Autor Thema: Dungeon Command  (Gelesen 3115 mal)

Beschreibung:

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Astavar

  • Mitglied
  • Every silver lining has a cloud...
Dungeon Command
« am: 20. September 2012, 08:30:39 »
Die Wizards haben ein neues Miniaturenschlachtenspiel auf den Markt geworfen: Dungeon Command!
Anders als die früheren Minis-Reihen und Skirmish-Games handelt es sich hier nicht um zufällig zusammen gestellte Sets und Booster. Statt dessen gibt es Themen-Sets, die alles notwendige für einen Spieler enthalten. Um zu spielen kann man notfalls auch ein Set verwenden, aber das reicht eigentlich nur, um einen kleinen, "schalen" Vorgeschmack zu bekommen. Die ersten beiden Sets enthalten Minis thematisch zu Drow bzw. den "heldenhaften" Cormyrern (Volk aus den Forgotten Realms). Ein solches Set enthält 12 festgelegte Figuren, sowie große und kleine doppelseitig bedruckte Landschafts-Kacheln. Diese sind genauso aufgemacht, wie die Kacheln der Adventure System Boardgames. Da für die Figuren jeweils auch Karten zu diesem System beiliegen, erweitert man sich die Optionen für Castle Ravenloft, Wrath of Ashardalon und Legend of Drizzt mit diesen Miniaturen-Sets noch weiter.
Faszinierend ist, daß die Würfelmechanik wegfällt. Statt dessen gibt es Befehlskarten, die man als Spieler bspw. von Starcraft grob einschätzen kann. Diese bilden natürlich durchaus einen Zufallsfaktor, aber letztlich hängt alles davon ab, wie der jeweilige Spieler seine Resourcen nutzt. Ein zufällig durch Würfelpech induziertes Vollversagen eigentlich hervorragender Figuren gibt es so nicht.
Das Spiel verwendet ein System steten Nachschubs, wodurch nicht immer alle Figuren auf dem Feld sind, aber auch ein Verlieren nicht so direkt leicht ist. Man bringt durch Verstärkungen immer wieder Kämpfer in die Schlacht und hat auch so die Möglichkeiten Verluste etwas aufzufangen. Ein spielentscheidender Faktor wird hier eher die Truppenmoral. Auch hier ein feines System. Wer schnelle Miniaturenkämpfe möchte, die Schnauze von extremem Zufall und "Collectible Miniature Games" hat, mit Castle Ravenloft, Wrath of Ashardalon und/oder Legend of Drizzt bereits Adventure System Boardgames hat, und einfach mal ein nettes, schnelles Spielgefühl mit Miniaturenkämpfen sucht, sollte sich diese Boxen mal anschauen. Der Preis scheint auf den ersten Blick happig, er ist aber eigentlich in Ordnung. Man sollte wirklich erst nach einem genaueren Blick urteilen.  ;)

Wer sich einen groben Überblick verschaffen möchte, kann sich das Regelbuch runterladen, und einen Blick riskieren. Des weiteren gibt es die Möglichkeit, sich über die Gallerien der Minis von Sting of Lolth und Heart of Cormyr zu informieren, welche Figuren in dem jeweiligen Set enthalten sind. Manchen dürfte es ergehen wie mir, daß sie schon einen Mehrwert herausziehen können, weil die Sets neu bemalte Figuren des früheren D&D Miniature Skirmish Games enthalten, die möglicherweise sonst nur für viel Geld zu bekommen sind. Mit diesem Set und den runtergeladenen und ausgedruckten Stat Cards kann man dann auch seine Sammlung erweitern. :D

