Autor Thema: Die Fahrten der Audacia  (Gelesen 58282 mal)

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Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #375 am: 11. Februar 2015, 15:27:57 »
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Findlingswelten
Frevel
Freier Raum vor dem System
"Gerechter Pfad"
Strategium
Zeit: 6 714 785.M41

Nach etwas Hin und Her lasse ich mich breitschlagen, diese Mission auszuführen. Bei diesem Geschäft werde ich zwar wohl Verluste einfahren, aber einem leibhaftigen Astartes beizustehen ist etwas, was meinen Ruhm noch weiter steigern wird. Ruhm ist in der Weite eine Währung, die höher wiegt als Frachträume voller Throne. Deswegen rennt Covalek mit seinem Vorschlag ein offenes Tor ein, aber um ihn etwas zu ärgern, ziere ich mich. Ich werde als neuer Kapitän der "Untertan" zur Handelsstation "Covrathal" reisen und dort mit Avi Fisk Kontakt aufnehmen und den Ordensbruder befreien oder einfach kaufen. Der alte Kapitän hieß Botang und weilt leider nicht mehr unter uns. Auf alle Fälle soll ich Fisks Hausmarke ablehnen, da dies so eine Art Code ist, ob man in die Gebräuche der Station eingeweiht ist oder nicht. Mit Bruder Virgil an Bord meines Guncutters reise ich zuerst zur "Audacia" zurück und tarne mich. Ich lasse meine Haare blond färben und meinen Bart rasieren. Auch lasse ich meine Rüstung verfremden, bei meinen Gefolgsleuten verfahre ich ebenso. Auch meine Waffen werden etwas getarnt. Ich verabschiede mich noch von meinen beiden Konkubinen und lasse sie verschwitzt und befriedigt zurück.

Die "Untertan" ist ein gammliger Transporter, der schon bessere Tage gesehen hat. Die Bewaffnung erschöpft sich in ein paar Abwehrgeschütze für Kleinflieger. Schilde sind nicht vorhanden und die Triebwerke haben einen Beschleunigungswert, der nur eine Schnecke vor Neid erblassen lassen würde. Selbst die "Audacia", die wahrlich kein Sprinter ist, hat bessere Beschleunigungswerte und eine höhere Endgeschwindigkeit.

"Das ist mit Abstand die lahmste Ente die ich je geflogen bin!", jammert Althea.

"Ente gut, alles gut!", muntere ich sie auf. Statt eines Lächelns schenkt sie mir nur einen genervten Blick. Die Besatzung besteht noch aus vierhundert Mann. In Schach gehalten von Sicherheitstruppen der Imperialen Flotte. Das sind nicht gerade rosige Aussichten. Trotzdem verbreite ich auf breiter Basis Optimismus und stelle der gefangenen Besatzung eine Amnestie in Aussicht, wenn die Mission ein Erfolg werden sollte. Nichts beflügelt mehr als ein Schimmer von Hoffnung.

Ich flegel mich in meinen neuen Thron und studiere die Logbücher der "Untertan". Das letzte Ereignis, die Kaperung durch die Imperiale Flotte ist natürlich nicht erwähnt. Vor einem halben Jahr war das Schiff auf Karmesin-Trost. Perfekt für meine Hintergrundgeschichte, warum Kapitän Botang nicht mehr das Kommando hat. Ich bin ein Einkäufer für Gladiatoren für eine exklusive Arena für die Makropole Tarsus auf Scintilla. Diese Arena gibt es wirklich und zeigt für ein äußerst gehobenes Publikum wirklich hochklassige Kämpfe. Egal ob im Kampf Mann gegen Mann, Mensch gegen Maschine oder Bestien. Ich habe die "Untertan" von Botang in einem Spiel auf Karmesin-Trost gewonnen. Diese Welt ist schließlich berühmt dafür, dass in einem Abend ganze Schiffe verspielt werden.

Ich lasse einen kurzen Warptransfer einleiten, dessen Austritt geortet werden kann. Der kurze Transfer dauert nur wenige Minuten und wir sind im eigentlichen System von Frevel angekommen. Unbehelligt steuern wir auf die Handelsplattform zu und werden zu einem Andockpunkt eingewiesen. Hier geht es relativ locker zu. Die Chaoten brauchen wohl den Handel, um hier existieren zu können. Mit meiner Entourage betrete ich das Dock und stelle fest, dass hier keine Sau auf mich wartet. Etwas irritiert über die mangelnde Bürokratie in Form von jemanden, der Gebühren einzieht, begebe ich mich in die eigentliche Station. Als erstes fällt der unglaubliche Gestank auf, der hier herrscht. Der rührt von den Käfigen her, in denen hier Sklaven angeboten werden. Und das nicht gerade die erste Wahl, sondern der fast unverkäufliche Ausschuss. Bedauernswerte Kreaturen, Gefangene von unterentwickelten Welten der Weite oder Siedler, die voller Träume aufgebrochen und hier an Leib und Seele zerbrochen sind. Traurig, aber nicht zu ändern.

Trotzdem gehe ich taxierend an den Käfigen entlang, um ein Gefühl für Preise zu bekommen. Hier werden keine Individuen angeboten, sondern der Inhalt ganzer Käfige für vergleichsweise wenig Throne. Selbst Chaosabschaum benutzt hier die Imperiale Währung. Gelt stinkt eben nicht. Diese Sklaven dagegen schon. Bewacht werden sie von gelangweilt wirkenden Söldnern in allen möglichen Panzerungen. Einige sind eindeutig als Chaosabschaum zu erkennen, da sie Insignien des Erzfeindes offen zur Schau tragen. Viele von ihnen sind jenseits des Tolerierbaren mutiert und würden auf einer Imperialen Welt auf Sicht verbrannt werden.

Etwas tiefer in die Station hinein gelange ich zu den Orten, wo ernsthaft Handel getrieben wird. Die "Untertan" hat volle Laderäume mit Treibstoff, Munition und standardisierten Ersatzteilen. Auf dem Weg dorthin begegnen wir einem leibhaftigen Xenos. Ein Loxatl, eine Spezies, die dafür bekannt ist, sich beim Erzfeind als Söldner zu verdingen. Die kriechen auf dem Boden und haben eine fest auf die Brust geschnallte Projektilwaffe. Hässliche stinkende Viecher, wie ich sie hasse!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #376 am: 13. Februar 2015, 16:29:03 »
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Frevel
"Covrathal"
Handelskammer
Zeit: 6 715 785.M41

Recht schnell werde ich die Ware zu sehr guten Konditionen los und das Entladen beginnt. Derweil versuche ich Kampfsklaven zu bekommen. Das Angebot ist allerdings recht mickrig. Trotzdem kaufe ich im großen Stil arbeitsfähige Sklaven ein, meist Menschen, die ich als imperiale Siedler identifiziere. Die meisten schauen nur stumpf und hoffnungslos vor sich hin. In einigen brennt noch etwas Feuer, aber die meisten stehen nur apathisch herum.

"Für die Hatz", erkläre ich, da diese Leute nicht wirklich als Gladiatoren taugen. Das Geschäft besiegele ich in einer gehobenen Bar. In der Mitte ist eine Grube, in der ein riesiger Ogryn mit dem Namen Baxo einen anderen Ogryn mit seinen Fäusten aus Plastoid zerschmettert. Die Quoten waren für den Unterlegenen astronomisch, während Baxo bei 1 : 1,000005 steht. Viele werfen ihre Wettscheine weg, nachdem Baxo den kleineren Ogryn den Schädel zerquetscht und dessen Gehirn an die Wand geklatscht hat. Im Kreis sind Käfige angebracht, in denen äußerst leicht bekleidete Frauen ihren Körper feilbieten. Freier lassen mit Gesten die Käfige in ein Separee bringen. Die meisten Huren sind hübsche Frauen, aber einige sind deutlich mutiert. Eine hat zum Beispiel drei Brüste.

Es gibt einen VIP Bereich, in den ich schließlich eingeladen werde, nachdem sich herum gesprochen hat, dass ich über sehr viele flüssige Mittel verfüge. Eine Bedienung führt uns in den mit einem Vorhang abgetrennten Bereich. Gleich hinter der Tür schlabbern zwei Loxatl an einem Tisch von einem gemeinsamen Teller rohe Fleischstücke, die wie Menschenfleisch aussehen, da an einigen noch Haut und Knochen dran ist. Widerlich!

Ich fülle mein Herz mit Hass und lasse mir nichts anmerken. Avi Fisk ist ein gut gekleideter Mann Mitte Vierzig. Ihm gegenüber sitzt ein älterer Mann, dessen Gesicht voller Pockennarben und Warzen ist. Bekleidet ist er mit einer weißen Robe, die dringend mal gewaschen gehört. Um den Hals trägt er Symbol mit einer Weißen Hand, auf der Fliegen herum krabbeln. Kein sympathischer Mensch. Offensichtlich mag er mich nicht, da er sofort spöttische Bemerkungen über mich macht. Es juckt mich, ihn auf der Stelle mit Blitzgewitter niederzustrecken. Aber ich kann mich beherrschen. Er wird mir als Bruder Bobonikus vorgestellt, als Mitglied der Bruderschaft der Weißen Hand. Meines Wissens wird Frevel von acht Bruderschaften regiert. Und sie nehmen nur Männer als Mitglied. Frauen haben auf Frevel absolut nichts zu melden. Frauen sind hier nur Huren oder Gebärmaschinen und nichts weiter.

Bruder Bobonikus fordert mich zu einem Trinkduell aus. Er ordert eine Flasche aus Stahl und schenkt zwei Gläser ein. Der Inhalt raucht und erinnert mich eher an Säure als ein trinkbares Getränk. Bobonikus nimmt sein Glas und kippt es auf Ex herunter. Yuri zupft an meinem Ärmel und rät mir, mich nicht auf so ein debiles Wetttrinken einzulassen. Obwohl ich sonst nie einer Herausforderung widerstehen kann, bleibe ich diesmal vernünftig und lehne es ab, dieses Zeug zu trinken. Wahrscheinlich ist dies ein Anhänger von Nörgler und die sollen besonders zähe Burschen sein. Da, solange dieser Mistkerl hier herumlungert, kein vernünftiges Gespräch mit Fisk möglich ist, vertagen wir das Gespräch über besondere Ware auf morgen. Fisk lädt mich aber zu einer Sonderschau an, die bald in einem anderen VIP Bereich anfangen soll. Unter höhnischen Bemerkungen von Bobonikus ziehe ich mich zurück. Ich stelle mir vor, wie ich ihn mit "Blitzgewitter" ausweiden werde und ertrage so seine Beleidigungen mit einem sardonischen Lächeln auf den Lippen. Was kümmert dem Wolf das Gekläff der Welpen?

Die Sonderschau entpuppt sich als Orgie, wo man die hier ausgebildeten Frauen und Mädchen antesten kann. Einige der Sklavinnen entsprechen weder im Alter noch im Aussehen den imperialen Vorschriften. Einige sind viel zu jung und andere zu deutlich mutiert, um sich mit ihnen reinen Gewissens zu vergnügen. Ganz abgesehen davon ist fraglich, wie gesund sie sind. Gesund im Sinne von, ob sie Geschlechtskrankheiten übertragen. Navigatorin Yuri kauft sich gleich zwei der Mädchen als "Zofen". Klar, "Zofen"!

