Autor Thema: Lords of Darkness II(abgeschlossen)  (Gelesen 10445 mal)

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Gerthrac

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Lords of Darkness II(abgeschlossen)
« am: 24. Februar 2008, 23:45:26 »
Hallo zusammen.
Tja was soll ich sagen?
Hier kommt die Fortsetzung von Lords of Darkness.
Der Unterschied ist der, dass nun Falkenblut SL ist und ich insofern weniger Insiderinformationen habe. Allerdings wird die Geschichte ebenfalls zugunsten größerer Unterhaltsamkeit wieder in Details verändert.

Personae Dramatis:

Khamul Abendstern, menschlicher Schurke 9. Gesinnung CG. - Verstorben

Natara Abendstern, mondelfische Schurkin 9. Gesinnung NG. Frau von Khamul. - Verstorben

Solon Nidramer. Halb-Elfischer Magier 9. Gesinnung CG. - Verstorben

Magna Indranda von Mystra. Kämpferin 10. CG. - Verstorben

Nimexis. Waldläufer 3 Seelenklinge 8. Volk und Gesinnung unbekannt. Status unbekannt

Nein im Ernst:
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Abschnitt 2: Geister des Blutriffes

Kapitel 1: Überfall

6. Eleint. 1372. 10. Stunde vormittags --- Tammar, Nordviertel. Ruinen einer Taverne über mutmaßlichem geheimen Tempel des Tyrannos. 

„Also gut, sind alle bereit, diese Mörder dort unten auszuräuchern?“ fragte Magna in die Runde, eine blondgelockte hellhäutige Vorkämpferin der Mystra.

Khamul war gerade damit fertig geworden, die Schriftrollen auszusprechen, die die Gruppe vor den Glyphen zu schützen, die mit Eiseskälte Lähmungen hervorriefen. Der braunhaarige, muskulöse Mensch nickte. Sie hatten die Verteidigungsanlagen des Schwarzen Tempels gut ausgespäht.

Seine Frau Natara drückte ihm noch einen Kuss auf die Lippen, bevor sie links des entdeckten Zugangs Stellung bezog. Khamul nahm ihr gegenüber Aufstellung.

Die Gruppe schluckte Unsichtbarkeitstränke. Dann gingen sie rein.

Alle Fallen wurden entschärft, und schon bald waren alle außer Nimexis an der Tür zum Hauptaltarraum. Innen waren Stimmen zu hören. Solon malte einen Kreidestrich an die Wand. Dann noch einen. Und dann noch einen.

Khamul schob die Tür leise auf.

Dann bewegten sich alle leise in den Raum.

Am Altar stand ein schwarz gekleideter, schwer gerüsteter Mensch mit weißem, schmalen Gesicht, der in einem großen schwarzen Gebetsbuch blätterte, dem Codex Imperaceptori. Khamul und Natara schlichen sich an der Wand entlang zu ihm hin. Der Kleriker würde zuerst fallen.

Ein ebenfalls schwarz gekleideter Zauberer mit langem, durch Spangen gehaltenem weißem Haar, der jedoch kleine silbrige Schwerter als Zierrat auf den Mantel gestickt trug, stand ein paar Meter vom Altar weg und unterhielt sich mit dem offensichtlichen Kleriker. Auf seinem Kopf hatte er eine grässlich anzusehende Krone, mit Zacken wie den Augenstielen eines Betrachters. Auf einer der Tempelbänke lümmelte ein unauffällig aussehender Mensch mit einem großen Bogen auf den Rücken geschnallt, der in schwarzen Nebel gehüllt schien und dessen Enden grün leuchtende Kristalle zierten, neben einer sehr jungen dunkelblonden Frau in schwarzer Lederrüstung und mit Rapier. Sonst war niemand zu sehen.

Die Frau hob den Kopf aus einer dösenden Haltung von der Schulter des Bogenschützen. Offenbar hatte sie etwas gehört.

Khamul und Natara näherten sich dem Kleriker langsam von links und von rechts, wie abgesprochen.   

