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Autor Thema: Der Test der Zeit  (Gelesen 82073 mal)

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Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #30 am: 17. Dezember 2007, 13:10:57 »
Ups, vor lauter schnell schnell, habe ich jetzt Topas Frage ganz übersehen. Es sind nur zwei SC, weil diese Abenteuer auf unserer China Reise gespielt worden und wir nur insgesammt nur zu dritt waren. Deswegen war jetzt dieser Abschnitt auch nicht so gut, weil ich nach knapp drei Wochen nicht mehr an jede Einzeilheit erinnern konnte. Aber jetzt kann ich sagen, ich habe (A)D&D auf drei Kontinenten gespielt.  :lol:

Teil 2
Tief im finsteren Wald hört dich niemand schreien


14. Tarask Morgen Das Jahr der Visionen 731 TZ Fernau

Nach einem reichlichem und sättigenden Frühstück brechen wir auf. Tymora lächelt uns und schenkt uns einen strahlenden Frühlingstag. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir ein kleines Dorf, das vor dem Drunakwald vorgelagert ist. Ein Weg ist erstmal nicht zu erkennen. Ich frage einen der verschlossenen Bauern des frisch errichteten Dorfes, das aus roh gezimmerten niedrigen Blockhütten mit lehmbeschmierten Wänden besteht, nach dem Weg zum Gut von Gregor Vern. Nach der gebrummelten Aussage gibt es einen Weg hinter dem Dorf, der in den Wald führt. Wir bekommen noch die Warnung, dass der Wald unheimlich und gefährlich ist. Wir werden uns vorsehen.

Tatsächlich führt ein kaum erkennbarer Weg hinter dem Dorf in den dunklen Wald. Schon bald tauchen wir in die Schatten des Waldes ein. Dieser Wald riecht alt und ungebändigt. In meiner Kindheit habe ich ja jahrelang Schweine in einem Wald gehütet. Aber dort war die Atmosphäre ganz anders gewesen. Mir läuft ein kalter Schauder über den Rücken und das liegt nicht nur daran, dass es hier im Schatten der alten Bäume deutlich kühler als auf den Feldern draußen ist. Dieser Wald lebt und damit meine ich nicht das normale Leben im Wald, das jeder Pflanze innewohnt, sondern als ob der Wald ein einziges, in sich geschlossenes Lebewesen wäre. Lotte ist sehr unruhig und ich muss sie ziemlich antreiben, dass sie weiter in die Richtung geht, in die ich sie führe, tiefer in diesen düsteren Wald hinein.

Schließlich passieren wir eine Lichtung, auf der gelbe Blumen stehen und der Kadaver eines Rehs am Boden liegt. Die Blumen ähneln Sonnenblumen, aber sie haben ihre Köpfe nicht auf die Sonne ausgerichtet, sondern auf den Kadaver. Das ist wirklich unheimlich. Es geht ein Rucken durch die Blumen und die Köpfe richten sich synchron auf uns aus. Mir schwant Böses. In der nächsten Sekunde werden wir von ihnen mit kleinen Pfeilen beschossen. Einer trifft mich am Hals. Er tut weniger weh als der Stich eines Moskitos, aber mir wird kurz etwas schummrig, was ich aber mit einem kurzen Kopfschütteln beenden kann. Aber Lotte schläft im Stehen ein. Es kostet einige Mühe, sie wieder wach zu bekommen und diese Blumen hinter uns zu lassen. Nichts wie weg hier. Finsternis!

Wir folgen weiter dem kaum erkennbaren Weg und passieren schließlich einen behauenen Hinkelstein, wie sie die Alten errichtet haben. Er ist mit Moos überwachsen, aber die eingeritzten Muster sind gut zu erkennen. Kreise, Vierrecke, Ornamente, die sich zu verschieben scheinen, wenn man länger darauf schaut. Aber wenn man blinzelt, sind sie wieder da, wo sie sein sollten. Wie alles hier ist auch dieser Stein seltsam, irgendetwas scheint von ihm auszugehen, das ich gar nicht näher betrachten möchte. Bald verschwindet dieser komische Stein hinter uns und ein Wolf tritt in unser Blickfeld. Wie alles in diesem Wald ist auch er nicht das, was er zu sein scheint. Sein Fell ist stumpf und aus seinem Leib ragen Tentakel. Tymora steh mir bei!

Das Wolfsding macht Anstalten anzugreifen. Mit aller Kraft schleudere ich meinen Speer und treffe ihn auf der Höhe des Herzen. Aber statt tot umzufallen, wie ich es erwartet habe, zerplatzt er regelrecht von innen heraus. Iiiks! Aus den Überresten schält sich eine Abnormität. Mit einem heiseren Kampfschrei stürzt Dolon sich mit hoch erhobenen Axt auf dieses Ding, das nur aus sich windenden Tentakeln und einem mit großen Zähnen bewehrten Maul in der Mitte zu bestehen scheint. Das Etwas ist recht gewandt und weicht seinem Hieb aus. Rasend schlagen die Tentakel aus und treffen ihn heftig. Dolon taumelt zurück und bittet seinen Gott um Heilung. Ich springe nun ebenfalls vom Kutschbock, ziehe mein Rapier und umgehe vorsichtig das Monster. Dolon greift nun mit neuem Mut an und auch ich attackiere es. Was immer diese Abnormität aus Maul und Tentakeln zu sein scheint, lebendig ist es und was lebt, kann getötet werden. Ich steche beherzt mit einem Stoßgebet an Tymora auf es ein und auch Dolon trifft es mit einem wuchtigen Axthieb. Schließlich rührt es sich nicht mehr.

„Was im Namen der Neun Höllen ist das?“ frage ich und wische mein Rapier im Gras sauber. Irgendwie fühle ich mich beobachtet und blicke mich um. Eine weitere Stele steht in einiger Entfernung im Schatten eines Baumes. Schwer zu erkennen im diesigen Licht dieses Waldes. Für einen Moment scheint es mir, als würde der Hinkelstein sich ertappt fühlen. Was für ein Unsinn, das ist nur ein Stein.

„Ich weiß es auch nicht“, murmelt Dolon und schaut an der Schneide seiner Axt entlang, ob sie eine Scharte davon getragen hat, was zum Glück nicht der Fall ist.
„In Vaters Geschichten kam so etwas nie vor.“ murmle ich und stecke das nun wieder saubere Rapier zurück in die Scheide und reinige nun meinen Speer.
„Auch ich bin sicher, noch nie von einem Wesen dieser Art gehört zu haben.“
„Wir sollten ihm einen Namen geben“, meine ich und betrachte kritisch die Speerspitze. Ist immer noch etwas Blut daran.
„Warum das denn?“
„Wie sollen die Barden denn über uns singen? Sollen sie es Ding aus Bauch mit Maul und Tentakeln nennen? Wie hört sich denn das an?“ Nachdem ich den Speer ein weiteres Mal durch das Gras gezogen habe, ist die Spitze nun frei von Blut.
„Hm, da hast du sicherlich Recht.“
„Ich denke, Bauchwürger wäre vielleicht kein allzu schlechter Name.“
„Bauchwürger?“
„Ja, weil es sich wohl im Bauch befindet und da irgendwie rein muss, wahrscheinlich runtergewürgt mit Nahrung, wenn es noch klein ist. Ich habe von Parasiten gehört, die sich in ihren Wirtskörpern einnisten und die dann von innen heraus zerfressen. Schreckliche Sache. Auch wenn ich selbst noch nie so etwas gesehen habe.“
„Ja, der Name passt“, findet auch Schlachtenrufer Dolon.

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #31 am: 19. Dezember 2007, 13:18:21 »
14. Tarask Morgen Das Jahr der Visionen 731 TZ Drunakwald

Wir gehen zurück zu unserem Wagen und setzen unseren Weg fort, vorbei an einer weiteren dieser unheimlichen Stelen. Aber endlich erreichen wir das Gut von Gregor Vern, noch bevor die Sonne ihren Zenit erreicht hat. Das Gut besteht aus einem großen steinernen Haupthaus und einem hölzernen Schuppen. Recht offen alles, schwer zu verteidigen. Da war der Hof meiner Eltern eine Festung dagegen. Wir werden von einem alten Diener empfangen, der sich als Melvar vorstellt. Er bringt Lotte in den Stall und uns ins Guthaus. Wir werden in den oberen Stock geführt. Mein Blick fällt auf eine Stiege, die zum Speicher führt. Die hölzerne Tür am Ende der steilen Treppe ist massiv und mit einem schweren Riegel versehen. Ungute Erinnerungen an ein anderes Haus kommen da in mir hoch. Wir werden in einen kleinen gemütlich eingerichteten Salon geführt. Hier sollen wir warten, bis der Herr des Hauses Zeit für uns hat. Na gut. Eine bequeme Couch steht unter einem Fenster. Zwei Bilder zieren die Wände, eines zeigte eine vierköpfige Familie, das andere eine idyllische Landschaft. Beide Bilder sind von Gregor Vern, dem Hausherrn.

