Autor Thema: Lords of Darkness  (Gelesen 20156 mal)

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Boïndil

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Lords of Darkness
« Antwort #15 am: 23. Juni 2007, 20:27:21 »
Bitte weitermachen! Ist gut!
"Hört auf zu reden! Lasst uns Köpfe spalten und Knie zertrümmern!"

Sir Dinadan

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Lords of Darkness
« Antwort #16 am: 24. Juni 2007, 11:33:39 »
Meine Rede!

Gerthrac

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Lords of Darkness
« Antwort #17 am: 25. Juni 2007, 17:31:48 »
Kapitel 7: Messemprar

Messemprar. Letzte Bastion von Unther. Eine Hafenstadt, gebaut aus Lehmhäusern mit Flachdächern, die selten höher als zwei Stockwerke sind. Doch manche Bauten, wie Basare und ähnliches, erhoben sich weiter aus der rotbraunen Tonsee voller enger, gewundener Gassen. Die Stadt war in einen natürlichen Hafen hineingebaut worden, eine Bucht, und über die Hügelkette bis an die versteppte Grenze der Wüste gewachsen, welche südlich davon begann. Im Westen führte die Wüste in die Ebene der Schwarzen Asche, die ihren Namen von den Auswürfen einer Bergkette aus aktiven Vulkanen verdankte, die sich von Nordwesten in einem Kreisbogen nach Südwesten erstreckte, ungefähr 30 Tagesmärsche durch den schwarzen Sand von Messemprar entfernt. Nichts lebte dort, und die Temperaturen waren so mörderisch, dass manchmal der Sand selbst zu Glas verschmolz.

Und doch hatte Gilgeam, Gott der Untherer und in der Zeit der Sorgen von Tiamat getötet, dort eine Zitadelle erbauen lassen, welche als unbesiegbare Bastion für die Führungskräfte seines Militärs dienen sollte, die dort mit neuartigen Taktiken und Waffen experimentierten. Bedauerlicherweise war die ganze Führungsriege der gottlos gewordenen Nation 1370 während eines Vulkanausbruches getötet worden, unter meterdicker toxischer Asche begraben oder an den Vulkangasen jämmerlich erstickt. Der Pharaoh von Mulhorand hatte ein Expeditionskorps dorthin entsendet, um die magischen Waffen und anderweitigen Relikte zu bergen, doch waren die Paladine auf überraschenden Widerstand gestoßen, vor allem in Form von Huecuvas, den untoten Überresten gottverlassener Gläubiger.

Das Schiff wurde schon vor dem Anlegen regelrecht belagert. Der Hunger lachte aus hohlen Gesichtern, schmutzige Kinder und Frauen mit Neugeborenen drängten sich an die Blutkrake. Die Karavelle legte an, und sogleich waren Soldaten und ein Offizieller der Stadt da, um die Ladung zu löschen. Die Gruppe stand am Kai, und versuchte, dem Gedränge aus dem Weg zu gehen so gut es eben ging. Heram konnte beobachten, wie ein Angler seinen Fang an der Menge vorbeischmuggelte, nur um von einer jungen, hübschen, aber sehr dünnen Frau abgefangen zu werden, die ihn stürmisch küsste und in eine Gasse zerrte. Gleich danach kam die junge Frau wieder heraus, knöpfte sich das Hemd zu und versteckte den Griff eines Dolches darin. In der anderen Hand hielt sie den Fisch. Der Waldläufer gestattete sich ein müdes Lächeln.

„Na dann. Suchen wir uns erst mal eine Bleibe.“ Schlug Teldra vor. „Ich sehe da nur ein Problem…“

Rakis sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen fragend an.

„Wir sprechen kein Untherisch.“

Der Gedankenkrieger verzog das Gesicht.

„Ha! Zufällig habe ich einen Zauber eingeprägt, der dieses Problem löst!“ trompetete Caloras.

Sergenas sah hinter seinem Rücken zu Rakis und rollte mit den Augen.

