Autor Thema: Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt  (Gelesen 6402 mal)

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Curundil

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #45 am: 02. Juli 2010, 00:19:35 »
Also!

In einer unserer Runden habe ich etwas ähnliches in etwas weniger drastischer Form (1:10, also das Silber wurde quasi zum Gold bzw. alle Preise sanken um 90%) genutzt. Ziel war auch hier, Geld aufzuwerten und die irren Mengen zu vermeiden.
Zunächst sah das auch gut aus: auf den untersten Stufen war ein Goldstück schon ein Grund zur Freude, und man konnte mit Silber und Kupfer was anfangen.
Dann kamen die Probleme.

Nämlich:
  • bei D&D ist auf den hohen Stufen dergestalt viel Schotter unterwegs, daß es fast egal ist, ob man nun das Zehnfache oder nur ein Zehntal braucht. An der relativen Münzmenge ändert sich wenig. Kistenweise Gold kommt früher oder später trotzdem ins Spiel.
  • mangels gezehntelem Kupfer muß man eine neue Behelfswährung einführen, um das Bier in der Kneipe zu bezahlen. Das Problem besteht zwar schon so (was kostet ein einzelnes Ei?), wird durch Goldverteuerung aber verschärft.
  • es gibt Dinge, deren Kaufpreis eben in direkter Relation zum Materialwert steht. Wenn man Goldstücke aufwertet, ändert sich eben auch der Wert von z.B. Gegenständen aus Gold um den entsprechenden Faktor, und schon kippt das ganze System - man glaubt gar nicht, wo bei D&D überall Dinge aus Gold, Silber oder Mithral drinstecken, die vom Edelmetallwert in Relation zur Währunbg abhängig sind!

Gerade der dritte Punkt dürfte das eigentliche Problem sein, und das kriegt man nicht ohne viel Arbeit in den Griff.
Ein Vermeiden irrer Geldmengen funktioniert eigentlich nur, indem man Währung nicht als Edelmetallwährung gestaltet, sondern z.B. gleich auf Edelsteinwährung, oder auf "künstliches" Geld (magisch geprägte Holzmünzen, aufgeladene Essenzsteinchen, Korallenscheibchen, "Orkzähne" oder was weiß ich) umsteigt.

Solange es noch "Goldmünze heißt" und nicht z.B. "Gautischer Eichendupondius", bleibt das Problem bestehen. Dem "Sternkorallentaler" oder dem "Grenzländer Thalent" schadet es hingegen nicht, wenn der Kaufwert mit Standard-D&D-nominellen z.B. 100 GM umgeschlagen wird. tatsächlich kann so eine frei konstruierte Währung nützlich sein.

Eine andere Methode wäre, einfach Münzen mit unterschiedlichem Gewicht einzuführen. Das komplettiert das Währungschaos, ist aber erheiternd. Dann hat man eben mit einer "Freihafener Dublone" einen Goldschinken, der sechs Goldmünzen wert ist, weil die Münze halt sechsmal so schwer ist, und mit dem "Thaskarer As" hat man dann halt eine dünne Kupfermünze, deren Kaufwert nur 1/5 Kupfer ist. Ein "Heligonischer Groschen" ist aus Silber und 1 Silber wert, ein "Nordlandkontor-Silberpfennig" aber nur 8 Kupfer. Problem individuell faßbar und lösbar, Spielerverzweiflung beim Geldwechsler vorprogrammiert.

Getestet, bewährt, von den Spielern gehaßt, immer wieder gerne.  :D
« Letzte Änderung: 02. Juli 2010, 00:28:39 von Curundil »
history ['hıstəri], n: an account mostly false of events mostly unimportant, brought about by rulers mostly knaves and soldiers mostly fools. -- Ambrose Bierce

Für mehr Handlung in Rollenspielen!

