• Drucken

Autor Thema: Die Fahrten der Audacia  (Gelesen 43491 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #165 am: 30. September 2013, 13:50:01 »

Position:
Damaris
Damaris Stadt
Kathedrale des Drusus
Zeit: 2 495 784.M41 (Tag 9 der Schlacht um Damaris)

Wir werden sofort vom Bischof Arendt empfangen. Schon nach wenigen Worten wird klar, dass er der Drahtzieher der Verschwörung ist, auch wenn er das direkt natürlich nie offen zugeben würde. Er ist der Auffassung, dass Damaris das Herzstück des zukünftigen Koronus Sektors sein wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Imperium mit all seiner Pracht und Herrlichkeit auch diesen Winkel der Galaxis in Besitz nehmen wird. Auf der einen Seite bin ich ein Untertan des Imperators, ein Diener seines Willens, ein Vollstrecker seiner Wünsche. Auf der anderen Seite habe ich die Vorteile der Weite kennengelernt. Recht wenig einengende Gesetze, auch wenn ich bisher mich diesbezüglich sehr zurückgehalten habe. Keine Piraterie, kein Sklavenhandel, keine Menschenexperimente, keine großflächige Ausbeutung ganzer planetarer Bevölkerungen. Ich sehe die Vorteile des Imperiums durchaus, aber eben auch seine Nachteile durch eine ausgeuferte und äußerst ineffiziente Bürokratie, die ihre Arbeit in einem Tempo verrichtet, welche eine Schnecke zum Einschlafen bringt. Ich bin kein Separatist, aber eben Realist und ich kann eben auch die Schattenseiten unseres geliebten Imperiums sehen.

Diese drei Familien stehen eben den einheimischen Mutanten zu nahe oder sind eifrige Verfechter eines Kurses, der keine imperiale Oberherrschaft vorsieht. General Dante ist zu beliebt im Volk und Lord-Kapitän Orlean zu unberechenbar und gutherzig. Etwas, was man mir auch durchaus vorwerfen kann. Letztendlich bekomme ich nur heraus, dass der Bischof voll hinter den Plänen der Auslöschung der drei Adelsfamilien steht und auch General Dante tot sehen möchte. Allerdings hat letzteres Zeit bis nach dem Krieg, ersteres will er unverzüglich erledigt sehen. Dem Bischof schwebt ein öffentlicher Prozess mit anschließender Hinrichtung für General Dante vor. Oder wir könnten einen Heldentod für den Oberkommandierenden inszenieren. Ein toter Held wäre besser für die Moral als ein hingerichteter Verräter. Nach der Orleans frage ich lieber gar nicht erst, die Pläne für sie scheinen auch erst nach Beendigung des Kriegs zu greifen.

Mein in dieser militärisch angespannten Situation äußerst vernünftigen Vorschlag, die Vergeltung bis nach dem Konflikt zu verschieben wird leider vehement abgelehnt. Die Vergeltung hat unmittelbar nach dem Anschlag zu erfolgen. Das Ganze kommt jetzt wahrlich zur Unzeit und die Folgen auf unser fragiles Bündnis verschiedenster Fraktionen sind nicht wirklich absehbar. Oder eher doch, die Auslöschung dreier Adelshäuser wird einiges an Folgen nach sich ziehen. Wahrscheinlich wird die Orlean nicht warten, bis sie ins Visier des Bischofs gerät und vorher einfach verschwinden. Die Frau ist schließlich nicht dumm und wird die Zeichen der Zeit zu deuten wissen. Thronverdammt! Ich teile dem Bischof meine diesbezüglichen Bedenken mit, aber er besteht weiter auf die unverzügliche Auslöschung der drei Familien, so unvernünftig sie auch für die Gesamtsituation gerade sein mögen. Wahrscheinlich machen mir unbekannte innenpolitische Faktoren ein unverzügliches Handeln nötig. Der Bischof macht nicht den Eindruck eines Vollidioten, er wird schon stichhaltige Gründe haben, dass Ganze jetzt umzusetzen.

Nun ja, was also nun tun? Schweigend kehren wir zu unserem Guncutter zurück und auch Aris ist zurück. Er bestätigt die Einschätzung der Mutantenfeindlichkeit innerhalb der Bevölkerung und das die Milizen viel zu gut ausgerüstet sind. Einer dieser Gönner wird übermorgen eine der Milizen besuchen und alle sind der Meinung, da nach zu bohren. Nun gut, das hat Zeit, da mich das nicht wirklich tangiert. Ich hab da schon so meinen Verdacht, wer dahinter stecken könnte.

Viel drängender ist, was tun wir nun? Letztendlich gibt es vier Optionen:
1. Wir löschen die drei Anwesen nacheinander mit einem Lanzenschlag aus, wie von der Kirche befohlen.
2. Wir evakuieren die Anwesen im Vorfeld und löschen sie dann nur scheinbar aus. Damit täuschen wir die Kirche.
3. Wir weigern uns offen und machen uns dem Bischof und damit das gesamte Adeptus Ministorum zum Feind.
4. Wir machen Kommandounternehmen und töten nur die Adligen. Damit würden wir der Kirche gehorchen und keinen gigantischen Kollateralschaden verursachen.

Die vierte Option wird erst im Laufe der Diskussion zur Sprache gebracht, aber Magister Militaris Solun Ares hält die mögliche Reibung für zu groß. Wir müssten die Anwesen relativ zeitgleich angreifen und uns fehlt es ganz klar an geeigneten Truppen für drei separate Ziele. Nacheinander könnten wir es durchführen, aber wir haben keine Ahnung, wie gut die drei Familien miteinander vernetzt sind. Damit fällt Option vier ganz klar flach.

Bei drei ist das Problem, können wir es uns wirklich leisten, die Kirche, sprich das Adeptus Ministorum zu verärgern? Die Macht dieser Institution ist in der Koronusweite natürlich bis jetzt recht beschränkt. Im Gegensatz zu den anderen "imperialen" Organisationen auf Damaris sind diese durchaus echt und authentisch. Bischof Arendt ist ein geweihtes und offizielles Mitglied dieser mächtigen imperialen Organisation. Hier und da würden uns Geschäfte entgehen und Ministorumshörige wie Joaquin Saul würde mich nicht mehr zu einem Tässchen Rekaf mit Amasec zu sich einladen. Letztendlich verschmerzbare Einbußen. Allerdings könnte es auch auf meine Familie zurückfallen. Ich glaube kaum, dass mein Vater es zu schätzen wüsste, wenn er auf einmal auf seine privilegierte Loge in der Nähe des Altars in der Kathedrale des Lichtes verzichten müsste. Und das wäre nur der Anfang, um Druck auf meine Familie auszuüben. Das Adeptus Ministorum kann sehr nachtragend sein und sein mächtiger Arm reicht weit. Also fällt eine offene Weigerung damit eigentlich flach. Als Freihändler habe ich eine gewisse Unabhängigkeit und könnte dem Bischof Arendt ganz klar ins Gesicht sagen, was ich von diesem Mist wirklich denke. Aber wie gesagt, bei solchen Dingen geht es nicht nur um mich, sondern auch um meine Familie im Calixissektor.

Punkt zwei hat das Problem, drei Familien einfach schnell verschwinden lassen wäre möglich, aber nicht bis in alle Ewigkeit. Dass die Aktion auffliegt, ist eigentlich als sicher anzusehen, je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlicher ist das. Und es ist nicht anzunehmen, dass die Kirche in den nächsten Jahren einfach verschwinden wird. Thronverdammt!

Und damit bleibt bei näherer Betrachtung nur noch Option eins übrig. Wir löschen die Familien einfach aus. Mord, befohlen vom Adeptus Ministorum zum Wohle des Imperiums. Mir ist nicht wohl bei diesem Gedanken. Und schon gar nicht in dieser angespannten Situation. Thronverdammt! Wir bekommen einen dringenden Funkspruch herein, dass gerade die Ostmauer massiv unter Druck gerät und wir unverzüglich zum Kommandozentrum müssen. Noch mal Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #166 am: 02. Oktober 2013, 14:31:42 »
Position:
Damaris
Damaris Stadt
Kommandobunker
Zeit: 2 496 784.M41 (Tag 10 der Schlacht um Damaris)

Die Orks haben eine massive Großoffensive gestartet und unsere Mauern sind Wellenbrecher einer Grünen Flut. Uns bleibt nichts anderes übrig, als unsere Offensivkräfte, also unser einziges Grenadierbataillon, die Calixis Marines und die Artillerie dorthin zu schicken. Damit wird ein Einbruch verhindert, bindet aber unsere Offensivkräfte für die nächsten beiden Tage. Somit wäre das dringendste unmittelbare Problem gelöst. Ich erbitte eine Unterredung bei General Dante, die er mir gewährt.

"Ich habe Euch als aufrechten Mann und großen Strategen kennen gelernt. Ihr genießt meinen Respekt und Wohlwollen. Aber ich muss Euch warnen. Die örtlichen Vertreter des Adeptus Ministorum sehen Euch als Gefahr für ihre Macht an und sie haben beschlossen, Euch zu vernichten." Er reagiert recht gelassen, wahrscheinlich hat er so etwas schon geahnt. Der Mann ist kein Narr und genau solche Männer brauchen wir, braucht das Imperium eigentlich an den Spitzen seiner gewaltigen Armeen.

"Die Kirche wird Euch am Ende des Krieges den Prozess machen, Euch mit gefälschten Beweisen und Zeugenaussagen bloßstellen und dann öffentlich hinrichten. Ich habe dem Bischof vorgeschlagen, Euch bei der letzten Offensive unauffällig zu töten, Ihr werdet als Held sterben und so in Erinnerung bleiben. Natürlich habe ich nicht vor, Euch wirklich zu töten. Ich denke, wir bekommen es hin, es so aussehen zu lassen, dass Ihr spektakulär sterben werdet und schaffen Euch dann anschließend auf die "Audacia". Ich werde Euch dort Asyl gewähren, bis Ihr das Schiff auf einer Welt Eurer Wahl verlassen wollt. In der Weite sind fähige Militärs immer gefragt und kein Mensch kennt Euch dort persönlich. Oder Ihr bleibt auf der "Audacia" und nehmt dort ein Kommando an. Überlegt es Euch in aller Ruhe", biete ich ihm an und lasse ihn nachdenklich zurück.

Ich begebe mich auf die "Audacia". Wir sind alle übermüdet und Aris will sich davon stehlen. Nichts da, wir müssen das gemeinsam durchstehen. Ich lasse den Kurs berechnen und eine Reihenfolge festlegen, die am sinnvollsten ist. Williamson, Sturgar, Arkardi. Drei Adelshäuser, die sich mit dem falschen angelegt haben. Drei Häuser, die ich heute von der Landkarte ausradieren werde. Meine bedrückte Stimmung färbt auf andere ab und es ist seltsam still auf der Brücke. Mein Leibdiener und Lebenswart Caine ist in meiner Nähe und er spürt meine Beklemmung. Aber diesmal brauche ich seinen guten Rat nicht hören, ich weiß, was meine Pflicht als guter Untertan des Imperators ist. Wer gegen die Kirche ist, der ist gegen den Imperator und somit ein Ketzer. Also bleibt mir keine Wahl, jedenfalls keine, die praktikabel wäre. Und mit einer Weigerung erreiche ich nur, dass Blitz mit der "Ripper" die Sache erledigen würde. Das Endresultat steht fest. Rede ich mir jedenfalls ein. Meine liebe Colette schiebt ein üppiges Frühstück heran und ihr Rekaf ist wirklich tiefschwarz und stark. Das macht tote Geister wieder munter. Trotzdem schmeckt es wie Asche, da ich einfach keinen rechten Appetit mehr habe.

Schließlich erreichen wir das erste Anwesen, das der Familie Williamson. Eine Holoprojektion des Anwesens baut sich vor mir auf. Ein Herrenhauskomplex, umgeben von Wirtschaftsgebäuden. Auf dem Hof ist einiges an hin und hereilendem Gesinde zu sehen. Auch diese Menschen werde ich töten.
"Waffensysteme hochfahren, alles zu einem Lanzenschlag vorbereiten." Lady Helmchen justiert die Sensoren und übermittelt die Zielkoordinaten. Unser Schiff ist auch von unten gut zu sehen, da wir sehr tief fliegen müssen, schon beinahe am Rand der Atmosphäre. Also werden wir von unten angefunkt und eine etwas ängstlich klingende Stimme fragt nach meinem Begehr.

"Ich würde Euch gerne treffen!", meine ich doppeldeutig und gebe dann den Feuerbefehl. Die Lanze fährt herunter und ebnet ein halbes Dutzend Wirtschaftsgebäude ein. Das Herrenhaus wird schwer durch die Hitzewelle beschädigt, steht aber noch. "Makrokanonen ausrichten und feuern!", befehle ich, da die Lanzen nun einige Zeit brauchen, bis sie sich wieder aufgeladen haben. Der Funkkontakt ist abgerissen und die Makrokanonen erledigen den Rest. Das Anwesen verglüht und nur ein rauchender Krater bleibt zurück. Es gibt keinen Jubel, denn es gibt nichts zu feiern. Dieses Ereignis werde ich nicht auf einer Ehrenfahne verewigen, denn daran ist nichts Ehrenhaftes oder Erinnerungswürdiges. Dies ist eiskalter staatlicher Mord! Thronverdammt! Wahrlich Thronverdammt! Wie kann so was nur sein Wille sein?