Es gibt auch Bereiche, wo man nur zusehen und über Geschäfte reden kann. Die Bruderschaft der Weißen Hand ist auf Frevel für den Handel zuständig. Sklaven werden bevorzugt importiert, allerdings werden Frauen hier zu Huren ausgebildet und weiterverkauft. Frauen haben hier wie ja schon erwähnt nur geringen Stellenwert und werden als Handelsware angesehen. Gerüchte über einen gefangenen Space Marine fange ich keine auf. Was ich öfters zu hören bekomme, sind Spekulationen über die Zusammenkunft der drei mächtigsten Chaosfraktionen der Koronusweite auf Frevel. Jeder hat etwas anderes zu berichten, was bedeutet, dass kein Außenstehender wirklich weiß, was hier abgeht. Nur ein Gerücht könnte ein Körnchen Wahrheit enthalten. Dabei handelt es sich darum, dass auf Frevel ein besonderer Titel vergeben werden soll. Aber der Händler weiß sonst auch nichts Genaueres. Ich schätze mal, Lady Anagai wird hier den nächsten Sturmrufer küren. Mal wieder. Soll sie doch, zwei von ihnen habe ich schon getötet, ein dritter wird mir auch keine größeren Probleme bereiten. Bei der ersten Gelegenheit ziehe ich mich aus der Hölle fleischgewordener Lust zurück. Mein Gefolge begleitet mich bis auf Magister Militaris Solun, der ausgiebig von der Ware testet. Nun, viel Spaß dabei.

Auf dem Rückweg zur "Untertan" komme ich an einem Stand mit Tieren vorbei. Und da ist ja meiner kleiner Covalek! Ich kaufe mir ein kleines Äffchen, das schon salutieren kann. Das ist spaßig und bringt mich zum Lächeln. Immer wenn ich "Achtung!" sage, salutiert der kleine Kerl zackig. Jetzt nur noch eine kleine Offiziersuniform der Imperialen Flotte und ich bin zufrieden. Breit grinsend, meinen neuen Freund auf der Schulter tragend, eile ich nun endgültig in Richtung der "Untertan". Auf Höhe der Sklavenkäfige ruft plötzlich eine der Sklavinnen, ein komplett verdrecktes Mädchen mit blonden Haaren ganz laut in meine Richtung: "Conari"!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #377 am: 16. Februar 2015, 16:39:02 »
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Frevel
"Covrathal"
Handelskammer
Zeit: 6 716 785.M41

Thronverdammt! Ignorieren oder handeln? Gute Frage. Momentan ist Nachtzyklus und der Teil der Station wenig frequentiert. Einige gelangweilte Söldner passen auf, dass der Ware nichts passiert. Ich habe mir so große Mühe gegeben, mich zu tarnen und ein Sklavenmädchen erkennt mich trotzdem. Kommt sie aus Damaris und hat mich vielleicht auf Bildern oder gar bei einer Veranstaltung gesehen? Ich schau sie mir näher an und bin sicher, sie vorher noch nie in meinem Leben gesehen zu haben.

"Conari!", ruft sie wieder und zeigt mit ihrer dreckigen Hand auf mich. Da ich neugierig bin, woher sie mich kennt, kaufe ich den Käfig als "Todesweltbestienfutter". Schließlich müssen die Viecher immer erst an den Geschmack von Menschenfleisch gewöhnt werden. Nichts ist langweiliger in der Arena, wenn Todesweltbestien nicht zubeißen wollen, weil die Beute für sie unbekannt ist. Ich kaufe sie zum Festpreis und lasse sie auf mein Schiff schaffen. Vorher werden sie als Service nochmal mit einem Hochdruckschlauch abgespritzt, was den gröbsten Dreck entfernt. Das Mädchen trenne ich sofort von den anderen und lasse das arme Ding in mein Quartier schaffen. Da sie splitterfasernackt ist, werfe ich ihr ein langes Hemd aus dem Besitz von Botang zu. Apathisch fängt sie es auf und schaut es irritiert an.

"Zieh dich an!", befehle ich und erst dann streift sie hinein, ohne das Hemd aber zu schließen.
"Setz dich!" Statt auf einen Sessel kniet sie sich auf den Boden hin. Offensichtlich hat sie eine gewisse Ausbildung "genossen". Wenigstens muss ich so nicht länger ihr Genital sehen. Nach etwas hin und her bekomme ich heraus, dass sie Lea heißt, von einem Ort mit dem Namen Varkas stammt, wohl der Name ihrer Siedlung, und sie von einem "Gouverneur" von ihrem Land vertrieben und auf ein Siedlerschiff gebracht worden. Das hat sie dann wohl zu Station geschafft und dort wurden sie selektiert. Lea ist ziemlich abgemagert und macht einen etwas abwesenden Eindruck. Yuri, meine Navigatorin, untersucht sie. Lea ist keine Hexe, aber berührt. Das Mädchen erzählt, dass sie von mir geträumt hat. Na Prima auch! Wenn jeder Warpbefleckte von mir hier träumt, kann ich meine Tarnung auch gleich knicken. Thronverdammt!

Ich verhänge eine allgemeine Gefechtsbereitschaft und lasse die Sensoren die Umgebung scannen. Allerdings ist keine ungewöhnliche Bewegung an Kampfschiffen in unsere Richtung zu erkennen. Trotzdem bin ich äußerst unruhig und gönne mir nur eine Mütze voll Schlaf in voller Montur. Lea lasse ich in ein extra Quartier schaffen und sperre sie dort ein. Keine Ahnung, was ich mit der Kleinen machen soll. Der Rest der Sklaven wird zu meinen Kolonien geschafft werden. Karo König ist eine Agrarwelt und die zu erschließen wird viele menschliche Ressourcen benötigen.

Der Nachtzyklus vergeht und nichts passiert. Auch gut. Magister Militaris Ares ist inzwischen von der Warenprobe bei der Sonderschau zurückgekommen, hat aber nichts Passendes gefunden. Zur vereinbarten Zeit treffe ich mich mit einem betont gut gelaunten Avi Fisk. Er fragt mich während einer zwanglosen Plauderei ziemlich lange aus, wie ich an die "Untertan" gekommen bin und was ich früher so getrieben habe. Zum Glück habe ich für meine Familie früher viel Drecksarbeit erledigt und kann deshalb viele authentische Geschichten mit feisten Lügen mischen. Während wir reden, gibt es was zum Essen. Schließlich scheine ich ihn von meinen Absichten überzeugt zu haben und er fordert mich auf, seine besten Pferde im Stall zu begutachten. Genau deswegen bin ich ja hier.

Auf dem Weg zu den Sklavenquartieren kreuzt eine Loxatl unseren Weg. Zischend richtet sie sich auf und scheint auf Fisk aufgeregt einzureden. Offensichtlich versteht der Händler, was das Xenos zu sagen hat. Das Alien zeigt dabei mehrmals auf mich und das sehe ich als kein gutes Zeichen an. Er macht ein paar Gesten und das Xenos verkrümelt sich. Was war das jetzt? Ich habe kein gutes Gefühl dabei, trotzdem geht es weiter zu den Sklavenquartieren. Wir passieren ein bewachtes Schott und es geht eine Treppe nach unten. Am Fuß der Treppe knabbert ein Loxatl an "Bruchschäden" herum, sprich Sklaven, deren Haltung sich nicht mehr gelohnt hat.

Als erstes bekomme drei Spezialitäten von Maleziel zu sehen, nämlich ein Mann und zwei Kinder mit Augenbinden. Also die dort so häufig vorkommenden Lichtausmacher. Thronverdammt! Allerdings kann ich ihn überzeugen, dass sich so etwas in der Arena nicht gut macht, schließlich wollen die Leute ja Blut spritzen sehen. Yuri raunt mir zu, dass wir beobachtet werden und zeigt unmerklich nach oben. An der Decke verlaufen einige Rohre und etwas scheint sich dort zu bewegen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #378 am: 18. Februar 2015, 12:22:51 »
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Findlingswelten
Frevel
"Covrathal"
Sklavenquartier
Zeit: 6 717 785.M41

Wahrscheinlich ein Loxatl. Tangiert mich momentan nicht groß und ich unterlasse es, nach oben zu starren. Nun kommen wir zu den interessanteren Sklaven. Hier bekomme ich nun echte Kämpfer zu sehen. Das herausragenste Exemplar ist ein Unteroffizier der Imperialen Flotte welcher einen Aquila als Tätowierung auf der muskulösen Brust trägt. Allerdings ist der durch so viele Narben verunstaltet, dass er kaum noch erkennen kann. Als Unteroffizier Beckmann wird er mir vorgestellt, als Gladiator eine Wucht. Gekauft!

Auch sonst wandern da noch knapp vierzig weitere Sklaven in meinen Besitz. Hauptsächlich Kampfsklaven, aber auch eine liebliche Rothaarige, in die sich sie Solun Ares verguckt hat. Nun gut, soll er sie bekommen. Die neu erworbene Ware wird zur "Untertan" transferiert. Das war ja jetzt nicht schlecht, aber ich will einfach noch mehr. Etwas was hier schreit! Etwas, was selbst die Gesellschaft von Tarsus noch nie erlebt hat. Ich bekomme Baxas angeboten. Der Ogryn ist sicherlich nicht schlecht, aber eben nicht das, was ich will. Gelt spielt keine Rolle. Das mache ich Fisk klar. Schließlich beißt er an und will mir etwas wirklich Besonderes zeigen. Na also! Wurde Thronverdammt noch mal auch Zeit!

Er führt mich tiefer in diesen Bereich hinein. Schließlich kommen wir zu einem Schott, dass von zwei Wachen flankiert wird. Einer ist ein Ogryn mit einer Schrotkanone, der andere ein Halbblut Ogryn mit einem Sturmbolter. Das Sicherheitsschott ist massiv und mit einem biometrischen Schloss gesichert. Aber Fisk kann den Maschinengeist überzeugen, das Schloss zu entriegeln. Dahinter ist ein Block mit fünf Zellen. Zwei sind belegt. Eine mit einer nackten alten Vettel, deren Körper mit Symbolen des Erzfeindes beschmiert ist. Mangels einer Alternative hat sie dafür ihren eigenen Kot genommen. Entsprechend riecht sie auch. Kaum sind wir im Block, fängt sie auch schon an, mich Conari zu nennen. Toll, dass hat mir jetzt Echt noch gefehlt! Mein Ruf eilt mir in Kreisen voraus, wo ich nicht wirklich beliebt bin. Wie auch immer, Fisk überhört ihr Gebrabbel geflissentlich und zeigt mir seinen Schatz. Einen leibhaftigen Space Marine, einen Engel des Todes, ein geweihter Astartes. Na bitte, geht doch!

