Autor Thema: Die Chronik der Silbernen Raben  (Gelesen 5572 mal)

Beschreibung: PATHFINDER-AP: Die Kadaverkrone

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Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #15 am: 16. September 2013, 23:45:14 »
Nach einer unangenehmen Pause, zu der ich dort mehr niedergeschrieben habe, geht es jetzt auch hier wieder weiter.

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #16 am: 16. September 2013, 23:48:29 »
16. Arodus, 4711 AK
Ravengro, Pfalzgrafschaft Kanterwall


Ich erwachte in völliger Dunkelheit. Es musste weit nach Mitternacht sein. Irgendwie stolperte ich schlaftrunken aus der Dachkammer und stieg die enge, verwinkelte Treppe in den Schankraum hinab. Das Kaminfeuer war zu einem glimmenden Haufen Kohle herabgebrannt und die Stühle auf den Tischen verstaut. Der Wirt und sein Junge waren bereits zu Bett gegangen. Ganz allein wankte ich also hinter den Tresen, um mich selbst zu bedienen.


Eines der hohen schlanken Gläser, in denen Elkarid seine Flüssigen Geister ausschenkte, wartete unberührt darauf gefüllt zu werden. Mittlerweile hatten sich meine Augen vollkommen an die Dunkelheit gewöhnt. Der Reihe nach ging ich die Etikettes an den Fässern durch. Als ich gefunden hatte, wonach mich dürstete, griff ich nach dem Glas. Meine Finger bekamen jedoch nichts zu fassen.

Wieder und wieder versuchte ich das Glas zu erwischen, doch mein Blick verschwamm und meine Hände fuhren einfach durch die wabernde Form des Glases hindurch. Offenbar hatte ich ohnehin schon genug gehabt. Ich stieg wieder die Treppe in die Dachkammer hinauf.

Als ich an dem alten Silberspiegel vorüberging machte ich eine erschreckende Entdeckung:

Avanil Sternentänzer trug noch immer die rote Samtweste mit den goldenen Drachenlöwen über dem weißen Hemd, den dunklen Umhang und die waldgrünen Kniestiefel. An seiner Hüfte baumelte auch noch immer das schlanke Rapier. Nur sein platinfarbenes Haar war der Lederschnur teilweise entkommen. Mit nachtblauen Augen musterte er sein Spiegelbild. Entsetzen und maßlose Verzweiflung waren im Gesicht des Halbelfen zu erkennen, denn durch seine ganze Gestalt fiel silberner Mondschein auf den Spiegel. Die Farben an ihm selbst waren verblasst und die Umrisse schemenhaft. Eine Geistererscheinung.

Was war geschehen? Mit einem kurzen, elfischen Vers zauberte ich Licht in dieses Dunkel. Da zuckte ich schon zusammen, entdeckte ich doch meinen leblosen Körper am Schreibpult. Über den Aufzeichnungen in meinem Reisetagebuch eingesunken. Aus meinem geöffneten Munde hatte sich – mittlerweile eingetrockneter – Schaum über den Tisch ergossen. Neben meiner weißen Hand der umgestoßene, schwarz angelaufene Pokal, aus dem ich meinen Wein zu trinken pflegte. Der Wein geronnen, wie Blut auf einem Pergamentbogen. Vergiftet? Hatte man mich tatsächlich vergiftet und damit zum Gespenst verdammt, zur ruhelosen Seele zwischen den Welten?

Aber wer? Und weshalb? Wem hatte ich so Unrecht getan?

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #17 am: 24. September 2013, 12:33:18 »
30. Rova, 4711 AK
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Die Alchemisten von Lepidstadt gingen ihrem Handwerk im Südosten der Stadt nach. Dämpfe in den giftigsten Farben krochen aus geschwärzten Schornsteinen und quollen aus den verdreckten Fenstern ihrer Arbeitsstätten und Geschäfte, sie krochen durch die Seitengassen der Südlichen Hafenstraße wie der grünliche Nebel durch den weiten Dippelweihersumpf.

Unter grauen Umhängen verborgen, trugen die Glaubensmänner Iacobus und Balduan noch immer den weißen Waffenrock der Ritter von Ozem. Sie bewegten sich so entschlossen durch die verpestete Luft wie Kreuzfahrer auf heiliger Mission durch Feindesland marschieren. Der Ritter übernahm die Befragung der Alchemisten und ihrer Gesellen, der Schildknappe deckte den Rücken des Ermittlers. Sollte der Wispernde Pfad die Operation in Ravengro aus einer Zelle in Lepidstadt geplant haben, lauerte in den farbigen Nebelschwaden der Tod oder schlimmeres. Bei diesen Gedanken fragte ich mich selbst wieder, warum sie den Geist Lyvar Falkrans entführt hatten? Was bezweckten diese Wahnsinnigen mit der Seele des Gefängnisdirektors? Gehörten die Dunklen Reiter in jener Nacht dem Wispernden Pfad an? Fühlten sie sich von mir ertappt, bedroht? Waren sie meine Mörder? Fesselten die von ihnen freigesetzten nekromantischen Energien meine Seele an diese Welt?

*     *     *     *     *

Gegen Mittag hatte ich auf meine Fragen keine Antwort gefunden, Iacobus und Balduan waren aber sämtliche Apotheken und Läden abgegangen, in denen alchemistische Gegenstände veräussert wurden. Nach einer einfachen Mahlzeit mit reichlich Knoblauchsoße am Stand eines Fischhändlers – Pavels Imbiss – machten sie sich daran die Produktionsstätten aufzusuchen. Ohne Zeugen oder andere Hinweise gefunden zu haben, blieb am frühen Abend nur noch eine Adresse offen: Vorkstags & Greins Alchemistische Werkstatt.

Vor dem verschlossenen Tor der kleinen Manufaktur trafen wir auf fünf bekannte Gesichter: Runa Corvijn, Tira Krähenfuß, Stralicia Mancini, Bestimotor von Simmelwitz und Pami. Die eigenen Ermittlungen hatten die Erben Lorrimors zu Vorkstag & Grein geführt und so waren die Silbernen Raben wieder vereint.

Kurze Zeit nachdem sie den Gnom Grein persönlich an das Tor gelockt hatten, war es ihnen bereits wieder vor der Nase zugeschlagen worden. Während der treue Schildknappe Balduan zur Stadtwache unterwegs war, machten sich die weniger gesetzesfürchtigen Raben daran sich selbst Zugang zu der Alchemistenwerkstatt zu verschaffen.

Im Vorhof des Gebäudes entbrannte ein erbitterter Kampf mit einem grässlichen Wesen aus künstlich gefügten Sehnen und Muskeln unter einem löchrigen Flickenwerk aus rissiger Haut. Das unheilige Fleisch war auf ein Knochenskelett gespannt das entfernt an einen Hund oder Wolf erinnerte. Nach heftigem Schlagabtausch zertrennte Pami letztendlich mit roher Gewalt die Nähte und magischen Ströme die das unheilige Geschöpf zusammengehalten hatten.

Die Raben brachen die Türen zu den Werkräumen auf und stießen mit weiteren befremdlichen Wesen zusammen. Es handelte sich um die humanoiden Handlanger der Alchemisten, doch keine Menschen, Elfen oder Zwerge, aber auch keine Orks oder Goblins. Sie besaßen die Merkmale verschiedenster Völker zugleich! In ihnen vereinten sich unzählige Eigenheiten haarige Affenarme mit geschuppten Echsenbeinen, listige Schlangenaugen mit gekrümmten Vogelschnäbeln, und viele andere unpassendere Paarungen. Sie brüllten und bellten, krakelten und krächzten, als die Raben auf sie losgingen.

Es gelang den seltsamen Arbeitern jedoch den Ansturm der Abenteurer abzuwehren. Sie verbarrikadierten sich in der Werkhalle, bis ihre gellenden Todesschreie aus dem Gebäude drangen.

Die Raben wagten sich hinein. Ich blieb in den Schatten des Vorhofs verborgen.

In meiner Furcht versunken, hatte ich die Zeit völlig vergessen. Ich Tor! Was hatte ich überhaupt noch zu fürchten? Erst als eine Tür über den Stallungen aufgeschoben wurde kam ich wieder zu mir. Aus der Dunkelheit stürzte die Gestalt eines Kindes. Bock? Nein, wir waren nicht in der Herberge. Grein, ich vermutete dass es sich um den Gnom gehandelt haben musste.

Schnell schwebte ich über die reglose Gestalt, da folgte dem kleinen Mann bereits Balduan mit gezogenem Schwert. Der Schildknappe landete heftig auf dem Alchemisten und hatte Pharasma ihre Seelenbegleiter noch nicht ausgesandt, so waren sie nun sicher auf dem Weg. Die Dunkelheit vermochte es nicht meinen Blick zu täuschen, so nahm ich ein seltsames Flackern in den Gesichtszügen des Toten wahr.

Die Illusionsmagie verblasste und die graue Haut von “Grein” zerfloss in eine Pfütze aus Schatten. Nur noch seine schwarzen Gebeine lagen auf dem Dreck des Innenhofes. Das waren nicht die Überreste eines Gnoms! Sie mochten der Ersten Welt entsprungen sein, an der Bleiche leiden, aber nie zuvor habe ich gehört, dass sich Gnome nach dem Tode einfach so aufgelöst haben. Es musste sich bei “Grein” höchstenfalls um eine artverwandte Kreatur gehandelt haben!