Das nächste Anwesen, ist das der Sturgar. Diesmal nehme ich den Funkanruf nicht an, sondern radiere einfach die Gebäude aus. Diesmal sitzt die Lanze und nur ein glasierter See bleibt von dem übrig, was über Jahrhunderte gewachsen ist. Die Botschaft der Kirche wurde überbracht und ich fühle mich elend.

Das letzte Anwesen ist das der Arkardi, wo ich schier vor einer halben Ewigkeit meinen Aufwartungsbesuch nach der Suche nach Verbündeten begonnen habe. Auch hier gebe ich den Befehl der Vernichtung. Auch dieses herrschaftliche Anwesen wird mit einem präzisen Treffer dem Erdboden gleichgemacht. Damit wäre der Auftrag der heiligen Kirche des Imperators ausgeführt.

"XO, sie haben die Brücke!", meine ich kurz angebunden und begebe mich in mein Quartier, das Frühstück nur halb aufgegessen, irgendwie ist mir der Appetit trotz der Köstlichkeiten vergangen. Kaum habe ich die Tür hinter mir geschlossen, eile ich auf die Toilette und übergebe mich. Thronverdammt! Ich fühle mich wirklich verdammt elend. Flavion Conari, Befreier von Maleziel, Verteidiger von Damaris und blutbefleckter Mörder der Kirche.

Gespielt am 16.03.2013
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 4
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 3
Solun Ares Magister Militaris Rang 2
Aris als Ersatz für Bruder Obskurus Seneschall Rang 2
Fidilius Flavius Explorator (Techpriester) Rang 1
Yuri Navigatorin Rang 3
EP: 450
Besiegte Gegner:
1 Brocken im offenen Raum
1 Brocken auf Damaris
3 Adelshäuser zerstört
Beute:

Gedanke des Tages
Spoiler (Anzeigen)

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #167 am: 04. Oktober 2013, 12:28:43 »
Persona Dramatis
Spoiler (Anzeigen)


Kapitel 27
Sieg oder Tod!

Position:
Damaris System
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 501 784.M41 (Tag 12 der Schlacht um Damaris)

Zwei Tage sind seit der Auslöschung der Adelshäuser vergangen. Wir verbrachten die letzten beiden Tage damit, Brocken zu jagen, leider nicht besonders erfolgreich. Immerhin haben wir einen abgeschossen, aber weitere sind durchgebrochen und es sind nun wieder sechs aktive Brocken auf der Oberfläche von Damaris. Ich komme mir vor wie ein Akkordarbeiter in der Manufaktur. Kaum hat man sich an den Taktzyklus gewöhnt, wird dieser erhöht und man kommt irgendwann gar nicht mehr hinter her. Thronverdammt!

Also kehren wir noch im Nachtzyklus zurück und klären schnell ab, wer hinter den Waffenlieferungen an die Milizen steckt. Wenig überraschend treffen wir den ersten Offizier von Jeremiah Blitz. Ich lasse ihn gewähren, da ich weit Wichtigeres zu tun habe, als mehr oder weniger illegale Waffengeschäfte zu sanktionieren. Der letzte der Brocken ist erst vor kurzem heruntergekommen und wir haben die Möglichkeit, den noch zu erledigen, bevor er seine Masse an Grünzeug entlädt. Also nehme ich die Calixis Marines und meine Spezialeinheit an Bord der "Audacia". Dazu noch ein kompakter Sprengsatz mit einem sehr hohen Wirkungsgrad.

Als erstes steuern wir einen der abseits liegenden Brocken an, der gerade erst herunter gekracht ist. Noch ist er nicht mit einem Kraftfeld gesichert und ich lasse die "Audacia" tief angreifen. Im niedrigen Orbit ist es schwer zu kreuzen, da die Gravitation ununterbrochen an uns zerrt. Aber Meisterin Puppila zeigt, dass sie eine begnadete Pilotin ist, und ihr gelingt es, den doch schwerfälligen leichten Kreuzer pausenlos in dieser widrigen Schussposition zu halten, sodass wir in schneller Folge alle unsere Waffensysteme abfeuern können. Diesem Inferno aus Energie hat der Brocken nichts entgegen zu setzen und zerbirst. Ich bin noch nicht zufrieden und lasse so lange auf die Trümmer feuern, bis sich ein glühender Krater gebildet hat. Meine Befürchtung war, dass sich vielleicht die Orks schon darunter eingegraben haben. Aber dem ist Gottimperator sei Dank war es nicht so. Dann waren es nur noch fünf. Jetzt wird es Zeit, einen weiteren dieser primitiven Brocken zu vernichten, der schon besser geschützt ist.

Wir schleichen uns im Tiefflug an und beginnen ein ablenkendes Bombardement, während ich mit dem Landungsboot, vollgepackt mit Marines und meinen Leuten, den Brocken anfliege. Meisterin Puppila gelingt eine Punktlandung direkt neben dem Brocken. Wir sind die letzten, die aussteigen, da alle anderen viel schneller sind. Holla, haben die ein Tempo drauf. Aber ich brauche keine Angst zu haben, dass keine Orks mehr für mich übrig bleiben. Wir rücken etwas vor, um die Orks noch im Brocken zu bekämpfen. Wie üblich stürmen sie zu Dutzenden auf uns zu, ihre Kampfschreie ausstoßend und ihre kruden Waffen schwenkend. Mit kindlicher Freude ballern sie auf uns und es scheint mehr darum zu gehen, dabei viel Krach zu machen und cool auszusehen, als wirklich zu treffen. Jedenfalls kommt es mir so vor, als die Kugeln um uns herumfliegen und nur ganz selten mal von unseren Schutzfeldern abzuprallen. Dafür sind Orks umso bessere Nahkämpfer. Und im Nahkampf sind sie schreckliche Gegner, welche den meisten Menschen überlegen sind. Mit meinem Energieschwert Rabenklaue in der Rechten und meiner Plasmapistole Rabenschwinge in der linken Hand begrüße ich sie mit dem angemessenen Ernst der Situation.

Ein Hauen und Stechen beginnt. Nur durch meine langjährige Kampferfahrung und meine hervorragende Rüstung bleibe ich wie ein Fels in der Brandung einer grünen Flut stehen. Würden die Grünhäute etwas intelligenter vorgehen, wir wären Matsch. Aber sie wollen "Gitz moschen", wie sie immer wieder brüllen. Dabei vergessen die Orks jede andere Taktik, als mit aller Kraft auf uns zuzurennen, ihre Knarren grob in unsere Richtung haltend abzufeuern und ihre durchaus respekteinflößenden Spaltas enthusiastisch zu schwingen. Zu meinem Glück kann ich ihre kraftvollen Schläge meist parieren oder mein Kraftfeld drückt sie aufblitzend zurück. Der Imperator scheint mir gewogen zu sein, denn im Gegensatz zu den anderen bekomme ich rein gar nichts ab, während mein Gefolge bald aus vielen kleineren oder größeren Wunden zu bluten beginnt. Aber wir halten stand und schicken die widerlich grunzenden, unsere Sprache verhöhnenden Xenos zu Boden, wo sie im Todeskampf gefangen liegen bleiben. Glücklicherweise scheint dieser Brocken nicht besonders viele Orks transportiert zu haben.

Wir rücken etwas vor, um mehr Raum zum Manövrieren zu haben, falls wir uns zurückfallen lassen müssen. Überall ist Rauch und Qualm, da Hochenergielaser durchaus in der Lage sind, getroffene Körper in Brand zu setzen oder Schwelbrände auszulösen. Einen kurzen Moment verliere ich im Nebel des Krieges Anschluss an meine Crew bis auf Magister Militaris Ares. Aber dann kommen die Calixis Marines zurück und der allgemeine Rückzug beginnt. Es ist ein harter Spurt zurück zum Schiff und wir werden alle von den agilen Kriegern überholt. Ich bin ziemlich außer Atem, als wir endlich auf dem Landungsboot sind. Meisterin Puppila eilt zum Pilotenstand und schon heben wir ab. Hinter uns erschüttert eine Detonation den Brocken und der Lanzenschlag von der "Audacia" gibt ihm den verdienten Rest.

Da waren es nur noch vier. Allerdings waren wir wahrscheinlich zu spät, da der Großteil der Orks wohl schon die Brocken verlassen hatte. Auch scheint es, dass die frisch heruntergekommenen Brocken mit nur vergleichsweise wenigen Orks gefüllt waren. Entweder waren sie hauptsächlich als Nachschub gedacht oder dem Feind gehen so langsam die Truppen aus, die er noch in die Schlacht werfen kann. Ich hoffe auf Letzteres. Nun gilt es, die schon auf der Oberfläche befindlichen Orks zu dezimieren. Drei gewaltige Haufen bewegen sich auf Damaris City zu. Zeit, ihnen etwas einzuheizen. Wir versuchen durch Makrokanonenschüsse an der Peripherie eines Haufen sie stärker in der Mitte zu massieren, um sie dann mit präzisen Lanzenschlägen zu vernichten. Dabei erhalten wir pausenlos Gegenfeuer verschiedener noch intakter Brocken, das aber nicht in der Lage ist, durch unsere gestaffelten Schilde zu brechen. Just in dem Moment erhalte ich die Meldung, dass Haustruppen der Freihändlerin Orleans in massiver Stärke auf den Flughafen vorrücken. Thronverdammt!


Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #168 am: 07. Oktober 2013, 12:54:05 »
Position:
Damaris System
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 502 784.M41 (Tag 12 der Schlacht um Damaris)

Als ob das nicht genug Ärger wäre, trudelt eine weitere Hiobsbotschaft ein. Die "Sternenweber" hat ihre Abfangposition verlassen, reagiert auf keine Anfragen und eilt mit Höchstgeschwindigkeit auf Damaris zu. Das habe ich befürchtet. Die Vernichtung der drei Adelsfamilien ist der Lord-Kapitänin Orleans wohl zu Ohren gekommen und sie weiß nun, dass sie hier keine Zukunft mehr hat. Offensichtlich hat sie nicht vor, ihren Kontrakt zu erfüllen, und evakuiert. Ich bekomme die Anfrage, ob die Arbites auf dem Flugfeld die Haustruppen aufhalten sollen oder nicht. Nachdem ich mir kurz die Meinung meiner Entourage eingeholt habe, beschließe ich, eine Konfrontation zu meiden, auch wenn es durchaus laute Stimmen gibt, die eine bewaffnete Auseinandersetzung befürworten, um eine Erodierung aller anderen Truppen vorzubeugen. Also gebe ich den Befehl, die Truppen der Orleans passieren zu lassen und ihnen die Evakuierung zu ermöglichen. Letztendlich will ich durch sinnlose Kämpfe nicht meine verbliebenen Truppen weiter schwächen. Unser Feind ist grün und es gibt ihn dort draußen vor den Toren der Stadt zu Millionen. Das Xenos musst du töten, weil es sonst dich tötet! Oder gar Schlimmeres mit einem anstellt. Manche Gesetze des Imperiums mögen gnadenlos sein, aber sie sind allemal gerechtfertigt. Da draußen zwischen den Sternen ist nichts Gutes, sondern nur das absolute Grauen! Du musst es töten, bevor es dicht tötet!

Innerlich verfluche ich Bischof Arendt, dass er gerade in dieser kritischen Situation auf der Ausführung seiner "Wünsche" bestanden hat. Und natürlich bin ich auch wütend auf mich selbst, dass ich mit der Pflichterfüllung gegenüber der Ekklesiarchie nicht länger gewartet habe. Aber das ist nun nicht mehr zu ändern. So nah am Orbit haben wir die denkbar ungünstigste Position für ein Raumgefecht. Auf der anderen Seite können wir den Angriff zu diesem Zeitpunkt nicht unterbrechen, da die Truppen der Orks für ein weiteres Manöver dieser Art bald einfach zu nah an Damaris dran sind. Ich will nicht ausversehen die Mauer zerstören, welche die Stadt schützt.

"Meisterin Puppila, traut ihr Euch zu, den ersten Angriff der "Sternenweber" auszuhalten, ohne abzustürzen?" frage ich meine Pilotin.
"Aye, Lord-Kapitän!", meint sie selbstbewusst. Und wenn Althea sagt, sie kann das, dann kann sie das auch.

