Autor Thema: Die Stunde des Jägerns  (Gelesen 1107 mal)

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Rincewind

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Die Stunde des Jägerns
« am: 21. Mai 2004, 23:05:13 »
 Was eigentlich als Vorgeschichte für den Charakter begann, entwickelte sich teils aus Langeweile, teils aus Lust sich mit dem Charakter zu beschäftigen, zu einem Log, das sich ausschließlich auf die Sicht eines Charakters beschränkt. Ich dachte mir, bevor es bei mir auf der Platte verstaubt, mache ich euch, hoffentlich, ein wenig Freude beim Durchlesen. Viel Spass, und Rechtschreibung ist wirklich nicht mein Ding, Hinweise werden gerne entgegengenommen...


Meanwe Feanor - Der Jäger

Die Sonne steht rot am Abendhimmel und ist im Begriff, sich unter dem Horizont zu verkriechen als ein einsamer Wanderer die Bildfläche betritt? Der grüne Umhang, schon auf den ersten Blick von Elfen gefertigt, weht um die dürre Gestalt und der Wind lässt die ins Gesicht gezogene Kapuze leicht flattern. Die Konturen verschwimmen mit der Umgebung und lassen sich nur schwer fixieren. Plötzlich fällt die Kapuze nach hinten und der Wind zwingt den Umhang dem Beobachter einen kurzen Blick auf die Gestalt werfen zu lassen. Augen, die von unendlichem Schmerz in ihren Tiefen erzählen, schweifen von einem Augenwinkel zum Gegenüberliegenden und saugen die Umgebung förmlich auf. Ein Zwinkern und im gleiche Moment entfalten sich zwei Flügel auf dem Rücken. Einer etwa so groß wie er selber, spannen sich beide Flügel auf eine Größe von etwa 3 Metern. Sie erheben die Gestalt mit erstaunlicher Leichtigkeit in die Luft. Die Grauen Maserungen auf den sonst eher in Türkis und Blautönen gehaltenen Flügeln lassen ihn fast mit dem wolkenlosen Abendhimmel verschmelzen. Nun kann man die Gestalt klar als einen Elfen in Kampfausrüstung erkennen. Ein Flügelschlag um sich in der Luft zu halten und als du wieder freies Sichtfeld hat, ist ein imposanter Bogen auf dich gerichtet. Der Bogen ist so stark gespannt, dass die Luft direkt um die Sehne flimmert, als Blicke man über die Kuppe eines Vulkans. Das Gesicht des Elfen ist wie der restliche sichtbare Körper in einem Blattgrün, das teilweise an das  Grün der Linde erinnert, gefärbt. An seinem Gürtel ist offensichtlich ein heiliges Symbol befestigt, auf dem eine Träne unter einem zerbrochenen Pfeil abgebildet ist.
In seinen Augen erkennt man jenen wachen Geist, der immer zum Angriff bereit zu seien scheint.

 




Die Anfänge...
Rauch schwängert die Luft. Doch das ist nicht das einzige was in der Nacht des 4. Myrtuls die Luft erfüllt. Die sonst so natürliche Ruhe und Stille des Elfen Dorfes Caern wird von den Todesschreien der ansässigen Elfen vertrieben und wenn das Sternenlicht die Dunkelheit durchdringt, kann der aufmerksamer Beobachter das kurze Aufblitzen der schwarzen Dunkelelfenklingen erkennen. Es scheint, dass dies ein normaler Ausritt der Dunkelelfen sei, bei dem das sinnlose Töten der Oberflächenbewohner das Wichtigste ist, aber im Kampf dieser Nacht liefern sich Götter selbst einen erbitterten Kampf und die Leben der Beteiligten werden zu Schachfiguren im Spiel der höheren Mächte. Die Dämonengöttin Lolth befahl ihren Priesterinnen persönlich, die tief im umkämpften Land liegende Wildelfen Enklave anzugreifen, um ihr Territorium ein für allemal abzustecken. Der Elfengott Shevarash, der die Schutzgottheit dieses Dorfes darstellt und auch selbst ein verbitterter Feind der Drow ist, wacht mit seinem hasserfüllten Auge über die Geschehenniesse dieser Nacht.
Am Darrauffolgenden Morgen erwacht niemand in diesem Dorf, denn sowohl die Angreifer als auch die Verteidiger sind allesamt den göttlichen Machtkämpfen zum Opfer gefallen.
Als die ersten Sonnenstrahlen durch das dichte Laubdach des Hochwaldes nahe der Verlorenen Gipfel hervorstechen, ahnt noch niemand der zurückkehrenden Patrolie auch nur im Geringsten was ihrem Dorf und ihren Liebsten widerfahren ist. Die Bäume weinen und erzählen die grausige Geschichte schon etliche Meilen weiter, doch niemand der Männer schenkt ihnen Beachtung. Ihre Ankunft am Dorf gleicht einem bösen Erwachen aus einem Traum, oder wohl eher dem Fallen in einen unaussprechlichen Alptraum.