Ich lasse mich auf die bequeme Couch fallen und strecke alle Glieder von mir. „Wenn ich ein eigenes Haus habe, werde ich mir so eine Couch kaufen. Die ist richtig bequem.“ „Du wohnst im Silberfisch?“ „Vorerst ja, ich arbeite ja da noch hin und wieder. Die Erlanns sind ja auch zu nett. Haben mir echt mal aus der Patsche geholfen. Und Mili mögen sie auch.“ Weitere Details um den untreuen Jondan klammere ich aus und betrachte interessiert das Familienbild. Links steht der Vater, ein bärtiger Mann, Anfang dreißig. Dann sein Sohn, ein Junge von vielleicht zehn Jahren. Daneben ein Mädchen, etwa sechs Jahre alt, das etwas Abgründiges an sich hat. Ich kann es nicht genau definieren. Daneben eine streng dreinblickende Frau im Alter des Mannes. Ihre Haltung erinnert mich an meine eigene Mutter, wenn sie mit mir geredet oder besser gesagt, geschimpft hat. Mutter konnte ich es nie recht machen. Zu faul, zu langsam, mach dies, mach das, beeil dich, was trödelst du wieder rum, bla, bla, bla. Aber je länger ich das Bild anschaue, desto düsterer wird es. Die Gesichter werden zu Fratzen, bis sie scheinbar explodieren und sich in windende Bauchwürger verwandeln. Iiiks! Nur das Mädchen scheint davon verschont zubleiben, sie guckt nur noch unheimlicher.

Ich wende den Blick ab und als ich wieder hinsehe, ist es ein ganz normales Bild einer Familie. Wirklich seltsam. Ein Geräusch von oben lenkt mich ab. Als ob jemand hin und her gehen würde. Immer wieder kurz stehen bleibend, als ob man lauschen würde. Ein junger Mann betritt das Zimmer, gerade den Kinderschuhen entwachsen, scheint mir, vielleicht sechzehn Jahre alt. Er hat eine so starke Ähnlichkeit mit dem Jungen auf dem Bild, dass er es wohl auch ist. Welkan Vern ist sein Name. Nach kurzem, nichtssagenden Geplapper kommt auch der Hausherr dazu, niemand anders als der berühmte Maler Gregor Vern. Wir kommen auf die Blumen zu sprechen, er meint dazu, diese wären noch recht harmlos. Sie würden Gelbfarn heißen und ihr Gift würde ein Mittel enthalten, welches einen Dinge sehen lässt, die gar nicht da sind. Wie Bauchwürger oder unheimliche moosbewachsene Steine. Er baut die Pflanzen sogar auf einem Feld hier in der Nähe an. Dieser Wirkstoff sei auch in der Farbe seiner Bilder eingearbeitet, so dass man mit der Zeit bei der Betrachtung Dinge sieht, die gar nicht da sind. Mir kommt diese Erklärung recht lahm vor. Es gibt noch eine rote Abart, die er profan, aber passend, Rotfarn nennt. Die wäre eine Ecke übler und schon seit Jahren versucht er ohne Erfolg die Mörderblumen in diesem Wald auszumerzen.

Obwohl Gregor Vern ein sehr netter Mann zu sein scheint, bleibe ich innerlich sehr distanziert zu dem Ganzen hier. Wir werden in einen Speiseraum geführt. Das Essen wird aus verschiedenen Töpfen serviert und ich achte penibel darauf, nur das zu essen, was auch Vater und Sohn essen. Der Diener ist sogar ebenfalls am Tisch, gehört quasi zur Familie. Die Mutter scheint verstorben zu sein, bei der Tochter, Antalia, kommen nur Ausflüchte. Sie scheint zu ihrem Schutz oben im Speicher eingesperrt zu sein. Aha?

Mir ist das hier alles nicht geheuer und ich bin froh, als Gregor Vern endlich auf die Rüstung zu sprechen kommt. Leider gibt es das Problem, dass sie sich nicht hier im Haus befindet, sondern in der Familiengruft hinter dem Haus. Dieses Gut hat einst den Trojes gehört. Und einer der Trojes, ein gewisser Augar Trojes war ein großer Held gewesen. Vater kannte Geschichten über ihn und auch Jondan hat öfters mal die Ballade von ihm vorgetragen. Auch die Rüstung war eine Sage für sich. Sie wurde aus Himmelsmetall gefertigt, das in einem Stein gefunden wurde, welcher von den Sternen kam. In die Rüstung selbst war noch ein Mondstein aus dem Kern des Meteoriten eingelassen, welcher über magische Kräfte verfügen sollte. Als weiteres Problem entpuppt sich, dass Gregor Vern einen gnomischen automatischen Wächter in die Gruft gestellt hat, den er leider nicht mehr abstellen kann. Na toll!

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #32 am: 21. Dezember 2007, 13:16:38 »
14. Tarask Mittag Das Jahr der Visionen 731 TZ Drunakwald

Nicht gerade bester Laune machen wir uns auf den Weg zur Familiengruft. Besser gesagt wir bahnen uns unseren eigenen Weg durch die Wildnis in die Richtung, die Gregor Vern uns gesagt hat. Ich halte meinen Speer mit beiden Händen fest umklammert. Immer mal wieder wirble ich auf der Stelle herum, aber niemand verfolgt uns, jedenfalls nicht erkennbar, noch lauert man uns auf. Wir passieren einen dieser seltsamen Steine. Bei der Gelegenheit untersuchen wir ihn etwas genauer. Aber es gibt nichts wirklich Außergewöhnliches zu entdecken. Ein behauener, moosbewachsener Stein, auf dem Muster eingraviert sind, von wem auch immer.

Schließlich erreichen wir die alte, verlassene Familiengruft derer von Trojes. Der Eingang ist mit einer Tür verschlossen, die wir mit einem Schlüssel öffnen, welchen Gregor uns mitgegeben hat. Vorsichtig im Licht meiner Laterne betreten wir den Eingangsraum, der fensterlos ist und wohl als Andachtsraum dient. Eine Treppe führt in die Tiefe, welcher wir folgen. Ich stelle meine Laterne am Fuß der Treppe ab und schon hören wir unseren Gegner angeklackert kommen. Es handelt sich um eine riesige Kakerlake aus Stahl. Zur Begrüßung spuckt sie Schlachtenrufer Dolon mit einer ätzenden Flüssigkeit an, was seine Rüstung zum Rauchen bringt. Und nach dem unterdrückten Stöhnen des Tempuspriesters zu urteilen wird da nicht nur sein Schuppenpanzer zum Teil zersetzt. Verdammnis!

Dolon geht links, ich gehe rechts. So flankieren wir das Mistding. Wuchtig ramme ich meinen Speer in den metallnen Leib, fuhrwerke damit hin und her und mach einiges an der Mechanik kaputt. Auch Dolon lässt sich nicht lumpen und lässt seine Streitaxt wuchtig auf das künstliche Insekt hernieder sausen. Funken sprühen auf, Metall knirscht und irgendetwas zerbricht. Nach wenigen Sekunden ist unser zerstörerisches Werk getan und das Ding rührt sich nicht mehr. Es scheint endgültig kaputt zu sein.

„Das ging ja jetzt recht einfach.“ Dolon teilt meine Meinung nicht so ganz, auf seine verätzte Rüstung deutend. Weiter hinten finden wir mehrere Sarkophage. Auf dem mittleren liegt die Rüstung aus Sternenstahl. In der Mitte der Brust prangt der Mondstein, der ein leichtes Licht absondert. Die Rüstung ist miteinander verbunden, sodass wir sie in einem Stück tragen können. Ich nehme die leichte Seite mit den Beinen, Dolon die schwere Seite an den Schultern. So tragen wir die Rüstung nach draußen und schließen die Tür wieder hinter uns ab. Mein Blick fällt auf eine dieser Stelen, die direkt am Eingang steht.

Bei Tymora! Ich könnte schwören, dass als wir hinein gingen, dort noch keine gestanden hat. Oder spielen mir meine Sinne einen Streich? Ich weiß es nicht. Wir gehen weiter. Ich höre eine Kinderstimme singen und nach wenigen Herzschlägen sehen wir die Verursacherin. Ein barfüssiges Mädchen, das sich gerade im Stadium zwischen Kind und Frau befindet, umschreitet fast feierlich mit einem ehemals weißen Unterkleid bekleidet, einen dieser moosbewachsenen Hinkelsteine. Mit einer Hand streichelt sie zärtlich leise vor sich hin singend über die Oberfläche. Ihr Gesichtsausdruck ist dabei verzückt und entrückt. Ihr Mund ist in scheinbarer sinnlicher Erwartung halb offen. So ungefähr muss ich ausgesehen haben, wenn ich Jondans Brust gestreichelt habe, immer tiefer gleitend, über seinen struppigen Wald hinweg, bis ich das fand, für das Dichter tausende von Umschreibungen gefunden haben.

Im nächsten Augenblick habe ich nur ein unschuldiges Mädchen vor mir, das ein närrisches Kinderlied vor sich hinsummt. Es handelt sich tatsächlich um die Tochter von Gregor Vern. Antalia meint, sie wäre ausgebüchst, weil ihr Vater es nicht gerne sieht, wenn sie im Wald spielt. Das kann ich ausnahmsweise mal nachvollziehen. Hier sollte kein Kind spielen. Hier sollte ehrlich gesagt auch niemand, der noch geistig gesund ist,  leben. Dieser Wald hat etwas, was ihn seinem dunklen Ruf wahrlich gerecht werden lässt. Dieser Ort war verwunschen, unheimlich und mehr als nur tückisch. Und meiner Meinung nach, hatte der Verstand von dem Mädchen auch schon vor einiger Zeit Winke Winke gemacht. Sie ergießt sich in ominösen Andeutungen, dass der Wald und die Steine mehr sind, als sie zu sein scheinen. Aber vielleicht ist sie ja auch mehr, als sie zu sein scheint. Ich frage sie, ob sie Silvanus oder Mielikki dient. Sie kann mit den Namen noch nicht mal was anfangen. Ihr Vater scheint nicht gerade Wert auf Bildung zu legen. „Ich diene einem höheren Wesen.“ Sie hat wieder dieses verzückte Lächeln auf den Lippen und sie macht eine weitgreifende Geste, bevor sie sich lachend im Kreis dreht.

