Autor Thema: Hausregeln (3.5)  (Gelesen 11271 mal)

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Wormys_Queue

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #30 am: 08. Mai 2011, 12:51:39 »
Habt ihr mit irgendeiner Klasse die Erfahrung gemacht, dass sie (abgesehen von orientalisch-westlicher Welt-Unterschieden wie Rogue/Sohei oder so) nicht ins Spiel passen? (sei es mechanisch oder vom flavor)

Mechanisch eher nein. Das lässt sich eigentlich immer mit einer mehr oder minder guten Begründung aus dem einen Setting ins andere Setting verfrachten. Flavor ist natürlich immer so eine Sache, der sich aber im Allgemeinen gut von der Mechanik trennen lässt.

Warforged und Artificer (sowie die Kombination) können aus der Sicht problemlos auch nach den Realms oder sonstwohin überführt werden, wenn man entsprechend den Hintergrund von Volk und Klasse ändert (was eine Änderung des Namens beinhalten kann).

Mir hat schlicht die Begründung für die Hausregel gefehlt, ausgehend von der Basis (RAW), bzw. was an der Basis so stört/schlecht empfunden wird, dass es diese Hausregel sinnvoll macht.

und an der Stelle haben wir schon keine Gemeinsamkeiten mehr, weswegen eine Diskussion halt auch keinen Sinn macht. Für mich ist RAW letzlich auch nur eine Hausregel, nur halt eine, die in ein Buch des Systemlieferanten gepresst wurde. Und wenn mir halt eine eigenentwickelte Hausregel (oder wegen mir eine aus dem Book of Experimental Might oder dem Arcana Unearthed) ein Stück weit besser gefällt, muss das noch lange nicht heißen, dass mich an der entsprechenden RAW-Regelung irgendetwas stört oder ich etwas daran schlecht finde.
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Wormy's Worlds

Hautlappen

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #31 am: 08. Mai 2011, 13:06:42 »
Zitat
und an der Stelle haben wir schon keine Gemeinsamkeiten mehr, weswegen eine Diskussion halt auch keinen Sinn macht. Für mich ist RAW letzlich auch nur eine Hausregel, nur halt eine, die in ein Buch des Systemlieferanten gepresst wurde. Und wenn mir halt eine eigenentwickelte Hausregel (oder wegen mir eine aus dem Book of Experimental Might oder dem Arcana Unearthed) ein Stück weit besser gefällt, muss das noch lange nicht heißen, dass mich an der entsprechenden RAW-Regelung irgendetwas stört oder ich etwas daran schlecht finde.
Natürlich nicht, da gebe ich dir Recht. Aber es macht das Diskutieren eben uU schwieriger. Es gibt nuneinmal Hausregeln die brauchen Zeit zum wachsen bzw. sind nur zu verstehen wenn man den spezifischen Kontext betrachtet in dem sie zustande gekommen sind (und das beinhaltet nunmal gewisse Eigenheiten einer Gruppe die uns vielleicht völlig fremd erscheinen).
Durch den Vergleich RAW-Hausregel fällt es einem leichter zu verstehen, weshalb überhaupt Änderungen vorgenommen wurden.

Ich kann natürlich behaupten, dass mir die eine Regelung (RAW) gut gefällt, ich allerdings gerne auf eine bessere (UA) umsteigen würde. Wenn ich es so betrachte, was ja völlig legitim ist, dann hast du recht, denn wirklich gestört hat mich die alte Regelung (RAW) ja nicht. Ich ging allerdings davon aus, dass jemand der eine Regelung der anderen vorzieht die Alte immer, relativ zur neuen, schlechter bewertet als die Neue (womit ich ebenfalls recht habe).
Einen inhaltlichen Konflikt gibt es da also nicht, zumindest keinen echten; bestenfalls (oder schlimmstenfalls) einen künstlichen, durch sprachliche Ungereimtheiten herbeidiskutierten.
« Letzte Änderung: 08. Mai 2011, 13:16:57 von Hautlappen »
"I have no expression on my face" (Tuvok)

Darigaaz

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #32 am: 10. Mai 2011, 10:42:49 »
Hausregeln entstehen durch den Spielstil und Geschmack. Es gibt dabei auch ioft genug versuche aus mangelndem Regelverständnis heraus und nicht abgeschätzten Folgen.

