Autor Thema: After the War  (Gelesen 1152 mal)

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DarkAttic

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After the War
« am: 29. Juli 2004, 21:44:05 »
 schöne grüße an alle besucher,

mit dieser Story Hour feier ich gerne die Eberron premiere im gate (*stolzbin*) und da unser meister im moment ziemlich beschäftigt ist ( ;] ), werde ich ihm die leidige gruppenvorstellung abnehmen, womit wir auch sofort beginnen:

Morte Davidian, male human Artificier
"Mit diesem schartigen Fleischerbeil gedenkst Du jemanden zu verletzten? Warte einen Augenblick..."

Als Mitglied des Hauses Orien, welches Recht im von Geburt an durch die Manifestation eines Drachenmales gegeben wurde, hat Morte bereits viel gesehen, aber nichts faszinierte ihn bei weitem so viel wie das Klicken und Aneinanderreiben von fingernagelgroßen Zahnrädern oder die schlummernden Energien von mit Magie eingehauchten Artefakten. Ein solches Interesse kann wahrlich wohl kaum anderorts gestillt werden als in Sharn, der Stadt der Türme. Doch selbst das Leben eines Erschaffers kann noch viel aufregender gestaltet werden, worum sich Morte auch um die Bildung einer Abenteurergemeinschaft eingesetzt hat, zu Gunsten seines Hauses natürlich...
Morte ist von Grund auf ein herzensguter Mensch, allerdings besitzt er eine Gabe dieses hinter einer fast undurchdringlichen Mauer von arrogantem Auftreten und den teuersten Gewändern der Handwerkerschicht zu verstecken.

Before, male personality warforged Fighter
"Kriiieg!"

Über die Vergangenheit Before's ist wenig bekannt und noch weniger äußert sich dieser in einer schweren Adamantpanzerung verkleideten Koloss darüber. Nur wenige Male von gewonnen Kämpfen sprechen von einer kriegerischen Vergangenheit, was die Vermutung aufkommen lässt, dass Before den Letzten Krieg gar nicht gesehen hat. Wie und warum er nach Sharn gekommen ist und sich den anderen Abenteurern angeschlossen hat, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben, welches er im Zweifelsfall aber nur noch mit Morte teilen würde, seinem Bruder im Geiste.
Stillschweigend, emotionslos, direkt... ein Mustersoldat wie er im Buche steht.

William Godwinson, male human Paladin of Dol Arrah
"Tod den Tyrannen, Leben den Unterdrückten!"

Als junger Paladin ist es nicht unbedingt leicht, die hohen und noblen Doktrinen einer selbstaufopfernden Gottheit einer Welt zu unterbreiten, welche sich gerade aus den Trümmern eines hundertjährigen Krieges erhebt, jeder ist schuldig, jeder hat zu bezahlen. Doch selbst das unberührte Breland wird von Flüchtlingsströmen heimgesucht, Hilfesuchenden denen Hilfe geboten werden muss. Der Zusammenschluß einer kleinen Abenteurergruppe schien in den Augen William's ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, denn diese Abenteurer scheinen immer ein faible dafür zu haben, zur passenden Zeit an einem Ort zu geraten, an welchem das Können und die Inspiration eines Dieners Dol Arrah's nur Recht am Platze sein kann.
Als natürlicher Anführer und Sprecher der Gruppe ist William stehts an der vordersten Front zu sehen, ob nun am Verhandlungstisch für die finanzielle Sicherung seines Trotzes oder bei der Bekämpfung von abscheulichen Monstern aus den Tiefen Khyber's.

Mairi, female halfling Warwizard
"Wie willst Du's haben: heiß, kalt, laut, ätzend, stürmisch?"

