Autor Thema: "Der Weg des Lichtes"  (Gelesen 1359 mal)

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"Der Weg des Lichtes"
« am: 02. September 2004, 15:33:23 »
 Da das Ja damals im Amigo-Forum so gut ankam will ich hier und an dieser Stelle wieder das Schreiben an einer Art Reisetagebuch eines imaginären Mitgliedes meiner Abenteuergruppe fort führen und hoffe damit die Aufmerksamkeit und das Verständnis des Lesers zu wecken an meinem recht ehrgeizigen Projekt eine Abenteuer-Kampagne ins Leben zu rufen. Da ich immer mal Lust verspüre ein paar Zeilen zu schreiben soll mir dieser Thread dazu dienen für mich eine Art Fokus zu sein. Um die Handlung spannend zu halten und mit euren Kommentaren und Ratschlägen die Grundlage für die bestmögliche Gestaltung des nachspielbaren Abenteuers zu entwickeln.

Dann leg ich einfach mal los.

Die unvollendete Geschichte „Der Weg des Lichtes“

Prolog
Die Gestalt stemmte die Hände in die Hüften und begann erst leise dann immer lauter werden zu lachen. Ein Lachen was fast an Hysterie grenzte und laut von den Wänden der alten Festung wiederhalte. Hinter den verfallenen Mauern der ehemals stolzen Wehranlage reckte sich ein Turm gen Himmel der aus den Knochen unzähliger Wesen erbaut zu seien schien. In ein unheimliches purpurnes Glühen gehüllt streckte der Turm seine obersten Zinnen bis hin zu den immer tiefer ziehenden Wolken. Blitze zuckten  aus dem sich seit Tagen zusammenbrauenden Unwetter und tauchten die Szenerie für den Bruchteil einer Sekunde in ein unwirkliches Licht.
Das Lachen der Gestalt wollte kein Ende nehmen und man hätte meinen können das es die Blitze regelrecht herbei rief. Doch das Lachen, solange es auch währte, so plötzlich brach es ab.
In eine schwarze Kutte gehüllt die ihr wahres Wesen verbergen sollte konzentrierte sich die Gestalt nun auf den nahen Horizont.
Dann begann sie zu sprechen mit einer Stimme so schneidend kalt, das die untoten Wesen und Lakaien zu seinen Seiten zusammen zuckten und sich am liebsten im nächst besten Loch verkrochen hätten. Allein die Macht die von der Kuttengestalt ausging ließ sie nicht gewähren und hielt sie in ihrem Bann.
Mit dem erheben seiner Stimme kehrte gleichzeitig eine Stille in die Ebene ein, wie es nur geschieht kurz bevor ein Sturm losbricht und so trugen seine Worte bis hinüber zu den nahen Hügeln.
„So seit ihr gekommen um mit euren letzten Anhängern ein letztes mal zu versuchen mich auf zu halten, Araneus, Hohepriester eines sterbenden Gottes ?

Der angesprochen konnte selbst auf eine Entfernung von mehr als tausend Mannslängen jedes Wort verstehen. In glänzender Rüstung stand er und seine Getreuen auf den Hügeln die die Ebene umgaben, in deren Mitte sich der verhasste Feind in seiner Feste eingeiegelt hatte und auf sie gewartet hatte. Zehntausend Mann war dieses letzte Aufgebot des Ordens der ritterlichen Wahrer des Lichts noch stark. Vor einem Mond waren es fast noch doppelt so viele gewesen als sie sich auf den langen Marsch gemacht hatten und der Mann wusste, Sie waren die Letzten. Keine Verstärkung würde kommen, kein Entsatzheer wartete auf einen Befehl. Hier und jetzt würde der letzte große Kampf der Anhänger des Amunar stattfinden. Es gab kein zurück mehr. Um so entschlossener war sein Blick.
„Ja,Saratek, hier und heute wird sich das Schicksal entscheiden müssen. Ihr habt lang genug mit eurem Treiben die Ruhe der Toten geschändet, das Land mit eurem Wahnsinn verpestet. Erfahrt nun die Läuterung die euch zusteht !“

„Verblendet wie es nur ein wahrer Kleriker des Amunar seien kann, glaubt mir ihr seht die Dinge völlig falsch. Schaut euch meine Armee an, ihr werdet viele euere alten Kameraden darunter wieder finden.“ Die Kuttengestalt zeigte mit einer weiten Bewegung über die Skelette- und Untoten-Armee, welche die alte Feste und den Turm umgab. Die Zahl der Monster war schwer zu schätzen, aber es waren mehr als drei mal soviel wie ihnen auf den Hügeln gegenüber standen. Unter ihnen blinkte die ein oder andere verschmutze Ritterrüstung auf und der Anführer erkannte seine ehemaligen Ordensbrüder die nun unter dem Bann des Nekromanten standen.
Seine Gefühle schwankten zwischen planker Wut, Verzweiflung und eiskalter Rachelust. „Genug der Worte, beenden wir es !“

„So sei es !“ Die Kuttengestalt richtete sich zu voller Größe auf und war den Umhang ab. Zum Vorschein kam ein Mann der in einer Knochenrüstung seine Lakaien fast um Manneslänge  überragte. In seinen Zügen hatte sich der planke Wahnsinn für alle Zeiten eingebrannt und seinen Augen entfloß die blanke Mordlust. Er schrie Befehle in einer unbekannten Sprache und es kam Bewegung in die Reihen der Untoten.

