• Drucken

Autor Thema: Trilogie der Dunkelheit: Cormyr (Buch I)  (Gelesen 28498 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Lily Weg

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #75 am: 16. Februar 2008, 15:09:06 »
„Scheiße!“, ruft Evendur.

Garons direkt auf die Eingangstür gezielter Feuerball schlägt ein und eine Welle der Hitze wallt herüber. „Mit etwas Glück habe ich sie noch erwischt“, meint er gut gelaunt.
Doch der Kundschafter bremst den Optimismus des Magiers zornig: „Mit etwas Glück hast du Gathan nicht erwischt. Mann! Der ist gerade reingegangen. Hättest ihm auf Drakonisch ruhig sagen können, dass er sich zurückziehen soll!“
„Gewisse Opfer sind notwendig, Kundschafter“, erwidert der Magier ungerührt und fragt „Wo ist sie hin? Das ist doch hier die interessante Frage.“

Ein mächtiges Brüllen Alexanders lenkt uns kurz ab. Zufrieden grunzend tritt er aus der Tür auf die Brücke heraus. „So, der Gehörnte Typ ist nen Kopf kürzer.“ Elenya tritt bleich hinter ihm hervor. „Ich glaube ich habe Mist gebaut. Ich habe versagt... .“ Ein erster Impuls lässt mich vermuten, dass sie noch immer verwirrt ist, aber als ich in ihre Augen blicke erkenne ich, dass die Trauer darin echt ist. Alarmiert schüttele ich sie: „Was meinst du damit?“ „Ich habe versagt... .“ Alexander knurrt sie an: „Das sagtest du bereits. Bei was hast du versagt?“

Währenddessen kriecht unser Kundschafter durch das Gras und sucht nach Spuren der unsichtbaren Cyric Priesterin.

Elenya blickt mich mit Tränen gefüllten Augen an. „Es tut mir so leid, Lily. Ich...ich...habe Galmor verbluten lassen. Ich war nicht ich selbst, ich weiß das ist eine klägliche Entschuldigung, ich...“ „Was?“ , frage ich ungläubig.
 Ich schlucke und sehe mich um. „Was?“
„Es tut mir leid, Lily, ehrlich, ich...“
Ich schiebe sie weg. „Jetzt nicht. Erkläre es später. Und du bist sicher, dass wir nichts mehr für ihn tun können?“ Elenya nickt traurig.

In diesem Moment gibt uns Evendur unauffällig zu verstehen, dass er die Dienerin Cyrics gefunden hat. Durch ihre Fußabdrücke im tiefen Gras sieht er, wo sie gerade steht. Ich begebe mich ein Stück weit weg vom Ort des Kampfes und ziehe in Erwägung die <Necreme> zu beschwören und sie auf die Cyric-Anhängerin zu werfen. Aber ich bin unsicher, ob ich das Schiff überhaupt auf dem Trockenen herbeirufen kann.

Alexander eilt seinem Halbbruder zur Unterstützung und sie machen sich daran, die gefährliche Frau in die Zange zu nehmen. Doch die schlaue Frau wirkt rasch einen Zauber auf den mächtigen Barbaren, welcher ihn bewegungsunfähig macht. Zumindest ist sie nun wieder sichtbar.
Im selben Augenblick sehe ich Gathan, der sich dem Tode nahe aus einem Hintereingang schleppt. Ich eile zu ihm und reiche ihm meinen mächtigsten Heiltrank, in der Hoffnung, er würde auf Echsen genauso wirken wie auf Menschen.
Überrascht höre ich ihn „Danke“ krächzen. Ich lächele ihn flüchtig an und deute in die Richtung des Kampfes. „Komm mit“, fordere ich ihn auf und er nickt verstehend. Allmählich scheint er unsere Sprache ein wenig zu lernen. Wir schleichen uns hinüber.