Habe den ersten "Kampf" hinter mir. Der Einfachheit halber habe ich die Kleinvariante mit nur einem Set verwendet. D.h. jede Partei hatte nur 6 Kreaturen zur Wahl und dementsprechend auch nur einen kleinen Stapel von 18 Befehlskarten.
Der Spielaufbau ist recht simpel. Jede Seite wählt einen Aufbau bestehend aus zwei kleinen und zwei großen Schlachtbrettkacheln, die ähnlich wie bei Castle Ravenloft oder auch Descent ineinandergesteckt werden. Daran anschließend werden die beiden Teilfelder verbunden, und so entsteht das Schlachtfeld, auf dem sich Mauern, Hindernisse, Gefahren und auch magische Kreise und Schatzkisten befinden.
Auf jeweils einer Seite des Spielfeldes stellt man seine ersten Truppen auf. Dies sind lediglich soviele Figuren, wie man eben aufgrund der eigenen Führungskraft (ein mit dem Spielverlauf steigender Wert) kommandieren kann. Die restlichen Figuren(karten) verbleiben auf der Hand, weitere werden im Verlauf des Spiels von einem Nachziehstapel auf die Hand nachgezogen.
Ähnlich verfährt man mit den Befehlskarten, von denen man zu Beginn des Spieles ebenfalls eine durch die Fähigkeiten des Befehlshabers begrenzte Menge auf der Hand hat, aber in jeder Runde eine nachziehen darf. Ebenfalls erlauben manche Befehlskarten weiteres Nachziehen oder auch Opfern dieser Karten für einen weiteren Effekt.
Nachdem man auch den anfänglichen Moralwert der Kampfeinheit festgestellt hat, beginnt das Scharmützel.
Das Spiel ist verdammt taktisch, und man muss stets etliches im Auge haben. Bspw. hat jede Figur bestimmte Attribute als wichtigste. Diese und das Level der Figur definieren, welche Befehlskarten gespielt werden können. Sollte man eine Befehlskarte spielen wollen, die über die Stufe der Figur hinaus fordert oder nicht das von der Figur primär genutzte Attribut anspricht, kann man die Karte auch nicht nutzen.
Da manche der Befehlskarten Standardaktionen, wieder andere aber Sofortige Aktionen sind, hat man zur Verteidigung gegen Angriffe eigentlich immer ein Auge auf die Befehlskarten zu haben, die Sofortige Aktionen ermöglichen. Denn nur solche können zur Unterbrechung eines Angriffs und damit eben zum Schutz eingesetzt werden. UND: Sie müssen auch in Stufe und Attribut passen. Es kann also leicht sein, daß man sich verschätzt, und die geliebte starke Figur in eine Falle rennt, weil man bereits wichtige Resourcen verbraucht und passende Verteidigungen bereits erschöpft hat. So kann auch ein Bauernopfer spannend und taktisch sinnvoll werden, wie man eben auch aufpassen muss, wofür man starke Fähigkeiten nutzt. Selbst schwächliche können den Spielverlauf stark beeinflussen.
Wichtig ist, daß dieses Spiel nur wenig dem Zufall überlässt: Die Reihenfolge in der man die Kreaturen- oder Befehlskarten auf die Hand bekommt, hängt vom gemischten Kartenstapel ab. Wann man aber die Karten benutzt, ist jeweils eigenes Ermessen - aber eben immer Abhängig von Stufe und Attribut.
Eine Figur, die angreift trifft auch. Es gibt da keinen Zufall. Die Frage ist nur, wie sich der Gegner verteidigt. Setzt er entsprechend Karten ein, vielleicht sogar solche, die einen Gegenschlag ermöglichen? Lässt er den Angegriffenen sich zu Boden werfen um damit Schaden auf Kosten der Truppenmoral zu verhindern? Akzeptiert er den Schaden, und damit auch daß eine Figur stirbt und die Truppe entsprechend moralischen Schaden nimmt? Was die letzten beiden Punkte betrifft: Verhinderter Schaden reduziert die Moral der Truppe um 1 je verhinderten 10 Punkten, auch wenn der angerichtete Schaden die tatsächlichen Trefferpunkte der Figur drastisch überschreitet. Das Verhindern von 100 Punkten durch einen Tötungshieb gegen einen 20 TP-Charakter würde also 10 Moralpunkte Schaden verursachen. Da aber diese Figur wohl eine Stufe 1 Figur ist, und Stufe und Moral 1:1 aufgerechnet werden, wird man wahrscheinlichst das Opfer der Figur in Kauf nehmen.  (Außer natürlich, man braucht genau diese Figur an genau diesem Platz )

Every silver lining has a cloud...

Astavar

  • Mitglied
  • Every silver lining has a cloud...
Dungeon Command
« Antwort #1 am: 06. Oktober 2012, 11:58:30 »
Während das zweite Set Heart of Cormyr hauptsächlich Abenteurer enthielt, die hervorragend zusammenarbeiten, und dadurch ihre Fähigkeiten jeweils sehr verstärken, ist das dritte Set typisch für Goblins.  
Naja, so heißt es ja auch. Es gibt wie üblich zwei heftige "Panzer", das sind einmal der Feral Troll, der kräftig zuhaut und regeneriert, und der Horned Devil, der neben der Flugfähigkeit auch Reichweite 2 hat.  
Die weiteren Kreaturen sind ein sehr flinker Wolfsreiter, der unter anderem die Sonderfähigkeit hat, sobald er niedergemäht wurde (was Goblins nunmal leicht widerfährt) durch entweder eine Wolfs- oder eine Goblinfigur ersetzt zu werden.
Eine weitere heftige Figur, im Gegensatz zum Kanonenfutter ist der Bugbear Berserker. Wann immer er eine Figur im Nahkampf lyncht, darf er sofort wieder "untapped" werden. D.h. er kann sich durch schwache oder angeschlagene Gegner durchmähen. .

