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Autor Thema: Die Fahrten der Audacia  (Gelesen 43310 mal)

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Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #60 am: 07. Januar 2013, 09:48:14 »
Position:
Transfer nach Gryphos VII
"Audacia"
Zeit: 6 940 783.M41

Am nächsten Tag rufe ich zu einer Konferenz zusammen, um die angespannte Lage zwischen Wach- und Versorgungsoffizieren zu entspannen. Dabei brüskiert mich von Hellstett, indem weder er, noch irgendein anderer aus dieser Richtung es nötig findet, zu erscheinen. Dieser verdammte Warpsturm raubt mir den letzten Nerv! Sogar meine Konkubinen fangen an, untereinander wegen eingebildeten Kleinigkeiten herumzuzanken, als ob sie kleine Mädchen wären. Thronverdammt!

So wie es aussieht, geht das Gerücht um, dass ich die Versorgungsoffiziere ihres Postens entheben will, deswegen haben die sich irgendwo an Bord versteckt und hoffen auf das Ende des Sturms. Nun gut, sollen sie bleiben, wo die Ersatzteile vor sich hin vegetieren. Zum Glück verlassen wir nach zwei Tagen endlich den Warpraum und haben den Rand des Gryphos System erreicht. Wir müssen zwar nun einige Tage länger durch die Leere gondeln. Aber lieber eine Woche im Leerraum dahin schleichen, als noch einen halben Tag diese angespannte Situation ertragen zu müssen. Das Klima an Bord verbessert sich schlagartig und mir gelingt es, einige Brüche wieder zu kitten. Allerdinges wird es notwendig sein, dass Verhältnis zwischen diesen beiden Fraktionen auf lange Sicht zu normalisieren. Es kann nicht sein, dass sich zwei verfeindete Fraktionen sich auf meinem Schiff bilden. Ein Schiff, eine Mannschaft, ein Lordkapitän!

Schließlich erreichen wir endlich den sturmumtosten Planeten mit dem Namen Gryphos VII. In der Atmosphäre tobt ein gigantischer Gewittersturm. Am Äquator befindet sich die primäre Hauptmine, welche ein Leitsignal sendet. Mit meiner üblichen Entourage begebe ich mich an Bord eines der Guncutter und lasse mich von Meisterin Puppila auf die Oberfläche kutschieren. Der Flug wird nach dem Eintritt in die Atmosphäre ziemlich holperig. Starke Winde zerren an dem Guncutter und beim Durchqueren der Wolken prasseln Blitze auf uns ein. Plötzlich wird die Frontscheibe von einem gigantischen fliegenden blauen Wal ausgefüllt. Nicht einmal Meisterin Puppila kann eine Kollision  mit diesem riesigen Wesen vollständig verhindern. Es gibt ein ziemliches Knirschen, als die Schnauze des Guncutters über der rauen Haut des Wals schrammt. Thron!

Der Kutter gerät ins Trudeln und wir stürzen einen Moment ab, bis Althea den Kurs wieder stabilisieren kann. Was war das denn für ein Wesen gewesen? Das Ding ist über fünfzig Meter lang, vielleicht sogar noch länger. Blitze schlagen in unregelmäßigen Abständen in es ein. Wahrscheinlich ernährt es sich von Elektrizität. Neugierig umfliegen wir mehrmals den Wal und betrachten ihn von allen Seiten. Aber da er sich in keinster Weise direkt verwerten lässt, erlahmt mein Interesse an diesem Wesen recht schnell wieder. Schließlich kommt die Minenstadt in Sichtweite. Gewaltige Schlote der Gießereien speien schmutzigen Rauch in die Atmosphäre. Hermetisch abgeschottete Habs krallen sich im ewigen Sturm an die schmutzig schwarze Oberfläche. Gigantische Abraumhalden haben eine bizarre Dünenlandschaft um die Industriesiedlung gebildet. Auf einer Landeplattform landen wir und lassen uns über einen Fahrstuhl in einen Hangar befördern. Eine kleine Abordnung der Minengesellschaft erwartet uns schon. Kornwald heißt der offizielle Vertreter und ist überaus erfreut uns zu sehen. Nur wenige Freihändler wagen diese anspruchsvolle Passage und inzwischen weiß ich auch warum. Wir bekommen unsere Tech zum Höchstpreis an den Mann und im Gegenzug kaufe ich spottbillig eine Ladung vorgefertigter Normalien ein. Die Minen sind sehr ergiebig und normalerweise würde der Planet vor Aktivität brummen. Durch die unbeständige Warproute trauen sich aber nur sehr mutige oder sehr verzweifelte Freihändler diesen Planeten anzufliegen. Der Gewinn ist sicherlich sehr erheblich, aber mit sehr viel Ärger verbunden. Solange die Moral und die Mannschaft noch so ungefestigt sind, werde ich diese Route wohl nicht mehr freiwillig ansteuern.

Die ersten Landungsschiffe kommen herunter und laden ihre Ladung aus und transportieren die Normalien zurück. Dieser Prozess wird eine Zeitlang dauern. Kornwald lässt es sich nicht nehmen, mir etwas die Anlage zu zeigen. Ich sehe durchaus die Möglichkeiten, aber der Transfer hat mich über fünfzig Männer gekostet, ein hoher Blutpreis für Profit. Klar, das ist eine Verlustquote von weniger als einer Promille, trotzdem werde ich wohl in Gegenmaßnahmen investieren müssen, um diese Route ein weiteres Mal ansteuern zu können. Die Gießereien sind gigantisch und durchaus eindrucksvoll. Es gibt gigantische Hallen voll mit Rohmaterial, um sie zu den ewig hungrigen Fabrikwelten zu schaffen, um daraus Schiffsreaktoren, Kampffahrzeuge und Panzerplatten zu fertigen. Die Wale in den Gewittern gelten den Arbeitern als heilig und tragen die Namen von bekannten und weniger bekannten Heiligen. Sie können die Dinger irgendwie voneinander unterscheiden. Interessanterweise fliegen diese Wale auf ihrem ellipsenförmigen Kurs immer wieder an der Station vorbei. Wie Kometen an einer zentralen Sonne.

Als letztes werde ich zu einem Schrein geschleppt, der sich in den Tiefen der Habs befindet. Der Schrein ist aus Metall gefertigt und die Verzierungen sind aus Stahlblöcken gefräst. Einige krude in Lumpen gekleidete Gestalten halten sich hier auf und wispern ihre Gebete. Vor dem stählernen Altarblock mit einem aufgeschraubten Aquila aus Messing betet eine alte Frau mit langen weißen Haaren und gelben Augen. Fasziniert schaut sie mich an. Mit einem langen Stab aus Adamantium mit seltsamen Verzierungen auf der Oberfläche schreitet sie mehrmals murmelnd um mich herum. Sie scheint hier eine Art Priesterin zu sein und mir gefällt ganz und gar nicht, wie sie mich ansieht. Die Frau riecht nach Ärger.

"Ein dunkler Fluch lastet auf Euch, Fremder von den Sternen. Jemand hat Euer Schicksal versiegelt! Dunkle Schatten drohen Euch! Jemand hat Euch verdammt und auf einen Weg in die Dunkelheit geschickt, der in Eure Verdammnis führt!", wispert mir die Frau zu. Na Prima! Irgendwie erinnert mich das an das Geschwätz der kleinen Eldarschickse. Die hat auch andauernd was von Schicksal geschwafelt. Entweder ziehe ich solche Spinner an oder an deren dunklen Worten ist doch was dran. Thronverdammt!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #61 am: 09. Januar 2013, 11:26:32 »
Position:
Gryphos VII
Minenstadt
Schrein
Zeit: 6 956 783.M41

"Was meint Ihr, mit Schicksal versiegelt?", frage ich sie.
"Ihr habt einen Pakt geschlossen!", kreischt sie für meine Ohren viel zu laut.
"Das ist unmöglich!", erwidere ich, da ich dem Engel des Imperators widerstanden habe. Und die anderen Dämonen haben gar nicht erst mit mir geredet.
"Ich kann es sehen! Ihr habt Euer Schicksal versiegelt!"
"Was heißt das?"
"Ihr habt Eure Zukunft auf einen vorbestimmten Weg bringen lassen." So langsam dämmert mir, was diese Priesterin, oder besser gesagt Hexe, wohl meint. Lady Anagai hat mir wohl mehr als nur die Zukunft geweissagt. "Aber ich werde Euch helfen, den Pfad der Verdammnis zu verlassen und werde Euch nun begleiten!" Ohne auf eine Antwort zu warten, huscht sie in einen Nebenraum und kommt zu schnell wieder heraus, bevor ich mich verdrücken kann.
"Bruder Obskurus, könnt ihr eine psionische Aura bei der alten Frau spüren?", frage ich den Astropathen, der natürlich mal wieder nichts spürt. Warum überrascht mich das nicht? Thronverdammt! Selbst ich kann sehen, dass sie eine Hexe ist.

Die Hexe segnet noch die anwesenden Gläubigen, dann folgt sie mir mit festen Schritten. Die werde ich so schnell nicht mehr los werden, dünkt mir. Aber die meisten berühmten und berüchtigten Freihändler hatten ihre eigenen Hexen in ihrem Dienst. Psioniker sind ein sehr wertvolles Gut und hier jenseits des Lichtes des Imperators ist es fast unmöglich, sanktionierte Psioniker zu bekommen. Deswegen behelfen sich die meisten mit ungebundenen Psioniker. Das Risiko ist nicht zu unterschätzen, da diese ungeschützter gegen Attacken der Raubtiere des Warps sind. Aber da die Frau schon älter ist, scheint sie mir in der Lage zu sein, mit ihrer Gabe und den Konsequenzen fertig zu werden. Einen Namen hat die Frau nicht, da in Namen Macht liegt, wie sie mir erklärt. Je bekannter ein Name, desto mehr Macht liegt darin. Also nenne ich sie einfach Gryphonia, nach diesem einsamen Planeten.

Ich schaffe die Hexe zu meinem Chorleiter Lux, der natürlich umgehend darauf besteht, sie in eine Kryokammer einzusperren, wie die ganzen anderen Psioniker. Ist muss mir die alte Leier wieder anhören, wie gefährlich Psioniker sind. In meinen Augen dramatisiert er die Vorkommnisse, welche zu der allgemeinen Ächtung von Psionikern geführt hat. Wie auch immer. Trotzdem bin ich kein Narr und stelle die Hexe unter ständige Beobachtung, während sie über mein Schicksal meditiert. Soll sie mal meditieren, vielleicht kommt ja was Erhellendes dabei heraus.

Es dauert einige Tage, bis die Ladung gelöscht und die neue Ladung an Bord genommen wird. Es gibt keine weiteren Kollisionen mehr mit den Walen in den Wolken, da die Gefahr nun bekannt ist. In der Nacht besucht die Hexe Gryphonia mich in meinen Träumen. Sie taucht fast nackt darin auf, was ein äußerst ekliger Anblick bei ihrem dürren ausgemergelten alten Körper ist. Ihre gelben Augen sind weit aufgerissen und sie krabbelt jedes Mal auf mich drauf. Ich hasse das. Sie ist den Wegen des Schicksals in die Zukunft gefolgt und es gibt momentan nur zwei Wege. Der eine führt mich in die vollständige Verdammnis, welche die Vernichtung von Körper und Seele beinhaltet. Der andere führt nur in den Tod. Letztendlich werde ich sterben, so wie jeder andere Mensch auch. Allerdings ist dieser Tod nicht Altersschwäche, sondern in unmittelbarer Zukunft.

Diese Lady Anagai scheint mehr als nur eine profane Wahrsagerein gewesen zu sein. Was sie in dieser Sitzung getan hat, war mehr als nur meine Zukunft vorherzusagen, sie hat meine Zukunft quasi bestimmt. Und diese Zukunft wird mich meine Seele kosten. Thronverdammt! Ich hätte nicht übel Lust, zur Klause zurück zu fliegen und mir diese Frau vorzuknöpfen. Mal sehen, ob ehrlicher Stahl in ihr Herz nicht auch ihre finsteren Umtriebe beenden kann.

Drei Boten werden mein Untergang sein. Jeder dieser Boten hat aber auch Informationen über den Feind, der im Dunkeln lauert. Und dieser Feind ist wohl nicht Lady Anagai. Sie zu töten würde mir nur wenig helfen, mich aber durchaus befriedigen. Der erste Bote ist ein kleiner Mutant in der Uniform der Flotte. Er steht dem Feind nahe und hinter seinem Lächeln verbirgt sich die Finsternis. Nun gut, ich werde auf der Hut sein und wenn ich diesen kleinen Bastard treffen sollte, werde ich die Wahrheit aus ihm herausquetschen.

Der zweite Bote ist das Nest der schwarzen Vipern. Auch das ist mir schon bekannt. Ich soll mich vor ihnen hüten, da sie mir die Seele verschlingen könnten. In ihnen wohnt die Macht der Zerstörung. Mit solchen wagen Prophezeiungen kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen. Thronverdammt!

Der dritte Bote sind blinde Männer, bringen die Kälte mit hinein. Sind damit meine Astropathen in den Kältekammern gemeint? Sie sind nicht fern. Narren, aber von sich überzeugt. Prima, dass hilft mir wirklich weiter!