Sofern man alles abwägt, ist doch wirklich egal, was jeder macht. Patzerregeln als Paradebeispiel für Grabenkämpfe sind einzig und alleine persönlicher Geschmack und sind nicht spielbereichender als alle anderen. Der Ablehnung von diesen Patzern ist auch niemals sofort ein SL-Diktator mitgeliefert, manche sind eben keine True Roleplayer(TM) und brauchen in einer magischen!!! Welt keine Realität.

Andererseits schüttele ich auch mit dem Kopf, wenn man immer versucht, sowas in DnD reinzuquetschen, wo es doch nie angedacht war. Wieso kann man Spiele nicht einfach mal so nehmen, wie sie sind?
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Wormys_Queue

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #33 am: 10. Mai 2011, 14:39:14 »
Andererseits schüttele ich auch mit dem Kopf, wenn man immer versucht, sowas in DnD reinzuquetschen, wo es doch nie angedacht war.

Kritische Patzer stehen in 3.5 beispielsweise schon als Regelvariante im  DMG, für Pathfinder gibt es mit dem Critical Fumble Deck ganz offizielles, wenn auch optionales Regelmaterial; "nie angedacht" stimmt so also schon mal nicht (und schon in Ausgabe 39 des Dragon Magazine im Jahre 1980 wurde eine Tabelle für kritische Treffer und Patzer veröffentlicht, das ganze hat also eine gewisse Tradition).

Zitat
Wieso kann man Spiele nicht einfach mal so nehmen, wie sie sind?

Warum sollte man? Schließlich ist die Adaptierbarkeit an den eigenen Geschmack gerade die große Stärke von Rollenspielsystemen wie D&D. Auch hier wieder hat das Thema eine Tradition, die sogar noch weiter zurückgeht. Die Ursprungsversionen von D&D boten nicht viel mehr als eine Grundlage und machten die Eigenentwicklung von Hausregeln geradezu zur Notwendigkeit. Bei der Einführung von AD&D wurde die daraus entstehende Regelvielfalt als Argument benutzt für die Einführung eines komplexeren Systems benutzt. Aber auch da (und auch später bei 3.X und 4E) haben die Designer selbst mit Regeloptionen um sich geschmissen und immer wieder betont, dass es völlig in Ordnung und sogar wünschenswert wäre, sich nicht von offiziellen Regeln im eigenen Spielspass einschränken zu lassen.

Du fragst, warum man das Spiel nicht so nehmen kann, wie es ist. Meine Gegenfrage wäre: Wie ist es denn? 3.0? 3.5? Pathfinder? Mit oder ohne optionalen Regelerweiterungen wie den Complete-Büchern? mit settingspezifischen Regelerweiterungen oder ohne?  Mit Unearthed Arcana oder ohne? Mit Book of Experimental Might oder ohne? Inhalte aus dem Dragon Magazine Ja oder Nein? OGL/d20 -zeug ja oder nein? 4E? Nur Core oder mit Regelerweiterung? Essentials ja oder Nein? Dragon-inhalte Ja oder Nein? 3PP-material Ja oder Nein?

Oder kurz gesagt: Für mich persönlich existiert "das Spiel D&D" gar nicht. Ich wüsste gar nicht, wie ich das sinnvoll definieren sollte, dafür hat es schon von offizieller Seite her zu viele verschiedene Gesichter. Von daher sehe ich gar keinen Grund, mich in irgendeiner Weise einschränken zu lassen, sofern ich nicht eingeschränkt sein möchte.
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Wormy's Worlds

Darigaaz

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #34 am: 10. Mai 2011, 21:38:39 »
Zitat
Du fragst, warum man das Spiel nicht so nehmen kann, wie es ist. Meine Gegenfrage wäre: Wie ist es denn?
Abhängig der Wahl des Regelsystems und der Spielwelt so, wie es in den genutzen Büchern steht. Und bezogen auf Patzer, einfach ohne diese.

Zitat
Oder kurz gesagt: Für mich persönlich existiert "das Spiel D&D" gar nicht. Ich wüsste gar nicht, wie ich das sinnvoll definieren sollte, dafür hat es schon von offizieller Seite her zu viele verschiedene Gesichter. Von daher sehe ich gar keinen Grund, mich in irgendeiner Weise einschränken zu lassen, sofern ich nicht eingeschränkt sein möchte.
Hier geht es doch aber auch um die Kehrseite. Patzerregeln a la DSA (Ironie) schränken ein. Sie existieren gar nicht, außer als Hausregel. In DSA ist das alles wunderbar und schön eingebettet, in DnD kommt ein Wahrscheinlichkeitsfaktor hinzu, der im Gegensatz zu DSA größeren Einfluß auf die Mechanik nimmt, weil fast alle gegebenen Mechaniken für den Kampf nutzbar sind und damit auch überlebenswichtig für die Gruppe.