„Dann, Herr Priester, sucht IHR uns eben eine Bleibe und später suchen wir dann nach Milos Gassenblut.“ Sagte die Zauberdiebin.

„Dann folgt mir mal.“ Sagte Caloras jetzt ruhiger.

Er fragte sich etwas durch und bald stand die Gruppe in einer Seitenstraße vor einem Tavernenschild, das eine seltsame Vase, laut Heram eine Amphore, in roter Farbe aufgemalt hatte. Die Gasse war dicht mit Gebäuden zugebaut und gerade zwei Meter breit, sodass man Schatten hatte. Staub lag auf den Pflastersteinen. Caloras grinste.
„Dann mal rein in die gute Stube.“ Und betrat den Schankraum.

Die Taverne sah so ungewöhnlich nicht aus, es gab einen Tresen, der fast frei im Raum stand, und mehrere große Tische mit Holzbänken. Stühle gab es keine, und die Bänke hatten keine Lehne. An der Wand, an der der Tresen endete, waren Holzregale angebaut, auf denen wohl normalerweise irgendwelche Vorräte lagern sollten, doch herrschte gähnende Leere. Ein magerer südländischer Mensch stand hinter der Theke und wusch leere Amphoren aus.

Er blickte auf und sagte mürrisch auf Untheri:
„Tut mir leid, wir haben geschlossen. Wir können Euch nichts mehr anbieten, und wir nehmen kein Geld mehr an, es ist eh wertlos geworden.“

Caloras antwortete:  „Kossuth zum Gruße. Seid nicht so vorschnell mit eurem Urteil. Ich glaube, wir haben das geeignete Mittel, um uns euer Wohlwollen zu sichern.“

Der Wirt starrte den Kleriker in seiner Ritterrüstung an. Caloras lächelte zurück. Der Wirt starrte immer noch.

Dann schrie er:

„AAALLLAAAARRRMMM!!! Wir haben einen Spion des Pharaohs hier! HILFE!!“

Der Elementargelehrte hatte Mulhorandi gesprochen.

Caloras wirkte einen Zauber, der dem Wirt den Körper lähmen sollte, doch dessen Panik ließ ihn die Magie offenbar völlig ignorieren.

Der Kleriker drehte sich um. Von Ferne hörte er Geschrei von Stadtwachen.

Der Rest der Gruppe war verschwunden.

Lords of Darkness
« Antwort #18 am: 25. Juni 2007, 23:45:07 »
Ich finds auch gut. Weiß manchmal nur net, ob/was ich anmerken soll. Aber bei einer Taverne namens "Kupferkrone" musste ich doch schmunzeln. Da werden Erinnerungen wach...
"die untoten Drachen werden die Welt beherrschen"

Hadriel

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Lords of Darkness
« Antwort #19 am: 26. Juni 2007, 16:10:35 »
Also ich als Spieler von Heram finde es auch gut mal wieder zu lesen, was denn in unserer vorletzten Kampagne so alles passiert ist.
Mach weiter!
Auch wenn wir uns öfters saudumm angestellt haben, besonders der Kleriker... :roll:

Scardon

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Lords of Darkness
« Antwort #20 am: 26. Juni 2007, 20:33:10 »
Mir gefällt die SH bisher sehr gut. Besonders die Landschaftsbeschreibungen sind Klasse. :)
Weiter so, ich bin gespannt, wie's weiter geht.

Alcarin

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Lords of Darkness
« Antwort #21 am: 27. Juni 2007, 12:07:08 »
Aber hallo, weiter so Gerd ;)
Brauch Lesestoff...

PS: Mich wunderts immernoch, dass Kossuth bei Caloras nich selbst hand angelegt hat und ihm den Hals umgedreht hat ;P

Mfg
Alcarin aka Sergenas
百聞不如一見。 / 百闻不如一见。 -  Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.

