Autor Thema: Bolligru Schwarzherz- Marthammor Duin- und der Bembel des Grauens  (Gelesen 1156 mal)

Beschreibung: Meine erste D&D Figur

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Nullaqua

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Hi Folks !
Im thread Zwergenmönch habt Ihr mir ja schon sehr gute und hilfreiche Tipps bezüglich meiner kommenden Spielfigur gegeben. Hier habe ich nun eine kleine Geschichte gebastelt, in welcher erzählt wird, wie ein Zwerg zum Mönch werden kann.
Wie sich die Figur dann in der Praxis schlägt, darüber werde ich zu gegebener Zeit gerne nochmals berichten.
Gruß Euer
Nullqua
   .
Bolligru Schwarzherz- Marthammor Duin- und der Bembel des Grauens:

Stein und Bein !
Aufgewachsen und erzogen wurde ich wie alle Zwerge unseres Clans.
Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

Gleich bei meinem ersten Einsatz mit der neuen Streitaxt im Grenzgebiet im Norden, geriet ich mit einer kleinen Einheit, welcher ich angehörte, in einen Hinterhalt von Goblins-ein echt mieses und feiges Pack.
Ich kämpfte wie besessen gegen die Horden von Goblins. Von dem Stein aus, auf welchem ich stand, hatte ich zwar eine gute Position, doch ewig würde ich nicht durchhalten können. Ich konnte mein Bein, in dem ein Pfeil steckte, nicht mehr richtig belasten und die flache Seite einer Goblinklinge hatte mich am Kopf erwischt. Immer wieder tropfte mir Blut in die Augen, das ich wegwischen musste. Hier und da schlugen Pfeile neben mir in die Felswand, doch die Bogenschützen schienen schlecht ausgebildet zu sein. doch der nicht enden wollende Strom von weiteren Goblins war schon verheerend genug. ich wurde von links hart von zwei Goblins bedrängt und es gelang mir, einen kampfunfähig zu schlagen. Anschließend blickte ich mich kurz um und drehte mich dann zurück zu dem zweiten Goblin, da von rechts momentan scheinbar kein Angriff kam. Ich schlug auf den Goblin ein, der einen Treffer einsteckte, aber mit einem knurren erneut auf mich zusprang. doch ich trennte der stinkenden Kreatur ein Bein ab. Dann hob ich den arm und wollte gerade zum letzten, vernichtenden Schlag ausholen, als mir eine Klinge in die rechte Seite, ein Stück oberhalb der Hüfte, fuhr. Ich keuchte auf und klappte halb zusammen. als ich aufsah, blickte ich in das teuflische Grinsen des Anführers, der am Rande des flachen Felsens stand. In seiner Wange war eine klaffende Wunde zu sehen und sein ganzes Gesicht war blutverschmiert, was ihm einen noch dämonischeren Ausdruck verlieh. Ich presste meine linke Hand auf die Wunde, aus der das Blut schoss.
»So, du bist der Letzte dieses lächerlichen Häufleins armseliger Zwerge und jetzt bist auch du fällig«, schrie der Goblinhauptmann geifernd in einem groben Dialekt meiner Sprache.
Die Angriffe gegen mich waren eingestellt worden. Alle starrten gespannt auf uns beide. Doch plötzlich packte ein verletzter Kamerad im Todeskampf das Bein des Anführers. Der Hauptmann verlor das Gleichgewicht und stürzte, mit den Armen rudernd, nach hinten in die Menge seiner eng stehenden Krieger. Ich atmete erleichtert aus, riss einem toten Kameraden, der auf dem Felsen neben mir lag, sein Halstuch ab und stopfte es aufkeuchend in meine Wunde. Die Goblins waren kurz wie erstarrt und wussten scheinbar nicht, was sie tun sollten. Ich schnitt rasch einen langen Streifen aus seinem Umhang, band ihn mir fest um die Hüfte und hoffte, dass der Verband eine zeitlang halten würde.
Der Angriff gegen mich begann erneut. Vom Goblinhauptmann war momentan nichts zu sehen, wahrscheinlich war er hinter einigen Kriegern meinem Blick verborgen, doch von beiden Seiten drangen schon wieder andere hässliche Goblins in schwarzen Rüstungen auf mich ein.