Derro, die verhassten Gnome der Finsterlande – nicht zu verwechseln mit den Svirfneblin – waren meine erste Idee. Im bläulichen Schein giftiger Pilze hausten sie tief unter den Ansiedlungen von Menschen, Elfen und Zwergen. In der Dunkelheit der Nacht wagten sie sich aus ihren Löchern empor und stahlen die friedlicheren Bewohner der Oberfläche, nur um sie grausamen Experimenten zu unterziehen. Manche der Unglücklichen durften in das Licht der Sonne zurückkehren, doch sie waren nicht mehr dieselben. Gebrochen und verdreht, war ihr Geist verloren.

Ich erinnerte mich an einen ganz bestimmten Bericht von einem Kampf gegen die gnomenhaften Monster. Zanovia Tabu, eine varisische Abenteurerin, hatte unter dem Friedhof von Korvosa gegen die Derro gekämpft. Sie selbst hatte ihre wahnsinnigen Widersacher nicht erkannt, ihre Beschreibungen ließen aber keinen Zweifel zu.

Die Aufzeichnungen der Korvosianerin waren mit den anderen Errungenschaften meiner Karriere gut unter den Sachen der Wahrsagerin versteckt. Sogleich machte ich mich auf den Weg zum Lager der Verwachsenen, um sie zu studieren.
« Letzte Änderung: 24. September 2013, 23:07:11 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #18 am: 30. September 2013, 23:26:28 »
An dieser Stelle Stelle studiert der geisterhafte Chronist die Aufzeichnungen von Zanovia Tabuu die damals in diesem Story Hour-Beitrag festgehalten wurden. Aus verschiedenen Gründen konnten wir die Kampagne nicht weiterspielen. daher wurden leider auch die Aufzeichnungen eingestellt.

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #19 am: 30. September 2013, 23:29:53 »
1. Lamashan 4711 AK,
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Die Nacht hatte ich mit unsinnigen Nachforschungen verschwendet. Als der Morgen anbrach, war ich mir wenigstens sicher, dass “Grein” kein Derro gewesen ist. Im zarten Licht des jungen Tages begab ich mich dann zum Gerichtsgebäude – wie wohl die meisten Leute in Lepidstadt.

Obwohl es noch so früh war, hatte ich Schwierigkeiten unbemerkt in das eindrucksvolle Gebäude zu gelangen. Auf dem Hauptplatz, in dessen Zentrum bedrohlich der Funkenmann auf den Urteilsspruch des Bestienprozesses wartete, hatte sich eine murrende Menschenmasse eingefunden. Im Gerichtssaal selbst sicherte die Priesterschaft Pharasmas mit der Macht ihrer Göttin den unabhängigen Ablauf der Verhandlung. Für einen untoten Geist war es demnach nicht einfach dem letzten Prozesstag beizuwohnen.

Bei meinen gescheiterten Eindringungsversuchen konnte ich allerdings die Wachen und anderen Besucher der Gerichtsverhandlung belauschen und erfuhr was noch alles in der vergangenen Nacht geschehen war:
Die Hälfte der Silbernen Raben hatte offensichtlich im Kerker übernachtet, “nachdem sie die ehrenwehrten Alchemisten Vorkstag und Grein überfallen hatten”. Zwei der “entwischten Unruhestifter” – der Beschreibung nach Runa Corvijn und Antonius Iacobus Santorio – hatten währenddessen das Gerichtsgebäude vor dem wütenden Pöbel verteidigt und damit die Bestie von Lepidstadt vor der Lynchjustiz bewahrt.

Die Gerichtsverhandlung war bereits in vollem Gange, da hatte ich es endlich geschafft in der hohen Kuppel über der Richtbank, ironischerweise zwischen Heiligenbildnissen, einen Platz zu ergattern den die göttliche Magie Pharasmas nicht für Meinesgleichen gebannt hatte.

So wurde ich an diesem Tag doch noch Zeuge wie die Raben Stück für Stück, mit schlichter Beweisführung und Schlussfolgerung, die wahren Täter der Verbrechen derer die Bestie beschuldigt wurde enthüllten und damit mein Verständnis von Heldentum unwiderruflich umstießen.

Seitdem wir Lepidstadt erreicht hatten, glaubte ich unverrückbar an die Schuld des grauenerregenden Hünen, der an allen Straßenecken und Stadtplätzen, in allen Schankräumen und Gassen als blutrünstiger Räuber und Mörder verflucht wurde. Die Erben Lorrimors hatten dem Scheusal einen Namen gegeben, durch “Watzkos”unmenschliche Fratze hindurchgeblickt und unvoreingenommen ermittelt. Auf der Suche nach Heldentaten hatte ich mich nur an die beiden Glaubensbrüder gehängt und auf eine reisserische Begegnung mit den Dunklen Reitern gehofft.

Die Besite von Lepidstadt – Watzko – wurde freigesprochen. Der Pöbel war entsetzt, doch ich war den Silbernen Raben für die heutige Lektion wahrhaft dankbar.

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #20 am: 08. Oktober 2013, 22:40:49 »
3. Lamashan 4711 AK,
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Nachdem Bestimotor von Simmelwitz und Runa Corvijn am Vortag beim Mittagessen in der Herberge Zum Leeren Katapult in blinde Fresswut verfallen sind, haben sie die anderen Raben in die Kathedrale gebracht. Wieder war es die Priesterschaft Pharasmas die mich daran hinderte den Abenteurern zu folgen. Ihre Magie durchdrang das Gebäude und schützte es vor uns Untoten. Kam ich Grabfülle zu nah, vernahm ich die Schlachtgesänge der Totenarmee, deren skelettierte Streitrösser über die Fassade hinauf in die ätherische Domäne der Göttin preschten. Die Positive Energie zerrte an mir und drohte mich zu verschlingen.

Es waren drei der schwarz gerobten Akolythen die mir unwissentlich den schrecklichen Befund verrieten: Ghulfieber. Der Gnom vertraute offensichtlich auf die weltliche Heilung, während Runa die Macht Pharasmas empfangen hatte. Die drei waren sich sicher, dass nur göttliche Magie diese Krankheit heilen und Linderung verschaffen konnte.

Wenig später schwebte Runa förmlich die ausgetretenen Stufen zum Hauptportal der Kathedrale herab. Ihr schneeweißes Haar strahlte im Licht der Sonne und ihr Gesicht hatte seine gesunde Farbe wieder. Sie glich einem Engel. Die Akolythen blickten völlig bezaubert zu der Abenteurerin auf und teilten ihre Bedenken mit der Mystikerin. Sie beschwichtigte die drei mit einem verschwörerischen Lächeln auf den Lippen und machte sich auf den Rückweg zur Herberge.

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen und folgte ihr.

*     *     *     *     *

Die Raben hatten mir eine Lehre erteilt, also entschloss ich mich dazu ihrem Gespür zu vertrauen. Ich begleitete die Abenteurer zum Fluss, um von ihren Taten berichten zu können. Sie hatten sich scheinbar vorgenommen den Kleinen Moutray für Lepidstadt und seine Alchemistengilde von den Schlicken zu befreien, die sich aus den Überresten von Experimenten über die Jahre hinweg gebildet hatten.

Nach Stunden des Wartens und der Spurensuche in engen verdreckten Gassen, auf morschen Stegen und zwischen stickenden Fischabfällen, hatten die Abenteurer Aale und Ratten bekämpft. Die “schleimigen Schrecken” waren wohl doch nicht so schrecklich gefährlich und allgegenwärtig wie die Stadtväter befürchteten.

Dann entdeckten die Raben doch noch die klebrigen Überreste von Schlicken. Sie trieben die widerlichen Dinger in einem Fass mit Fischinnereien auf und machten mit Magie und Waffengewalt kurzen Prozess. Diese unappetitliche Jagd dauerte noch den gesamten Nachmittag an. Bei Sonnenuntergang hatten sie dann endlich genug Schleim abgefüllt um die Bürger von Lepidstadt zu beruhigen und der Alchemistengilde die Belohnung zu entlocken.

Und da waren sie wieder: diese verdammten Zweifel. Würde ich je Erlösung finden? Durch die Niederschrift solcher “Heldentaten”?

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #21 am: 14. Oktober 2013, 18:20:34 »
4. Lamashan 4711 AK,
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Der Hohepriester Kidaimoikis vermutete in der Rüstkammer am Westtor einen Grabesritter. Er befürchtete, dass die Soldaten ihn unwissentlich von den Schlachtfeldern zwischen den Feuerschaugipfeln und Raschka-Tor nach Lepidstadt getragen haben. Ein Grabesritter wäre in der Tat ein mächtiger Untoter gewesen – der unbeugsame Geist eines blutrünstigen Feldherrn dessen Kampfeslust ihn nicht zur Ruhe kommen ließ, sondern in seiner Rüstung an diese Welt kettete.

Den erfolgreichen Geisterjägern galt eine kostbare Belohnung, denn die Kirche Pharasmas versprach ein Bildnis der Verwalterin des Skein. Hierbei handelte es sich um eine Statuette, die einen Toten, dessen Seele Pharasmas Beinacker noch nicht erreicht hatte, wieder zum Leben erwecken konnte. Balduan Tarrt, Runa Corvijn und Stralicia Mancini folgten diesem Hilferuf des Hohepriesters ans Westtor.