Beide standen nun neben dem Tyrannospriester, der offenbar noch nichts bemerkt hatte und offenbar nach einer bestimmten Stelle in seinem Gebetsbuch suchte.

Aus dem Gang drang Lärm. Offenbar hatte Nimexis den Krieger mit der blasphemischen Betrachterklinge erwischt und in einen Kampf verwickelt. Der Priester fuhr herum, und in dem Augenblick stachen beide mit ihren Rapieren zu. Khamuls Schwert bohrte sich in die Kniekehle des schwarzen Priesters, während die von Natara von oben in die Halsberge fuhr. Natara war größer als Khamul. Der grünäugige Mensch zuckte kurz und keuchte auf, doch fiel er nicht tot zu Boden wie erhofft. Er spuckte Blut.
Arkane Worte ertönten im Raum, und aus dem diffusen Schatten, den der weißhaarige Zauberer warf, entsprangen schwarze, gummiartige Tentakel, die ihn sogleich packten und anfingen zu würgen.

Gut, dachte Khamul, der Zauberer war erst einmal ausgeschaltet.

***

Mit einem Wutschrei rannte Magna durch den Raum und spaltete die Kirchenbank, wo gerade noch die beiden Menschen gesessen hatten. Beide schaffen es gerade noch, sich über den schwarzen Granitboden abzurollen, in entgegen gesetzte Richtungen. Sie kamen keuchend in einem Regen von Holzsplittern auf die Beine, als Magna auch schon nachsetzte. Sie schwang ihren Zweihänder mit aller Gewalt, und prügelte die junge Frau fast durch den halben Raum. Die Lederrüstung und die hastige Parade der Blondine hatten sie zwar vor dem Tod gerettet, doch konnte man ihre Knochen brechen hören, als sie gegen die Wand geschleudert wurde.

Der Mann verzog sein Gesicht zu einer wütenden Maske, und wirbelte routiniert seinen Bogen in seine Hand, Pfeil auf der Sehne. Magna reagierte und stürmte auf ihn zu.

Der erste Pfeil flog auf sie zu.

***

Khamul und Natara wollten ein zweites Mal den Kleriker angreifen, doch warf der sich plötzlich nach hinten über den Altar. Beide Schurken stachen nach ihm, doch in Bewegung war die Rüstung schwerer zu durchdringen. Sie sahen ihn recht unsanft auf den Boden stürzen, doch murmelte er dabei Worte in einer abgehackten, dunklen Sprache, die ihnen beiden eine Gänsehaut verursachte.

Dann begann es zu regnen.
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2008, 17:17:55 von Gerthrac »

kreuzi

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Juhuuuh, endlich mal was Neues von Dir!
« Antwort #1 am: 25. Februar 2008, 14:34:03 »
Hallo Gerthrac,

freue mich total mal wieder was neues von Dir zu hören  :grin: . Auch wenn es eine komplett andere Abenteurergruppe ist macht es wieder viel Spass Deine Story zu lesen.

Weiter so, ich warte auf die Fortsetzung.

Gruss,

Kreuzi

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #2 am: 25. Februar 2008, 16:06:34 »
Kapitel 2: Feuer und Blitz

Der Zauberer war alles andere als matt gesetzt. Er murmelte einige arkane Worte seinerseits und löste sich in Luft auf. Die Tentakel griffen ins Leere. Solon, der Halb-Elf, noch immer unsichtbar, sah sich misstrauisch im Raum um. Außer den ungebildeten Kämpfern war nichts zu sehen.

Er zog einen Zauberstab und begann die Umgebung abzusuchen.

***

Magna schlug den fliegenden Pfeil zur Seite und rannte weiter auf den Bogenschützen zu, der jedoch seinerseits schießend zurückwich. Ihr blondes gelocktes Haar wirbelte hinter ihr, als sie über eine Kirchenbank auf ihr Ziel zusprang. Ein Pfeil traf sie in den Unterschenkel, doch war ihr das egal. Dann war sie bei dem braunhaarigen Kerl angelangt und fing an, auf ihn einzuschlagen. Sie durchdrang seine Deckung mit einem von links oben geführten Schlag und traf ihn an seinen Beinschienen, was ihn einige Meter nach rechts und auf die Knie schleuderte. Sie holte aus.