"Feuer aufrechterhalten, schicken wir die verdammten Orks ins Vergessen! Die Sternenweber ignorieren wir, bis sie von sich aus angreift", befehle ich und die gnadenlose Dezimierung der aggressiven Xenos aus dem Orbit geht weiter. Wir bekommen immer mehr Gegenfeuer von den Brocken am Boden und die Schilde brechen immer öfters für einen kurzen Moment zusammen. Aber die Panzerung hält den massiven Geschossen stand, die durch die Atmosphäre und Gravitation einfach nicht die gleiche Kraft erreichen wie im freien Raum. Trotzdem sind die Erschütterungen, die durch das Schiff laufen, nicht gesund. Auch wird die Temperatur hier immer heißer. Mehrmals versuche ich Lady Orleans zu erreichen. Die "Sternweber" schwenkt schließlich in einen stabilen hohen Orbit ein und eine Kette von Transportschiffen verlässt die Hangars der Fregatte. Danach bequemt sich die Orleans endlich, mir zu antworten. Sie ist ziemlich verärgert über meine Aktion gegen ihre Verbündete. Ihr kleiner Putsch ist im Keim erstickt und für sie ist hier nichts mehr zu holen. Natürlich gibt es noch ein paar Verträge, mit der ich mir nun den Hintern abwischen kann. Das sagt sie als wohlerzogene Dame aus gutem Hause natürlich nicht wortwörtlich, aber man kann es durchaus so zusammenfassen. Schade, ihre Truppen waren eine große Hilfe und ihre Fregatte war das schnellste Schiff in der Flotte. Ihr Ausbrechen aus der Formation reißt eine Lücke in die Verteidigung, die nicht zu schließen ist. Ich versuche an sie zu appellieren, dass dort unten immer noch unschuldige Menschen sind, die ihre Hilfe benötigen, aber schnell wird klar, dass ihr die Bevölkerung schon immer egal war. Mittel zum Zweck für ihre Spielchen um die Macht von Damaris. Weiter gibt es nichts zu sagen. Weiche Schale, harter Kern. Ich habe mehr von der Dame erwartet und bin nun durchaus enttäuscht von ihr.

Es kommt eine kurze Diskussion auf, jetzt die "Sternenweber" anzugreifen, da sie durch das Einschiffsmanöver ihrer Truppen sich in einer äußerst anfälligen Position befindet. Mit etwas Glück gewinnen wir eine Vasallin, mit Pech stürzt eine gigantische Menge Adamantium und Verbundswerkstoffen brennend auf Damaris. Jeder, der schon die Auswirkungen eines Meteoreinschlages gesehen hat, kann sich ausmahlen, was ein Schiff von zwei Kilometern Länge mit Damaris Stadt anstellen wird, wenn es dort drinnen oder darum herum aufschlägt. Von den wahrscheinlich explodierenden Plasmareaktoren ganz zu schweigen. Natürlich wäre es nicht verkehrt, hier Stärke zu zeigen, besonders da der Bischof mich nun genau damit beginnt zu nerven. Ich mach ihm aber schnell klar, dass ich es nicht riskieren werde, Damaris samt Drusus Kathedrale einzuebnen, um Stärke zu zeigen.

"Ihr könnt das ja auch beim Abflug erledigen…", schlägt der Bischof vor.
"Eure kleine Bestraffungsaktion von Möchtegern Separatisten hat schon genug Unheil angerichtet. Von einem Gefecht zu diesem Zeitpunkt profitiert nur eine Seite, nämlich die Orks. Also lasst mich mein Gottimperatorgefälliges Werk hier verrichten und stiftet keinen weiteren Unfrieden!" Das war nicht gerade diplomatisch, aber momentan sprechen die Fakten für sich. Wir töten die Grünhäute zu Zehntausenden und müssen das immer enger werdende Zeitfenster optimal nutzen, sonst ist Damaris verloren. So erkläre ich das dem Bischof, was er schließlich einsieht und keine weiteren unsinnigen Forderungen an mich stellt. Da die Haustruppen der Lady Orlean bisher den Westwall geschützt haben, ist dort natürlich nun eine gefährliche Lücke entstanden, aber ich kann den Bischof überreden, dort mit seiner Kirchenmiliz in Stellung zu gehen, um halbwegs die entstandenen Verluste auszugleichen.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #169 am: 09. Oktober 2013, 11:01:07 »
Position:
Damaris System
Damaris
Damaris City
Kommandobunker
Zeit: 2 504 784.M41 (Tag 13 der Schlacht um Damaris)

Gestern hat die "Sternenweber" unter Lady Orleans auch ihre restlichen Truppen abgezogen und schmerzliche Lücken hinterlassen. Obendrein wurde die "Aegis" in ein langanhaltendes Gefecht mit einem Orkkreuzer verwickelt. Sie konnte ihn vernichten, ist aber beschädigt. Nicht so stark, um keine Brocken abzufangen oder Barrakuttas abzuschießen, aber ein weiteres Gefecht mit einem Kreuzer oder ähnlich großem Feindschiff kann sie nicht mehr durchstehen. Nach kurzer Beratung lasse ich sie auf ihrer Position. Um die Sternenweber zu ersetzen, schicke ich die "Audacia" auf deren Position, nachdem wir einen weiteren Brocken kurz nach der Landung vernichtet haben. Meine Entourage und ich bleiben derweil zurück und halten die Stellung auf dem Boden. Momentan tobt eine weitere Schlacht um Damaris Stadt da draußen. Besonders an der Nord- und Ostmauer sind die Gefechte sehr heftig. Schon bald bin ich vor Ort, um von dort aus die Lage besser einschätzen zu können. Wir halten uns gut, auch wenn die Verluste steigen. Die über dreißig Meter hohe Mauer und die Lasergeschützbatterien machen jeden Angriffsversuch der Orks zunichte. Die Bunker in vorgezogener Stellung halten ebenfalls stand und dezimieren die Wellen der Orks, die immer noch recht planlos angreifen. Ich schätze mal, der eigentliche Oberkommandierende ist noch nicht eingetroffen oder, falls wir sehr viel Glück hatten, in einer der anfliegenden Brocken abgeschossen worden. Aber irgendwie denke ich, dass der noch im Aufmarschgebiet für Ordnung sorgt. Daran hat sich bisher noch nichts geändert.

Ich bin froh, dass die drei großen Orkverbände sich nicht untereinander koordinieren und sich mit ihren Handlungen gegenseitig blockieren oder in schwache Positionen manövrieren, nur um als erste anzukommen. Auch die Horden innerhalb der Großverbände sind recht unkoordiniert und versuchen andauernd etwas Neues. Ich danke dem Gottimperator von ganzem Herzen, dass es so und nicht schlimmer ist. Es ist hart genug, diesem massierten Ansturm aggressiver Xenos standzuhalten. Nicht auszudenken, wenn sie ihre Angriffe mit Artillerie vorbereiten und vereint mit Panzerverbänden vorantragen würden. Trotzdem müssen weitere Verbände an die Brennpunkte geschafft werden. Die Moral der von uns eingesetzten Soldaten ist noch vergleichsweise gut, besonders bei den Bataillonen der PVS.

Allerdings kommt es nun an der Westmauer zu einem Munitionsengpass, weil die Kämpfe bis dahin recht gering waren und sie deswegen keinen Nachschub bekommen haben. Ich schicke Meisterin Puppila mit einem requirierten Transporter zur Schmiede, wo nicht nur die Kraftwerke stehen, welche Damaris mit der notwendigen Energie versorgen, sondern auch Waffen und Munitionsmanufakturen, welche mit Hochdruck rund um die Uhr arbeiten. Auch die Schmiede wird nun ununterbrochen angegriffen. Welle auf Welle von Sturmbooten fahren heran, nur um von den Langreichweiten Geschützen der Basilisken versenkt zu werden. Da Munitionsfabriken direkt neben ihnen stehen, ist der Nachschub für diese Einheiten kein Problem. Das wenige an Grünzeug, das es ans Ufer schafft, wird ohne Probleme von den Soldaten mit Lasergewehren erledigt.

Dummerweise wird Meisterin Puppila kurz vor der Mauer von Orkischer FLAK abgeschossen. Gottimperator sei Dank schafft sie es über die Mauer und kracht dann dort in eine belebte Straße. Die Lasergewehrmagazine können zum Glück nicht explodieren, trotzdem gibt es einige Tote bei der Zivilbevölkerung. Die Leute sind deswegen äußerst aufgebracht und Meisterin Puppila kann sich nur mit Mühe vor einem Lynchmob retten, nachdem sie sich aus dem brennenden Flieger befreit hat. Zum Glück wird sie bald von PVS aufgelesen und ins nächste Hospital gebracht, wo man sich ihrer Verletzungen annimmt. Sie zu verlieren wäre ein nicht gut zu machender Verlust gewesen. Gottimperator sei Dank ist nichts Schlimmeres passiert und am Abend ist die Pilotin wieder einsatzfähig.

Kaum haben sich die Situationen an den Mauern stabilisiert, reißt der Kontakt zur Schmiede ab. Was Böses ahnen lässt, ist, dass auch der Energiepegel drastisch abfällt. Ich fliege mit einem Guncutter persönlich hin, um die Sache in Augenschein zu nehmen. Der Großteil der Schmiede ist nicht mehr. Dort, wo einst Kraftwerke und Manufakturen standen, ist nun ein Krater zu sehen, der sich mit Wasser füllt. Thronverdammt!

Das sieht wirklich übel aus. Die dort stationierten Truppen haben etwa die Hälfte ihrer Leute mit einem Schlag verloren. Außerhalb des Kraters stehen noch ein paar Kraftwerke, die schließlich wieder ans Netz gehen, aber nur wenig für die wichtige Stromversorgung leisten können. Laut Zeugenaussagen gab es auf einmal eine blaue Explosion mit Blitzen und die Schmiede war einfach verschwunden. Hier haben wir es wohl mit einer experimentellen Orkwaffe zu tun. Ich hoffe mal, dass der Mek mit der Zündung der Waffe mit vergangen ist. Aber ich fürchte, soviel Glück werde ich nicht haben. Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #170 am: 11. Oktober 2013, 11:49:33 »
Position:
Damaris System
Damaris
Schmiede
Guncutter
Zeit: 2 505 784.M41 (Tag 14 der Schlacht um Damaris)

Nun gut, zurück in Damaris City versuche ich den Strom der sich innerhalb der Stadt befindlichen Kraftwerke auf die schwer unter Druck geratene Ostmauer zu bündeln, um die dort sich befindlichen Lasergeschütze mit Strom zu versorgen. Es ist ein ziemlicher Akt, den Maschinenpriestern der Kraft- und Umspannwerke anzutreiben, ihre Weihrauchbehälter schneller zu schwingen und die Rituale zu beschleunigen. Auf die Befindlichkeiten der Maschinengeister kann zurzeit nicht ausreichend Rücksicht genommen werden. Ich mach den Maschinenpriestern drastisch klar, wie die Meks der Orks die armen Maschinen quälen und schänden werden, falls die grüne Flut bis hierher durchbricht. Lieber ein verärgerter Maschinengeist, der in den nächsten Tagen vielleicht eingeschnappt den Dienst quittieren wird, als die Maschinen in grüner Orkhand. Statt der angekündigten zwei Tage schaffen die Priester nun die Rituale in zwei Stunden. Motivation durch Entsetzen wirkt auch hier wahre Wunder des Maschinengottes. Damit ist die Ostmauer stabilisiert und die Orkhorde wird dort deutlich dezimiert und schließlich zurückgeschlagen.

Dann erreicht mich die Nachricht, dass Jeremiah Blitz mit der "Ripper" seinen zugewiesenen Abfangsektor verlassen hat und auf Damaris zuhält. Macht denn hier jeder, was er will? Thronverdammt! Natürlich bricht durch die entstandene Lücke sofort ein weiterer Brocken durch und schlägt nur einhundert Kilometer entfernt ein. Das daraus resultierende Erdbeben löst in der einsetzenden Dunkelheit beinahe eine Panik bei der Zivilbevölkerung aus. Allerdings befinden sich kaum Orks auf dem Brocken und da dieser von den anderen Orks gänzlich ignoriert wird, scheinen dem Waaaghboss so langsam die Truppen auszugehen. Nun gut, ich hole die "Audacia" und "Aegis" ebenfalls zurück, zum einen um Jeremiah Blitz mit der "Ripper" im Schach zu halten, falls er mehr als nur sein Anteil in Sicherheit bringen will, zum anderen, um die Nordmauer zu unterstützen. Der Kollateralschaden ist zwar nun wahrscheinlich, aber besser als ein Durchbruch der Orks.

In der Nacht kann ich einmal zwei Stunden und dann noch einmal eine Stunde am Stück schlafen. Das ist wirklich viel im Vergleich zu anderen Nächten. Die Orks greifen weiter unvermindert an und die Nordmauer gerät immer mehr unter Druck. Ich beordere die Panzerverbände nach Norden und lasse sie etwa einen Kilometer hinter der Mauer sich "eingraben". Sprich, Sandsackbarrieren werden aufgetürmt und die Straßen mit Barrikaden gesichert. Jeremiah Blitz hüllt sich in Schweigen, aber ich denke mal, dass er nun die Throne der Kirche sich verdienen will. Elendiger Bastard!

