Autor Thema: Ankh Dschet - Ewiges Leben  (Gelesen 1559 mal)

Beschreibung: Cthulhu

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Ezekiel

  • Contest 2010
Ankh Dschet - Ewiges Leben
« am: 18. August 2013, 02:21:12 »
Gespielt wird das Abenteuer mit insgesamt vier Spielern, deren Charaktere sich in Kairo auf die Suche nach Mumia machten.
Die Helden sind:
Fred G. Pequin (64) - ein todkranker ehemaliger Offizier der U.S.Army und seine Freunde
Dr. William J. Kane (57) - Oberarzt der Inneren Medizin,
Preston G. Wilks (35) - ehemaliger Offizier der Navy,
Leo J. Frost (56) - ehemaliger Botschafter
wie zu sehen ist: der Altersdurchschnitt ist ziemlich hoch und alle (bis auf den Oberarzt :D) haben schon für ihren Lebensabend ausgesorgt. Eine weitere Gemeinsamkeit sind die G´s und J´s (damit sie sich GeeGee und JayJay nennen konnten).
 
Part 1
 
Die Charaktere kamen in Kairo an und wurden ob ihrer Erwartungen an den Orient ein wenig enttäuscht, zu europäisch war dieser Teil der Stadt. Sie fuhren mit dem Taxi ins Hotel und machten so die Erfahrung mit den hiesigen Taxi-Fahrern, der sie ein wenig in der Weltgeschichte umherkarrte um das Taxi-Geld zu erhöhen (am Ende erhielt er exorbitant zu viel Geld, der Lernprozess begann an dieser Stelle).
 
Als sie im Hotel selbst alles weitere geklärt hatten, besprachen sie ihr weiteres Vorgehen- zuerst wollte man ins Ägyptische Museum fahren um dort mehr über Mumien zu erfahren. Gesagt- getan. Sie fanden einen netten Mitarbeiter namens Reda Shafi, der ihnen alles Wissenswerte erzählte, jedoch verstummte als sie ihm gegenüber Mumia erwähnten. Etwas überrumpelt suchten sie sich einen neuen, diesmal europäischen Mitarbeiter und fanden ihn in Gestalt von Andy Randell (oder Andy Randy).  Auf Anfrage brachte er sie in die angeschlossene Bibliothek, da Dr. Kane über ägyptische Medizin recherchieren wollte. Während er sich über ein paar Bücher beugte, musste er hin und wieder, ob der Märchen die er las, kichern.
 
Während dessen gab Andy ihnen ein paar gut gemeinte Ratschläge zur Stadt selbst (nicht zu vergessen den Tipp auf die Tanzbar "Al-Sharif"). Auch verwies er auf den Khan el-Khalili, dort würde man alle möglichen Waren und Substanzen erhalten. Während der ganzen Aktion musste ihr angemieteter Taxi-Fahrer draußen stehen (dank der Feilschen-Künste von Mr. Frost). Jedoch war die Länge des "Wartens" nicht ausgehandelt worden, weswegen es eigentlich niemanden überraschen dürfte, dass der Taxi-Fahrer während der nächsten Fahrt in eine Seitenstraße abbog und dort zum Stehen kam- nicht zu vergessen das halbe Dutzend Straßenkinder mit ihren Steinen und Schleudern. Der Araber konnte den Charakteren sehr schnell klar machen, dass er mehr Geld für diese Dienste haben wollte, die Charaktere sahen das anders (in dieser Szene hätte man meinen können, einen Haufen unsensibler Texaner im Auto zu haben).
 
Als der Fahrer ausstieg und mit einer kurzläufigen Pistole rumfuchtelte, fühlten sie sich schließlich doch bedroht- die Fahrt ging erst weiter, nachdem Mr. Frost weiterhin verhandelte und dem Fahrer mehr Geld in die Hand drückte. Sie fuhren gerade auf der Hauptstraße, als es dem sterbenskranken Fred zu viel wurde- niemand würde ihn einfach bedrohen und damit ungeschoren davonkommen: während der Fahrt verpasste er dem Fahrer einen deftigen Schlag ins Gesicht, dicht gefolgt von Mr. Wilks, der die Situation nutze und dem Araber von hinten eine verpasste.
 