Alexander ist schier rasend vor Wut. Seine bedrohlich schwarzen Augen quellen fast aus ihren Höhlen, die Ader auf seiner Stirn steht kurz vorm Bersten, aber er kann sich dennoch nicht aus dem Zauber befreien.
Elenya ist es schließlich, die der gegnerischen Priesterin den Schädel zertrümmert bevor die ihren Zauber abschließen kann weitere Monster zu beschwören.


Der Schock über Galmors unnötigen Tod liegt schwer über der Gruppe. Ich helfe Elenya dabei, seinen Körper zu balsamieren. Der Rest der Gruppe geht daran, die Räumlichkeiten – bis auf den Trakt der Kathedrale – zu untersuchen. Wieder haben wir keine Gefangenen gefunden. Es sei denn, sie würden im Altarraum gefangen gehalten und von dem abscheulichen Golem, den wir nicht besiegen können, bewacht. Einige Briefe liefern Antworten auf ein paar unserer Fragen.

Hochverehrter Wachsamer Schädel, Blackwill Akhmele,

hiermit grüßt Euch Eure blutige Hand, Schädeldienerin Ethar. Wie zu erwarten war, verbergen die Shar - Anhänger ihre Geheimnisse gut, aber dennoch entdeckte ich etwas, was uns helfen könnte, ihre entgültigen Pläne zu verstehen.
Wir helfen ihnen bei ihrem Ritual, ein Feld von toter Magie über dem weiten Sumpf zu erschaffen. In diesem Feld toter Magie, wie sie es nennen, wirkt nur Schattenmagie, was ihnen offensichtlich sehr zum Vorteil gereicht. Trotzdem gehe ich davon aus, dass es eine törichte Idee ist, diesen Sumpf als Hauptquartier für weitere Operationen zu benutzen. Diese Ungereimtheit ließ mir keine Ruhe, weshalb ich zur Schwarzen Sonne betete, damit Er mir eine tiefere Einsicht in die Pläne der Sharisten ermöglichen würde. Leider wurde mir keine Vision gewährt, aber da ich hier, in einem ihrer alten Klöster, lebe, entdeckte ich – gepriesen sei Cyric - das Stück Pergament, welches ich Euch in diesem Brief beifüge. Ich glaube es handelt sich bei diesem Pergament um ein Schriftstück, welches ein Mönch verfasste, der einst im Kloster der Ebenholzkuppel lebte.
Es scheint, als besäßen die Sharisten eine geheime Schriftrolle der Jahre. Bezüglich deren Ursprung oder ihrer Genauigkeit, vermag ich nichts zu sagen, jedoch scheinen manche Namen beängstigend eng mit der Geschichte, wie wir sie erlebten, verknüpft zu sein, vielleicht sogar noch enger, als diejenigen, welche durch den Verlorenen Gelehrten, Augathra den Verrückten, eingegrenzt wurden.
Ihr bemerkt sicherlich, dass die Schwarze Zeitrechnung bloß 34 Jahre abdeckt, aber vermutlich gibt es eine größere Zeitspanne, welche im gefundenen Pergament nicht enthüllt wird. Das Lesen des Buches „Buch der Schwärze“ könnte uns erklären, welche Pläne die Anhänger Shars wirklich verfolgen.
Trotz einer Woche intensiven Suchens war es mir vergönnt noch mehr Schriftstücke dieser Art zu finden. Ich versuchte unauffällige Nachforschungen bei den Sharisten und Despayr zu betreiben. Despayr weiß offenbar von nichts, aber mit seiner Gattung ist dies nicht absolut gesichert, Drachen sind Meister der Täuschung. Die anderen Shar Anhänger hier im Kloster sagten, sie wüssten nicht worauf ich hinaus wolle und erzählten mir stattdessen, wie die Mönche dieses Klosters früher verrückt geworden sind. Dennoch spürte ich eine gewisse Wachsamkeit in ihren Bewegungen und Äußerungen.
Ich denke wir müssen dieses „Buch der Schwärze“ finden und

(hier endet der Brief)


Dies ist der im Brief der Cyric Priesterin erwähnte Anhang:

Die Schriftrolle der Jahre

Die Schatten fallen richtig und andere Zeichen machen es noch deutlicher. Nach all der Zeit wird die Schwarze Zeitrechnung endlich verwirklicht. Ich vertraue den Schatten, die am Rande meines Gesichtsfeldes tanzen, weil Shar mich in ihrer dunklen Umarmung einhüllt. Ich kann mit einigem Fug und Recht festsetzen, dass dieses Jahr, 1352 DR, tatsächlich das Jahr des Verlorenen Königs ist, also das erste Jahr der Schwarzen Zeitrechnung.
Ich weiß, dass die Geschehnisse, wie sie im Buch der Schwärze vorhergesagt sind, in Bälde geschehen werden.
Siehe die Schriftrolle der Tränen und ihren Schatten! In angemessener Zeit werden wir alle Zeugen der Entfaltung von Shars größter Arbeit werden.

1352   Jahr des Drachen                                                  Jahr des Verlorenen Königs
1353   Jahr des Torbogens                        Jahr der Masken
1354   Jahr des Bogens                                        Jahr der Großen Ernte
1355   Jahr der Harfe                           Jahr des Rückzugs
1356   Jahr des Wurmes                        Jahr der Drow
1357   Jahr des Prinzen                        Jahr der Zauberflamme
1358   Jahr der Schatten                        Jahr des Aufstiegs
1359   Jahr der Schlange                                      Jahr des Volksfestes
1360   Jahr des Mauerturmes                      Jahr der Armeen
1361   Jahr der Jungfrauen                                                   Jahr der Goldenen Entdeckungen
1362   Jahr des Ruders            Jahr der Sonne
1363   Jahr des Lindwurms            Jahr des Winters
1364   Jahr der Welle            Jahr der Fürsten
1365   Jahr des Schwertes            Jahr der Fröhlichen Elfen
1366   Jahr des Stabes                            Jahr des Eiswassers
1367   Jahr des Schildes            Jahr der Demaskierung
1368   Jahr des Banners            Jahr der Söhne
1369   Jahr des Handschuhs            Jahr der Sorgen der Stadt
1370   Jahr des Kruges            Jahr des Totalen Krieges
1371   Jahr der Unbesaiteten Harfe         Jahr der Einstürzenden Türme
1372   Jahr der Unbändigen Magie         Jahr der Rückkehr der Dunkelheit
1373   Jahr des Abtrünnigen Drachen                      Jahr des Wahnsinns
1374   Jahr der Blitzstürme            Jahr des Entwirrens
1375   Jahr des Aufstiegs des Elfenvolkes      Jahr der Harten Ziele
1376   Jahr der Gebogenen Klinge         Jahr der Falschen Hoffnung
1377   Jahr der Heimsuchung                          Jahr des Schwarzen Banners
1378   Jahr des Kessels            Jahr der Gebrochenen Herzen
1379   Jahr der Verlorenen Festung         Jahr der Verlorenen Weisheit
1380   Jahr der Flammenden Hand         Jahr der Stumpfen Klinge
1381   Jahr der Hungersnot            Jahr des Narren
1382   Jahr der Verkündung                         Jahr der Unwillkommenen Gäste
1383   Jahr des gerechtfertigten Kriegers      Jahr der Ungerechten Belohnungen
1384   Jahr der Blutigen Drei Ströme      Jahr der Gestohlenen Throne
1385   Jahr des Blauen Feuers         Jahr der Enthüllung


(Wie es uns mit Galmors Leichnam weiter erging, und wie wir die gefundenen Schriftstücke deuteten, soll in Kürze erzählt werden. :) )

