Autor Thema: DM is trying to kill us all?  (Gelesen 2085 mal)

Beschreibung: Er hat es nicht nur versucht.

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Fragezeichen

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DM is trying to kill us all?
« am: 18. November 2017, 22:54:07 »
Wir wurden alle getötet. Fünf Spieler, keiner lebt noch. Gerade eben ist es zu Ende und ich bin schon ziemlich niedergeschlagen.

Gerade eben habe ich auch keine Lust mehr auf DnD, denn ich glaube, ich kann es dem DM einfach nicht recht machen. Er bemängelt unsere Taktik und sie ist bestimmt nicht perfekt. Ich glaube, ich kann gar nicht so klug sein, wie er es von mir erwartet.

Was habt ihr diesbezüglich für Erfahrungen?
Weitermachen oder aufhören?
« Letzte Änderung: 19. November 2017, 00:11:44 von Fragezeichen »

Sol

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #1 am: 19. November 2017, 05:49:37 »
Was genau habt ihr für einen "Gruppenvertrag"? Auf welchen Spielstil habt ihr euch ausdrücklich oder vielleicht "konkludent" geeinigt? Sollten denn (knackige) Kämpfe im Vordergrund stehen? Vielleicht solltet ihr den Fokus einfach mal verändern. Selbst ein "Horror-Abenteuer" muss nicht immer automatisch Geschnetzel mit Untoten und Dämonen beispielsweise bedeuten. Der Fokus kann u.a. auf Ermittlungen, Spukerscheinungen, Fallen, seelische Erkrankungen behandeln etc. bestehen. Kämpfe können durchaus eine untergeordnete Rolle spielen.

Das Problem an einer meiner Runden ist, dass wenn der Kampf mit der Battlemap wirklich wahnsinnig im Vordergrund steht, dass auch ich als Spielleiter die Kämpfe oftmals sehr anspruchsvoll mache und die Spieler wirklich sehr konzentriert vorgehen müssen und viel Hirnschmalz mitbringen müssen.

Vielleicht einfach gemeinsam in der Gruppe besprechen, ob man den "Abenteuer-Fokus" etwas modifizieren will? Ggf. mal Wechsel des SL-Posten als Option, falls halt möglich?
"I am Grey. I stand between the candle and the star. We are Grey. We stand between the darkness and the light." (B5)

Kree

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #2 am: 19. November 2017, 09:18:20 »
Immer weitermachen, niemals aufgeben. Sowas kann vorkommen, muss auch keine Absicht vom SL sein. Vielleicht hat er einfach gut gewürfelt oder ihr habt euch wirklich falsch verhalten. Ausserdem mal abwarten, es gibt auch gute Abenteuer die man mit einer Gruppe toter SC spielen kann.

Es gibt nichts schlimmeres als Spieler die sofort emotional werden sobald ihrem SC mal was passiert. Als SL bereitet man sich nicht stundenlang zwischen den Spielabenden vor um die Gruppe oder einen Spieler zu ärgern.

Ich finde es schlimmer wenn die SC quasi unsterblich sind. Dann braucht man nicht kämpfen und die SC. Es mag Gruppen geben die halt gerne "die Geschichte" spielen ohne viele Kämpfe etc. aber dann finde ich sollten die SC auch Kämpfen ausweichen.


Taktik im Kampf ist nie eine Sache des einzelnen Spielers, sondern hängt immer an der ganzen Gruppe. Wir spielen die 5E und ich bin als SL froh das Kämpfe nicht mehr ein "nutze optimal jede Kampfregel" Taktik sind.

mfg
Kree

P.S: Ich hoffe es sind nur die SC gestorben und nicht die Spieler :P

stebehil

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #3 am: 19. November 2017, 09:43:43 »
Auf jeden Fall weitermachen! Aber wenn der Spielspaß nicht gegeben ist, ist das ein ernstes Problem. Da müsst ihr euch aussprechen und versuchen herauszufinden, was euch jeweils Spaß macht. Es gibt viele, oft unausgesprochene, Erwartungen an das Spiel und jeder will womöglich was anderes. Das sollte man klären, vor allem, wenn es zu Situationen kommt, die unbefriedigend sind.

Kilamar

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #4 am: 19. November 2017, 14:46:48 »
Also ein SL der Spieler tötet, halte ich für problematisch.  ::)

Ansonsten, wenn SC nicht sterben können, fehlt die Spannung.
Und ein SL der Samthandschuhe und Wattebäuschchen rausholen muss, weil sich seine Spieler wirklich selten ungeschickt anstellen, ist auch nicht schön.
Wenn man merkt das die SCs auf Grund der Gnade des SL überleben, geht die Spannung vollkommen flöten.

Fragezeichen

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #5 am: 19. November 2017, 17:37:26 »
Ja, vielen Dank.

Hauptsache ihr habt Spaß.

Halys

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #6 am: 19. November 2017, 21:16:13 »
Weitermachen.