Ein feuriges Temperament, welches erst zufrieden gestellt werden kann, wenn ein guter Kampf gewonnen wurde. Bereits durch diese Einstellung unterscheidet sich Mairi gewaltig von den Artgenossen, welche heilend und tröstend durch das Breland ziehen. Es müssen wohl die zahlreichen Kriegsgeschichten ihrer Eltern gewesen sein, welche die Halblingsfrau wohl nächtelang vor prasselndem Kamin verfolgt hat, die Erzählungen von gigantischen Schlachten und noch größeren Heldentaten, und sie am Ende dazu bewogen hat, eine Magierakademie aufzusuchen, um sich der Kampfmagie zu widmen. Sharn ist nichts weiter als ein großer Saal, in welchem man sich findet, sich verbindet und in den Kampf zieht. Über die Freude in einer Abenteurergruppe aufgenommen worden zu sein, welche nun die entlegensten Winkel der Welt nach neuen Herausforderungen absuchen wird, darüber hat sie bisher noch kein Wort verloren. Der typische Halbling, er geniest und schweigt.
Mairi legt keinen Wert auf geschnörkelte Kleider oder gar hinderlichen Schmuck, es muss sitzen und im Kampf nicht verrutschen, das ist alles.

Hadad, male shifter Rouge
"Ich wurde arm geboren, also blieb mir nur Dieb oder Abenteurer zu werden."

In den unterern Regionen Sharn's aufgewachsen, hatte Hadad von Beginn an kein leichtes Leben und darauf ist er auch stolz. Die wenigsten schaffen es sich hier über Wasser zu halten, aber auch die wenigsten haben ein derart einzigartiges Talent ihr Gold zu verdienen wie der Wandler. Dank seiner mittlerweile vergessenen Vorfahren ist Hadad dazu in der Lage, jede erdenklich Wand, ja sogar Decke ohne zusätzliches Gerät in einer Geschwindigkeit  einer zu erklimmen, welches ihm nur von nach unten fließendem Wasser nachgeeifert werden kann. Als Einbrecher sind die zahlreichen Türme Sharn's ein geradezu gefundenes Fressen für Hadad, dessen Herz wohl aus Gold sein muss, denn sonst ist seine Gier nach diesem edlen Metal wohl kaum zu erklären. Seine Dienste in der Gruppe sind überlebenswichtig, genau so wie der Stahl und die Zauberei der anderen.
Dunkel gekleidet, jeder Gegenstand fest am Körper verschnürt, ein Raubtier innerhalb seiner Profession.

Tabea, female changeling Bard
"Wieso? Mir gefällt Dein Körper."

Tabea wechselt ihr Äußeres wie Morte seine Kleider, ein Spiel, welches sie mit Vergnügen verfolgt. Als ein Wechselbalg braucht man nicht zurückblicken, es ist die Zukunft anderer der man sich widmen muss. Die wird wohl auch der Grund sein, warum sich Tabea nun auch der Zukunft ihrer "Mitspieler" widmet und auf eines können sich die anderen schon einstellen: es wird turbulent werden. Sobald aber ihre Lippen die kleine und zierliche Flöte in ihrem Besitz zum Leben erweckt, sind sämtliche Sorgen verflogen und die wenigsten der Gruppe können diesem bezauberndem Geschöpf dann noch wegen ihrer Sticheleien noch Böse sein.
Tabea kleidet sich nach Lust und Laune und den Fehler sie am Umgang mit Langschwert und Armbrust zu unterschätzen passiert einem nur einmal im Leben.

so, hiermit schließe ich vorerst meine erzählstunde und hoffe mal, dass unser meister morgen ein wahres feuerwerk hervorzaubern wird...  :)

(ich wäre euch sehr verbunden, wenn kommentare am besten nicht in den gleichen thread gesetzt werden, sondern in einen gesonderten "Kommentare"-thread, stört nicht so den ablauf der geschichte. danke!)

DarkAttic

  • Mitglied
After the War
« Antwort #1 am: 03. August 2004, 18:04:22 »
 Bevor ihr anfangt zu Lesen, nur die üblichen Warnungen, wer „The Forgotten Forge“ noch spielen möchte, verdirbt sich und seinen Mitspielern jeglichen Spaß wenn er dies hier liest.

