Autor Thema: (FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht  (Gelesen 1308 mal)

Beschreibung: D&D Gruppe "Bernos Keller" bitte draußen bleiben

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Nolodat

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« am: 14. Oktober 2009, 01:04:33 »
Hallo zusammen!

Ich spiele derzeit mit meiner Gruppe eine Kampagne in den FR, dafür suche ich nach einer einfallsreichen Reaktion auf eine Aktion der Spieler. Die Erklärung wird etwas länger brauchen, damit wird eine Verknüpfung einfacher. Also nur weiterlesen wer Durchhaltevermögen hat :-)

Die Gruppe ist derzeit auf der Suche nach einem besonderen Gegenstand. Um weitere Informationen zu erhalten wollten sie sich von Baldurs Tor nach Crimmor teleportieren. Sie sind allerdings nicht in Crimmor, sondern in einem einsamen Leuchtturm, ohne Land in Sichtweite aufgetaucht. Dies war ein Sidequest, wo sie einige Infos erhalten sollten.

Nach 2 Kämpfen und der Erkundung einiger Stockwerke fanden sie eine Möglichkeit sich wieder von dort wegzuteleportieren (was vorher aus unwichtigen Dingen nicht fuktionierte). Ein Teil der Gruppe wollte den Turm weiter erkunden bzw. säubern, denn sie fanden heraus das in dem Turm mindestens noch 3 "böse" Wesen lauerten. 2 Dämonen und eine Hydra. Außerdem ein Einhorn, dass mit den Dämonen auf einer Etage eingefroren war. Der andere Teil wollte den Leuchtturm verlassen, weil sie ihre eigentliche Mission als wichtiger einschätzten als die Säuberung des Turms. So Gewann der 2. Teil der Gruppe die Diskussion und sie verliessen die Insel.

Dazu brauchten sie 3 Teleportzauber. (große Gruppe) Zwischen dem 2. und 3. Zauber war der Kleriker der Gruppe 1 Tag alleine auf der Insel und entschied sich zu folgender Aktion. Mit mehren "Stein formen" Zaubern brachte er den Turm komplett zum Einsturz, so dass nichts das Unglück überleben konnte, weder das Einhorn noch die 3 Monster. Was er und die Gruppe aber nicht wussten, war dass in dem Turm, in einer noch nicht erkundeten Etage, ein Kleriker des Shaundakul gefangen war, dieser kam durch den Einsturz ebenfalls ums Leben.

Der Kleriker (neutral gut) der Gruppe bat nach seiner Ankunft in Baldurs Tor an einem Schrein der Chauntea um Vergebung dafür, dass er das Einhorn umgebracht hatte. Eine Klerikerin der Chauntea gab ihm draufhin den Auftrag auf der Insel des Leuchtturms einen Baum zu pflanzen, um das Einhorn darin weiterleben zu lassen und Buße zu tun. Er muss also nochmal zur Insel zurück.

Ich würde den Kleriker gerne irgendwie in meine Kampagne einbauen, um den Spielern zu zeigen, welche Folge solch unüberlegte Handlungen haben können und vor allem, dass sie ihre enorme Macht, besonders die Zauberwirker, mit Bedacht einsetzen sollten.

Mit fällt aber leider keine einfallsreiche Möglichkeit ein. Einfach den Geist des Klerikers als Gegner auftauchen zu lassen ist mir zu platt.

Habt ihr andere Ideen?

Viele Grüße
Nolo
Beware when the GM smiles!

Arldwulf

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #1 am: 14. Oktober 2009, 01:43:58 »
Du könntest nach Pflanzen des Baumes das Einhorn erscheinen lassen - aber seltsam auf den Kleriker reagieren lassen. Es flüchtet geradezu vor ihm, und lockt ihn damit zu dem Platz an welchem die Leiche des Klerikers liegt.

Darüber könnte der Schuldige von seiner Tat erfahren. Wie es dann weiter geht müsstest du dir natürlich noch überlegen. Vielleicht findet der Charakter bei der Leiche einen Weg um sich bei Familienmitgliedern des Klerikers zu melden?
1st Edition Nekromantentöter
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Ich hab nichts gegen niedrige Wahlbeteiligung. Irgendwann regier ich den Laden eben alleine. ;-)

Plüschi

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #2 am: 14. Oktober 2009, 02:21:19 »
Du könntest Angehörige des Klerikers auftauchen lassen (Verwandte, Kirchenmitglieder, Freunde), die nachdem Kleriker suchen oder nun Rache wollen. Oder noch schlimmer, denjenigen der den Shaundakaul Kleriker gefangen genommen hat und nun selbst irgendeine wichtige Sache nicht mehr erfüllen kann und im Zorn den ganzen Landstrich verwüstet.
Kein Zwanni für 'nen Steher!
Fußball muss bezahlbar bleiben für alle.