Darastin

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #46 am: 02. Juli 2010, 18:48:37 »
In einer unserer Runden habe ich etwas ähnliches in etwas weniger drastischer Form (1:10, also das Silber wurde quasi zum Gold bzw. alle Preise sanken um 90%) genutzt. Ziel war auch hier, Geld aufzuwerten und die irren Mengen zu vermeiden.
Lineare Skalierung - Anfängerfehler ;)

Zitat
bei D&D ist auf den hohen Stufen dergestalt viel Schotter unterwegs, daß es fast egal ist, ob man nun das Zehnfache oder nur ein Zehntal braucht. An der relativen Münzmenge ändert sich wenig.
Am relativen Wert ändert sich durch eine Währungsreform gar nichts. Die beeinflußt ausschließlich die Anzahl der Münzen, mit der man hantiert. Die Kaufkraft steht auf einem ganz anderen Blatt.

Zitat
]mangels gezehntelem Kupfer muß man eine neue Behelfswährung einführen, um das Bier in der Kneipe zu bezahlen. Das Problem besteht zwar schon so (was kostet ein einzelnes Ei?), wird durch Goldverteuerung aber verschärft.
Eine nichtlineare Neuskalierung wie die von  mir vorgeschlagene eliminiert dieses Problem.

Zitat
es gibt Dinge, deren Kaufpreis eben in direkter Relation zum Materialwert steht. Wenn man Goldstücke aufwertet, ändert sich eben auch der Wert von z.B. Gegenständen aus Gold um den entsprechenden Faktor, und schon kippt das ganze System - man glaubt gar nicht, wo bei D&D überall Dinge aus Gold, Silber oder Mithral drinstecken, die vom Edelmetallwert in Relation zur Währunbg abhängig sind!
Der Wert dieser Gegenstände beruht aber fast ausschließlich auf Kunstfertigkeit. Der Materialwert ist da fast schon vernachlässigbar. Sonst bräuchte ja auch niemand einen Appraise-Skill, sondern man könnte die Dinger einfach wiegen (Volumenmessung inklusive) :)

Bis bald;
Darastin
Darastins Grundregeln des Rollenspiels:
1. Sei kein Arschloch!  2. Spiele nicht mit Idioten!  3. Redet miteinander!

Impossible

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #47 am: 02. Juli 2010, 20:21:57 »
An sich finde ich deine Lösung wirklich gut Darastin. Aber von meinem Empfinden her weigert sich etwas in mir, wenn 1 GM dann genauso viel wie 100 SM wert ist.
"So ist das mit den Menschen. Niemanden interessiert, wie es funktioniert, solange es funktioniert."

Curundil

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #48 am: 02. Juli 2010, 23:03:24 »
Am relativen Wert ändert sich durch eine Währungsreform gar nichts. Die beeinflußt ausschließlich die Anzahl der Münzen, mit der man hantiert. Die Kaufkraft steht auf einem ganz anderen Blatt.

Das habe ich auch nicht behauptet. Mir ist lediglich aufgefallen (und das wollte ich hier zum Ausdruck bringen), daß bei D&D derart irre Münzmengen herumspuken, daß man das Problem mit "Tausenden von Goldmünzen" eben nicht dadurch behebt, daß man im mittleren und oberen Stufenbereich halt Zehntausende statt Hunderttausende hat. Das reduziert die Münzmenge lediglich von "bizarr" auf "nicht mehr bizarr, aber immer noch haarsträubend".

Zitat
es gibt Dinge, deren Kaufpreis eben in direkter Relation zum Materialwert steht. Wenn man Goldstücke aufwertet, ändert sich eben auch der Wert von z.B. Gegenständen aus Gold um den entsprechenden Faktor, und schon kippt das ganze System - man glaubt gar nicht, wo bei D&D überall Dinge aus Gold, Silber oder Mithral drinstecken, die vom Edelmetallwert in Relation zur Währunbg abhängig sind!
Der Wert dieser Gegenstände beruht aber fast ausschließlich auf Kunstfertigkeit. Der Materialwert ist da fast schon vernachlässigbar. Sonst bräuchte ja auch niemand einen Appraise-Skill, sondern man könnte die Dinger einfach wiegen (Volumenmessung inklusive) :)

Du hast gänzlich mißverstanden, was ich meine. Beispiel: Weihwasser. Benötigt zur Herstellung: 1 Liter klares  Wasser und ein Pfund Silber. Nun kann man bei Zehntelung daraus natürlich einfach Kupfer machen oder die Menge entsprechend reduzieren. Trotzdem ist das nicht der einzige Hinkefuß im System, wo ganz konkret eine bestimmte Edelmetallmenge in direkte Relation zu einem Marktwert gesetzt wird.
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Darastin

