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Autor Thema: Stadt der gläsernen Gesänge  (Gelesen 43229 mal)

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Winter

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #135 am: 12. September 2010, 11:33:29 »
Du hast diese schwierige Passage sehr souverän gemeistert - ich hatte mir schon Sorgen gemacht, wie man das plausibel und stimmig schreiben will, aber es passt einfach! Freue mich auf weiteres :-)

Nightmoon

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #136 am: 15. September 2010, 19:51:22 »
Puh, hab grad mal alles in ein Word Dokument kopiert... sind jetzt bereits 180 Seiten! Bald wird echt ein Buch draus!

Niobe

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #137 am: 15. September 2010, 20:06:50 »
Warum haste nicht Bescheid gesagt? Ich habe zu jedem Abenteuer eine (teilweise editierte) Wordversion der SH, das wäre vermutlich weniger Arbeit gewesen ;-). 180 Seiten... das ist etwa 2,5x soviel in Buchseiten: also schon bald mehr als ein Buch  :o

Nightmoon

  • Mitglied
    • Schicksalsstreiter
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #138 am: 15. September 2010, 20:10:50 »
Ja... wenn das ganze irgendwann mal endet, dann lassen wir alles binden und haben dann ein zehnbändiges Werk oder so... und wir sind dann alle um die 80... :D

Niobe

  • Mitglied
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #139 am: 15. September 2010, 20:12:29 »
Das nennt man dann ein Lebenswerk  :lol:

Winter

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #140 am: 21. September 2010, 20:08:15 »
Mehr haben will  :) :) :)
Der nächste Abschnitt wird ja tricky, aber die Meisterin packt das schon!!!

Nightmoon

  • Mitglied
    • Schicksalsstreiter
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #141 am: 22. September 2010, 02:30:01 »
Hab da auch vollstes Vertrauen  :wink:
Cool finde ich, dass es eigentlich fast genau so geschehen ist, wie es dort geschrieben steht... wir haben schon einen Hang zum Cineastischen, oder?  ::)

Niobe

  • Mitglied
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #142 am: 07. Oktober 2010, 05:36:06 »
Kapitel VI: Ins Licht

Winter
Nachts in Silbrigmond.
Fausts Alarmruf riss Winter aus einem unruhigen Schlaf. In der Mitte des Schlafraums harrte eine Gestalt mit halb geöffneten Schwingen. Sie erkannte Feyleen sofort, obgleich sich die Sukkubus ihr noch nie in ihrer wahren Gestalt gezeigt hatte.
Ihr?“ Irritiert ließ Faust sein Schwert sinken. Im Gegensatz zu Winter besaß er keine magische Dunkelsicht. Vermutlich hatte er die Dämonin im Dunkeln schlicht nicht erkannt.
Der Schaden war nicht mehr abzuwenden. Von Fausts Weckruf aus dem Schlaf gerissen, war Drake aufgesprungen und an die Wand zurückgewichen. Mit gezückten Dolchen und angespannten Kiefermuskeln bewegte er sich rückwärts in Richtung Tür. Die halb verhohlene Panik, die sich im Angesicht seiner Nemesis auf seinem Gesicht abzeichnete, verschaffte Winter weniger Genugtuung als sie geglaubt hatte. Die Spiegel hatten vieles verändert...
„Drake…“ Sie seufzte „Lady Feyleen wird uns in die Bastion begleiten.“
„Ihr verfluchten Bastarde!“, presste er hervor.
„Du weißt genau, dass wir dich brauchen, um Ashardalon zu besiegen. Warum sollten wir dich vorher verraten?“
Drakes Panik verwandelte sich in Argwohn, dann in fassungslose Abscheu.  
„Ihr habt…? Ihr seid doch nicht recht bei Trost!“
„Sie ist nicht deinetwegen hier. Sie braucht das Herz des…“
„Ich will ihre Lügen nicht hören“, schnaubte der Albino. „Leere Spiegel, du erinnerst dich?“ Sein Blick glitt fieberhaft durch den Raum und blieb schließlich an Winters Bruder hängen. „Grimwardt, ich fordere hiermit die Einlösung des Schwurs, den du mir vor einigen Monaten gegeben hast!“
Grimwardt verschränkte die Arme.
„Siehst du vielleicht ein Schwurmal auf meiner Stirn?“ Er tippte mit dem Finger gegen seine Stirn. Das magische Mal, das Drake ihm als Loyalitätsanreiz verpasst hatte, hatte er sich vor einiger Zeit von einem Bannmagier entfernen lassen.
„Das macht dein Wort nicht ungültig“, erwiderte Drake. „Hältst du deine Nichte für so unantastbar hinter den Mauern deiner Abtei?“
Der Priester lachte dumpf auf.
„Wenn die Spiegel die Wahrheit sagen, wovon du ja offenbar überzeugt bist, dann bist du ihr geringstes Problem“, konterte er mit einer Nüchternheit, die Winter den Atem verschlug. Doch ihr entging nicht, dass ihr Bruder mit sich rang. Erpressung hin oder her, er hatte dem Albino sein Wort gegeben. Abgesehen davon hätte Grim die Sukkubus ebenso gerne tot gesehen wie Drake. Trotzdem schüttelte er den Kopf: „Es macht dich zu einem ehrlosen Schuft, mich mit diesem Schwur an einen Kodex zu binden, den du selbst mit Füßen trittst.“
Drakes Mundwinkel zuckten vor Zorn und sein Blick glitt zu Feyleen hinüber, die es sich auf dem Fenstersims bequem gemacht und den Schlagaustausch mit scheinbar unbeteiligter Neugier beobachtet hatte. Winter wusste jedoch genug über verborgene Magieanwendung, um das konzentrierte Flackern, das gelegentlich in ihre Augen trat, richtig zu deuten: Falls es zu einem Kampf kommen sollte, war die Sukkubus gerüstet. Ein herausforderndes Glitzern trat in ihre Augen, als sie Drakes Blick erwiderte. Doch wie meistens siegte der Überlebensinstinkt des Albinos über seinen ersten Impuls.
„Beshaba sei Euch gnädig, ihr verfluchten Narren“, zischte er. Einen Lidschlag später schlug die Tür hinter ihm zu.
„Großartig.“ Grimwardt stieß entnervt die Luft aus.
„Ich regle das“, erklärte Winter und eilte dem Assassine nach.
„Drake!“
Er drehte sich so abrupt um, dass sie beinahe mit ihm zusammengestoßen wäre.
„Wie habt ihr euch das vorgestellt?“, grollte er. „Hattet ihr vor sie unauffällig in die Bastion zu schleusen und von der Leine zu lassen, sobald Ashardalon besiegt ist? Oder ist diese ganze Geschichte nur ein Vorwand, um mich ihr ans Messer zu liefern?“
„Was hast du erwartet, nach allem, was du uns angetan hast?“
Schnaubend setzte Drake seinen Weg fort.
Sie blieb stehen.
„Wir greifen sie an“, sagte sie in seinen Rücken. „Du und ich – jetzt gleich.“
Argwöhnisch wandte Drake den Kopf.
„Grimwardt war nie damit einverstanden, sie an Bord zu holen“, fuhr Winter fort. „Und Faust… Sie werden uns – mich – nicht hängen lassen. Gemeinsam können wir sie besiegen.“
„Woher der Sinneswandel?“, knurrte Drake voller Misstrauen.
Weil unsere Schicksale miteinander verknüpft sind, dachte Winter. Ohne Grimwardts konnte ihre eigene Vision nicht wahr werden. Wer sagte, dass dasselbe nicht auch für Drake galt? Am Abend zuvor hatte sie die Bibliothek von Silbrigmond aufgesucht, um nach Hinweisen auf das Feder-und-Schwert-Symbol und die ominöse Sandfürstin aus Grimwardts Vision Ausschau zu halten – doch ohne Erfolg. Sie konnte nicht stillsitzen und abwarten, was die Zukunft bereithielt. Sie musste sich beweisen, dass das, was sie in Desayeus’ Spiegel gesehen hatte, nichts weiter war als das perfide Gespinst eines sterbenden Narren. Und falls es Scarlet das Leben rettete, wenn sie Drake dabei half, sein eigenes Schicksal abzuwenden, dann war sie nur allzu bereit, ihre Rachepläne gegen ihn zu begraben.
Doch diese Gedanken behielt sie lieber für sich. Zu oft hatte sie dem Assassine erlaubt, Profit aus ihren Ängsten zu schlagen.
„Willst du die Gelegenheit ergreifen und Feyleen stellen?“, fragte sie stattdessen. „Oder willst du weiter vor ihr davonlaufen?“
Drake maß sie mit abschätzenden Blicken.
„Also schön“, entschied er schließlich. „Gehen wir es an.“