*

„Wie, schon so spät?“ dachte Hadad enttäuscht als die Halblingswirtin ihn und seine neuen Gefährten zwar höflich aber bestimmt vor die Tür setzen wollte. Sie hatten gerade ihren Zusammenschluss zu einer Abenteuergruppe und den dazu gehörigen Eintrag  im Gildenhaus Deneith gefeiert, wovon er und die anderen  sich  lukrativere Aufträge erhofften. Da sich eine gut etablierte Abenteurergruppe  in Sharn, der Stadt der Türme, im Normalfall besser durchsetzen konnte als jene Abenteurer die ihr Glück lieber allein versuchten.
„Tut mir Leid, aber der Gebrochene Amboss ist heute für eine geschlossene Gesellschaft vermietet worden“ sagte die Wirtin und begann damit die Stühle hochzustellen.
„Ich kenne da noch ein anderes Schankhaus, ganz in der Nähe von hier welches garantiert noch offen ist“ sagte Morte, was ihn einen misstrauischen Blick von Hadad einbrachte. „Kommen wir  da denn auch alle rein?"  fragte der Wandler und deutete anschließend auf sich und Before, dem riesigen Kriegsknecht, welcher im Gegensatz zum Rest am Tisch knien musste, da die Stühle hier sein Gewicht nicht halten würden.
“Ich denke schon wenn ihr euch zu benehmen wisst, mein haariger Freund, so lasst es uns herausfinden und endlich aufbrechen“ erwiderte Morte in seiner gewohnt arroganten Art und Weise und stand auf.

Die sechsköpfige Truppe bestehend aus Morte, Hadad, Before, Sir William, Tabea  und Mairi machten sich über die regengetränkten Brücken Sharns auf zu ihrem neuen Ziel. Es war eine stürmische Nacht und sie sahen mehr als einen Ortsunkundigen die sich in die Ecken kauerten aus Angst, dass der Wind sie von den Brücken blasen könne. Hadad, dessen besondere Fähigkeiten ihm ermöglichten wie eine Spinne an selbst denn steilsten Wänden entlang zu klettern, hatte für diese Menschen und ihre Höhenangst nur ein abwertendes Lächeln über. Er war in Sharn geboren und hatte sein ganzes Leben mehr an den Fassaden der Türme als auf den Brücken verbracht, so etwas wie Angst kannte er schon lange nicht mehr. Hätte er sich von dieser auch immer lähmen lassen, hätte er es bestimmt nicht bis hierhin geschafft, in die oberen Bereiche Sharns, wo er sich zu seinem Leidwesen nun mit Hausmitgliedern wie Morte und ihren bissigen Kommentaren rumschlagen musste. Manchmal vermisste er sein altes Leben in den Tiefen Sharns, wo es zwar durchaus gefährlicher zuging, jedoch wusste man dort auch immer wer sein Feind ist.
„Elender Regen, es schüttet nun schon seit drei Tagen ununterbrochen“ klagte Morte und zog seinen Umhang enger. “Den Regen schicken uns die Götter,“ verkündete William, als ob dies die selbstverständlichste Sache der Welt sei „du solltest nicht darüber klagen und den Willen der Götter in Frage stellen!“ predigte er weiter, als er plötzlich vom bis jetzt schweigsamen Before unterbrochen wurde. „Was ist das?“ fragte dieser. „Ich bitte dich, mein stählender Freund, du kennst doch die Götter? Also...“ . Weiter kam er nicht, denn Before zeigte mit einem seiner drei plumpen Finger in Richtung der Brücke die sie gerade zu überqueren beabsichtigten und rief “Mord!“ Die anderen, noch etwas verblüfft von den Ereignis konnten nur zusehen wie er zur Mitte der Brücke hastete und sich über etwas was dort am Boden lag beugte. Als sie ihm schließlich folgten, bemerkten auch sie den Leichnam eines menschlichen Mannes der dort scheinbar das Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war, denn er lag in einer Pfütze aus Regen und Blut und hatte eine klaffende Wunde am Rücken. William beugte sich über die Leiche des Mannes und durchsuchte diesen in der Hoffnung irgendwelche Hinweise auf die Identität des Toten finden zu können und tatsächlich bemerkte er ein Notizbuch in dessen Hand, was den Anschein erregte auch nach seinem gewaltsamen Ableben das Buch nicht hergeben zu wollen.
 
