelsposten im monatlichen Rhythmus von Banditen heimgesucht wird, die immer alles an sich reißen, was Oleg und Swetlana im Laufe des Monats erwirtschaftet haben.
Im Gegenzug zu ein paar Besitztümern war die Gruppe bereit, die Banditen abzupassen und dingfest zu machen. So bereitete man sich nach einem Abendessen für die Ankunft der Gesetzlosen vor und legte sich alsbald zur Ruhe.

1. Gozran 4700 AK
Früh aufgestanden machten sich die Helden für ihren Hinterhalt bereit und bezogen ihre Position. Vayne konnte von einem der Wachtürme schon sehr früh die Ankunft mehrerer Reiter ausmachen. So bereiteten sie sich vor und warteten, bis die Reiter das Pallisadentor passierten. Sofort griffen die Helden an und konnten die Männer, vier an der Zahl, sehr rasch überwältigen.
Oleg konnte die Männer sofort als Banditen identifizieren, trotzdem stritt ein Teil der Männer das vehement ab. Als Brendal ein Exempel an deren Anführer Happs statuierte und ihn im Namen der Schwerjunker von Restow enthauptete, erfuhren sie von einem der Banditen mehr. Der Mann erzählte ihnen von einem Lager an der Dornenfurt, ca. 50km in der Narlmark gelegen. Dort wäre ihre Anführerin eine Frau namens Kressel, und unter ihrem Kommando vielleicht zehn bis 12 weitere Banditen. Von den insgesamt vier Banditen köpften sie zwei, einen weiteren verstümmelte der in Rage geratene Magier Krummbold, bis Brendal ihn mit einem Schwertstreich den Kopf abschlug und ihn somit von dessen Leid befreite. Die unnötige Grausamkeit Krummbolds führte zu einer hitzigen Debatte innerhalb der Gruppe. Letztendlich ließen sie den letzten Banditen, einen Mann namens Arndt, am Leben- er hatte am wenigsten Schuld auf sich geladen und sollte nun seinen Dienst unter Oleg ableisten. Froh am Leben zu sein, versprach Arndt Besserung.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #1 am: 06. Juli 2013, 13:07:38 »
1. Gozran 4700 AK
Nachdem nun die unmittelbare Bedrohung durch die Banditen abgewandt wurde und Oleg ein Auge auf Arndt hatte, machten sich die Helden auf die Suche nach dem Lager der Banditin Kressen und deren Männer. „Süd-Westlich in der Narlmark, vielleicht einen Tagesritt von hier, liegt an der Furt des Dorn ein Lager.“- so die Beschreibung von Arndt zur Lage der Furt.
So ritten sie den ganzen Tag durch die Ebene, bis sie am späten Nachmittag den Waldrand der Narlmark erreichten. Gemeinsam traten sie in den Schatten des großen Waldes, die Sonne zeigte sich nur zögerlich im bleiernen Himmel. Schon wieder Regen. Während ihres Rittes fanden sie sich auf einer kleinen Lichtung wieder, doch sie waren nicht alleine. Mitten in einem Wildbeet von Mondradieschen lagen mit aufgeblähten Bäuchen vier rotschuppige Kobolde. Diese sprangen sofort auf und fuchtelten mit ihren Speeren wild vor sich her- allem Anschein nach wollten sie ihre Feldfrüchte mit niemanden teilen. Zu ihrem Bedauern teilte Brendal diese Meinung nicht und gab seinem Pferd die Sporen zum Angriff. Die armen Kreaturen hatten keine Chance, es war ein Gemetzel. Am Ende lagen die erschlagenene Körper auf dem Boden und die Abenteurer konnten sich über drei prallgefüllte Weidenkörbe voller Mondradieschen hermachen. Da wird sich Swetlana freuen!

Als sie am Abend immer noch keine Spur von einem Fluss sahen, beschlossen sie zu rasten, aßen Trockenfleisch und von Swetlana frisch gebackenes Brot. Der obskure Nekromant Krummbold übernahm die erste Wache, schaute in die Finsternis und stopfte sich seine Pfeife(jene, die er von seinem alten Hexenmeister Xardrus gestohlen hatte). Just in dem Moment, als er sie gerade entzündet hatte, stoben Unmengen bunte Funken und eine Rauchwolke aus seiner Pfeife. Die anderen erwachten natürlich und erkundigten sich sofort bei Krummbold ob seiner Versehrtheit. Auch ein zweiter Versuch endete in einem Desaster, da nahm Brendal ein Kichern aus dem Unterholz wahr, konnte aber nichts erkennen. Darauf hingewiesen, vermutete Vayne hinter diesen Ereignisse das Tun von Feenwesen. Krummbold konnte dadurch nicht beruhigt werden, sah er doch in jedem Schatten und jedem Geräusch die Heimsuchung seines alten Meisters Xardrus. Vayne und Brendal legten (nachdem der Ritter über eine Ranke gestolpert war) am Rande der Lichtung etwas Pöckelfleisch, Rauchkraut und Mondradieschen ab, ein Geschenk an die Feenwesen.
Die restliche Nacht verlief ohne weitere Vorkommnisse und am nächsten Tag ritt die Gemeinschaft weiter Richtung Süd-Osten.

2. Gozran 4700 AK
Während der ersten Stunden des Rittes durch die nördliche Narlmark wurden die Helden in keinster Weise behelligt, bis dann (gegen Nachmittag) urplötzlich ein großer blauer Drache durch das Dickicht auf den Pfad trat.

Fortsetzung folgt...
 (die Session ging wesentlich länger als das letzte Mal)

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #2 am: 12. Juli 2013, 10:29:42 »
Der Zwergenmagier war der einzige in der Gruppe, der die Illusionsmagie erkannte. Statt eines Drachen erblickte er einen winzigen Schmetterling- nein, bei genaueren Hinsehen war es doch ein Drache…oder eine Art davon. Das Wesen war nur 15cm groß, blau, und hatte Schmetterlingsflügel.
Der Ritter und der Rest der Gruppe wollte gerade den riesigen Drachen angreifen, als zwischen den Pferden von Torinbur und Brendal ein Feuerwerk entfacht wurde. Die Pferde scheuten und warfen ihre Reiter ab, während Krummbold und Hén in einen tiefen Schlaf versanken. Während der Drache damit drohte, allesamt zu fressen (denn er sei der “grausame Perliwasch”!) durchblickten auch Brendal, Torinbur und Vayne die Illusion. Man versuchte das Feendrache (denn um so etwas handelt es sich bei dieser Kreatur) mit noch mehr Gold zu bestechen, aber dieser winkte nur ab. Als “Perliwasch hat heute Geburtstag- ihr müsst ihm ein Geburtstagslied singen” hinter der Gruppe ertönte (mittlerweile waren alle wieder wach und bei Bewusstsein), erblickten sie auf einem Baumstumpf eine Grig- ein katzengroßes Wesen mit dem Oberkörper einer Elfe und dem Unterkörper einer Grille. Zusammen zog sie mit Perliwasch ein paar Kreise über den Köpfen der Reisegesellschaft, bis sich Torinbur und Krummbold dazu bewegten, ein Lied zu singen. Was für ein Krach war das, als Torinbur auf dem leeren Bierfass den Rhythmus hämmerte und Krummbold ein kehliges Zwergenlied in die Stille des Waldes drosch.
Schnell freundeten sich die Feenwesen mit den Helden an und bedankten sich zum einen für das bezaubernde Lied (das wird noch Auswirkungen auf die beiden Charaktere haben) und für das nette Mitspielen ihrer Streiche. Doch konnten die Feenwesen den Helden auch helfen! So erzählten sie ihnen das eine oder andere Wissenswerte über den Wald, aber auch vom Banditenlager an der Dornenfurt. Die Helden erhielten sogar eine grobe Zeichnung darüber in den Waldboden. Begleiten wollten die beiden die Helden aber nicht und so verabschiedete man sich am Ufer des Dorn.

