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Autor Thema: Die Fahrten der Audacia  (Gelesen 35402 mal)

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Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #15 am: 07. September 2012, 12:22:25 »
Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 407 783.M41

Der Fremde gibt mir ein Stück Pergament und etwas zu schreiben. Nach kurzem Überlegen setze ich folgende Nachricht auf:

Sehr geehrter Major Voyle  !

Wenn Sie etwas an ihrem momentanen Status ändern möchten, dann organisieren Sie ein Treffen mit mir.

Flavion Conari
Lordkapitän der Audacia

Damit setze ich alles auf eine Karte. Es gibt immer nur einen Lordkapitän auf einem Schiff und meine Unterschrift beweist Meuterei oder anders herum, dass ich der Lordkapitän bin. Mein Onkel hat das Amt mir übergeben und ist damit Facto der Meuterer. Nur wird es schwer werden, das zu beweisen. Das Überbringen der Nachricht kostet mich weitere zwanzig Scheine, damit habe ich mit dem Treffen vorhin schon vierzig Scheine ausgegeben. Der Vorrat ist schneller geschrumpft als gedacht.

Ich begebe mich zurück ins Quartier und setze die anderen in Kenntnis, was ich in die Wege geleitet habe. Überraschenderweise ist Bruder Obskurus wieder aufgetaucht. Seine Haut fühlt sich immer noch viel zu kalt an, aber scheint aus Fleisch und Blut zu bestehen. Er behauptet, ein geweihter Astropath zu sein. Während sein Geist frei herum streifen kann, wenn man das hier frei nennen möchte, ist sein Körper in einem Kryotank gefangen. Warum und weshalb weiß er nicht. Bruder Obskurus kann sich an sein früheres Leben nur bis zu dem Zeitpunkt erinnern, wo er den Thronraum des Imperators betreten hatte, wo er vor dem gigantischen goldenen Thron unseres lebendigen Gottimperators nieder gekniet war, um die Seelenbindung zu empfangen, welche ihn vor den Raubtieren des Warps schützt. Von allem anderen hat er keinerlei Erinnerung. Nun, das erklärt zwar nicht, warum er hier im wahrsten Sinne des Wortes herumgeistert, aber wenigstens scheint er keine Kreatur des Warps zu sein. Aber würde eine Kreatur des Warps nicht genau das von sich behaupten, nämlich keine Kreatur des Warps zu sein? Auf alle Fälle passt sein Spitznamen Bruder Obskurus zu hundert Prozent.

Am nächsten Tag werde ich noch vor Beginn der Arbeitsschicht von vier Marineinfanteristen abgeführt. Sie schleifen mich durch das halben Schiff, bis wir einen kleinen abgeschiedenen Raum erreichen. Der Major ist ein Mann, dem man sein Alter ansieht. Und das er überhaupt nicht glücklich ist, mich zu sehen. Ich werde auf einem feststehenden Stuhl gezwungen und der Major schlägt mir mehrmals hart ins Gesicht. Autsch! Das hat weh getan! Man muss kein Genie sein, um zu merken, dass er mir momentan nicht wohlgesonnen ist. Er wirft mir vor, ein verdammter Meuterer zu sein, da es nur ein Lordkapitän auf einem Schiff geben kann.

"Und das ist genau der Punkt, Major Voyle! Mein Onkel Ravion ist vom Familienrat der Conari abgesetzt worden!"
"Das spielt hier in der Leere keine Rolle!"
"Und er hat mir das Amt des Lordkapitäns übergeben!"
"Das hat er nicht!" Er schlägt mir ein weiteres Mal ins Gesicht. So langsam tut das richtig weh. Thron! Solch Prügel habe ich schon lange nicht mehr einstecken müssen.
"Das hat er wohl! Der Imperator sei mein Zeuge! Er hat mir den Stab des Lordkapitäns vor dem Freihändlerbrief überreicht und im gleichen Moment schon gemeutert, als der den Stab unter Strom setzte und mich niederschlug! Ich bin der amtierende Lordkapitän und mein Onkel ist ein Meuterer!", -verteidige ich mich.
"Gibt es dafür Zeugen?"
"Nur mein Onkel, der Gottimperator, der alles sieht und ich waren anwesend." Ich spüre, wie er unsicher wird.
"Und es soll nicht Euer Schaden sein, Major, wenn ihr Euch auf die Seite des wahren und einzigen Lordkapitäns der Audacia schlägt."
"Ich bin alt und ihr habt Eure eigenen Leute mitgebracht. Eine Meisterin der Lehre und einen Magister Militaris. Was bleibt da für mich noch übrig? Brotkrumen, wie üblich!", meint er verbittert, aber ich habe die Tür schon zu einem Spaltbreit geöffnet.
"Meisterin Puppila wird mich meist auf meinen Missionen zu Planeten und Stationen begleiten. Magister Militaris Ares ist in der Tat noch unerfahren und eher für die Führung meiner Leibwache vorgesehen, ganz abgesehen davon, dass er Flavions Mann ist. Eigentlich wollte ich meinen Onkel nach seiner Abdankung zu meinem XO, also zum Ersten Offizier machen, um von seiner Erfahrung und Weisheit zu profitieren. Es dünkt mich, dass mein Onkel Ravion mit seinem Verhalten bewiesen hat, dass er dieses Postens ungeeignet ist." Der Major schnauft und schreit dann: "Schafft dieses Stück Dreck zurück in den Schweinestall, wo er hergekommen ist."

Auch wenn seine Männer mich Grün und Blau geschlagen zurück ins Unterdeck schleifen, weiß ich, dass ich ihn habe. Und ich brauche in der Tat einen Mann als Stellvertreter, auf den ich mich verlassen kann, wenn ich mich von Bord begebe. Mein Onkel hat sich für diesen Posten in der Tat disqualifiziert, meine Tante als XO zu belassen wäre tödlich fahrlässig. Major Voyle hat die notwendige Erfahrung und kennt die Crew. Und wenn er mir in dieser Situation hilft, habe ich seine Loyalität für alle Zeit gewonnen. Und er meine Dankbarkeit.

So ist es keine wirkliche Überraschung, als Arbeitstrupp 19 für Sonderaufgaben ein paar Decks weiter oben angefordert wird. In den Decks, wo auch die Waffenkammern sind. Und wo ich eine Zugangskarte dank meiner äußerst findigen Konkubine Carmina besitze.

Gedanke des Tages
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Gespielt am 07.04.2012
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 1
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 1
Bruder Obskurus Erleuchteter Astropath Rang 1
Yuri aka Lady Helmchen Navigatorin Rang 1
EP: 350
Besiegte Gegner:
Aufseher Grox
und einige seiner Spießgesellen
Beute:
ca. 50+ Scheine 

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #16 am: 10. September 2012, 10:49:42 »

Persona Dramatis
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Kapitel 3
Nach der Meuterei ist vor der Meuterei!

Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 410 783.M41

Es dauert eine Weile, bis wir unser neues Aufgabengebiet in einem der höheren Decks erreichen. Hier ist es schon von den Temperaturen her deutlich angenehmer. Eine Seilbahn mit Sitzgestänge durchzieht das Deck, welche Offiziere schnell durch die einzelnen Segmente befördert. Hier ist das Geschützdeck, der Geruch nach Maschinenöl und Fycelin ist überwältigend. Eine der gigantischen Makrokanonen wird gerade gewartet. An der Decke hängen gigantische Kettenzüge, mit denen die gewaltigen Geschosse in die Kammern der Geschütze geladen werden. Unsere Gruppe wird in mehrere kleine Trupps aufgeteilt und rein zufällig bleibt mein Gefolge bei mir. Wir kommen zu den sogenannten Kriechern und unser Instrukteur ist ein kleiner drahtiger Kerl mit dem Namen Rickard, der einen sorgfältig geflochtenen schwarzen Bart trägt. Sein Helm ist mit einer Lampe versehen und seine isolierten Arbeitshandschuhe geben ihm etwas Groteskes. Bevor er mit seinen Erklärungen anfangen kann, gibt es schon einen kleinen Tumult und eine Wachoffizierin mit dem Namen Hauptmann Greyfield. Sie will unsere Verlegungspapiere sehen und verkündet anschließend, dass dieser Unsinn nicht lange Bestand haben wird. Wütend schnauft sie ab, um wohl meine Verlegung nach unten wieder einzuleiten.

Unser Vorarbeiter Rickard ist offenbar in diese kleine Verschwörung involviert, denn wir bekommen eine schnelle Einführung in die Materie der Arbeit der Kriecher. Unsere Ausrüstung besteht aus einem stabileren Overall, einem Helm mit Lampe und überdimensionierten isolierten Handschuhen. Und schon krabbeln wir in die finsteren Gänge der Audacia, bevor Hauptmann Greyfield uns noch erwischt. Das ist hier alles verdammt eng. Die Damen unserer Gruppe haben es recht einfach, während es für uns große breitschultrige Männer bald recht knapp wird. Alles ist zusammengepresst und ich komme mir vor wie ein Fisch in einer Dose. Ich habe große Probleme, in diesen Kriechtunneln keine Krise zu bekommen. Braddock bleibt schließlich irgendwann stecken und es ist problematisch, ihn wieder frei zu bekommen. Solun trägt dabei ein blaues Auge davon. Schließlich machen wir Pause und Rickard verteilt ein paar Fleischstreifen zur Stärkung. Ich packe die Pläne von Carmina aus und zeigte sie dem Vorarbeiter, nachdem dieser durchblicken lässt, dass er uns bei unserem Vorhaben unterstützen wird. Der von Carmina markierte Bereich ist nur schwer von unserer Position zu erreichen, was heißt, dass dies etwa zwei Stunden dauern wird und wir durch recht unangenehme Bereiche müssen. Zum einen müssen wir den Raum des Astropathenchores passieren, in dessen Bereich es viele lecke Kryotankleitungen gibt, zum anderen müssen wir einen schwarzen Bereich durchqueren. Ein schwarzer Bereich ist ein Hort von blinden Passagieren, Ausgesetzen oder Flüchtlingen. In jedem Schiff gibt es die sogenannten Schwarzen Decks, die selten von regulären Besatzungsmitgliedern betreten werden und von Dingen bewohnt werden, die normalerweise im Feuer von Flammenwerfern geläutert werden müssen. Ausgelöscht zu werden ist das Schicksal des Unreinen. So steht es geschrieben, so wird es im Namen des Imperators vollstreckt.

Rickard schleust uns sachkundig durch dieses Labyrinth an Gängen, Schächten und Tunneln, durch die man teilweise nur robben kann. Durch diese Dunkelheit sich zu bewegen ist nicht schön. Was würde ich dafür geben, einfach meinen Onkel zu einem offenen und fairen Duell fordern zu können, statt diese Wanderung auf mich nehmen zu müssen. Es ist wie eine Reise in die Finsternis. Wir passieren Bereiche mit lecken Leitungen, an denen giftiges Gas austritt. Bereiche, die nicht beheizt werden und die Kälte einen in die Knochen kriecht. Andere Bereiche sind heiß wie die Hölle. Es ist ein Wechselbad der Extreme in totaler Finsternis und klaustrophobischer Enge. Die Anstrengungen gehen selbst an mir nicht Spurlos vorüber und mehr als einmal wäre ich am liebsten wieder umgekehrt.

Schließlich führt uns Rickard in einen Lagerraum, der in der Nähe des von Carmina angekreuzten Raumes liegen soll. Ich habe keine Ahnung, ob dies der Wahrheit entspricht. Auch wäre ich nicht in der Lage, den Rückweg zu finden, da ich die Orientierung vollständig verloren habe. Die Lagerraumtür ist von innen mit einem Kartenschloss gesichert. Der Vorarbeiter will schon den Maschinengeist des Schlosses damit verärgern, dass er ihn überlisten will, als ich die Codekarte präsentiere. Damit ist es ein leichtes, das Tor zu öffnen, ohne den Maschinengeist zu nerven.

Vor uns liegt ein Frachtaufzug und ein Gang aus dem üblichen abgenutzten Ferroplast, der mehrere Abzweigungen und eine Treppe nach oben hat. Arbeiter oder Wachen sind keine zu sehen. Wir gehen vorsichtig in den Gang hinaus und sind dabei verdammt laut. Zum Glück ist erst mal niemand zu sehen. Allerdings ist der direkte Weg versperrt, da vor dem Zugang zu unserem Lager hörbar zwei Soldaten schwatzen. Wir sind zu weit weg, um zu hören, um was es genau geht. Da wir keine Möglichkeit haben, an zwei Bewaffneten vorbei zu kommen, kriechen wir unter die Treppe und warten zwanzig ewige Minuten, bis eine Gruppe von Soldaten an uns vorbei marschiert. Der Weg scheint nun endlich frei zu sein, da die beiden Schwatzbasen wohl zu diesem Haufen gehört haben. Jedenfalls vermute ich das, da ich nun niemand mehr hören kann. Zeit um Tatsachen zu schaffen.

Vorsichtig bewegen wir uns in diesen Bereich und kommen tatsächlich in den Lagerraum. Vier Container stehen darin, einer davon scheint öfters geöffnet zu werden. Der Container selbst ist unverschlossen. In einem Regal stapeln sich Flaschen von erlesener Alkoholika wie Amasec der berühmten Marke "Red Star Prime" über Qualitätsweine bis hin zu wirklich exotischen Getränken, deren Namen nicht mal mir etwas sagt. In einer Tiefkühltruhe befinden sich verschiedene verderbliche Lebensmittel von hervorragender Qualität. Dann stehen noch drei Kisten herum. In der ersten finden wir sechs Laserpistolen und Lasergewehre aus qualitativ hochwertiger Merovech Kartell Produktion. Damit lässt sich was anfangen. In der zweiten hat Carmina sechs Armaplastrüstungen hinein gedrückt, welche die darunter liegenden Seidengewänder ganz verknittert haben. In der dritten finden sich Xenoswaffen, mit denen wir nichts anfangen können, da sie zwar einen Griff haben, aber ihre Balance ist einfach falsch. Aber die Laserwaffen und die Rüstungen sind für uns ihr Gewicht in Elektrum wert. Und wer braucht schon Waffen aus zweifelhafter Xenosfertigung, wenn er gute Waffen mit gesegneten Maschinengeister haben kann?

