Autor Thema: Die Piraten der Schwertküste (mit Spielleiter-Kommentaren)  (Gelesen 40346 mal)

Beschreibung: D&D 4E Forgotten Realms

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Amurayi

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Die Piraten der Schwertküste (mit Spielleiter-Kommentaren!)
« Antwort #60 am: 23. November 2010, 21:00:04 »
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Tageslicht!

Unsere Augen weiteten sich entsetzt, als die Frau vor unseren Augen zerfiel und sich in einen Kellerasselschwarm auflöste, der wie eine bösartige Woge auf uns zuschwemmte! Zeitgleich erschienen aus allen Mauerritzen weitere große Giftasseln, die mit rasender Geschwindigkeit an unseren Stiefel hochkrabbelten und uns angriffen.

Die Frau war eine sogenannte "Lamia" und kontrollierte dieses Ungeziefer. Immer noch vernahmen wir die kreischende Stimme der Kreatur in unseren Köpfen, ihre Kraft lähmte unsere Hände und verwirrte unseren Geist. Die Schwärme gewannen schnell die Oberhand in diesem Kampf und unsere Gegenwehr wurde stellenweise recht verzweifelt. Kalliope konnte gar nicht so schnell heilen, wie die Asseln uns bissen. Zu allem Überfluss richteten die Klingen von Mysingur, Garibald und Isarius nicht allzuviel gegen die Kreaturen aus! Was half es 5 Asseln zu erschlagen wenn doch nur 20 ihren Platz einnahmen?

Bald taumelten wir geschwächt durch den Raum und mobilisierten letzte Kraftreserven. Die Bisse der Asseln pumpten Gift in unser Blut - es war umso schlimmer je mehr man um sich herum hatte. So sank denn bald Garibald darnieder, von Gift und zahllosen Wunden überwältigt. Die Kakophonie eines misstönenden Chores aus schrillen Frauenstimmen schwoll zum Triumphgeheul an und unser Schicksal schien besiegelt.

Doch Mysingur, der Nordmann, mit blutunterlaufenen Augen und rasend vor Kampfeswut, wollte das nicht so einfach hinnehmen und sein Kampfschrei wurde zum alles erschütternden Wutschrei: Ein mächtiger Ruf des Kriegers, der durch das Gemäuer tönte und in unseren Ohren hallte. Und als dieser Ruf verklang, da öffnete plötzlich Garibald, den wir schon fast tot geglaubt hatten die Augen als wäre er von diesem Klang geweckt worden und sprang ungeachtet aller Wunden auf die Füße, das tödliche Küchenmesser in der Hand.

Dies war die Wende! Und so wir alle wussten, dass es auch die letzte Kraftanstrengung war die zu leisten wir imstande waren, so warfen wir uns nach vorne, Magie und Klinge wirbelten ein Stakkato des Zorns.

Dann war es vollbracht. Und als aus dem hässlichen Lachen ein ersterbendes Röcheln geworden war, sanken auch wir auf die Knie und gegen die Mauern - erschöpft und blutig aber lebend. Diese Verließe waren lebensgefährlich. Dass wir dem Einsturz entkommen waren, war noch lange keine Garantie für unser Überleben. Was sich hier tummelte, konnte uns ebenso sicher ins Jenseits befördern wie der Zusammenbruch der ganzen Schädelfeste. Wir mussten also zurück zum Schiff.

Nachdem wir kurz durchgeatmet und unsere Wunden versorgt hatten, sammelten wir einige der Giftasseln ein, denn ihre Köper wären für magische Rituale und alchemistische Experimente sicherlich verwendbar.

Anschließend untersuchten wir eine große Metalltüre die von diesem Raum abging. Sie führte in einen seltsamen Gang, dessen verspiegelter Boden uns mißtrauisch machte. An der Decke war ein Mosaik der Schwertküste mit einem Schiff darauf und an der Wand prangte ein Spruch, der sich wieder mit Myrkul befasste. "Tragt das Wort des dunklen Herrn über das Meer" so hieß es. In einer Nische an der Seite waren zwei Haken und zwei Fackelhalter in die Wand eingelassen, deren Zweck wir zuerst nicht verstanden und am Ende des geraden Ganges war eine weitere sehr stabile Eisentür, die nicht aufzubekommen war.



Insgesamt versuchten wir eine gute Stunde den Sinn dieser Konstruktion zu entschlüsseln, bis uns langes Probieren und Raten schließlich weiterbrachte: Man konnte mit Eimern (die normalerweise an den Halterungen hingen) den Spiegelboden mit Wasser bedecken. Durch die Reflektion des Fackelscheines auf dem Spiegelboden und durch das sich bewegende Wasser, schimmerte Licht unregelmäßig auf die Decke. Sobald das geschah "fuhr" das Schiff in dem Mosaik los und erreichte bald die Abbildung der Schwertküste ... und die Türe öffnete sich!

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Hinter der Türe gab es einen langezogenen Raum in dem mehrere Obelisken an den Wänden standen. Am Ende des Raumes erkannten wir die Leiche eines Genasi, mit einigen Taschen voller Ausrüstung und einem Reisetagebuch. Dummerweise zuckten zwischen den Obelisken in unregelmäßigen Abständen durch den ganzen Raum Blitze hin und her. Ständig knalllte und brutzelte es irgendwo. Der tote Genasi lag auch noch direkt neben einem Teleportationsstein, mit einem leuchtenden Rubin darin. Ein Zeichen für ein aktives Gegenportal, wie wir durch den Smaragd im Portalfeld in den anderen Räumen bereits wußten.

Während wir noch überlegten lief Garibald, der anscheinend nur die zwei Daseinszustände "halbtot" und "hyperaktiv" kannte, los! Er turnte und sprang behende durch den Raum, rollte und drehte sich, so dass die Blitze ihn nicht erwischten. Stellenweise sah es so aus als würde er den Blitzen bewusst ausweichen, was, wie ich wusste, allerdings unmöglich war.

Schnell hatte er es zu dem Genasi geschafft und sammelte hastig etwas Beute ein. Dann trat er auf das Portal - und war verschwunden. Glücklicherweise kam er schnell zurück, sonst hätten wir uns ernsthaft überlegen müssen ihn zu retten! Er erzählte uns, dass der Stein nach draussen führte, nach oben in die Ruine in die Nähe einer Mauer aus Schädeln - aber immerhin unter freiem Himmel!

Da wir aber wenig Lust hatten ebenfalls zwischen den Blitz-Obelisken durchzulaufen, brachte er uns den Rubin mit, so dass wir ihn in dem anderen Portalstein einsetzen konnten um in Ruhe von dort zu teleportieren.

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Auf dem Rückweg zu diesem Stein, untersuchten wir auch noch einen weiteren kleinen Durchgang in einer Mauer, der in einen weiteren Gang führte. Allerdings war er so klein dass nichtmal Garibal dort durch passte. Ich kam dann auf die - im Nachhinein sehr schlechte - Idee dort hindurchzufließen, indem ich meine Fähigkeit nutzte mich in Wasser zu verwandeln. Ich kam zwar auch hinein ... eine Sackgasse ... aber noch ehe ich meine Kraft sammeln konnte, um wieder hinauszufließen stürzte der blöde Gang direkt ein!

So schnell ich konnte streckte ich wenigstens meinen Arm durchs Loch, damit ich, wenn es mich schon begraben würde, wenigstens gefunden würde. Dann prasselten schon Steine auf mich herab und bald drückte der Fels so sehr auf mich, dass ich Sterne sah und kurz davor war zerquetscht zu werden. Und nun war es Garibald, der mich rettete, indem er einen magischen Dolch hervorkramte und ihn mir in die Hand drückte. Ich solle ihn damit verletzten, rief er hastig. Ohne nachzudenken tat ich wie aufgetragen ... und wurde im selben Augenblick durch die Kraft der Waffe nach draußen teleportiert.

Dieses verfluchte Höllenverließ! Jeder Schritt war hier mit Todesgefahr verbunden, es war ungefährlicher Mr. Smite in die Schuhe zu pinkeln, als hier eine Tür zu öffnen. Auch Kalliope machte diese Erfahrung noch einmal. Wir hatten nämlich auch einen hellblauen Aquamarin beim Genasi gefunden. Kurzerhand probierten wir, ob auch dieser in dem Teleportationsstein ein aktives Gegenüber hatte: Und siehe da - er leuchtet auf! Kalliope trat sofort neugierg auf die Scheibe und war verschwunden. Als wir jedoch hinterherwollten, ging es nicht, so dass sie wohl noch auf der Scheibe stand.

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Als sie nach einer Weile endlich zurückkam, seltsam gequetscht und verdreht wie es nur einer Gestaltwandlerin möglich war, erzählte sie, dass der Teleporter in einen eingestürzen Teil des Verließes führte. Sie war dort eingequetscht in eine kleine Höhlung und konnte den Teleporterstein nicht verlassen - konnte also auch nicht zurückkehren! Nur mit viel Mühe und Umberlees Wunder der Seewinde hatte sie es geschafft sich an die darüberhängenden Steine zu quetschen, so dass sie kurz von dem Teleporter herunterkam und anschließend wieder darauf.

Es reichte uns nun zunehmend mit diesem Gemäuer! Energisch setzten wir den roten Stein in den Teleporter und traten nacheinander darauf, um uns ins freie teleportieren zu lassen.

Das erste, was ich wahrnahm, war die wundervolle blendende Sonne, die auf uns schien und die frische kühle Meerbrise in unserer Nase! Endlich wieder an der frischen Luft, den Geschmack der Freiheit auf der Zunge.

Das zweite, was wir dann sahen, war der riesige rote Drache, der hier direkt neben uns seinen Hort hatte und dessen drei Köpfe sich uns nun zuwandten. Seine Blicke spiegelten blanken Haß. Offenbar hatte er nicht vergessen, wer sein Kind umgebracht hatte ...

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« Letzte Änderung: 25. November 2010, 20:27:56 von Amurayi »
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Amurayi

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Die Piraten der Schwertküste (mit Spielleiter-Kommentaren!)
« Antwort #61 am: 24. November 2010, 16:47:25 »
Der rote Drache

In der selben Sekunde in der wir realisierten, welch ein gefährliches Monstrum da unmittelbar vor uns stand, umhüllte uns auch schon das gnadenlos sengende Feuer des Drachenodems. Ein Meer aus Glut und Flammen loderte auf. Ich spürte beißende Hitze und hörte die Schreie meiner Kameraden. In meinem Augenwinkeln sah ich Isarius zur Seite springen, Garibald stürzte sich nach vorne auf den Drachen zu. Nur Mysingur ignorierte das Feuer und bewegte sich behäbig, aber kraftvoll, wie immer.

Ein dreiköpfiger Drache bedeutete auch, dass die drei Köpfe auch drei Flammenwolken speien konnten. Es bedeutete drei Mäuler die nach uns schnappten, bedeutete, dass es kein "hinten" gab, denn der Drache hatte seine Gegner immer im Auge. Kalliope, die wie auf dem Präsentierteller vor der Mauer stand an der der Teleporterstein war, heilte noch heldenhaft Garibald, bevor der Drache sie von den Beinen fegte und sie bewusstlos im immer noch brennenden Feuer zu Boden ging und sich nicht mehr rührte. Garibald Mysingur und Isarius rückten nun gemeinsam vor, den Drachen umkreisend. Als sie zustießen und sich inmitten der tödlichen Krallen des Ungeheuers behaupteten, steckten sie böse Treffer ein.

Und dann sauste die große Axt des Nordmannes herab und trennte einen Kopf vom Hals des Drachen - doch unser Jubel blieb uns im Halse stecken als sogleich aus dem Halsstumpf ZWEI neue Köpfe nachsprossen, so dass wir uns nun gegen vier Mäuler wehren mussten.

Es sah bald sehr schlecht aus für uns: Kalliope war bewusstlos, ihre Kleidung brannte und Umberlee alleine wusste, wie weit sie noch vom Tode entfernt war. Mysingur war sichtlich am Ende seiner Kräfte, er taumelte bedrohlich, Isarius hielt sich ebenfalls verletzt etwas abseits und Garibald hatte sich schwerstverletzt hinter einem Mauerrest verkrochen. Ich selbst spürte, dass mich die Kraft verliess. Blaues Blut verklebte meine Augen, ich spürte die schwärenden Brandwunden auf meiner geschundenen Haut und entschloss mich zu einem letzten Ausbruch: Jetzt oder nie, ganz oder gar nicht - es lag in Umberlees Hand!

Der Drache war nämlich auch nicht mehr der frischeste, so dass ich alle Kraft in zwei schnell aufeinanderfolgende Angriffe legte. Ich bot Umberlee mein Blut zum Opfer dar, betete dass sie mich stärke und wirkte die Zauber... Meine Ohren sausten, ich verlor beinnahe das Gleichgewicht. Mein Kopf wollte bersten als die Kraft meinen Körper durch meinen Zauberstab verließt und mit grandioser Wucht in den Drachenleib einschlug. Einen Sekundenbruchteil war so etwas wie Verwunderung oder auch Empörung in den Drachenaugen zu sehen - dann taumelte das Wesen, wankte vor uns zurück. Im Todeskampf öffneten sich nocheinmal die Mäuler, und Flammen und Hitze barsten um uns herum als es brüllend zu Boden ging. Der Boden wurde erschüttert von seinem Aufprall.