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #49 am: 02. Juli 2010, 23:45:33 »
Das habe ich auch nicht behauptet. Mir ist lediglich aufgefallen (und das wollte ich hier zum Ausdruck bringen), daß bei D&D derart irre Münzmengen herumspuken, daß man das Problem mit "Tausenden von Goldmünzen" eben nicht dadurch behebt, daß man im mittleren und oberen Stufenbereich halt Zehntausende statt Hunderttausende hat. Das reduziert die Münzmenge lediglich von "bizarr" auf "nicht mehr bizarr, aber immer noch haarsträubend".
Deswegen schlage ich ja einen Wechsel zum 1:100-Verhältnis vor. Die Abbildung der alten Geldwerte auf die neuen wäre nicht mehr linear  und würde tatsächlich eine nennenswerte Änderung mit sich bringen. Man hat mehr Spielraum beim Kleinkram und kann trotzdem wirklich große Transaktionen mit einer Münzmenge durchführen, die ein einen handlichen Beutel paßt.

Du hast gänzlich mißverstanden, was ich meine. Beispiel: Weihwasser. Benötigt zur Herstellung: 1 Liter klares  Wasser und ein Pfund Silber.
Da würde sich nach meinem Vorschlag ja nichts ändern :) Aber ich verstehe natürlich, was Du meinst. Ich hielt ein Pfund Silber für ein paar Spritzer Weihwasser jecoch schon immer für bescheuert - egal was das Zeug wert ist, solch große Mengen an Edelmetall regelmäßig für sochen magischen Kleinkram zu verbrennen fühlt sich einfach falsch an.

Zitat
Nun kann man bei Zehntelung daraus natürlich einfach Kupfer machen oder die Menge entsprechend reduzieren. Trotzdem ist das nicht der einzige Hinkefuß im System, wo ganz konkret eine bestimmte Edelmetallmenge in direkte Relation zu einem Marktwert gesetzt wird.
Es ist sicher nicht der einzige Fall, aber so viele gibt es auch nicht davon und solange man die Prämisse "keine Änderung der Kaufkraft/des Marktwerts" festhält sollte es nicht schwer fallen, dafür etwas neues zu finden.

Bis bald;
Darastin
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Fischkopp

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    • Rorschachhamster
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #50 am: 03. Juli 2010, 08:44:42 »
Moment mal, das mit dem heiligen wasser ist tatsächlich kein Problem:
Zitat von: Hypertext SRD, änderungen von mir fett hervorgerufen
Bless Water
Transmutation [Good]
Level:    Clr 1, Pal 1
Components:    V, S, M
Casting Time:    1 minute
Range:    Touch
Target:    Flask of water touched
Duration:    Instantaneous
Saving Throw:    Will negates (object)
Spell Resistance:    Yes (object)

This transmutation imbues a flask (1 pint) of water with positive energy, turning it into holy water.
Material Component

5 grams of powdered silver (worth 25 cp).
Äh, fertig? Wenn man konsequent Mengen und damit kosten durch 100 teilt, egal in welchem zusammenhang, dann funktioniert das. Dann werden halt keine Mithrilrüstungen hergestellt sondern welche aus Mithrillegierung, mit nur einem 100stel der Menge. Klappt auch.
Mein Weblog: http://rorschachhamster.wordpress.com/
"Metagaming is for pussies." -mxyzplk

Vistella

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #51 am: 03. Juli 2010, 16:32:04 »
Dann werden halt keine Mithrilrüstungen hergestellt sondern welche aus Mithrillegierung, mit nur einem 100stel der Menge. Klappt auch.
ne Legierung macht nur das Gesamtgewicht nicht weniger, da die Unterrüstung immernoch aus schwerem Stahl ist...damit würden alle Boni, die Mithril bietet, wegfallen

Xiam

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  • Mörder der 4E
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #52 am: 03. Juli 2010, 17:54:35 »
Dann musst du halt mal weniger Korinthen kacken ;)
1984 was not supposed to be an instruction manual.

