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Autor Thema: Trilogie der Dunkelheit: Cormyr (Buch I)  (Gelesen 29467 mal)

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Arkos

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #90 am: 26. Februar 2008, 17:34:09 »
CB, RB oder NB sind meiner Meinung nach (deutlich) anders zu spielen. CN trifft Garons Gesinnung schon ganz gut.

Man muss aber auch dazu sagen: Arkane Magiewirker hatten es im Laufe des Abenteuers immer schwerer. ("Ich muss nur ne 4 mit dem W20 würfeln damit der Sudden Maximized Empowerd Fireball durchkommt." Der Würfel kullert... "Neeeeeeeein!") Und es war nicht das einzige mal, dass Feuerzauber keine Wirkung zeigten  :roll:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #91 am: 26. Februar 2008, 18:01:08 »
Auch die anderen kommen nun herein. Mit belegter Stimme frage ich, wie lange Elenya so bleiben wird. Garon antwortet mir als erster
„Vielleicht eine Stunde“, doch sein besorgter Blick straft seine Worte Lügen. Galmor antwortet uns: „Kommt drauf an, wie weit sie sich verirrt hat. Meistens finden sie irgendwann zurück.“ „Irgendwann?“ rufen Garon und ich entsetzt aus.

Ich blinzele und wechsele das Thema. „Und hierbei handelt es sich tatsächlich um Galmor?“, frage ich, auf den rotbärtigen Zwerg deutend. „Sieht so aus. Lily“, sagt Evendur. Und Garon klopft mir auf die Schulter: „Sieh es so: er wurde in dem Körper wiedergeboren, der seinem Geist am ähnlichsten war.”
 Galmor der Zwerg wirft dem Magier einen missbilligenden Blick zu „Dann sei bloß froh, dass DU es nicht warst, der wiedergeboren wurde.“ Und Evendur ergänzt gehässig: „Er würde als Zecke wiedergeboren, darauf wette ich!“ „Wollen wirs ausprobieren?“, fragt Alexander, der soeben mit Gathan zu uns kommt. „Und wer ist DAS?“, will er auf den Zwerg deutend wissen.

„Ich bin Galmor.“
„Aha...warum sieht der so aus?“, fragt mich mein Freund nun. Ich versuche ihm in aller Kürze Elenyas Zustand und Galmors Aussehen zu erklären, dabei auch auf Garons Seelentheorie verweisend.
Garon wirft vergnüglich ein, dass er am liebsten als Illythid, wiedergeboren werden würde. Angeekelt wenden wir uns von ihm ab. Die Vorstellung Garons als Gedankenschinder ist mehr als unangenehm für uns, doch der lacht nur.

Unter diesen Umständen zweifelt Alexander jedoch an seinem Vorhaben, den Zauberer umzubringen, da ihm nicht mehr gesichert scheint, dass selbiger auch wirklich als Zecke wiedergeboren wird, die er leicht unter seinem großen Fuß zerquetschen könnte.

Ich beginne ein fröhliches, elfisches Lied auf meiner Handharfe zu spielen, welches Fremde in einem Dorf willkommen heißt. Ich hoffe dadurch Elenya den Weg zu uns leichter finden zu lassen. Doch Galmor wendet ein, dass ihr verirrter Geist das Lied vermutlich nicht hören kann.
„Dann trinken wir halt weiter Tee.“, biete ich an und verschwinde kurz in das Vorzimmer, wo ich für Elenya und mich jeweils eine Tasse des „besonderen“ Tees, den wir Corbert und Norri abnahmen, aufgieße. Als ich mit den beiden Tassen wieder zu den anderen komme, schnüffelt Alexander misstrauisch in meine Richtung.
„Wer hat diesen Tee gekocht?“, donnert er. Evendur zeigt auf mich, ich zeige auf den Kundschafter.
„Lilyyyyyyy!“, knurrt mich mein Freund bedrohlich an, „Ist es DAS , was ich denke, das es ist?“ Ich zucke nur die Achseln.
„Lily!!! Wo ist der Rest dieses Tees?!“
Galmor wirft interessiert ein: „Was ist das für ein Tee?“ Alexander schnaubt: „Dieser Tee stammt von Dieben und Betrügern!“ „Er hat scheinbar halluzinogene Wirkung“, merkt Evendur an.
Wütend funkele ich ihn an „Ach ja? Aber das Gold dieser Betrüger und Diebe war richtiges, gutes Gold? Das habt ihr bereitwillig genommen! Und mir meinen Tee verbieten! Das ist echt das Letzte!“
Der Tempus Priester blickt verstört von einem zum anderen und murmelt ein ungläubiges: „Ihr macht mir Angst.“

Evendur lenkt ein. „Lasst uns lieber gemeinsam überlegen, was wir nun machen. Wenn ich es richtig verstanden habe, so kann sich Elenyas Zustand noch Tage lang so hinziehen.“ „Soviel Zeit haben wir nicht“, fällt ihm Garon ins Wort, „Es ist unklar, was mit Leuten passiert, die nicht auf diese Ebene gehören. Ich schlage vor, hier zu rasten um unsere Wunden zu versorgen und unsere Zauber wieder zuerlangen. Danach sollten wir unverzüglich aufbrechen.“ „Aber was ist mit Elenya?“, frage ich besorgt und füge mit einer Spur von aufkommender Panik in meiner Stimme hinzu, „Sollen wir sie etwa hier zurücklassen?“ „Sie wird in der Lage sein, einfache Befehle auszuführen, denke ich. Ich werde mich um sie kümmern.“, beruhigt mich Galmor.
Er demonstriert uns, dass die Klerikerin in der Lage ist, uns zu folgen. Ihre Reaktionen sind teilweise sehr verzögert, ganz so, als würde sie länger darüber nachdenken müssen, was sie gerade tun soll.

