Autor Thema: The Forgotten Forge  (Gelesen 1136 mal)

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Daeinar

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The Forgotten Forge
« am: 10. August 2004, 18:27:27 »
 Barrakas, Zol der  3. Woche

Es war früher Abend in Sharn, der Stadt der Türme. Das Wetter in Südbreland war, wie immer, unerträglich. Trotz des strömenden Regens war es schwül, und kein Lüftchen verschaffte den Bewohnern der größten Metropole in ganz Khorvaire Milderung.

Auf einer der oberen Ebenen Sharns lag ein Körper auf einer Brücke. Der strömende Regen prasselte hinab und eine rasch größer werdende Blutlache warf Bläschen, als das Wasser auftraf.

Schwammig beleuchtet von den magischen Laternen Sharns, meinte ein Reisender einen Schatten auf eben jener Brücke gesehen zu haben, doch der Regen machte es unmöglich, sicher zu sein. Der Mann lief näher, und im selben Moment erkannte er, dass jemand auf der Brücke lag. Blut! Mit weiten Augen rannte er auf den Ort des Geschehens zu. Ungläubig dachte er an die Schwärze unter ihm. War gerade tatsächlich jemand dort hinab gesprungen? Einen Sturz von einer der Brücken Sharns überlebte man nur selten. Meistens schlugen die unglücklichen Opfer solcher Unfälle, die oft genug keine waren, erst etliche hundert Fuß tiefer auf. Fand man sie, waren sie bereits ausgeraubt, eine Identifikation meist unmöglich.

Ein ungleiches Paar kam derweil die Straße hinab – ein hoch gewachsener Mann und eine zierliche Frau. Klatschnasse, schwarze Haare rahmten ihre Gesichter, und beide blieben stehen. Unschlüssig schauten sie auf die Brücke zwischen Turm Dalannan und der Kelsaspitze.

Im selben Moment schwang sich ein Schatten über das Geländer der Brücke. „Fort von der Leiche!“, brüllte eine mechanische Stimme. Der junge Mann, der sich nun neben der Leiche niedergekniet hatte, schaute erschrocken auf. Mit einem Schlucken stellte er fest, dass ein Kriegsknecht über die Reling geklettert war. Und dieser hielt in einer Hand eine schwere Axt, von deren Klinge noch Blut troff. Wessen Blut, war unschwer zu erraten.

Mit schnellen Schritten kam der Kriegsknecht näher. Er schaut das Pärchen an, und machte eine herrische Bewegung mit der Axt. „Verschwindet! Oder ihr werdet sein Schicksal teilen!“ Mit einem weiteren Schritt trat der Kriegsknecht neben den Leichnam. Der junge Mann schaute aus wenigen Schritten Entfernung auf den Körper, dessen Hand noch einen Beutel aus Leder umklammerte. Der Kriegsknecht bückte sich, um den Beutel zu nehmen. Doch der Mann hielt auch im Tod – und dieser war mit Sicherheit eingetreten, wollte man nach dem Blut auf dem Pflaster urteilen – noch an seiner Habe fest. Mit einem Knirschen zerdrückte der Kriegsknecht die Hand seines Opfers, und nahm den Beutel.

In einer dunklen Seitengasse fassten zitternde Hände eine Armbrust. Die junge Frau war nach Sharn gekommen, um in der Morgrave Universität nach einem Buch zu suchen. Nun war sie Zeugin eines brutalen Mordes geworden. Wäre sie schon länger in Sharn gewesen, hätte sie sich wohl bereits daran gewöhnt – doch so lernte sie die Stadt der Türme unsanft von ihrer dunklen Seite kennen.

Der Kriegsknecht drehte sich derweil von den drei Beobachtern weg, um mit seiner Beute zu entschwinden. Rasch spurtete er in entgegen gesetzter Richtung über die Brücke. Ärgerlich schnaubte er als er eine Person im Regen auftauchen sah. „Aus dem Weg!“ schnarrte die metallische Stimme. „NEIN!“ donnerte die Antwort mit tiefer Stimme durch den Regen, und durch den Vorhang aus Wasser trat ein zweiter Kriegsknecht. War der Mörder groß, stark, und flink, wie alle Kriegsknechte, stand dort nun ein wahrer Koloss. Sieben Fuß silbern glänzenden Metalls und schwarzen Holzes hielten einen Hammer in den Händen, den bloß anzuheben einen Mann wohl völlig überfordert hätte.