Faust
„Verzeiht mein übereiltes Kommen“, schäkerte Feyleen mit einem koketten Seitenblick. „Ich hatte nicht bedacht, welche Wirkung mein plötzliches Auftauchen auf Euch haben würde.“
Faust hob schmunzelnd eine Augenbraue.
„Ich wüsste da etwas, das mich mit Euch versöhnen könnte“, warf er den Ball zurück. „Wenn sich die Wogen geglättet haben, könnt Ihr gerne mein Bett beziehen.“
„Es wäre mir eine…“
Die Tür flog auf und hinein stürmte Drake mit gezückten Waffen, dicht gefolgt von Winter, in deren Augen jener Ausdruck düsterer Konzentration stand, der das letzte war, was die meisten ihrer Gegner zu Gesicht bekamen. Geduckt schnellte der Assassine auf Feyleen zu. Die Sukkubus machte nicht einmal den Versuch seinen Hieben auszuweichen und seine Dolche perlten von ihren verzauberten Schuppen ab wie Wassertropfen. Für einen Augenblick trafen sich die Blicke der beiden Erzfeinde und ein triumphales Hohnglitzern streifte Feyleens Augen, dann wirbelte der Assassine um die eigene Achse und entschwand in die Schwärze seines eigenen Schattens. Derweil hatte Winter zu einer Zauberformel angesetzt, die eine Farbspirale in ihrer Handfläche entstehen ließ. Doch ehe der Zauber Gestalt annehmen konnte, schnellte Feyleens Echsenschwanz vor und legte sich wie eine schlingernde Peitsche um Winters Arm. Fasziniert beobachtete Faust das mentale Tauziehen der beiden Zauberinnen: Die Spirale erzitterte unter der Spannung, die nun von beiden Seiten auf sie einwirkte, doch Winter widerstand dem magischen Druck, der den Effekt auf sie umzulenken versuchte, und der Zauber verpuffte im Entstehen. Sogleich richtete sie mit der freien Hand ihren Zauberstecken auf die Dämonenfürstin und eine weiße Nebelschicht überzog ihre Augen. Die Sukkubus stieß einen absyssalischen Fluch aus und antwortete mit einem mächtigen Schildzauber, der ihren Körper in ein prismatisches Energiegewand hüllte, das mit knisternden Strahlen um sich griff: Die Pergamentverkleidung, die über den Fensterrahmen hinter ihr gespannt war, wurde innerhalb eines Lidschlags von fräsenden Flammen verzehrt, während eine Säure-Explosion die Wand zu ihrer Rechten verätzte und sich Eiszapfen an der Decke bildeten.
„Oh, Scheiße.“
Faust sprang zurück und riss Winter mit sich.
„Würdet Ihr Eure Freundin wohl zur Vernunft bringen, oder muss ich noch deutlicher werden?“, drang Feyleens zornige Warnung durch den Schutzschleier.
 „Was ist das?“, schrie Grimwardt, der die Regenbogensphäre mit seinem Schild abwehrte, während er in Angriffsstellung ging.
„Das würde ich an deiner Stelle bleiben lassen!“, brüllte Faust über das Knistern des Zaubers hinweg. „Durch den Schutzschild kommt nichts lebend hindurch!“
„Ah ja?“, brummte der Priester verdrießlich. „Ist das deine Meinung oder lässt du wieder dein Schwert für dich denken?“
Die Bemerkung entbehrte nicht einer gewissen Mehrdeutigkeit. Und wie meistens lag Grimwardt nicht ganz falsch. Zwiespalt hegte ohne Zweifel Sympathien für die ruchlose Fürstin des Abgrunds. Doch Faust war nicht auf den Zuspruch seines Schwertes angewiesen, um einen Vorwand zu suchen, es sich mit Feyleen nicht gar zu sehr zu verscherzen. Seine Vorliebe für exotische und zuweilen gefährliche Liebesnächte war ein Laster, das ihm auch Mius maßregelnde Blicke nicht austreiben konnten. Trotzdem war seine Vorsicht begründet.
Doch während Grimwardt noch nach einem Weg durch den Schutzzauber suchte,  erschien Drake plötzlich auf der anderen Seite des Raums. In seinen Händen hatte sich der schattige Umriss einer Armbrust materialisiert, mit der er dunkle Geschosse auf die Dämonenfürstin abfeuerte. Und woraus auch immer die Bolzen bestanden, sie drangen unbeschadet durch die acht Schichten des magischen Schutzschilds und ein zorniger Schmerzenslaut aus dem Zentrum der Regenbogensphäre verriet, dass sie ihr Ziel nicht verfehlt hatten.
Das brachte das Fass zum Überlaufen. Feyleen trat aus der Deckung und ihre Blicke aus rot glühenden Augen verbargen nicht länger ihren lodernden Hass. Ein grüner Zauberstrahl schnellte aus ihrem ausgestreckten Finger, teilte sich kurz bevor er sein Ziel erreicht hatte und schlug mit doppelter Wucht in die Brust des Albinos ein. Drakes Rückrat brach krachend, als er gegen die Wand geschleudert wurde, wo Feyleens Zauber ihn festnagelte, ehe sie ihn mit einer verächtlichen Handbewegung fallen ließ. Der Schmerz raubte ihm die Besinnung und ersparte ihm das Grauen, Zeuge zu werden, wie seine Gliedmaßen anfingen zu Staub zu zerfallen.
„Verdammt, wir brauchen ihn noch!“, fuhr Winter die Sukkubus an.
Feyleen stieß ein grausames Lachen aus.
„Wenn ich wirklich daran interessiert wäre, mich an diesem widerwärtige Stück Dreck zu rächen, dann würde ich es sicher nicht so kurz und schmerzlos machen!“
Grimwardt sprach eilig ein Regenerationsgebet, um Drake vor dem sicheren Tod zu bewahren. Winter kniete sich neben ihn und nahm dem Bewusstlosen seine magischen Gegenstände ab.
„Was hast du vor?“, fragte Faust.
„Ich verzaubere ihn, solange sein Geist zu schwach ist, den Zauber abzuwähren“, erwiderte Winter. „Er wird keine Ruhe geben, solange sie dabei ist.“ Und wer könnte es ihm verübeln?, schien ihr patziger Unterton zu sagen.
Ein wenig beschämte es Faust, dass er ihren kleinen Hinterhalt nicht unterstützt hatte. Tatsächlich wäre es wohl besser, Feyleen lieber früher als später unschädlich zu machen. Das hatte ihr wahnwütiger Angriff auf Drake gerade bewiesen… in gleichem Maße wie er Fausts Verlangen danach gesteigert hatte, sie erst nach dieser Nacht loszuwerden!
Winter sprach ihren Beherrschungszauber. Drake kam langsam zu sich und wollte sich aufrichten.
„Bleib liegen“, befahl die Zauberin und der Albino sank wider Willen zurück. Wortlos gab sie ihm sein Schutzamulett gegen geistige Beeinflussung zurück.
„Ihr schaufelt euch euer eigenes Grab“, murmelte er düster.
Winter seufzte, als wolle sie ihm zustimmen.
„Das wäre dann wohl geklärt.“ Ein verheißungsvolles Lächeln huschte über Feyleens Gesicht, als sie sich Faust zuwandte. „Gilt Euer Angebot noch?“
„Nehmt euch gefälligst ein Zimmer“, knurrte Grimwardt. „Und für uns am besten ein neues“, fügte er mit einem Blick auf die Verwüstung hinzu, die Feyleens Schutzzauber angerichtet hatte.
Faust nahm ihn beim Wort. Der Hausherr kam ihm mit grantiger Miene auf der Treppe entgegen, weil sich Gäste über den Krach und den Gestank nach Verbranntem beschwert hatten. Anstandslos erstattete er dem Mann die horrende Summe, die dieser für die Reparaturen verlangte, und ließ sich neue Zimmer geben.
Als er das Liebesnest zur Inspektion betreten wollte, stellte er fest, dass Feyleen ihm zuvor gekommen war. Reglos harrte sie am Fenster. Mondlicht floss über ihre Perlmutt-Schwingen und verfing sich in den Strähnen ihres goldenen Haars, während die Nacht ihr Gesicht in Schatten hüllte. Faust folgte der einladenden Geste und zog sie mit sich aufs Bett, während seine Bewegungen sich den ihren anzupassen begannen. Plötzlich spürte er, wie etwas mit eisigen Klauen nach seinem Geist griff.
„Hey!“
Er packte sie bei den Handgelenken und riss sie herum.  
„Was sollte das werden?“
„Nichts das du bereut hättest.“
Streifen silbrigen Mondlichts krochen wie Vipern über ihr Gesicht und für einen Augenblick meinte Faust ein verräterisches Glitzern in ihrem Auge zu sehen. Doch Feyleens Echsenschwanz verstand es seine Gedanken in andere Sphären zu lenken…