Schließlich begeben wir uns zur Ruhe. Am nächsten Tag (wenn es der nächste Tag ist – schließlich haben wir kein wirkliches Zeitgefühl mehr, seit wir auf dieser verfluchten Ebene sind), besprechen wir noch mal die Inhalte der Briefe und die Konsequenzen, die diese auf unsere künftigen Handlungen haben werden. Elenyas Zustand ist nach wie vor unverändert.

Wir sind uns dahingehend einig, dass wir den Golem im Altarraum nicht herausfordern wollen, da wir uns sicher sind, dass sich die Gefangenen irgendwo jenseits eines schwarzen Canyons im Hort des Drachen Despayr befinden müssen. Die Cyric-Dienerin Ethar sagte schließlich, dass wir den schwarzen Canyon unter keinen Umständen betreten dürften.

Dieser Canyon schließt sich offensichtlich hier hinter dem Kloster an. Doch zunächst muss eine weite Strecke Sumpfland durchquert werden.
Ich gebe zu bedenken, dass wir vielleicht eine List ersinnen könnten, um den Drachen auf unsere Seite zu ziehen. Drachen sind äußerst intelligente Wesen, mit denen man durchaus verhandeln kann.

Alexander ist jedoch bockig, er will den Drachen töten und eine Trophäe mitnehmen. „Sein Kopf wäre eine angemessene Belohnung, finde ich.“ „Bruderherz, ich habe gehört, dass es Exemplare gibt, die mehrere hundert Fuß messen sollen“, bremst Evendur den Enthusiasmus des Barbaren, der ihm jedoch patzig entgegnet: „Bruderherz, ich habe auch von kleinen Exemplaren gehört.“
Garon unterbricht den Bruderzwist. „Was sollte der Drache davon haben, uns zu töten?“ Beide Söhne Gethacs wenden sich dem Magier zu und sagen unisono:
„Weil er Hunger hat?“

Schweigend verlassen wir das schwarze Kloster und bewegen uns langsam auf einem weiteren Pfad durch das Sumpfgebiet. Nach einer halben Ewigkeit unterbricht ein Fluss die bleierne Monotonie dieser Landschaft. Unser Pfad folgt dem stinkenden, schwarzen Gewässer. Irgendwann sehen wir Lichter in der Ferne.
Die Lichtquelle spornt uns an, unsere letzten Kraftreserven zu mobilisieren, denn eigentlich sind wir am Rande der Erschöpfung. In der Nähe des Lichtscheins suchen wir nach einem Rastplatz.
Nirgendwo fühlen wir uns sicher. Es ist so, als ob unsichtbare Augen uns beobachten würden. Irgendetwas scheint uns zu verfolgen. Hin und wieder schrecke ich auf, weil ich das Gefühl habe, eine eiskalte Hand läge auf meiner Schulter. Auch Alexander scheint sich verfolgt zu fühlen, da er mehrmals kurze Zornesausbrüche hat, sich wild umblickt und wütend sein Schwert zieht.

Elenya ist auch am Ende dieses Marsches noch apathisch. Garon, der bemerkt, was mit dem Barbaren und mir vor sich geht, ergreift das Wort: „Was auch immer hier ist...es ist entweder ätherisch, ein Schatten, oder nur in unseren Köpfen existent.“
„Ich weiß nicht, ob mich diese Information nun glücklicher macht“, meint Galmor lakonisch.

Wir errichten ein dürftiges Nachtlager in Sichtweite zu den Lichtern, die augenscheinlich eine Hütte an einer Anlegestelle beleuchten. Garon wirkt seinen Ausspähungszauber auf das Anwesen.
Vor einem Wasserfall steht also jenes kleine Haus. Hinter dem Haus führt eine Hängebrücke ins Dunkel. Am Anlegesteg stehen einige Kisten, die teilweise beschädigt und zerfallen sind. Im Tal, tief unterhalb des mächtigen Wasserfalls sind weitere Lichter zu sehen. Dort scheint eine größere Siedlung zu liegen.

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Ende des vierten Kapitels

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Das fünfte und letzte Kapitel folgt in Kürze :)

Gerthrac

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #92 am: 26. Februar 2008, 21:25:21 »
Ich glaube Garon hätte in unserer aktuellen Gruppe keine 12 Sekunden überlebt.

Arkos

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #93 am: 26. Februar 2008, 22:47:25 »
http://www.students.uni-marburg.de/~Moysich/DLdnd/p5.jpg

Dani, poste diesen Code doch bitte bevor die mit Kap. V anfängst :)


PS:
Zitat
Galmor der Zwerg wirft dem Magier einen missbilligenden Blick zu „Dann sei bloß froh, dass DU es nicht warst, der wiedergeboren wurde.“ Und Evendur ergänzt gehässig: „Er würde als Zecke wiedergeboren, darauf wette ich!“ „Wollen wirs ausprobieren?“, fragt Alexander, der soeben mit Gathan zu uns kommt.