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Ich konnte noch erahnen, dass Mysingur zu Kalliope eilte, dann fiel ich ich erschöpft und am Ende meiner Kraft gegen die Mauer und sank zu Boden. Auch wenn ich nicht das Bewusstsein verlor, so musste ich - wie alle - ersteinmal Atem holen. Selten war es so knapp gewesen. Dieses unvorbereitete Aufeinandertreffen mit einem dreiköpfigen Drachen hätte beinnahe unser Ende bedeutet.

Nachdem wir durchgeatmet hatten und unsere Wunden versorgt waren - auch Kalliope war noch in einem Stück und blieb uns erhalten - untersuchten wir den Hort des Drachen. Schnell rückte der Schrecken des Kampfes in den Hintergrund, als Goldmünzen und Edelsteine unsere Taschen füllten und wir auch mehrere magische Gegenstände einsammeln konnten.

Anschließend betrachteten wir den erlegten Gegner unter einem weiteren Aspekt: seine hochmagischen Körperteile! Als Schiffsmagier war mir klar dass Zutaten wie beispielsweise Augen und Herz eines Drachen potente Inkredenzien für allerlei Rituale und Zaubertränke waren. Während Garibald nur die Filetstücke sah, rückte ich dem Kadaver mit Mysingurs und Kalliopes Hilfe zu Leibe und zerlegte ihn fachmännisch. Es war eine ziemliche Sauerei, aber nach einer guten Weile hatten wir einige wertvolle Dinge gewonnen, darunter auch klassische Trophäen wie Zähne und Klauen.

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Etwas störend dabei waren allerdings die Blutrituale meiner Schiffskameraden:

Garibald zog sich nackt aus um im Drachenblut zu baden. Offenbar gab es einen Halblingsaberglauben, der behauptete, dass man davon unverwundbar würde. Bevor wir das austesten konnten, widerlegte er die Geschichte aber selbst, indem er sich in den Finger schnitt.

Isarius hingegen hatte ja die seltsame Angewohnheit sich in seiner penibel weiß gewaschenen Fellrüstung im Blute seiner Gegner zu wälzen, was der verrückte Drow nun auch im Drachenblut tat. Wenn die ein oder andere Innerei da mit hängen blieb, störte ihn das offensichtlich nicht.

Wir brachten eine gute Stunde damit zu den Drachen zu zerlegen, bevor wir uns Gedanken über das weitere Vorgehen machten. Wir hatten schließlich keinen Zauberschlüssel und auch nicht den zweiten Genasi gefunden und hatten keinen Ort mehr an dem wir noch suchen konnten. Es beschlich uns daher die Angst, eine der anderen Gruppen könnte uns zuvorgekommen sein und hätte den Schlüssel (von dem wir ja glaubten es sei einer der gesuchten Statuetten) an "Smaragd", den Kultisten, übergeben.

Ratsuchend konsultierten wir das Tagebuch, welches wir bei dem toten Genasi gefunden hatte - bzw. bei der Genasifrau, denn wie sich herausstellte handelte es sich um "Tangi", die Schreiberin des Buches. Sie berichtete von der Insel Flamestedt, dort hatte ein Magier der Myrkulanhänger war irgendwelche Dinge veranstaltet... aber als Kalliope es vorlas habe ich nicht wirklich zugehört. Ich muss Sie bei Gelegenheit nochmal fragen was drinstand.

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Von hier ganz oben aus konnte man auch über den Rand der Klippe schauen, wo unten das Wasser glitzerte. Der Abstieg sah gefährlich aus, was Mysingur und Isarius aber nicht beeindrucken konnte. Ich selbst hatte aber eine ganz andere Idee: beschwingt von der erfolgreichen Ausweidung des Drachen, hatte ich die bisher unbenutzten Flügel ins Visir genommen. Wenn man die so abtrennte, dass die Sehnen erhalten blieben und dann mit einigen soliden Stangen uns Seilen ein leichtes Holzgestellt baute ...

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Selbstverständlich waren Kalliope und Garibald verrückt genug diesen Plan sofort in die Tat umzusetzen. Während der Drow und der Nordmann sich mit ihren Seilen auf den Abstieg vorbereiteten, begaben wir uns in den Wald, der hinter der Ruine begann und besorgten uns kräftige, gerade gewachsenen aber trotzdem etwas biegsame Äste. Als Schiffszimmerman hatte ich eine gute Vorstellung davon, wie der Rahmen aussehen musste und Kalliope war eine geschickte Handwerkerin wenn es an Seile und Fäden ging. Garibalds kleine Finger hingegen konnten die engsten Knoten knüpfen. Als Feinmechaniker war er unschlagbar.

Und in erstaunlich kurzer Zeit gelang das nicht von Verstand sondern rein von Euphorie getragene Vorhaben: wir hatten ein Fluggestell zusammengezimmert. Etwas krude, aber stabil und leicht, mit den großen Drachenflügeln als Schwingen. Das Gestell war so bemessen dass Kalliope und ich jeweils eine Stange vor der Brust hatten und damit anlaufen konnten, während Garibald über uns hockte und mit langen Seilen die Drachenflügel biegen und zusammenziehen konnte. Und als Mysingur und Isarius gerade unter der Kante der Klippe verschwanden, sich langsam abseilend, da liefen wir oben los, auf die Klippe zu, uns selbst Mut herbeischreiend.



Es war unvernünftiger Wahnsinn, aber es endete besser als erwartet: Am Anfang kämpften wir darum die Kontrolle zu erlangen. Eher nebenbei bemerkten wir das eigentliche Wunder, nämlich dass wir tatsächlich flogen wie die Vögel - nur wesentlich unkontrollierter. Ich weiß gar nicht mehr ob wir geschrien haben. Aber da ich später heiser war, muss es wohl so gewesen sein. Kalliope und ich hingen in dem Gestell, versuchten unser Gewicht so zu verlagern dass Garibald oben mit den Flügeln steuern konnte. Das gelang mehr schlcht als recht, bis wir es nach einigen Augenblicken kurz geschafft hatten und einen stabilen Kreis flogen. Erstaunlicherweise konnten wir auch einige Böen mitnehmen, so dass wir nach dieser Spielerei noch immer auf der Höhe der Klippe waren.

Dann entschieden wir uns in großen Kreisen zur Galgenkrähe hinabzufliegen, die wir weit unter uns sahen ... Kaum hatten wir uns nach vorne geneigt, verloren wir leider das Gleichgewicht. Garibald rissen die Steuerseile aus der Hand. Wie ein betrunkener Albatros stürzten wir in rasenden Kreis- und Taumelbewegungen ab! Umberlee sei Dank bremsten die Flügel den Fall aber soweit, dass wir neben der Galgenkrähe ins Wasser plumpsten und uns keine Verletzungen zuzogen. Wir waren angekommen!

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Die ganze Aktion hatte allerdings schon für Aufmerksamkeit gesorgt. Es wurden uns schnell Strickleitern und Seile hinabgelassen, damit wir an Bord kommen konnten. Was war das für eine Erleichtterung wieder Planken unter den Füßen zu haben. Sofort verschwanden auch die Auswirkungen des Fluches und ich fühlte mich gleich frischer und erholter als zuvor.

Viel Zeit für Erholung hatten wir jedoch nicht, denn an Bord war gerade eine Art Gefangenenaufstand im Gange. Die von uns eingesperrten Meuterer, die Wachen und Bürger  aus King's Bay, machten ordentlich Radau in ihren Zellen. Sie hatten mitbekommen, dass nur wenige Meter von ihnen entfernt - auf der Sturmwelle, dem Schiff von Käpt'n Bonfire - ihre Familien und Freunde eingesperrt waren. Mit lautem Rufen und Klopfen verständigten sie sich von Schiff zu Schiff, getrennt durch zwei Bordwände.

Wie wir mitbekamen war Kapitän Goldwind selbbst allerdings oben auf der teileingestürzten vierten Ebene mit einem Großteil der Mannschaft bemüht seine Besatzung (uns) herauszugraben. Soviel Sorge rührte uns natürlich sehr, auch wenn es dazu ja keinen Anlass gab. Mit Schaudern dachte ich aber daran, dass es diesen Anlass immerhin fast gegeben hätte.

Aber deshalb hatten wir seinerzeit ja auch Käpt'n Goldwind gewählt und nicht Käpt'n Hiding...

Kalliope, Garibald und ich schätzen, dass Mysingur und Isarius oben an der vierten Ebene ankommen seien würden, um den Käpt'n auf den neuesten Stand zu bringen, dass mit uns alles in Ordnung sei. Während Kalliope irgendwohin verschwand, begab ich mich mit Garibald unter Deck zu unserem Gefangenenaufstand. Mir kam die Idee, dass man die Sklaven von Kapitän Bonfire erbeuten könnte, so dass nicht nur unsere Paladine Ruhe geben würden - sondern wir auch noch einen Deal aushandeln könnten: Im Gegenzug für die Befreiung ihrer Familien, müssten sie sich alle verpflichten "Ein Jahr und einen Tag" auf der Galgenkrähe Dienst zu tun. Woher dieser Zeitraum kam, war mir nicht klar, aber er klang mysteriös genug, um Eindruck zu erwecken.

Glücklicherweise kam in diesem Augenblick auch Mr. Smite um die Ecke, um seine volle Aufmerksamkeit diesem Aufstand zu widmen. Da ich mir ausmalen konnte, wie es enden würde wenn er seinen Willen durchsetzte, versuchte ich ihm klarzumachen, dass es für uns nur Vorteile hätte die Sklaven von Bonfire zu bekommen. Ich schrieb es meiner wochenlangen Arschkriecherei zu Gute, dass er schnell auf meinen Vorschlag einging, so dass wir den Tormanhängern sofort dieses Angebot machten.

Ich hätte auch bemerken können, dass das Verschwinden von Kalliope und das Auftauchen eines umgänglichen Mr. Smite einen ursächlichen Zusammenhang hatte... Aber diese Erkenntnis blieb mir für das Zusammentreffen mit dem echten Mr. Smite vorbehalten.

Der Aufstand endete jedenfalls sofort, die Bürger King's Bays in unserer Mannschaft willigten in den Handel ein: Ein Jahr und einen Tag Dienst auf der Galgenkrähe, wenn wir Ihre Familien auch auf unser Schiff holten.

Erfreut begaben Garibald und ich uns die Treppen hinauf zur 4ten Etage, unseren Leuten und dem Kapitän entgegen. Wir trafen sie auf halben Weg und es war ein freudiges Wiedersehen. Dass mir mein Kapt'n mal so sehr als Vater der Kompanie erscheinen würde ist zwar seltsam, aber es war auf jeden Fall gut für die Loyalität der Mannschaft: Die Galgenkrähe gegen den Rest der Welt!

Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, weiß ich gar nicht mehr wie es vonstatten ging, dass Käpt'n Goldwind den Deal mit den Paladinen akzeptierte und Mr. Smite das nicht mitbekam... aber irgendwie funktionierte es. Und um hier in diesem neutralen Hafen eine größere blutige Keilerei zu vermeiden kauften wir Bonfire seine Sklaven direkt ab. Der widerliche Kerl war ja auch noch hier... ganz im Gegensatz zu Kapitänin Mary Bonnie!

Die war nämlich mit ihrer Crew, die zwischenzeitlich den Schlüssel der Genasi erbeutet hatte, auf ihr Schiff und zusammen mit "Smaragd", dem Kultisten des Flüsterers im Dunkeln, bereits auf hoher See unterwegs. Mit UNSEREM Schlüssel! Für den wir so viel riskiert hatten! Mit einem jener Kultisten, die uns so übel mitgespielt hatten und sich erdreistet hatten den Umberlee-Tampel in Caer Westphal zu überfallen!

Schnell schallte der Ruf "Hinterher!" durch die Mannschaft.

Hastig wickelten wir daher den Sklaventransfer ab und ignorierten das tränenreiche Wiedersehen der Familien. Sicherheitshalber ließen wir die Meuterer auch noch eingesperrt bis wir auf See waren - nicht dass sie vertragsbrüchig wurden. Und nachdem wir die Leinen gelöst hatten, nahmen wir Kurs auf die See... der Albatros hinterher.

Und als sich die Segel im Wind blähten, das Bug sich auf die Wellen hob und der salzige Geruch des Meeres in unseren Nasen wehte, da wusste ich wieder warum ich Pirat war und es bleiben wollte!


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« Letzte Änderung: 25. November 2010, 20:23:39 von Amurayi »
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Amurayi

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« Antwort #62 am: 01. Dezember 2010, 14:13:11 »
Gefangen im Salz

Wir waren kaum einen halben Tag gefahren, da wurden wir unliebsam überrascht: mitten in schönster Fahrt, schossen plötzlich an Steuer- und Backbord Wasserfontainen aus dem Meer, die sich wie die Arme eines Kraken gegen unser Schiff wandten. Die Verwirbelungen bremsten uns schnell aus und wir mussten die Segel einholen, um das Schiff nicht in Gefahr zu bringen, während die Wasserarme nach uns schlugen. Die Segler sprangen in die Wanten, Mr. Smite bellte Befehle und ich bemerkte, dass sich viele Augen erwartungsvoll auf mich richteten: Als Schiffsmagier erwartete die Mannschaft von mir, dass ich solche offensichtlich magischen Angriffen begegnete - wie auch immer das geschehen sollte.

