Autor Thema: [D20 Modern] Es ist wie es ist …!  (Gelesen 10329 mal)

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Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #30 am: 05. Juli 2007, 17:59:47 »
Einer meiner Spieler hat sich zwar fleißig Einträge gemacht, aber wohl nicht abgetippt. Also bleibt es an mir hängen, habe ja schon damit angefangen. :)

Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #31 am: 05. Juli 2007, 20:19:37 »
Nach dem Desaster auf Regina programmierte Jonathan Kurs auf die Border Moons, der vorletzten Station vor der endlosen Schwärze, die angeblich die Macht besitzt den Verstand eines Menschen in den Abgrund zu ziehen und ihn in ein Monster zu verwandeln. Nicht umsonst waren die Randwelten als Reaver-Territorium verschrien.

Laut Schiffscomputer würde die Reise neun lange Tage dauern und alle hofften auf einen ruhigen Flug. Doch am Abend des achten Tages, es war der 11. Juli 2517, gellte der Annäherungsalarm durchs Schiff. Sofort stürmten alle augenblicklich ins Cockpit und starrten hinaus. Tatsächlich, am Rande der Wahrnehmung schob sich ein großes Schiff ins Sichtfeld. Drei mal so groß wie die Wind Drake und offensichtlich unbeschädigt. Also keine Reaver.

Jonathan änderte ein wenig den Kurs und runzelte dann die Stirn. „Leute, das andere Schiff geht auf Parallelkurs.“

„Was?“ stieß Ken aufgeregt hervor und rief die ID-Daten ab, die augenblicklich übertragen wurden. „Angeblich das Missionarsschiff Stern von Jerusalem, unter dem Kommando von Captain Shepherd Mercy. Aber das kein ein Trick sein.“

„’ne Wave.“, merkte Mhio an und deutete mit einem Kopfzeichen auf das Steuerpult. Ken atmete durch und aktivierte die Übertragung. Auf dem kleinen Bildschirm vor ihm flammte das Bild eines Schwarzen auf, gekleidet in eine schlichte Tracht und mit einem freundlichen Lächeln.

„Grüß Gott. Mein Name ist Shepherd Mercy und ich bin der Captain dieses Missionarsschiffes, der Stern von Jerusalem.“

Ken grüßte zurück und stellte sich und die Crew im Gegenzug vor. „So weit draußen trifft man kaum auf freundliche Menschen, Shepherd. Was führt sie in die Nähe der Border Moons?“

„Unsere heilige Mission, Mister McLeod. Wir kümmern uns um das Seelenheil der Einsamen. Deswegen lade ich sie herzlich zu unserer Abendmesse ein.“

„Das müssen wir leider ablehnen. Wir sind unterwegs nach Angel. Außerdem hat unser Captain eine Abneigung gegen die Kirche. Verzeihen sie bitte.“

„Nun, kein Problem. Ich respektiere ihre Entscheidung. Aber vielleicht können sie mir weiterhelfen.“

„Gerne. Um was geht es denn?“

„Unser Schwesterschiff, die Stern von Betlehem, ist ebenfalls in dieser Region unterwegs. Wir wollten uns auf Angel treffen und austauschen, doch Shepherd Cross und seine Leute waren überfällig. Wir haben versucht sie mittels Wave zu erreichen, aber kein Erfolg. Wissen sie vielleicht etwas?“ Shepherd Mercy wirkte ernsthaft besorgt.

Ken schüttelte bedauernd den Kopf. „Nein. Wir sind ja erst neu in die Region gekommen. Aber sobald ich etwas in Erfahrung bringe, schicke ich ihnen eine Wave.“

„Gott möge es ihnen vergelten, Mister McLeod. Unsere ID haben sie ja. Leben sie wohl.“

Ken beendete die Kommunikation und atmete erleichtert auf. Keine Reaver, keine Piraten und somit keine Probleme.

*****

Die Border Moons waren eine Ansammlung von zwölf Monden, die um einen Gasriesen kreisten. Trotz terraforming waren nur sieben Monde bewohnbar und auch nur unter beinahe lebensfeindlichen Bedingungen. Moderne Technik war hier Mangelware und die Terraformer drohten mehr als einmal auszufallen, da es kaum Ersatzteile gab.

Laut Blackbox des Gefangenentransporters befand sich das Straflager auf Deep Jail One, einem der unbewohnbaren Planeten, der offiziell Mond 5 hieß. Die Mannschaft  beschloss erst einmal einen der bewohnten Monde anzufliegen und dort nach Informationen zu suchen.

Also landete die Wind Drake auf Icehold, einem kargen Gebirgsplaneten, der stets von Schneestürmen heimgesucht wurde. Dank Jonathans Fähigkeiten setzte die Wind Drake jedoch unbeschadet bei Little Snow auf, mit zweitausend Einwohnern die größten Ansiedlung des Planeten.

Während sich die Mannschaft in Winterkleidung hüllte, traf auch schon das Begrüßungskommando ein. Ken öffnete die hintere Ladeluke. „Keine Waffengewalt, reißt euch zusammen!“ zischte er dabei.

Aus dem Schneegestöber löste sich ein Schemen und kam nahe an die Wind Drake heran. Es war ein massiger Kerl in dickem Pelz, der in jeder Hand eine lange Kette hielt, an die zwei magere Köter festgemacht waren. Trotz ihres erbärmlichen Aussehens wirkten sie aggressiv und gefährlich.

„Howdy, mein Name ist Miles Garner. Ich bin hier so viel wie Bürgermeister und Sheriff in einer Person, Fremde. Ihr seid auf Icehold willkommen - solange ihr keinen Ärger macht.“

„Howdy, Mister Garner. Kein Problem. Wir sind froh so freundlich empfangen zu werden, sie haben keinen Ärger von unserer Seite aus zu erwarten.”

„Gut, dann folgen sie mir doch in den Saloon. Dort gibt es heißen Sake, warmes Bier und glühende Proteinkartoffeln.“

„Lecker.“, murmelte Miho und die Mannschaft machte sich auf den Weg. Allerdings blieben Alistair und Lyzolda zurück, um das Schiff zu bewachen.

*****

Im Saloon angekommen, machte es sich die Crew erst einmal bequem. Ken und Miles Garner organisierten ein kleines Pokerspiel, während Elaine Tony Pelldriver kennenlernte, dem ortsansässigen Händler. Sie machte ihm die Waffen und Ausrüstungsteile schmackhaft, die sie an Bord des Gefangenentransporters gefunden hatten, während Ken einige Informationen einholte.

„Icehold ist ein recht bedeutungsloser Mond. Die ersten Kolonisten hatten es verdammt schwer. Die Terraformer waren nie dazu fähig ein angenehmes Klima zu erzeugen. Aber wir sind in der Lage Energie aus Wasser und aus dem Felsen Proteinbasis zu gewinnen. Das macht ein Überleben hier schwer, aber es klappt.

Den letzten Frachter haben wir hier vor zwei Jahren gesehen. Icehold ist der Allianz gegenüber großteils unfreundlich gesinnt, deswegen ignorieren die unsere Anforderungen. Allerdings haben mir die Feds vor einigen Jahren geholfen, meine Hundezucht zu verbessern. Die haben Genetiker und Kybernetiker runtergeschickt, die alles über meine Hell Hounds wissen wollten. Immerhin die einzige Hunderasse, die es auf Icehold geschafft hat.

Die haben an meinen Hell Hounds einige Experimente durchgeführt und die Köter noch besser an die Kälte angepasst. Außerdem haben sie mir gezeigt, wie ich die robusten Biester mit Kybernetik verbessern kann. Das klappte einige Wochen ganz gut und wir haben ein paar wirkliche miese Hounds geschaffen, optimiert als Wachhunde für die Border Moons. Ich dachte schon, dass ich jetzt endlich reich würde, aber die Feds haben sich von einem auf den anderen Tag zurückgezogen.

Die Zucht ist noch sehr erfolgreich, aber ich verbessere nur selten einen meiner Hell Hounds mittels Kybernetik. Ohne Nachschub an Ersatzteilen ist das halt ein Problem.“

Ken hatte aufmerksam zugehört. Obwohl er der bessere Spieler am Tisch war, gab er fast alle Hände verloren. Somit waren die Leute am Tisch freundlich gestimmt, was vor allem auf Miles Garner zutraf. Der harte Hundezüchter und Ken kamen sogar geschäftlich überein.

Die Crew sollte einen der Hunde mitnehmen und auf anderen Planeten vorführen. Garner wäre dann für die Bestellungen zuständig und die Wind Drake für den Transport der Hell Hounds.

„Allerdings darf niemand davon erfahren, da meine Hell Hounds nur eine Zulassung für Icehold besitzen. Sie wissen schon, Mister, Artenschutz, Quarantäne und so. Weil sonst das Gleichgewicht der Welten gestört wird. Gai si, verdammtes Artenschutzprogramm der Allianz!“

„Ich denke, das lässt sich machen. Wir kommen eh schlecht mit den Feds aus.“, erklärte Ken. „Und solange die Dollars rollen, kann es kaum falsch sein.“

Nach einigen Stunden machte sich die Crew auf den Weg zurück zur Wind Drake. Ken führte einen der Hell Hounds an der Kette, den er Spawn getauft hatte. Der Hund war verdammt jung, aber äußerst leicht zu reizen und offensichtlich sehr nachtragend. Jedenfalls warf Spawn ein Auge auf Jonathan und versuchte den Piloten bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu beißen. Einzig mit Elaine kam er gut aus, was Ken wiederum verärgerte. Spawn auf ein Leben an Bord der Wind Drake zu gewöhnen, würde wohl schwerer sein als gedacht.

Elaine machte das Geschäft mit Pelldriver perfekte und nahm noch zwei Kisten mit an Bord, die sie an Teddy Miller ausliefern wollte, Pelldrivers Schwager auf Angel. Nach einem kurzen Abschied startete die Wind Drake.

„Kurs Angel?“ fragte Jonathan nach und Ken schüttelte den Kopf. „Später. Jetzt fliegen wir erst einmal Deep Jail One an und sehen uns dort etwas um.“

„Ai.“, sagte Jonathan und gab den Kurs ein. Die Wind Drake drehte sich und schoss dann in Richtung Deep Jail One davon.

Nach knapp einer Stunde erreichte die Firefly eine Audiowave. Elaine aktivierte sie und alle lauschten gespannt auf die weibliche Stimme, die aus den Boxen zu hören war: „Sie dringen in das Hoheitsgebiet der Allianz ein. Kehren sie im Interesse ihrer eigenen Sicherheit um. Sollten sie weiterhin auf diesem Kurs bleiben, sehen wir uns gezwungen das Feuer zu eröffnen. Ende der Transmission.“

„Ta ma de!“ fluchte Ken. „Abdrehen!“

Jonathan wendete das Schiff, dann sahen sich alle fragend an.

„Was nun?“ begann Elaine. „Ich habe keine Lust in ein Abwehrfeuer zu geraten.“

„Wir müssten schon verdammt nahe ran, um in Reichweite zu kommen.“, meinte Ken. „Klingt für mich nach einer automatischen Warnung.“

„Mag ja sein, aber sobald die auf uns feuern gehen wir in Flammen auf.“

„Vielleicht. Jonathan, wenden! Ich will wissen, ob sich die Nachricht wiederholt.“

Tatsächlich handelte es sich um eine automatische Warnung, die alle an Bord ernst nahmen. Deswegen beschloss die Crew Angel anzufliegen, dort die beiden Kisten an Teddy Miller auszuliefern und die Zeit zum Nachdenken zu nutzen.

