Autor Thema: RPG-Points  (Gelesen 7243 mal)

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Balrog_Master

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  • and the heavens shall tremble
RPG-Points
« am: 01. Mai 2008, 22:02:25 »
Ich bin ein großer Ferfechter dessen, dass Spieler nicht einzig und allein durch besiegte Gegner in Form von XP bzw. Gegenständen belohnt werden sollen sondern auch durch gutes Rollenspiel. Darunter verstehe ich jetzt, seinen Charakter seiner Gesinnung nach bzw. seinen Eigenheiten nach gerecht ausspielen sowie Aktionen die den Spielspaß und den Gruppenzusammenhalt fördern aber auch gute Ideen und alternative Lösungsansätze.

Allerdings habe ich es noch nicht geschafft, dafür ein einheitliches System zu schaffen. Bis jetzt ist mir nur ein Punktesystem in den Sinn gekommen. Also z.B. das jeder Charakter die Möglichkeit hat, pro Session 5 Punkte zu ergattern, die der Dungeon Master vergeben kann. Was ich schon möchte, ist, nach Ende des Spiels mit den Spielern zu diskutieren, warum ich für welche Aktion Punkte vergeben habe.

Auch kann ich mir nicht nur Bonuspunkte sondern auch Maluspunkte vorstellen. Z.B. wenn ein Charakter einen NSC mehrmals foltert, was eigentlich überhaupt nicht seiner Gesinnung entspricht, oder das Abenteuer durch stumpfsinnige Aktionen gefährdet. Aber auch ständiges Einsetzen von Metawissen im Spiel.

So nun zur Belohnung, sprich für was Charaktere ihre RPG-Punkte eintauschen können: Hier ist mir eigentlich alles in den Sinn gekommen. Von zusätzlichen Trefferpunkten bis hin zu Boni auf bestimmte Fertigkeiten oder magische Gegenstände sowie die Möglichkeit einzigartige Talente zu erlernen. Da die Charaktere kein MinMax betreiben, kann ich hier aus dem Vollen schöpfen, ohne die Balance zu gefährden. Die Belohnung passiert natürlich in Form von Rollenspiel.

Vielleicht habt ihr ja schon ähnliche Ansätze, die sich bewährt haben oder ihr könnt auch dieses Gedankenspiel einfach weiterspielen und eure Meinung dazu posten.
Ich war böse. Eine Succubus soll mich bestrafen!

Belwar

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Re: RPG-Points
« Antwort #1 am: 01. Mai 2008, 23:33:36 »
Um mal kontruktiv zu sein.
Warum willst du In-Time Verhalten damit belohnen, dass die SCs Werte technisch besser werden?

Wenn du es schon belohnen willst, dann mach es doch auf der selben Ebenen. D.h. belohne In-Time Verhalten mit positivem/positiveren Verhalten der Umwelt auf die SCs.

Und ein System für irgendwelche Punkte brauchst du dir auch nicht ausdenken, denn letztendlich wird die Vergabe mehr oder weniger subjektiv/willkürlich sein.
Also lass das System weg und belohne aus dem Bauch heraus bzw. nach GMV, wobei etwaiges reflektieren nicht schaden kann. ;)

Gruß Belwar

Balrog_Master

  • Mitglied
  • and the heavens shall tremble
Re: RPG-Points
« Antwort #2 am: 02. Mai 2008, 01:11:30 »
Zitat von: "Belwar"
Warum willst du In-Time Verhalten damit belohnen, dass die SCs Werte technisch besser werden?


Reine Erziehungsmaßnahme :-)

Weil es für meine Gruppe den größten Anreiz darstellt auch in Zukunft großen Wert auf das Rollenspiel zu legen und ich verhindern möchte, dass reines Dungeon Crawl die Oberhand gewinnt. Ich sag's mal so; für meine Gruppe wäre es der richtige Weg.

So kann ich die Helden zwischen und auch während ihrer Abenteuer auf Mini-Questen los schicken. Z.B. der Schurke bekommt Bonuspunkte auf eine Diebesfertigkeit wenn er Unterricht in der örtlichen Diebesgilde nimmt oder der Druide kann seine Spruchliste um einen neuen Zauber erweitern, wenn er den geheimen Druidenhain im nahen Hexenwald findet.
Ich war böse. Eine Succubus soll mich bestrafen!

Xiam

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  • Mörder der 4E
RPG-Points
« Antwort #3 am: 02. Mai 2008, 08:45:52 »
Ich würde nicht an den Charakterwerten herumschrauben sondern sie schlicht mit XP belohnen. Man könnte für das Rollenspiel z.B. XP-Prämien veranschlagen, wir für Begegnungen. Je nachdem, wie gut sie am Abend gerollenspielt haben, steigt das EC-Level der "Rollenspielbegegnung".
1984 was not supposed to be an instruction manual.