*     *     *     *     *

Wir betraten ein niedriges Gewölbe. Staubige abgestandene Luft erfüllte die Rüstkammer. Vier gewaltige Plattenpanzer wurden im ersten Raum aufbewahrt. Es musste sich um die Rüstungen von Ogern oder Trollen gehandelt haben, aber mit Gewissheit nicht um die von Menschen. Einer der vier Haufen Metall erwachte zu unheiligem Leben. In der Dunkelheit hinter dem monströsen Visier leuchteten zwei rote Punkte auf, während zwischen den einzelnen Platten ein kränkliches grünes Licht zu sehen war.

Der Schildknappe machte einen beherzten Sturmangriff mit gezogenem Langschwert. Laut scheppernd streifte die Klinge den Brustpanzer. Orange Funken sprühten. Es folgte ein heftiger Schlagabtausch zwischen den schwer gepanzerten Gegnern; dann mischte sich auch Stralicia in das Kampfgeschehen ein. Sie sprengte mit einer ihrer Bomben den linken Arm der Geisterrüstung in den angrenzenden Raum.

Ich wagte einen Blick in das Gewölbe und sah neun weitere Rüstungen. Hier besaß nur ein einzelner Harnisch die Größe für Riesen. Lange stacheln ragten von den Metallplatten hervor und versprachen Schmerzen für jeden Angreifer seines Trägers. Geschwungene Hörner am Helm und dazu ein Visier mit Dämonenfratze erweckten den Eindruck einem wahren Scheusal gegenüberzustehen. Die anderen acht Rüstungen waren zwar für mächtige Männer geschmiedet worden, doch für Menschen oder wahrscheinlicher für Orks.

Balduan wütete noch im Vorraum, als sich in der Hauptkammer bereits die nächsten Gegner rührten. Der Schildknappe fegte noch die leblosen Panzer um und verteilte sie lautstark im ganzen Gewölbe. Ein erster Pfeil fauchte durch die staubige Luft. Zwei Geisterrüstungen nahmen die Abenteurer unter Beschuss. Die Alchemistin hielt sie mit weiteren Bomben in Schach, während die grauenvolle Dämonenzunge Runas erklang. Mit finsteren Worten bündelte die Mystikerin Sarenraes Macht Untote mit heiligem Licht zu verbrennen.

Plötzlich glitt der Dämonenhelm von den Schultern des stachelbewehrten Harnischs. Er schoss auf Balduan zu, der gerade die Rüstkammer betreten hatte. Die spitzen Hörner drohten den Schildknappen aufzuspießen, doch eine Bombe von Stralicia zersprengte den Helm zu einer Hand voll harmloser Metallteile. Mit Schwert, Alchemie und göttlicher Macht zerstörten die Raben vier weitere Geisterrüstungen.

Plötzlich sprangen die Türflügel zu einer dritten Kammer aus den Angeln. Ein untoter Reiter stürmte in die verwüstete Rüstkammer. Der “Reiter” war der Harnisch eines orkischen Feldherrn in dessen Innerem ebenso geisterhaftes Licht wie in den Rüstungen zuvor glühte. Sein “Reittier” war der Panzer für einen riesigen Wolf, auch in ihm erkannte ich die negative Energie des Untods. War das der gefürchtete Grabesritter?

Goldenes Licht umhüllte die Klinge des Schildknappen als er sich den beiden Rüstungen entgegenstellte. Er brüllte: “Für die Erbin!” und stürzte sich in den nächsten Kampf. Zu dem Schlachtruf des Knappen mischten sich die widerlichen Worte der Mystikerin und ich wurde von den heiligen Flammen Sarenraes umgeben. Kurze Zeit später sah ich den “Grabesritter” fallen, dann floh ich enttäuscht aus diesem Inferno positiver Energie.
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2013, 23:49:24 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #22 am: 21. Oktober 2013, 23:44:52 »
5. Lamashan, 4711 AK
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Bestimotor hatte den Tag mit Nachforschungen verbracht. Ich hatte die anderen Raben zu Samsaras Töchter, einer exquisiten Schneiderei im Süden der Stadt begleitet. Danach hatten sie sich getrennt. Balduan und Iacobus waren in den verfallenen Schrein zurückgekehrt. Tira war im Lager der Verwachsenen mit Kendra Lorrimor, der varisianischen Turmdeuterin und der Alten Ulloka, einer örtlichen Hexe, verabredet gewesen. Ich folgte Stralicia zurück in die Herberger Zum Leeren Katapult.

Rechtzeitig zum Abendessen kamen auch Besmo und Pami dort an. Die bleiche Begleiterin des Gnoms saß den ganzen Abend wie immer still an seiner Seite. Unter den grauen Fetzen ihrer Reiserobe erkannten die ahnungslosen Gäste des Katapults ihre externare Herkunft nicht. Was vermutlich auch besser so war. Der Bestienprozess war Aufregung genug! Besmo und Stralicia hingegen scherzten und tranken mit den anderen Gästen. Sie kamen sogar mit der wortkargen Wirtin ins Gespräch. Bock war verschwunden. Die alte Jungfer schwitzte in ihrem engen Ledermieder wie ein Spanferkel über der Flamme. Unentwegt schimpfte sie über die Unzuverlässigkeit des Jungen und jammerte ob ihrer misslichen Lage.

Stralicia legte eine Schürze um und sprang für den Burschen ein. Sie verdiente sich ein schlechtes Abendessen und eine Flasche sauren Wein. Bestimotor spielte unterdessen Karten – Das Spiel der Türme. Der Gnom hatte auf dem Tisch platz genommen, damit er seinen Gegnern auch in die Augen sehen konnte; doch auch er hatte an diesem Abend nicht viel gewonnen. Nachdem Stralicia die Tische abgewischt und die Stühle hochgestellt hatte um den Boden zu säubern, löste sich auch diese kleine hartnäckige Runde auf. Als sie mit ihrer Arbeit fertig war, stiegen die drei Raben enge ächzende Treppe hinauf.

*     *     *     *     *

Die Dachkammer war in schwarze Schatten gehüllt. Ich konnte jedoch die zierliche Gestalt von Bock inmitten der Nachtlager erkennen, als wäre es hellichter Tag. Er war nur mehr ein dunkler Schemen dessen Augen feurig glühten. Pami hatte den Jungen ebenso bemerkt, während Besmo und Stralicia sich noch über den “miesen Abendfraß” ausließen. Bock stürzte sich zornig auf die Abenteurer, da bemerkte ich den toten Körper des Jungen. Er lag neben den silbernen Abzeichen der Raben.

Pamis übernatürlichen Krallen und Hörner brauchten nicht lang um den körperlosen Todesalb zu zerreißen. Der Untote brüllte noch wütend und verzweifelt im Kampf um seine unberechtigte Existenz, da erfüllte ein ohrenbetäubendes Summen die Dachkammer. Mir war als hätten wir uns in ein Hornissennest verirrt und der gesamte Staat war plötzlich erwacht uns willkommen zu heißen. Es war kein angenehmes Gefühl. Obwohl mir die Stacheln weltlicher Hornissen nichts mehr anhaben konnten, befürchtete ich das Schlimmste.

Und meine Furcht war begründet. Aus dem Dachstuhl stieg ein weiterer Todesalb herab. Er besaß die Gestalt eines weiten, schattenhaften Mantels mit Kapuze. In der Finsternis des Schemens starrten mich unzählige glühende Augenpaare bedrohlich an, bis ich still und leise aus der Dachkammer schwebte. Ich konnte den drei Raben nicht mehr helfen! Ich wollte kein Teil dieses unheilvollen Schwarms werden! Ich musste mein Schicksal erfüllen, wollte ich diesem traurigen Dasein als Geist entkommen!

Der Namensgeber meiner Silbernen Raben war tot. Pami hatte den Jungen von seinem Untod erlöst, doch würden die drei gegen den eigentlich Mörder, gegen diesen schrecklichen Todesalb bestehen können?

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #23 am: 28. Oktober 2013, 16:22:03 »
6. Lamashan, 4711 AK
Dippelweihersumpf, Pfalzgrafschaft Vieland


Weißer Reif bedeckte den Dippelweihersumpf, der einen starken Gegensatz zum dunklen Wasser zwischen den Mooshügeln und verrottenden Bäumen bildete. Langsam breitete sich der riesige Schatten einer Gewitterwolke über der schwarzweiß gefleckten Landschaft aus. Plötzlich peitschten heftige Regenschauer auf die Marschen hernieder und grelle Blitze zuckten geräuschvoll aus dem verfinsterten Himmel herab, gefolgt von ohrenbetäubendem Donnerschlag.

Die Eiskristalle des Raureifs spritzten auseinander, saugten sich mit Regenwasser voll und verwandelten sich in eine graue, brodelnde Suppe. Hinter den Regenschleiern erhoben sich rund um die durchnässten Abenteurer unförmige, menschenähnliche Gestalten aus dem aufgewühlten Sumpf. Ihre Körper waren in dichte Flechten gehüllt, von denen noch der Schlamm und das eiskalte Wasser triefte, als sie sich unerwartet schnell auf die Reisenden zu bewegten.