Winter
Abtei des Schwertes, bei Sonnenaufgang.
Scarlet wirkte klein und schutzlos auf dem kargen Strohlager im Schlafsaal des Ersten Jahrgangs. War sie schmaler geworden oder erweckte die einfache Rekrutenkleidung diesen Eindruck? Die Sommersprossen auf ihrer Nase sagten Winter, dass sie viel im Freien arbeiten musste. Wie es ihr hier wohl erging, als einziges Mädchen unter all den Knaben? Noch dazu ein verwöhntes kleines Mädchen ohne viel Erfahrung mit Haus- und Stallarbeiten… Vermutlich waren es nicht Pferdemist und Besenkammern gewesen, die sie im Sinn gehabt hatte, als sie es sich in den Kopf gesetzt hatte, eine große Axtkämpferin zu werden. Ob sie wohl einsam war?
Sieh den Mond am Himmel steh’n…
Das alte Schlaflied, das sie ihrer Tochter früher oft vorgesungen hatte, kam Winter in den Sinn und es stimmte sie traurig. Plötzlich verspürte die den Drang, Scarlet aufzuwecken und ihr die Verse ins Ohr zu summen – so als sei jetzt die letzte Chance dazu. Dann musste sie über den sentimentalen Wunsch schmunzeln. Ihre Tochter würde ihr die Hölle heiß machen, wenn sie ihr vor versammelter Knappschaft ein Wiegenlied trällerte! Doch ein Hauch von Beklommenheit blieb, als sie sich auf leisen Sohlen aus dem Schlafsaal schlich und einen letzten Blick auf ihre schlafende Tochter warf.
Sie teleportierte zurück nach Silbrigmond, wo ihre Gefährten bereits auf sie warteten. Miu war nachts in aller Stille zurückgekehrt, so wie Faust es vorhergesagt hatte. Ihren Schützling in den Armen einer Fürstin des Abgrunds vorzufinden, hatte nicht eben dazu beigetragen, die Wogen zwischen den beiden unfreiwilligen Eheleuten zu glätten.  Und die Ordensschwester war nicht die einzige, deren Sympathien für die neue Gefährtin sich in Grenzen hielten. Grimwardts Plan sie durch einen übereilten Aufbruch auszumanövrieren, war daran gescheitert, dass die Sukkubus Faust nicht mehr von der Seite gewichen war, was es ihnen unmöglich machte, ihn in ihre Pläne einzuweihen. So würde ihnen nichts anderes übrig bleiben als vorerst mit ihrer Anwesenheit zu leben und Faust die Pest an den Hals zu wünschen… oder an andere Körperteile.
Vor dem Aufbruch in die Bastion standen noch einige magische Besorgungen aus. Wie immer war die Schimmernde Schriftrolle ihre erste Anlaufstelle. Xara Tantlors aufgeflogener Hinterhalt hatte sich als äußerst profitabler Dienst erwiesen: Für das Versprechen ihren guten Namen nicht in den Dreck zu ziehen, hatte die angesehene Geschäftsfrau ihnen ein paar saftige Festrabatte gewährt. An diesem Tag jedoch war Xara nicht gut auf ihre besten Kunden zu sprechen. Ihr Haar war strähnig und stumpf und ihr Gesicht von einem ungesund käsigem Teint. Auch das Wiedersehen mit Drake, der sie so schamlos für seine Zwecke ausgenutzt hatte, war ihrer guten Laune nicht eben zuträglich.
„Keine Rabatte mehr“, erklärte sie, als sie ihnen ihre Einkäufe über den Ladentisch schob: ein Illusionsring für Drake, für Grimwardt ein kostbarer Leidfaden für Führungspersönlichkeiten, magische Stiefel für Faust und einige Schriftrollen, die sie alle vor der überschüssigen Lebensenergie auf der positiven Ebene schützen sollten: Sie hatten wieder einmal ordentlich zugeschlagen! „Posaunt meine Verfehlungen meinetwegen in der ganzen Stadt herum, aber diese Geschichte muss aufhören, wenn mein Laden nicht vor die Hunde gehen soll.“
Xaras untypische Launenhaftigjkeit schröpfte die Ressourcen der Helden, doch ihre jüngsten  Plünderungen hatten eine beträchtliche Goldsumme eingefahren. Außerdem lag es in ihrem Interesse, die Zauberdiebin nicht in den Ruin zu treiben. Ihre Beschaffungsmaßnamen mochten von zweifelhafter Art sein, aber ihr Konzept ging auf: Kein anderer Magier hätte ihnen eine Großbestellung derart mächtiger magischer Gegenstände auf Vorrat liefern können.
„Nehmt Euch einen freien Tag“, riet Faust der jungen Frau, nachdem Winter ihr den Gesamtpreis in Edelsteinen ausgezahlt hatte. „Ihr habt schon mal besser ausgesehen.“
Die Magierin fuhr zusammen.
„Ich erwarte ein Kind!“, sagte sie gekränkt.
Sie bereute ihre Worte sofort: Wie auf Kommando richteten sich alle Blicke auf Drake, der Stirn runzelnd einen Schritt zurück wich.
„Nicht von ihm“, stöhnte Xara und bedeckte vor Scham ihr Gesicht.
„Nun, meine Glückwünsche“, unternahm Faust einen Versuch, sie aus ihrer misslichen Lage zu erretten. Doch der düstere Blick, den sie ihm zuwarf, ließ vermuten, dass Gratulationen hier eher fehl am Platz waren.
Winter gab noch ein Schutzamulett in Auftrag, dann verließen die Gefährten den Laden. In einer ruhigen Seitengasse wirkte sie die Schutzzauber und Grimwardt bereitete das Ritual vor, das sie auf die positive Ebene bringen sollte. In eine Schale goss er geheiligtes Wasser und tauchte den Seelensplitter des Desayeus hinein. Dann stimmte er einen magischen Betgesang an und die Welt wurde in ein strahlendes Licht getaucht.
Vergeblich wartete Winter darauf, dass der Schleier sich lüftete. Doch das blendende Weiß wich nicht aus ihrem Blickfeld. Sie fühlte keinen Boden unter den Füßen, jedoch schien sie auch nicht zu fallen. Die gestaltlose Welt um sie herum pulsierte wie ein riesiges pochendes Herz und ihr Körper begann im Einklang mit seinem Rhythmus anzuschwellen. Eine eigenartige Euphorie ergriff Besitz von ihr. Gerade als sie an dem Gefühl zu zerbersten glaubte, entfaltete der Schutzzauber seine Wirkung und das irrwitzige Glücksbeben verebbte. Mit einer Augenbinde ließ sich die blendende Helligkeit ertragen. Doch mehr als einen grenzenlosen Raum aus weißem Nichts gab die Umgebung nicht preis. Faust, der den Seelensplitter trug, der ihnen den Weg wies, führte die kleine Gruppe an. Winter bildete mit Drake das Schlusslicht.
Sie nutzte die Gelegenheit um das Gespräch mit dem Assassine zu suchen. Er war noch immer unter ihrer Kontrolle und die Chance ihn ins Verhör zu nehmen würde sich ihr vermutlich kein zweites Mal bieten…
„Sag mir die ganze Wahrheit, Drake“, befahl sie. „Warum hast du Scarlet entführt und uns diese Falle bei Silbrigmond gestellt?“
„Hatten wir das nicht schon?“, entgegnete der Assassine gelangweilt. „Im ersten Fall brauchte ich das Artefakt des Baelnorn und im zweiten Begleitschutz – die Gelegenheit bot sich und ich ergriff sie“, fasste er knapp zusammen.
Das war der Teil der Geschichte, den Winter schon kannte. Doch die Wahrheit, nach der sie suchte, verbarg sich hinter Drakes Worten. Der Zauber, der ihn ihrem Willen unterwarf, machte es ihm nicht nur unmöglich, zu lügen, er offenbarte ihr auch Drakes Gedanken und Gefühle: Furcht vor dem, was der Zauber ihr enthüllen mochte, Zorn darauf, ihr auf diese Weise ausgeliefert zu sein, und Bitterkeit, weil er sein Schicksal besiegelt glaubte. Doch halb verschüttet unter diesem Schutzschild oberflächlicher Regungen lag noch etwas anderes: Reue? Zuneigung? Sehnsucht?... Was es auch war, Drake hatte es in der Vergangenheit immer verstanden, es in etwas umzuwandeln, das seinem Beruf zuträglicher war.
Winter seufzte.
„Du bist wirklich ein Meister darin, dich selbst zu betrügen.“
Er verzog spöttisch die Mundwinkel. „Nichts im Gegensatz zu dir.“
„Was willst du damit sagen?“
Drake schwieg.
„Red’ schon.“  
„Schon mal dran gedacht, dass du mit deiner mütterlichen Empörung bloß deine Selbstsucht kaschierst? Was ist etwa… mit den Nachtmasken? Du weißt, die können es nicht besonders gut leiden, wenn man ihnen ans Bein pisst und mit Entführung käme dein kleiner Rotschopf da wohl noch billig davon. Aber ihre ach so besorgte Mutter jagt ja lieber den grausamen Kindesentführer, während sie sich munter die mächtigsten Großorganisationen des Nordens zum Feind macht. Nicht sehr konsequent, wenn du mich fragst.“  
Sie schnaubte. „Machst du mir etwa Vorhaltungen darüber, wie ich mein Leben führe?“
„Wie käme ich dazu!“ Drake lächelte schal. „Mir ist nichts so gleichgültig wie dein Leben oder die Sicherheit deiner Tochter… Aber Ihr wolltet ja die ganze Wahrheit, Herrin.“
Winter hätte sich selbst geißeln mögen vor Ärger darüber, dass sie sich auf diese Unterredung eingelassen hatte. Warum erlaubte sie ihm immer wieder, sie in die Defensive zu zwingen?
Zu ihrer Erleichterung unterbrach Grimwardt in diesem Moment das Gespräch.
„Wir sind fast da. Ich kann die Bastion sehen.“