Archoangel

  • Mitglied
RPG-Points
« Antwort #4 am: 02. Mai 2008, 12:41:46 »
Und ich dachte immer, gutes Rollenspiel sei Voraussetzung zum Spiel und nicht erst durch Anreize zu erzielen...

Wenn das schon notwendig ist, dann gib`doch lieber Bonus XP für "gutes Rollenspiel" ... ist zwar in der Welt nicht logisch, aber besser Klettern können, weil ich drei Orks erschlage ist es ja auch nicht. Oder noch besser: gib minus XP für schlechtes Rollenspiel, dass sollte die Spieler noch mehr dazu bringen, keine Sch.... zu bauen :).
In diesem Thread gibt es wunderbare Beispiele, dass Schulpflicht und Dummheit sich nicht ausschließen. (Tempus Fugit)

4E Archoangel - Love me or leave me!

Boerda

  • Mitglied
RPG-Points
« Antwort #5 am: 02. Mai 2008, 13:21:06 »
Zitat
Oder noch besser: gib minus XP für schlechtes Rollenspiel, dass sollte die Spieler noch mehr dazu bringen, keine Sch.... zu bauen Smile.


Erziehung durch Bestrafung erscheint mir nicht sehr sinnvoll bei einer Sache, die man zum Spass macht.

Bei XP-Belohnungen, die vom SL diktiert werden, kommt es bestimmt oft zu Diskussionen, besonders bei Abzügen. Zudem gehen die Belohnungen für "gutes RP" dann im XP-Einheitsbrei unter und taugen wenig als Erziehungsmaßnahme. Zudem ist das Verändern der Aufstiegsgeschwindigkeit vielleicht garnicht gewünscht.


Ein paar nette Ansätze finden sich unter Anderem im Burning Wheel Regelwerk. Das könnte man viellicht folgendermaßen in D20 umsetzen:

Es gibt RPG-Awards, die von der Gruppe regelmäßig  (nach jeder Session, nach jedem Abenteuer oder sonstwann ) verteilt werden, durch demokratische Abstimmung, SL hat ggf 2Stimmen und bricht Gleichstand. Jeder Award kann wie ein Actionpunkt eingesetzt werden (wenn man normalerweise ohne Aktionpunkte spielt), z.B. +1w6 auf einen beliebigen w20 Wurf.


Kategorien sind:
- Spieler, der die Story am besten vorangebracht hat
- Spieler, der die Überzeugung seines Charakters (auch gegen äußere Widrigkeiten) am besten ausgespielt hat
- Spieler des nützlichsten Charakters für die Gruppe
- Denkwürdigste Szene


Vorteile der Methode:
Unterscheidung zu Standart-Belohnungen Gold & XP. Die breite Fächerung sorgt dafür, das jeder Spieler die Chance auf einen Award hat. Der Vorteil ist nicht spielbestimmend, kann aber in gewissen Situationen deutlich nüzlich sein. Die Diskussionen gibt es bei so schwammigen Begriffen wie "Belohnung durch gutes Rollenspiel" sowieso und ist hier gleich mit in die Mechanik eingebunden.

Wenn man sich noch ein besonderes Würfelset dafür zulegt (verchromte W6 etc.) , und die Würfel dann direkt austeilt, ist die Belohnung deutlich greifbarer als "+50 XP für gutes Rollenspiel"

Nachteil:
Wer mit Actionpoints spielt, muss sich andere Auswirkungen eines Awards ausdenken.

Nadir

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RPG-Points
« Antwort #6 am: 07. Mai 2008, 01:17:32 »
Zitat von: "Boerda"
Erziehung durch Bestrafung erscheint mir nicht sehr sinnvoll bei einer Sache, die man zum Spass macht.


Sehe ich genauso! Führt zu Frust und es wird sich meist jemand ungerecht behandelt fühlen. Schlimmstenfalls formuliert er/sie das nichteinmal und dann bauen sich langfristige Probleme auf. Das ist zumindest meine Erfahrung mit diesem Thema.

Lieber in-game Boni in Form von Freunden/Kontakten/Reputation/Besitztümern verteilen, damit können sie dann auch konstruktiv und kreativ umgehen und spielen.
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Talwyn

  • Mitglied
RPG-Points
« Antwort #7 am: 07. Mai 2008, 11:27:38 »
Meine Erfahrung sagt, dass nicht jeder Spieler gerne In-Character spricht und intensives Rollenspiel betreibt. Einige fühlen sich sogar unwohl, wenn sie dazu genötigt werden. Durch Belohnungen oder Bestrafungen wird man nichts daran ändern, wie diese Spieler die Situation empfinden.