So erreichte am frühen Abend die Gemeinschaft ihren Bestimmungsort, als sie vorsichtig durch den Wald pirschten und der Dorn sich aufteilte und flacher wurde- man war an der Furt angekommen. Alle stiegen von ihren Pferden ab und Vayne ging als Vorhut voraus. Sie erblickte auch als erstes hoch oben in den Bäumen ein Holzgerüst, allem Anschein nach eine Aussichtsplattform. Sie ging zurück zu den anderen und sie besprachen ihr weiteres Vorgehen: Krummbold und Einzahn sollten sich anschleichen und die Banditen an der Feuerstelle überraschen, während Vayne und Hén frontal angreifen würden und Brendal auf seinem Pferd nur auf den Angriff warten würde um dann im vollen Galopp seinen Kameraden beizustehen. Torinbur und Krummbold tarnten sich zusätzlich mit allerlei Geäst und robbten durch das Dickicht. Schon bald konnten sie drei Banditen erblicken- und bei ihnen stand eine brutal wirkende Frau, allem Anschein nach Kressen (die “Verrückte mit den Äxten”).
Dann flog die Tarnung der beiden auf, die Banditen entdeckten sie und ein heftiger Kampf entbrannte, bei denen die Helden arg in Bedrängnis kamen. Brendal lag sogar schon im Sterben, als Kresten ihn mit ihren tödlichen Beilen attackierte. Doch sein treues Pferd und ein magisch herbeigerufener Hund von Vayne retteten ihn und zerfleischten die Banditin.
Am Ende ergaben sich drei Banditen, während der Rest tot im Staub lag. Der Kampf war vorbei. Man durchsuchte die Habseligkeiten von den Banditen, fand Allerlei, doch keine Spur von Swetlanas Ehering- dieser sei von ein paar Winzlingen vor ein paar Tagen gestohlen worden. Auch fand man insgesamt sieben Flaschen mit einer grünen Flüssigkeit (Vayne tippte auch Waldmeister-Schnaps). Dieser sei für den “Hirschkönig” höchstpersönlich, erzählten die überlebenden Banditen. Dabei handelt es sich um das Oberhaupt der Banditen. Ein großer, brutaler Mann so sagten sie. Könnte einen Mann mit nur einer Hand totschlagen und mit dem Bogen sei niemand zielsicherer- und das, obwohl der Hirschkönig ständig betrunken sein. Niemand habe je sein Gesicht gesehen, weil er stets seinen Hirschhelm tragen würde. Manch einer munkelt sogar, er besäße kein Gesicht. Der Hirschkönig hätte ein eigenes Fort an den Ufern des Hauerwassers, süd-östlich von hier. Mittlerweile sei die Anzahl der Banditen unüberschaubar, weswegen man in das Fort nur mit einem Losungswort reinkäme. Vor ein paar Wochen hieß es: “Bei den blutigen Knochen des heiligen Gilmorg- wer will das wissen?”, doch könnte sich das schon bald wieder ändern.

Die Helden wollten die Nacht hier verbringen und am nächsten Morgen, zusammen mit allen Habseligkeiten und den drei Banditen, wieder zurück zum Handelsposten reisen.
In der Nacht wurde das Lager von einem streunenden Grizzlybären aufgesucht, welcher die Vorräte durchwühlte. Todesmutig stellten sich die Helden dem Kampf um ihre Besitztümer zu beschützen. Nach einem abgeschossenen Pfeil von Torinbur war der Grizzly mächtig wütend und griff die Gruppe an. Todesmutig stellte sich Brendal diesem Ungetüm und ritt los. Mit einem einzigen (!) Stoß seiner Lanze versenkte er diese bis zum Anschlag in der Brust des Grizzlys, der tödlich getroffen zusammenbrach und sein Leben aushauchte. Das Fell dieses Bären wolle Brendal als Zeichen seiner Tapferkeit tragen, Vayne solle denn Bären ausnehmen.

3. Gozran 4700 AK
Am nächsten Tag machte sich die gemischte Gruppe auf den Weg zurück zum Handelsposten, welchen sie am Abend erreichten. Sie wurden aber nicht nur von Oleg, Swetlana und Arndt begrüßt, sondern noch von vier weiteren, gerüsteten Männern. Schnell wurde von Oleg aufgeklärt, dass es sich bei den Neuamkömmlingen um die versprochenen Söldner aus Restow handelte. Der Anführer der Männer stellte sich als Kesten Garess heraus, ein entfernter Vetter von Brendal. So erzählten die Helden bei einem warmen Essen von ihren Erlebnissen in der Narlmark. Das Schicksal der mitgebrachten Banditen sei noch nicht entschieden- Kesten wollte sie sofort hinrichten lassen, doch Brendal entschied dagegen: sie sollten bei Oleg bleiben und ihm helfen, zumindest eine Woche. Dann könnten sie frei entscheiden, wohin sie gehen würden.
Gleich am nächsten Tag wolle man sich auf den Weg nach Osten machen um den Einsiedler Bokken zu finden. Danach soll es weiter nach Süden zu den Winzlingen gehen- Swetlanas Ring soll nicht in den dreckigen Händen dieser bösen Kreaturen enden.

4. Gozran 4700 AK
Der Tag begann schon regnerisch, was sich nicht ändern sollte. Die Helden verabschiedeten sich von den Leuten im Handelsposten und ritten nach Osten. Bis zum Abend fand man keine Spur von der Höhle des Einsiedlers. So entschied man zu Rasten und machte in einer kleinen geschützten Felsformation ein Lagerfeuer. Wegen ihrer guten Laune begannen Torinbur und Krummbold wieder ihren kläglichen Gesang inklusive Getrommel. Deswegen waren alle überrascht, als aus dem Dunkel plötzlich ein “Hedda! Darf ein Wanderer sich zu eurem Feuer gesellen?” ertönte. Aus der Nacht schälte sich eine große Gestalt in Jägerkluft und trat in den Feuerschein. Der Mann stellte sich als Yolanralin vor und entblößte sein Gesicht- es war ein ungewöhnlich großer und stark gebauter Elf. Er brachte zwei erlegte Hasen zum Vorschein und spendete sie dem gemeinsamen Abendessen. Yolanralin erzählte, er sei ein Jäger in der Gegend, der ein Mal im Monat ein paar Nächte im Handelsposten verbringen würde. Auf Anfrage beschrieb der den Helden auch den Weg zur Höhle von Bokken, bevor er sich schließlich von den Helden verabschiedete und wieder in die Nacht herauszog.

5. Gozran 4700 AK
Ein Sturm war aufgezogen. Den ganzen Tag über regnete und windete es heftig, so dass die Helden den ganzen Tag über mehr schweigend ritten. Nach Stunden erreichten sie die krallenförmige Felsformation, welche ihnen der Elf als Wegmarke genannte hatte, da ertönte im Wind das Heulen von Wölfen. Und da zeigten sich diese Tiere auch sofort- von der Felsformation preschten sie herunter um die Gruppe anzugreifen. Die Wölfe wurden schließlich besiegt, doch weiteres Heulen zeugte von noch mehr Wölfen. Die Helden wollten das Schicksal nicht herausfordern und so ritten sie im vollen Tempo davon.
Schließlich erreichten sie einen kleinen Hügel, und in der Senke davor schimmerte leichtes Licht. Sie hatten die Höhle von Bokken gefunden und traten ein (bis auf Vayne, die auf die Pferde aufpasste). Die Höhle war klein, stickig und heiß. Bokken stellte sich als etwas verrückter, nervöser alter Mann heraus, der zu viele Gespräche anfing und nur die Hälfte davon beendete. Wenigstens hatte er Ahnung was die Zubereitung von Tränken anging.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #3 am: 16. Juli 2013, 19:40:17 »
5. Gozran 4700 AK
Die Helden verbrachten den restlichen Abend bei Bokken, während das Unwetter draußen nach und nach verblasste.

6. Gozran 4700 AK
Am nächsten Tag machte die Gruppe sich dann bei Sonnenschein auf den Weg nach Süd-Osten und erkundeten die Gegend- weit und breit ebenes Grasland, laut Krummbold perfektes Ackerland. Beim allabendlichen Lagern spürten alle die Ruhe hier draußen fernab der Zivilisation.

7. Gozran 4700 AK
Heute ging es noch etwas weiter Richtung Süd-Osten, man vermutete die Platane irgendwo in diesem Landstrich. Das Grasland in dieser Gegend war von großen Dickichten überzogen, so dass die Helden mit ihren Pferden einen Weg hindurchsuchen mussten. Auf einem Trampelpfad konnten sie dann eine kleine Gruppe Frischlinge überraschen, welche den Weg passierten. Torinbur verspürte Heißhunger auf junges Wildschweinfleisch und schoss einem der Tiere in die Flanke. Quickend verschwanden die restlichen Jungtiere im Dickicht, während Vayne das verletzte Tier mit einem einzigen Kehlenschnitt von seinem Leid erlöste. Sekunden später durchbrachen einige erwachsene Wildschweine das Dickicht und griffen an. Ein Versuch seitens Vayne die Tiere zu beruhigen schlug fehl, sodass am Ende zwei weiter tote Wildtiere am Boden lagen und der Rest floh. Flott wurden die Kadaver aufgeladen und weiter geritten.

8. Gozran 4700 AK
Am Abend erreichten sie das Ufer eines großen Flusses. Mit Hilfe von Krummbolds Geographiekenntnissen identifizierten sie den Fluss als Würger, jenen Fluss, der auch bei Restow vorbeifließt. Sie schlugen ihr Lager und Torinbur übernahm die erste Wache. Die Zeit verging und allem Anschein nach war Torinbur nachlässig, denn plötzlich wurde er von dunklen Schatten überrumpelt- das Lager wurde von drei menschengroßen Spinnen überfallen. Am Ende konnten die Ungeziefer geschlagen werden, Torinbur musste dem Magier dabei helfen, sich aus dem Spinnennetz zu befreien.