Gerthrac

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Lords of Darkness
« Antwort #22 am: 28. Juni 2007, 21:06:01 »
So denn, Stoff fürs Wochenende. :)

Kapitel 8: Die Kupferkrone
[/u]

Sergenas, Rakis, Heram und Teldra waren einfach wie unbeteiligte Passanten weitergegangen, als der Wirt anfing, herumzuschreien wie ein Goblin am Spieß. Weit hinter ihnen hörten sie Caloras aus der Taverne scheppern, doch keiner drehte sich um oder gab ihm irgendein Zeichen. Also sie auf einer größeren Straße ankamen und um die Ecke bogen, zügig weitermarschierend, übernahm die verschleierte Frau, die ihnen gegen die Hügelriesen geholfen hatte, und die auch auf dem Schiff gereist war, die Führung.

„Folgt mir möglichst unauffällig. Milos lässt grüßen.“ Und bewegte sich durch die Straßen von Messemprar mit solcher Leichtigkeit, als ob sie dort geboren wäre.

Rakis schaute die kleine Frau verblüfft an, doch warf er seinen Gefährten einen Blick zu und sah, dass sich keiner beschwerte. Also hielt er ebenfalls den Mund und folgte ihr so unauffällig es dem Gedankenkrieger möglich war. Sie führte die Gruppe an den Hang einer der Hügel, die die neueren Gebiete der Stadt kennzeichneten. An einer anderen Taverne, auf deren Schild eine Kupferkrone befestigt war, machte sie halt.
Sie klopfte in einem bestimmten Rhythmus gegen das verblichene Holz der Eingangstür, und nach einer halben Minute konnte man einen schweren Riegel hören, der zurückgeschlagen wurde.

Die Tür öffnete sich knarrend und als sich die Gruppe an das im inneren herrschende Halbdunkel gewöhnt hatte, sahen sie…

„Dairon!“ entfuhr es Heram.

Dairon lächelte. Eigentlich war er viel zu braun gebrannt, um Dairon zu sein, aber dennoch war die Ähnlichkeit verstörend. „Nein, nicht ganz Dairon. Ich bin sein Vetter. Asharam Pereandros, Tyrannos mit euch.“

„Oh.“

Asharam trug einen kupferfarbenen Feldharnisch, auf seinem Rücken konnte man ein Schild und ein Bastardschwert erkennen. Er trug außerdem einen schwarzen Stoffumhang. Er schwitzte nicht und ließ kein Zeichen des Unwohlseins ob seiner schweren Rüstung in dieser Hitze erkennen. Als er sich umdrehte, um Platz zu machen, konnte man einen Blick auf das Innere der Taverne erhaschen. Sie sah genauso aus wie die Amphore, doch sah man Nahrungsmittel auf den Regalen. Am Tresen stand eine Halbelfe und schaute mürrisch aus der Wäsche.

„Hinsetzen.“ Die Anweisung kam sehr ruhig, doch konnte man Dairons Tonfall unmissverständlich darin erkennen.

Nachdem die Gruppe Platz genommen hatte, fing Asharam an, die Gegebenheiten der Stadt zu erläutern. Während des Gespräches nahm er ein vertrocknetes Fladenbrot und wies darauf hin, dass der Preis dafür auf mittlerweile 20 Goldstücke gestiegen war, und dass die Kleriker der Stadt keine Zauber mehr zur Verfügung hatten, weil alle nur noch Nahrung erschufen oder frisch halten mussten. Außerdem bemerkte er, dass alle Kleriker sofort zwangsverpflichtet würden, der Stadt zu dienen, egal welche Gottheit sie hatten, da Gilgeam, der Schutzgott der Untherer, ja seit mittlerweile über 15 Jahren tot war.

„Und wie kommen wir aus der Stadt heraus? Die sieht ja mächtig umzingelt aus, mit einem großen Belagerungsring, Seeblockade und so weiter.“ Sagte Rakis.