***

Der Regen war nicht aus Wasser. Um die beiden Schurken herum tobte ein Sturm aus grünlich schimmernder Energie, die den Kleriker unbeschadet ließ, doch auf der Haut der beiden schlimmer als Säure brannte. Der schwarze Priester machte sich kampfbereit: Er ließ sein schwarzes Schild über seinen Arm gleiten, und mit einem Wort streckte er die linke Hand offen zur Seite aus. Von seinem unheiligen Symbol ging eine blutrote Blitzentladung aus, die sich bis zu seinen Fingerspitzen fortsetzte, und sich dort verdichtete, bis sie einen Griff aus blutrotem Plasma formte, den der Kleriker ergriff.

Mit einem Knistern schoss eine Blitzpeitsche nach oben und ließ blutrote Funken von der Decke regnen.

„Deswegen muss man Tyrannoskleriker immer gleich töten, Schatz.“ Murmelte Khamul. Beide sprangen auf den schwer gerüsteten Menschen zu, Rapiere in der Hand.

***

Ein Zauberspruch wurde intoniert. Solon fesselte die kleine Diebin an den Boden.

Noch ein Zauber wurde intoniert. Zähneknirschend bereitete der Halbelf sich vor.

Der Magier hatte einen Fehler gemacht. Der Feind konnte ihn jetzt sehen.

***

Der Bogenschütze ließ den Schattenbogen fallen. Er zog ein Langschwert und machte ein grässlich aussehendes Schild mit einem großen bernsteinfarbenen Auge darauf einsatzbereit. Magna schlug weiter nach ihm, doch wusste der Mann, wie man mit dem Schild umging, und wehrte die Klinge ab. Er ging zum Gegenangriff über.

***

Solon drehte sich hektisch im Kreis, und suchte nach seinem Gegner. Er hörte ein Geräusch hinter einer der Säulen und richtete seinen Zauberstab darauf.

Dann hörte er hinter sich einen weiteren Zauberspruch. Er wirbelte herum und feuerte eine Sphäre aus ionisierter Luft auf den weißhaarigen Menschen.

Der Mensch zeigt mit drei Fingern auf ihn. In seinen Augen stand der Hass.

Und aus den Spitzen schoss Feuer und raste auf ihn zu, passierte seine eigene Sphäre auf halbem Wege.

***

Die Diebin kam wesentlich gewandter aus den Tentakeln als der Zauberer. Doch dauerte es etwas.

***

Der Priester hieb nach Khamul und traf ihn mit seiner Blitzpeitsche. Fast wie von selbst wickelte sich der Plasmastrick um seinen Kopf. Der Schurke wusste nicht wie ihm geschah, als er von elektrischen Entladungen geschüttelt wurde. Ihm war, als ob eisige Klauen sich in seinen Leib bohrten. Betäubt stürzte er zu Boden. Natara merkte, dass in dem Sturm kein Weiterkommen für sie war, denn ihre Angriffe basierten auf Präzision.

„Magna! Partnertausch!“ rief sie. Dann rannte sie auf den Bogenschützen zu.

Der Priester ließ die Peitsche los, die sich weiter um ihren Mann wickelte.

Alcarin

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Lords of Darkness II
« Antwort #3 am: 25. Februar 2008, 20:18:40 »
Naja Gerd, was soll ich sagen^^

Wie immer super und schön zu lesen ;)

@Kreuzi:

Abwarten....;)
百聞不如一見。 / 百闻不如一见。 -  Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #4 am: 26. Februar 2008, 11:09:37 »
Kapitel 3: Thayanische Verhandlungen

Magna sah, wie Khamul, in eine Blitzpeitsche verstrickt, zu Boden ging, spasmisch zuckend. Von rechtschaffenem Zorn erfüllt, nahm sie ihren Zweihänder und rannte auf den Kleriker zu, der gerade wieder um den Altar kam, Morgenstern in der Hand. Sie ignorierte den beißenden Regen und rannte weiter, und mit einem nahezu unwahrscheinlich brutalen Rückhandschlag schmetterte sie den Kleriker gegen den Altar. Blut und Steinsplitter flogen durch die Luft, als die Deckplatte aus Marmor zertrümmert wurde. Der Kleriker ging zu Boden, Augen weit aufgerissen, bis er in einer sitzenden Stellung vor dem Altar zur Ruhe kam.

