Autor Thema: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder  (Gelesen 3987 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Fischkopp

  • Mitglied
    • Rorschachhamster
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #15 am: 15. Dezember 2008, 12:48:15 »
Wenn es zu sehr ins Off-Topic abzugleitet, sollte das Thema gesplittet werden.

Wormys und Fischkopp, Eure Beispiele gelten hauptsächlich für Situationen mit Zeitdruck. Bei einer gemütlichen Erkundung einer verfallenen Tempelanlage jedoch  können sich Kleriker und Magier viel Zeit lassen, ob sie mit neuer Prägung am nächsten Tag wiederkommen, und so auf die erkundeten Probleme vorbereiten. Natürlich gibt es unter meinen Abenteuern auch immer mal wieder welche mit tickendem Zeitzünder, aber allein der skillorientierten Klassen wegen will ich nicht immer einen Zeitzünder einbauen müssen.

Was mich am meisten stört ist, dass die Zauberkundigen zwar viele exklusive Fähigkeiten UND Möglichkeiten haben, Kämpfer und Schurken zu ersetzen, skillorientierte Charakterklassen aber ihre Vorteile nicht exklusiv haben. Das demotiviert, bestimmte Charakterkonzepte auch nur anzudenken.

Beispiele für ausgebremste Charakterkonzepte:

Weltreisende, die jede Sprache lernen möchten - comprehend languages, tongues
Aufklärer, die alles herausfinden - clairaudiance, arcane eye ...
Akrobaten, die an jeden noch so verbotenen Ort erreichen - fly, invisibility, dimension door...

Diese unmagischen Charakterkonzepte sind wegen der Vielzahl an magischen Bedrohungen, die sie zum Teil weder wahrnehmen noch umgehen oder beseitigen können, auch keine Alternative zu ihren magischen begabten Konzepten.

Überhaupt, fly: wer will da noch balancieren, klettern, springen oder schwimmen? Schon levitate macht viele dieser Skills überflüssig.
Fett markiert ist das, was in meinen fast 25 Jahren Spielleitertätigkeit noch nicht vorkam...  :huh:

Selbst wenn kein Zeitdruck vorhanden ist, kein Weg von und zu dem Tempel vorhanden ist, keine Gegner, die auf Eindringlinge reagieren UND ein Gasthaus mit kühlem Bier und warmen Essen direkt nebenan -> warum? Warum verbrate ich Zauber und geh zurück wenn der Schurke es zumindest doch noch versuchen könnte? Und damit ist er normalerweise als erster dran. Ganz abgesehen davon, das er Fallen entschärfen kann und Schriftzeichen entschlüsseln und was er sonst noch so findet (Übrigens gibts bei Pathfinder "Linguistic" Sprachen extra, Perception auch noch Entdecken/Spot, etc..)

Die Beispiele die du gibst, stimmen bis zu einem gewissen Grad - wenn Magie immer und überall verfügbar ist UND relativ schwach im Vergleich - also hochstufige Kampagnen. Z. B.: Sprachen verstehen/comprehend languages bedeutet nicht das du es sprechen kannst. 5. Stufe bis Zungen/tongues für Hexenmeister/Magier, 4. für Barde, 7. für Kleriker. Ein wirklicher Globetrotter verläßt sich nicht auf diese Hilfsmittel, die gerade am Ar... der Welt eben nicht immer verfügbar sind (Und eine Investition, die man gut überlegen sollte wenn man selbst Zaubern kann), aber du hast insofern recht, das das ein anderes Thema ist (und vielleicht einfach eine Art des Spielstils).

Edit: Ninjae'd, Wormy
Mein Weblog: http://rorschachhamster.wordpress.com/
"Metagaming is for pussies." -mxyzplk

Rogan

  • Contest 2010
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #16 am: 15. Dezember 2008, 13:48:15 »
Zitat
Kein Einwand. Aber warum sollten sie das tun, sofern sie einen Rogue dabei haben, der das auch ohne zwischendrin umzukehren, kann?
Zitat
Warum verbrate ich Zauber und geh zurück wenn der Schurke es zumindest doch noch versuchen könnte?

Wir hatten in über 20 Jahren Spiel noch nie einen reinen Schurken in der Gruppe - aus den genannten Gründen - darum gilt für meine Gruppen, dass diese Fragen rethorisch sind. Die Demotivierung greift (zumindest bei meinen Spielern) schon vorher.