Grimwardt
Aus der Ferne ähnelte der Quell der Seelen einer Schneeflocke von den Ausmaßen einer Stadt. Doch bei näherer Betrachtung verwandelte sich das formlose Gebilde am Horizont in eine sternförmige Kristallstruktur aus Bögen und Pfeilern, in deren Zentrum eine Kuppel aus purem Licht im Einklang mit dem schlagenden Herzen der Ebene pulsierte.
Grimwardt hielt für einen Augenblick inne.
Endlich, achteinhalb Jahre nachdem sie zum ersten Mal von diesem Ort gehört hatten, waren sie angekommen. An dem Ort, den Ao selbst erbaut hatte und den nur ein einziger Gott je betreten hatte. Tempus’ allsehender Blick vermochte ihn hier nicht zu fassen und Grimwardt blieb die Wärme Seiner göttlichen Nähe verwehrt, sodass ihm, trotz allen Lichts, eine schleichende Kälte die Beine hinauf kroch.
Sie mussten das weitläufige Kristallgebilde einmal zur Hälfte umrunden, ehe sie den Eingang fanden: einen kreisrunden Torbogen, dessen Hohlraum von einer glatten weißen Schicht mit unregelmäßigen Maserungen überzogen war. Die Musterung in der Mitte der eisartigen Schicht spiegelte die Kristallstruktur des Seelensteins und als Faust ihren Teil des Artefakts gegen das Muster hielt, verblasste die Tür zu Nichts.
Sie traten hindurch, ehe das Tor sich wieder schloss, und standen in einem breiten Weg aus weißem Kieselstein, der von einer Allee von Kristallbäumen gesäumt wurde. Die brillantfarbenen Bäume waren beladen mit „Früchten“ aus strahlendem Licht und die vibrierenden Bewegungen ihrer tränenförmigen Blätter erfüllten die Luft mit lautem Glockengeläut. Hin und wieder fiel eine herangereifte Lichtfrucht zu Boden und verschwand.
Zu beiden Seiten der Kristallallee zweigten schmalere Kieswege ab und ihr Ende verlor sich in einem gleißenden Licht. Jenem Strahlen war es zu verschulden, dass die Helden erst auf den zweiten Blick die Überreste des zerstörten Zeltlagers in der Mitte der Allee erspähten. Neben den Überresten von Planen und Feuerstellen fanden sich ein halbes Duzend Kadaver von exotischen Kreaturen unterschiedlichster Herkunft: Einen Kobold, einen Schreckensbär und sogar eine Chimäre vermeinte Grimwardt unter den Toten zu entdecken. Sie alle wiesen an einigen Körperstellen Hautunregelmäßigen in Form von roten Schuppen auf: Drachenbrut! Sie waren über Ashardalons Begrüßungskommando gestolpert. Und da waren sie nicht die einzigen. Dem Gestank nach zu urteilen, rotteten die Leichen schon eine ganze Weile vor sich hin. Doch was hatte sie umgebracht? Ein paar Brandwunden und Hautverätzungen deuteten auf magische Todesursachen hin. Aber die meisten der Leichen wiesen aufgeschlitzte Hälse und Kratzspuren auf. Vampirklauen verursachten solche Wunden…
„Orlak und seine Klonarmee waren hier“, teilte Grimwardt den anderen seine Schlussfolgerungen mit. „Und es deutet alles darauf hin, dass sie siegreich waren.“
„Das muss nicht heißen, dass er auch gegen Ashardalon den Sieg davongetragen hat“, gab Faust zu bedenken.
„Wo ist Feyleen?“, fragte Drake plötzlich.
Sie sahen sich um.
„Ich wette, das war nicht das letzte, was wir von ihr gesehen haben“, knurrte der Priester.
Sie beschlossen, durch das Strahlen am Ende der Kristallallee zu gehen. Der Weg musste ins Herz der Bastion führen, zu jenem pulsierenden Licht, das die Gefährten von außen gesehen hatten. Wenn die Kuppel der Ort war, an dem die Seelen geboren wurden, dann würden sie Orlak – oder Ashardalon – dort am ehesten finden. Je näher sie dem Strahlen kamen, desto körperlicher wurde das Licht und desto mühevoller das Fortkommen: eine unsichtbare Kraft, ein Energiefeld, schien sie zurückzudrängen.
Und dann plötzlich ein Déjà-vu: Grimwardt blinzelte verdutzt, als das Zeltlager vor ihm auftauchte. Das Strahlen musste sie an den Anfang der Allee zurückgestoßen haben. Einen jedoch hatte es durchgelassen: Winter war nicht mehr bei ihnen…
Ratlos blickten die Zurückgebliebenen einander an.
„Versuchen wir es eben noch einmal“, schlug Faust vor.
Diesmal fassten sie sich an den Händen, als sie auf das Licht zu liefen. Doch wieder wies das Strahlen alle bis auf einen zurück: Als sie vor dem Eingang auftauchten, war Faust verschwunden.
„Hältst du es für klug, es noch einmal zu versuchen?“, fragte Drake. „Wer weiß, ob Winter und Faust es tatsächlich durch das Strahlen geschafft haben. Womöglich sind wir gerade im Begriff, uns hoffnungslos zu zerstreuen.“  
Grimwardt musste ihm zustimmen und so suchten sie die Umgebung nach den beiden verlorenen Gefährten ab, doch ohne Erfolg. Der Priester begann unruhig zu werden: Was, wenn Winter oder Faust gerade Auge in Auge mit dem Vampirkönig standen?
„Miu, vielleicht solltest du…“, begann er. Dann bemerkte er, dass Drake irritiert die Stirn runzelte und in sich hinein zu horchen schien.
„Was ist los?“
„Sie ist weg.“
„Von wem sprichst du?“
„Winter. Sie ist aus meinem Geist verschwunden. Ich spüre ihre magische Kontrolle nicht mehr.“
„Was hat das zu bedeuten?“
„Das bedeutet, sie ist entweder tot oder sie will uns etwas mitteilen.“
„Kann sie sich nicht klarer ausdrücken?“, blaffte Grimwardt ohne Drakes Alternative in Betracht zu ziehen. „Miu, kannst du nach ihnen suchen?“
Die Ordensschwester deutete ein Nicken an. Dann kniete sie sich in den Kies und versank in einer kurzen Trance. Ihre Hände waren zu einer Schale geformt, in der sich eine dünne Schicht Wasser bildete. Miu wartete, bis sich die Oberfläche geglättet hatte und blies dann sachte darüber. Grimwardt, der ihr über die Schulter schaute, erkannte schattenhafte Schemen in den Wellenkreisen. Schließlich erhob sich Miu und deutete nach links.
Sie folgten der linken Abzweigung am Eingang und gelangten in einen Hain von Kristallbäumen. In westlicher Richtung wurde der Hain immer dichter, während zu ihrer Rechten das strahlende Licht aus dem Zentrum zwischen den Bäumen aufblitzte: Sie mussten sich im ersten Arm der Eissternkonstruktion befinden und wie die Allee war das Gelände zur Mitte des Sterns – zum Herzen der Bastion hin - geöffnet. Als nächstes folgte ein Raum, der ebenso aufgebaut war wie der vorherige, und während sie von Kristallhain zu Kristallhain hasteten, kam es Grimwardt so vor, als ebbe das Strahlen allmählich ab. Vielleicht war das des Rätsels Lösung: Jede Minute, die verstrich, brachte ihre Körper ein wenig mehr in Einklang mit dem leuchtenden Pulsieren im Zentrum der Bastion. Womöglich mussten sie lediglich abwarten.
Es waren etwa zwanzig Minuten vergangen, seitdem Miu ihren Ortungszauber gewirkt hatte, als die Karaturianerin stehen blieb und nach vorn deutete. Zwischen den Bäumen erspähte der Priester Winters Feuerhaar. Und dann wurde er Zeuge der anstandslos schrägsten Szene seiner bisherigen Abenteurerkarriere: Reglos wie ein Steingolem harrte seine Schwester inmitten der klebrigen Überreste einer riesigen Wurmkreatur, während Faust vor den Augen seiner unbewegten Zuschauerin einen beschwingten Stepptanz aufs Parkett legte.
Grimwardt schüttelte den Kopf erst in die eine, dann in die andere Richtung und kniff schließlich die Augen zusammen, doch die Vision wollte weder weichen noch einen Sinn ergeben.
Tempus, warum hast du mich verlassen?
Faust drehte eine ballettreife Pirouette und beendete die Tanzvorstellung mit einer schwungvollen Verbeugung.
„Scheiße!“, fluchte er ungehalten und rammte weniger ballettreif sein Schwert in den Boden.
Grimwardt und Drake warfen sich einen konspirativen Blick zu, der so viel bedeuten sollte wie „Fliehen wir, solange wir noch können?“ Dann schloss der Kriegspriester die Augen, rieb sich die Stirn, um seine berühmt-berüchtigte Zornesader zu beruhigen, und stieß verdrossen die Luft aus.
„Könnte mir mal jemand erklären, was, bei allen neun Höllen, hier los ist?“

