Autor Thema: Lords of Darkness II(abgeschlossen)  (Gelesen 10583 mal)

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kreuzi

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #60 am: 14. November 2008, 11:15:21 »
Hi Gerthrac,

na, dann werde ich mich in Geduld üben ;-) .....und direkt am Montag mal schauen ob es was Neues gibt  :D.

Gruss,

Kreuzi

Gerthrac

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #61 am: 15. November 2008, 23:13:31 »
Kapitel 24: Vernichten

Strahlendes blauweißes Licht erhellte den Raum heller als je zuvor. Heram, Rakis, Sergenas und Teldra verbargen die Augen hinter ihren Armen.

Dairon rannte auf die Quelle des Lichtes zu, eine schwebende Kugel aus Energie, die gerade dabei war, sich zu einer kristallinen Oberfläche zu verdichten.

Dann schlug er mit seinem schwarzen Schwert darauf.

Eine weitere Druckwelle lief durch den Raum, und lautes Donnern ließ alle zusammenzucken. Es stank nach Elektrizität.

Als Sergenas sich wieder aufrichtete, war das Donnern erstorben, doch war es nicht still. An den Rändern seines Bewusstseins flüsterten Myriaden von Stimmen auf ihn ein, gerade so, dass er nichts verstand.
Das machte ihn wahnsinnig.

„Hört ihr das auch?“ Rakis stand auf.
„Sind das… mehr Geister?“ Teldra war auch wieder fit.

Dairon kam mit einem bösen Lächeln zu ihnen herübergeschlendert. Es knackte und knisterte, und ein Lichtbogen zuckte über das ehemalige heilige Schwert Lathanders. Er steckte die Waffe weg, und als er sie losließ, erstarb das Geflüster.

„Warst du das?“ fragte der Hexenmeister.
„Ja. Ich nenne sie… die Kaiserliche Klinge.“ Dairon war sehr zufrieden mit sich selbst. „Aber jetzt sollten wir uns die Kugel schnappen und verschwinden.“

Rakis ging zu der im Raum schwebenden, blau leuchtenden Kristallkugel hinüber, holte seinen Nimmervollen Beutel hervor und stülpte ihn darüber. „Alles im Sack.“
 
„Herr Hexenmeister?“ soufflierte Teldra.

„Mpf… jaja ich mach ja schon. Alle herkommen.“

***

Silbriges Gleißen kündigte die Ankunft der Tyranniten in der Dunkelburg an.

„Heram? Du solltest mit mir mal eben in den Tempel gehen.“ Etwas im Tonfall des Priesters war beunruhigend, und so folgte der Waldläufer Dairon auf dem Fuß.
Sergenas, Teldra und Rakis ließen sich in der Nordkathedrale verbinden und magisch heilen, soweit es ging, und machten sich dann in ihrer Wohnung vorzeigbar, um mit Skyllua zu sprechen und sich ihre Belohnung abzuholen. Dairon reanimierte Heram sofort als der Wiedergängerzauber nachließ, und so trug der Waldläufer keine bleibenden Schäden davon.

Skyllua zeigte sich hoch erfreut über die Kristallsphäre, welches das Äquivalent von zwei Splittern darstellte, und ließ jedem der Spiegelritter und Dairon zehntausend Goldstücke in einem Wertbrief ausstellen, mit dem sie Leistungen und Waren innerhalb der Dunkelburg oder in Zentharimstützpunkten kaufen konnten.

Alle außer Dairon wurden zu Dunklen Rittern befördert, was ihnen durch ihre Amtsschärpe, ein schwarzes Band mit einem stählernen verspiegelten Abzeichen, ein höheres Ansehen unter den Zentharim verlieh, was man auch den Kaufpreisen der Händler anmerkte.
Dairon wurde zwischenzeitlich zum Eisernen Imperzeptor von Thesk befördert, was für ihn in erster Linie Verwaltungsarbeit bedeutete, da der Tempel in Tammar eh der einzige Tempel dort war.

Dairon bekam einige Tage später einen geheimen Auftrag, der ihn jeden Tag stundenlang in den Beschwörungsgewölben aufhielt, und so war er nur manchmal beim Abendessen da. Heram und Teldra verbrachten viel Zeit mit einander und in den Freizeitangeboten der Stadt.
Rakis meditierte und trainierte viel in dieser Zeit, Sergenas durchforstete neugierig die Magieläden der Stadt nach Inspirationen. Alle ließen sich vom Erlös ihrer Beute und der Belohnung Skylluas magische Gegenstände erschaffen oder verstärken.
Es vergingen einige Wochen.
Der Herbst nahte mit großen Schritten.
Dairon ließ sich mehrmals von Sergenas nach Tammar teleportieren und erledigte dort Geschäfte.

Einmal brachte er Celebes mit in die Dunkelburg, welcher sich aus den Wirren, in die Schattenfürsten hineingestürzt waren, weitestgehend heraus hielt und sich so eine Auszeit in der vergleichsweise ruhigen Dunkelburg nahm. Dieser mietete sich eine Zelle in Grün West, in der Dämmerung, und richtete sich eine kleine, doch bequeme Zuflucht ein.