Aus seinem Mund lief Blut.

Sie wandte sich um und stellte sich dem Bogenschützen, welcher ihr nachgesetzt hatte und mit Natara in ein Gefecht verstrickt war.

***

Die Sphäre traf den Zauberer, Blitze zuckten und es stank plötzlich nach Ozon. Er taumelte.

Die Feuerstrahlen trafen Solon und bohrten sich durch seine Brust. Der Halb-Elf starrte die Krater in seiner Brust an.

Dann seinen weißhaarigen Feind.

Er atmete eine Rauchwolke mit seinem letzten Atemzug aus.

Mit fragendem Gesichtsausdruck ging er zu Boden.

***

Sergenas lächelte dünn. „Bastard.“

***

Die junge Diebin, fast unbeachtet, rannte ungesehen zu dem schwarzen Priester, und schüttete ihm etwas in den Mund.

***

Dairon kam wieder zu sich. Er hatte Schmerzen im ganzen Körper, doch für einen Zauber reichte es gerade noch. Er griff nach seinem heiligen Symbol, der leuchtenden schwarzen Faust, und fing an zu beten.

Derweil röchelte der kleine Schurke neben ihm nur noch schwach.

***

Teldra rannte auf die Kriegerin mit dem Zweihänder zu, die Heram zusetzte, und jagte ihr ihr Rapier in den Rücken. Heram setzte nach und hieb ihr das Langschwert gegen den Hals.

Eine Blutfontäne spritzte heraus und traf die junge Zauberdiebin ins Gesicht.

Dann fauchte es dreimal und die Blondine sank tot zu Boden, eine Blutlache um sich ausbreitend, die blauen Augen gebrochen, die Löcher in der Brust noch rauchend.

Die andere Frau, Tränen in den Augen, packte Heram und setzte an, ihm gerade die Kehle durchzuschneiden….

„Stop!“

Und hielt abrupt in der Bewegung inne.

Neben ihrem Mann stand der Priester, unverletzt.
In der einen Hand hielt er einen schwarzen Morgenstern, bereit zum Zuschlagen.

Mit der anderen hielt er Khamul, der sich nicht regte, abgesehen von unregelmäßigen Atemzügen. Seine grünen Augen bohrten sich in ihre.

„Ich schlage vor, dass du deine Waffe jetzt fallen lässt, Mädchen.“

Khamul schaffte es, ihren Blick aufzufangen. Er schüttelte kaum merklich den Kopf.

Eine Träne fiel auf den Boden. Dann ein Rapier.

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #5 am: 28. Februar 2008, 10:52:09 »
Kapitel 4: Puppenstube  

Heram drehte den Griff gewandt um. Handschellen klickten. Er entwaffnete beide mit der professionellen Schnelligkeit eines Kopfgeldjägers. Dann schleiften er und Dairon je eines ihrer Opfer zu den Zellen des Tempels.

Auf dem Weg erlebten sie eine Überraschung.

Rakis lag dort, ebenfalls in einer Blutpfütze. Dairon lief an ihm vorbei, murmelte leise ein Gebet, und berührte Rakis mit seiner in smaragdgrüner Energie erstrahlenden Hand.

Alle Wunden an Rakis’ Körper verschwanden.

Der Gedankenkrieger blickte auf. „Danke.“

„Aufstehen und kämpfen. Wir haben einen Überfall.“ Dairon redete nicht viel wenn er wütend war.

„Was ist dir denn eigentlich passiert?“ fragte Sergenas, der als einziger Mann gerade nichts schleppte, Hände in den Taschen seiner Robe.