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #17 am: 14. September 2012, 17:38:18 »
Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 410 783.M41

Wir rüsten uns aus und ich öffne die Tür. Leider steht am Ende des Ganges ein Wachsoldat, der sofort seine Waffe auf uns anlegt. Lady Helmchen, die inzwischen keinen Helm mehr trägt, öffnet ihr drittes Auge und lässt den armen Kerl wahnsinnig werden. Ein Kopfschuss erlöst ihn von seinen Leiden. Leider war das Peitschen der Laserpistole ziemlich laut, von dem schrecklichen Geschrei ganz zu schweigen. Wir machen, dass wir Distanz zum Geschehen finden. Leider kommen uns zwei Soldaten entgegen gelaufen.

"Was ist passiert?", fragte der mich.
"Eine explodierte Energiezelle, holt einen Medic!", antworte ich. Einer der Soldaten macht kehrt und läuft zur nächsten Interkomeinheit. Der andere bleibt leider bei uns. Also ziehe ich meine Laserpistole und bedrohe ihn damit. Ich hau ihn mit seinem eigenen Helm KO, da ich ihn nicht umbringen will. Schließlich tut er nur seine Arbeit und in wenigen Stunden werde ich sein oberster Vorgesetzter sein. Jetzt aber nichts wie weg hier! Thron!

Wir eilen zurück in den Lagerraum, wo Rickard noch auf uns wartet. Jetzt hoch zur Brücke, aber flott. Allerdings dauert unser Sturmlauf durch Wartungsgänge und Schächte der Audacia zwei Stunden und wir beeilen uns wirklich. Vier Kilometer Länge und eine Höhe/Breite von vierhundert Metern hören sich vielleicht nicht viel an, aber nur wenn man durch bequeme breite Gänge laufen und mit automatischen Fahrstühlen die Höhenunterschiede überwinden kann. Muss man hunderte von Metern hoch klettern, merkt man erst, was das für eine Wahnsinnsdistanz ist. Schließlich erreichen wir einen Fahrstuhlschacht, den wir bis zum Empfangsraum der Brücke hoch klettern können. Im Zierfischraum, der am Empfangsraum angrenzt, würde jemand auf uns warten, meint Rickard zum Abschied. Nun gut, wir klettern eine Notleiter hoch bis zur Fahrstuhltür, die wir mit unseren Mitteln und Fähigkeiten nicht öffnen können. Was würde ich jetzt für jemanden geben, der sich mit solchen Sachen auskennt. So bleibt uns nichts anderes übrig, als nach unten zu klettern, wo die Fahrstuhlkabine steht. Wir springen drauf und Bruder Obskurus rutscht beinahe vom Dach. Gerade so kann ich dazu hechten, um ihn zu halten. Gemeinsam mit Braddock ziehen wir ihn wieder hoch. Meinem Leibwächter Braddock gelingt, es die Luke zur Fahrstuhlkabine mit rohrer Gewalt aufzubrechen, und wir können so mit der Kabine nach oben fahren.

Ohne Zwischenfall kommen wir oben an. Die Türen öffnen sich nun automatisch und wir können in die Empfangshalle vorrücken. Wachen sind zu unserem Glück keine zu sehen und wir kommen ohne Zwischenfälle in den Zierfischraum. Hier befindet sich ein gewaltiges Aquarium mit seltsamen Xenosfischen darin. Bänke reihen sich an den Wänden entlang. Zwischen den Sitzbänken sind Kübel mit ebenfalls exotischen Pflanzen darin. Ein Buch lesender Uniformierter erwartet uns schon. Der jüngere Mann ist einer von Major Voyles Männern und sehr erfreut, uns hier oben wohlbehalten anzutreffen. Alles wäre bereit, loszuschlagen. Nun gut, dann lasst uns gegen meinen Onkel vorgehen. Der hat die Brücke verlassen und befindet sich hier irgendwo auf diesem Deck. Nun gut, wir werden ihn schon finden. Wir verlassen den Zierfischraum, während der junge Mann sich mit seinem Vorgesetzen in Verbindung setzt.

Dummerweise laufen wir auf dem Weg in die Offiziersquartiere einem Unteroffizier in die Arme. Wir tun so, als ob wir zur Verstärkung der Brückensicherheit von unten hoch geschickt worden seien, um diesen verdammten Conari aufzuhalten. Wir bekommen einen Posten zugewiesen, von dem wir uns sofort wieder verdrücken, kaum sich der Feldwebel umgedreht hat. Wir schlagen den gleichen Weg wieder ein, den ich schon mit meinem Onkel kurz vor seinem Verrat und Meuterei begangen habe. Seine Hinterlist kommt mir wie vor Ewigkeiten vor. Schließlich erreichen wir den Trophäenraum und können ein Gespräch zwischen dem Senneschall von Braun und dem Schiffsmeister Major Gettner hören. Beide sind der Meinung, dass mein Onkel immer wunderlicher wird und den Bezug zur Realität verliert. Wenn er so weiter macht, bleibt meinem Onkel bald nichts mehr anderes übrig, als Kurs in die Weite zu nehmen und für immer zu verschwinden. Und das ist kein Zustand, der für das Schiff und seine Besatzung tragbar wäre. Das Gespräch verstummt, als eine weitere Gestalt auftaucht. Mein Onkel!

Welch glücklicher Zufall. Der Imperator ist mit mir. Sieht jedenfalls ganz so aus. War ja auch oft genug in der Kathedrale des Lichts in Tarsus und habe zu ihm gebetet. Und danach auch einiges gespendet. Meine Familie hat in diesem altehrwürdigen Bauwerk ihre eigene Loge und eine Kapelle über der Familiengruft. Sieht so aus, als würde dort bald mein Onkel seine letzte Ruhe finden. Auch wenn er ein Meuterer und Schuft ist, ein Conari bleibt er trotzdem noch. Ich ziehe meine Pistole und komme mir etwas unterbewaffnet vor. Eine Laserwaffe mag die ikonische Standardbewaffnung der imperialen Armee sein und für die meisten schwächlicheren Xenos eine tödliche Bedrohung darstellen. Aber letztendlich ist eine solche Waffe für ihre Zuverlässigkeit und nicht für ihre Durchschlagskraft bekannt.

"Imperator! Steh mir bei in dieser dunklen Stunde und führe mich zurück auf die Straße des Ruhms!", bete ich und trete in den Durchgang.
"Hallo Onkel! Lange nicht gesehen!"

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #18 am: 17. September 2012, 11:23:43 »
Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Trophäenraum
Zeit: 8 410 783.M41

"Du! Was fällt dir ein? Kannst du dummer Junge nicht verstehen, wo dein Platz hier ist? Ich bin der rechtmäßige Lordkapitän! Egal was dieser beschissene Familienrat entscheidet!", brüllt er mich an und zieht eine reichlich verzierte Handkanone. Bevor jemand reagieren kann, schießt er schon auf mich. So ein verdammter Drecksack. Ich versuche zur Seite zu hechten, aber das will mir irgendwie nicht richtig gelingen. Die großkalibrige Kugel streift mich am Oberarm, was im ersten Moment gar nicht wehtut. Aber aus Erfahrung unzähliger Kämpfe weiß ich, dass dies nur eine Frage der Zeit ist. Meisterin Puppila fängt sich als erste und erwidert das Feuer, schießt aber vor lauter Aufregung daneben. Hinter einer der Vitrinen des Trophäenraumes geht sie in Stellung. Von Braun und Gettner hechten sich hinter die nächste Deckung und beschränken sich darauf, sich erst mal neutral zu verhalten, was ich mit Wohlwollen registriere. Ich nehme ebenfalls Deckung an einer Vitrinenecke und schieße auf meinen Onkel. Ich treffe ihn, aber der Lichtstrahl entzündet nur ein paar Fuseln auf seiner Uniform. Eine Laserpistole ist einfach keine Waffe, wenn man einen Menschen töten will, der mehr als ein Nachthemd trägt. Und mein Onkel trägt natürlich wie jeder auf seine Gesundheit bedachte Adlige eine gute Rüstung unter seiner Uniform. Von seinem Refraktorfeld mal ganz zu schweigen, dass er nun aktiviert.

Bruder Obscurus und Lady Helmchen suchen sich ebenfalls eine Deckung und fangen an, die Luft mit Laserstrahlen aufzuheizen. Dabei zielen sie grob in die Richtung meines Onkels. Von der Tiefe des Kommandodecks kommen weitere Soldaten heran gerannt, die von Braddock und Solanus herzlich mit einem Feuerwerk aus flirrendem Licht empfangen werden. Na Prima! Eine weitere großkalibrige Kugel  aus der Waffe meines Onkels trifft die Vitrine und sprengt Material aus dem Möbelstück. Meisterin Puppila feuert weiter, die meisten Schüsse verfehlen meinen Onkel knapp oder lassen sein Feld aufleuchten. Nur einer ihrer Schüsse findet eine Lücke und verwundet ihn ordentlich. Ravion Conari hat genug davon, auf mich zu schießen und wirft die Waffe in meine Richtung. Ich ducke mich und sie verfehlt mich. Noch in der Bewegung zieht mein Onkel sein Energieschwert und schlägt nach mir. Die Klinge zischt auf mich zu. Seit meinem vierten Lebensjahr habe ich Fechtunterricht genossen. Die Grundlagen hat mir Caine beigebracht. Zu meinem sechsten Geburtstag bekam ich ein scharfgeschliffenes Schwert und einen eigenen Fechtlehrer plus einige Übungsservitoren in meiner Größe. Ein Adliger in Tarsus ist entweder ein guter Fechter oder er wird nicht alt in einer Gesellschaft, in den Händel und Unstimmigkeiten auf öffentlichen Duellplätzen mit scharfgeschliffenen Waffen ausgetragen werden. Dabei ist das Schwert die Waffe unseres Standes. Deswegen ist es für mich ein Leichtes, der Klinge mit einem gewandten Sprung nach hinten auszuweichen. Während um mich herum das Feuergefecht sich immer mehr ausweitet, konzentriere ich mich auf den Kampf mit meinem Onkel. Ich wünschte, wir hätten diese Meinungsverschiedenheit wie Männer unseres Standes offen in einer Duellarena mit Publikum austragen können. Und müssten diese unwürdige Farce hier nicht veranstalten.

Sein Schwert zuckt ein weiteres Mal auf mich zu, aber ich drehe mich aus der Stoßrichtung. Sein Schwung trägt ihn zu weit vor, da Ravion damit gerechnet hat, zu treffen und viel Kraft in sein Manöver gelegt hat. Tja, die Fechtschule von Tarsus hat sich in den letzten hundert Jahren weiter entwickelt. Ich kriege seinen rechten Arm zu packen und verdrehe ihm so das Handgelenk, dass er das Schwert fallen lassen muss. Mit einem Stoß in die Rippen, was mir genau so weh tut wie ihm, lasse ich ihn zurück taumeln. Sofort hebe ich das Schwert auf und habe so den Spieß umgedreht.

Ein Waffenservitor, dass gleiche schwer bewaffnete Modell, was uns von der "Ruhige Gezeiten" abgeholt hat, dringt trotz massiver Gegenwehr in den Raum ein. Dieser Kampf wird bald zu Ende sein, so der so. Der geflügelte Servitor ist mit einem mehrläufigen Maschinengewehr und eine Energieklaue bewaffnet. Obendrein ist er noch schwer gepanzert und sein Gesicht ist mit einer Maske bedeckt. Die Läufe des Rotationsmaschinengewehrs beginnen sich drehen und ein Regen aus Stahlmantelgeschossen scheißt auf Meisterin Puppila, Bruder Obskurus und Lady Helmchen zu. Die meisten werden getroffen, aber die militärische Armaplastrüstung in Verbindung mit dem wahren Glauben an unseren lebendigen Gottimperator auf seinem Goldenen Thron zu Terra hält meine Entourage am Leben. Jedenfalls alles bis auf Bruder Obskurus, der von der Garbe durchsiebt wird und sich wie gewohnt in einen Schneemann verwandelt. Neben dem intensiven Geruch nach Ozon kommt jetzt der stechende Geruch nach Fycelin hinzu, mit denen die Patronen des Maschinengewehrs gefüllt sind. Der Lärm ist ohrenbetäubend, neben dem Peitschen der Laserschüsse und den Schreien der Verwundeten kommt jetzt noch das harte Stakkato des Maschinengewehrs hinzu. Kein Wunder, dass mir da die Ohren klingeln. Ich habe keine Angst, denn ich bin viel zu sehr damit beschäftigt, am Leben zu bleiben.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #19 am: 19. September 2012, 13:12:20 »
Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 410 783.M41

Mein Onkel zieht seine Laserpistole und schießt auf mich. Geradeso kann ich noch dem Schuss ausweichen, indem ich zur Seite hechte. Schneller als das Licht! Nein, nicht wirklich wahr. Die Kunst besteht darin, schon in dem Moment aus der Schussbahn zu hechten, wenn der Schütze beschließt, abzudrücken. In dieser kurzen Zeitspanne ist es möglich, einem Schuss noch auszuweichen. Ich nutze den Schwung und bewege mich auf meinem Onkel zu. Mein erbeutetes Schwert zuckt vor, findet eine Lücke im Refraktorfeld und bohrt sich tief in das Fleisch des Meuterers. Ohne großen Widerstand zu treffen gleitet die Klinge durch Lagen hochwertiger Panzerung wie ein warmes Messer durch importierte teure Butter. Auch Fleisch, Organe und Knochen bilden keinen nennenswerten Widerstand mehr.