Endergebnis: Das Taxi raste in ein parkendes Auto hinein, die Insassen stiegen aus, Fred zerrte den Fahrer auf die Straße, verpasste ihm noch zwei Tritte, nahm Geld und Pistole an sich und musste einem heranstürmenden arabischen Polizisten einiges an Bakschisch geben, damit dies keine weiteren Konsequenzen haben würde.
 
Zurück im Hotel arrangierte man an der Rezeption einen vertrauenswürdigen Touristen-Guide für den nächsten Morgen, aß noch zu Abend und legte sich zeitig ins Bett.
 
Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, trafen die Charaktere auf ihren Guide, einem jungen gebildeten Araber namens Ali (zumindest konnten sie sich nur diesen Teil seines Namens merken), der sie mit seiner Droschke auf den Basar brachte. Und endlich kamen sie im "richtigen" Ägypten an- während der Fahrt pries der Guide die Geheimnisse und Besonderheiten des Orients.
Auf der Hauptstraße vor dem eigentlichen Basar angekommen parkte Ali seine Droschke und führte die Touristen in das Gewühl.
Sie feilschten mit einem Verkäufer bis aufs Blut- am Ende hielt Preston G. Wilks einen wunderbar gefertigten Hirtenstock in seinen Händen
Fred und Preston verfolgten einen gemeinen Taschendieb und stellten ihn in einem dunklen Gebäudedurchgang- sie schlugen den Kerl bewusstlos, stahlen sein Messer, eroberten die Geldbörse zurück- einzig Preston hatte eine heftige Fleischwunde zu beklagen
Ali kaufte für Preston einen dunklen Kaftan- auf diesem konnte man das Blut nicht so gut erkennen, Gott sei Dank hatten sie einen Arzt dabei
und weiter ging es in Richtung der Heilkundigen und Kräuterhändlern (als hätte man die Fleischwunde geplant!)
Fred kaufte sich eine mumifizierte Hand, welche er sich mittels einer Kordel um den Hals hing (er ließ sie sich von einer alten Mystikerin andrehen)
Letztendlich weihten die Charaktere Ali in ihr Geheimnis ein, nämlich was sie in Wahrheit suchten: Mumia. Ali gab zu, dass er die älteren Herrschaften gut leiden konnte und ihr Anliegen verstehen würde (die Rettung eines sterbenden Freundes), er würde ihnen helfen. Doch dann würde er sie nicht wiedersehen wollen, das war der Deal. Ali hielt einen kleinen Straßenjungen an und flüsterte ihm was ins Ohr. Dann verließen sowohl der Junge als auch Ali die Bildfläche.
Nach 15 Minuten kam der Junge wieder und wies die Charaktere an, ihm zu folgen. Es ging nach Norden...in den nicht ganz so ordentlichen Teil der Stadt.
 
Nach einer Weile in diesem Slum wurden sie an einen Ladeneingang geführt. Der Straßenjunge stieß die Tür auf und trat zurück, gewährten den Amerikanern Zutritt. Dann verschwand er wieder im Gassengewirr. Die Charaktere setzten einen Fuß in die Ladenfläche und begutachteten im Vorbeischreiten die einzelnen Regale und deren obskuren Inhalt. Am Thresen stand ein verwitterter Araber, welcher sich als Ahmed Saada vorstellte und nach den Wünschen seiner Kundschaft fragte.
Es folgte ein Geplänkel welches dazu diente, den Gegenüber einzuschätzen. Als die Charaktere schon gehen wollten, hielt Ahmed sie zurück, er könnte ihnen liefern was sie wollten. Doch ganz billig würde es nicht werden, immerhin wachsen Mumien nicht auf Bäumen...und gotteslästerlich ist auch noch dazu. Man handelte einem Preis aus, gab die Hälfte im Voraus und vereinbarte, man wolle bei der Herstellung des Mumia anwesend sein :blink:
 