9. Gozran 4700 AK
Für diesen Tag entschied Brendal, man sei zu weit östlich geraten und müsse nun Richtung Westen reiten. Der Würger knickte nach Süden ab und verschwand nach ein paar Kilometern aus der Sicht der Helden. Den Tag über ging es auf und ab über Hügelkuppen, die Augen immer aufmerksam auf die umliegende Landschaft gerichtet. Am Nachmittag konnte man in einigen Kilometern Entfernung einen Hügel ausmachen, auf dem sich ein einsamer Baum befand. Zuerst dachte man, nun endlich die Platane der Winzlinge gefunden zu haben, doch war dieser Baum viel zu klein dafür. Vayne spürte sofort den Tod der vom Baum ausging, während des Unwetters hat ein Blitz alles Leben aus dem Baum gebrannt. Dennoch wollte man auf den Hügel reiten um von dort das Umland unter genauer Beobachtung zu nehmen.
Beim abgestorbenen Baum angekommen, blickte man sich um, während Vayne erkannte, dass am Fusse des Baumes vor wenigen Tagen gegraben wurde. Das wollte sie sich genauer anschauen. Krummbold, ganz der Zwerg, wollte sie unterstützen, hatte seine Spitzhacke aber vergessen. Unterstützt wurde die Halb-Elfin von ihrem treuen Gefährten Hen. Nach kurzer Zeit hattte der Tiger etwas ausgegraben, was sich als Lederumhang entpuppte. Als Vayne diesen hochnahm, purzelten ein paar Gegenstände heraus, darunter ein vermodertes Zauberbuch, eine seltsame Röhre (vielleicht eine komische Flöte?), ein Ring und ein wunderschöner Dolch.
Von ihrer Grabung und den Schätzen nun nicht mehr abgelenkt, blickte Vayne mit ihren Adleraugen in die Ferne nach Süden und erspähte die Platane, etwa vier Stunden vom derzeitigen Standpunkt entfernt. Krummbold entschied, die geschriebenen Runen im Zauberbuch später zu analysieren, nun wollte man sich auf den Weg machen und die Platane noch vor Sonnenuntergang aufsuchen.

Die Sonne war schon untergegangen, als die Reisegemeinschaft den riesigen, uralten Baum erreichten. Schon ein paar Kilometer davor stießen sie auf einige Kobold- und Winzlingleichen. Zwischen den Wurzeln wurde ein Schacht ausfindig gemacht, schnell wurden die Pferde festgemacht, Hen sollte sie bewachen. Krummbold ging als Erster den Schacht herunter, für die anderen war es sehr beengend, keiner konnte aufrecht gehen, geschweige denn kämpfen.

Beinahe wären diese kleinen Höhlen ihr Grab geworden, als sie sich nicht nur mit den boshaften Winzlingen auseinander setzten mussten, sondern auch mit ihren teilweise gigantischen Ungeziefer-Haustieren. Schwer angeschlagen konnten sie letztendlich jedoch fast den gesamten Stamm ausrotten. Sie fanden nicht nur ein unverständlich geschriebenes Dokument bei den Winzlingen und eine widerliche Elfenbeinstatue, sondern in einer der Folterkammern einen arg zugerichteten Kobold namens Mimek. Dieser versprach ihnen viele Schätze, sollten sie die Statue, den “Alter Scharfzahn”, zurück zum Rußschuppenstamm und dessen Schammanen Tartuk bringen.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #4 am: 20. Juli 2013, 10:45:19 »
10. Gozran 4700 AK
Am nächsten Morgen ließen sich die Helden vom Kobold Mimek nach Süden führen, wo die Höhle des Rußschuppenstammes liegen soll. Am Nachmittag erreichten sie in den Hügeln einen Felskamm, in den ein kleiner Höhleneingang hineinführte. Allen Anschein nach eine alte taldanische Hinterlassenschaft, wie es ein verrottetes Holzschild vermuten ließ. Bevor sie jedoch eintraten, ließen sie Mimek aus seinem Käfig und gingen mit ihm voraus. Im Inneren wurden sie von einem “wachen” Kobold entdeckt, dessen erste Reaktion es eigentlich gewesen wäre, Alarm und die montierten Fallen auszulösen. Mimek beschwichtigte ihn jedoch und verkündete die Helden als “Bezwinger der Winzlinge und Retter des Alten Scharfzahns”, was der Gemeinschaft freies Geleit zum Häuptling des Stammes verschaffte.
Dieser stellte sich als Namensgeber des Stammes heraus- ein Kobol mit schwarz-roten Schuppen und der traditionellen Tracht inklusive “Zepter” und “Krone” (beides bestehend aus Knochen). Die Helden stellten sich vor und erzählten von ihren Taten, was bei den umstehenden Kobolden für Jubelrufe alá “Der Krieg ist vorbei- wir waren siegreich!” sorgte. Als dann Häuptling Rußschuppe die Statue von den Helden forderte, wurden diese stutzig.
Es folgte eine interne Debatte in der die Helden darüber diskutierten, ob sie die Statue nun dem Häuptling oder dem Schamanen übergeben sollten. Ausschlaggebend war schließlich die flüsternden Bemerkungen der Kobolde…“Der Alte Scharfzahn ist wieder zurück, nun wird der Fluch uns nicht heimsuchen!”. Vayne und Krummbold hatten die Statue beim Fund auf Magie untersucht und nichts gefunden, es konnte also definitiv kein Fluch-ob göttlich oder arkan- auf der Statue liegen. Sie vermuteten, dass Tartuk, der Stammesschamane, ein übles Spiel mit den Kobolden trieb.
Doch so einfach wollten die Helden die Statue doch nicht hergeben, sie verlangten einen Lohn. Häuptling Rußschuppe versprach der Gruppe einen Schatz und zusätzlich…einen Silberring- der Ehering von Swetlana! Brendal akzeptierte und übergab die Statue an den grinsenden Koboldhäuptling. Als dieser den Alten Scharfzahn in den Klauen hielt, hob er sie hoch über seinen Kopf und zerschmetterte sie auf den Höhlenboden! Zuerst war es still in der Höhle, doch als der Häuptling verkündete: “Nie wieder werden wir unter dem Fluch des Alten Scharfzahns leiden!” brach Jubel unter den Reptilien aus.

Inmitten dieses Kraches wand sich der Häuptling an die Helden und versprach ihnen noch mehr Reichtümern, wenn sie für ihn den Schamanen töten würden- dann wäre dieser Spuk ein für alle Male aus und vorbei! Mimek würde sie zu dem Heiligtum von Tartuk führen. Gespannt auf diesen Tartuk willigten sie ein und zogen los zum Heiligtum.
Nach einigen Minuten erreichten sie einen Gang, an dessen Ende die Sicht durch einen verschlissenen bunten Vorhang versperrt wurde. Das musste der Zugang zum Heiligtum sein. Mimek weigerte sich weiterzugehen und zeigte nur in jene Richtung. Die Helden waren vielleicht noch zehn Meter entfernt, da raschelte der Vorhang und ein kleiner Kobold rannte an den Charakteren vorbei, wobei er immer wieder nach hinten blickte- ganz so, als würde er die Peitsche seines Meisters noch spüren.
Entschlossen rückten die Helden vor und traten in das Heiligtum ein.

Der Koboldschamane Tartuk erwartete sie bereits! Von seinem Untergebenen hatte Tartuk vom Ende des Alten Scharfzahns erfahren und das eine Gruppe Großer nun auf den Weg zu ihm sei. Es schien, als wolle der purpurfarbene Kobold seine Schppen so teuer wie möglich verkaufen, denn er begann sofort mit dem Angriff.
Der Kampf dauerte nicht lange, fast schien es als würde am Ende der Schamane nur auf seinen Tod hoffen. Nichts desto trotz hatte er die Helden mit seiner Magie fast um den Verstand gebracht: immer wieder wurde der Kobold unsichtbar, nur um woanders aufzutauchen und Furcht und Schrecken in die Herzen zu säen (sogar Brendal, stets furchtlos, rannte panisch davon als die Magie des Schamanen Besitz von ihm ergriff). Letzten Endes fand der Kobold sein Ende durch das Schwert und mit einem erlösenden Seufzen ging er zu Boden, wo er sein Leben aushauchte.
Nachdem die Besitztümer des toten Kobolds erkundet wurden (unter anderem fand man ein Buch in einer unbekannten Sprache), gingen die Helden zurück zum Häuptling um von ihrer Tat zu berichten.

Was dann folgte, war ein zünftiges Fest in der Koboldhöhle- die Helden spendierten sogar die gejagten Wildschweine und Krummbold sang zusammen mit Torinbur und den Kobolden krächzende Höhlenlieder. Berauscht vom Alkohol und dem Rausch des Kampfes wurde zwischen den Kobolden und der Gruppe ein Vertrag ausgehandelt: die Kobolde dürften in ihrer Silberhöhle weiterleben, wenn sie im Gegenzug dazu die Menschen und Bewohner des Grüngürtels in Ruhe lassen würden.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #5 am: 27. Juli 2013, 10:13:43 »
11. Gozran 4700 AK
An diesem Morgen erwachten die Helden auf ihren Lagerstätten in den Koboldhöhlen. Während die anderen sich abmarschbereit machten, befanden sich Krummbold und Torinbur in einem wirklich erbärmlichen Zustand, der Koboldschnaps war tatsächlich sehr stark gewesen. Das wird noch ein Tag werden! Sie verabschiedeten sich von Häuptling Rußschuppe und seinem Stamm und stiegen auf ihre Pferde. Für diesen Tag war die Erkundung des umliegenden Landes angedacht. Im Laufe des Tages erholten sich die zwei Säufer zunehmends, waren am Abend aber froh, wieder sich auf ihrem Schlafsack auszubreiten.

