• Drucken

Autor Thema: Cthulhu: Das Sanatorium  (Gelesen 25723 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Nadir

  • Mitglied
Re: Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #105 am: 29. März 2009, 22:49:28 »
endlich... und wiedereinmal ein "Danke". Hatte mir das letzte Kapitel extra aufbewahrt ;) und wurde nicht enttäuscht! Weiter so! Wann eigentlich?
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Halvar

  • Mitglied
Re: Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #106 am: 31. März 2009, 23:01:24 »
Immer diese Ungeduld... ;)

Ich habe mit Teil 26 noch nicht mal angefangen, es wird also wohl leider noch dauern...
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Nadir

  • Mitglied
Re: Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #107 am: 31. März 2009, 23:19:53 »
Pfft... mit Dir spiel ich nich mehr...
 wink
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Der Wurm

  • Mitglied
  • Hair Loss is God's Way to tell me I'm human
    • http://www.lastfm.de/user/Rentner65/
Re: Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #108 am: 02. April 2009, 14:37:19 »

Nachholend, da ich seit Seite 5 nichts mehr geschrieben habe, ein Lob für den Aufwand und die nach wie vor interessante Geschichte.
Ich freue mich schon wenn es weitergeht.
Arbeitslos in Grönland
"I'm burning gas until I feel all right"

Nadir

  • Mitglied
Re: Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #109 am: 09. Juni 2009, 08:48:40 »
Immer diese Ungeduld... ;)

Ich habe mit Teil 26 noch nicht mal angefangen, es wird also wohl leider noch dauern...

"Leider noch dauern" dauert jetzt aber schon ganz schön lang...  :wink:
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #110 am: 11. Juni 2009, 01:14:29 »
Ja, sorry.

Ich habe leider auch keine besseren Neuigkeiten. Nach wie vor habe ich mit Teil 26 noch nicht mal angefangen. Es gelten die üblichen Ausreden: Viel Arbeit, keine Zeit, fehlende Muße. Ich brauch mal wieder Urlaub...
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #111 am: 23. August 2009, 20:30:32 »
Teil 26: Auf Leben und Tod

Fortsetzung Session 05.04.2008

Pater Benedict und ich erreichten die Stufen, die zum Steg hinabführten. Ich warf noch einen schnellen Blick in Richtung Sanatorium, um mich zu vergewissern, dass uns das Ding noch immer folgte. Das tat es. Behutsam setzte ich meinen Fuß auf die erste Stufe. Hoffentlich war die Treppe nicht mehr so gefährlich wie noch wenige Stunden zuvor. Uns mit größtmöglicher Vorsicht die Stufen hinabzutasten, das konnten wir uns jetzt nicht erlauben - dann würde uns der Blasenhaufen mit Leichtigkeit einholen. Wenigstens war es noch nicht so dunkel, dass wir gar nicht mehr erkennen konnten, wo wir unsere Füße hinzusetzen hatten. Nach ein paar Schritten fassten wir Mut - die Treppe schien nicht mehr ganz so rutschig zu sein, außerdem erleichterte die Tatsache, dass wir dieses Mal keine schweren Benzinkanister zu schleppen hatten, den Abstieg ungemein. Zumindest kamen wir schnell genug voran, um nicht von dem Blasenhaufen eingeholt zu werden.



Wir hatten etwa drei Viertel der Strecke bis zum Steg zurückgelegt, als das Blasen-Ding am Kopf der Treppe erschien und begann, die Stufen mit recht hoher Geschwindigkeit hinabzurollen. Wir beschleunigten unseren Schritt noch einmal und hatten bereits kurz darauf die Holzstufen erreicht, die die letzten paar Meter bis zum Strand markierten. Als wir unten eintrafen, hatte der Blasenhaufen schon die Hälfte der Treppe überwunden - wir mussten uns beeilen.

Von den ursprünglich vier Benzinkanistern, die wir tags zuvor hierher gebracht hatten, waren nur noch zwei übrig - mit den anderen beiden hatte Pater Benedict bereits letzte Nacht die Matratzen getränkt. Nun griff er sich einen davon und schickte sich an, dessen Inhalt ebenfalls über die Matratzen zu gießen. Ich lief ein Stück auf den Steg hinaus, damit ich die gesamte Treppe im Blick hatte, und hielt nach den Damen Ausschau. Es war jedoch niemand zu sehen - nur dieses Blasen-Ding, das unaufhaltsam weiter auf uns zu rollte. Wenn Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick nicht bald erschienen, dann würden sie zu spät sein, um hinter den Blasen die Matratzen anzünden zu können.