„Nun ja, Fliegen ist schwierig mit den ganzen Winden, außerdem haben die Mulhorandi auch an diese Möglichkeit gedacht und Anti-Luft-Hornissengeschütze in Stellung gebracht.“ antwortete Asharam. „Es gäbe da aber eine Möglichkeit…“

Sergenas lehnte sich über den Tisch und sah den braungebrannten Kämpfer erwartungsvoll und ungeduldig an. „Ja dann nehmen wir die, raus damit.“

An Asharams Statt antwortete die junge Frau mit heller Haut, rotem Haar und grünen Augen, die ihren Schleier abgelegt hatte und von Asharam als Mara Durindfeuer vorgestellt wurde, eine Hexe: „Es gibt in Messemprar eine große Höhle, die früher eine Art natürlicher unterirdischer Hafen war, bis ihr Eingang unter dem Beschuss der Katapulte einstürzte und einen Großteil der untherischen Flotte einsperrte.
Der sogenannte Alte Hafen.
Wir kennen einen Eingang zu diesem Hafen, und von dort gibt es angeblich Katakomben, die in einen alten Schrein von Gilgeam ein paar Meilen westlich der Stadt führen, außerhalb des Belagerungsringes. Wenn ihr da durchgeht steht ihr fast schon im Sand.“

Heram wurde neugierig. „Woher kennt ihr denn den Zugang?“

„Wir haben an einer Operation teilgenommen, die Nahrungsmittel, Tyrannoskleriker, Magier und andere Waffen nach Messemprar bringen sollte. Unsere Partner waren so dankbar, dass sie uns die Existenz des Tunnels verrieten. Allerdings wurde er noch nicht kartographiert.“
sagte Asharam und nahm einen Schluck Wasser aus seinem Tonbecher.

„Ich schätze, um den Glauben an den Fürsten der Finsternis auch hier in Unther zu verbreiten, oder?“ Merkte Sergenas mit leichtem Grinsen an.

Asharam wurde ernst. „Nein, ich bin in erster Linie Zentharim, und nicht Tyrannit. Mein Vetter hält es andersrum, vergesst das nie.
Wir wollen nur Streitkräfte des Pharaohs so lange wie möglich binden, um eine größere Operation in der Mondseeregion durchführen zu können, ohne uns Sorgen um übereifrige Mulhorandi zu machen, die ihre Nasen in Dinge stecken, die sie nichts angehen. Unther in der Lage zu halten, Widerstand gegen die Besatzung zu leisten, ist der effizienteste Weg dazu. Das ist alles.
Keine ideologischen Hintergründe. “ Er stellte den Krug auf den Tisch. „Fragen?“

„Ja, wie kommen wir in den Alten Hafen?“ fragte Heram.

„Ich werde euch morgen früh hinbringen.“

„Ihr wollt uns begleiten?“ Rakis war erstaunt.

„Bis zur Stadtgrenze auf jeden Fall. Ich will mir den Weg ja auch ansehen. Ich denke, wir werden ihn hier noch brauchen.“

Er wandte sich der Halbelfe zu. “Zeig ihnen ihre Zimmer.“



P.S.: Landschaftsbeschreibungen? Ich wollte eher die Kämpfe actionreich beschreiben. :oops:

Aber danke für das Lob. :)

Gerthrac

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Lords of Darkness
« Antwort #23 am: 02. Juli 2007, 18:56:34 »
Kapitel 9: Der Alte Hafen

Die Zimmer erwiesen sich als sehr komfortabel, mit großen Fenstern, die Luftzug vom Meer erlaubten, und bauschigen Vorhängen. Die Gefährten verbrachten die Nacht ungestört, und am nächsten Morgen versammelte man sich um einen einigermaßen opulent gedeckten Frühstückstisch.

„Was machen wir mit dem Kleriker? Ich habe gehört dass er verhaftet wurde und nun im Stadtgefängnis unter Aufsicht Nahrung erschaffen muss. Wollt ihr ihn rausholen?“

Sergenas öffnete schon den Mund um laut „NEIN!!“ zu schreien, doch kam ihm Heram zuvor. „Ich würde ihn schon mitnehmen. Wir brauchen Wasser und Nahrung in der Wüste. Werden wir reiten?“

Asharam schüttelte den Kopf. “Jedes Reittier stirbt in kurzer Zeit in de Wüste der schwarzen Asche. Das Zeug ist giftig, müsst ihr wissen.“

Heram sah Sergenas an. „Ein Grund mehr, ihn mitzunehmen.“

Sergenas setzte schon zu einer Tirade an, doch bekam er sich in den Griff und begnügte sich damit, leise vor sich hin zu brummeln und zu schimpfen.