Winter
Kurz zuvor.
Licht floss Winter in die Augen und sie spürte, wie sich die Dimensionen überlagerten.
„Grim?“
Ein Wald aus Kristallbäumen. Und keine Spur von ihren Gefährten. Unsicher machte Winter ein paar Schritte ins Unterholz.
Bringen sie Euch nicht auch in Versuchung, Winter?, hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf.
Kurz darauf erspähte sie Feyleen zwischen den Bäumen. Sie trug die Maske des Taliser Bauernmädchens, doch den schlangenartigen Bewegungen, mit denen sie sich auf Winter zu bewegte, haftete wenig Menschliches an. In ihrer ausgestreckten Hand hielt sie eine der pulsierenden Lichtfrüchte.
„Es sind Seelen“, sagte sie. „Kostet.“
Winter wich angewidert zurück. Verflucht, wo waren ihre Freunde? Lautlos wirkte sie einen Teleportationszauber, doch die Formel schlug fehl.
„Ihr versucht vor mir davon zu laufen?“ Feyleens Mädchengesicht gaukelte ihr einen gekränkten Schmollmund vor. Wenn sie der Grund für das Fehlschlagen des Zaubers war, war es vermutlich kein Zufall, dass sie hier aufeinander trafen. Alarmiert ließ Winter den Kontrollzauber fallen, der sie mit Drakes Geist verband, und hoffte, dass der Albino ihren Hilferuf richtig deutete.
Mit einem genießerischen Lächeln führte die Sukkubus die Seelenfrucht zum Mund und Winter erhaschte einen Blick auf die kleinen, scharfen Fangzähne, mit denen sie die zarte Seelenschale aufbrach, um von der milchig-weißen Seelenflüssigkeit zu schlürfen. Die Schale färbte sich schwarz, als die neugeborene Seele aus ihr entwisch. Achtlos ließ die Dämonin sie zu Boden fallen, wo sie klirrend zerbrach.
Eine weitere verlorene Seele, dachte Winter betroffen. Ein weiteres Kind, das ohne Seele geboren wird.
„Eine einzige Seele würde Euer Leben um ein ganzes Menschenleben verlängern.“
„Was wollt Ihr, Feyleen?“, fragte Winter, während sie versuchte, ihre Chancen gegen die Sukkubus einzuschätzen. „Wo sind die anderen?“
„Ich kann Euch zu ihnen führen“, sagte die Dämonenfürstin. „Gegen einen kleinen Gefallen, versteht sich…“
„Was für ein Gefallen?“
„Helft mir Faust dazu zu bewegen, mir den letzten Seelensplitter auszuhändigen.“
„Also darauf wart Ihr die ganze Zeit aus.“ Nicht, dass die Erkenntnis sie sonderlich überrascht hätte. „Ihr brauchtet uns, um an den Splitter heranzukommen.“
„Was ich euch erzählte, war nicht einmal gelogen. Ich war tatsächlich Demogorgons Unterhändlerin, aber Orlak machte mir ein besseres Angebot.“
 „Was habt Ihr vor?“
Seufzend lehnte Feyleen sich gegen einen Seelenbaum und fuhr mit dem Finger die feine Musterung der Kristallrinde nach.
„Wisst Ihr, das hier ist keine Verkleidung“, sagte sie versonnen. „Das war mein Gesicht – vor nicht allzu langer Zeit. Meine Eltern unterhielten ein kleines Gestüt im Eggental. Ich kam gerade von einem Abenteuer zurück - mit Nimoroth und Kalith… Drake war uns zuvorgekommen. Das Haus stand in Flammen; meine Mutter war schon tot, mein Vater starb in meinen Armen. Mit seinem letzten Atemzug gestand er mir, dass mein ganzes Leben eine Farce gewesen war; dass ich nicht die Tochter meiner Mutter war, und dass er mich all die Jahre belogen hatte… In diesem Augenblick verlor dieses Mädchen, das ich war, nicht nur seine Zukunft… sondern auch seine Vergangenheit.“
„Dann ging es Euch tatsächlich nie um etwas anderes als um Eure Rache an Drake…“
„Es geht um viel mehr“, brauste Feyleen auf. Ein wahnhaftes Zucken bohrte sich in ihre Mundwinkel und zeichnete eine Schneise des Hasses durch ihr Gesicht. „Ich werde ihn auslöschen, so wie er mich ausgelöscht hat. Und in diesem einen Augenblick, wenn alles vergeht, was er einmal war und was er sein könnte, werde ich ungeschehen machen, was er mir angetan hat!“
Winter erschauderte beim Anblick dieser keifenden Furie, doch Feyleens Wahnsinn verflog so schnell wie er gekommen war.
„Überlegt nur“, schnurrte sie anbiedernd. „Ich kann auch alles ungeschehen machen, was er Euch angetan hat, Winter.“
„Und dazu braucht Ihr den letzten Seelensplitter?“
Wieder änderte sich das Gemüt der Sukkubus innerhalb eines Lidschlags.
„Ich habe Euch schon viel zu viel gesagt“, schnaubte sie ungeduldig. „Also: Helft Ihr mir oder wollt Ihr Euer Wiedersehen mit Euren Freunden als Leiche feiern? Ihr glaubt ja wohl nicht ernsthaft, dass sich Eure mit meiner Zauberkunst messen könnte?“
Winter war sich da nicht so sicher. Selbstüberschätzung und Tollkühnheit waren weit verbreitete Übel unter Magiern, die wie Feyleen ihre Seele für ihre Ambitionen verkauften. Doch hier und jetzt war die Dämonenfürstin im Vorteil, denn im Gegensatz zu Winter hatte sie sich auf diese Konfrontation vorbereiten können.
„Also gut“, sagte sie darum in der Hoffnung, dass ihr auf dem Rückweg ein besserer Einfall kommen würde.
„Schön.“ Die Sukkubus lächelte unheilvoll. „Dann wehrt Euch nicht!“
Sie sah sie kommen, die eisige Klaue, die nach ihrem Geist griff, doch sie war zu überrumpelt, um den Zauber abzuwehren. Und im nächsten Moment fühlte sie sich wie eine Ausgestoßene in ihrem eigenen Körper: Feyleen hatte ihr die Kontrolle entrissen.