„Nimexis war da.“

„Aha.“ Sagte Sergenas gedehnt. Aus Rakis’ Reaktion konnte er mittlerweile einiges interpretieren. Der braunhaarige Mensch hatte einsilbig geantwortet, also hatte Rakis ziemlich deutlich verloren. Er warf einen Blick auf Rakis’ Schwert. Ein graues und ein braunes Auge blickten ihm in die seinen, die anderen waren geschlossen. Rakis hatte fast alle Register gezogen.

„He seht mal! Nimexis hat wohl was verloren!“ rief Teldra und hob etwas auf. „Ein Ring.“ Der Ring war aus Silber gefertigt und wurde von einem klaren Bergkristall verziert.

„Und magisch auch noch.“ Fügte die zierliche junge Frau hinzu. „Meinst du, du kannst den identifizieren, Sergenas?“ flötete sie.

Sergenas nahm den Ring entgegen. „Mach ich später.“

Sie waren in dem Gefangenenraum angekommen, der drei durch Stahlstäbe gebildete drei auf drei Meter große Zellen enthielt. Hier war auch der Schacht zur Unteren Höhle, wo die Mykoniden lebten und fleißig halluzinogene Pilze anbauten. Beide Gefangenen wurden in Zellen gesteckt. Zuerst nebeneinander, doch dann überlegte Dairon es sich anders und warf den Mann eine Zelle weiter weg von seiner kleinen Freundin.

„Rakis, Teldra und Sergenas,“ sagte Dairon, als er an seinem Gürtel herumnestelte und ein Kreuzförmiges metallenes smaragdverziertes Zepter hervorholte, bei dem ein Kreuzbalken kürzer war als der andere, obwohl sich beide in der Mitte schnitten. Das ganze sah nach den Holzkreuzen aus, wie sie Marionettenspieler verwenden, um ihre Puppen tanzen zu lassen.

„Sucht den ganzen Tempel ab, ob noch jemand drin ist. Dann werft die Leichen hinunter zu den Pilzen, die freuen sich.“

Dann fing er an, seine Beherrschungsmagie auf die beiden zu wirken, bis ihre Willen gebrochen waren. Nummer Zwei wurde herbeigerufen, und von Heram mit Putzzeug ausgestattet, um die Blutflecken zu entfernen, und der Ghoul durfte sich auch einen Arm genehmigen.
Dairon benutzte sein Puppenspielerzepter bei ihr. Geisterhafte, insubstantielle graue Fäden, wie Spinnweben im Mondlicht, gingen von den vier Enden des Zepters aus, während die Smaragde die in die Spitzen eingelassen waren, sanft glommen. Nach ungefähr einem Meter verschwanden die Fäden im Nichts, aber da der Tyrannoskleriker nicht weit von seinen Opfern weg stand, konnte man erahnen, dass sie wohl unsichtbar an Gliedmaßen und Kopf von Dairons Opfer hafteten.

Heram machte große Augen. „Wo hast du das Teil denn her?“

„Ja irgendwas musste ich doch machen während ihr in Unther herumgerannt seid und euch die Sonne auf den Pelz brennen habt lassen.“ Dairon war wesentlich bleicher als der Rest der Gruppe.

„Und was bringt das Ding?“

„Wenn ich jemanden beherrsche, kann ich seine oder ihre“, er gestikulierte mit dem Zepter Richtung Natara. „Sinne besser nutzen und telepathisch mit ihnen sprechen, oder sie sogar meine Bewegungen durchführen lassen, als wäre es mein Körper. Und ich kann mir deren Wissen wesentlich schneller aneignen, was der Hauptgrund für diese Aktion hier ist.“

Seine letzten beiden Sätze hatte Dairon auf damarisch gesagt, das Heram gut verstand, allerdings merkte der Kopfgeldjäger, dass die Frau misstrauisch von einem zum anderen sah.