Bevor noch mein Verstand sich auch verabschiedet, packe ich die Beine der Rüstung fester und mach, dass ich von hier wegkomme. Die Verns erwarten uns schon, Lotte ist vor dem Wagen gespannt. Ich petze, dass Antalia im Wald spielt, das scheint jedoch niemanden wirklich zu überraschen. Sie scheint öfters vom Speicher zu entkommen, wo sie ja angeblich zum eigenen Schutz eingesperrt ist. Schlachtenrufer Dolon bedankt sich noch mal für die Spende und wir laden die Rüstung auf den Wagen. Nichts wie weg hier. Die Verns winken uns noch freundlich nach, während ich Lotte antreibe. Lotte scheint auch aus diesem unheimlichen Wald herauskommen zu wollen und bald muss ich sie zügeln, weil sie einfach zu schnell wird. Ho, altes Mädchen, wir wollen in einem Stück ankommen.

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #33 am: 24. Dezember 2007, 13:03:17 »
14. Tarask Nachmittag Das Jahr der Visionen 731 TZ Drunakwald

Links und rechts am Wegesrand ragen wieder diese Stelen auf. Ich kann mich gar nicht erinnern, dass wir so viele von ihnen auf der Herfahrt gesehen haben. Ich atme auf, als wir endlich diesen Wald verlassen. Ich bin vollständig durchgeschwitzt und mein Herz pocht wie wild. Lotte ist immer noch kaum zu zügeln und die Fahrt wird sehr holprig. Kurz bevor wir das namenlose Dorf erreiche, drehe ich mich noch einmal zum Waldrand um. Dutzende von Stelen stehen am schattigen Waldrand und scheinen uns nachzublicken. Erschreckt drehe ich mich um, blinzle und schau mich ein weiteres Mal um. Die Stelen sind verschwunden, still und reglos liegt der Wald hinter uns. Schlachtenrufer Dolon von Tempus blickt sich ebenfalls, durch meine ruckartige Bewegung aus der Ruhe geschreckt, um.

„Ist da was Besonderes?“ Ich schüttle verneinend den Kopf, aber diesmal bleibt das Bild bestehen, keine Stelen am Waldrand. Meine Sinne sind definitiv überreizt. Ich sehe schon Dinge, die gar nicht da sind. Wandernde Stelen, was für ein Unsinn.

„Nein, ich dachte, ich hätte was gesehen, aber meine Sinne müssen mir einen Streich gespielt haben.“ Ich konzentriere mich lieber auf den Weg, da Lotte immer noch einen ausdauernden Trab vorlegt. Hätte ich dem alten Mädchen gar nicht zugetraut. Ich habe alle Hände voll zu tun, den Wagen auf dem schlechten Weg zu halten. Mit der Zeit bekomme ich Lotte soweit unter Kontrolle, dass ich nicht mehr befürchten muss, dass der Wagen zerbricht. Ich habe einen gutaussehenden jungen Mann neben mir auf den Kutschbock. Unsere Schenkel berühren sich, reiben sich aneinander, da der Platz auf dem Wagen so eng ist, dass zwei Erwachsene nur schwer Platz auf dem Kutschbock finden. Seit zwei Jahren ist Jondan nun verschwunden. Eine lange Zeit für eine körperlich gesunde Frau in meinem Alter.

Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, anzuhalten und mich mit Dolon in die nächsten Büsche zu schlagen. Aber dann fällt mein Blick auf meinen Ehering. Ich bin eine verheiratete Frau, auch wenn ich nicht weiß, wo sich mein angetrauter Ehemann befindet. Der Ring scheint zu brennen und ich kühle ab. Nein, Jondan wird mich weder Schlampe noch Hure nennen dürfen, wenn ich ihn finde. Wobei ich nicht mal weiß, ob ich ihm dann sein Gesicht zerkratzen und solange mein Knie zwischen seine Beine rammen werde, dass er nie wieder mit einer Frau schlafen kann. Oder ich ihn umarmen und mit ihm ins nächste Bett fallen werde, um mich für die Jahre der Enthaltsamkeit auszahlen zu lassen. Ich seufze schwer. Mili ist jetzt zwei Jahre alt, bald wird sie Fragen stellen, warum andere Kinder einen Vater haben und sie nicht. Was werde ich ihr dann erzählen?

Das was ich für die Wahrheit halte? Dass Jondan ein treuloses Stück Scheiße ist, der mich nur so lange toll fand, wie ich mich ohne Reue und Verpflichtung von ihm auf alle möglichen Arten besteigen ließ? Der keine Verpflichtung oder Verantwortung für mich und unser Kind hatte übernehmen wollen und mich in meiner schwersten Stunde vor der Niederkunft einfach sitzen ließ?

Oder das, was ich hoffe? Dass er in die Sklaverei entführt wurde und darauf hofft, dass ich ihn befreien werde?

Oder das, was ich am meisten fürchte? Das er tot ist und entsorgt wurde? Verblutet in einer Hintergasse, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war?

Oder eine Lüge, dass Papa ausgezogen ist, um die Welt vor dunklen Mächten zu erretten? Wahrscheinlich die Lüge, bis sie alt genug ist, um die Wahrheit zu verstehen, zu ertragen. Lügen machen das Leben ja so viel einfacher.

Endlich erreichen wir das Dorf Fernau. Lotte hat immer noch einen großen Bewegungsdrang und ich muss recht brutal mit den Zügeln werden, damit sie stehen bleibt. „Was ist denn nur mit Lotte los?“ Natürlich gibt Lotte darauf keine Antwort.

Mit großem Hallo werden wir im Dorf empfangen. Ich helfe dem Stallburschen Lotte aus dem Wagen zu spannen und dann Dolon, die Rüstung auf unser Zimmer in das Gasthaus zu schaffen. Puh! Ich brauch ein Bad. Gerade unten, um zu schauen, ob das hier möglich ist, kommt der Stalljunge herein gelaufen. Sein Arm blutet stark, Lotte hätte ihn gebissen. Dolon untersucht die Wunde und heilt sie zum Teil mit der Macht, die ihm Tempus verliehen hat.

„Dieser Biss stammt nicht von einem Pferd!“ Wir sehen uns beide an. „Bauchwürger!“ rufen wir beide zur gleichen Zeit. Zwei Idioten, ein Gedanke. Es ist vielleicht jetzt eine gute Gelegenheit, die alte Rüstung von Augar Trojes anzulegen. So versperren wir erst mal den Stall, schärfen den Leuten ein, unter gar keinen Umständen den Stall zu betreten und laufen dann zurück ins Zimmer. Ich helfe dem Tempuskrieger die Rüstung anzulegen. Ich komme ihm dabei so nahe, wie selten zuvor einem Mann. Ich spüre unter meinen Händen seinen kräftigen Körper, das geschmeidige Spiel seiner für den Kampf trainierten Muskeln. Ich muss schlucken und an mein Eheversprechen denken. Ich darf nicht schwach werden, Jondan darf nicht triumphieren. Schließlich ist die Rüstung fertig angelegt. Hier und da habe ich ein paar Riemen anders festzurren müssen, aber die Rüstung sitzt gut. Als wäre sie für den Schlachtenrufer bestimmt. Kaum angelegt, fängt der Mondstein in der Mitte der stählernen Brust an zu leuchten. Hui!

Vorsichtig öffnen wir das Scheunentor. Lotte steht mit zitternden Flanken in einer Ecke des Stalls. Sie fletscht aggressiv die Zähne. So was habe ich noch nie bei einem Pferd gesehen. Irgendwie scheint sie zwei Reihen Zähne im Maul zu haben. Arme Lotte! Mir wird das Herz schwer bei dem Gedanken, dass ich sie töten muss. Aber dies bleibt mir erspart, denn im nächsten Moment explodiert sie regelrecht. Ich werde mit Blut, Innereien und zerfetztem Fleisch überschüttet. Iiiks! Vor uns steht nun der Bauchwürger mit seinen sich windenden und peitschenden Tentakeln. Der Mondstein auf der Rüstung reagiert nun sehr stark und strahlt ein intensives blaues Licht ab. Der Bauchwürger faucht uns an und bricht dann durch die Stallwand einfach nach draußen. He! Bleib gefälligst hier und stell dich zum Kampf!

Der Schlachtenrufer kann mit Hilfe der Rüstung die Spur des Bauchwürgers aufnehmen, die für ihn am Anfang noch recht hell leuchtet. Leider erkaltet die Spur nach wenigen Minuten und wir folgen einfach mal der Richtung. Wir landen bei einer Schafherde, die wir genau in Augenschein nehmen, aber keines der Schafe verhält sich hyperaktiv oder seltsam. Verdammnis!

Wir kehren erstmal ins Dorf zurück und berichten dem Dorfvorsteher Karvo, was geschehen ist. Der stellt kurzerhand einen Suchtrupp zusammen. So grasen wir schon fast wortwörtlich alle Herden in der Nähe ab. Aber Fehlanzeige. Keine einzige heiße Spur, der Bauchwürger hat sich verdrückt. Blutige Verdammnis. Ich sehe furchtbar aus, schaffe es etwas heißes Wasser zur organisieren und wasche mich in einer Ecke so gut es geht. Dann muss ich noch meine Rüstung reinigen, was auch noch ne Stunde kostet. Entsprechend müde krieche ich neben Dolon ins Bett und schlafe ohne irgendwelche erotischen Gedanken einfach ein.



Frohe Weihnachten und schöne Feiertage wünsche ich allen Lesern.

endier

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Der Test der Zeit
« Antwort #34 am: 24. Dezember 2007, 15:06:39 »
Hui, Spannend geschrieben...

Auch Dir ein frohens Fest und einen guten Rutsch.