*****

Angel lag bei der derzeitigen Konstellation nur zwei Tage von den Border Moons entfernt. Der Planet war auch als der Schattenplanet bekannt, da dort – auf Grund bestimmter Umstände – stets Dämmerung herrschte. Vielleicht wurden deswegen dort so viele Albinos geboren, zu denen auch Sheriff Judy Brenton gehörte, die mit ihren drei Leuten das Empfangskomitee bildete.

„Ni hau! Mein Name ist Judy Brenton. Ich bin hier der Sheriff, Fremde. Ihr seid auf Angel willkommen - solange ihr keinen Ärger macht.“ Irgendwie klang es immer gleich, dachte sich Ken.

Die Crew machte es sich im Saloon von Flashlight bequem, der Hauptstadt des Planeten. Natürlich wurden sie alle sofort von neugierigen Menschen umringt, die ganz begierig auf neue Nachrichten waren. Jonathan fühlte sich sofort wohl und plauderte aus dem Nähkästchen. Dabei kam ihm versehentlich der Zwischenfall auf Regina über die Lippen. Stille und Entsetzen machte sich im Saloon breit.

„Äh, das war Notwehr.“, verbesserte sich Jonathan augenblicklich. „Ich wurde zum Schießen gezwungen.“

Die Stimmung lockerte sich wieder ein wenig auf, scheinbar verstanden die Leute auf Angel, dass man manchmal einfach keine andere Wahl hatte. „Waren sicherlich alles verdammte Browncoats. Die wussten noch nie, wie man einen anständigen Mann behandelt“. Kommentierte einer der Anwesenden und spuckte auf den Boden. Das war der Augenblick, in dem Jonathan rot sah.

„Gai si, du dreckiger Bendan! Was fällt dir ein so über die Unabhängigen zu reden?“ rief Jonathan wütend und versuchte nach seiner Winchester zu greifen. Ken und Elaine gingen augenblicklich dazwischen.

„Die Allianz sorgt dafür, dass wir ein sicheres Leben haben. Sie erschaffen neue Kolonien, geben uns die nötige Ausrüstung und eine gemeinsame Verfassung. Es gibt zwar noch Probleme, aber die sind nichts im Vergleich mit dem, was uns am Ende erwartet. Außerdem hat es sich die Allianz zur Aufgabe gemacht, die Bedrohung durch die Reaver zu eliminieren.“, ereiferte sich ein anderer Einheimischer.

„Ich gehe!“ stieß Jonathan wütend hervor und stapfte nach draußen. „Verdammtes Fed-Pack!“ war das Letzte, was er sagte, bevor sich die Saloontüre hinter im schloss und er in die kalte Dämmerung davonging.

„Entschuldigt bitte seine harten Worte.“, versuchte Ken die Wogen zu glätten. „Er hat im Krieg viele Freunde verloren und ist verbittert.“

„Wir alle haben jemanden verloren.“, kam die Antwort zurück und Ken erkannte, dass er hier ein schlechtes Blatt haben würde.

„Liefern wir die Kisten ab und starten.“, schlug Elaine vor. „Hier bekommen wir nichts mehr raus.“

Ken nickte und gemeinsam suchten sie Teddy Miller auf. Der Mann war erfreut, die lang ersehnten Familienstücke von seinem Schwager zu erhalten, doch seine Miene verfinsterte sich, als Ken ihn um Vermittlung in Sachen Jonathan bat.

„Mister, Freunde von Tony sind auch meine Freunde, aber sorry, wir haben der Allianz viel zu verdanken. Gemeinsam sind wir stark und werden das Leben meistern, unabhängig wären wir nur eine Hand voll Felsen im All, ohne Hilfe und Unterstützung. Wir sind Teil der Allianz, haben unseren Vertreter im Parlament sitzen und einmal im Jahr erscheint ein Allianzfrachter von Ariel, bringt uns wichtige Güter und technische Ausrüstung. Es geht langsam voran, aber es geht voran. Wenn sie es sich mit den Leuten hier verscherzen, ist das ihr Problem.“

„Danke, das ist mehr als ich erwartet habe.“, sagte Ken und lächelte unverbindlich. Dann machten sie sich auf den Weg zur Wind Drake zurück. Ken versuchte Jonathan zu kontaktieren, damit dieser die Maschinen warmlaufen ließ, doch es gab über Funk keine Antwort. Also kontaktiere Ken Alistair, doch der Captain der Wind Drake hatte Jonathan seit ihrer Landung nicht mehr gesehen.

„Gai si!“ fluchte Ken. „Probleme!“

Elaine und Ken baten Teddy Miller um Vermittlung. Der ältere Mann machte sich schweren Herzens auf den Weg in den Saloon und kam nach wenigen Minuten wieder heraus. „Alles Shiny. Ihr Mann hatte eine kleine Begegnung mit unseren Leuten. Er hat bekommen, was er verdient hat.“

Hoffentlich nicht, dachte sich Ken und wurde nervös.

„Sie finden ihn an ihrem Schiff. Man hat ihn dort abgeladen. Ich würde mich aber beeilen, es ist kalt.“

Ken und Elaine eilten zur Wind Drake zurück, wo sie Alistair bereits erwartete. Die Einwohner von Flashlight hatten Jonathan niedergeschlagen, gefesselt, geteert und anschließend in Schaumstoffkügelchen getunkt.

Während Alistair die Wind Drake startete, reinigten Ken und Elaine den armen Jonathan auf der Krankenstation. Als er zu sich kam, war er wütend, denn man hatte ihm seine geliebte Winchester genommen ...

[Fortsetzung folgt!]

Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #32 am: 24. Juli 2007, 14:05:59 »
Ken, Elaine und Lyzolda saßen im Cockpit beieinander und besprachen die Lage. Der Gambler und die Companion wollten Deep Jail One nochmals anfliegen und herausfinden, ob tatsächlich das Feuer eröffnet würde. Lyzolda war der Meinung, die Sache sei zu riskant. Der Plan musste also mit den anderen besprochen werden, doch die waren merkwürdigerweise nicht an Bord. Elaines Shuttle war sogar verschwunden.

„Ta ma de!“ fluchte Elaine wütend und funkte ihr Shuttle an. Scheinbar hatten sich Miho und Jonathan auf den Weg gemacht, um einige Besorgungen zu erledigen. Wobei irgendwie klar war, dass es sich dabei eher um Ärger handeln würde.

„Stellt mein Shuttle ab und raus da! Ihr seid ja wahnsinnig, ihr Bendans!“ schrie Elaine ins Mikrofon hinein.

„Ai, schon gut.“, kam es kleinlaut von Miho zurück.

Elaine peilte ihren Signalgeber an und atmete auf. „Puh, sie haben mein Shuttle in der Stadt abgestellt. Lyzolda, kommst du mit? Ich will es holen, aber ich traue den Leuten hier nicht so ganz.“ Die sehnige Ex-Soldatin nickte kurz, dann machten sie sich auf den Weg.

Nach dreißig Minuten Fußmarsch hatten die beiden Frauen eine verlassene Seitengasse erreicht. Doch hier stand kein Shuttle. Jemand hatte den Signalgeber ausgebaut und in die Ecke geworfen. Elaine war wütend und enttäuscht zugleich. „Ich bringe die beiden um.“, knirschte sie und nahm dann Kontakt mit Ken auf, um ihm die Situation zu erklären.

Der hatte inzwischen herausgefunden, dass Alistair beim letzten Aufenthalt die falschen Medikamente gekauft hatte. Anstatt ein Mittel gegen Darmkrankheit, hatte er sich ein Abführmittel besorgt. Das erklärte nun Alistair rege Darmtätigkeit der letzten Wochen.

Der Captain kam auch gerade rechtzeitig zurück, so dass ihm Ken kurz die Sache schildern konnte. „Alistair, ich muss kurz Elaine und Lyz abholen. Bin gleich wieder zurück. Nimm bloß keine von diesen kleinen blauen Pillen mehr.“

Ken nahm das andere Shuttle, das noch leicht beschädigt war, und startete. Nach zwei Minuten hatte er sein Ziel erreicht und setzte sanft auf. Die beiden Frauen stiegen ein, dann sollte es zurück zum Schiff gehen, doch Elaine bemerkte zwei Straßen weiter etwas, was ihre Aufmerksamkeit erregte. „Sai weng shi ma!” rief die junge Companion erfreut aus. „Das ist doch mein Shuttle!“

Tatsächlich. Diebe hatten die Firefly Barkasse nur wenige Straßen weiter geschleppt. Aus der Luft betrachtet einfach zu entdecken, zu Fuß allerdings unmöglich.

„Ihr hättet direkt mit dem Shuttle fliegen sollen.“, sagte Ken, flog einen kleinen Umweg und schwebte dann knapp über dem Boden wieder ein Stück zurück. „Wir gehen zu Fuß, um die Leute nicht aufzuschrecken.“

Die drei verließen das Shuttle und gingen leise mit gezogenen Faustfeuerwaffen vor. Sie schlichen sich in den Rücken von drei jugendlichen Dieben. Ken spannte den Hahn einer seiner Waffen hörbar und der linke Gauner zuckte zusammen. „Rookie, ich glaube deine Ratsche ist kaputt.“

Ken spannte nun auch seine andere Waffe und der junge Mann rechts Außen fuhr zusammen. „Dan, du hast recht, das Geräusch ist nicht mehr normal.“

Als nun auch Elaine und Lyzolda ihre Waffen hörbar bereit machten, begriffen die Diebe, was sich hinter ihnen abspielte. Langsam und mit erhobenen Händen drehten sie sich um. „Qiuqing! Qiuqing!“ bettelten sie. „Die beiden an Bord des Shuttles haben das Ding einfach offen stehen gelassen. Wir konnten einfach so hineinmarschieren.“

Elaine schnaubte angesäuert. Sie wusste, das weder Miho noch Jonathan so dumm waren. Die Companion ahnte jedoch, dass sich die beiden damit vielleicht an ihr rächen wollten. Miho, weil Elaine ihr mehrmals über den Mund gefahren war und Jonatahn, weil sie und Ken den Verlust seiner geliebten Winchester einfach so abgetan hatten.

In dem Moment knackte der Funkempfänger in Kens Ohr: „Hier Alistair, Leute, könnt ihr in zehn Sekunden zurück sein?“

Ken war verdutzt. „Äh, nein. Warum?“

„Gai si! Ein Notfall. Tut mir leid, aber ich bin bald zurück!“ gab Alistair Heinlein zurück. Dann erhob sich außerhalb von Flashlight die Wind Drake und stieg ins Weltall auf.

„Was ...?“ krächzte Elaine verdutzt und sah dem Schiff hinterher. „Aber ...?“

„Was soll denn das?“ stieß Ken verwirrt hervor, während Lyzolda nur die Stirn runzelte.

*****

Lyzolda, Ken und Elaine waren mit den beiden Shuttles zu Teddy Miller geflogen, der einzigen Person auf Angel Moon, der sie halbwegs vertrauen konnten.

„Ich verstehe nicht, warum Alistair so schnell weg musste.“, sagte Elaine in die Runde und alle zuckten mit den Schultern.

„Vielleicht hat es was mit der Wave zu schaffen, die er vor kurzem bekommen hat.“, erklärte Miller und schenkte sich einen Reisschnaps ein.

„Eine Wave?“

„Ja. Sie kam von Hera. Ziemlich weit weg und das System ist zu den Border Moons derzeit abgewandt. Deswegen war es kein Live-Stream. Ich bin hier für die Sendeanlage zuständig. Die Leute bekommen eher selten eine Wave, da fällt mir so was auf.“

„Könnten sie uns die Wave vielleicht vorspielen?“ fragte Elaine mit einem zuckersüßen Lächeln, das kaum einer ignorieren konnte.

Sie suchten Millers Büro auf und der Mann rief die Wave ab. Auf dem Bildschirm erschien eine ältere Frau, im Hintergrund war ein einfaches Farmzimmer zu erkennen. Die Frau hatte Tränen in den Augen und schien verzweifelt als sie anfing zu sprechen: „Alistair, sie haben Jackie entführt. Du musst sofort nach Hause kommen!“ Das war alles.