Meine Liebste Textstelle in der ganzen Story! :!:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #94 am: 27. Februar 2008, 18:03:57 »
@Gethrac

Tja, unsere Gruppe war wohl echt gutmütig ;)

*flüstert* aber hey, schreib mal 2-9 Tipps hier rein (als Spoiler), wie IHR ihn "entsorgt" hättet^^

Galmor

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #95 am: 28. Februar 2008, 08:28:48 »
Was Garons Gesinnung angeht: er ist ja nicht Böse...nur ein Arsch ;)
Und ich wage zu bezweifeln, dass er inzwischen meinen Namen richtig aussprechen kann "Galmur" pfft....als ob der Unterschied so schwer zu hören wäre. Ich nenne ich ja auch nicht Gauron ;)

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #96 am: 29. Februar 2008, 21:01:54 »


coming soon! :)

Gerthrac

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #97 am: 01. März 2008, 12:26:19 »
Flüster Back:
Warnung: Der folgende Spoiler enthält Szenen äußerster Grausamkeit und sollte von niemandem unter 16 Jahren angesehen werden.

Spoiler (Anzeigen)

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #98 am: 02. März 2008, 22:24:45 »
*Lachtränen wegwischt*

*Dominakostüm* anzieht ;)

merci, Gerthrac!

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #99 am: 03. März 2008, 18:04:09 »
Wir wachen allesamt gerädert auf, ganz so, als hätten wir nicht wirklich geschlafen.

Es ist eisig kalt und die unnatürliche Kälte, die mehr von unseren Seelen auszugehen scheint als von der Umgebung, sitzt uns ermüdend und bleiern in den Knochen. Wir fühlen uns schlecht, irgendwie beschleicht uns das Gefühl, als hätte die Nacht uns Wunden zugefügt.

Garon fasst unsere stummen Befürchtungen in Worte: „Wir werden hier vielleicht noch einen Zehnttag überleben – gemessen an der materiellen Ebene – doch keiner von uns kann einschätzen, wann HIER ein Zehnttag um ist. Ich für meinen Teil fühle mich nicht besonders leistungsstark und merke, wie meine Konzentration bezüglich einiger Zauber bereits geschwunden ist.“

In unserer deprimierten Stimmung schmeckt sogar das Essen widerlich. In gedrückter Stimmung trotten wir unwillig wir zur Anlegestelle. Das Schattenwasser am Steg stinkt nach Kloake, das Haus ist in keinem guten Zustand und der Geruch lastet weit über das Wasser hinaus am Ufer. „Wer wohnt hier bloß?“, frage ich in die Stille hinein. „Ich denke wir befinden uns – gemessen an der materiellen Ebene – am Ufer des großen Sees im Cormyrer Sumpfland“, meint Garon.

„Lasst uns erst mal diese Hütte hier inspizieren“, schlägt Evendur vor und reißt uns aus unserer Lethargie. Gemeinsam gehen wir den Steg entlang zum Haus und schauen durch die Fenster. Wir erblicken in einem Raum acht ungemachte Betten, sowie eine Tür in einen angrenzenden Raum, den wir nicht durch ein Fenster einsehen können. Wir gehen zur Haustür und lauschen angestrengt.

Alexander hört eine Person in Plattenrüstung hinter sich und hat das Gefühl, eine Schwertklinge hätte ihn berührt. Verdutzt blickt er mich an. „Warum machst du das?“, fragt er mich. „Was?“, frage ich. „Warum berührst du mich mit deinem Schwert?“ „Ich habe doch gar kein Schwert!“, verteidige ich mich.
Verwirrt blickt er mich an, schüttelt den Kopf und tritt die Tür ein. Drinnen steht ein Tisch mit vier Stühlen, aber es ist niemand zu sehen. Ich raune Galmor zu, dass ich das ganze Szenario hier ziemlich unheimlich finde und hoffe, dass Alexander nicht durchdreht.

„Mann! Verarschen kann ich mich selbst! Hier IST doch jemand! Komm raus und zeig dich, du Feigling!“, hören wir ihn aufgebracht von drinnen brüllen. Garon, der durch das Schlafzimmerfenster hereinschaut, sieht niemanden. Entnervt stellt er lediglich fest, dass der Barbar wohl am Rande des Wahnsinns steht. Ich nehme Alexander in Schutz: „Vielleicht hat er wirklich jemanden gesehen oder gehört. Was wäre denn, wenn hier an diesem Ort so was wie ein Ebenenknoten ist.“

„Und was bitteschön soll ein Ebenenknoten sein, Lily?“, fragt der Magier mich verächtlich.