(Gilt auch für alle anderen Gateler hier)

Nakago

  • Mitglied
Der Test der Zeit
« Antwort #35 am: 26. Dezember 2007, 12:57:49 »
@ Endier

Danke!  :)

Teil 3
Duell


15. Tarask Morgen Das Jahr der Visionen 731 TZ Drunakwald

Wie gerädert stehe ich auf. Eigentlich hatte ich gehofft, schon gestern wieder zu Hause zu sein. Mein kleines Mädchen fehlt mir irgendwie. Ihr Lachen, wenn sie glücklich ist oder ich mit ihr herumalbere. Ihr Weinen, wenn ihr etwas fehlt, sie sich gestoßen hat oder einfach traurig ist. Ach, meine kleine süße Milindra, heute Abend werde ich dich abschmusen, bis du quietscht! Mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen ziehe ich mich an und gehe mit Dolon hinab in den Schankraum. Ich schlinge dort mein Frühstück herunter. Da fällt mir siedendheiß ein, dass Lotte ja gestern förmlich vor meinen Augen explodiert ist. Wir haben kein Pferd mehr und es stellt sich heraus, dass auch keiner der Bauern bereit ist, uns eines seiner Zugtiere zu leihen. Soweit zum Thema ewige Dankbarkeit wegen der Errettung von Larn und der Vernichtung des Tiefenbaus.

Aber die freundliche Loretta bringt uns zu einem durchziehenden Händler, der einen altersschwachen Wagen mit einem klapprigen Pferd sein eigen nennt. Der Händler, ein etwas verschlossen wirkender Mann zwischen Dreißig und Vierzig, ist bereit, unseren Wagen anzuhängen und uns mitzunehmen. Mir gefällt der Kerl nicht. Ein Händler hier ohne Waren? Fernau ist nicht gerade das Dorf mit großem Durchgangsverkehr, da dahinter ja kaum noch was liegt, was eine Reise lohnen würde. Aber auf der anderen Seite fällt mir kein Grund ein, warum er uns hier hätte auflauern sollen. Die Rüstung ist sicherlich wertvoll und ein potentiell lohnenswertes Ziel. Aber dass unser Pferd explodieren würde, konnte niemand vorhersagen. Nun gut, wir hängen den Wagen an, laden die Rüstung auf und nehmen auf dem klapprigen Wagen Platz. Fernau ist bald außer Sicht, aber irgendwie ahne ich, dass die gestrigen Ereignisse uns noch mal in diese Gegend verschlagen werden. Ich versuche mit dem einsilbigen Händler erfolglos ein Gespräch anzufangen und frage wenigstens nach Jondan, vielleicht hat er ihn ja mal irgendwo auf seinen Reisen getroffen. Leider nicht.

Kurz vor der Mittagszeit wird die langweilige Fahrt interessant. Wir kommen an einem zerstörten Wagen vorbei. Nach der Größe der Fußspuren zu urteilen, muss ein Riese am Werk gewesen sein. Das ist nicht gut. Da es nun Mittag ist, muss Dolon erst um die Gunst des Feindhammers bitten, also betet er erst einmal. Dann nehmen wir vorsichtig die Spur auf. Man muss kein Waldläufer sein, um diesen Spuren zu folgen. In der Ferne hören wir einen Frauenschrei und beeilen uns entsprechend. Schließlich erreichen wir eine Lichtung. Im Gras im Zentrum liegt eine regungslose Frau. Dolon will zu ihr hinlaufen, aber ich halte ihn auf. „Mir gefällt das nicht, lass mich vorgehen.“ Ich habe ein komisches Gefühl dabei. Etwas stimmt nicht. Die Spuren des Riesen enden hier, aber er selbst ist nicht zu sehen. Vorsichtig, den Boden vorher prüfend, arbeite ich mich langsam zu der Frau vor. Meine Vorsicht zahlt sich aus, da sich die Frau als Illusion entpuppt, die eine Fallgrube getarnt hat. Ha, da müssen die früher aufstehen.

Aus dem Wald tritt klatschend ein Mann hervor, der in einer blutbesudelten Rüstung steckt. Auf seiner Brust trägt er offen ein heiliges Symbol, das aus in einer Spirale angeordneten Krummschwertern besteht, welche von abgewinkelten Armen gehalten werden, die alle aus dem Zentrum des Symbols entspringen. Man muss nicht zur Bildungselite Faeruns zählen, um dieses Symbol zu identifizieren, besonders da sich der Priester auch gleich mal netterweise vorstellt.

„Ich bin der Blutschnitter Vaslo Zarr von Garagos, dem einzig wahren Fürst des Krieges. Schön, dass ihr gekommen seid, um von meiner Hand zu sterben. Denn ich werde nicht zulassen, dass der Tempel des Tempus die Rüstung von Augar Trojes bekommt. Deswegen habe ich das Ganze hier initiiert. Zuerst wollte ich dieses Manöver nutzen, um einfach die Rüstung zu stehlen, während ihr wie Idioten durch den Wald stolpert, aber dann dachte ich, wie langweilig das doch wäre. Viel mehr Spaß wird es mir machen, euch in handliche Stücke zu hacken.“

„Ich bin Schlachtenrufer Dolon Braska von Tempus, dem einzig wahren Fürsten des Krieges. Ich werde nicht zulassen, dass der Rüstung ein Leid geschieht, denn sie wurde dem Tempel des Tempus zu Chondathan gespendet. Mögen die Götter entscheiden, wem die Rüstung gebührt, dem Tempel des Feindhammers oder Garagos, den sinnlosen Schlächter Unschuldiger! Für Tempus! Möge dieser Kampf von ihm gesegnet sein.“

„Für Garagos! Möge dieser Kampf von ihm gesegnet sein.“ Beide Priester bitten also um den Segen ihres Gottes und stürmen dann aufeinander zu. Dolon schlägt daneben, während Vaslo sein Langschwert tief in den Leib des Tempuspriesters versenkt. Nein! Der Schlachtenrufer taumelt stark angeschlagen zurück und ich eile herbei, um ihm zu helfen. Mein Speer schrammt aber harmlos über die blutige Rüstung des Blutschnitters. Tymora hilf! Im nächsten Moment saust das Langschwert auf mich zu und trifft mich hart. Blut spritzt aus meiner Wunde an der Seite, was Vaslo mit einem gierigen Grunzen quittiert. In der Zwischenzeit ruft Dolon seinen Gott um Heilung an und sein stetiger Blutfluss verebbt. Der Blutschnitter wendet sich nun wieder dem Schlachtenrufer zu, während ich zurück taumelnd nach einem Heiltrank taste und ihn mit einem Zug lehre. Sofort schließt sich meine Wunde und ich bin fast ganz fit. „Nimm das!“ Wuchtig ramme ich meinen Speer in seine Seite und diesmal spritzt sein Blut. Hat er nun davon.

Auch Dolon trifft ihn nun mit zwei schweren Hieben, während er selbst noch eine Wunde kassiert. Der Garagospriester stöhnt auf und lässt dann sein Schwert fallen. „Ich ergebe mich, heute tragt ihr den Sieg davon, Schlachtenrufer Dolon von Tempus.“ Ich werfe Dolon einen fragenden Blick zu und er senkt seine Waffe. „Ein guter Kampf, Blutschnitter Vaslo von Garagos. Die Sache ist damit entschieden?“ Der geschlagene Kämpe nickt.

„Bei Garagos, die Sache ist entschieden, behaltet die Rüstung, ihr habt sie euch mit Blut verdient.“
„So sei es!“ Männer und ihr Codex. Ich zucke mit den Schultern und richte den Speer nach oben. Aus dem Unterholz kommt ein Klatschen und der angebliche Händler tritt hervor. Er wird begleitet von einem seltsamen Hund.  „Irgendwie rührend. Verzeiht, dass ich euch stören muss, aber ich denke, für euch ist nun die Zeit gekommen, für euren Frevel mit dem Leben zu bezahlen!“ Wusste ich es doch, dass mit dem Kerl was nicht stimmt.

Nakago

  • Mitglied
Der Test der Zeit
« Antwort #36 am: 28. Dezember 2007, 18:44:54 »
15. Tarask Mittag Das Jahr der Visionen 731 TZ Wildnis

„Hä?“ Was will der denn jetzt von uns?
„Wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist, einen Tiefenbaum zu beschwören?“
„Öh, nein.“ meine ich und kratze mich am Kopf.

„Die Frage war rein rhetorisch gemeint, du dummes rothaariges Kind. Aber wenigstens werden du und deine Kameraden noch als Dünger dienen können. Das ist zwar nichts im Vergleich zu dem, was ihr der Natur mit eurem Verhalten angetan habt, aber irgendwie wird es mich äußerst befriedigen, euch in Stücke zu hacken.“ Hatten wir das heute nich schon mal? Ich habe ein Deja vu!

„Lass mich raten, du musst Relkar sein.“ Jedenfalls hieß so der angebliche Magier, der den Tiefenbaum gepflanzt hat.

„Du bist ja gar nicht so blöd, wie du aussiehst, Karottenkopf! So ist es und nun tu mir den gefallen, mit dem Sterben anzufangen.“ Bei den Worten fängt er an zu gestikulieren. Der Hund fletscht die Zähne, während sich seine Kopfhaut zurückzieht. Das sieht richtig gruselig aus und der Blutschnitter taumelt etwas erschreckt zurück. Mich lässt das kalt, habe ja schon einiges erlebt und habe oft beim Schlachten unseres Viehs geholfen. Der Druide, ich schätze mal, dass Relkar einer ist, hat seine Beschwörung beendet, und vor mir taucht ein aggressiver Dachs auf, der mich beißen will.