„Hera, der Brotkorb des Sonnensystems.“, murmelte Ken. „Alistair ist für mindestens zwei Wochen unterwegs – falls er überhaupt wiederkommt.“

„Er kommt sicherlich zurück. Alistair ist nicht die Art von Mann, die einen hängen lässt.“

„Na gut, aber was machen wir in der Zwischenzeit?“

„Wir haben zwei Shuttles. Wir könnten einen Kurierservice aufziehen.“, schlug Lyzolda vor, doch die beiden anderen lehnten ab.

„Vielleicht sollten wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben?“ fragte Elaine.

Ken dachte darüber nach, dann war er einverstanden. „Besser, als hier während dem warten zu verrotten. Falls es klappt, dürften wir als Helden zurückkehren. Jedenfalls bei den meisten.“, fügte er nach einem Seitenblick auf Miller hinzu.

*****

Sie hatten Elaine Shuttle für den Flug ausgewählt. Es war frisch überholt worden und bestens eingerichtet. Lyzolda hatte die Kennung des Shuttles überarbeitet und dazu die Brandenburg als Vorlage genommen. Als die Mannschaft der Wind Drake nun Deep Jail One erneut anflog, tönte die bekannte Warnung aus den Lautsprechern. Doch diesmal ignorierten sie den Text und sandten ihre gefälschte Kennung aus. Tatsächlich brach die Warnung ab.

„Klappt doch.“, sagte Lyzolda zufrieden und begann zu scannen. „Hier draußen gibt es nicht. Nur ein Videosignal. Wohl ein Sportkanal aus dem Cortex, der bis hierhin abstrahlt.“

Ken überprüfte die Scans ebenfalls. „Stimmt.“

Als sie nur noch eine halbe Stunde von Deep Jail One entfernt waren, ertönte eine neue Meldung aus den Lautsprechern: „Sie dringen in das Hoheitsgebiet der Allianz ein. Bestätigen Sie Ihre Kennung mittels dem Kennschlüssel. Sie haben zehn Sekunden Zeit, ansonsten sehen wir uns gezwungen das Feuer zu eröffnen. Ende der Transmission.“

Die drei Raumfahrer sahen sich kurz an, dann tippte Lyzolda wahllos eine Ziffernfolge in den Bordcomputer und ließ das gleiche Programm drüberlaufen, wie für die gefälschte Kennung. „Vielleicht klappt das.“

Tatsächlich schien der gefälschte Kennschlüssel akzeptiert zu werden und das Shuttle hielt weiterhin den Kurs. „Leute, ich will ja keine Panik machen.“, sagte Elaine. „Aber langsam geht uns die Luft aus. Ich hoffe wir können bald landen.“

Ken warf einen Blick aus dem Fenster und betrachtete die lebensfeindliche graue Kugel, der sie sich näherten. „Laut den Scannern keine nennenswerten Signaturen. Keine Atemluft. Moment, doch, es gibt eine starke Energiesignatur. Vielleicht ein Reaktor oder ähnliches.“

Lyzolda flog die Position der Signatur an und schon bald befanden sie sich vor einer gigantischen Felsklippe. Am Rand stand ein großer Reaktor, einige hundert Meter tiefer waren Landeschächte in den Fels gearbeitet worden.

„Was erzählen wir denen eigentlich, wer wir sind?“ fragte Lyzolda.

„Eine Patrouille der Brandenburg oder so.“, schlug Elaine vor.

„Aber wir haben keine Uniformen.“

„Kein Problem. Ich habe einige Uniformen hinten im Schrank. Einige meiner Kunden stehen auf Rollenspiele. Die Teile sind allerdings etwas körperbetont geschnitten – und haben Klettverschlüsse.“

„Besser als nichts.“

Gekonnt flog Lyzolda einen der Schächte an, tauchte ein und folgte dem Verlauf. „Sieht aus, als ob die Anlage unterirdisch ist.“ Nach zwei Minuten erreichten sie ein großes Metallschott, das ein weiterfliegen verhinderte. „Hier ist erst einmal Schluss.“

„Gai si! Und nun?“ Ken war ratlos, doch Lyzolda übertrug einfach einen der gefälschten Codes. Tatsächlich flammte kurz darauf der kleine Monitor auf und ein junger Mann in antiquierter Allianzuniform war zu sehen.

„Ni hau, Commander Feng Liao. Willkommen auf Deep Jail One. Wir haben geglaubt vergessen worden zu sein.”

„Nein, keinesfalls. Wir hatten an anderer Stelle zu tun.“, antwortete Elaine. „Major Elaine Harrison. Ich bin einer Inspektion wegen hier. Öffnen sie das Schott, Commander Liao.“

Der junge Mann schien leicht überfordert und zog ein Handbuch zu Rate. „Verzeihen sie bitte, aber ich bin neu auf dem Posten und habe keinerlei Erfahrung mit dem System. So wie es aussieht, muss ein Kennschlüssel gesendet werden.“

Kaum hatte Liao die Worte ausgesprochen, schickte Lyzolda erneut ihren Kennschlüssel aus, doch diesmal blieb der Erfolg aus.

Elaine räusperte sich kurz, dann sprach sie weiter: „Commander Liao, senden sie doch bitte ihren Kennschlüssel. Wir hatten beim Anflug kleinere Probleme und ich befürchte, dass unsere Sendeanlage beschädigt ist.“

Liao blickte kurz verdutzt drein, dann befolgte er die Anweisung. Tatsächlich schob sich das Metallschott auf. Das Shuttle flog vor, die Schleuse schloss sich hinter ihnen und endlich konnten die Wind Drake-Besatzung neue Atemluft schöpfen.

Liao und zwei seiner Leute begrüßten Elaine, Ken und Lyzolda zackig. Ihre Uniformen saßen schlecht und allgemein schien die Moral in den letzten Jahren gelitten zu haben. Die Männer waren von Elaines Auftritt jedenfalls eingeschüchtert und glaubten ihr fraglos die abstruse Geschichte.

„Folgen sie mir bitte.“, sagte der Commander und führte seine Gäste einen langen Gang entlang. Er öffnete ein weiteres Schott und fünf schwer bewaffnete Leute in Browncoats standen vor der Mannschaft der Wind Drake.

„Willkommen in Dungeon City.“, sagte der Vorderste von ihnen. „Mein Name ist Bill Custer ... und sie sind meine Gefangenen.“

*****

Wie sich herausstellte, hatte es vor einigen Jahren eine friedliche Revolte gegeben, nach der eine neue Gemeinschaft gegründet wurde. Die Custers hatten seit dem die Macht in Dungeon City und Bill übernahm nach dem Tod seines Großvaters die Position des Chefs. Da die Allianz schon lange überfällig war hatten die Einwohner gehofft, sie wären vergessen worden und könnten hier in Frieden ein neues Leben beginnen.

Glücklicherweise ließ sich Custer davon überzeugen, dass Elaine, Ken und Lyzolda doch keine Agenten der Allianz waren, sondern versucht hatten General William Custer zu retten. Stolz zeigte ihnen der junge Mann die unterirdische Anlage.

„Wir haben alles, was wir zum Leben brauchen. Dank der Energie durch den Reaktor, können wir das Nötigste herstellen. Wir haben sogar einen kleinen Fernsehsender, um die Leute zu unterhalten.“

„Hat die Allianz nicht versucht den Mond zu terraformen?“ fragte Ken neugierig.

„Ja, sie hat damit begonnen. Doch wir haben die beiden Terraformer abgeschaltet. Sollen alle Deep Jail One für einen toten Mond halten, um so besser. Niemand wird unser Geheimnis je erfahren.“, sagte Bill glücklich. „Nur so kann man den Frieden in einer perfekten Gesellschaft bewahren.“

„Shiny, jedem das Seine. Aber was ist denn mit uns?“

„Sie kommen hier nicht mehr weg. Ihr Shuttle haben wir entladen und anschließend zerstört.“, erklärte Bill grinsend. „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“

„So was habe ich mir gedacht.“, flüsterte Lyzolda Elaine zu. „Ich spüre es in meinen Knochen, hier stinkt es noch an anderen Ecken.“

Lyzolda sollte mit ihrer Einschätzung recht behalten. Bill, in seine Macht verliebt, hatte sich zum König auserkoren und sämtliche technischen Errungenschaften weitgehend ausgeklammert. Entsetzt fand Lyzolda heraus, dass der Reaktor des Höhlensystems bei einem Erdbeben Schaden genommen hatte und die Strahlung langsam aber sicher den Tod der Menschen bedeutete.

Elaine und Ken versuchten den Leuten weitgehend zu helfen, doch zogen sie sich damit Bills Zorn zu. Allerdings sahen seine Schwester Mary und seine im Sterben liegende Mutter Peach die Sache etwas anders.

„Bill hat die Terraformer nur abgeschaltet.“, erklärte Mary Ken bei einem geheimen Treffen. „Es gibt zwei große Anlagen. Dort befindet sich auch noch Technik. Einer der Former ist nur wenige Tage von hier entfernt.“

„Wenn wir die Anlage reaktivieren, würde sie wenigstens versuchen die Umwelt entsprechend zu beeinflussen. Außerdem bieten Anlagen dieser Größe genug isolierten Wohnraum, um von der Strahlung hier wegzukommen.“, erklärte Lyzolda, mit einem panischen Blick auf ihren Strahlungsmesser.

„Und wie sollen wir da hin?“ fragte Ken nach.

*****

Ken und Lyzolda waren mit einem umgebauten Jeep unterwegs, während Elaine die Stellung halten sollte. Die beiden Draufgänger wollten zum Terraformer vordringen und die dortigen Maschinen nutzen, um den Menschen von Dungeon City zu helfen. Um das erreichen, bauten sie ihr Gefährt für diese äußerst gefährliche Mission um.

Kaum waren ihre beiden Freunde weg, hörte Elaine, wie hinter ihr zwei Karabiner durchgeladen wurden. „Was ...?“ fragte sie fassungslos und drehte sich langsam um. Bill Custer und zwei seiner Leute grinsten sie an.

„Nun, ihr Leute mögt ja meine Schwester und meine Mutter überzeugt haben, sich auf eure Seite zu stellen, aber ich sehe die Sache ganz anders. Vor allem habe ich keine Lust, dass sich hier etwas ändert.“

Kurz darauf befand sich Elaine in einer kleinen Seitenhöhle und wurde an die Wand gekettet. „Um ihre Freunde kümmern wir uns noch. Ich bin sicherlich vor ihnen beim Terraformer. Immerhin kenne ich die alten Wartungsschächte mit den Schienensystemen.“; posaunte der junge Custer aus und grinste dabei hämisch. „Wir werden den beiden einen heißen Empfang bereiten. Jungs, wir gehen.“

Elaine wartete zur Sicherheit noch einige Minuten, dann entwandt sie sich der Handfesseln. So schnell bekam kein Mann eine ausgebildete Companion mit Handschellen festgemacht. Grimmig suchte sie nach ihren Sachen, die Custer achtlos in die nächste Ecke befördert hatte. Zum Glück war noch alles da.

„Ken, hier ist Elaine. Es gibt da ein Problem.“

„Gai si, ein Problem?“

“Ai, Bill Custer will die Mission scheitern lassen. Er plant einen Hinterhalt. Es gibt wohl eine unterirdische Verbindung, die er dazu benutzen kann.“

„Ta ma de, Elaine! Aber wir machen weiter. Wir müssen die Leute retten, auch wenn wir dabei sterben. Ein Gauner wie Bill Custer darf nicht obsiegen und den Namen seines Großvaters dermaßen in den Dreck ziehen.“

„Shiny, genau das wollte ich höre.“, gab Elaine zurück. „Ich werde von hier aus sehen, was ich machen kann.“

„Shiny.“

*****

Elaine hatte sich zum Haus der Custers geschlichen. Bill war schon unterwegs und als die junge Companion den beiden Custer-Frauen die Situation erklärte, waren diese entsetzt.