Rakis’ Kettenhemd klirrte leise, als er aufstand. „Na gut. Wo wird er gefangen gehalten?“

Asharam stand auch auf. „ Ich bringe euch hin.“

***

Caloras wurde gegen ein Bestechungsgeld freigekauft, mit der Auflage, weiter Nahrung für die Stadt zu erzeugen, was man geflissentlich ignorierte, doch sein magischer Streitkolben wurde ebenfalls konfisziert.

Und so war er nicht eben glücklich über seine Befreiung.

„… das war ein Zauberspeicherstreitkolben, da konnte ich Zauber hineinwirken, zum Beispiel einen Finsteren Bolzen, und den dann im Kampf auf einen Gegner auftreffen lassen! Ich kann nicht glauben, dass ihr das getan habt…“

Sergenas holte tief Luft.

„Ihr werdet jetzt euer Gejammer einstellen, den Mund halten und uns zum Alten Hafen folgen. Wenn ich noch einmal das Wort „Streitkolben“ aus eurem Munde höre, oder eine Umschreibung davon, dann werde ich euch zeigen, was man mit Feuer alles anstellen kann. Und ich will ehrlich zu Euch sein. Das wird unglaublich weh tun.“

Asharam sagte all das mit einer fast gletscherhaften Ruhe, doch konnte Rakis hinter der Fassade eine unglaubliche, brodelnde Wut entdecken, ersichtlich an der Art, wie Asharams rechte panzerbehandschuhte Hand sich kurz zu einer Klaue verkrampft hatte, als er zu sprechen begonnen hatte.

Nicht einmal Dairon war so reizbar. Rakis schwieg dazu, wie immer. Sollte der Kossuth-Pfaffe doch mit Asharam anecken, wie er wollte…

Caloras hatte wohl begriffen, dass er mit Jammern sein Ansehen innerhalb der Gruppe nicht eben verbessern würde, und schwieg. Asharam führte die Gruppe nach Westen, zu den Hügeln, doch hielt er sich relativ niedrig. Irgendwann kam man zu einem Trümmerhaufen, der wohl einmal ein Haus gewesen war, ein Handelskontor oder ähnliches, und Asharam lotste die Gruppe über meterhohe Trümmer in die Mitte der Ruine. Ein nachträglich freigelegter Schacht führte über eine Treppe nach unten. Die Konstruktion hatte den Gebäudeeinsturz wohl ohne große Schäden überstanden.

„Da runter.“

Und einer nach dem anderen stieg die Gruppe in die Finsternis.

Caloras hatte eine Fackel entzündet, worauf Sergenas schnaubte und die Macht seiner Vorfahren nutzte um im Dunkeln sehen zu können. Teldra schlich leise voraus, knapp außerhalb des Fackelscheins. So ging es durch eine Passage aus rotem Sandstein nach der anderen, und anscheinend waren diese Tunnel vor langer Zeit einmal für sehr viel Verkehr angelegt worden, vor allem Fußgänger. Der Weg war knapp zehn Meter breit, eine halbe Promenade. Überall waren zerstörte in den Fels gehauene Kammern zu sehen, wohl einmal eine Art Markt unter der Erde. Logisch, wenn man bedachte, dass früher Segler, die aus dem Alten Hafen kamen, hier durch mussten um in die Stadt zu gelangen.

Heram und Teldra bildeten die Vorhut, und so waren sie die ersten beiden, die nach einer halben Stunde Marsch in einer großen mit Meerwasser gefüllten Kaverne ankamen, um deren Rand Holzstege gebaut worden waren, die zwar schon etwas morsch, aber noch benutzbar wirkten.

Überall aus dem Wasser ragten die Masten längst untergegangener Schiffe, die von Trümmern der Decke zerschlagen worden waren.  
 