Der kleinere Kriegsknecht schrie auf und hob die Axt. „Das geht Dich nichts an“, erwiderte er. „Doch. Das ist unrecht“, kam die stoische Antwort des Hünen, der breitbeinig am Ende der Brücke stand.

„Dann stirbst auch Du, Fleischliebhaber!“ brüllte der heranstürmende Kriegsknecht. Der Koloss hob seinen Hammer, um den Angriff zu erwidern. Doch die Axt traf seinen schweren Panzer mit Wucht, und ein großes Loch klaffte in seiner Brust. Er fühlte keinen Schmerz und hob den Hammer. Der Schlag der folgte kam wuchtig, doch zu ungenau, und so wurde nur eine Fliese im Boden der Brücke Opfer der gewaltigen Waffe.

In den Schatten fuhr die Frau aus ihrer Lähmung hoch.

„Mord! Mord!“ schallte es durch die Straßen. „Ruft die Wache!“

Hastig lud sie die Armbrust, und auch die drei Gestalten auf der Brücke schienen Anstalten zu machen, dem größeren Kriegsknecht zur Hilfe zu eilen. Bolzen schwirrten durch den Regen, und ein Summen ertönte in der Luft. Der junge Mann, der gerade seinen Bolzen abgefeuert hatte, schaute irritiert, als einige Eiskörner auf der Brücke hinabprasselten. Im selben Moment wurde der Mörder von einem Bolzen getroffen, steckte diesen jedoch weg, und umrundete den erneut zu langsam zuschlagenden Kriegsknecht. Dann erwiderte er den Angriff, doch die Axt hinterließ nur einen Funkenregen auf dem Panzer des Hünen. Der Kampf war so schnell vorbei, wie er begann. Ein metallisches Knallen erklang und der Mörder rutschte einige Schritt über den nassen Boden. Zufrieden fing der Hüne die verbleibende Wucht seines Hammers ein, als er seinen Widersacher – offensichtlich ausgeschaltet, zu Boden gehen sah. „Rostiges Flittchen…“ murmelte er. Die Kriegsknechte besaßen kein Geschlecht, doch manch ein Erschaffer hatte seinen Kreationen ein Bewusstsein gegeben, dass weibliche oder männliche Züge besaß. Der Attentäter war wohl weiblich. Seine Stimme hatte dies verraten.

Im selben Moment öffnete sich der Brustkorb des gefallenen Kriegsknechtes. Eine Kugel schoss in den Himmel, und entfaltete gut 3 Schritt über dem Boden ein paar filigraner Flügel. Doch ungetroffen verschwand der Bote in einem Hagel von Armbrustbolzen durch den Regenschleier in der Dämmerung.

‚Ein finaler Bote...’ – gleichgültig ging der Kriegsknecht zu seinem Artverwandten und hob den Beutel auf. Dann drehte er sich um, und schritt auf die Brücke zu. Dort legte er den Beutel zurück neben die Leiche. Der junge Mann schaute ihn an, und nahm vorsichtig den Beutel auf, während der Kriegsknecht zurück zu seinem gefallenen Artgenossen stapfte. In dem Beutel befand sich ein kleines, ledernes Buch. Neugierig starrte er auf das stilisierte Siegel darauf, genau wie die junge Frau, die sich zögerlich dem Geschehen genähert hatte.

Im selben Moment ertönte eine grollende Stimme: „Im Namen der Wache, lasst Eure Waffen fallen!“ Alle Blicke richteten sich auf den Neuankömmling. Es handelte sich um einen stämmigen Zwergen. Der Regen prasselte auf seinen kahl rasierten Schädel und lief seine Wangen hinab, um sich in dem kurz geschorenen Bart zu verfangen. Zwei Hellebardenträger eskortierten den Mann in der Rüstung der Wache Sharns. Und dieser senkte mit zusammengekniffenen Augen eine schwere Armbrust in Richtung des am Boden knienden Mannes.

„Die Waffen weg“, herrschte er die Gruppe noch einmal an, und erblickte dann den Kriegsknecht. „Du auch! Und rühr Dich nicht von der Stelle.“ Der Kriegsknecht tat, wie ihm geheißen wurde. Langsam stellte er den schweren Hammer neben sich. Auch die anderen Anwesenden senkten ihre Waffen.

