Autor Thema: Mönch in chaotische Gruppe einbinden  (Gelesen 2082 mal)

Beschreibung: Wie schaffe ich es einen Mönch in einer chaotischen Gruppe zu spielen?

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Lidda

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« am: 17. Mai 2011, 17:54:57 »
Der Titel sagt schon alles:
Unsere Gruppe besteht aus fünf Spielern. Ich möchte umbedingt einen Mönch spielen  und bin der Meinung, dass ich diese Klasse sehr überzeugend spielen könnte, da ich mich mit meinem Mönchscharakter am besten identifizieren kann.
Das Problem besteht darin, dass der Großteil der anderen Spieler eher chaotisch als rechtschaffen spielen - chaotisch neutral bis chaotisch böse. Ich könnte mich ja mit einer neutralen oder sogar bösen Gesinnung abfinden, aber das Regelwerk schreibt eben vor, dass ich rechtschaffen sein muss. Leider weiß ich nicht wie ich das umsetzen soll, wenn sich der Rest der Gruppe entgegen meinen (fiktiven) Moralvorstellungen verhält.

Ich will weder eine andere Klasse, noch mit einer andern Gruppe spielen, ich suche eine Lösung des Problems und will ihm nicht aus dem Weg gehen.

Was ich ablehne ist einen Charakter zu spielen, der sich von der Gruppe abspaltet oder gegen sie arbeitet. Wir wollen gemeinsam spielen und außerdem wäre dies für den SL sehr schwer umzusetzen.

Mir fällt nichts anderes ein, als die Gesinnungsbeschränkung für den Mönchen nicht anzuwenden. Sprich: der Mönch darf alle Gesinnungen annehmen.
Erstmal habe ich gesagt, dass dies den Mönch nicht mehr realistisch spielbar macht. Ich habe mir den Mönchen nocheinmal angeschaut - die rechtschaffene Gesinnung passt einfach sehr gut zum Mönchen, aber wenn man die Schwerpunkte auf weniger Gesinnungsabhängie Eigenschaften des Mönchen verlagert klingt ein nicht rechtschaffener Mönch nicht mehr so unlogisch.

Meine Fragen:
1. Hättet ihr einen Vorschlag wie man einen rechtschaffenene Möchen in einer eher chaotisch geprägten Gruppe spielen kann?
2. Hättet ihr eine Idee wie man einen nicht rechtschaffenen Mönchen begründen könnte? Ich habe zwar schon eine eigene Idee, aber diese hat mich nicht ganz überzeugt und ich brauche eine bessere Story, da ich mich unbedingt mit meinem Charakter identifizieren will.

Gwenfair

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #1 am: 17. Mai 2011, 18:02:15 »
Was sagt denn dein Spielleiter dazu? Mit ihm musst du das als erstes klären. Möglicherweise ergibt sich schon daraus eine Lösung, weil er dazu einen Vorschlag hat.
Es kann ja sein, dass er die Gesinnungen ohnehin nicht stark benutzen möchte und man deswegen gar nichts hausregeln muss.

Und warum "Lidda"? Das ist doch der Name des Schurken im Grundregelwerk. Magst doch vielleicht heimlich eine Schurkin spielen?  :P

asequai

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #2 am: 17. Mai 2011, 18:47:36 »
Mein Tipp: Definiere erstmal was "rechtschaffen" für deinen SC bedeutet.
Rechtschaffen heisst ja nicht unbedingt, dass man immer gesetzeskonform handeln muss. Es kann auch bedeuten, dass man seinem eigenen Codex folgt indem man bestimmte (evtl. selbstaufgestellte) Regeln einhält. Wenn du diese Regeln dann so formulieren kannst, dass sie einerseits einen relativ eindeutigen Codex mit Handlungsrestriktionen darstellen und andererseits nicht gegen den Geist deiner Gruppe gehen, kann das durchaus funktionieren.

Lidda

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« Antwort #3 am: 17. Mai 2011, 19:19:45 »
@Gwenfair
Die Idee, die Gesinnungsbeschränkung wegzulassen haben wir in der Runde besprochen und alle wären damit einverstanden.
Das Problem ist, dass ich nicht damit zufrieden bin :P
Ich will mich halt wirklich mit meinem Charakter identifizieren können und das kann ich noch nicht so richtig ...
Gesinnungen sind bei uns zwar vorhanden, aber groß betont wurden sie bisher noch nicht - die Gesinnung stand nie im Vordergrund.