Auf den Hügeln hielt der Hohepriester des untergehenden Gottes Amunar eine letzte Ansprache. „Folgt mir meine Brüder dies ist das Ende aller Zeiten. Laßt uns ein letztes mal zusammen Siegen. Erfüllt euer Gelüppte Hier und Jetzt !“ Er reckte das Schwert in die Höhe und zehntausend Mann taten es im gleich.
Dann brach der Sturm los. Den Blitzen folgte ein sinnflutartiger Regen. Die Erde wurde zu Schlamm und vermengte sich  mit dem Blut der Sterbenden. Schlachtenlärm wurde übertönt vom Donner der Blitze.


1 Kapitel
Die Zusammenkunft

Tagebuch der Dafne Auenwacht, Novizin des Sonnengottes Elasir
25. November im Jahr der erwachenden Sterne
Ich hatte schon wieder diesen Traum von einer blutigen Schlacht. Nur war er diesmal wesendlich intensiver als je zuvor. Ich war und bin der festen Überzeugung das es mit diesen Träumen etwas auf sich hat. Ich bin dann auch letzte Nacht gleich zum Präzeptor unseres Tempels gegangen. Er ist immer recht grumelig. Deswegen trauen sich die Kleriker sicher auch so selten zu ihm um ihre prophetischen Träume ins Traumbuch des Tempels eintragen zu lassen. Ich war gestern Nacht so aufgewühlt, das ich doch meine Schritte zu seiner Klause lenkte. Er war, wie auch nicht anders zu erwarten, recht ungehalten über die nächtliche Störung.
Als ich ihm jedoch von meinem Traum erzählte, wurde er dann doch recht zugänglich. Er hat fast jedes Wort in das große Traumbuch eingetragen. Ich war so in das Erzählen des Traums vertieft, dass ich gar nicht auf die Reaktion des alten Mannes achtete. Nach dem ich ihm die Geschichte zuende erzählt hatte, fragte er mich nach einer längeren Zeit des Schweigens, ob es schon öfters vorgekommen sei, das ich  mit der Stimme eines Mannes gesprochen hätte. Ich war verwirrt und wußte nicht was ich darauf sagen sollte. Er meinte nur er würde den Traum mit dem Klerus besprechen müssen und ich solle versuchen noch ein wenig Ruhe zu finden. Er verwies auf die baldige Prüfung die mich endlich zum Kleriker unseres geliebten Sonnengottes Elasir erheben würde. Für den kommenden Tag teilte er mich dem Archivar in der Bibliothek unseres Tempels zu. „Zur Erholung !“ Na toll, das wird stink langweilig werden. Aber diese Gedanken ziemen sich nicht für einen Novizen des Elasir.


Also Jungs schreibt mal eure Meinung. Das ist mir gestern aus der Tastatur gerutscht mit ner guten Flasche Wein dazu bzw Intus  :D  
Richter: Doktor, wie viele Autopsien haben Sie an Toten vorgenommen?
Gerichts-Mediziener: Alle meine Autopsien nehme ich an Toten vor.

Pestbeule

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"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #1 am: 02. September 2004, 19:30:38 »
 Liest sich sehr gut, coole Einführung! Hat mich ein wenig an Warcraft 3 erinnert (diese Sache mit Frostrune, diesem Prinzen der Menschen der gegen die Untoten und Dämonen kämpft usw).

Ich weiß zwar nicht genau was du geplant hat, aber dieser Araneus schreit förmlich danach wieder im Abenteuer selbst aufzutauchen. Sei es in einer alten Grabstätte um seine Reliquen zu bergen oder als gefallener Diener des Bösen...  :akuma:  
"Since it is difficult to join them together, it is safer to be feared than to be loved when one of the two must be lacking."
http://pestbeule.blog.de/