Spielt man das - definitiv existierende - klassische DnD, rennt man in Dungeons umher und erschlägt Monster. Man hat random encounter Tabellen und ist generell auf Kampf getrimmt. Die Liste der Fertigkeiten gibt ja auch z. B. in 3.5 wenig andere Optionen. Patzer können also häufiger auftreten, als man denkt, da man häufiger Kämpfen wird.

Wer das nicht mag, bitte, der wird aber sowieso nicht nach Schema F spielen. Wer das aber mag hat ebenfalls Berechtigung Patzerregeln zu kritisieren. Eine grundsätzliche ''Dagegen''-Haltung bei Regeln halte ich für wenig sinnvoll. Auf beiden Seiten.

Wenn Xiam mal wieder den armen SL als Opfer darstellt, der nur von Neidern umgeben ist, oder diesen als bewusst bösartig die Spieler beharkt durch siene Entscheidungen, sehe ich seine Argumente hier als nicht besser an. Abgesehen davon gibt es solche Gruppen wohl nicht sehr häufig, denn wer will schon mit Leuten Freizeit verbringen, die mehr Streß verursachen als zu wünschen wäre.

Abschließend sehe ich das so: Entweder man investiert viel Zeit, um Hausregeln sinnvoll einzubauen, oder man lässt es sein.

Mir sind Patzerregeln zu aufwendig, wenn ich welche kreieren sollte, dann i. w. S. nach WH40k Vorlage. Für mich/unseren DnD-Kreis soll DnD actionlastig sein, Patzer stören mich da, sie zögern Dinge hinaus, die für uns nicht wichtig genug sind. Hausregeln entstammen dem eigenen Spielstil und damit Geschmack. Das heißt jedoch nicht, daß man dies nicht auch sachlich begründen kann, und da wird logischerweise ersteinmal das offizielle Regelbuch als Vergleich genutzt.

Zitat
Warum sollte man?
Naja, ich wähle mir aus, was ich spielen möchte und nicht, was ich verändern möchte.

- edit -
« Letzte Änderung: 10. Mai 2011, 21:48:40 von Darigaaz »
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Wormys_Queue

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Hausregeln (3.5)
« Antwort #35 am: 10. Mai 2011, 23:21:36 »
Wer das nicht mag, bitte, der wird aber sowieso nicht nach Schema F spielen.

Natürlich. Das behaupte ich ja auch nicht von mir.  Wobei ich jetzt auch nicht jemanden, der ohne Hausregeln spielt und sich prinzipiell an den geschriebenen Regeln orientiert, per se als Schema F-Spieler bezeichnen würde.

Zitat
Wer das aber mag hat ebenfalls Berechtigung Patzerregeln zu kritisieren. Eine grundsätzliche ''Dagegen''-Haltung bei Regeln halte ich für wenig sinnvoll. Auf beiden Seiten.

Ich stimme dir da prinzipiell völlig zu, sehe allerdings ein gewisses Ungleichgewicht, wenn man das Argument auf den vorliegenden Fall anwendet. Patzer-Fans, sind ja nicht prinzipiell dagegen, ohne Patzer zu spielen, ihnen machts mit halt nur mehr Spass. Die Kritik an Patzerregeln klingt dagegen deutlich prinzipieller, das hört sich deutlich mehr nach "grundsätzlich dagegen" an.

Zitat
Wenn Xiam mal wieder den armen SL als Opfer darstellt, der nur von Neidern umgeben ist, oder diesen als bewusst bösartig die Spieler beharkt durch siene Entscheidungen, sehe ich seine Argumente hier als nicht besser an. Abgesehen davon gibt es solche Gruppen wohl nicht sehr häufig, denn wer will schon mit Leuten Freizeit verbringen, die mehr Streß verursachen als zu wünschen wäre.

Deswegen spiel ich nicht gerne mit Regelfuchsern, oder, um es positiver auszudrücken, deswegen spiel ich am liebsten mit Leuten, denen die Regeln ziemlich Schnuppe sind. Ich bin ja mit Xiam auch schon aneinander geraten, aber gerade bei solchen Diskussionen (vgl. auch diverse Schummeldiskussionen) habe ich den Eindruck, in solchen Fragen viel stärker mit ihm auf einer Linie zu liegen, als beispielsweise mit hautlappen, bei dem ich ja fast immer anderer Meinung bin.