Plötzlich bemerkten die Helden einen merkwürdigen Schatten den die Immerbrennenden Laternen hinter ihnen warfen. Sie drehten sich um und sahen eine große Gestalt, welche in dunkle Gewänder gehüllt auf dem Handlauf der Brücke stand. Unter ihrem Mantel zog sie eine gefährlich aussehende Axt hervor, sprang vom dem Geländer und griff die immer noch recht verdutzt dreinschauenden Helden an. „Ihr werdet es noch bereuen euch eingemischt zu haben, gleich seid ihr nur noch totes Fleisch.“ schrie die Gestalt mit einer tiefen, fast unnatürlichen Stimme. Ihre Hiebe waren schnell und präzise und sie schien in eine art Rage gefallen zu sein, als sie die mengenmäßig klar überlegende Gruppe attakierte. Before, welcher für den Kampf geschaffen wurde, stellte sich schützend zwischen den mysteriösen Angreifer und Hadad, welcher als erster Ziel der Angriffe wurde und eine böse Wunde davon getragen hatte. Dank seiner Adamantpanzerung waren die Schläge des Fremden für Before nicht so verheerend wie für die anderen und mit seinem mächtigen Schwert war er durchaus in der Lage den Angriff zu erwidern. Auch William griff, nachdem er seine Hellebarde kampfesbereit gemacht hat, in den Kampf ein. „Für Dol Arrah!“ rief er und versetzte der dunklen Gestalt einen verheerenden Hieb, welcher diese zurück taumeln und zu Boden gleiten ließ. Erst jetzt merkten die Gefährten, dass es sich bei ihrem Gegner ebenfalls um einen Kriegsknecht handelte, und zur Missgunst Befores und Mortes löste sich eine kleine Kugel vom Torso des Besiegten und flog davon. „Er war nicht alleine und mit wem er auch zusammen arbeitete weiß nun was geschehen ist.“ sagte Morte und deutete auf den sich schnell entfernenden Nachrichtensender.

Leider blieb keinen von ihnen Zeit sich das Notizbuchs des Toten genauer anzuschauen, denn durch das prasselnde Geräusch des Regens drang leise, jedoch immer lauter werdend der Laut einer Trillerpfeife, welche wie allen bewusst war ein Zeichen für die sich nähernde Wache darstellte. Hadad und Tabea wollten so schnell wie möglich flüchten, doch da William und Morte sich weigerten und ihre Aussage für die Wache machen wollten, blieb ihnen nichts anderes übrig als mit denn anderen auf der Brücke zu verharren.

Nach kurzer Zeit sahen sie dann auch schon den Fackelschein der sich nähernden Wache, welche aus zwei Menschen und einem Zwerg bestand. „Mein Name ist Sgt. Dolm, was geht hier vor, erklärt euch!“ forderte der Zwerg. Nach einem mehr oder minder geglückten Versuch von William sich mit dem misstrauischen Zwergen zu arrangieren, übernahm Tabea das Wort der Gruppe, worauf hin der Zwerg doch schon um einiges umsichtiger wurde. Doch trotz seines besänftigten Gemüts und der Tatsache das Zeugen, welche von ihren Wohnungen aus die Vorgänge auf der Brücke beobachten konnten, die Aussagen der Helden bestätigten, ließ es sich Sgt Dolm nicht nehmen die Gruppe mit auf sein Revier zu nehmen, um dort jeden einzeln noch mal zu verhören.

Nachdem er alle nacheinander vernommen hatte, kam er später noch mal auf die versammelte Gruppe zu. „Das hier wurde für euch abgegeben“. Mit diesen Worten überreicht er den Helden einen Brief, welcher das Siegel des Hauses Cannith trug. Verwundert öffnete William den Brief und lass vor. „Wenn ihr wissen wollt wer hinter dem Mord von Bonal steckt, kommt heute Abend noch zum Gebrochenen Amboss, es lohnt sich. Lady E.“

Nach einer kurzen Diskussion was man von diesem Schreiben zu halten hatte, beschloss die Gruppe den Gebrochenen Amboss noch einmal in dieser Nacht aufzusuchen, wobei Mortes Einwand, dass ein Auftrag für das Hause Cannith doch sehr erträglich für die junge Abenteurergruppe sein könnte, selbst den misstrauischen Hadad neugierig machte.