Faust
Nicht weit entfernt.
Als das Licht aus seinen Augen floss, fand er sich Auge in Auge mit zwei großen, wurmartigen Kreaturen wieder. Violette Adergefäße schimmerten durch die halbtransparenten Hautsegmente der Wesen und ihre aufgeplusterten Nackenschilde drückten Feindseligkeit aus. Vor Fausts unverhofftem Erscheinen hatten sie sich offenbar an einem Festschmaus gelabt: Im Halbkreis um die beiden Würmer lagen zerbrochene Seelenschalen, aus denen die helle Flüssigkeit herausgesaugt worden war.
„Störe ich?“, fragte der Neuankömmling ironisch.
Er zog sein Schwert. Der erste Hieb teilte den ersten Wurm in zwei. Doch anstatt aus dem Schicksal seines unglücklichen Kumpanen zu lernen, richtete sich der zweite zu seiner vollen Größe auf, sodass er den Angreifer um eine ganze Mannslänge überragte, riss sein Maul auf, das den Blick auf zwei Reihen keilförmiger Zähne freigab, und stieß ein markerschütterndes Kreischen aus. Faust schien es, als rolle ihm etwas die Fußnägel auf, während es gleichzeitig seine Glieder zu Glibber verarbeitete. Er musste zweimal kräftig schlucken, ehe das nachklingende Pfeifen in seinen Ohren nachließ, dann wirkte er einen Stillezauber, um einer weiteren Kreischattacke vorzubeugen. Seines mächtigsten Angriffes beraubt,  schien sein Gegner verunsichert und zog sich schlängelnd aus der Stillezone zurück. Doch Faust setzte ihm mit wenigen Schritten nach und Sekunden später zog er Zwiespalt aus dem gespaltenen Schädel des Wurms, während er sich ein paar Tropfen Hirnflüssigkeit von der Wange wischte.
 „Das war… unbefriedigend“, befand er.
Aus den Augenwinkeln gewahrte er eine Bewegung.
„Winter!“ Das Geläut der Kristallbäume hatte ihre Schritte übertönt. „Wo sind die anderen? ...Winter?“
Irgendetwas stimmte nicht: Ihr Gesicht war kalkweiß und wirkte eigenartig konzentriert. Und dann begann sie plötzlich… zu tanzen: Mit gekrümmtem Oberkörper und geschlossenen Augen hüpfte sie wie in Trance um einen unsichtbaren Mittelpunkt und murmelte magische Worte.
„Äh… Alles in Ordnung?“
Faust kannte den Zauber: Chultanische Schamanen hatten ihn entwickelt, um über weite Distanzen eine emotionale Verbindung zueinander aufrecht halten zu können. Winter wendete ihn manchmal an, wenn sie Scarlet nah sein wollte. Dass er diesmal das Ziel ihres Kreistanzes war, stimmte ihn misstrauisch. Warum fragte sie ihn nicht einfach, wie es ihm ging? Versuchte sie ihm etwas mitzuteilen?
Eine Bewegung am Rande seines Sichtfelds.
Bevor sein Verstand ein Bild erfassen konnte, schnellte Faust vor und griff an. Als sein Geist endlich mit dem Denken hinterherkam, steckte sein Schwert bereits in Feyleens Schulter.
„Verdammt, was ist hier los?!“
Japsend torkelte die Sukkubus gegen einen Baumstamm und hielt sich die blutende Wunde. Doch nicht Faust sondern Winter galt das gallige Grollen, das aus ihrer Kehle drang.
„Sehr gewitzt, du kleine Schlampe“, zischte sie. „Ich meinte nicht diesen Tanzzauber. Also noch ein Versuch: Belege Faust mit dem Zauber, mit dem du mich gestern im Gasthaus gängeln wolltest. Und dann halt still.“
Es tut mir so leid, sagte Winters reuiger Blick, als sie auf ihn zutrat. Diesmal gab es kein Entkommen: Knirschend sprach sie den Zauber und wie in der Nacht zuvor beobachtete Faust, wie ihr eine Farbspirale aus der Handfläche spross. Als sie ihn am Arm berührte, sprang der Zauber auf ihn über und er verspürte ein eigenartiges Kribbeln in den Fingerspitzen. Ein euphorisches Rucken und Zucken durchlief seine Glieder und füllte seinen Geist mit dem unwiderstehlichen Drang sich die Seele aus dem Leib zu tanzen: Seine Hände klatschten, seine Hüften begannen im Einklang mit seinen Schultern zu kreisen, seine Füße vollführten kleine Luftsprünge und seine Hacken stießen klackend gegeneinander.
Es war entwürdigend.
Feyleen lachte gehässig, als sie auf Faust zutrat.
„Ich darf doch noch mal?“
Sie ließ sich Zeit damit, seine Hosen zu durchsuchen, und ihre Berührungen trugen nicht eben dazu bei, ihm seine verlorene Würde zurückzugeben. Flüchtig verspürte Faust den Drang, sie zu erwürgen, als sie den Seelensplitter aus seinem Stiefelschacht zog… aber die Perfektionierung seines Hüftschwungs war jetzt wichtiger.
„Gehabt euch wohl“, spottete die Sukkubus zum Abschied. „Es war mir ein Vergnügen mit euch zusammenzuarbeiten….“
Als Faust seine Tanzwut überwunden hatte, war sie längst über alle Berge.
„Scheiße!“ Er hätte sich in den Arsch beißen mögen.
„Könnte mir mal jemand erklären, was, bei den neun Höllen, hier los ist?“, drang in diesem Moment Grimwardts verdrießliches Brummeln an sein Ohr.