Als der Rest der Gruppe ankam, hatten die beiden sich schon umgesehen. Der Steg führte zu einer Promenade, 15 Fuß breit, ebenfalls auf Holzstelzen, an der auf Pfahlbauten kleine Häuser und Marktstände errichtet worden waren. Doch nun lag alles verlassen da.
Vorsichtig ging die Gruppe weiter. Die Planken knarzten und ächzten bei jedem Schritt, viel mehr, als man es von so neu aussehendem Holz gewohnt war.

Heram hob die Hand.

„Die schon wieder.“

Topas

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Lords of Darkness
« Antwort #24 am: 03. Juli 2007, 19:11:45 »
Wollte auch mal anmerken dass ich hier mitlese, wenn auch recht still. Also weiter.
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

kreuzi

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Lords of Darkness
« Antwort #25 am: 06. Juli 2007, 15:19:05 »
Hallo,

auch ich lese die Story sehr gerne. Wann geht's denn weiter  :) ?

Gruss,

Kreuzi

Klingentänzer

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Lords of Darkness
« Antwort #26 am: 07. Juli 2007, 00:52:33 »
Sehr sehr nett...oder eben auch nicht ;)
Es ist ja schon fast ein Wunder, daß die (böse) Gruppe den Kleriker bisher am Leben gelassen hat...
------Narz!-------

ich bin SO mit Dona Barrikate ;)

Gerthrac

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Lords of Darkness
« Antwort #27 am: 07. Juli 2007, 11:55:17 »
Danke für die Antworten:).

Also ich denke heute werde ich ein weiteres Kapitel fertig stellen können. Dieses WE auf jeden Fall.

Ansonsten braucht die Gruppe den Kleriker ja noch... fragt sich nur wie lange. :akuma:

Gerthrac

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Lords of Darkness
« Antwort #28 am: 07. Juli 2007, 12:55:09 »
Also dann, hier ist Stoff fürs Wochenende.

Kapitel 10: Flammen aus der Tiefe

Drei inzwischen vertraute in gelbgrüne Flammen gehüllte runenverzierte Schädel brachen aus dem Wasser, irre lachend wie die Verdammten im Abyss.

Doch diesmal reagierte die Gruppe schnell und sehr gewaltsam.

„Feuerfürst, zeige deine brennende Pracht und diesen unheiligen Kreaturen, wer ihr wahrer Herrscher ist!“ schrie Caloras hinaus, eine Druckwelle aus rötlicher negativer Energie ging von ihm aus, doch wurde die Energie 3 Meter vor dem nächsten Flammenschädel absorbiert. Anscheinend war noch etwas Untotes in der Nähe.

Rakis rückte entschlossen vor, doch wankte er kurz in seinem Entschluss, als die nächste Planke, auf die er trat, laut knarzte und krachte.
Asharam war nicht so zögerlich. Heram sah, wie sein Gesicht sich zu einer Maske der Wut verzog, und er sein Schwert zog, aus dem plötzlich widernatürlich heiße Flammen schossen. Und dann rannte er los. Die Schädel antworteten mit Feuerstrahlen aus ihre Augen, doch Asharam war völlig unbeeindruckt davon, obwohl sie ihn trafen. Der nächste Schädel schoss einen Strahl der Erschöpfung ab, doch plötzlich war Asharam in eine rotviolette Aura gehüllt, die gleiche Farbe wie das Feuer seiner Waffe, und dadurch wurde der Strahl abgelenkt.

Heram zog seinen Bogen und begann, die Schädel unter Feuer zu nehmen. Diesmal schaffte er es auch ,echten Schaden anzurichten, und einer der Schädel zerbrach unter dem Sperrfeuer in gelb leuchtenden Staub, der auf die schwarze Wasseroberfläche herabrieselte.

Sergenas hatte ebenfalls aus der letzten Begegnung gelernt, und verzichtete nun auf elementare Magie. Stattdessen wandte er nun einen seiner ältesten und verlässlichsten Zauber an: das Magische Geschoss. Doch nutzte er seine arkane Macht, um die Geschosse mit mehr Wucht als normal einschlagen zu lassen. Ein weiterer Schädel wurde durch die Luft geschleudert, und zerbrach schließlich unter Teldras Armbrustbolzen.