Als man die Taverne betrat, fiel den Helden sofort auf, dass die „Geschlossene Gesellschaft“ von der die Wirtin am früheren Verlauf des Abends gesprochen hatte, scheinbar nur aus einer einzelnen Person bestand. Am Tisch an dem vorher noch die Abenteurer gesessen hatten, saß nun eine junge schlanke Frau, gekleidet in edle dunkelblaue Gewänder, welche hervoragend mit ihrem ebenso dunkelblauen Augen harmonierten. An ihrem Finger trug sie einen silbernen Siegelring welcher sie als Mitglied des Hauses Cannith auszeichnete. “Meine Damen und Herren, setzen sie sich doch bitte und leisten sie mir einen Augenblick Gesellschaft. Mein Name ist Elaydren d`Vown und eigentlich beabsichtigte ich mich heute Abend hier mit Professor Bonal zu treffen, jenen Herren, welcher heute Abend auf so abscheuliche Art und Weise ermordet wurde. Wie ich hörte haben sie den Mörder gestellt, eine beachtliche Leistung“. Sie erklärte den Helden das Bonal, welcher ein Spezialist auf dem Gebiet der vor-califarischen Geschichte war, zusammen mit ihr eine Expedition in die seit langen verlassenen Abwässersysteme Sharns planen wollte. Er hatte in einem alten Journal Aufzeichnungen über ein Artefakt gefunden, welches noch bis heute dort unten in einer ehemaligen Fabrik des Hauses Cannith liegen sollte. Sie bat die Helden für sie das Artefakt zu bergen und als Mairi sie fragte, wie sie denn diese alte Schmiede des Hauses Cannith finden sollten, holte Lady Elaydren zur Überraschung aller das Buch hervor, welches die Helden bei Bonal gefunden hatten und später der Wache überreichen mussten. Sie berührte die Hausinsignien auf dem Deckel mit ihren Siegelring und auf einmal öffnete sich das Buch und die bis dahin leeren Seiten füllten sich.

Man nahm den Auftrag an und hatte eine grobe Ahnung wo man nun hin musste, beschloss aber erst am nächsten Tag aufzubrechen, da der Abend doch sehr anstrengend war und man erst mal wieder in Ruhe zu Kräften kommen und eventuell noch den einen oder anderen nützlichen Gegenstand einkaufen wollte.

Am nächsten Morgen, jeder in seiner vollen Abenteuer- beziehungsweise Kampfmontur gekleidet, machte man sich auf um in die unteren Ebenen Sharns abzusteigen. Hadad übernahm die Führung, kannte er sich doch in diesem Bereich Sharns am besten aus, obwohl ihn Tabea oft mit ihrer Ortskenntnis überraschte, irgendwann müsste er mehr über ihre Vergangenheit raus finden, dachte er sich. Nach etwa zwei Stunden waren sie in dem Bereich Sharns angelangt, wo sich normalerweise nur die unterste Sprosse der Gesellschaft aufhielt, welche zum Verdruss Hadads zum größten Teil aus Wandlern, Orks, ausgemusterten Kriegsknechten und Goblinoiden bestand. Zu seiner Überraschung gelang es Morte gar keine abfälligen Bemerkungen zu machen und in Williams Augen konnte er sogar sehen, wie diesem vor Mitleid fast die Tränen kamen. „Wir sind nun ganz in der Nähe, irgendwo hier muss der Eingang zum Abschnitt E-213 liegen, ich höre mich mal um.“ Hadad beschloss, das der Goblin, welcher durch laute Rufe auf seinen Rattenmarkt, wie die kleinen Stände hier unten genant werden, an denen Händler alles Mögliche an nützlichem oder auch wertlosem verkauften, wohl der viel versprechenste Ansprechpartner war. In der Tat, der kleine Goblin, welcher sich selbst Skanan nannte, sagte er wüsste wo sich der Eingang befinden würde, allerdings würde diese kleine Information hundert Silberstücke kosten. Nachdem man sich nach Williams gutem Zureden dazu entschloss, dass Before ihm nicht die krummen Beine ausreißen würde, einigte man sich mit den Goblin auf denn Betrag von 60 Silbermünzen. Der Goblin deutete auf einen Gang ganz in ihrer Nähe und als Mairi dort hinschaute, sah sie gerade noch einen verwahrlosten Wandler im Gang verschwinden, welcher sie scheinbar beobachtet hatte. Man bedankte sich noch bei der kleinen Ratte Skanan und machte sich auf den Weg.