„Gut. Unsere Tarnung ist nicht aufgeflogen, diese Narren haben auf eigene Faust gehandelt. Und jetzt weiß ich auch woher sie kommen.“

Er packte das Zepter wieder in eine Gürtelschlaufe und drehte sich um. „Mit den beiden werden wir noch was zu lachen haben das versprech’ ich dir.“

Boïndil

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Lords of Darkness II
« Antwort #6 am: 28. Februar 2008, 13:41:57 »
Endlich kommen die alten (Anti-) Helden wieder ins Spiel, da freut man sich, dass es weiter geht :)
"Hört auf zu reden! Lasst uns Köpfe spalten und Knie zertrümmern!"

kreuzi

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Lords of Darkness II
« Antwort #7 am: 29. Februar 2008, 12:43:54 »
Boah, und ich bin voll reingefallen auf die Einleitung und dachte es ist eine komplett neue Gruppe (und dabei habe ich mich schon gefragt warum die Story weiter Lords of Darkness heissen soll)  :o

Na, aber jetzt gehts ja mit den alten Bekannten weiter, oder ?

Gruss

Kreuzi

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #8 am: 29. Februar 2008, 17:00:05 »
:D  Schön dass es funktioniert hat.

Natürlich geht es mit den alten bekannten Gestalten weiter. Es warten schließlich noch einige Abenteuer auf die Lords of Darkness.

Topas

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Lords of Darkness II
« Antwort #9 am: 29. Februar 2008, 17:14:40 »
Zitat
Aus dem Gang drang Lärm. Offenbar hatte Nimexis den Krieger mit der blasphemischen Betrachterklinge erwischt und in einen Kampf verwickelt.

An der Stelle war mir klar, dass es die alte Gruppe ist die angegriffen wird. Aber vorher war ich echt eine Weile am Wundern, ob ich nicht die Falsche Geschichte mit  "Lords of Darkness." verbinde, Kompliment.

Da sieht man auch sehr gut das es wohl die Mühe wert war die Waffe zu entwerfen, soetwas bleibt einfach hängen. Tyrannospriester gibt es ja doch mehr als einen und auch schwarzgekleidete Magier.
Immense harm is caused by the belief that work is virtuous.
- Bertrand Russel

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #10 am: 01. März 2008, 12:43:21 »
Kapitel 5: Ein Fürst der Schatten

Sergenas fing an seinen Identifizierungszauber zu wirken. Rakis, Teldra und er saßen in der Küche, welches durch eine schwere Eichentür vom Gefängnis abgetrennt war. Sie hatten den Tempelnovizen alles aufgetragen, was es zu tun gab.

„Hmmm… Kein standardisierter Ring, also eine Spezialanfertigung… scheint wohl die Gewandtheit zu verbessern, aber nicht auf dem üblichen Weg, die Thesis ist hier anders… und auch Schutz, aber auch hier haben sie die Thesis etwas verändert… oha, bei der Gewandtheit haben sie wirklich geprotzt…“  

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Heram und Dairon kamen gerade durch die Tür, als Sergenas seine Erkenntnisse für Laien verständlich darlegte. Sofort überlegten alle außer Dairon, der keine weiteren magischen Ringe tragen konnte, wer ihn bekommen sollte.

Schlussendlich bekam ihn Rakis, da er der eigentliche Nahkämpfer der Gruppe war. Der braunhaarige Mensch steckte ihn gleich auf. „Passt.“ Ein größeres Lob existierte nicht für ihn.

Im Türrahmen um Korridor erschien plötzlich Nummer Drei. Das schüchterne Mädchen blickte furchtsam von einem zum anderen bis es schließlich Dairon ansprach: „Herr Imperzeptor, Meister Celebes wünscht Einlass.“

„Soll reinkommen.“

Augenblicke später erschien Celebes, ein Mensch, wie die aus der Thesker Gegend. Er hatte dunkle Haare, war nicht besonders groß und von drahtiger, sehniger Muskulatur. Er schien immer in Schatten gehüllt zu sein, und sein Schatten bewegte sich manchmal von allein. Seine Augen lagen immer tief umschattet in ihren Höhlen. Wen wunderte es, er war Mitglied der Schattenfürsten von Telflamm und deren Verbindungsmann zur Thesker Tyrannoskirche.
Doch sein herausragendstes Merkmal war die dunkle Narbe, die sich von seinem Kiefer fast senkrecht nach oben bis zum Haaransatz reichte, nur durch seine linke Augenhöhle unterbrochen. Niemand wusste, woher oder wie lange er sie hatte, laut Dairon schon, als sie sich damals in Tiefwasser kennen lernten. Celebes war nicht sehr gesprächig, was seine Vergangenheit anging

Er trug nichts sagende Kleidung, ähnlich wie Heram, über seiner Lederrüstung, doch tendierte er zu dunkleren Farbtönen. Bewaffnet war er mit Rapier und Kurzbogen.