Zitat
Abschließend sehe ich das so: Entweder man investiert viel Zeit, um Hausregeln sinnvoll einzubauen, oder man lässt es sein.

Und in dem Zusammenhang stellt sich halt die Frage: was ist sinnvoll? Darauf würden hautlappen und ich ganz unterschiedliche Antworten geben, und das hat gar nichts damit zu tun, dass einer von uns beiden doof ist, sondern einfach damit, dass wir nicht das gleiche Spiel spielen. Selbst wenn wir dieselben Regelbücher benutzen. Theoretisch gesprochen, in der Praxis wäre das dank Kompromissfähigkeit vielleicht gar kein großes Problem. Glaubenskriege würde ich für pPatzerregeln jedenfalls nicht führen.


Zitat
Naja, ich wähle mir aus, was ich spielen möchte und nicht, was ich verändern möchte.

Das halte ich genauso. Ich möchte halt nur nicht "System XYZ nach RAW" spielen.
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Wormy's Worlds

Nightmoon

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    • Schicksalsstreiter
Hausregeln (3.5)
« Antwort #36 am: 11. Mai 2011, 02:02:41 »
Gibt inzwischen viele Hausregeln bei uns. Z.B. kann man Tote nicht mehr einfach per Zauber erwecken. Da muss sich schon irgendein Gott oder so dazu entschließen, den Held zurückzubringen, und sowas passiert halt nicht sehr oft. Im Gegenzug gibt es aber nur noch Save-or-Dying Zauber, an Stelle von Save-or-Die, kritische Treffer bedeuten, dass man die maximale Würfelzahl einfach mit dem Multiplikator nimmt (z.B. 16 bei einem Langschwert), und man stirbt erst bei -1/3 der maximalen TP +10. Das klingt zwar nach viel, ist aber manchmal viel schneller erreicht als man meint.
Das führt halt gerade auf hohen Stufen dazu, dass man bei Kämpfen viel mehr mitfiebert, weil der Tod nicht mit 25.000 Goldmünzen einfach behoben wird. So schöpfen die Charaktere absolut aus dem Vollen ihrer Möglichkeiten und springen für jeden der kurz vorm Exitus ist, sofort in die Breche wenn es geht. Hat sich bei uns sehr bewährt und macht heftige Begegnungen sehr nervenaufreibend.
Ansonsten gibts tausende kleine Hausregeln, weil wir Pathfinder und 3.5 mischen.

Verboten ist nur sehr wenig. Eher werden zu heftige Sachen abgeschwächt. Bei mir ist allerdings z.B. die Animated-Verzauberung für Schilde verboten, da so eine Verzauberung dazu führen würde, dass die klassischen Waffe+Schild-Krieger aussterben würden. Im Complete Champion gibts noch ein paar Sachen die etwas zu weit gehen (z.B. der Zauber, mit dem man den nächsten W20 Wurf als natürliche 20 werten darf, was einen Kleriker mit Vorpal-Waffe einfach zu stark machen würde).

Darigaaz

  • Mitglied
Hausregeln (3.5)
« Antwort #37 am: 11. Mai 2011, 03:12:37 »
Zitat
was ist sinnvoll?
Eine für die Gruppe allgemein bereichernde Hausregel ist sinnvoll. Falls Personen anwesend sind, die Xiams negative Charaktereigenschaften in seinem provokativen Post zeigen, könnte man sich als DM Gedanken machen, wenn es die gesamte Gruppe sein sollte, die so reagiert, oder man trennt sich eben.

Zitat
Die Kritik an Patzerregeln klingt dagegen deutlich prinzipieller, das hört sich deutlich mehr nach "grundsätzlich dagegen" an.
Ich sehe da keinen Unterschied zum Dafürhalten.

Xiams statement ist genauso absolut und indiskutabel wie Tempus post. Daraus entsteht keine Diskussion. Wenn Hautlappen jetzt eine Begründung aufgrund vorliegender Regeln vom OP erwartet, ist das nicht grundsätzlich Regelfuchserei.
« Letzte Änderung: 11. Mai 2011, 03:15:17 von Darigaaz »
Realismus erhöht nur den DC

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Siran

  • Mitglied
Hausregeln (3.5)
« Antwort #38 am: 11. Mai 2011, 08:44:07 »
Ich könnte mir die Patzerregeln in unserer Runde durchaus vorstellen.
Das Argument, dass dadurch zuviel Zeit / Aufwand benötigt würde, kann ich nur bedingt nachvollziehen.
Denn genau den gleichen Aufwand betreibe ich doch auch, wenn ich kritische Treffer oder sneak attacks anwende.