Ein Wermutstropfen dieses Sets sind die Monster in Bezug auf die D&D Adventure System Board Games. Es gibt zwar neue Figuren, aber die bekannten (Feral Troll, Goblin Champion, Archer und Cutter sowie Wolf) haben alle die gleichen Namen wie bereits bei Legend of Drizzt bzw. Castle Ravenloft (Wolf) und erhöhen dadurch nicht die wirklich vorhandene Anzahl Monster. Das ist schade.

Aber wow! Das ist ein wirklich geiles Set! Ich habe einen Versuchskampf hinter mir, wobei ich nur dieses Set verwendet habe, und mit der einen Seite eben Commander 1 samt silbernen Karten und die Gegenseite mit Commander 2 samt goldenen Karten verwendet habe.
Der eine Anführer (Snig) hat die Möglichkeit, nicht nur nach, sondern auch vor allen Aktionen Kreaturen ins Spiel zu bringen, was ich aber gar nicht genutzt habe - mir hat einfach der Leadershipwert dafür gefehlt. Der zweit Anführer, ein Hobgoblin namens Draal, verursacht, wann immer ein Gegner versucht, durch Niederkauern den erhaltenen Schaden zu vermeiden, einen weiteren Punkt Moralverlust - das ist herb! Bislang sind alle Scharmützel, die ich gespielt habe durch Moralverlust beendet worden, noch kein einziges Mal durch Verlust aller Einheiten!
Dieser Kampf jetzt war mit einem für mich überraschenden Ende gesegnet. Während die vermeintlich schwächere Seite nicht eine einzige Einheit verloren hat, verlor die vermeintlich stärkere durch (wie üblich) Moralverlust. So weit so unüberraschend. Aber: Die "stärkere" Seite hatte sogleich zu Anfang einen Hobgoblin-Soldaten, einen Goblin-Bogenschützen und den wilden Troll ins Spiel gebracht, während die Seite Snigs lediglich einen Goblin Cutter, Goblin Champion und einen Wolf an den Start bringen konnte (Leadership niedrig!). Während der Troll und der Hobgoblinsoldat vorrückten, machten sich die Kleinen Snigger auf den Weg zu den Schätzen, um ihre Kampfmoral etwas aufzupushen. Der Hobgoblin-Soldat bog dann ab, zu den Schätzen auf Seiten Draals, während der Troll und der Bogenschütze weiter nach vorne eilten. Dann brachte Snig den Hobgoblin-Hexenmeister ins Spiel, der sich sofort in einen magischen Zirkel begab, und dadurch dem Goblin-Champion, dem -Cutter und sich selbst einen kleinen Schadensreduktionsvorteil verschaffte. Kurz danach gingen die Kleinen samt Wolf in den Nahkampf gegen den Troll, aus dessen Schatten heraus der Goblin-Bogenschütze die kleine Kampftruppe Snigs unter Beschuss nahm. Der Hobgoblin von Draal nutzte einen Schatz und eine Befehlskarte, und liess sich in den magischen Kreis teleportieren, in dem der feindliche Hobgoblin-Hexenmeister stand, und nun sehr überrascht um sein Leben fürchten musste. Im steten Rückzugsgefecht überlebte er den nachrückenden Soldaten zwar, aber nur weil schnell eine andere Figur ins Spiel gebracht wurde (ebenfalls ein Hobgoblin-Soldat) die den Verfolger aufhielt und bezwang.
Währenddessen rangen die Goblins und der Wolf an der Front gegen den Troll, welcher übel um sich schlug. Aber der Champion, der Wolf und der Cutter machten gemeinsame Sache. Der Champion richtet erhöhten Schaden an, sobald Verbündete von ihm ebenfalls neben dem Angegriffenen stehen. Wann immer der Wolf trifft, sorgt er dafür, daß der Gegner getappt wird, und daher nicht mehr auf Angriffe mit entsprechenden Befehlskarten reagieren kann. Der Cutter wiederum richtet zusätzlichen Schaden gegen einen getappten Gegner an... Und so ging nach einigen Runden der Troll trotz Regeneration zu Boden. Das Kleingemüse wurde einfach zu viel für ihn! :D
Ein spannendes Set, eine faszinierende Kampfeinheit. Ich bin von dem Goblin-Set begeistert!

Die Tiles dieses Sets verwenden auch erstmals so richtig die Regeln für Obstacles, wobei diese durch Türen und Büsche repräsentiert sind. Es gibt also richtige Rückzugsorte und Kammern. Das ist fein gemacht.
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2012, 12:01:25 von Astavar »
Every silver lining has a cloud...