Die Wassertentakel waren von grünlich-schwärzlicher Färbung, es war unschwer zu erahnen, dass ihre Berührung unangenehm werden würde. Als mein Blick in die Astralwelt eintauchte, realisierte ich, dass die sieben Arme zwar zusammenhängend beschworen wurden allerdings keine direkte Verbindung zueinander hatten, die man auf einen Streich hätte bannen können. Ich hatte mich in letzter Zeit vermehrt mit dem Magie Bannens befasst und auch einen entsprechenden Zauber parat.

Mysingur liess lautstark Beschimpfungen von sich hören. Als Nahkämpfer konnte er gegen die weit von der Reling entfernten Tentakel wenig ausrichten. Garibald warf versuchsweise einen magischen Dolch hinein und schaffte es durch die magische Struktur des Dolches einen der Arme instabil zu machen.

Da ich einen zerstörerischen Flächenzauber plante, versuchte ich zuerst einmal das am weisteten abseits stehende Wassertentakel zu bannen. Und zur Begeisterung der Mannschaft war die mit großer Geste und lautem Ruf ausgeführte Bannung augenblicklich erfolgreich. Ich hätte gerne noch weitere Tentekal so einfach beseitig, allerdings musste ich den ausgelösten Bannzauber erst wieder vorbereiten.

Inzwischen fing Kalliope an, wie eine leibhaftige Sirene der Meere, einen seltsamen Gesang anzustimmen. Die schöne Bardin sang einen sehr hohen und trotzdem lieblichen Ton, dessen Magie ein weiteres der Tentakel näher zum Schiff lockte und auch dessen arkane Substanz schwächte, so dass Mysingur nun als nächstes zum Einsatz kam. Der Zusammenhang zwischen der Muskelkraft mit der er seine magische Axt schwang und dem Schaden, den er bei dem beschworenen Wassertentakel anrichtete, war mir zwar schleierhaft - aber erfolgreich war es trotzdem.

Dann ging alles ganz schnell. Während die Tentakel noch nach uns schlugen und Mysingur und Garibald in den Würgegriff nahmen, löste ich zwei direkt aufeinanderfolgende magische Schockwellen aus, die ungefährlich für meine Leute waren, aber verheerend für die Kreaturen: Drei zerbarsten direkt, zwei weitere waren stark angeschlagen. Dass ich diesen Zauber mit einem Blutopfer für Umberlee gestärkt hatte schwächte mich zwar, aber es war die Sache (und den Effekt!) wirklich wert.

Garibald, Mysingur und Kalliope machten mit den restlichen Beschwörungen kurzen Prozess und als der Käpt'n aus seiner Kajüte kam, war der Spuk schon so schnell vorbei, dass er es nicht 'mal gesehen hatte.

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Mr. Smite erklärte ihm was vorgefallen war. Zusammen mit dem Kapitän, Kalliope, Garibald und Mr. Smite erläuterte ich, dass dieser Angriff schon ein ganz anderes Kaliber war, als das was wir bisher so erlebt hatten. Wenn der Kultist "Smaragd", den wir verfolgten, dafür verantwortlich war, war seine Macht größer als gedacht - und wir mussten vorsichtig sein.

Kurz darauf hissten wir auf Kapitän Goldwinds Kommando wieder die Segel und nahmen Fahrt auf. Mysingur löste Varis im Krähennest ab und der Elf legte sich sofort in seine Hängematte. In letzter Zeit war er noch ruhiger geworden und verrichtete nur still seinen Dienst.

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Kalliope und ich fanden auch die Zeit uns wieder den magischen Pflanzen, die wir vom Händler Paelish aus Caer Westphal erhalten hatten zu widmen. Da sich in letzter Zeit bei mir ein gewisser Vorrat an Residuum angesammelt hatte, mischte ich großzügig davon ins Gießwasser, denn mir war aufgefallen dass das dem Wachstum der Pflanze sehr gut tat. Kalliope hatte sich diesen Trick bei mir abgeschaut und hegte ebenfalls das seltsame Gewächs, welches bei Ihr allerdings ganz anders ausschaute als bei mir. Auch Garibald züchtete wohl noch etwas in seiner Küche, auch wenn die seltsame Schlingpflanze ja eigentlich ausgerottet worden war.

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Mit Schaudern dachte ich daran zurück, wie uns das Gewächs fast das Schiff zerlegt hätte, bevor wir es in den Griff bekommen hatten. Garibald schien aber bester Dinge und gab mir - wie schon einmal - einen magischen Gegenstand aus dem ich für ihn die magische Essenz (also Residuum) extrahieren sollte. Durch unsere langen Fahrten, auf denen ich wenig Gelegenheit hatte mich mit anderen Magiern auszutauschen war ich es gewohnt alleine zu arbeiten und mir meine Materialien selbst zu beschaffen. Das be-, ver- und entzaubern von Gegenständen beherrschte ich aus dem Handgelenk. Mittlerweilen las ich gelegentlich dabei, weil es langweilig wurde.

Ich hatte Garibald gerade sein Residuum in die Kombüse gebracht, in der der kleine Tim die Filetstücke des Drachenhalses in Streifen schnitt, als Mysingur im Ausguck plötzlich etwas rief. Ich verstand es nicht, weil es durch die dicken Deckplanken so gedämpft wurde und zudem auch noch die Mannschaft oben herumtrampelte. Gerade als ich hinaufgehen wollte, bemerkte ich ein dumpfes Kratzen vom Rumpf. In meiner Zeit als Schiffszimmermann habe ich ein feines Gehör für die Geräusche eines Schiffes entwickelt und dieses war geeignet mein Mißtrauen zu erwecken.

Während also auf Deck irgendein Streit anhub - ich hörte nur Mysingur und Mr. Smite miteinander zetern - stieg ich hinunter in die Kielräume. Ich kniete mich auf den Boden und hielt mein Ohr an das Holz. Hier unten stand immer ein paar Handbreit Wasser im Rumpf und es roch nach Feuchtigkeit. Dies war die Stelle wo das Schiff am meisten einem Lebewesen glich - dunkel, voller seltsamer Geräusche, ein bißchen unheimlich fast. Dann hörte ich es wieder: Ein Schaben, ein Kratzen als hätte Treibholz die Bordwand gestreift oder als wären wir über einige versunkene Äste gefahren.

Ein Riff konnte es eigentlich nicht sein, hier auf offener See. Ich stieg daher wieder hinauf um mir Klarheit zu verschaffen. Kaum war ich an Deck stand ich auch schon mitten im Gebrüll. Mr. Smite blaffte Mysingur an, der blaffte zurück, Garibald versuchte zu beschwichtigen und Kalliope redete auf den Käpt'n ein der sichtlich verärgert dreinschaute. Es ging darum ob Mysngur nun in den Ausguck sollte oder nicht und ich glaube er war kurz davor es auf eine Kraftprobe mit Mr. Smite ankommen zu lassen.

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Schlußendlich kletterte er dann doch hinauf, denn oben gab es etwas zu sehen: Am Horizont hatte sich das Meer weiß gefärbt! In Richtung von Wyngate, auf das wir zuhielten und wohl das Ziel der Albatros war, hatte das Meer eine weißliche Färbung. Und auch bei uns konnte man schon weiße Brocken im Wasser sehen - wie Eis! Das erklärte auch die Geräusche die ich gehört hatte... allerdings war es viel zu warm für Eis, in diesen Regionen vereiste das Meer eigentlich nie.

Nun war auch das Geräusch immer stärker hörbar. Es schleifte und kratzte als die weißen Brocken gegen die Bordwand schrammten. Neugierig beugte ich mich über die Reling und fischte einen der Brocken mithilfe eines einfachen Levitationszaubers heraus. Zu unser aller Erstaunen handelte es sich um einen dicken Klumpen Salz! So ein Phänomen um uns herum hatte noch niemand zuvor gesehen. Ich sah in den Gesichtern der Mannschaft, dass auch hier an Bord des Schiffes der 3x3 Flüche niemand gegen Angst gefeit war.

Da wir nun ja auch die Familien aus King's Bay an Bord hatten und die Galgenkrähe momentan mehr einem fahrenden Dorf glich als einem gefürchteten Piratenschiff, wurde diese Nachricht sogleich furchtsam weitergegeben. Unruhe breitete sich aus.

Schneller als uns lieb war wurde das Salz dichter. Sehr bald konnten wir die Reise nicht fortsetzen, da wir wie im Packeis mit großen treibenden Salzplatten eingeschlossen wurden. Einige Minuten versuchten wir noch in Richtung der Küste zu gelangen, bevor wir ungefähr 200m davor endgültig im Salz gefangen waren, welches sich wie ein erstarrtes Eismeer um uns verdichtet hatte. Kapitän Goldwind lies die Segel reffen, damit die Windlast möglichst gering war. Sogar die Wellen waren noch zu erkenn: erstarrt, als wären sie blitzartig gefroren - nur eben aus Salz. Wir konnten sogar von Bord gehen und uns neben das Schiff stellen, denn der Boden war solide. Wir zogen das Schiff gemeinsam etwas auf die Salzebene, damit es nicht von weiteren Salzerscheinungen zerquetscht würde. Ansonsten schien das Salz dem Schiff erstmal nichts weiter auszumachen. Wir steckten eben nur fest.



Zusammen mit Kalliope, Garibald, Mysingur und Isarius machten wir uns über das Salz auf den Weg zur Küste, um von da aus zu Fuß nach Wyngate zu gelangen. Dort vermuteten wir den Ursprung der seltsamen Salzerscheinung. Zudem hofften wir Smaragd dort zu finden.

Und hatte der Dämon im Keller des Umberleetempels nicht auch etwas von "wir treffen uns in Wyngate" zu den Kulisten gesagt, kurz bevor wir ihn zerlegt hatten? Vielleicht würde es hier einige Antworten geben...
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Amurayi

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« Antwort #63 am: 07. Dezember 2010, 15:13:28 »
Enthüllungen

An der Küste führte ein schmaler Pfad die Klippen hinauf. Vielleicht bringen hier Schmuggler ihre Ware an Land. Als wir oben angelangten, konnten wir auf dem Meer, das sich vor uns erstreckte bis zum Horizont nur Weiß erkennen. Man muss erwähnen, dass das Wetter nun auch schlechter wurde. Nieselregen setzte ein, so dass die Sicht nicht die beste war.

In der Ferne konnten wir schon Wyngate erkennen. Es war gar nicht mehr so weit entfernt. Entlang des Weges erspähte Mysingur einen weißen Raben, der ihm seltsam vorkam, da dieser uns zu beäugen schien. Keiner der anderen - und ich schon gar nicht - hatten jedoch Lust damit unsere Zeit zu verschwenden, so dass wir weiterzogen. Das Wetter wurde unterdessen immer schlechter. Mittlerweile regnete es, Wind brauste uns um die Ohren und der Himmel zog sich mit dunklen Wolken zu, so dass der Tag früh verblasste.

Auf den Klippen vor Wyngate angekommen, sahen wir Matrosen, die Salz, welches auch den Hafen hier komplett ausfüllte, abzuschlugen und bargen. Immerhin war Salz durchaus etwas wert. Wenn nicht zu viele Schiffe hier in der Gegend waren und die gleiche Idee hatten, konnte man durchaus einen ansehnlichen Batzen Gold damit machen.

Wir nutzen die Ablenkung, um uns von der Landseite anzuschleichen, wo eine hohe Pallisade die Stadt gegen mögliche Elfenangriffe schützte. Diese kleinen Menschensiedlungen mussten ständig auf der Hut sein, dass die Eladrin und Elfen sie nicht - wie King's Bay - komplett von den Inseln warfen. Als wir auf wenige Schritt an die Pallisade heran waren, stellten wir aber überrascht fest, dass es hier nicht nur keine Wachen gab - auch die Holzpalisade war in einem sehr schlechtem Zustand. Es gab Lücken, so groß, dass man hindurchschlüpfen konnte. Sogar das Tor stand ein Stück offen. Und das seltsamste war, dass dies keine frischen Spuren eines Durchbruches waren. Moosüberdeckte Stellen zeugten von Verfall und Verwitterung: Diese Befestigung wurde bereits vor Jahren aufgegeben!

Beunruhigt wurden wir noch vorsichtiger: War Wyngate vielleicht schon längst in Elfenhand? Oder trieb hier ein Nekromant vom Schlage Abubikas sein Unwesen, der ein Dorf voller Untoter dirigierte?

Leise wie die Schatten schlichen wir uns durch die Pallisade ins Dorf.

Die Hütten und Wege waren in erbärmlichem Zustand. Offensichtlich wurde hier seit Jahren nichts repariert oder gepflegt. Der starke Wind pfiff durch Ritzen in den Wänden und schief in den Angeln hängende Fensterläden klapperten gegen morsche Rahmen. Keine Tiere waren zu sehen. Nur in wenigen der Holzhäuser brannte ein schwaches Licht.