Dann detoniert einer dieser Blaue Blitz Super Bomben an der Nordmauer, tötet tausende von Orks und reißt eine große Bresche in die Mauer. Natürlich sterben auch viele der tapferen Verteidiger. Sofort setzt ein Ansturm auf die Nordmauer an. Offensichtlich macht die Nachricht schnell bei den Grünhäuten die Runde, denn sie lassen von allen anderen Mauern ab und gruppieren sich um. Überall bilden sich Marschkolonnen. Ich eile zur Nordmauer und versuche die Bresche, zu schließen. Überall liegen Trümmer und es riecht penetrant nach Ozon. Die "Aegis" und die "Audacia" sind nun in hoher stabiler Position und eröffnen vorsichtig das Feuer auf Orkmassierungen vor der Mauer. Die Feuergeschwindigkeit der "Audacia" lässt schwer zu wünschen übrig, dafür liegen die Treffer alle im Bereich der Orks und beginnen sie zu dezimieren, da sie dort dicht gedrängt auf die Mauer zustürmen.

Trotzdem sind es Tausende, welche durch die Bresche strömen. Das Gebiet hinter der Mauer ist leider nicht vollständig evakuiert und es kommt zu abscheulichen Szenen, aber die Barrikaden sind unser einziger Schutz. Die Grünhäute müssen nicht erst angelockt werden, sondern stürmen wie üblich wie von Sinnen brüllend auf uns zu. Wiedermal kein koordiniertes Vorgehen, kein Unterstützungsfeuer, sondern nur eine dumpfe grüne Flut. Aber lieber das, als anders. Ich bin wirklich froh, dass der Waaaghboss nicht hier ist und seinen Jungs zeigt, wie man so was richtig macht. Aus den festen Positionen heraus wird das Feuer eröffnet und schon bald bilden sich richtige Hindernisse aus Leichen der Orks. Ein Lasergewehr ist nicht besonders effektvoll gegen Orks, aber wenn zehn Mann diszipliniert auf ein Xenos schießen, geht es auch zu Boden. Trotzdem gelingt es noch genug, die Barrikaden zu erreichen. Ich lasse Rabenschwinge und Rabenklaue für mich sprechen und ihre Argumente sind todernst gemeint. Es kommt schnell auf ganzer Breite zu brutalen Nahkämpfen, aber die PVS, Milizen, Arbites und Haustruppen können standhalten, da die beiden leichten Kreuzer aus der Flut auf die Mauer ein Tröpfeln machen. Schließlich befehle ich den Gegenangriff und wir können die Bresche schließlich nach mehreren Stunden blutigen Kampf schließen. Der Feind ist zurückgeschlagen und sammelt sich in der Nähe der Nordmauer wieder, wo sie merken, dass sie zu Nah für ein orbitales Bombardement sind. Es wird Zeit, den Strom auf die Nordmauer zu legen, was nicht einfach wird, da die Techpriester der Meinung sind, ein weiterer Umschaltvorgang, könnte die Maschinengeister nachhaltig verärgern. Thronverdamm! Und da dies nicht genug Probleme sind, wird mir gemeldet, dass sich ein orkischer Kampfverband bestehend aus einem schweren Kreuzer und einem Barrakutta auf das Bollwerk zu bewegen.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #171 am: 14. Oktober 2013, 15:53:14 »
Position:
Damaris System
Orbit über Damaris
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 507 784.M41 (Tag 15 der Schlacht um Damaris)

Wir fliegen so schnell wir können mit dem Guncutter zurück zur "Audacia". Kaum bin ich auf der Brücke, als meine treue Colette schon heran geschossen kommt und mir ein feudales Mahl auftischt, das mich daran erinnert, dass ich in den letzten Tagen so gut wie kaum etwas gegessen habe. Während ich ein fünf Gänge Menu mit belebenden heißem Rekaf in mich hinein schaufle, lasse ich mich auf den neusten Stand bringen. Die "Audacia" hat nichts weiter abbekommen. Der Crew geht es gut und ist guter Dinge. Auch den Passagieren geht es vergleichsweise gut. Nun denn, dann kann es ja losgehen. Der feindliche Verband hält Kurs auf das Bollwerk und ich lasse die "Audacia" auf Abfangkurs bringen. Die "Aegis" schwenkt ab, um eine Zangenbewegung durchzuführen. Mit zwei leichten Kreuzern ist das sicherlich eine gute Idee, die höhere Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit auszuspielen. Ich bete zum Gottimperator, dass wir uns an diesem Bissen nicht verschlucken. Ein ausgewachsener Kreuzer ist ein Schiff für die Schlachtlinie, das Rückgrat der imperialen Flotte. Und mit so einem Riesen legen wir uns nun an.

Alle Runen sind in grünen Bereich, die "Audacia" ist frisch "aufgetankt" und alle sind bereit. Es kann losgehen. Der Kreuzer ist leicht zu orten und wir gehen Abfangkurs, allerdings werden wir es nicht schaffen, ihn vor dem Bollwerk zu stoppen. immerhin werden so die Batterien der Festung uns Feuerunterstützung geben können. Mit Höchstgeschwindigkeit rauschen wir heran, aber der Kreuzer übernimmt die Initiative. (1 gewürfelt, heul!) Allerdings gehen dessen gigantische Geschosse in die Leere, während wir einschwenken und ihnen eine Breitseite und einen Lanzenschlag verpassen. Gut gemacht! Das Feuer liegt gut und wir verpassen dem etwas über sechs Kilometer langen Koloss einige gut sitzende Wirkungstreffer. Das Barrakutta Kanonenboot ignorieren wir erst einmal, da deren Performance nichts ist zu dem, was der Kreuzer uns antun kann. Im Gegenzug werden wir nun massiv vom Linienschiff unter Feuer genommen. Die Schilde brechen zusammen und drei schwere Einschläge erschüttern das Schiff. Thronverdammt! Die Anzahl der aufflackernden Warnrunen hält sich ausnahmsweise mal in Grenzen. Trotzdem tun diese Treffer durchaus weh. Die Schotten halten, es gibt keinen signifikanten Vakuumeinbruch.

Wir passieren den Kreuzer und geben ihm vorher noch Saures mit einer Breitseite aus unseren Sonnenlaser Makrokanonenbatterien und unserer Titanschmiede Lanze. Die Treffer liegen wieder hervorragend und das Linienschiff blutet Sauerstoff. Der Kreuzer ist nun deutlich beschädigt, rammt aber nun das Bollwerk. Oder besser gesagt, rammt sich das gewaltige Orkschiff in eine der gigantischen Dockanlagen des Mondes und bleibt stecken wie ein Korken in einer Flasche. Thronverdammt!

Die verdammten Grünhäute stürmen nun den Mond. Wir waren nie das Ziel, sondern der Mond mit den Werften. Das ist nicht gut. Den Barrakutta der nun heranstürmenden Aegis überlassend, feuern wir aus allen Rohren auf den Kreuzer, der ein gutes Stück herausragt. Unser Feuer liegt im Ziel und nach zwei Salven zerbricht der Kreuzer in zwei Teile. Das hat gesessen. So langsam trudeln die ersten Verlustmeldungen ein. Der Notfallchirurgie gelingt es leider nicht, die Verluste signifikant zu senken. (Wurf knapp versaut). Die "Aegis" zerpflückt nun den Barrakutta und wir eilen dem Bollwerk zu Hilfe. Ich sammle alles ein, was noch eine Waffe tragen kann und dann entern wir sozusagen unsere eigene Bastion. Die PVS Besatzung ist schwer unter Druck geraten. Schotte werden gesprengt, Auffangstellungen vom Grünzeug überrannt. Mit gezogenen Schwert und wehendem Banner führe ich einen Flankenangriff an. Als erstes treffen wir auf kleine Grüppchen von Xenos, die wir niederschießen können, bevor sie uns erreichen. Aber die Trupps werden immer größer und schließlich treffen wir auf dem Hauptstrom eindringender Grünhäute.

Ich lege mit Rabenschwinge an und der Maschinengeist zickt auf einmal herum, trotz der Einhaltung der Rituale. Thronverdammt! Kochendes Plasma zischt aus den Notöffnungen heraus und bevor das mich verbrennen kann, lasse ich lieber die Waffe fallen. Ein verdammt mieser Anfang und genau so "gut" geht es weiter. Nur Magister Ares bolzt einen der Grünhäute um, bevor sie wie eine Grüne Welle auf uns zustürmen. Mit Rabenklaue gebe ich ihnen die richtigen Argumente zu kosten. Dummerweise bekomme ich den Anführer ab, der ein ziemlich zäher Bursche ist. Sein kleiner Kollege haut ebenfalls auf mich drauf. Alle unsere Schützen sind blockiert und tun sich äußerst schwer gegen die Orks. Meisterin Puppila steht hinter mir und wird von zwei Orks bedrängt. Zuerst töte ich nach mehreren Fehlschlägen dann meinen ersten Ork mit einem Hieb, der ihn in zwei Hälften spaltet (Zorn des Imperators mit schlappen 54 Schadenspunkten, wo zwei ausgereicht hätten!)

Nun haue ich Althea aus der Klemme, die momentan ihre sonst so überragenden Schießkünste verlernt zu haben scheint. Rothäutige Squigs beginnen nun mit ihren riesigen Mäulern nach mir zu schnappen und ich gebe ihnen Rabenklaue zu schmecken. Ehrlicher menschlicher Stahl ist zu viel für ihre Mägen und sie gehen blutig daran ein. Leider brennt einer dieser vorwitzigen Gesellen mit dem unglaublich riesigen Maul mein Konverterfeld aus. Heute schienen mich die Maschinengeister wahrlich zu hassen. Nun ist es Zeit, sich dem Boss des Trupps zu stellen, nachdem ich mich endlich eingehauen habe. Auf einmal holt er weit mit seinem zweihändigen Schlagwerkezug aus und wie die Axt eines Henkers saust sie herunter. Ich versuche mit Rabenklaue den Hieb zu parieren, aber der Winkel stimmt einfach nicht. Ungehindert beißt sich die krude Waffe durch meine Rüstung und in mein Fleisch. Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #172 am: 16. Oktober 2013, 15:21:13 »
Position:
Damaris System
Orbit über Damaris
Bollwerk
Verbindungsgang
Zeit: 2 508 784.M41 (Tag 15 der Schlacht um Damaris)

Das tut verdammt weh, als der große Spalta mich trifft. Aber den Schmerz wandle ich in aufrechten Hass und meine nächsten Schläge strecken ihn nieder. Ich wende mich nun der anderen Flanke zu, die aber auch so schon ziemlich von Magister Militaris Ares und nun der frei gewordenen Meisterin Puppila geklärt wurde, sodass es für mich nicht mehr viel zu tun gibt. Das war jetzt ein hartes Gefecht und nicht das letzte heute. Durch die Zerstörung des Kreuzers verebbt die Grüne Flut ziemlich schnell. Wir bekommen noch vor Ort gut medizinische Versorgung und helfen noch ein paar Widerstandsnester auszuheben. Nachdem klar geworden ist, dass die Besatzung des Bollwerkes mit dem Rest ohne größere Probleme fertig werden kann, ziehen wir uns zurück und fliegen zurück nach Damaris City. Über der Stadt nimmt die "Audacia" eine stabile Feuerposition ein und eröffnet das Feuer auf noch weiter hinten liegende einzelne Verbände, was aber nicht besonders viel Wirkung zeigt, da ein Zusammentreiben nicht klappt. So ist das wie das Schießen mit einer Schrotflinte in einen Ameisenhaufen ziemlich sinnlos und wir verursachen eigentlich hauptsächlich mit unserem Feuern massive Kollateralschäden an der dortigen Infrastruktur.

Ich fliege mit der Führungscrew wieder zurück in die Stadt und beginne eine Offensive zu planen, um die Orks vor der Stadt entweder einzukesseln oder sie ins Offene zu treiben, wo die "Audacia" mit ihren Bordwaffen mitmischen kann. Gegen Massierungen kann sie durchaus was ausrichten. Von der Schmiede sind inzwischen die überlebenden Truppen in die Stadt geflogen worden, besonders die Basilisken verstärken die sich hier befindliche Artillerie wieder auf Sollstärke. Auch die Panzer lasse ich abziehen und sammeln. Aus den Bunkern ziehe ich ein Bataillon ab, ebenso von der West und Südmauer, weil sich dort kaum noch ein Ork blicken lässt. Die Masse bewegt sich von Osten nach Norden zur Bresche. Diesmal leite ich die Operation vom Tisch aus, weil es sich gezeigt hat, dass von vorne führen mit den vorhandenen Mitteln bei einem so großen Verband einfach nicht möglich ist.

Über Ausfalltore beginnt der Gegenangriff. Die Verbände kommen gut heraus, formieren sich und ein Panzerkeil, gefolgt von Infanterie, die wiederrum von Selbstfahrlafetten der Artillerie gedeckt wird. Auf dem Holo sieht das aus wie bei den Kriegsspielen in der Akademie, wo Kadetten gegeneinander ihre Truppen gezogen haben. Einzelne Horden der Orks wenden sich nun nach Süden und greifen wie üblich unkoordiniert an. Die mangelnde Zusammenarbeit dieser Armee ist ihr Todesurteil. Ohne große Verluste werden die einzeln agierenden Verbände der Grünhäute von den Leman Russ Kampfpanzern, den einfachen Soldaten und den Basilisken zerlegt. Weiter und weiter geht der Vormarsch und die Gegenangriffe werden natürlich immer heftiger. Aber so nah an der Mauer werden sie von den dortigen fest installierten Waffenplattformen unterstützt und in diesem Kreuzfeuer werden die  Orks gnadenlos zerfetzt. Die Xenos, welche zurück in die Stadt fluten, geraten in brutale Straßenkämpfe, die Orks, die nach draußen in die Weite um Damaris Stadt flüchten, werden von den Lanzenschlägen und Makrokanonensalven der Audacia dezimiert.

