Autor Thema: "Gerichtsverhandlung" überstehen  (Gelesen 3950 mal)

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Darastin

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"Gerichtsverhandlung" überstehen
« Antwort #30 am: 27. August 2006, 13:35:59 »
Zitat von: "Tempus Fugit"
Wenn das Gericht keine Unterschiede betreffend der ankeglagten Person und deren Macht unternimmt ist es ziemlich dämlich. Ein einbeiniger blinder Bettler dürfte auch im wahren Leben andere Sicherheitsvorkehrungen haben als ein psychotischer Navy-SEAL.

Die Macht des Beschuldigten hat sicherlich Auswirkungen auf die Sicherheitsmaßnahmen, aber nicht auf das Gericht selbst - es sei denn, der Richter macht sich aus Angst vor dem Stufe 20 Erzmagier in die Hosen und spricht ihn deshalb frei; aber den wird man wohl kaum so einfach verhaften können!

Zitat
Auch sollte das Delikt von einem Gegner der CR 14 Region durchaus ausreichend sein, um einen solchen Aufwand zu rechtfertigen.

Ganz so einfach ist das nicht. Was hat Al Capone verbrochen und weswegen wurde er letztendlich angeklagt?

Zitat
Es sollte durchaus möglich sein, ein Gerichtsgebäude zu schaffen wo eine solche Zone permanent aktiv ist. Die Kosten wären daher einmalig und daher im vertretbaren Rahmen. Reine Logik einer Welt in der Magie existiert. Eine weitere permanente Wall of Dispel Magic als EIngangsbereich wäre dann natürlich auch schön, aber vielleicht Luxus.

Das funktioniert leider nicht; diese Zauber sind nicht zuverlässig genug. Man muß nur seinen Save gegen die Zone of Truth schaffen und kann munter vor sich her lügen - und niemand wird es merken! Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, Magie an diesen Vorkehrungen vorbei zu schmuggeln.

Nein, magische Beweisführung funktionniert nur mit (mindestens) einem kompetenten und loyalen Zauberkundigen vor Ort. Und das wird auf Dauer teuer, denn die Jungs und Mädels wachsen nicht auf den Bäumen.

Bis bald;
Darastin
Darastins Grundregeln des Rollenspiels:
1. Sei kein Arschloch!  2. Spiele nicht mit Idioten!  3. Redet miteinander!

Tempus Fugit

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"Gerichtsverhandlung" überstehen
« Antwort #31 am: 27. August 2006, 13:43:53 »
Zitat
Die Macht des Beschuldigten hat sicherlich Auswirkungen auf die Sicherheitsmaßnahmen, aber nicht auf das Gericht selbst - es sei denn, der Richter macht sich aus Angst vor dem Stufe 20 Erzmagier in die Hosen und spricht ihn deshalb frei; aber den wird man wohl kaum so einfach verhaften können!

Ich würde die von mir angeführten Dinge durchaus als Sicherheitsvorkehrungen betrachten. Wie gesagt, ab dem nächsten Mal gibt es eh keine Verhandlung mehr, da Spieler sich grundsätzlich nur einmal sowas ans Bein binden.

Zitat
Ganz so einfach ist das nicht. Was hat Al Capone verbrochen und weswegen wurde er letztendlich angeklagt?

Keine Ahnung - war er Stufe 14 und haben die USA ihre besten Erkenntnismagier geschickt?

Zitat
Das funktioniert leider nicht; diese Zauber sind nicht zuverlässig genug. Man muß nur seinen Save gegen die Zone of Truth schaffen und kann munter vor sich her lügen - und niemand wird es merken!

Ein Zauberanwender weiß, wann jemand seinen Save geschafft hat (Kapitel Magie im PHB). Wegen der Zuverlässigkeit macht man bei kleinen Delikten/Leuten ja auch nicht so einen Aufriss und pumpt dann mehr in die großen Delikte/Leute. Jedoch fragtest du nach kleinen Delikten.

Zitat
Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, Magie an diesen Vorkehrungen vorbei zu schmuggeln.

Das ist ein anderes Problem, welchem man ja aber auch vorbeugen kann, wie ich schon ausgeführt habe.

Zitat
Nein, magische Beweisführung funktionniert nur mit (mindestens) einem kompetenten und loyalen Zauberkundigen vor Ort. Und das wird auf Dauer teuer, denn die Jungs und Mädels wachsen nicht auf den Bäumen.

Das wiederum ist abhängig vom Ort und der Gewichtung der Wahrheitsfindung im System. Das weiß nur keiner von uns Beiden, wie es aussieht...
Übermensch, weil Rollenspieler

Darastin

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"Gerichtsverhandlung" überstehen
« Antwort #32 am: 27. August 2006, 14:34:30 »
Zitat von: "Tempus Fugit"
Ich würde die von mir angeführten Dinge durchaus als Sicherheitsvorkehrungen betrachten.

Natürlich; aber darum ging es mir nicht. Das Gericht sollte (sofern es einigermaßen "gerecht" ist) bei der Urteilsfindung nicht zwischen Bauer Randas vom Ackerfelde und einem Stufe 20 Erzmagier unterscheiden.

Zitat
Wie gesagt, ab dem nächsten Mal gibt es eh keine Verhandlung mehr, da Spieler sich grundsätzlich nur einmal sowas ans Bein binden.

Klar, man sollte es nicht übertreiben. Aber man darf eines nicht außer Acht lassen: Außerordentlich mächtige Individuen sind nur schwer zu etwas anderem als der Todesstrafe zu verurteilen - sie einzusperren bzw. in den Steinbruch zu schicken würde enorme Sicherheitsmaßnahmen erfordern, die den Aufwand nicht wert sind.