Die enormen Angreifer trieben die verängstigten Reittiere der Silbernen Raben mühelos auseinander. Ihnen schien das unwirtliche Wetter nichts auszumachen. Im Gegenteil: Blitz und Donner steigerten ihre Kampfeslust! Hatten die Klingen der Glaubensbrüder oder die Klauen der Blassen Dame ihre Körper aus moderndem Moos und Schlingpflanzen verwundet, schloss die knisternde Energie des Unwetters diese Wunden wieder.

Dann war alles vorüber: der Sturm weitergezogen; die Raben zerstreut. Es herrschte eine gespenstige Ruhe, bis eine Nachtschwalbe am Wegesrand ihre Stimme erhob. Mit onyxschwarzen Augen sah der Vogel zu wie sich Bestimotor von Simmelwitz, Stralicia Mancini und Runa Crovijn schmatzend aus dem Schlamm zogen. Pami war von den überwucherten Hünen auf ihre Heimatebene gebannt worden; von Tira Krähenfuß und den beiden Glaubensbrüdern fehlte jede Spur.

Zum Gesang der Nachtschwalbe mischten sich nun die verzweifelten Laute von Zimtstern. Besmo hatte das treue Pony einst von Brienda erhalten. Die winzige Schankmaid hätte dem Gnom ihr Herz geschenkt, doch der Bücherwurm hatte sich für das Kleinpferd entschieden. Jetzt steckte das gutmütige Ding bis zur Brust im Treibsand unweit der Raben. Es befand sich im aussichtslosen Kampf gegen den Dippelweihersumpf.

Einer der modernden Schlurfer bewegte sich grobschlächtig auf die beiden Frauen zu. Stralicia zerrte noch an ihrem linken Bein, mit dem sie in einem morschen Baumstamm eingebrochen war, während Runa versuchte sich von ihrem leblosen Reittier Sturmwind zu befreien. Besmo hingegen kämpfte einzig und allein gegen den Sog des für ihn knietiefen Schlamms.

Da schlug ein letzter Blitz ein. Er traf den grünen Hünen nur wenige Fuß vor den Raben. Das Untier brüllte auf und beschleunigte zu einem wilden Ansturm. Gelbe Stromstöße zuckten dabei laut knisternd über seinen mächtigen Leib.

Es entbrannte ein wilder Kampf zwischen den Reisenden und dem Sumpfbewohner. Die Helden von Ravengro trugen jedoch den Sieg davon. Das Pony war in der Zwischenzeit von den Marschen beinahe verschluckt worden. Entschlossen zog der Gnom eine Elfenbeinschnitzerei hervor. Er beschwor ein geisterhaftes, zotteliges Geschöpf aus dem hohen Norden das Zimtstern mit seinem Rüssel aus dem Treibsand zog.

Besmo reinigte mit Stralicia noch das tapfere Kleinpferd, da vernahm ich das Schluchzen von Runa. Sie kniete über Sturmwind, dem eigenen Ross das totenstill auf der Straße lag.
“Komm.”, riss sie die Varisianerin aus ihrer Trauer. “Jetzt finden wir erst Mal die beiden Strahlemänner und Tira!”, versprach Stralicia.
Sie konnte ihr Versprechen nicht halten. Nach stundenlanger Suche zogen die drei Raben ab.

*     *     *     *     *

Die Abenteurer waren längst verschwunden, als ich meinen Blick noch über den Sumpf links und rechts der Straße schweifen ließ. Nebel kroch aus dem gurgelnden Wasser empor, während blubbernde Luftblasen entweichende Faulgase verrieten. Der schrille Schrei einer Krähe riss mich aus meiner Versunkenheit. Zwei der schwarzen Vögel kämpften mit einem Raben um etwas im Sumpfwasser. Eine Hand voll Federn schwebte noch durch die nebelverhangene Luft, als ich den dunklen Haarschopf von Tira zwischen gebrochenen, gelbbraunen Schilfhalmen entdeckte.

Nun erkannte ich auch in dem siegreichen Einzelkämpfer Corvus, den Vertrauten der Hexe. Er zerrte mit Klauen und Schnabel am Kragen seiner Meisterin und versuchte sie aus dem kalten Nass zu ziehen. Ich beschloss den Guten mit etwas Magie zu unterstützen.

Anschließend begann ich neben dem schlotternden Halbblut Feuerholz zu stapeln. Ihre blasse Haut war marmoriert, ihre Lippen blau angelaufen und ihr schwarzes Haar bereits angefroren. Es war nicht an mir sie sterben zu lassen. Viele Helden haben Unterstützung durch Götter und andere höhere Wesen erfahren. Warum sollte ich dann nicht Tira Krähenfuß vor den schwarz gefiederten Aasfressern retten? Die Hexe hatte einen so jämmerlichen Tod einfach nicht verdient. Auch wenn ich kein Erzengel, sondern nur ein ruheloser Toter war.

Ich stimmte ein altes Holzfällerlied aus dem Osten des Grungirwaldes, der Grenze zu Irrisen, an. Meine Geisterhand und Feuermagie hatten tatsächlich ein vernünftiges Lagerfeuer in Gang gebracht, da dauerte es nicht mehr lang und Tira regte sich wieder in seinem zittrigen Schein. Die Abenddämmerung hatte bereits eingesetzt, doch die Hexe war noch nicht wieder zu vollem Bewusstsein erwacht.

Jenseits des orangen Lichtscheins versammelten sich wieder die Aasfresser der Sümpfe. Ihre Augen glühten in der Finsternis, während Corvus aufgeregt um seine Meisterin herum sprang. Ich beschloss mich Tiras Verbundenheit mit den Sumpfbewohnern zu bedienen und sprach zu ihr mit krächzender Stimme. Sie schlug die Augen auf und antwortete!
« Letzte Änderung: 28. Oktober 2013, 16:25:28 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #24 am: 04. November 2013, 13:08:25 »
7- Lamashan, 4711 AK
Schloß Karomark, Pfalzgrafschaft Vieland


Noch vor dem Morgengrauen verließ ich Tira Krähenfuß. Die Aasfresser des Dippelweihersumpfes waren längst überzeugt, dass die Hexe noch lebte und in Corvus hatte sie einen entschlossenen Beschützer gefunden. Ich machte mich also auf die Suche nach den übrigen Raben und Schloß Karomark.

Nicht weit von der Stelle an dem die modernden Schlurfer die Abenteurer überfallen hatten, ragten die Türme des ehemaligen Herrschersitzes in den sterngesprenkelten Nachthimmel empor. Der Nebel schreckte noch vor der Dunkelheit zurück, so hatte ich um diese Zeit keine Mühe das beeindruckende Bauwerk an den Klippen zu erspähen. Mehrere Gebäude und ihre Auswüchse waren über zerklüftete Felswände verteilt und thronten zwischen mächtigen Wasserfällen. Schlanke bogenförmige Brücken verbanden die vielen Flügel der Schloßanlage.

Als ich das Torhaus erreicht hatte bot sich mir ein Bild des Grauens. Das schwache Licht der Morgendämmerung zeigte ein gutes Dutzend Krähen und noch mehr Sumpfratten die sich an verkohlten Gliedmaßen und grünlichen Fleischbergen gütlich taten. Es musste sich dabei um die Kadaver von großen, bulligen Hunden oder Wölfen gehandelt haben. Das verbrannte Fleisch hatte widerliche Blasen geworfen, während die grüne Färbung wohl nicht erst durch den Tod hervorgerufen worden war. Dann entdeckte ich einen riesigen, sehnigen Arm auf den sechs schwarzgefiederte Vögel mit ihren spitzen Schnäbeln einhackten und emsig zähe Fleischstücke herausrissen. Für einen Augenblick war mir so als verkrampfte sich die krallenbewehrte Hand an seinem Ende in einer letzten Geste der Verzweiflung.

Durch die Fugen der Torflügel fiel das orange Licht eines Lagerfeuers. Vorsichtig glitt ich durch das eisenbeschlagenen Holz hindurch und stieß auf die versammelten Silbernen Raben. Schlafend lagen sie im Kreis um das Feuer. Nur Bestimotor von Simmelwitz stand mit dem Rücken zu mir auf der gegenüberliegenden Seite des Torhauses. Der Gnom sah zu einem finsteren Herrenhaus hinüber. Er begann im Selbstgespräch vertieft durch einen Haufen Unrat zu schlendern, der auf eine abgerissene Barrikade hinter dem inneren Tor hindeutete. Unter gesplitterten Holzbalken und zerbrochenen Mauersteinen erkannte ich die graue Uniform eines Wachhabenden.

Plötzlich verließ der kleine Abenteurer das Torhaus. Er spazierte geradewegs über die zierliche Steinbrücke und den tosenden Wasserfall darunter. Auf der anderen Seite wartete eine abscheuliche Bestie auf den Gnom. Sie glich dem Wächter im Vorhof von Vorkstags & Greins Werkstätte:
Ein grässliches Wesen aus künstlich gefügten Sehnen und Muskeln unter einem löchrigen Flickenwerk aus rissiger Haut, dessen unheiliges Fleisch auf ein wölfisches Knochenskelett gespannt war.

War Besmo von allen guten Geistern verlassen? Nein. Ich stimmte ein varisisches Tanzlied an und hüllte den Raben in die Illusion der grauen Wachuniform, die ich zuvor entdeckt hatte.