Fischkopp

  • Mitglied
    • Rorschachhamster
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #53 am: 03. Juli 2010, 22:45:56 »
Eine Mithril-Stahllegierung ist sogar noch leichter als reines Mithril und Stahl sowieso. Weiß doch jeder Zwerg.  :cheesy:
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Curundil

  • Mitglied
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #54 am: 03. Juli 2010, 22:55:32 »
Genau! Überhaupt würde niemand eine Mithrilrüstung tragen, wenn man wüßte, wie die hergestellt werden. Zwerge kacken dabei zum Beispiel in die Esse, um das Metall zu veredeln...  :cheesy:
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Fischkopp

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    • Rorschachhamster
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #55 am: 03. Juli 2010, 22:57:20 »
.. und das ist noch die harmloseste Zutat.  :-X
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Ethelbeorn

  • Mitglied
Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #56 am: 04. Juli 2010, 18:45:34 »
Bei den ganzen Goldkisten die bei DnD gefunden werden, darf man nicht außer acht lassen, wie gut verstaubar gold ist:

Die Gewaltige Menge von einer Millionen Goldmünzen nimmt nur einen Platz von 0,05 Kubikmetern ein ~30*40*50cm . Das kann man (wenn man Stark ist und sich das Gewicht von 40.000kg nicht anmerken lässt als Handgepäck ins Flugzeug nehmen :P)

Ade ihr räume aus Gold  :boxed:
78% of DM's started their first campaign in a tavern. If you're one of the 22% that didn't, copy and paste this into your signature.

Impossible

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #57 am: 04. Juli 2010, 20:17:16 »
Bei den ganzen Goldkisten die bei DnD gefunden werden, darf man nicht außer acht lassen, wie gut verstaubar gold ist:

Die Gewaltige Menge von einer Millionen Goldmünzen nimmt nur einen Platz von 0,05 Kubikmetern ein ~30*40*50cm . Das kann man (wenn man Stark ist und sich das Gewicht von 40.000kg nicht anmerken lässt als Handgepäck ins Flugzeug nehmen :P)

Ade ihr räume aus Gold  :boxed:

ich rechne eigentlich "nur" 10.000 kg (50 Münzen = 1 Pf.), und auch das macht es ja so unmöglich, viel gold mit sich rumzutragen.
Außerdem hast du dich auch beim Volumen verrechnet! Wenn ich vereinfache, indem ich keine Zwischenräume zwischen den Münzen annehme, komme ich auf 0,5 Kubikmeter, also das 10fache deines Volumens. Und das ist auch kein Handgepäck mehr.  :P
"So ist das mit den Menschen. Niemanden interessiert, wie es funktioniert, solange es funktioniert."

Nadir

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #58 am: 04. Juli 2010, 22:00:05 »
Zum Glück gibt es für weit weniger Gold schöne Gegenstände, um den Scheiß mit sich herumtragen zu können, ohne ihn zu merken, ihr Amateure ;)
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Darastin

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Unverhältnismäßige Preise in der D&D-Welt
« Antwort #59 am: 04. Juli 2010, 23:58:50 »
Zum Glück gibt es für weit weniger Gold schöne Gegenstände, um den Scheiß mit sich herumtragen zu können, ohne ihn zu merken, ihr Amateure ;)
Amateur ist, wer versucht mit diesem Kram vernünftig Handel zu betreiben :)

Was das Volumen der Münzen betrifft: WotC hat irgendwo mal das Fassungsvermögen eines Tragbaren Lochs angegeben... und lag dabei um ein bis zwei Größenordnungen daneben. Es sei denn, D&D-Gold hat die Dichte von Balsaholz...

Edith sagt: Hier stehts. 100.000 Münzen in einem Loch von 1,8m Durchmesser und 3m Tiefe... Wer auch immer das gerechnet hat sollte bitte niemals einen Beruf ergreifen, in dem irgendetwas wichtiges von seinen Rechenkünsten abhängt.

Bis bald;
Darastin
« Letzte Änderung: 05. Juli 2010, 00:07:12 von Darastin »
Darastins Grundregeln des Rollenspiels:
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