Wir beginnen zu verhandeln. Er will ein Vermögen, das Gewicht des Astartes in Elektrum aufgewogen. Das ist eine wahrlich seltene Ware, ein Unikat. Schließlich handle ich ihn auf etwas um die drei Milliarden Throne herunter. Eine abstrus hohe Summe, die ich nicht Bar an Bord der "Untertan" habe. Trotzdem schlage ich ein und Fisk verlässt uns unter dem Vorwand, Spezialisten für den Abtransport zu holen. Das ist äußerst fadenscheinig und verdächtig. Von allen Seiten wird mir zugeraunt, dass dies viel zu einfach war. Die Vettel beschimpft mich immer noch und prophezeit mir ein äußerst schreckliches Schicksal, inklusive, dass Dämonen meine Seelen fressen werden. Also die alte Leier und nichts wirklich Neues. Ich vermute, dass wir aus irgendeinem Grund aufgeflogen sind und Fisk uns nicht ohne Grund hierher geführt hat. Allerdings ist mir nicht ganz klar, wo und warum wir enttarnt worden sind. Egal, Zeit die Evakuierung in Angriff zu nehmen. Ein Funksprung an die "Untertan", sich auf ein schnelles Andockmanöver vorzubereiten. Bruder Obskurus soll die "Audacia" informieren, uns entgegen zu kommen, da wir garantiert verfolgt werden, sobald wir hier heiß raus gehen.

"Ich bin Flavion Conari und bin hier, Euch zu retten, Astartes!", stelle ich mich vor.

"Das ist ein Trick!", meint der riesige Mann, der etwa ein Kopf größer als ich ist. Sein ganzer Körper ist mit Narben übersät. Einige sind schon alt, andere recht neu. Astartes sollen angeblich sehr schnell heilen können. Deswegen sind so gut wie keine frischen Verletzungen zu sehen. Die Gitterstäbe sind aus Adamatium, aber es gibt ein Magnetschloss, das ich geschickt mit meinem Multischlüssel öffne. Endlich kann sich dieses praktische Ding, das ich vor fast zwei Jahren gekauft habe, endlich bewähren.

"Ich habe natürlich keinen Ausweis dabei, aber Euer Bruder Virgil ist auf der "Untertan" und wartet auf Euch. Es war die Idee von Kapitän Covalek mich hier her zu schicken. Er meinte, sein Verband aus der "Gerechten Pfad" und seine zwei anderen Zerstörer könnten nur die Station zusammen schießen. Aber er dachte, lebend würdet ihr dem Imperium besser dienen können. Also macht jetzt keine Faxen und kommt mit." Er schaut mich prüfend an und nickt dann schließlich.

Dummerweise bekommen die Wachen unser Gespräch mit und bevor ich die Gittertür aufziehen kann, geht schon ein Feuergefecht los. Yuri feuert als erste, da sie seit Neustem unglaublich schnelle Reflexe hat, da sie wieder mal etwas mutiert ist. Leider liegt die Salve mit ihrer fortschrittlichen Xenoswaffe nicht wirklich gut im Ziel und verwundet den Ogryn mit der Schrotkanone nur oberflächlich. Ich greife nach Himmelssturm und feure ebenfalls auf den bulligen Abhumanen. Meine Salve trifft schon besser, wird aber zum größten Teil von einem Schutzfeld abgewehrt. Thronverdammt, irgendwer muss die Dinger in Massen auf den schwarzen Markt werfen. Jeder in der Weite scheint eines zu haben. Solun Ares stürmt heran und boxt den Ogryn mit der Energiefaust nieder. Fidilius schießt mit seinem Plasmawerfer auf den anderen Wächter und verwundet ihn schwer. Der schießt im Gegenzug auf den fast vor ihm stehenden Ares, der aber gerade so dem Sturm massereaktiver Projektile ausweichen kann. Lady Helmchen schwenkt auf den verbliebenen Gegner ein und scheitert am flackernden Feld. Dafür gebe ich ihm mit "Himmelssturm" den Rest.

Während Fidilius und ich den Astartes, der sich als Sergeant Bruder Neus vorstellt, von seinen Ketten befreien, erschießt Yuri die keifende Vettel. Ein Problem weniger und wohltuende Stille umgibt uns. Aber jetzt müssen wir uns nur noch durch mehrere hundert Meter feindliches Gebiet zurück kämpfen. Das wird kein Spaß werden.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #379 am: 20. Februar 2015, 14:44:02 »
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Findlingswelten
Frevel
"Covrathal"
Sklavenquartier
Zeit: 6 717 785.M41

Bruder Neus nimmt eines der Kraftfelder, die Schrotkanone und einem Gurt mit Ersatzpatronen an sich. Sonst trägt er nur einen Lendenschurz. So ein Astartes ist selbst fast nackt eine beeindruckende Erscheinung. Ich bin selbst mit 1,91 und breiter Statur nicht gerade schmächtig. Aber der Space Marine überragt mich um Haupteslänge und er ist um einiges breitschultriger als ich. Ich fühle mich wie ein Junge im Angesicht eines Mannes. Fidilius schnappt sich noch den Sturmbolter und das andere Kraftfeld, davon kann man nie genug haben.

Es geht zurück durch die Sklavenquartiere. Die Gänge sind fast deckungslos und es gibt kaum einen schlechteren Ort für einen Kampf. Das hätte ich gerne vermieden, aber die Umständen zwingen mich nun zu handeln. Ich hoffe nur, dass wir uns nicht geirrt haben und Fisk tatsächlich gegangen ist, um jemanden zu holen, um den Abtransport des Astartes einzuleiten. Aber vielleicht war das Ganze von vorne herein zum Scheitern verurteilt gewesen. Darüber zu sinnieren bringt uns hier auch nicht heraus, also vorwärts und durch. Schon bald werden wir von einer Kreuzung aus beschossen. Bolter- und Hochenergielasergewehr-Feuer schlägt uns entgegen. Lady Helmchen schaut sich um und entdeckt, dass sich mindestens ein Loxatl über uns befindet. Ich hake eine Granate von meinem Gürtel und schleudere sie zielsicher den verschanzten Feinden entgegen. Einer wird immerhin schwer verwundet zurückgeschleudert, aber sofort nimmt ein anderer seinen Platz ein.

Magister Militaris Ares wird mehrmals durch Treffer von Boltern und Hochenergielasergewehren verwundet. Er hält sich noch auf den Beinen, ist aber schwer angeschlagen. Thronverdammt! Wir haben erst ein paar Meter zurückgelegt und schon einen Schwerverwundeten zu beklagen. Solun erschießt im Gegenzug einen der Schützen mit seinem Sturmbolter. Fidilius will es mit seinem Plasmawerfer nachmachen, verfehlt sein Ziel aber. Ein vorwitziger Loxatl schießt von oben, irgendwo zwischen Versorgungsrohren kauernd auf Yuri, trifft und verwundet sie ebenfalls. Der Imperator scheint heute nicht wie gewohnt seine schützende Hand über uns zu halten. Bruder Neus schießt mit seiner Schrotkanone auf das Xenos und zwingt es verwundet in die Deckung zurück. Yuri reagiert ebenfalls und erschießt die Echsenbrut. Der dampfende Leib der Kreatur klatscht auf den Boden. Mit Himmelssturm richte ich einen der Wächter hin. Es handelt sich dabei um mehr oder weniger schwer mutierte Söldner mit guter Ausrüstung, aber ohne Uniformität. Eine Salve Hochenergielasergewehrschüsse hämmert in mein Kraftfeld, findet aber keine Lücke. Braver Maschinengeist. Ares erledigt im Gegenzug diesen Schützen mit einer sauberen Garbe, was dessen verdorbene Innereien für alle Welt offenlegt. Den Mutanten sollst du töten! Fidilius stürmt wild schreiend vor, aber sein Angriff verpufft leider. Ein weiterer Loxatl schleicht sich hinter uns von oben an und schießt auf mich. Den Großteil der Treffer lösen nur bunte Farbenspiele auf meinem Kraftfeld aus, aber eines der schraubenartigen Projektile bohrt sich durch einen Lücke meiner Rüstung in meinen Körper. Autsch! Das habe ich deutlich gespürt.

Der Astartes zerlegt auch diesen Xenos in handliche Einzelteile. Wieder eine Bedrohung weniger. Die letzten beiden Wachen fallen im Feuer unserer Waffen und wir rücken weiter den Gang entlang vor. Schließlich finden wir den jammernden Fisk, der davon spricht, dass die Bruderschaft der Weißen Hand ihn zu alledem hier gezwungen hat. Ja, klar, als ob man Abschaum dazu zwingen müsste, zwielichtige Geschäfte zu tätigen. Fidilius will ihn packen, da feuert Fisk einen Multimelter in Form einer Digitalwaffe ab. Fidilius hat großes Glück, dass sein Schutzfeld ihn vor dem Schlimmsten bewahrt. Nun hat auch der Techpriester eine dieser hochwertigen Waffen.

Wir sind nun an der Treppe nach oben angelangt. Um etwas mehr Kanonenfutter zu haben, lassen wir die Sklaven aus ihren Zellen. Nur ein Teil kommt heraus und bewaffnet sich mit den Waffen der Toten. Dann lasse ich die Treppe stürmen. Aber in der Wachstube erwartet uns niemand. Allerdings sind die Waffenregale leer und in der Bar dahinter ist deutlich die Art von Lärm zu hören, wenn sich jemand verschanzt. Nun gut. Ich habe ja noch Lady Helmchen mit ihrem Navigatorenauge, was wie eine Massenvernichtungswaffe wirkt.

"Flieht oder sterbt!", rufe ich drohend in den runden Raum hinter dem Wachraum. Wütendes Gebrüll antwortet mir. Nun gut. Keiner soll nachher sagen, ich hätte sie nicht freundlich gewarnt.

"Yuri, dein Auftritt. Zeig ihnen den Warp!", befehle ich und mache der Navigatorin Platz. Kaum streckt sie den Kopf durch die offene Tür, brandet ihr unablässig Abwehrfeuer entgegen. Ihr Kraftfeld leuchtet in allen Farben des Regenbogens auf. Dann öffnet sie ihr drittes Auge.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #380 am: 23. Februar 2015, 12:13:21 »
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Findlingswelten
Frevel
"Covrathal"
Sklavenquartier
Zeit: 6 717 785.M41

Infernalisches Geschrei brandet auf, als die Leute in der Bar in ihr drittes Auge blicken. Ganz so verdorben scheinen sie wohl doch nicht zu sein, sonst hätte der Blick in den Warp nicht diese furchtbaren Auswirkungen. Sie schließt ihr Auge und wir stürmen hinein. Bruder Neus wirft eine meiner Granaten hinter den Tresen und tötet damit die armen Schweine, die sich rechtzeitig geduckt hatten. Wer auch noch steht, ist Bruder Bobonikus, der recht unbeeindruckt zu sein scheint von dem, was er gerade gesehen hat. Das zeigt, dass er hoch in der Gunst der falschen Götter steht.

Sofort gibt Yuri ihm Nachschlag in Form ihrer Xenoswaffe. Allerdings verursachen ihre Treffer nur oberflächliche Wunden. Magister Militaris Ares trifft ihn voll mit einer Garbe seines Sturmbolters und die normalerweise äußerst verheerenden Wirkung der massereaktiven Geschosse ist minimal. Auch der Plasmawerfer von Fidilius vermag nur oberflächliche Wunden zu schlagen. Nun richte ich auch meinen heiligen Sturmbolter aus dem Besitz von Angevin und lasse "Himmelssturm" sein Urteil fällen. Ein Teil der Geschosse wird leider von einem Kraftfeld abgewehrt, aber zwei der Projektile explodieren in seiner Brust und reißen seinen Brustkorb in Stücke. Seine Innereien klatschen eine grüne Gaswolke absondernd auf den Boden und er fällt tot um.