Am späten Nachmittag ist ein Kessel geschlossen, die Orks sitzen in der Falle. Nun wird es Zeit, den Tod von General Dante zu inszenieren. Mit meiner Leibwache fahre ich mit ihm in einen Schützenpanzer und gebe ihm die Uniform meiner Brückenwacht zum Anziehen. Damit sieht er nun aus wie einer meiner Leute. Wir fluten aus dem Panzer heraus und greifen verschanzte Orks an. Dabei geht "versehentlich" der Schützenpanzer hoch, in dem General Dante offiziell noch saß. Allerdings scheint der General den Sinn des Manövers nicht ganz zu verstehen, denn voller Wut stürzt er sich in die nächsten Nahkämpfe und lässt so etwas wie Todessehnsucht vermuten.

"Seid kein Narr! Ihr habt genug für Damaris getan! Ihr braucht jetzt nicht noch sinnlos am Ende Euer Leben verschenken. Zwischen den Sternen erwartet Euch noch eine Zukunft, eine neue Chance!"
"Ich werde bis zu Letzt für meine Heimat kämpfen. Das versteht Ihr doch sicherlich?" Wäre das Scintilla, ich würde auch bis zum letzten wie ein Löwe kämpfen wollen. Ich beschränke mich darauf, ihn zu beschützen, während wir Orkstellung auf Orkstellung ausräuchern. Am frühen Abend versinkt die blaue Sonne hinter dem Horizont und der Schleier der Nacht senkt sich über das Schlachtfeld. Wir haben gesiegt. Wir haben tatsächlich die Grüne Flut zurückgeschlagen und vernichtet! Dem Imperator sei Dank!

Mit meiner Brückenwacht und dem nächsten Guncutter fliegt der ehemalige General hoch zur "Audacia", während ich die traurige Nachricht verkünde, dass General Dante beim letzten Angriff dieser Schlacht den Heldentod gefunden hat. Jeremiah Blitz taucht gerade noch rechtzeitig auf, um die letzten Orks in der Innenstadt zu töten. Er sieht aus wie ein strahlender Held, ausgeruht, sauber und versprüht Witz und Schlagfertigkeit nach allen Seiten. So sehen Sieger aus. Thronverdammt!

Am nächsten Tag und kurzer Nacht, schließlich sind noch Orks zu töten und das will geplant sein, gibt es eine Konferenz im Palast. Auf einmal könnte man meinen, dass Jeremiah Blitz alles geleitet und den letzen Angriff geführt hätte. Ich bin zu müde, erschöpft und momentan geht es mir einfach am Arsch vorbei, um ihm Paroli bieten zu können. (Wurf versaut, unter 81% zu würfeln kann so schwer sein!) Natürlich ist es ärgerlich, dass so ein Schaumschläger jetzt den ganzen Ruhm einheimst, während ich die blutige und gefährliche Arbeit erledigt habe. Angeblich hat er den Waaghboss erschlagen, aber das kaufe ich ihm nicht ab. Die "Ripper" beansprucht acht Brocken für sich und eine Armada aus Barrakuttas und Kreuzern als Abschüsse. Die acht Brocken sind dokumentiert und bestätigt, einige Barrakuttas kann man ihm auch anrechnen, aber alles andere ist erstunken und erlogen. Wahrscheinlich lag er die ganze Zeit im Bett und hat mal jede von seinen über vierzig Konkubinen rangenommen. Vermutlich meist mehrere gleichzeitig. Meine Mädchen hatte in den letzten Wochen kaum etwas zu tun, nur einmal konnte ich ein paar Minuten für etwas Entspannung erübrigen, bevor ich für ein oder zwei Stunden etwas Ruhe fand.

Erst nach einiger Zeit wird mir klar, dass diese ganze Sache gar nicht Jeremias Blitz Idee ist, sondern dass die Kirche dahinter steckt, um General Dante aus den Analen streichen zu können. In den offiziellen Geschichtsbüchern wird stehen, dass ich der Stratege hinter der Verteidigung war, während Blitz die grobe Arbeit an der Front erledigt hat. Der Bischof wollte mir nicht den ganzen Ruhm zuschanzen, sondern eben auch Blitz beglücken und auch Dante tilgen. Das ist natürlich äußerst ärgerlich und ich hätte dieses Spiel viel früher durchschauen müssen. Jetzt ist es zu Spät, das die wahren Helden von Damaris ihren gerechten Ruhm ernten.

Lord-Kapitän Lock von der "Aegis" schlägt schließlich vor, den "richtigen" Waaghboss mit dem Namen Snoggritz zu suchen, der sich wahrscheinlich noch irgendwo im System befindet und wohl auf Nachschub wartet. Da ich jemand bin, der gerne Nägel mit Köpfen macht, bin ich dabei. Denn wir wissen ja, nicht einmal ein totes Xenos ist ein gutes Xenos!

Gespielt am 30.03.2013
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 4
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 4
Yuri Navigatorin Rang 3
Solun Ares Magister Militaris Rang 2
Aris als Ersatz für Bruder Obskurus Seneschall Rang 2
EP: 600
Besiegte Gegner:
ca. 10 Orks
1 Boss
ca. 6 Squigs
1 Brocken im offenen Raum
1 Brocken auf Damaris
1 Kreuzer
Beute:

Gedanke des Tages
Spoiler (Anzeigen)

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #173 am: 18. Oktober 2013, 11:19:17 »
Persona Dramatis
Spoiler (Anzeigen)

Kapitel 27
Die goldenen Hauer von Damaris!

Position:
Damaris System
Orbit über Damaris
Audacia
Konferenzraum
Zeit: 2 545 784.M41

Vierzehn Tage sind seit der letzten großen Schlacht vergangen. Wirklich Ruhe habe ich seitdem keine gefunden. Orks mussten noch gejagt und vernichtet werden, auch wenn das inzwischen zu hundert Prozent die PVS von Damaris macht. Die letzten jämmerlichen Reste aufwischen, die jetzt noch übrig sind, bedürfen nun nicht mehr weiter meiner Aufmerksamkeit. Dafür hat es einiges an Geschäftsaktivitäten gegeben. Ich habe ein Protektionsabkommen abgeschlossen, was mir quasi eine Kopfsteuer für alle Bewohner von Damaris einbringt im Tausch dafür, dass ich sie vor den Begehrlichkeiten der Orks und anderer dreckiger Xenos beschütze. Auch an vielen Manufakturen bin ich jetzt beteiligt. Auch werde ich in Zukunft die PVS mit schwerem Gerät beliefern, hat doch meine Familie sehr gute Beziehungen zu der Waffenschmiede des Merotech Kartells. Auch an dem Wiederaufbau werde ich mich beteiligen. Da die Unternehmungen inzwischen so mannigfaltig geworden sind, habe ich ein Grundstück im Norden von Damaris Stadt erworben, wo ein Anwesen und Handelsstation entstehen wird. Einer meiner vielen Neffen wird sich hier seine ersten Sporen verdienen dürfen.

Mir gelang es, ein hervorragendes Energieschwert im Mordian Schema zu erwerben. Die Klinge ist besser ausgewogen als die von Rabenklaue. Ein jahrhundertaltes Meisterwerk eines wahren Künstlers von Mordian. Damit macht das Töten gleich doppelt so viel Spaß. Ich nenne sie Blitzgewitter. Und als Krönung habe ich eine wirklich meisterhafte Plasmapistole mit einem so motivierten Maschinengeist, dass sie niemals überhitzt. Auf der Waffe ist noch ein Laserzielgerät integriert, sodass man damit viel besser gezielte Einzelschüsse abgeben kann. Da die Abschüsse so schön grollen, nenne ich sie Donnerwetter. Blitzgewitter und Donnerwetter, das sind einprägsame Namen. Damit sollte es doch möglich sein, mit dem berüchtigten Waaghboss Snoggritz fertig zu werden.

Just zu diesem Thema halte ich gerade eine kleine Besprechung mit meinen hohen Offizieren und Lord-Kapitänin Lock und ihrer Führungscrew ab. Der Holoprojektor projiziert eine Karte des Asteroidenfeldes mitten in den Raum. Fünf Bereiche sind als mutmaßliche Produktionsstätten markiert. Durch die vielen Schwärme der letzten Wochen war es letztendlich ein Leichtes, die Positionen heraus zu finden. Zwei davon im Zentrum sind die aktivsten Stützpunkte und von dort werden immer noch sporadisch Brocken losgeschickt, die aber so gut wie keine Orks mehr enthalten. Die meisten sind abgeschossen worden, einer konnte durchbrechen und hatte keine tausend Orks und Grotz an Bord, die alle in kürzester Zeit am Boden ausgelöscht wurden. Nach menschlichem Ermessen sind diese Angriffe vollständig sinnlos und wohl nicht mehr als eine trotzige Geste von Snoggritz. Oder er will damit erreichen, dass wir zu ihm kommen, was wir gerade vorhaben? Wenn er die "Aegis" und die "Audacia" in das Asteroidenfeld locken kann und uns in eine vorbereitete Falle laufen lässt, kann das unser Ende sein. Die Ripper allein wird Damaris nicht verteidigen können, besonders da Jeremiah Blitz es garantiert nicht darauf ankommen lassen und lieber das Weite suchen wird. Aber letztendlich wissen wir nicht, wie weit der Waaghboss Snoggritz über unsere Situation im Bilde ist. Irgendwie bezweifele ich, dass dieses Xenos die Feinheiten der menschlichen Politik auf dieser Welt begreifen kann.

Vom Logischen her dürfte der Waaghboss sich in der zentral gelegenen Werft in der Mitte befinden, da er von dort am einfachsten die Produktionsstätten und seine Flottenverbände koordinieren kann. Bis jetzt hat er aber kein glückliches Händchen dabei gehabt. Nach dem ersten Angriff unter massiven Verlusten hätte ein wahrer Stratege seine Truppen und Flottenverbände massiert und so den Durchbruch erzwungen. Zehn Brocken auf einmal hätte uns den Gar ausgemacht. Schiffe hatte er ja genug, wie die sinnlose Opferung der Barrakuttas durch den Warpsprung bis über Damaris bewiesen hat. Der Großteil der Flotte ist einfach zerbrochen oder in der Atmosphäre verglüht. Trotzdem dürfen wir diese Kreatur nicht unterschätzen. In die Enge getrieben kämpfen solche Wesen bis ans Äußerste. Ein uralter Kriegerphilosoph aus dem alten Terra hat einmal angemahnt, einem Gegner immer die Möglichkeit zur Flucht geben, da ein Feind bis zum Äußersten gehen wird, wenn er nur noch zwischen Sieg oder Tod wählen kann. Die meisten wählen Sieg. Aber diese Option dürfen wir unserem Feind nicht geben. Ist die treibende Kraft dieser Horde erst mal besiegt, wird Damaris so lange sicher sein, bis ein anderer Waaghboss sein Glück versuchen wird. Wahrscheinlich wird eine Vernichtung von Snoggritz andere Grünhäute der tausend tausend Zähne davon überzeugen, leichtere Ziele anzugreifen, bevor sie sich an Damaris die Hauer ausbeißen.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #174 am: 21. Oktober 2013, 13:29:47 »
Position:
Damaris System
Orbit über Damaris
Audacia
Konferenzraum
Zeit: 2 545 784.M41

Wir kommen zu dem Schluss, es in der mittleren Produktionsstätte als erstes zu versuchen. Wahrscheinlich wird dort mindestens ein Kreuzer stationiert sein und wir haben ja festgestellt, wie schwer es ist, mit so einem fertig zu werden. Das wird eine verdammt harte Nuss werden, die wir da zu knacken haben. Und er wird dort nicht allein vor Reede liegen. Ohne wirkliche Informationen werden wir keinen Plan machen können, da es zu viele wenn und aber gibt. Zu viel müssen wir schätzen oder annehmen. Auf dieser Grundlage gibt es keine sinnige Strategie. Wir müssen aufklären und dann einen Plan schmieden. Falls wir dann noch so viel Zeit haben.

Die "Audacia" ist inzwischen wieder voll bemannt und repariert. So brechen wir dann schließlich im Verband mit der "Aegis" auf, um den Waaghboss Snoggritz zur Hölle zu schicken. Seneschall Aris schlägt vor, dass wir Jeremiah Blitz in die Pflicht nehmen. Klar, ein Kreuzer mehr wäre nicht schlecht, aber zum einen will ich den Ruhm nicht teilen und zum anderen ist mir der Kerl zu unzuverlässig. Beim ersten wirklichen Problem wird er abdrehen und das Weite suchen. Große Klappe und nichts dahinter. Hat schon seinen Grund, warum die "Ripper" in einem so desolaten Zustand ist.