Zitat
Keine Ahnung - war er Stufe 14 und haben die USA ihre besten Erkenntnismagier geschickt?

Im übertragenen Sinne: ja. Es ist schließlich auch in einer Fantasywelt durchaus möglich, daß die "Ermittler" zu irgendeinem Trick greifen, um den Bösewicht überhaupt vor Gericht zu kriegen - und wenn man ihn irgendeines vergleichsweise unwichtigen Vergehens beschuldigt. Und wenn tatsächlich Wahrheitszauberei benutzt wird, dann kann man ihm auch ein paar bislang unbewiesene Anschuldigungen vorsetzen...

Zitat
Ein Zauberanwender weiß, wann jemand seinen Save geschafft hat (Kapitel Magie im PHB).

Korrekt. Und wer ist das im Fall der permanenten Zone of Truth, die Anticus der  Längst Vergessene vor 350 Jahren im Justizpalast einrichten ließ? Die Anwesenheit eines Zauberkundigen - in diesem Fall sogar: eines ganz bestimmten und nicht gerade unerfahrenen - ist also nach wie vor erforderlich. Nicht sonderlich praktikabel für die Bagatellfälle, für die diese Einrichtung eigentlich gedacht ist.

Zitat
Wegen der Zuverlässigkeit macht man bei kleinen Delikten/Leuten ja auch nicht so einen Aufriss und pumpt dann mehr in die großen Delikte/Leute. Jedoch fragtest du nach kleinen Delikten.

Faktisch wird das nicht machbar sein. Wenn Bauer Randas vom Ackerfelde in Hinterwiesegrund des Mordes beschuldigt wird; glaubst Du dann daß der Dorfbüttel  ihn deswegen extra in die weit entfernte Hauptstadt bringen läßt? Bloß weil so ein dahergelaufener Hampel, der sich für einen Tyr-Priester ausgibt, das behauptet? Oder hört er lieber auf die Aussage von Müllermeister Mehligweiß, den er schon seit über 30 Jahren kennt und der ein aufrechter und ehrlicher Bürger ist?

Auf der anderen Seite werden einflußreiche Persönlichkeiten wahrscheinlich schon bei wesentlich geringeren Vergehen in den Genuß der magisch unterstützten Gerichtsbarkeit kommen.

Letztendlich ist derartige magische Unterstützung also ein Luxus, in deren Genuß nur wenige kommen werden. Ein "gerechter" Gesetztgeber wird daher gleiches Recht für alle durchsetzen, was zum Magieverbot vor Gericht führt. Ein "korrupter" Gesetzgeber hingegen wird nicht so sehr an der Wahrheitsfindung interessiert sein als daß er sich diesen Aufwand leistet.

Bis bald;
Darastin
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yennico

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"Gerichtsverhandlung" überstehen
« Antwort #33 am: 27. August 2006, 15:29:59 »
IMHO können sowohl TFs und Darastins Gerichtssystem mit/ohne Magie in einer Fantasy-Welt nebeneinander (wenn auch nicht nicht im gelichen Land)  existieren. Der GM kann entscheiden welches Gerichtssystem mit/ohne Magie in einem bestimmten Land benutzt wird.

Bagatellfälle stellen wohl die Mehrheit der zu bearbeitenen Fälle eines Richters.
Die meisten Personen, die das Amt als Richter ausüben besonders auf dem Lande, werden wohl eher nicht viele Ranks in Spellcraft, Knowledge Arcana haben (mal Wizards oder Clerics als Richter ausgenommen), daher können sie kaum beurteilen was genau im "Gerichtssaal" gezaubert wird. In Dörfern wimmelt es auch nicht gerade von fähigen Spellcastern, die man mit so einer Kleinigkeit wie eines Bagatellfalles von ihrer Arbeit abhalten sollte.
In einem Dorf wird wohl keiner von einer silent, still gecasteten Zone of Truth eines Clerics etwas mitbekommen.

Vertrauen wird  der Richter wohl eher den Aussagen der Dorfbewohner als denen eines fremden, reisenden Person,  die sich z.B. als Cleric of X darstellt (Ein Heiliges Symbol kann jeder Tragen, vielleicht ist der Cleric aber auch ein Aufschneider oder ein Cleric of Y, der sich als ein anderen Cleric einer anderen Gottheit tarnt).

Arne

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"Gerichtsverhandlung" überstehen
« Antwort #34 am: 27. August 2006, 22:05:13 »
Zitat von: "Tempus Fugit"
Zitat
Das funktioniert leider nicht; diese Zauber sind nicht zuverlässig genug. Man muß nur seinen Save gegen die Zone of Truth schaffen und kann munter vor sich her lügen - und niemand wird es merken!

Ein Zauberanwender weiß, wann jemand seinen Save geschafft hat (Kapitel Magie im PHB). [..]

Nachdem ich das gelesen habe, musste ich selber nochmal nachlesen und muß TF (leider) wiedersprechen.

Bei einem Zone of Truth bemerkt der Zaubernde das leider nicht:
Zitat von: "SRD"
Succeeding on a Saving Throw
[...] You do not sense when creatures succeed on saves against effect and area spells.

Und ein Discern Lies ist für einen Prozess meistens nicht ausreichend lang. Abgesehen davon, ist das ein 4.Grad-Zauber. Den muß man erstmal zur Verfügung haben! Ok in großen Städten sollte das kein allzugroßes Problem sein, aber wie gesagt, besonders viel Zeit hat man mit dem nicht...