Spoiler (Anzeigen)

Kaum ist das Problem erledigt, erbebt der Berg Leichen vor uns und aus ihm gräbt sich der Ogryn Baxo heraus.

"Uh, Baxo hat Kopfschmerzen von komischen Bildern!", grunzt er und schüttelt den Kopf.

"Aus dem Weg, Abhumaner oder stirb!", meine ich großzügig. Leider wählt Baxo letzteres und wird von Techpriester Fidilius kurzerhand über den Haufen geschossen. Da Zeit ein kostbares Gut ist, eilen wir sofort weiter. Von der Schleuse der "Untertan" werden massive Gefechte gemeldet. Aber Covaleks Marines und der Astartes sorgen für klare Verhältnisse, nämlich einen großen Haufen toter Chaosspinner bei minimalen eigenen Verlusten von zwei Mann und einigen Verwundeten. Einige Loxatl Söldner sind so verwegen, sich uns in den Weg zu stellen. Offensichtlich wollen sie uns verlangsamen. Die ersten Augurenmeldungen kommen herein, dass mehrere Verbände von Zerstörern ihre Ankerpositionen verlassen haben und auf die Station zuhalten. Also befehle ich in Bewegung zu bleiben und wir rennen von Deckung zu Deckung, um von dort aus das Feuer zu erwidern. Uns gelingt es, die Xenos auf Distanz zu halten, wo ihre Splitterwaffen ihre tödliche Wirkung nicht vollkommen entfalten können. Etwa fünfundzwanzig Sklaven erreichen mit uns die Schleuse und ich lasse sie mit an Bord. Sie haben sich eine zweite Chance redlich verdient.

Wir legen sofort ab und Meisterin Puppila fliegt einige waghalsige Manöver, um dem Feuer aus den Geschützen der Station zu entgehen. Auch wenn wir Fisk als jammernde Geisel haben, als Chef scheint er bei seinen Leuten nicht beliebt zu sein. Ich eile zur Brücke und sehe mir die Blips auf dem Hologlobe an. Die "Audacia" hat ihre Schleichfahrt aufgegeben und rast uns unter Volllast entgegen. Techpriester Fidilius versucht die Geister der Triebwerke zu motivieren, scheitert aber trotz aller korrekt ausgeführten Rituale kläglich. Thronverdammt!

Ein Verband von drei Zerstörern hat eine reale Chance uns vor einem Rendezvous mit der "Audacia" abzufangen. Ihre Blips kommen schnell und stetig näher. Meisterin Puppila versucht selbst, alles aus den Treibwerken des Transporters herauszukitzeln, aber selbst sie kann aus einer lahmen Ente keinen rasenden Falken machen. Nach fast drei Stunden ist der erste der Zerstörer in Reichweite und beginnt uns unter Feuer zu nehmen. Meisterin Puppila wächst über sich hinaus und zwingt die "Untertan" zu wahnwitzigen Ausweichmanövern. Die erste Salve rast haarscharf an uns vorbei, aber nun sind auch die begleitenden Zerstörer in Reichweite. Diesmal ruht das Auge des Imperators auf uns und wir treiben wie ein Blatt im Wind durch einen Hagelsturm aus habgroßen Makrogeschossen und tödlichen Lanzenschlägen. Wobei die Lanzen auf der Entfernung eh kaum noch die notwendige Energie in sich tragen, um uns zu zerstören.

Die "Audacia" kommt stetig näher, aber auch die Zerstörer und die sind dreimal schneller als wir. Und hinter diesen kommen noch mehr. Aus irgendeinem Grund sind die richtig sauer auf mich. Da scheine ich mal was richtig gemacht zu haben. Ein kleiner Trost, als eine weitere Salve hinter uns hergeschickt wird.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #381 am: 25. Februar 2015, 12:58:34 »
Position:
Findlingswelten
Frevel
"Untertan"
Brücke
Zeit: 6 718 785.M41

Althea beweist ihr überragendes Können, als sie die "Untertan" ein weiteres Mal durch eine Reihe waghalsiger Manöver durch einen wahren Feuersturm steuert. Aber nun ist die "Audacia" heran und ich lasse mit einem Guncutter meinen Magister Militaris Ares und Bruder Neus von den Ultra Marines zur "Audacia" übersetzen. Natürlich ist es dort auch sicherer, aber ich will dieses Schiff samt Inhalt behalten. Also bleiben alle anderen auf der "Untertan" und tun ihr Bestes, den Transporter am Leben zu erhalten. Die Zerstörer werden recht schnell von der "Audacia" unter Druck gesetzt und abgedrängt. Die Chaosbesatzungen stellen recht schnell fest, dass ein Kampf gegen einen leichten Kreuzer nicht so viel Spaß macht, wie einen unbewaffneten Transporter zu jagen. Innerhalb kürzester Zeit künden zwei brennende Wracks von den Schießkünsten von Solun Ares, während der dritte Zerstörer sein Heil in der Flucht sucht. Ich lasse die Verfolgung sofort abbrechen und die "Audacia" folgt uns zum nächsten Sprungpunkt.

Ganze Verbände von Chaosschiffen setzen sich nun in Bewegung. Aber nur ein Verband aus sechs Zerstörern ist theoretisch in der Lage, uns noch abzufangen. Allerdings belassen es die Schiffe dabei, uns zu treiben und kommen nicht in Kampfreichweite. Schließlich erreichen wir einen sicheren Sprungpunkt und fliegen in ein Nachbarsystem, das wir schon vorher als unseren Sammelpunkt festgelegt haben. Nach drei Stunden Transfer durch den Warpraum kommen wir schließlich dort an. Die "Audacia" und der Verband aus den drei imperialen Zerstörern mit dem Flaggschiff "Gerechter Pfad" trudeln innerhalb der nächsten halben Stunde ein. Wir haben es geschafft. Ein weiterer Erfolg in meiner ruhmreichen Karriere als Lordkapitän der "Audacia". Und nicht mal Sebastian oder Calligos Winterscale können von sich behaupten, einen leibhaftigen Engel des Todes aus der Gefangenschaft des Erzfeindes befreit zu haben. Ha, das wird meinen Ruhm noch mehr mehren, als den Krieg um Chordas Grab zum Abschluss geführt zu haben. Und es war deutlich kostengünstiger von Zeit und Gelt her gesehen, auch wenn der Gewinn natürlich nicht so hoch ist. Trotzdem ein guter Tag für mich, die Menschheit und das Imperium.

Wir treffen uns schließlich alle auf der "Gerechter Pfad" im Strategium. Bruder Neus berichtet davon, dass auf Frevel finsterste Machenschaften im Gange sind. So wie es aussieht, wird dort von den Anhängern ein "Tor" errichtet.

"Ist zufällig ein violetter Kristall im Spiel?", frage ich, da ich schon einige dieser Kristalle gesehen habe, die unter anderem auch das vollbringen konnten, nämlich eine Passage in den Warp zu ermöglichen. Der Bruder Sergeant ist sich da entweder nicht sicher oder will es mir nicht erzählen. Was ich nicht erzähle ist, dass ich denke, ich weiß, was die dort unten treiben. Meine Theorie wäre, die bauen dort eine Passage zum Letzten der Yu´vath, um ihm zu ermöglichen, seinen Seelensturm zu entfachen, welcher alle Gottimperator treuen Menschen der Weite mit einem Schlag töten wird. Unter anderem sind das auch alle Freihändler mit ihren doch oft meist recht großen Schiffen. Da würde einiges an schwerem Gerät einfach so dahin treiben und zwar in sofort einsatzbereitem Zustand, wenn man eine Besatzung hat.

"Egal, was die dort auch immer treiben, wir werden sie daran hindern!", meint Covalek und macht mal wieder einen auf Großkotz.

"Und wie wollt Ihr das anstellen?" Ich sehe im Geiste schon die Imperiale Flotte in Form von drei Zerstörern mit einem Haufen zwangsrekrutierter Freihändlerflotten Frevel angreifen.

"Ein schlagkräftiger Kampfverband der Schlachtflotte des Calixissektors ist hierher unterwegs. Darunter ein Schlachtkreuzer! Damit werden wir diese Gelegenheit nutzen und den versammelten Chaosabschaum der Weite in nur einer Schlacht hinwegfegen", lässt er die Katze mit einem breiten Grinsen aus dem Sack.

"Nicht schlecht!", meine ich dazu nur und kann mir denken, dass ich gleich dazu "eingeladen" werde, dieser Party beizutreten. Als Freihändler kann ich zu militärischen Hilfsdiensten heran gezogen werden. Deswegen komme ich einer Zwangsrekrutierung zuvor. "Ich werde mit größtem Vergnügen bei diesem Schützenfest mitmischen."

"Willkommen in meiner Welt!", meint Covalek dazu nur mit einem äußerst breiten Grinsen, das inzwischen in seinem Gesicht eingemeißelt zu sein scheint.

Gespielt am 28.06.2014
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler
Fidilius Techpriester
Solun Ares Magister Militaris
Yuri Navigatorin
EP: 450
Besiegte Feinde:
1 Ogryn
1 Priester der Bruderschaft der Weißen Hand (Nurgle)
ca 12 Wachen
Unbestimmte Menge an Chaosabschaum
3+ Loxatl
Beute:
ca. 1400 Sklaven
1 Digitalwaffe Melter
1 Sturmbolter
2 Refraktorfelder

Gedanke des Tages
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Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #382 am: 27. Februar 2015, 12:59:40 »
Personae Dramatis
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Kapitel 58
Stargate Kappa 9
!

Position:
Ausgang des Schlundes
Aufbruch
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 730 785.M41

Knapp fünf Standardtage waren wir im Transfer und nichts ist passiert! Als ob die verdammten Warpkreaturen wüssten, dass ich nur auf sie warte, ignorieren sie die "Audacia". Thronverdammt! Ohne Probleme treten wir in den Realraum ein und sehen die versammelte Imperiale Kampfkraft in Ankerpositionen um Aufbruch herum aufgereiht. Das Flaggschiff ist die "Gryphon". Ein Schwerer Kreuzer der altgedienten und viel bewährten Marsklasse. Eine mächtige Novakanone ist die Hauptbewaffnung dieses über fünf Kilometer langen Großkampfschiffes. Auf dem Deck ragen zwei mächtige Türme auf, welche die Lanzen beherbergen. An der Breitseite heizen Plasmakanonen den Feinden des Imperiums ordentlich ein. Als Krönung verfügt das Schiff über vier Flugdecks, welche je vier Geschwader Furys Abfangjäger und Starhawk Bomber beherbergen. Die "Gryphon" ist ein sehr altes und sehr bekanntes Linienschiff, welches schon eine tragende Rolle in den Tagen des Angevin Kreuzzuges gespielt hat.

Die "Sirius" ist ein weiteres Großkampfschiff. Die Lunarklasse ist ein Kreuzer mit der klassischen Bewaffnung aus Makrokanonenbatterien an den Flanken. Lanzen an Deck und Torpedowerfer im Bug. So stellt sich der kleine Scholajunge einen Kreuzer vor. Auch dieses Schiff ist wohlbekannt und die Crew gilt als absolute Elite. Die Kompetenz und Effektivität der Besatzung ist sprichwörtlich.

Der Gothikklasse-Kreuzer "Gethsemane" dagegen ist ein recht neues Schiff. Ihre Bewaffnung besteht aus zwei Reihen Lanzen an den Flanken und einem Torpedowerfer im Bug. Das ist eine ehrfurchtsgebietende Feuerkraft.