Grimwardt

Kurz darauf.
„Jetzt komm’ mir nicht mit ‚Ich hab’s euch ja gleich gesagt’“, knurrte Faust, nachdem er seinen Bericht beendet hatte.
Drake hob blasiert eine Augenbraue.
„Warum das Offensichtliche aussprechen? Sag mir lieber, was Feyleen vorhat?“
„Das solltest du Winter fragen.“
Betretene Blicke streiften Grimwardts Schwester, die sich gemäß Feyleens Anweisungen nicht mehr gerührt hatte seit sie Faust zum Tanzen gebracht hatte. Miu hatte versucht, ihren Geist aus der Knechtschaft zu befreien, doch gegen Feyleens Magie konnten die Zauber der jungen Ordensschwester nichts ausrichten.
„Wir sollten sie bewusstlos schlagen“, murmelte Drake.
„Hast du den Verstand verloren!“
„Sie ist ein leibhaftiger Ausspähungszauber!“, zischte der Assassine mit gesenkter Stimme. „Feyleen kann alles sehen, was sie sieht. Sie hört jedes Wort, das wir hier sprechen. Vermutlich hat sie ihre Geisel überhaupt nur deshalb hier zurückgelassen: als Spion.“  
Grimwardt erhob sich.
„Bevor hier irgendwer meine Schwester zusammenschlägt, habe ich auch noch ein Wörtchen mitzureden“, brummte er. Der Priester hatte wenig Hoffnung, den Bann zu brechen, der Miu bereits an ihre Grenzen gebracht hatte. Doch einen Versuch war es immerhin wert. Er legte seine Hände an Winters Schläfen, schloss die Augen und bat Tempus um die Kraft, ihren Geist von der Fremdherrschaft zu befreien. Als er in die geistige Bastion seiner Schwester einzudringen versuchte, stieß er gegen eine Barriere und eine fremde Kraft drohte ihn zurückzudrängen. Schweiß rann über seine Stirn, als er sich gegen den Druck des Zaubers stemmte. Doch er widerstand lange genug, um Feyleens mentaler Barriere einen Riss zuzufügen. Genug für Winter, um den Wall mit ihrem Willen einzureißen und den Zauber abzuschütteln.
Mit einem erleichterten Keuchen sank sie gegen Grimwardts Schulter.
„Die Schlampe war von Anfang an nur auf den Splitter aus“, sagte sie bitter. „Vermutlich war sie schon einmal hier – mit Orlak und seiner Klonarmee. Darum wusste sie, was passieren würde, wenn wir durch das Licht gingen. Sie brauchte nur darauf zu warten, dass die Bastion uns voneinander trennen würde.“
„Wozu braucht sie den Splitter?“
Ihr Motiv ist Rache, doch was Orlak vorhat, weiß ich nicht.“
Es war die eine Frage, auf die sie noch keine Antwort hatten: Welches Interesse konnte ein Unsterblicher an den ungeborenen Seelen haben? Ashardalon hatte mit ihnen sein krankes Herz genährt, doch welchen Nutzen hatten sie für den Vampirkönig?
Die Gefährten verließen den Wald, um dem Mittelpunkt wieder näher zu kommen. Das Strahlen war deutlich schwächer geworden und hinter dem Schleier aus Licht vermeinte Grimwardt verschwommene Schemen zu erkennen.
„Wir sind nicht allein!“, sagte Faust.
Grimwardt folgte seinem Blick und erkannte, kaum sichtbar gegen den reflektierenden Hintergrund, die körperlose Gestalt einer rochenartigen Kreatur. Dann formten sich weitere Wesen aus dem Licht – silbrig geschuppte Luftfische, eine schwebende Qualle... Der Priester zückte seine Axt, denn er spürte die Feindseligkeit, die von diesen Wesen ausging. Doch sie griffen nicht an. Etwas schien sie zurückzuhalten.
Und auch dieses Etwas trat schließlich aus dem Licht: Es hatte die Umrisse einer menschlichen Gestalt, doch seine Züge verschwammen in gleißender Unkenntlichkeit.
Die Luft, die ihr atmet, schmeckt nach Vergänglichkeit, zitterte eine gestaltlose Stimme durch Grimwardts Geist. Dies ist kein Ort für Sterbliche. Solange ihr hier seid, altert die Bastion.
„Sie altert?“ Fausts Frage sagte Grimwardt, dass er nicht der einzige war, der die Stimme hörte. „Jemand erzählte uns, dass es an diesem Ort keine Zeit gäbe.“
So sollte es sein, erwiderte der Schemen. Wir sind die Seelengärtner. Wir säen die Seelenbäume und ernten ihre Früchte. Doch die Ernte war mager in letzter Zeit… Die Zeit ist hier fehl am Platz. Der Drache hat sie mitgebracht. Er trank aus dem Seelenquell im Zentrum. Wir konnten nichts gegen ihn ausrichten. Dann kamen die Bleichen – in ihnen war Zeit, aber kein Leben. Ihr König kämpfte mit dem Drachen, doch der Drache war stärker. So schien es jedenfalls. Doch nachdem er den König und die meisten der Bleichen vernichtet hatte, schlief er ein. Und als er aufwachte, war er ohne Leben wie sie. Und nun wohnt der König in seinem Geist. Er trinkt keine Seelen mehr. Die restlichen Bleichen hat er zurückgeschickt. Er versucht, das Tor wiederzuerrichten. Ihm fehlt nur noch der letzte Stein. Doch das Tor verbraucht Seelenenergie – viel Seelenenergie. Es darf nicht wieder benutzt werden. Aber wir können ihn nicht vertreiben. Wir hoffen, dass ihr es tut.