Celebes grüßte lässig mit der Hand. Der Schattenfürst war auch öfter vorbei gekommen, als die Gruppe im Tempel herum saß und sich verstecken musste, daher kannten ihn alle schon und man war nicht förmlich.

„Erst einmal offiziell: Eine Botschaft für den Bronze-Imperzeptor Pereandros aus der Dunkelburg, persönlich zu übermitteln. Heil Tyrannos!“ Er warf Dairon einen versiegelten Umschlag zu.

„So und jetzt: was ist denn hier passiert? Ihr seht aus wie frisch aus der Metzgerei.“ Alle hatten trotz magischer Heilung noch kleinere Wunden, und natürlich war auch die Kleidung blutbefleckt.

Sergenas sprach zuerst. „Wir hatten hier einen Überfall von ein paar Dienern der großen Hu…  der Herrin unserer Zauber.“ Verbesserte er sich finster. Selbst er musste Lippenbekenntnisse ablegen.

„Jedenfalls hat man uns verpfiffen.“ Sagte Heram und starrte Celebes dabei misstrauisch an.
Celebes winkte ab. „Wo der Tempel steht weiß bei meiner Organisation nur ich und ich werde viel zu gut bezahlt und auch überwacht um euch zu verraten. Desweiteren sind meine Vorgesetzten an guten Beziehungen zum Netzwerk“, er bezog sich damit auf die Zentharim, das Schwarze Netzwerk. „zu stark interessiert um euch zu verkaufen. Schließlich sorgt ihr ja auch dafür, dass die Präsenz von irgendwelchen Möchtegern-Helden und Gottesdienern sich in Tammar in Grenzen hält, und wir können ungestört hier operieren.“  

Heram lehnte sich zurück und ließ es dabei bewenden und Sergenas erzählen.

Rakis war sehr still während des Gespräches, er hatte nicht einmal Celebes in irgendeiner Form zur Kenntnis genommen. Er stand steif auf und verließ den Raum durch die Tür zum Gefängnis.

Teldra sah ihm nach und wunderte sich. Rakis war sonst mit Celebes gut zurecht gekommen.

Sergenas war gerade bei seiner Beschreibung der Gefangenen angelangt, als es einen unglaublichen Schlag von außen gegen die Tür gab, die Rakis eben durchquert hatte.

Dairon stand am nächsten und riss die Tür auf.

„Neun Höllen…“

Lords of Darkness II
« Antwort #11 am: 01. März 2008, 17:22:34 »
WAS?!?
"die untoten Drachen werden die Welt beherrschen"

Gerthrac

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Lords of Darkness II
« Antwort #12 am: 03. März 2008, 19:49:16 »
Kapitel 6: Ein Ring sie zu knechten

Rakis lag am Boden und umklammerte seine linke Hand. „Mach ihn weg! Mach ihn weg!!“ schrie er.

Verzweifelt versuchte er, den Ring herunterzureißen.

„Sergenas was ist mit dem Ring los?“ schrie Dairon als er Rakis an den Küchentisch setzte.
Sergenas schnappte sich Rakis Hand mit dem Ring dran. „Das glaub ich jetzt nicht. Der muss verflucht sein…“

„Deswegen hat Nimexis den auch fallen lassen.“ Bemerkte Heram. „Ich kann das Problem lösen.“ Er zog sein Schwert. „Leg seinen Finger auf den Tisch und halt ihn fest.“

„Bist du verrückt?“ Schrie Teldra.

„Seid mal still. Ich muss beten gehen dann seh’ ich was ich machen kann. Passt gut auf ihn auf.“ Sagte Dairon, als er den Raum Richtung Tempelsaal verließ.