Als Spielleiter kann man Kämpfe nicht völlig planen, ein glücklicher Krit der Spieler oder des Spielleiters kann einen ganzen Kampf kippen, auf den ersten Stufen sowieso.

Spieler glauben oft, dass sie unverwundbar seien und der SL schon eine Art Plan B hat, wenn man verliert, aber was Spieler lernen müssen ist häufig klug genug zu sein wann man einen Kampf abbricht, vor allem dann wenn der Gegner keine Gefangenen nimmt.

Lhor

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #7 am: 21. November 2017, 13:47:34 »
Schwer zu sagen, ob ihr Spieler "das mal gebraucht habt" oder ob der SL hier seine Aufgabe missversteht.

Auf jeden Fall sollten Kämpfe (muss nicht häufig sein) vorkommen, wo die Spieler alles geben müssen. Sonst isses ja lame. Also ich spreche hier von D20.
„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“
Arthur Schopenhauer

Aronan

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #8 am: 21. November 2017, 17:14:56 »
Ja, vielen Dank.

Hauptsache ihr habt Spaß.

Bin mir jetzt ehrlich gesagt nicht sicher was du damit ausdrücken wolltest.

Generell finde ich kann man das ohne genauere Info schlecht sagen. Wenn die Spieler sich schlecht angestellt haben, sich nicht zurück ziehen und erwarten dass das schon irgendwie gutgehen wird, dann kann sowas passieren. Wenn andererseits der Spielleiter seine Aufgabe darin sieht seine Spieler möglichst fies zu töten geht das natürlich am Sinn des ganzen vorbei.
Nur lässt sich das ausgehend von der Aussage "Wir alle tot. Wer ist schuld?" nicht beurteilen, weil man einfach keine Grundlage oder Informationen dafür hat.

Grüße

Aronan

Fragezeichen

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #9 am: 22. November 2017, 10:13:31 »
Hallo zusammen,

ich habe gar nicht darüber nachgedacht, ob der DM "Schuld" sein könnte.

Ich habe mich viel mehr gefragt, ob ich geeignet bin. Ich habe nie Games gespielt, ich bin mehr der Fantasy-Leser. Ich glaube, Dinge wie Taktik kann man nicht aus Büchern lernen und mir fehlt das. Eigentlich dachte ich, dass ich mich nicht allzu blöd anstelle, aber der SL erwartet anscheinend Verhaltensweisen, die mir gar nicht einfallen. Ich weiß nicht, wie ich meine mangelnde Erfahrung ausgleichen kann. Ich trauere meinem Charakter auch nicht nach.

Was genau habt ihr für einen "Gruppenvertrag"? Auf welchen Spielstil habt ihr euch ausdrücklich oder vielleicht "konkludent" geeinigt?
Ich denke, dass es inzwischen ziemlich viel um Kämpfe geht. Zumindest in unserer Gruppe. Anfänglich wurde in Städten noch viel gesprochen, inzwischen sagt jeder nur noch, was er einkauft. Interaktion gibt es nur, wenn es den Plot weiterbringt. Ich möchte ungern kritisieren, vielleicht frage ich die anderen Spieler mal, ob sie das so möchten.

Der DM möchte auch mal spielen und drängt darauf, dass ich mal übernehme. Folgendes interessiert mich:
Selbst ein "Horror-Abenteuer" muss nicht immer automatisch Geschnetzel mit Untoten und Dämonen beispielsweise bedeuten. Der Fokus kann u.a. auf Ermittlungen, Spukerscheinungen, Fallen, seelische Erkrankungen behandeln etc. bestehen. Kämpfe können durchaus eine untergeordnete Rolle spielen.
Wie funktioniert das? Gibt es irgendwo ein Beispiel, wie das gut umgesetzt wurde?

LG
Fz

stebehil

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #10 am: 22. November 2017, 11:11:50 »
Also, ich glaube nicht, dass irgendjemand ungeeignet ist, Rollenspiele zu spielen. Es kommt aber öfter mal vor, dass die Spielstile nicht kompatibel sind. Es klingt so durch, dass Du eher Spaß an der Interaktion, am eigentlichen Rollenspiel hast, ist das richtig? Und weniger Spaß an den Kämpfen? Wobei Kämpfe keinen Spaß machen, wenn man nur auf die Mütze kriegt, das könnte dazu beitragen. Die taktischen Finessen kann man lernen, wobei das in der Tat eine Erfahrungssache ist. Es hängt ja auch vom jeweiligen Regelsystem ab, welche Taktiken funktionieren. Da klingt es so, als würde der SL taktische Fähigkeiten voraussetzen, die vielleicht noch nicht vorhanden sind. Die sind bei D&D von Bedeutung, ja, aber man kann es gerade bei Anfängern eben nicht voraussetzen - das ist Übungssache.

Schuldzuweisungen sind eine problematische Sache, meist fährt man besser, wenn man möglichst sachlich zu klären versucht, was jedem Einzelnen gefällt und was nicht.