„Ich weiß nicht genau, halt irgendein Ort, wo sich zwei Ebenen kreuzen und darum sieht man vielleicht Schatten der einen Ebene auf einer anderen Ebene. Könnte doch sein... .“

„Nein.“, unterbricht Garon mich knapp, „Der Barbar ist wie immer einfach unberechenbar und nun wird er auch noch wahnsinnig.“
Ich lasse nicht locker: „Oder dieser Ort hier existiert zu zwei unterschiedlichen Zeiten gleichzeitig. Also hier könnte man etwas sehen, was gerade passiert und zugleich nimmt man Dinge wahr, die irgendwann mal waren oder die noch kommen werden.“

„Unsinn!“, würgt mich Garon ab.

„Hey Leute, wir sollten, da diese Hütte nichts hergibt, lieber mal die Brücke in Augenschein nehmen“, wirft Evendur ein.
„Er hat recht“, befindet auch Galmor. „Ich hole Alexander, den durchgeknallten Barbaren“, sage ich mühsam beherrscht und gehe in die Hütte.
Um des Gruppenfriedens willen entschließe ich mich dazu, meinem Freund nichts von Garons Beleidigungen zu erzählen, ziehe aber kurz in Erwägung an meiner anderen Hand noch einen Finger für die Kerben zu reservieren, die Garons Missetaten sühnen könnten, verwerfe diese Idee jedoch, weil es zu kompliziert werden könnte den Überblick zu behalten.
Mit Alexander zusammen stoße ich kurz später zu den anderen.
Offensichtlich sind die anderen übereingekommen, Garon über die Brücke vor zuschicken. Ob aus Rachegelüsten heraus, oder weil es einen mir verborgenen tieferen Sinn dafür gibt, ist mir letztlich egal. Also warten wir, ob/bis der Magier zurückkehrt.

Gerade als wir aus der Langeweile heraus unsere miese Stimmung aneinander auslassen wollen, sehen wir unseren Zauberer aus der Dunkelheit treten.
 Rasch nähert er sich uns und berichtet, dass er einen von zahlreichen Fackeln erhellten, etwa 20m hohen, in kaltes, weißes Licht getauchten Turm gesehen hat, welcher aus einer chitinartigen, schwarzen Plattenschicht besteht und auf einem immensen Knochenberg ruht: ein überdimensionaler Brustkorb, dessen Rippenbögen nach oben ragen, krönt die Anhäufung.
Von dem Turm aus, so berichtet Garon, gehen zwei weitere solcher langen, in der Dunkelheit verschwindenden Hängebrücken ab, und zwar nach Südosten und Südwesten. Rund um den Turm seien immerleuchtende, violette Schattenlichter und Fackeln verteilt.

Nachdem der Magier seinen Vortrag beendet hat, atmet Galmor hörbar aus und meint: „Puuuh, ich bin froh, dass diese riesigen Wesen, auf denen der Turm steht schon tot sind.“
Evendur sieht ihn geringschätzig an: „Möchte ICH wissen, was so riesige Wesen umbringt?“ sehr leise fügt er hinzu: „Und dort vielleicht auf uns lauert...“
Der Zwerg liefert prompt die Antwort auf die Frage des Kundschafters:
„Die Zeit.“
Wir alle schauen ihn an und rufen im Chor
„Was?“
„Na die Zeit – also Altersschwäche nehme ich an, ähm...hat sie umgebracht.“ Er lächelt uns an. Doch wir schauen nur entgeistert zurück.

Garon greift Evendurs sehr leise gesprochenen Satz auf: „Diese Knochen sind magisch beschworene Knochen. Keine Angst, wir werden dort kein unvorstellbar großes Wesen antreffen, welches eine Kreatur solchen Ausmaßes wie es die Brustkörbe vermuten lassen, töten kann. Es handelt sich, so vermute ich, um einen starken Zauber nekromantischen Ursprungs.“

„Was auch nicht eben behaglich klingt“, wirft der Kundschafter ein.

„Nützt ja alles nichts, Leute, wir müssen wohl oder übel dort rüber, wenn wir weiterhin an unserer Mission festhalten“, gebe ich zu bedenken.

Wir überqueren - mehr oder weniger enthusiastisch - die gewiss einen Kilometer lange, baulich wirklich beachtenswerte Hängebrücke. Als sich die Wege am Ende der Brücke teilen, schnitzt Evendur eine Markierung in einen der Brückenpfeiler, damit wir in dieser seltsamen Welt nicht genarrt werden und uns eventuell im Kreis bewegen.
Garon schlägt vor, immer nach links zu gehen, doch einstweilen stehen wir vor einem großen Tor, welches in luftiger Höhe ins Innere des Turmes führt. Einvernehmlich nickend gehen wir zunächst diesen Weg.

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #100 am: 13. März 2008, 20:42:20 »
Das Innere des Turmes ist beleuchtet. Zwei Treppen führen vom Eingang aus rechts und links in die Tiefe. In der Mitte dazwischen steht ein mindestens vier Meter hohes mechanisches Konstrukt, welches das Symbol Cyrics auf der Brust trägt.

Die Kreatur sieht ekelerregend aus: zwischen dicken Panzerplatten sieht man eingequetschte Fleischfetzen hervorquellen, die von Blutrinnsalen genährt werden. „Oh, ein Blutgolem“, stellt unser Magister mit wissenschaftlichem Interesse fest.