Mein Weg führt nur zu einem Punkt, wo mein Widersacher auf ihn mich lauert. Wenn ich mehr wissen will, soll ich mich an die Männer im hohen Turm wenden. Damit sind die Navigatoren gemeint, die im höchsten Turm der "Audacia" residieren. Nun gut. Also suche ich am nächsten Tag die Navigatoren in ihrem Turm auf. Sie haben einen vom Rest des Schiffes hermetisch abgeschotteten Bereich. Tybald Cedd erwartet mich schon im großen, äußerst prächtig eingerichteten Empfangssaal des Turmes. Wertvolle, mit Elektrumfäden durchwirkte Seidenteppiche liegen auf dem Boden und hängen an den Wänden. Der Navigator liegt in seiner schwebenden Liege, welche von einem Seidenschleier verhüllt ist. Je älter ein Navigator wird, desto mehr schaut der Warp in ihn. Deswegen bin ich froh, ihn nicht wirklich sehen zu müssen. Weitere Familienmitglieder haben sich um ihn versammelt.

Ich erzähle von meinem kleinen Problem mit dem Schicksal. Die versammelten Navigatoren werden um Rat fragen und bitten mich, meine Augen geschlossen zu halten. Ich spüre, wie sie ihr drittes Auge öffnen und einen rituellen Gesang anstimmen. Nach kurzer Zeit fängt es an, furchtbar zu stinken und ich kann eine übernatürliche Präsenz selbst mit meinen weltlichen Sinnen wahrnehmen. Ich befürchte, meine Navigatoren haben gerade einen Dämon beschworen. Das Ding hat ein tiefe dröhnende Stimme und spricht mit einer Sprache, die wie das Knirschen von Kieseln im Mahlwerk klingt. Ich umklammere meinen schweren goldenen Aquila, der sich deutlich über Handwärme erhitzt. Wenn das mal gut geht, Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #62 am: 11. Januar 2013, 11:21:40 »
Position:
Transfer nach Karmesin-Trost
"Audacia"
Empfangsraum der Navigatoren
Zeit: 6 972 783.M41

Die Navigatoren stellen Fragen und das Ding aus dem Warp antwortet ihnen. Nach etwa zwanzig Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkommen, ist der Spuk vorbei. Ich bin durchgeschwitzt und meine verkrampfte Hand schmerzt, als ich sie vom Aquila löse. Aber wenigstens gibt es ein paar Antworten. Der dunkle Fluch, der auf mir liegt, hat nichts mit der Vergangenheit meiner Familie zu tun, sondern habe ich mir selbst eingebrockt. Ein sehr starkes Medium hat damit zu tun, also diese verdammte Lady Anagai. Hätte ich doch nur die Einladung abgelehnt. Meine Neugierde und Abenteuerlust hat mich in diese Lage gebracht. Diese Lady Anagai hat mir definitiv nicht die Zukunft weißgesagt, sondern sie hat diese gewoben. Ob sie nun selbst ein Wesen des Warps ist, bleibt leider im Dunkeln. Thron!

Nun ja, wie wird man mit so etwas fertig? Die Eldar haben Wissen über solche Dinge. Und ich weiß, wo eine Eldar sich herum treibt. Sie wird nicht gerade gut auf mich zu sprechen sein, da ich einen Eiswürfel in ihren Ausschnitt geschnippt habe, aber Fragen kostet bekanntlich nichts. Ein weitere Möglichkeit wären die Stryxis, die sich offensichtlich ebenfalls mit Warpphänomenen gut auskennen. Ich denke mit Schaudern an meine letzte Begegnung mit ihnen und dieses seltsame Kristallförmige Warpcomgerät. Auf der Gefängniswelt Maleziel gibt es Paktierer, die mit der Materie ebenfalls vertraut sein könnten. Und zu guter Letzt gibt es an Bord der "Ignes et Amnestia" bestimmt auch das entsprechende Wissen. Klar, die letzteren werden gern mit mir reden und wenn ich mit ihnen fertig bin, gibt es nichts mehr zu reden. Tote reden nun mal nicht.

Alles in allem bin ich nur wenig schlauer als zuvor, habe mehr oder weniger nur die dunklen Prophezeiungen von der Hexe Gryphonia verifizieren können. Auf alle Fälle stecke ich in großen Schwierigkeiten und es wird wohl einiges an Mühe kosten, dieses finstere Schicksal zu entwirren. Thronverdammt!

Nach einigen Tagen ohne größere Zwischenfälle erreichen wir Karmesin-Trost. Die Ernteplattform für den Gasplaneten ist fertig. Ich fliege nach Karmesin-Prime, verkaufe dort die geladenen Normalien zu einem guten Pries und suche Lady Marati. Leider scheint sie sich nicht mehr in der Kuppel zu befinden. Ich suche Lord Havyland auf, der gerade beim Mittagessen ist. Da er der Kontaktmann der Bruderschaft ist, handle ich einen Schutzvertrag für meine erste Mine im Schellaksystem aus, die ich gerade ausbauen lasse. Von ihm erfahre ich, dass Lady Marati wieder an die Seite von Alophus Leyland I zurückgekehrt ist. Kurzerhand lade ich mich dort ein und fliege hin.

Leylands Hab ist zur Festung ausgebaut. Überall Söldner und schwer bewaffnete Männer. Da erwartet jemand massiven Ärger. Alophus scheint sich aufrichtig zu freuen, mich zu sehen. Er hängt wie eine Klette an mir und erst nach dem Essen kann ich mich loseisen, um mich mit der falschen Lady zu treffen. Sie ist durchaus irritiert, als ich sie um Rat bei meinem Problem frage. Wahrscheinlich ist Lady Anagai kein fleischliches Wesen und es hat vielleicht einen tieferen Grund, warum sie mich zu meinem Schicksal verdammt hat. Alles hängt miteinander zusammen und meine Vernichtung wird vielleicht irgendwo anders etwas Gutes bewirken. Nun gut, ich hätte es besser wissen müssen, dass hier nichts wirklich Erhellendes herauskommen kann. Xenos sind falsch und lügen, wenn sie das Maul aufmachen. Und wenn sie ausnahmsweise mal nicht lügen, reden sie in Rätseln. Nun denn, hat nichts gekostet, also nicht schlimm.

Bevor ich mich absetzen kann, gibt es eine äußerst unschöne Szene mit Alophus Leyland I, der mich regelrecht um meine Hilfe anfleht. So wie es aussieht, denkt er, dass die umliegenden Familien ihm den Krieg erklärt haben, weil sein Bruder sie manipuliert hat. Ob das nun nur in seiner Einbildung so ist, oder ob die Eldar konkret etwas unternommen haben, ist für mich nicht ganz ersichtlich. Ich will mich in diesen Konflikt mit zu vielen unbekannten Variablen nicht hineinziehen lassen. Beim letzten Mal habe ich mehrere tausend Besatzungsmitglieder verloren. Und einfach irgendwelche Habs voller Renegaten von der Landkarte mit Makrogeschützen zu pusten, ist auf dem ersten Blick sicherlich ein gottimperatorgefälliges Werk, aber ich habe keine Ahnung, wer davon Verwandtschaft in welcher Position hat. Wer weiß schon, wer hier ein Pirat oder Schlimmeres als Schwager hat. Kein Gelt ist diesen Ärger wert. Also lasse ich den schon beinahe vor Verzweiflung weinenden Alophus einfach stehen, nachdem er mein Nein in dieser Sache einfach nicht akzeptieren will. Fehlt eigentlich nur noch, dass er auf die Knie sinkt. Beinahe könnte man Mitleid mit ihm haben, aber dann denke ich an das zerstörte Sephrem, eine blühende Welt mit einer großen Bevölkerung, welche er durch seinen Ehrgeiz ermordet hat. Direkt und Indirekt.

Ich atme auf, als die "Audacia" Kurs auf A/011 G VII nimmt. Nach einem zum Glück ereignislosen Transfer erreichen wir das System mit den drei Planeten. Der äußerste ist der Gasplanet, der einen blauen Schweif hinter sich her zieht. Also nenne ich den Planeten "Blauer Schweif", nehme das System in Besitz und lasse dort die Gasernteplattform aussetzen. Die Plattform hat eine vergleichsweise geringe Besatzung, da Ernte und Speicherung recht wenig menschliche Ressourcen benötigen. Eine weitere stetige Einnahmequelle ist nun etabliert.

Als nächstes lasse ich Kurs auf Grünland setzen. Diese feudale Welt gehört zu Winterscales Besitzungen, aber ich will dort keinen Handel treiben oder Rohstoffe gewinnen. Nach kurzem Transfer erreichen wir das System und dringen zur Welt vor. Eine im Orbit befindliche Boje sendet ununterbrochen Anweisungen. Es ist verboten, mit der einheimischen Bevölkerung Kontakt aufzunehmen. Ebenso darf sie keine Raumfahreraktivität sehen. Nun gut, da nur ein Kontinent äußerst dünn besiedelt, landen wir auf der gegenüberliegenden Seite an einem Sandstrand. Tagsüber ist es angenehm warm und auch nachts ist es mild. Dort lasse ich eine kleine Zeltstadt errichten und die Besatzung kann sich dort etwas entspannen. Diese Atempause hat die Besatzung gebraucht und die Moral steigt täglich. Auch ich verbringe einige erholsame Tage in Begleitung meiner Mädchen am Strand und erhole mich von den Strapazen der letzten Monate.

Eines Abends stecken meine Konkubinen mir, dass Colette gerne ihre erste Nacht mit mir verbringen möchte. Als meine Sklavin habe ich ein Recht auf ihre Jungfernschaft. Allerdings habe ich sie bisher immer als zu jung dafür angesehen, auch wenn mir natürlich aufgefallen ist, dass sie inzwischen zu einer jungen Frau mit wohlgefälligen Rundungen an den richtigen Stellen erblüht ist. Ganz zufällig wäre alles vor Ort, um ihre erste Nacht angemessen zu vollziehen. Für eine Sklavin ist das so etwas wie eine Heirat. Sie gibt ihr erstes Mal preis und ist danach normalerweise frei, mit anderen Sklaven ihren Trieben nachzugehen. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass dies alles von sehr langer Hand geplant wurde. Letztendlich spricht nichts dagegen, der kleinen Colette diesen Wunsch zu erfüllen. Die meisten Herren hätten eine so hübsche Sklavin bei der ersten Gelegenheit entjungfert und sie dann weiter gegeben. Aber für mich war Colette immer das kleine dürre Mädchen geblieben, dass ich persönlich als Hilfe für meinen Leibkoch ausgewählt habe, weil sie mir damals so leidgetan hatte. Also gebe ich mein Einverständnis bekannt und sofort eilen meine Konkubinen aufgeregt los, um Colette die frohe Kunde mitzuteilen und sie vorzubereiten. Da dies unter einer halben Stunde gelingt und alle drei die letzten Tage emsig mit irgendwelchen "Dingen und Sachen" beschäftigt gewesen waren, bestätigt dass mein Verdacht, dass diese kleine Verschwörung wohl schon länger so geplant war. Sogar ein kleines Präsent für Colette haben meine Konkubinen schon besorgt und verpackt. Das müssen sie schon auf Aufbruch besorgt haben. Ich nehme Josephina zur Seite und sie gesteht lächelnd, dass Colette schon seit unserem Transfer in die Weite darauf gedrängt hat, ihre erste Nacht mit mir verbringen zu dürfen. Meine beiden Mädchen haben ihr alles Notwendige dafür beigebracht, ihr aber geraten, einen wirklich schönen Ort dafür auszusuchen und wenn ich mal nicht unter Stress stehe. So entspannt wie in diesem Moment war ich schon lange nicht mehr und dieser Sandstrand hat doch etwas sehr Romantisches. Schließlich ist alles fertig und ich betrete das Zelt, in dem Colette auf einem Lager auf aufgeschütteten Blütenblättern mich nur mit einem schüchternen Lächeln bekleidet erwartet. Als wahrer Gentleman schweige ich über die nachfolgenden Ereignisse der für beide Seiten angenehmen Nacht. Nach zwei Wochen lasse ich die Zeltstadt wieder abbrechen und setze Kurs auf Lucins Odem. Der Profit ruft.

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #63 am: 14. Januar 2013, 15:00:18 »
Position:
Lucins Odem
"Audacia"
Zeit: 2 015 784.M41

Lucins Odem ist sicherlich die bekannteste Welt der Koronus Weite. Zum einen gibt es hier das schon sagenhaft legendäre Nephium. Dies ist ein Petrochem, das einen dreifach größeren Verbrennungswert von Promethium besitzt. Und Promethium war bisher das beste Petrochem mit dem größten Wirkungsgrad. Flammenwerfer und Brandbomben sind damit gefüllt. Auch die schweren Leman Russ Kampfpanzer können damit angetrieben werden. Nephium macht also Flammenwaffen noch tödlicher und gibt einem Kampfpanzer mit der gleichen Tankfüllung eine dreifache Reiseweite. Kein Wunder, dass dieses wundersame Petrochem deswegen von mehr als einer Partei in Anspruch genommen wird. Auf der einen Seite ist Lucins Odem schon seit Sebastian Winterscales im Besitz der Familie, die heute von Calligos Winterscale geführt wird. Calligos hat ein unberechenbares Temperament und seine Wutausbrüche sind bei Freund und Feind gleichermaßen gefürchtet.