Ihre Bemühungen die Verwundeten zu Retten waren ausnahmslos vergebens, denn Lolth sah sich verpflichtet, die Seelen der in diesem Kampf ermordeten Elfen für sich zu beanspruchen und sich auf ewig an ihren Schmerzen und Qualen zu erfreuen. Shevarash hingegen hauchte der im Kampf um das Leben ihrer Kinder gefallenen Mutter des Hauses Feanor erneutes Leben ein. Da sich ihre Seele in den unendlichen Kerkern Lolth?s befand, war eine Rückkehr ins Reich der Sterblichen unmöglich. Doch die in ihren Körper gefahrene Energie entschwand nicht nutzlos, sondern stärkte das ungeborene kleine Wesen in ihrem Körper. Das Oberhaupt der nun beinahe vollends vernichteten Familie Feanor war schwanger. Der nur ansatzweise entwickelte Phoetus hätte mit Sicherheit niemals das Licht der Welt erblickt, doch die göttliche Energie beschleunigte den schon sterbenden Metabolismus der Elfin ein letztes Mal und brachte, wie ein Wunder, keinen toten oder unterentwickelten Körper zur Welt, sondern einen aus dem Hass der Götter geborenen Kämpfer.

"Ich bereitete die Leiche der edlen Erlianye Feanor auf ihre letzte Ruhe vor, als meine Hände bei der letzten Wäsche an ihrem Bauch Tritte fühlten. Es war allgemein bekannt, dass das Haus Feanor ein weiteres Mitglied erwartete, doch niemand hätte auch nur im Traum daran gedacht, einen Überlebenden von diesem Massaker zu finden. Als ich das Wunder von dem toten Fleisch seiner Mutter befreit hatte, verschlug es nicht nur mir, sondern auch allen anderen Anwesenden die Sprache, als wir das Neugeborene erblickten. Seine Form glich der, die jeder der Unsrigen bei der Geburt hat, doch seinen Rücken zierten zwei gefiederte, dunkle Flügel. Sie waren aufgrund der Geburt noch verklebt und Blut besudelt, aber eine unnatürliche, gar unheimliche Ausstrahlung erfüllte meinen Körper. Die Augen des männlichen Kindes waren blutunterlaufen und starrten mich und meine Helfer mit einer Kälte einens gefrorenen Gebirgssees an. Wir wuschen ihn und bemerkten dass sich auf seiner gesamten Brust das Symbol eines gebrochenen Pfeils und einer Träne wie mit Säure leicht eingebrannt hatte. Wir brachten den Neugeborenen zum Leutnant unserer Patrolie, Mergell Schwarzpfeil, um zu erfahren wie weiter verfahren werden sollte." (-Alraune, Mitglied der Patrolie)

In den nachfolgenden Jahren wurde Meanwe, wie er von Mergell genannt wurde und was etwa ?Tränentot? bedeutet, von demselben erzogen und in der Kunst des Bogenschießens unterrichtet. In seiner Jugend zeigte sich früh die nützliche Verwendung der Flügel bei der Jagt und dem Erkundschaften unerschlossener Gebiete. Das Dorf wurde neu bevölkert und blieb für längere Zeit von weiteren Ausfällen der Drow verschont, doch die Überlieferung an das Massaker weilt bis heute in den Köpfen dieses Dorfes.