Dolon stürmt vor, schlägt aber leider nur durch die Luft, wo der Druide gerade noch gestanden ist. Der Blutschnitter nähert sich vorsichtig dem Knochenhund und haut halbherzig nach ihm. Ich versuche mit einem Flick Flack an dem Dachs vorbei zu kommen, um Relkar meinen Speer zum Kosten zu geben, aber das blöde Vieh beißt mich in die Wade. Aua!

Das wird noch ein langer Nachmittag werden. „Tymora, steh deiner kleinen Gläubigen bei!“ Beherzt spieße ich nun nach diesem Stoßgebet den Dachs auf, der einfach verschwindet. Als Nächstes sprinte ich zu dem komischen Knochenhund und ramme ihm meinen Speer so tief in die Seite, dass die Klinge bis zu den Parierstangen im Fleisch versinkt. Ich reiße die Klinge nach unten und ein Haufen stinkender Gedärme ergießt sich auf den Boden. Tut weh, nicht?

Der Blutschnitter schlägt nun dem Tier den Kopf ab und tritt ihn wütend weg. Jetzt haben wir nur noch einen Gegner vor uns, den finsteren Druiden, der keine Anstalten macht, sich zu ergeben. Dolon hat ihm schon eine stark blutende Wunde verpasst, aber noch steht dieser Mistkerl. Ich ramme ihm meinen Speer in den Unterleib, drehe das Stichblatt in der Wunde und reiße die Waffe wieder heraus. Dolon spaltet ihm dann noch gekonnt den Schädel und wortlos bricht der Druide Relkar in sich zusammen. Tja, das war es wohl dann. Ich reinige mein Speer im Gras und stütze mich dann etwas erschöpft auf ihn. Meine Wade brennt, aber Dolon hat ein Einsehen und heilt mich. Danke schön.

„Nun, das war ein blutreicher Nachmittag. Bis sich unsere Schwerter wieder kreuzen.“ Der Blutschnitter präsentiert sein Schwert.

„Bis sich unsere Klingen wieder kreuzen“, meint auch Dolon und grüßt mit seiner Axt. Etwas unbefriedigt über diese Entwicklung schaue ich dem Garagospriester nach. Irgendetwas sagt mir, dass dies nicht unsere letzte Begegnung war. Aber Dolon hat so entschieden und ich werde nicht gegen seinen Ehrenkodex handeln, auch wenn ich ihn nicht so ganz nachvollziehen kann. Männer! Immerhin hat der Kerl uns überfallen. Ich hätte ihn ja gefangen genommen und ihn der Schildwacht übergeben.

„Wir sollten den finsteren Druiden hier beerdigen. Zarr war ja so nett, schon eine Grube zu schaufeln.“ Mir ist klar, dass Relkar uns den Tieren des Waldes zum Fraß überlassen hätte, aber er war immerhin ein Mensch und egal, was er getan hat, es ist trotzdem unsere Pflicht ihm ein halbwegs würdiges Begräbnis zu gewähren. Vorher durchsuche ich ihn noch und fördere vier Goldmünzen zu Tage. So legen wir ihn in die Grube und schütten so gut wie möglich Erde und Steine darauf. Wahrscheinlich werden Tiere ihn wieder ausbuddeln, aber das liegt nicht in unserer Hand. Dolon spricht ein kurzes Gebet und seinen Segen und wir marschieren zurück zum Wagen. Wieder lenke ich und taufe die Stute Mathilda. Leider ist das Pferd sehr störrisch und kaum zu lenken. So wird der Weg recht mühsam, bis wir am frühen Abend endlich die Nordstadt von Chondathan erreichen.

Das Verkaufen des Wagens erweist sich als beschwerlich, das Teil ist vollständig verrottet. Wer weiß, wo der Wagen die letzten Jahre gestanden hat. Ich bekomme sagenhafte vier Goldmünzen dafür. Auch das Pferd erweißt sich als schier unverkäuflich. Da bleibt wohl nur der Weg zum Abdecker. Mist auch. Aber egal, ich lebe noch und als ich endlich mein süßes kleines Mädchen in den Armen halte und abschmuse, bin ich richtig glücklich.

Gespielt in China im Oktober 2007
Spielleiter: Stefan
SC: Dolon, Kaira
Schrein des Ruhmes:
Erfahrungspunkte: 900 in je drei Blöcken zu 300
Überwundene Gegner von Gruppe:
1 Tiefenbaum
1 Wolf mit
1 Bauchwürger
1 Kakerlakenkonstrukt
1 Garagospriester
1 Druide
1 Dachs
1 Knochenhund
Beute von Gruppe:
8! Goldmünzen

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #37 am: 31. Dezember 2007, 14:11:29 »
Kapitel 5
Das Lagerhaus des Grauens!


16. Tarask Das Jahr der Visionen 731 TZ Chondathan

Nachdem ich meine morgendlichen Arbeiten verrichtet habe, spreche ich mit der guten Frau Erlann darüber, dass ich nicht länger unter dem viel zu engen Stiegenzimmer hausen möchte. Ich miete zu einem Vorzugspreis ein Zimmer im Silberfisch an. Der Umzug dauert keine fünf Minuten. Das Zimmer hat ein richtiges Bett. Welch Luxus. Mili schaut sich mit großen Augen um. „Wo schlafen?“ Sie zeigt auf sich. „Mili ist jetzt kein Baby mehr, deswegen bekommst du jetzt dein eigenes Bettchen.“ Für die Wiege ist sie inzwischen einfach zu groß geworden. Es ist der reine Wahnsinn, wie meine Kleine wächst. Da es draußen noch sehr kalt ist, verpacke ich mein kleines Schätzchen gut und binde sie mir auf den Rücken. Es ist ein windiger Tag, aber zum Glück regnet es nicht. Meine Kleine ist sehr unruhig, da ich sie hauptsächlich im Winter wegen der Kälte draußen im Haus halte. Sie entdeckt tausend Sachen „Mama! Da da!“ Und wenn sie ein Tier sieht, macht sie die Tierlaute nach. „Wauwau!“ oder „Miau!“

Schließlich erreiche ich eine Möbelschreinerei, wo auch die Erlanns ihre Möbel für den Silberfischen gekauft oder reparieren lassen. Sie haben zum Glück ein paar Kinderbettchen zur Auswahl und Mili darf sich eines davon aussuchen. Zuerst weiß sie gar nicht, was ich von ihr will und schaut mich groß an, aber dann begreift sie, was ich von ihr will und sie quietscht freudig erregt vor sich hin, als sie die Bettchen ausprobiert. Schließlich hat sie ihren Favoriten gefunden, welche mit spielenden Tieren bemalt ist. Ich bezahle es und sage, wohin es gebracht werden soll. Dann kaufe ich noch etwas Bettwäsche und gehe dann Kleider und Schuhe für Mili einkaufen. Bis jetzt konnte ich der Kleinen kaum etwas kaufen und sie trug Sachen, die schon andere Kinder getragen haben. Aber jetzt habe ich Geld und kann nun endlich auch mal Mili was gutes Tun. So vergeht die Zeit wie im Flug. Auch hole ich meine neue beschlagene Lederrüstung ab, die mir wie angegossen sitzt. Ist ja auch Maßanfertigung. Hu, darin sehe ich richtig Toll aus.

Schwer bepackt mit meinem inzwischen Mittagsschlafenden Töchterchen auf dem Rücken bahne ich mir meinen Weg zurück zum Silberfisch. Unterwegs treffe ich auf den leicht untersetzten Dieb namens Thropp, der mir steckt, dass er für eine kleine Beschaffung eines Gegenstandes bereit ist, eine horrende Summe von 150 Goldmünzen zu zahlen. Hört sich gut an, Details würde ich heute Abend zu hören bekommen. Bin dabei. Wer wagt, gewinnt.

Daheim wird erstmal ausgepackt und meine Kleine wird wieder richtig wach. Ihr neues Bettchen ist schon da und Mili ist ganz aus dem Häuschen. Nach dem Abendessen bürste ich ihr schönes Haar aus, stecke sie in das neue Nachthemd, in dem sie wirklich ganz süß aussieht und bring sie dann in ihr neues Bettchen. Schon bald ist sie eingeschlafen und ich richte mich für die Aufgabe. Meine neue beschlagene Lederrüstung sitzt einfach perfekt und ich fühle mich wohl darin. Dazu noch die neue Tartsche von dem Zombiefürsten und es kann losgehen.

Im Brunnenhaus sorgt der Halborkische Barde mal wieder für gute Stimmung. Thropp finde ich an einem Tisch an der Ecke inmitten einer illustren Runde sitzen. Das sind also die anderen Risikobereiten. Von meinen üblichen Kameraden ist diesmal nichts zu sehen. Irgendwie habe ich bei diesem im wahrsten Sinne zusammen gewürfelten Haufen kein gutes Gefühl. Drei der Leute scheinen Mönche verschiedener Orden zu sein.

Am besten mal der Reihe nach. Garethion ist ein stabil gebauter Mann von mitte Zwanzig mit kurzen braunen Haaren und ebenso farbiger Kleidung, seinem Symbol zur Urteilen gehört er wohl zu Helm. Genau so jemanden nimmt man gerne auf einen Einbruch mit. Dann wäre Tefai, der schmächtiger gebaut ist wie der andere Mönch, aber Ilmater dient. Der dritte Mönch trägt eine Grellbunte Robe und einen Umhang, deren Farbenkombination zum Erblinden einladen. Er hat blonde lang gelockte Haare und hört auf den Namen Brom Bärenburg. Und ja, es handelt sich um einen langnasigen Gnom, der Garl Glittergold dient. Der vierte im Bunde ist ein schlanker Elf mit dem Namen Quarion und scheint Bogenschütze zu sein. Der letzte ist ein Muskelbepackter Zwerg, der sich Thurak nennt, mit reichlich Bierschaum im zu drei Strängen geflochtenen braunen Bart. Das ist genau die Gruppe, mit der man keinen einen Einbruch macht. Finsternis!
[/u]

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #38 am: 02. Januar 2008, 11:26:30 »
Allen Lesern noch ein gutes neues Jahr 2008!