Deswegen sollte man sich IMO entweder damit abfinden, dass nicht jeder Spieler ein extrovertierter Schauspieler ist und trotzdem gerne mitspielt. Wahrscheinlich trägt er auf andere Art und Weise sehr wohl dazu bei,  dass der Spieleabend für alle ein Erfolg wird. Wenn man sich damit nicht abfinden kann oder will, sollte man sich nach Ersatz umschauen.

Ich habe jedenfalls bei einigen Spielern alles mögliche versucht, um sie hinter dem Ofen hervorzulocken, gefruchtet hat nichts davon. Außerdem bin ich der Meinung, dass der oft beschworene gesunde Menschenverstand subjektiv und ungerecht ist.

Wenn überhaupt, dann mach es so: Jeder Spieler bekommt am Ende eines Spieleabends x Pokerchips (oder ähnliches), die er an seine Mitspieler verleihen kann. Jeder Punkt ist dabei - abhängig von der Charakterstufe y XP wert. Das würde ich dann auch gar nicht unbedingt am ominösen "guten Rollenspiel" festmachen. Wofür ein Spieler seine Freunde belohnt ist seine Sache. "Der Paladin hinkt erfahrungsmäßig wegen der Wiederbelebung hinterher" ist meiner Meinung nach genauso legitim wie "der Barde hat auf dem Hofball großartig den eloquenten Lebemann gespielt." Wichtig: Jeder Spieler sollte weniger Chips zu verteilen bekommen, als er Mitspieler hat. Er kann also nicht alle belohnen und muss sich somit überlegen wer es seiner Meinung nach verdient hat. Evtl. kann man als SL auch noch einen einzelnen Chip ausgeben, wenn man selbst an diesem "Minispiel" teilnehmen möchte.

Im günstigsten Fall ist so ein System sehr motivierend. Die Spieler werden nicht unbedingt (ausschließlich) versuchen, den Vorlieben des DM zu entsprechen, sondern auch denen ihrer Mitspieler. Konkurrenz entsteht dadurch natürlich auch, aber wenn diese sich darin manifestieren sollte, dass die Spieler sich mehr Mühe geben, ihren Charakteren Leben einzuhauchen, dann ist das ja nur positiv. Gleichzeitig kann aber auch der Zusammenhalt der Gruppe gestärkt werden, wie das Paladin-Beispiel oben zeigen sollte.

Wenn man sich als SL dann auch noch Notizen macht, wer wofür Belohnungen verteilt, kann man auch ziemlich gut herausfinden, was den eigenen Spielern tatsächlich gefällt.

Morningstar

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  • test
Re: RPG-Points
« Antwort #8 am: 15. April 2009, 15:46:39 »
Grundsätzlich finde ich die Idee nicht verkehrt. Allerdings mag ich es nicht, wenn man dadurch den einen belohnt, den anderen nicht. Ich handhabe es so (ist zwar auch nicht optimal, aber imo besser), dass jeder pro Zeitabschnitt eine gewisse Menge an XP beisteuern kann, je nach Stufenbereich.
Dann wird durch die Anzahl der Leute geteilt.

Ich persönlich bekäme als Spieler ehrlichgesagt wenig Lust weiter RP zu machen, wenn ein anderer mehr XP bekommt für "gutes RP" (was ja unglaublich subjektiv ist). Aber ich rede als Spieler meinen DMs nicht rein, da ich als DM weiß wie nervig sowas ist ;)

Ganz besonders cheesy ist es in der 4E, wenn einer schon im Paragon Tier ist, und ein anderer nicht, da ist das Machtgefälle enorm. Und ich finde, dass (außer selbstgewählten XP kosten wie Craft oder wenn man Pech hat eben Tod) grundsätzlich alle die gleiche Macht haben sollen, damit es Spaß macht - jedenfalls als Ausgangsbasis
« Letzte Änderung: 15. April 2009, 15:49:31 von Morningstar »
Bin wieder da !

Curundil

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Re: RPG-Points
« Antwort #9 am: 16. April 2009, 17:50:40 »
Bitte Threadnekromantie als solche kennzeichnen.  :pope:

@Topic: Ich vergebe in der 3.5 Action Points als Belohnung. Diese handhaben wir ähnlich wie in den aus Unearthed Arcana bzw. Eberron.