"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #2 am: 02. September 2004, 21:41:02 »
 Tagebuch der Dafne Auenwacht
Unbekannte Zeit
Nun, da ich endlich wieder über Schreibzeug und ein Buch verfüge, kann ich mein Tagebuch fortführen. Ich weiß nicht wo ich beginnen soll. So viel hat sich innerhalb des letzten Tages für mich verändert. Ja, ich habe davon geträumt eines Tages auf Abenteuerreise zu gehen, um große Taten zu vollbringen. Doch nun wo ich scheinbar mitten in einem stecke hat sich mein Traum in einen Alptraum verwandelt. Die Last des Erlebten wird etwas leichter durch den Umstand das ich nicht alleine bin. Ich sitze hier am Lagerfeuer und halte Wacht über den Schlaf meiner Leidensgenossen. Doch ich will am Anfang beginnen, um die Ereignisse besser behalten zu können. Mir kommt es so vor als wäre ich eben erst in das Archiv unseres Tempels herab gestiegen. Auf Anweisung unseres Bibliothekars Rowen sollte ich ihm ein Manuskrip aus dem Keller holen. Als ich durch die Reihen der mit Staub bedeckten Regale ging, auf der Suche nach besagtem Manuskript, fiel mir plötzlich ein dicker Einband auf. Auf seinem Rücken war eine sternengleiches Symbol zu sehen. Mir kam das Zeichen seltsam vertraut vor. Und dann traf mich die Erkenntnis wie ein Faustschlag. Es war das selbe Symbol wie auf den Standarten der Ritterarmee aus meinem Traum. Ich schlug den Einband mit zitternden Händen auf. Das Buch war in einem uralten Dialekt geschrieben und mußte mehrere hundert Jahre alt sein. In ihm wurde über einen längst vergessenen Ritterorden berichtet. Ich kann mich an den Namen des Ordens nicht mehr genau erinnern, aber er stand wohl im Dienste des Lichtes, was die Anwesenheit dieses Buches in unserem Archiv zumindest erklärte. Während ich in dem Buch las, spürte ich plötzlich wie sich der Raum um mich veränderte. Die Regale schienen sich mit einem mal in undendliche Weite auszudehnen, und es wurde unerklärlich kalt. Ich schlug das Schutzzeichen von Elasir. Mißtrauisch geworden wirkte ich einen „Magie entdecken“ und wurde von dem Buch und seiner leuchtenden Aura fast blind. Nach dem sich meine Augen an das Licht, welches dem Buch entströmte, gewöhnt hatten, untersuchte ich das Buch näher. Hätte ich bloß die Hände davon gelassen. Die Magie die von dem Einband ausging mußte immens sein. Mir fiel eine Ausbeulung am unteren Buchdeckel auf. Ich überlegte erst ob ich nicht lieber einen erfahrenen Kleriker zu Rate ziehen sollte, aber dann gewann meine Neugier die Oberhand. Ein Makel an mir, der sich nun wieder allzu deutlich zeigte. Ich nahm kurzerhand meinen Stiefeldolch und schlitzte den Ledereinband auf. Zum Vorschein kam etwas das ich nur schwer beschreiben kann. Ungeschickt wie ich war, fiel es mir auch noch zu Boden. Es mußte irgend ein Teil eines sakralen Amulettes sein, golden und mit einem irisierenden Licht von sich gebend, lag es vor mir. Oh, Elasir hätte ich es nur nicht berührt, denn in dem Moment wo ich es aufhob...
Still...Geräusche in der Nacht ! Etwas nähert sich unserem Lager !

Ist das spannend oder ehr Kitsch ? Schreibt mal was ihr davon haltet.
@Pestbeule
Das ist ne gute Idee. Die behalte ich im Hinterkopf.
 
Richter: Doktor, wie viele Autopsien haben Sie an Toten vorgenommen?
Gerichts-Mediziener: Alle meine Autopsien nehme ich an Toten vor.

Pestbeule

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"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #3 am: 04. September 2004, 11:28:52 »
 Imho hört es sich ganz gut an, ich finde es nur ein wenig komisch da es ja eine SH über einen "imaginären SC" (sind sie das nicht alle  ;) ) ist, d.h. das garnicht gespielt wurde. Praktisch nur eine Geschcihte die du dir aus den Fingern saugst...

Was aber nichts über die Qualität aussagt! Es liest sich sehr gut und bis jetzt ist es spannend und ganz und garnicht kitschig....
"Since it is difficult to join them together, it is safer to be feared than to be loved when one of the two must be lacking."
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Moira

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"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #4 am: 07. September 2004, 12:44:15 »
 Gespielt wurde das schon! Xantos hat im nachhinein noch einiges geändert und hinzugefügt.
Und aus den Fingern gesaugt sind doch alle Geschichten! ;)  
"Nur die Lügen brauchen die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von ganz alleine aufrecht!" Carl Theodor Körner

"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #5 am: 07. September 2004, 15:58:47 »
 Ich schreibe es halt so wie ich es mir auch wünschen würde, dass es gespielt würde. Moira, du weißt ja das mit schreiben des Abenteuer ins Reine ne ganze Menge dazu gekommen ist was wir so nie gespielt haben.

Pestbeule hat recht. Es ist so wie ich es hier schreibe mehr oder weniger aus den Fingern gesogen. Stört das jemanden ?  
 
Richter: Doktor, wie viele Autopsien haben Sie an Toten vorgenommen?
Gerichts-Mediziener: Alle meine Autopsien nehme ich an Toten vor.

Llûth

  • Gast
"Der Weg des Lichtes"
« Antwort #6 am: 07. September 2004, 16:09:51 »
 Nö, kein bißchen!

Bitte weitermachen!
Klasse Story!

Gruß,
Llûth