So ging es eine ganze Weile und meine Axt machte reiche Ernte.
Der beinahe volle Mond war am Himmel aufgegangen und schien durch die Bäume. In zwei Tagen würde er wohl zum Vollmond werden, aber ich war mir sicher, dass ich seinen Aufgang nicht mehr erleben würde. Ich spürte, wie auf meiner rechten Seite das Blut herunter lief und konnte alles nur noch verschwommen sehen. Ich hatte mich an den Felsen gelehnt und wehrte mit schwächer werdenden Schlägen die Angreifer ab.

Wenn nur mein Gott mich jetzt sieht. Der Gedanke an ihn gab mir noch einmal Kraft, obwohl ich todmüde und vollkommen erschöpft war. Wenn ich schon auf diesem verfluchten Felsen sterbe, dann will ich zumindest so viele wie möglich mitnehmen, dachte ich und stürzte mich mit einem Aufschrei auf den nächsten Goblin.

Dann sah ich jedoch aus dem Augenwinkel einen ihrer miesen Zauberer Magie auf mich anwenden. Plötzlich fühlte ich mich wie gelähmt.
Ich sah noch die Axt eines Goblins auf meinen Schädel niedersausen und vernahm einen dumpfen Schlag und ein knirschendes Geräusch und mein Kopf schien in 1000 Teile zu zerbrechen, dann wurde mir schwarz vor Augen. Ich war sicher, mein Ende war gekommen !

In all der Schwärze hörte ich eine gewaltige Stimme, wie Donnergrollen und sie sprach:


Stimme: Der Weg des Kämpfers ist für Dich hier zu Ende, doch nicht Deine Zeit bei den Sterblichen. Gehe mein Freund, gehe den Weg zurück zum Leben und werde ein Mönch.

Zwerg: Oh bitte, hilf mir du göttliche Macht, wer beschützt mich auf meinem Weg?

Stimme: Die, die du suchst ist die Gerechtigkeit.
Rufe sie und sie wird dich erhören und wird dir beistehen.

Zwerg: Justicia, Justitia! Rief ich

Justitia: Wer ruft meinen Namen? Verhallte eine Stimme aus den Wolken

Zwerg: Ich, Bolligru Schwarzherz, ich brauche deine Hilfe, denn ich soll nun ein Mönch werden.

Justitia: Sei gerecht und achte die Gesetze, sagte Justitia mit strenger Stimme,
wäge immer ab, was du tust, und ich werde dich allzeit begleiten.

Zwerg: Nun gut, das will ich tun. Hab Dank, Justitia! Sag, wer könnte noch mein Gefährte sein, wer ist treu und stark?

Fides. Ich! Sagte Fides...
Ich bin der Glaube, wenn du mich als Gefährten hast, bist du stark. Doch Vorsicht, mein Freund. Glaube nur an das Gute. Strebst du nach dem Licht, wirst du deinen Weg erkennen. Lass dir doch helfen durch weitere Kampfgesellen. Wahrlich ein treuer Freund ist die Hoffnung, sprich aus ihren Namen, sage einfach „Spes“ und sie wird dir Kraft und Zuversicht geben.

Zwerg: Spes, sagte ich mit erwartungsvollem Blick
Spes, bist du die Hoffnung? Willst du mir Kraft geben, damit ich ein Mönch werden kann?

Spes: Aber ja. Ich bin Spes, die Hoffnung. Immer werde ich für dich da sein. Erkenne nur dein Ziel. Durch mich wirst du die Kraft erhalten, es zu erreichen.

Temperantia: Und ich sage: Sei nicht ohne Maß und Ziel! Bleibe immer der, der du wirklich bist, schmücke dich nie mit bunten Federn, bleibe deinem Wesen treu!

Zwerg: Halt! Halt, wer bist du? Fragte ich...
Willst du mich bekämpfen, willst du mein Leid?

Temperantia: Aber nein, du Thor, ich bin Temperantia – die Bescheidenheit. Ich will dein Gefährte sein. Ich will dich begleiten, damit du sicher auch dein Ziel erreichst, dein Ziel ist nun Mönch zu werden. Das begehrst du.

Ich neigte mein Haupt und sprach:

Hab Dank, Temperantia, hab Dank für deine Lehr. Ich erkenne deine Größe und bitte dich, bleib mir immer treu.
Nun werde ich bald ein Mönch sein, dachte ich,
bald habe ich mein Ziel erreicht!