12. Gozran 4700 AK
Der nächste Tag beginnt damit, dass alle das Lager abbauen um sich wieder auf den Weg zu machen. Alle? Der tapfere Torinbur Einzahn liegt ungewöhnlicher weise noch schlafend da. Vayne geht zu ihm und stellt fest, das er Fieber hat und sich nicht gut fühlt. Sofort beginnt sie damit ein paar Kräuter zusammen zu suchen um ihrem Kameraden Linderung zu verschaffen. Zwei Stunden später hat sie ein Gebräu in einen Becher gefüllt, welches sie Torinbur zum Trinken gibt.
Dann sollte es weiter gehen, diesmal Richtung Westen. Während des Ritts fühlte sich der Halb-Ork zunehmend besser, konnte am Nachmittag sogar ein fröhliches Lied mit Krummbold anstimmen, welches sie von den Kobolden gelernt hatten.
Die Gemeinschaft folgte dem Ufer des Würgers bis an eine Stelle, wo er seichter wurde und sich mit dem Dorn vereinigte. Sie schöpften ihre Wasservorräte auf und zogen weiter, kamen stetig voran im Hügelland.
Plötzlich sauste etwas über ihre Köpfe hinweg und neben Vayne bohrte sich zitternd ein kruder Holzspeer in den Boden. Verwirrt blickten alle nach oben in den Himmel und erblickten einen großen Greifvogel, auf dessen Rücken ein Goblin saß. Dieser war ganz in Tierfelle gekleidet und hob einen Federwisch in der einen Hand. Lachend trieb er seinen Vogel nordwärts an. Sofort ritten die Helden auf den nächsten Hügel und konnten sehen, dass der Goblin etwa einen halben Kilometer ins Trudeln geriet und mitsamt seines Vogels hinter einer Hügelkette abstürzte.

Der Kerl hatte sie angegriffen- Brendal trieb seine Kameraden an, er wollte diesen Unhold nicht einfach so davonkommen lassen. Schnell ritten sie los und erreichten bald schon die besagte Hügelkette. Was dann folgte war ein wahrhaft epischer Kampf.
Denn der Goblin war nicht alleine- und es schien sich hier um einen groben Hinterhalt zu handeln. Die Helden blickten von dem Hügel auf mehrere verrottete Holzhütten und sogar eine alte Turmruine, von der aber nicht mehr übrig war als ihre zusammengestürzte Grundmauer. Doch die Gruppe wurde schon erwartet- ein weiterer Goblin, der sich hinter einem Mauerstück auf einen weiteren Hügel kauerte, erblickte die “Großen” und gab sofort Alarm.
Brendal, Krummbold, Torinbur, Vayne und Hen konnten dem folgenden Ansturm widerstehen und am Ende lagen alle Feinde erschlagen zu ihren Füßen. Doch der Kampf war knapp: gleich zu Beginn hatte ein Goblin-Hexenmeister seine Magie um Brendal gewirkt und ihn in das Reich der Bewusstlosigkeit geschickt. Des Ritters treues Pferd Donnerschlag hatte seinen Herren verteidigt und gleich einen Goblin getötet und einen weiteren in die Flucht geschlagen (ihr wisst ja noch- das war jener, der mit dem Pferd fliehen wollte und sich beim Aufsteigen/Herunterfallen das Genick gebrochen hatte).

Doch hatten sie es nicht nur mit Goblins zu tun. Auch ein junger Oger war bei dieser Gruppe dabei gewesen und hatte seine schwere Keule auf Torinbur gedroschen.

Schwer keuchend erholten sich die Helden erst einmal von diesem knappen Kampf bevor sie die Ruinen erkundeten.
Brendal und Vayne untersuchten die nord-westliche, während Krummbold und Torinbur die südliche auf Herz und Nieren überprüfte. Der Ritter und die Druidin fanden widerlich stinkende Lagerstätten der Goblins. Trotz allem Ekels, fummelte Vanye in den Sachen herum und fand einige Goldmünzen und Edelsteine. Doch den wahren Fund machten der Zwerg und der Halb-Ork.

In dem alten Schuppen fanden sie einen an Seilen hochgezogenen halbnackten Zwerg. Sein Körper war ziemlich geschunden, anscheinend hatten die Goblins sich einen Spaß aus der Folter gemacht. Schnell holte Krummbold den Kerl nach unten auf den Boden, während Torinbur nach Vayne brüllte. Kurz darauf war die Gruppe in dem Schuppen und versorgte den verletzten Zwerg.

Es stellte sich heraus, dass der Zwerg Parweld Goldbart hieß, ein Zwerg aus dem Fünfkönigsgebirge. Er kam in die Raublande um Gold zu schürfen. Natürlich war er den Charakteren tief verbunden als sie sich um ihn kümmerten. Sie überredeten ihn mit ihnen zum Handelsposten zurückzukehren.
Sie rasteten und machten sich für weitere Erkundungen mit Einbruch der Dunkelheit bereit.

13. Gozran 4700 AK
Die Gruppe erfuhr mehr über die Geschichte von Parweld Goldbart. Aus einer alten Geschichtschronik aus Taldor erfuhr er von den Kolonisten im Grüngürtel. In dem alten Schinken hieß es, dass schon einmal hier eine Goldader gefunden wurde. Deswegen wollte Parweld sie finden und für seinen Klan urbar machen.

Der Tag verlief ohne weiter Ereignisse. Gegen Mittag erreichten sie eine alte Brücke, welche keinen vertrauensseeligen Eindruck erweckte, weswegen man beschloss außen herum zu laufen.

14. Gozran 4700 AK
Dieser Tag sollte sich als besonders glücklich für die gesamte Gruppe erweisen. Die Gegend nördlich der Furt und der Brücke wurde etwas felsiger. Die Sonne schien warm auf die Reiter herab, alle waren zufrieden. Gerade hatte Parweld den beiden Meistersängern der Gruppe ein paar Zwergenliedern beigebracht, da stoppte er plötzlich sein Pferd und sprang herunter. Auch Vayne hatte etwas gesehen, hatte aber nichts das untrügliche Gefühl der Zwerge in dieser Sachen.
Im Fels neben ihnen zeigte sich ein schmaler Spalt, nur schwer einzusehen wenn man nicht darauf achtete. Im Sonnenlicht glitzerte etwas im Innern golden. Parweld krabbelte auf allen Vieren so weit es ging in den Spalt und frohlockte- es war Gold in dem Gestein. Die lang gesuchte Goldader wurde gefunden!

Brendal wollte die Stimmung nicht drücken, dennoch musste er zu Worte bringen, dass die Gruppe die Charta aus Restow in ihren Händen hielt. Und damit würde ihnen auch die Goldader gehören. Was folgte waren harte Verhandlungen mit Parweld Goldbart- einem Zwerg nimmt man sein Gold nicht leicht ab. Am Ende kam dabei folgendes heraus: der Zwerg aus dem Fünfkönigsgebirge sollte weitere Klanmitglieder organisieren und eine Miene gründen. Den Helden würden 20% des geschürften Goldes zustehen. Am Ende spuckten Brendal und Parweld in die Hände (Krummbold musste sich stark beherrschen, hatte er doch eine arge Abneigung gegen spuckende Personen) und schlossen den Handel ab.

Der Rest des Tages verbrachten sie mit der Erkundung der Landschaft um die Miene herum. Diese hatten sie mit zusätzlichen Gestrüpp versteckt.

15. Gozran 4700 AK
Am heutigen Tag wollte man wieder Richtung Handelsposten reiten und erkunden. Sie verließen das Hügelland und ritten durch eine mit Dickicht und Gebüschen gesäumte ebene. An einigen Stellen mussten sie drumrum reiten, da sie mit ihren Pferden nicht hindurch kamen. Nach einer Weile bemerkten sie immer mehr Skelette von Tieren und sogar Menschen im Dickicht. Vorsicht war geboten- und das nicht umsonst: Torinburs Pferd wurde von einer verdammt großen Spinne angegriffen, das Terrain bot ihr zahlreiche Vorteile. Der Kampf dauerte jedoch nicht lange, zu stark war die Übermacht. Krummbold entdeckte das Lager der Spinne, ein alter Schacht. Zusammen mit Parweld ließ er sich an Seilen herunter um das Versteck zu begutachten.
Sie fanden nicht nur Spinnenweben und Knochen vor, sondern noch eine relativ frische Leiche. In deren Stiefelschaft fand der Zwerg eine Notiz. Oben wieder angekommen wurde diese entrollt und gelesen. Es war mehr eine Zeichnung, welche einen vertraut wirkenden Baum darstellte. Darunter war ein Kreuz gezeichnet. Dies muss der einsame Baum nördlich der Platane gewesen sein, bei dem sie die vergrabene Beute gefunden hatten. Hier hatte man also nun auch den passenden menschlichen Gegenpart.

16. Gozran 4700 AK
Alle wussten zwar, wo der Handelsposten lag, doch was drumherum alles lag- davon hatte keiner eine Ahnung. Deswegen wollte die Gruppe das Umland erkunden und am Abend zum Handelsposten zurückkehren.
Der Tag verlief ruhig, das Wetter war ganz gut. Als dann der Abend hereinbrach, machte man sich auf den Weg zu Oleg. Es war schon lange dunkel als sie ankamen, da mussten sie stutzen. Etwa 100 Meter vor dem Handelsposten, an einem Baum, waren drei männliche Leiber aufgeknüpft. Schon seit mehreren Tagen tot. Die Gesichter sind auch bekannt- es sind die drei Banditen aus dem Dornenfurtlager, welche sie am Leben ließen, damit sie Buße tun konnten. Allem Anschein nach hat Kesten Garess sie aufgeknüpft.
Sie ritten nun umso schneller zum Handelsposten, wollten sie doch alle wissen, was in ihrer Abwesenheit vorgefallen war. Mittlerweile hat auch ein leichter Regen eingesetzt. Am Tor angekommen klopften und riefen sie, wenige Augenblicke später öffnete ihnen Arndt Tür und Tor.