Beeindruckt stehen wir eine Weile nur einfach da und warten, ob sich das Ding bewegt. Doch es verharrt weiterhin, den Blick zwar zu uns nach oben gerichtet, aber reglos, an seiner Position. „Kampflos kommen wir an dem nicht vorbei“, meint der Barbar nachdenklich.
Der Zwergenpriester ergreift die Initiative: „Alexander? Du gehst die rechte Treppe runter und ich nehme die linke.“ „Ja, jetzt warte mal“, wendet der Kämpfer ein, „Wie schon gesagt, kampflos kommen wir nicht an dem vorbei und der sieht so aus, als würde er ordentliche Kellen austeilen.“
Sein Halbbruder mischt sich ein: „Alexander? Deine Zurückhaltung befremdet mich. Früher wärst du mit Freuden...“ „Früher ist nicht jetzt“, fällt ihm der Barbar ins Wort, „Tatsache ist, dass ich diese Kreatur nicht kenne und nicht weiß, wie ich sie einschätzen soll. Ich mag Gegner nicht, die ich nicht einschätzen kann.“

Der Disput der Halbbrüder wird durch ein sirrendes Geräusch unterbrochen. Die Luft uns her beginnt zu flimmern, seltsame Blasen bilden sich, die zu wirbeln beginnen. „Was zum Abyss...“, ruft Alexander aus, doch Garon übertönt ihn: „Zur Seite! Das ist ein Dimensionstor!“
In meinem Kopf spüre ich einen stechenden Schmerz und das Band um meinen Hals wird heiß.
Ich höre seine Stimme: „Kleine Lily, dein Band zu Elenya wird mir zu stark. Ich habe beschlossen, die Untotenjägerin zu uns einzuladen... und ihr ein kleines Geschenk zu machen. Ich werde sie von ihrem Lebensfluch befreien. Jetzt, da Elenya uns nicht mehr im Weg steht, sind WIR einander noch näher.“
Dann höre ich SEIN Lachen. Ich stöhne laut auf und hämmere mir gegen die Schläfen.

Alle starren wie gebannt auf das Dimensionstor, aus dem ER heraustritt. Höhnisch grinsend tritt ER an Elenya heran, schlingt seinen weiten Umhang aus schwarzer Seide um ihre Schultern und beugt seinen Kopf zu ihrem Hals.
Beinahe zärtlich streicht ER ihr Haar zur Seite und streichelt den entblößt da liegenden Hals der Priesterin.
„Nein, tu das nicht“, flüstere ich flehend. Doch zur Antwort beginnt lediglich mein Halsband höllisch zu glühen. Der Schmerz bringt mich an die Grenze der Besinnungslosigkeit, schwarze Wellen überrollen meinen Geist und ich bin unfähig mich zu regen, spüre nur, wie das Blut aus meinen Gliedern rinnt.

Garon fasst sich als erster und schreit „Atta Umbar Yello!“, doch das Netz verpufft vor seinen Augen.
„Lächerliche Versuche mir zu trotzen! Meine Magie ist bei weitem mächtiger als deine stümperhaften Sprüche, Magier!“ Alexander stößt einen barbarischen, furchteinflößenden Kampfschrei aus und stürmt auf den Eindringling zu.
Sein Angriff schneidet durch SEINEN Umhang und als Konsequenz gehen die Mitglieder der Greifenbrut vor Schmerzen zu Boden.

„Zeit zu gehen, meine Schönheit. Ihr entschuldigt uns?“, fragt der Graf zynisch, schlägt seinem Umhang um sich und meine Freundin und verwandelt sich augenblicklich in einen Fledermausschwarm, der mit Elenya durch das Dimensionstor fliegt, welches unmittelbar danach verschwindet.

Nach einer Schrecksekunde kommt Alexander auf mich zugeschossen und schüttelt mich hart. „War ER das?“ Doch ich stehe nur bleich und starr da, stille, blutige Tränen weinend. „Was wollte es? Kennst du es?“, will Garon wissen und fragt misstrauisch, „Hast du etwa einen Pakt mit dieser Kreatur?“ Alexander ist nun sehr wütend und mein Unvermögen, mich zu artikulieren macht es nicht besser.

 „Wohin bringt er Elenya? Sprich mit mir. Lily!!!“ „Barovia“, krächze ich und meine Stimmbänder brennen wie Feuer. “Was sagst du?”, wieder schüttelt mich der Barbar. „Barovia“, krächze ich diesmal etwas lauter. „Was Barovia? Was soll das sein?“, fragt mich Evendur verwirrt.
„Hat er sie dorthin geschafft, ja?“, will Alexander hartnäckig wissen. Ich nicke. „Wie können wir meine Schwester zurückholen?“, fragt Garon, erstmals mit einer Spur ernsthafter Besorgnis in seiner Stimme. „Muss ich die Antworten aus dir rausprügeln oder was???“, drängt der Barbar, indem er mich ein weiteres Mal hart schüttelt.

Ich beginne zu schluchzen: „Das wollte ich doch nicht. Ich wusste nicht, dass er solche Angst vor unserer Freundschaft hat...“ „Hör auf wirr zu stammeln, verdammt, und sag uns, wo dieses Scheiß Barovia ist!“, fordert mich Alexander abermals auf.