AfterBusiness

  • Mitglied
    • http://www.djm-k.de
Dungeon Command
« Antwort #2 am: 08. Oktober 2012, 17:20:36 »
Hört sich alles gut an.... ich hab leider nicht die Zeit dafür. Hab mir aber mal die Goblin-Box bestellt. Wegen dem Horn-Devil... der ist allein ja meist schon soviel Wert was die Box kostet....  :D
Lache viel, so lebst Du länger! :-)

Sword of Cyric

  • Mitglied
Dungeon Command
« Antwort #3 am: 08. Oktober 2012, 23:24:04 »
Hört sich alles gut an.... ich hab leider nicht die Zeit dafür. Hab mir aber mal die Goblin-Box bestellt. Wegen dem Horn-Devil... der ist allein ja meist schon soviel Wert was die Box kostet....  :D
Naja, anhand der Bilder der Minis auf der Rückseite der Box würd ich mir lieber für 40€ den besser bemalten DDM Horned Devil kaufe und auf die Goblins freiwillig verzichten.

Bin ja ein großer Fan von pre-painted Minis, aber der Devil sieht auf der Packungsrückseite jetzt wirklich ziemlich traurig bemalt aus und die Goblins sehen schlichtweg #### aus.

Vielleicht sehen die Minis besser auf als auf dem Packungsfoto (mieser geht wohl nicht), aber das Risiko ist mit keine 40€ Wert.

Bei den anderen beiden Sets wurde auch an der Bemalung gespart im Gegensatz zu DDM, aber bei den Goblins finde ich jetzt das es wirklich mies aussieht, die anderen gingen noch.
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2012, 23:27:34 von Sword of Cyric »
Dude, don't taunt the god-killing abomination.

Astavar

  • Mitglied
  • Every silver lining has a cloud...
Dungeon Command
« Antwort #4 am: 09. Oktober 2012, 08:44:30 »
In live, farbe und bunt sehen die Figuren gut aus. Bspw. finde ich den aktuell bemalten Hobgoblin Sorcerer auch nicht schöner/hässlicher als den aus dem Bloodwar Set (Red Hand Warcaster)
Hier noch der Teufel. Links der aus Tyranny of Goblins, rechts aus dem Bloodwar Set. Tyranny of Goblins habe ich mir bei Amazon.de für 24,67 inkl. Porto geschnappt. :D

Every silver lining has a cloud...

AfterBusiness

  • Mitglied
    • http://www.djm-k.de
Dungeon Command
« Antwort #5 am: 09. Oktober 2012, 09:44:20 »
mmhh... passt doch.  8)
Lache viel, so lebst Du länger! :-)

Sword of Cyric

  • Mitglied
Dungeon Command
« Antwort #6 am: 09. Oktober 2012, 19:25:36 »
Wow, dann haben die wirklich nen ungünstigen Packungshoot gemacht, da sieht der Teufel irgendwie komplett schwarz aus
Dude, don't taunt the god-killing abomination.

AfterBusiness

  • Mitglied
    • http://www.djm-k.de
Dungeon Command
« Antwort #7 am: 17. Oktober 2012, 08:28:40 »
So, hab mir mal die Command-Schachtel mit dem Horn Devil gegönnt. Ist Top bemalt... kann man nix sagen. Umgerechnet für den Preis 2,- € pro Mini ist ok. Zu mal ichs nicht spielen will und den Rest mit Tiles bei Ebay verkloppen werde. Da kriegt man noch ein paar Euros für und gut is....  :D
Lache viel, so lebst Du länger! :-)

Thanee

  • Mitglied
Dungeon Command
« Antwort #8 am: 19. Dezember 2012, 20:08:21 »
Wie ist das eigentlich bei Dungeon Command... ich habe gesehen, dass sich Leute auch zum Teil mehrfach die Sets holen, um mehr Auswahl beim Bauen ihrer Truppen zu haben. Macht das Sinn? Ist das vielleicht sogar (quasi) notwendig?

Bisher gibt es ja noch keine "kleinen" Erweiterungen, oder? Nur die verschiedenen Starter Sets (5 verschiedene oder so).

Ich hab recht günstig die zwei ersten Sets bekommen und da wollte ich mir das Spiel jetzt natürlich auch mal anschauen. :)

Nützlich sind die ja allein schon wegen den Minis, bzw. als D&D Brettspiel (Ravenloft und Co.) Erweiterungen.

Bye
Thanee

Dungeon Command
« Antwort #9 am: 25. Dezember 2012, 18:52:07 »
kommen und da wollte ich mir das Spiel jetzt natürlich auch mal anschauen. :)
Nützlich sind die ja allein schon wegen den Minis, bzw. als D&D Brettspiel (Ravenloft und Co.) Erweiterungen.

Ein guter Grund die Sets zu holen. Und auch wenn mancher moniert, das man die gleichen Monster bekommt (was vom jeweiligen Board Game abhängt): Die neuen Monster machen es einfach spannender!