Der Rest der Flotte besteht aus mehreren Geschwadern von Cobra Zerstörern und Fregatten der Schwertklasse. Nichts Besonderes, aber in ausreichender Zahl vorhanden. Die "Imperators Schwur" befindet sich mit einigen von Winterscales Schiffen auch schon vor Ort. Von meiner Flotte sind die  Zerstörer "Soluns Treffsicherheit", die "Altheas Grazie" und die "Rammbock" schon eingetroffen. Die "Perfekte Flamme" wird in drei Tagen eintreffen. Die "Leerenstürmer" wird noch Monate im Trockendock verbringen und auch die "Sagitarius" muss erst noch auf Vordermann gebracht werden.

Weitere Freihändler vor Ort, die ich kenne, sind unter anderem Serverus Trusk mit seinen drei Zerstörern, die einfachheitshalber "Zerberus I" bis "III" heißen. Diesmal hat er es sogar geschafft, pünktlich zu kommen. Jonquin Saul ist ebenfalls mit einigen Transportern mit von der Partie. Allerdings nur, um die Flotte zu versorgen. Niemand bei klarem Verstand wird wohl diese unterbewaffneten Transporter in ein Gefecht mit einer Flotte von Chaosabschaum führen wollen. Lordkapitän Nathan Zakaris ist mit der "GH-12" ebenfalls anwesend. Ich hoffe nur, dass er diesmal die Nerven behält und nicht wieder so einen Anfall von Wahnsinn bekommt wie in der Endschlacht von Chordas Grab.

Insgesamt hat sich hier eine Flotte aus etwa vierzig Kriegsschiffen versammelt. Das Gros besteht aus Einheiten der Imperialen Flotte aus dem Calixissektor. Dazu noch Freihändlerschiffe verschiedener Größe. Und ein Angriffskreuzer mit dem Namen "Servire Sanctum" vom Orden der Ultramarines. Der Leichte Kreuzer hat in etwa die Größe der "Audacia", ist aber massiver gepanzert. So ein Anblick ist selten und ich lasse die "Audacia" langsam und so nahe wie möglich vorbei gleiten, dass alle Besatzungsmitglieder auf Promenadendeck einen Blick auf ein Schiff der Astartes erhaschen können. So etwas bekommt man nur alle paar Generationen zu sehen. Das ist zwar noch keine richtige Kreuzzugsflotte, aber nahe dran. Das dürfte wohl noch etwas größer sein als der Kampf um Chordas Grab. Wahrscheinlich nicht halb so ertragreich, aber im Kampf gegen die Verderbnis des Erzfeindes geht es weniger um Gelt. Es ist eine überlebensnotwendige Pflicht, den Erzfeind zu vernichten. Koste was es wolle! Ausgelöscht zu werden ist das unabdingbare Schicksal des Ketzers! Und Männer wie ich sind dabei die Erfüllungsgehilfen unseres lebendigen Gottes auf Terra!

Die Flotte steht unter dem Oberkommando von Admiral Horn. Die Horns sind ein aufstrebendes junges Adelshaus, das öfters in der Vergangenheit versucht hat, sich mit einem gefälschten Stammbaum und erfundenen Heldentaten aus den Zeiten des glorreichen Angevin Kreuzzuges zu profilieren. Die Horns haben wie meine Familie ihren Sitz auf Scintilla und ihnen gehört eine ertragreiche Handelsstation im Orbit, die sie sehr reich und einflussreich gemacht hat. Hin und wieder gab es einige unschöne Vorfälle zwischen unseren Familien. Wir sind Rivalen und hier und da gab es auch ein paar Tote durch Duelle. Momentan kocht der Konflikt aber auf kleiner Flamme und keine Seite ist daran interessiert, die alte Vendetta wieder richtig zum Kochen zu bringen. So was kostet nur Gelt und Blut; und bringt wenig Profit.

Admiral Horn hat einen tadellosen Ruf. Aber auch keine große Kampferfahrung. Sein Aufstieg und Kariere bis zum Admiral ist nicht seinen Erfolgen geschuldet, sondern seinem Familiennamen und dem Einfluss seiner Familie. Sicherlich hat er ein paar Gefechte geführt, ein paar Piraten zusammen geschossen und um Wandererhafen den einen oder anderen Schmuggler aufgebracht. Aber eine komplette Flotte aus zusammen gewürfelten Einheiten gegen eine versammelte Flotte des Erzfeindes zu führen ist eine ganz andere Sache. Wenn das mal nur gut geht.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #383 am: 02. März 2015, 15:09:45 »
Position:
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Aufbruch
"Audacia"
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Zeit: 2 730 785.M41

Ich lasse einen Guncutter klar machen und fliege mit meinem Gefolge und einigen Marketender nach Aufbruch. Hektische Betriebsamkeit erwartet mich. Das Militär hat hier nun das Sagen. Sicherheitstruppen der Flotte sind allgegenwärtig. Die Bordelle und Bars sind voll mit Besatzungsmitgliedern auf Landgang. Es kommt laufend zu Reibereien zwischen Crews der Flotten und der Freihändlerschiffe. Die Flottenmatrosen sehen bei ihren Pedanten wohlhabende Lebemänner, die mit viel Gelt um sich werfen, aber in einem ernsthaften Gefecht klein beigeben. Die Matrosen der Freihändlerschiffe dagegen sehen in Imperialen Gegenstücken uniformierte Püppchen, die in der Härte der Weite keinen Monat überleben. Und diese Meinungsverschiedenheit wird meist mit Fäusten und dem beweglichen Inventar der Etablissements ausgetragen. Ab und zu wird auch mit Messern oder Laserpistolen gefoult, was meist die Sicherheitstruppen der Flotte auf den Plan ruft.

Die Schneider haben eine neue Zielgruppe gefunden, nämlich Offiziere, die unbedingt neue maßgeschneiderte Uniformen brauchen. Ich brauch auch eine, nämlich für meinen kleinen süßen Covalek. Der kleine freche Kerl sieht einfach zu putzig aus. Deswegen braucht mein Kapuzineräffchen unbedingt die passende Uniform. Natürlich habe ich nicht vor, ihm die gleich anzuziehen, käme hier vielleicht nicht so gut an.

Wir hören uns etwas um. Die wohl schlimmste Nachricht ist, dass der Lordkapitän Wrath Umboldt von der "Rechtschaffener Kreuzfahrer" tot ist. Die näheren Umstände sind geheimnisumwittert. Es gibt ein gutes Dutzend verschiedene Versionen, die sein Ableben betreffen. Allerdings sind sich alle Versionen darin einig, dass ein Kommando der "Gryphon" darin verwickelt war. Das ist natürlich seltsam.

Zwei Inquisitoren begleiten die Flotte, der uns schon bekannte Inquisitor Flamm vom Ordo Hereticus. Wir erinnern uns, das war der Inquisitor, den Bruder Obskurus verärgert hatte. Der andere ist ein gewisser geheimnisumwitterter Inquisitor mit dem Namen Reobas Benikus vom Ordo Xenos. Einige Gerüchte behaupten, er würde den Xanithen angehören, wer immer das auch sein mag. Was mich verwundert, was ein Inquisitor für Xenosangelegenheiten hier zu suchen hat. Wir ziehen ja gegen den Erzfeind, das Chaos und all seine widerwärtigen Facetten.

Schließlich gehen wir zum Zoo, der schon mehrmals Dreh- und Angelpunkt für Abenteuer auf Aufbruch gewesen ist. Hier halten sich hauptsächlich Offiziere auf. Ich steige in eine Kartenrunde ein und stelle fest, dass alle schon von mir gehört haben. Das macht mich gleich noch ein paar Zentimeter größer. Wir spielen etwas und ich bekomme noch heraus, dass während des Vorfalls, bei dem Wrath Umboldt zu Tode kam, wohl auch ein paar Haloartefakte von der "Rechtschaffener Kreuzfahrer" gestohlen wurden. Interessant. Jeder Freihändler in der Weite hat meist mehrere von solchen Sachen im Besitz, selbst wenn sie nur in Vitrinen vor sich hinstauben. So etwas gehört einfach zum Inventar wie der Rohrstock in einer Schola.

Nachdem wohl ich alles in Erfahrung gebracht habe, steige ich aus und kaufe ein paar Kleinigkeiten ein. Zum einen eine meisterhafte Infernopistole, die wie ein Drache geformt ist. Aus seinem Maul speit er die feurige Ladung und seine Beine sind der Griff. Deswegen heißt die Waffe auch "Drachenfeuer". Und ich besorge mir noch einen Servitorschädel, der so ziemlich jede bekannte Sprache der Weite spricht, dazu auch noch solche, die nur Eingeweihte kennen. Beides kostet ein Vermögen, aber momentan kann ich mir das leisten.

Ich versuche noch vergeblich, auf die "Rechtschaffener Kreuzfahrer" zu kommen, aber Sicherheitstruppen der Imperialen Flotte halten mich davon ab. Auf alle Fälle ist zu sehen, dass von dem Schiff eine gewaltige Menge an Inventar weggebracht wird. Irgendwie gefällt mir das ganz und gar nicht. Ich habe Wrath nur einmal getroffen, aber uns verbindet das gleiche Schicksal. Wie ich das Wort inzwischen hasse! Er hatte nur noch einen Namen auf seiner Liste, der Halbling. Ist er auf ihn getroffen? Ist der Mistkerl hier irgendwo? Schwer zu sagen, aber der Verdacht liegt nahe. Sieht so aus, als nähere ich mich so langsam dem finalen Gegner. Je eher, desto besser. Obwohl, eigentlich nicht. Noch sind nicht alle Hinterlassenschaften von Sebastian Winterscale in meinem Besitz. Noch habe ich nicht alles zusammen, den letzten Yu´vath zu vernichten. Und wie ich Lady Anagai zerstören soll, ist mir noch ein Rätsel.

Da für den nächsten Tag eine allgemeine Besprechung auf dem Flaggschiff anberaumt ist, gehe ich zu Zeiten zurück auf die "Audacia" und hab ausgiebig Spaß mit meinen beiden süßen Konkubinen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #384 am: 04. März 2015, 15:57:56 »
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Aufbruch
"Gryphon"
Strategium
Zeit: 2 733 785.M41

Die "Gryphon" ist ein gigantisches Schiff mit einem gewaltigen Flugdeck. Unser Guncutter verliert sich schon beinahe hier drin. Trotzdem ist es hier ziemlich eng, da sich Dutzende von Guncutter und Aquilla Lander hier drängeln. Die hier stationierten Fury Abfangjäger sind teilweise an der Decke festgezurrt, um Platz für Shuttles der Gäste zu schaffen. Ein Leutnant führt mich durch die Gänge der "Gryphon". Viele der Tore zu Hallen stehen offen, wo Exerzierübungen oder Waffendrills ausgeführt wird. Ich nehme nicht an, dass dies der normale Dienstplan ist. Wahrscheinlich ist das nur Show, um zu zeigen, was man hier alles für tolle Sachen kann. Aber aus der Praxis weiß ich, Drill ist gut, Kampferfahrung ist besser.