Die Gänge waren so eng hier unten das man gezwungen war hintereinander zu gehen und dazu war der Boden noch rutschig, so dass jeder Schritt mit Bedacht gewählt werden musste. Before nahm die Spitze und William, der zweitfähigste der Gruppe, deckte nach hinten ab. Nachdem sie dem Gang ein paar Minuten gefolgt waren, gelangten sie in einen großen Tunnel, welcher in der Mitte von einem steten Strom schlammigen Wassers getrennt wurde. Before zählte zwölf Schleusen, welche sich jederzeit öffnen und jeden der zufällig gerade vor einer stand, mit ihrem Ausfluss zu Boden reißen könnten. Tabea hörte auf einmal ein gurgelndes Geräusch hinter sich und als sie sich umdrehte, sah sie nur noch wie William mit vor Überraschung weit aufgerissenen Augen zu Boden sank. Bevor sie reagieren konnte, sprang eine Gestalt aus dem Schatten hinter William und durchbohrte ihre Brust mit einen Rapier. Noch bevor irgendeiner der Helden hatte reagieren können, hatte der Unbekannte Angreifer zwei von ihnen niedergestreckt. Zu allem Überfluss schien er auch nicht alleine zu sein, denn aus der ihnen entgegengesetzten Richtung sahen sie wie sich zwei weitere Gegner, Wandler mit gefährlich langen Krallen näherten. “Hinterhalt!“ schrie Before. „Ich kümmere mich um diesen dort, haltet ihr mir denn Rücken frei.“ Mit diesen Worten stürmte er an den anderen vorbei und ein verzweifelter Kampf auf Leben und Tod brach in den Tiefen Sharns aus. Der fremde Attentäter stellte sich auch als ein Kriegsknecht heraus, allerdings war er wohl eher für Infiltrations- und Spionageaufgaben geschaffen wurden und nicht für den offenen Kampf und so war ihm der Kampfkoloss Before schnell überlegen. Morte, Hadad und Mairi stellten sich hingegen den beiden Wandlern, immer darauf bedacht sie von ihren im sterben liegenden Kameraden fernzuhalten. Nachdem der erste Schreck überwunden war, gelang es den Abenteurern doch recht schnell wieder die Kontrolle über die Ereignisse an sich zu reißen und so dauerte es nicht lange bis auch der letzte Angreifer fiel. Da William und Tabea beide in Lebensgefahr schwebten, beschloss Morte ein paar seiner kostbaren Schriftrollen aufzubringen, welche er zuvor angefertigt hatte. Die Magie tat ihren Dienst gut und schon nach wenigen Minuten fühlten sich William und Tabea dazu im Stande weiter gehen zu können.

Man gelangte an ein großes, rundes, stählernes Schott, welches das Emblem des Hauses Cannith trug und nachdem Hadad es untersucht hatte war man sich ziemlich sicher, dass es mit einer Falle versehen war. Man gelangte zu dem Schluss, dass der einzige Gegenstand der sie in irgendeiner Weise weiterbringen könnte, das seltsame Notizbuch des Professors sein würde und so drückte man ähnlich wie es zuvor Lady E. mit ihrem Siegelring es getan hatte, das Journal gegen das Emblem der Tür und scheinbar hatte das Glück die Helden nicht verlassen, denn nach ein paar Sekunden des Zögerns öffnete sich das riesige und schwere Schott und gab den Blick auf einen dahinter liegenden Schacht frei. “Vermutlich war es früher mal ein Aufzug oder etwas in der Art, könnte auch eine Levitationröhre gewesen sein, auf jeden Fall ist das Ding jetzt nicht mehr in Betrieb.“ erklärte Morte. Nachdem ein paar versorgungstechnische Probleme geklärt waren (Die Gruppe hatte nicht die passende Ausrüstung für einen Abstieg dabei), machte man sich an den Abstieg.

