Autor Thema: Kampagne ausdenken  (Gelesen 3377 mal)

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Skie

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Kampagne ausdenken
« am: 11. April 2004, 14:32:15 »
 Hi,
ich bin gerade dabei, eine Kampagne für meine Spieler zu entwerfen. Die grobe Story weis ich schon, doch jetzt stellt sich die Frage: Soll ich jedes einzelne Teilabenteuer in dieser Kampagne komplett ausarbeiten, mit Beschreibung von Räumen, NSCs, usw. , oder soll ich jedes Abenteuer, bis auf die Gegner natürlich, nur grob ausarbeiten, damit die Spieler genügend Freiraum für eigene Handlungen haben? Das Problem, was ich habe, ist, dass in der Kampagne keine geradlinigen Dungeon-Abenteuer bestanden werden müssen, sondern das die gesamte Kampagne eher aus Detektivarbeit der SCs bestehen wird. Sie werden also sehr viele Möglichkeiten haben, was es für mich erschwert, ein Abenteuer zu entwerfen. Also frage ich mich: Wie macht ihr das? Entwerft ihr ein Abenteuer nur sehr grob und lasst dann die Spieler frei handeln, oder entwerft ihr Abenteuer so detailreich, wie z.B. offizielle Abenteuer, also mit Karten, kompletten Raumbeschreibungen, usw.?

Nailom

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Kampagne ausdenken
« Antwort #1 am: 11. April 2004, 15:35:50 »
 Ein bisschen mehr Infos wären schon nett. Ansonsten, würde ich die Hauptstoryline detailiert ausarbeiten, mir aber nicht ganz so viel Mühe mit dem dazwischen machen. Hier vielleicht sogar auf ein paar vorgefertigte Sachen zurückgreifen. Z.B. habe ich meine Spieler, als sie mal wieder völlig von der Storyline waren einfach durch Lord of the Iron Fortress gejagt, während ich mir überlegt habe, wie ich sie wieder zurückbringe, es kann also nciht schaden ein paar Universal einsetzbare Begegnungen zu haben, für den Fall, dass den Spielern zwischendrin mal langweilig wird, allerdings sollte man hier Hinweise geben, dass dies nur Nebenschauplätze sind, sonst verennen sich die Spieler hoffnungslos in Sinnlosen Nebenquests und falschen Fährten.

MFG Nailom
Ikkaan: ...ich eine etwa dreijährige Rollenspielpause eingelegt. Ich hatte schlicht und einfach keine Lust - ich hab es nicht gebraucht. Mir gings gut

Deus Figendi

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Kampagne ausdenken
« Antwort #2 am: 12. April 2004, 08:21:43 »
 Ich mache das meist sehr Detailreich, allerdings reichen da manchmal auch doch grobe Beschreibungen, mein letztes "Detektiv-Quest" (das lief fast wie ein PC-Adveture, man muss in da hin, den Gegenstand hohlen, ihn dort einsetzen...) fand in einem Kloster statt. Das Kloster bestand aus 4 Gebäuden, der Bibliothek, dem Wachturm, den "Wohnräumen" (auch essen, schlafen, Schulung...) und einer Art Kapelle. Das ganze ist natürlich recht christlich. In meinen Unterlagen war die Kapelle (ich nannte sie "Bethaus") sehr knapp beschrieben "wie eine christliche Kirche ohne Kreuze an den Wänden", da ich noch nie von "Jesus von Greyhawk" gehört hatte.  :D (am Spielabend habe ich das ganze natürlich mehr ausgeschmückt, aber diese Beschreibung in meinen Unterlagen half bei einer recht exakten Vorstellung) Aber ansonsten setze ich meist auf Detailreichtum um nicht in die Verlegenheit zu geraten irgentwo ein Improvisationsloch zu haben. Leide fürte das bei meinem letzten Abenteuer dazu, dass wir die 60 Seiten, die ich getippt hatte in ca. 8-10 Stunden durch hatten. Das ärgert natürlich ein wenig "zwei Monate Arbeit (die natürlich Spaß gemacht hat) für 1 1/2 Spielabende hmpf"