Lily Weg

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #76 am: 22. Februar 2008, 15:54:16 »
In einer Truhe des luxuriösen Quartiers der Cyric-Priesterin finden wir, den Göttern sei Dank, eine Schriftrolle der Wiedererweckung.
Elenya macht sich sofort an die Vorbereitung: sie hängt alle Cyric- Banner ab, entfernt jegliche Bildnisse und Symbole des listigen Gottes, legt ihre Plattenrüstung ab und streift stattdessen ihre Ritualrobe über.
Gewissenhaft bereitet sie mit viel Liebe zum Detail die Zeremonie der Wiedererweckung vor. Ich helfe ihr dabei. Während der Vorbereitungen erklärt sie mir, wie es zum tragischen, unnötigen Tod Galmors kam. Ich beschwichtige sie, indem ich ihr klar mache, welche üble Verkettung unglücklicher Zufälle da am Werk war. Schließlich nehmen wir uns in den Arm und verharren einen langen Moment so. Als wir uns voneinander lösen, lächele ich sie an und sie erwidert mein Lächeln. „Naja, wird schon irgendwie wieder gut gehen“, meint sie. Ich nicke und genieße das seltene Gefühl einer Inneren Wärme, was ich zuletzt verspürt hatte, als ich mich mit Alexander angefreundet hatte, damals in der schlimmen Zeit nach meinem Selbsttötungsversuch.
Elenya räuspert sich und greift zur Schriftrolle. Alles ist vorbereitet. Feierlich nehmen wir im Halbkreis um die Kelemvor Priesterin herum Aufstellung, welche die Worte der Schriftrolle intoniert. Die Schriftrolle zerfällt sobald der Spruch vollständig gesprochen wurde. Starr bleibt die Klerikerin stehen und blickt uns verwirrt an:
„Ich bekomme keinen Zugang zu seiner Ebene.“
„Was heißt das?“, will ich wissen.
Die Priesterin blickt mich traurig an „Ich kann ihn nicht erreichen. Möglicherweise liegt es an der Schriftrolle. Vielleicht war sie zu mächtig. Oder ich war zu abgelenkt durch euch.“
Garon seufzt theatralisch: „Dabei haben wir uns solche Mühe gegeben ihn zu befreien und nun auch noch die wertvolle Schriftrolle auf ihn vergeudet. Eine Ressourcenverschwendung, die ihresgleichen sucht ist das in meinen Augen.“
Entsetzt blicken wir ihn an. Alexander fackelt nicht lange und holt mit der Faust aus, um dem Magier eine zu verpassen. Mit geschwollener Lippe und sich vom Boden aufrappelnd, sagt er nur: „Was denn? Ich habe lediglich eine objektive Sicht der Dinge. Von mir aus könnt ihr noch eine der Auferstehungsschriftrollen, die wir von Kessessek bekamen, auf ihn anwenden. Das wäre nur recht und billig. Soviel, wie wir in den Tempuskleriker investiert haben, hat er eine große Bringschuld angehäuft, die er sehr gerne abgelten darf.“
Alexander schnaubt und macht Anstalten Garon abermals niederzustrecken. Ich halte ihn zurück. Der Magier zieht nur verächtlich eine Augenbraue hoch. „Lass mich Lily!“, brüllt Alexander. „Bringt doch nichts, ihn zu verprügeln, Alexander, der kapiert es dadurch auch nicht besser.“
„Aber mir bereitet es dann zumindest Befriedigung oder Erleichterung“, erwidert mein Freund trotzig.
„Schnapp dir Gathan und haltet draußen Wache, okay? Wer weiß, vielleicht gibt es außer dem Golem noch andere Kreaturen hier, die uns überfallen könnten“, versuche ich ihn abzulenken. Er knurrt „Na gut. Ich habe deine Botschaft verstanden, Lily. Komm Gathan.“ Beide verlassen das Gemach.
Ratlos schauen wir im Raum verbliebenen uns an. Evendur bricht das Schweigen: „Lily, du hast doch diesen Rucksack, der viel Stauraum bei geringem Gewicht hat. Räum das Essen raus. Wir packen Galmors Körper da rein und beleben ihn wieder, sobald wir uns wieder auf der materiellen Ebene befinden.“ „Nein, das ist unmöglich“, wendet Elenya ein, „Wir verfügen nicht über die Möglichkeit seinen Körper lange genug zu konservieren. Einen Zehntag höchstens...“