Zitat von: Spielerleitfaden unserer 3.5-Kampagne
Einen Action Point ausgeben:

Wähle eine der folgenden Auswirkungen
  • Erhalte +4 auf einen beliebigen W20-Wurf (nicht bei 10 oder 20 nehmen).
  • Erhalte kurzfristig (üblicherweise für eine Runde bzw. Anwendung) ein Talent, dessen Voraussetzungen Du erfüllst.
  • Erhalte eine Anwendung einer täglich nutzbaren Klassenfähigkeit zurück.
  • Stabilisiere Dich automatisch bei –1 bis –9 Lebenspunkten.
  • Gib den AP an ein anderes Gruppenmitglied weiter, das ihn in dieser Runde einsetzen muß.
  • Wiederhole einen beliebigen Wurf (aber keine Zusatzwürfel).
Abgesehen vom Stabilisieren sind diese Einsätze jeweils eine Freie Aktion.
Ein einmal ausgegebener, aber nicht genutzter Action Point verfällt.

Bei jedem Stufenanstieg füllen sich Deine Action Points auf eine Anzahl gleich Deiner neuen Stufe auf, sofern Du nicht bereits mehr als Deine neue Stufe übrig hast (wenn Du beim Aufstieg zu Stufe 5 also noch 2 AP besitzt, dann erhöhen sie sich auf 5; hast Du noch 8 AP, z.B. als Resultat von gutem Rollenspiel, dann behältst Du diese).

Action Points werden manchmal als Belohnung vergeben, z.B. für das Erreichen von persönlichen oder Etappenzielen in der Kampagne, für innovative und spielfördernde Ideen, sowie für besonders schönes Charakterspiel.

Durch diese Regelungen erhalten Spieler als Belohnung etwas, was ihnen unmittelbar und sofort nützt, was sie aber auch aufheben können, was ihnen niemand nehmen kann, und was sie sogar mit der Gruppe teilen können (durch das Weitergeben eines AP an ein anderes Gruppenmitglied zur unmittelbaren Verwendung). Im Gegensatz zu Bonus-XP entsteht hierbei aber kein Stufengefälle innerhalb der Gruppe, und im Gegensatz zu permanenten Geschenken besteht keine Gefahr, etwas Unbalanciertes ins Spiel zu werfen.
history ['hıstəri], n: an account mostly false of events mostly unimportant, brought about by rulers mostly knaves and soldiers mostly fools. -- Ambrose Bierce

Für mehr Handlung in Rollenspielen!

Hiob

  • Mitglied
Re: RPG-Points
« Antwort #10 am: 19. April 2009, 18:07:32 »
...
« Letzte Änderung: 02. Mai 2009, 13:29:27 von Hiob »

Curundil

  • Mitglied
Re: RPG-Points
« Antwort #11 am: 19. April 2009, 19:30:37 »
Falls es Dir entgangen sein sollte, ist die oben von mir gepostete Handhabe von Action Points als Belohnungssystem, von welchem die gesamte Gruppe profitieren kann, durchaus eine Art "Innovation". Hier wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber ein bekannter Regelmechanismus mit einer anderen Funktionsweise belegt. APs als Belohnung, und APs als Ressource, die ich an Gruppenmitglieder weitergeben kann, waren mir sonst bislang nicht bekannt.
history ['hıstəri], n: an account mostly false of events mostly unimportant, brought about by rulers mostly knaves and soldiers mostly fools. -- Ambrose Bierce

Für mehr Handlung in Rollenspielen!

Hiob

  • Mitglied
Re: RPG-Points
« Antwort #12 am: 20. April 2009, 10:10:21 »
...
« Letzte Änderung: 02. Mai 2009, 03:31:45 von Hiob »

Curundil

  • Mitglied
Re: RPG-Points
« Antwort #13 am: 20. April 2009, 10:30:03 »
Das war nicht meine Absicht. Ich verstehe aber prinzipiell, was Du meinst.  :)
history ['hıstəri], n: an account mostly false of events mostly unimportant, brought about by rulers mostly knaves and soldiers mostly fools. -- Ambrose Bierce

Für mehr Handlung in Rollenspielen!

Morningstar

  • Mitglied
  • test
RPG-Points
« Antwort #14 am: 02. Juli 2009, 11:54:55 »
Ich für mein Teil gebe auch desöfteren APs an Einzelne für gutes Rollenspiel, im Sinne von logisch-konsequentem Handeln, aber keine XP.

DMs die meinen, ihre Spieler "erziehen" zu müssen, haben vermutlich gravierende psychische Defizite ;)
« Letzte Änderung: 02. Juli 2009, 11:59:42 von Morningstar »
Bin wieder da !