„Ich bin Hauptmann Dolom. Ich werdet mir erklären, was hier vorgefallen ist. Doch zuerst die Formalitäten. Wer seid ihr, und was tut ihr hier?“ Sein Blick schweifte durch die Runde, und blieb auf dem jungen Mann liegen. Dieser erhob sich und griff in seine Tasche. Er reichte dem Zwergen eine kleine Mappe mit seinen Papieren – wer in Sharn nach seinem Tode nicht unwiederbringlich verloren sein wollte, trug diese stets bei sich.

„Mein Name ist Ethan von Zilspar. Ich kam gerade aus der Universität. Ich hatte dort ein Buch gesucht und…“ In der Zwischenzeit hatte eine der Wachen auf ein Kopfnicken hin die Leiche untersucht. Nun unterbrach sie den jungen Mann. „Das ist Bonal Geldem, der Dekan der Morgrave Universität. Und er hat ein Loch in seiner Brust, dass von einer Axt stammen könnte.“

Der Zwerg steckte Ethans Papiere ein. „Na so ein Zufall. Und was haben wir hier?“ Er ließ sich das kleine Buch aushändigen, während der Mann ansetzte, etwas zu erwidern. „Ich wollte nur nachsehen ob…“ Dolom winkte ab, und wandte sich dem wasserdurchtränkten Pärchen zu.

„Katanash ist mein Name“, stellte der Mann sich vor „und das hier ist Vashana. Wir sind erst vor kurzem aus Sarlona nach Sharn übergesetzt und waren nur zufällig in der Nähe.“ Die kleine, ausgemergelt aussehende Frau nickte.

„Und Du?“ Der Zwerg blickte den hünenhaften Kriegsknecht an. „Mein Name ist Hammer. Ich arbeite als Schmied hier in Sharn. War nur zufällig hier, als der Mord geschah. Das hier“ – er schaute hinab auf den außer Gefecht gesetzten Kriegsknecht zu seinen Füßen – „ist der Mörder. Kann Euch keine Auskunft mehr geben. Tut mir leid.“

Schließlich blieb der Blick auf dem Mädchen liegen. „Und was macht ihr hier, meine Teuerste? Wart ihr auch nur zufällig da?“ Er hob beide Augenbrauen. „Ja…“ erwiderte sie zaghaft. „Mein Name ist Rigana d’Medani. Ich bin auf Geheiß meines Patriarchen in Sharn. Ich war auf der Suche nach einem bestimmten Buch in der Universität. Leider konnte ich es nicht…“

Der Zwerg war nicht gewillt, abzuwarten. Er kannte die ganzen Ausreden des zwielichtigen Gesindels von Sharn nur zu gut. Er winkte ab. „Ihr kommt alle mit.“ Er vollführte eine auffordernde Geste mit seiner Armbrust, und bedeutete der Gruppe, voranzugehen. „Ruft einen Trupp, der hier saubermacht“, sagte er zu seinem seiner Leute. Dann marschierte er mit der anderen Wache hinter der so eben verhafteten Gruppe her.

Vashana blickte zu ihrem Gefährten hinauf: „Vielleicht ist es dort, wo wir hingehen, wenigstens trocken. Das Wetter ist furchtbar…“ Dolom blickte zurück und funkelte die Frau scharf an: „Spottet lieber nicht darüber. Bei eurem Interesse an Büchern könnte es sein, dass ihr länger dort verweilt.“

Als die Zellentür hinter den fünf ins Schloss fiel, war zumindest eines gewiss. Es war trocken. Eine, vielleicht zwei Stunden gewährte Hauptmann Dolom den Gefangenen, sich miteinander bekannt zu machen. Wie sich herausstellte, war nur Ethan in Sharn aufgewachsen. Er verdingte sich mehr schlecht als Recht als Kopfgeldjäger und privater Schnüffler, und kannte die Stadt gut. Allerdings war das nun auch wenig hilfreich.
Vashana und Katanash erklärten, sie seien vom fernen Kontinent Sarlona geflohen – ihre Art wurde dort wohl gejagt. Sahen sie Menschen sehr ähnlich, so umgab die beiden Kalashtar doch eine Aura der Unnahbarkeit. Was auch immer sie antrieb, sie behielten es vorerst für sich. Der Kriegsknecht schien Katanash aber zu faszinieren. Besorgt beäugte er dessen Wunde ein Zeit lang, und fragte schließlich: „Das sieht schlimm aus? Sagt, kann meine Magie Euch heilen?“ Hammer zuckte mit den Schultern. Er fühlte keinen Schmerz. „Versucht es.“ Meinte er knapp. Der Kalashtar wirkte einen Zauber, und die feinen Verästelungen unter dem Panzer des Kriegsknechtes schlossen sich ein wenig zusammen. Verwundert schaute er auf das Loch in der Brust des Hünen. Er schien zu leben, doch die Magie schein ihm nur teilweise helfen zu können. Ein Rätsel…