Da vernahm ich eine Stimme, so voller Liebe, so voller Wärme, Trost und Zuversicht, die sagte:

Caritas: Verzeih mir bitte, dass ich deine Gedanken las, aber dadurch weiß ich nun, dass dir das Allerwichtigste noch fehlt; denn du musst wissen, das Größte, was einen Mönch ausmacht, ist die Liebe, die er besitzt und verschenken kann. Hast Du Liebe, kannst du Liebe verschenken? Nein? Wie also willst du ein Mönch werden? Doch komm in meine Arme. Ich berühre dein Herz und du wirst den Keim der Liebe in dir haben. Hege und Pflege ihn!

Verzweifelt dachte ich:

Zwerg: Wie soll ich das nur schaffen? Wie schwer ist es doch, ein Mönch zu werden! Kann ich mein Ziel überhaupt erreichen?

Patientia: Natürlich!

Erstaunt erwachte ich aus mienen Gedanken und sah ein schönes, stolzes Wesen.

Patientia: Natürlich wirst du es schaffen! Wiederholte es

Ich bin der Schlüssel dazu, denn ohne mich verzagt doch wohl jeder.

Zwerg: Wer bist du, der solche Macht hat? Fragte ich

Patientia: Kennst du mich denn nicht? Ich bin Patientia, die Geduld. Mit mir an deiner Seite wird alles gut. Vertraue mir!

Zwerg: Ich vertraue dir. Und ging weiter.


Fortitudo: Halte ein mein Freund! Gehe nicht so schnell, du bist dem Ziel, ein Mönch zu sein, so nah. Man nennt mich Fortitudo, die Tapferkeit. Wir kämpfen beide um alles, das wirklich wertvoll ist. Vertraue auf deine Gefährten, die du auf deiner Reise gefunden hast. Zusammen sind wir stark!

Stimme: Trockne die Tränen jedem, der sie weint. Habe Gnade und vergebe. Teile deine Habe mit dem, der es wirklich braucht, und ich will immer mit dir sein.


Zwerg: Wer bist du, der so mächtig ist?

Stimme: Ich bin Marthammor Duin ! All die dir Erschienen sind meine Freunde. Ich bin der Gott der wandernden Zwerge und Dein Gönner. Durch unseren Handschlag werde ich immer mit dir sein. Bist du bereit mein Diener zu sein und fortan fern der zwergischen Pfade mein Auge und Kundschafter zu sein, so schlage ein !

Zwerg: Marthammor Duin ! Ohne zu zögern schlug ich ein. Beschämt und voller Demut sank ich mit gesenktem Blick zu Boden.

Marthammor: Erhebe dich Bolligru Schwarzherz. Ich sende dich zu einem Kloster meiner Wahl. Lerne dort alles Notwendige bis deine Zeit gekommen ist und ich dich aussende mein Erforscher der Welt zu sein !

Ich schlug die Augen auf und sah in das Gesicht eines alten Zwergen.

„Du hast in Deinen Fieberträumen phantasiert, wir dachten wir verlieren euch!

Nachdem ich ein wenig zu Kräften gekommen war erzählte mir der Zwerg, dass er der Abt dieses abgelegenen Klosters sei und einer seiner Glaubensbrüder mich gefunden hätte. Alle anderen Zwerge seien Tod gewesen und es sei ein göttliches Wunder, dass ich leben würde, denn in meiner Stirn stecke noch immer ein Teil der Klinge, welche mich hätte töten können.
Erschrocken betastete ich meinen Kopf. Tatsächlich da steckte etwas drin. Ich fing an, daran herumzufingern, doch der Abt nahm sanft meine Hände und versicherte mir, dass dies meinen Tod bedeuten würde.
Nun denn, dachte ich, Marthammor Duin hat mich tatsächlich gerettet und es war wohl mehr als nur ein Traum. Musste ich auch grade dem Gott dieser verblödeten Wanderzwerge mein Versprechen geben, aber nun ja, immerhin bin ich so noch hier !
Ich gebe zu, Zwerge ohne Axt und Rüstung sind ungewöhnlich, aber es gibt sie, auch wenn sie nur eine verschwindend kleine Minderheit sind.