"Und, kommen sie?", fragte Pater Benedict, während er seine Arbeit hastig fortsetzte. Ich wollte noch einige Sekunden warten, bevor ich ihm eine Antwort gab. Vielleicht würde ja doch noch im letzten Moment das Licht einer Lampe am Kopf der Treppe auftauchen. Wenn nicht, sah ich keine Möglichkeit, wie es uns gelingen sollte, die Matratzen anzuzünden und dem Ding zu entkommen. Als der Blasenhaufen etwa drei Viertel der Treppe zurückgelegt hatte und immer noch nichts zu sehen war, gab ich jedoch die Hoffnung auf. Selbst, wenn die Damen jetzt noch oben erscheinen würden - sie wären nicht mehr rechtzeitig unten, bevor der Blasenhaufen uns erreicht hätte.

"Nein", antwortete ich Pater Benedict schließlich, wobei ich die Resignation und Wut in meiner Stimme kaum verbergen konnte. Verdammt, warum hatten Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick nicht bemerkt, dass der Ring um das Haus verschwunden war? Warum waren sie dem Blasenhaufen nicht gefolgt? Ich heulte fast vor Wut. Als wir noch oben gestanden hatten, hatte ich kurz mit dem Gedanken gespielt, die Damen im Sanatorium durch einen Ruf auf uns aufmerksam zu machen, es dann aber doch nicht für nötig erachtet, als das Ding sofort auf uns reagiert hatte. Nun verfluchte ich mich dafür.

"Dann lege ich mit dem zweiten Kanister eine Lunte", rief Pater Benedict zurück. Wie er im Angesicht dieser Gefahr einen dermaßen klaren Kopf behalten konnte, war mir schleierhaft. Er legte den einen Kanister auf die Matratze, damit der Rest noch auslaufen konnte, dann griff er sich den zweiten, und begann, das Benzin in einer geraden Linie von den Matratzen aus über den Steg zu dessen Ende hin auszugießen, wobei er sich langsam zurückbewegte. Ob dies so gut funktionieren würde wie am Leuchtturm, war jedoch mehr als fraglich - zwischen den Bohlen des grob gefertigten Stegs befanden sich unterschiedlich große Ritzen, durch die ein Teil des Benzins direkt ins Meer troff. Außerdem wusste ich nicht, ob die Flamme diese Ritzen überspringen konnte. Und dann würde ja auch noch dieses Ding selbst im Weg sein. Es blieb uns jedoch nichts anderes übrig, als es zu versuchen - die Zeit drängte und nichts zu tun würde den sicheren Tod bedeuten.

Pater Benedict und ich hatten gerade das Ende des Stegs erreicht, als der Blasenhaufen am Fuß der Treppe eintraf. Nun begannen die einzelnen Blasen, zu einer einzigen, großen Blase zu verschmelzen, genau wie wir es bereits am Leuchtturm beobachtet hatten. Währenddessen holte der Pater sein Feuerzeug hervor und wir entzündeten eiligst unsere vier Pechfackeln. Zum Glück fingen sie schnell Feuer. Jeder nahm zwei. Als sich die Blase vollständig gebildet hatte, begann sie, sich uns mit ihrer etwas langsameren, normalen Geschwindigkeit zu nähern. Sie füllte die komplette Breite des Stegs aus und wälzte sich über die Matratzen hinweg, scheinbar ohne von ihnen Notiz zu nehmen.

Der Pater murmelte etwas Unverständliches - vermutlich ein Stoßgebet an den Herrn - dann senkte er eine seiner Pechfackeln auf die von ihm gelegte Lunte. Auch ich betete, dass die Flamme bis zu den Matratzen vordringen würde. Das Benzin zu Pater Benedicts Füßen fing Feuer, dann sprang die Flamme auf die nächste Planke über. Dann auf die nächste. Und auf die nächste. Und immer so weiter. Es schien, als sollte uns wenigstens dieses Mal das Glück hold sein! Nun kam es jedoch darauf an: Würde die Flamme unter der Blase hindurchlaufen? Ich hielt den Atem an. Etwa sieben Meter war die Blase noch von uns entfernt, als die Flamme sie erreichte - und mit einem Zischen erlosch. Davon vollkommen unbeeindruckt wälzte sich das Blasen-Ding weiter auf uns zu.

Fassungslos starrte ich auf das absterbende Feuer der Lunte. Ich wollte schreien, brachte aber keinen Ton hervor. Nun blieb uns nur noch der Sprung ins Wasser. Wenn jedoch das Feuer nicht brannte, würde uns das Ding am Strand erwarten. Um die Steilklippen herum ans andere Ende der Insel zu schwimmen, um dort am flachen Strand an Land zu kommen, das würde uns mit Sicherheit nicht gelingen - vorher wären wir in dem eiskalten, aufgewühlten Wasser erfroren oder ertrunken. So oder so sah ich für uns kaum mehr eine Chance, dem Tod zu entrinnen. "Werfen Sie Ihre Fackeln!", brüllte mich Pater Benedict an. "Das ist unsere letzte Chance! Werfen Sie Ihre Fackeln auf die Matratzen!"