Gebannt hatten die Gefährten den Worten des Gärtners gelauscht: Das also war des Rätsels Lösung. Nun hatten sie Gewissheit: Orlak hatte im Augenblick seiner Vernichtung den Körper des Drachens eingenommen – und mit ihm die Bastion. Und das alles für ein Portal?  
„Von welchem Tor sprecht Ihr?“, fragte Grimwardt.
Von dem Zeitentor des vergessenen Gottes.
Die Helden wechselten alarmierte Blicke. Sie hatten nicht geahnt, dass das Zeitportal des Desayeus noch existierte… und dass Orlak davon wusste.
„Er will in der Zeit reisen?!“, fragte Faust perplex.
Über diese Dinge wissen wir nichts.  
„Nun… seid versichert, dass wir uns der Sache annehmen werden“, bescheinigte Grimwardt den Lichtkreaturen. „Das heißt, sobald das Strahlen es zulässt…“
Es wird nicht mehr lange dauern, erklärte der Schemen. Eure Seelen sind nun eingestimmt auf das Strahlen im Zentrum.
Dann kehrte er zurück ins Licht, denn es gab nichts mehr zu sagen. Und seine Kreaturen folgten ihm.
„Was hat das zu bedeuten?“, fragte Winter verwirrt. „Wohin hofft Orlak durch das Portal zu gelangen?“
„Wohl eher wannhin“, bemerkte Faust.
Drakes’ Gesicht wirkte wie eine Fassade, die jeden Moment zu zerbröckeln drohte.
„Leere Spiegel“, murmelte er mit belegter Stimme. „… weil es mich niemals gegeben haben wird.“
Niemand sagte etwas.
Sie nutzten die restliche Zeit des Wartens, um sich mit Schutzzaubern einzudecken. Das Strahlen war fast vollständig verebbt und die Schatten hinter dem Lichtschleier nahmen immer deutlichere Formen an: Aus der Lichtkuppel im Mittelpunkt entsprang ein Wasserfall aus der gleichen milchig-weißen Flüssigkeit wie das Innere der Seelenfrüchte. Dort, wo sich die Seelenenergie schäumend in einen kleinen See ergoss, erhob sich ein portalartiges Gebilde und Grimwardt meinte davor die Umrisse des Vampirkönigs zu erkennen.
„Es ist soweit“, sagte er.
Und gemeinsam stürmten sie ins Licht.
« Letzte Änderung: 07. Oktober 2010, 05:49:54 von Niobe »

Nightmoon

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« Antwort #143 am: 07. Oktober 2010, 12:59:39 »
"Flüchtig verspürte Faust den Drang, sie zu erwürgen, als sie den Seelensplitter aus seinem Stiefelschacht zog… aber die Perfektionierung seines Hüftschwungs war jetzt wichtiger"
 :D Sehr schön!
Auch sonst wieder sehr gelungen! Macht große Lust auf den Showdown!

Winter

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« Antwort #144 am: 07. Oktober 2010, 21:44:34 »
Traumhaft, dieser Hüftschwung! Da klappte dieser Zauber mal, und dann ausgerechnet beim Faust *g*
Hab mich riesig gefreut, als ich eben gesehen habe, dass es ein neues Kapitel gibt. Bin halt ein Junkie!
Und harre gespannt der nächsten Passagen...Danke!!!

Nightmoon

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #145 am: 08. Oktober 2010, 18:17:04 »
Pfff, wenn du Berührungs RK 10 verfehlt hättest, dann hätte ich aber auch nochmal über Winters Konzept nachgedacht ;) War aber auch ne schöne Idee :D
"Mach diesen Tanzzauber!"
...OK... Kreistanz!

Nightmoon

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    • Schicksalsstreiter
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #146 am: 26. Oktober 2010, 01:14:22 »
"Die Bemerkung entbehrte nicht einer gewissen Mehrdeutigkeit"

Oh man, ich habe erst jetzt die Anspielung bemerkt...  :D
Freu mich auf mehr! ...und auf Samstag!

Niobe

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Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #147 am: 26. Oktober 2010, 17:29:17 »
:wink:

Ich mich auch. Gibt es eigentlich inzwischen eine Entscheidung, welche Kampagne es am Samstag wird?

Winter

  • Mitglied
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #148 am: 26. Oktober 2010, 18:05:10 »
Ich meine, dass der Herr Zwerg dabei sein wird. Jedenfalls ist das mein letzter Stand der Dinge. Da würde es sich - storytechnisch was die FR-Kampagne angeht - anbieten, wenn wir Nachtmonds Kampagne spielen. Auch, wenn dann Queen Eliza etwas schmollen wird, aber sie kann leider definitiv nicht am Samstag.

Sirius

  • Mitglied
Stadt der gläsernen Gesänge
« Antwort #149 am: 27. Oktober 2010, 22:56:34 »
Nur mal als kurzes Feedback - ich habe diesen Thread gestern entdeckt und mich bis Seite 3 vorgelesen. Sehr spannende Geschichte und sehr gut geschrieben, macht Spaß eure Abenteuer zu verfolgen. Ich freue mich schon auf die folgenden 7 Seiten und alle die da vielleicht noch folgen werden.

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