In den Tagen meiner Genesung beschloss ich aufgrund meines Traumes und weil Marthammor Duin mir persönlich erschienen- und ich mit ihm einen Bund eingegangen war, mich zu ändern, den Weg des Kämpfers aufzugeben, Waffen und Rüstung an den Nagel zu hängen und den Weg des Mönchs zu beschreiten.
Nichts und niemand sollte jemals zwischen mir und meinem Gott stehen.
Ich setzte den Abt von meiner Entscheidung in Kenntnis und nach anfänglicher Skepsis und einer Probezeit kam der Abt schließlich zu dem Entschluss, dass ich als Novize aufgenommen und über die nächsten Jahre von ihm und seinen Glaubensbrüdern in der Tradition der Zwergen-Mönche des Marthammor Duin geschult würde.
Ich erkannte, dass ich neu geboren worden war und mein zweites, mein eigentliches Leben, nun erst begann.

Über die Lehre selbst, darf ich nicht reden, denn sie ist geheim und wird nur würdigen Anhängern (Zwergen) gelehrt. Ich kann nur so viel sagen, dass der Abt ein Meister des Ki ist. Diese uralte und mächtige Lehre ermöglicht es ihren Anhängern, wahrhaft außergewöhnliche Dinge zu erreichen. Durch Studium und intensives Training lernt man den Fluss des Ki auf verschiedenste Weise zu kontrollieren.

Im Kloster selbst gibt es zwei Ausrichtungen.
Einmal die Ausrichtung von Meister Mim, welcher einen konservativen (er meint damit zwergischen) Kampfstil vertritt und welcher keine Neuerungen zulässt.
Daneben gibt es den Kampfstil von Abt Schmetterhand.
Abt Schmetterhand hatte auf seinen zahlreichen Reisen erkannt, dass ein perfektes Kampfsystem, sowohl die Vorteile des „Harten“ und des „Weichen“ Kampfstils vereinen und deren Nachteile annullieren muss. Dementsprechend beschloss er, dass die neue Kampfkunst auch die Schlagkraft und Explosivität der harten Systeme brauchen würde, um einen Kampf schnell und effektiv zu beenden und dennoch die Beweglichkeit und Geschwindigkeit der weichen Systeme haben muss, um flexibel zu sein. Die Techniken mussten so konzipiert sein, dass man auch im Falle eines Hindernisses blitzschnell reagieren kann und einen neuen Weg findet, um die Aktion erfolgreich zu beenden. Er beschloss, dass die Techniken in Kontinuität auszuführen sind. Er wusste auch, dass man den ersten physischen Kontakt eines jeden Kampfes nutzen kann, um den Gegner zu durchschauen, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, leichter oder schwerer zu verletzen oder ihn sogar kompromisslos zu besiegen. Er nennt seine Schule:
„FūRinKaZan“
das ist zwergisch und bedeutet:
(schnell wie der Wind, still wie ein Stein, stark wie das Feuer, unbeweglich wie der Berg)

Ich entschied mich für seine Schule und so lehrte er mich diese Kampfkunst und die dazu gehörende Philosophie über viele Jahre.

Wenn ich tagsüber Zeit hatte, verbrachte er diese gerne im Obstgarten (sehr ungewöhnlich für einen Zwergen-man schrieb dieses merkwürdige Gebaren meiner Kopfverletzung zu) und vielleicht war es dieser Umstand, welche in mir die Vorliebe für Äpfel entfachte. Immer öfter fragte ich mich, ob man diese Äpfel nicht auch irgendwie wie Bier verkonsumieren könnte und so reifte in mir die Idee des „Stöffche“ !

Nach anfänglicher Skepsis fand schließlich auch der Abt Gefallen an dem Gedanken, aus dem wunderbaren Obst ein süffiges Gebräu herzustellen und damit eine Alternative zum Bier zu entwickeln und unterstütze mich fortan mit seinen Novizen nach Kräften.

Nun, es war kein leichter Weg und es gab auch Rückschläge.
Doch schließlich hatte ich eine Apfelpresse hergestellt und konnte nun die Äpfel in ausreichenden Mengen zerquetschen. Der Saft wurde in Fässer abgefüllt und zum gehren gebracht.
Natürlich fehlte anfänglich die Erfahrung, aber schließlich war das ganze Kloster neugierig geworden und immer wusste jemand irgendwie Rat.
Und so fand zur Wintersommerwende tatsächlich der erste Ausschank des Stöffche statt.
Ein überglücklicher Abt ernannte mich zum krönenden Abschluss dieses Tages zum Mönch!
Ich fand in dieser Nacht nur schwerlich Ruhe.
Hatte mich doch gestört, dass das gute Stöffche in Bierkrügen ausgeschenkt wurde und so rang ich um eine Lösung des Problems und setzte den Abt darüber in Kenntnis.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte und die Augen öffnete war ein Wunder geschehen !