Damit würde ich mich jeder noch so geringen Möglichkeit berauben, mir das Blasen-Ding eventuell doch noch vom Leib halten zu können. Aber der Pater hatte recht: Das war in der Tat die letzte Möglichkeit, die uns noch blieb. Die Blase war inzwischen auf sechs Meter heran. Deutlich konnte man die schleimige Konsistenz ihrer Oberfläche erkennen, wie auch dieses unnatürliche, rötliche Leuchten, das von ihr ausging. Dieses Ding gehörte nicht hierher - es war hier einfach falsch. Bei der Vorstellung, einen ähnlich qualvollen Tod erleiden zu müssen wie Blanche oder Henry Adam Barber packte mich das nackte Grauen. Aber: Ich musste allen Mut zusammennehmen - denn es gab nur eine einzige Möglichkeit, dem zu entgehen: Eine der Fackeln musste treffen oder wir waren verloren.

Ich warf die erste Fackel. Sie beschrieb einen hohen Bogen und landete zischend im Wasser neben dem Steg. Ich zögerte nicht lange und warf die Zweite hinterher - ebenfalls ins Wasser. Damit hatte ich meine beiden Chancen vertan. Nun lag alles in den Händen von Pater Benedict.

"Springen Sie, Sie können mir eh nicht mehr helfen!", brüllte mir der Pater zu und warf seine erste Fackel. Sie landete auf dem Sandstrand hinter den Matratzen. Die Blase hatte sich uns inzwischen auf fünf Meter genähert. Irgendetwas tat sich an ihrer Oberfläche: An der uns zugewandten Seite entstand eine Delle, die sich nach innen wölbte - es sah aus, als würde sie irgendwie Schwung holen. In diesem Moment siegte meine Angst - ich stieß mich so fest ich konnte vom Steg ab. Ich sah noch, wie Pater Benedict seine zweite und letzte Fackel warf. Gleichzeitig ploppte die Delle in der Blase nach vorn und es bildete sich ein rötlicher Lichtschlauch, der auf den Pater zuschoss. Dann durchschlug ich die Wasseroberfläche.

Ich wusste nicht genau, wie tief, aber ich hatte das Gefühl, dass ich nach meinem Sprung ziemlich weit nach unten gerauscht war. Ich zwang mich, die Augen zu öffnen. Das Salzwasser brannte auf meiner Netzhaut, sehen konnte ich jedoch rein gar nichts - nur absolute Dunkelheit. Dann kam der Kälteschock. Ich hatte ja damit gerechnet, dass das Wasser kalt sein würde, aber nicht so kalt - fast hätte ich vor Schreck die Luft aus den Lungen gelassen. Ich musste so schnell wie möglich an die Oberfläche und ans Ufer zurück. Ich ruderte wie wild mit Armen und Beinen, wusste aber nicht, wohin. Wo war oben? Hatte ich mich beim Eintauchen gedreht? Statt nach oben zu schwimmen, schien es mir, dass mich meine vollgesogene Kleidung eher weiter nach unten zog - mir fehlte der Auftrieb. Gleichzeitig nahm der Druck auf meine Ohren stetig zu und die Kälte ließ meine Glieder taub werden. Zunehmend hilfloser und verzweifelter ruderte ich weiter mit Armen und Beinen - zumindest hoffte ich dies, denn spüren konnte ich sie bereits nicht mehr. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass ich mich auch nur einen Millimeter von der Stelle bewegte. Und allmählich wurde meine Luft knapp.

Als mir klar wurde, dass ich jegliche Orientierung verloren hatte, wallte Panik in mir auf. Die Atemnot war kaum noch zu ertragen - ich musste mich mit meinen ganzen Willen gegen den Reflex stemmen, einzuatmen. Meine Lungen brannten, mein Brustkorb krampfte sich zusammen - dann ging es nicht mehr: Ich riss den Mund auf und Luftblasen quollen daraus hervor. Das salzige Wasser drang in meinen Rachen. Ich hustete noch einmal kurz, dann merkte ich, wie sich meine Lungenflügel mit dem kalten Wasser füllten. In einem letzten Aufbäumen krampfte sich mein ganzer Körper noch einmal zusammen, dann erschlaffte er. So würde es also enden. Meine Sinne schwanden.

Dann sah ich das Licht.

Fortsetzung in Teil 27: Feuchtes Grab
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Osric

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #112 am: 24. August 2009, 15:48:47 »

Dafür, dass wir solange darauf warten mussten, war es aber auch wieder unglaublich spannend. Ich hoffe du lässt uns mit dem Cliffhanger jetzt nicht zu lange alleine.
Was würde Robert Jordans Frau dazu sagen?

ElMorte

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #113 am: 24. August 2009, 21:58:26 »
Doch noch nicht zu Ende? *g*

Aber auch von mir ein Lob für diese Mühe. Da kann man echt nen Film von machen. Kann mir die Szenen gut bildlich vorstellen.