Auf der anderen Seite steht Aspyce Chorda. Spross einer alten Freihändlerfamilie des Calixissektors. Mit elf Jahren trat sie als Kadettin der Flotte bei. Bevor das Flottenkommissariat sie wegen Unregelmäßigkeiten und Veruntreuung festnehmen konnte, nahm sie ihren Abschied. Just zu dem Zeitpunkt verschwand ihr Vater mitsamt designierten Erben in der Weite. Die von ihren Untergebenen gefürchtete Frau handelte unverzüglich, stürmte mit Söldnern ihr eigenes Familienanwesen und tötete die Konkubinen und Kinder ihres Vaters. Ihre legitimen Geschwister fror sie in Kryokapseln ein. Oder, nach anderen Quellen, folterte diese zu Tode und machte aus deren Haut sich einen Mantel oder Unterwäsche. Beide Seiten sind jemand, den man sich nicht gern zum Feind macht. Aber da Calligos Winterscale der mächtigere der beiden Kontrahenten mit der stärken Finanzmacht im Rücken ist, beschloss ich, mich mit diesem Wüterich zusammen zu tun und die Fehde, welche mein Onkel mit den Winterscales im Allgemeinen und Calligos im Besonderen angefangen hatte, ein für allemal zu beenden.

Lucins Odem ist ein Eisplanet. Eine Seite hat Calligos unter Kontrolle, die andere Aspyce. Im Orbit darüber parken jeweils die Flotten der Kontrahenten und haben eine hohe Umlaufbahn eingenommen, welche sich im Gleichklang mit der Oberfläche darunter bewegt. Makrogeschütze können verheerende Bodenangriffe starten. Der Krieg tobte seit fast einem Jahrzehnt und war zu einem blutigen Patt in einem starren Stellungskrieg erstarrt. Jede Offensive war durch die im Orbit befindlichen Flotten zum Scheitern verurteilt. Der Bodenkrieg würde im Weltraum entschieden werden.

Unter voller Gefechtsbereitschaft fahren wir in das System ein. Schon früh werden wir angefunkt und ich gebe mich zu erkennen. "Hier spricht Lord-Kapitän Flavion Conari von der "Audacia". Ich wünsche eine Audienz mit Calligos Winterscale.", gebe ich durch. Wir werden eingeladen, an der Station Alpha Eins anzudocken, welche sich im hohen Orbit über Lucins Odem befindet. Die Plattform starrt vor Waffenbatterien, was bei diesen Umständen keine schlechte Idee zu sein scheint. Die Station ist deutlich kleiner als Wanderershafen, trotzdem kann hier eine kleine Flotte andocken und versorgt werden. Ich will nicht wissen, was es für ein Vermögen gekostet hat, eine Imperiale Kampfplattform hierher zu bringen.

Mit meiner Entourage verlasse ich meinen leichten Kreuzer und begebe mich an Bord von Alpha Eins. Einige uniformierte Offiziere erwarten mich schon. Calligos Winterscale ist leider nicht an Bord, nicht mal im System. Ein gewisser Ellwon Riverton erwartet mich. Wohl ein Nachfahre von Ida Riverton, die einst die Quartiermeisterin von Sebastian Winterscale gewesen war. Und wohl noch viel mehr. Der Mann ist etwas älter als ich und sieht mich äußerst geringschätzig an. Einen frostigen Empfang habe ich durchaus erwartet. Wir werden in einen Empfangsbereich geführt, der prächtig eingerichtet ist. Dort unterhalten wir uns. Nach mehreren Zigarren und Gläser Amasec werden wir handelseinig, da ich durch die Kontakte meiner Familie zum Merovech Kartell günstig an viele Waffen kommen kann. Damit ist dann die Fehde meines Onkels mit den Winterscales beigelegt. Allerdings scheint Ellwon Riverton mich nicht für ganz voll zu nehmen, da er mich einen kleinen Freihändler schimpft. Ich bin nicht klein! Unter meinem Kommando steht ein leichter Kreuzer! Damit habe ich einiges an Kampfkraft in die Waagschale zu werfen!

Ich bekomme nun auch heraus, was zu dieser unseligen Fehde geführt hat. Mein Onkel hat wohl während seiner Schatzsuche seine Nase zu tief in die Angelegenheiten der Winterscales gesteckt und das hat ihm nicht gut bekommen. Die Warnung verstehe ich durchaus. Der Tag wird kommen, wo ich mich mit Calligos Winterscale anlegen werde, da er sicherlich auch einen Anspruch auf den Schatz erheben wird. Zu diesem Zeitpunkt ist meine Flotte hoffentlich stark genug, um den Schatz auch behalten zu können. Aber momentan hatte ich ja genug andere Probleme am Hals, die einer Lösung harrten. Thronverdammt!

Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #64 am: 18. Januar 2013, 15:01:15 »
Position:
Lucins Odem
Raumstation im hohen Orbit
Zeit: 2 015 784.M41

Mit einem neuen Handelsvertrag in der Tasche begebe ich mich zurück zur "Audacia" und lege von Alpha Eins ab. Und nun? Damit wäre nun Zeit für ein paar neue Projekte. Und vielleicht für einen Besuch in der Klause, um einer gewissen Lady Anagai auf den Zahn zu fühlen. Aber bevor ich konkrete Pläne machen kann, werde ich auf die Brücke gerufen. Drei Zerstörer aus der Flotte von Aspyce Chorda haben sich uns in den Kurs gestellt. Ihre Formation ist ein umgedrehtes U, so dass sie uns von drei Seiten in die Mangel nehmen können. Wir bekommen eine Einladung übermittelt, um der ehrenwerten Aspyce Chorda auf der "Perfekten Flamme" einen Besuch abzustatten. - Warum? Will sie aus meiner Haut einen Tanga fertigen? - frage ich mich.

"Wie stehen unsere Chancen auf einen Durchbruch?", frage ich und die Prognose ist nicht gerade profitfördernd. Wir könnten zwar durchbrechen, aber die zu erwartenden Beschädigungen an der "Audacia" wären ernsthaft bis verheerend. Der Kampf gegen die Piraten war schon nicht gerade wirklich glatt gelaufen und diese Leute hatten wahrscheinlich einiges mehr drauf, als diese Halunken. Thronverdammt!

"Ich nehme die Einladung mit Freuden an!", antworte ich und folge dem Leitsignal. Innerlich knirsche ich mit den Zähnen, während ich äußerlich ruhig bleibe. Weiträumig umfliegen wir den Planeten und erreichen die hohen Ankerplätze der Flotte von Aspyce Chorda. Die "Perfekte Flamme" ist ein Kreuzer mit zwei Reihen schwerer Makrogeschützbatterien. Dieses Schiff hat deutlich mehr Tonnen und ist schwerer bewaffnet als die "Audacia". Hier brauche ich gar nicht erst nach einer Prognose zu fragen, da mir der Ausgang eines Gefechtes mit diesem Schiff vollkommen klar ist. Verheerend bis vernichtend. Mit starker Tendenz in Richtung vernichtend. Nun gut. Wir docken an und ich gehe von Bord.

Im Hangar ist ein Zug schwerer Infanterie angetreten. Hochenergiegewehre sind wohl hier die leichte Bewaffnung, da die meisten Soldaten Plasmagewehre und Melter tragen. Ich bin beeindruckt und habe Mühe, dies zu verbergen. Es ist unglaublich still auf dem Schiff. Alles ist blitzblank poliert. Eine schwer gerüstete und ebenso bewaffnete Truppe führt uns in die Tiefen der "Perfekten Flamme". Schließlich überqueren wir auf einer Brücke einen Maschinengraben. Lautlos huschen uniformierte Arbeiter im Gleichklang über den auch hier blank geschruppten Boden und verrichten ihren Arbeit an den saubersten Maschinen, die ich je gesehen habe. Ich bleibe stehen und schaue mir das Treiben dort unten fünf Minuten an.

"Wie hoch ist die Verlustquote, bis dieser Drill bei den Leuten sitzt?", frage ich den behelmten Offizier.
"Minimal, sobald das Auswahlverfahren beendet ist."
"Und im Auswahlverfahren?"
"Achtzig Prozent." Das habe ich mir gedacht. Einfach Servitoren zu nehmen scheint mir da der verstehbarere Weg zu nehmen. Ich lasse mich weiter führen und wir kommen zu dem offiziellen Brückenbereich. Die Wände sind hier reich dekoriert und alles ist ebenfalls blitzblank. Auf einem Gemäldezyklus sind die Siege der Chordas zu sehen. Und dieser Zyklus scheint Hunderte von Gemälden lang zu sein. Man könnte meinen, jemand muss hier etwas kompensieren. Vor ihrem Freihändlerbrief, der doppelt so alt wie der meiner Familie ist, wartet Aspyce Chorda auf mich. Die Frau kann nach ihrer äußeren Erscheinung zwanzig oder zweihundert sein. Sie trägt ein dunkles Kleid mit aufbauschenden Unterröcken, das vorne geschlitzt ist, um sie beim Fechten nicht zu behindern. Hochhackige Stiefel hat sie an den Beinen und ein dünnes Rapier hängt an ihrem Wehrgehänge. Ihre Stimme ist absolut emotionslos, als sie ihr Begehr vorbringt. Es geht um den Planeten Anmut, der sich in ihrem Besitz befindet und seit einigen Jahrzehnten von einem Warpsturm abgeschnitten war. Einst hatten dort einige adlige Renegatenfamilien sich niederlassen dürfen. Also Familien, die sich mit dem Imperium überworfen hatten, sei es wegen steuerlichen Gründen oder weil sie mit dem Erzfeind oder Schlimmerem paktiert haben. Inzwischen dürften diese Leute schon lange tot sein. - Oder auch nicht - denke ich mir.

"Im Orbit von Anmut befindet sich eine kleine Station mit dem Namen "Dolch der Ewigkeit", in der sich noch einige persönliche Gegenstände von mir befinden. Bringt diese mir und ich übertrage Euch den Planeten Anmut.", bietet sie mir mit ihrer unheimlich kalten Stimme an. Ich frage mich, was diese persönlichen Gegenstände sein könnten. Um ihre Dildosammlung aus exotischen Materialen dürfte es sich wohl dabei eher weniger handeln. Viel eher um die Überreste ihrer Verwandtschaft. Ich stelle ein paar Fragen über diese Dinge und nichts Bedenkliches kommt dabei heraus.
"Nun gut! Ich werde diese Liste abarbeiten und damit zurückkehren. Dann gehört Anmut mir!"
"So sei es!" Damit ist die Unterredung erledigt und mit einer Liste kehre ich zur "Audacia" zurück. Irgendwie habe ich ein verdammt mieses Gefühl.

Gespielt am 26.08.2012
Spielleiter: Stefan
SC:
Flavion Conari Freihändler Rang 2
Althea Puppila Meisterin der Leere Rang 2
Bruder Obskurus Erleuchteter Astropath Rang 2
EP: 200
Besiegte Gegner:
Beute:

Gedanke des Tages
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Nakago

  • Mitglied
Die Fahrten der Audacia
« Antwort #65 am: 21. Januar 2013, 16:19:37 »

Persona Dramatis
Spoiler (Anzeigen)

Achtung!!! Dieses und die beiden darauf folgenden Kapitel basieren auf dem frei herunterladbaren Abenteuer "Fallen from Grace"!!! Wer das noch spielen will, sollte nicht weiter lesen. Unser SL hat zwar viel verändert, aber gewisse Spoiler sind eben doch noch vorhanden.

Kapitel 12
Orks, Mord und andere Widrigkeiten!

Position:
Lucins Odem
"Audacia"
Zeit: 2 016 784.M41

Diesmal gelingt es uns ohne weitere Störungen, das System von Lucins Odem zu verlassen. Ich lasse direkten Kurs auf Anmut nehmen. Es ist ein Rennen gegen die Zeit und wir haben einen weiten Weg vor uns. Die ersten zwei Wochen des Transfers verlaufen ohne signifikante Zwischenfälle. Jeden zweiten Abend veranstalte ich ein Arbeitsessen, wo ich ausgesuchtes Führungspersonal verschiedener Abteilungen an meinen Tisch lade und zuerst mit ihnen speise. Anschließend höre ich mir ihre Sorgen und Nöte an. Manchmal kann ich helfen, manchmal nicht. Die "Audacia" ist ein gewaltiger, miteinander verflochtener Organismus. Ändert man eine Kleinigkeit, kann das am Ende riesige Auswirkungen haben. Deswegen ist Vorsicht angemahnt. Auch sonst zeige ich viel Präsenz und versuche meinen Leuten zu vermitteln, dass mir ihre Existenz am Herzen liegt. Den meisten Adligen sind die normalen Menschen herzlich egal. Hier und da wird mal aus politischem Kalkül ein Hospiz, eine Armentafel, ein Waisenhaus, eine Schola oder ein Spital gegründet und unterhalten, aber das ist meist nur Mittel zum Zweck. Aber mir sind meine Leute wirklich wichtig. Sie sind es, welche die "Audacia" mit Leben erfüllen. Sonst wäre sie nur ein Klotz aus Adamantium, Plastoid und Ceramit in der Leere treibend.

Schließlich wird die Fahrt wieder etwas ruppiger. Mehrmals werden wir in Warpstürmen abgetrieben und müssen uns neu ausrichten. Allerdings halten sich die obskuren Psi und Warpphänomene in erträglichen Grenzen. Keine unerlaubten Duelle, keine verstümmelten Leichen. Letztendlich nach insgesamt dreiwöchigem Transfer dringen wir in das System von Anmut an. Die äußeren Planeten sind schwer von weltlichen Ausläufern des Warpsturmes in Mitleidenschaft gezogen worden. Falls unsere Kalender stimmen, haben wir nun das Jahr 784.M41. Ein gutes neues Jahr!