Rigana kam, ganz wie sie sagte, im Auftrage Baron Trelib d’Medanis von Wroat nach Sharn gereist, um in der Morgrave Universität ein Buch zu suchen. Sie war gerade auf dem Rückweg, als der Mord geschah…
Hammer sprach nicht viel. Aber offensichtlich war er ein Überbleibsel des Kriegs. Gebaut, um zu kämpfen. Das er auch ein begabter Schmied war, hatte ihn im Gegensatz zu vielen anderen Kriegsknechten davor bewahrt, eine inhaltslose Existenz zu führen, als der Pakt von Thronehold in Kraft trat. Bei seinem Anblick konnte man daran zweifeln, ob die Gitter der Zelle überhaupt ein ernsthaftes Hindernis darstellten.

Diese Zweifel wurden nie ausgeräumt. Denn irgendwann kam Hauptmann Dolom, und schloss die Zelle auf. „Offensichtlich habt ihr die Wahrheit erzählt. Oder ihr habt einflussreiche Freunde. Jedenfalls könnt ihr gehen.“ Er macht eine kurze Pause. „Und hütet Euch davor, mir sobald wieder über den Weg zu laufen. Ich vergesse keine Gesichter.“

Es regnete noch immer. Und mittlerweile war es stockdunkel. Etwas ratlos starrten die Anwesenden in die Dunkelheit. Zeit, wieder den eigenen Geschäften nachzugehen. Es blieb ihnen nur wenig Zeit, darüber nachzudenken. Eine Gestalt trat aus den Schatten einer nahen Gasse. „Psssst. Wenn ihr wissen wollt, wieso Bonal Geldem sterben musste, dann kommt im Morgengrauen zum „Zerbrochenen Amboss.“ Dann war die Gestalt schon wieder verschwunden, verschluckt von der Dunkelheit.

Man schaute sich ein wenig ratlos an. Doch die Ereignisse waren mit Sicherheit nicht alltäglich, und ein wenig mitgenommen war wohl jeder der Anwesenden. Da zumindest Rigana nach einem Bett verlangte, und Ethan unverhohlen neugierig war, beschloss man, die Nacht im „Zerbrochenen Amboss“ zu verbringen, und im Morgen herauszufinden, womit man es zu tun hatte. Ethan kannte den Weg, und bald betrat man die Herberge im Turm der Steinmetze. Die Halblingsdame die diese Etablissement des Hauses Ghallanda betreute, kam ihren Aufgaben vorbildlich nach – der Amboss war eine professionell geführtes Haus. Nach einem kurzen Abendessen beschloss man, auszuschlafen, um im frühen Morgen der geheimnisvollen Nachricht vom Vortag auf den Grund zu gehen. Lediglich Hammer blieb im Gastraum der Herberge sitzen. Kriegsknechte schliefen nicht. Doch die Nacht hindurch erklangen die Geräusche die Hammer verursachte, als er das Loch in seiner Brust flickte. Am Morgen war er wieder hergestellt, auch wenn er mehrmals daran gedacht hatte, dass das Spezialwerkzeug, dass er in der Armee besessen hatte, ihm die Arbeit wohl deutlich erleichtert hätte. Niemand bekam von alledem etwas mit. Diskretion auf den Zimmern war nur ein Vorteil, wenn man in einer Ghallanda-Unterkunft verweilte.


Barrakas, Wir der  3. Woche


Am Morgen frühstückte man in Ruhe. Als man fertig war kam die Wirtin an der Tisch der Gruppe, und bemerkte beiläufig: „Ihr werde bereits erwartet.“ Sie ging zu einer Tür im hinteren Teil der Gaststube und öffnete diese. „Eure Gäste sind da, Herrin.“ Niemand hatte jemanden kommen sehen, doch das musste nichts heißen. Haus Ghallanda offerierte gut zahlenden Kunden alle möglichen Annehmlichkeiten. Sogar außerdimensionale Zimmer für die wohlbetuchten.