"So hätte es nicht enden müssen, Onkel Ravion.", meine ich traurig und seine Augen brechen. Aber für Trauer über das gewaltsame Ableben meines Onkels habe ich keine Zeit, denn der Servitor kommt auf mich zu und seine Klauen schlagen nach mir. Ich benutze meinen Onkel aus Schutzschild und weiche so dem Hieb aus. Die Leiche meines Onkels sackt zusammen. Weitere Wachgardisten drängen nach und sie scheinen ihren ehemaligen Lordkapitän rächen zu wollen. Verdammte Narren! Erkennen sie nicht die Zeichen der Zeit? Das Maschinengewehr des Servitor schwenkt auf mich ein und ich hechte unter dem Feuerhagel hindurch, pariere die Energieklaue und greife nach dem Stab des Lordkapitäns. Diese Insignien der Macht ist nicht nur ein wichtiges Statussymbol, sondern auch der Kontrollstab für das Schiff und die Kampfservitoren. Meine linke Hand schließt sich um das Symbol der absoluten Macht auf diesem Schiff.

"Feuer einstellen!", befehle ich dem Servitor, der sofort in Habachtstellung tritt. Erleichtert Atme ich auf, da ich nicht sicher gewesen bin, ob nicht noch weitere Rituale notwendig sind. Jedenfalls scheint der Maschinengeist im Stab zu der genügsamen Sorte zu gehören, die auch ohne ständiges Flehen, Gebete und Salbungen mit geweihtem Öl funktionieren. "He! Ihr Schwachköpfe da draußen! Entweder ihr stellt auch das Feuer ein und die Sache ist vergessen. Oder ihr kämpft weiter und sterbt!" Leider entscheiden sie sich für Option zwei. Thron! Nun gut, mein Servitor schafft das Problem mit einer langgezogenen Salve aus seinem rotierenden Maschinengewehr endgültig aus der Welt. Wieder ein paar Leute weniger, die nun tot in ihrem Blut liegen. Aber wer nicht für mich ist, der ist dazu verdammt, sich einem höheren Richter zu stellen!

Nachdem ich nun die Kontrolle über die Servitoren habe, ist es ein leichtes, die Kontrolle über diesen Teil des Deckes zu erringen. Der Widerstand bricht schnell in sich zusammen und die Meuterer sind besiegt. Das wäre geschafft. Inzwischen schmerzt meine Armwunde ziemlich heftig. Blut tropft aus meinem Ärmel auf dem Boden und hinterlässt eine leicht zu folgende rote Spur. Oberflächlich verbinde ich die Wunde mit einem Tuch, dass Ravion mir spendet. Ich bekomme Kontakt mit Leuten von Major Voyle, der wohl ebenfalls recht erfolgreich war. Sieht so aus, als wäre der Machtwechsel auf der "Audacia" nun doch noch erfolgt. Endlich trete ich meinen rechtmäßigen Posten auf diesem Schiff an. Ich sammle meine Leute und gehe mit dem Stab in der verletzten Rechten und mit dem Schwert in der Linken in Richtung der Brücke. Mein neuer Kampfservitor folgt mir, ebenso meine restliche Entourage. Die meisten haben mehr oder weniger schwere Wunden davon getragen. Der Blutverlust von meinem Arm lässt mich teilweise schwindlig werden, aber ich kann mich zusammenreißen. Ich sammle den Seneschall von Braun und den Schiffsmeister Major Gettner auf, die sich inzwischen aus ihrer Deckung hervorgetraut haben und nun sicher Position für mich beziehen können. Leutnant Exton, ein recht junger Offizier mit einem blonden Scheitel, welchem das Zeremoniell untersteht, begrüßt mich zackig als neuer Lordkapitän auf der Brücke. Manche Leute erkennen eben auf Anhieb die Zeichen der Zeit.

Die Brücke ist ein kirchenartiger Raum mit barocken Zierwerk, welcher drei verschiedene Ebenen umfasst. Der Thron des Lordkapitäns steht auf einer Empore auf der obersten Ebene, so dass man von hier aus das ganze Gewusel auf der Brücke gut im Blick hat. Das ist mein zukünftiger Arbeitsplatz, aber noch ist es nicht vorbei. Es hat schon einen Grund, warum ich das Energieschwert in meiner guten Hand noch halte. Noch bevor ich mich umsehen kann, geht hinter mir die Brückentür auf und Major Voyle tritt in Begleitung von Leutnant Tessa Nimdock von den Eisenwölfen ein. Sieht so aus, als wäre der Söldnerkontrakt für sie doch nicht so heilig, wie gedacht. In seinem Schlepptau befinden sich drei Söldner und sechs seiner Leute. Etwas an seinem Auftreten gefällt mir ganz und gar nicht. Bin ich etwa wie meine Josephina auch psionisch aktiv, dass ich überall Verrat wittere und wie immer Recht behalte? Denn schon die nächsten Worte aus Voyles Mund machen mir klar, dass ich mal wieder richtig lag.

"Conari! Glückwunsch zur Übernahme und Ausschaltung Eures Onkels. Aber nun seid so nett und übergebt mir den Stab des Lordkapitäns!" Die Wachsoldaten richten ihre Lasergewehre auf mich, während Leutnant Tessa Nimdock und ihre drei Söldner einen etwas irritierten Eindruck machen. In diesen Teil des Spiels um den Thron des Lordkapitäns waren sie wohl nicht eingeweiht.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #20 am: 21. September 2012, 15:18:36 »
Position:
Unbekannt
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 410 783.M41

"Ihr macht einen großen Fehler, Major Voyle. Ihr bekommt den Posten des ersten Offiziers und ich vergesse diesen Vorfall!", biete ich ihm diplomatisch an, meine Wut über diesen Verrat herunter schluckend. Es gibt Momente, wo man großzügig sein muss.
"Ihr macht wohl Witze, Conari! Ihr seid doch nur ein dummer Junge, ein Laufbursche Eurer Familie. Es fehlt Euch an Erfahrung, ein Schiff dieser Größe zu führen!" Mit dem ersteren liegt er vollkommen daneben, bei seinem zweiten Punkt könnte er durchaus recht haben.
"Deswegen brauche ich gute Offiziere, die mich beraten. Die mich lehren, auf was es ankommt. Aber so wie ich die Sache sehe, habe ich wohl keine Wahl!"
"In der Tat! Ihr habt keine Wahl. Ich werde Euch einfrieren lassen und in ein paar Jahren, wenn ich meinen Schnitt gemacht habe, überlasse ich Euch das Kommando über die Audacia!"
- Klar! Für wie blöd hält mich Voyle eigentlich? - denke ich zerknirscht. Es gibt wenig mehr was mich wütend macht, als wenn jemand glaubt, ich wäre debil! Ich bin Flavion Conari, ein Adliger aus Tarsus von der Welt Scintilla. Mein Ahne hat den Calixissektor erobert, denn er war der Raumstratege hinter dem Avignon Kreuzzug gewesen. Der eigentliche Architekt des Sieges, während andere von seinem Plan profitiert haben und im Rampenlicht standen. Meine Familie gehört zu den mächtigsten auf Scintilla! Ich lasse mir von diesem halbseidenen Militär nicht mein ureigenstes Erbe entreißen!

"Nun gut, ihr habt gewonnen!", meine ich scheinbar zerknirscht und reiche ihm den Stab. Genauso wie ihn mir mein inzwischen toter Onkel gereicht hatte. Ich taste nach dem Auslöseknopf und sobald er das Amtssymbol berührt, aktiviere ich den Schockeffekt. Wie auch mich damals haut es ihn nun heute aus den Stiefeln. Allerdings mache ich nicht den gleichen Fehler wie mein Onkel und strecke ihn sofort mit meinem Schwert nieder, auch wenn er absolut hilflos und keine direkte Gefahr mehr ist. Keine faulen Kompromisse mehr! Es gibt Zeit für Gnade, aber die ist gerade vor fünf Sekunden unwiederbringlich abgelaufen. Bevor die anderen sich von ihrer Überraschung erholt haben, bewege ich mich hinter dem Waffenservitor in Sicherheit. Die Soldaten beginnen auf mich zu schießen. Laserstrahlen peitschen an mir vorbei oder treffen die geschichtete Panzerung des Waffenservitors vor mir. Die Söldner eröffnen das Feuer auf die Soldaten und ein Feuergefecht auf kürzeste Entfernung entbrennt. Mein Servitor deckt mich und wirft mich zu meinem Schutz die Empore herunter. Ich falle mehrere Meter und kann mich soweit abrollen, dass ich nur ein paar harmlose Hämatome abbekomme, während meine Knochen heil bleiben. Thron! Das war jetzt knapp gewesen. Aber der Imperator hat seinen Blick nicht von mir abgewendet, denn ich bin auserwählt, die Audacia zu neuem Ruhm und Glanz zu führen. Davon bin ich fest überzeugt und kein Hindernis wird es vermögen, mich aufzuhalten.

Ich eile zurück nach oben, wo das Feuergefecht inzwischen beendet ist. Leutnant Nimdock liegt in ihrem Blut, lebt aber noch. Einen kurzen Moment ziehe ich es in Erwägung, sie zu töten, da sie meine Carmina vernascht hat. Aber da sie kein Mann ist und meine Konkubine programmgemäß auch Frauen nicht abgeneigt ist, lasse ich die Leutnant erst mal am Leben. Immerhin war sie nützlich gewesen und ich brauche verlässliche Leute. Major Gettner hat einen Kopfschuss abbekommen, damit brauche ich nun auch noch einen neuen Schiffsmeister und auch einen neuen ersten Offizier. Und einen neuen Ausbilder, aber das ist das Geringste meiner momentanen Probleme. Der Servitor hat einiges abbekommen, funktioniert aber noch. Seine Maske ist zertrümmert und ich blicke in das Gesicht von Novus Conari, meinem Bruder und Vorgänger. Das ist also aus ihm geworden. Kein Wunder, dass mir niemand Näheres darüber berichten wollte. Das wäre nicht nötig gewesen, Thronverdammt! Sollte ich jemals Gewissenbisse wegen dem Tod meines Onkels quälen, so brauche ich nur an diesen Augenblick zurück denken, wo das bittere Schicksal meines Bruders Novus Conari enthüllt wurde. Das erschüttert mich doch jetzt ein wenig.

Die Verwundeten werden von Stabsarzt Hoffert, dem Obersten der Bordärzte, versorgt und dann abtransportiert. Auch um meine Verletzungen wird sich gekümmert. Die Blutung wird gestoppt und die Wunde versorgt. Da fühle ich mich gleich wieder viel besser. Leutnant Exton ist auf Zack und lässt die Brücke recht schnell wieder säubern. Schon nach wenigen Minuten künden nur noch glänzende Stellen vom verdunstenden Wasser von den Blutflecken.

Nun ist es Zeit, die "Audacia" offiziell in Besitz zu nehmen. Auf der hinteren Lehne des Thrones ist eine Tafel mit den Namen, Regierungszeiten und Leitsprüche aller bekannten Lordkapitäne vermerkt. Nun wir ein weiterer Name auf dieser altehrwürdigen Liste hinzugefügt werden. Und mein Leitspruch wird sein, "Wer wagt, gewinnt". Auf dem Thron nehme ich mit einem seufzen Platz. Endlich ist er mein! Der Thron ist mit schwarzem Leder gepolstert. Groxleder ist das nicht, sondern viel hochwertiger. Auf den Armlehnen sind unzählige Knöpfe, Regler und analoge Armaturen aus Messing befestigt. Der Sinn und Zweck der meisten Bedienelemente ist mir schleierhaft und auch mit den ganzen Skalen mit den Zeigern mit Schädelornamentik kann ich wenig anfangen. Hier und da kann ich die angezeigten Daten, wie verbleibende Transferzeit, durchaus verstehen. An mehreren Ständern hängen Bildschirme mit Messinggehäusen, die mir Skalen, Zahlen, Daten, schematische Darstellungen der Audacia und Bilder verschiedener Bereiche zeigen. Ich habe momentan keine Ahnung, wie man dieses Ding wirklich bedient. Aber ich werde es lernen, denn es ist meine Bestimmung.

Leutnant Exton vollzieht die notwendigen Rituale, um den großen Maschinengeist der Audacia auf mich einzuschwören. Mit meiner Stimme und meinem Blut registriere ich mich und habe dann die volle Befehlsgewalt über diesen leichten Kreuzer mit seinen knapp sechzigtausend Seelen an Bord. Nun ist die "Audacia" mein und ich bin bereit, den Willen meiner Familie und den des Gottimperators zu vollstrecken. Als erstes halte ich eine kurze Ansprache an die Besatzung der "Audacia". Es gibt ein Mikrophon für das Interkom, in das ich hinein sprechen kann. Das Bedienterminal für das Interkom ist leicht verständlich aufgebaut und ich wecke den Maschinengeist mit einem kurzen Ritual und stimme ihn mir gewogen.