Schließlich werden wir durch die gigantische Halle der Brücke geführt. Hier kommt man sich vor wie in einer Kathedrale. In Wandnischen stehen riesige Statuen von Helden und Heiligen. Auf Emporen sind Offiziere mit ihren Konsolen beschäftigt. Wir laufen über eine Brücke eigens für Besucher und Zuschauer quer durch die gewaltige Halle. Das gotische Geländer ist mit den Insignien der Flotte und des Imperialen Kultes geschmückt. Unter uns sind Cogitatorbänke und das emsig arbeitende Personal zu sehen. Dies ist nicht nur für die Steuerung der "Gryphon", sondern für die Koordination einer ganzen Flotte notwendig. Hier ist der Herzstück der Flotte. Hier laufen alle Informationen und Daten zusammen und hier werden die Entscheidungen getroffen. Das beeindruckt mich nun doch.

Hinter der Brücke werden wir in ein Strategium geführt. Wie in einem alten Theater reihen sich Sitzreihen bis fast an die Decke. Eine illustre Gesellschaft hat sich hier eingefunden. Als erstes kommt mir Calligos Winterscale freudestrahlend entgegen, als ob wir die besten Freunde wären. Wir hätten es sein können, aber er hat mir gezeigt, dass ihm nie zu trauen sein wird. Trotzdem haut er mir jovial auf die Schulter. Da ich immer gepanzert bin, tut ihm das mehr weh als mir. Ich belasse es bei einem Schulterklopfer. Er tut überrascht, mich hier zu sehen.

"Warum, du weißt doch, dass ich immer dort bin, wo das stinkende Haupt des Chaos sich erhebt. Wie ich schon auf Chordas Grab sagte, schnöder Profit interessiert mich momentan nur zweitrangig. Es gilt dieser Bestie ihr dreifaches Haupt abzuschlagen. Und wir haben vielleicht die historische Chance, dass zu vollbringen. Und das in einem richtigen Krieg!" Nicht dass der Krieg um Lucins Odem nicht ein großer Konflikt gewesen wäre, aber dort haben imperiale Kräfte gegen imperiale Kräfte gekämpft. Jetzt töten wir den wahren Feind der Menschheit. Dies wird keine sinnlose Verschwendung von Leben, Ressourcen und Gelt sein, wie der Konflikt um Lucins Odem, der nur deswegen geführt wurde, um das Handelshaus Krynn reich zu machen.

Wir halten etwas Smalltalk, bewerten die Situation und tun so, als ob wir beste Freunde wären. Aber das sind wir nun mal leider nicht und ich war es nicht, der die Tür zugeschlagen hat. Auch große Männer können kleingeistige Narren sein. Schade drum.

Die Ankunft von drei prächtig gerüsteten Space Marines befreit mich von seiner Anwesenheit. Einer der drei ist ein leibhaftiger Captain der 7. Kompanie der Ultramarines mit dem Namen Ixion. Reich ist die Rüstung verziert und voller Insignien und Ehrenzeichen. Ich kenne mich in der Heraldik der Astartes leider nur wenig aus. Aber den stählernen Stern kann ich erkennen. Orden und Schutzfeldgenerator zugleich. Zwei Nägel sind in seiner Stirn, also zwei Jahrhunderte aufopferungsvoller Dienst im Namen der Menschheit und des Imperiums. Ich frage mich, wer es geschafft hat, eine komplette Kompanie dieses berühmten Ordens hierher in die Koronusweite zu leiten. Ultramar ist immerhin von hier aus gesehen am fast gegenüberliegenden Ende des Imperiums.

Flamm kann ich unter den geladenen Gästen erkennen. Ebenso Inquisitor Reobas Benikus vom Ordo Xenos. Er ist mehr als einen Kopf kleiner als ich und trägt eine weite Robe mit hochgeschlagener Kapuze. Zuerst denke ich, er trägt eine Maske aus glänzend poliertem Metall. Aber dann sehe ich, dass dies keine Maske ist, sondern eine Prothese, die sein Gesicht ersetzt. Deutlich sind seitlich Kabel zu sehen, die in seinen Kopf führen. Sein Beruf scheint wahrlich nicht ungefährlich zu sein. Ein Adjutant weißt mir und meinem Gefolge die Plätze und wir setzen uns in die bequemen Sessel. Admiral Horn begrüßt uns nun. Man sieht ihm seine zweihundert Jahre deutlich an, die er auf dem Buckel hat. Seine nächste Verjüngungskur sollte nicht viel länger aufgeschoben werden. Er trägt eine prächtige Uniform mit vielen Ehrenzeichen. Die meisten für eine lange Zeitspanne tadellosen Dienstes. Nicht für überragend viele Abschüsse. Wahrscheinlich habe ich in den letzten zwei Jahren mehr Kampfschiffe erledigt als er in zweihundert Jahren. Er trägt eine Brille mit dicken Gläsern, in Verbindung mit seinem Gehstock erinnert er mich an die Karikatur eines Schulmeisters. Ich hatte mal ein Buch mit einer Bildergeschichte über einen frechen Scholajungen, der immer seinem Lehrer böse Streiche gespielt hat. An diesen bedauernswerten Lehrer erinnert mich Admiral Horn. Ich muss mir ein Lachen wirklich verkneifen.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #385 am: 06. März 2015, 12:13:23 »
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Aufbruch
"Gryphon"
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Zeit: 2 733 785.M41

Nach einer Begrüßung und einigen einleitenden Floskeln kommt der Admiral schnell zum Punkt. Der Erzfeind hat sich im Frevelsystem versammelt und wir haben die historische Chance, sie alle auf einmal zu erledigen. Wir können der Chaosbedrohung in der Weite mit einem einzigen Schlag den Kopf abschlagen. Auf einer Leinwand werden drei Lithographien der Anführer unserer Feinde gezeigt. Der Gesichtslose Fürst wird aber nur als Silhouette angezeigt. Eine gewisse Vivika Saynay ist nun das Oberhaupt der Saynays. Auch ihr Bild ist mehr oder weniger nichtssagend. Der dritte im unheiligen Bunde ist Malik Barlhok, genannt auch der Engelstöter. Hier wird er als Schaumschläger dargestellt, der nur ein fettes Schiff unter seinem genauso fetten Arsch hat.

Horn weiß, dass auf Frevel der Titel des "Sturmrufers" vergeben werden soll, nachdem Flavion Conari den amtierenden Träger des Titels vor knapp einem Jahr auf Maleziel erschlagen hat. Ha, das geht mir runter wie Sirup. Endlich mal eine Tatsache, die auch wirklich stimmt. Inzwischen habe ich schon einen weiteren Aspiranten auf den Titel erledigt, aber das ist etwas, was ich nicht an die große Glocke hängen will. Wie auch immer, Horn preist dies als die historische Gelegenheit an, die Sache hier klar zu machen. Des Weiteren wird ein Orakel mit dem Namen Lady Anagai erwähnt, welche auf Frevel den Titel verleihen soll. Sie ist wohl auch dort.

Nach ein paar allgemeinen Informationen kriegen wir den Schlachtplan mitgeteilt. Wenigstens in groben Zügen. Wir teilen unsere Kräfte auf und dringen von zwei gegenüberliegenden Punkten ins System ein. Das soll verhindern, dass sich die feindliche Flotte sofort einfach so absetzt. Auf der anderen Seite werden die nicht darauf warten, bis wir uns vereinigt haben. Nach der Auswertung meiner Auguren ist der Feind zu etwa fünfundsiebzig Prozent innerhalb einer Stunde vereinigt, da sich die meisten Schiffe um die Welt Frevel herum massiert haben. Das waren etwa 60 Blips von kampffähigen Schiffen im System. Unsere Flotte hat etwas über vierzig Schiffe, wenn alle auch noch ausstehenden Schiffe kommen und wir im Transfer uns nicht verlieren. Der Warp ist bekanntlich launisch und es wäre nicht das erste Mal, dass eine Flotte sich verliert und erst im großen Abstand am Zielort auftaucht. Also zwanzig Schiffe sollen es mit fünfundvierzig oder noch mehr aufnehmen. Wenn wir Pech haben, gelingt es der Chaosflotte sich noch vorher zu vereinen. Das entspricht einem Kräfteverhältnis von eins zu drei. Wir haben zwar definitiv die Übermacht an Großkampfschiffen, aber die Schlacht um Chordas Grab hat deutlich gezeigt, dass auch Großkampfschiffe nicht ewig durchhalten. Unter guten Umständen brauchen wir sechzehn Stunden zur Vereinigung unserer Kräfte. Und wenn sich die Chaosflotte nicht zum Kampf stellt, kriegen wir die schnellen Zerstörer mit dieser Taktik ebenfalls nicht und mehr als zwei Drittel der Chaosflotte besteht nun mal auf Geschwindigkeit getrimmte Zerstörer.

Ich trage meine Bedenken diesbezüglich auch sofort vor. Aber ich hätte auch gegen eine Wand reden können. Horn bügelt meine Zweifel an seiner Strategie einfach weg nach dem Motto, Zivilisten haben sowieso keine Ahnung und wenn ich diesbezüglich wirklich was drauf hätte, wäre ich ja wohl nun Admiral. Selten so gelacht. Dieser Schreibtischtäter redet meine militärischen Erfolge klein. Mir ist aber klar, dass ich hier keine Chance habe, alleine eine bessere Strategie zu präsentieren. Mein Plan wäre, die Flotte in einem Verband nach Frevel zu führen. Frevel ist für den Chaosabschaum mehr als nur von strategischer Bedeutung, es ist für sie der Ort, wo der neue Sturmrufer ernannt wird. Jeder der flieht, verwirkt seinen Titel. Also werden sie sich zum Kampf stellen, allein aus der Notwendigkeit heraus, ihren Anspruch wahren zu können.

Nachdem ich abgekanzelt worden bin, setze ich mich wieder. Ich spüre die Blicke beider Inquisitoren, des Space Marine Captain und einiger Freihändler auf mich ruhen. Und ich glaube, dass ich bei ihnen die gleichen Bedenken wahrnehme, die auch ich hege.

Admiral Horn präsentiert nun die zweite Phase des Planes, nach der Vernichtung der Chaosflotte werden wir Kessel abriegeln, das Minenfeld räumen, die Kampfplattformen zu Klump schießen und dann einen Bodenangriff starten. Calligos merkt an, dass es sinnvoller wäre, einfach den Planeten mit einem Exterminatus zu vernichten. Wir haben zwar weder Virusbomben noch Zyklontorpedos, aber genug Großkampfschiffe mit Lanzen, um damit solche tektonischen Verschiebungen auslösen zu können, dass der Planet unbewohnbar wird, falls er nicht gar auseinander bricht. Aber auch das wird abgewiesen mit dem Hinweis, dass sich in den zwölf Siedlungen auf Frevel sich wertvolle Informationen befinden, die erst gesichert werden müssen. Echt jetzt? Wir wollen wirklich Unsinn des Chaosabschaums sichern und dafür Ressourcen opfern?

Zum ersten Mal meldet sich Captain Ixion zu Wort. Leider gehen die beiden etwas zur Seite in einen Bereich, der akustisch nach außen abgeschirmt ist. Während es auf den Rängen zu einigen lebhaften Diskussion kommt, scheint das auch bei den Beiden der Fall zu sein. Hier geht es noch um etwas anderes, was ich nicht weiß. Der Plan macht so einfach keinen Sinn. Man wird nicht Admiral, wenn man nicht doch halbwegs was im Hirn hat. Selbst ein klangvoller Familienname und Verbindungen in den höchsten Kreisen reichen dafür nicht aus.