Heute ist Meanwe, der sich seiner Entstehung vollkommen bewusst ist, ein fähiger Jäger und geschickter Kundschafter, für den es kein größeres Verlangen gibt, als seinen unendlichen Blutdurst für Dunkelelfen Blut zu stillen. Gerade diese Tatsache erklärt sein gefühlskaltes Verhalten, was den Tod angeht und andere gewaltsame Ereignisse. Diese etwas ?anderen? Ansichten lassen ihn häufig an die moralischen Vorstellungen der Elfen anstoßen und bedeuteten für ihn letztendlich, dass er das Dorf freiwillig verlassen hat, um die Welt von den Drow zu säubern und seine göttliche Bestimmung zu erfahren.    

Vater ???
Der Bogen ist ein Vollbringer der Rache. Das ist das oberste Gesetz, die Grundlage für Meanwes Denken. Grundloses Angreifen oder Töten aufgrund von Gerüchten oder anraten Anderer werden strickt abgelehnt. Sollte jedoch ein Verdacht in geringster Weise begründet werden, bedient er sich des Bogens, um eine ihm angemessene Strafe zu verhängen. Die Verbindung zu seinem Gott Shevarash besteht darin, dass er den unendlichen Hass auf die Dunkelelfen teilt und an ihnen furchtbare Rache üben will. Als Gegenleistung gewährt der Gott ihm die Zauber, die einem Kleriker niedrigen Ranges zustehen würden. Seine Religion ist jedoch sein Bogen und die Kirche des Gottes nur ein Verbündeter. In seinem Geiste ist kein Platz für Gottesliebe oder Ähnliches, da allein der Hass sein Leben regiert. Doch gerade das verbindet ihn mit seinem Gott. Die stillen Stunden seines Lebens denkt er über seine Bestimmung und Rolle im Kampf gegen die Götter der Dunkelelfen nach. Weil Meanwe stark von seinen Rachegefühlen getrieben ist, sind plötzliche Ausbrüche von Gefühlen, ob es Wut oder Trauer ist, gewöhnlich. Sämtliche Erinnerungen an das Abschlachten des Dorfes sind in seinem Gedächtnis eingebrannt worden und lodern bei bestimmten Ereignissen wieder schmerzend auf. Diese Wechselwirkung von Gott und Sterblichem lässt sich eher als ein Verhältnis von Verbündeten beschreiben, die im Kampf gegen eine Übermacht von Feinden zusammengeschweißt wurden.
Das Gelübde, erst dann wieder zu Lachen und zu Feiern, wenn die Spinnenkönigin und alle ihre Anhänger getötet wurden, hat er quasi seit Geburt abgelegt und kämpft somit schon von Natur aus mit den Klerikern Shevarash und anderer Feinde Lollth's gegen die Dunkelelfen. Dass er sein Leben dem Dunklen Jäger verdankt, ist Meanwe bewusst und er sieht in seinem Gott nicht nur Lebensspender sondern auch Freund und Verbündeten im endlosen Kampf.
Ob er eine Stellung in der militaristisch organisierten Kirche seines Gottes einnehmen soll, ist er sich nicht sicher, da seine Lust Drow-Blut zu schmecken stärker ist als der Wunsch nach der totalen Vernichtung der Drow, die ein geordnetes Vorgehen und taktische Finesse voraussetzt.
Durch den plötzlichen Sinneswandel durch das Kartenspiel in Rabenhorst ist eine grundlegende Änderung im Verhältnis zu seinem Gott aufgetreten, da Meanwe nun zwar immer noch den Hass auf die Drow tief in seinem Herzen trägt, aber nun seine Vorgehensweise verabscheut. Das blinde Dahinmetzeln ist ihm zuwider und er hat beschlossen eher auf eigene Methoden zurückzugreifen, als auf den alleinigen Kampf gegen die Drow. Er zieht nun aus, um in der von den Bewohnern des Unterreichs bedrohten Oberflächen-Welt Verbündete zu suchen, so dass sich diese zu einer kampfstarken und wehrhaften Allianz verbünden. Das bedeutet zwar, dass er nicht mit jeder Meinung seines Gottes übereinstimmt, doch er sagt sich nicht von seinem Gott los, sondern respektiert seine Methoden, aber versucht eine eigene Lösung für das gemeinsame Problem zu finden. Auch der Gott sollte dies akzeptieren, da sein Eiferer immer noch für die heilige Sache kämpft, nur auf einem anderen Schlachtfeld.