„Das kann doch nicht wahr sein!“, rief Mary fassungslos aus. „Das hätte ich von meinem Bruder niemals erwartet. Wir müssen ihn aufhalten. Er ist sicherlich schon unterwegs.“

„Gibt es Leute, die uns unterstützen können?“

Mary nickte. „Ja, einige alte Freunde meines Großvaters.“

Elaine lächelte. „Ai, genau das, was ich brauche.“

*****

Gai si, dachte Elaine, während sie mit dem unterirdischen Zug Richtung Terraformer rasten. Mary hätte mir ja sagen können, das sie ‚alt’ wörtlich meint. Immerhin hatten sich zehn Veteranen freiwillig gemeldet und die Krücken gegen Waffen ausgetauscht.

Sie erreichten den Terraformer fast gleichzeitig mit Ken und Lyzolda. Elaine nahm erneut Funkkontakt auf: „Wir sind da. Suchen den Weg. Bis dann.“

„Ai.“

‚Weg suchen’ war die richtige Bezeichnung. Immerhin kannte sich niemand in der Anlage aus, die wie eine Kleinstadt konzipiert war. Die Männer waren sogar ziemlich erstaunt, dass alles so gut in Schuss war und in den unzähligen Quartieren und verschachtelten Bauten Technik und Nahrungsmittel lagerten.

„Bill hat uns immer gesagt, es gäbe nichts hier draußen, die Allianz hätte alles mitgenommen, wir müssten selbst für uns Sorgen und auf uns achten.“, meinte einer der Männer fassungslos.

„Dieser Bendan hat gelogen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Durch das abschalten der Terraformer wurde zwar verhindert, dass eine lebensfreundliche Atmosphäre gebildet wird, aber diese Anlage hier ist in sich geschlossen und mit Schleusen versehen, damit in einem Notfall ein Überleben gewährleistet ist – auf viele Jahre hinaus.“

In diesem Augenblick wurde unter ihnen ein jammernder Schrei laut und Elaine zuckte nervös zusammen. Sie aktivierte das Funkgerät: „Ken, ich habe gerade den gedämpften Schrei einer Frau gehört.“

„Ta ma de! Das war Lyz. Sie ist hier oben durch einen kaputten Gullydeckel gebrochen und in die Kanalisation gefallen. Scheinbar funktioniert das System irgendwie noch, auch wenn ich die Technik nicht erklären kann. Jedenfalls ist sie mit der starken Strömung mitgerissen worden und wird uns nicht mehr weiterhelfen können.“

„Ich verstehe, dann ziehen wir die Sache eben alleine durch.“

„Genau. Ich stehe vor einer Schleuse zu einem Flughangar und gehe jetzt rein. Hier bekomme ich am einfachsten Zugang. Jemand hat wohl vergessen, die Tore richtig zu schließen.“

„Sieht nach Absicht aus, Ken.“

„Ich weiß, also beeil dich!“

*****

Elaine hatte mit ihren Leuten den Hangar betreten und sich zu Ken in die Deckung begeben. „Ich glaube, da versteckt sich jemand in den Fliegern. Und das da hinten, dass sieht nach unserem Shuttle aus.“, erklärte Ken angesäuert. „So viel dazu, dass der liebe Bill keinen Zugriff auf moderne Technik hat. Der Kerl ist ein verdammter Lügner. Ta ma de! Und seine Leute lässt er leiden.“

„Wie gehen wir jetzt vor, Ken?“

„Du wartest hier, ich gucke da hinten bei der Maschine nach dem Rechten. Sieht so aus, als wäre die Abdeckung vor kurzem unsauber drübergezogen worden.“

„Viel Glück.“, flüsterte Elaine und lugte vorsichtig ins Innere des Hangars.

Ken atmete tief durch, dann lief er geduckt an der Seite der Halle entlang, bis er an dem Flieger ankam. Scheinbar hatte ihn niemand bemerk. Der Gambler hörte leise Stimmen aus dem Flugzeug und fühlte sich bestätigt. Es war ein Hinterhalt. Ken schlich sich nach vorne und warf einen Blick auf das kleine Geschütz des Fliegers. Da, eine kleine Bewegung, jemand saß am Abzug.

Elaine versuchte in diesem Augenblick ebenfalls, ihre Position zu verändern, um ein besseres Schussfeld zu haben. Die junge Companion spurtete los, stieß dabei aber gegen ein am Boden liegendes Werkzeug, das scheppernd über den Boden schlitterte. Das Geschütz des Fliegers ruckte augenblicklich los und fraß sich eine Spur über den Boden auf Elaine zu.

Ken zögerte keinen Augenblick und rammte seine Pistole in die Mechanik des Geschützes, doch leider hatte er nur mäßigen Erfolg. Elaine erkannte die Gefahr und ließ von ihrem ursprünglich Plan ab. Stattdessen lief sie in gerade Linie vom Kugelhagel weg, doch es war klar: Weit würde Elaine kaum kommen.

Just in diesem Augenblick hörte das Geschütz auf Kugeln zu spucken. Die Munition war offensichtlich leer - und Ken hatte die Nase voll. Er klopfte gegen den Flieger: „Leute, ihr habt zehn Sekunden Zeit, um euch zu ergeben. Wir haben hier draußen erfahrene Soldaten, Sprengstoff und Waffen. Ihr habt keine Chance. Also macht keine Dummheiten und ergebt euch! Das Spiel ist aus!“

Nach Ablauf der Frist öffnete sich der Flieger und ein paar junge Männer kamen heraus. Sie warfen ihre Waffen zu Boden. „Wir ergeben uns. Bill ist noch im Flieger, wir haben ihm eins übergezogen. Er weiß einfach nicht, wann das Spiel aus ist.“

„Shiny.“, sagte Ken und grinste.

*****

Sie hatten die Bevölkerung in die entlegene Terraform-Station evakuiert und den Sträflingskomplex erst einmal abgeschaltet. Eine Evakuierung vom Planeten war derzeit kaum möglich und es mangelte auch an Medikamenten, um die Erkrankungen ordentlich zu behandeln. Doch Ken, Elaine und Lyzolda versprachen Hilfe zu holen – ohne die Allianz dabei aufmerksam zu machen.

Sie erneuerten die Energiezellen des Shuttles und verabschiedeten sich von den dankbaren Bürgern. Dann ging es zurück nach Angel Moon, wo Jonathan irgendwo wartete und sicherlich für Ärger gesorgt hatte.

*****

Tatsächlich hatte der smarte Pilot mit dem gewinnenden Lächeln und einer Vorliebe für Raumschiffe und Waffen, erst einmal ruhig und überlegt gehandelt. Nach dem er sich von Alistair verabschiedete, hatte sich Jonathan seinen Stetson erst einmal tief in die Stirn gezogen und war schnurstracks in den Saloon marschiert.

Jonathan sah die beiden Kerle gemeinsam am Tisch sitzen, die ihn zusammengeschlagen und dann erst mit Klebstoff und dann mit Isolierkügelchen bedeckt hatten. Er atmete tief durch und trat an den Tisch.

„Ni hau. Ich denke, ihr kennt mich noch.“, sagte er grinsend. Die beiden Männer erstarrten. „Keine Angst, ich sehe ein, dass ich über die Stränge geschlagen bin und wollte mich Entschuldigen. Meine schlechten Erfahrungen sollten meine Objektivität nicht trüben. Und hey, ihr habt Recht, der Krieg ist schon lange vorbei. Kann ich euch eins ausgeben?“

Die beiden Kerle grinsten breit. „Gerne. Und Mann, tut uns auch leid. Ist dumm gelaufen.“

„Ach, das kann doch mal passieren. Gibt es eine Chance, meine Sachen zurück zu bekommen?“

„Klar. Außer das Gewehr. Das haben wir verkauft. Alles andere liegt hinter dem Tresen.“

Jonathan schluckte einen Fluch hinunter und zügelte seine Wut. „Ach, bin ich ja auch selber Schuld. Aber vielleicht kann ich die Waffe ja zurück kaufen.“

„Na ja, probieren kannst du es, dürfte aber schwer sein. Wir haben die Waffe an Doug Sidious verkauft. Der sammelt Waffen und gibt so was nicht schnell wieder her. Er sammelt allgemein gerne Dinge.“

„Wo finde ich diesen Mister Sidious denn?“

„Entweder in seinem Büro in der Stadt oder oben in der Diamantenmiene. Da ist er tagsüber meistens.“

Jonathan unterdrückte ein Lachen. Als ob es auf Angel Moon wirklich so etwas wie Tag und Nacht gäbe. Der erfahrene Pilot gab noch eine Lokalrunde, schnappte sich seine Sachen und verließ den Saloon. Er stapfte den beschwerlichen Weg zur Miene hoch und wandte sich dann an das kleine Büro dort. Zwei Männer stoppten ihn jedoch.

„Mister Sidious mag keine Besucher. Und erst recht keine neugierigen Fremden.“

„Ich bin kein neugieriger Fremder, sondern will geschäftlich mit Mister Sidious reden.“

„Oh, das ist etwas anderes.“

Wenige Minuten später stand Jonathan vor Doug Sidious, einem ausgemergeltem Kerl in edlem schwarzem Anzug. Sidious wirkte gereizt, als Jonathan eintrat.

„Mister Sidious, sie haben eine Winchester erstanden, die aus meinem Besitz stammt. Die Waffe wurde mir gestohlen und ich hätte sie gerne wieder.“

„So eine teure Waffe können sie doch gar nicht bezahlen, Mann. Und was habe ich damit zu schaffen, wenn ihnen so ein Schätzchen geklaut wird? Das geht mich nichts an.“

„Das ist mein Eigentum und das will ich zurück, egal wie.“

Doug Sidious zuckte zusammen, als hätte er einen kleinen elektrischen Schlag bekommen. „Sie wollen das Ding wohl unter allen Umständen, eh? Ich schätze sie mal so ein, dass wir entweder ins Geschäft kommen oder sie mir zusetzen, eh?“ fragte der Mienenbesitzer grinsend.

Jonathan grinste zurück.

„Ich verstehe. Haben sie ein Raumschiff?“

„Nein, leider nicht.“

„Dann kommen wir nicht ins Geschäft und da ich meine Sicherheit mag, werden sie halt sterben.“ Kaum hatte Sidious die letzten Worte ausgesprochen, öffneten sich zwei Türen und bewaffnete Männer stürmten das Büro.

„Auf den Sheriff brauchen sie nicht zu hoffen, bei meinem Einfluss macht hier jeder was ich will – oder er wir aufgeknüpft. Yeah, genau das ist es. Werft den Kerl ins Gefängnis und holt mir den Judge. Ich will eine offizielle Anklage wegen ... hm ... Diebstahl.“

Jonathan tobte und fluchte, doch es half ihm nichts.

[Fortsetzung folgt]

Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #33 am: 26. Juli 2007, 18:03:50 »
Die Hände auf den Rücken gefesselt, mit hoch erhobenem Kopf und einem Lied der Browncoats auf den Lippen schritt Jonathan dem Galgenhügel entgegen: „... i don't care, i'm still free ...“

Der Henker und der örtliche Shepherd empfingen Jonathan. Sie legten ihm den Strick um den Hals, den Knoten seitlich.