"Hier spricht Lordkapitän Flavion Conari! Mein Onkel, Ravion Conari, ist von seinem Amt, wie vom Rat des Hauses Conari beschlossen, zurückgetreten und ich bin nun der rechtmäßige Lordkapitän der Audacia. Mein Onkel hat sehr viel auf diesem Schiff schleifen lassen. In der nächsten Zeit wird sich vieles zum Besseren ändern, denn vieles liegt im Argen. Aber dazu brauche ich etwas Zeit und bitte deswegen um Geduld, bis meine Maßnahmen greifen.", erkläre ich kurz und nun ist es Zeit, ein paar Personalentscheidungen zu treffen. Caine taucht wie aus dem Ei gepellt auf. Er hatte das Glück, als Seneschalls von Braun Laufbursche arbeiten zu dürfen und hat sich deswegen schon in diese Umgebung eingearbeitet. Mit meiner neuen Entourage begebe ich mich in ein nahes Besprechungszimmer mit einem Tisch aus weißem Marmor. Der Raum ist sehr hell und macht einen freundlichen Eindruck. Caine berichtet mir, dass es Carmina gut geht und in Sicherheit ist. Josephina ist eingefroren worden, um ihr "Problem" unter Kontrolle zu halten. So verstärkt sie auch den Astropathischen Chor auf der Audacia. Ich verfüge, dass sie aufgetaut und in mein Quartier gebracht wird. Auch, dass Bruder Obskurus, welcher ein Astropath im Kälteschlaf ist, aus der Kapsel entnommen wird. Und natürlich soll meine Colette in Sicherheit gebracht werden, damit wäre mein Gefolge wieder komplett vereint. Jedenfalls das, was noch davon übrig ist. Dann lasse ich mich auf den neusten Stand bringen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #21 am: 24. September 2012, 12:04:11 »
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Und der neuste Stand ist nicht unbedingt wirklich erfreulich. Mein Onkel war in den letzten Jahren ziemlich glücklos, hat Schulden angehäuft und mit den angeheuerten Söldnern viel Geld ausgegeben. Aber ohne Söldner geht es zurzeit nicht, da nur bewaffneter Zwang die Besatzung noch zusammen hält. Die Audacia ist in einem erbärmlichen materiellen Zustand. Vieles ist beschädigt und wird nur noch durch die ständigen Rituale der Maschinenpriester und dem Durchhaltewillen der zähen Maschinengeister zusammengehalten. Ein längerer Aufenthalt im Reparaturdock ist schon lange überfällig. Aber sofort eines anzusteuern wäre Wahnsinn, da sich der Großteil der Besatzung schnellstmöglich umorientieren würde. Seneschall von Braun rät mir, erst ein paar kleinere Erfolge einzufahren, bevor wir mit der Audacia eine Station ansteuern. Mit Erfolgen lässt die nötige Hoffnung schaffen, um die Besatzung bei der Stange für das Kommende zu halten. Das hört sich sinnvoll an und stimme dem zu.

Der erste Offizier Esea Conari, also meine Tante und ihre unmittelbaren Gefolgsleute sind in ihren Quartieren inhaftiert. So soll es bleiben. Ich dränge darauf, dass sie in Isolationshaft bleiben, bis ich sie auf Aufbruch von Bord gehen lassen werde. Esea ist die Tochter einer Freihändlerdynastie und ich will mir keine Feinde schaffen, indem ich sie töten lasse. Obwohl ich mir schon sicherlich mit der Tötung ihres Mannes eine Feindin fürs Leben geschaffen habe. Aber mit ihrem Tod würde ich es nur noch schlimmer machen. Außerdem hege ich keinen persönlichen Groll gegen sie, so dass ich von jedweder Aktion gegen ihr körperliches Wohl absehe. Sie wird ihrem Stand entsprechend mit allen Ehren behandelt werden und ihr soll keinerlei Leid geschehen, das schließt ihr Personal mit ein. Ich verfüge, dass der direkte Kontakt nur über Servitoren geht, so dass sie keine Möglichkeit hat, ein Besatzungsmitglied auf ihre Seite zu ziehen.

Es gilt nun ihre Position, also den des Ersten Offiziers und XO zu besetzen. Normalerweise wäre Major Voyle dieser Posten zugefallen, wäre er mir nicht in den Rücken gefallen. Und wäre Gettner nicht im Kreuzfeuer gefallen, hätte ich einen guten Ersatz gehabt. Senneschall von Braun schlägt Major Kyrr vor, den bisherigen Waffenmeister und Magister Militaris.

"Kompetent und energisch, ihr werdet für diesen Posten keinen besseren Mann finden.", preist der Seneschall ihn an.
"Durchaus fähig, aber auch sehr auf seine Position und persönliche Ehre bedacht. Intelligent, stolz und jähzornig.", beschreibt mir Caine seine Eindrücke. Jähzorn kann zu unbedachten Handlungen führen, aber letztendlich sind alle anderen Alternativen mit noch mehr Makeln behaftet, wie ich nach kurzem Durchblättern der Personalakten feststelle.
"Gut, dann wird Sigmund Kyrr mein neuer XO sein", bestimme ich. Jetzt ist die Frage, wer den Posten des Waffenmeisters übernehmen soll. Da kommt Solun Ares in Frage, ist jedenfalls ein Vorschlag aus meiner Entourage. Mir wäre eine andere Position lieber gewesen, wie der Anführer der Brückenwacht, aber ich lasse mich überreden. Nun gut, soll er dieses Amt übernehmen. Auch der gefallene Gettner muss ersetzt werden.

"Materialmeister Istran von Hellstett ist einer unserer dienstältesten Offiziere, der nie um eine Zurechtweisung oder Verbesserungsvorschlag verlegen ist. Derzeit baut er seinen Sohn zu seinem Stellvertreter und Nachfolger auf.", schildert mir der Seneschall dessen Vorzüge. Ein Mann, der sein Umfeld zum Besseren verändern will, scheint mir tüchtig zu sein.
"Für diesen Mann gibt es an Bord keinen wichtigeren Posten als seinen eigenen. Sein Verhältnis zum Schiffsmeister war stark angespannt und die Postprotokolle sind randvoll mit seinen Beschwerden und Kritiknotizen.", gibt Caine seine Meinung kund. Von Hellstett wäre demnach eher ein Querulant. Aber vielleicht weiß er es ja wirklich besser. Immerhin ist er ein alter Hase und mit seinem Sohn Dominik von Hellstett ist gleichzeitig ein schon in den Startlöchern stehender Nachfolger für das Amt des Materialmeisters vorhanden. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich beschließe, dem Mann seine Chance zu geben. Damit wären die wichtigsten Personalentscheidungen gefallen.

Als erstes lasse ich Major Kyrr rufen und setze ihn von seiner Beförderung in Kenntnis. Der Major ist noch keine fünfzig Jahre alt, seine Frisur ist militärisch kurz und er sieht trotz der turbulenten Ereignisse wie aus dem Ei gepellt aus.
"Ich fühle mich geehrt, Lordkapitän Conari!" Und natürlich hat er ein paar Anliegen. Er findet, dass es Zeit ist, wieder Ehrenduelle zwischen den Offizieren zuzulassen. Als Adliger von Tarsus bin ich mit dieser Art der Problembeilegung natürlich bestens vertraut. Aber der Pool von Offizieren ist endlich und es könnte problematisch werden, Verluste hier in der Leere auszugleichen. Ich vertröste ihn erst mal, da ich mir das durch den Kopf gehen lassen muss. Aber wahrscheinlich ist so eine Art von Ventil notwendig und meines Wissens nicht nur auf Tarsus üblich, sondern auch auf vielen Schiffen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #22 am: 26. September 2012, 12:44:25 »
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Als nächstes kommt Chorleiter des Astropathischen Chors, Lux Aquinus, in das Besprechungszimmer. Die "Audacia" verfügt über einen Chor und ist so in der Lage, Botschaften schneller zu senden. Aquinus macht mich darauf aufmerksam, dass von meiner Konkubine eine Gefahr ausgeht und es deswegen nicht klug ist, sie aus dem Kälteschlaf zu entlassen.

"Ich besitze sie schon seit über einem Jahrzehnt und es gab nur einen einzigen Vorfall, wo sich ihre Kräfte manifestiert haben. Und diese Kraft hat offenbar nichts weiter getan, als sie am Leben zu halten. Also bringt ihr bei, ihre Kräfte ruhen zu lassen."
"Das ist nicht so einfach!", wehrt sich der Chorleiter.
"Ich sehe nicht so das Problem, einfach nichts zu tun."
"So funktioniert das aber nicht. Es sind aktive Techniken notwendig, um mit den Gefahren des Warps fertig zu werden. Selbst wir, die eine Seelenbindung vor dem goldenen Thron auf Terra erhalten haben, sind nicht vollständig immun. Unsanktionierte Psioniker wie Eure Hure sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr für jeden Planeten und auch für jedes Schiff. Mein Rat, lasst sie entweder im Kälteschlaf oder übergebt sie den imperialen Behörden."
"Hütet Eure Zunge. Josephina ist keine Hure, sondern eine sorgfältig ausgebildete Konkubine aus einem der angesehensten Fleischhäuser des Calixissektors und mir über jeden Zweifel erhaben treu ergeben. Das war das erste und auch das letzte Mal, dass ihr meine Konkubine so genannt habt! Ihre Sünde ist, dass sie im freien Raum nicht gestorben ist. Und sie ist mehrmals geprüft worden, wie es das Gesetz des heiligen Imperators befiehlt, also kann ihr Potential nicht viel größer sein als das, was sich bis jetzt manifestiert hat. Bringt ihr einfach bei, sich vor den Gefahren des Warps abzuschirmen! Und damit ist diese Diskussion darüber beendet!", verkünde ich bestimmt.

"Wie ihr befiehlt, mein Lord Kapitän!", meint Lux deutlich aufgebracht. Ich hab ihn wohl bei einem wunden Punkt getroffen. Als nächstes wird mir Bruder Obskurus präsentiert, diesmal als reale Person und nicht als die Projektion, die er bisher war. Vor über fünfundsechzig Jahren ist er an Bord gekommen und zwar schon in gefrorenem Zustand. Gekauft von einem äußerst zwielichtigen Händler aus unbekannter Quelle. Das letzte, an was sich Bruder Obskurus noch erinnern kann, ist die Seelenbindung vor dem goldenen Thron. Danach weiß er nichts mehr. Da er mir gut während meiner Gefangenschaft gut gedient hat, nehme ich ihn in meine Entourage auf. Meisterin Puppila wird meine persönliche Pilotin und stellvertretende Steuerfrau. Braddock, der sich zwar tapfer geschlagen hat, aber doch etwas an Eifer vermissen ließ, als darauf ankam, befördere ich zu meinem persönlichen Bannerträger. Eine Beförderung zwar, aber auch Strafe, da er immer Cussak damit aufgezogen hat, mir die Stange halten zu müssen. Einen neuen Ausbilder zu bestimmen überlasse ich meinem neuen XO Oberst Kyrr, er kennt die Leute besser als ich. Damit wären die dringendsten Probleme vom Tisch.

Die Gemächer des Lordkapitäns sind nun bereit und ich begebe mich in mein Quartier. Als erstes kommt man in ein Empfangszimmer, wo sich normalerweise dann meine Leibwachen aufhalten wird. Links davon geht es zu Toiletten und meinem Arbeitszimmer mit einem großen Konferenztisch. Hier befinden sich einige Bildschirme mit Statusanzeigen in der Holzvertäfelung. Der Schreibtisch ist noch mit den Unterlagen meines Onkels bedeckt. Verschiedene Portraits von Familienangehörigen hängen an den Wänden, darunter auch mein Vater in noch jungen Jahren. Rechts geht es in die Quartiere meiner engsten Mitarbeiter wie Caine, Colette und Braddock. Geradeaus geht es in einen großen Salon mit einer voluminösen, äußerst bequem aussehenden Sitzgruppe im Zentrum des Raumes. Hier werden hohe Gäste empfangen. Auch ist dies der hauptsächliche Wohnraum. Eine Türe führt zu einer Bibliothek mit vielen Büchern in Schränken mit Glastüren. Eine weitere in einen Raum mit persönlichen Trophäen und einer bequemen Ledersitzgruppe, wohl das Herren- und Raucherzimmer. Auch führt man hier wahrscheinlich die etwas heikleren Verhandlungen im engsten Kreis. Eine andere Tür führt in den Speiseraum, der von einem großen Tisch dominiert wird. Auf der rechten Seite stehen mehrere Schränke mit wertvollem Geschirr, auf der linken eine Anrichte. Hier führt auch eine Tür in die kleine Küche, aus der Colette herausgeschossen kommt und mir um den Hals fällt.

"Meister Flavion! Ich bin ja so froh, dass Sie noch leben!", schluchzt Colette, die mich mit ihrer Umarmung schon fast würgt. Ich bin ganz gerührt über meine kleine rothaarige Köchin, dass ich sie ebenfalls drücke.
"Ich danke dir, Colette, dass du mir geholfen hast und auch in der Stunde der Not zu mir gehalten hast. Du hast großen Mut bewiesen und das werde ich dir nie vergessen.", sage ich und gebe ihr einen sanften Kuss auf dem Mund, was sie knallrot werden lässt.
"Aber Meister Flavion!", haucht sie überrascht und schaut mich groß an. Irgendwie sieht sie verdammt süß aus. "Wer wird nun mein neuer Meister sein? Habt Ich Euch schon für einen Nachfolger für Chefkoch Lungini entschieden?", wechselt sie schnell das Thema, während die Röte ihrer Wangen immer intensiver wird.
"Das habe ich. Meine Wahl ist auf jemand getroffen, der mir seit vielen Jahren treu dient und mir bewiesen hat, dass ich mich in jeder Situation auf ihn verlassen kann." Colette schaut mich fragend an. "Du bist nun meine neue Leibköchin, ich gratuliere dir zu deinem neuen Posten.", verkünde ich generös. Sie ist zwar sehr jung für ein solch wichtiges Amt, aber sie kennt meinen Geschmack, die Rezepte meiner Leibgerichte und sie hat gerade bewiesen, dass ich mich auf sie selbst in höchster Not bedingungslos verlassen kann.
"Oh, Danke! Meister Flavion! Ich werde mein Bestes geben! Wirklich!" Sie ist offensichtlich hin und her gerissen zwischen Angst vor ihrer neuen Verantwortung und der Freude darüber, nicht länger eine kleine Gehilfin sein zu müssen.
"Ich weiß, dass du mich nicht enttäuschen wirst."
"Das werde ich! Ich meine, das werde ich nicht!", meint sie aufgeregt und sie wird noch röter als sie schon ist. "Noch etwas anderes, Meister Conari! Meine Kabine! Meister Caine hat mir ein eigenes Zimmer mit zehn Quadratmetern zugewiesen!"
"Und was ist damit?", hake ich nach, weil ich nicht ganz nachvollziehen kann, was sie daran auszusetzen hat.
"Ein eigenes richtiges Bett und dann noch so ein großes Zimmer für mich allein! Das kann doch nur ein Irrtum sein!" Jetzt verstehe ich. In einem Zimmer mit zehn Quadratmetern lebt in den Unterschichtshabs eine ganze sechsköpfige Familie und schätzt sich glücklich, so viel Wohnraum zur eigenen Verfügung zu haben. Für jemand aus diesen Verhältnissen ist ein eigener Raum von solch "immenser" Größe ein unerhörter Luxus. Sie war bis jetzt immer in den Quartieren der Dienerinnen untergebracht oder schlief in der Küche auf einem Futon auf dem Boden. Ein eigenes Zimmer mit einem richtigen festen Bett ist für sie ein unerhörter Luxus.
"Das hat schon seine Richtigkeit, kleine Colette.", meine ich amüsiert.
"Danke, Meister Flavion. Ihr seid so gut zu mir!"