„Und wer weiß, wie lange wir überhaupt hierher unterwegs waren“, sage ich nachdenklich, „Und dann noch der Weg von der verlassenen Zuflucht, wo das Portal steht, zurück bis Wheloon. Das schaffen wir nicht.“
Auf den unbeteiligt dreinschauenden Magier deutend meint Evendur: „Vielleicht kannst du ja seinen Körper mit Galmors Seele besetzen, dann wäre dein feiner Bruder eventuell nützlich.“ Garon lacht nur.
„Ich werde die Schriftrolle der Auferstehung benutzen. Die Natur wird entscheiden, in welchem Gefäß seine Seele künftig leben wird.“, entscheidet Elenya. Garon schüttelt nur verständnislos den Kopf „Die Natur – na toll! Sollen wir am Ende irgendeinen Primaten mit uns herumschleppen, der...“ Doch seine Schwester unterbricht ihn jäh „Bruderherz, halt einfach die Schnauze und lass mich hier meine Arbeit tun!“ Dann bedeutet sie uns allen, den Raum zu verlassen. Widerwillig kommen wir ihrer Aufforderung nach. Im Vorraum bereiten wir uns einen Tee zu und warten.

                                                                      ***

Seine Seele gleitet über ein stürmisches, graues Meer mit hohen Wogen. Er steuert auf einen riesigen, grauen Turm zu, als er die Stimme Elenyas vernimmt, welche ihn bittet zurück zu kommen. Sie erklärt ihm, dass sein Körper die Reise zurück nicht antreten wollte, ihm jedoch – sofern er bereit sei – der Weg offen stünde, seine Seele zurück zubringen, in ein neues Gefäß.
Er, der einst im Körper eines Menschen als Galmor dem Gott Tempus diente, horcht in sich hinein. Die Kelemvor Priesterin fragt ihn abermals, ob er gewillt sei, seinen Geist zu ihr zurückkehren zu lassen.
Er hat seine Entscheidung gefällt und teilt sie der Stimme auf telepathischem Wege mit: „Ich werde deinen Weg gehen, Elenya. Ich will für meinen Gott leben und noch nicht für ihn sterben. Ich spüre, dass meine Zeit noch nicht gekommen ist.“
Elenya formt in tiefer Meditation versunken aus dem Nichts heraus den Körper in den die Seele Galmors Einzug halten soll. Ihr Geist wandert umher auf den verschiedenen Ebenen, um herauszufinden, welches Gefäß das geeignete ist, um die Seele des Klerikers aufnehmen und binden zu können, denn nur dadurch kann er wieder zurückgeholt werden. Irgendwo erlangt sie Gewissheit. Ihre Hände formen emsig den neuen Körper und ihr Geist begibt sich auf den langen Weg zu Galmors Seele, um sie in ihre neue Heimstatt hinein zu begleiten.
Er befindet sich nackt und fröstelnd in einem von Kerzen erhellten Raum. Neben ihm sitzt zusammengesunken eine Frau, welche die rituellen Roben einer Dienerin Kelemvors trägt. Er benötigt einige Augenblicke, um sich zu orientieren, um sich aus dem, was er gerade sieht und dem, was er jüngst erlebte, einen Reim zu machen. Er blickt an sich herab: der Abstand zu seinen Füßen kommt ihm deutlich kürzer vor als er es gewohnt ist.
Er fasst sich ins Gesicht und tastet einen enormen Bart, der ihm – nun wo er dem üppigen Haar mit seinen Blicken folgt – bis zur Mitte seiner Brust reicht.
Er befühlt seinen Kopf. Auch hier hat er Haare, wo er zuvor keine hatte. Seine Hände sind nicht mehr so feingliedrig wie früher, seine Gliedmaßen kürzer, als er es gewohnt ist.
Sein Blick fällt auf seine Kleidung, die ordentlich auf einem Stuhl in der Nähe der Priesterin liegt, deren Name ihm nun wieder einfällt: „Elenya?“, spricht er sie vorsichtig an. Sich jedoch darauf besinnend, dass die Frau bei seinem nacktem Anblick erschrecken könnte, macht er sich eilig daran, seine Kleidung überzustreifen, die ihm deutlich zu lang ist. Angezogen nähert er sich abermals der erschöpft wirkenden Priesterin „Elenya?“ Keine Reaktion. Er dreht ihr Gesicht in seine Richtung und blickt sie an. Ihre Augen, Fenster zur Seele, verraten dem Kleriker unmissverständlich, dass die Priesterin noch nicht von ihrer geistigen Reise heimgekehrt ist. Er seufzt und macht sich daran, den Raum zu verlassen.