„... tell them i ain't comin' back, burn the land and boil the sea …”

Der Shepherd sprach noch einen kurzen Segen. Dann sah er Jonathan an: „Mein Sohn, hast du einen letzten Wunsch?“

„... there's no place i can be, since i found serenity, but you can't take the sky from me! Ja, Shepherd, ein Pferd. Ich will wie ein Mann sterben.“

Ein Raunen ging durch die Menge. Sidious zuckte mit den Schultern. „Holt Camilla!“ Wenige Minuten später saß Jonathan auf einer klapprigen Stute. Stolz und mit erhobenem Kopf wartete der junge Pilot auf seinen Tod.

In diesem Augenblick stürzte ein Firefly-Shuttle aus dem Himmel herab, raste in einem eleganten Bogen auf den Henkershügel zu und stoppte mit einem scharfen Schwenk, die geöffnete Seitenluke zum Galgen hin. Am Steuer saß Elaine und in der Seitentüre stand Ken, eine Zigarre im Mundwinkel und eine Pistole in der Hand.

„Hey, das ist unser Bendan!“ rief Ken aus, nachdem er die Zigarre lässig ausgespuckt hatte. „Wenn den einer umbringt, dann wir.“

Camilla sah das ähnlich. Die Stute bekam es wegen dem lärmenden Shuttle mit der Angst zu tun und stieg hoch. Jonathan versuchte das Tier zu beruhigen und trat ihm die Fersen in die Flanken, was Camilla wiederum zum Laufen brachte.

Ken erkannte die Situation sofort, legte kurz an und schoss den Strick durch, bevor das Tier endgültig durchging. Jonathan ergab sich einige Meter später seinem Schicksal und ließ sich abwerfen. Er kam mit einer kleinen Schramme davon.

Elaine landete das Shuttle und Ken sprang raus. „Was ist hier los?“ fragte er in die Menge hinein und die Leute zeigten zu Doug Sidious hoch. Der magere Kerl  grinste breit.

„Ni hau, willkommen. Ich glaube sie sind genau der Schlag von Leuten, mit denen ich gerne Geschäfte mache. Vergessen wir doch einfach diese leidige Geschichte mit ihrem Bendan und gehen in mein Büro. Bei einem Drink lässt es sich doch angenehmer reden.“

*****

Die Mannschaft saß Doug Sidious gegenüber. Sidious hatte die Hände aneinander gelegt und betrachtete seine Gäste eingehend. „Nun, wie sie wissen, landet einmal im Jahr ein Schiff der Allianz auf Angel Moon, um uns mit den wichtigsten Materialien zu versorgen. Sie können sich vorstellen, dass mir das als Geschäftsmann einfach zu wenig ist.

Deswegen habe ich Kontakt mit einem Freihändler, der mehrmals im Jahr geschäftlich mit mir verkehrt. Natürlich wissen nur die wenigsten Leute hier davon, immerhin soll der Frachter meine Waren transportieren. Ich bin ja kein Wohltätigkeitsverein.

Beim letzten Treffen, vor sieben Wochen, scannte der Freihändler auf Mond 37 ein Schiffswrack. Sein Schiff war zum Landen zu groß und ein Shuttle hatte der Frachter nicht. Also verkaufte er mir die Informationen.

Ich habe den Cortex durchsucht und an die richtigen Leute eine Wave geschickt. Tatsächlich habe ich herausgefunden, um was für ein Schiff es sich handelt.“

Sidious machte eine bedeutungsschwangere Pause, dann fuhr er überheblich lächelnd fort: „Es ist das Wrack der Erfurt, einem der Generationenschiffe, die damals ins Sonnensystem kamen. Es fiel vom Kurs ab und galt als verschollen. Auf Grund seiner eher unwichtigen Fracht, wurden auch nie Nachforschungen angestellt. Allerdings ist das Schiff für einen Schatzsucher von großem Wert. Vor allem, wenn dieser Schatzsucher ein passionierte Jäger und Waffennarr ist - wie ich.“

„Was war denn an Bord der Erfurt?“ fragte Elaine neugierig.

„Wild- und Zootiere. Das einzige Schiff, dass für solch nutzlose Fracht abgestellt wurde. Menschen, Ausrüstung und Nutztiere waren damals wichtiger, als wir die Erde von Einst verließen. Es hatte niemand Verwendung für unsichtbare Gazellen und zweiköpfige Löwen.“

Ken kam ins Grübeln, sein Wissen um die Tierwelt von Einst war lückenhaft, aber er glaubte, der Löwe wäre unsichtbar gewesen. Aber Ken wollte an dieser Stelle nichts einwenden und hörte Sidious lieber weiter zu.

„An Bord der Erfurt befinden sich Millionen von DNS-Mustern. Alle gut verpackt in kleine Röhrchen. Und mit ein wenig Glück, sind sie alle auch noch intakt. Das bedeutet unermesslicher Reichtum. Wir können das ganze System mit neuem Leben überziehen, so wie es früher mal war. Und wir können die Tiere schießen und essen.“

„Aber ist das nicht ein Verstoß gegen das Zucht- und Artenschutzprogramm der Allianz? Das Parlament hat doch erklärt, warum es keine Massenzucht geben kann und dass die Ökosysteme der Welten sehr empfindlich sind.“, warf Ken ein.

„Unsinn, was kümmert mich die Allianz?“ rief Sidious aus. „Entweder man ist für mich oder gegen mich, wie ihnen ihr Bendan sicherlich bestätigen kann. Außerdem zahle ich gut.“

Die Mannschaft nickte. Das war jetzt mal wirklich ein gutes Argument. „Ich hätte gerne mein Gewehr zurück.“, meckerte Jonathan leise und Doug Sidious lachte.

„Das Teil war teuer und gehört zu meinen Schmuckstücken. Also entweder zahle ich sie aus oder sie bekommen das Gewehr zurück. Ich bin ja kein Unmensch und räume ihnen gerne die Möglichkeit ein, die Waffe zurück zu bekommen. Mehr werde ich keinesfalls anbieten. Ihr Schmuckstück hat bei mir jedenfalls einen Ehrenplatz.“

„Einen Ehrenplatz?“

„Einen Ehrenplatz, ai.“ Sidious klatschte in die Hände und ein Sklave asiatischer Herkunft trat ein. „Öffne die Wand, meine Gäste möchten einen Blick auf meine Exponate werfen.“

Der Sklave verbeugte sich geflissentlich und betätigte einen verborgenen Hebel. Ein Teil der Bürowand fuhr seitlich weg und gab den Blick auf eine kleine Halle frei. Waffen, Raumschiffteile, ausgestopfte Tiere, Felle und Kunstgegenstände waren fein säuberlich angeordnet. In einer Vitrine lag Jonathans geliebte Winchester. Doch nur ein Ausstellungsstück zog sofort die Blicke der Wind Drake-Mannschaft auf sich: Ein gläserner Käfig mit Luftlöchern, eingerichtet wie ein gemütliches Wohnzimmern. Und es gab einen Bewohner.

Gekleidet in feinsten weißen Zwirn, einen goldenen Marshalstern auf der Brust prangend, saß ein älterer Mann in einem der Sessel. Er blickte kurz auf, warf einen abfälligen Blick auf seine Besucher und vertiefte sich anschließend wieder in die Studien der heiligen Schrift, die vor ihm aufgeklappt lag.

„Jesus Saint, der ehemalige Marshall von Holy Grale. Er gilt seit drei Jahren als tot, aber wie sie sehen, pflege ich mein Eigentum sehr gut.“ Ken, Elaine und Jonathan schluckten schwer. Bei Doug Sidious musste man Vorsicht walten lassen. „Er kam mir vor einigen Jahren in die Quere und behinderte meine Geschäfte. Ich fand diese Lösung amüsanter, als eine Kugel in den Kopf.“

Sidious gab seinem Sklaven einen Wink und die Wand wurde wieder geschlossen. Seinen Gästen war klar, dass der Mann keineswegs nur seine Ausstellung präsentieren wollte, sondern auch deutlich gemacht hatte, dass er keine Gnade kannte. „Ich erwarte ihre Antwort heute Abend.“

Caliostro

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #34 am: 16. August 2007, 16:30:19 »
Na was ist denn hier los? Ist die SH eingeschlafen?
Gruß Caliostro
Bedenke, das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Idiot mit einer Kerze sein.

Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #35 am: 16. August 2007, 16:33:36 »
Nein, ich komme mit dem schreiben derzeit nicht richtig nach. :D

Ich hoffe die Tage endlich damit fertig zu werden und den Bericht eines Spielers eingetrieben zu haben. :)

Taysal

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #36 am: 21. August 2007, 18:30:21 »
Ken, Elaine, Jonathan und Lyzolda saßen in Elaines Shuttle und waren unterwegs nach Moon 37. Sie hatten die junge Jordan Kramer mit an Bord genommen, eine hervorragende Mechanikerin, die sich danach sehnte Angel Moon verlassen zu können. Sie erhoffte sich als Teil der Crew einen guten Job und eine Passage nach Irgendwoandershin.

Die Mannschaft der Wind Drake hatte die beiden Shuttles miteinander gekoppelt. Elaines Shuttle spielte das Trägerschiff und war mit Sauerstoffflaschen vollgeladen. Immerhin waren sie mit mehreren Personen unterwegs und die Flugzeit von einem Mond zum anderen Mond konnte mehrere Stunden betragen. Der Sauerstoff war knapp kalkuliert, doch mit ein wenig Glück gab es an Bord der Erfurt Vorräte oder intakte Systeme, um die Atemluft wieder aufzufrischen.

Der Flug verlief ziemlich ereignislos. Jonathan warf einen kurzen Blick auf die Scanner, dann wandte er sich wieder dem Weltraum zu. Er liebte diese Aussicht. In einiger Entfernung konnte er Asteroiden erkennen, die in großem Abstand Moon 37 umkreisten, ihr Ziel.

Jonathan änderte leicht den Kurs und trat in die Atmosphäre des Planeten ein. „Keine Energiesignaturen.“

Jordan hatte ihren Laptop an die Shuttlesysteme angeschlossen und nickte. „Das kann ich bestätigen. Der Planet hat eine Standradgravitation. Es gibt eine Atmosphäre, aber sie ist für den Menschen giftig. Mehr als einen Atemzug würde ich nicht wagen. Auch der bloße Kontakt mit der Haut kann zu Problemen führen.“

„Okay, dann sollten wir in die Schutzanzüge schlüpfen.“, sagte Lyzolda und zog sich bereits um. Die anderen taten es ihr gleich, bis auf Jonathan, der ihr Ziel anflog.

„Da ist die Erfurt. Liegt ein Drittel über einer fast fünfhundert Meter hohen Klippe. Das riecht förmlich nach Ärger, Leute. Ta ma de, nur zwei mögliche Landeflächen – beide genau neben dem Wrack. Das Schiff ist verdammt ungünstig abgeschmiert. Alternativ könnten ich die Shuttles in einen großen Felsspalt klemmen.“

„Nein.“, sagte Elaine, während sie den Schutzhelm schloss und auf Funk umschaltete. „Bloß keine waghalsigen Manöver, Jonathan. Du bist gut, aber trotzdem wollen wir kein Risiko.“

Elaine zeigte mit dem Finger an ihren Schminkspiegel. Dort hatte sie einige Notizen festgeklemmt. „Guck auf den Baum des Kommandos, mein Lieber und merk dir nochmals, keine waghalsigen Manöver.“

Während Lyzolda zurückblieb, stiegen die anderen in das zweite Shuttle um und lösten die Raumschiffe voneinander. Jonathan schlüpfte schmollend mit den Füßen in seinen Schutzanzug. Der Autopilot hielt die Shuttles genau auf Position. In dem Moment kreischte Lyzolda im Funk laut auf: „Reaver! Da ist ein Reaverschiff!“ Schon sauste der Schatten des zweiten Shuttles, was Elaine liebevoll Breeze getauft hatte, vorne am Cockpit vorbei.