Regel Nr. 1: es soll allen Beteiligten Spaß machen. Tut es das nicht, läuft was schief. Dann muss man drüber reden, was einem Spaß macht, was nicht, und schauen wo man zusammenkommt (oder auch nicht). Der weiter oben erwähnte Gruppenvertrag (der keineswegs schriftlich sein muss) sollte die Prioritäten der Teilnehmer benennen. Manche Spieler wollen eine Diablo-Umsetzung am Tisch haben, manche wollen ein Charakterentwicklungsdrama ausspielen, dass einer Romanreihe würdig wäre (um jetzt mal zu ganz leicht übertreiben). Alles ist im Rollenspiel legitim, solange die Regel Nr. 1 eingehalten wird.

Was das Spielleiten angeht, so solltest Du das nur dann machen, wenn Du Dich damit wohl fühlst. Nicht drängen lassen! Auch wenn ich den SL verstehen kann, solltest Du Dir das in Ruhe überlegen. (Nebenbei bemerkt, sprechen Deine Aussagen über den SL nicht für ihn - kein Gegensteuern, wenn es aus dem Ruder läuft, anschließend Kritik an den Spielern für mangelnde taktische Fähigkeiten, und dann einen Spieler drängen, den SL zu machen. Da kenne ich einen, der so ähnlich drauf ist, und der ist ein sehr anstrengender, weil sehr dominanter Mensch, der eigene Fehler nicht eingestehen kann.)

Ich überlege, welche guten Horrorabenteuer ich für D&D kenne. D&D in allen Varianten (Pathfinder eingeschlossen) ist ein Action-lastiges System, dass sich für Horror meines Erachtens nur bedingt eignet. Aber man kann auch hier Herausforderungen generieren, die sich eben nicht mit dem Schwert lösen lassen. Mir fällt der Klassiker Castle Ravenloft in allen Varianten ein, der versucht, Dracula für D&D umzusetzen. Für Pathfinder gibt es mit "Was ewig liegt" eine ganze Kampagne, die Horrorthemen umsetzt, und Teile der Runenherrscher-Kampagne.
Ansonsten wird es bei D&D meist eher Splatterhorror als Suspense, eher Kettensägenmassaker als The Shining. Das liegt auch daran, dass die besten Suspensegeschichten meist einen einsamen und oft schwachen Protagonisten haben, während es bei D&D immer eine Gruppe ist, die zudem gut aufgestellt ist, mit Bedrohungen fertig zu werden.

Tigershark

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #11 am: 22. November 2017, 11:58:59 »
Also, ich glaube nicht, dass irgendjemand ungeeignet ist, Rollenspiele zu spielen.

Das sehe ich sehr anders. Ich würde mal mit Komapatienten anfangen und mit "richtiges Arschloch" aufhören.

@Fragezeichen:
Spontan würde ich sagen, du solltest dich nach Gruppen umsehen, deren Fokus mehr auf dem Rollenspiel liegt, bzw. Systeme, bei denen das Kampfsystem nicht so taktisch ist.
Du hast nicht wirklich erwartet, dass ich dir Recht gebe, oder?

stebehil

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #12 am: 22. November 2017, 12:06:14 »
Das sehe ich sehr anders. Ich würde mal mit Komapatienten anfangen und mit "richtiges Arschloch" aufhören.

 ::) Ja, Extremfälle gibt es natürlich. Aber das ist ungefähr so hilfreich wie die Hinweise weiter oben, dass hoffentlich nur die Charaktere und nicht die Spieler gestorben sind...

Tigershark

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #13 am: 22. November 2017, 12:19:23 »
Das sehe ich sehr anders. Ich würde mal mit Komapatienten anfangen und mit "richtiges Arschloch" aufhören.

 ::) Ja, Extremfälle gibt es natürlich. Aber das ist ungefähr so hilfreich wie die Hinweise weiter oben, dass hoffentlich nur die Charaktere und nicht die Spieler gestorben sind...
Ist auch immer eine Frage des persönlichen Anspruchs. Ich setze mich nicht mehr mit Leuten an den Tisch, die ich nicht privat schon sympathisch finde. Und ich würde das generell auch keinen anderen empfehlen.
Du hast nicht wirklich erwartet, dass ich dir Recht gebe, oder?

stebehil

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DM is trying to kill us all?
« Antwort #14 am: 22. November 2017, 12:40:20 »
Das sehe ich sehr anders. Ich würde mal mit Komapatienten anfangen und mit "richtiges Arschloch" aufhören.

 ::) Ja, Extremfälle gibt es natürlich. Aber das ist ungefähr so hilfreich wie die Hinweise weiter oben, dass hoffentlich nur die Charaktere und nicht die Spieler gestorben sind...
Ist auch immer eine Frage des persönlichen Anspruchs. Ich setze mich nicht mehr mit Leuten an den Tisch, die ich nicht privat schon sympathisch finde. Und ich würde das generell auch keinen anderen empfehlen.

Da gebe ich Dir grundsätzlich recht. Das scheint hier aber nicht das primäre Problem zu sein.