Eridan

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #3 am: 14. Oktober 2009, 08:50:37 »
Bei seiner Rückkehr auf die Insel (wegen dem Einhorn und dem Baum) findet er dort eine Abenteuergruppe die auf der Suche nach dem Kleriker war. Der Gruppe gehört auch der Sohn/Tochter des Klerikers an und dieser hatte eine wichtige Position innerhalb seiner Kirche. Vielleicht war er sogar ein Adeliger oder ein Herrscher in einem Gottesstaat..
Diese Gruppe erfährt das der Kleriker was mit dem Tod zutun hat (weil er ja den Turm hat einstürzen lassen) und der Kleriker bekommt ebenfalls mit was er angerichtet hat. Das kann ja zB durch Gespräche ans Tageslicht kommen oder eben durch Magie. Die Gruppe könnte zB wissen das der Gefangene in Stockwerk X gefangen und von einem Dämon bewacht wird (haben sie durch Magie oder von einem der Entführer erfahren). Das teilen sie in Gesprächen deinem Kleriker mit usw. usw. usw. usw.
Im Notfall Zone of Truth und dann "Habt ihr was mit dem Zusammensturz des Turms zutun?".

Mögliche Reaktionen / Folge-Quests, Beispiele:
Rache
Kleriker soll wiederbelebt werden (was zB nicht soeinfach geht weil der Wach-Dämon die Seele "mitgenommen" hat -> Spass in anderen Ebenen)
Geächtet in einem Land (die Gruppe glaubt dem Kleriker, verweisst ihn aber des Landes)
Dem Spieler passieren lauter Missgeschicke die eindeutig in die Domäne des getöteten Klerikers gehören bis er gute Taten im Namen dessen Gottes verbringt.
Die Gottheit des Spielers straft diesen ... Zauber-Slots weniger usw. [/li][/list]

Ach da gibt es viele Möglichkeiten, je nachdem wiesehr du das Ganze ausbauen willst und wiesehr deine Spieler aufs Rollenspiel eingehen.
"Rede nicht über etwas, was du nicht genau kennst."

TheRaven

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #4 am: 14. Oktober 2009, 09:16:44 »
...in einem einsamen Leuchtturm...

2 Dämonen
eine Hydra
ein Einhorn
ein Kleriker des Shaundakul
...
::)
Die Wissenschaft nötigt uns, den Glauben an einfache Kausalitäten aufzugeben.
- Friedrich

Gwenfair

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #5 am: 14. Oktober 2009, 09:19:35 »
Die Chauntea-Priesterin sagt zu dem Kleriker "du musst für mehr als eine unschuldige Seele Abbitte leisten", fordert eine etwas größere Buße, die aber in der Stadt abgeleistet werden kann und damit ist die Sache gegessen.
Und beim nächsten Mal bindest du einfach die Sidequests so ein, dass die Spielern Bock drauf haben oder akzeptierst, dass sie den Sidequest ablehnen, statt drüber zu schmollen, dass sie gegen ihren Willen teleportiert werden doof finden.
 :P

Nathan Grey

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #6 am: 14. Oktober 2009, 09:22:52 »
...in einem einsamen Leuchtturm...

2 Dämonen
eine Hydra
ein Einhorn
ein Kleriker des Shaundakul
...
::)

 :D Das habe ich auch gedacht.

Camrel

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #7 am: 14. Oktober 2009, 10:03:26 »
Ich hätte da auch zwei Ansätze.

1. Friedliche Variante:

Ab der Rückkehr auf die Insel wird der Kleriker ständig von einem Geisterhaften Abbild des toten Klerikers verfolgt. Dabei handelt es sich um eine mentale Projektion die der Geist des Toten aussendet, da dieser nicht in einer normalen Zelle, sondern in einem magischen Kraftfeld gefangen war, das noch immer besteht und jetzt sowohl den Körper konserviert als auch den Geist festhält.  Den SC-Kleriker kann er nur erreichen, weil dieser für den Tod des NSC-Klerikers verantwortlich ist und dadurch eine Verbindung geschaffen wurde.

Die Projektion befindet sich immer am Rande seines Blickfelds, egal ob er wach ist oder Träumt, sie sieht ihn ständig mit flehendem Blick an, kann aber nur vom Priester gesehen werden (die Anwesenheit der Projektion sollte jedes Mal wenn sich der Kleriker umsieht oder etwas betrachtet erwähnt werden). Wenn er in einem Tempel oder auf magischem Weg erfahren will, wie er die Erscheinung los wird, kommt dabei nur ein Abbild eines heiligen Symbols von Shaundakul und das man für weitere Informationen mit einem hochrangigen Priester dieses Gottes sprechen muss.

Hat man de Priester gefunden, kann dieser die Verbindung zum Geist vorübergehend intensivieren und so eine Kommunikation mit diesem ermöglichen. So erfährt man dass dieser noch unter den Trümmern des Turms liegt und man ihn befreien und wiederbeleben muss.