 „Barovia liegt nicht in unserer Welt und doch irgendwie in unserer Welt.“ „Eine andere Ebene ist es nicht“, stellt Garon fest, „davon hätte ich gehört.“ Ich nicke und fahre mühsam unter Tränen fort: „Barovia ist SEIN Land, ER ist Barovia. Man erreicht es durch den Nebel. Man muss mit dem Nebel reisen. Reisende finden es zufällig oder ER will, dass man es findet. Man kann nicht einfach so zu Graf Strahd van Zarowich hin.“

„Schweig“, befiehlt mir der Magier, „Lily hat genug Schaden angerichtet. Ich fasse es nicht, wie man so dämlich sein kann, einen Pakt mit einer solchen Kreatur einzugehen.“

Vorsichtig schaltet sich Galmor in die Unterhaltung ein: „Eventuell ist es kein Pakt, sondern sie ist die Sklavin dieses Wesens. Ist er ein Vampir?“ Ich nicke und fasse an die allmählich wieder erkaltende Kette um meinen Hals.
Der Tempuspriester beobachtet dies und meint, dass es Möglichkeiten gibt, eine solche Kette entfernen zu lassen, durch mächtige klerikale Zauberkraft.

Alexander ergreift das Wort: „Auch wenn sie nur die Sklavin wider Willens dieses Kerls ist, so ist das eine brenzlige Situation. Ich frage mich, inwieweit wir ihr noch trauen können.“ „Dann sollten wir sie hier zurücklassen“, schlägt Garon vor. „Das ist auch Quatsch“, entgegnet Alexander, „Wir werden nun keine weitere Zwietracht säen, sondern unseren Auftrag erledigen und dann Elenya retten.“

„Ich bin beeindruckt, dass ausgerechnet du hier als erster Vernunft annimmst und deinen Verstand nutzt“, sagt Evendur anerkennend. Ich verfolge weiterhin eher teilnahmslos und auf den Rest der Gruppe sehr verstört wirkend, was um mich her geschieht.

Alexander spannt den Bogen zurück zur Situation vor dem Zwischenfall mit Graf Strahd van Zarowich. „Also Galmor, du links, ich rechts?“ Der Tempuskrieger nickt und beide machen sich an den Abstieg.

Galmor

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #101 am: 14. März 2008, 14:51:29 »
ja, so langsam wird es richtig Düster...die Diskussionen, die der Akt mit dem Vampir ausgelöst hat hättet ihr mal mitbekommen sollen...

Arkos

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #102 am: 14. März 2008, 15:39:28 »
Fieses böses dröckiges Meister!  :twisted:
Die GREIFENBRUT in CORMYR & SCHATTENTAL

Lily Weg

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Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #103 am: 20. März 2008, 14:02:16 »
Der Barbar kommt als erster bei dem Fleischgolem an und teilt mit einem wütenden Kampfschrei einen mächtigen Hieb gegen das Konstrukt aus, welches jedoch nur eine kleine Beule davon trägt. Alexander schaut sich daraufhin irritiert um, brüllt dann wie ein wildes Tier und haut abermals auf das Geschöpf aus Metall und Fleisch ein. Wieder mit geringem bis keinem sichtbaren Erfolg.
Evendur feuert seinen ersten Pfeil ab, der harmlos an einer der dicken Metallplatten des Golems abprallt. Sein zweiter Schuss hingegen trifft in eine der blutigen Fleischfurchen und bleibt dort stecken. Mit unglaublicher Kraft schlägt die Kreatur zweimal auf Alexander, der wie durch ein Wunder nicht zusammenbricht.

Der Tempuskleriker hingegen kann unbehelligt an dem Golem vorbei in Richtung der rückwärtigen Tür gehen. Als sich unser Barbar mühsam aufrappelt und sich gleichzeitig unter einem weiteren Hieb des Konstruktes hinweg duckt, schreit er zu uns hoch: „Zurück auf die Brücke, schnell! Bindet euch dort fest! Ich habe nen Plan!“

Ich komme wieder zu mir, schnappe diese Worte auf und tue, was mein Freund von mir fordert. `Wenn er noch mein Freund ist´, schießt es mir durch den Kopf, denn ich bin daran schuld, dass Elenya weg ist.
Egal, keine Zeit für solche Gedankenspiele nun. Es liegt tödliche Gefahr in der Luft, das hörte ich aus der Stimme Alexanders heraus, der weiß Gott nicht ängstlich ist. Garon weicht weit zurück und bereitet seinen Seiltrick vor, Gathen ist bei ihm.

Schnaufend kommt der stark angeschlagene Barbar aus dem Turm gerannt und postiert sich mitten auf der Brücke. Rasch bindet er sich am Geländer fest, schon naht der Golem. Als die Monstrosität einige große Schritte auf der Brücke zurückgelegt hat, durchtrennt Alexander die Halterungsseile auf der rechten Seite und der Golem stürzt in die Tiefe.