Jonathan sprang auf den Pilotensitz und änderte ebenfalls den Kurs. Er warf einen Blick nach draußen. „Gai si! Wo kommen die denn plötzlich her? Festhalten!“

Der begnadete Pilot ließ Elaines Shuttle, was die Mannschaft Sough genannt hatte, in die Tiefe fallen und fing es kurz vor dem Erdboden ab. „Haben wir sie abgehängt?“

„Harpunen, die schießen mit Harpunen!“ kreischte just in diesem Augenblick Lyzolda über Funk. „Getroffen, ich bin getroffen. Hilfe! Sie ziehen mich ran!“

„Ich dachte immer es gäbe keine Reaver.“, sagte Elaine leise. Sie war blass und schluckte schwer.

„Ich springe ab Leute, ich springe ab! Fangt mich auf!“

„Diese Hulijing!“ fluchte Jonathan und zog die Sough wieder hoch. Er orientierte sich kurz und hatte augenblicklich den Überblick. Über ihnen hing die Breeze an einem Fanghaken und wurde in ein großes Reaverschiff gezogen. Lyzolda hatte sich eines von Elaines seidenen Bettüchern geschnappt und stand verängstigt an der Seitenluke, die sie aufgezogen hatte.

„Lieber sterbe ich, als lebendig gefressen zu werden!“ rief sie über Funk und stieß sich vom Shuttle ab.

„Ta ma de!“ schrie Jonathan entsetzt auf. „Ni de ma de. Tian Xia suo you de ren dou gai si."

Jonathan bot sein ganzes Können auf. Die Triebwerke protestierten laut, als er die Maschine überzog und senkrecht aufwärts schoss. Tatsächlich, bevor Lyzolda ihren provisorischen Fallschirm überhaupt einsetzen konnte, knallte sie schon hart auf der Sough auf.

Jonathan verlangsamte das Shuttle vorsichtig und sah sich nach den Reaver um. „Holt sie rein, schnell!“

Elaine und Ken folgten seiner Anweisung, während Jordan nach der glühenden Maschine sah. Kaum war Lyzolda in das sichere Shuttle gezogen, gab Jonathan Vollgas. Keinen Augenblick zu früh, denn die Reaver nahmen die Verfolgung auf. Sie hatten die Breeze in eine Verankerung gezogen und versuchten nun das zweite Shuttle ebenfalls zu harpunieren.

Jonathan ließ die Sough in eine Schlucht rasen, fing sie erneut knapp über dem Boden ab und zischte im toten Winkel der Reaver davon. Als er eine überhängende Klippe entdeckte, landete er darunter und schaltete die Maschine an. „Hoffentlich finden sie uns nicht.“

Sie warteten etliche Minuten. Ken warf einen besorgten Blick auf die Sauerstoffversorgung. „Leute, ich will keine Panik machen, aber ohne die Sauerstoffflaschen aus dem anderen Shuttle, wird die Zeit für uns ziemlich knapp.“

In diesem Augenblick jagte das Reaverschiff jaulend auf sie zu. Jonathan reagierte sofort, doch bevor er durchstarten konnte, durchschlug eine Harpune das Shuttle.

„Hoon dan!“ schrie Jonathan auf und versuchte vom Reaverschiff wegzukommen.

„Nicht so feste!“ schrie in Jordan an und sprang nach hinten. Sie zog ein kleines Werkzeug aus ihrer Gürteltasche. „Nur so viel, dass wir langsam rangezogen werden. Bei zu viel Kraft reißt es uns sonst auseinander. Ich bekomme das Problem schon in den Griff.“

Die rothaarige Mechanikerin hantierte an der Trefferstelle herum. Plötzlich löste sich der Teil der Hülle, in dem die Harpune saß und die Sough machte seinen Satz nach vorne. Wertvoller Sauerstoff ging verloren, während Jordan das Loch notdürftig schloss. Sie war froh, ein kleines Vermögen in ihr Werkzeug investiert zu haben.

Jonathan schnappte nach Luft und ihm wurde kurz übel. Die giftige Atmosphäre hatte ihm zugesetzt, denn der Pilot hatte versäumt, seinen Schutzanzug zu schließen. Das holte er sofort nach, dann tauchte Jonathan erneut in die tiefen Felsschluchten von Moon 37 ein. Geschickt manövrierte er die Reaver aus und suchte für das Shuttle ein besseres Versteck. Hier warteten sie nun schweigend ab. Ken warf einen Blick auf die Sauerstoffanzeige und wusste, dass es verdammt knapp würde. Zu knapp.

„Ta ma de!“ stieß er nach einigen Minuten hervor. „Wir haben zu wenig Atemluft, um es wieder zurück nach Angel Moon zu schaffen. Wenn wir in der Erfurt keinen Sauerstoff finden, sind wir verloren. Oder hat jemand Lust die Reaver um Hilfe zu fragen?“

Ein kollektives Kopfschütteln war die Antwort. „Dann los.“, sagte Jonathan und verließ mit dem Shuttle langsam das Versteck. Von den Reavern war nichts zu sehen, trotzdem war die Mannschaft vorsichtig.

Jonathan landete die Sough sanft auf der Erfurt, doch die Außenhülle brach ein Stück ein. Also setzte er das Shuttle auf einem der kleinen Felsenstück auf, die sich seitlich des großen Frachters befanden. „Beeilung, Leute! Wer weiß, wann die Reaver zurückkommen.“

In ihren Schutzanzügen stapften die fünf los. Jordan öffnete die seitliche Zugangsschleuse manuell, dann traten sie alle in die Dunkelheit der Erfurt ein. Nur ihre Taschenlampen sorgten für die nötige Helligkeit.

Sie machten sich auf den Weg zum Maschinenraum. Jordan hoffte die Maschinen reaktivieren oder wenigstens eine aufgeladene Batterie finden zu können, um die wichtigsten Systeme ins laufen zu bringen. Tatsächlich waren die Maschinen halbwegs intakt, was Jordan freute.

„Jonathan, schnapp dir einen der langen Schläuche, mach ihn vorne am Tankstutzen fest und dann am Sauerstofftank der Sough. Ich werfe eine der Maschinen an und aktiviere die Lebenserhaltungssysteme.“

„Ai, kein Problem.“

„Shiny, endlich klappt mal was.“, sagte Ken. „Lyz, Elaine und ich streifen durchs Schiff und suchen die Röhren mit dem Genmaterial. Falls was ist, meldet euch über Funk.“

*****

Jonathan hatte - wie befohlen – die Verbindung zum Sauerstofftank hergestellt. Tatsächlich funktionierten die wichtigsten Systeme der Erfurt noch und so gab es frische Atemluft für alle. Der Rückflug war gesichert. Allerdings bereitete die leichte Vibration der Erfurt, hervorgerufen durch die arbeitenden Maschinen der Erfurt, Jordan Sorgen. Immerhin war der felsige Untergrund leicht brüchig und Staub rieselte in die Tiefe.

Das bereitete Jonathan nur wenig Kopfzerbrechen. Er dachte an seine geliebte Winchester und überlegte, wie er sie am einfachsten zurückbekommen könnte. Immerhin war Sidious ein menschenverachtender Sklavenhändler und hielt einen ehrbaren Marshal gefangen. Also dürften die anderen leicht zu überreden sein, den Mann zu überfallen, dachte sich Jonathan.

Just in diesem gedankenverlorenen Augenblick, zischte eine Harpune an ihm vorbei und schrammte über den Felsen. Jonathan wirbelte herum und erstarrte. Reaver!

*****

„Wahnsinn, so viele Lagerkammern. Wenn die Proben alle noch intakt sind, bedeutet das vielfältiges Leben im System. Das ist ein unermesslicher Wert.“, erklärte Ken den anderen.

Elaine zog einige der Röhren aus ihren Halterungen. „Da sind nur Strichcodes drauf. Ohne eine entsprechende Datenbank, können wir die Proben keinem Tier zuweisen.“

„Das machen wir noch. Wir haben ja alle Zeit der Welt. Notfalls kommen wir nochmals zurück. Ich frage mich eher, ob wir Sidious wirklich diesen Genpool übergeben sollen. Immerhin hat die ganze Menschheit ein Anrecht darauf. Oder was denkst du, Lyz? Lyz?“

Ken und Elaine drehten sich zu ihrer Kameradin um. Diese zog gerade ihre Waffe und gab einen Schuss auf einen von drei Reavern ab. „Ich denke, wir haben ein anderes Problem. Reaver!“

*****

Shiny, dachte sich Jordan. Bis jetzt war es gefährlich und aufregend, mal was ganz anderes. Und ich komme von diesem dummen Planeten weg.

Die junge Mechanikerin überprüfte den Status der Maschinen. Das Shuttle war aufgetankt. Jordan schaltete die Sauerstoffübertragung ab und drehte sich um. Vor ihr schälte sich eine menschenähnliche Kreatur aus der Dunkelheit, in den Händen eine gezackte Klinge, die nichts Gutes verhieß – ein Reaver.

*****

Der Reaver hatte seine Harpune leergeschossen. Mit einem tiefen Knurren stieß er sich von seiner erhöhten Position ab und sprang Jonathan an, um diesen mit einer rostigen Machete zu schlagen. Jonathan duckte sich im letzten Augenblick weg, griff nach dem Reaver und zog ihn nah an sich heran. Mit aller Kraft schleuderte er den Reaver über seine Schulter in die Tiefe.

„Leute, hier war ein Reaver. Ich komme mal zurück.“

*****

Jordan sah den Reaver auf sich zukommen, in seinen Augen ein wahnsinniges Leuchten. Diese Kreatur glich äußerlich einem Menschen, doch Jordan wusste, dass sie ein Monster vor sich hatte.

Der Reaver schien Spaß an der Jagd zu haben. Sobald Jordan versuchte nach einer Seite wegzukommen, schnitt ihr die Kreatur den Weg ab. Dabei kam das Wesen immer näher.

Jordan ging kurz ihre Möglichkeiten durch und erkannte, dass sie mit einem Schraubendreher keine Möglichkeit hatte, sich zu wehren. Die junge Frau blickte sich hektisch um, dann riss sie eine der Verkabelungen aus der Wand. Funken sprühten aus dem losen Ende.

Der Reaver wollte der Sache ein Ende machen und setzte zum Sprung ein. Jordn duckte sich weg und rammte dem Reaver das Kabel in den Körper. Zuckend machte er einen Schritt nach hinten und blickte ungläubig auf die verbrannte Stelle an seinem Körper.

Jordan ignorierte den Gestank von verbranntem Fleisch und stieß nochmals mit dem Kabel zu. Erneut traf sie den Reaver, der in einem Funkenregen zu Boden ging. Kraftlos versuchte er nach Jordan zu greifen, dann hauchte er sein Leben endgültig aus.

*****

Ken, Elaine und Lyzolda hatten sich bis zu den Wänden zurückgezogen. Sie feuerten mit ihren Waffen auf die Reaver, aber es gab keinen sichtlichen Erfolg. Ken schoss mit zwei Waffen gleichzeitig und versuchte, ob die Reaver eventuell gegen Betäubungsschüsse empfindlich waren. Doch auch das brachte keinen Erfolg. Allein die Kugeln rissen Wunden, doch die Reaver schienen selbst die schlimmsten Verletzungen zu ignorieren.

Elaine und Ken standen bereits mit dem Rücken zur Wand, als Lyzolda von einem heftigen Treffer aufgeschlitzt wurde und zu Boden ging. Elaine erschrak, ignorierte den Reaver vor sich und jagte dem Monster über Lyzolda eine Kugel in den Kopf. Der Reaver fiel zur Seite. Scheinbar sind sie doch zu töten, dachte Elaine und spürte einen heftigen Schmerz im Bauch.