Nakago

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« Antwort #386 am: 09. März 2015, 17:34:22 »
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"Gryphon"
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Zeit: 2 733 785.M41

Nach der kurzen Unterbrechung werden wir weiter mit Fakten und Plänen bombardiert. Nicht nur auf Frevel soll es Bodenoffensiven geben, welche die Ultramarines anführen werden, sondern auch auf den restlichen Welten. Priorität hat das Sammeln und Sichern von Informationen. Am Bodenangriff dürfen sich auch die Kräfte der Freihändler beteiligen. Da sich die Siedlungen ausschließlich unter der Oberfläche befinden, wird das ein äußerst harter und brutaler Kampf von Zimmer zu Zimmer werden. Nun gut, das ist wie ein Entermanöver und ich habe hervorragend geschulte Kräfte unter meinem Kommando, trotzdem schmeckt es mir nicht, sie für etwas aufs Spiel zu setzen, was mir selbst nicht einleuchten mag. Und es geht nicht nur mir so. Für diesen Zweck befinden sich wohl auch Bodentruppen der Imperialen Armee mit an Bord der Flottenschiffe.

Im System selbst haben die acht Bruderschaften das Sagen, der Oberkommandierende ist ein gewisser Oberer Bruder Tatos. Über ihn befindet sich nur noch ein halb mystisches Wesen mit dem Namen Xibilax der Schlinger. Sprich, irgendwelches Dämonenkroppzeug kraucht da auch noch herum. Mir vergeht so langsam die Lust, dieses Problem unter diesen Bedingungen anzugehen. Ich will das Chaos vernichten, aber dazu braucht es die richtige Strategie und Horn präsentiert hier etwas, das so niemals funktionieren wird. Und falls doch, nur durch horrende Verluste von Material und Personal. Und Gelt nicht zu vergessen, um das alles wieder zu kompensieren. Reichtümer gibt es hier nur wenig zu erwarten. Frevel mag theoretisch reich an Rohstoffen sein. Aber was nützt das einem, wenn die Belegschaft innerhalb eines Jahres zum Chaos konvertiert und dann rebelliert? Genau, nämlich rein gar nichts!

Das ist also der Plan, einer der Flottenoffiziere hinterfragt die Anwesenheit eines Inquisitors des Ordo Xenos. Genau das frage ich mich nämlich auch, weil Xenos sind dort bis auf ein paar Loxatl nicht zu erwarten. Nun kommt eine Information, die das Ganze etwas erhellt. Um einen Mond von Kessel treibt ein mehrere Kilometer durchmessender Steinkreis. Wir bekommen eine grobkörnige Lithographie zu sehen. Könnte auch ein Kringelküchlein auf einem schwarzen Tuch sein. Krude Symbole sind drauf gerade noch zu erahnen. Wie die Ikonographie des Imperiums noch wie des Chaos sehen sie aber nicht aus. Es gibt einige uralte Ruinen, wo man solche Symbole ebenfalls finden kann. Man nennt diese Zivilisation die Uralten und man weiß rein gar nichts über sie.

In der Nähe von Wandererhafen gibt es einen ähnlichen Kreis, welcher den Calixissektor mit der Jerichoweite verbindet. Stabile massive Schiffe können dort durchfliegen und kommen ohne Zeitversetzung auf der anderen Seite der Galaxis an. Vor ein paar Jahrzehnten wurde ein Kreuzzug in die Jerichoweite geschickt, um dort Xenos zu vernichten. Allerdings ist das Tor seit etwa zehn Jahren aus ungeklärten Umständen inaktiv. Dieser Kreuzzug wird unter anderem vom Adelshaus Horn unterstützt. So langsam wird mir nun klar, um was es hier wirklich geht. Der Scheckel ist bei mir gerade gefallen und bei vielen anderen auch. Es geht hier nur zweitrangig um das Chaos, sondern es geht um erster Linie um das Tor. Wahrscheinlich hoffen die Horns, damit wieder die Nachschublinien öffnen zu können. Eigentlich eine gute Idee, aber so etwas sollte man als Bonus, nicht als das primäre Ziel ansehen.

Danach wenden wir uns den praktischen Fragen zu, zum Beispiel wie das Kopfgeld aufgeteilt werden soll. Einzelleistungen werden nicht berücksichtigt werden. Am Ende wird zusammengezählt, was an feindlichen Schiffen und Kriegsherren erlegt wurde und der Pott wird unter den Freihändlern anteilsmäßig aufgeteilt. Schiffe zu kapern scheint weniger vorgesehen zu sein. Die meisten Baumuster sind eh verflucht, aber einige Baumuster haben auch einst dem Imperium gehört und dienen meist immer noch in den imperialen Schlachtreihen. Schade, das hätte mich jetzt doch noch wirklich motivieren können.

Trotz allem gibt Horn die Parole aus, dass die Zerschlagung der Chaosflotte oberste Priorität hat. Er geht davon aus, dass nach der Vernichtung der im System befindlichen Schiffe das Chaos innerhalb von drei Wochen einen Gegenangriff starten wird. Sehr optimistische Schätzung. Auch Chaosschiffe müssen erst mal benachrichtigt werden. Sammeln, Ausrüsten, Koordinieren kostet alles Zeit. Drei Monate halte ich für realistischer. Das heißt, wir dürfen dann drei Monate herumhocken, bis die Bastarde sich bequemen, anzugreifen. Falls sie nicht das bessere Sitzfleisch haben. Die können sich ausrechnen, dass wir alle nicht ewig Zeit haben, einfach auf einem Fleck zu dümpeln. Ich versuche meine Bedenken anzubringen, werde aber wieder glattgebügelt. Hm, Horn nimmt mich nicht so richtig ernst. Ich ehrlich gesagt ihn im Gegenzug auch nicht. Das Ganze ist äußerst halbgar und jeder Kadett einer Flottenakademie könnte einen besseren Plan als diesen hier aus dem Hut zaubern.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #387 am: 11. März 2015, 14:28:30 »
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Ausgang des Schlundes
Aufbruch
"Gryphon"
Strategium
Zeit: 2 733 785.M41

Der offizielle Teil der Besprechung ist vorbei und hinterlässt bei allen Beteiligten definitiv keine Begeisterung. Vieles ist zu vage, zu viele Wenn und Aber. Ganz abgesehen davon, dass Lady Anagai diesen Zug bestimmt vorhergesehen und sich wahrscheinlich vorbereitet hat. Auch das habe ich zur Sprache gebracht und wieder nur Kontra. Horn versteht nicht im Geringsten, mit wem er sich da anlegt.

Kleine Gruppen wild diskutierender Offiziere bilden sich nun. Auf mich zu kommt eine alte Bekannte, die ich bis jetzt gar nicht registriert habe. Lordkapitän Lock seht vor mir, in Uniform und mit Orden behangener Brust. Ihre kleine Befehlsverweigerung auf Damaris wurde wohl durch den Umstand gemildert, dass sie die Orks zu grünen Brei verarbeitet hat. Es freut mich ehrlich sie wiederzusehen und wir plaudern angeregt über glorreiche alte Zeiten, die gerade mal ein Jahr her sind. Seit Damaris ist viel passiert.

Eine kleine Gestalt gesellt sich zu uns, Inquisitor Benikus. Trotz seiner geringen Größe ist er sehr einschüchternd durch sein Gesicht aus Metall. Er hat eine künstliche Stimme und stellt sich mir vor. Wir unterhalten uns etwas und machen uns gegenseitig ein Bild voneinander. Inquisitoren sind wohl die einzigen, die ihren Posten nicht dem Gelt oder politischen Einfluss ihrer Familie zu verdanken haben. Jeder muss außergewöhnliche Fähigkeiten vorweisen können und wird tausendmal im Feld geprüft. Eine dieser Prüfungen scheint Benikus wohl nicht so gut bekommen zu sein. Er meint, dass er später vielleicht meine Hilfe in Anspruch nehmen wird.

"Ich hoffe, es wird interessant und meiner würdig sein", meine ich dazu, da man einem Inquisitor nie etwas abschlägt. Zuerst bitten sie, wenn man ablehnt, winken sie mit ihrer Säule und man muss. Oder man verliert mehr als nur den Freihändlerbrief. Deswegen lenke ich sofort ein.

"Keine Angst, es wird nicht darum gehen, einem alten Mann seinen Schaukelstuhl unter dem Hintern zu stehlen", meint er mit einem trockenen Lachen. Ich habe keine Ahnung, was er damit meint.

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"Na dann, besucht mich einfach auf der "Audacia" und wir besprechen dann die Details", erwidere ich etwas irritiert. Kaum ist Benikus weg, taucht Flamm auf. Er mustert finster und ostentativ Bruder Obskurus, der sich gerade wieder in meinem Gefolge befindet. Vielleicht keine so gute Idee, ihn hierher mitzunehmen. Bevor er mit seinem dämlichen Gequatsche Schaden anrichten kann, schicke ich ihn weg, was ihm gar nicht passt. Aber mir egal, es reicht, dass er einmal meiner Leute einer notpeinlichen Befragung ausgesetzt hat.

Flamm wirft einen finsteren Blick hinter dem Astropathen her und wir halten dann etwas Smaltalk. Er teilt meine Bedenken bezüglich des Planes und des Vorgehens. Bei einer vorherigen Besprechung war es wohl schon zu einem äußerst heißem Disput zwischen ihm und Horn bezüglich des Schicksals um Frevel gegangen. Flamm hätte einen Exterminatus bevorzugt und die entsprechenden Mittel bereitgestellt. Aber der Admiral hat sich mit seinem Plan durchgesetzt, Frevel zuerst zu erobern um Informationen über den ominösen Steinkreis zu bekommen. Offensichtlich ist durch den Kreuzzug im Jerichosektor die Finanzlage des Hauses Horn etwas in Schieflage geraten, weil viele ihrer Aktiva und Beuteansprüche mit dem abreißen des Nachschubportals buchstäblich versandet sind. Deswegen will Horn unter allen Umständen das Portal wieder in Betrieb nehmen.

Der überlebende Scoutsergeant hat etwas Interessantes erwähnt gehabt, nämlich dass die Chaoten ein Portal in Betrieb nehmen wollen. Ich ging jetzt eher von so was Kleinem aus, wie wir es schon öfters bei den Stryxis gesehen haben. Nicht von einem mehrere Kilometer großem Steinkreis im Orbit eines Mondes von Kessel. Wir tauschen unsere Informationen und Bedenken diesbezüglich aus. Mag der Kreis auch von einer uralten längst untergegangenen Xenosrasse stammen, wissen wir nicht, was man damit sonst noch alles anstellen kann. Zuerst hielt ich die Warpkristalle auch eher für eine Art Voxgerät mit Sonderfunktionen. Wer weiß, was der Steinkreis sonst noch so alles kann und ob er nicht durch seine Position schon korrumpiert ist. Oder im schlimmsten Fall, ist es der Steinkreis der Frevel korrumpiert. Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #388 am: 13. März 2015, 14:20:36 »
Position:
Findlingswelten
Äußerster Rand vom Frevelsystem
"Audacia"
Brücke
Zeit: 2 763 785.M41

"Zwei Minuten bis zum Wiedereintritt in den Realraum!", meldet XO Kyrr über Lautsprecher der internen Kommunikation. Ich flegle betont lässig auf meinem Thron und betrachtete die grünen Zustandsrunen auf meinen Instrumenten. Zehn Tage waren wir nun im Transfer und haben unser Ziel erreicht. Horn hat an seinem undurchdachten Plan festgehalten und wir werden nun für seine Uneinsichtigkeit wahrscheinlich einen hohen Preis zahlen müssen. Der Teilverband, in dem sich die "Audacia" befindet, wird von der "Gethsemane" angeführt. In dem Verband befindet sich auch die "Imperators Schwur", die "Perfekte Flamme" mit meiner Frau, der ich noch vor Abflug einen Besuch abstatten konnte und meine ehelichen Pflichten da mal gleich mehrmals erfüllt habe, die "GH-12" und mein Geschwader aus den drei Zerstörern.