Die Bestie rührte sich nicht. Fröhlich pfeifend hüpfte der Gnom an ihr vorbei. Der Himmel besaß mittlerweile eine zarte Rosafärbung und ich fragte mich wann seine Gefährten denn gedachten sich von ihrem Nachtlager zu erheben. Besmo zog an einer verborgenen Kordel im Maul eines Gargylen. Es dauerte eine Weile, dann schwang die Tür lautlos auf.

Wir betraten eine zweigeschossige Eingangshalle. Doch es war niemand zugegen. Wer hatte uns geöffnet? Der Gnom kündigte sich mit übertrieben höflicher Grußformel an und wartete. Niemand antwortete ihm. Wenig später begann er die Türen in die angrenzenden Räume zu öffnen.

Schon bald steckte er seine neugierige Nase in eine kleine Bibliothek und schlüpfte hinein.

*     *     *     *     *

Nach Stunden der Nachforschungen und des Durchstöberns aller gesammelten Werke verließ ich Bestimotor von Simmelwitz. Ich wollte endlich die anderen Raben aufschrecken und sie zu ihrem Gefährten ins Herrenhaus locken. Als ich durch das Eingangsportal trat, geriet ich jedoch in einen unerbittlichen Kampf auf Leben und Tod.

Hier türmten sich über Runa Corvijn, Stralicia Mancini und den beiden Glaubensbrüdern die dunklen Wolken eines riesigen Luftelementars auf.

Der Elementar gebot über die Winde, die so hoch über den rauschenden Fluten des Wasserfalls stürmten, und wirbelte die tapferen Helden Ravengros umher wie ein paar Spielkarten. Balduans Schwert erstrahlte in einem goldenen Licht, während der Schildknappe wild um sich schlagend nach oben zum Kopf des riesigen Gegners schwebte. Iacobus war in einer Windhose unter dem externaren Wächter gefangen, feuerte aber dennoch Pfeil um Pfeil nach ihm. Die Alchemisten spie ihren verheerenden Feuerodem, während Runas Dämonenzunge  die Wunden ihrer Gefährten schloss. Mit vereinten Kräften, Magie und Kampfgeschick gelang es den Abenteurern letztendlich den übermächtigen Gegner zu bezwingen. Ein wahrlich beeindruckender Kampf, dem keine Beschreibung gerecht werden konnte!

Es erwies sich als sehr viel schwerer ohne die graue Uniform in das Herrenhaus zu gelangen. Stralicias langwierige Versuche das Portal zu öffnen begannen mich zu langweilen. Ich wandelte über die reissenden Wasserströme, die zwischen den Gebäudetrakten in die dampfenden Tiefen des Sumpfes stürzten. Dann hatten es die Abenteurer endlich geschafft sich Zugang zu verschaffen.

Runa, Stralicia und Balduan trafen in der Eingangshalle auf Besmo, der es endlich geschafft hatte seine Nase wieder aus den Büchern zu ziehen und den Rufen seiner Gefährten zu folgen. Da der Gnom nicht weiter als in die Bibliothek vorgedrungen war, machten sich die Raben gemeinsam an die Durchsuchung des Herrenhauses. Der Schildknappe hatte es nicht für richtig gehalten, so weit in die Räumlichkeiten des Grafen ohne dessen ausdrückliche Zustimmung vorzudringen. Er war daher sogleich zur Ablöse seines Glaubensbruders Antonius Iacobus Santorio ins Torhaus zurückgekehrt.

Ich folgte ihm. Die Gemächer eines entmachteten Herrschers versprachen nicht so viel wie die Wacht über eine Befestigungsanlage, die ganz offensichtlich für einen weiteren Trollangriff aus dem Dippelweihersumpf bemannt werden musste.

*     *     *     *     *

Es dauerte bis in den späten Nachmittag hinein, bis flammende Pfeile den frühen Abendnebel über Schloß Karomark verschlangen. Jedoch wurden sie nicht zwischen den Zinnen des Torhauses von seinen selbsternannten Verteidigern abgefeuert, sondern von einer schwarz geflügelten Frau über dem Wasserfall.

Balduan beobachtete noch immer den Sumpf. Er war völlig arglos was die Gefahr in seinem Rücken anging.

Ich überließ den Schildknappen seiner eintönigen Wacht und flog auf die geflügelte Schützin zu. Die Angreiferin war ohne Zweifel ein gefallener Engel, eine Erinye die Feuer auf die Silbernen Raben regnen ließ. Pami stand auf der einen Seite der Brücke, während Iacobus reglos in einer Pfütze seines eigenen Blutes auf der anderen Seite lag. Wieder und wieder feuerte die fliegende Furie auf die Externare Begleiterin des Gnoms. Bestimotor selbst war nicht zu sehen. Wo war der Zauberkundige, und wo waren seine anderen Begleiterinnen?

Mit einem heftigen Tritt brach Pami die Türen zu dem Gebäude auf ihrer Seite des Abgrunds auf. Als die Türflügel von unsichtbarer Hand wieder geschlossen wurden, begann ich zu vermuten, dass sich die Raben vor den todbringenden Feuerpfeilen unter den Deckmantel magischer Unsichtbarkeit gerettet hatten. Besser gesagt wähnten sie sich nur in Sicherheit, denn die Teufelinnen konnten sehen was Sterblichen verschleiert blieb. Die Erinye hatte demnach zweifellos gesehen, wie die Abenteurer in das Schloß geflohen waren.

Sie landete vor dem Portal, zog ihr Schwert und trieb die brennende Klinge tief in das verstärkte Holz seiner Flügel. Schrill kreischend schlug sie darauf bis die Konstruktion aufgab und in ihre Einzelteile zerfiel. Die Furie holte zu einem weiteren Schlag nach der entblößten Pami aus, da wurde sie plötzlich von einer Stichflamme verschluckt und löste sich schreiend in einer schwarzen Rauchwolke auf.

Besmo, Pami und Stralicia überquerten die gefährlich wankende Seilbrücke und versorgten Iacobus mit Heiltränken. Er lebte, doch wo war Runa?
« Letzte Änderung: 04. November 2013, 13:11:06 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #25 am: 13. November 2013, 00:06:33 »
8. Lamashan, 4711 AK,
Schloß Karomark, Pfalzgrafschaft Vieland


Rauch stieg in den grauen Himmel über dem Dippelweihersumpf auf. Die Silbernen Raben hatten sich entschlossen, ohne offiziellen Empfang durch den Schloßherren Graf Karomark, die Nacht erneut im Torhaus zu verbringen. Und so hatte ich mit ihnen Wache gehalten. Runa war am vergangenen Tag in die reißenden Fluten der Wasserfälle gestürzt. Keiner der Abenteurer zweifelte an ihrem Tod. Besmo und Stralicia schliefen noch. Während die beiden Glaubensbrüder Balduan und Iacobus hinter dem Feuer lediglich einen Versuch fürchteten, die Verteidiger aus dem Torhaus zu locken, beschloss ich dem Ganzen auf den Grund zu gehen!

*     *     *     *     *

Neben einem kleinen Scheiterhaufen aus Sumpfgräsern, Schilfrohr und verkrüppelten Ästen nicht weit von Schloß Karomark stand Tira Krähenfuß mit einer Fremden in den rotschwarzen Gewändern der pharasmischen Inquisition. Äusserst vorsichtig näherte ich mich den Damen. Die Inquisitorin sprach Gebete, während die Flammen sich qualmend zu einem Leichnam unter weißem Totentuch fraßen. Eine schneeweiße Locke verriet mir, dass es sich um die Bestattung von Runa Corvijn handelte.

Betroffen hielt ich Abstand. Ich hatte mir so viel mehr ruhmreiche Geschichten von der Mystikerin mit der ungewöhnlichen Verbundenheit zu Sarenrae erhofft. Wenig später folgte ich den beiden zurück zum Schloß.

*     *     *     *     *

Die Inquisitorin stellte sich den anderen Raben als Gizella Biharra vor. Sie war Varisianerin, was mich in Ustalav nicht sonderlich erstaunte, allerdings trug sie wie die Helden von Ravengro den Silbernen Raben, was weniger selbstverständlich war. Gizella musste demnach ebenfalls freie Ermittlerin der Pfalzgrafschaften sein! Sie behauptete ein Mob sei mit Fackeln und Forken auf dem Weg zum Schloß, um die Bestie und ihren Schöpfer zu richten, und es sei ihre Aufgabe die Raben, aber auch Graf Karomark von dieser Bedrohung zu unterrichten.

Besmo und Stralicia erklärten solgeich welch seltsamen Zustände auf dem Schloß herrschten. Balduan und Iacobus blieben wie ich misstrauisch. Pami sagte wie immer kein einziges Wort.
Die Erben Lorrimors wollten den Grafen und “Watzko” suchen gehen. Die beiden Glaubensbrüder wollten weiterhin das Torhaus bewachen. Die Inquisitorin schloss sich den Erben an.
Ich sah noch immer nichts heldenhaftes im Durchstöbern des heruntergekommenen, ehemaligen Herrschaftssitzes.

Von den Zinnen des Torhauses konnte ich die Erben dabei erspähen, wie sie die gefährlich wankende Seilbrücke zwischen den beiden Gebäuden hinter dem Herrenhaus sicherten. Danach verschwanden sie in dem Portal, das die Erinye am Vortag zerstört hatte.