2. Kämpferische Variante:

Der Geist des NSC-Klerikers ist nach seinem Tod mit der Substanz der Insel verschmolzen und ist rasend vor Zorn. Nachdem der SC-Kleriker die Insel betreten (auch bei einer Teleportation landet er an ihrem Rand) hat, wir er von Belebten teilen der Insel angegriffen (die Gegner können Elementaren, Konstrukten und/oder Pflanzenkreaturen entsprechen). Schafft er es sich bis zum Turm  durch zu kämpfen und dort den Baum für das Einhorn zu pflanzen, besänftigt diese Geste auch den Geist und der SC-Kleriker kann ihm helfen sich von der Insel zu lösen und Frieden zu finden.

Zusätzlich könnte der Geist den Kleriker auch darum bitten/damit beauftragen seine Mission, die ihn erst in Gefangenschaft geführt hat, fort zu führen.

Nolodat

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #8 am: 14. Oktober 2009, 15:58:58 »
Hallo zusammen!

Danke erstmal für die tollen Ideen an euch alle! Sie haben mir echt weitergeholfen und das Ein oder Andere werd ich daraus entnehmen. Falls es jemanden interessiert werd ich das Ergebnisse nach unserem nächsten Spielabend hier posten.

@Raven & Nathan
Ja, wie ihr bemerkt habet handelt es sich bei dem Sidequest um eine abgewandelte Version von "Tower of Deception", dieser Sidequest eignet sich ideal dazu den Spielern einige Informationen zuzuspielen und vor allem, zu zeigen, dass Teleportation nicht immer so funktioniert wie gedacht :-)

@Gwenfair
Ich gebe den Spielern nur die Rahmenbedingungen vor, auf diese müssen sie reagieren und Entscheidungen treffen. Wie sie das tun, ist mir so gut wie egal, die Hauptsache ist, dass sie eine Entscheidung treffen und danach handeln. Das sie die Insel einfach verlassen haben ohne den Sidequest "durchgespielt" zu haben find ich einfach klasse, weil es zeigt, dass sie ihren eigentlichen Auftrag als wichtiger einstufen. Dies haben sie gemeinsam entschieden und entsprechend reagiert.
Ich verurteile also nicht, dass sie den Sidequest nicht "richtig" (wobei es sowas garnicht gibt) gespielt haben, sondern, dass sie den Turm zum Einsturz brachten ohne zu wissen was in den unerforschten Stockwerken war. Dadurch ist ein Unschuldiger ums Leben gekommen.

Meine Gruppe gelangt gerade in höhere Stufen, derzeit sind die meisten Stufe 11. Bevor sie noch mächtiger werden, möchte ich das Ergebnis dieses Sidequest einfach dazu nutzen ihnen zu zeigen, zu welchen Ergebnissen der Einsatz ihrer Macht führen kann und das es unter Umständen erhebliche Folgen für sie hat.

Und nachmals danke für die tollen Ideen.

Viele Grüße
Nolo
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2009, 16:03:57 von Nolodat »
Beware when the GM smiles!

Nadir

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #9 am: 15. Oktober 2009, 23:19:45 »
Eine kleine Idee wäre doch, den Priester mit der nun verwitweten Familie des Shaundakul-Priesters zu konfrontieren. Mama ist fertig und kann die drei Kinder nicht mehr ernähren. Die drei Dropse schauen die "Helden" mitleiderregend an... Da kann man so richtig miese Stimmung verbreiten und vielleicht (also wirklich nur vielleicht) denken die Charaktere mal über die Folgen ihrer Handlungen nach.
Da die Familie ja nicht weiß, wer den Papa umgebracht hat, könnten sie vielleicht rein zufällig auftauchen. Flüchtlinge, Bettler, ... , etc.
Ich mache das so eigentlich ganz gerne mal, weil ich direkte Sanktionen (selbst bei Priestern und ihrem Glauben) nicht unbedingt zu rechtfertigen finde. Das Ganze sollte immer ingame und konsistent zur Welt passieren.
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Nathan Grey

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #10 am: 16. Oktober 2009, 09:53:00 »
Hmm, das erinnert mich grad so an Austin Powers, immer wenn ein Minion von Dr. Evil von Powers getötet wurde, dann gab es einen Schnitt zu desen Freunde oder Familie und solche Texte "Daddy kommt leider nicht mehr nach Hause, er ist von riesen Haien gefressen worden"

Nadir

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(FR) Unüberlegte Aktionen und Ausnutzen der eigenen Macht
« Antwort #11 am: 16. Oktober 2009, 17:01:39 »
Ja, das ist eine humorvoll umgesetzte Kritik an dem geistlosen Töten und Massenschlachten in den meisten Actionreissern. Und warum sowas nicht aufs Rollenspielen übertragen? Ich konfrontiere "Helden" gern mal mit den Langzeitfolgen ihrer Handlungen. Ob im Guten oder im Schlechten. Mal davon ab, dass diese Kleinigkeit jede Menge Konsistenz und Tiefe in eine Kampagne bringen kann und für die notwendige Identifizierung seitens der Spieler sorgt.
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.