Schon beinahe ängstlich huscht sie zurück in die Küche, die nun ihr Reich ist. Viele Jahre lang war sie nun die Gehilfin von Lungini. Ich kann mich noch erinnern, wie sie zum ersten Mal etwas servieren durfte. Sie war so aufgeregt gewesen, dass sie nicht mal mehr ihren eigenen Namen gewusst hatte. Und jetzt war aus diesem dürren Kind eine gut gebaute, erblühende junge Frau mit den Rundungen an den richtigen Stellen geworden. Inzwischen ist sie auch eine gute Köchin, die mehr kann, als nur Teller zu waschen und das Essen zu servieren. Sie wird ein würdiger Ersatz für den armen Lungini sein, den ich immer sehr geschätzt habe.

Vom Salon aus geht eine Tür ins geräumige Schlafzimmer, das neben eines breiten Bettes auch eine Sitzecke, mehreren Schänke und Anrichten auch weiterführende Türen hat. Eine Tür zur rechten führt ins Ankleidezimmer mit großen Wandschränken, eines in ein Bad mit großer dreieckiger geräumiger Eckbadewanne. Die Türen zur rechten führen zu einer Waffenkammer mit großem Tresor und zum Damenzimmer mit eigenem Wandschrank und Bad. In einer Nische befindet sich ein großer reich dekorierter Schrein, der dem Gottimperator gewidmet ist. Dagegen sieht mein transportabler Schrein recht ärmlich aus. Allerdings macht dieser einen eher vernachlässigten Eindruck. Wie so vieles auf diesem Schiff.

Josephina hockt wie ein Häufchen Elend im Bademantel und zusätzlich in eine Decke gehüllt auf dem Bett. Ihre Beine hat sie an sich gezogen und ihre Haare sind strähnig. In solch einem Zustand habe ich sie noch nie gesehen. Manchmal hat sie auf schlampig gemacht, aber ihr Erscheinungsbild war sorgfältig darauf getrimmt. Das hier ist etwas ganz anderes. Carmina flegelt sich in der Sitzecke, einen Kelch mit einem Fruchtsaft in der Hand. Sie trägt nur eine kurze Weste, die mit einer Schleife verschlossen ist und eine bauschige Haremshose. Sie begrüßt mich mit einem freudigen Lächeln und springt mich förmlich an. Das ist das zweite Mal innerhalb weniger Minuten. Ich drücke sie fest an mich, während sie ihre Beine um mich schlingt. Das habe ich wahrlich vermisst. Ihre festen wohlgeformten Brüste berühren meine Brust und es ist ein gutes Gefühl.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #23 am: 28. September 2012, 12:44:47 »
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Unbekannt
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"Geht ist dir gut? Alles in Ordnung?", frage ich sie und schiebe ihren Oberkörper soweit von mich, dass ich in ihr Gesicht sehen kann. Sie sieht unverletzt aus, in ihren Augen ist wieder das alte Feuer, das ich so an ihr schätze. Im Lager der Unab hatte sie deutlich schlechter ausgesehen. Was immer ihr die Nimdock auch angetan hatte, Carmina hatte es ertragen. Vielleicht, weil das ihre Welt ist, für die sie geschaffen worden war. Damit war sie besser klar gekommen als bei den Unabs.

"Ich kam zurecht und mir ist nichts passiert.", wiegelt sie ab und ich belasse es dabei. Falls es Grund zu Groll gegeben hätte, würde sie damit nicht hinter dem Berg halten. Carmina ist niemand, der aus seinem Herzen eine Mördergrube macht. Ich küsse sie zärtliche, lasse sie wieder runter und wende mich Josephina zu.
"Und wie geht es dir?", frage ich sie und setze mich neben sie.
"Bin ich gefährlich?", antwortet sie mit einer Gegenfrage. Ihre blauen Augen scheinen riesengroß zu sein. Ihr Gesicht ist bleich und etwas eingefallen. Der Kühlschlaf war keine Erholung für sie.
"Nicht so gefährlich wie ich.", meine ich trocken und kann ein kleines Lächeln auf ihre Lippen zaubern. Ich nehme sie wie ein kleines Kind in den Arm und sie kuschelt sich an mich. Vorsichtig streichle ich über Josephinas Köpfchen.
"Du weißt, was ich meine!"
"Wenn ich denken würde, du kämest mit etwas Training nicht damit zurecht, würdest du nicht hier sitzen. Ich habe mit dem Chorleiter Aquinus gesprochen, er wird dich morgen darin unterrichten, wie du deine Fähigkeit unterdrücken und dich vor den Raubtieren des Warps schützen kannst."

"Ich wusste gar nicht, dass du ein Experte in solchen Dingen bist.", merkt Carmina spitz an.
"Bin ich nicht und du ehrlich gesagt auch nicht. Was ist dein Problem?"
"Mein Problem? Sie ist eine Hexe! Das ist das Problem!" erwidert sie und macht eine unbewusste Geste, welche Böses abhalten soll. Josephina zuckt an meiner Brust zusammen und wendet den Kopf ab. Fahrig fährt sie durch ihre ungepflegten Haare.
"Wie lange kennst du Josephina schon?"
"Seit ich ins Fleischhaus gekommen bin."
"Und wart ihr nicht immer beste Freundinnen?"
"Ja, sonst wären wir ja nicht im Doppelpack verkauft worden", meint Carmina etwas widerspenstig.
"Und hat Josephina dich je verhext?", frage ich weiter mit sanfter Stimme.
"Nein!"
"Und was lässt dich glauben, dass sie das je wird?"
"Sie hat im Vakuum überlebt! Im Fleischhaus haben sie uns nicht nur beigebracht, Tausend und eine Stellung auswendig zu lernen und die Kunst der 108 Seufzer zu meistern. Oder wie man mit jedem Körperteil seinem Herrn Befriedigung verschaffen kann. Ich bin gebildet genug. um zu wissen, dass niemand ohne guten Schutz in der Leere des Vakuums überleben kann. Weil es da draußen einfach dafür zu scheißkalt ist, man nicht Atmen kann und durch den fehlenden Druck platzt. Aber man friert schnell genug ein, damit das nicht passiert. Und Josephina war vollständig nackt da draußen!", meint Carmina mit einem hysterisch hohen Ton in der Stimme und ich kann die nackte Angst in ihren Augen schimmern sehen.

"Das Thema hatten wir doch schon. Du nennst es Hexerei, ich ein Wunder. Wäre es dir lieber gewesen, wenn Josephina da draußen gestorben wäre? Erstickt? Erfroren? Geplatzt?"
"Nein, natürlich nicht.", erwidert sie, aber ich kann ihr ansehen, dass für sie die einfachere Lösung gewesen wäre.
"Also akzeptiert es einfach als äußerst praktische Gabe.", wende ich mich an Beide. "Als ein Geschenk des Gottimperators. Das dient alles seinem großen Plan." Ich merke, dass ich Carmina nicht gänzlich überzeugt habe, aber ihre Haltung ändert sich von feindseelig zu unentschlossen. Josephina hat sich soweit wieder gefangen, dass sie nicht mehr wie ein Häufchen Elend kauert.

"So und nun zu was viel Wichtigerem, es ist wohl Zeit für ein Bad!" Ich helfe Josephina hoch, lege meine Arme um ihre und Carminas Schultern. Meine schwarzhaarige Konkubine hat meinen Wunsch vorhergesehen und schon Wasser in die Wanne gelassen. Es hat sich duftender Schaum gebildet.
"Na, dann bist du ja auch eine Hexe, wenn du das vorhergesehen hast.", meine ich, nachdem ich mich im warmen Wasser ausgestreckt habe. Die dreieckige Wanne ist aus Kupfer und prächtig verziert. Carmina findet das nicht so witzig und im nächsten Moment habe ich einen nassen Waschlappen im Gesicht hängen. Na warte, dass gibt Rache! Ich schnappe sie mir, gebe ihr einen herzhaften Klaps auf den Hintern und werfe sie dann kurzerhand ins Wasser.

Zwei Stunden später liege ich erschöpft, aber sehr befriedigt im Bett. Meine beiden hübschen Konkubinen sind links und rechts eingeschlafen. Auch wenn ich müde bin, kann ich nicht einschlummern. Ein Bildschirm mit Statusanzeigen in der Wandvertäfelung spendet etwas Licht und ich starre auf die geschnitzte und verschachtelte Vertäfelung an der Decke. Die Schnitzereien sind kunstvoll und miteinander verwoben. Wie oft lag wohl mein Onkel hier gefangen von Sorgen schon wach und folgte mit seinen Augen den verschlungenen Linien an der Decke? Ich habe ihn heute getötet und Major Voyle, diesen Narren. Aber vielleicht war das besser so. Und ich habe meinen Bruder wieder gefunden, als geistlosen Servitor. Was mache ich nur mit ihm? Ihn von seinem Dasein als halbe Maschine erlösen und ihn bestatten? Oder ihn weiter als Menschmaschine in meinem Dienst herumlaufen zu lassen? Er war der Bruder, der mir am nächsten stand, da er nur drei Jahre älter war als ich. Ab und zu hatten wir den gleichen Hauslehrer und trainierten auch zusammen. Lange Zeit habe ich ihn seinem Status geneidet. Der Letztgeborene zu sein ist immer eine äußerst schlechte Ausgangslage für eine Kariere. Aber der Gottimperator hat es letztendlich doch gut mit mir gemeint und mir diesen Posten gegeben. Und wie er sicherlich wusste, habe ich mir diesen Posten durch Schweiß und Blut nun auch redlich verdient. Ohne dafür zur Schlange werden zu müssen. Wobei ich wünschte, ich hätte meinen närrischen Onkel nicht zu töten brauchen. Aber das war nun nicht mehr zu ändern. Wenigstens eine ordentliche Bestattung in der Familiengruft würde er bekommen, auch wenn ich nicht mehr aus seinen Fehlern aus erster Hand lernen würde können.

Wie soll es nun weitergehen? Jedenfalls nicht so wie bisher. Viele Reformen und Änderungen würden notwendig sein. Die "Audacia" musste wieder in Schuss gebracht und die angeschlagene Moral der Besatzung wieder hoch getrieben werden. Als eine der ersten Maßnahmen würde ich die Lebensbedingungen der Unab verbessern. Bessere Quartiere und ein qualitativ hochwertigeres Essen müssten machbar sein. Ebenso eine Überarbeitung der Arbeitsabläufe. Das mit den Ehrenduellen werde ich wohl mal auf Probe für das nächste halbe Jahr einführen. Dann würden die Auswirkungen klar absehbar sein. Auch eine Hardballliga mit mehreren Stufen für das ganze Schiff. Jede Abteilung würde eine Mannschaft stellen, vielleicht mehrere. Brot und Spiele hatten schon in vielen Kulturen und Zeitaltern funktioniert. Ansatzpunkte, die mit wenig Aufwand viel bewirken konnten. Leider würden die anderen Sachen nicht leicht umzusetzen sein. Menschen lieben Routine und hassen Veränderungen. Aber manchmal war stehenbleiben gleichbedeutend mit Rückschritt. Es lag nun an mir, der Audacia eine neue Richtung zuzuweisen. So wie mir der Gottimperator eine Richtung gezeigt hatte. Es war nur die Frage, ob die Besatzung mich nun auf diesem Weg begleiten würde. Schließlich dämmere ich weg und falle in einen unruhigen Schlaf.

Gespielt am 21.04.2012
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 1
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 1
Bruder Obskurus Erleuchteter Astropath Rang 1
Yuri aka Lady Helmchen Navigatorin Rang 1
EP: 450
Besiegte Gegner:
Onkel Ravion Conari
Mehrere Gardisten
Major Voyle
Beute:
Die Audacia

Gedanke des Tages
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Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #24 am: 01. Oktober 2012, 13:12:53 »
Persona Dramatis
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Kapitel 4
Eine wirklich dunkle Prophezeiung

Position:
Schlund
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 412 783.M41

Nach reichlicher Überlegung beschließe ich, die Ehrenduelle unter den Offizieren zuzulassen. Caine warnt mich, dass diese Maßnahme mich einige Offiziere kosten könnte. Das ist mir klar, deswegen begrenze ich die Sache erst mal auf ein halbes Jahr Bordzeit und die Duelle müssen von mir genehmigt werden. Und sie werden in aller Öffentlichkeit in einer kleinen Arena abgehalten werden. In dieser Arena wird es auch einen Hardballplatz geben. Ich stoße die Gründung einer Schiffsliga an, die Spiele werden dann in der Arena abgehalten und im ganzen Schiff via Interkom übertragen werden. Brot und Spiele sind für viele Planeten ein Instrument der Herrscher. Und was im großen Maßstab funktioniert, dürfte auch im Kleinen auf der "Audacia" funktionieren. Auch stehen noch ein paar kleinere Personalentscheidungen an, die ich nur noch absegne.