*ungeduldig auf das Ende wart*
This is not war, this is pest control.

- Dalek Sec

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #114 am: 24. August 2009, 22:52:45 »
Vielen Dank für das Lob!

Und so viel kann ich schon mal verraten: Es wird jetzt schneller gehen, versprochen. :)
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #115 am: 31. August 2009, 23:43:05 »
Leider musste ich an Teil 25 ("Kalt erwischt") im Nachhinein noch eine kleine Korrektur vornehmen: Wie sich inzwischen herausgestellt hat, hatte Mrs. Stevens-McCormmick die Öllampe nicht aus der Haustür auf die Stufen geworfen, sondern aus einem der Fenster auf der Seite des Gebäudes, die den Schuppen zugewandt war, wo Pater Benedict und ich uns zu diesem Zeitpunkt aufgehalten hatten, um die Pechfackeln zu basteln.

Ich hoffe, ihr könnt mir diesen kleinen Faux pas verzeihen - die Entschädigung folgt auf dem Fuß. ;)
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #116 am: 31. August 2009, 23:50:36 »
Teil 27: Feuchtes Grab

Fortsetzung Session 05.04.2008

Es war ein orangefarbenes Schimmern in der Dunkelheit. Mit dem letzten Funken meines Bewusstseins nahm ich wahr, dass irgendetwas an meiner Schulter ruckte. Ich wurde gezogen, hin zu dem Lichtschein. Wie durch ein Wunder schaffte ich es, nicht in Ohnmacht zu fallen. Das Schimmern wurde immer heller, bis es schließlich gelb war. Nun leuchtete es auch nicht mehr gleichmäßig, sondern schien zu flackern.

Dann durchstieß mein Kopf die Wasseroberfläche. Luft! Ich wollte atmen, schaffte es aber nicht. Mit jedem Versuch würgte ich nur salziges Wasser hervor. Dann bemerkte ich plötzlich Hitze auf meinem Gesicht. Das Leuchten stammte von dem Steg: Er stand lichterloh in Flammen! Neben mir schwamm eine Gestalt im Wasser - Pater Benedict! Er hatte mit einer Hand meine Schulter gepackt und zerrte meinen reglosen Körper in Richtung Ufer.

Nach wenigen Schwimmzügen hatte er den Strand erreicht und schleppte sich auf den Sand, während er mich gleichzeitig halb an Land zog. Auf allen Vieren kroch er ein Stück weiter den Strand hinauf und hustete und würgte dabei Wasser aus - offenbar war es ihm auch nicht viel besser ergangen als mir. Ich konnte mich immer noch nicht bewegen, merkte aber, dass mir Wasser aus Mund und Nase floss. Als der Pater wieder halbwegs atmen konnte, kroch er zu mir zurück, zog mich ein paar Meter weiter den Strand hinauf bis zur Felskante und wälzte mich auf die Seite.

"Mr. Mannock! Versuchen Sie, zu atmen!", befahl er mit rauer Stimme. Ein größerer Schwall Wasser quoll aus meinem Mund heraus, dann merkte ich, wie meine Lungen wieder etwas freier wurden. Rasselnd sog ich Luft ein, musste aber sofort wieder würgen. "Gut, versuchen Sie's weiter", keuchte der Pater und klopfte auf meinen Rücken.

Ein paar Minuten würgte, spuckte und hustete ich noch, dann gelang es mir schließlich, wieder gleichmäßig zu atmen - wenn auch nur flach. Die Hitze des Feuers half dabei, das Taubheitsgefühl im Rest meines Körpers zumindest teilweise zu vertreiben, so dass es mir kurz darauf sogar gelang, mich aus eigener Kraft aufzusetzen und mit dem Rücken gegen die Felswand zu lehnen.

"Wo...?", brachte ich nur hervor, dann wurde ich von meinem eigenen Husten unterbrochen. Pater Benedict, der neben mir saß und noch immer sichtlich erschöpft nach Atem rang, deutete mit dem Zeigefinger auf das Ende des Stegs. "Da sitzt es", verkündete er, nicht ohne ein gewisses Maß an Genugtuung in seiner Stimme. "Die Letzte hat getroffen", fügte er hinzu. Ich kniff die Augen zusammen, um durch den hellen Feuerschein etwas erkennen zu können. Tatsächlich: Am Ende des Stegs hockte die Blase und rührte sich nicht. Der Rückweg war ihr durch das Feuer versperrt und unter ihr befand sich nur noch das Meer. Sie saß in der Falle, genau wie wir es geplant hatten. "Aber... der Schlauch?", fragte ich. "Hat mich nicht erwischt", antwortete der Pater und schaffte es dabei sogar, sich ein schiefes Grinsen abzuringen. Ich glaube, hätte er in diesem Moment eine Zigarre gehabt, hätte er sie sich angesteckt. "Aber nun seien Sie besser still und ruhen sich aus", fügte er hinzu, "ich werde versuchen, Hilfe zu holen."