Der Wind pfiff kalt vom nicht mehr so nahen Meer aus Westen herein, und brachte viel Regen und Nebel. Das meiste Leben zog sich in die Schächte zurück und machte sich für den Winter bereit.

Tyrannoskleriker wurden ausgesandt, um verschiedene Stämme von Humanoiden, wie Gnolle und Hobgoblins aus der Gegend zu konvertieren und danach für die Armee zu rekrutieren, und so schwollen die Ränge der Garnison beständig mit solchen Kreaturen an. Der Krieg im Osten lief gut, die gesamte Mondseeregion wurde von den Zentharim nun direkt kontrolliert.

Rakis wurde als Oberleutnant in die Armee einberufen. Man verabschiedete sich unter Händedrücken und Schulterklopfen, als der Gedankenkrieger in den Westen zog, um dort bei dem Angriff auf die Talländer mitzuwirken.

***

27. Marpenoth 1372

Nebel lag wie ein Meer auf den Hügeln rings um die Dunkelburg und dämpfte alle Geräusche. Die Bergfestung stand auf ihren Gebirgsausläufer wie eine Insel in einem grauen Ozean. Der Nebel legte sich klamm auf die Haut und die Kleidung. Die meisten Leute hatten sich in dicke Wollumhänge gehüllt und die Kapuzen aufgesetzt, und verbrachten nicht mehr Zeit an der frischen Luft als nötig. Man hörte kaum das Läuten der Kathedralen zur elften Stunde des Morgens. Sergenas und Dairon standen auf der Außenmauer und starrten in die Tiefe, beide hatten sich gestrickte Mäntel übergeworfen. Der von Dairon war ein Wappenrock des Fürsten der Finsternis, und der von Sergenas über und über mit silbrigen Runen bedeckt, die nur Zauberer verstanden. Ansonsten waren beide schwarz.
Dairon hatte sich auch einen Waffenrock aus Mithril machen lassen, der nun wie die Schöße eines Mantels seine Beine schützte. 

„Ich hatte letzte Nacht beim Beten wieder diese Vorahnung.“

Sergenas sagte nichts, er kannte Dairon.

„Es war wieder dieses irrwitzige Schlachtfeld, und vom Himmel schien eine schwarze Sonne, wie eine Umkehrung des natürlichen Himmels. Und es brachen Dämonen aus dem Boden hervor, und seltsame drachenartige Wesen… und im Hintergrund stand eine schattige Figur… und dahinter….“ Der Imperzeptor beendete den Satz nicht.
„Denkst du das war eine Vision der Zukunft?“

„Ich denke dass du eine mögliche Zukunft gesehen hast, aber bedenke, dass solche Visionen immer sehr starke Symboliken enthalten. Dass unruhige Zeiten auf uns zukommen wissen wir, seid uns die westlichen Königreiche der Schwertküste den Krieg erklärt haben. Wir haben fast nur noch diese unzivilisierten Rekruten aus den Reihen der Nichtmenschen.“

„Ich nehme mal an, dass der Wahnsinnige dabei eine große Rolle spielen wird.“ Dairon weigerte sich, Cyric beim Namen zu nennen.

„Bedenke auch, dass man ihn auch ‚Prinz der Lügen’ nennt.“ Meinte der Chronomant.
„Es wird Chaos kommen. Wir werden es sähen, doch wir werden es auch ernten. Der Winter kommt.“

E N D E

kreuzi

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #62 am: 17. November 2008, 09:46:43 »
Hi Gerthrac,

schööne Story. Dein Schreibstil gefällt mir echt gut. Hoffe bald mal wieder was von Dir lesen zu können.

Gruss,

Kreuzi (Bin glaube ich Fan von Dir :) )

Alcarin

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #63 am: 18. November 2008, 19:03:51 »
Sehr schönes Ende wie erwartet ;)

Dem Rest kann ich nur raten dabei zu bleiben, jetzt gehts erst richtig los!

Mfg
Alca aka Sergenas
百聞不如一見。 / 百闻不如一见。 -  Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.

Topas

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #64 am: 19. November 2008, 11:08:46 »
Ich werde sicher weiterlesen.
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

Xorus

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #65 am: 20. November 2008, 12:48:29 »
Ein dickes Lob an den Autor!

Ich freue mich auch schon auf die Fortsetzung!


Gruß, Xorus
Es gibt Tage da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die anderen!!!

Negrim

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Re: Lords of Darkness II
« Antwort #66 am: 03. Dezember 2008, 09:07:46 »
tolle Story, schön geschrieben.

Bin gespannt auf mehr.

Negrim

Gerthrac

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  • Archivist
Re: Lords of Darkness II
« Antwort #67 am: 04. Dezember 2008, 17:44:57 »
Danke für die netten Worte :)

LoD3 ist schon in Arbeit, auch wenn ich befürchte, dass es etwas dauern wird, bis ich dieses neue Kapitel unserer Antihelden anschneiden kann.