Die Companion blickte nach unten und sah ungläubig zu, wie der Reaver vor ihr seine schartige Klinge mit einer drehenden Bewegung wieder rauszog.

„Elaine!“ rief Ken fassungslos und duckte sich erneut unter einem Hieb weg. Entsetzt musste er zugucken, wie der Reaver seine Atemmaske wegzog und in die offene Stelle des Anzugs biss, um ein Stück warmes Fleisch abzubeißen. Ken erkannte, dass sie hier vielleicht nicht lebend rauskommen würden.

Er schaltete nun auch seine zweite Waffe auf tödlichen Schaden um und jagte dem Reaver vor sich einige Kugeln in die Brust. Die Kreatur flog einen Schritt nach hinten und blieb tot liegen. Nun wirbelte der Gambler im letzten Augenblick herum und ging in die Knie. Knapp über seinem Kopf teile die blutige Klinge die Luft, die vor wenigen Sekunden Elaine zur Strecke gebracht hatte.

Ohne nachzudenken schoss Ken seine Magazine in den Reaver leer und zerschmetterte anschließend mit seinem Stiefelabsatz den Schädel der Kreatur.

*****

Auf dem Weg zum Maschinenraum bemerkte Jonathan, dass in einem der Schiffslabore ein blaues Licht brannte. Er bleib stehen und warf einen Blick hinein. Scheinbar sprang nun ein System nach dem anderen wieder an, seit dem Jordan die Stromversorgung wieder hergestellt hatte.

Neugierig besah sich Jonathan die Maschine vor sich. Sie ähnelte einer Chirugieeinheit, wie sie von der Allianz benutzt wurde. Der junge Pilot drückte einige der Knöpfe und gelang in ein Untermenü. Verschiedene Spinnentiere wurden aufgeführt. Jonathan überlegte, ob er weiter sein Glück versuchen sollte, als plötzlich ein Ruck durch das Schiff ging.

„Wir müssen hier raus!“ meldete sich Jordan über Funk. „Die Erfurt wird gleich abrutschen.“

Auch Ken schaltete sich nun ein: „Ich brauche Hilfe, Elaine und Lyz sind schwer verletzt. Ich habe sie stabilisieren können, aber ich kann sie nicht alleine transportieren.“

*****

Mit den zwei verletzten Frauen und einem halben Dutzend Röhren hastete die Mannschaft durch das Schiff zurück. Während Jordan und Ken ins Shuttle sprangen, löste Jonathan den Zugangsschlauch. Just in diesem Augenblick kippte die Erfurt nach vorne weg und riss Stücke der Klippe mit sich. Jonathan zögerte keinen Augenblick und öffnete das Schott des Shuttles, um ins Innere zu springen. Dabei ging erneut kostbare Atemluft verloren. Doch gegenwärtig war die Crew in Ordnung.

„Ta ma de!“ fluchte Ken und sah dem abstürzenden Wrack hinterher. „Wir haben noch immer zu wenig Atemluft, um bis nach Angel Moon zurück zu kommen.“ Der Gambler versorgte die Verletzungen der Verletzten. Mit einem müden Lächeln und einem leisen „Au“ kam Elaine wieder zu sich.

„Wir könnten uns doch das andere Shuttle zurückholen.“, meinte Jonathan und zeigte aus dem Fenster. Knapp einhundert Meter entfernt klemmte das Reaverschiff in einer tiefen Felsspalte. „Zwar keine angenehme Vorstellung da rein zu müssen, aber was anders bleibt uns doch kaum übrig.“

Die anderen nickten und wenige Minuten später landete Jonathan die Sough unterhalb des Reaverschiffs. Vorsichtig machten sich Ken, Elaine, Jonathan und Jordan auf den Weg. Sie schlichen sich an das martialisch aussehende Schiff und waren äußerst aufmerksam, doch es rührte sich niemand.

„Vielleicht haben wir sie alle erledigt?“ gab Elaine über Funk durch.

Ken nickte. „Könnte sein. Aber wir sollten vorsichtig sein. Ich habe gehört, dass sich Reaver auf die Anbringung von Sprengfallen verstehen.“

„Das sind doch nur verfressene Monster.“, erklärte Jonathan und zog sich zum Schott des Schiffs empor. Er sah sich kurz das Sicherheitsschloss an und tippte dann einige Zahlen ein. „Wird einfach sein, in so ein Reaverschiff hineinzukommen.“

*****

„Sei beim nächsten mal vorsichtiger.“, sagte Jordan verärgert, während sie mit ihrem Werkzeug einen Weg ins Innere des Schiffs bahnte. „Die Explosion hätte dich umbringen können.“

Ken schloss mit einem Spray die Wunden Jonathans und klebte dann Isolierband über die offenen Stellen des Anzugs. Anschließend folgten sie Jordan ins Innere des Schiffs.

„Niemand da, wir haben sie wohl alle erledigt.“, stellte Elaine nach einigen Minuten erleichtert fest.

„Shiny!“ rief Jonathan aus. „Wunderbar. Hier ist der Hangar, da steht unsere Breeze.“ Er marschierte sofort los und versuchte das Shuttle zu öffnen. Kens Warnruf kam zu spät – schon gin eine weitere Sprengfall hoch.

*****

Glücklicherweise hatte es Jordan geschafft und weitere Fallen entschärfen können. Obwohl beide Shuttles beschädigt waren, landeten sie sicher auf Angel Moon. Die Mannschaft hatte sich vorher abgesprochen und war übereingekommen, dass sie Doug Sidious die erbeuteten Proben lieber vorenthalten sollten. Immerhin war der Mann durch und durch kriminell.

Sidious nahm die Nachricht gelassen auf. „Schade, dass die Mission gescheitert ist. Aber das kann geschehen. Es betrübt mich, dass sie auf Reaver getroffen sind. Das hat die Aufgabe ja erschwert. Nehmen sie bitte meine Entschuldigung an. Natürlich werde ich die Reparaturen der Shuttles übernehmen. Zufälligerweise habe ich einen weiteren Auftrag für sie. Vielleicht werden sie diesen besser erledigen können.“

Doug Sidious entblößte seine Zähne zu einem Haifischlächeln.

Topas

  • Mitglied
[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #37 am: 22. August 2007, 11:46:49 »
Zitat
Ich brauche Hilfe, Elaine und Lyz sind schwer verletzt. Ich habe sie stabilisieren können, aber ich kann sie nicht alleine transportieren.“

Zitat
Die anderen nickten und wenige Minuten später landete Jonathan die Sough unterhalb des Reaverschiffs. Vorsichtig machten sich Ken, Elaine, Jonathan und Elaine auf den Weg.


Sind sie dazwischen irgendwann geheilt worden ? Und 2*Elaine?

Ansonsten sehr schön und spannend geschrieben.
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

Taysal

  • Mitglied
    • Taysals Abenteuerland
[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #38 am: 22. August 2007, 12:42:33 »
Ausgebessert. Danke für den Hinweis. :)

Beim schnellen runtertippen passieren halt manchmal Schönheitsfehler. :D

Taysal

  • Mitglied
    • Taysals Abenteuerland
[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #39 am: 11. September 2007, 15:43:46 »
... Doug Sidious entblößte seine Zähne zu einem Haifischlächeln, bevor er fortfuhr:

„New Hall wurde vor kurzem zur Kolonisierung freigegeben. Obwohl die Allianz ihre Kolonisten mit allen nötigen Dingen ausrüstet, benötigen die Menschen dort zusätzliche Lebensmittel, Werkzeuge und Handelwaren. Dinge, die vom Parlament limitiert wurden, um zum Einen die Kosten gering zu halten und zum Anderen allen die gleiche Chance für ein neues Leben einzuräumen.

Ich bin nun zufällig im Besitz eines Kontingents guter Werkzeuge und diese kleine Kolonie auf New Hall verfügt über Rinder, die ich gerne hätte. Zu diesem Zeitpunkt würde die Allianz einen Handel kaum gutheißen und alleine die Zölle und Steuern sind viel zu hoch, ganz zu schweigen von der Mautgebühr. Also, sie sehen worauf ich hinauswill.“

„Kein Problem!“ antwortete Ken.

*****

„Kein Problem?“ fragte Elaine, während sie mit der Wind Drake durchs All schossen. „Wir haben genug Probleme. Und dieser Job für Sidious klingt nach weiteren Problemen. Denk daran, wir trauen dem Kerl nicht.“

„Bei ihm weiß man wenigstens woran man ist, Elaine.“, entgegnete Ken. „Schreib lieber weiter in dein Tagebuch und konzentrier dich darauf, Jonathan im Blick zu behalten. Ich glaube der Kerl leidet unter einer Schizophrenie. Jedenfalls habe ich einige Positivsymptome an ihm festgestellt, die mir zu denken geben. Unter anderem seine formalen und inhaltlichen Denkstörungen. Vielleicht irre ich mich ja, aber halt verstärkt Ausschau nach Ich-Störungen bei unserem Piloten, okay?“

„Elaine geht jetzt aus dem Cockpit.“, hörte Elaine just in diesem Augenblick, sagte aber kein Wort. Vielleicht leiden wir hier alle unter einer Schizophrenie, dachte sie, während sie das Cockpit verließ. Oder es ist nur der Stress, überlegte die Companion weiter.

„Moon 37 voraus, Ken.“, meldete Jonathan zufrieden und ließ seine Hände auf der Steuervorrichtung des Firefly-Frachters liegen. Sie hatten das Schiff zurück, wenn auch in leicht beschädigtem Zustand.

Miho hatte die Wind Drake zurückgebracht, doch von Alistair und Spawn keine Spur. Die junge Frau hatte davon berichtet, dass sie und Alistair den Entführern seiner Tochter auf der Spur waren. Doch dann wurden sie in einen Hinterhalt gelockt, Miho verlor das Bewusstsein und erwachte erst an Bord der Wind Drake wieder. Irgend jemand hatte das Schiff Richtung Border Moons geschossen und die junge Freizeit-Öko-Aktivistin hatte beschlossen, dort die anderen Crewmitglieder zur Hilfe zu holen. Allerdings war sich die Crew einig, vorher noch weitere Zylinder aus der Erfurt zu bergen, um diese dann während der Suche nach Alistair gewinnbringend zu verkaufen. Der Captain würde das sicherlich verstehen.

„Was blinken denn da eigentlich für Lichter auf den Sensoren?“ fragte Ken und setzte sich auf den Copilotensitz. Entsetzt riss er seine Augen auf. „Reaver!“ gellte sein Schrei über den Funk.

*****

„Diese Monster haben es wohl auf uns abgesehen.“, meinte Elaine und schnallte sich im Wohnbereich auf dem Sessel an. „Diesmal erschieße ich mich, bevor ich wieder angenagt werde.“

Die Firefly wurde durch einen Treffer erschüttert, Jordan fluchte im Maschinenraum und kümmerte sich um die Reparatur. „Ken, noch so ein Treffer und die Außenhülle ist durch.“, gab schrie die Mechanikerin nach vorne.

Jonathan wich dem nächsten Geschosshagel aus. „Yeah, ich tue was ich kann, Leute. Aber die Reaver sind auch verdammt gut. Auf keinen Fall hirnlose Monster. Ich drehe um und suche im Asteoridengürtel Schutz, der sich um Moon 37 befindet.“

„Mach das.“, stimmte Ken zu und kontrollierte die Sensoren, während Jordan notdürftig eine schwere Keramikplatte über die Strahlenabdeckung anbrachte. Um Strahlungsschäden würde sich Ken später kümmern – falls sie es überlebten.