Asharam konnte nach einem Schädel schlagen, der sich törichterweise in Nahkampfreichweite auf der Brücke begeben hatte, doch nun krachte es zu seinen und Rakis’ Füßen.

„Das darf jetzt nicht wahr sein…“

Der Steg gab nach und beide Krieger stürzten ins kalte Wasser.

Asharam konnte sich am Stegpfosten im Wasser festhalten, während Rakis unglaublicherweise einfach den Pfosten hinauf rannte und wieder auf dem Steg ankam in weniger als drei Sekunden.

Das ließ Asharam allein im Wasser.

Nein, nicht ganz allein, dachte er sich, als er hinter sich eine Veränderung des Wasserdruckes spürte. Er wandte sich um, und starrte auf eine Abscheulichkeit:
 
Ein skelettierter Mensch, doch in seinem Brustkorb war eine fleischfarbene Masse, die sich ununterbrochen wand, und ruhelos zu zucken schien. Die Masse setzte sich bis in seinen Mund fort, wo sie in einer mit Klauen versehenen Zunge endete, ebenso in seine Hände.
Und diese Hände schlugen jetzt nach ihm. Die Linke ließ er einfach an seiner Rüstung abprallen, doch die Rechte erwische ihn an der Halsberge.

„Schei…ße!“ entfuhr es dem Krieger, als Kälte durch seine Gliedmaßen kroch, und seine Muskeln zu lähmen drohte.

Doch nun erwachte etwas anderes in ihm.

Zorn.

Tief in jeder Seele war ein Brunnen. Und tief in diesem Brunnen, schlug ein Funke, der durch jede Beleidigung, jeden Schlag, jede Zurückweisung am Brennen gehalten wurde. Normale Menschen vergaßen oder verdrängten diesen Funken, so weit es ging. Barbaren nutzten ihn, um ihre Körper über ihre Grenzen hinaus zu treiben. Doch war er auch nur ein Funke bei ihnen.

Asharam nährte den Funken, gab ihm Futter, bis er zu einer Flamme angewachsen war, zu einem Feuer, einem Brand, und schließlich zu einem Feuersturm, der sich in seiner Gier nach Brennstoff von selbst den Brunnen  hinauf fraß.

Und dann brach das Feuer aus dem Brunnen.

Flammen, die länger waren als mundanes Feuer, bei denen nach rot noch violett im Spektrum war, drei an der Zahl, erschienen aus dem Nichts und begannen, um Asharam herumzuwirbeln. Wasser verdampfte, und eine Säule heißen Dampfes brach aus dem Loch, das sein Sturz im Steg hinterlassen hatte.

Und es kochte den Untoten. Die Knochen schwärzten sich und brachen, das Fleisch färbte sich erst rot, dann weiß, und dann schwarz und fiel von den knackenden Knochen. Der Untote hatte Asharam im Wasser festhalten wollen, doch nun war es Asharam, der ihn festhielt.
Asharam meinte fast, so etwas wie Panik in den Bewegungen des Untoten zu erkennen, als schließlich das Feuer sich durch sein Rückgrat gebrannt hatte und er in Einzelteile zerfiel. Ein wildes Grinsen der Befriedigung erschien auf dem Gesicht des Kriegers.

Er kletterte aus dem Wasser. Auf dem Weg nach oben stellte er fest, dass die Stege von unten stark angekohlt waren. Die Schädel hatten wohl Vorarbeit geleistet.

Und er sah die Agenten der Kirche oben stehen. Anscheineind hatten sie auch sein Gesicht gesehen, denn sie starrten ihn mit großen Augen an, einige wachsam, andere furchterfüllt.

Er seufzte. Schon wieder musste er es erklären.

kreuzi

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Lords of Darkness
« Antwort #29 am: 12. Juli 2007, 14:58:32 »
Oh ja,

bitte erklär doch mal ?!

Gruss,

Kreuzi