Seneschall von Braun schlägt mir nun ein paar Unternehmungen vor, um zum einem etwas Geld in die Kasse zu spülen und zum anderen die Moral zu stärken. Der alte Mann hat einige Projekte ausgearbeitet, die er mir nach und nach vorlegt. Zwei seiner Vorschläge lehne ich erst einmal ab. Zum einen den Angriff auf einen im Hinterhalt liegenden Piraten, der ein falsches Notsignal aussendet. Die Kommandostruktur ist noch zu labil und die "Audacia" zu schwer beschädigt, um sie in einem Kampf gegen einen starken Gegner zu riskieren. Auch meine übrigen Berater sind dieser Meinung. Das andere ist, Techschrott auf dem Schlachtfeld einzusammeln. Am Ende des Schlundes gibt es ein uraltes Schlachtfeld, wo einst zwei Flotten aufeinander trafen und sich gegenseitig zerlegten. Die Geschichten über die beteiligten Parteien und den Ausgang sind bei jeder Geschichte anders, was den Schluss folgert, dass niemand wirklich weiß, wer wen warum wann nun genau zerschossen hat. Dies hat den Geschmack von Leichenfledderei und ist eine nicht gerade ruhmfördernde Tätigkeit. Der Gewinn steht in keiner Relation mit dem angestrebten Ziel der Anhebung der Moral. Nein, das kommt nicht in Frage, so verzweifelt bin ich noch nicht.

Dafür sind die anderen Vorschläge schon mehr nach meinem Geschmack. Mein Onkel hat einst im Schellak System eine Mine betreiben lassen. Dieses System mit einem grünen Neutronenstern verfügt über drei Asteroidengürtel, da das System von der ausgebrannten Sonne zerstört wurde. Im äußersten Gürtel befindet sich noch eine Prospektoreinheit, die aber aufgegeben wurde, nachdem die Mine ausgebeutet worden war. Die Rumpfbesatzung wurde einfach ihrem Schicksal überlassen. In dem Gürtel gibt es noch weitere Asteroiden, welche Rohstoffe enthalten müssen. Man muss nur die Astro-Mine wieder in Betrieb nehmen und einen neuen Fördergrund finden. Dann muss noch ein Nachschubnetz installiert werden, welches die Besatzung versorgt und das Erz abtransportiert. Das sieht nach einem vielversprechenden Anfang aus. Als nächstes können wir dann ein aufgegebenes Drogenversteck plündern, welches von automatisierten Geschützen bewacht wird. Dort können wir die Drogen bergen und weiter verkaufen. Dazu würde es sich lohnen, die Klause anzusteuern, um dort Kontakte zu einer örtlichen Sekte zu knüpfen. Als letztes würde noch die Erforschung einer alten Warproute anstehen. Sieht so aus, als hätten wir ein paar vielversprechende Dinge zu erledigen.

Also befehle ich, den Kurs auf das Schellak System zu nehmen. Leider scheint niemand mehr an Bord zu wissen, wo die Mineneinrichtung meines Onkels gelegen hat. Da werden wir wohl suchen müssen. Ich verbringe die nächsten Tage damit, mich mit der "Audacia" und ihrer Crew weiter vertraut zu machen. Das Schiff ist mit seinen über vier Kilometern Länge eine Stadt für sich. Wir haben über fünfzigtausend Menschen an Bord. Jedenfalls offiziell. Man versichert mir, dass es in den Zwischendecks nur eine geringe Mutantenpopulation gibt. Ich hoffe mal, dass dies auch so stimmt. Nach drei ereignislosen Tagen im Warpraum dringen wir in den Realraum zurück. Der grüne Neutronenstern sendet kein Licht mehr aus, so liegen die drei Asteroidenkreise in ewiger Finsternis. Der Kreis, welcher der Sonne am nächsten steht, wird gerade von ihr absorbiert. Aber die Station meines Onkels sollte sich äußersten Kreis befinden. Die erste Sensorenabtastung fördert keine Resultate zu Tage. Nun gut, dann müssen wir wohl suchen.

Ich gehe in die Librariumsgruft des Schiffes, welche von einem uralten Scriptor Primus mit dem Namen Horatius Codwell geführt wird. Der alte weißbärtige Mann residiert hinter einem massiven Schreibtisch, der trotzdem beinahe unter dem Gewicht der darauf gestapelten Bücher, Folianten, Pergamentrollen und losen Blätter zusammenzubrechen scheint. Ich trage mein Begehr vor und der Leiter ruft einen seiner Gehilfen her, der sich sofort auf die Suche nach den Unterlagen der Schellak Minenoperation macht. Während er sucht und schnell einen zweiten Mitarbeiter einspannt, schlendere ich durch die gewaltigen Schrankreihen. Die Bücher befinden sich allesamt in verglasten Schränken aus massivem Holz, da die "Audacia" eben immer noch ein Raumschiff ist, das ab und zu mal schlingert. Ich versuche, heraus zu finden, nach welchem Schema die Bücher eingeordnet sind. Es gibt ja verschiedene Ansätze, Bücher zu ordnen. Nach Thema, Autor, Erscheinungsperiode, sprich Aktualität, oder nach einer Mischung aller drei Ansätze. Hier haben Generationen von Bibliothekaren jeder Denkschule gearbeitet und ein heilloses Durcheinander hinterlassen. Einige der Daten befinden sich auch in digitalisierter Form in den Datengrüften unter diesen Räumen, welche über Cogitatorterminals mit barocken Gehäusen aus poliertem Messing eingesehen werden können. Aber die grün leuchtenden Bildschirme zeigen an, dass sie nichts über eine Minenoperation im Schellaksystem gespeichert haben. Nach zwei Stunden ist es offiziell, dass die Hüter absolut keine Ahnung haben, ob nun Aufzeichnungen vorhanden sind oder nicht. Das ist natürlich nicht besonders toll! Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #25 am: 03. Oktober 2012, 13:14:03 »
Position:
Schlund
Schellak System
Äußerer Asteroiden Gürtel
Leichter Kreuzer "Audacia"
Zeit: 8 478 783.M41

Drei Wochen haben wir gebraucht, um das Fördergerät aufzuspüren. Erst mit dem Fund der Aufzeichnungen in einem der hintersten Winkel der Librariumsgruft über die letzte Minenoperation konnten wir das Zielgebiet eingrenzen. Ich selbst habe mich ziemlich oft auf die Suche begeben und lies mir von meinen Konkubinen helfen. Josephina hat inzwischen die Grundlagen ihres Trainings gemeistert, der Rest sind geistige Übungen, die sie meist nebenher machen kann. Carminas Verhältnis hat sich zu ihrer Kollegin wieder halbwegs normalisiert. Natürlich war das kleine schwarzhaarige Teufelchen nicht wirklich begeistert, stundenlang in staubigen Wälzern zu blättern, aber ihr fiel doch meist was ein, um das ganze trockene Ambiente etwas aufzulockern. Jedenfalls verfügt die Gruft nun über eine kuschlige, überaus gemütliche Sitzecke, die nicht nur zum trockenen Lesen einlädt.

Mit den Koordinaten konnte schließlich das Fördergerät geortet werden. Nun stehe ich vor dem Guncutter, der mein Gefolge und mich zu dem Ort im Asteroidenfeld bringen wird. Mein Gefolge besteht aus Meisterin Puppila als meine Pilotin, Braddock als mein persönlicher Bannerträger, Bruder Obskurus als psionische Unterstützung, einem Techpriester um die Türen zu öffnen, einen schwebenden Servoschädel um uns zu leuchten und meinen Bruder Novus, der inzwischen vollständig repariert ist. Leider ist es fast unmöglich, eine Lobotomisierung rückgängig zu machen. Ich habe eine Zeitlang überlegt, ihn zu vernichten und seine Seele zu befreien. Aber er ist nun mal ein hochgezüchteter Waffenservitor und seine Anwesenheit hat doch etwas Vertrautes an sich. Normalerweise müsste er über die "Audacia" herrschen, aber die Wege unseres Gottimperators sind unergründlich. Und manchmal auch von Vorteil für mich. Vielleicht spiele ich in seinem großen Plan doch eine gewisse Rolle.

Wir nehmen im Passagierraum Platz, während Meisterin Puppila den Sitz des Piloten für den Transfer zu der Station übernimmt. Kaum aus dem Hangar, gleiten wir auf den Asteroidengürtel zu. Ich habe einen guten Blick darauf. Für ein großes Schiff ist ein solches Feld immer ein großes Wagnis, während so ein kleiner Kutter sich doch recht gut durchschlängeln kann. Schließlich ragt die einsame Station vor uns auf. Die Oberfläche ist von Kleinsteinschlägen zerfurcht. Eigentlich habe ich mir die Förderanlage viel größer vorgestellt. Sie besteht hauptsächlich aus mehreren mit Verstrebungen zusammengehaltenen Zylindern verschiedener Größe und Funktion. Die eigentliche Landebucht ist durch einen größeren Brocken zerstört und wir docken an einer Luke an, aus der normalerweise ein Fördergerät startet. Der Techpriester verlässt im Raumanzug über eine Schleuse den Guncutter und beigebt sich auf die Oberfläche der Station. Von dort aus kann er mit einem Ritual des Rufens die Verbindung mit dem Maschinengeist der Station herstellen und öffnet uns die Tür, nachdem er innerhalb einer halben Stunde alle notwendigen Rituale vollzogen hat. Mit gezogener Waffe und geschlossenem Raumanzug betrete ich als erste die Station.

"Im Namen des Gottimperators und der Familie Conari nehme ich diese Station wieder unter meine Herrschaft!", rufe ich ungehört und vollziehe so das Ritual der Inbesitznahme. Braddock setzt mein Banner und vier kleine Cherubim blasen in ihre Posaunen. Die Luft in der Station ist atembar, der Maschinengeist offensichtlich noch am Leben und trotz fehlender Rituale guter Dinge. Der Techpriester versichert mir, dass die Luft atembar und frei von gefährlichen Mikroorganismen ist. Der Boden ist staubig, zwei mumifizierte Leichen liegen umklammert in einer Ecke auf dem Boden. Die Station ist vor über zwei Jahrzehnten aufgegeben und die Besatzung war einfach ihrem Schicksal überlassen worden. Wir untersuchen die Leichen und kommen zu dem Schluss, dass sie gemeinschaftlichen Selbstmord begangen haben. Wahrscheinlich waren sie zu Lebzeiten ein Paar gewesen und sind gemeinsam in den Tod gegangen, um nicht verhungern oder verdursten zu müssen. Ein ähnliches Schicksal hätte uns ja auch beinahe auf der "Ruhige Gezeiten" ereilt. Verflucht sei mein Onkel, dass er nicht dafür Sorge getragen hatte, die Besatzung einfach rechtzeitig zu evakuieren. Thron! Sicherlich waren das nur einfache Menschen, wie sie im Imperium zu Trilliarden gibt. Aber als Adliger hat man für das Wohl seiner Leute zu sorgen, auch wenn es kein Profit einbringt. Wieder ein Punkt, warum ich kein schlechtes Gewissen haben muss, meinen Onkel getötet zu haben. Thronverdammt!

Im Zentrum des Raumes steht eine vollautomatisierte Fördereinheit, die in gutem Zustand ist. Der Maschinengeist darin lebt noch und scheint nur darauf zu warten, wieder Dienst tun zu dürfen. So eine Einstellung ist wirklich Vorbildlich. Es gibt drei Türen, die weiter in die Station hinein führen. Alle drei wurden von innen außer Betrieb gesetzt, so dass niemand von der Station aus diesen Bereich betreten konnte. Wahrscheinlich haben die beiden Toten diese Manipulation begangen. Der Techpriester überzeugt trotzdem nach einem längeren Ritual den Maschinengeist der mittleren Tür sich zu öffnen. Es knirscht vernehmlich, als das Schott nach oben zu fahren beginnt. Auf der halben Höhe knackt es und der Maschinengeist quittiert schließlich knirschend den Dienst.

"Zu lange wurden die notwendigen Rituale der Wartung vernachlässigt. Der Maschinengeist ist nun so verärgert, dass ich ihn nicht mehr überzeugen kann, weiter zu arbeiten. Wahrscheinlich müssen essentielle Komponenten erneuert und das ganze System neu geweiht werden, um den Maschinengeist zu versöhnen.", erklärt mir der Techpriester in seiner monotonen synthetischen Stimme. Nun gut, ich geh in die Hocke und peile die Lage im Licht eines Servoschädels, der unter seinem Kiefer eine große Lampe trägt. Ein langer leerer Gang liegt vor mir. Staub auf dem geriffelten Boden aus blankem Stahlplast, keine Spuren. Hier war schon seit Jahrzehnten keine lebende Seele mehr unterwegs. Ich klopfe einmal prüfend gegen das Schott, was sich aber nicht rührt. Als erster arbeite ich mich nun unter dem Schott hindurch und stehe im Gang. Nichts rührt sich, trotzdem habe ich Gänsehaut. Alles scheint seit Jahrzehnten tot und verlassen zu sein. Wenn mich nicht alles täuscht, müssen wir nur noch geradeaus laufen, um die Kommandozentrale zu erreichen. Mit Rabenklaue, meinem Energieschwert, in der rechten und Rabenschwinge, meiner uralten Plasmapistole, in der linken Hand arbeite ich mich weiter vor. Auf einmal explodiert funkensprühend ein Leuchtkörper über mir und überschüttet mich mit einem Regen aus feinen Glassplittern. Das ist beinahe so, als ob es schneien würde. Andere Leuchtkörper gehen flackernd an. Ein Schott fährt auf und eine Gestalt kommt heraus gestürmt. In der rechten Hand hält sie einen blutigen Schraubenschlüssel mit Schlüsselweite 50 und kommt brüllend auf mich zu. Besonders das Brüllen ist sehr irritierend, da die Gestalt nur einen grinsenden Totenschädel besitzt.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #26 am: 05. Oktober 2012, 12:05:44 »
Position:
Schlund
Schellak System
Äußerer Asteroiden Gürtel
Förderstation Schellak I
Zeit: 8 478 783.M41

Meisterin Puppila fängt sich als erste und schießt mit ihrer Boltpistole auf das Ding. Sie trifft es am linken Oberarm und der Knochen wird weggesprengt. Das scheint das Skelett im Raumanzug aber nicht wirklich zu tangieren und es setzt seinen Sturmlauf einfach fort. Ruhig bringe ich Rabenschwinge nach oben und schieße. Sonnenheißes Plasma lässt den Oberkörper dieses Dinges einfach verdampfen. Der Rest davon zerfällt in seine Einzelteile und ein paar Knochen im Raumanzug bleiben zurück. Das war jetzt doch etwas gruselig. Gottimperator steh mir bei!