Ich konnte es kaum fassen. Dieser Teufelskerl von einem Gottesmann hatte es tatsächlich geschafft, mit seiner letzten Fackel die Matratzen zu entzünden, war dem Angriff der Blase ausgewichen, ins Meer gesprungen, und hatte mich dann auch noch aus dem Wasser gezogen, wobei er fast selbst ertrunken wäre. Für diesen Mut und diese Selbstlosigkeit bewunderte ich ihn aufrichtig - und nicht zuletzt hatte ich ihm auch noch mein Leben zu verdanken.

Aber noch hatten wir nicht gewonnen: Das Feuer begann bereits, kleiner zu werden. Nicht nur der Steg brannte - auch der kurze Bohlenweg bis hin zur Felswand. Die hölzerne Treppe, die das letzte Stück bis zu den Steinstufen bildete, stand ebenfalls in Flammen. Man würde also eine etwa 1,50 Meter hohe Felswand erklimmen müssen, um auf die Steinstufen zu gelangen. Glücklicherweise hatte uns der Pater an jener Seite des Stegs an Land gebracht, an der sich die Treppe befand - andernfalls hätten wir durch das Feuer gar keine Chance gehabt, an die Steinstufen heranzukommen. Nichtsdestotrotz war an eine solche Kletterpartie in meinem jetzigen Zustand nicht zu denken - zwar konnte ich flach atmen und auch meine Arme und Beine bewegen, aber für jegliche Form der Anstrengung war ich einfach noch zu schwach.

Pater Benedict stand auf, entfernte sich ein paar Schritte von der Felswand und suchte mit seinen Augen die Treppe ab. "Immer noch nichts. Wo stecken die bloß?", fragte er mehr zu sich selbst. Vermutlich befürchtete er genau wie ich, dass den Damen doch etwas zugestoßen sein könnte. Mrs. Stevens-McCormmick hatten wir ja schreien hören - vielleicht nur vor Schreck, aber wer konnte das schon genau wissen? Hoffentlich ging es ihnen gut.

"Vielleicht haben Sie einfach nur nichts mitbekommen", versuchte Pater Benedict, uns Mut zu machen. Dann begann er, lautstark die Namen von Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick zu rufen, und dass wir am Steg wären und ihre Hilfe bräuchten. Danach warteten wir zwei Minuten - nichts. Keine Damen, keine Antwort. Er versuchte es erneut. Wieder nichts.

Allmählich lief uns die Zeit davon: Das Feuer brannte immer weiter herunter und irgendwann würde es klein genug geworden sein, so dass sich die Blase wieder vom Steg auf den Strand bewegen konnte - und dann hatten wir ihr nichts mehr entgegenzusetzen. So weit durften wir es auf keinen Fall kommen lassen - so eine Chance wie jetzt würden wir mit Sicherheit nicht noch einmal kriegen.

Pater Benedict brüllte sich die Seele aus dem Leib. Immer wieder rief er nach den Damen, dann lauschte er ein bis zwei Minuten, dann rief er erneut. Nach fünfzehn Minuten war seine Stimme derartig heiser geworden, dass weitere Versuche keinen Sinn mehr hatten. Das Feuer hatte inzwischen erheblich nachgelassen und die Blase war bereits ein gutes Stück näher gekommen, offenbar auf der Suche nach einem Ausweg. Pater Benedict wollte sich gerade resigniert von der Felswand abwenden, als er stockte und wieder nach oben starrte. "Ich glaube, da kommen sie", sagte er, fast ungläubig. Tatsächlich: Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick kamen mit einer brennenden Öllampe die Treppe herab, offenbar beide relativ wohlauf. Einige Momente später standen sie in etwa fünf Metern Höhe direkt über uns auf der Treppe, und die ersten Sätze, die Lady Gordon uns zurief, verschlugen uns glatt die Sprache: "Was ist denn hier los? Haben Sie ein Problem?"

Pater Benedict und ich starrten uns einen Moment lang fassungslos an. "Äh, ja", rief der Pater schließlich nach oben, "wir brauchen die Symbole. Bitte kommen Sie herunter und helfen Sie uns, das Ding auf dem Steg zu halten." Anscheinend bemerkten die Damen erst jetzt, dass die Blase auf dem Steg hockte. Es folgte aufgeregtes Gemurmel, dann ertöne Lady Gordons Stimme erneut: "Mrs. Stevens-McCormmick hat die Zeichnung von Annephis dabei, aber die Muschel müsste eigentlich noch Mr. Mannock haben."