Auf dem Hinweg hatten wir erkannt dass zwei kleinere Schiffe im Hafen lagen: ein Ein- sowie ein Zweimaster. Die Albatros war also nicht hier. Da wir aber sowieso momentan nicht weg konnten, erhofften wir uns weitere Hinweise hier in Wyngate. Es gab tatsächlich einige wenige Menschen auf den Straßen. Keine Untoten, keine Elfen sondern eigentlich genau die Sorte Küstendorfbewohner, die man hier erwartet hätte, außer dass sie ein bißchen heruntergekommen aussahen - was aber widerrum zu ihrem Dorf passte.

Ein großes Haus am Dorfrand zog unsere Aufmerksamkeit auf sich: Es war in besserem Zustand als die anderen, heimelig erleuchtet und auch zum Großteil aus Stein gebaut. Direkt daneben zwei Galgen.

An ihnen hingen zu unserem Erstaunen zwei Krieger des "Kreuzzugs des Lichtes", jenem Orden aus Anhängern von Aumanathor, Torm und Selune, die uns bereits belästigt hatten. So richtig freuen konnten wir uns über ihren Tod allerdings nicht, denn ihre Gegner - die Kultisten des "Flüsterers im Dunkeln" waren uns nun auch gehörig auf die Füße getreten.

Blieb das größere, erleuchtete Wohnhaus, an welchem ein Schild mit der Aufschrift "Aldaman" zu sehen war. Dies ist in den Moonschein Inseln ein geläufiger Begriff für den Dorfvorsteher. Mittlerweile war es Abend geworden und das Unwetter hatte die Abenddämmerung vollends zur Nacht gemacht, so dass es stockfinster war.

Garibald ging mal wieder voran und öffnete die unverschlossene Türe des Hauses. Unser Blick fiel in einen freundlich erhellten Flur, der von einer Art Tresen begrenzt wurde. Als Kalliope, der Halbling und ich das Haus betraten kam auch schon eine Frau in mittleren Jahren aus einem Nebenzimmer, die sich höflich nach unseren Wünschen erkundigte. Es handelte sich um die Frau des Aldaman und sie verwies uns freundlich ans örtliche Gasthaus "Zur Seebrise".

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Da hier alles sehr unverdächtig erschien und sie uns praktischerweise für die Besatzung des Zweimasters hielt, verabschiedeten wir uns auch schnell wieder. Kaum draußen angekommen, wo sich der stets mißtrauische Mysingur wieder zu uns gesellte, sahen wir den Dorfvorsteher auch schon durch den mittlerweilen dichten Regen zu uns marschieren. Er hatte uns ebenfalls entdeckt und sprach uns direkt an, stellte sich als Aldaman Ritt vor. Auf unsere neugierigen Fragen nach den Löchern in der Pallisade tat er gespielt unschuldig, wich aus ("Ja, da müssen wir mal ran") und empfahl uns nachdrücklich bei diesem Wetter doch das Gasthaus aufzusuchen.

Die Sache stank zum Himmel, das ganze Dorf stank zum Himmel. Ja, es stank sogar wirklich, nach altem faulem Fisch. Mit einigen Floskeln verließen wir den Aldaman und gaben vor zur Taverne zu gehen. Als er außer Sicht war, wandten wir uns allerdings einem Hügel im Dorf zu auf welchem ein Tempelgebäude stand. Auf dem Weg bemerkte ich auch unseren Drow wieder, Isarius hatte sich nämlich bisher erfolgreich versteckt gehalten, wie auch immer er das mit einer weißen Fellrüstung anstellte.

Der Weg zum Tempel war gespenstisch: Blitze zuckten nun am Himmel, Donner rollte vom Meer herauf und zu allem Überfluß führte der matschige Pfad durch den Friedhof von Wyngate. Schiefe Grabsteine, keiner jünger als zehn Jahre, warfen scharfe Schatten im Blitzlicht, hier und da ächzte das rostige Gitter eines halbeingestürzten kleinen Mausoleums. Sogar einige verkrüppelte Bäume gab es hier, deren verdrehte Äste in der Dunkelheit bedrohlich nach uns zu greifen schienen und die sich im strömenden Regen und im peitschenden Wind bogen. Eng in unsere Umhänge gehüllt schritten wir den krummen Pfad weiter hinauf, bis wir endlich an dem geduckten aber mächtigen Tempelgebäude angelangt waren.

Der halbzerfallenen Symbolplatte nach zu urteilen war dies ein Tempel der Erdmutter. Ihre Symbole Einhorn, Wolfsrudel und Wal waren zwar kaum noch zu erkennen, aber doch noch identifizierbar. Auch dieser Bau war sehr ungepflegt. Als Zimmermann war mir klar, dass hier schon Jahre niemand mehr etwas in Stand gesetzt hatte. Ein weitere donnernder Windstoß bewog uns dazu die schwere Holztüre zu öffnen und den Tempel zu betreten.

Die dicken Steinmauern dämpften das Poltern des Unwetters draußen. Wir betraten einen spärlich erleuchteten Hauptraum, in dem ein einziger Kerzenleuchter trübe vor sich in flackerte. Eine uralte Frau in schwerer Kutte wandte sich um als wir eintraten. Sie sah genauso ungepflegt und verlebt aus wie der komplette Tempel. Die vorgebliche Priesterin stank im übrigen ebenfallls entsetzlich nach faulem Fisch, schon von daher wollte niemand von uns so nahe heran dass man ihr Gesicht genauer hätte sehen können. Nachdem die dicke Türe geschlossen war, wurde es recht ruhig hier drin. Ich wirkte einen Lichtzauber auf die Decke, da außer Isarius hier niemand gut sehen konnte. Sofort wandte die Alte ihr Gesicht ab, welches unter der Kapuze sowieso kaum zu erkennen war.

Sie gab sich leutselig und lud uns ein Platz zu nehmen auf den verstaubten Kirchenbänken, die in den letzten Jahren benutzt worden waren. Offenbar traten nur noch wenige Gläubige den Gang in den Tempel an. Vielleicht nur Besucher? Während wir Belanglosigkeiten austauschten und uns dünne Ausreden für den Zustand des Tempels anhörten fiel uns bereits auf, dass zum einen keinerlei heilige Symbole mehr zu sehen waren, sondern lediglich eine Grünpflanze auf einem Tisch stand, den man gerade noch so als "Altar der Erdmutter" durchgehen lassen konnte. Außerdem hatte sie zwei Seitentüren im Auge die in das Tempelinnere führten. Von den Außenmaßen des Gebäudes schließend war uns klar dass es zumindest noch geräumige Hinterzimmer geben musste.

Im Gespräch versuchte unser Halblingskoch dann unbemerkt an der Alten vorbeizuschlüpfen, um durch eine der Türen zu gelangen, was er zwar auch schaffte - allerdings nicht ohne bemerkt zu werden. Mit knappen Worten komplimentierte sie uns daraufhin hinaus, nicht ohne eine Einladung zur Messe in zwei Tagen auszusprechen. Vor dem Tempel berichtete Garibald was er gesehen hatte, nämlich einen langen Gang mit vielen Kleiderhaken - genug um mehr als zweihundert Jacken oder Mänteln Platz zu bieten. Auch sei dieser Korridor sehr abgetreten gewesen. Demnach wurde dieser im Gegensatz zu den Tempelbänken regelmäßig benutzt.

Nachdem es hier mit Höflichkeit nicht weiter ging, besannen wir uns darauf, dass wir ja schließlich Piraten waren, zückten die Entermesser und stürmten zurück in den Tempel...

... der jedoch leer war. Die Alte war verschwunden und ein wenig ratlos standen wir mit blanken Klingen in dem verdreckten und spärlich beleuchteten Andachtsraum. Da sie uns wohl nicht bemerkt hatte, entschieden wir uns wieder zu schleichen und öffneten zunächst neugierig die bisher noch nicht untersuchte Türe gegenüber. Hier verbarg sich eine kleine Rumpelkammer, die allerdings daher schon verdächtig war, weil sich hier achtlos hineingeworfene Symbole der Erdmutter befanden - sicherlich die ehemalige Innendekoration des Tempels.

Garibald öffnete nun geschwind die Türe, die er vorhin bereits durchschritten hatte und wir konnten uns alle zusammen von der ungewöhnlich großzügig dimensionierten Anlage überzeugen. Dass der Hauptraum im Vergleich so schäbig war machte offensichtlich dass es nur eine notdürftige Tarnung war. Zu unserer rechten befanden sich auch die Quartiere der alten Frau - auch diese momentan verlassen. Hier stank es entsetzlich nach faulem Fisch. Eine kurze Untersuchung der schäbigen Kammer förderte einen ekelerregenden Brei in einem Topf zutage, welcher aber eher als Materialkomponente für einen Zauber denn als Nahrung in Frage kam.

Den Gang hinab fanden wir eine Falltüre, unter der sich eine Wendeltreppe verbarg. Wir hörten von unten nichts. Es war quasi verdächtig still, vielleicht hatte man uns nun doch bemerkt. Unverzagt beeilten wir uns die Treppe hinabzusteigen, denn wir wollten unseren Gegnern möglichst wenig Vorbereitungszeit lassen.

Am Fuße der Treppe befand sich ein gemauerter Raum mit einer weiteren Türe, in der tatsächlich die Alte stand, umgeben von einigen tentakelbewehrten Fischmenschen - die uns auch sofort angriffen! Da wir noch halb auf der Treppe waren, konnten wir nur nacheinander in den Raum eindringen, während unsere Gegner uns schön gesammelt angreifen konnten. Schnell waren Mysingurs Axt und Garibalds Küchenbeil zwischen sie gefahren und innerhalb weniger Augenblicke hatten wir gemeinsam die Fischwesen niedergekämpft und auch die Hexe zu Boden gestreckt.

Wir begaben uns durch die Türe, welche auf eine kleine Galerie mündete. Von hier konnte man in einen sehr großen Raum, von den Außmassen her ein Tempelsaal, schauen. Sicherlich 20 Schritt im Geviert groß war er. In allen Ecken standen Kerzenleuchter und in der Mitte war ein großer weißer Kreis, in dem ein gigantischer Schädel eingezeichnet war. Das Weiß des Kreises und das des Schädels waren von leicht unterschiedlicher Farbe - der Schädel hatte passenderweise mehr die Farbe gebleichter Gebeine.

Von der Galerie führte uns eine schmale Stiege hinunter in den Raum selbst. In einem kleinen Nebenraum entdeckten wir einige Bücher, darunter aber hauptsächlich Standardwerke. Auch bemerkten wir eine hohles Wandstück, fanden aber keinen Öffnungsmechanismus - weshalb wir nun anfingen zu experimentieren: Zuerst zündeten wir Kerzen an, welche ein violettes Licht verbreiteten, dass den weißen Kreis auf dem Boden nun lila einfärbte. Aber nichts tat sich. Als nächstes zog Mysingur eine Kultistenkutte an. Eine von diesen braunen Roben mit dem Dreieck auf dem Rücken hing nämlich an der Galerie, sie hatte auch ungefähr seine Größe.

Wenn man so von der Galerie auf den Raum schaute, hatte der Schädel und das violette Licht schon eine starke Ähnlichkeit mit dem Symbol des gefangenen Gottes Cyric. Es fehlten lediglich die stilisierten Strahlen in Form eines Dreiecks...

Endlich - die Lösung! Mysingur legte sich in der Robe, mit den Beinen zum Kreis flach auf den Boden, so dass das Dreieck auf der Robe zum Symbol passte. Das Dreieck auf dem Rücken von Mysingurs Robe stellte nun einen Strahl von Cyrics dunkler Sonne da, die auf dem Boden eingelassen war. Sofort leuchtete das ganze Symbol auf und zeitgleich schwang an der hohlen Stelle der Wand eine Geheimtüre auf.



Der Flüsterer im Dunkeln war niemand anderes als Cyric, der Gott des Mords, Verrats, Illusionen und der Hinterlist... der seine Befreiung vorbereitete. Und als die religiös Gebildeten unter uns sich auf die Geschichte von Cyrics Gefangenschaft besannen, fiel uns auch wie Schuppen von den Augen, dass es genau neun Schlösser waren die ihn hielten.

Neun Schlösser. Neun Statuen die Umberlee verborgen wissen wollte und die die Kultisten begehrten. Nein Statuen, denen Umberlee eine andere Form gegeben hatte und die eigentlich keine Statuen waren, sondern Schlüssel. Die neun Schlüssel die Cyric zur Freiheit verhelfen konnten.

Die Mannschaft des Schiffes der 3x3 Flüche schaute sich mit gemischten Gefühlen an. Neun war wohl nicht direkt unsere Glückszahl.