Anmut selbst ist noch vorhanden. Von Port Chorda, der offiziellen "Hauptstadt" mit Raumhafen, aus wird ein Notsignal gesendet. Dieses Landefeld liegt im Zentrum der einzigen großen Landmasse von Anmut, der zum größten Teil mit einer toxischen Brühe bedeckt ist. Im Orbit befindet sich angeblich die Raumstation "Dolch des Schicksals". Aspyce Chorda scheint es dramatisch zu lieben. Vom Nordpol wird ebenfalls noch gesendet und zwar ein psionisch Signal, dass sich laut Aussage von Chorleiter Lux Aquinus nicht besonders geistig gesund anhört. Er ist noch nicht mal sicher, ob es ein menschliches Signal ist. Prima! Die nächste "gute" Nachricht ist, dass die Station "Dolch des Schicksals" nicht auffindbar ist, da es im Orbit von Anmut nur so von Asteroidenbrocken und Weltraumschrott wimmelt. Und das Beste ist, dass sich dort eine unbekannte Fregatte auf Schleichfahrt befindet. Thronverdammt! Wenn es Probleme gibt, dann wirklich gehäuft.

Ich befehle volle Gefechtsbereitschaft und warte satte zehn Minuten auf Vollzug. Eine gut gedrillte Mannschaft auf einem Kriegsschiff schafft das in der Regel in zwei Minuten. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis alle Vollzugsmeldungen bei mir eingetroffen sind. Wie üblich in solchen Situationen befinde ich mich auf meinem Thron auf der Brücke und überblicke von der Empore das Gewusel der Brücke.

"Vorschläge?", frage ich meinen versammelten Stab und höre mir ihre Meinung an. Das Gro ist für Aufnahme von Kommunikation, was auch ich ohne ihre Beratung getan hätte. Nun gut, ich aktiviere meine Komeinheit und lasse ein Breitbandsignal auf allen Frequenzen senden.

"Hier spricht Lord-Kapitän Conari an Bord des leichten Kreuzers "Audacia" im hohen Orbit von Anmut. Ich bin im Auftrag der rechtmäßigen Besitzerin dieser Welt, Lord-Kapitän Aspyce Chorda hier. Bitte identifizieren Sie sich und melden Ihren Status!", melde ich mich. Es dauert nich lange, bis die Fregatte ihr Versteckspiel aufgibt. Ich bekomme deutliche Meldungen, dass die Systeme der Fregatte hochgefahren werden. Wahrscheinlich bereiten die sich auch auf ein Gefecht vor. Erstaunlicherweise werden keine Schutzschilde hochgefahren, was man in so einem Fall eigentlich als erstes tut.

"Hier spricht Lord-Kapitän Hellgrett Bolgar von der Fregatte "Knochenschinder", ich war zuerst hier, also zieht Leine, so lange Ihr noch laufen könnt, Kleiner!" Hossa! Ich hasse es, dass man mich wegen meinen dreißig Lebensjahren nicht für voll nehmen will. Hellgrett Bolgar ist ein Freihändler von zweifelhaftem Ruf. Es gibt anhaltende Gerüchte, dass sein Freihändlerbrief aus äußerst dubioser Quelle stammt. Die "Knochenschinder" hat einen üblen Ruf als Pirat und seine berüchtigte Besatzung aus Mutanten und Renegaten würde auf den meisten imperialen Planeten ohne Verhandlung auf dem Scheiterhaufen landen. Aber wir sind hier ja recht weit weg von Imperialer Gerichtsbarkeit. Thronverdammt!

"Nun, ich bin im offiziellen Auftrag hier und Ihr, Lord-Kapitän Bolgar habt hier nichts zu suchen. Setzen Sie Kurs auf den nächsten Absprungpunkt und verlassen sie unverzüglich den Orbit!", erwidere ich. Es gibt ein kurzes hin und her, wir tauschen gepflegt unterschwellig Beleidigungen aus. Eine diplomatische Lösung wird von Bolgar nicht wirklich angestrebt. Ich sehe keine andere Möglichkeit, als das Gefecht anzunehmen, um meine Ziele zu wahren. Die Fregatte nimmt nun Fahrt auf und sie fangen an aktiv unsere Sensoren zu blenden. Weitere Ziele tauchen auf dem taktischen Holo auf, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Die "Knochenschinder" verfügt über ein Tarnfeld, was eine Zielerfassung ziemlich erschwert. Thronverdammt!
« Letzte Änderung: 21. Januar 2013, 16:26:32 von Nakago »

Nakago

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« Antwort #66 am: 23. Januar 2013, 16:30:19 »
Position:
Orbit über Anmut
"Audacia"
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Zeit: 2 091 784.M41

"Ziel erfassen und vernichten! Meisterin Puppila, Gefechtsgeschwindigkeit!", befehle ich und auch die "Audacia" geht auf Gefechtsgeschwindigkeit. "Makrokanonen volle Breitseite!" Die "Audacia" schwenkt aus und feuert ihre großen Lasergeschütze ab. Für einen Lanzenschlag sind wir zu weit entfernt. Die Salve geht weit vorbei. Das war wohl nichts!
"Die "Knochenbrecher" feuert zwei Torpedoslaven ab!", bekomme ich von den Auguren gemeldet und zwei Fächer mit je vier Torpedos kommen angeflogen. Das ist eine beträchtliche Feuerleistung für so ein kleines Schiff. "Ausweichmanöver einleiten. Abwehrgeschütze Feuer frei!" Die Icons kommen schnell näher. Der erste Fächer verfehlt uns komplett, aber vom zweiten Fächer werden wir getroffen. Ein Torpedo verfehlt uns denkbar knapp, einer wird von unseren FLAK Geschützen abgeschossen. Zwei treffen uns demnach. Einmal mittschiffs, wo die Panzerung hält und nur oberflächliche Schäden verursacht werden. Aber der zweite Treffer geht durch die Panzerung und richtet beträchtlichen Schaden an. Sofort springen einige Warnicons an und ein ganzes Segment wird rot. Es brechen zwar keine Feuer aus, aber die Schäden sind tiefgreifend.

Nun ist auch die Lanze in Reichweite und aus allen Rohren lasse ich das Feuer erwidern. Die Lanze erzielt einen Wirkungstreffer mittschiffs und die Fregatte blutet Sauerstoff. Das hat gesessen. Leider liefert die Feuerleitstelle falsche Daten an die Makrokanonenbatterie und eine der Köder wird getroffen. Die Fregatte bringt sich für einen weiteren Doppelfächer in Position. Die Knochenschinder scheint sich primär auf ihre Torpedos zu verlassen, was zwar teuer, aber effektiv ist. Nachdem die Lanze wieder aufgeladen ist, lasse ich weiter feuern, während die "Knochenschinder" sich nun hinter uns setzt. Auf kurze Distanz rasen zwei weitere Fächer auf uns zu. Thronverdammt!

"Ausweichmanöver Steuerbord 45°, 12° abfallend!", brülle ich, aber wir sind zu langsam. Die Abwehrgeschütze beginnen zu hämmern und ein Teil des Fächers vergeht in Explosionen. Aber leider kommt es zu mehreren Einschlägen. Das Steuertriebwerk an Backbord wird kritisch getroffen und der dazugehörende Reaktor geht hoch. Eine Feuerwelle tobt durch diesen Maschinenraum und verbrennt alles darin. "Gottimperator! Sei diesen tapferen Männern gnädig und empfange ihre Seelen!", bete ich. Ein weiteres Segment meines Schiffes ist in tiefes Rot getaucht und weitere Schadensicons beginnen, hektisch in Rot zu flackern. Mit einem Schlag dürften etwa dreitausend Mann ihr Leben verloren haben. Ich muss hart schlucken und kralle mich an die Lehnen meines Thrones. Mein Atem geht schwer, mein Herz trommelt gegen die Brust und kalter Schweiß läuft mir über die Stirn. Noch so ein Fächer und wir können die Fahne streichen.

"He, Conari! Ich nehme jederzeit die Kapitulation entgegen!", grölt es über die Breitbandverbindung.
"Thronverdammt!", fluche ich halblaut. "Imperator, steh mir bei!", füge ich ein leises Stoßgebet an.
"Verrückt? Noch ist nichts entschieden!", antworte ich mit mehr Selbstvertrauen in der Stimme, als ich wirklich habe, über Breitband zurück.
"Volle Drehung! Pustet den Bastard in die Hölle!", befehle ich der Crew und schwerfällig beginnt die "Audacia" einzudrehen. Ein leichter Kreuzer wie die "Audacia" ist eben kein Clipper. Ich kriege nun auch alarmierende Meldungen von den Haupttriebwerken. Die Schotte haben teilweise dem Feuersturm nicht standgehalten und massive Beschädigungen im Hauptmaschinenraum sind aufgetreten. Weitere Tausende von Toten. Besonders die Unabs hat es schwer erwischt. Einer der Hauptreaktoren kann herunter gefahren werden, bevor er durchbrennt. Aber die Knochenschinder ist nun nah und endlich schafft es die Feuerleitzentrale, den Vektor richtig zu berechnen.
"Lanzenschlag! Dreißig Sekunden! Makrokanonen! Voll Breitseite!" Selbst in der Brücke wird es wärmer, als gewaltige Mengen von Energie in Strahlen umgewandelt werden. Beide Salven treffen und große Teile der Panzerung der Knochenschinder verabschieden sich. Mehrere Sekundäre Explosionen erschüttern das Schiff. Die Triebwerke verlöschen und die feindliche Fregatte beginnt zu trudeln. Das war es! Wir haben gewonnen, wenn auch zu einem verdammt hohen Preis. Thronverdammt!

"Sollen wir der "Knochenbrecher" den Todesstoß geben?" fragt mich mein XO Kyrr.
"Bringt die "Audacia" ins Heck der "Knochenbrecher", dann geben wir ihr die Chance sich zu ergeben!", befehle ich nach kurzer Rücksprache mit meinem Gefolge. Ein weiteres Schiff wäre sicherlich keine schlechte Idee, besonders wenn es sich um eine schwer bewaffnete Fregatte handelt. Damit lässt sich was anfangen.
"Mit etwas Fingerspitzengefühl können wir viel gewinnen, Meister Flavion", meint Caine, damit hat er sicherlich recht. Ich habe mein Recht durchgesetzt und dieses Gefecht entschieden. Nun ist die Zeit gekommen, großzügig zu den Besiegten zu sein.
"Hier spricht Lord-Kapitän Conari von der siegreichen "Audacia". Ihr habt verloren, kapituliert und wir werden eine Einigung erzielen können, von der alle Seiten profitieren", biete ich großzügig an und warte auf eine Antwort. Ich stelle eine Uhr auf drei Minuten und warte. Derweil kommen weitere Schadensberichte herein und die schematische Darstellung der "Audacia" wird ständig aktualisiert. Es sieht nicht gut aus. Nach den ersten Prognosen sind die Schäden an der "Audacia" so schwer, dass sie nicht mit Bordmitteln repariert werden können. Thronverdammt. Der Countdown läuft ab und ich wiederhole meine Forderung und verlange Antwort, notfalls auch mit Lichtsignalen. Schließlich knackt es im Breitband.
"Aufgeben? Niemals!", brüllt die Stimme von diesem Piraten Bolgar. Das hört sich nicht gut an.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #67 am: 25. Januar 2013, 17:01:31 »
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"Audacia"
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Zeit: 2 091 784.M41

"Das werden wir ja sehen, Kapitän!", meldet sich eine andere Stimme. Auf der anderen Seite scheint es hoch her zu gehen, ich kann Schüsse und Gebrüll hören. Da scheint es wohl gerade einen Wechsel in der Führung zu geben.
"In zehn Minuten erwarte ich eine brauchbare Antwort oder ich werde die "Knochenbrecher" vernichten!", erwidere ich großzügig und schalte den Countdown auf zehn Minuten. Weitere Meldungen treffen ein, alle Feuer sind unter Kontrolle, die Steuerungstriebwerke auf einer Seite sind komplett im Eimer, da ist nichts mehr zu machen. Das ganze Segment wird ersetzt werden müssen. Thronverdammt!

Ich schließe die Augen und fahre mir über das Gesicht. Vielleicht hätte ich die Sache sein lassen sollen. Aber zu kneifen ist auch nicht immer möglich. Besonders wenn man das größere Schiff hat, ist man einfach verpflichtet, die Stellung zu behaupten. Kneift man einmal den Schwanz in der Weite ein, heißt es gleich, man wäre weich. Man hat mir zugetragen, dass mich viele von den Führungsoffizieren für einen Weichling halten. Bis jetzt habe ich versucht, mit Freundlichkeit und guten Worten mir Geltung zu verschaffen. Aber ich kann durchaus auch anders. Caine hat mich gelehrt, dass man es immer zuerst höflich versuchen sollte, rabiat und brutal kann man danach immer noch werden. Aber war man erst mal brutal, ist eine gütliche Lösung nicht mehr möglich und böses Blut sammelt sich an. Nein, ich musste auf meinem Standpunkt beharren und diesen notfalls auch mit aller Gewalt durchsetzen. Auch wenn es viel gekostet hat, eine Fregatte in meinem Dienst wird mir Profit und Prestige bringen. Beides werde ich brauchen, um in der Weite zu überleben. Schließlich gibt es mehr als mein versiegeltes Schicksal. Der Countdown ist auf dreißig Sekunden, als die Breitbandverbindung wieder geöffnet wird.