Pater Benedict schaute mich fragend an. Verdutzt tastete ich die Taschen meines Jacketts ab. Lady Gordon hatte recht: In einer der Innentaschen fand ich die Muschel. Jetzt fiel es mir auch wieder ein: Wir hatten uns während der letzten Nacht ja dabei abgewechselt, durch das Fenster im Obergeschoss den Lichtkreis zu beobachten und im Foyer die Patienten zu bewachen. Dabei hatten wir die Symbole immer an denjenigen weitergegeben, der nach unten ging. Und da ich als Letzter die Patienten bewacht hatte, befand sich die Muschel noch in meinem Besitz. Peinlicherweise hatte ich dies in der Aufregung vollkommen vergessen und war davon ausgegangen, dass Lady Gordon sie noch hatte. Verlegen übergab ich die Muschel an Pater Benedict, der es sich natürlich nicht nehmen ließ, mich dabei mit einem strafenden Blick zu mustern.

Die Holzstufen waren inzwischen so weit niedergebrannt, dass Mrs. Stevens-McCormmick sich an den tiefsten Punkt der Steintreppe wagen und von dort auf den Strand herunterspringen konnte. Bei der Landung stürzte sie zwar unsanft in den Sand, konnte sich aber sofort wieder aufrappeln. Nun  sah man auch, dass ihr Kleid an der linken Schulter ein großes Brandloch aufwies, unter dem eine nicht unerhebliche Menge verschrumpelten Fleisches zu erkennen war. Dieses verdammte Ding hatte sie also doch erwischt!

"Ich gehe auf die andere Seite", verkündete sie, watete kurz entschlossen ein Stück ins Meer hinein und zwängte sich unter dem Steg hindurch. Ihr plötzlicher Mut verblüffte mich - vermutlich hatte sie mit dem Ding noch eine persönliche Rechnung offen. Wie auch immer, jedenfalls zögerte sie nicht, auf der anderen Seite des Stegs bis zum Bauchnabel ins Wasser zu waten und der Blase dabei das Symbol der Annephis mit grimmiger Entschlossenheit entgegenzurecken. Pater Benedict tat es ihr auf dieser Seite des Stegs mit dem Symbol auf der Muschel gleich.

Tiefer als bis zur Taille wollten sich Pater Benedict und Mrs. Stevens-McCormmick jedoch nicht ins Wasser wagen - zum einen war es natürlich immer noch sehr kalt, zum anderen erhöhte sich die Gefahr, dass einer von ihnen ausrutschte und das Symbol verlor. Nichtsdestotrotz zeigte das Blasen-Ding auf dem Steg tatsächlich eine Reaktion: Es wich ein Stück zurück. Bis zum Ende des Stegs waren es allerdings noch ein paar Meter.

Lady Gordon, die inzwischen auch auf den Strand heruntergesprungen war, schlüpfte unter dem Steg hindurch zu Mrs. Stevens-McCormmick. "Klettern Sie hoch, ich halte derweil das Symbol", schlug sie ihr vor. Vorsichtig nahm Lady Gordon das Blatt in die Hand und Mrs. Stevens-McCormmick ließ es los. Dann kletterte Letztere auf den Steg und nahm es oben wieder in Empfang - all dies, ohne es auch nur für einen Sekundenbruchteil von der Blase abzuwenden. Dann stieg auch Lady Gordon auf den Steg hinauf und übernahm auf die gleiche Weise auf der anderen Seite die Muschel von Pater Benedict, der sich daraufhin aus dem Wasser zurückzog und sich zu mir gesellte. Gebannt beobachteten wir, was nun geschehen würde.

Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick machten einen zaghaften Schritt auf die Blase zu, wobei sie ihr die Symbole entgegenhielten. Die Blase wich die gleiche Strecke zurück. Ich hielt den Atem an - jeden Moment rechnete ich damit, dass sie einen Lichtschlauch auf eine der Damen abschießen oder eine von ihnen ihrem Willen unterwerfen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Offenbar hatten die Damen nun etwas mehr Mut gefasst und machten einen weiteren Schritt auf die Blase zu. Wieder wich sie zurück und hatte nun das Ende des Stegs erreicht. Nun würde sich zeigen, ob die Geschichte der Annephis, wie sie im Castro-Manuskript niedergeschrieben worden war, stimmte. Würde sich dieses Mistding wirklich ins Meer treiben lassen? Ich wagte es kaum zu hoffen.

Entschlossen gingen Mrs. Stevens-McCormmick und Lady Gordon einen weiteren Schritt auf die Blase zu. Einige Sekunden lang, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, passierte nichts. Dann geschah es: Mit einem Mal wälzte sich die Blase von uns aus gesehen nach links vom Steg herunter und ließ sich ins Wasser fallen! Sofort eilten Lady Gordon und Mrs. Stevens-McCormmick zurück, sprangen vom Steg herunter und bauten sich vor mir und Pater Benedict auf. Vorsichtig wateten sie etwa knietief ins Wasser hinein und richteten die Symbole auf das offene Meer hinaus, um zu verhindern, dass sich das Ding wieder ans Ufer wälzen konnte.