Und den Namen Lidda habe ich generell in Fantasyforen ... schon länger. Damals habe ich den Namen genommen, weil mir die Schurkenklasse und der Name an sich gefallen hat, aber ich habe gemerkt, dass der Mönch besser zu meiner Spielweise passt ;)

@asequai
Daran, mir eine Art Kodex zurech zu legen, habe ich auch schon gedacht, aber dann wieder verworfen. Das sollte ich vielleicht mal probieren. Dazu muss ich mal herausfinden nach welchen Prinzipien die Mitglieder meiner Gruppe handeln. Das scheint auf den ersten Bilck recht einfach (Streben nach Macht und Reichtum), aber manchmal verstehe ich meine Leute nicht ganz und kann ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Getrieben von Neugier und dem Kick des Risikos vielleicht :D
« Letzte Änderung: 17. Mai 2011, 19:21:29 von Lidda »

Nathan Grey

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #4 am: 17. Mai 2011, 20:53:11 »
Ich habe mal einen Mönch gespielt, der sich dann dazu entschlossen hat diesen chaotischen Deppen seinen Kodex nahe zu bringen und sie auf den Weg Meditation und des klaren Geistes zu führen. :D

Sol

  • Globaler Moderator
Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #5 am: 17. Mai 2011, 23:03:52 »
Vielleicht hilft bei dem ganzen auch eine Rechtschaffen Böse Gesinnung. Spielt ihr denn im Greyhawk-Setting bzw. nach PHB-Vorgaben? Dann könntest du nämlich auch einem Orden folgen, der das "Recht des Stärken" vertritt. Derjenige, der stärker ist, darf und kann sich alles nehmen, was er will. Der waffenlose Kampf wird als besonders herausfordernd betrachtet und deswegen versucht man damit mächtiger zu werden und seine große Stärke damit zu beweisen. Man versucht letztendlich waffenlos einem Gegner mit Waffen überlegen zu sein bzw. ihn besiegen.

Das wäre mal ein Beispiel eines Kodex, der womöglich trotz rechtschaffener Gesinnung gut in die Gruppe passen würde. Bloß weil man rechtschaffen ist, muss man nicht immer automatisch gesetzestreu sein. Da wird oftmals etwas durcheinander gebracht.

 
"I am Grey. I stand between the candle and the star. We are Grey. We stand between the darkness and the light." (B5)

Nightmoon

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    • Schicksalsstreiter
Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #6 am: 18. Mai 2011, 11:16:29 »
Würde mit deinem SL mal über das "Rechtschaffen" sprechen. Buddhistische Mönche z.B. sind ja tendenziell eher absolut Neutral, da der Weg der Mitte wichtiger Bestandteil ihrer Philosophie ist, also eher wie ein Druide, der auch das Gleichgewicht wahren will, nur eben nicht mit diesem starken Fokus auf die Natur. Außerdem sollte so ein Mönch ja durch nichts aus der Ruhe zu bringen sein und wenn man Leute in ihrem Verhalten ändern will, dann ist es für gewöhnlich besser einfach ein gutes Vorbild zu sein und höchstens mal mit einem enttäuschten Blick zu ermahnen, aber nicht mit Worten.

Wormys_Queue

  • Mitglied
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« Antwort #7 am: 18. Mai 2011, 11:36:26 »
Das wäre mal ein Beispiel eines Kodex, der womöglich trotz rechtschaffener Gesinnung gut in die Gruppe passen würde. Bloß weil man rechtschaffen ist, muss man nicht immer automatisch gesetzestreu sein. Da wird oftmals etwas durcheinander gebracht.

Jep. Ein Mönch wird zwar streng die Regeln seines Ordens befolgen bzw. der Philosophie (oder eines anderen Kodex, hängt von der Hintergrundgeschichte ab), die dahintersteckt, aber das muss sich nicht unbedingt auf jedes weltliche Gesetz in genau demselben Maße erstrecken. Auch fehlt dem Mönch das Missionarische des Paladins, er wird also nicht unbedingt alle zu seiner Geisteshaltung bekehren wollen.