16. Tarask Abend Das Jahr der Visionen 731 TZ Chondathan

Thropp rückt nun mit den Details heraus, nachdem er sich versichert hat, dass uns niemand belauscht. Wir stecken verschwörerisch die Köpfe zusammen, wofür der Gnom sich auf den Stuhl stellen muss. Es handelt sich um ein schwarzes Buch, dass in einem Stahlschrank verschlossen liegt. Dieser Schrank befindet sich in einem verschlossenen Raum, der sich wiederum in einem gut bewachten Lagerhaus der „Gemeinschaft der Fünf“ befindet. Der Raum mit dem Stahlschrank ist von Regius Glimmstein entworfen worden, dem berühmten Gnom, der hier in der Senke sein Labor hat. Noch nie sei es jemanden gelungen, dort erfolgreich einzubrechen. Na ja, dann werden wir wohl die ersten sein. Aufgrund seltsamer Vorfälle befinden sich Nachts keine Wachen mehr im Haus, sondern nur noch vor dem Haus. Und durch die dicken Mauern würde auch kaum Lärm dringen. Hört sich schon mal gar nicht so verkehrt an.

Für unsere Mühe bekommen wir 150 Goldmünzen und dürfen alles behalten, was wir sonst noch so finden. Natürlich bin ich damit einverstanden und wir bekommen zwei Skizzen von den Örtlichkeiten im Lagerhaus. Scheint so, als ob Bereiche des Lagerhauses davon an andere Kunden vermietet werden, darunter Magiern, Handwerkern und Totenrufer Mehrat. Den Namen kenne ich doch? Ja, genau, dass war der verstorbene Totenrufer, der noch Tod für Ärger sorgt, in dem er allein durch seine Anwesenheit Tote erweckt. Aber wenn wir da einbrechen, wird es niemand geben, der was dagegen hätte.

In meinem Rotschopf Köpfchen manifestiert sich recht schnell ein Plan, muss aber vorher ein paar Sachen nachprüfen. Wir bilden zwei Gruppen, der Gnom Brom, der Zwerg Thurak  und der Mönch Garethion werden die angrenzende Taverne und das Lagerhaus von Landseite in Augenschein nehmen. Die zweite Gruppe mit dem schlanken Mönch des Ilmater Tefei, dem Elfen Quarion und meiner Wenigkeit werden das Lagerhaus von Seeseite ausbaldowern. Wir machen uns auf dem  Weg und laufen einfach mal am Lagerhaus vorbei, um es schon mal von Landseite betrachten zu können. Es ist aus gut behaunen Steinen mit wenig Fugen sehr massiv errichtet. Es gibt ein Tor und eine Seitentür direkt gegenüber der Taverne. Vor dem Tor hängen zwei in Kettenhemden gekleidete Gardisten herum, ein weiterer läuft halb um das Gebäude herum, da man es zu Fuß nicht umrunden kann. Auch lungern hier in der Nähe noch ein halbes Dutzend Schildwächter herum. Im Oberen Stockwerk gibt eine Ladeluke mit Kran und sonst nur Schießartige Öffnungen, in denen sich noch nicht mal ein Gnom durchquetschen kann.

Tefei mustert dabei die Anlage zu genau, dass er um die Aufmerksamkeit von uns abzulenken, sich in die Taverne verdrückt. Mit dem Elf nun alleine, begebe ich mich zum Hafen. Huch, alleine mit einem Mann, was werden nur die Leute denken? Also miete ich frech bei einem Fischer ein Ruderboot, um Selune auf dem Wasser betrachten zu können. Er wirft mir auch entsprechende missmutige Blicke zu. Aber lieber soll er denken, wir machen ein Techtelmechtel auf dem Schiff, als dass wir ein Objekt für einen Einbruch ausspähen. Ich steuere das Boot, während Quarion rudern darf. Wir brauchen, da wir uns Zeit lassen, etwa eine halbe Stunde bis zum Lagerhaus. Auch hier ragt ein Kran aus einer Ladeluke heraus. Ein paar Lagerhäuser wird ein Schiff entladen, aber wir werden nicht weiter beachtet. Es erscheint mir gut möglich zu sein, hier einen Wurfhaken zu verankern. Der Laden zur Luke ist zu, aber der Spalt ist breit genug, um den dahinter liegenden Riegel hoch zu hebeln. Und der Zwischenboden ist aus Holz, wie es aussieht, da einige Balken vom Fußboden etwas herausragen. Mein Plan ist damit praktikabel, also zurück zum Brunnenhaus.

Ich zersause mir noch etwas Haare, bevor wir das Boot zurückgeben. Im Brunnenhaus bestelle ich mir erstmal ein großes Essen, da ich Hunger wie ein Bär habe. Wir müssen einige Zeit warten, bis die anderen zurückkommen. Sie  haben herausgefunden, dass es Nachts im Lagerhaus spuken soll. Das ganze hat vor ein paar Wochen angefangen und deckt sich ziemlich mit dem Ableben von dem berüchtigten Totenrufer Mehrat. Sein Bereich im Lagerhaus soll immer noch so sein, wie von ihm verlassen, da noch keiner den Mut gefunden hat, dort nachzusehen. Finsternis!

Als erstes erkläre ich meinen Plan, der recht simpel ist. Wir mieten uns ein Boot, rudern zum Lagerhaus, ich klettere hoch, öffne die Luke und sind drin. Dann brechen wir in das Lager von Totenrufer Mehrat ein, schlagen tot, was untot ist, plündern es, brechen ein Loch in den Boden und kommen so in den Raum mit dem Stahlschrank. Es gibt noch ein paar Alternative Pläne, wie stehlen dem Verwalter den Schlüssel und machen damit die Nebenpforte auf. Oder öffnen die Tür mit einem Rammbock und schlagen drin alles kurz und klein, ja dieser Vorschlag stammt vom Zwergen Thurak. Oder wir mieten den noch freien Raum und schmuggeln uns selber in Fässern da rein. Da alle Alternativen Pläne den einen oder anderen Haken haben, wird schließlich doch mein Plan angenommen. Wer wagt, gewinnt.

Topas

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Der Test der Zeit
« Antwort #39 am: 02. Januar 2008, 13:21:31 »
Schön, wenn man aus dem Urlaub zurückkommend die Geschichte weiterlesen kann, aber weshalb sind das schon wieder andere SC's ?
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #40 am: 04. Januar 2008, 12:49:48 »
@ Topas

Des Rätsels Lösung ist, dass dieses Abenteuer auf einem Con gespielt wurde. Eigentlich sollten da mehr Stammspieler mitmachen, hat aber nicht so ganz geklappt. Und das plötzliche Auftauchen und Verschwinden anderer SC wie der Barde und Drow ist damit zu erklären, dass es sich um Gastspieler gehandelt hat.

17. Tarask Das Jahr der Visionen 731 TZ Chondathan

Den Tag über verrichte ich wie gewohnt meine normalen arbeiten, auch wenn die Nacht viel zu kurz war. Am Nachmittag mache ich mich auf, etwas Weihwasser zu besorgen. Im Tymoraschrein kann ich leider nichts bekommen. Glücksbote Ryan ist mit seinem Feldzug beschäftigt, neue Gläubige zu gewinnen und die Vorsteherin des Tempels scheint nichts anderes zu tun, als in einer Ecke zu hocken und zu faulenzen. Meditieren nennen das die Kleriker. Na, so sehr ich auch die lächelnde Dame schätze, ihre Diener haben es nicht so drauf, was Geschäftstüchtigkeit anbelangt. Aber es ist ja nicht so, dass auf Thargrams Weg es nur einen Tempel geben würde. Also gehe ich zu der Kathedrale der Triade schräg gegenüber und kaufe drei Phiolen zu richtigen Dumpingpreisen. Gelobt seien die rechtschaffenen und gütigen Drei.

So fühle ich mich gleich etwas wohler, als ich im Schutz der Dunkelheit aufbreche, um viel Geld zu verdienen. Meine Kleine schläft ruhig in ihrem Bettchen, nachdem ich sie in den Schlaf gesungen habe. Die anderen sind schon da und wir brechen auf. Nach dem Weihwasserkauf habe ich bei Xanas Stand noch eine Tonurne gekauft und sie mit Asche aus dem Herd gefüllt. Xana scheint nicht mehr so in Ungnade ihrer Mutter zu sein wie noch vor ein paar Tagen. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. So kann ich eine Urne präsentieren und eine rührselige Geschichte von meinem Großvater erzählen, der unbedingt im Kreise seiner Freunde, wirklich sehr illustrer Freunde wie Elfen, Zwerge und Gnome, im Hafen von Chondathan im Sternenlicht bestattet werden möchte. Ja, mein Großvater war weit gereist und etwas verschroben. So bekommen wir anstandslos ein Boot, dass groß genug für uns alle ist. Dem Zwerg ist gar nicht wohl dabei, dass nur etwas Holz zwischen ihm und dem Wasser ist.

Ich werfe den Anker, nachdem wir unter dem Ausleger des Lagerhauses angekommen sind. Heute ist es hier besonders ruhig, kein weiteres Schiff wird entladen. Ich versuche meinen Wurfhaken zu platzieren, treffe aber nicht, dafür Quarion. Klettere ich halt sein Seil hoch. Oben angekommen sichere ich mich so gut wie möglich und mit einem Haken aus meiner Diebeswerkzeugtasche öffne ich den Riegel des Ladens. Vorsichtig drücke ich die Flügel auf und spähe hinein. Unter der Tür des Lagers des Metzgermeister vermeine ich Licht zu sehen. „Dies war die letzte Lieferung, dass mache ich nicht länger mit.“ poltert eine Stimme hinter der Tür. Hä?