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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2010, 13:14:51 von Amurayi »
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Amurayi

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« Antwort #64 am: 11. Januar 2011, 15:57:57 »
Der Cyric-Kult von Wyngate

Wir begaben uns durch die Geheimtüre, die wir eben entdeckt hatten und hinter der sich ein Quergang befand. Kaum waren Kalliope und Garibald jedoch hineingetreten, da schossen giftgetränkte Bolzen aus der Dunkelheit heran und glühende Runen auf dem Boden wurden aktiv und verätzten die Stiefel meiner Gefährten. Dieser Gang war übersät mit Fallen. Nachdem wir so arglos hineingelaufen waren, beeilten wir uns nun aus der Schusslinie zu gelangen und die Fallen nach und nach zu deaktivieren. Garibald leistete hier ganze Arbeit, seine Kenntnisse in Feinmechanik machten sich nun bezahlt als der die Bodenplatten nach und nach alle deaktivierte, auch wenn dies eine Menge Zeit erforderte.

Wir entdeckten zunächst einen Raum mit einem Cyric-Symbol als Mosaik im Boden. Um dieses Symbol waren noch die Symbole von Dargon und Orcus gruppiert, sowie ein leerer Platz an dem ein Drittes Symbol hineingepasst hätte. Es schien sich um einen Andachtsraum zu handeln. Garibald packte auch noch Schriftrollen ein, die wir in einem Regal vorfanden. Die Kombination "Gieriger Halbling" und "Nimmervoller Beutel" entwickelte hier übrigens beachtliche Schnelligkeit. Ich halte das mittlerweilen für eine Zwangshandlung, die auch mit seinen morgendlichen Zitteranfällen zusammenhängt. Ich muss das mal beobachten, nicht dass es irgendwann für uns gefährlich wird.

Den Gang wieder zurück gab es zur Linken einen Brunnenraum. Der Brunnen war gut 10 Meter tief und mit Salzwasser gefüllt, es war also wahrscheinlich dass es einen direkten Zugang zum Meer gab. Zur Rechten gab es einen weiteren Gebetsraum, der neben einem Altar ebenfalls mit einem Brunnen ausgestattet war. Ein Teil des Raumes war tiefer gelegen, so dass er mit Salzwasser geflutet werden konnte. Hier konnten also offenbar Wasserkreaturen und Luftatmer gemeinsame Gottesdienste begehen.

Ein Tauchgang in die Brunnen bestätigte mir, dass diese verbunden waren und einen gemeinsamen Gang aufwiesen welcher zum Meer führte. Für meine Gefährten wäre die Strecke zu lang zum tauchen gewesen, darum erkundete ich zuersteinmal alleine. Tatsächlich kam ich in beträchtlicher Tiefe vor der Küste heraus, über mir die massive Salzdecke. Spätestens hier wäre es für Luftatmer problematisch geworden.

Im Dunkeln suchte ich mir eine Lücke und fand im Hafen das freigehackte Schiff, den Zweimaster, von dem wir später erfahren sollten, dass es dem "Goldblatt" Handelskontor gehörte. Es gab hier aber weiter nichts zu entdecken, so dass ich zurückschwomm.

So hatten wir nun die Tempelräume durchsucht, klopften nochmal alles nach Geheimtüren ab und verließen dann den Tempel, ohne uns Mühe zu geben unsere Spuren zu verwischen. Nachdem wir die Fallen beschädigt, die Schriftrollen gestohlen und die Fischmenschen sowie die Hexe abgemurkst hatten, wäre das sowieso ein eher schwieriges Unterfangen geworden.

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Da es mitten in der Nacht war und es auch noch immer Bindfäden regnete, begaben wir uns in die Kneipe des Ortes. Die kleine Kaschemme stank genauso nach Fisch wie alles hier. Allerdings war es zumindest warm. Hinter dem Tresen wischte ein beleibter Mann mit fettigem Haar trübe Gläser mit einem triefenden Lappen, der so schmutzig war, dass Mr. Smite uns nichtmal damit verprügelt hätte. An einem größeren Tisch saß in gemütlicher Runde eine Schiffsmannschaft, an ihren goldenen Kragenknöpfen waren sie als Crew des "Goldblatt" Handelskontores zu erkennen deren Schiff vor Anker lag. Etwas abseits an einem kleinen Tisch unterhielt sich ein Elf mit einem älteren Mann. Ansonsten gab es keine Gäste. Die Schankmaid, eine verhärmt aussehende Frau mit filzigem schwarzen Haar, hatte nicht viel zu tun.

Da wir nur gekommen waren um neugierige Fragen zu stellen und auch schon mehr über den Ort wussten als den Einwohnern lieb sein konnte, versagte unser "Wir sind nur zufällig anwesende Segler" Täuschungsversuch kläglich. Die Galgenkrähe hatte einen Ruf an dieser Küste und ich muss stolz anmerken, dass auch unsere eigenen Namen schon dem ein oder anderen Seefahrer geläufig waren. Blöderweise kannte man mich noch als "Little Jack" - ich muss also diesen Kindernamen zügig loswerden, welcher Pirat möchte schon "Little" heissen!

Die Leute vom Handelskontor waren recht leutselig, sie erzählten davon dass sie die "Albatros" gesehen hatten, kurz bevor das Meer im Salz erstarrt sei. Das Schiff habe einen Mann in einem Beiboot abgesetzt und sei dann schnell weitergefahren. Kurz darauf sei das Meer versalzen, ausgehend von Wyngate. Unseren Überlegungen nach konnte es sich dabei gut um "Smaragd", unseren gesuchten Kultisten handeln. Er war also eventuell noch hier - und mit ihm dann die goldene Statue...

Garibald unterdessen hatte sich ganz unverfroren zu dem Elf an den Tisch gesetzt. Dieser war als Geschäftsmann ausreichend skrupellos, um auch mit seinen Feinden, also den Menschen hier, Geschäfte zu tätigen. Nachdem Garibald ihm ein Gedächtnistonikum aus Gold verabreicht hatte berichtete er (als freischaffender Kunsthändler) von einer goldenen Statue, die bei einem Mindflayer(!) in Tiefwasser gesehenhatte. Dieser habe dort in Skullport ein "Kuriositätengeschäft". Er interessierte sich auch für Mysingurs Statue, die dieser ja immer noch in einer Schlaufe am Gürtel trug. Hier fällt mir ein dass der Nordmann sich da dringend etwas anderes überlegen sollte, das schreit ja geradezu danach gestohlen zu werden. Mysingur hat zwar Augen wie ein Adler, aber wenn er im Rausch des Kampfes war...

Auch der Elf wusste nur zu berichten, dass bei seinen Leuten Wyngate als von dunklen Mächten korrumpiert galt, weshalb sie hier nicht angriffen. Er selbst handelte hier mit goldenen Schmuckstücken. Er zeigte uns eines davon: Abstrakte Seeschnecken. Waserpflanzen und Seekreaturen waren zu sehen. Wir erkannten gleich, dass es stilitisch von Kreaturen aus den Tiefen der See gefertigt sein mußte. Vielleicht Seelfen, Meerjungfrauen und von Kreaturen bösartiger Kulturen wie Sahuagin aus dem unbekannten Tiefen der Ozeane.

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Isarius, der Drow, hatte sich alleine an die Bar gesetzt und angefangen mit der Bedienung zu plaudern. Nachdem der Wirt auf unsere bohrenden Nachfragen nach dem Salz nur mit ausweichenden Sprüchen reagiert hatte, versuchte er wohl Informationen aus der Frau herauszulocken. Vielleicht war er aber auch mittlerweile nur so lange auf See, dass er seine Ansprüche heruntergeschraubt hatte. Ich frage mich ob er als Drow Menschenfrauen attraktiv findet. Ich kann nur von mir selbst und den meisten die ich kenne sagen, dass man irgendwann so an die verschiedenen Humanoide gewöhnt ist, dass ein paar seltsame Ohren oder ein paar Hörner nicht abschrecken. Drow sind allerdings dafür bekannt dass sie von anderen Rassen nicht viel halten - wobei es hier aber keine anderen Drow gab vor denen er sich rechtfertigen müsste.

Wie auch immer, es war deutlich nach Mitternacht und wir bezogen daher unsere Zimmer. Mysingur bestand auf ein Einzelzimmer, was ich ihm nicht verübeln konnte. Die Enge eines Schiffes kann manchmal ziemlich nerven, wahrscheinlich wollte er einfach mal in Ruhe Hand an den Großmast legen. Die Anderen konnten sich ja schließlich nicht so einfach unter das Schiff verziehen wie ich, wenn sie mal Ruhe wollten.

Ich bezog eine Kammer mit Kalliope. Im Hinterkopf überlegte ich noch ob ich versuchen sollte sie zu ein bißchen Gesellschaft zu überreden. Doch bevor ich diesen Gedankengang zu Ende bringen konnte, schreckte uns ein lauter seltsamer Gesang, ein hohes Singen im Heulen des Sturmes, aus den Betten.

Sofort bemerkte ich auch, dass dieses Geräusch versuchte meinen Verstand zu umnebeln, weshalb ich mir die Finger in die Ohren steckte. Kalliope erging es ähnlich, die Gestaltwandlerin konnte allerdings ihre Ohren einfach schließen. Nachdem ich mich geistig gegen den Ton gewappnet hatte, fummelte ich aus einer Kerze provisorische Ohrenstöpsel zusammen und mißtrauisch verließen wir unser Zimmer.

Die anderen Zimmer waren leer und als wir nun alarmiert aus dem Gasthaus stürzten, standen uns die Haare zu Berge: Die Stadt war von einem schweren Sturm umtost, Blitze zuckten am Himmel und nur schwaches Kerzenlicht der wenigen Häuser erleuchtete eine geisterhafte Szenerie: Unsere Freunde sowie die Segler vom Goldblatt-Kontor tappten, vollkommen gefangen von dem heulenden, singenden Ton, willenlos in Richtung des Hafens. Dort sah man schon einige Gestalten die auf das Salz liefen und einbrachen, und in den Fluten versinken.

Hastig schauten wir uns um - außer Kalliope, dem elfischen Händler und mir schienen alle Seeleute und Gäste des Gasthauses von dem seltsamen Klagelaut, der aus dem Meer zu kommen schien, benebelt zu sein und sie in willenlose Marionetten verwandelt zu haben. Und alle liefen auf ihr Verderben in den finsteren Fluten zu.

« Letzte Änderung: 13. Januar 2011, 18:05:17 von Amurayi »
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Nappo

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« Antwort #65 am: 12. Januar 2011, 13:15:24 »
was hab ich gelacht: Stell dir vor es ist Dungeoncrawl und keine Gegner da *g* hihi *g*

Amurayi

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« Antwort #66 am: 24. Januar 2011, 13:55:01 »
Der Ruf des Dagon

In der Dunkelheit war Isarius nur dank seiner weißen Fellrüstung einigermaßen zu erkennen. Vor allem Garibald mussten wir scharf in Auge behalten, ansonsten wäre der Halbling im Trubel verloren gegangen. Kalliope und ich versuchten so schnell als möglich unsere drei hypnotisierten Gefährten daran zu hindern zum Hafen zu gelangen. Selbstverständlich probierte ich auch die Magie die auf unseren Gefährten lag zu bannen, doch gegen das mächtige Ritual waren meine Bemühungen nutzlos.

In einer halsbrecherischen Aktion versuchte die Bardin zuerst Mysingur einzufangen und ihm ein Fischernetz um die Beine zu wickeln. Ich schnappte mir unterdessen Garibald, entschlossen ihn einfach hochzuheben und irgendwohin zu packen wo er nicht weglaufen konnte. Nun war ich zwar stärker als Garibald, aber er wand sich auch in seinem Trancezustand immer noch wie ein Aal, so dass er mir immer wieder entfleuchte. Kalliope versuchte in ihrer Not einen Zauber um Mysingur zu bändigen, da er sich aus dem Netz gerissen hatte und die Gestaltwandlerin nun auf seinem Weg zum Meer hinter sich herzog. Schmerzvoll heulte er auf, als die Magie der Bardin ihn traf und war plötzlich aus der Trance erwacht!

Ein kräftiger Schlag war also die Lösung! Eilig rannte ich zu Garibald und bereitete einen Zauber vor, der ihn zwar treffen musste, aber ihn schon nicht umbringen würde. Beshaba, die Göttin des Unglücks, muss aber wohl ihre Hand im Spiel gehabt haben, denn ich erwischte den Halbling mit einer schnell beschworenen, donnernden Wasserwelle so unglücklich, dass es ihn von den Beinen fegte und er blutend und röchelnd zu Boden ging.

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Kalliope hielt sich mit Bedenken trotzdem glücklicherweise nicht auf, sondern beschoß Isarius einfach kurzerhand ebenfalls mit einem gezielten Zauber, welcher den Dunkelelfen aus der Beeinflussung holte.

Nun rannten wir zum Ufer um die Kameraden vom Goldblatt Kontor zu retten. Hier sahen wir auch was das Ziel dieser großen Verzauberung war: Kaum war einer der Seeleute ins Wasser gefallen und elendlich ertrunken, da verwandelte er sich in ein schuppiges schleimiges Wasserungeheuer! Auch der Elf, den sie "Makrele" nannten, und sein Freund, der Juwelenhändler, waren hier. Während Makrele bei Bewusstsein war, wankte der Händler seinem Schicksal entgegen. Auch die letzten Seemänner des Goldblatt-Kontores waren noch auf dem Weg in ein Loch im Salz, aus welchem schon ihre verwandelten Kameraden drängten.