Es verstrichen einige Sekunden, ohne dass etwas geschah. "Ich glaube, da drüben ist was!", rief Pater Benedict und deutete auf das Wasser auf der anderen Seite des Stegs. Lady Gordon fluchte, dann rannten die Damen schleunigst über den nur noch schwach glimmenden Steg hinweg auf die andere Seite, wo sie sich erneut aufbauten.

"Hier ist es, direkt vor mir!", kreischte Mrs. Stevens-McCormmick. Kaum hatte sie diesen Satz beendet, explodierte vor ihr die Wasseroberfläche und eine Fontäne aus rötlichem Schleim ergoss sich über sie. Sie stieß einen spitzen Schrei aus und ließ sich ins Wasser fallen, wo sie offenbar verzweifelt versuchte, sich den Schleim vom Körper zu rubbeln. Lady Gordon sprang zu ihr hin, hielt das Symbol über sie und versuchte, sie dabei so gut wie möglich zu unterstützen. All dies geschah so schnell, dass Pater Benedict und ich noch nicht einmal die Zeit hatten, vor Schreck aufzuschreien. Noch ehe wir uns wieder gefangen hatten, half Lady Gordon Mrs. Stevens-McCormmick schon wieder auf die Beine.

"Alles in Ordnung?", rief Pater Benedict den Damen zu. "Sie ist nicht verletzt", antwortete Lady Gordon, allerdings stand Mrs. Stevens-McCormmick der Schock ins Gesicht geschrieben. Keuchend rang sie nach Atem. Lady Gordon führte sie auf den Strand hinauf, dann watete sie jedoch zurück und fischte das Blatt aus den Wellen, das Mrs. Stevens-McCormmick bei ihrem Sturz natürlich fallen gelassen hatte. "Aber das Symbol ist hinüber!", informierte sie uns schließlich. "Behalten Sie drüben das Wasser im Auge, ich passe weiter hier auf!", fügte sie hinzu. Ein paar Minuten lang starrten Lady Gordon und Pater Benedict auf die Wellen, ohne dass sich etwas tat. Als Mrs. Stevens-McCormmick sich wieder etwas gefasst hatte, tat sie es ihnen gleich.

Zehn ereignislose Minuten später versammelten wir uns an der Stelle, an der ich saß, um uns zu beratschlagen. "Glauben Sie, das Ding ist tot?", fragte Pater Benedict in die Runde. Niemand von uns konnte dies mit Sicherheit beantworten. Falls nicht, standen wir allerdings mit nunmehr nur noch einem Symbol auf ziemlich verlorenem Posten. Lady Gordon zeigte uns das Blatt, das Darlene in ihrer Annephis-Identität gezeichnet hatte: Von dem Symbol war nur noch ein verwaschener Fleck übrig.

Ich fühlte mich inzwischen wieder kräftig genug, um zu versuchen, aufzustehen. Mit der Hilfe von Pater Benedict kam ich wieder auf die Beine. Ich wollte so schnell wie möglich zu Dr. Tiller, um mich von ihm untersuchen zu lassen. Die anderen wollten jedoch auf Nummer sicher gehen und mindestens noch so lange das Meer beobachten, wie es ihnen der letzte Rest Tageslicht gestatten würde. Mit vereinten Kräften hievten mich Pater Benedict und die Damen die 1,50 Meter zu den Steinstufen empor, danach konnte ich meinen Weg allein fortsetzen.

Ich schleppte mich die Treppe hinauf und dann den Weg entlang zum Sanatorium. Nach wie vor konnte ich nur sehr flach atmen und musste langsam gehen, um nicht vor Anstrengung die Besinnung zu verlieren. Schließlich fand ich Dr. Tiller in der Bibliothek, zusammen mit Darlene und Colonel Billings. Als er mich sah, sprang er sofort auf und holte eilends seine Arzttasche. Ich berichtete ihm, dass ich ins Wasser gefallen und fast ertrunken wäre. Er klopfte mir auf den Rücken und horchte mit einem Stethoskop meinen Brustkorb ab. "Ich fürchte, da kann ich nicht viel tun", teilte er mir schließlich mit, "Sie haben immer noch Wasser in der Lunge. Sie muss wahrscheinlich punktiert werden. Tut mir leid, aber das geht nur in einem Krankenhaus. Bis dahin sollten Sie sich aber auf jeden Fall schonen - vermeiden Sie jede Art von Anstrengung."