„Wo sind die anderen beiden?“, frage ich atemlos. „Die sind an dem Ding da vorbeigelatscht zu ner Tür im hinteren Teil des Raumes.“, antwortet der Kämpfer atemlos. Wir schauen alle über das noch intakte Geländer hinweg hinunter: dort unten liegt der Golem.
Doch halt! Gerade im Moment rappelt er sich auf und macht sich daran, eine ewig lange Wendeltreppe um den Turm herum emporzusteigen, die ihn vermutlich wieder an seinen Platz bringen wird.
„Das gibt´s doch gar nicht!“, ruft Alexander empört aus, „Wie kann der das überlebt haben? Schaut euch mal diese Tiefe an! Und das ganze Gestein und die Knochen.“
„Weil er ein Blutgolem ist“, erklärt ihm Garon, „Blutgolems verfügen über eine unglaubliche Kraft der Selbstheilung. Vermutlich müsste man all sein blutiges Fleisch verbrennen, damit er sich nicht mehr regenerieren kann.“
„Kommt, lasst uns schauen, wo Evendur und Galmor hingegangen sind.“, rufe ich.

Wir eilen sie Treppe hinunter zu der Stelle an der vorhin der Blutgolem stand. Insgesamt gehen zwei Durchgänge schräg links und schräg rechts ab, die auf weitere Hängebrücken führen, sowie eine halb offen stehende Tür. „Da sind sie lang“, meint Alexander, auf die Tür deutend.
Ich schaue hinter die Tür, erblicke die Wendeltreppe, welche sich steil nach unten windet und kombiniere mit einem Schaudern, dass unsere beiden Freunde gerade auf dem besten Wege sind, dem Golem in die Arme zu laufen. Besonders weit können sie jedoch innerhalb der kurzen Zeit noch nicht gekommen sein, also hole ich tief Luft und schreie ihnen hinterher, dass sie unverzüglich wieder zu uns hoch kommen sollen. Tatsächlich kommen die beiden kurz darauf bei uns an.

„Was ist denn?“, fragt Evendur. „Alexander hat den Golem von der Brücke gestoßen“, fange ich an zu erklären, doch der Kundschafter unterbricht mich, „Das hört sich ja mal nach einem gut durchdachten Plan an, Brüderchen! Gratuliere!“, dabei klopft er Alexander anerkennend auf die breite Schulter.
 Wütend ergreife ich wieder das Wort: „Ja schon, aber dieses Mistvieh hat den Sturz überlebt, was zwar eigentlich unmöglich scheint, aber so ist es nun mal.“
„Und?“, fragen Evendur und Galmor verständnislos. „Nun macht er sich gerade schwerfällig, aber stetig an den Aufstieg und zwar über genau diese Wendeltreppe hier“, erklärt Garon zuende.
„Tja, dann sollten wir wohl einen anderen Weg wählen, nicht wahr?“, schlägt der Kundschafter vor. „Richtig. Geht schon mal vor, ich warte hier.“, meint unser Kämpfer.

Alle bis auf Garon und Alexander fliehen über die südöstliche Brücke. Der Magier verschließt die Tür mit einem Erdenschloss und kommt dann zu uns herüber. „Das sollte ihn eine Weile aufhalten“, meint er.

Der Barbar jedoch bleibt am Anfang der Hängebrücke stehen und starrt in die Tiefe, wo der Blutgolem einsam, langsam, aber unerbittlich seine Runden dreht und sich allmählich in die Höhe schraubt.
„Was macht er da?“, fragt Galmor ungeduldig. „Keine Ahnung“, antworten wir anderen. „Hat er Höhenangst?“, fragt mich der Tempuskrieger. Ich schüttele den Kopf.

„Alexander, hör auf dir in die Hose zu machen und komm rüber!“, ruft er dem Barbaren zu. „Halt die Schnauze, Zwerg, sonst mache ich nen Ansturm auf dich und du fliegst im hohen Bogen die Brücke runter!“ „Ich bin kein Zwerg! Ich sehe nur so aus.“, protestiert Galmor trotzig. „Natürlich bist du nun ein Zwerg!“, widerspricht Evendur. „Nein ist er nicht, er sieht nur so aus“, antworte ich anstelle des Tempuspriesters. „Da hörst du es“, meint Galmor triumphierend, „Sie ist viel schlauer als du!“

Ich schmunzele. „Sagt mal Jungs, meint ihr, ihr könntet Alexander von dort wo er steht bis hier rüber tragen, wenn er sich nicht mehr bewegen könnte?“, frage ich, da mir plötzlich eine Idee kommt, wie wir den sturen Barbaren, der uns nicht sagen will, warum er auf den Golem wartet, zu uns bringen könnten. Evendur und Galmor nicken. „Dann kommt mit, ich werde ihn entweder schlafen legen oder ihn bewegungsunfähig machen“, erläutere ich mein Vorhaben.
Die beiden nicken und ich schlendere zu meinem Freund hinüber. Garon ruft mir hinterher: „Lass ihn doch einfach in Ruhe, Lily. Kümmert euch nicht um ihn. Der kommt schon.“
Doch wir ignorieren den Magier.

In einigem Abstand folgen mir Evendur und Galmor. „Amana Hunta“, versuche ich es zunächst, doch Alexander blinzelt mich nur kurz an und mir ist klar, dass er soeben meinem „Schlafzauber“ widerstanden hat. „Anach Telein!“ beeile ich mich zu sagen, als ich nahe an Alexander herangegangen bin.
Der massige Muskelprotz kann sich nicht mehr rühren, doch die anschwellende Ader an seiner Stirn und die tiefe Schwärze, die in seinen Blick tritt, verrät mir, dass er sehr, sehr wütend ist. Ich bin heilfroh, dass er sich nicht rühren kann. Dennoch fluche ich, weil er nun natürlich bei vollem Bewusstsein ist.