Ezekiel

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Königsmacher
« Antwort #6 am: 28. Juli 2013, 09:48:06 »
16. Gozran 4700 AK
Arndt führte die Helden in das Hauptgebäude, wo die anderen schon zum Abendessen versammelt waren. In ihrer Abwesenheit hatte sich einiges getan, erzählte der ehemalige Bandit. Nicht nur, dass Kesten und seine Männer ihr Quartier vergrößert hatten (statt der kleinen Zelte stand nun ein größeres Mannschaftszelt im Hof), auch ein Neuankömmling sei vor einigen Tagen dazugestoßen (Olegs grimmige Reaktion:“Wieder ein zusätzliches Maul zum Stopfen”). Ein wenig traurig blickte er drein als es um die drei Gehängten ging. Das sollten sie lieber mit Kesten selbst klären.
So betraten sie gemeinsam das Langhaus.
Das erste Mal seit sie im Handelsposten ankamen, war echt Leben in der Hütte! Nicht nur die beiden Lewetons, Kesten und seine Männer, sondern zwei weitere Gesichter saßen am Tisch. Es freute die Charaktere wieder auf Yolanralin zu treffen (Krummbold: “Ein Elf der kein Honig in das Bier tut!”), die zweite Person war ihnen unbekannt.
Natürlich wollte man sich sofort austauschen was in der Zwischenzeit alles passiert war, doch zuerst wollte Brendal Swetlana den Ring übergeben. Sie war so glücklich, dass sie sogar Tränen in den Augen hatte. Während dessen erzählte ihnen Oleg, das Yolanralin nach Restow ging- wenn sie also etwas zu bestellen hatten, so müssten sie das nun tun. Gesagt, getan.
So erzählten sie von ihren Abenteuern und natürlich von der Rettung Parwelds, über die Goldmine verloren sie natürlich kein Wort. Dann schwenkte das Gespräch auf die Ereignisse hier im Handelsposten und wie es dazu kam, dass die drei Kerle draußen nun am Baum hängen.
Mit der Autorität eines Kommandanten erzählte Kesten ihnen, das er für die Sicherheit im Handelsposten zu sorgen hat und es im nicht möglich war, die drei am Leben zu lassen. Sie hätten nicht wirklich Buße getan und wären die ersten Tage auch geflohen, hätte er sie aus den Augen gelassen.
Es entwickelte sich eine Diskussion zwischen Kesten, Krummbold und Vayne in der über Kompetenzen und Vollmachten debattiert wurde. In der hitzigen Phase warf der Zwerg seinen leeren Bierkrug nach Kesten, verfehlte aber. Dies war der Moment, da Brendal einen Brüller ließ um alle wieder zur Vernunft zu bringen. Er beschwichtigte die Parteien, wobei er natürlich stark zu seinem Vettern hielt. Nach und nach gingen alle zu Bett, kamen vorher aber noch in den Genuss, ein paar sehr interessante Anschläge an der Tür zu lesen…..aha ein Schlitzzahn (Gesucht: Kopf)…aha, ein Tatzelwurm (Gesucht: Kopf)….Fazit: “Hier in diesem Landstrich sind die Leute doch recht phantasielos.”

17. Gozran 4700 AK
Die Charaktere beschlossen, die Zeit die sie bis zur Ankunft ihrer Bestellung hatten, mit einer Erkundungstour tot zu schlagen. Yolanralin war schon lange vor ihnen aufgebrochen und Parweld schlief sich ordentlich aus, bevor er sich im Laufe des Tages auf den Weg zurück in das Fünfkönigsgebirge machte. Vom Handelsposten aus ritten sie westwärts und erkundeten den Landstrich Länge x Breite x Höhe.
Nachts rasteten sie am Waldsaum der Narlmark. Während Torinbur Wache hielt, hörte er plötzlich sehr lautes Krachen aus dem Unterholz- sofort weckte er die anderen, da kam etwas Großes auf sie zu! Die Helden hatten sich gerade gesammelt, da brach auch schon ein großes Ungetüm durch das Holz. Brendal entzündete eine Fackel und warf sie auf den Boden, nun konnte auch er die Kreatur in ihrer ganzen Pracht erkennen. Vayne hatte so etwas noch nie gesehen, doch der Nekromant erinnerte sich an Texte über derart Wesen- eine perverse Kreuzung aus Bär und Eule, wild rasend vor Wut und mit einem rasiermesserscharfen Schnabel.
Der Eulenbär griff die Gruppe sofort an, doch am Ende lagen sowohl er als auch Hen im Sterben. Vayne kümmerte sich um ihren Gefährten, während Torinbur die Kreatur mit seinem Schwert erlöste.
Brendal wollte schon die Kreatur ausnehmen, genug Fleisch hatte es ja. Doch Krummbold konnte ihn davon abhalten- immerhin handelt es sich hier um eine wahnsinnige magische Bestie, wer weiß, was für Nebenwirkungen der Verzehr dieses Fleischs haben würde.

18. Gozran 4700 AK
Weiter ging es in die Narlmark hinein. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, es fing wieder an zu regnen. Die Stimmung war leicht gedrückt. Am Nachmittag wieherten die Pferde von Brendal und Torinbur plötzlich auf, warfen fast ihre Reiter ab und rollten wild mit den Augen. Die Tiere waren in gut versteckte Bärenfallen hineingetreten, welche die anderen glücklicherweise passiert hatten.
Der Ritter und Einzahn kümmerten sich um die Fallen und mit gemeinsamer Kraft konnten sie diese öffnen, während Vayne die Tiere verpflegte. Sie verbrachten noch den ganzen Tag in dieser Gegend und sammelten sämtliche Fallen auf, die sie finden konnten. Man konnte nie wissen, wann man so etwas gebrauchen könnte.

Ezekiel

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Königsmacher
« Antwort #7 am: 11. August 2013, 18:38:10 »
19. Pharast 4700 AK
Am nächsten Tag ging der Ritt weiter nach Westen. Vormittags erreichten sie noch den Waldrand, konnten wieder die Ebene vor sich ausmachen. Gerade wollten die Helden schon den Wald verlassen als sie von mehreren Dickichtbeutelwölfen angegriffen wurden. Die Tiere mussten bereits seit einer ganzen Weile nichts mehr gerissen haben, so aggressiv waren sie. Leider konnte man sie nicht davon abhalten zu kämpfen, so dass man sie erschlagen musste.
So dann ritten die Charaktere weiter nach Westen auf die Graseben hinaus. Man erkundete das Land, erkundete eine größere Felsspalte und kartographierte die Landschaft. Am Abend jedoch zogen dunkle Wolken am Himmel herauf, der Wind und Regen wurde stärker. Laut Vayne stand der Gruppe ein heftiges Unwetter bevor- man beschloss sich einen Unterschlupf zu suchen um das Unwetter auszusitzen. Die Frage war nur wo? Zurück in den Wald würden sie nicht mehr schaffen. Man erinnerte sich wieder an die Felsspalte und zog sich dorthin zurück. Die Pferde musste man oben lassen, wurden aber von Donnerschlag beschützt. Der Rest zog sich auf den Grund der Spalte zurück und schlug die Zelte auf. Man verbrachte den Abend mit Singen, Trommeln und Geschichten erzählen.

20. Pharast 4700 AK
Der Sturm blieb weiterhin stark, so dass an ein Weiterziehen nicht gedacht werden konnte. Sehr zum Unmut der Gruppe. Einzig Krummbold und Torinbur konnten die Zeit für ihre Musik nutzen.

21. Pharast 4700 AK
Heute morgen hatten sich die Wolken verzogen und der Wind ließ nach. Brendal beschloss nach Süden zu reiten, wieder zurück in die Narlmark. So erreichten sie nach einigen Stunden ritt wieder den Dorn und folgten seinem überwucherten Ufer bis hin zu seiner Quelle, bis sich die Landschaft in ein sumpfiges Stück Erde wandelte. Hier fanden sie nicht nur weitere Fallen, sondern, halb im Morast, die Leiche eines Jägers. Allem Anschein nach wurde er ein Opfer seiner eigenen Falle. Das Hab und Gut war mittlerweile schon von dem Wasser und der Witterung unbrauchbar, weswegen man alles so liegen ließ wie es war.