Der Schildknappe hielt Wache. Und ich wartete auf den wütenden Mob aus der Stadt. Dann löste Iacobus seinen Glaubensbruder ab. Ich wartete weiter ab. Im Untod war Zeit nicht mehr dasselbe. Es gab keinerlei körperlichen Bedürfnisse wie Hunger, Schmerz oder Erschöpfung die einen Unterschied machten ob eine Stunde, ein Tag oder Woche verging.

*     *     *     *     *

Gegen Nachmittag kehrten die Erben Lorrimors mit der Inquisitorin zurück. Sie berichteten von einem ganzen “Museum” sinistrer Exotik und eigenartigster Kreaturen. Die meisten tot und konserviert, andere aber allzu lebendig oder gar untot. So hatten die Abenteurer Nachahmer, fliegende Medusenhäupter und eine Mumie aus dem fernen Osirion bekämpft. Unglücklicherweise mussten sie den abscheulichen Museumswächter – einen blinden Fleischgolem, der von einem Schwarm Homunculi geführt wurde – in einem Kampf um Leben und Tod erschlagen.

Graf Karomark musste in der Tat ein paranoides Genie mit ausgeprägtem Hang zu monströsen “Bastelarbeiten” sein. Ich war also überzeugt und wollte den nächsten Vorstoß in sein Schloß unbedingt begleiten!

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #26 am: 25. November 2013, 18:30:01 »
9. Lamashan, 4711 AK,
Schloß Karomark, Pfalzgrafschaft Vieland


Es war kurz nach Mitternacht, als ein blasser Mann in weißem Hemd und schwarzer Weste in den Schein des Lagerfeuers trat, um das sich die Raben versammelt hatten. Die Abenteurer leckten noch immer ihre Wunden vom letzten Vorstoß in das Schloss, so hatten sie den Fremden erst bemerkt als er sie nur noch wenige Schritte entfernt förmlich grüßte und nach ihrem Begehr fragte.

Ich war so überrascht wie die Helden von Ravengro. Selbst Simmelwitz und Stralicia hatte es die Sprache verschlagen. Der Mann war ganz offensichtlich über die steinerne Brücke aus dem Schloss gekommen. Die Raben hatten das Herrenhaus, die Werkstatt und am vergangenen Tag das Museum durchsucht, doch offenbar hatten sie dabei nicht alle Geheimwege und Schlupfwinkel entdeckt! Vielleicht beherrschte er aber auch nur den Zauber Fliegen oder andere Reisemagie.

Im ersten Augenblick dachte ich Graf Karomark beehrt nun endlich seine Gäste, doch der Fremde stellte sich als Major Domus, der Haushofmeister von Schloss Karomark vor. Dabei verwendete er den alttaldanischen Titel wie seinen eigenen Namen. Oder war es Altosirisch? Sehr seltsam, jedenfalls. Sein nach hinten gekämmtes Haar schimmerte ölig im tanzenden Lichtschein der Flammen und auch seine Haut glänzte wie frisch gefettet.

Stralicia Mancini fand wieder zu Worten und log Major Domus mitten ins Gesicht! Der Graf habe sie und ihre Gefährten eingeladen und erwarte sie mit seinem “Sohn”. Major Domus schenkte ihr Glauben und bat die Abenteurer in das weitaus gastfreundlichere Herrenhaus hinein. Nur mit dem “Sohn” des Grafen wusste er nichts anzufangen. Er behauptete Karomark sei kinderlos und wusste auch von keiner Schöpfung seines Herren, die für diese Bezeichnug in Frage kam.

Während die Raben tief und fest in den Himmelbetten schlummerten, beobachtete ich den eigentümlichen Haushofmeister, der den Besuchern scheinbar mehrere Tage aus dem Weg gegangen war. Er ließ sich erst sehr spät in einem Sessel mit Blick auf die nördlichen Flügel von Schloss Karomark nieder. Ob er überhaupt Schlaf fand, vermochte ich nicht zu sagen.

*      *      *      *      *

Am Morgen überquerten Bestimotor von Simmelwitz und Pami, Tira Krähenfuß mit ihrem Raben Corvus und Stralicia Mancini, gemeinsam mit Major Domus den schlüpfrigen Steg zur Werkstatt. Ein feiner Sprühregen durchnässte die Abenteurer und ihren Begleiter. Die beiden Glaubensbrüder waren mit der Priesterin Pharasmas im Torhaus zurückgeblieben. Ich war nicht traurig und folgte den anderen.

Wir passierten die marode Werkstatt in deren Boden noch immer das Loch klaffte durch das Runa Corvijn in den Tod gestürzt war. Die Raben bewegten sich mittlerweile ziemlich geübt durch das heruntergekommene Schloss, so gingen sie sehr langsam und sicherten die schaukelnde Seilbrücke zum Museumsflügel mit ihrem magischen Seil aus der Gefängnisruine.

Nördlich der Sammlung von Karomark führte ein schmaler Pfad in der Klippenwand zu einem viergliedrigen Turm der teilweise mit dem natürlichen Felsgestein verschmolz. Ein starker Wind pfiff den Abenteurern ins Gesicht, während sie sich mehr kletternd als gehend einer rostigen Eisentür am Fuße des Turmes näherten.

Pami kletterte um den ganzen Turm herum, doch fand keinen besseren Zugang für die weniger geschickten Damen. Es dauerte eine Ewigkeit bis sie die Tür mit Alchemie, roher Gewalt und Magie zerstört hatten. Dunkle Wassermassen sprudelten ihnen entgegen, die eine rostfarbene Schaumkrone trugen. Der Turm war überflutet worden! Die Position der Tür ließ darauf schliessen, dass es sich dabei weder um eine dauerhafte noch geplante Flutung handelte. Wieder war es die Furcht die mich zurückhielt. Doch was konnte dieses Gebäude für einen Geist schon gefährliches bereithalten?

Ich rang noch mit meinem Mut, da stürzten die ersten Raben schon wieder aus dem Turm. Sie hatten im schmutzigen Wasser einen riesigen Blutegelschwarm aufgescheucht, den sie nun mit Feuermagie bekämpften. Als Bestimotors herbeigezauberte Ratten noch genüsslich an den gerösteten Blutsaugern schmatzten, erkannte ich den ernst der Lage. Pami war auf ihre Heimatebene gebannt worden und die anderen Streiter hatten zu viel Blut verloren um die Erkundung des überfluteten Turmes fortsetzen zu können.

Von Schmerzen und entstellenden Wunden gepeinigt, kletterten die Abenteurer zurück in den Museumsflügel. Der Gnom passierte gerade den kostbaren Sarkophag der osirianischen Mumie, die sie bereits am Vortag vernichtet hatten, da rammte Major Domus dem Zauberkundigen Stralicias Dolch in den Rücken.

Ein kurzer, aber heftiger Kampf entbrannte. Bestimotor beschwor seine Leibwächterin, während der Haushofmeister die Raben beschuldigte nur gekommen zu sein um den Grafen zu töten und “das Werk der dunkel gerobten Gestalten zu vollenden!”

Major Domus schlug völlig irrsinnig auf den kleinen Gnom ein. Ich konnte allerdings nur über das nachdenken, was der Wahnsinnige gerade gesagt hatte! Der Wispernde Pfad, hier auf Schloss Karomark? Die drei Damen setzten dem Haushofmeister mächtig zu, doch es quoll kein Blut aus den Wunden des Mannes, sondern heisses Wachs! Bestimotor brüllte “Wachsgolem”, da wechselte Tira von ihren Verzauberungsversuchen zu einer mächtigen Feuerkugel und verbrannte den Haushofmeister einfach. Seine Kleider gingen in Flammen auf und sein Körper zerfloss zu einer Pfütze von hellem, fleischfarbenem Wachs.

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #27 am: 16. Dezember 2013, 11:02:27 »
10. Lamashan 4711 AK,
Schloß Karomark, Pfalzgrafschaft Vieland


Schneeregen fiel in dicken, nassen Flocken auf Schloß Karomark herab. Die Silbernen Raben brachen nach einem kurzen Frühstück im Speisesaal zu einer weiteren Suche nach ihrem Gastgeber Graf Karomark auf. Nur Balduan Tarrt hatte wieder Stellung im Torhaus bezogen. Der Schildknappe wartete noch immer auf den Mob aus Lepidstadt und die Rückkehr der Trolle aus dem Dippelweihersumpf. Wenn seine Gefährten schon die Wächter des Grafen Stück für Stück vernichteten, wollte der aufrichtige Bursche wenigstens seine Tore verteidigen.

Verhüllt von frostigen Regenschauern flog ich zwischen den einzelnen Gebäuden der Schloßanlage voraus, zu dem viergliedrigen Turm hinter dem Museumsflügel. Es war nicht leicht den Abenteurern unbemerkt in die engen Korridore des Bauwerks zu folgen, also wartete ich eine geraume Zeit bevor ich hineinschlüpfte.

Die Raben bekämpften in den überfluteten Kammern des Turmes einen riesigen schwarzen Blob. Mit jedem Hieb teilten sie das schleimige Monster und standen einem weiteren Gegner gegenüber, anstatt ihm den Gar auszumachen. Stralicias Bomben und Tiras Magie vollbrachten schließlich was schnöde Waffengewalt nicht vermocht hatte.