"Hier spricht der XO der "Knochenbrecher"! Wir kapitulieren, nicht wahr Kapitän?" Es gibt ein kurzes Knistern, dann sind ein dumpfer Schlag und ein Schrei zu hören. "Ja, verdammt noch mal, ich kapituliere!" Na also, geht doch! Ich bestelle den XO und den Kapitän der "Knochenbrecher" zu mir auf die "Audacia" und lasse sie in einen Bereich bringen, der für nicht ganz so friedliche Verhandlungen vorgesehen ist. Kapitän Hellgrett Borgar ist eher klein und breit, während sein XO Raftine schlank und genau so groß wie ich bin. Borgar ist ziemlich aufgebracht und trägt seinen rechten Arm in einer Schlinge, da er um die Schulter herum einen Verband trägt, der gerade durchblutet. Seine Uniform ist mitgenommen und die Holster im Gürtel leer. Der XO macht schon einen adretteren Eindruck. Es gibt einiges hin und her, bis Lord-Kapitän Borgar bereit ist, nun unter meinem Oberkommando zu stehen. Caine und ein paar der Advokaten haben derweil einen Vertrag aufgesetzt, den ich Hellgrett vorlege. Der flucht und zetert wie ein Außenhabbewohner, dem man zwingt, seinen Erstgeborenen zu verkaufen.

"Nun gut, Lord-Kapitän Conari, Ihr habt mich im offenen Kampf fair besiegt, hätte ja abhauen können. Also hab ich mir die Suppe selbst eingebrockt. Thronverdammt! Nun gut, ich bin Euer Mann!" Zähneknirschend unterzeichnet er die Verträge und behält eines der Exemplare. Ich lasse mich nicht lumpen und lasse eine Flasche Amasec der berühmten Marke Red Star Prime bringen. Gemeinsam stoßen wir auf eine gute zukünftige Beziehung an. Auch lasse ich eine Kiste von meinen besten Zigarillos kommen und wir paffen gemeinsam ein paar davon.

"Nun, da wir Geschäftspartner sind, Lord-Kapitän Conari, solltet Ihr wissen, dass sich im System noch eine Fregatte aufhält. Die "Hohes Risiko" unter Lord-Kapitän Machenko. Wahrscheinlich will diese kleine Fotze auch was vom Kuchen haben." Na Prima, noch ein Konkurrent und meine "Audacia" ist schwerst beschädigt. Machenko werden gute Kontakte zur Kasballica Mission nachgesagt. Ihre Spezialität sind Drogen, die sie nicht nur reichlich selbst konsumiert, sondern auch ihre Besatzung damit aufpeppt. Diese Drogen werden auf ihrem Schiff hergestellt und dann sogleich zum Kunden geliefert. Für eine Freihändlerin ist sie ziemlich arm und ihre Familie hat in den letzten Jahrhunderten einen solchen Schuldenberg angehäuft, dass sie gezwungen ist, für ihre Gläubiger im Calixissektor zu fahren. Kein Wunder, dass sie da drogenabhängig wurde. Wobei Drogenabhängigkeit bei Adligen keine Seltenheit ist. Schließlich kann man sich dieses Zeug leisten und viele haben eh nichts anderes zu tun, als sich immer exoterischere Sorten hineinzuziehen. Ich hab noch nie viel von solchem Zeug gehalten. Liegt vielleicht auch an der strengen Erziehung von Caine und daran, dass ich immer bemüht war, meiner Familie zu zeigen, dass mehr in mehr steckt, als wie man auf dem ersten Blick meint. Der Achtgeborene muss eben dreimal mehr bringen als der Erstgeborene, um Respekt und Anerkennung zu bekommen.

"Vielen Dank für die Information!" Sofort gebe ich das an meinem XO weiter und lasse die "Audacia" auf halber Gefechtsbereitschaft stehen. Das bindet zwar Kräfte, die bei Aufräum und Rettungsarbeiten fehlen, aber ich will nicht als sitzende Ente dastehen. Mit meiner Leibwache und ein paar Offizieren für frei gewordene Schlüsselpositionen setze ich anschließend zur "Knochenschinder" über und schaue mir meine Neuerwerbung mal näher an. Schnell wird klar, dass ich dieses Schiff niemals in imperialen Hoheitsraum wie Damaris oder Winterscales Reich schicken kann, vom Calixissektor ganz zu schweigen. Renegaten, Anhänger obskurer verbotener Religionen, deren Symbole meist ein achtstrahliger Stern sind und Mutanten bilden das Gro der Besatzung der "Knochenschinder". Und die, die nicht zu dieser Gruppe gehören, scheinen Deserteure zu sein. Davon habe ich ja auch einige unter meinem Kommando, ebenso Renegaten, aber keine Anhänger dubioser Religionen, die nicht den Gottimperator oder den Maschinengott anbeten. Thronverdammt! Da habe ich mir ja was angelacht. Das ist ein ziemlich harter Haufen und ich beschließe, von denen keine auf meine "Audacia" zu lassen. Ich habe zwar erst letztens mit einer Fuhre ehemaliger Piraten Verluste aufgefüllt, aber diese Typen spielen in einer anderen Liga als die von der "Falkenklaue". Thronverdammt!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #68 am: 28. Januar 2013, 12:25:45 »
Position:
Orbit über Anmut
"Audacia"
Zeit: 2 092 784.M41

Zurück auf der "Audacia" inspiziere ich die Schäden und lasse mir von den Maschinensehern erklären, was da in etwa für Kosten auf mich zu kommen dürften. Dann besuche ich die Krankenstation und spreche einigen Verwundeten Mut zu. Anschließend halte ich eine kleine Ansprache, rede Klartext was die Schäden angeht und dass wir einen großen Sieg errungen haben. Auch dass die "Knochenschinder" nun unter der Flagge meines Hauses fahren wird. Wenn es irgendwann mal gegen die "Ignes et Amnestia" gehen sollte, brauche ich jede verfügbare Feuerkraft der Weite, die ich irgendwie bekommen kann. Inzwischen sind alle Feuer gelöscht und die ersten Reparaturen werden eingeleitet. Das eine oder andere ist ja immer noch mit Bordmitteln zu beheben. Auf der Raumstation "Dolch des Schicksals" gibt es ein Reparaturdock. Finden wir die Station, wird es bald besser aussehen. Aber unsere Sensoren können sie nicht erfassen. Da ich hier erst mal nichts weiter ausrichten kann, nehme ich Kontakt mit dem Raumhafen von Port Chorda Kontakt auf. Der Funker ist ganz aus dem Häuschen, als ich mich melde. Nach hundert Jahren nähert sich deren Isolation dem Ende zu.

Ich lasse die beiden Guncutter klar machen. In dem einen kommt Leutnant Nimdock und die schnelle Eingreiftruppe als Reserve, in den anderen mein Gefolge und ich. Mit diesem Flieger geht es nach unten. Auch hier toben Gewitterstürme, wenn auch nicht so stark wie auf Gryphos VII. Port Chorda besteht aus einem gewaltigen planierten Landefeld. Darum herum gruppieren sich Bastionen, kleinere Habs, Lagerhallen und ein befestigtes Verwaltungsgebäude. Die Landschaft darum herum ist zerklüfteter Fels, der sehr unwegsam aussieht. Die ganze Anlage ist von einem primitiven Wall und Graben umgeben. Schwere Waffen sind nicht zu sehen. Auf dem Verwaltungsgebäude und einigen Schlüsselstellungen sind Maschinengewehre auszumachen, einige davon schwere auf fest montierter, drehbarer Lafette. Der Schutz dieses Planeten war immer seine unbekannte Position. Erst als dieses System durch den Warpsturm abgeschnitten wurde, sickerten langsam die Koordinaten durch. Sei es weil es mindestens eine fehlgeschlagene Rettungsexpedition gegeben hatte, oder weil die Geheimhaltung durch den Sturm zeitweise nicht nötig war.

Ein gewisser Direktor Chulla nimmt mich in Empfang, als ich standesgemäß als erster den Boden betrete. Dafür dass es seit einem Jahrhundert keine Versorgungsflüge mehr gegeben hat, denke ich mir meinen Teil. Überschwänglich und herzlich werden wir empfangen. Erwartet als die längst überfällige Rettung. Ich hoffe mal, dass ich dieses System auch halten kann. Und so langsam stelle ich mir die Frage, ob ich das überhaupt will. Ein Planet mit einem toxischen Meer, auf dem nichts wächst und nur ein paar Renegaten hausen, ist nicht gerade das, mit dem man wirklich Profit macht. Auch schleimt man sich damit auch nicht gerade bei den wichtigen imperialen Institutionen ein. Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Gebiet irgendwann mal komplett zum imperialen Hoheitsgebiet wird. Das kann sicherlich noch Jahrhunderte dauern, trotzdem muss ich auch bedenken, welchen Eindruck das hinterlässt in Bezug auf meine Familie. Aber darüber kann ich mir noch später Gedanken machen.

Direkter Chulla lässt es sich nicht nehmen, mich in seinen Amtssitz einzuladen und ein Festessen aufzutafeln. Ich will zuerst höflich ablehnen, werde aber genötigt daran teilzunehmen. Ich bekomme einen Haufen Leute vorgestellt, wobei mir nur ein gewisser Herr Bilka im Gedächtnis haften bleibt, weil der Kunstmensch der Stryxis auf Aufbruch auch so geheißen hatte. Was für ein lustiger Zufall.  Es gibt mehrere Gänge und ich achte darauf, kein Fleisch zu essen. Dafür habe ich zu viele finstere Geschichten über andere isolierte Planeten gehört, die auf Einfuhren von außen angewiesen waren. Ich bekomme die Koordinaten von der Weltraumstation "Dolch des Schicksals" heraus, die eine andere Umlaufbahn hat als früher. Was wohl an der dort nun herrschenden Orkbesatzung liegen dürfte. Während der Einschließung hat es einen Orkbrocken hier angespült, dessen Besatzung die Station geentert hat. Auch bekomme ich in Erfahrung, dass die Astropathenstation von etwas äußerst Finsteren bewohnt wird. Es gab im Laufe der letzten Jahrzehnte mehrere Versuche in die Station zu kommen. Nie kam jemand zurück. Ich bin zwar neugierig, aber kein Selbstmörder. Ich lasse noch einen Versorgungsvertrag aushandeln und verkaufe gleich ein paar Lebensmittel aus den Beständen der "Audacia". Durch die starken Verluste an Personal habe ich Nahrungsmittel über in den Vorratskammern des Schiffes. Dafür nehme ich geplünderte Kunstschätze in Zahlung. Da die Station das primäre Ziel ist, starte ich schon bald wieder von der Oberfläche und kehre zu meinem Schiff zurück.

Nach kurzer Beratung beschließe ich, die Astropathenstation einzuebnen. Besonders da die Signale Auswirkungen auf den Astropathischen Chor haben. Mehrere Salven pulverisieren die Gebäude an der Oberfläche, bringen das, was dort immer auch hausen mag, leider nicht zum Verstummen. Thronverdammt! "Lanzenschlag 120 Sekunden!", befehle ich und brenne ein Loch in die Oberfläche. Aber auch das reicht nicht, um die Stimme zum Verstummen zu bringen. Nun gut. Ich lasse den Abstand vergrößern und bringe die "Audacia" auf Schleichfahrt, um mich der Station ungesehen annähern zu können.

"Kontakt! Unbekannte Fregatte auf dem Schirm!", bekomme ich von den Auguren gemeldet. Ich habe irgendwie ein Déjà-vu.  Mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl die "Hohes Risiko". Dank der Schleichfahrt werden wir nicht sofort entdeckt. Ich lasse die "Audacia" sehr nah an einen Gesteinsbrocken heranbringen und lasse alle nicht lebenswichtigen System herunterfahren. Die "Dolch des Schicksals" eröffnet das Feuer aus zwei Makrokanonenbatterien auf die Fregatte. Diese schießt zurück. Das Gefecht dauert etwa eine Viertelstunde, da zieht die Fregatte sich zurück und verlässt mit hoher Geschwindigkeit den Orbit und flieht in die äußeren Bereiche des Systems. Da auch die Sensoren herunter gefahren sind, können wir nicht feststellen, wie schwer die Fregatte beschädigt ist. Ich ziehe es in Erwägung, die "Hohes Risiko" anzugreifen, um einen weiteren Konkurrenten zu eliminieren, lasse das aber lieber sein. Das Risiko, weitere schwere Schäden zu kassieren erscheint mir zu hoch. Es ist klüger, sich nun erst mal auf die eigentliche Mission zu konzentrieren.