Heram bestand darauf den Finger abzuschneiden, und es kostete Teldra viel Zeit und Mühe, das zu verhindern.  

Dairon kam wieder aus dem Altarraum. „Sehen wir mal, was sich machen lässt.“ Und damit begann er seine Zauber auf Rakis zu wirken. Und tatsächlich, Rakis konnte den Ring abnehmen.

„So, das wär’ erledigt.“ Sagte der Kleriker und warf den Ring auf den Tisch. Er drehte sich um…
Und schon hatte sich Rakis über den Tisch geworfen und den Ring wieder aufgesteckt.

„Verdammt, was machst du!?“ Heram packte Rakis wieder und drückte ihn auf den Stuhl zurück. Rakis bewegte sich sehr hölzern, fast wie ein Golem. Offenbar hatte er Probleme mit der Koordination seiner Bewegungen.

„In Ordnung. Noch einmal.“ Dairon wirkte einen weiteren Zauber, und diesmal nahm er Rakis den Ring ab und trug ihn sofort zum Altar.

Dann zerschlug Heram ihn mit seinem Langschwert. Teldra hatte sich derweil bemüht, Rakis am Tisch festzuhalten, bis der Ring zerbrach. Dann schien der Gedankenkrieger wieder klar denken zu können. „Puh… was war das denn?“ fragte er Teldra, die ihn gerade verzweifelt festzuhalten versuchte.

Als sie bemerkte, dass er seine Gegenwehr eingestellt hatte, ließ sie ihn los. „Was ist denn eigentlich passiert?“

„Du bist total wahnsinnig geworden wegen deinem verdammten Ring!“ schrie sie ihn an.

Rakis wandte sich an Sergenas, der, Hände in den Taschen seiner Robe, daneben gestanden hatte.

„Gut gemacht. Du Pfuscher!“

Sergenas hob die Hände, Handflächen nach außen. „Gib nicht mir die Schuld, ich hatte ja kaum Zeit den Ring zu studieren. Wie wahrscheinlich ist das schon, dass ausgerechnet ein Ring verflucht ist?“

Rakis beruhigte sich wieder ein wenig. „Kann ich ihn wenigstens noch mal sehen?“

Herams Hand wanderte unmerklich zu seinem Bogen. Dairon umfasste den Griff seines Morgensterns.

„War doch nur Spaß…Nein?“ Keiner lachte.

Celebes hatte sich das ganze mit angeschaut. „Ich denke, ich gehe jetzt mal wieder.“ Er warf Dairon noch einen kurzen Blick zu. Der nickte. Dann verschwand der Schattenfürst fast lautlos aus dem Raum.

„Und jetzt? Was stand denn eigentlich in deiner Botschaft, Dairon?“ fragte Heram.

„Wir haben uns in der Dunkelburg einzufinden. Morgen, zehnte Stunde vormittags. Bei der Hochexekutorin.“

„Oh, die Dunkelburg. Toll!“ sagte Heram sarkastisch.

„Ach komm, als du deinen Bogen für die Zitadellensplitter bekommen hast, warst du zufrieden.“  

„Ist ja gut. Sonst noch irgendwas auf der Botschaft?“

„Ja ihr sollt nicht so dreckig sein wie das letzte Mal.“

Heram verdrehte die Augen und hielt sich die Hand drüber.

Alcarin

  • Mitglied
Lords of Darkness II
« Antwort #13 am: 03. März 2008, 19:58:09 »
Achja  :grin:
Diese etwas alberne (auch am Spieltisch) Passage hatte ich schon fast verdrängt.
Naja muss auch mal sein  :P

Sonst, wie immer gut Gerd, weiter so!

Mfg
Alca

PS:
@Sohn des Sammaster: Was genau willst du uns mit WAS?!? sagen/fragen?^^
百聞不如一見。 / 百闻不如一见。 -  Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.

Gerthrac

  • Mitglied
  • Archivist
Lords of Darkness II
« Antwort #14 am: 03. März 2008, 23:35:55 »
Okay hier ein paar Hintergrundinformationen zur Dunkelburg.

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Hier ein paar infos zur Kirche:

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