Alle Stationen haben vollen Gefechtszustand und wir sind bereit, hart und gnadenlos zuzuschlagen. Der Countdown läuft ab und wir brechen durch den Schleier. In vollständiger Formation dringen wir in den Realraum ein. Wir korrigieren etwas die Positionen zueinander und warten auf die eingehenden Scans. Die Sensorstaffeln laufen auf maximaler Energie, aber wir kriegen keine positive Ortung von Schiffen zustande. Da die bekannten Stationen einwandfrei geortet werden, sind die Sensoren weder geblendet noch die Maschinengeister verstimmt. Es gibt einfach nichts zu orten. Von allen möglichen Szenarien war dies das Unwahrscheinlichste. Ich dachte eher, wir rauschen in ein Minenfeld und werden dann von allen Seiten beschossen. Offensichtlich hat der Chaosabschaum beschlossen, das Feld zu räumen. Hat Lady Anagai schon den Sturmrufer bestimmt? Wäre bezüglich der Leere des Systems die wahrscheinlichste Annahme. Oder hat sie irgendeine Teufelei ausgeheckt? Der Großteil der imperialen Offensivkräfte der Weite mit Rang und Namen ist hier versammelt. Ich komm nicht dahinter, was das nun zu bedeuten hat. Starten die Chaoten irgendwo eine Offensive? Chordas Grab wäre eine Möglichkeit oder Maleziel. Oder Damaris. Allerdings ist es äußerst müßig darüber zu spekulieren.

Admiral Horn befiehlt zu halten und schickt je einen Zerstörer als schnelle Aufklärer von jeder Seite in das System hinein. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass die Chaoten sich im Sensorschatten der vier Planeten verstecken. Wir nehmen eine defensive Igelformation ein und beginnen zu warten. Stufenweise hebe ich den Gefechtszustand auf und gehe in Bereitschaft. Schon bald wird klar, dass dieses System vollkommen von Schiffen verlassen ist. Tja, das war wohl nix! Nach mehreren Stunden Warten beginnt der Verband auf der anderen Seite, weit gefächert in das Kesselsystem einzudringen. Widerstand gibt es keinen. Das Ganze gefällt mir immer weniger. Nicht, dass ich auch nur einen positiven Aspekt der Aktion seit der Besprechung abgewinnen kann.

Aus ereignislosen Stunden werden schließlich verschwendete Tage des Wartens und Nichtstun. Da kündigt Inquisitor Benikus seinen Besuch an. Eine willkommene Abwechslung und befreit mich von der Sorge, hier an Langeweile zu sterben. Krieg gegen den Erzfeind habe wohl nicht nur ich mir ganz anders vorgestellt. Der kleinwüchsige Inquisitor kommt alleine auf mein Schiff. Ich treffe mich mit ihm in meinem Arbeitszimmer. Der Mann des Ordo Xenos kommt gleich zur Sache. In der Umlaufbahn des ersten Planeten, passenderweise Schwefel genannt, befindet sich eine Forschungsstation, in der Haloartefakte untersucht werden. Und dort befindet sich ein ehemaliges Mitglied des Ordo Xenos, welches sich wohl etwas zu sehr mit Haloartefakten auseinander gesetzt hat. Tja, alles ist Gift, nur die Dosierung macht es erträglich. Wir sollen nun dorthin fliegen, die Station entern, den gefallenen Inquisitor liquidieren und seine Forschungsdaten sichern. Hört sich nach einer sinnvollen Aufgabe an und bin bereit, dies zu machen. Nicht dass ich wirklich eine Wahl habe, aber alles ist besser als auf dem Präsentierteller herum zu hocken und nichts zu tun. Also sage ich ohne zu zögern zu. In dem Moment kommt der allgemeine Befehl an diesen Verband, in das System vorzurücken. Wir werden in mehrere Verbände aufgeteilt und die "Audacia" mit ihren Begleitschiffen bekommt Schwefel zugeteilt. Welch Zufall!

Wir nehmen Fahrt auf und dringen in das System ein. Jetzt hat sich die strategische Lage vollkommen geändert. Jetzt sitzen wir im System und warten auf einen Feind, der vielleicht niemals kommen wird. Aber so viel Glück werden wir bestimmt nicht haben. Wir sind hier, weil die Familie Horn eine neue Nachschublinie nach Jericho braucht. Sie müssen verdammt verzweifelt sein, wenn sie schon nach diesem Strohhalm greifen müssen. Mir wäre ein Oberkommandierender lieber, der nicht durch Familieninteressen gebunden ist. Das vernebelt die notwendige Sicht auf die wirklich wichtigen Dinge. Ich weiß ja selbst, zu was einem die Familie alles zwingen kann.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #389 am: 16. März 2015, 13:12:51 »
Position:
Findlingswelten
Frevelsystem
Orbit von Schwefel
"Rammbock"
Brücke
Zeit: 2 767 785.M41

Wir haben die Forschungsstation erreicht und befinden uns nun auf der "Rammbock". Das Gefolge des Inquisitors ist ebenfalls an Bord. Erinnern mich an die Schergen von Flamm, hart aussehende Männer und noch härter aussehende Frauen. Allerdings tragen diese alle eine polierte Maske aus Ferrostahl. Ziemlich unheimlicher Haufen. Bevor wir die Station erreichen, ereignen sich dort eine Menge interner Explosionen. He! Das ist ja so was von unfair! Wir wollen die Station kaputt machen! Und die machen das jetzt selbst! Thronverdammt!

Es gibt nur wenig Gegenfeuer, dann rammt die Rammbock die Forschungsstation. Die Entertore gehen auf und wir gucken erst mal etwas Blöd aus der Wäsche, da viele Bereiche der Station durch die eigenen Sprengungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Ich lasse deswegen nur die Landezone sichern und rücke dann mit meinen Leuten und dem Inquisitor im Schlepptau vor. Bruder Obskurus macht uns vor den Auswirkungen des Leerraums immun mit seiner Hexerei. Nun gut. Techpriester Fidilius stöpselt sich in den Cogitator der Station ein, findet eine begehbare Route ins Herzstück der Station, wo wir das Labor vermuten. Der Techpriester stimmt die verschnupften Maschinengeister frohgemut und öffnet uns die Schleuse.

Die Station ist eindeutig menschlichen Ursprunges, aber mit Xenostechnologie verseucht. Wir finden unter anderem auch ein paar tote Bilkas. Aber auch viele tote Menschen. Es erscheint so, als hätten die Bilkas die Sprengungen ausgelöst. Wahrscheinlich wollten sie die heiklen Informationen und Haloartefakte die wir im Zentrum der Station vermuten, beschützen. Vielleicht finden wir dort ja was wirklich interessantes, falls wir es lebend bis dahin schaffen. Der Weg ist etwa einen Kilometer Luftlinie, aber wir müssen teilweise große Umwege gehen, weil viele Segmente beschädigt sind. Viele Sonnenschilde sind ebenfalls so löchrig wie die Socken einen Außenhabarbeiters und tödliches Sonnenlicht heizt die noch vorhandene Atmosphäre auf.

Wir arbeiten uns gerade durch ein einsturzgefährdetes Segment vor, als etwas Großes von vorne zu kommen scheint. Aber bevor wir sehen, was wir hören, bricht der Boden unter uns ein und wir landen in einen Raum, in dem ein paab Bewaffnete Menschen auf Ärger aus zu sein scheinen. Sie eröffnen sofort das Feuer auf uns. Thronverdammt!

Meisterin Puppila erledigt sofort einen Schützen, der hinter einem schweren Bolter kauert, der aber sofort ersetzt wird. Dafür wird sie im Gegenzug von einer schnellen Schussfolge aus einem Hochenergielasergewehr verwundet. Ich kann gerade so mich wegdrehen, als eine Boltergarbe mich zerreißen will. Holla, das war knapp! Ich rapple mich auf und Techpriester Fidilius erledigt den Schützen am schweren Bolter. Ich versuch den Offizier von diesem Haufen mit "Drachenodem" zu erschießen und treffe mal wieder nicht. Aber wenigstens hat die Waffe keine Fehlfunktion. Irgendwie bin ich mit Infernopistolen nicht wirklich gut. Ja, Thronverdammt!

Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten, springt von oben ein riesiger Hulk herab. Der Typ ist über drei Meter groß, hat Oberame von der Dicke von Reifen die Sechsachser auf Grenzwelten benutzen und haut nach Bruder Obskurus. He, ich bin auch noch da und hab Blitzgewitter in der Hand! Zum Glück trifft er den Astropathen nicht, der geschickt ausweicht. Nicht dass ein Treffer unserem gut geschützten Schneemännchen hätte was antun können. Man kann nichts töten, was nicht lebt. Meisterin Puppila rächt sich am Hochenergielaserschützen und pustet ihn ungalant um. Auf Frauen schießen, Pfui! Fidilius entscheidet sich, dem Hulk seine Meinung mit Hilfe seines Schockstabes zu geigen. Aber das Monster schnippt den Stab zur Seite, als wäre es einer von Sebastian Winterscales berühmten Zahnstochern. Dafür gebe ich ihm Blitzgewitter zu schmecken. Ich schlage mit mehreren Hieben wenigstens eine Wunde, die tief genug in das Ding eindringt, um etwas zu beschädigen.
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Der Psioniker wirkt finstere Hexerei und würgt die mutierte Kreatur. Meisterin Puppila boltert ein paar störende Elemente um, die noch immer auf uns ballern. Der Inquisitor und sein grusliges Gefolge wehren ein paar vorwitzige Bilkas ab. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie kleine Tafeln mit Zahlen hochheben, um unsere Kampffertigkeiten zu bewerten wie das Schiedsrichter in manchen Sportarten tun. Irgendwie muss ich den Riesen wütend gemacht haben, denn er verpasst mir einen Schwinger, der mich mehrere Meter durch den Raum schleudert. Autsch, das hat wehgetan. Sofort rapple ich mich wieder auf und unterstützte Fidilius, dessen Schläge einfach abgewehrt werden. Diesmal bin ich wütend genug, um ihm in schneller Folge mehrere blutende Wunden zu verabreichen. Gedärme und Organe klatschen vor mir den Boden, die sofort zu dampfen anfangen. Genau genommen dampft das ganze Ding. Aus den Muskeln ziehen sich krampfaderähnliche Dinger zurück und er fällt in sich zusammen wie ein Schlauchboot, dessen Rumpf aufgeschlitzt wurde.

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