Kalliope, Garibald und ich waren geistesgegenwärig genug uns zu stellen, Mysingur aber war immer noch zu mitgenommen, um kämpfen zu können.

Nun - es war nicht die Zeit für das Florett, sondern die für das Buggeschütz gekommen und so schleuderte ich ohne Rücksicht auf Verluste die zwei kräftigsten Zauber in die Meute aus Gegnern und Verbündeten die ich kannte. Auch wenn ich darauf achtete Freunde und Aliierte nicht umzubringen, so wurde Makrele auf der Stelle bewusstlos zur Seite geschleudert. Garibald schnitt unterdessen eine riesige Kreatur um die sich von hinten anschlich und Kalliope verprügelte zwei der Verwandelten Wesen mit ihrem Piratensäbel, während sie uns mit ihrer kristallklaren und alles übertönenden Stimme Kampfesmut zusang.

Als wir die Oberhand gewonnen hatten und der Nachschub an Kreaturen aus dem Loch endete, packten wir den Händler und die anderen Überlebenden zusammen mit deren Kapitän, der unbeeinflusst geblieben war, und zogen uns in das Gasthaus "Seebrise" zurück. Als wir uns - erschöpft aber grettet - in dem Gastraum sammelten, war das Entsetzen besonders bei den Goldblatt-Seeleuten groß. Sie hatten einige Mannschaftsmitglieder verloren und aufgrund des Salzes konnten sie hier ja auch nicht weg. Sofort priesen wir ihnen die Galgenkrähe als Retter in der Not an: Besser lebend und ein paar kleine, unwichtige Flüche am Bein, als Tot und die Seele bei einem Dämon!

Einige waren durchaus dafür, aber ihr Kapitän war natürlich nicht begeistert - auch wenn er ebenfalls dringend weg wollte. Sie entschlossen sich erstmal in der Seebrise zu bleiben. Da auch der Wirt nicht aufzufinden war gingen sie direkt zu Selbstbedienung über, was die Stimmung wieder etwas aufhellte. Garibald, Kalliope und ich entschlossen uns, dem Tempel einen erneuten Besuch abzustatten.  Es fehlte nämlich nicht nur der Wirt, sondern auch sonst war niemand im Dorf zu sehen. Wo mochten die Bürger von Wyngate wohl sein?

Mysingur ging es immer noch nicht gut, er blieb daher in der Seebrise als wir aufbrachen. Isarius war mal wieder verschwunden - wo er wohl wieder war? Normalerweise zeigte er sich immer mal wieder, doch vielleicht hatte er sich einfach nur im Dunkeln auf die Spur der Kultisten begeben - schließlich konnte er im Dunkeln sehen. Nun, er wüde schon wiederkommen, dachte ich zu diesem Zietpunkt.

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Als wir das große Steingebäude betraten war im Eingangsbereich alles leer. Der Boden zeigte aber deutliche Spuren: Dreck und Erde waren frisch hereingetreten worden und dies offenbar von einer großen Anzahl von Leuten. Als wir durch den Gang zur Luke gingen, die wir bei unserem letzten Besuch entdeckt hatten, hörten wir bereits unheilvollen Singsang aus der Tiefe.

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Wir folgten den Stufen und gelangten zu dem großen Raum, in welchem der Schädel auf den Boden gemalt war. Nun konnten wir sehen wie die ganze Zeremonie in Wirklichkeit aussah: Im Kreis um den Schädel lagen die Anhänger des Kultes, bäuchlings mit dem Dreieck auf ihren Roben auf dem Rücken. Sie bildeten die Sonnenstrahlen des Cyric-Symboles. In der Mitte des Ganzen stand eine Frau in Roben, die einen Opferdolch in der Höhe hob und gerade unter lauten Lobpreisungen Dagons und Cyric ein Blutopfer bringen wollte.

Nun wussten wir auch wo Isarius abgeblieben war, der in diesem Augenblick zu sich kam und von unten auf die Priesterin heraufschaute, die dabei war ihren Opferdolch in seine Brust zu rammen.



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Während der Drow noch entsetzt auf den Dolch blickte der sich ihm näherte, hörten wir alle einen lauten Schrei: Es war der Kampfschrei unseres Smutje, der sich in diesem Augenblick mit Anlauf von der Balustrade auf den Kronleuchter in der Raummitte stürzte. Offenbar hatte der Kampfesmut Garibald nicht verlassen!
« Letzte Änderung: 25. Januar 2011, 14:09:06 von Amurayi »
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Amurayi

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« Antwort #67 am: 15. Februar 2011, 20:53:24 »
Die Schlacht im Cyric-Tempel

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es die klügste aller Ideen war, dass Garibald von der Balustrade über den Kronleuchter in die Mittes des Kultistenkreises sprang. Sicherlich war es aber überraschend - sowohl für uns, als auch für die Kultisten. Die Kultistin, die ihren Dolch drohend über Isirius hielt, erkannte ich als die Bedienung der "Seebrise". Ihr Gesichtsausdruck schwankte einen Augenblick zwischen völliger Fassungslosigkeit und Zorn über die Störung, bevor sie sich für eine schmerzhafte Grimasse entschied, als das Küchenmesser des herabspringenden Smutje ihren Arm aufschlitzte.

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In ihrem Gebet an Cyric versenkt, blieben die Dorfbewohner, die immer noch im Kreis um das Symbol lagen, auf ihren Plätzen liegen, auch wenn sie uns verschreckte Blicke zuwarfen. Zunächst griffen uns nur ein Magier der Kultisten und eine handvoll Fischwesen an. Isarius hatte sich unterdessen weggerollt und rannte hastig aus dem Kreis, da er in einer Ecke des Raumes seine Ausrüstung nebst Waffen erspäht hatte. Kalliope und ich blieben zunächst auf der Balustrade über dem Geschehen. Unsere Magie konnten wir auch bequem von hier oben aus wirken - die schwerfälligen Fischwesen, die die Treppe zu uns hinaufwagten, störten uns nicht sonderlich.

Eine weitere Überraschung bahnte sich unterdessen hinter uns den Weg. Mysingur hatte sich anscheinend auf Nordmannsart erfrischt und seine Lebensgeister mit einer großen Portion Rum wieder geweckt. Jedenfalls kam der Hühne gerade die Treppe vom oberen Tempel heruntergallopiert, was sich anhörte, als wäre eine Herde Stiere im Ansturm. Ohne sich mit Kleinigkeiten wie "Tür", "Geländer" oder auch "Balkon" aufzuhalten, stürmte er direkt in den großen Saal in dem unser Kampf tobte. Leichtfüßig wie ein durchgehender Brauereigaul krachte er über die Brüstung und sprang mitten ins Getümmel.

Ich hatte meine liebe Not die Umberlee-Frevler hier angemessen kielzuholen: Voller Zorn hatte ich einen magischen Dreizack beschworen, die Waffe Umberlees, von tosendenen Wasser umspült. Mit Kraft hatte ich sie auf den anderen Magier geschleudert... und mit Kraft kam sie zurück! Kaum war mein Zauber gesprochen, so nutze er die Macht des Ritualkreises und verwandelte den Dreizack in ein schwarzes Schwert Cyrics, welches nun auf mich selbst herniederfuhr. Lange Sekunden rangen wir mit aller Kraft und wutverzerrten Gesichtern wechselseitg um die Kontrolle über die Magie, wogten unsere Anstrengungen hin und her, bevor es Mysingiur gelang den feindlichen Magier die Kontrolle über meine Beschwörung zu verlieren.

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Was mich weiter irritierte, war die Tatsache, dass die Stierhorde auf der Treppe nicht leiser wurde, auch nachdem Mysingur bereits an uns vorbeigerauscht kam. Und als ich mich herumdrehte war ich ziemlich überrascht: Unsere Crew kam uns zur Hilfe! Mit Mr. Smite an der Spitze und Kapt'n Goldwind mittendrin stürmte unsere Meute durch den Ritualraum und ein lautes "Für die Galgenkrähe!" schallte aus vielen Kehlen. Ich sprang zur Seite als sich unsere Mannschaft mit gezückten Entermessern über die Brüstung schwang. Kapt'n Goldwind wedelte wild mit einem großen Säbel: "Ihr habt doch nicht gedacht, dass wir euch hier alleine lassen, Jungs!?" Die Augen des Zwergen blitzten vor Kampfeslust als er die Treppe hinunterstürmte: "Harr!! Jetzt geht's euch an den Kragen ihr stinkenden Landratten!"

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Mit dieser Unterstützung hatten wir die Kultisten überrumpelt! Innerhalb von Sekunden war der Widerstand gebrochen und während die Mannschaft bereits anfing den ersten Kultisten die Taschen zu leeren, stürmten wir in die hinteren Räume. Einer der Kultisten hatte nämlich Smaragds Namen gerufen und wir hofften den verhassten Kultisten dort zu finden. Als wir den Gang entlangstürmten wurde unser Weg aber von einer wuchernden Koralle blockiert, die dort magisch plaziert worden war. Der Zauber liess sich nicht auflösen, so dass Mysingur mit der Axt nachhelfen musste, was aber recht flott ging: Wie ein Rammsporn durch eine morsche Schiffswand brach die mächtige Axt durch die Korallen, dass um uns herum die Späne und Bruchstücke nur so spritzten.

Kaum waren wir durchgebrochen, stellte sich uns das letzte Aufgebot im Tempel gegenüber. Smaragd selbst war auch dort, suchte aber gerade sein Heil in der Flucht durch den Brunnen, der zum Meer führte, während einige Fischige Diener und ein Priester uns den Weg versperrten. Dieser Priester war der Aldermann, also das Oberhaupt des Städtchens Wyngate.

Der Kultistenführer Smaragd rief seinen Verbündeten noch zu, dass er den Avatar Dagons beschwören wolle... ein Vorhaben welches wir verhindern mussten! Er war schlau genug einen infernalischen Tentakelzauber auf den Brunnen zu legen, so dass wir ihm nicht hinterherschwimmen konnten.

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Garibald und Mysingur bearbeiteten die Fischwesen, während Isarius und Kalliope sich den Priester vorknöpften. Der Halbling und der Nordmann arbeiten erstaunlich gut zusammen, auch wenn sie sonst dauernd aneinanderrasseln, wie die Säbel zweier streitsüchtiger Kapitäne.

Nachdem wir in dem Kampf die Oberhand gewonnen hatten, wollten wir Smaragd hinterher, doch sein Tentakelzauber blockierte immer noch den Tunnel. Es war allerdings absehbar, dass diese Magie sich bald erschöpft haben würde. Falls der Beschwörungsort unter Wasser liegen sollte, begann ich das Ritual der Wasseratmung zu wirken. Meine hastige Improvisation des Zaubers der jeden Luftatmer zum Unterwasseratmen befähigte tat ihren Zweck und nach wenigen Minuten - der Weg war mittlerweile frei - konnten wir in den Brunnen springen.

Der Weg durch den Tunnel war lang und führte ins offene Meer. Durch die Ebbe war das Wasser zurückgegangen und ganz erstaunlich war dass die darüberliegende Salzkruste wie eine Gewölbedecke stabil blieb! Man sah von unten kein Tageslicht sondern nur die weiße Masse über uns. Ohne Licht wäre es auch recht dunkel gewesen. Wir entdeckten eine Grotte, die nun über dem Wasserspiegel lag und normal vom Wasser verborgen war. Wir vermuteten dass dies der Kultort sein musste, da Stimmen aus dem Inneren zu hören waren.

« Letzte Änderung: 15. Februar 2011, 23:57:36 von Amurayi »
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G4schberle

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« Antwort #68 am: 15. Februar 2011, 22:13:24 »
Yay, neuer Lesestoff.
Whoop whoop. ^^
... berichtigt mich, wenn ich falsch liege ...

Amurayi

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« Antwort #69 am: 15. Februar 2011, 23:54:19 »
:)

Wenn ihr Fragen an die Spieler oder mich habt - nur her damit...

Baue auch gerne Gate-Ideen ein...
« Letzte Änderung: 16. Februar 2011, 23:56:33 von Amurayi »
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G4schberle

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« Antwort #70 am: 16. Februar 2011, 14:13:37 »
Wenn ihr Fragen an die Spieler oder mich habt - nur her damit...

Baue auch gerne Gate-Ideen ein...

Da ich auch eine Piratenkampagne (für irgendwann in ferner Zukunft) plane, kannst du mir vielleicht ein paar Tipps PMen. Hab dir auch schonmal den Plot geschickt, aber haste wahrscheinlich nicht gemerkt. >_<
(Ist aber irgendwie ähnlich geworden zu deiner Kampagne - ergo werd ichs nochn bisserl abändern)
Im Zuge dessen hab ich auch eine Liste von historischen Schiffen erstellt mit Angaben wie Schiffstyp, durchschnittliche Besatzung, durchschnittliche Bewaffnung, Geschwindigkeit, Wendekreis, Traglast und Tiefgang. Wenn du willst kann ich die dir ma schicken. Damit lassen sich dann zB Verfolgungsjagden und Gefechte auf hoher See realisieren. Außerdem könnte man den SC damit Spielerwissen über bestimmte Schiffstypen vermitteln, sodass man ihnen nur noch das Bild des gegnerischen Schifs zeigen muss und sie gleich wissen: 'Oh das ist ne Fregatte/Piratenjäger, da machen wir lieber nen Abgang.' (Find ich irgendwie stylischer als *Würfel Würfel * 'Ok, mit 26 Wissen(Schifffahrt) weißt du, dass es sich um einen Piratenfänger handelt.'