Über meinem Bett bembelte (pendelte) an einer Schnur ein bläulicher Krug mit einer dunkelbläulichen Gravur in Gestalt eines Ziegenbockes. Rasch rieb ich mir den Schlaf aus den Augen und nahm den Krug vorsichtig an mich. Wie gut er sich anfühlte ! So schnell mich meine Füße tragen konnten eilte er noch im Nachthemd hin zu den Fässern mit dem Stöffche und füllte den Krug mit dem goldfarbenen Saft und nahm dann daraus einen tiefen Schluck. Ahhh! Das war es !!! Wie köstlich und praktisch. Da ich diesen Krug über seinem Bett pendelnd zum ersten Mal erblickte, gab ich ihm den Namen „Bembel“ und weihte ihn Moradin voller Dank und in tiefer Demut und eilte danach zum Abt, um ihm von dem geschehenen Wunder zu berichten.

(Was unser Herr Zwerg nicht wusste, der Abt hatte den Krug einmal als Geschenk von einem Reisenden erhalten. Natürlich tat er ebenfalls Überrascht und Freude sich mit Bolligru.)

Im folgenden Jahr wurden die Bierkrüge durch Bembel ersetzt und die Bierbecher durch „Gerippte“!
Bolligru hatte hierzu eine Skizze entworfen und einem Zwergenhändler gezeigt, welcher von dem neuen Getränk gehört hatte und gekommen war um es zu kosten.
Angetan von diesem neuen Getränk überzeugte er Bolligru, dass es noch besser in durchsichtigen Bechern aussehen würde, eben wie Gold, welches in der Sonne schimmerte.
So wurde eine Handelsvertrag aufgesetzt und 3 Monde später hielt Bolligru den ersten „Gerippten“ in seinen Händen und war voll des Lobes über die gute Arbeit seiner Zwergenfreunde.
Tatsächlich war es ein Augenschmaus das Stöffche gülden im Gerippten bewundern zu können.
Dem Abt wurden schließlich die Besucher im Kloster zu viele und deshalb wurde in diesem Jahr nahe des Klosters ein neues Gebäude errichtet mit einem extra großen Schankraum.
Dies sollte die neue Aufgabe von Bolligru Schwarzherz werden.
Die Wirtschaft selbst nannte er zu ehren nach seinem Bembel „Zum blauen Block“!

Neben immer besseren Keltermethoden und Geschmackskompositionen mittels verschiedener Apfelsorten, arbeitete Bolligru auch an passenden Speisen für sein Stöffche. Fand er doch Weißwurst und süßen Senf oder Brezeln einfach nicht passend zu diesem Getränk.
Gemeinsam mit Ordensbrüdern erarbeitete er die folgenden Rezepte:

Handkäs’ mit Musik
Grie’ Soß
Kloster Würstscher
und
Sauerkraut mit Rippche
Man muss gerechter Weise anmerken, dass nicht jeder Besucher Geschmack am Stöffche fand und so zwei Lager im Kloster entstanden. Einmal die Befürworter des Stöffchens (die Schüler von Abt Schmetterhand) und einmal die Gegner (die Schüler von Meister Mim), welche lieber bei ihrem angestammten Nationalgetränk dem Bier blieben.

Einige jüngere Vertreter der konservativen Ausrichtung hielten es schließlich für angebracht, das Stöffche wieder abzuschaffen und zogen hin Zum blauen Bock !
Hier kam es alsdann zu einer ausgedehnten Rauferei, welche Bolligru dank des „Bembels“ für sich und die Befürworter des Stöffchens entscheiden konnte.
In seiner Not schlug er mit seinem Bembel wild um sich, doch statt zu zerbrechen, erklang bei jedem Treffer ein hohler Ton, welcher die Störenfriede in Angst und Schrecken versetzte und schließlich in die Flucht trieb und so hatte Bolligru ganz nebenbei eine völlig neue Mönchswaffe entdeckt, phantastisch !