Unten angekommen fand man sich in einer großen Halle wieder, welche mit Ruinen gesäumt war, soweit das Licht der Sonnenstäbe reichte. Es kam, das Mairi auf einmal ein merkwürdiges Summen vernahm und als man sich umschaute sah man, dass ein wahrer Teppich aus riesigen Käfern auf sie zugerollt kam. Hadad, der diese Käfer kannte und wusste, dass sie einen Menschen innerhalb von Minuten verspeisen konnten, schrie „Zieht euch zurück, klettert irgendwo hinauf!“ und versuchte zurück in die Röhre zu gelangen, aus welcher sie gerade gekrochen kamen. Alle bis auf William und Mairi schafften es sich auf eine Anhöhe zu retten und wurden so nicht von den Käfern erwischt, allerdings schafften es die kleinen Biester sich durch die schweren Stiefel von William zu fressen und seine Beine zu verletzen. Mit Fackeln und einer Ladung alchemistischen Feuers gelang es aber zum Glück die Käfer zu vertreiben. Man ging vorsichtig weiter und sah, dass es in all diesen Ruinen zwei Häuser gab die noch nicht vollständig vom Zerfall der Zeit betroffen waren. Eines war eine verlassende Kirche, in welcher die Helden eine Karaffe mit Flüssigkeit fanden, in welcher Morte heilende Kräfte erkannte, das andere Gebäude war die gesuchte Schmiede selbst. Gerade als man sich drauf zu bewegte, kamen aus den Trümmern des Gebäudes daneben zwei hundsgroße Ratten mit stacheligen Panzer und Säure triefenden Fangzähnen auf sie zugehuscht. Before stellte sich ihnen in den Weg und mit der Hilfe von Mairis Kampfzaubern waren diese Biester schnell erledigt.

Leider musste man feststellen, dass die alte Schmiede verschlossen war und die Tür sowie die Wände so stabil waren, dass keine Möglichkeit für einen Durchbruch bestand. Hadad, welcher auf dem Dach nach einen Kamin oder ähnlichem suchen wollte, stellte fest, dass sich auf dort oben ein riesiger Riss gebildet hatte, durch welchen man leicht ins Innere des Gebäudes gelangen könne. Außerdem erspähte er von dort oben, dass unter den Trümmern des Daches eine Art stählerner Hund begraben wurde. Nachdem er allen auf das Dach geholfen hatte, was bei Before nicht gerade eine leichte Aufgabe war, beschloss man einfach durch den Riss nach unten zu springen.

Unten angekommen fand man sich in einer noch sehr gut erhaltenen Schmiede wieder, dessen Wände mit reichlichen Waffen verziert waren. Traurigerweise stellte man auch fest, dass man nicht so alleine war wie zunächst angenommen, denn aus dem Nachbarraum traten langsam zwei weitere Maschinenhunde auf, die allerdings sehr wohl noch funktionstüchtig waren, um die Eindringlinge zu stellen. Ein kurzer aber heftiger Kampf entbrannte, doch als er vorbei war fand die Gruppe sich als Sieger wieder und hatte zum Glück keine Verluste erlitten. Aus den Köpfen der kleinen Stahlgolems sprangen auf einmal kleine Zylinder heraus, einer drei-, der andere viereckig. Man durchsuchte den zerschmetterten Körper des dritten Hundes und fand einen weiteren Zylinder mit einer fünfeckigen Spitze. Nachdem man sich in der Schmiede genauer umgesehen hatte, fand man einen verstärkten Behälter, welcher vor sich genau jene Einkerbungen aufwies. Scheinbar lies er sich nur öffnen, wenn die Stäbe in der richtigen Reihenfolge in die Kerben gesteckt wurden. Zunächst versuchte man alle Stifte gleichzeitig in die Kerben zu stecken, mit dem Ergebnis, das Before, Tabea und William einen heftigen elektrischen Schlag abbekamen. Danach versuchte es Before mit einer anderen Reihenfolge und hatte auf Anhieb Glück gehabt, der Behälter öffnete sich vor ihm mit einem leisen „Klack“.