                                                       ***

Im Vorzimmer erregt sich Evendur heftig über Garon, der unbeeindruckt da sitzt, Tee trinkt und seine Brille pedantisch säubert. Ich seufze genervt: „Lass ihn doch, Evendur. Du siehst doch, dass es nichts bringt, sich hier so zu ereifern. Schau ihn dir an. Außerdem brauchen wir ihn. Und sooooo unähnlich seid ihr zwei euch übrigens nicht. Erinnere dich mal an die Situation mit dem Mystrapriester, den Alexander etwas übereilt getötet hat. Da hast du auch nicht so reagiert, wie ICH es für gut befunden hätte.“ Wütend blickt mich der Kundschafter an „Es gibt einen kleinen, aber sehr entscheidenden Unterschied zwischen Garon und mir. Ich bin ein pragmatischer Realist und Garon ist ein überheblicher Ignorant! Gibt es einen Vorteil für ihn, so handelt er gut im gemeinschaftlichen Sinne, gereicht ihm eine Situation zum Nachteil, dann handelt er schlecht.“ Zögerlich, mit einem Blick auf den Magier, der immer noch unbeeindruckt da sitzt, entgegne ich: „Ganz schlecht ist er nicht. Immerhin opferte er sich selbst damals im Mystratempel in Wheloon.“ Garon lächelt, zwar hinter vorgehaltener Teetasse, aber ich habe es genau gesehen. Schnaubend sagt Evendur „Mag sein, dass er eventuell unter Umständen ein treuer Gefährte war, aber bei MIR ist er trotzdem unten durch!“
Weitere Äußerungen in dieser Sache werden jäh unterbrochen, als ein rotbärtiger, noch jung aussehender Zwerg zu uns in das Vorzimmer tritt.
Mit freudig strahlenden Augen ruft Evendur ihm entgegen:
„Amnik Basult?“
Ich stoße ihn an und flüstere: „Ich fürchte dafür ist er zu jung.“ Laut spreche ich den Zwerg an „Wer bist du? Was ist mit Elenya?“
„Ich bin Galmor“, antwortet der Zwerg.
Wir tauschen überraschte Blicke aus.
„Wie bitte?“, fragt Evendur ungläubig.
„Ich bin Galmor“, behauptet der Zwerg abermals.
Ich mustere ihn. Er trägt Galmors Kleidung.
„Beweise uns, dass du Galmor bist“, fordert Garon, der plötzlich aus seinem Zustand der Unbeteiligtheit aufgetaucht ist, seine Brille aufsetzt und den Zwergen ebenfalls gründlich mustert. Ich schiebe den Zwergen beiseite. Sollen sich die anderen darum kümmern, ob es sich um Galmor handelt oder nicht. Meine Sorge gilt meiner Freundin Elenya.
Ich betrete den Raum, in welchem die Priesterin das Ritual zur Wiedererweckung durchgeführt hat. Dort sitzt sie. Ich eile zu ihr herüber und schüttele sie. Aber sie ist teilnahmslos. Ihre Augen folgen den Bewegungen meines Fingers vor ihrem Gesicht, aber sie erkennt mich nicht und scheint unfähig zu sein, irgendeine Äußerung von sich zu geben. Wenigstens bekomme ich sie dazu aufzustehen.

Nakago

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #77 am: 22. Februar 2008, 17:38:15 »
Zitat von: "Arkos"
Na ja, ein ganzes Kapitel kommt noch! Welcher SC hat denn bisher deine Sympahie gewonnen?