Sollte nicht alles ruhig sein? Wie kommen die da rein? Die Türe unten ist doch zu und wir wissen aus mehreren unabhängigen Quellen, dass sich Nachts hier niemand aufhält. Vorsichtig betrete ich den Gang, nehme das Seil, welches hier ausliegt und werfe es ebenfalls herunter. So können die anderen nach oben klettern. Ich mache die anderen darauf aufmerksam, dass ich Stimmen aus dem Raum des Metzgers gehört habe. Der Elf Quarion, der Mönch Garethion und der Gnom Brom machen sich sofort auf, dem auf dem Grund zu gehen. Während ich noch meinen Rucksack hochziehe, stürmen die drei schon den Lagerraum, aus dem inzwischen weder Lichtschein sickert noch Geräusche dringen. Allerdings stellt sich ihnen nichts in den Weg. Der Rest einschließlich mir mit dem schweren Rucksack mit dem notwenigen Einbruchswerkzeug rückt nach. Der Raum ist bis auf Würste, die von der Decke hängen und einigen schweren Kisten leer. Alles ist staubig und die Wurst riecht strenger, als sie sollte.
 
Da! Schritte auf dem Gang! Die üblichen Hyperaktiven rennen sofort raus, finden aber nichts. So langsam dämmert es mir, wieso es niemand hier Nachts mehr aushält. Hier spukt es tatsächlich. Finsternis! Ich küsse die lächelnde Dame auf meinem silbernen Anhänger, führe das kühle Metall an meine Stirn und an meine Brust. Möge die Göttin mir helfen, Leben, Verstand und Herz zu behalten. Gehen wir die Sache am Besten auf dem Grund. Da die ganze Sache wohl mit dem unheiligen Vermächtnis des Totenrufers zu tun hat, brechen wir am Besten gleich mal seine Türe auf. Diesmal öffne ich das Schloss, nachdem ich vergebens nach Fallen gesucht habe. Vorsichtig öffne ich die Türe, aber kein Bolzen kommt angeschossen, noch fällt ein Topf mit Säure herunter. Im Lichtschein der Kerze schält sich auf der linken Seite ein überladenes Regal mit vielen Fächern heraus, in dem unzählige Gläser mit Flüssigkeiten oder seltsamen Zutaten stehen. Gegenüber der Türe steht ein Wandschirm und davor ein Tisch mit einem Buch darauf. Irgendwie habe ich mehr erwartet. Auf dem Boden ist noch ein Symbol aufgemalt, an dem eine dreifingrige Hand abgebildet ist. Sieht mir nicht ganz ungefährlich aus. Bevor ich eine Warnung aussprechen kann, rennt der gnomische Mönch schon los und quer durch das Symbol. Dunkle Energie manifestiert sich und greift nach ihm. Schmerzerfüllt kreischt er auf.

„Falle!“ meine ich nun überflüssigerweise und umgehe das Symbol. Der Gnom schüttelt sich hinter dem Symbol und rennt dann weiter auf das Buch zu und grabscht danach. Ich verdrehe nur die Augen, denn wer aus Schmerz nicht klug wird, wird es nie. Aber wider erwarten ist das Buch nicht weiter gesichert, aber es stellt sich heraus, dass es in Geheimschrift geschrieben ist. Ich kenn mich damit etwas aus, da mein Vater mir öfters solch knifflige Aufgaben gestellt hat. Brom rennt weiter und schaut hinter dem Schirm nach, nur wenige Herzschläge später kommt er grün angelaufen zurück getorkelt und übergibt sich. Vorsichtig spähe ich um die Ecke und sehe einen gehäuteten Menschen, der Kleidung trägt. Da er total unbeweglich ist und auch nicht darauf reagiert, als ich ihn anstupse, scheint er mir ein makabres Ausstellungsstück zu sein. Eklig!

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #41 am: 07. Januar 2008, 12:51:05 »
17. Tarask Abend Das Jahr der Visionen 731 TZ Chondathan Lagerhaus des Grauens

Für einen Herzschlag spiele ich mit dem Gedanken, sicherheitshalber etwas Weihwasser auf ihn zu gießen, aber dafür ist es mir zu teuer. Wenn es ein Wächter ist, müsste er auf unsere Anwesenheit reagieren, da er das nicht tut, scheint er mir ungefährlich. Armer Kerl, wer auch immer das mal gewesen sein mag. Während der Herr Zwerg mit großer Lust ein Loch in den Boden schlägt, entschlüssele ich die Geheimschrift. Es scheint sich um eine Lagerliste zu handeln. Und einiges scheint sehr wertvoll zu sein, jedenfalls hat er teilweise für geringe Mengen sehr viel Gold bezahlt. Also packe ich meinen Sack aus und suche aus dem Regal das Zeug, welches einiges wert zu sein scheint und fülle ihn. Ich stelle ihn erst mal neben den Eingang ab und sehe, dass inzwischen ein Loch entstanden ist, wo selbst der muskelbepackte Zwerg durchpasst.

Der Raum unter uns ist mit Wasser gefüllt. Hä? Ja, in der Tat, es ist ein Becken mit Wasser unter uns. Es ist schon fast eine Halle, da etwas über zehn Schritt in der Breite und zwanzig in der Länge. Hinter der regulären Eingangstüre gibt es ein Podest mit zwei Hebeln. Gegenüber befindet sich ein weiteres, kleineres Podest, wo sich ein Schacht befindet, in dem eine Kette hinabführt. Schätze mal, dass dort der Stahlschrank hängt. An den Wänden sind, zwei auf der rechten, drei auf der linken Seite, die Statuen der fünf Namensgeber der Händlergilde verteilt. Jeder trägt einen anderen Gegenstand in der Hand, Beutel, Schriftrolle, Stab, Schwert und Dolch. Hu? Ein Rätsel?

Dummerweise ist das Loch direkt über dem Wasser. Garethion wirft ein paar der Würste herunter, aber irgendwelche Monster lockt er damit nicht aus den Tiefen an. Ich würde ja mehrere Haken in die Decke schlagen und mich so entlang hangeln, aber ich werde überstimmt, indem einfach ein neues Loch über das breite Podest geschlagen wird. Nun gut. Ich sehe mich noch etwas um, kann aber nichts Interessantes mehr entdecken. Irgendwie habe ich mir mehr von hier erhofft. Als einzig Außergewöhnliches finde ich ein rostiges Beil, das gar nicht hierher passen mag. Für was das gut sein mag?

Enthusiastisch schlägt Thurak ein zweites Loch in den Boden, sodass man das Podest trockenen Fußes erreichen kann. Ich verhake mein Seil an einem Balken und schaue, ob ich unten was erkennen kann, in der Tat ist eine Trittfalle in Form einer beweglichen Platte auszumachen. Ich lasse mich als erste herunter und schwinge mich neben der Trittplatte zu Boden. Leider sehe ich keine Möglichkeit, diese Trittplatte zu deaktivieren. Als nächstes kommt der Gnom nach unten. Kaum auf dem Boden rennt er schon zum ersten Hebel, springt hoch und hängt sich mit seinem ganzen Gewicht daran. Funken schlagen aus den Wänden und Fackeln werden entzündet. Da hat aber jemand Glück gehabt.

Während sich Tefai und Quarion herunterlassen, gehe ich zu dem anderen Hebel, wimmle den Gnom ab und versuche zu ergründen, was daran alles gekoppelt ist. Da ich keine offensichtlichen Fallen entdecken kann, betätige ich nach einem Stoßgebet zu Tymora den Hebel und knirschend bewegt sich eine geländerlose Brücke aus Metall nach oben. Kaum ist sie oben, läuft der Gnom auch schon los. So langsam nervt es mich, dass er mir keine Zeit lässt, diese Sachen vorsichtig in Augenschein zu nehmen. Und tatsächlich öffnet sich nach nur wenigen Metern eine Falltüre und die Langnase fällt überrascht kreischend ins Wasser, das sich einen Herzschlag später rot zu färben beginnt. Eine kleine dunkle Seite in mir gibt sich ganz der Schadenfreude hin. Aber ich bin doch froh, als er prustend wieder auftaucht. Tefei eilt zu ihm und zieht ihn aus dem Wasser. Ich folge etwas langsamer und vorsichtiger. Im Wasser waren wohl einige Speerspitzen verborgen. Der Gnom zieht seine feuchten Sachen auf und scheint weniger verwundet zu sein, als gedacht. Zähe Rasse, diese Gnome, traut man ihnen gar nicht so zu.

Dem Podest näher kommend, sehe ich auf der Kerze folgenden Schriftzug, den ich laut vorlese: „Tod all jenen, die von Gier geblendet sind.“ Welch prophetische Worte, besonders in Bezug auf dem Gnom. Obwohl man hier wohl eher Gier mit Neugier ersetzen sollte. Oder auch mit Dummheit, wenn man es genau betrachtet. Am Ende der Brücke ist ein Hebel, den ich lieber mal in Ruhe lasse. Im Schacht befindet sich tatsächlich an der Kette der Schrank. Der Hebel ist zu offensichtlich und schreit regelrecht nach Falle, also suche ich einen alternativen, versteckten Auslöser.

Der Zwerg Thurak und der Mönch Garethion sind uns nicht gefolgt, scheinen aber oben eine Art Möbelverrücken zu spielen. Eigentlich spielt hier die Musik. Nach einer Viertelstunde bin ich etwas frustriert, da ich nichts finde. Sollte der Hebel etwa doch des Rätsels Lösung sein?