Um der Mittagshitze zu entkommen, gingen die Charaktere wieder zurück ins Hotel und ruhten sich etwas aus. Den Rest des Tages verbrachten sie im Hotel und besprachen das weitere Vorgehen bzw. wie sie die Wartezeit überbrücken würden.
Dazu beschloss man, am nächsten Tag sich die Pyramiden von Gizeh zu besuchen und verbrachte dort fast den ganzen Tag, um am Abend zusammen mit ihrem neuen Guide Karif Hilmi Hajjar ins "Al-Sharif" zu gehen. Dort amüsierte man sich sehr mit den alkoholischen Getränken (im Falle des Doktors: Rosinenwasser) und den Tänzerinnen. Irgendwann in der Nacht torkelte man wieder ins Hotel (der Doc weigerte sich, die Betrunkenen auch nur anzufassen....) und legte sich zur Ruhe (am nächsten Morgen wachte Preston im Zimmer von Fred auf, gut das keine Zimmermädchen oder Boys hereinkamen).
 
Es klopfte an der Tür und ein Bote überreichte einen braunen Umschlag mit dem Symbol von Ahmed- das vereinbarte Zeichen, dass der Händler mit seinen Vorkehrungen fertig ist und auf die Charaktere wartet. Sofort zogen die beiden sich an und weckten die restliche Truppe. Fred drängte die Männer und wollte ohne Umwege zu seinem Bestimmungsort, das versprochene Heilmittel endlich zum Greifen nah! So zogen sie ohne Frühstück los, gaben einem Taxifahrer die Adresse und fuhren ohne Probleme in die Slums.
Im Laden trafen sie auf Saada, der seinen Laden abschloss und sie in seinen Keller führte. Dort lag, im Schein von ein paar Ölfunzeln, auf einem Holztisch aufgebahrt der Körper eines mumifizierten Mannes.
Die nächsten zweieinhalb Stunden verbrachten sie zusammen im Halbdunkeln und sahen zu, wie der Araber den Corpus auseinander nahm und in einer Kupferschüssel zermörserte. Letztendlich gab er zu der brau-grauen Paste Honig hinzu und verpackte alles in einem Behältnis. Feierlich überreichte er das Mumia an die Amerikaner, erklärte wie man das Mumia aufnahm, kassierte sein Geld und wünschte Fred alles Gute für sein weiteres Leben.
Fred überreichte das Mumia an Preston und etwas in seinem Blick verriet seinem Freund sein Vorhaben. "Tu es nicht, Fred! Lass uns einfach von hier verschwinden!" flüsterte er dem Todgeweihten ins Ohr. Dies reichte anscheinend, denn Fred nahm das Mumia wieder in die Hand und sie verließen den Laden. Sie waren froh wieder in die staubige Hitze der "richtigen" Welt zurückzukehren. Niemand beklagte sich über das ausgelassene Frühstück- es wäre doch nur wieder herausgekommen. Die Prozedur der Herstellung hat ihnen allen auf den Magen geschlagen.
 
Sofort eilten sie zurück ins Hotel, mittlerweile war es früher Abend, denn Fred wollte das Mumia gleich auftragen. Im Hotelzimmer angekommen, entledigte sich Fred seiner Oberbekleidung und bekleisterte frische Verbandsrollen mit der Mumia-Paste. Letztendlich sah er selbst aus wie eine halbe Mumie und legte sich ins Bett. Preston zog sich zurück an den Pool um dort seinen Gin zu trinken, Leo ging in sein Zimmer, nur der Arzt blieb bei Fred um dessen Zustand zu beobachten.
Der Arzt war schon eingenickt, als die ersten Anzeichen einer Wirkung einsetzten- Fred lag mit weit geöffneten, fiebrigen Augen im Bett und schrie vor Schmerz, dass sogar Preston am Pool davon aufwachte und sofort ins Zimmer eilte. Zusammen mit dem Arzt schaffte er es, den Patienten ruhig zu halten, die Verbände loszureißen (von der Paste war nicht mehr viel zu sehen) und an die Bettpfosten zu fixieren. Nach und nach beruhigte sich die Lage und Fred schlief wieder ein. In dieser Nacht schliefen alle im selben Zimmer, sicher ist sicher.
 