Reinhaun.
« Letzte Änderung: 16. Februar 2011, 14:19:21 von G4schberle »
... berichtigt mich, wenn ich falsch liege ...

Amurayi

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« Antwort #71 am: 16. Februar 2011, 14:21:26 »
Hatte dir auch schon geantwortet... check mal deine PMs...

In der Vorbereitung dieser Kampagne hatte ich mri auch diverse 3.5 Regeln zu Kämpfen Schiff gegen Schiff angeschaut. Richtig überzeugt hatte mich aber kein Regelwerk dazu, da alle entweder davon ausgehen, dass das eigene Schiff auch tatsächlich mit 50% Wahrscheinlichkeit untergehen kann oder einen echten Realismusanspruch hat (extrem langsame Wendemanöver, was auf der Battlemat sterbenslangweilig ist). Lasse mich aber gerne inspirieren...
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G4schberle

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« Antwort #72 am: 16. Februar 2011, 14:54:45 »
Zitat
Hatte dir auch schon geantwortet... check mal deine PMs...
:oops:

Ich fand halt vor allem so Sachen interessant wie Verteidigungsmanöver:
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Amurayi

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« Antwort #73 am: 16. Februar 2011, 23:58:07 »
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Der Aspekt des Dagon

Wir waren in Eile, da wir hofften Smaragd zu stoppen, bevor er den Aspekt Dagons beschwören konnte. Und obwohl beispielsweise Garibald schon recht mitgenommen war, drängten wir in die Grotte hinein, die von einem großen, stinkenden Krabbenwesen bewacht wurde. Wir kämpften uns den Weg schnell frei und auch einige der Fischwesen sowie eine ekelhafte Schleimkreatur aus Dagons Reich, die nur aus Gallert, Augen und Mündern bestand, konnten unseren Ansturm nicht stoppen.

Die Handschrift des Logbuchs wechselt in die etwas krakelige Handschrift des Nordmannes Mysingur:
Anders als meine Kameraden stürmte ich die Höhle noch mit erheblichen Reserven, was meine Kräfte anging, da ich ja zuvor auf schändliche und hinterhältige Weise durch die Kultisten schachmatt gesetzt wurde und als mich meine Kameraden später befreiten noch frisch und motiviert war. Es war also an mir meine Ehre in einem gehaltvollen Blutbad wieder reinzuwaschen und meine schon müden Kameraden durch unzögerliches Voranstürmen zu schützen. An die folgenden Ereignisse kann ich mich leider nur rudimentär erinnern, da ich von einem Blutrausch in den anderen geriet und die Kämpfe, nur noch als Gemetzel in Erinnerung habe. Die Krabbenkreatur jedenfalls war nur ein kurzweiliger Apperitiv. Da Garibald und Kaliope aus der letzten Rille atmeten, legten wir in taktischer Hinsicht fest, dass sich beide nicht in die erste Reihe stellen sollten. Kaliope hielt sich weitgehend an diese Weisheit, offensichtlich ist ihr klar wieviel ihre Haut ihr wert ist und dass sie den Kamaraden keinen Nutzen bietet, wenn sie tot ist. Garibald wiederum ließ sich wie immer viel zu sehr von seiner Neugier (oder seiner Gier) dazu hinreißen, dieser Weisheit nicht zu folgen. So rannte er -als erster!!!- den Gang weiter, vor mir, obwohl ich der mit den scharfen Augen bin, und rannte direkt in eine Falle, dessen Auslösung unsere bescheidenen Kräfte noch weiter reduzierte und uns direkt in die Arme von einem halben Duzend Kultisten in Form von Fischwesen und des von Jack oben genannten Gallertwesens katapultierte. Nun zum Kampf bin ich geboren, es ging direkt in den nächsten Blutrausch. Ich beschäftigte die Kultisten, während sich Jack hauptsächlich um das Gallertwesen kümmerte. Da Tempus immer auf der Seite der Tüchtigen und Vorwärtsstürmenden ist, erledigte ich kurzerhand die Kultisten. Jack und Garibald erledigten dann das Gallertwesen. Wer den Todesstoß setzte habe ich allerdings nicht mitbekommen. Wie es sein konnte, dass Garibald immer noch stand, obwohl die kleine Hühnerbrust tatsächlich aus der letzten Rille pfeiffte, bleibt mir ein Rätsel. Ich glaube es war Kaliopes Unsichtbarkeitszauber, welchen sie auf ihn legte, der ihm in allen Kämpfen dieses Tages, mehrfach eine gehöhrige Trachtprügel ersparte, die er sicherlich nicht mehr weggesteckt hätte. Für mich sind ja solche Zauber nichts, aber bei dem Kleinen erfüllen sie ihren effizienten Zweck.

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Handschrift von Jackman
Einige Biegungen und Windungen später, entdeckten wir hinter einem Algenvorhang schließlich eine große natürliche Höhle, die mit Statuen von großen Fischen geschmückt war. Auch ein Altar stand hier, hinter welchem sich Smaragd gerade darin erging Dagon herbeizufordern. Das klang gar nicht so bittend und beschwörend wie ich es erwartet hätte: er nutze die goldene Statue die er uns geraubt hatte und die vor ihm auf dem Altar stand und entriss ihr die ihr innewohnende Macht. Ein goldener Kreis aus leuchtender Energie umspielte den Gegenstand während seines Rituales, was auch die Höhle hell erleuchtete.

Und wieder war es Garibald, der "nur mal schnell die Statue vom Altar holen" wollte. Kaum hatte er die Höhle betreten, da erblickte Smaragd ihn. Der Kultist schrie auf vor Wut, wissend, dass die Zeit für die reguläre Vollendung des Rituals nicht reichen würde.

Verzweifelt versuchte er daher es abzukürzen und setzte die Macht des Artefaktes mit einem Schlag frei während er Dagon herbei"befahl". Als Mann vom Fach war mir klar, dass das ein bestenfalls riskantes Unterfangen war. Mit solcher Energie, mitten in der Anrufung eines Erzdämonen, waren die Chancen, dass geschah was er wollte gering - die Chancen dass IRGEND ETWAS passierte allerdings sehr hoch.

Und so kam es dann auch: ein Augenblick des Triumphs spiegelte sich auf seinem Gesicht als wir in die Höhle stürzten, Garibald vornedran. Doch Sekunden bevor der Halbling den Altar erreichte wandelte sich sein Triumph in Entsetzen! Ein Schrei, unirdisches Leid verkündend, löste sich aus seiner Kehle. Seine Augen weiteten sich, während sein Körper von unsichtbarer Kraft gepackt wurde und sich seltsam streckte das seine Knochen knackten. Ich packte meinen Stab fester, hielt Kalliope am Arm zurück. Die Bardin und ich blickten mit weich werdenden Knien auf den Kultisten, in dessen Körper gerade der Aspekt Dagons einfuhr...

Und Mysingur griff an.

Dagon:



Handschrift von Mysingur:
Zum Hauptgericht ließ ich meine treue Axt die Schlachtplatte anrichten, auf das es Tempus in Walhalla mundete. Es war so wie immer: "Bin ich ein häßlicher, pickliger schwachbrustiger Mensch, den seine Mama in der Kindheit geschlagen hat und den keine Frau anschauen würde. Ja,dann muss ich ja unbedingt Kultist werden und mich mit irgendwelchen damönischen Kräften, die ich nicht verstehe und nicht beherrsche, verbünden." Mann, ihr Weicheier kappiert es doch endlich: Frauen lassen sich nicht von dreckigen, feigen dämonischen Kräften begeistern. Schaut mich an! Frauen wollen die ureigenste Mannespracht und die Urgewalt spüren und beides erteilte diesem Idioten von "Smaragd" eine richtige Lektion. Als ob Smaragd nicht schon häßlich genug war, verwandelte er sich nunmehr in eine Art von "Aspekt von Dagon", einem, wie nun zu sehen war, "Fisch-Dämon". Hinsichtlich der Details verweise ich auf unseren gelehrten Bücherwurm Jack. Mich interessierte insoweit nur, dass es groß, häßlich und stinkig war und uns vernichten wollte. Die Schläge unserer Waffen oder unserer magischen Effekte prasselte auf diese Mißgeburt nieder, doch es war mit seinen feigen und hinterhältigen Fähigkeiten in der Lage unsere Lebensenergie abzuschöpfen und sich daran zu laben. Mich traff es besonders, da es um meine Kräfte noch gut stand. Wichtig war für Kaliope und Garbibald jedoch auch, Dagon nicht zu nahe zu kommen, da er regelmäßig Schaden verteilte. Im Angesichts des Todes verhielt sich Garibald nunmehr taktisch korrekt und nahm keine unnötigen Risiken für sein jämmerliches Leben in Kauf und somit konnten wir aus dem vollen Schöpfen. Jeder in der Gruppe konnte entsprechend seinen Fähigkeiten dazu beitragen, dass auch diese häßliche Ausgeburt der Hölle schließlich und letztendlich von uns von ihrem elenden Mißgeburtendasein befreit werden konnte. Wer hier den letzten Schlag setzte, ist mir in meinem Blutrausch nicht mehr ganz erinnerlich, aber jeder von uns stand hier seinen Mann oder Frau.

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Handschrift von Jackman:
Als der letzte Funke Lebenskraft aus dem Aspekt Dagons entwich, da versuchte uns die erbärmliche Kreatur noch zu verhöhnen: Er lästerte Umberlee, behauptete sie würde uns für Ihre Pläne opfern und wir wären so blind darauf hereinzufallen. Wie konnte dieser besiegte Sendbote auch ahnen, dass ein Tod nach Umberlees Willen das Beste war worauf wir hoffen konnten? Seine anklagenden Worte, der untaugliche Versuch uns zu verspotten - all dies erreichte meine Ohren als Bestätigung unserer Route. Umberlees Willen geschah und unser Leben für die Schlampe der Meere zu geben war selbstverständlich nur ein unbedeutendes Opfer. Oh Göttin des Wankelmutes, so dir der Sinn danach steht, sind meine Gefährten und ich bereit für dich unsere sterblichen Hüllen zu geben! Der Tag an dem wir in dein Reich eingehen, diesen Tag möchte ich die eigentliche Geburt heißen!

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Fernab der religiösen Dimension die unser Kampf hatte, sprangen Garibald und Mysingur bald dem Reichtum nach, von welchem es in der Höhle einigen gab. So wenig mich der Mammon in Extase versetzt achte ich doch genau auf eine saubere Beuteaufteilung. Schließlich möchte ich mein Leben ja auch genießen und mir für das Risiko und den Aufwand eine Gegenleistung gönnen. So fanden auch Smaragde den Weg in unsere Taschen - eine passende Beute nachdem wir den Kultisten 'Smaragd' nun besiegt hatten.

Die Statuette war vergangen und mit ihr die Magie. Nun wurde der Kern des Artefakts sichtbar: ein goldener Schlüssel lag auf dem Altar. Auch wenn er nicht besonders spektakulär aussah, nahmen wir ihn andächtig an uns. Schließlich war dies einer der Schlüssel zum Gefängnis des gefangenen Gottes Cyric! In welch ein Ränkespiel waren wir geraten, dass das Schicksal von Göttern von unseren Taten abhing. Mir wurde fast ein wenig schwindelig bei dem Gedanken.

Dies bedeutete, dass die Zukunft noch große Gefahren, aber auch Möglichkeiten barg. Es hatte gerade erst begonnen!

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« Letzte Änderung: 24. Februar 2011, 13:43:36 von Amurayi »
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Amurayi

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« Antwort #74 am: 21. Februar 2011, 12:58:40 »
Wyngate soll brennen

Mysingurs Handschrift:
In der Grotte, in der Dagon beschört wurde, gelang es mir im Tümpel, tief versteckt unter diversen Unterwassenfarnen, eine Axt des Scharfrichters - in für normale Sterbliche überdimensionaler Größe, für mich jedoch wie geschaffen - zu finden. Sie lag gut in der Hand, ist vom Gewicht her perfekt ausbalanciert und eindeutig verzaubert. Erste Schlagtests ergaben, dass sie einen ordentlichen Bums hat. Ich habe das Gefühl, die Axt und ich werden noch einige Gelegenheiten haben, Tempus die Freudentränen ins Gesicht zu treiben. Einziger optischer Wehrmutstropfen ist, dass jemand in den hölzernen Griff in plumpen Zwergenrunen "Bloody Mary" geschrieben hat. Nur ein Zwerg ist wohl in der Lage unbelebten Objekten weibliche Namen zu geben. Wie dem auch sei, ist der unglückliche Vorbesitzer offenkundig von den Kultisten - auf welche Weise auch immer - seiner treuen Axt entledigt worden.