Liliy Weg wohl am meisten, durch die Ich Perspektive erfährt man halt auch meisten von ihr. Letztendlich sind alle SC mehr oder weniger Sympathisch. Wirkliche Kotzbrocken sind ja keine darunter.

Arkos

  • Mitglied
    • Fotos
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #78 am: 22. Februar 2008, 19:37:17 »
Zitat von: "Nakago"
... Wirkliche Kotzbrocken sind ja keine darunter...


 :o

 :lol:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #79 am: 22. Februar 2008, 22:27:26 »
Nicht mal Garon???? *Lachtränen wegwischt*

verdammt...muss die story überarbeiten! ;)

Arkos

  • Mitglied
    • Fotos
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #80 am: 22. Februar 2008, 22:35:21 »
Ich glaub auch :lol:

Wie ich im ersten Beitrag geschrieben/editiert habe, können wir wohl ab dem 4.6.08 mit "Schattental" beginnen, wenn Interesse besteht!
Hab ihr mom eigentlich nen weiteren Mitspieler?
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #81 am: 23. Februar 2008, 08:51:21 »
Nee, spielen zur Zeit mit 4 Spielern plus Spielleiter die Drow-Kampagne. Ist mal ganz nett zwischendrin, aber mein Spielerherz hängt leider (noch?) nicht an der Drow-Priesterin.

Daher freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung der Cormyr-Geschichte!

Arkos

  • Mitglied
    • Fotos
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #82 am: 23. Februar 2008, 09:23:36 »
Können wir für Juni Dom rekrutieren? Wären sonst alle weiter dabei?
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #83 am: 24. Februar 2008, 10:39:59 »
wenn du leitest sind es 5 Spieler plus Spielleiter...reicht doch. :)

Dom geht im Juni in die USA zum promovieren.

Galmor

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #84 am: 25. Februar 2008, 14:22:28 »
*Wutschnaub*
Kein Kotzbrocken...ha! Da hat wohl einer nicht gelesen was da steht!?

;)

Zum Neustart der Kampagne: ich wäre wider dabei, will den Zergenkörper doch noch ein bisserl kennen lernen ;)

Arkos

  • Mitglied
    • Fotos
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #85 am: 25. Februar 2008, 18:57:11 »
Ich mag die Zerg nicht, spiele lieber Terraner  :lol:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Nakago

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #86 am: 25. Februar 2008, 19:42:53 »
Garon ist sicherlich ein Arsch, aber wahre Kotzbrocken sabotieren die Aktionen ihrer Kameraden, zwingen ihnen unnötig Kämpfe auf, kümmern sich nicht um Ausdehnungen ihrer Zauber, sprich Friendly Fire und tun auch sonst alles, dass die anderen am Tisch keinen Spaß haben. Ja, so was habe ich schon erlebt.  :x

Galmor und Garon hören sich so ähnlich an, kann man schon mal verwechseln...  :oops:

Arkos

  • Mitglied
    • Fotos
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #87 am: 25. Februar 2008, 22:33:46 »
Galmor  :o  :?:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Galmor

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #88 am: 26. Februar 2008, 10:26:46 »
*Nakago den Plattenhandschuh ins Gesicht klatsch*
Fühl dich gefordert.
Wenn du wieder aufwachst ;)

Mich mit diesem egozentrischen, hochnäsigen und arroganten Zauberer zu verwechseln...
Und zumindest Friendly Fire hab ich schon gesehen...unsere Bardin wäre fast dran gestorben :-/

Nakago

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #89 am: 26. Februar 2008, 14:34:30 »
AUA!  :P

Wenn zwei Namen mit Ga anfangen und dann noch ein O dazwischen kommt, ist schnell mal ein Verwechsler drin.

OK, dann ist Garon, ja, diesmal richtig geschrieben, halt doch ein Kotzbrocken. Ist er noch CN oder schon darunter?

  • Drucken