Wir nähern uns nun weiter der Station an und orten sie aktiv. Die Orkpopulation ist überraschend gering, die Station über weite Teile stark modifiziert. Deren Meks scheinen sich in den letzten Jahrzehnten dort ziemlich ausgetobt zu haben. Irgendwie bezweifle ich, dass sich noch viele von Aspyce Chordas Gegenständen an Bord befinden. Thronverdammt!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #69 am: 01. Februar 2013, 10:41:14 »
Position:
Orbit über Anmut
"Audacia"
Zeit: 2 092 784.M41

Trotzdem entwickle ich einen Plan, die Station zu stürmen. Als erstes müssen die beiden noch intakten Makrokanonenbatterien zum Schweigen gebracht werden. Eine weitere dritte scheint inaktiv zu sein, aber dadurch, dass die Station in der Lage ist, sich zu drehen, gibt es keinen toten Winkel, den wir ausnutzen könnten. Die Batterien zusammenzuschießen erscheint mir wenig erfolgsversprechend zu sein. Das schien gerade eben Kapitän Machenko mit wenig Erfolg ausprobiert zu haben. Und dann ist da noch das Problem, dass die Station das nicht überstehen könnte. Oder im schlimmsten Fall, wir ebenfalls nicht. Nur wenn man ein Hammer hat, sehen alle Probleme wie Nägel aus. Ich habe zum Glück mehr auf Lager als nur ein gewaltiges Schiff. Die Spezialeinheit von Leutnant Nimdock ist inzwischen wieder einsatzbereit. Ich verteile die Einheit auf zwei Guncutter, welche sich an die Station heranschleichen. Dieses Manöver dauert seine Zeit und ich blicke angestrengt zwischen der Holoanzeige mit den Positionsicons und dem Chrono mit den Totenschädelzeigern hin und her. Wirkliche Sensoren scheinen die Orks nicht zu haben, das scheinen Grotz in Raumanzügen zu erledigen, welche in großer Zahl auf der Station herumkrabbeln. So werden die Guncutter erst dann entdeckt, als sie schon die Geschützläufe der Batterien unterlaufen haben. Mit Bordkanonen wird die Oberfläche von vorwitzigen Xenos gesäubert. Allerdings strömen nun Orks nach, um mit ihren Handfeuerwaffen auf die Kutter zu schießen. Aus Maschinenkanonen und Schweren Boltern wird das Feuer erwidert und die Orks zahlen einen hohen Blutzoll für ihre Unverfrorenheit. Den Spezialeinheiten gelingt es, wichtige Versorgungsleitungen der Geschütze zu sprengen. Dieser Schaden ist nicht besonders schwierig zu reparieren, aber ich habe nicht vor, ihnen diese Zeit zu geben.

"Kurs auf die Station! Volle Gefechtsbereitschaft! XO, Sie haben die Brücke!" Ich werde es mir nicht nehmen lassen, das erste Entermanöver unter meinem Kommando höchst persönlich anzuführen. In Begleitung meines Gefolges begebe ich mich nach unten. Dort warten schon hunderte von Soldaten auf ihren Einsatz. Es gibt eine kleine mit Fahnen geschmückte Tribüne, zu der ich mich hinbewege und werfe mich in Pose.

"Soldaten der "Audacia"! Heute ist ein großer Tag, ein heiliger Tag, denn wir gehen einer heiligen Pflicht nach und werden eine menschliche Station im Namen des Imperators vom Makel des Xenos befreien. Denkt immer daran, nicht mal eine tote Grünhaut ist eine gute Grünhaut. Vernichtet zu werden, dass ist das Schicksal des Xenos. Tötet sie alle! Kennt keine Gnade, kein Mitleid, kein Erbarmen. Denn das kennte der Feind auch nicht. Sie haben noch nicht mal ein Begriff dafür in ihrer kruden Sprache. Tötet sie alle mit aufrechtem Hass im Herzen und reinigt die Station!" Meine Soldaten brüllen begeistert und ich begebe mich zur Spitze der Sturmeinheit. Derweil hat die "Audacia" die Distanz zur "Dolch des Schicksals" überwunden. Die leichten Abwehrgeschütze meines leichten Kreuzers säubern die Oberfläche der Station von grünem Unrat. Selbst hier unten sind noch gedämpft die Salven zu hören. Dann dockt die "Audacia" an und die Maschinenpriester bringen die geknechteten Maschinengeister der Station dazu, die Tore zu öffnen.

"Vorwärts! Für den Imperator! Für die "Audacia"! Für den Profit!", brülle ich und das Entermanöver beginnt. Das Innere der Station ist in einem desolaten Zustand. Die Meks der Orks haben sich ausgetobt und die armen Maschinengeister brutal vergewaltigt. Überall sind krude Runen zu sehen, offene Kabel hängen heraus und verbinden seltsame Gebilde miteinander. Alles ist verdreckt und die Luft riecht entsprechend. In diesem Bereich halten sich nur wenige Orks auf. Einigen besonders zähen Exemplaren gelingt es sogar, in die Reihen meiner Leute zu brechen, bevor sie von Schrotsalven durchsiebt werden. Das Areal um die Schleusen herum ist schnell genommen, tragbare Schutzschilde aus Plastoid werden aufgebaut und Maschinengewehre werden in Stellung gebracht. Es dauert nicht lange, bis die erste Welle gegen die Schilde anrennt. Der Angriff ist improvisiert und viele Orks sterben im unterstützenden Feuer ihrer eigenen Leute. Nun tauchen auch Grotz in großer Anzahl auf. Das sind kleine Grünhäute, eine kämpfende Dienerrasse der Orks. Wenig mehr als Fußabtreter ihrer Herren.

Die zweite Welle ist schon koordinierter und Grotz sickern durch Lüftungsschächte in diesen Bereich ein. Endlich kann ich auch ein paar Xenos töten, während ich die Verteidigung organisiere. Derweil klettern über die Außenwände Orks in Raumanzügen die "Audacia" hoch und suchen nach Einstiegsmöglichkeiten. Vier der Fünf in Reserve liegenden Kompanien schwärmen Truppweise aus und wehren Einstiegsversuche der Xenos ab.

Die dritte Welle wird von roten Xenos eröffnet, welche mit Sprengstoffgürteln versehen sind. Das sind sogenannte Squigs. Wahrscheinlich heißen sie so, weil das ihr Ausruf ist, wenn sie von Gewehrsalven zerrissen werden. Einige Orks sind schwer gerüstet und ihnen gelingt es sogar, in die Stellung einzubrechen. Thronverdammt! Ich führe den Gegenangriff persönlich an, der sie zurück wirft und die Reihen wieder schließt. Mit Rabenschwinge in der linken und Rabenklaue in der rechten Hand säe ich Tod und Vernichtung in die Reihen der Orks. Eins muss man diesen primitiven Xenos lassen, Mut haben sie. Ohne auf ihr eigenen Leben Rücksicht zu nehmen, stürmen sie in das überlappende Feuer der Maschinengewehre und erkaufen sich ein paar Meter. Schon bald verstopfen die Leichen der Xenos den Großteil der Gänge bis zur Decke. Nachdem die dritte Welle versiegt ist, befehle ich das vorrücken in die Tiefe der Station. Nun ist es Zeit, diesen Ort vom Makel des Xenos zu reinigen. Ausgelöscht zu werden, das ist das Schicksal des Xenos!

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #70 am: 04. Februar 2013, 15:19:17 »
Position:
Orbit über Anmut
"Dolch des Schicksals"
Innere Station
Zeit: 2 092 784.M41

Das Innere der Station macht einen äußerst uneinheitlichen Eindruck. Manche Segmente sind nur oberflächlich verunstaltet, anderen sind komplett umgebaut worden, sodas nichts mehr daran erinnert, dass einst gesegnete Techpriester diese Station gebaut haben. Ich lasse meine Truppen aufteilen und rücken getrennt vor, um die Xenos zu läutern. Ich versuche, in das Zentrum vorzustoßen, wo ich hoffe, den Anführer dieser grünen Bastarde zu finden. Inzwischen ist mir klar geworden, dass die Sensoren nur einen kleinen Bruchteil der Lebensformen an Bord erfasst haben. Wir treffen hauptsächlich auf kleine nervige Grotz, die aus Lüftungsschächten heraus ballern, aus Nischen Stikbombs, wie Grünhäute ihre bevorzugten Handgranaten nennen, werfen oder uns zu flankieren versuchen. Aber im Gegenzug zu ihren zähen großen Verwandten reicht schon ein Treffer aus einem Lasergewehr um sie umzupusten. Allerdings haben sie die Tendenz, immer recht schnell abzuhauen und es ist äußerst nervig sie verfolgen zu müssen. Einmal locken diese kleinen grünen Kreaturen einen Trupp in eine Sprengfalle, ein anderes Mal mitten in ein Squiggehege. Zu unserem Glück ist die grundlegende Struktur der Station unangetastet geblieben.

Schließlich erreichen wir die ehemalige Schaltzentrale der Station. Bedienungselemente wie auch Servitoren- und Cogitatorenbänke sind komplett entfernt worden. Im Zentrum des großen Kuppelförmigen Raumes mit mehreren Zugängen ragt auf einem Schrottberg, vielleicht hat das ganze Zeug auch noch eine reale uns nicht ersichtliche Funktion, ein gewaltiger Thron, von dem sich gerade der größte Ork der Station erhebt. Der Boss ist stark gepanzert und trägt ein übergroßes Kettenschwert, das er begeistert mit beiden Händen schwingt. Wahrscheinlich war dies einst Bestandteil einer industrielen Vorrichtung, da das Ding einfach zu klobig für einen Waffeneinsatz ist. Jedenfalls für einen Menschen. Mit vier seiner Leibwächter stürmt er direkt auf mich zu. Gut! So muss das sein. Wahrscheinlich erkennt er mich, da ich als einziger einen knallroten Mantel trage und ich von Braddock mit Banner begleitet werde. Anführer zweier Heere tragen ihren Konflikt direkt von Angesicht zu Angesicht aus. Mit Rabenschwinge schieße ich auf ihn, eine der Plasmabolzen trifft die Kreatur schön mittig in der Brust, als wäre ich auf einer Schießbahn. Voll die Zehn! Leider scheint es diese Kreatur nicht wirklich zu tangieren. Der zweite Schuss streift ihn leider nur an der Schulterpanzerung und ich sprenge ihm damit eine Glyphe herunter. Das scheint ihn mehr zu ärgern als das Loch in der Brust. Meisterin Puppila, die direkt neben mir steht, spickt den großen Ork mit Boltgeschossen, die ihn in keinster Weise zu tangieren scheinen. Wo ist Meister Ares mit seinem Melter? Nicht hier! Thronverdammt!

Bruder Obskurus scheint etwas mit seinen psionischen Kräften anzustellen, indem er einen der Leibwächter etwas befehlen will, was leider keinerlei offensichtlichen Effekt hat. Die Orks kommen weiter brüllend auf uns zu, während die Meisterin der Leere und ich das Feuer aufrecht erhalten. Die nächste meiner Salven tut dem Ding schon mehr weh. Bruder Obskurus bringt einen der Leibwächter dazu, seinen Chef den Spalta über den Schädel zu ziehen. Dank meiner vorhergehenden präzisen Treffer geht der Orkboss nun zu Boden. Thronverdammt! Ich hätte ihn gern selbst getötet! Ich werfe dem Astropathen einen bösen Blick zu. Darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Nun lenke ich das Feuer auf den ersten der Leibwächter und beide Geschosse fahren in seinen Kopf, der augenblicklich in einer grünen Wolke explodiert. Der Torso rennt noch ein paar Schritte weiter, bevor er zusammenfällt. Die zwei verbliebenden Orks werden von Bruder Obskurus Flammenwerfer in einen Flammenlohe gehüllt, was sie aber nicht wirklich zu stören scheint. Selbst nach dem Tod ihres Anführers haben sie selbst in Flammen stehend keinen Zweifel an ihrer Mission, uns Menschen zu töten. Diese Xenos sind wirklich zähe brutale zielgerichtete Gegner. In einem Buch habe ich mal gelesen, dass Orks in ihrem Sprachschatz kein Wort für Frieden kennen. Sie kennen nur drei Zustände für ihr Dasein, die Vorbereitung auf einen Krieg, der Weg zum Krieg, der Krieg an sich mit dem anschließenden Plündern, welches dann sofort in der Phase der Vorbereitung für den nächsten Konflikt übergeht.

Die beiden Orks sind nun herangestürmt und greifen an, ein schartiger Spalta fährt auf mich hernieder mit einem beidhändig geführten Hieb von oben. Ich pariere und der dämlich glotzende Ork hat nur noch einen halben Spalta in der Hand, während das abgetrennte Ende durch die Luft wirbelt und im Plast des Bodenbelags zitternd stecken bleibt. Ein Energieschwert durchschneidet eben auch hochwertiges Metall und manche Parade mit einer solchen Waffe hat schon einen Gegner entwaffnet. Der andere greift Obskurus an, der oberflächlich getroffen wird. Der dritte noch lebende Ork krallt sich derweil das riesige Kettenschwert des gefallenen Waaghbosses. Meisterin Puppila hat sich etwas zurückgezogen und eine recht niedlich aussehende Verteidigungshaltung eingenommen. So etwas würde ich von Colette erwarten, aber nicht von jemand, der mit Waffen umzugehen versteht. Nun ja, so bleibt schon mehr für mich zu töten übrig. Während Bruder Obskurus mit psionischen Tricks versucht die Orks aus dem Konzept zu bringen und Althea sich als Abwehrspezialistin versucht, habe ich alle Hände voll zu tun, die drei nun auf mich einprügelnden Orks abzuwehren. Schnell wird mir klar, dass drei zu eins nur fair ist, da ich ja ein Energieschwert habe und damit die Spaltas recht schnell in handliche kleine Knüppel verwandle, bis diese einfach eines ihrer vielen Messer ziehen. Haben ja genug davon. Der dritte Ork mit dem gewaltigen Zweihänder schlägt nach mir und ich pariere, was eines der Kettenglieder durchtrennt. Die Kette mit den adamantenen Zähnen saust einen kurzen Moment unkontrolliert durch die Gegend, trifft unglücklicherweise mein Refraktorfeld, was den Maschinengeist so sehr erschreckt, dass er einfach den Dienst quittiert. Thronverdammt!