22. Pharast 4700 AK
Für heute wollte man wieder zurück nach Nord-Osten durch den Wald reiten. Man erinnerte sich, dass in dieser Gegend das Nest von Perliwasch und Tyg-Titter-Tat sein soll. Die Helden ritten also durch den Wald und suchten nach dem besagten Baum. Am Abend fanden sie dann eine Eiche mit einem großen Loch in großer Höhe. Brendal rief nach den beiden Feenwesen und nach einer gewissen Zeit zeigten sich beide. Die Freude war groß auf Seiten der Feenwesen, bis Brendal sie auf den toten Fallensteller ansprach. Er hatte bei den gerissenen Seilen Abdrücke kleiner Zähne bemerkt und musst dabei an die kleinen spitzen Zähne des Feendrachens denken. Traurig erzählte Perliwasch von diesem “Unfall” mit dem Fallensteller. Dieser sei sehr böse gewesen und sie wollten nur einen Streich verüben. Leider ist dabei der Streich etwas außer Kontrolle geraten.
Brendal beruhigte das kleine Wesen so gut er konnte, während Vayne sich in der Zwischenzeit das Nest selbst anschauen wollte (natürlich unter Protest von Tyg-Titter-Tat). Zusammen verbrachte man noch den restlichen Abend.
Während ihren Erzählungen berichtete die kleine Grig von einem Versteck, ganz aus Stein und einem alten Bären der dort hausen würde. Sofort waren die Charaktere natürlich hellhörig, vermuteten sie natürlich den alten Erastil-Tempel von dem Djod sprach.
Man beschloss, sich das am nächsten Tag mal anzuschauen.

23. Pharast 4700 AK
Morgens machte sich die Gruppe auf den Weg nach Süden. Dort vermuteten sie den alten Tempel und dessen Bewohner.

Ezekiel

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Königsmacher
« Antwort #8 am: 11. August 2013, 18:39:03 »
kleine Anmerkung: ich habe bemerkt, dass es erst der Monat Pharast ist und nicht Gozran, weswegen ich das in den neuen Beiträgen natürlich korrigiere.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #9 am: 08. September 2013, 14:18:31 »
23. Pharast 4700 AK
Am Mittag erspähte Vayne eine Lichtung im Wald. Ein sehr hoher Felskamm ragte über den Baumkronen auf. Und über einem Höhleneingang erblickten die Helden einen gigantischen eingemeißelten Elchkopf, uralt und mit Moos überwachsen. Zerbröckelte, steinerne Treppenstufen führten hinauf zu dem Eingang, auf dem Platz davor erstreckte sich ein alter Teich, völlig grün vor Algen und Kletterpflanzen. Dennoch bestand die erste Reaktion von Krummbold und Torinbur darin, in diesem Teich baden zu gehen- schlimmer konnten sie sowieso nicht mehr riechen. Während dessen beschlossen Brendal und Vayne, sich die Höhle näher anzuschauen. Gerade sind die beiden von ihren Rössern abgestiegen, der Ritter erklomm bereits die Treppenstufen, während Vayne ein paar Fallen aufstellen wollte, als sie ein zorniges Brüllen aus dem Höhleneingang vernahmen.
Aus dem Höhleninneren stürmte ein erzürnter Grizzly. Sofort mussten die Helden wieder an den Traum des Erastil-Klerikers Djod denken. Dieser erwähnte einen alten Tempel im Wald, in dem ein Grizzly Wache halten würde. Doch irgend etwas würde mit diesem Bären nicht stimmen.
Es schien, dass die Gruppe dies bald herausfinden sollte.

Der Kampf währte nicht lange. Der Bär verbiss sich in Hen, welcher am Ende sehr schwer verwundet war, doch schlug Krummbold seine zwergische Streitaxt in die Flanke der Kreatur und tötete sie augenblicklich mit diesem Hieb. Das Tier entließ mit einem erlösenden Atemzug den letzten Rest Leben und nur wenige Momente später verwandelte sich der Leib des getöteten Tieres in den eines uralten Mannes. Bevor der Leichnam mit rapider Geschwindigkeit verweste und zu Staub wurde, konnte man noch einen letzten Blick auf ein Gesicht erhaschen, welches Ruhe und Erlösung ausstrahlte.

Die Lichtung begann sich unmerklich zu verändern, plötzlich schien die Luft frischer zu riechen, während Vogelgezwitscher einsetzte und die Sonne durch das Blätterdach durchbrach. Am auffälligsten jedoch veränderte sich der Teich. War er vorher noch voller Algen und roch etwas, glitzerte das Wasser nun kristallklar im Sonnenlicht. Die Helden stillten ihren Durst und fühlten sich sofort erholter, selbst ihre Wunden schlossen sich auf magische Weise. Sofort füllte man das Wasser in die Schläuche ab.

Bevor man sich auf den Weg zurück zum Handelsposten machen würde, wollte man noch die nähere Umgebung erkunden.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #10 am: 10. September 2013, 23:11:17 »
Dies erfolgte ereignislos, bis am frühen Abend, die Sonne schien noch durch das Grün der Narlmark, etwas großes durch das Unterholz brach. Die Pferde wurden schon nervös, da sah man hin und wieder durch das Gestrüpp ein paar kleiner Bäume zu Boden gehen.
Plötzlich explodierte das Unterholz förmlich, als ein wahres Ungetüm sich den Weg zu den Helden bahnte. Brendal erkannte die Kreatur sofort, zu oft hatte er von ihr in Geschichten gehört. Ganze Wandteppiche erzählten epische Kämpfe zwischen Rittern des Greifenordens und…Trollen.
“Zurück, diesen Kampf werden wir verlieren!” versuchte er seine Kameraden noch zurückzuhalten, doch Torinbur und der Rest verfielen bereits in einen Kampfrausch.
Minuten später lag Torinbur Einzahn sterbend auf dem Boden und nährte diesen mit seinem Blut. Der Troll hatte ihn fast den Arm ausgerissen und aus dem geborstenen Brustkorb ragten die Rippen hervor.
Als Brendal dies sah, brüllte er noch einmal nach einem Rückzug und ritt mit Donnerschlag in das Dickicht davon.
Einzig dem Mut seines besten Freundes Krummbold verdankte er sein Leben. Dieser zog ihn todesmutig aus dem Gefahrenkreis und flößte ihm einen heilenden Trank ein. Während dessen kämpfte Hen mit dem Troll, verbiss sich in dessen Unterarme, doch das Ungetüm packte den Tiger und quetschte das Leben aus der Raubkatze. Als Hen das Bewusstsein verlor, ließ der Troll das Tier einfach auf den Boden fallen und stampfte auf Vayne zu. Einen Moment des Glücks nutze schließlich der Ritter aus. Er war nicht geflohen, sondern hatte sich nur ein Stück entfernt um die Lage neu in Augenschein zu nehmen. Sein Pferd ritt fast in den Nahkampf, der Ritter packte die Druidin und sofort zogen sie sich zurück, während Vayne den Griff von Brendal versuchte abzuschütteln. Vergebens! Sie musste mit ansehen wie sie von ihrem sterbenden Gefährten weggezogen wurde.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #11 am: 13. September 2013, 00:27:25 »
Am Ende, mittlerweile musste sich die Gruppe ihre Chancenlosigkeit eingestehen, konnte Krummbold den Troll vom Kampfplatz weglocken- der Troll verstand etwas von der Zwergensprache und somit auch die Schmähungen des Zwerges- während Vayne und Brendal sich um die Verletzten kümmerten.
In allen Himmelsrichtungen verstreut, ritt jeder seines Weges. Brendal ritt zusammen mit Vayne, Hen und Torinbur zurück zum Erastil-Tempel, während Krummbold nach Nord-Osten zurück zum Handelsposten ritt.
Bei Djod angekommen, ruhten sich die Gefährten aus um ihre Kräfte zu regenerieren. Wenige Stunden später ritten auch sie durch die sternenklare Nacht Richtung Handelsposten.

Krummbold erreichte das kleine Fort kurz nach Mitternacht und schlug sofort Krach. Arndt, der das Tor in dieser Nacht bewachte, ahnte Schlimmes als der Zwerg alleine daherritt. Man öffnete den Zugang und der Zwerg wurde von Kesten und seinen Männer in Empfang genommen. In Rage erzählte der Nekromant vom Kampf mit dem Troll und der “feigen Flucht” des Ritters. Es entbrannte ein heftiger Streit mit Kesten, der die Ehre seines Blutsverwandten verteidigte. Krummbold wollte sofort mit den Söldnern ausreiten um noch heute Nacht den Troll zu jagen und zur Strecke zu bringen, während Kesten im klar machte, dass immer noch er der Kommandant der Söldner sei.
Doch auch er gab seine Sorgen offen zu und beorderte Jakov und Fedor zum Ausreiten. Zusammen wollte man nach der versprengten Gruppe suchen.

Alsbald näherten sich Brendal und seinen Kohorten Lichter in der Nacht. Lichter von Blendlaternen. Man erkundigte sich aus sicherer Entfernung, um wem es sich bei den Reitern in der Dunkelheit handelte- und die Freude war groß, als es sich dabei um Kesten und dessen Männern heraus stellte. Gemeinsam ritt man dann zurück zu Olegs Handelsposten.

Im Gemeinschaftsraum entfachte erneut ein Streit- der Zwerg warf dem Ritter seine “Feigheit” vor, während Brendal dies von sich wies! Immerhin, so sprach Krummbold, war er selbst tapfer genug um sogar seine Zwergenaxt in den Troll zu versenken- um seine Gruppe zu schützen. Das der Nekromant dabei seine Axt an den Troll verlor, steigerte die Wut des Nekromanten ins Unermessliche. Auch Vayne und Einzahn waren über das Verhalten des Ritters aus Grauhafen missgestimmt und verließen bald den Raum um draußen in der Wildnis zu nächtigen.