Am nächsten Morgen wachte Fred als Erster auf und fühlte sich wie neu geboren. Als sein Leiden war von ihm gegangen, er fühlte sich das erste Mal seit Jahren richtig gut- und er war an ein Bett gefesselt. Er schaffte es, seine Kollegen aufzuwecken, die ihn schließlich losbanden. Fred befand sich in prächtiger Laune und wollte richtig frühstücken gehen!
Die ganze Truppe freute sich am Tisch und begossen mit Champagner ihren Erfolg als ein Kellner zwei Gäste meldete, die sie gerne sprechen würden. Er führte die zwei großen Araber (in schwarzen Anzügen) an den Tisch und sie begannen sofort mit ihrem Monolog: sie arbeiten für eine Organisation...wollen ihre Ware wieder haben....bis heute Abend Bedenkzeit...wir sehen uns wieder." Selbst die offensichtlichen Beleidigungen von Fred (welche ich hier nicht aufführen will), brachten die beiden Hünen nicht aus dem Konzept. Dann gingen die beiden aus dem Hotel raus- und selbst einer der Boys war nicht bereit die beiden zu verfolgen.
 
Die Charaktere bekamen es nun doch ein wenig mit der Angst zu tun und suchten die amerikanische Botschaft auf. Dort konnte man ihnen jedoch nur bedingt helfen: das nächste Schiff legt in drei Tagen ab, der Botschafter sei derzeit in Luxor und erst am nächsten Tag wieder erreichbar und die amerikanischen Behörden würden die derzeitige Spannung mit den hiesigen Behörden nicht noch weiter aufbauen. Die Charaktere erhielten jedoch einen Leihwagen und zwei amerikanische Beschützer, welche vor dem Hotel Posten beziehen werden, bis alles weitere geklärt wäre. Der nächste konsequente Schritt der Helden lag eindeutig darin, sich (zum zweiten Male) in einem Waffengeschäft auszurüsten (diesmal aber im europäischen Viertel). Mit genug Waffen und Munition fühlten sich sie schon erheblich besser- immerhin wisse man nicht, mit was für einer Organisation man es zu tun habe und wo diese ihre Spitzel hat. In diesem Land dürfe man schließlich niemanden mehr trauen!


Part II
 
Ausgestattet mit Jagdutensilien machten sich die Charaktere wieder auf den Weg ins Hotel. Auf der Fahrt dorthin wurde Dr.Kane auf einen Zeitungsjungen aufmerksam, der irgendetwas von "Mummienraub!" posaunte. Schnell hielt man an, erwarb eine Zeitung und während der Fahrt konnte sich Leo den Leitartikel durchlesen. Im Hotel angekommen besprach man sich und einigte sich auf einen Besuch der Ausgrabungsstelle von Prof. Cockswayne in der Wüste.
 
Leider hatte man sich dazu den wohl schlechtesten Zeitpunkt des Tages herausgesucht: in der prallen Mittagssonne ritten die Männer zusammen mit einem Kameltreiber in die Wüste hinaus- bis Leo irgendwann mit einem Sonnenstich vom Kamel fiel und bewusstlos blieb. Alah, sei dank, erreichte man nach etwa weiteren 15 Minuten Ritt die Grabungsstelle und fand dort die versammelte Mannschaft in Aufbruchsstimmung, die arabischen Arbeiter hatten bereits einige Zelte abgebaut.
Schnell legte man den bewusstlosen Leo unter ein Baldachin und der Doc kümmerte sich um ihn. Während dessen versuchte sich Preston mit den hiesigen Arbeitern zu unterhalten. Leider sprachen die Ersten kein Englisch, was den armen Ex-Marine-Offizier in die halbe Umnachtung brachte. Dennoch erfuhren sie, dass der Professor das Lager hier abbauen ließ und derzeit in Kairo bei der Polizei sei.
Enttäuscht, Prof. Cockswayne nicht angetroffen zu haben, mussten die Männer die nächsten Stunden noch hier verbringen (dem armen Leo ging es noch eine ganze Weile lang schlecht, schließlich wollte man warten, bis es etwas erträglicher wäre). Um sich die Zeit zu vertreiben, beschlossen Preston und Dr. Kane sich das Grab genauer anzuschauen.
Dort stießen sie auf die Darstellung der Bast und des Sebek und auf die Hieroglyphen daneben. Sie fotografierten das Bildnis aus verschiedenen Blickwinkeln und gaben sich fürs Erste damit zufrieden.
 