Allgemein ist der Aufwand pro Aktion in D&D eh schon hoch (action economy, Zauber, Manöver usw) - vor allem ab dem mittleren Stufenbereich, wenn die Full Attacks zu mehr Angriffen führen oder wenn komplexe Effekte hinzukommen (battlefield control, status effect, conditions, gefühlte 32 boni/mali).
In diesem Lichte verblasst der Aufwand, den eine Patzertabelle (oder ein Deck) mit sich bringt.

Eine andere Frage ist natürlich, wie man mit der größeren Gefahr ausgeht, wenn Patzer möglich sind.
Das ist aber m.E. Geschmackssache.
Der klassische Ork mit dem Krummschwert und einem krit. Treffen ist auf Stufe 1-2 ebenso tödlich - um im Prinzip arbeitet man auch da mit der gleichen Systematik wie bei Patzern.
Anders gesagt: ein critical hit des Gegner kann de facto zum Patzer für das Opfer werden ;)

Das Fehlen von Patzern hat halt in D&D schon den gewissen, faden Beigeschmack, dass die Charaktere stets zuverlässig und risikolos kämpfen können. Das schlimmste, was passieren kann, ist doch lediglich das Nichttreffen.
Deshalb kann ich Spieler verstehen, denen diese Form von "streamlined combat" nicht gefällt. Es ist eben sehr glatt, sehr weich.


Andererseits beinhaltet D&D eh schon viele Effekte und Aktionen, sodass eine weitere Patzerregel das vielleicht weiter aufblähen würde.

Ich kann da beide Seiten verstehen.

Xiam

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  • Mörder der 4E
Hausregeln (3.5)
« Antwort #39 am: 11. Mai 2011, 09:26:02 »
Das Argument, dass dadurch zuviel Zeit / Aufwand benötigt würde, kann ich nur bedingt nachvollziehen.
Denn genau den gleichen Aufwand betreibe ich doch auch, wenn ich kritische Treffer oder sneak attacks anwende.
Meine Rede. Kritische Treffer sind aber dennoch irgendwie okay (das macht ja auch Fun, das ist kewl, wenn's mal so richtig würzig kracht im Gebälk ... also, es sei denn, ein NSC trifft einen SC... hmm, das muss dringend gehausregelt werden).

Das Fehlen von Patzern hat halt in D&D schon den gewissen, faden Beigeschmack, dass die Charaktere stets zuverlässig und risikolos kämpfen können. Das schlimmste, was passieren kann, ist doch lediglich das Nichttreffen.
Deshalb kann ich Spieler verstehen, denen diese Form von "streamlined combat" nicht gefällt. Es ist eben sehr glatt, sehr weich.
Für mich ist D&D daher auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Die SC (eigentlich die Spieler) werden in Watte gepackt werden. Man augenwischt sich irgendwelche Herausforderungen, die in Wirklichkeit keine Herausforderungen sind, weil Scheitern kaum eine realistischerweise eintretende Option ist.
1984 was not supposed to be an instruction manual.

Wormys_Queue

  • Mitglied
Hausregeln (3.5)
« Antwort #40 am: 11. Mai 2011, 09:56:48 »
Eine für die Gruppe allgemein bereichernde Hausregel ist sinnvoll. Falls Personen anwesend sind, die Xiams negative Charaktereigenschaften in seinem provokativen Post zeigen, könnte man sich als DM Gedanken machen, wenn es die gesamte Gruppe sein sollte, die so reagiert, oder man trennt sich eben.

Sicher. Nur kann eben das, was die eine Gruppe ablehnt, für eine andere Gruppe bereichernd sein. Insoweit macht die grundsätzlichkeit, mit der die Patzerregel von manchen (und ja nicht nur hier im Thread, sondern auch diversen anderen Diskussionen) kritisiert wird, keinen Sinn.

Zitat
Ich sehe da keinen Unterschied zum Dafürhalten.
Ich bezweifle ernsthaft, dass einer der Patzerfreunde in diesem Thread seine Mitwirkung an einer Runde nur aus dem Grund verweigern würde, weil es da Patzerregeln gibt. Ich weiß nicht, ob das im umgekehrten Falle auch für die Gegner einer solchen Regel gilt. Sie hören sich mal nicht so an.