Auszug aus dem Abenteuer: (kursiv geschriebenes lese ich direkt vor)
Zitat

1.3.4)Die „Lebensräume“ (Wohngebäude)
Ihr öffnet die Tür zu den Lebensräumen, ein langer Flur eröffnet sich vor euch, von den mehrere Türen abgehen. An jeder Tür steht ein Türschild und am ende des Flures geht eine Wendeltreppe in den Zweiten Stock sowie in den Keller. Die Türschilder entsprechen den Kapitelnamen (1.3.4.a bis 1.3.4.g) und die Türen sind wie Hausnummern angelegt d.h. a liegt neben c und gegenüber von b. Dabei ist der Speisesaal (1.3.4.a) beim hereinkommen die erste Tür rechts.
1.3.4.a)Speisesaal
DER RAUM KANN VERSCHLOSSEN SEIN, WENN DIE CHARAKTERE VOM FLUR KOMMEN, MUSS ER ABER NICHT!!!
Ihr tretet also in den Speisesaal, viele Tische stehen hier und an jedem stehen sechs Stühle. (Je nach Tageszeit speisen hier alle Mönche, andernfalls ist der gesamte Raum völlig leer) An der Nordseite des Raumes befindet sich eine Tür, die offenbar in die Küche (1.3.4.c) führt. Der Raum ist mit Fenstern beleuchtet, die an der Ostseite hoch unter der Decke in die Wand eingelassen sind. Insgesamt ist der Raum spartanisch gehalten und kalt. Wenn der Raum leer ist können sich die Charaktere umsehen und die Parole in einen Tisch eingeritzt finden. Wenn der Raum belebt ist passiert folgendes: Auf fast allen Stühlen sitzen Mönche, die schweigend speisen. Als einer von ihnen von seinem Teller aufsieht, erblickt er euch und winkt euch zu: „He ihr, steht dort doch nicht so verloren herum, schnappt euch einen Teller und setzt euch zu uns, hier sind noch Plätze frei“. Er deutet auf einen Tisch neben der Tür zur Küche, der mit einigen erbärmlichen aber warmen Speisen sowie mit einen Stapel Teller ausgestattet ist. Die Charaktere sollten sich etwas zu essen hohlen und sich zu dem Mönch setzen. Andernfalls wiederholt er seine Aufforderung(es sei denn natürlich, dass die Charaktere den Raum verlassen). „Eigentlich dürfen wir während des Essens nicht sprechen aber diese Regel gilt nicht, wenn Besucher da sind. Wo kommt ihr her? ...
[/B]
und so fort...

/EDIT: PS: Die Idee zu dem Quest entstammt lustigerweise aus "Der Name der Rose", ist dann aber irgentwie ganz anders geworden. (Keine vergifteten Bücher, die der blinde Abt... naja halt anders)
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Korris

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Kampagne ausdenken
« Antwort #3 am: 12. April 2004, 08:25:04 »
 Ich mache es meist so das ich den Hauptplot im Kopf habe und wie die Kampagne im Prinzip endet. Die Abenteuer dazwischen mach ich immer Abend für Abend. Bei mir ist es meist so das die Spieler immer etwas anders agieren wie ich es geplant habe und da ein Abenteuer weiter ausarbeiten als gespielt wird würde nicht gut gehen. Vielleicht sind deine Spieler da anders....... Ich versuche ihnen immer genug Freiraum zu geben damit sie verschiedene Möglichkeiten haben das Problem zu lösen. Ich hoffe ich konnte bisschen helfen.

mfg
Korris  

Kilamar

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #4 am: 12. April 2004, 09:40:53 »
 Eine ganze Kampagne als Detailplan halte ich für sehr viel Arbeit, besonders wenn die Spieler nicht das machen was der SL wollte.

Wie die anderen schon sagten mache ich erstmal die grobe Struktur (Handlungsstränge, Lokalitäten, damit meine ich nur die Position auf der Karte).
Vor jedem Abenteuer werden die Orte und Handlungen, die sie erreichen könnten ein bischen weiter ausgebaut. Ich überlege mir ein paar NSC (Werte gibt es nur für Gegner oder wichtige Personen). Das wichtigste ist die Namensliste. Vor jedem Abenteuer mache ich mir eine lange Namensliste für Männer und Frauen, Monster und Menschen. Damit kann ich während der Sitzung spontan NSC erschaffen und meiner Kampagne zuführen.
Durch meine Notizen während des Abentuers wächst meine Kampagne machnmal schneller als in der Vorbereitung.