Es bleibt nur noch zu sagen, dass der edle Ritter der Familie Garess dies alles letztendlich kalt ließ, wusste er doch um die Weisheit in seinem Handeln. Oleg überreichte ihm noch die bestellte Ritterrüstung und bis in die späte Nacht hinein polierte Brendal die Rüstung. Vielleicht aus Eitelkeit, vielleicht aber auch um seinen Ärger über seine Kameraden wegzuwischen.

Krummbold pöbelte noch ein wenig bei den Söldnern und ließ sich schließlich alleine im Gemeinschaftsraum bis zur Besinnungslosigkeit mit Wein voll laufen.

24. Pharast 4700 AK
Nachdem die Gemüter an diesem Morgen wieder etwas abgekühlt waren, beschloss man zusammen mit Djod den Erastil-Tempel aufzusuchen. Der Kleriker traff Vorkehrungen um sich in der Narlmark niederzulassen. Bald waren alle Reisefertig um erneut in den Wald einzukehren.
Krummbold und Vayne waren so vom Hass auf den Troll beseßen, dass sie beschlossen die Gruppe auf die Trollspuren zu locken. Sie wollten die üble Kreatur tot sehen. Ihre Pläne wurden jedoch von Djod und Brendal durchkreuzt, welche die Abweichung der Route bemerkten und nach einer kurzen Diskussion beschloss man, dass heute kein Tag für die Trolljagd sei.
Am Nachmittag traf man wieder auf die Lichtung und Djod war die Bewunderung für diesen Ort anzusehen. Wie in Trance betrat er den Tempel und fing ohne die Anderen zu beachten damit an, diesen Ort zu weihen.
Djod verabschiedete sich mit den Worten, dass man ihn hier immer finden würde und er ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.

Die Helden ritten weiter nach Süden und in der Dämmerung konnten sie auf dem Fluss einen natürlichen Damm aus Holz und Unrat ausmachen. Die letzten Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterwerk. Torinbur, welcher ein Blitzen im Damm bemerkte, konnte eine zusammengerollte Kreatur entdecken, die sich allem Anschein nach zu sonnen schien. Noch hatte man die Helden nicht bemerkt. Als Vayne dann noch mal wieder ihr Wissen präsentierte und das Reptil als Tatzelwurm identifizieren konnte, war schnell ein Entschluss gefasst: Oleg wollte einen Tatzelwurmkopf und er soll einen Tatzelwurmkopf bekommen!
Vorsichtig betrat man den Damm um das Ungetüm zu töten- immerhin geht es hier um Gold...und die Ehre. Letztendlich konnten sie nicht nur einen, sondern gleich zwei der Kreaturen erschlagen, wobei einer der Köpfe durch die magischen Flammen von Krummbold derart entstellt war, dass nur noch ein Schädel brauchbar war um ihm Oleg zu überreichen.

Für die Nacht schlug man das Lager nicht weit weg auf, stellte die üblichen Wachen auf und wollte am nächsten Tag zurück zum Handelsposten reiten.

25. Pharast 4700 AK
Morgens ritt man erneut Richtung Handelsposten. Die Reise verlief ereignislos, bis am am frühen Abend die Narlmark verließ und es nur noch wenige Stunden bis zum Ziel waren. Da bemerkte man einen herrenlosen Karren mitten auf dem Weg im Grasland. Eine der Achsen war zerborsten, weswegen der Karren schräg stand und einige der Kisten auf dem Boden zerbrochen waren. Unter anderem blitzten auch Goldmünzen im Staub auf.
Man vermutete zwar irgendeine List, doch konnte man nichts Auffälliges entdecken. Vorsichtig ritt man vorbei an Hügeln und Erdsenken, als neben Vayne zitternd ein Pfeil im Boden stecken blieb. Allerhöchste Alarmbereitschaft! Dann brach die Hölle über die Helden los!

Von allen Seiten sprangen Banditen aus ihrer Deckung- hinter den Hügeln und Senken konnte man sie nicht ausmachen- und griffen die Helden an. Verborgene Heckenschützen ließen Pfeil um Pfeil auf sie niederprasseln. Brendal versuchte es mit einer List und rief: "Bei den blutigen Knochen des heiligen Gilmork!" Doch konnte er die Halunken mit dieser Losung vom Angriff abbringen?


Ezekiel

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Königsmacher
« Antwort #12 am: 03. Oktober 2013, 11:59:15 »
Mit einem spöttischem Lächeln stand der Kerl vor der Gruppe, als eine weitere Gestalt aus der Senke in Sicht kam. Dabei handelte es sich um einen Mann, vom Alter schwer einzuschätzen da ihn das Leben geprägt hatte. Auf jeden Fall sah er in den Augen der Abenteurer ebenso wie ein Halunke aus wie das bisherige Banditengesindel im Grüngürtel.
Herr Ich-bin-jünger-als-ich-aussehe lächelte diabolisch, als sich plötzlich seine Augen weiten und sein Blick bei Brendal hängen bleibt. “Kesten, du Hund, jetzt ist deine Zeit gekommen!” Allem Anschein nach verwechselte man Brendal mit seinem Cousin.
Und dann flutete die Erkenntnis durch Brendals Verstand als er begriff, wenn er da vor sich hatte. “Fallgrim Snieg!” Damit war für ihn die Sache geklärt und ein heftiger Kampf entbrannte auf der Straße, zu dem sich noch ein paar weitere Banditen gesellten.

Der Kampf war hart und blutig, forderte fast alles von unseren Helden. Brendal wurde von Fallgrim fast tot geschlagen und lag vor Donnerschlag auf dem Boden. Doch seine Kameraden konnten den gesuchten Banditen letztendlich besiegen, doch ließen sie ihn bewusstlos am Leben. Der Gorum-Kleriker jedoch wollte eine letzte Seele an seinen Gott senden. Er erhob sein Schwert um Brendal den Gnadenstoß zu verpassen, entschied sich in letzter Sekunde aber anders und attackierte Torinbur. Dies besiegelte sein Todesurteil, der Halb-Ork tötete ihn mit dem nächsten Hieb.
Nur die zwei Schützen in den Bäumen konnten ihr Leben retten, in dem sie die Beine in die Hand nahmen und rannten.

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #13 am: 03. Oktober 2013, 12:44:18 »
Nach dem Kampf gegen Fallgrim Snieg und dessen Spießgesellen ritt man, nachdem man sich verarztet hatte, weiter zum Handelsposten, wo man später am Tag auch ohne weitere Zwischenfälle ankam. Dort warteten nicht nur die Söldner rund um Kesten auf die Helden, sondern auch ein Neuankömmling in auffallender Gewandung. Ein kräftiger junger Mann in Lederkleidung, dazu trägt dieser einen unpassend blauen Magierhut mit Gänsefedern daran. Er stellte sich galant als Eregian Talahara vor. Von sich selbst behauptet er, ein Abenteurer zu sein- auf der Suche nach altem Wissen und natürlich Schätzen.

Doch zuerst übergab man Kesten seinen selbst ernannten Todfeind Fallgrim. Der Söldner wollte gleich am nächsten Tag nach Restow aufbrechen um den Banditen der Gerichtbarkeit zu übergeben.
Aber auch aus Restow gab es Neuigkeiten: in einem Dokument forderte man von der Gruppe den Tod des besagten Hirschkönigs. Sollte 1. der Hirschkönigs tot sein und 2. die Banditenaktivität merklich nachlassen, so würde Restow Mittel schicken, damit Brendal Garess und seine Kameraden mit der Urbanisierung des Grüngürtels beginnen könnten.

Man beschloss für diesen Tag im Handelsposten zu verweilen und sich von den Strapazen der letzten Tage zu erholen und erst am nächsten Morgen erneut aufzubrechen.

26. Pharast 4700 AK
Bevor man sich auf den Weg nach Süden machte um dort nach dem Hirschkönig zu suchen, heuerte man Eregian an- immerhin würde man im Kampf gegen den Banditenkönig jeden Schwertarm gebrauchen können. Nachdem eine passende Bezahlung verhandelt wurde, sagte dieser zu und begleitete die Gruppe.
Der erste Zwischenstopp der Reise sollte der neu geweihte Erastil-Tempel sein. Man wollte Djod besuchen und sich am Teich stärken (immerhin hatte er doch heilende Kräfte, oder nicht?). So ritten sie erneut in die Narlmark bis sie in den Abendstunden, es war schon dunkel geworden, von einem wilden Tier angegriffen wurden. Zumindest dachte man im ersten Moment an einem wilden Tier- schnell stellte es sich dabei um einen Werwolf heraus, der hungrig über die Gruppe herfiel.
Doch Krummbold hatte an diesem Abend besonders schlechte Laune und keine Lust auf ein langes Geplänkel. Aus seinen Fingern schossen Feuerstrahlen, welche die Kreatur ruckzuck vebrannten. Es blieb nur noch ein wenig Asche und Knochen übrig. Eine sehr überzeugende Darstellung seiner destruktiven Magie!

Nach einer weiteren Stunde des Ritts erreichte man endlich die Lichtung mit dem Felsenkamm. Aus der Höhle- besser: dem Tempel- erstrahlte noch Licht. Djod war also noch wach. Man begrüßte den Kleriker und erzählte ihm die Neuigkeiten. Eregian wollte noch Jagen gehen, verschwand dann in der Nacht. Der Rest unterhielt sich noch eine Weile und legte sich dann schlafen.