"Achtung! Guncutter! Wir sind hier nicht allein, haltet die Stellung und passt auf!", gebe ich durch.
"Verstanden! Lordkapitän!"

"Verdammter Mist!", ruft Braddock. "Warum passiert uns so etwas andauernd?"
"Wenn man den Aufzeichnungen von Sebastian Winterscale trauen darf, ist es vollständig normal, dass einem jeden Tag etwas Seltsames passiert. Wir sind hier in einem Bereich, wo das Auge des Gottimperators nicht mehr so häufig hinblickt, weil sein Licht hier nicht mehr zu sehen ist.", kläre ich meinen Bannerträger auf. Es könnte noch viel schlimmer sein. Und in dem Moment öffnet sich hinter uns ein Schott und schreiend rennt ein weiteres Skelett durch den Gang, um in das nächste Schott zu springen. Natürlich eile ich hinterher und setzte mit einem gezielten Plasmaschuss auch dieser übernatürlichen Kreatur ein Ende. Skelette sollten nicht selbstständig herumlaufen, Tote machen so etwas einfach nicht! Thronverdammt! Wo Tote am Tage wandeln, muss unser Gottimperator wahrlich weit weg sein.

Zum Glück scheint damit das übernatürliche Potential erschöpft zu sein. Die Kommandobesatzung finden wir in ihrem Stand. Beide Schotten waren verschlossen und sie haben Selbstmord damit begangen, indem sie dem Raum den Sauerstoff entzogen haben. Ersticken ist kein schöner Tod, aber wahrscheinlich immer noch besser als zu verhungern oder zu verdursten. Nach und nach finden wir die weiteren Überreste der Besatzung. Gegen Ende muss es zu ein paar unschönen Szenen gekommen sein. Weitere obskure Psiphänomene ereilen uns zum Glück nicht. Ich lasse die Leichen durch einige Servitoren abtransportieren und übergebe ihre sterblichen Hüllen dem Plasmanatrieb der "Audacia". Dies ist die bevorzuge Bestattungsart auf diesem Kreuzer. Bruder Obskurus leitet einen kleinen Gottesdienst, da wir offenbar keine wirklichen Vertreter der Ekklesiarchie an Bord haben. Nicht mal Vertreter einer Sekte, sondern nur Laienprediger wie Bruder Obskurus, der als Astropath ein deutlicher Widerspruch in sich ist. Schließlich ist eine der grundlegenen Lehren "Töte den Mutanten" und jeder Psioniker ist eigentlich ein Mutant.

Die Station muss repariert und dazu aus dem Gürtel geschleppt werden. Allein das kostet ziemlich viel Zeit und Nerven. Bis das vollbracht ist, haben die Techpriester das Kommando. In der nun freien Zeit kümmere ich mich darum, auf den Waffendecks für Ordnung zu Sorgen. In der dortigen Kommandostruktur knirscht es durch die letzten Änderungen etwas. Es dauert seine Zeit, bis ich die Probleme lokalisiert habe. Von Hellstett hat den Schildwächter verärgert, in dem er von ihm zwei gute Leute zu seinem Stab versetzt hat. Die Lösung nimmt auch noch einige Zeit in Anspruch, bis sich die Aufregung etwas gelegt hat und durch einige Versetzungen am Ende wieder alle soweit zufrieden sind. Derweil ist die Station wieder förderbereit, da die Maschinenseher die Maschinengeister durch mannigfaltige Rituale wieder versöhnt haben. Wir beginnen mit der Suche nach neuen Vorkommen, was gar nicht so einfach ist. Die Sensoren der "Audacia" sind definitiv nicht die Besten für diese Art von Vorhaben.

Auch bei den Unabs gibt es einige Missstimmungen zu beheben. Da ich selbst unter diesen Leuten einige Wochen verbracht habe, weiß ich, wo der Schuh drückt. Ich habe ja schon einige Maßnahmen ergriffen, wie die Verbesserung der Wohnverhältnisse. Natürlich ist das alles noch ein Provisorium und ich lasse eine Kommission aus von den Mannschaften gewählten Vertretern gründen, welche ihre Ideen mit in die Planung der Restauration der "Audacia" einbringen können. Wenn man schon im Reparaturdock liegt, kann man auch gleich hier einige tiefgreifende bauliche Veränderungen vornehmen, die zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität führen dürften. Früher war es mir total egal gewesen, wie die entrechtete Masse dahinvegetiert. Es war ihr Imperator gegebenes Schicksal, das sie zu tragen hatten. Aber die Wochen im Dreck und Elend haben meine Perspektive nachhaltig verändert. Unter diesen Umständen mag niemand leben und ich investiere lieber in gute Lebensbedingungen, als dass ich meine Leute mit immer brutaleren Mittel und Zwangsmaßnahmen unterdrücke. Das Zeitalter von Grox und seinen Kumpanen ist unter meinem Kommando definitiv traurige Geschichte.

Schließlich gelingt es der Sensormannschaft, ein reichhaltiges Erzvorkommen aufzutun. Die Station wird in Position gebracht und auf dem Asteroiden verankert. Es findet sich eine Besatzung aus Freiwilligen. Derweil leiere ich schon mal die geregelte Versorgung und Abtransport über Subunternehmer an, was mir recht gut gelingt. (O4 gewürfelt, Vier Erfolgsränge!)

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #27 am: 08. Oktober 2012, 14:39:51 »
Position:
Schlund
Skyda System
"Audacia",
Zeit: 8 589 783.M41

Wieder sind ein paar Wochen ins Land gezogen und wir haben unser nächstes Ziel erreicht. Das Skyda System besteht im Wesentlichen aus zwei Gasriesen, welche eine einsame Sonne umkreisen. Im Orbit eines der Gasriesen befindet sich die zylinderförmige Station des Drogenhändlers Ilidas, der aus dem Geschäft gedrängt wurde, oder aufgehört hat, die Gerüchte um seine Gründe sind vielfältig. Auf alle Fälle sind noch jede Menge Drogen auf der Station, die von automatisierten Geschützen bewacht werden. Jetzt geht darum, sich der Station annähern zu können, ohne weggeschossen zu werden. Schleichfahrt wird vorgeschlagen oder Annäherung von Einzelpersonen im Raumanzug in der Hoffnung, dass die Sensoren einen für ein zu kleines und unwichtiges Ziel einstufen und einen nicht verdampfen. Letztendlich favorisiere ich den Plan, mit einer Salve der Makrogeschützbatterien einen Meteorschwarm zu simulieren. Im Schutze des Schwarmes wird sich ein Guncutter der Station annähern. Mit meinen üblichen Leuten besteige ich eines dieser kleinen Raumschiffe und lasse eine Salve Granaten abfeuern. Meisterin Puppila gelingt es wunderbar die Geschwindigkeit des kleinen Raumschiffes dem Schwarm aus gigantischen Projektilen anzupassen. Danach werden alle Systeme heruntergefahren und wir treiben nur mit dem absolut notwendigen Lebenserhaltungssystem auf das Schmugglerversteck zu. Die Station sieht von außen unbeschädigt aus und erinnert an einen Kinderkreisel.

Dummerweise sind Minen als defensive Maßnahme ausgesetzt worden, von dem wir bis Dato nichts geahnt haben. Im letzten Moment gelingt es Althea, unserer geschickten Pilotin, die Maschinen wieder hochzufahren und den ersten dahintreibenden Minen auszuweichen. Leider sind wir nun für die Sensoren sichtbar und die Lasergeschütze der Station schwenken auf uns ein. Der Guncutter rast mit aufbrüllenden Triebwerken auf den Satelliten zu, während die ersten Laserstrahlen haarscharf an uns vorbei zischen. Erst im letzten Moment bremst Meisterin Puppila gekonnt ab und wir sind nun im toten Winkel der Geschütze, die uns immer noch erfasst haben. Das ging gerade noch mal gut. Da hat der Imperator uns mal wieder beschützt. Und auch ein großes Dankeschön gebührt meiner Pilotin. Sie anzuheuern war ein echter Glücksgriff. Wieder einmal steigt der Techpriester aus, um seine Rituale der Maschinengeisterweckung zu sprechen. Ihm gelingt es, die Maschinengeister zu beruhigen, welche dann eine Hangarschleuse für uns öffnen. Wir fliegen hinein und sind in Sicherheit. Mit gezogenen Waffen betreten wir das Hangardeck und ich nehme die herrenlose Station in meinen Besitz. Aber unsere Vorsicht ist unbegründet, da uns weder Servitoren noch autarke vollautomatische Waffensysteme angreifen. Auch treten keine obskuren psionischen Phänomene auf. Die Lager sind voll mit Drogen und zwar in einer Masse, die nicht nur mir den Atem verschlägt. Nach dem wir die Kontrolle über die Abwehrgeschütze erlangt haben, geben wir die Minen als Ziele an. Die Geschütze verursachen ein gewaltiges Feuerwerk, aber selbst im Dauerfeuer entwischt die eine oder andere Mine den Sensoren.

Beim Abtransport kommt es deswegen beinahe zur Kollision mit einer übersehenen Mine und die Annäherungszünder lassen die Falle detonieren. Ein Feuerball blüht auf und der Guncutter wird ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem kommen wir unverletzt wieder an der "Audacia" an. Es braucht noch einiger Flüge, bis die Station leer und die "Audacia" voll ist. Die Lagerräume platzen aus allen Nähten. Zeit die Ware schnell los zu werden. Ich befehle meinem Kreuzer den kürzesten Kurs zur Klause.

Die Klause ist eine alte Raumstation, welche von Pilgern besetzt wurde. Inzwischen ist sie durch ausgehölte Meteore und das Wrack einer Fregatte ausgebaut worden. Hier hausen meist Splittersekten, deren Abweichungen nicht unbedingt in den allgemeinen Canon der Ekklesiarchie passen. Aber da wir außerhalb des Imperiums sind, leben diese Ketzer noch. Die "Audacia" begibt sich auf eine stabile Parkposition und ich verlasse das Schiff mit meiner Entourage. Der Anflug auf die Station vollzieht sich ohne Probleme und sanft wie eine Feder setzen wir im Hangar auf. Prächtige Banner hängen von der Decke herab. Die Wände der Station sind mit Fresken mit Motiven aus der Imperatorgeschichte und von Heiligenlegenden geschmückt. Allerdings sind die Stile sehr unterschiedlich, ebenso das Können der Künstler.

Braddock entrollt mein Banner und die vier Seraphim stoßen in ihre kleinen Posaunen und künden mich mit einer kleinen Melodie an. So ein Auftreten bleibt natürlich nicht unbeachtet und ich sonne mich bald in der allgemeinen Aufmerksamkeit. Leider ist die Klientel nicht gerade das, was man als wirklich wichtig bezeichnen würde. Aber jede Legende hat mal klein angefangen. Die Menschen der Station tragen meist Kutten, da die meisten doch einen religiösen Hintergrund haben. Natürlich gibt es auch den üblichen Söldnerabschaum und Glücksritter, wie man sie wohl auf jeder Station in der Weite antreffen dürfte. Eine der Wände ist voller Nachrichten und Steckbriefe imperialer Organisationen. Jeder Adeptus hat wohl seine Abtrünnigen, die sich in der Weite dem Zugriff der imperialen Gerichtsbarkeit zu entziehen versuchen. Dies ist ein Eldorado für Kopfgeldjäger. Einige Belohnungen sind auch unglaublich hoch. Die Beschreibung der Verbrechen ist meist oberflächlich und lässt sich meist mit Ketzerei und Häresie zusammenfassen. Es gibt hier einen Markt mit exotischen Waren, auf den sich meine beiden Konkubinen stürzen, die ich in Begleitung von Solun und Althea ihre Kreise ziehen lasse. Für solche Kleinigkeiten habe ich nicht wirklich Zeit. Es gibt auch eine zentrale Kathedrale mit einem großen blauen Altarstein in der Mitte, über den ein gigantischer silberner Aquila schwebt.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #28 am: 10. Oktober 2012, 15:13:51 »
Position:
Schlund
Klause
Zeit: 4 631 783.M41

Hier scheint es auch eine Rattenrennbahn zu geben. Wobei ich keine Ahnung habe, was man sich beim Imperator darunter vorstellen soll. Leider habe ich keine Zeit, meine diesbezügliche Neugier zu stillen. Mein erfahrener Marketender Koltan Bell, ein rüstiger Mann in den frühen Sechzigern, bringt mich zu einer Örtlichkeit mit dem illustren Namen "Schwarzes Auge". Beinahe erwarte ich darin Eldar, Squats, Orks und eigentümliche Gesellen mit spitzen Hüten, glänzenden Rüstungen und exotischen Waffen darin zu erspähen. Aber das Etablissement entpuppt sich bei näherer Betrachtung als generische gehobene Spelunke für den zwielichtigen Geschäftsmann von Rang. An solchen Örtlichkeiten war ich in Scintilla zu Hauf. Deswegen fühle ich mich bald richtig heimisch. Marketender Bell fädelt einige kleinere Geschäfte für mich ein, während meine Leibwächter alle Hände voll zu tun haben, unwichtige Bittsteller von mir fernzuhalten. Dieses Ambiente gefällt mir immer mehr.