In Kairo zurück wollte man den Wüstenstaub von sich waschen um sich danach zu stärken. Zuerst jedoch besuchte man das Ägyptische Museum um dort nach einer Übersetzungshilfe für Hieroglyphen zu suchen und etwas über den Professor herauszufinden. Man wurde auch in Bezug auf ein Buch fündig, nicht jedoch im Fall des Prof. Cockswayne- er war wohl doch keine schillernde Persönlichkeit. Die Charaktere fuhren sodann ins Hotel zurück. Dem Concierge gab man den Film um ihn so schnell es gehen würde zu entwickeln (mittels genug Bakschisch versprach der Mann sein Bestes) Doch was erwartete die Charaktere bei ihrer Ankunft? Ihre Zimmer waren durchsucht worden, und das nicht mit Samthandschuhen. Selbst die beiden Wächter, die man ihnen versprochen hatte, waren nicht gekommen. Sofort wollte man den Hotelmanager sprechen und ihm ganz klar den Unmut darstellen. Dieser versprach interne Ermittlungen.
Viel erhofften sich die Amerikaner nicht davon, immerhin hinterließen die Verbrecher ein ganz klares Zeichen, eben jenes, welches auch Achmed an seiner Ladentür hatte.
Fred und Preston beschlossen den Händler noch einmal aufzusuchen- immerhin hatten sie ihn noch nicht bezahlt! Verwunderte es also jemanden, dass ihre Zimmer durchwühlt waren? Nicht wirklich!
 
Gerade berieten sich die Charaktere, als es an der Tür klopfte und ein Zimmerpage Bescheid gab, dass unten am Telefon nach Dr. Kane verlangt wurde. Dieser ging sofort nach unten, Preston folgte nach einer Weile, man konnte ja nie wissen.
Am Telefon meldete sich ein Araber und machte dem Doktor das Angebot: sein Leben gegen das von Mr. Paquin. Er sollte also seinen Freund ausliefern. Morgen Abend am Hafen.
Auf dem Rückweg ins Zimmer berichtete der Doktor seinem Kumpel Preston vom Telefonat. Man beschloss sich auf den Deal zuerst einmal einzulassen. Immerhin wüsste man dann um seinen Feind- und mit genügend Munition könnten die Ex-Militärs es wohl mit jedem aufnehmen.
 
Die Gruppe besprach sich und entschied, sich morgen den Hafen anzusehen. Für den heutigen Tag jedoch wollte man noch Prof. Cockswayne ausfindig machen, so dass man zur nächsten Polizeistation fuhr, irgendwo musste der Kerl ja stecken. Das Glück war auf Seiten der Amerikaner, denn sie fanden einen sehr aufgebrachten Professor in der Polizeistation des Viertels. Gerade noch konnte Preston die Situation klären, bevor man den wütenden Gelehrten in eine Gefängniszelle geworfen hätte.
Vor der Station stellten sich die Männer gegenseitig vor. Man erzählte Mr. Cockswayne vom Interesse am Fall der gestohlenen Mumie und bot Hilfe an, worüber der Mann natürlich sehr froh war. Er teilte ihnen die Adresse von seinem Hotel mit und verabschiedete sich von ihnen, nachdem er ihnen nicht wirklich weiterhelfen konnte. Auch er hatte keine Ahnung, wie die Mumie eines Bast-Hohepriesters in das Grab eines einfachen Beamten gelangte.
 
Zurück im Hotel lag im Hotelzimmer von Preston ein Umschlag mit den entwickelten Photos der Grabungsstelle. Der Mann an der Rezeption musste wohl wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, wurden die Bilder doch innerhalb weniger Stunden entwickelt. Für den späten Abend wollte man noch den Laden von Achmed Saada aufsuchen um den Mann zur Rede zu stellen. Man fuhr mit dem Leihwagen ins Nordviertel als die Sonne schon untergegangen war, das Auto wurde einige Meter vor dem Laden geparkt. Schnell war klar, dass der Laden geschlossen war, was jedoch kein Hindernis für das Gewaltpotential der Amerikaner war. Während man das Schloss manipulierte, wurden sie von einer alten Frau beobachtet- der Botschafter konnte diese jedoch soweit einschüchtern, dass diese glaubte es mit einer polizeilichen Aktion zu tun zu haben. So verschaffte man sich Zugang und verschwand im Laden.
 