27. Pharast 4700 AK
Die Sonne strahlte an diesem Morgen hell als die Helden wach wurden. Von draußen hörte man Djod Gebete an Erastil singen und der Geruch von etwas gebratenem schwängerte die Luft. Zusammen wollte man an der frischen Luft ein Frühstück einnehmen und vom heilenden Teichwasser etwas abfüllen. Djod begrüßte die Helden und fütterte während dessen einige Waldtiere die, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, um Djod herum kauerten.
Krummbold trank etwas von dem Teichwasser und als sich nicht die heilende Wirkung entfaltete, verfiel er in seine für ihn typischen Krummbold-Wut. Er fluchte und brüllte, das alle Waldtiere angsterfüllt ins Dickicht verschwanden. Dann öffnete er seine Hose und wässerte den Teich mit erlesenem Zwergen-Wasser.
Daraufhin entbrannte eine Konfrontation mit Djod, wobei der Zwerg in seiner Rage sogar auf den Kleriker losgehen wollte. Dieser sprach jedoch nur ein kurzes Gebet und schon war Krummbold nicht mehr in der Lage auf den Erastil-Geweihten einzuschlagen. Brendal beruhigte dann den Zwerg und die erste Aufregung am Morgen legte sich dann.
Allem Anschein nach hatte der Teich seine Magie verloren. Ein Versuch war es immerhin wert gewesen! Nach dem Frühstück verabschiedete man sich in aller Höflichkeit von Djod und zog weiter nach Süd-Osten. Man wollte an jene Stelle zurück, an dem sich der Dorn mit dem Würger vereinte. Von dort aus sollte die Suche nach dem Fort des Hirschkönigs beginnen.
« Letzte Änderung: 03. Oktober 2013, 12:54:41 von Ezekiel »

Ezekiel

  • Contest 2010
Königsmacher
« Antwort #14 am: 08. Oktober 2013, 13:14:34 »
Stunden später. Im letzten Licht des Tages konnte man dann in der Ferne auf einem Hügel ein Gebäude erkennen. Dies musste das Fort des Hirschkönigs sein! Nun wurde überlegt, wie man in das Fort hineinkommen würde. Den sinistren Plan einer Infiltration winkte der Ritter gleich ab, so etwas wäre unter seiner Würde. Statt dessen sollten Eregian und Hen das Fort umgehen und nach einer Schwachstelle Ausschau halten.

An der Süd-Ost-Flanke des Hügels wurden sie schließlich fündig. Ein schmaler Pfad schlängelte sich den Hügel hoch- allem Anschein nach wurde dieser Ecke keine Aufmerksamkeit von den Banditen geschenkt. Eregian schlich zusammen mit dem Tiger den Pfad entlang als es passierte: aus dem Boden brachen urplötzlich die Körper mehrerer Zombies. Stöhnend und grabend suchten sie sich ihren Weg zur Oberfläche, ganz wild vom Geruch lebendigen Fleisches. Eregian war so von diesem Angriff überrascht, dass er einige schwere Hiebe einstecken musste, bevor er sich für die Flucht entschied.

Zurück bei den anderen berichtete der schwer verwundete Mann seinen Gefährten von der Süd-Ost-Flanke und deren Beschützer. Man beschloss sich für diese Nacht auszuruhen und am nächsten Tag weiter zu beobachten.

28. Pharast 4700 AK
Am nächsten Tag legten die Charaktere sich auf die Lauer um das Fort genauer zu beobachten. Am Mittag konnten sie vier Reiter erblicken, welche sich von der westlichen Flanke dem Fort näherten und durch das Tor eingelassen wurden. Weitere Banditen zur Verstärkung des Forts.
Brendal beschloss den Banditen einen Hinterhalt zu legen um die Kampfkraft des Hirschkönigs zu minimieren. Dazu entfachte man ein Feuer im Schutz der Felsen, sodass nur der Rauch vom Fort aus zu sehen war. Desweiteren legte man nicht nur sich in Deckung, sondern auch die restlichen Bärenfallen auf dem Weg zum Feuer. Es verging einige Zeit, doch dann konnte Eregian aus seiner Deckung heraus erkennen, dass sich einige Reiter dem Aufenthaltsort der Helden näherten. Insgesamt waren es vier Reiter, wobei zwei weiter hinten blieben.
Der Plan der Gruppe ging auf, als einer der vorderen Reiter in eine Bärenfalle ritt und dessen Pferd verwundet wurde. Schnell waren die Abenteurer über den Banditen- am Ende konnte leider einer von diesen Schurken zum Fort fliehen, während zwei tot im Staub lagen und einer weiterer von Vayne verarztet wurde. Ihm wollte man Fragen zum Fort stellen.
Als der Mann sein Bewusstsein wiedererlangte, fand er sich von den Charakteren umringt. Brendal stellte ihm allerhand Fragen: Wie viele Männer befanden sich im Fort? 40 an der Zahl. Wie sieht es im Fort mit den Vorräten aus? Man hätte sich für mehrere Monate eingedeckt. Es schien als würde der Bandit die Wahrheit sprechen.
Dann beginn er einen schwerwiegenden Fehler. Er verspottete nicht nur seine Wächter, sondern spuckte auch aus! Welch ein Frevel in der Nähe von Krummbold dies zu tun. Der Zwerg beschloss, dass man keine weiteren Informationen von diesem Unhold erwartetn könne und schlug ihm die Axt in den Schädel. Leider besprach sich der Nekromant nicht vorher mit seinen Kameraden, doch so schnell wie der Zwerg zuschlug konnte keiner seiner Gefährten reagieren.

Um ihre spärlichen Rationen zu schonen ging Vayne zusammen mit Hen jagen und erlegte einige Hasen. Man verwarf einen Plan nach dem anderen, da man sich dieser Kampfkraft nicht entgegenstellen konnte. Vierzig Mann gegen eine Handvoll Kampfgefährten?

29. Pharast 4700 AK
Der Tag brach an mit Regen und Wind. Schon nach Stunden der Erkundung war jeder nass bis auf die Haut. Die Gruppe brach am frühen Morgen auf um das umliegende Land zu erkunden. Vielleicht konnte man auf diese Weise noch ein paar Banditen auflauern und vielleicht eine weitere Schwachstelle finden. Noch ahnte niemand, dass dies ein besonders schwarzer Tag im Leben der Gruppe werden sollte. Man vermutete den Tiefpunkt, sah man sich doch einer vielleicht zu großen Herausforderung entgegen. Doch der Tag hielt noch eine Menge Schmerz und Verzweiflung für die Abenteurer parat.

Man ritt am Hauerwasser entlang um am Mittag zu rasten. Vayne beschloss im See fischen zu gehen. Als sich am Ufer kein Fisch zeigte, sprang sie ins Wasser um nach Fischen zu tauchen. Plötzlich machte sie neben sich eine Bewegung aus, konnte jedoch nicht mehr reagieren. Eine ungeheure starke Pranke krallte sich um ihren Knöchel und zog sie nach unten ins aufgewühlte Wasser. Mit kräftigen Tritten jedoch konnte Vayne sich aus dem Griff des Etwas lösen und Richtung Wasseroberfläche schwimmen. Dort angekommen brüllte sie ihren Kameraden eine Warnung zu. Dann tauchte hinter ihr die Kreatur auf und jeder konnte die Jagdlust in den trüben Augen erkennen: ein Seeoger hat die Fährte der Halb-Elfin aufgenommen und machte nun Jagd auf sie!
Vayne erreichte mit einigen Zügen fast das Ufer. Fast. Dann holte sie die Kreatur ein und packte sie am Oberkörper um sie mit ihren Krallen zu zerreißen.
Die Gefährten während dessen sprangen schon in das Wasser, Brendal auf seinem Pferd Donnerschlag um der Druidin zur Hilfe zu eilen. Doch sie mussten hilflos mit ansehen, wie der Seeoger die zarte Gestalt in die Höhe riss und dann mit seinen kräftigen Armen auseinanderzog. Blut und Inneren spritzten ins Wasser als die Bestie den leblosen Körper ins Wasser fallen ließ und sich den angreifenden Kameraden entgegenstellte.
Der Seeoger hatte keine Chance gegen den vor Wut rasenden Brendal Garess. Mit seinem Zweihänder schlug er auf die Bestie ein, bis diese sich nicht mehr regte. Dann sprang er ins Wasser um den Körper von Vayne zu bergen. Alle Hilfe kam zu spät, die gebrochenen Augen der Schönheit stierte in den bleiernen Himmel. Vayne war tot.
Den Lebenden blieb nichts anderes mehr übrig, als den Leichnam am Ufer des Hauerwassers zu beerdigen. Trauer lag auf den Gemütern der Gruppe als man sich am Lagerfeuer Geschichten und Anekdoten aus Vaynes Leben erzählte. An diesem Tag verlor man nicht einen Gefährten, sondern gleich zwei. Nachdem die Tote unter der Erde lag, verabschiedete sich auch der Tiger Hen mit einem traurigen Blick in den klugen Augen bevor er in den Wäldern der Narlmark verschwand. Vielleicht wird man ihn wieder sehen in seinen Jagdgründen.