Auf dem Weg zur gefrorenen Grenze, wie das Asteroidenfeld hier auch genannt wird, passiert rein gar nichts. Und ich bin nicht traurig darüber. Inzwischen habe ich vier neue Astropathen an Bord. Ein alter Mann mit dem Namen Meister Zacharias, welcher der imperialen Splittersekte der Inkarnatus Dei angehört. Auf seinem Gesicht hat er eine auffällige Tätowierung in Form eines goldenen Thrones in pyramidenform auf der Wange, dazu noch einen Büßerkranz mit Zacken. Dann ein Geschwisterpaar mit den Namen Darius und Marcella, die noch recht jugendlich sind und ihre ausgebrannten Augen hinter eine Binde versteckt haben. Sie sind mir etwas unheimlich, da sie telepathisch untereinander zu kommunizieren scheinen. Die Vierte ist eine siebzig Jahre alte Frau mit den Namen Geneve, die bisher in der imperialen Flotte Dienst getan hat. Eine kleine Aufmerksamkeit von Lord-Kapitän Lock sozusagen. Finde ich wirklich nett von ihr!

Um meinen Ruf auf Damaris etwas aufzupolieren und nicht wieder von diesem angeberischen Großmaul Jeremiah Blitz übergangen zu werden, habe ich ein paar Schreiberlinge angeheuert, die diesmal aus erster Hand von den Geschehnissen berichten können. Auch habe ich meine Geschichte vorgetragen, wie sie sich auf Damaris abgespielt hat. Meine Ausfälle gegen die Orkverbände und unsere heroische Angriff auf die Brocken vom Boden. Und ich habe mir einen Servoschädel mit einer Televidkamera gekauft, um die ganze Sache für die Nachwelt zu dokumentieren. Wahrnehmung ist Wahrheit und nichts untermauert das eher als sich bewegende Bilder. Auch habe ich mehrere Maler und Bildhauer angeheuert, um meine Siege und Erfolge für die Nachwelt festzuhalten. Ruhm ist hier in der Koronus Weite durchaus eine Währung, die man in Throne und damit in Profit umwandeln kann.

Meisterin Puppila wächst über sich hinaus, als sie die "Audacia" in das Asteroidenfeld hinein fliegt und auf eine stabile Parkposition bringt. Die "Aegis" schickt zwei Aufklärer los, welche den feindlichen Stützpunkt auskundschaften. Der ganze Flug in die Randzone hat etwas über vierundzwanzig Stunden gedauert. Nun beginnt das Warten. Der erste Flug der Aufklärer ist recht unergiebig, da sie nun einen kleinen Teil aufgeklärt haben. Zwei Barrakuttas bewachen die riesige Werft, in der die Brocken für den Einsatz vorbereitet werden. Die Daten sind ungenügend und wir brachen Gewissheit, wie viele Kampfschiffe wirklich dort auf uns lauern. Es gibt die Option, mit dem Enterboot in die feindliche Werft einzudringen und sie von Innen heraus zu vernichten. Das ist der Stoff, aus dem wahre Heldengeschichten sind. Leider scheint sich sonst keiner für diesen Plan zu erwärmen. Thronverdammt!

Spoiler (Anzeigen)

Leider werden die Aufklärer nun beim zweiten Anflug entdeckt und müssen evakuieren. Wir haben das wichtigste Element für diesen Angriff verloren, nämlich den Überraschungseffekt. Die Aufklärer fliehen erfolgreich und führen die Orks zu uns. So brauchen wir uns keine weiteren Gedanken mehr über einen Schlachtplan zu machen. Ich lasse Alarm geben und volle Gefechtsbereitschaft einnehmen. Natürlich waren vorher schon alle Posten besetzt, aber jetzt wird es ernst. Ich lasse Fahrt aufnehmen und stoße mit der "Aegis" auf unserer linken Seite parallel auf den feindlichen Stützpunkt vor. Drei Barrakuttas und ein Kreuzer kommen auf uns zu. Zwei Barrakuttas zu unserer linken, ein Barrakutta und der Kreuzer zu unser rechten. Wir befinden uns in einer ungünstigen Situation und müssen praktisch vor den Orkschiffen nach links abschwenken, sonst krachen wir gegen Himmelskörper. Und hier gibt es ein Haufen von diesen Dingern. Ich lasse das Feuer auf Barrakutta 2 legen, der zur linken Kampfgruppe gehört. Ich übernehme die Lanze persönlich. Makrokanonen wie auch Lanze erzielen Wirkungstreffer auf der ganzen Länge des Rumpfes. Die "Aegis" folgt uns und gibt dem schwer angeschlagenen Kanonenboot gekonnt den Rest mit ihren mannigfaltigen Waffensystemen. Die Jungs von der "Aegis" haben schwer was drauf. Respekt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #175 am: 23. Oktober 2013, 15:21:10 »
Position:
Damaris System
Asteroidenfeld
Anflugskorridor zum Orkstützpunkt
Audacia
Brücke
Zeit: 2 548 784.M41

Barrakutta 3, der Überlebende von Kampfgruppe links, will seinen gefallenen Kameraden rächen und versucht, uns zu rammen und zu entern. Haarscharf schrammt das krude Orkschiff an uns vorbei und hinterlässt beim Streifen einiges an Schäden. Die "Audacia" schüttelt sie wie ein nasser Hund und hörbar geht einiges zu Bruch. Ganze Batterien von Warnrunen leuchten auf, um mir die Schäden zu symbolisieren. Der Kreuzer und das letzte Kanonenboot eröffnen aus allen Rohren das Feuer auf uns. Und die Orkschiffe sind mit Kanonen vollgepackt. Nur Orks schaffen es, auf einem vergleichsweise kleinen Raum eine solch gigantische Feuerkraft zu etablieren. Unsere Schilde brechen bald unter dem gut liegenden Trommelfeuer zusammen und Dutzende Einschläge von gigantischen Granaten schütteln die Audacia durch. Die Hälfte davon bleibt in der Panzerung hängen, aber der Rest geht durch. Weitere dutzende von Warnrunen beginnen hektisch zu blinken, die meisten davon im tiefsten Rot. Thronverdammt!

Das Medizinische Personal versucht ihr Bestes und kann einige Schwerstverwundete retten. Trotzdem ist die "Audacia" schwer angeschlagen. Wir versuchen aus der bevorstehenden Umklammerung zu entkommen und Raum zum Manövrieren zu bekommen. Hier sind überall herum flitzende Himmelskörper, die uns teilweise auch Deckung geben. Wir kriegen die Kurve, während weitere Salven an uns vorbei schrammen. Je weiter wir weg sind, desto schwieriger ist es für die Orks, uns zu treffen. Diese Orks sind zu unserem Glück wirklich miserable Schützen. Deswegen setzen sie uns nach, um uns zu entern und mit dem fertig zu machen, was sie wirklich gut können, dem Nahkampf. Ein Barrakutta saust auf uns zu und ich lasse ein wahres Gewitter an Makrokanonensalven auf es niederprasseln. Ich richte persönlich die Lanze auf den Angreifer aus, lasse mich von den Auguren einweisen und motiviere den Maschinengeist des Thrones, mich zu unterstützen. Auf einem Monitor erscheint der Barrakutta, ein mit Makrokanonen überladenes Kanonenboot in der Größe einer Fregatte. Es ist ein Wunder, dass die Orksmek so viele funktionierende Waffen auf einem so engen Raum bündeln können. Das Fadenkreuz kommt zur Ruhe und ich geben einen zwanzig Sekunden Impuls auf das krude Schiff ab. Die Lanze trifft und das Schiff zerbricht. Unser erster Abschuss heute. Jubel brandet auf der Brücke auf, der aber sofort wieder verstummt, als die Auguren melden, dass zwei weitere Kanonenboote der Barrakuttaklasse in unmittelbarer Nähe geortet werden. Wieder steht es zwei gegen vier. Aber es ist gut, eines der Schiffe zerstört zu haben, denn so können weniger habgroße Geschosse auf uns niederprasseln und es ist gut für die Moral der Besatzung.

Wir schwenken um einen Asteroiden herum und laufen direkt in den Kreuzer hinein. Wir tauschen auf kürzester Distanz Breitseiten aus. Schwere Einschläge erschüttern die "Audacia". Dutzende von Vakuumeinbrüche werden mir angezeigt. Es knirscht und kracht im ganzen Schiff. Auf dem Messingschirm für die Schadensmeldungen verwandelt sich die Schrift in ein Flirren, so schnell sausen die eingehenden Meldungen ein, dass mein Auge sie gar nicht mehr erfassen kann. So schwer wurde das Schiff noch nie beschädigt. Aber wir feuern aus allen Waffensystemen zurück und zertrümmern die Steuertreibwerke des Kreuzers. Sofort schwärmen auf der Rumpfoberfläch tausende von Grotz aus und beginnen mit den Reparaturen. Thronverdammt!

Die "Audacia" passiert den Kreuzer und geben ihm noch einmal Nachschlag, bevor wir mit voller Kraft an ihm vorbei rauschen. Wir sausen um den nächsten Asteroiden und sind im toten Winkel des schrecklichen Ungetüms. Vorne am Rumpf ist ein gigantischer Orkschädel angebracht. Entweder die Hommage an einen ihrer Götter, Mork oder Gork, oder an ihren Waaghboss Snoggritz. Mit etwas Glück ist er an Bord des Schiffes und wir können ihn hier und jetzt in die Hölle der Grünhäute schicken. Falls die angeschlagene "Audacia" durchhält. Colette ist in ihrer Kochnische zusammengesackt und wimmert schluchzend vor sich hin. Ich wünschte, ich könnte meine kleine Köchin trösten, aber dafür habe ich keine Zeit. Aber ich kann sie beschäftigt halten, indem ich ihr auftrage, schon mal ein Menu für das Siegesessen zusammen zu stellen. Derweil versucht die Mannschaft, die angeschlagene "Audacia" am Leben zu halten. Unser Manöver um dem Snoggritzs Flaggschiff zu entkommen hat uns mitten in ein Rudel Barrakuttas geführt. Beide Breitseiten hämmern los und ich lege mit der Lanze nach. Das reicht, um ein weiteres dieser Schiffe zu vernichten. Damit sind die Kräfteverhältnisse nicht mehr so einseitig zu unseren Ungunsten.

Die "Aegis" hat derweil auch einiges abbekommen und ist ebenso schwer angeschlagen wie mein Schiff. Das ist das schwerste Gefecht in meiner Karriere. Wir haben zwar schon einen Kreuzer erledigt, aber der war immobil im Bollwerk gesteckt. Ein offener Kampf gegen so ein Ungetüm ist eine Nummer zu groß für einen leichten Kreuzer wie die "Audacia". Ein Kreuzer ist das hauptsächliche Linienkampfschiff des Imperiums. Das Rückgrat der Imperialen Flotte. Schlachtschiffe sind zwar noch größer, aber selten. Der schwere Kreuzer ist das, was den imperialen Frieden im Raum aufrecht erhält. Und gegen so eine Bestie aus Stahl und purem Vernichtungswillen stehen wir nun. Ein geschändetes Relikt in der Hand des Xenos, gerichtet gegen die Diener des Imperiums. Selbst ein Freihändler ist immer noch ein Untertan unseres lebendigen Gottes auf seinem goldenen Thron zu Terra. Er sieht uns zu und er wird mich nicht verzweifeln sehen! Wir werden vielleicht sterben, aber es gibt nichts Ehrenvolleres als im Kampf für unschuldige Menschen zu fallen, die uns vertrauen. Wenn wir sie auch enttäuschen, werden wir doch erhobenen Hauptes fallen. Denn im Tod gegen die Feinde des Imperiums ist nichts Schlimmes, ist doch da der Imperator, der uns empfangen und über uns richten wird. Und er sollte wissen, wie viel ich in der letzten Zeit für das Imperium und seine heilige Kirche geleistet habe. Sieg oder Tod!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #176 am: 25. Oktober 2013, 13:45:35 »
Position:
Damaris System
Asteroidenfeld
Anflugskorridor zum Orkstützpunkt
Audacia
Brücke
Zeit: 2 548 784.M41

Wir lassen den brennenden Ork hinter uns zurück. Die "Aegis" blutet Sauerstoff und Flammen schlagen aus verschiedenen Lecks, aber sie zerlegt ebenfalls einen Barrakutta, dreht dann aber ab, nachdem Lock sich kurz bei mir gemeldet hat.

"Lord-Kapitän Conari! Haltet den Kreuzer und den letzten Barrakutta beschäftigt. Ich stoße mit der "Aegis" auf die Hauptproduktionsstätte vor." Sie hat Recht, wir müssen die Hauptwerftanlage zerstören. Sollten wir auch fallen, wird so die nächste Angriffswelle um Jahre verzögert werden. Mir ist klar, dass die "Audacia" alleine nur geringe Chancen hat, diese Gefecht zu überleben. Aber manchmal muss man bereit sein, alles zu opfern um alles gewinnen zu können. Nur wer wagt, gewinnt!