Die fünf Personen betraten das Hinterzimmer. An einem Tisch saß eine junge Frau, vielleicht Ende zwanzig. Ihre feinen Gesichtszüge hatten etwas durchaus verführerisches, und die dunklen, blauen Augen, die unter einem Schopf schwarzen Haares hervorschauten, blickten die Neuankömmlinge neugierig an. Sie Strich sich mit einer Hand durch das Haar und ein silberner Ring blitzte auf. Er zeigte deutlich den Gorgon von Haus Cannith.
Mit sanfter Stimme sprach sie: „Willkommen. Wie schön, dass ihr meiner Einladung Folge geleistet habt. Bitte schließt die Tür hinter Euch. Und dann setzt Euch.“ Hammer schloss die Tür, und blieb stehen. „Sehr gut. So hat Eure Neugier gesiegt und ich will Euch nicht lange auf die Folter spannen. Ihr seid hier, weil ihr den Mord an Bonal Geldem gesehen habt. Und unwissentlich habt ihr mir einen großen Dienst erwiesen.“ Sie zog aus ihrer Tasche das kleine Buch, dass Hauptmann Dolom an sich genommen hatte. „Ach. Ich bin Elaydren d’Cannith.“ Sie lächelte, wurde aber schnell wieder ernst.

„Bonal Geldem und ich haben daran gearbeitet, ein altes Familienerbstück wiederzubeschaffen. Eigentlich wollten wir uns gestern Abend treffen, aber… jedenfalls hörte ich von dem Zwischenfall und schickte jemanden, um Euch zu benachrichtigen. Kurz gesagt glaubte Bonal, er habe den Aufbewahrungsort des Erbstücks in einem alten Journal“ – sie wedelte mit dem Buch – „entdeckt, und ich hätte eine Expedition finanziert um es zu holen. Nun da er tot ist…“ Elaydren schluckt kaum merklich, und schien einen Moment abwesend, doch dann fing sie sich eben so schnell wieder.

„Ich möchte Euch ein Geschäft vorschlagen. IHR habt bereits das Journal gerettet. Ihr könntet auch das Erbstück besorgen. Ihr scheint mir recht fähig. Und ehrlich. Und es wäre mir 1000 Goldstücke wert.“

Ethan schluckte, und seine Augen wurden groß, und auch Rigana konnte ein Lächeln nicht verbergen. Ein kleines Vermögen. Ein Blick in die Runde bestätigte, dass alle einverstanden war. So schnell fanden sich Gemeinschaften. Wie stabil diese sein würde, würde eines anderen Tages erprobt werden.

Elaydren nickte, und berührte mit ihrem Ring das Buch. Ein Siegel darauf leuchtete kurz auf, und als die Frau es aufschlug, füllten sich blanke Seiten vor den Augen der Anwesenden mit feiner Schrift. Schließlich nickt sie, klappte es zu, und schob es Ethan hin, der am nächsten saß. „Vielleicht werdet ihr es brauchen. Laut meinen Informationen ist der Zugang zu der alten Haus Cannith Gießerei irgendwo in Turm Dorasharn…“ Ethan stöhnte. Es gab schönere Flecken in Sharn. Sicherere. „Genauer gesagt 57 Ebenen UNTER der heutigen Kanalisation. Ihr werdet den Ventilknoten E-213 finden müssen. Von dort könnt ihr hinabsteigen.
Noch etwas. Seid vorsichtig. Bonal Geldem wurde von einem Kriegsknecht getötet. Ich bin mir sicher, dass dieser im Dienste des Herrn der Klingen stand. Und er mag nicht der Einzige gewesen sein.“

Der Herr der Klingen. Durfte man dem Geschwätz glauben, war er ein Kriegsknecht, der sich in den qualmenden Überresten Cyres, dem Trauerland, eine loyale Armee von Kriegsknechten versammelt hatte, um auf einen Kreuzzug gegen alles Lebende auszuziehen. Ob dies stimmte, wusste niemand mit Sicherheit. Doch die Anwesenheit seiner Agenten konnte nur Ärger bedeuten. Nachdem man sich mit Elaydren auf einen Vorschuss geeinigt hatte, verliess man den Amboss und erledigte noch schnell einige Besorgungen. Die Tiefen Sharns waren dunkel und nicht ungefährlich, und unvorbereitet hinab zu steigen höchst töricht. Man traf sich gegen Mittag wieder und machte sich, geführt von Ethan, auf nach Turm Dorasharn. Die Tiefen der Stadt der Türme warteten.
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