Ich denke, dass unser DnD-Spielstil (recht hoher Magielevel, wie bei DnD eben üblich) im Schnitt der Normalverteilung liegt, und gerade deshalb empfinde ich die große Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten der Zauberfähigen und die geringe Exklusivität der Nicht-Zaubernden als Delle in einem an und für sich schönen System. Ob bei einer Überarbeitung dann gleich ein so egalitärer Ansatz wie bei der 4E rauskommen muss, sei dahingestellt, zumindest macht sie deutlich, dass die 4E-Autoren diese Diskrepanz als Problem gesehen haben.

Zitat
Fett  markiert ist das, was in meinen fast 25 Jahren Spielleitertätigkeit noch nicht vorkam...
Üblich ist es auch bei mir nicht, eher im Gegenteil. Darum ringen meine SCs immer sehr darum, sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen, und manches Mal gelingt es ihnen eben.
Neustart!

Fischkopp

  • Mitglied
    • Rorschachhamster
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #17 am: 15. Dezember 2008, 19:38:04 »
Wir hatten in über 20 Jahren Spiel noch nie einen reinen Schurken in der Gruppe - aus den genannten Gründen - darum gilt für meine Gruppen, dass diese Fragen rethorisch sind. Die Demotivierung greift (zumindest bei meinen Spielern) schon vorher.

Ich denke, dass unser DnD-Spielstil (recht hoher Magielevel, wie bei DnD eben üblich) im Schnitt der Normalverteilung liegt, ...

Hm, meiner Meinung nach ist das ohne Schurken nicht normal, aber - wie gesagt - ist das ja schon eine Sache des Spielstils. Skillmonster gehört übrigens zu meinen Lieblingscharakterkonzepten...  wink  :P
 
Mein Weblog: http://rorschachhamster.wordpress.com/
"Metagaming is for pussies." -mxyzplk

Nadir

  • Mitglied
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #18 am: 15. Dezember 2008, 20:27:45 »
Abseits dieses Themas, ist es doch klasse, wenn der Magus in einer Gruppe alles das lernt, um andere Klassen zu simulieren. Tolles Charakter- und Gruppenspiel. Wenn bei uns der Magier nur Utilityzauber memoriert hätte, würden einige Kämpfe durchaus schwerer, bis unmöglich werden.
Ich bezweifel, dass ein Magus in einer homogenen Gruppe solche Zauber lernen würde, wie ich auch die Sinnhaftigkeit des Ganzen anzweifeln würde.
Bei mehreren Magiern in einer Gruppe sähe das Ganze schon anders aus. Aber warum eigentlich nicht? Der Magier kann nicht alles simulieren und wird auf diesen Gebieten (in Summe) aber niemals so gut sein, wie ein Spezialist.
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Archoangel

  • Mitglied
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #19 am: 16. Dezember 2008, 00:29:11 »
Scribe Scroll?
In diesem Thread gibt es wunderbare Beispiele, dass Schulpflicht und Dummheit sich nicht ausschließen. (Tempus Fugit)

4E Archoangel - Love me or leave me!

Wormys_Queue

  • Mitglied
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #20 am: 16. Dezember 2008, 00:49:10 »
Auch dazu muss der Wizard Ressourcen einsetzen, während der Rogue das "einfach so" kann.
Think the rulebook has all the answers? Then let's see that rulebook run a campaign! - Mike Mearls
Wormy's Worlds

Xiam

  • Mitglied
  • Mörder der 4E
Re: Frage zum Skillsystem v. Pathfinder
« Antwort #21 am: 16. Dezember 2008, 09:34:21 »
Überhaupt, fly: wer will da noch balancieren, klettern, springen oder schwimmen? Schon levitate macht viele dieser Skills überflüssig.
Also, ich sehe das Problem, dass der Zauberkundige mit diesen Zaubern den auf die Skills ausgerichteten Charakerkonzepten die Butter vom Brot nimmt, überhaupt nicht.

Es gibt in der Gruppe immer jemanden, der nicht blancieren, klettern, springen oder schwimmen kann. Und der ist im Zweifelsfall ganz froh, wenn der Magier ihn levitieren kann, weil er dann nicht dort zurück bleiben muss, wo es für ihn sonst nicht weiter ginge.
1984 was not supposed to be an instruction manual.