Kilamar

Pestbeule (gastmod)

  • Gast
Kampagne ausdenken
« Antwort #5 am: 13. April 2004, 14:44:46 »
 Arbeite einfach den Schauplatz des Geschehens gut aus und die NSC. Vor allem die NSC sollten lebendig und echt wirken und gut ausgebarbeitet sein (und das meine ich nicht im BEzug auf Werte): Pics, Hintergrund, Ziele, Motivation...
Dann würde ich mir einen Zeitplan ausarbeiten: Was passsiert wann wenn die Spieler was getan haben. Oder nicht getan haben...

Buddha

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #6 am: 13. April 2004, 16:12:10 »
 gerade bei so einer Kampagne kann ich dir nur empfehlen, dich nicht in Details zu verlieren. Überleg dir lieber den groben Rahmen und dann konzentriere dich auf ein paar ausgefallenere Dinge, die du unbedingt drin haben willst, und die du auf keinen Fall improvisieren kannst.
Bereite ja nicht zuviel auf einmal vor, du weisst bei der Art Kampagne nie, was die Spieler als nächstes anders machen, als du geplant hattest.  Und dann war die Arbeit umsonst.

Lieber mal etwas improvisieren und so den Spielern absolute Freiheit und Macht vorgaukeln :)
Marge, setz Kaffee auf, dann trink den Kaffee und fang an Burger zu machen!

Belharkar

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #7 am: 13. April 2004, 18:11:30 »
 Arbeit wie Deus Figendi sie sich macht halte ich für zuviel des Guten, sich z.b. die Sätze der NSCs genau zurechtlegen oder im Grunde unwichtige Details wie die Anzahl der Stühle auszuarbeiten macht nur Arbeit, die man auch am spontan am Spieltisch erledigen kann.
I will bathe in your blood with lavender bath gel and a good loofa!

Buddha

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #8 am: 13. April 2004, 18:45:31 »
 wobei natürlich gar keine Vorbereitung auch schrott ist und zu immer wiederkehrenden Szenen führt, die Kneipe ist verraucht und mit Schurken besetzt, der Wirt ist fett und hat eine dreckige weisse Schürze etc

Aber ich konzentriere mich dann zumindest auf die besonderen Stellen eines Spielabends, dass, was anders seien soll als gewöhnlich.

Ich persönlich finde vorgelesene Parts besonders langweilig, weil dann der Augenkontakt verloren geht und die Spieler schnell unaufmerksam werden. Allerdings bin ich hier wohl von meinem ersten Meister vorgeschädigt, vereinzelt kann das sicherlich sehr gut wirken, besonders als Einleitung oder bei Ritualen etc.
Marge, setz Kaffee auf, dann trink den Kaffee und fang an Burger zu machen!

Deus Figendi

  • Administrator
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Kampagne ausdenken
« Antwort #9 am: 13. April 2004, 22:02:32 »
 :offtopic: :offtopic:
Ich fühl' mich angegriffen/falsch verstanden.
:offtopic: :offtopic:
Folgendes:
Der Auszug war an deinen Kritikpunkten wohl eher untypisch, er stammt nur halt aus'm Detektiv-Quest.
  • Die Anzahl der Tische war nich beschrieben
  • NSC-Sätze: Normalerweise schreibe ich die "Einstiegssätze", d.h. "morgen, ich bin der... wie geht's?"
  • Augenkontakt kann man auch beim Vorlesen halten
Naja, nicht böse sein, aber ich hatte den Eindruck das klarstellen zu müssen.  
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Doombrand

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #10 am: 13. April 2004, 22:36:05 »
 Ich plane inzwischen auch nur noch die wichtigen Stellen, da meine SC sich offenbar sowieso keine richtige Mühe machen, das von mir vorbereitete richtig auszukosten und mir dann mit kritischen Treffern den Spaß verderben... :( .
Allerdings muss ich fast alles, was passiert, vorbereiten, denn meine Spieler zeigen weniger Eigeninitiative als ein pennender Kobold. (wieso Kobold? :D  :o )
Well, some people hate it, some people love it.<br><br>Therefore..<br><br>Balanced! :)

Buddha

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #11 am: 14. April 2004, 11:51:25 »
 @ Deus:

Das sollte kein Angriff sein, aber ich denke, dass man vieles der Detailarbeit auch spontan erledigen kann, indem man sich einfach die Örtlichkeit vorstellt und dann beschreibt, was die Spieler sehen.
Von daher bereite ich nur das besondere vor, was ich mir nicht auf die schnelle ausdenken kann.
Das sollte nur ein Tip sein und nicht heissen, dass  deine Arbeit schlecht ist :)

Aber beim Vorlesen muss man doch zwangsläufig auf das Papier sehen oder nicht ? Ich hab das wie gesagt als Spieler als sehr störend empfunden, kann allerdings an dem eher schwachen Meister gelegen haben.
Ich kann mir auch vorstellen, dass das in bestimmten Situationen sehr atmosphärisch wirken kann.
Marge, setz Kaffee auf, dann trink den Kaffee und fang an Burger zu machen!

Korris

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #12 am: 14. April 2004, 11:56:36 »
 Also wegen dem Vorlesen von Textstellen. Ich mach es meist so, dass ich mir nur Schlagworte aufschreibe die den Inhalt beschreiben. Das was dann wirklich ausgeschmückt gesagt wird improvisier ich schnell raus. Etwas gewöhnungsbedürftig aber es funktioniert recht gut muss ich sagen. Ausserdem hat man den Augenkontakt dann was die Atmosphäre wirklich erheblich steigert.  

Taysal

  • Mitglied
    • Taysals Abenteuerland
Kampagne ausdenken
« Antwort #13 am: 15. April 2004, 20:10:25 »
 Ich lege mir zu jedem Spiel einen Vorrat an Informationen an, der mir bei Bedarf zur Verfügung steht. Dabei klaue ich auch wie ein Rabe und bediene mich bei allem, was mir unter die Finger kommt und verwertbar ist.

Meine Abenteuer bestehen dann aus mehr oder weniger geschriebenen Texten und Informationsblöcken. Je nachdem wie viel Zeit ich habe. Allerdings habe ich keine Probleme Abenteuer aus dem Ärmel zu schütteln, da ich in meinem Kopf auch einen großen Ideenfundus abrufbereit habe. Dadurch kann ich auch das Tempo eines Abenteuers steuern. Zum Durchstarten brauche ich von Null auf Hundert vielleicht einen Wimpernschlag, mehr nicht. Allerdings verschweige ich das gerne vor meinen Spielern, da ich ab und zu auch mal spielen und nicht nur leiten möchte.

Ideen ziehe ich aus allen Möglichen Quellen. Dabei mache ich auch gerne Dinge, von denen abgeraten wird. So habe ich an Ostern ein Abenteuer geleitet, in das all die Dinge einflossen, die bei Spielleiterntipps, Magazinen und Foren als Tabu gelten. Nur um mir selbst zu beweisen, dass ich besser bin, als die Summe der angeblichen hilfreichen "Regeln" Anderer. Am Ende waren meine Spieler begeistert und ihre Münder standen staunend offen.

Ich bin halt für Überraschungen gut und sorge dadurch für Abwechslung in meinem Spiel. So ist es bei mir ein gelungener Scherz, alle paar Monate mal wieder eine Umgedrehte-Schwerkraft-Falle einzubauen. Allerdings stets so variiert, dass sie fasziniert.

Meine Abenteuer verlaufen wie das schreiben von Romanen und Geschichten: Ich habe Ideen und eine Handlung, die sich irgendwann selbstständig machen. Und kommt es zum toten Punkt, trickse ich mich selber aus.

Wer nicht gut improvisieren kann, der sollte sich fertigen Abenteuern zuwenden. Abenteuer bis ins Detail aufschreiben lohnt nur, falls man sie einem großen Publikum zugänglich machen möchte. Ich habe keine große Lust mir viel Arbeit zu machen, die nur einen Spielabend durchhält.

Wer gute Tipps braucht, der sollte sich den Artikel zum Abenteuerschreiben durchlesen, der von Elaine Cunningham verfasst wurde.

Doombrand

  • Mitglied
Kampagne ausdenken
« Antwort #14 am: 15. April 2004, 21:25:19 »
 @Taysal: Nach dem was du so sagst musst du ja ein echt toller SL sein.
Und ein selbstbewusster. B)  :D  
Well, some people hate it, some people love it.<br><br>Therefore..<br><br>Balanced! :)