Topas

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« Antwort #42 am: 08. Januar 2008, 22:49:27 »
Warum kommentiert hier eigentlich keiner ausser mir? 1400+ Views kommen doch nicht ohne Leser zustande. Wieder schön geschrieben, weiter so.
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

endier

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Der Test der Zeit
« Antwort #43 am: 09. Januar 2008, 09:22:46 »
Doch, Ich  :D

Aber ich verunstalte die schöne SH sehr ungerne mit meinen Kommentaren.

Aber jetzt, wo cih dabei bin: Welche Stufe hat den die Party denn schon ?
Ich denke 3. sollte es schon sein.

Nakago

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Der Test der Zeit
« Antwort #44 am: 09. Januar 2008, 12:48:20 »
@ Topas

Ich freue mich über jeden Kommentar und auch über jedes Lob. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass die meisten nur still lesen und sehr selten was dazu schreiben.

@ endier

Diese Party hatte komplett die zweite Stufe. Die Reguläre reicht ab nächstem Kapitel von 2 Kaira, Ryan und Lia bis 3 Dolon und Xana. Wenn man nachrechnet, kommt natürlich auf Stufe 3 für Kaira, aber habe mit 1000 Minuspunkten anfangen müssen. Warum? Nun, es gab drei Methoden zur Charerstellung, PB 32, eine Kartenmethode und zwei Reihen mit 4 W6, die drei besten Würfel zählen und eine Reihe kann man sich aussuchen. Beim Probewürfeln kam ich auf gute Ergebnisse, aber meine blauen von Shadowrun 3 getunten Lieblings W6 meinten an dem Tag zeigen zu müssen, dass sie nicht nur 6er Würfeln können. Ich hatte dann halt keine wirklich gute Reihe um mein Konzept zu verwirklichen und habe mit dem Ergebnis Selbstmord begangen und dann PB 32 genommen, mit der Auflage eben, mit -1000 Punkten zu starten. Dem Spieler von Glücksbote Ryan erging es ähnlich und ihm traf das gleiche unerbittliche Schicksal.  :wink:  Allerdings bekomme ich inzwischen 15 EP pro Seite für meine Mühe und so konnte ich das Minus nun ausgleichen und habe im aktuellen Abenteuer jetzt die fünfte Stufe als erster erreicht.  :D In Zukunft werde ich wohl am besten am Ende auch noch die Stufen der SC notieren, so dass die Verhältnisse etwas klarer werden.

17. Tarask Abend Das Jahr der Visionen 731 TZ Chondathan

Auf einmal gibt es einen Rums. Erschreckt blicke ich zurück und sehe wie der Gehäutete mit einer rostigen Axt in der Hand gerade auf die Trittplatte gesprungen ist. Tymora hilf! Und die Platte löst tatsächlich eine Falle aus. Elektrische Entladungen zucken aus dem Stab der Statue, springen durch den Raum und setzen besonders die Brücke unter schädliche Blitzenergie. Der Gehäutete lässt sich davon nicht beeindrucken, sondern kommt Axt schwingend auf uns zu gerannt. Die Funken und Blitze breiten sich weiter aus. Quarion schießt schnell zwei Pfeile ab, die tief in den Leib des Gehäuteten dringen. Tefai erwartet seinen Gegner ruhig am Ende der Brücke. Der Zombie holt aus und tief dringt die Waffe in den Balg des Mönches. Aua! Ich ziehe mein Rapier und versuche das Ding zu erstechen, aber ich gleite ab. Obendrein werde ich noch von einem kleinen Blitz getroffen. Autsch!

„Quarion, zerschieß den Stab!“ brülle ich. „Und wir könnten hier Unterstützung gebrauchen!“ Das war an die Kameraden über uns gerichtet. In der Tat streckt der Zwerg seinen Kopf hinein und spornt uns an. Und nein, er ist kein Barde! Quarion tut wenigstens das, was man ihm sagt und schießt auf dem Stab, trifft und beschädigt ihn. Für einen kurzen Moment wird das Gewitter weniger, stabilisiert sich dann aber wieder. „Nochmal!“ Tefai wird mit dem nächsten Hieb niedergestreckt. Finsternis. Brom wuselt heran und kippt ihm einen Heiltrank in den Mund. Die erste intelligente Handlung des Gnomes an diesem Tag. Ich nehme Tefais Platz ein und steche auf das Ding ein. Aber wie verhext geht mein Rapier fehl. Die nächsten Pfeile zerschlagen den Stab und das Gewitter hat ein Ende. „Ich kann ihn nicht aufhalten!“, brülle ich nach oben, die Todesangst sitzt tief in mir. Dieses Ding ist mir weit über. Der Zwerg gröhlt nur zurück. „Aus dem Handgelenk, mit Kraft!“ Zu spät, die Axt kommt auf mich zu und dann ist nur noch Schwärze um mich. Mein letzter Gedanke gilt Mili, meiner armen kleinen Tochter. Was soll nur aus ihr werden?

Aber dann spüre ich den süßlichen Geschmack eines Heiltrankes im Mund. Tefai steht schwankend neben mir, Brom hat mir gerade den Trank eingeflösst und der Gehäutete sieht inzwischen aus wie ein Nadelkissen. Ich stehe auf und versuche nach dem Ding zu stechen und der Schwung gibt mir die notwendige Kraft. Tief dringt meine Klinge hinein. Ich drehe sie und reiße sie grob zurück. Haarscharf geht das Beil an mir vorbei. Tymora beschützt wahrlich ihre Gläubigen. (Von wegen Heldenglück ist ein verschwendetes Talent.) Quarion schießt kurz hintereinander zwei Pfeile ab, beim letzten Treffer zuckt der Gehäutete endlich ein letztes Mal zusammen, wird steif, dreht sich um seine eigene Achse, fällt und verschwindet im Wasser. Nur noch das am Boden liegende Beil kündet von seiner Existenz und das stecke ich gleich mal ein. „Gut gemacht, Quarion. Eins muss man euch Elfen lassen, mit dem Bogen könnt ihr umgehen.“

Erst jetzt kommen unsere Helden herunter. Garethion hat ein Buch dabei, wo das Sicherheitssystem beschrieben wird. Hat er aus einem der anderen Lagerräume geklaut. Aber wirklich helfen tut es uns auch nicht. Thurak versucht den Schrank an der Kette hoch zu zerren, aber dazu muss man wohl so stark wie ein Riese sein. Selbst als seine Muskeln anschwellen und er ganz rot im Gesicht wird, rührt sich der Schrank nicht mal um Haaresbreite. So wird das nichts. Wenn der Schrank nicht zu uns hoch kommt, dann müssen wir wohl runter. Quarion hält sich für einen geeigneten Fallenfinder und klettert voraus. Ein Bolzen trifft ihn schon nach wenigen Metern und die Oberfläche des Schrankes ist auch nicht ohne, da er sich dort an negativer Energie oder so was in der Art verbrennt. Aber ich nutze die von ihm erkaufte Zeit, bis die Fallen sich wieder aufgeladen haben, herunter zu kommen. Das Schloss ist von guter Machart. Ich brauche fast eine dreiviertel Minute, um es zu knacken, dann schwingt die Tür auf. Dahinter ist ein überraschend kleines Fach zu sehen. Schnell wandern ein kleines Buch, ein Beutel mit Perlen im Wert von 1000 Goldmünzen, ein Beutel mit 200 Goldmünzen und zwei Fläschchen, mit Totenschädelsymbolen darauf, in meine Taschen.

Schnell klettere ich wieder hoch, zerstöre die Bolzenfalle, indem ich die Sehne durchschneide und schon bin ich wieder oben. Nun gut, wir haben, was wir wollten, nichts wie raus hier! „Mich würde jetzt doch interessieren, für was der Hebel gut ist.“ Bevor jemand ihn daran hindern kann, hat Quarion, den ich bis jetzt als recht vernünftig eingeschätzt habe, den Hebel umgelegt. Es gibt das typische Geräusch, wenn dutzende Pfeile auf einmal auf einen herabregnen. Ich benutze meinen Mantel als provisorisches Schild und ein Pfeil wird tatsächlich soweit abgebremst, dass er mir nichts mehr anhaben kann. Tymora sei Dank. Nur der Verursacher wird ordentlich getroffen. So ein Idiot! Nie mehr! Ich werde mit diesen Leuten nie mehr eine solche Mission übernehmen. Erst in solchen Momenten merkt man, was man an Xana, Dolon, Ryan und an Lia hat. Verlässliche Leute!

Ohne irgendwelche Schwierigkeiten kommen wir hier raus. Niemand stellt Fragen, als wir das Boot zurückgeben und ich bin froh darüber. Thropp treffen wir im Brunnenhaus noch an. Ich überreiche ihm das Buch und er unsere Belohnung. An die guten Frau Harloff verticke ich sofort die Beute, bis auf das Gift, und so haben wir am Ende 100 Goldmünzen Bonus für alle. Nur mit Quarion teile ich die Perlen. Schließlich muss eine alleinerziehende Mutter schauen, wo sie bleibt.

Gespielt auf dem V.Con 7.2 in VS am 10.11.2007
Spielleiter: Stefan
SC:, Kaira
Schrein des Ruhmes: Rostiges Beil des Gehäuteten
Erfahrungspunkte: 775
Überwundene Gegner von Gruppe:
1 Gehäuteter
Beute von Gruppe:
600 Goldmünzen
150 GM Bezahlung für jeden
Beute von Kaira:
Perlen im Wert von 500 Goldmünzen
2 Phiolen Gift aus Hirnflüssigkeit von Aaskriechern

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