Er dürfte im Prinzip also keine Probleme mit chaotisch gesinnten Charakteren per se haben, zumal chaotisch ja auch nicht direkt "Gesetzbrechen mit aller Gewalt bedeutet". Ich weiss nun nicht, wie das bei euch gehandhabt wird, aber solange das chaotisch bei euch mit Vernunft ausgespielt wird (also nicht ala: ich bin chaotisch, also gelten für mich keine Regeln, schon gar nicht die der Vernunft), sollte es da nicht unbedingt prinzipielle Probleme geben. Die sehe ich eher durch das "Böse" in "Chaotisch Böse" verursacht, da wirst du möglicherweise auch als rechtschaffen böser Mönch Probleme mit bekommen.

Aber auch wenn du das nicht hören willst, wäre die sinnvollste Lösung, wenn du da so große Probleme siehst, dass du einen anderen Charakter spielst. Sonst bist am Ende du das Problem, nicht die anderen Spieler.
Think the rulebook has all the answers? Then let's see that rulebook run a campaign! - Mike Mearls
Wormy's Worlds

Gwenfair

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #8 am: 18. Mai 2011, 14:39:46 »
Du kannst das Rechtschaffene ja so auslegen, dass du nicht den Schulmeister spielst, sondern eine Geisteshaltung auf dich selbst anwendest, beispielsweise so:
Du lebst in den Traditionen deines Ordens und findest diese Traditionen und deine täglichen Rituale wichtig; wichtig genug, um sie beispielsweise auch dann durchzuziehen, wenn ein anderer durchaus mal fünf gerade sein lassen würde. Du hälst Disziplin für eine lebensnotwendige Voraussetzung für die Meisterschaft in deiner Kampfkunst und nimmst (selbstherrlich) an, dass den meisten Leuten diese Voraussetzung eben fehlt und sie deswegen schwach und unbeherrscht sind. Dies gibt dir das Gefühl von Überlegenheit, so dass du es insgeheim genießt, unter chaotischen Typen herumzuziehen, weil dadurch deine Disziplin umso bemerkenswerter erscheint.

Du solltest in einer chaotischen Gruppe auf die Ausprägung von "Befolgen von Gesetzen" verzichten, um ständige Konflikte mit der Gruppe zu vermeiden. Damit es keine zu große Abweichung von der rechtschaffenen Gesinnung gibt, kannst du für dich als alleingültiges Gesetz die Gesetze deiner Mönchsbruderschaft definieren (und diese so ausgestalten, dass sie mit dem Verhalten der Gruppe nicht viel kollidieren).

Ansonsten scheint mir ein Auseinanderklaffen der Gesinnung auf der rechtschaffen-chaotischen Schiene weniger problematisch als auf der gut-böse Schiene.

Nadir

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« Antwort #9 am: 18. Mai 2011, 18:16:51 »
Gwenfair sagt es schon. Auch ich rate Dir dazu, Deinen Charakter nach innen gerichtet rechtschaffen zu spielen. Er muss ja nicht Recht schaffen, wo es fehlt und es dann durchsetzen. Vielmehr ist seine Gesinnung seine Weltanschauung und ein Produkt seiner Handlungen. Außerdem muss die Gesinnung nicht per se mit den anderen Charakteren kollidieren. Wenn die Ziele abgesteckt und klar sind, ist der Weg Deines Mönchs halt weniger chaotisch, als der, welchen die anderen Charaktere gehen. Zumal meine Erfahrung sagt, dass die wenigsten Leute eine chaotische Gesinnung wirklich ausspielen.
"Nicht wer als Erster die Waffe ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." N.M.

Renox

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« Antwort #10 am: 20. Mai 2011, 10:05:43 »
Wieso spielst du nicht einen rechtschaffen Mönch der auf seinen kleine chaotische Schwester oder Bruder aufpassen muss. Eure Eltern sind verstorben und die Kleine reist mit so einem chaotischen Haufen durch die Welt und bringt sich und ihr Seelenheil in Gefahr. Was bleibt dir da anderes übrig, als dein Kloster zu verlassen und auf sie aufzupassen. Überreden bringt nicht und einsperren kannst du sie ja auch nicht, da sie mehr oder weniger Erwachsen ist.

@Nadir
Meine Erfahrung sagt, dass meine Spieler auf Dauer eine rechtschaffene Gesinnung nicht wirklich ausspielen.

Kilamar

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Mönch in chaotische Gruppe einbinden
« Antwort #11 am: 20. Mai 2011, 13:45:19 »
Ich sehe da auch kein größeres Problem.
Es würde dennoch helfen vorher mit dem SL (über die Kampagne und Gesinnungen an sich) und den anderen Spielern (über das Verhalten Ihrer SCs) zu sprechen.

Kilamar