Nach dem Kampf teilten sich die Abenteurer auf. Pami suchte den oberen Teil des Gebäudes ab, während Stralicia, Tira und Iacobus weiter die gefluteten Korridore und Kammern im unteren Teil ergründeten. Die drei Menschen hatten nichts als Dreck und die Überreste bereits gefallener Gegner vom Vortag gefunden, da rief der Gnom nach ihnen. Pami hatte einen Raum entdeckt, in dem verschiedenste Pilze und Flechten gezüchtet wurden. Iacobus beseitigte noch mit Pfeil und Bogen die gefährlichen Exemplare, als die Blasse Dame bereits wieder etwas wahrnahm.

Nun hörte ich es auch: Krallen quietschten im angrenzenden Korridor über das Mauerwerk. Doch der Gang war leer. Eine Hand voll beherzter Tritte der Blassen Dame genügten, um drei eingemauerte Untote zu befreien. Gierig stürzten sie sich auf die Raben. Gizella Biharra rief die mystischen Kräfte ihrer Göttin Pharasma an und peinigte die Gruftschrecken – wie mich selbst – mit positiver Energie.
Ich floh durch die Dunkelheit der Aussenwände hinaus in das Unwetter über den Klippen.

Nicht viel später verließen die Abenteurer den viergliedrigen Turm durch einen anderen Ausgang. Sie überquerten den steinernen Bogen einer Brücke zum höchsten Turm der Schloßanlage und öffneten das Portal an seinem Fuße.

Es hatten noch nicht alle Raben den Turm betreten, da sprang eine weitere, abscheuliche Schöpfung des Grafen vor die Eindringlinge. Karomark hatte hier purpurfarbene Muskelstränge an das vierarmige Skelett eines Girallons gefügt und mit unnatürlichem Leben erfüllt. Bevor sich Pami auf die Bestie stürzen konnte, entkam der Kehle des exotischen Fleischgolems ein wildes, trockenes Brüllen, das die Abenteurer sichtlich erschaudern ließ. Der Turmwächter wurde seinerseits von zwei gut gezielten Pfeilen und einer Bombe von Iacobus und Stralicia empfangen, die ihre Fassung schneller als die anderen wiedererlangt hatten. Einen Augenblick später drang bereits Pami auf das Monster ein. Sie rammte ihre Hörner in das Fleisch des Golems und zerlegte ihn danach mit einem wahren Schlaghagel.

Der Weg nach oben war frei.

In einer staubigen Kammer spannten sich dort klebrige Spinnweben zwischen den geschwungenen Aussenwänden des kreisrunden Turmes. Das weißgelbe Gewebe versperrte nicht nur die Sicht der Raben, sondern hinderte sie auch daran weiter in das Gebäude vorzudringen. Mit Flammen bahnte sich Stralicia einen Weg bis zu der Wendeltreppe, die sich in ein weiteres Geschoss nach oben wand. Ihre Gefährten folgten der Alchemistin dort hinauf, bis Pami – wie ich – das Schlagen lederner Flügel vernahm.

Die Raben entdeckten einen Homunculus. Nicht noch so eine seelenlose Kreatur Karomarks! Entnervt wartete ich hinter den verbliebenen Spinnweben darauf, dass die Helden Ravengros kurzen Prozess mit dieser Miniatur von einem Teufel machen würden.
Ich wurde “enttäuscht”. Die Kreatur fuchtelte mit Händen und Füßen in der Luft herum, doch sprach dabei kein Wort. Gizella und Stralicia begannen sich mit dem winzigen Konstrukt zu “unterhalten”. Die Variserinnen verstanden schnell, dass der Homunculus sie vor einer weiteren schrecklichen Kreatur warnen wollte. Besmo schlussfolgerte sogar, dass es der Graf sein musste, der durch das Konstrukt zu den Raben “sprach”.

Ohne zu verstehen, vor was genau sie der Homunculus da gewarnt hatte, kehrten die Abenteurer auf die Steinbrücke vor dem Turm zurück. Von dem was ich auf die Entfernung und über dem rauschenden Wasserfall verstehen konnte, hatten sie den Plan geschmiedet von oben in das zweite Geschoss des Gebäudes vorzudringen. Der Schneeregen hatte nachgelassen und sich zu einem eisigen Nieselregen gewandelt. Mit Flugmagie wurde Pami nach oben geschickt. Die Blasse Dame befestigte aneinander geknotete Seile und zog die Abenteurer zu sich hinauf. Ich schwebte ausser Sichtweite in den bedeckten Himmel hinauf.

Eine komplexe gusseiserne Konstruktion thronte auf der Turmspitze, die von einem kupfernen Blitzableiter gekrönt wurde. Darunter standen seltsame Apparaturen, überladen mit Hebeln, Schläuchen und anderen Leitungen. Daneben waren dunkle Säfte mit unterschiedlichen Messständen in schmutzigen Glasbehältern zu erkennen. Stralicia untersuchte die Gerätschaften, während sich ihre Gefährten um die Dachluke versammelt hatten. Die Alchemisten betätigte einen der Hebel und das eine Gerät begann zu summen. Über der Eisenkonstruktion bildete sich eine schwarze Gewitterwolke.

Bestimotor riss die Dachluke auf. Was die Raben in der Kammer unter der Turmspitze sahen, hätte ich nicht erahnen können. Ein greller Blitz zuckte aus der finsteren Wolke über unseren Köpfen in den Blitzableiter und fand knisternd seinen Weg nach unten; dicht gefolgt von ohrenbetäubendem Donnerschlag. Ich musste wissen vor was der Homunculus – oder Graf Karomark – die Abenteurer gewarnt hatte und begab mich im Sturzflug nach unten.

Als körperloser drang ich mühelos durch die Mauern. Ich fand mich in einem verwüsteten Raum wieder. Dicke Spinnweben, wie in der Kammer darunter, spannten sich hier zwischen zerschlagener Laborausrüstung, einer befremdlichen Eisenfigur und einem übergroßen Glockenglas. In dem Glasbehälter trieb eine bleiche, regungslose Frau gespenstisch in der Schwerelosigkeit einer trüben Substanz.

An der Decke saß ein riesiges, muskelbepacktes Ding mit mächtigen Krabbenscherenhänden und langen haarigen Spinnenbeinen. In seinem unförmigen Leib vereinten sich zahlreiche Kreaturen von Schalentieren, Reptilien und Humanoide zu einer widerwärtigen Abnormität. Aus seinem schleimigen Maul standen verkümmerte Beisswerkzeuge, darunter klebten weißgelbe Spinnweben auf seiner breiten Brust. Mit einer Tintenfischtentakel peitschte es brüllend nach den Raben auf der Turmspitze.

Wieder und wieder vernahm ich den geräuschvollem Einschlag von Blitzen. Aus dieser Position konnte ich den Kampf mit dem Monster nicht gut einsehen. Ich schwebte bereits wieder noch oben, als plötzlich Watzko – die Bestie von Lepidstadt – mit dem rollenden Donner in das verwüstete Laboratorium sprang. Wütend zog er sich die Leiter zu der Dachluke empor und packte die Abnormität an einem seiner borstigen Spinnenbeine. In wildem Schlagabtausch wurden die fallenden Fleischgolems von den weißgelben Netzen aufgefangen. Das klebrige Gewebe konnte das enorme Gewicht der beiden jedoch nicht halten, so landeten die Gegner unsanft auf dem ächzenden Holzboden.

Die Abnormität setzte Watzko schwer zu. Iacobus feuerte zu seiner Unterstützung Pfeil um Pfeil in den Rücken des Monsters. Corvus, der Rabe von Tira, flatterte nach unten und übertrug die heilende Magie der Hexe auf die Bestie. Was trieben die anderen Raben da oben?

Ich flog zurück auf die Turmspitze und erkannte, dass Stralicia immer noch einen der Apparate bediente. Gizella heilte die schwer verwundeten Abenteurer. Pamis Existenz auf dieser Ebene musste von der Abnormität beendet worden sein und Besmo versuchte am Rand der Dachluke mit seinen verbliebenen Zaubern etwas auszurichten. Stralicia war hoch konzentriert. Die Varisianerin fluchte laut auf; dann erschien ein triumphierendes Lächeln auf ihrem Gesicht. Was tat die Alchemisten da eigentlich? Als ich einen Blick in das Turmzimmer wagte, verstand ich: sie steuerte über die Hebel und Druckknöpfe der Apparatur Watzko! Der Fleischgolem hatte mit Stralicias Hilfe die Überhand gewonnen und prügelte die Abnormität gerade zu einem riesigen Haufen teigigen Fleischs und gebrochener Knochen.

Die Silbernen Raben hatten das Monster besiegt!

Sie kletterten zu Watzko und Corvus hinab. Hastig wurde der Raum durchsucht und da fanden die Raben in der grässlichen Eisenfigur letztendlich den Schloßherren: Graf Karomark. Der ehemalige Herrscher Vielands war nach Tagen der marternden Gefangenschaft in dem Folterinstrument ein ausgetrockneter alter Mann, der sich sogleich nach seinen verbliebenen Leibeskräften bei den Abenteurern bedankte.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2013, 11:05:32 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #28 am: 24. Dezember 2013, 01:01:04 »
13. Lamashan, 4711 AK
Lepidstadt, Pfalzgrafschaft Vieland


Ein eisiger Wind wehte um die Türme von Schloß Karomark. Obwohl ich die Kälte selbst nicht spürte, so konnte ich sie in den dampfenden Wassermassen sehen, die unter mir lautstark in die Tiefe stützten. Graf Karomark hatte die Silbernen Raben kurz nach dem Frühstück erneut zu sich in den Speisesaal gerufen. Ich beobachtete die kleine Gesellschaft, in jenem kalten Wind fliegend, durch ein großzügiges Butzenfenster.