„Jonathan, bist du beim ersten Flug ebenfalls durch den Gürtel geflogen?“

„Ja, klar.“

„Und eben auch.“

„Ai.“

„Hm, ich glaube, ich weiß wo die Reaver herkommen. Im Gürtel ist ein Nest, zwei weitere kommen auf uns zu.“

„Ta ma de!“ stieß Jonathan hervor und kontrollierte selbst die Sensordaten. „Ich werde versuchen sie zwischen den Felsen auszutricksen, Leute. Haltet euch fest.“

Jonathan überzog die Wind Drake ordentlich und alle hörten erschreckt das Knacken der Außenhülle, das protestierende aufheulen des Antriebs und das jämmerliche Quietschen von Mihos Zähnen.

„Wir haben keinen Anpressdruck wegen den Trägheitsdämpfern, Miho!“, fauchte Elaine. „Hör auf zu dramatisieren.“

In diesem Augenblick kratzte Jonathan an einem der Felsen entlang. Für einen kurzen Augenblick setzten die Trägheitsdämpfer aus und Jordan wurde von den Füßen gerissen. „Vorsicht!“ rief sie und schoss Klebetitan in einen der feinen Risse, die sich gebildet hatten.

Erneut kratzt Jonathan über einen der Asteoriden hinweg und beschädigte dabei das untere Schott. „Duibuqi.“, murmelte er geistesabwesend und blickte auf die Sensoren. „Ken, du musst mir die Informationen zu den Felsen schneller geben. Rein visuell kann ich zu schwer navigieren und lande schneller in einem Nadelöhr, als es uns lieb ist.“

„Buzhikefou.“, entgegnete der Gambler. „Halt dich weiter links, nein, rechts. Duo!“

Die Wind Drake kippte seitlich gegen einen weiteren, viel kleineren Felsen und drehte sich nun mehrmals um sich selbst, stand nun entgegengesetzt und Jonathan ließ an Antrieb aufheulen. Er jagte mit dem eigentlich trägen Raumschiff über die verfolgenden Reaver hinweg und aus dem Feld hinaus. „Keine Sorge, diesmal war es Absicht.“

„Ni de ma de. Tian Xia suo you de ren dou gai si.“, fluchte Ken in sich hinein. „Die wenden und kommen hinterher. Einen hat es aber erwischt.“

„Haben wir irgendeinen Planeten oder was anders in der Nähe, wo wir uns verstecken können?“ fragte Jonathan und Ken ging ihre Optionen durch.

„Durch den Gürtel zurück können wir vergessen, ebenso um Moon 37 herum, da fangen uns die Reaver ab. Wir könnten einen der anderen Border Moons anfliegen, Jonathan. Wie wäre es mit Holy Grale?“

„Das ist eine Kugel voller Spinner.“, jammerte Jordan von hinten. „Religiöse Fanatiker. Und wir können denen doch nicht die Reaver auf den Hals hetzen.“

„Besser als selbst zu sterben.“, sagte Jonathan und setzte den Kurs. „Wir streifen bei denen einfach vorbei und suchen uns ein Versteck, können die ja auch machen.“

Ken dachte über Jordans Worte nach und bekam Gewissensbisse. „Vielleicht doch keine so gute Idee.“

„Die Idee ist hervorragend, glaubt mir. Die haben sicherlich eine planetare Verteidigung.“

„Dein Wort in Gottes Ohr.“

„Hey“, grinste Jonathan, „das ist immerhin Holy Grale.“

*****

Holy Grale, ein Mond mit knapp zehntausend Einwohnern und einem gemeinsamen Glauben an Gott. Auf Grund einmaliger Umstände, war eine Seite des Planeten stets in Sonnenlicht, die andere stets in Dunkelheit getaucht, Himmel und Hölle, Verbrennen oder Erfrieren. Nur in der Nähe des Äquators war es möglich, ein gutes Leben zu führen. Allerdings sahen das die Fanatiker aus San Josef anders und hatten ihre Siedlung so nahe am „Himmel“ gegründet, wie nur irgend möglich.

San Josef, mit gerade mal eintausend Einwohnern und erhöhtem Hautkrebsrisiko offizielle Hauptstadt von Holy Grale, lag in brütender Hitze, als die Wind Drake abseits der Häuser niederging und dabei eine riesige Staubwolke aufwirbelte.

„Da sind sie schon.“, murmelte Ken und zeigte nach draußen. Das übliche Empfangskommando hatte sich in Bewegung gesetzt, um die Ankömmlinge zu begrüßen. „Achtung, Sheriff im Anmarsch. Keine Schusswaffen einsetzen! Ich wiederhole: Keine Schusswaffen einsetzen! Und Ladys, zieht euch bitte züchtig an. Nackte Frauenhaut ist auf Holy Grale eine Sünde.“

Ken und Elaine machte sich nun auf den Weg, um die den Sheriff zu begrüßen, während die anderen in Lauerstellung lagen. Der gute Mann hieß Moses Grey und war ein freundlicher Kerl, der Kens Warnung – die Reaver betreffend – einfach missachtete.

„Guter Mann, in meinem Revolver stecken zwölf Apostel, die jeden schneller Bekehren, als sie laufen können. Und auf der linken Seite trage ich die heilige Schrift im Holster, die mir mit göttlicher Macht zur Seite steht. Seien sie nur beruhigt. Wir halten gleich eine kleine Messe und können dabei Gott bitten, er möge sich der Reaver annehmen. Aber lassen sie ihre Waffen bitte vor der Kirche zurück.“

„Ai, Danke für das Angebot, Sheriff Grey. Wir werden uns die Sache überlegen.“

„Möge Gott sie beschützen, Mister McLoud. Möge Gott sie beschützen.“

Kaum waren Grey und seine Leute weg, arbeitete die Crew einen Plan aus. Jonathan sah betrübt zu Boden. „Lasst es gut sein, es gibt nur eine Möglichkeit, Holy Grey vor einem Überfall zu bewahren.“

Der Blick des Piloten hellte sich schlagartig auf und er sprühte förmlich vor Energie: „Ich werde mit einem der Shuttles losfliegen, die Reaver auf mich aufmerksam machen, in den Asteoridengürtel von Holy Grale fliegen, die Reaver ablenken und dann heil zurückkommen.“

„Möge Gott dich beschützen, Jonathan.“, murmelte Ken nur.

*****

Jonathan machte die Breeze startklar und jagte in den Weltraum hinaus. Auf den Sensoren war keinerlei Ortung auszumachen, aber scheinbar störten die Asteoriden den Scan. Da Jonathan keine Reaver sah, beschloss er im Asteoridengürtel nach ihnen zu suchen. Alles was er entdeckte, war jedoch ein altes gigantisches Kriegsschiff, mit dem Emblem der Shepherdvereinigung. Er hatte die Stern von Betlehem gefunden.

„Unbekanntes Shuttle, docken sie bitte an.“, kam es aus dem Lautsprecher der Funkanlage und Jonathan folgte dem Befehl. Gai si, dachte er, so schützt sich also Holy Grale.

An Bord wurde er von den freundlichen Shepherd empfangen, die ihn auf die Medizinstation brachten. Einer von ihnen, Shepherd Cross, versicherte Jonathan, dass die Reaver keine Gefahr darstellen würden. Das letzte was Jonathan hörte, bevor ihm schwarz vor Augen wurde, waren die Worte: „Gedächtnislöschung“.

*****

„Wir haben ihren Piloten und sein Shuttle etwas weiter draußen gefunden. Er ist wohl abgestürzt und hat sich schwer verletzt. Er liegt nun in unserem Spital, kommt aber schnell wieder auf die Beine.“

Ta ma de, was ist da bloß passiert, dachte sich Ken, während sich Elaine und Jordan beratschlagten. Sie konnten kaum glauben, dass Jonathan abgestürzt sein sollte. Explodiert oder abgeschossen ja, aber eine Bruchlandung klang kaum nach diesem wahnsinnigen, aber hervorragenden Piloten.

„Er wird Morgen wieder auf die Beine kommen und einsatzfähig sein. Hätten sie vielleicht Interesse an einem Auftrag?“ fragte Sheriff Grey.

„Worum geht es denn?“

„Wir müssen einigen Tausend Bibeln nach Bellerophone bringen. Wir können nur wenig zahlen, aber das gerne.“

Da die Crew ebenfalls vor hatte nach Bellerophone zu fliegen, kam ihnen der Vorschlag entgegen.

„In Ordnung, dann verladen wir die Bücher am Abend und Morgen früh ist ihr Pilot wieder fit.“

*****

„Alle Systeme im grünen Bereich, Ken.“, gab Jonathan durch.

„Fühlst du dich gut?“ fragte Elaine nach. Jonathans Gedächtnisverlust irritierte sie leicht.

„Ai, alles in Ordnung. Ich habe nur eine unbegründete Abneigung gegen diesen Planeten. Keine Ahnung warum.“

„Hey, da draußen sind zwei der Arbeiter, die gestern die Bibeln verladen haben. Was wollen die denn, so kurz vor dem Start?“ fragte Ken und machte sich auf den Weg nach unten. Elaine und Miho folgten ihm.

[Fortsetzung folgt]

Nakago

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #40 am: 24. September 2007, 00:14:08 »
Gefällt mir. Da bekommt man richtig Lust wieder mal was im Firefly Universum zu machen.

Hat der SC Kill eigentlich die Gruppe gespalten? Weil der gute Kaptain ist ja seitdem nicht mehr aufgetaucht. Oder hat der Spieler einen neuen SC gemacht?

Taysal

  • Mitglied
    • Taysals Abenteuerland
[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #41 am: 24. September 2007, 13:54:37 »
Zitat von: "Nakago"
Gefällt mir. Da bekommt man richtig Lust wieder mal was im Firefly Universum zu machen.

Hat der SC Kill eigentlich die Gruppe gespalten? Weil der gute Kaptain ist ja seitdem nicht mehr aufgetaucht. Oder hat der Spieler einen neuen SC gemacht?


Es kam kurzfristig eine heftige Diskussion auf und die Gruppe hatte da verschiedene Ansichten. Bei einem gemütlichen Grillabend habe ich den betroffenen und angesäuerten Leute erklärt, dass dieser SC-Tod bedauerlich war, aber von dem betroffenen Spieler herausgefordert wurde.

Die Gruppe hatte das Problem, das einige Spieler auf den Spieler des Captains sauer waren, weil sie sich mit dem Spieler des getöteten SC verbunden fühlten, was ja schön ist. Allerdings läuft das Spiel auf der Charakterebene und da kannten sich alle Beteiligten erst ein paar Stunden.

Nach dem ich das klar gestellt hatte, normalisierte sich alles sofort wieder. Einige der Spieler die sich wegen dem SC-Tod aufgeregt haben, sind derzeit manchmal selbst in Versuchung den neuen Charakter des Demolition Stoned-Spielers über den Haufen zu schießen, da er manchmal "merkwürdige und gruppengefährdende Ideen" hat.

Captain Heinleins Spieler schiebt derzeit ständig Überstunden und seine wenige Freizeit investiert er momentan lieber in seine Band. Dadurch das die neuen Charaktere den Captain nie gesehen haben, entwickelte sich das Gerücht, es gäbe ihn gar nicht. :D

Hm, ich muss dringend an der SH weitermachen, sonst komme ich viel zu sehr in Verzug.   :roll:

Taysal

  • Mitglied
    • Taysals Abenteuerland
[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #42 am: 24. September 2007, 16:55:42 »
So, mal ein kleiner Überblick über meine Firefly-Gruppe:

Klick mich!

Daten sind nicht ganz aktuell, ich schludere da oftmals. :)

Sirius

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[D20 Modern] Es ist wie es ist …!
« Antwort #43 am: 24. September 2007, 23:55:26 »
Ich möchte nur kurz erwähnen, dass ich deine Storyhour gerne lese. Der Schreibstil gefällt mir und das setting ist erfrischend abwechslungsreich im Vergleich zu den "üblichen" D&D-Fantasysettings.
Und jetzt schreib schon weiter . . . ;)