Und das ist schon ein Unterschied.

Zitat
Xiams statement ist genauso absolut und indiskutabel wie Tempus post. Daraus entsteht keine Diskussion.

ist in dem Zusammenhang natürlich richtig, auch wenn ich ein gewisses Verständnis für Xiams Meinung habe, die sich ja nicht nur aus dieser, sondern auch aus vielen anderen Diskussionen zu diesem und anderen, ähnlich gelagerten Themen speist. In denen man so was durchaus als Totschlagargument zu hören bekommt. Hatte hier aber keiner gemacht.


Zitat
Wenn Hautlappen jetzt eine Begründung aufgrund vorliegender Regeln vom OP erwartet, ist das nicht grundsätzlich Regelfuchserei.

Das Wort war auch gar nicht auf Hautlappen oder sonst wen spezielles gemünzt. Ging nur um meine persönliche Einstellung.

weil Scheitern kaum eine realistischerweise eintretende Option ist.

Die Entwicklung scheint zwar (nur bei D&D?) dahinzugehen, aber ehrlich gesagt ist das gerade mit der Grund, warum ich keine Probleme mit Patzerregeln habe. Meine Runden sind auch nicht so fürchterlich tödlich, und an einem Patzer stirbt normalerweise auch keiner. Von daher habe ich gar keinen Grund, auf die positiven Seiten von Patzern zu verzichten, weil ihre negativen Seiten eh nicht (bzw. kaum) zu Buche schlagen.

Auf der anderen Seite wollte ich immer mal den Shackled City -AP für 4 Charaktere mit PB 25 (nur Grundregelwerk 3.5) leiten. Da hätten die Charaktere schon Probleme genug, auch ohne, dass ich die noch durch Patzerregeln verschärfe (soll heißen, die würden eh dauernd den Löffel abgeben. :D).
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Wormy's Worlds

Deus Figendi

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    • http://forum.dnd-gate.de/viewtopic.php?p=133284#133284
Hausregeln (3.5)
« Antwort #41 am: 11. Mai 2011, 12:11:38 »
Warum sollte man? Schließlich ist die Adaptierbarkeit an den eigenen Geschmack gerade die große Stärke von Rollenspielsystemen wie D&D. Auch hier wieder hat das Thema eine Tradition, die sogar noch weiter zurückgeht.
Mehr noch. Mitnichten ist das auf "Rollenspielsystemen wie D&D" beschränkt, vielmehr ist es eine Grundeigenschaft von Spielen.
Wenn man Kinder beobachtet machen die das am Laufenden Band, wenn ihnen eine Spielmechanik, die sie bisher benutzten nicht mehr gefällt wird sie geändert (unabhängig davon ob sie mal nieder geschrieben wurde, beschränkt sich also nicht auf gekaufte Spiele). Fast immer wenn man Brettspiele spielt will man es nach Runde 120 etwas interessanter machen und entsinnt eine Hausregel um das Spiel zu verändern.
Wenn man sich betrachtet wie viele Regelvarianten es in traditionellen Spielen gibt... Skat mag eine Ausnahme darstellen, aber selbst Schach oder Rommé oder Canasta oder Poker oder Durac oder... existieren mit Unmengen von Variationen, Hausregeln etc.
Einzig wenn es ins Sportliche geht, wenn man anfängt in Turnieren zu spielen, dann wird es nötig Regeln über viele viele Spieler hinweg zu standardisieren. Zuweilen geschieht aber auch das mit Regeln, die nicht in der Spielanleitung stehen.

Also Spiele zu modifizieren gehört zu Spielen wie Spieler zu Spielen gehören :) Kinder machen das mit viel Selbstverständlichkeit, wird man erwachsen verläuft sich das ein bisschen. Gerade aber als ich mit 17/18 mit Rollenspiel anfing war ich sehr experimentierfreudig, da ging auch einiges schief, aber interessant war es allemal.
Es gab dazu auch mal einen netten Pi-Cast, vielleicht finde ich ihn wieder.
Edit: http://pihalbe.org/audio/picast-fragment-10-goldene-regel-771
sechseinhalb Minuten und als ich gerade so in den Anfang nochmal reinhörte merkte ich, wie mein Beitrag davon geprägt ist :D
« Letzte Änderung: 11. Mai 2011, 12:47:56 von Deus Figendi »
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