Ein neues Kapitel
Dass hin und wieder Kreaturen von Ferun durch die geheimnisvollen Nebel nach Rabenhorst verschlagen werden, passiert zwar nur selten. Doch dass diese noch einmal die aufgehende Sonne über den westlichen Herzlanden sehen ist so gut wie unmöglich. Doch die tapfere Gruppe, später bestehend aus dem flinkfingrigen und etwas neben oder eher über sich stehenden Gnom Diblin (was nicht gerade schwer ist bei einer Größe von etwa einem Meter), einem, hm wie schreibe ich, schon früher wilden, jetzt noch unbeschreiblich wilderem Elfischen Druiden, der den Vollmond nach der Begegnung mit einem Lycanthrophen besonders mag, sich nach dem Abenteuer in Rabenhorst außerdem besonders der wilden Seite der Natur ?hingibt? ? In vier Worten: Er ist ein Werwolf ? und dem Meister der Tarnung, Spionage, Verhandlung, Armbrustschießen und anderer nützlicher Abenteurer-Geschäftlichkeiten, Silk. Meanwe, ein geflügelter Wildelf, der aus dem Hass der Götter geboren wurde und ein Meister des Bogens ist, begleitet diese drei Herrschaften.
Es kehren nur drei dieser Abenteurer in die heimatlichen Gefilde zurück, einer, namentlich der eine Silk, verschlug es in die blutigen Arenen Thays, doch nicht als grölender Zuschauer, sondern als Gladiator in der Arena. Wie dies geschehen konnte wissen nur die weisen Vestani, die ihre Geheimnisse aber nicht mit Außenstehenden teilen, jedoch letztendlich für unsere Rückkehr nach Ferun verantwortlich waren. Die Wege der Abenteurer trennten sich nach einem Besuch in der Dunkelburg und dem verfeinden mit Peregeist, dem Herrscher der Dunkelburg, doch der Wunsch, den Gefährten Silk zu retten, trug jeder der Gefährten in seinem Herzen, egal auf welchen Wegen oder Abwegen.
Meanwe, der durch seine Erlebnisse in Rabenhorst und bei den Vestani tief in seinem Glauben zermürbt ist, macht sich auf zu seiner Familie, um neben seinen Idealen auch materielle Dinge vor Augen hat, die das Feuer des Glaubens in seinem Herzen wieder auflodern lassen können.  Herzlich aufgenommen, nicht nur von seiner Adoptivmutter, sondern auch von dem restlichen Dorf und seinen Jugendfreunden, ist es eine Pflicht, den Altbekannten vom Erlebten zu erzählen, der Meanwe gerne nachkommt. Als die Willkommenszeremonien vorrüber waren, konnte eine Konversation mit seiner Mutter und Ordensführerin über den vorlorengeglaubten Glauben und Möglichkeiten diesen Zurückzugewinnen, unter zwei Augen stattfinden. Die Mutter als oberstes Sprachrohr des dunklen Jägers, schlägt mehr oder weniger direkt vor, die Drow auf eigenem Terrain zu schlagen. Möglichkeiten dafür gibt es zu genüge, da einige Höhlen in der Umgebung von den Dunkelelfen als Ausfallwege dienen. Doch was sich als so einfache Aufgabe zum Wiedererlangen des Grundfundaments eines Kriegers, den Glauben, anhört, stellte sich als schwierige Prüfung für Meanwe heraus...
"Man sollte losrennen, sobald man das 'e' in 'He, du!' hört!"

-=Loki=-

  • Gast
Die Stunde des Jägerns
« Antwort #1 am: 23. Mai 2004, 22:42:05 »
 Klasse, klingt wirklich gut!

Schreibst du noch, was du in deinem Einzelabenteuer erlebt hast?

-=Loki=-

PS: Ich war dabei (der Druide)...

Rincewind

  • Mitglied
Die Stunde des Jägerns
« Antwort #2 am: 24. Mai 2004, 23:19:16 »
 @ Loki: Ich schreibe auf jeden Fall weiter, hab sogar schon was geschrieben, möchte aber noch mit dem Post warten, bis ihr die Geschichte eh schon mitbekommen habt. Es ist schöner wenn ihr die Geschichte vom Chr hört und nicht im Internet lest...
"Man sollte losrennen, sobald man das 'e' in 'He, du!' hört!"