Nakago

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« Antwort #71 am: 06. Februar 2013, 15:05:03 »
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Das ganze Gefecht beginnt unübersichtlich zu werden. Weitere Orktruppen stoßen aus mehreren Gängen nun zu unserer jetzigen Position vor. Da ich gerade damit beschäftigt bin, mit den Orks zu tanzen, versuchen Meisterin Puppila und Bruder Obskurus den Hauptmännern zu helfen, die Reihen wieder zu ordnen. Braddock steht hinter mir und hält mir die Stange, sprich mein Banner, was ich als mein persönliches Feldzeichen mit mir führe. Dabei hält er mir auch noch den Rücken frei und ballert was das Zeug hält in die Reihen der Orks, die von weiter hinten nachdrängen. In dieser Situation wäre mein Servitor Novus von großem Nutzen, dummerweise wird er gerade gewartet. Was für ein Schlamassel! Und jetzt bricht auch noch mein Refraktorfeld zusammen.

"Geist der Maschine! Besinne dich!", bete ich, aber nichts passiert. Nicht gut! Aber davon lasse ich mich nicht entmutigen. Nach einer Überlastung braucht es meist schon eingehende Reinigungsrituale eines Maschinensehers, um einen solch verstimmten Maschinengeist wieder zu versöhnen. Da ich noch ein Schwert in der Hand halte, benutze ich es auch. Selten habe ich bisher gegen drei Gegner gekämpft, aber wirklich Angst habe ich vor diesen wortwörtlich dreckigen Xenos nicht. Sie mögen geborene Krieger sein, aber sie sind nicht wirklich schnell. Ihre Kampfkraft resultiert aus brutaler Kraft, übermenschlicher Zähigkeit und der vollständigen Missachtung ihrer eigenen Sterblichkeit, solange viele auf einen Haufen hocken. Aber im Nahkampf zählt auch Geschwindigkeit und Geschick. Und das fehlt diesen missratenen Xenos auf alle Fälle. Ihre Schläge sind langsam, wenn auch mit brutaler Wucht geführt. Auch ohne Refraktorfeld stehe ich wie ein Fels in der Brandung und lasse die grüne Flut an mir abprallen. Und noch etwas fehlt ihnen, einen Gottimperator, der schützt!

Rabenklaue zuckt vor, aber der Ork weicht aus. Bruder Obskurus bringt einen der Orks dazu, seine Waffe fallen zu lassen, die er sogleich wieder aufhebt. Die anderen beiden schlagen nach mir, aber es ist ein Leichtes ihren tumben Hieben auszuweichen. Die Grünhäute versuchen nun mich in die Zange zu nehmen, aber da müssen sie schon etwas früher aufstehen. Ich entwaffne einen weiteren Ork, in dem ich seinen brutalen Schlag pariere und weiteres metallenes Bruchstück wirbelt durch den Raum, um sich passenderweise in den Schädel eines vorwitzigen Grot zu bohren, der kopfüber von der Decke hing und gerade mit seinem kruden Automatikgewehr auf mich schießen wollte. Heimtücke zahlt sich eben nicht immer aus. Es gibt ein hübsches Klatschen, als dessen lebloser Körper auf den Stahlplatten des Bodens aufkommt. Der Ork glotzt immer noch dämlich aus der Wäsche, als ich mein Schwert Rabenklaue durch eines seiner roten Schweinsäuglein treibe. Die Spitze ragt aus dessen Hinterkopf hervor, bevor ich sie wieder herausreiße und einen Hieb durch ein Haumesser pariere. Auch diese Klinge zerbricht und der Ork zieht ein weiteres Messer aus seiner Sammlung. Das ist auch das letzte was er tut, denn mit einem wuchtigen Hieb treibe ich mein Energieschwert in seine linke Schulter bis tief in seinen Brustkorb. Das zerschneidet sein Herz und ich werde mit einem Strahl rotgrünem Blut getroffen. Verdammt eklig so was!

Jetzt ist es wieder ein Gefecht einer gegen einen. Der letzte Ork sieht sich als neuer Boss und versucht, das mit infernalischem Gebrüll deutlich zu machen. Sein kruder Sprech wird dadurch auch nicht verständlicher. Ich habe keine Ahnung, warum er mich als "Gitz" bezeichnet. Inzwischen sind meine Truppen wieder gefestigt und beginnen die nachrückenden Orks zurückzutreiben. Der neue Boss versucht mehrmals, mit seinem zerbrochenen Kettenschwert nach mir zu schlagen, trifft mich entweder nicht oder ich mache es noch kürzer als es schon ist. So langsam habe ich von diesen Faxen genug und ein weiter Hieb spaltet ihm den Schädel. Seine roten Augen brechen und er fällt kraftlos in sich zusammen.

"Vorwärts! Treibt das elendige Grünzeug hinaus!", brülle ich und reiße die Initiative wieder an mich. Der Drill der letzten Wochen hat einiges gebracht, aber meine Leute haben deutliche Probleme mit diesen Xenos fertig zu werden. Also gehe ich mit gutem Beispiel voran. Nach dem Tod des Waaghbosses erlahmt der Widerstand der Orks langsam aber sicher. Selbst eine solche Horde braucht eine Führung oder sie zerstreut sich. Wir bringen sie zum Rennen, nachdem ihre Einheiten stark dezimiert sind. Ich schließe mich einem Trupp an und beteilige mich an der Treibjagd auf die überlebenden Orks. Auch die Angriffe auf der "Audacia" sind inzwischen gänzlich zurückgeschlagen worden. Aber es kann sein, dass sich Grotz in den Lüftungsschächten verstecken. Das wird kein Spaß werden, die alle aufzuspüren. Nach meinem Buch pflanzen sich Orks nicht fort wie normale Lebewesen, sondern sie sondern Sporen bei ihrem Tod ab. Ob das noch auf für ihre Dienerrasse gilt, weiß ich nicht, da in dem Buch nur von Orks die Rede war. Es kann also sein, dass die "Audacia" nun verseucht ist. Thronverdamm!

Etwa zehn Stunden nach dem ersten Angriff köpfe ich den letzten Grot und kicke seinen Kopf ein gutes Dutzend Meter weit gegen ein Schott. Der Schädel platzt wie eine Melone und grüne Masse verteilt sich in der Gegend.
"Ausgelöscht zu werden, das ist das Schicksal des Xenos!" Die Suche geht zwar noch weiter, aber es werden erst mal keine grünen Kreaturen mehr gefunden. Sieht so aus, als wäre die Raumstation nun mein. Ich erkläre die Station als gesäubert und als nun mein Eigentum. Jetzt gilt es nur Aspyce Chordas Besitz zu finden. Und das dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein! Scheiße aber auch!

Nakago

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« Antwort #72 am: 08. Februar 2013, 15:01:34 »
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Die Liste der Chorda ist nicht besonders lang und vom einen oder anderem Gegenstand lassen sich sogar noch Reste bergen. Oder das Ding, in das Meks ihn verbaut haben. Zum Glück findet ein Trupp eine noch immer versiegelte Kammer. Da sie aus einer hochwertigen Ceramit Adamantium Legierung besteht, gegen den Plastoidstahl wie Butter wirkt, haben die Orks es nicht geschafft, sich Zugang dazu zu verschaffen. Und nach den mannigfaltigen Spuren an Tür und Wänden haben sie das weiß Imperator mehrmals vehement versucht. Einem hochrangigen Techpriester gelingt es aber, nachdem er die Luft mit heiligen Weihrauch und stundenlangen Gebeten, die ob der groben Behandlung verärgerten Maschinengeister zu versöhnen und sie zur Kooperation zu überzeugen. Ich bin persönlich zugegen, als mit einem großen Zischen das massive Schott auffährt und den Inhalt preisgibt. Irgendwie bin ich nicht überrascht, als ich einer Kryokapseln ansichtig werde. Was mich eher überrascht, dass es sich nur um eine einzige Kapsel  handelt. Die Anzahl ihrer Geschwister schwankt stark in den Geschichten, aber es wird immer von der Mehrzahl gesprochen. Der Techpriester nimmt mit Gesängen Kontakt zu dem Maschinengeist der Kapsel auf. Der Geist darin ist intakt und die Kapsel in funktionsfähigem und transportablem Zustand. Leider weiß der Maschinengeist nicht, was er da in seinem Inneren eigentlich beherbergt. Da ein Auftauen registriert werden würde und ich diese wahnsinnige Sadistin nicht zu meinem Feind haben möchte, kämpfe ich erfolgreich meine Neugier nieder. Ich lasse die Kapsel unberührt mit den anderen noch geborgenen Gegenständen aus dem Besitz der Aspyce Chorda zur "Audacia" bringen. Damit wäre die Mission erfolgreich abgeschlossen.

Ich lese die Verlustmeldungen und stelle fest, dass wir über hundert Soldaten in den Gefechten auf der Station wie auch auf der "Audacia" selbst verloren haben. Auch zwanzig zivile Besatzungsmitglieder sind durch einsickernde Orks umgekommen, weitere drei Dutzend wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Die Bereiche, wo die Xenos eingedrungen sind, waren meist schwer beschädigte Segmente und deswegen nur mit wenigen Leuten besetzt. Wären sie in dichter frequentierte Bereiche vorgedrungen, wären die Verluste um einiges höher ausgefallen. Einige Besatzungsmitglieder werden allerdings noch vermisst. Dafür ist die Station nun mein und das Reparaturdock ist in dieser Situation nicht mit Elektrum aufzuwiegen. Je länger ich Anmut betrachte, desto mehr stelle ich seinen Wert in Frage. Dort unten wächst nichts. Gäbe es noch nennenswerte Rohstoffvorräte, die Chordas hätten sie schon längst ausgebeutet. Das einzige, was es gibt, ist ein Haufen Renegaten, deren Schutz einen großen Aufwand erfordert. Bis jetzt war die Anonymität der Welt der primäre Schutz gewesen, aber zumindest noch die Freihändlerin Lord-Kapitän Machenko kennt die genaue Position und Lage von Anmut. Das ist nicht gut. Zeit ist mal wieder Geld.

Ich lasse alle Beiboote ausschwärmen und schicke sie in Kontingenten nach unten auf die Oberfläche. Viele der Residenzen der Renegaten sind verlassen, manche davon zerstört. Aber einige sind zwar bar jeder Lebensmittel, aber voller Kunstgegenstände. Auch mit Direktor Chulla setze ich einige Versorgungsverträge auf. Ich achte darauf, eine Kündigungsklausel einzubinden, falls ich Anmut doch nicht in Besitz nehmen werde. Auf alle Fälle werde ich versuchen, die Station "Dolch des Schicksals" zu halten. Damit lässt sich bestimmt noch was anfangen.

Erschöpft gehe ich schließlich in mein Quartier. Meine Mädchen sind bereit, mir aus meinen stark ramponierten Klamotten zu helfen. Sie werfen die kurzerhand in einen Sack, nicht mehr zu retten, nur noch Lumpen. Nun gut, macht nichts, ich habe den gleichen roten Mantel in vielfacher Ausfertigung noch in meinem Schrank hängen. Zum Glück kann ich als Mann solche Dinge auf Vorrat kaufen, weil sie nach einem Vierteljahr wegen irgendwelchen Modeeinflüssen nicht vollständig entwertet werden. Ich dusche mich ausgiebig und lasse mich von Josephina und Carmina ordentlich abschrubben, was ihnen deutlich Spaß macht.

Obwohl ich schon seit etwa 48 Stunden kein Auge zugemacht habe, bin ich viel zu aufgedreht. So viele Tote, so gewaltige Schäden. Habe ich richtig gehandelt? Was hätte ich besser machen können? Ich erzähle meinen Mädchen vom Gefecht im Raum, den Besuch auf dem Renegatenplaneten und den Kampf um die Station. Glorreiche Siege sehen anders aus. Ich muss weiter in die Ausbildung und Ausrüstung meiner Truppen investieren. Orks sind widerstandfähige Krieger und brutale Nahkämpfer, trotzdem empfinde ich die Totalverluste als zu hoch. Nach neuster Zählung habe ich 109 Gefallene, 138 Schwer Verwundete und 83 Leichtverwundete zu beklagen. Viel zu viel nach meinem Geschmack. Nachdem ich mir meine Sorgen von der Seele geredet habe, bauen mich meine Konkubinen mental wieder auf. Sie können eben nicht nur meinen Körper streicheln, sondern auch meine Seele. Das schätze ich so an ihnen. Und sie wissen auch, wann die Zeit fürs Reden vorbei ist. Josephina verschließt mit ihren Lippen meinen Mund, während sich Carmina auf meine unteren Regionen versteift. Schon bald versinke ich in einen Reigen sich windender und schwitzender Körper. Das löst schließlich die Spannung in mir und ich kann in den längst überfälligen Schlaf gleiten. Trotz der Sorgen, des Schreckens und allen Übels der letzten Tage kann ich traumlos schlafen, selbst meine Seelenhirtin bedrängt mich diesen Schlafzyklus ausnahmsweise einmal nicht.