„Wolltest du ihn nicht einschlafen lassen?“, fragt Evendur schnaufend. „Schon, aber er wollte nicht“, entschuldige ich mich, „Nun müssen wir damit leben, dass er stinksauer sein wird.“
Nachdem wir etwa die Hälfte der Strecke bis zu Garon und Gathan zurückgelegt haben, verfällt der Barbar in Raserei und wir sind gezwungen, ihn fallen zulassen.
Unsanft prallt er auf dem Boden auf.
Galmor bietet ihm scheinheilig seine Hand als Aufstehhilfe an, dabei vergnüglich plappernd: „Ach, geht´s wieder? Erst konntest du dich nicht mehr bewegen und dann warst du plötzlich zusammengebrochen.“
 „Red keinen Stuss!“, donnert der Barbar, „Ich hab genau mitgekriegt, was du getan hast, Lily! Und das werde ich dir so schnell nicht verzeihen. Und ihr zwei Witzfiguren habt da auch noch mitgemacht!“
Voller Abscheu spuckt er mir vor die Füße. Ich schlage betroffen die Augen nieder und nage zerknirscht an meiner Unterlippe.
„Komm schon, Bruderherz, wir wollten nur dein Bestes.“ „Was wisst ihr schon, was für mich das Beste ist, he? Lasst mich einfach in Ruhe meinen Plan verfolgen.“  
„Geht´s jetzt wieder, Brüderchen? Hast du dich abgeregt?“ Zur Antwort holt der aufgebrachte Kämpfer aus und verpasst seinem Halbbruder eine deftige Linke.

Evendur ballt zwar die Fäuste, lässt diese Behandlung jedoch ansonsten kommentarlos über sich ergehen, in der Hoffnung Alexander würde dadurch zur Vernunft kommen.
Trotzig wendet sich der Barbar von uns ab und krallt sich in der Vertäuung der Brücke fest, offensichtlich bereit, die Brücke abermals zu kappen, sobald das Ding aus der Tiefe bei uns angelangt ist.

Galmor ruft ihm zu: „Warum lässt du den Golem nicht bis zum Ende der Brücke laufen und schneidest dann beide Seile durch?“
„Weil uns dann der Rückweg abgeschnitten ist, verdammt!“
„Es wird schon einen anderen Weg in diesem Labyrinth geben, Alexander. Galmor hat Recht, wer weiß, ob der Golem es diesmal nicht durchschaut und gar nicht hinabstürzt?“, versuche ich meinen Freund zu überzeugen.
„Bei Uthgar und allem, was mir heilig ist: LAUFT ENDLICH, ihr Idioten!“, schreit uns der Muskelprotz zur Antwort entgegen.
„Lasst ihn doch einfach in Ruhe seinen Plan verfolgen“, sagt Garon ruhig.
Der Tempuspriester zuckt resignierend die Achseln: „Ich hab´s mir gedacht, dass du ein Kämpfer und kein Krieger bist. Denken ist eben nicht deine Stärke.“
 
Mit diesen Worten wenden wir uns von Alexander ab und gehen zum Ende der Hängebrücke, die erst etwa einen Kilometer vom Turm entfernt auf festem Boden mündet. Selbst in dieser Entfernung spüren wir noch die Vibration der Brücke, welche durch das Gewicht des Blutgolems in Schwingung versetzt wird.

Sehen können wir bei den hier herrschenden Lichtverhältnissen freilich nichts. Offensichtlich schlägt Alexanders Plan diesmal fehl, denn selbst als wir sehen, dass die Brücke zu einer Seite geneigt ist, setzt sich die Schwingung nach wenigen Augenblicken fort. Ich hoffe, dass mich der Barbar nicht für das Scheitern seines Planes verantwortlich macht, nur weil ich vorhergesehen habe, dass der Golem diesmal seine List durchschaut.

Alexander kommt zu uns herüber gerannt und schlägt auch noch die zweite Vertäuung durch. Galmor grinst „Siehst du? Das hätten wir auch gleich so haben können, völlig ohne Streit.“
Alexander wirft dem Priester einen drohenden Blick zu. Nach einer kleinen Ewigkeit hören wir tief unter uns ein Platschen. „Ich bezweifele, dass das Ding nun wirklich tot ist“, meint Evendur.
„Ich auch“, stimme ich ihm zu, „Ich wette, der rappelt sich auf und läuft auf dem Grund des Sees weiter, bis er irgendwo an Land krabbeln kann.“
„Mit etwas Glück rostet er auf dem Weg dahin ordentlich durch“, wirft Galmor optimistisch ein.

Galmor

  • Mitglied
Cormyr - The Tearing of the Weave
« Antwort #104 am: 25. März 2008, 11:24:03 »
Zitat
Der Tempuspriester zuckt resignierend die Achseln: „Ich hab´s mir gedacht, dass du ein Krieger oder Kämpfer oder so was bist. Denken ist eben nicht deine Stärke.“


Der eigentliche Satz war eher sowas wie "Ein Kämpfer aber kein Krieger"...
Aber Denken ist wirklich nicht seine Stärke ;)

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