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Wir verließen die Grotte und gelangten ohne weitere Zwischenfälle zurück nach Wyngate. Dort plünderten unsere Schiffskameraden bereits das Dorf und stapelten alles von Wert auf einem großen Beutehaufen.

Leider bestand der Kapitän wie immer darauf, alle gefundenen Gegenstände, vor allem meine weithin sichtbare neue Axt, auf den Beutehaufen zu legen, damit die Beute aufgeteilt werden könne. Das alle Piraten gleich sein sollen und jedem ein gleicher Anteil zusteht, ist jedoch bloß graue Theorie. In Wahrheit wird der Reihe nach angestanden und jeder darf sich seinen Teil der Reihe nach nehmen. Die vorderen in der Schlange haben natürlich eine größere Auswahl, als die Hinteren. Entscheidend ist demnach, wo man in der Schlange steht. Da ich wusste, dass mir an Bord niemand körperlich gewachsen ist und ich allseits für meine Kraft und Kühnheit respektiert werde, war ich mir sicher, der Erste an der Axt zu sein und erklärte mich bereit sie zur allgemeinen Beute zu legen.

Zu meinem Erstauen offenbarte Mr. Smite jedoch ein mir bislang unbekanntes Interesse an Äxten. Ob er mir nur die Axt nicht gönnte, er bloß fette Beute machen wollte oder tatsächlich ein bislang verstecktes Talent fürs Axtkämpfen hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Seinen Rang und Authorität in der Mannschaft in egoistischer Weise nutzend, postierte er sich vor mir auf Platz 1 in der Schlange. Tempus sei Dank zählen Rang jedoch nicht, wenn es um die Verteilung der Beute geht. In diesem essentiellen Element piratischer Basisdemokratie sind alle gleich. So kämpften wir tatsächlich mit Fäusten um den ersten Platz in der Schlange. Der alte Mr. Smite schlägt zwar zu wie ein Waschweib, aber er ist zäher als die durchlaufenen Ledersohlen meiner Oma, die Zeit ihres Lebens nur ein Paar Schuhe besaß. Meinen Schlägen hielt er stoisch stand. Endlich gelang es mir, ihn so richtig in den Schwitzkasten zu nehmen und meine Vorherschaft in der Schlange zu sichern. Garibald nutzte jedoch meine Unaufmerksamkeit, um sich auf Platz eins in der Schlange zu schleichen. Da er kein Interesse an der Axt hatte, sollte mir das Recht sein. Just in dem Moment schrie der Käptn, dass die Reihenfolge nun gültig sei und es mit der Schatzverteilung losgehen könne. Nunmehr zeigte sich, wie unberechenbar und unzuverlässig Garibald doch sein kann. Er ließ doch tatsächlich Mr. Smite den Vortritt als Erster auszuwählen. Unfaßbar. Mr. Smite konnte jedoch die Axt im Beutehaufen nicht finden. Wie sich später zeigen sollte, nutzte Garibald die Unaufwerksamkeit der Crew, die Mr. Smite und mir bei der Keilerei zuschaute, aus, um die Axt unbemerkt für jedermann geschickt im Beutehaufen zu verstecken. Als sich Mr. Smite voller Mißmut mit Edelsteinen abgeben musste - Kapt'n Goldwind drängte zur Eile - , ließ Garibald die Axt, unter einer Rüstung im Beutehaufen "wieder auftauchen". Tempus sei Dank hatte Garibald soviel Verstand mir diese Axt zu überlassen, andernfalls hätte es zum Abendessen "Halblings-Ragout a la Beserker" gegeben.

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In Smaragds Überresten fand sich ein versiegelter Brief, aus seiner Feder, den er wohl noch hatte abschicken wollen:

An dieser Stelle des Logbuchs ist der Originalbrief mit Wachs befestigt:

"Hochverehrter Onyx,

meine Suche in der Schädelfeste war erfolgreich. Wir halten einen weiteren Schlüssel des Gefängnisses unseres Herrn in den Händen. Das Tagebuch, das wir in der Ruine auf Flamsted gefunden haben war soweit korrekt: Und in den Überresten der Genasi-Geschwister fand sich der Schlüssel! Ich hatte ein paar Tölpel in den Gewölben der Schädelfeste danach suchen lassen. Ohne zu wissen, was sie in den Händen hielten, übergaben sie mir den Schlüssel.

Dieser hatte die Form einer Fisch-Statuette! War dies bei den anderen drei, die ihr besitzt, bereits auch schon so? Das hättet ihr mir früher sagen müssen - fast hätte ich den Schlüssel übersehen. Aber ich konnte die Macht deutlich in der Statuette spüren. Sie verleiht mir Macht über Wasser und Wellen. Es ist, wie ihr sagtet: Umberlee hat die Schlüssel mit neuen Eigenschaften getarnt. Wie kann eine Göttin nur so naiv sein, zu glauben, man würde nicht versuchen alle der neun Artefakte an sich zu reißen. Sobald wir in Wyngate ankommen, werde ich eventuelle Verfolger damit aufhalten. Wie ich bereits in meinem „Tierbote“-Ritual mitgeteilt, verfolgen uns Piraten der „Galgenkrähe“. Mit denen werde ich aber alleine fertig. Ein gewisser Pirat namens Mysingur hatte eine ähnlich aussehende Statuette bei sich. Ich werde sie aus seinen toten Händen reißen, um sicher zu gehen, dass es nicht auch vielleicht einer der gesuchten Schlüssel ist…

Ich bin zur Zeit auf dem Schiff „Albatros“, der Kapitänin Mary Bonny. Bis euch diese Nachricht erreicht, sollte ich mich der Anhänger von Dagon entledigt haben und bereits unterwegs zur Kolonie Nyranzaru sein. Ich plane in Skaud (Nelanther Inseln) ein Schiff zu finden, das mich in den Süden bringt. Wenn ich dort aufgehalten wurde, werde ich im Bernsteinkopf eine Botschaft für die Organisation hinterlassen. Erwartet meine Ankunft! Ich hoffe Rubin ist bis dahin mit ihren Unternehmungen in Skullport ebenfalls erfolgreich gewesen – ich habe seit unserem letzten Treffen in unserem Tempel in Athkatla nichts mehr von ihr gehört.

Ehrt den Traum, in dem er zu uns flüstert!

Smaragd"


Wieder Mysingurs krakelige Handschrift:
Kaliope, Garibald und ich diskutierten dann das weitere Vorgehen hinsichtlich der Statuetten. Eine sollte in Skullport sein, eine weitere in Niewinter. Der obige, von Smaragd sichergestellte Brief, legte nahe, dass eine "Rubin" die Statuette aus Skullport sucht und möglicherweise schon gefunden hat. Die Kultisten wollen sich offensichtlich in Nyranzaru treffen, einer Kolonie von Amn im nördlichen Chult. Kaliope und Garibald wollten erst direkt nach Skullport fahren, wobei ich zunächst Nyranzaru präferierte, da sich ja dort vielleicht Rubin und Onyx treffen würden, möglicherweise mit der Skullport-Statuette. Während wir da so heiß diskutierten, fielen mir die Worte der Meerjungfrauenkönigin ein, welche ehemals Königin der Ffolk gewesen sei soll, ein, dass sich eine weitere Statuette in den Tiefen von der Insel Flamsted befinden soll. Auf Flamsted muß es demnach wohl zwei Statuetten gegeben haben: Die eine Statuette wurde von den Genasi-Geschwistern auf dem Festland von Flamsted gefunden. Es konnte also nicht die sein, von der die Königin der Meerjungfrauen sprach. Da die Insel Flamsted von Wyngate nicht weit weg war und wir auf dem Weg nach Skullport/Niewinter auch über die "Meeresstraße des Leviathan" reisen könnten, entschieden wird uns Kurs nach Flamsted zu nehmen.

Während dieser Diskussion fiel mir auf, dass ein weißer Rabe, den wir bereits auf dem Weg nach Wyngate beobachten konnten, uns von einem nahe liegenden Dach belauschte. Ich wies Garibald hierauf hin. Er  ließ sich von Kaliope unsichtbar machen und war in der Lage somit den Raben zu fangen. Es stellte sich heraus, dass dieser Rabe mit "Ja" und "Nein" antworten kann. Kaliope stellte fest, dass ein Zauber auf ihm liegt. Während für mich die Sache mit dem Raben klar ist - es sich hierbei um einen Spion eines der vielen verfluchten Ffolk-Druiden handeln muss - "Tempus erschlage sie alle!"-, und ich ihm direkt den Kopf umdrehen würde, entschloss sich Garibald den Vogel als Haustier zu behalten. Wie kann man nur so naiv sein. Wenn ihm der Rabe im Schlaf die Augen auspickt, solls mir Recht sein. "Wer nicht hören will, muss fühlen.", wie schon eine alte Nordmänner-Weisheit sagt.

Bevor wir Wyngate verließen, brannten wird dieses Kultistennest ab. Und als ob es auf das Feuer nur gewartet hatte, brannte es kurzerhand lichterloh... Dies erzeugte eine kilometerhohe Rauchsäule, die in den Himmel stieg. Das beste Nordmännerfeuer kann nicht prächtiger brennen. Ich denke, dies war ein tempusgefälliges Feuer, dessen Wärme man noch in Walhalla spüren konnte.



Als wir ausliefen, bestieg ich den Ausguck. Schon nach kurzer Zeit konnte ich von Westen her die "Inferno" entdecken und von Osten kommend drei Kriegsfregatten von Amn, umgangssprachlich "Piratenfänger" genannt, entdecken. Wie die Verfluchten wohl auf der Inferno reagierten, als sie feststellten, dass wir Wyngate bereits in Schutt und Asche gelegt hatten, einer Tätigkeit, die sich unsere Nemesis eigentlich auf ihre Fahnen geschrieben hatte? Naja, sie entschieden sich uns zu verfolgen, während eine der Fregatten nach Wyngate abdrehte, offensichtlich um festzustellen, was dort los ist. Wir nahmen einen Ausweichkurs nach Süden. Es war wichtig das Schiff bei einem solchen Fluchtmanöver ordentlich zu trimmen und die Segel optimal in den Wind zu setzen. Dafür brauchte es natürlich ganze Kerle, so dass ich in Ermangelung dieser unten an Deck, den Ausguck verlassen musste, um zu helfen. Mr. Smite hat das wohl nicht kapiert, und er machte mich zur Sau. Ich muss ihm wohl bei der Schatzverteilungsaktion die Halsschlagader abgeklemmmt haben, als ich ihn in den Schwitzkasten nahm: Kein Grips im Kopf. Mit gemeinsamer Kraft gelang es uns aus der Galgenkrähe alles rauszuholen und die drei Verfolger hinter uns zu lassen. Entsprechend unserem Plan gerieten die Inferno und die beiden Piratenjäger hinter uns aneinander. Fast tun mir die Soldaten leid. Tempus gebe ihnen einen ehrenhaften Tod. Als es Nacht wurde, drehten wir nach Nordwesten Richtung Flamsted ab. Unsere Verfolger waren abgeschüttelt. Nach so ereignisreichen Tagen, konnten wir zum ersten Mal seit längerem ausruhen und in Frieden schlafen.

Beim morgentlichen Mannschaftsfrühstück teilte mich der immer noch nicht sauerstoffgesätigte Mr. Smite für die Außenboardreinigung des Schiffes ein, um dieses von der Salzkruste zu befreien. Kaliope wurde von einem der Mädchen der Famlien angesprochen, die wir als Sklaven freigekauft haben. Das offensichtlich von den Geschehnissen noch traumatisierte Kind behauptete eine "Fee" nachts im Traum gesehen zu haben, die ihr sagte, dass Kalliope das "goldene Licht habe, um das brennende Schiff zu löschen." Ich hätte diesem Mädchengeschwätz ja keinen Wert beigemessen, aber die Bardin ist ja leicht zu begeistern, wenn man ihr nur irgendwelche Humbuggeschichten erzählt. Je ausgefallener, desto besser. Hätte die Fee eine blutige Axt geführt und die Feinde Tempus in die Knie gezwungen, dass wäre eine Geschichte gewesen, die mich interessiert hätte. Aber da dem nicht so war, machte ich mich an die Arbeit.

Nur am Rande bekam ich daher mit, dass Kaliope dem Mädchen eine kulinarische Delikatesse aus der Küche holen wollte. Um wohl nicht von Garibald abgewiegelt zu werden, nahm sie die Gestalt von Mr. Smite an. Die sich hieraus ergebenden lustigen Verwicklungen habe ich jedoch leider nicht mitbekommen, da ich schon zum Schrubben an der Außenbordwand hing.

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Gegen Mittag erreichten wir dann Gwynneth und zwar den Punkt, den die Kultisten als "Iskandars Landestelle" auf der Karte markiert hatten, die wir den Kultisten im Keller des Tempels der Umberlee abnehmen konnten. Wir gehen davon aus, dass dort in der Nähe die Statuette zu suchen sein wird. Ich hoffe auf neue Abenteuer, bei denen sich meine neue Axt beweisen wird können.
« Letzte Änderung: 21. Februar 2011, 13:04:38 von Amurayi »
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