Schließlich kommt Meisterin Puppila zu mir und raunt mir zu, dass eine gewisse Lady Anagai mich zu sehen wünscht, um mir die Zukunft vorherzusagen.
"Lady Anagai?", frage ich etwas verblüfft, da mir der Name nichts sagt.
"Lady Anagai ist in der Weite eine Legende und gilt als die fähigste Wahrsagerin. Es gibt viele Gerüchte über sie im Umlauf. Aber von ihr zu einer Sitzung eingeladen zu werden, ist ein seltenes Privileg. Und damit sehr ruffördernd. Ich würde diese Gelegenheit beim Schopfe packen.", rät mir Marketender Bell, der sich hier in der Weite auskennt. Meisterin Puppila wird von einem Söldner mit Dreadlocks begleitet, welcher wohl als Lady Anagais Bote fungiert.
"Nun gut, ich werde mich mit Lady Anagai treffen.", entscheide ich innerhalb weniger Sekunden. Es könnte eine Falle sein, aber auch eine große Gelegenheit.
"Dann kommt in einer Stunde zu den Dunklen Gänge, ich werde Euch zu meiner Herrin führen.", meint der Söldner und zieht seines Weges. Nun gut, in einer Stunde dann.

Als nächster kommt Bruder Obskurus zu mir, der einen Mann in weißgrauer Robe im Schlepptau hat. Der Mann stellt sich als Rika vom Licht der Erlösung vor. Er steht sinnigerweise einer kleinen Gruppe von Missionaren der sogenannten Gemeinschaft vom Licht der Erlösung vor. Eine weitere kleine Splittersekte, dich sich vom allgemeinen Canon der Ekklesiarchie losgesagt hat, was meist simpel bedeutet, dass sie ihre Einnahmen nicht an das Adeptus Ministorum weiterleiten, die wohl schlimmste aller Ketzereien. Der etwa sechzig bis siebzig Jahre alte Mann bietet praktisch seine Dienste an, um mit an Bord der "Audacia" in der Weite missionieren zu können, um selbst in diesen Weiten das Licht der Erlösung zu verbreiten. Für so ein kleines Kerlchen von gerade mal ein Meter sechzig hat er ganz schön Mut. Ich stelle ihm ein paar Fragen, um heraus zu finden, wie radikal seine Sekte zu Mutanten, Psionikern und Xenos steht. Alles drei sind potentielle Kunden in diesen Gefilden und da nerven fackelschwingende Fanatiker an Bord meines Schiffes nur. Nach ein paar Antworten erscheinen mir seine Ansichten recht gemäßigt, schon beinahe liberal zu sein. Da die Zeit schon fortgeschritten ist, vertage ich eine endgültige Entscheidung auf morgen. Jetzt ist es erst mal Zeit sich mit dieser obskuren Wahrsagerin zu treffen.

Während wir durch die Gänge der Station gehen, frage ich Caine, was er von der Sache mit den Missionaren an Bord hält. Er findet, dass ein ausgebildeter geistiger Beistand durchaus Balsam für die Besatzung sein kann, besonders wenn damit keine blutigen Rituale wie Selbstverstümmelung oder Menschenopfer einhergehen. Nun gut, die Vorteile überwiegen wohl eindeutig die potentiellen Nachteile.

Wir treffen den Söldner in Lady Anagais Diensten, welcher uns in die Tiefe der Dunklen Gänge führt. Während in den Hauptgängen eine durchgehende Beleuchtung für Helligkeit sorgt, gibt es in diesen Gängen keine Beleuchtung mehr. Anscheinend sind auch viele Leuchtkörper absichtlich zerstört worden. Ich werde wieder von einem Servoschädel begleitet, der für mich leuchtet, so dass wir nicht im Dunkeln durch die Gänge stolpern müssen. Aber auch diese Lichtquelle wird immer diffuser. Etwas scheint hier das Licht aufzusaugen. Entweder eine hochentwickelte Technologie oder ein obskures psionisches Phänomen, welche in der Weite an jeder Örtlichkeit auf mich lauern zu scheinen. Schließlich bedeutet mir der Bote, dass mein Gefolge zurückbleiben muss. Nun gut, ich schreite alleine weiter, meine Hände an den Griffen meiner Waffe und das Energiefeld meines Refraktorfeldes ist aktiviert. Schließlich sehe ich ein blaues Leuchten und im Zentrum des von oben kommenden Lichtstrahles kauert eine weibliche Gestalt. Sie trägt eine Robe aus blauer fließender Seide, so dass kaum etwas von ihren Proportionen zu erkennen ist. Ihre Stimme ist sanft und wohltönend, als sie mich begrüßt.

"Lady Anagai, ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen!", erwidere ich ihren Gruß und setze mich auf dem Boden vor ihr hin, nachdem sie die entsprechende Geste gemacht hat. Prüfend blickt sie mir ins Gesicht und ich verliere mich in ihren blauen Augen. Aber viel mehr kann ich von ihrem Gesicht nicht erkennen. Eines muss ich ihr lassen, Lady Anagai hat es wirklich drauf, auf Geheimnisvoll zu machen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #29 am: 15. Oktober 2012, 11:30:57 »
Position:
Schlund
Klause
Die Dunklen Gänge
Zeit: 4 631 783.M41

"Ihr seid ein wirklich interessanter Mann mit einem außergewöhnlichen Schicksal. Große Gefahren erwarten Euch, aber auch große Möglichkeiten.", erzählt mir die gute Frau mit ihrer geheimnisvollen Stimme. Aber ehrlich gesagt erzählt sie mir damit absolut nichts Neues. Aber natürlich ist das nicht alles. Zwischen uns flimmert die Luft und auf einmal sitzt eine rotgewandete Marionette vor mir zusammengesunken auf dem Boden. An unsichtbaren Fäden gezogen, ruckt der Holzkopf und ich kann meine Züge in ihr erkennen. Die Figur springt auf und zückt ein hölzernes Schwert. Eine weitere Gestalt taucht auf, die meine Marionette weit überragt. Dieses Wesen ist nicht wirklich zu erkennen und scheint aus Schatten zu bestehen.

"Das ist Euer schlimmster Feind, der Euren Untergang plant." Eine weitere Figur erscheint, die wohl Solanus darstellen soll, meinen Magister Militaris. Die Gestalt zerfetzt seinen Oberkörper und Watte quillt aus seinem Leib. Eine kleine "Audacia" taucht als Holzmodell auf und wird zu Sägespänen verarbeitet. Die Gestalt wendet sich ab und verändert sich.

"Drei Boten künden Euren Untergang an. Drei warnende Zeichen." Ein kleiner Halbling erscheint, ähnlich wie er mir schon in der Vision des Dämons erschienen ist.
"Ein kleiner Mutant, mit großen Plänen!" Meine Marionette zerfetzt die Figur. Die Einzelteile formen sich zu hageren Gestalten, die wie Zombies wirken.
"Das Konzil der Blinden." Der kleine Conari zerfetzt auch diese Ansammlung von Gegnern und die Papierschnipsel, welche die Überreste bilden, werden zu kleinen Schlangen.
"Das Nest der schwarzen Vipern!" Auch diesmal triumphiert mein kleines Selbst über das Schlangennest. "Seid gewarnt, junger Conari, mächtig ist der Feind, der im Dunkeln lauert!"

"Nun gut, dass bin ich ja jetzt Dank Eurer Vorhersage", meine ich unverbindlich und versuche aus dem Gesehenen schlau zu werden. Was mir ehrlich gesagt nicht wirklich gelingt. Mit dem Halbling kann ich gar nichts anfangen. Das Konzil der Blinden könnten Astropathen sein, die Schwarze Viper ein Symbol für eine Sekte, Kult oder Militärformation. Das ist das Problem mit rätselhaften Weissagungen, hinterher ist man verwirrter als zuvor.
"Kennt ihr Euch mit den Wesen hinter dem Schleier aus?", wechsel ich das Thema.
"Ich kenne ein paar von ihnen, mit einigen habe ich geredet, andere habe ich bekämpft", erklärt sie mir.
"Sie sind also intelligent? Diese Dinger hinter dem Schleier?", frage ich sie und erinnere mich mit Schaudern an das Ding, welches meine Josephina in seinen schleimigen Tentakeln hatte.
"Die wenigsten sind das wirklich, aber es gibt durchaus Intelligenz jenseits dieser Ebene."
"Ich habe gegen solche Wesen gekämpft und sie vernichtet. Aber eines kannte meinen Namen, was hat das zu bedeuten?" Ihre Antwort bleibt äußerst vage und meine Zeit ist wohl abgelaufen. Ich verabschiede mich von Lady Anagai mit einer respektvollen Verneigung meines Hauptes. Es ist merklich kühler geworden und ein eiskalter Schauer rieselt meinem Rücken entlang. Das war jetzt wirklich etwas unheimlich.

Zurück im Schwarzen Auge verkündet mir Marketender Bell, dass er ein Geschäft mit Kasballica Mission eingefädelt hat, um die Drogen gewinnbringend zu verkaufen. Die Ware wird im freien Raum an Renuka, den Lordkapitän der "Tochter der Leere" übergeben werden. Mit Renuka ist mein Bruder Novus zusammengerasselt und einer seiner Leute hat Solun Ares schwer verwundet gehabt. Aber ich hege keinen Groll gegen diesen Mann, also steht das Geschäft. Bevor wir aufbrechen können, bittet mich Rika vom Licht der Erlösung, mich bei einem Gottesdienst zum Abschied salben zu dürfen. Da dies wohl unser beider Ruf zuträglich sein dürfte, lasse ich die Zeremonie über mich ergehen. Es schauen sehr viele Leute dabei zu und es ist durchaus ein spiritueller Moment.

Nach der Rückkehr auf die "Audacia" sind meine Konkubinen erst mal beschäftigt, ihre mannigfaltigen Einkäufe auszupacken. Sie haben einiges gekauft, um das Quartier wohnlicher und schöner zu machen. Nun ja, so was kommt heraus, wenn man Frauen unbeaufsichtigt einkaufen lässt. Ich schnappe mir Josephina, während Carmina mit einer Vase von Raum zu Raum läuft, um zu sehen, wo sie am besten zur Geltung kommt. Ich erzähle meiner blonden Konkubine von der Begegnung mit Lady Anagai und lasse mir die Tarotkarten legen. Als erstes kommt der Dämon, allerdings ist die Karte nicht beschriftet, wie sonst im Satz. Auch sieht er so aus, wie ich ihn bei der Vorstellung von Lady Anagai wahr genommen habe, als eine humanoide Ansammlung von Schatten. Die Nächste Karte ist der Halbling, Verräter, steht unter der Karte. Eine Warnung vor Verrat. Nun ja, der lauert bekanntlich an jeder Ecke. Die dritte Karte zeigt einen Blinden, der Weise, ein wichtiger Ratschlag oder Hinweis wird kommen. Die vierte Karte ist eine schwarze Schlange, das Monster, wieder mal ein Warnung vor Gefahr. Spaßeshalber lasse ich Josephina die Karten ein weiteres Mal legen, aber es kommen immer die gleichen Karten. Nun ja, dann werde ich wohl die Augen nach einem Halbling offen halten müssen. Aber genug Karten für heute gelegt und ich geleite meine Konkubine zu Bett.

Ich lasse die "Audacia" zum Tempelsystem springen. Dieses System hat zwölf Planeten, welche ihre Sonne in der exakt gleichen Entfernung auf verschiedenen Umlaufbahnen umkreisen. Jeder Planet hat exakt den gleichen Durchmesser und ist vollständig glatt. Die Oberflächen der Welten sind unglaublich hart und jeder Versuch, die Oberfläche zu durchdringen war bisher zum Scheitern verurteilt. Ein weiteres Wunder der Weite. Oder mal wieder ein verdammtes obskures psionisches Phänomen! Die "Tochter der Leere" erwartet uns schon und ich lade Lordkapitän Renuka auf mein Schiff ein, um den Handel abzuschließen. Ich empfange ihn im Hangar. Er wird von seiner Entourage begleitet, wie ich von der meinen. Ein riesiger Leibwächter mit einem gewaltigen Schwert sticht ins Auge. Auch das Rattengesicht, was Solun einst ein Messer zwischen die Rippen gerammt hat, ist mit von der Partie. Der Kerl ist ein unsanktionierter Psioniker. Aber solche Leute habe ich ja auch in meinem Dienst. Nachdem ich Renuka in meinen Saal geleitet habe, lasse ich einige Proben der Ware von seinen Leuten prüfen. Der Stoff ist einwandfrei und wir feilschen eine ganze Weile, aber ich kann ziemlich viel Profit herausschlagen. So macht Geschäftemachen Spaß.

Nachdem Renuka wieder mit der Ware von Bord ist, lasse ich Kurs auf eine alte Warproute nehmen, um nachzusehen, ob diese wieder befahrbar ist. Der Transfer ist ziemlich holprig und einiges geht auf der "Audacia" zu Bruch. Die Schadenskontrolle bekommt einiges zu tun, aber alles läuft den Umständen entsprechend sehr gut ab. Die Warproute ist nicht wirklich stabil, aber eine gute Abkürzung, wenn man bereit ist, ein Risiko einzugehen. Nach vier nervenaufreibenden Etappen liegt Aufbruch vor uns. Damit habe ich den Schlund gemeistert und die Koronusweite ist nun erreicht. Damit habe ich einen wichtigen Wegpunkt erreicht. Kein Lord-Kapitän wird hier für voll genommen, der nicht den Schlund gemeistert hat. Das habe ich nun geschafft. Mal sehen, was die Zukunft uns bringen mag.

Gespielt am 12.05.2012
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 1
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 1
Bruder Obskurus Erleuchteter Astropath Rang 1
EP: 200
Besiegte Gegner:
zwei "Untote"
Beute:
Ein Berg voll Drogen
Eine Förderstation

Gedanke des Tages
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