Der entmachtete Edelmann hatte vor sich eine Reihe von Gegenständen auf dem Tisch ausgebreitet. Er schien die Raben nacheinander anzusprechen und ihnen dabei jeweils eines der unbekannten Objekte zu überreichen. Die Beschaffenheit der Fenster ließ mich nur mit verzerrter Ahnung zurück, was er den Helden da anvertraut hatte.

*     *     *     *     *

Wir erreichten Lepidstadt kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Balduan brachte gemeinsam mit Tira und Bestimotor die Pferde zu den Stallungen am Osttor. Ich folgte Iacobus, Stralicia und Gizella in die Taverne Zum Bronzeschädel. Die Silbernen Raben hatten ihre Ermittlungen nicht eingestellt. Sie wollten noch immer mehr über das Bildnis des Meeresgrauen Schreckens herausfinden, das durch Watzkos Hand aus der Universität zu Lepidstadt entwendet worden war, und natürlich über die Kultisten des Wispernden Pfades, die Ravengro fast in eine Geisterstadt verwandelt hatten, nur um anschließend Schloß Karomark zu verwüsten und zur Todesfalle zu machen.

Die Trinkhalle war ausgesprochen gut besucht. Es waren ganz offensichtlich überwiegend Studenten und Absolventen der Universität, die hier auf ihre siegreichen Duellgänge anstießen. Nicht wenige wurden durch die berüchtigte Lepidstadtnarbe verraten, andere durch die schlanken Klingen an ihren Hüften.

Man erkannte die Abenteurer. Manche legten bereits die Hand an den Schwertgriff als die drei Platz genommen hatten, manche beobachteten die Retter der Bestie mit Freuden und manche gaben vor sie gar nicht erst zu beachten. Die Besitzerin der Trinkhalle, Kaysian Cazynsik, brachte ihren berühmten Gästen eine Runde auf das Haus. Dann wuchs die Anspannung wieder. Die jungen Duellanten wollten ihr Waffengeschick im Kampf mit den Raben beweisen.

Plötzlich wurde jedoch die Seitentür zu einem der Stege aufgestoßen. Ein Mann stürzte, von blauen Flammen umgeben, in den Schankraum. Er brach nach nur wenigen Schritten auf dem klebrigen Holzboden der Taverne zusammen. Angst und Entsetzen machten sich unter den Gästen des Schädels breit. Der Schankwirt, ein kräftiger Mann mit grauem Bart und einem Bauch wie ein Bierfaß, trat hinter dem Tresen hervor. Bewaffnet mit einem schweren Knüppel stellte er sich schützend vor Cazynsik.

“Der Springende Hans”, wurde geraunt. Tatsächlich, die blauen Flammen deuteten auf nichts anderes hin! Ich glitt durch die Aussenwand und es bot sich mir ein bekanntes Bild: Im silbrigen Licht des Mondes sah ich den bösartigen Feengeist, wie einst in Ravengro. Sein Oberkörper glich dem eines jungen Mannes mit drahtigen Muskeln, während sein Unterleib die haarigen Beine und gespalteten Hufe einer Ziege aufwies. Haut und Fell des Monsters schimmerten purpurfarben auf, wie in einer Mischung von Blut und Tinte getränkt. Über seinen rot leuchtenden Augen saßen lange, spitze Hörner.

Draussen auf dem Steg entbrannte ein hitziger Kampf zwischen den Raben und dem Feengeist. Iacobus und Stralicia beschossen ihn trotz heftiger Gegenwehr unerbittlich und trieben ihn so über das Dach auf die andere Seite des Gebäudes. Ich flog in sicherer Entfernung hinter ihm her. Immer wieder sprang er durch die Türen in den Schankraum. Er tötete einen weiteren Mann und fügte zwei anderen Gästen garstige Wunden mit seinem gewellten Dolch zu, bis ihn eine Bombe der Alchemistin endlich aus der Luft zurück auf den Boden schleuderte.

Sie hatte dem Springenden Hans, der seit Jahrzehnten die Pfalzen heimgesucht hatte, den Gar ausgemacht! Die Raben wurden gefeiert. Ich freute mich irgendwie für “meine” Helden. Ein Gefühl das ich schon sehr lang nicht mehr verspürt hatte. Doch konnte ich es nicht mit dem eines Lebenden vergleichen. Was ich fühlte war weit erhabener. Ungewöhnlich befreiend. Ein Zustand der sich noch in der selben Nacht steigern sollte.

Zwei aussergewöhnliche Damen führten eine kleine Gruppe Variser in die Taverne. Die eine war hoch gewachsen, hatte weißgraues Haar und trug eine schimmernde Ritterrüstung. Es konnte sich nur um die legendäre Mirella Teufelsbann, Paladin der Iomedae und glorreiche Heldin des Krieges der Gefallenen handeln. Die andere ihr Gegenstück: eine kleine, zierliche Elfin und finstere Schönheit. Sie trug die kostbaren Gewänder und eine der kunstvollen Masken Sinarias. Bei ihrem ersten Wort schon, erkannte ich die gefeierte Schattenherz darin.

Als wolle mich die Elfin in meiner Annahme bestärken, begann sie im silbrigen Mondlicht das durch die Fenster des großzügigen Erkers fiel mit ihrer Darbietung.

Ihr Name ist Seristial.

Im Schädel herrschte gespenstische Stille, als sich die rauchige Stimme von Nymia Schattenherz über das ächzende Holz der Landungsstege, den stetigen Strom des Flusslaufs und den säuselnden Wind erhob.

Vier Wächter sind’s, die sie dort binden
Im Dunkel ist ihr Heim zu finden
Im Dunkel, wo sie rastlos darben
Versklavt, nicht frei, im Schloss der Narben


Mit wohl gezielten Silben und abgepassten Betonungen erschuf die Diva um ihre gefesselte Zuhörerschaft ein verlassenes Gebäude aus leeren Spitzbögen, verwüsteten Hallen und bröckelndem Mauerwerk.

Ein Geist, gebor’n in blut’gem Osten
Steht unbeirrt auf altem Posten
Die Klinge aus der Höllen Sturm
Wacht ungeseh’n in kaltem Turm

Und Todeshauch in grimmer Zwinge
Harrt unstet dort des Laufs der Dinge
Der Heil’ge ruht im Haus der Schmerzen
Wird Seele, Leben, Geist ausmerzen

Entkettet sie, dass kampfesmürbe
Am Ende auch ihr Meister stürbe
Der Fluch, er bricht und löst die Seelen
Der Hüter wird den nächsten wählen


Bevor die letzte Strophe der berüchtigten Ballade aus dem Westen durch das unsichtbare Schloß hallte, wurden Ihre Worte schwer von Trauer und ergriffen die Herzen ihres Publikums noch fester.

Im Ort, wo Schatten blüh’n und Totes geht
Wo Tränen glüh’n und Schrecken weht
Liegt wach, bereit und nicht mehr brach
Seristial, Kazavons Schmach


Nicht einer hatte seine Sprache bereits wiedergefunden, noch war die Darbietung ganz verklungen, da schoss in einer schäumenden Fontäne von Flusswasser eine unförmige Kreatur aus dem Kleinen Moutray. Sie zog sich durch eine quadratische Öffnung im Boden bis zum Tresen empor, dabei zog ihre schleimige, wabernde Masse lange Fäden zwischen Stühlen und Tischen. Mühevoll richtete sich die purpurfarbene Kreatur auf und zeigte ihre vage Form: ein drahtiger Riese, dessen Oberkörper aus dunklen, zähen Strängen bestand, während sich sein Unterleib zu tropfenden Schleimströmen verflüssigte. Seine milchigen Augen glühten weiß vor Zorn auf die Lebenden.

Stralicia Mancini zögerte keinen Augenblick und zersprengte das untote Ding mit einer ihrer Bomben zu stinkendem Glibberregen. Der schleimige Schauer war noch nicht vollständig auf den schmutzigen Dielenboden der Trinkhalle geprasselt, da erfüllte bereits das schallende Gelächter des Schankwirts den Raum. Die Variser schlugen ihre Schellen und zupften die Fideln. Nun wurden “die Helden des Abends” ausgiebig gefeiert. Niemand zweifelte mehr am Können oder der Gesinnung meiner Raben.
« Letzte Änderung: 24. Dezember 2013, 10:47:50 von Mhyr »

Mhyr

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Die Chronik der Silbernen Raben
« Antwort #29 am: 24. Dezember 2013, 01:03:56 »
Die Ballade von Nymia Schattenherz ist eine inoffizielle Übersetzung von Zellara’s Song aus dem amerikanischen Pathfinder #11 Curse of the Crimson Throne: Skeletons of Scarwall. Unser Dank für die schöne Arbeit geht an Exeter aus dem Paizo-Forum: Zellara’s Song in German!