"Viel Glück! Der Imperator beschützt!", wünsche ich Lock.
"Das tut er!" Damit ist die Sache geklärt. Ich lasse die Audacia schwenken und wir liefern uns ein kurzes, aber heftiges Gefecht mit dem letzten orkischen Kanonenboot. Diesmal halten die Schilde oder die Panzerung dem Beschuss stand. Dafür geben wir dem Ork wirlich Saures. Unsere Salven liegen gut und der Nachschlag mit der Lanze lässt ein brennendes Wrack zurück, das auf einen Asteroiden zutrudelt und daran zerschellt. Welch schöne Explosion. Einer der von mir angeheuerten Maler macht schon fleißig Skizzen. Soviel Arbeitseifer in einer solchen Situation lobe ich mir.

Damit ist es nur noch ein Linienschiff gegen einen Aufklärer. Tja, alles ist offen. Ich lasse die Audacia eindrehen und erwarte Snoggritz Flaggschiff. Seine Grotz haben offenbar die Steuertriebwerke wieder repariert, denn er kommt mit voller Fahrt auf uns zu. Wir gehen parallel zu ihm und tauschen auf recht naher Distanz unsere Projektile und Energien aus. Diesmal liegen unsere Salven gut. Wir pulverisieren seine Frontbatterie an schweren Geschützen. Aber auch wir müssen schwere Treffer einstecken. Die Temperatur auf der Brücke erreicht die einer Sauna, so heiß flutet die Abwärme unserer Geschütze die "Audacia". Schließlich verlöschen die Schilde des Kreuzers für immer und ungehindert hämmern nun unsere Breitseiten in den Kreuzer. Allerdings sind seine Panzerplatten an den Flanken ebenfalls noch viele Meter dick und bestehen aus einer geschichteten Adamantium Ceramit Legierung. Ich jage mehrmals die Lanze hinterher, teilweise mit vierziger Impulsen, welche die Maschinengeister der Titanschmiedelanzen fast zur Ohnmacht treiben. Aber die uralte Technologie vom Titan hält aber durch. Schließlich donnern mehrere Explosionswellen durch das geschändete ehemalige imperiale Schiff. Die Triebwerke verlöschen für immer und das orkische Wrack gerät ins steuerlose Trudeln. Das ist der Sieg! Eine grenzenlose Erleichterung steigt in mir auf und ich tu so, als ob ich am Sieg nie einen Hauch von Zweifel gehabt habe. Dabei war das jetzt verdammt knapp gewesen. So gut wie keine Rune auf meinem Thron leuchtet mehr im beruhigenden Grün, die meisten blinken hektisch im tiefsten Rot. Die "Audacia" ist schwerst beschädigt und wird sich aus eigener Kraft nicht mehr reparieren können.

"Wir müssen das Gesicht am Bug bergen!", befehle ich, da ich diese gigantische Trophäe brauche, um meinen Ruhm zu mehren. Dies ist ein Zeichen, dass ich der wahre Verteidiger von Damaris bin und nicht dieser infame Angeber Blitz, die willfährige Marionette von dem intriganten Bischof Arendt. Wir gehen näher heran und säubern die Oberfläche mit unseren kleinen Abwehrgeschützen von noch immer herum wuselnden Grotz und Orks. Zähe Kerle. Rein Theoretisch könnte ich das Wrack bergen und hätte dann einen Kreuzer. Allerdings wären die Reparaturkosten immens. Ganz abgesehen davon, dass es Jahrzehnte dauern wird, die ganzen Orkgerätschaften wieder auszubauen, sie mit gesegneter und beseelter menschlicher Technologie zu versehen. Allein das Ritual der Neuweihung würde ein komplettes Jahrzehnt dauern. Das ist eine reine Kostenfrage, die mein Budget einfach bei Weitem übersteigt. Deswegen schieße ich nach der Bergung des Orkgesichtes vom Rumpf, immerhin sind die Hauer davon vergoldet, das Wrack weiter in Klump, bis sich dort nichts mehr rührt.

Spoiler (Anzeigen)

Die Lage hat sich stabilisiert, alle Feuer auf der "Audacia" sind unter Kontrolle, die Verwundeten geborgen, in Kryokapseln zu späterer Operationen eingefroren oder schon in dem großen Hospital des Schiffes versorgt. Die Schäden sind immens, aber alle wichtigen Systeme funktionieren noch. Die "Aegis" stößt schließlich wieder zu uns, nachdem sie die feindliche Produktionsstätte vernichtet hat. Damit sind die Orks in diesem System nun endgültig besiegt. Ein großartiger Sieg für die Menschheit und das Imperium unseres lebendigen Gottes auf seinem goldenen Thron zu Terra. Vorsichtig manövrieren wir wieder aus dem gefrorenen Asteroidenfeld heraus und nehmen Kurs auf das Bollwerk.

Ich halte eine Ansprache, wo ich der Besatzung unseren großen Sieg verkünde. Dieses Gefecht wird in die offizielle imperiale Geschichte eingehen. Noch in tausend Jahren wird man hier in diesem System davon sprechen. Und das meine ich ehrlich. Dann übergebe ich die Brücke an Kyrr und zeige Präsenz auf allen wichtigen Stationen. Vor Ort mache ich mir ein Bild von den Schäden. Besuche Verwundete und spende so gut es geht Trost. Heute war ein guter Tag für das Imperium, für die Menschheit und für mich. Ein weiterer Sieg, ein weiterer Erfolg und diesmal wird kein Jeremiah Blitz ihn mir abspenstig machen können. Aber der Preis war hoch und die Währung war menschliches Blut.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #177 am: 28. Oktober 2013, 12:54:29 »
Position:
Damaris System
Damaris Stadt
Gouverneurspalast
Zeit: 2 640 784.M41

Fast ein ganzer Monat ist seit dem Raumgefecht vergangen. Die Audacia ist inzwischen wieder aus dem Trockendock draußen und war die letzten Tage emsig beschäftigt, das Wrack des Kreuzers zu plündern, was mir einen gewaltigen Profit eingebracht hat. Das Plündern von eigenen Wracks ist nicht so anrüchig wie das Ausschlachten von anderen Schiffen, die man nicht selbst zur Strecke gebracht hat.

Es gab eine kurze Diskussion, ob man den Kreuzer nicht bergen und reparieren sollte. Das Chassis ist ja durchaus von Menschenhand erbaut worden. Allerdings ist viel davon durch seltsame Xenostechnologie ersetzt worden, die aufgehört hat, zu funktionieren. Dieses Wrack instand zu setzen ist sehr zeitaufwendig und sehr kostspielig. Da ist mir der schnelle Profit lieber, als Geld in ein Projekt zu stecken, das erst in mehreren Jahrzehnten fertig sein wird und Unsummen von Thronen verschlingen wird.

Für mich selbst war es auch wieder eine arbeitsreiche Zeit. Zuerst die ganzen Reparaturen anleiern, etwas beaufsichtigen. Hier und da gleich ein paar Verbesserungen anstoßen. Auch die neue Handelsstation mit luxuriösem Anwesen, Gedenkstätte und Denkmal geht gut voran. Das gewaltige Orkgesicht des Kreuzers schmückt nun die Außenfassade des Gebäudes. Das macht schon was her. Im Erdgeschoss habe ich eine Gedenkstätte und Museum über die Raumgefechte und den Krieg um Damaris eingerichtet. Ich hoffe mal, dass tausend Generationen von Scholaklassen mit großen Augen durch die Hallen laufen werden, um von meinen großartigen Taten zu hören. Und den Taten meiner Besatzung, die erst meinen Ruhm ermöglicht haben. Einige große Schlachtengemälde hängen nun an den Wänden. In Vitrinen liegen Beutewaffen und Ausrüstung der Orks. Ihre brutalen Kettenäxte und Spaltas, ihre kruden Knarren und Wummen. In einer großen Schauvitrine sind ausgestopfte Exemplare verschiedener Orksspezies zu sehen. Also Grot, Squig, Orkboy, Freibeuta und ein Boss in voller Ausrüstung und Montur. In einer großen Halle stehen mehrere grobe Fahrzeuge dieser hassenswerten Xenos, die einst imperiale Maschinengeister beherbergt haben, bevor diese bis zur Unkenntlichkeit von Meks geschändet worden waren. Das soll als warnendes Beispiel für spätere Generationen dienen, was passiert, wenn Xenos einen angreifen. Lithographien zeigen verschiedene Momentaufnahmen, darunter eine, wo ich aus dem Kommandopanzer herausluge und mit dem schweren MG jede Menge fiese Orks zusammen schieße. Nicht einmal ein totes Xenos ist ein gutes Xenos! Dies ist eine Lektion, die kein gottesfürchtiger Untertan unseres lebendigen Gottes auf seinem goldenen Thron auf Terra je vergessen darf.

Es gab einen gigantischen Dankesgottesdienst für den Sieg über Waaghboss Snoggritz. Und ich war diesmal die Hauptperson, auch wenn natürlich auch Lord-Kapitän Lock ein Teil des Ruhms durchaus verdient zusteht, immerhin hat sie zwei der fünf Barrakuttas abgeschossen und die Brockenwerft vernichtet. Die "Aegis" wie auch die "Audacia" haben den Job gemeinsam erledigt und deswegen ist es nur gerecht, dass auch ihre Verdienste geehrt werden. Es wird eine gewaltige Gedenktafel an den Krieg am Boden und für das abschließende Raumgefecht enthüllt. Die Namen der Gefallenen sind eingraviert. Allerdings fehlt der von General Dante. Es sieht beinahe so aus, als hätte es ihn nie gegeben. Seine Rolle im Krieg hat man mir in die Schuhe geschoben. In den offiziellen Berichten bin ich der Stratege hinter der Verteidigung. Der Feldmarschall im Bunker, nicht der Panzergeneral an der Front, der von vorne geführt hat. Es gibt inzwischen einen neuen General, einen Mann der einen kometenhaften Aufstieg hingelegt hat, zum einen ist er ein Cousin der Frau des Gouverneurs, zum anderen ein sehr frommer Mann. Also ein Kandidat, der beiden herrschenden Fraktionen hier sehr gelegen gekommen ist. Kompetenz und Erfahrung hat bei dieser Personalentscheidung keine Rolle gespielt, sondern die reine Politik. Thronverdammt!

Und ich habe einen Gedenkgottesdienst für meine gefallenen Gefolgsleute abhalten lassen. Und natürlich für alle Opfer der "Ruhige Gezeiten". Mögen mein getreuer Leibwächter Cussak und Leibkoch Lungini so doch noch vielleicht ihre verdiente Ruhe finden. Auch wenn ich nicht wirklich glaube, dass dieser Gottesdienst ihre Seelen retten wird. Aber Schaden wird es eben auch nicht.

Die Urne meiner Seelenwirtin Gryphonia habe in der Gruft der Kathedrale bestattet. Ich bin sicher, das würde ihr gefallen. Sie ist die aufrichtigste Frau gewesen, die ich je kennen gelernt habe. Noch immer bedauere und betrauere ich ihren Tod. Ich wünschte, sie hätte meinen Standpunkt besser verstanden und nicht angefangen, die Leute umzubringen, die für den Betrieb des Schiffes wichtig gewesen waren. Auf alle Fälle werde ich sie nie vergessen. Und ich werde ihr beweisen, dass ich mein Schicksal trotz Lady Anagais Manipulationen selbst bestimme.

An diesem Abend bekomme ich von Gouverneur Belkan Kupak den "Blauen Stern von Damaris" verliehen, den höchsten militärischen Orden dieser Welt. Und ja, ich habe ihn mir redlich mit meinen Taten verdient. Diese Invasion habe ich zurück geschlagen, es ist mein Verdienst, dass Damaris noch steht und diese widerlichen stinkenden Xenos nun Asche im Wind sind. Jede Orkleiche ist verbrannt worden. Der Boden wurde soweit möglich ebenfalls verbrannt. Wahrscheinlich wird das nicht ausreichen, aber eine kleine Orkpopulation hat die Nebenwirkung, dass die PVS immer im Kampf gegen Xenos trainiert und erfahren sein wird. Eine ewige Warnung, immer für den Krieg gerüstet zu sein. Wo diese Orks hergekommen sind, gibt es immer noch viele von ihnen. Vielleicht wird es eines Tages einen heiligen Kreuzzug geben, um sie auszurotten. Und wenn der Gottimperator will, werde ich ihn führen!

Auch Lock ist anwesend und hat einen Orden bekommen, auch wenn nicht den "Blauen Stern von Damaris". Leider hat den Jeremiah Blitz bekommen, der seinen halben Harem mitgebracht hat, also etwas über zwanzig wirklich gut aussehende Damen. Ich habe nur Carmina an meiner Seite. Und natürlich ein paar weibliche Offiziere, mit denen ich anschließend noch etwas getanzt habe. Leider will Lock nicht mit mir tanzen, aber wir trennen uns in Freundschaft und gegenseitigem Respekt. Sie warnt mich vor Covalek, der mich zum fressen gern hat. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich respektiere ihn, aber ich weiß, wie ich mit solch Kettenhunden umzugehen habe. Seine Arroganz ist seine größte Schwäche. Ich wünsche Lord-Kapitän Lock alles Gute und bete, dass das Flottenoberkommando ihr nur einen kleinen Klaps für ihre Befehlsverweigerung gibt. Immerhin gibt ihr der Erfolg Recht und Erfolg ist wohl der einzig mildernde Umstand. Wenn sie Pech hat, wird sie trotzdem ihres Kommandos enthoben und landet vor einem Erschießungskommando oder in einem Strafbataillon.