Nakago

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Die Fahrten der Audacia
« Antwort #73 am: 11. Februar 2013, 11:36:24 »
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"Audacia"
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Fünf Tage sind inzwischen vergangen. Arbeitsreiche Tage voller Unternehmungen und Aufgaben. Die Reparaturen laufen gut im neu eroberten Trockendock. Die "Knochenschinder" ist nun ebenfalls an der Station "Dolch des Schicksals" angedockt. Auch die Unternehmungen auf der Oberfläche rentieren sich und bringen großen Profit ein. Langsam aber sicher sammeln sich Kunstschätze wie Statuen, Bilder, Teppiche sowie Wertgegenstände wie Geschmeide, Barren von Elektrum, Platin und Gold an. Auch ganz profane Throne lassen sich kistenweise hier finden. Auch Renegaten brauchen bares. Meist falle ich total verspannt und erschöpft ins Bett, bevor die kundigen Hände meiner Konkubinen mich mit Massagen und ihrem geschickt eingesetzten Können in der Kunst der einhundertundacht Seufzer wieder Leben einhauchen. Das ist einer der wenigen Momente, die ich wirklich genießen kann. Lord-Kapitän sein ist kein Zuckerschlecken. Zu viele Leute unterschiedlicher Fraktionen haben gegeneinander laufende Interessen. Was für die einen ein Vorteil ist, ist für die anderen eine Zumutung. Andauernd muss ich Kompromisse schließen. Alles, was man befiehlt, hat nachhaltige Auswirkungen, die manchmal erst nach Tagen oder Wochen zu Tage tragen. Ich bin sicher, dass mir viele meine diplomatischen Bemühungen als Schwäche auslegen. Aber ich will auch nicht als cholerischer Tyrann auftreten wie Calligos Winterscale oder so ein Psychopath wie Aspyce Chorda mit einer Besatzung aus gehirngeschruppten Ordnungsfanatikern. Den goldenen Mittelweg zu finden ist schwer und meine Bemühungen werden irgendwie nicht richtig gewürdigt. Meine Sorgen und Ängsten teile ich nur vorbehaltslos mit meinen beiden Mädchen und zum Teil mit Caine. Ich bin froh, dass ich meine Nöte bei meinen kleinen Schnuckelchen ablegen kann. Sie sind mir in aller Beziehung eine große Stütze. Konkubinen sind eben mehr als nur gut aussehende Frauen mit flexiblen Körpern mit den perfekten Proportionen.

Erst heute habe ich stundenlang mal wieder dunkle Gänge durchkämmt und tatsächlich noch ein Grot aufgespürt. Trotz moderner Technik wie Auspex und Servoschädel ist das nicht so einfach. Der Maschinengeist des Auspex wird oft durch die vielen technischen Störquellen des Schiffes verwirrt und seine Anzeige zeigt Lebensformen an, wo gar keine sind. Und findet keine Lebensformen, auch wenn man sie schon visuell erkennen und fast direkt vor ihnen steht. Das ist alles sehr frustrierend und es war äußerst befriedigend, den Grot tot zu schlagen. Ich wünschte, ich könnte alle meine Probleme einfach mit dem Einsatz von Waffengewalt lösen.

Meine Seelenhirtin hat mich vor zwei Nächten besucht und mich mit ein paar üblen Visionen konfrontiert. Gryphonia ist ziemlich aufgeregt und faselt etwas, dass ich von Dunkelheit in Form finsterer Mächte umgeben bin, die sich an Bord dieses Schiffes befinden. Und die "Audacia" ist verflucht. Nichts wirklich Neues, meiner Meinung nach. Das habe ich schließlich schon öfters gehört. Die kleine Eldarschlampe hat das ja schon angedeutet und auch sonst jeder scheint irgendetwas darüber zu wissen oder zu spüren. Was immer in der Phase zwischen dem Verschwinden und Wiederauftauchen des Schiffes passiert ist, es hat Spuren hinterlassen, die noch immer nachwirken. Thronverdamm!

In den frühen Morgenstunden werde ich von meinem XO aus den Armen meiner beiden Gespielinnen gerissen, die äußerst spärlich bekleidet neben mir ruhen. Im ersten Moment weiß ich nicht, wo ich bin, da ich wohl mitten in einer Tiefschlafphase war. Schließlich kann ich mich wieder orientieren und weiß, wer ich bin. Flavion Conari, Lord-Kapitän der verfluchten "Audacia". Verdammt durch eine Hexe zu einem versiegelten Schicksal, was mir nicht nur das Leben, sondern auch meine unsterbliche Seele kosten kann. Nach zwei Sekunden des Selbstmitleids habe ich mich soweit gefangen, dass ich Oberst Kyrrs Worten folgen kann, wenn auch erst im zweiten Ansatz.

"Wie ich schon sagte, Lord-Kapitän Conari, ich habe geträumt, dass Chorleiter Lux Aquinus von unserem obersten Maschinenseher Kyle Ademis bei lebendigem Leib verbrannt wurde", erzählt mir Kyrr ein weiteres Mal, während ich mich im Bett aufgerichtet habe und mich ratlos am Kopf kratze.
"Ihr reißt mich…" Ich blicke auf das Chrono auf dem Nachtschrank aus Elektrumgehäuse und Zeiger aus fluoreszierendem Kristall. "… um drei Uhr morgens aus dem Schlaf, weil ihr schlecht geträumt habt?" In meiner Stimme schwingt der Unglauben deutlich mit. Carmina und Josephina gähnen herzhaft und angeln sich ihre Morgenmäntel, um ihre Blößen zu bedecken. Kyrr hat wenigsten genug Anstand, nun krampfhaft in eine andere Richtung zu blicken.
"Das war mehr als ein normaler Traum, eher eine Vision, eine Botschaft."
"Erzählt das bloß nicht Lux, sonst hält er Euch auch noch für einen unsanktioniertem Psioniker mit gewaltigem Gefahrenpotential." Ich gähne herzhaft und strecke mich, während Josephina leicht zusammenzuckt und fahrig durch ihr verwursteltes Haar fährt. Sie sieht unglaublich sexy aus, ich könnte gleich wieder über sie herfallen. Aber Kyrrs Anwesenheit hält mich davon ab.
"Ihr solltest das Ernst nehmen, Lord-Kapitän Conari", meint der Oberst eingeschnappt.
"Habt Ihr versucht, mit dem Chorleiter Kontakt aufzunehmen?", frage ich.
"Ähm, nein, nicht wirklich."
- Wäre das nicht verdammt noch mal das naheliegenste, du Schwachkopf? - denke ich, verkneife mir aber den Kommentar. Stattdessen greife ich zur Interkomeinheit und nehme den Hörer zu mir. Gerade noch als ich die Litanei spreche, um den Maschinengeist des Hörers aufzuwecken, kommt Meisterin Puppila herein gestürmt. Da ich einfach mal davon ausgehe, dass sie nicht scharf auf mich ist, hat ihre Anwesenheit bestimmt einen ersten Hintergrund.

"Lord-Kapitän Conari, ich habe geträumt, dass Chorleiter Lux Aquinus von unserem obersten Navigator Tybald Kett bei lebendigem Leib verbrannt wurde.", erklärt sie kurzatmig ihr Eindringen und ich blicke bezeichnend den Höher meiner Interkomeinheit an. Mein Schlafgemach ist wahrlich nicht mein Arbeitszimmer und selbst die verfluchte und beschädigte "Audacia" verfügt über eine einwandfrei funktionierende Interkomeinheit! Thronverdammt!

Nakago

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« Antwort #74 am: 15. Februar 2013, 12:02:24 »
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Zeit: 2 111 784.M41

Noch bevor ich via Interkom verifizieren kann, ob Chorleiter Lux Aquinus wirklich tot ist, platzt Bruder Obskurus in die Runde rein. Hier geht es zu wie im Taubenschlag!
"Lass mich raten, du hast geträumt, wie Lux Aquinus umgebracht wurde."
"Ähhh! Ja, Nein, ich meine ja, ich habe geträumt, dass Lux Aquinus von den manifestierten Geistern des Chors umgebracht wurde. Und er ist tot, er liegt verbrannt in der Chorkammer!" Nun gut, ich hänge den Hörer des Koms zurück auf seine Halterung aus Messing, da sich der Anruf gerade erledigt hat.
"Wartet draußen, ich zieh mich an, dann gehen wir der Sache auf den Grund!" Ich scheuche die Leute bis auf meine Mädchen raus, die mir helfen, in meine Rüstung und Uniform zu schlüpfen. Als letztes reicht mir Carmina das Wehrgehänge und Josephina schließt mit ihren geschickten schlanken Finger die Schnalle. Beide küssen mich zum Abschied. Meine Leibköchin Colette ist inzwischen auch auf und gibt mir ein paar Kringelküchlein und eine Tasse Rekaf mit auf dem Weg. Irgendwie passend in dieser Situation.

Die Gänge der "Audacia" sind ruhig, die Beleuchtung ist herabgedreht und nur jeder dritte Lumen sorgt für Licht. Es gibt sicherlich Bereiche im Maschinenraum und Unterdeck, wo auch jetzt noch gearbeitet wird. Besonders da Reparaturteams Schichtweise im Dauereinsatz sind und die schwer beschädigte Struktur der "Audacia" und der "Knochenbrecher" auf Vordermann bringen. Die Sicherungsschotte der Astropathenkammer sind unversehrt und der Maschinengeist des Schlosses guter Dinge. Ich habe beinahe ein Déjà-vu, vor gar nicht allzu langer Zeit hat diese Eldaragentin Marati sich hier Zugang verschafft.

Die sterblichen Überreste von Lux Aquinus liegen im Zentrum der Kammer. An den Wänden sind Kryokapseln mit den gebundenen Astropathen eingelassen. Eine weite Tür führt in die Gemächer des Toten. Überall sind arkane Sigel aus exotischen Metallen in den Wänden eingelassen. Komplizierte geometrische Muster bedecken den Boden und verbinden die einzelnen Kapseln miteinander. Wie üblich ist bei verbrannten Leichen schwer zu erkennen, wer sie einst waren. Es könnte sich um Lux handeln, aber auch um ein beliebiges Besatzungsmitglied. Es stinkt, wenig verwunderlich, nach verbranntem Fleisch. Allerdings nicht nach den typischen Flammölen wie Promethium, Nephium oder eines anderen mir bekannten Petrochems. Um die Identität und die genaue Todesursache festzustellen, lasse ich ein Ärzteteam unter dem Kommando von Doktor Adams kommen. Mich würde interessieren, ob die Verbrennungen die primäre Todesursache waren oder ob sie eine andere Tötungsart vertuschen wollen. Irgendwie komme ich mir vor wie in einem Detektivfilm, die ich früher gerne im Televid angesehen habe. "Gesetz und Verbrechen in Tarsus" war eine meiner Lieblingsserien gewesen.

Da es hier nichts weiter zu entdecken gibt, begeben wir uns zu seinem Privatquartier. Überraschenderweise finden sich hier zwei tote Sicherheitsleute ohne ersichtliche äußere Verletzungen. Es gibt ein paar codierte Speicherkristalle, die sich in seinem Schreibpult finden lassen. Da leider keiner aus meiner unmittelbaren Entourage in der Lage ist, auf die Speicher zuzugreifen, schicke ich einen zum Decodieren zu den Techpriestern. Da der oberste Techpriester durch die Vision zu dem Kreis der Verdächtigen gehört, ist es nicht ratsam, ihnen alle zu überlassen. Es lässt sich herausfinden, dass Lux kurz vor zwei Uhr noch um Sicherheitsleute gebeten hat. Aus welchem Grund ist leider unklar. Aber um diese Uhrzeit hat er offensichtlich noch gelebt. Als ob es nicht schon genug Verdächtige geben würde, taucht Leutnant Exton von der Brücke mit einer weiteren Vision auf. Diesmal ist der Mörder Josephina oder besser gesagt, der Dämon in ihr. Na prima. So langsam habe ich den Verdacht, dass der Chorleiter im Augenblick seines Todes seine Ängste projiziert hat. Ich weiß gar nicht, wie oft er mir indirekt in den Ohren gelegen hat, wie verheerend ungebundene Psioniker doch sein könnten. Psioniker sind ein Tor und die Bewohner des Warps sind zahlreich. Bla. Ich konnte die Leier nicht mehr hören. In meinen Augen hat er dramatisiert, weil, wenn das wirklich so wäre, schon jede Imperiale Welt und jedes Freihändlerschiff von Dämonen und anderem Warpgesocks überrannt worden wäre. Jeder Freihändler, der halbwegs was auf seinen Ruf gibt, hält sich seine ungebundenen Hexen. Nur so Betbrüder wie Joaquin Saul halten sich davon fern. Auch viele Verbrecherorganisationen haben ihre ungebundenen Psioniker. 

Also haben wir nun vier Verdächtige für den mutmaßlichen Mord an Lux Aquinus. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er einem obskuren psionischen Phänomen zum Opfer gefallen ist und im Augenblick seines Todes nur seine ureigensten Ängste projiziert hat. Das ist immerhin auch eine Möglichkeit. Aber natürlich kann er auch wirklich ermordet worden sein und dem muss ich auf dem Grund gehen. Die Verdächtigen wären die ungebundene Warphexe Josephina, der Maschinensehr Kyle Ademis, die Geister des Chores und der Navigator Primus Tybald Kett. Aus einschlägigen Serien weiß ich, dass man damit anfängt zu sehen, wer hatte ein Motiv und wer hatte die Gelegenheit für diese Tat.

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