Wie es schien, würde ich ab jetzt für uns nicht mehr von großem Nutzen sein. Ich konnte nur hoffen, dass dies auch nicht mehr nötig war. Dafür sprach, dass sich dieses Ding hatte ins Meer treiben lassen, genau wie im Castro-Manuskript beschrieben. Das ließ natürlich die Hoffnung zu, dass es nun - genau wie dort auch beschrieben - vernichtet worden war. Andererseits: Konnten wir uns wirklich den Luxus leisten, diesem Manuskript voll und ganz zu vertrauen? War dieses Blasen-Ding tatsächlich eines jener Wesen, die darin als "jene, die warten" bezeichnet wurden? Wie auch immer, für mich zumindest würde dieser Tag vorbei sein. Ich zog mir trockene Kleidung an und legte mich auf eine der Matratzen in der Bibliothek.

Bevor ich einschlief, sagte ich mir immer wieder, dass wir es jetzt überstanden hatten.

Und doch - irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl.

Ende Session 05.04.2008

Fortsetzung in Teil 28: Phönix
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Der Wurm

  • Mitglied
  • Hair Loss is God's Way to tell me I'm human
    • http://www.lastfm.de/user/Rentner65/
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #117 am: 02. September 2009, 11:13:11 »

Super das es weitergeht mit der Geschichte. War wieder spannend zulesen  :thumbup:
Arbeitslos in Grönland
"I'm burning gas until I feel all right"

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #118 am: 11. September 2009, 23:28:09 »
Dramatis personae: Pater William Benedict

Mein Name ist William Stuard. Ich wurde vor 35 Jahren als erster Sohn von Eva und James Stuard in Dublin geboren.

Meine Mutter führte erfolgreich einen Kolonialwarenladen. Mein Vater war ein erfolgreicher Jurist. So wuchsen meine jüngere Schwester und ich wohlbehütet, ohne finanzielle Nöte, im schönen, grünen Irland auf.

Meine Mutter ging voll und ganz in ihrem Laden auf. Mein Vater frönte in seiner Freizeit seinem Hobby, der Astrologie. Meine Schwester sang im Chor von Ross Errilly und schrieb Gedichte über unser schönes Heimatland.

An einem Spätsommer-Wochenende, ich hatte mein Studium in Geschichte beendet, freute ich mich auf meine Anstellung am historischen Institut zu Dublin, die ich in den nächsten Tagen antreten würde.

An diesem Abend sollte sich mein Leben komplett ändern.

Meine Eltern verabschiedeten sich, sie wollten einen schönen Abend in der Oper verbringen. Meine Schwester und ich hatten es uns gemütlich gemacht, als es an der Tür klingelte. Hatten unsere Eltern etwas vergessen? Nein, als ich die Tür öffnete, standen dort zwei Polizisten, die einen bedrückten Eindruck machten. Auf meine Frage nach dem Grund ihres Besuches, baten sie um Einlass. Ich führte sie in den Salon und bot ihnen einen Platz an. Meine Schwester war mittlerweile auch hinzugekommen. Dort eröffneten uns die Beamten, dass unsere Eltern einen Unfall hatten und diesen bedauerlicherweise nicht überlebt hatten. Meine Schwester brach daraufhin zusammen, so dass wir unseren Hausarzt rufen mussten.

Am nächsten Tag informierte ich unsere Verwandten. Der Bruder meines Vaters, er ist Abt in einem Kloster im County Galway, meldete sich für den kommenden Tag an. Er trug mir auf, niemanden in Vaters Arbeitszimmer zu lassen. Nach seiner Ankunft ging unser Onkel mit uns in Vaters Arbeitszimmer. Er öffnete einen geheimen Tresor, von dem ich bis dato nichts gewusst habe, und entnahm ihm einige Dokumente. Nach einer kurzen Erklärung eröffnete er uns, dass wir in großer Gefahr seien. Deswegen müssen wir unser Elternhaus sofort verlassen. Wir packten alles zusammen, was wir an Geld, Schmuck und anderen Wertsachen hatten. Dann machten wir uns auf den Weg. Meine Schwester ging in ein Nonnenstift, wo sie ihre Ausbildung beenden konnte. Sie lebt jetzt in den Vereinigten Staaten und hat gerade ihren zweiten Gedichtband veröffentlicht. Unser Elternhaus, den Laden meiner Mutter und alle anderen Güter veräußerten wir. Ich selbst folgte meinem Onkel ins Kloster. Nach einiger Zeit begann ich, die Bibliotheken der Franziskaner in ganz Europa zu sichten und zu archivieren.

Jetzt bin ich Pater Benedict!



Anmerkung: Der Hintergrund wurde auf jene Dinge gekürzt, die den anderen Spielern bekannt sein dürfen.
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

Halvar

  • Mitglied
Cthulhu: Das Sanatorium
« Antwort #119 am: 11. September 2009, 23:31:32 »
So, der fehlte noch. Damit sind die Charaktere jetzt endlich komplett. :)
Take me out to the black, tell 'em I ain't comin' back.

  • Drucken