"Falls es wirklich eng werden sollte, auf der "Audacia" werdet Ihr immer willkommen sein!", meine ich zum Abschied. Offiziere aus solch einem Holz kann ich immer gebrauchen. Meine Offiziere schenken mir an diesem Abend noch ein wunderschönes Schlachtengemälde über den Sieg über das orkische Flaggschiff. Dies wird im Trophäenraum gut zur Geltung kommen. Ich spüre, wie ich mein Kommando nun gefestigt habe. Die Abschussliste unter meinem Kommando kann sich nun wahrlich sehen lassen. Und der gewaltige Profit, den wir in den letzten Wochen angehäuft haben. Ich habe praktisch das Vermögen mehr als verdoppelt. Damaris war trotz allem ein großer Erfolg. Und ich gedenke auch in Zukunft nicht nachzulassen.

Gespielt am 13.04.2013
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 4
Aris als Ersatz für Bruder Obskurus Seneschall Rang 2
Fidilius Flavius Explorator (Techpriester) Rang 1
EP: 500
Besiegte Gegner:
3 Barrakutta
1 Kreuzer (Flaggschiff der Orks)
Beute:
Die goldenen Hauer von Snogritz

Gedanke des Tages
Spoiler (Anzeigen)

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #178 am: 30. Oktober 2013, 12:56:36 »
Persona Dramatis
Spoiler (Anzeigen)

Kapitel 28
Zurück nach Karmesin Trost!

Position:
Heidensterne
Savatin System
Orbit über Savatin
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 694 784.M41

Auf Damaris haben wir noch etwas Ladung an Luxusgütern und normale Verbrauchsgegenstände aufgenommen. Ebenso unsere Passagierquartiere mit eifrigen Missionaren gefüllt, die ich auf dem Passagierdeck kaserniert halte. Soll heißen, kein freies Herumstreifen durch die Tiefen der "Audacia". Die Zeiten sind vorbei, wo Passagiere beliebig durch das ganze Raumschiff stromern und Unsinn anstellen konnten. Das wirklich umfangreiche Gepäck der Missionare belegt mehrere Laderäume, etwa ein Viertel unserer normalen Kapazität. Der größte Brocken ist Baumaterial für eine komplette Kirche, welche die heiligen Eiferer auf der Todeswelt Savatin in den Heidensternen zu errichten gedenken. Diese Mission ist eigentlich ein Verlustgeschäft, was Throne angeht.

Meinen Marketendern gelang es noch, vier Fury Raumjäger und zwei Aquila Lander zu beschaffen. Damit haben wir etwas mehr Kapazität im Raumkampf und können schneller Ladung löschen. Die Audacia ist kein Träger und verfügt über keine Katapultstartanlagen, um ganze Geschwader in einer Welle in den Raum bringen zu können. Aber so haben wir nun mobile Raumdeckung für gewisse Kampfmissionen, um gelandete Guncutter zu decken. Und so ein Fury hat doch eine recht große Feuerkraft mit seinen zehn starr nach vorne gerichteten langläufigen Laserkanonen, dazu noch zwölf Raketen und in einem drehbaren Turm am Bug zwei weitere Lasergeschütze. Damit lässt sich einiges anfangen und die Guncutter gut unterstützen. Damit können wir zwar keine Bomberstaffeln abfangen, aber jetzt haben wir ein paar mehr Optionen.

Da ich noch einige technische Ausrüstung zur psionischen Abwehr aus den Beständen des Adeptus Ministorum benötige, habe ich zwei weitere Aufträge von der Kirche angenommen, um mich mit ihr noch besser zu stellen. Diese Geräte werden nur verdienten Freunden der Ekklesiarchie zur Verfügung gestellt. Bevor sich diese Dinge nicht in meinem Besitz befinden, kann ich nicht gegen die Verderbnis auf der "Audacia" in Form der dreimal verdammten Astropathenkammer vorgehen. Dieses Ding muss weg, aber nicht bevor ich die Leute, die mir wichtig sind, ausreichend geschützt habe. So lange müssen die neuen Astropathen mit den vorhandenen Mitteln auskommen und sich mit dem Chor arrangieren. Ich habe keine Ahnung, was man sich einst bei der Installierung dieser Anlage gedacht hat. Nichts Gutes, nehme ich mal an. Thronverdammt!

Der erste Auftrag für das Adeptus Ministorum ist relativ simpel, ein paar Missionare und ihre Ausrüstung zur Todeswelt Savatin in den Heidensternen zu schippern. Also ziemlich weit draußen, wo auch meine Welt Karo Ass liegt, die ich auch noch zu besuchen gedenke.

Die zweite Aufgabe der Kirche, die ich übernommen habe ist schon etwas kniffliger. Auf Karmesin-Trost wird im großen Stil Handel mit gefälschten Reliquien getrieben. Also nicht nur ein oder zwei Händler mit zweifelhaftem Ruf, sondern ein ganzer Ring. Ich hoffe nur, dass die Kasballica Mission nicht dahinter steht, da die hier einen ziemlich starken Einfluss  hat. Aber so etwas passt nicht wirklich in ihr Profil und ich denke, etwas oder jemand anderes steckt dahinter.

Nach zwölf Tagen ereignislosem Transfer durch den Warp erreichen wir das Savatin System. Schon nach wenigen Minuten kann ich die volle Gefechtsbereitschaft aufheben, da sich hier kein weiteres Schiff im System befindet. Savatin ist eine recht kleine Welt in habitabler Zone, welcher von zwei kleinen Monden umkreist wird. Die Todeswelt ist der einzige Planet in diesem System mit einer kleinen gelben Sonne. Eine automatische Sonde macht uns klar, dass Savatin in Besitz der Kissler Dynastie ist. Die Familie Kissler ist inzwischen aber zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken und Savatin ist eine ihrer letzten aktiven Unternehmungen. Sie schippern nun als Subhändler für ein Konsortium von Verlierern herum. Anders kann man das nicht nennen. So etwas ist immer ein warnendes Beispiel, nie nachzulassen und sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Es ist schon beinahe befremdlich, dass es weder zu seltsamen psionischen Phänomenen während dem Transfer gekommen ist, noch das wir hier von Piraten, Xenos oder Renegaten überfallen werden. Ich erwarte jeden Augenblick Alarmmeldungen von den Auguren, aber alles bleibt friedlich. Allerdings werden unsere Funksprüche nicht beantwortet, welche wir auf allen Frequenzen senden. Ha, doch etwas Ungewöhnliches. Ich lasse einen der Guncutter klar machen und begebe mich mit meiner Entourage dort hin. Zwei der neuen Fury Jäger begleiten uns. Meisterin Puppila setzt sich an die Steuerknüppel und wir fliegen los. Die zwei Jäger reihen sich parallel zu uns ein. Die Oberfläche von Savatin ist nur zu einem Fünftel mit Wasser bedeckt, die Landmasse ist fast vollständig von einer grünen Hölle bedeckt. Es gibt nur eine feste Siedlung auf dieser Welt und die steuern wir an. Mal sehen, was uns dort unten erwartet.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #179 am: 01. November 2013, 13:25:45 »
Position:
Heidensterne
Savatin System
Savatin
Guncutter
Zeit: 2 694 784.M41

Ohne größere Probleme bringt uns Meisterin Puppila über die Siedlung. In der Atmosphäre gibt es große Herden von gewaltigen Fliegern, welche die Größe von Scholabussen haben. Ein paar kommen uns recht nah, aber unsere Pilotin meistert die Situation wie immer souverän. Die Siedlung sieht stark mitgenommen aus. Im Zentrum steht ein Bunkerkomplex, was wenig überraschend ist. So eine Anlage dürfte nicht nur in der Weite bei abgelegenen Welten obligatorisch sein. Die sieht noch intakt aus, darum gruppieren sich kleine Einfamilienhabs, die teilweise vollständig zerstört sind. Ein Wachturm im Perimeterbereich ist umgestürzt, der Ferrobetonwall an einer Stelle platt gewalzt. Und zwar von außen nach innen. Und wir können den Verursacher gut ausmachen. Das Ding ist so groß wie ein Vierachser und kann bequem über die kleinen einstöckigen Habs drüber schauen. Es hat vier Beine und verfügt über eine kristalline massive Panzerung. Als wir näher kommen, hebt es den Kopf mit seinen beiden Hörnern und fängt an zu brüllen. Der Guncutter wird ordentlich durchgeschüttelt, aber Altea bringt den Flieger in Sicherheit, bevor er ernsthaft beschädigt wird. Dieses verdammte Ding scheint die Fähigkeit zu einem Schallangriff zu haben. Thronverdammt!

Wir überlegen kurz, ob wir in der Lage sind, das Vieh lebendig zu fangen und ruhig zu stellen. Nach etwas hin und her komme ich zu dem Schluss, dass wir keine praktikable Lösung momentan zur Hand haben. Also lasse ich aus allen Rohren das Feuer eröffnen. Das Ding ist ziemlich zäh, aber nach Dutzenden von Einschlägen sinkt es tot zu Boden. Ich versuche mich als Bordschütze und erlege ein kleines Hab. Nun ja, Kollateralschaden nennt man so was wohl. Ein zweites Vieh wird durch den Beschuss aufgeschreckt, welches sich bisher ruhig verhalten hatte. Auch dieses geht schließlich tot zu Boden. Damit wäre die Landezone gesichert. Während der Guncutter auf einem markierten Landeplatz aus Ferrobeton landet, fliegen die beiden Fury weite Kreise über uns und sichern unser Vorgehen. Als erstes lasse ich einen zu Boden gegangenen Fahnenmast bergen. Besser gesagt, die beiden Flaggen, die in dem Schmutz gelandet sind. Zum einen der Imperiale Aquila, zum anderen das Banner der Familie Kissler. Ich lasse ausschwärmen und wir bewegen uns langsam auf den Bunkerkomplex vor. Das massive Tor aus Plastoidstahl ist mit zwei Maschinenkanonen gesichert. Ich bin nicht sicher, ob die Dinger von beschränkten Maschinengeistern oder von Menschen bedient werden. Da zwischen den Habs Wäscheleinen befestigt sind, an denen tatsächlich Wäsche zum Trocknen hängt, lasse ich mir ein Laken und eine Wäschekorb holen. Ich wickle das Laken um den Korb und werfe diesen dann aus sicherer Deckung heraus in Richtung Tor. Die Geschütze bleiben starr nach vorne gerichtet. Es dauert eine Weile, dann ertönt ein Summen und eine der Außenkameras fährt hin und her. Maschinengeist? Servitor? Oder menschlicher Bediener? Aris schlägt vor, einen meiner Männer vorzuschicken. Ich schau ihn nur mit Verachtung an. Ein wahrer Mann würde vorschlagen, selbst nachzusehen. Da ich niemanden opfern will und ich nicht sicher bin, was da los ist, suche ich so etwas wie eine Wachstation.

Tatsächlich ist in einem der größeren Gebäude so etwas wie ein Besprechungszimmer zu finden. An den Wänden hängen Karten des umliegenden Geländes mit Quadranten und verschiedenen Grenzlinien. Wahrscheinlich eine Karte über den Wildbestand und Territorien von Bestien. Hier stehen offene Waffenschränke, die wohl in aller Eile geräumt worden sind. Auf dem Boden liegen mehrere leere Munitionsschachteln. In einer Ecke steht das, was ich suche, nämlich eine Intercomeinrichtung. Aris und Fidilius streiten sich kurz über die richtigen Rituale, den Maschinengeist zu wecken und drehen wild an den Einstellungen herum. Wie gut, dass ich so kompetentes Fachpersonal habe. Thronverdammt!

Letztendlich gelingt es mir, eine Verbindung zum Bunker über Leitung herzustellen. Aus irgendeinem Grund wird der Funk hier gestört. Die über uns kreisenden Furys kann ich noch erreichen, die "Audacia" schon nicht mehr. Die Besatzung der Station hat sich wohl zum größten Teil in den Bunker flüchten können und sind verdammt froh, meine Stimme zu hören. Ich stelle mich vor und erkläre, was ich hier will. Nämlich Missionare abladen und Todesweltbestien einfangen. Die Tore öffnen sich und eine Traube von Menschen quillt heraus. Neben harten Burschen finden sich auch viele Frauen und ihre manigfaltigen Nachkommen, die uns aus sicherer Distanz mit großen Augen anstarren. Die sind überglücklich, dass die beiden Monster tot sind. Dann erzählt der Anführer der Bodenstation mir, was passiert ist. Und das setzt mich doch dann in Erstaunen.

  • Drucken