Im Inneren fanden sie neben Gold und Schmuck auch noch eine alte Karte, sowie das gesuchte Artefakt. Man beschloss die anderen Waffen aus der Schmiede auch noch mitzunehmen, allerdings bestand Morte darauf, sich zunächst noch einmal auszuruhen bevor es wieder nach oben ging und da Mairi und Tabea sich kaum noch auf den Beinen halten, geschweige denn einen Schacht mit einem Seil erklimmen konnten, stimmten alle zu das dies wohl das klügste wäre. Sie rasteten in der Schmiede selbst, da hier schon seit Jahren Nichts eingedrungen zu sein schien und Before mühelos alleine den Riss in der Decke überwachen konnte.

Nach ein paar Stunden Ruhe und nachdem noch die eine oder andere Schriftrolle Mortes zerbröselte, verfügte man über die nötigen Kräfte für den Aufstieg. Kaum waren sie wieder auf dem Dach angelangt, da zischte auch schon ein brennender Bolzen an Hadad vorbei und ein Ruf ertönte aus den Schatten der davor verstreuten Ruinen. “Gebt auf Fleisch und ich werde euch verschonen. Doch wenn ihr Kämpfen wollt seit gewarnt, denn ich bin der stärkste Diener des Herrn der Klingen!“ und um seine diplomatischen Bemühungen zu unterstützen, schoss der fremde Schütze noch einen zweiten Flammenbolzen auf die Gruppe ab, welcher diesmal Morte nur knapp verfehlte.

Man verlor keine Zeit und Tabea, Morste und Mairi ließen sich fallen, um ein schlechteres Ziel abzugeben, während Hadad, William und Before vom Dach sprangen um sich ihrem Widersacher zu stellen. Aus den Schatten hörte man wie jemand seine Armbrust verfluchte und diese scheinbar entnervt wegwarf. Dann erschien auf einmal ein weiterer Kriegknecht hinter den Ruinen und kam auf sie zu. William, der dem stählernen Kämpfer am nächsten stand, wäre am liebsten weggelaufen, denn dieser war ebenso wie sein Kamerad Before eindeutig für den Nahkampf geschaffen, welches seine schwere Adamantplatten und sein riesiges Schwert in seiner Rechten verrieten. Doch Williams Glaube war stark und so machte er einen Ausfall gegen dieses Ungetüm. Before folgte seiner Taktik, während Hadad lieber auf Nummer sicher ging und versuchte, diesen Koloss erstmal zu umrunden. Der Boden bebte als die beiden Kriegsknechte aufeinander trafen und zum ersten Mal seit langem hatte Before es mit einem wahrhaft ebenbürtigen Gegner zu tun. Wäre Morte nicht auch vom Dach gesprungen und hätte Before mit seinen Zaubern repariert, wäre dieser sicher dem überaus gefährlichen Schwert seines Gegners zu Opfer gefallen. Doch nach einer Weile gelang es William und Before den Feind, welcher unablässig über seine fleischlichen Gegner fluchte und Before als Verräter bezeichnete, zu flankieren. Zusammen mit den magischen Geschossen, welche Mairi unablässig entfesselte, gelang es der Gruppe schließlich dem Kriegsknecht langsam aber sicher schwere Schäden zuzufügen. Tabea schoss mit ihrer Armbrust und Morte nutzte seine Zauber und Schriftrollen um seine Kameraden zu heilen. Nach viel zu langer Zeit gelang es den Helden endlich ihren Widersacher niederzustrecken. Before nahm das offensichtlich magisch verstärkte Schwert seines Artgenossen an sich und man machte sich auf zu einem langen Aufstieg.

Als man den Gebrochenen Amboss betrat, wartete dort Lady E. bereits, an ihrer Seite zwei riesige Leibwächter. Neugierig hörte sie sich die Schilderungen der Abenteurer an und bedankte sich anschließend für ihre gute Arbeit. „Habt Dank, meine Freunde. In diesen Beuteln befindet sich euer Gold. Schaut doch von Zeit zu Zeit mal in die Poststation des Hauses Sivis hier in der Nähe rein, falls ich eure Dienste nochmals in Anspruch nehmen möchte werde ich euch dort eine Nachricht hinterlassen. Bleibt ruhig noch ein bisschen  hier und feiert euren Sieg, die Getränke sind selbstverständlich schon bezahlt“. Mit diesen Worten stand sie auf und verließ die Abenteurer, welche noch bis spät in die Nacht feierten und sich vorstellten, was sie wohl als nächstes erwarten würde.