Natürlich wurde dieser Sieg frenetisch gefeiert und als das gute Stöffche zur Neige ging und der Abt die enttäuschten Gesichter der „Äppler“ (so nannten sich Anhänger des Stöffche) sah, lud er diese sowie die Befürworter des Gerstensaftes zu einem gemeinsamen Friedensumtrunk ein.
Es wurde in diesem Sommer noch ein Abkommen zwischen den Jüngern des Gerstensaftes und den Äpplern geschlossen, dass man sich hinfort gegenseitig tolerieren wolle und gewaltsame Übergriffe zu unterbleiben hätten.
So kehrte eine ruhige und friedliche Zeit an und die Kunde vom Stöffche machte allmählich in der ganzen Region die Runde.
Die Äppler indessen nutzten die Zeit um die Kampfkunst mit dem Bembel zu verbessern.

Tja und so vergingen die Jahre.

Es war Winter als mich der Abt rufen ließ und mir eröffnete, dass meine Zeit im Kloster sich nun dem Ende neigen würde. Von nun an wäre es an der Zeit Aufgaben auch jenseits der Klostermauern zu übernehmen und auf eigenen Füßen zu stehen.
Seine letzte Belehrung an mich lautete:
„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten.
Achte auf Deine Taten, denn sie werden zur Gewohnheit.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal!“
Na, wie er das wohl gemeint hatte ?
Egal, so wurde ich mit meinem ersten Auftrag aus dem Kloster entsandt. Ich packte meine wenige Habseligkeiten und machte mich auf den Weg. Ich war 95 Jahre alt als ich das Kloster verließ.


Aussehen und Charakter

Bolligru Schwarzherz wirkt sehr viel älter, als er tatsächlich ist.
Durch seine schwere Verletzung wirkt er sehr abstoßend, am hervorstechendsten ist jedoch noch die Klinge der Goblinaxt, welche in seiner Stirn steckt und mittlerweile fest eingewachsen ist. Eben ein echter Zwergenschädel !
Sein Bart ist vor seiner Zeit ergraut und ist schwarz/weiß gesträhnt und teilweise zu Zöpfen geflochten.
Eine knarzige Knollennase erhebt sich über dem Ungetüm von Bart und zeugt von der Leidenschaft Bolligrus: Bier und Stöffche !!!
Bolligrus dichtes, schwarzes Haar ist kein Kamm und keine Bürste gewachsen, entsprechend ungepflegt und wild ist sein Erscheinungsbild. Die Augen sind dunkel und liegen tief unter buschigen Augenbrauen. Er ist ca. 130 cm groß, breit gebaut wie alle Zwerge und wiegt stattliche 100 kg, was ihn sehr träge wirken lässt. Doch Vorsicht, schon so mancher war mehr als überrascht, wenn er den Zwergen sich hat bewegen sehen, denn Bolligru ist wesentlich geschickter als sein Äußeres vermuten lässt. Die Lehrjahre bei den Mönchen waren nicht umsonst.

Er trägt eine einfache, schmuddelige Mönchskutte mit Kapuze (falls es mal regnet oder schneit), darunter eine abgetragene, dunkle Lederhose und alte aber sehr bequem aussehende lederne Stiefel.

Als Bewaffnung trägt er: Kama, Bembel und Schleuder

Bolligrus Art ist für einen Zwergen freundlich zu nennen.
Er hat seine liebe Not, all die wunderbaren Eigenschaften des Mönchseins täglich zu beachten (warum müssen es auch so viele sein. Und hadert diesbezüglich gerne mit seiner Gottheit Marthammor Duin, für welchen er nun auf so ganz untypische Zwergenweise auf Reisen geht
Bolligru geht Ärger und Schwierigkeiten lieber aus dem Weg, schließlich soll er ja sich selbst weiterentwickeln und ist lediglich ein Kundschafter seines Gottes. Aber Vorsicht, einmal gereizt oder in Gefahr gebracht, kann Bolligru sich sehr wohl seiner Haut erwehren.
Er hasst (genau wie sein Gott) Goblins (wen wunderts‘), Orks, Riesen und Zauberer (sofern es keine Zwerge sind), Elfen und Halborks begegnet er mit offensichtlichem Misstrauen.
Neben dem Stöffche hat er natürlich auch seine Liebe zum Bier behalten und so ist ein voller Krug ihm der liebste Begleiter auf seinem Weg.

« Letzte Änderung: 23. Januar 2012, 09:45:10 von Nullaqua »
"Eine fünftausend Kilometer lange Reise beginnt mit einem einzigen Schritt." (Tao-Te-King)