Drinnen war es stockdunkel, so dass Taschenlampen angeschaltet wurden. Die beiden Militärs gingen in den Keller, derweil die anderen beiden Schmiere standen, Dr. Kane versteckte sich hinter dem Thresen. Im Keller war soweit alles unauffällig, nichts hat sich hier verändert. Leider war die Aufmerksamkeit der beiden Oberen von dem Gesprochenen unten abgelenkt, so dass nur der Doktor die Männer bemerkte, die in den Laden traten- sofort zog er seinen Kopf runter und verschwand unter dem Thresen.
Mit den Worten "Sebek wird es gefallen!" eröffneten die Araber sogleich einen Kampf an dessen Ende zwei von ihnen tot am Boden lagen und William beinahe mit einer Schrotflinte den armen Leo das Lebenslicht ausgeblasen hätten. Es wurde zu viel Lärm verursacht, weswegen man die Flucht ergriff. Immerhin war das halbe Viertel auf den Beinen und rief Zeter und Mordio!
Bald waren die Amis erschöpft und hatten die Orientierung etwas verloren. Man stemmte die Hände in die Knie und prustete erst einmal ordentlich, als plötzlich ein Geräusch über ihnen erklang. Wie von großen ledrigen Schwingen, einer Fledermaus nicht unähnlich. Zwischen den Häusern konnte man nur kurz den Blick auf etwas unglaublich langes und großes werfen.
Man bekam es mit der Angst zu tun und rannte weiter durch die Dunkelheit des Viertels. Auf einem freien Platz schließlich passierte es:
 
Gerade wollte man den Platz am Rand verlassen, als etwas Großes, geradezu Monströses auf den Platz rauschte- wie eine brodelnde Wolke Dunkelheit. Später erinnerte man sich nur noch an glühende Augen, den Geruch von Verwesung und Häresie und ledrige Schwingen, welche nie in der Lage sein dürften, den riesigen Leib in die Lüfte zu tragen. Todesmutig und ohne jeglichen Verstand wollte man jedoch nicht klein beigeben- selbst als dieses Etwas Fred umschlungen hatte und im Begriff war abzuheben, konnte Leo tollkühn seinem Freund das Leben retten und ihn aus den Klauen befreien. Hals über Kopf floh man, doch verfolgt wurden sie nicht- als hätte das Ding das Interesse an ihnen verloren. Bei Gott!- was war das gewesen!
 
Nach einem scheinbar ewigen Fußmarsch erreichte man schließlich wieder das Hotel. Auf dem Bett von Preston fanden sie einen Umschlag mit den entwickelten Fotos der Grabungsstelle- allem Anschein nach hatte der Mann an der Rezeption wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit der Film innerhalb weniger Stunden entwickelt werden konnte. Sogleich machten sich Preston und William an die Übersetzung der Hieroglyphen und hatten nach ca. 6 Stunden eine Übersetzung der Zeichen. Einzig ein "Sing-Sang" konnte nicht übersetzt werden, da man keine Ahnung hatte wie die Klänge ausgesprochen werden mussten. Man entschied sich für ein paar Stunden Schlaf und einem kurzen Frühstück, bevor man sich auf den Weg zu Prof. Cockswanye machen wollte. Wenn es jemanden geben würde, der ihnen die korrekte Aussprache erklären konnte, dann er.
 
Mit klebrigen Augen erwachte die Gruppe, machte sich frisch und suchte den Prof. in seinem Hotel auf. Dieser war natürlich überrascht die hilfsbereiten Männer so schnell wieder zu sehen. Man zeigte ihm die Bilder und bat ihm um die korrekte Aussprache der Worte. Auch klärte man den groben Nutzen dieses Rituals der Totenerhebung. Auf seinem Hotelzimmer übte er die Aussprache mehrere Stunden lang. Am Ende waren alle doch recht platt, aber zufrieden. Wieder einmal verabschiedete man sich von dem Wissenschaflter.
 
Die Charaktere gönnten sich ein paar Stunden Schlaf, immerhin hatten sie die Nacht über durchgearbeitet und waren nun am Ende ihrer Kräfte. Kurz vor 19 Uhr ließ man sich wecken und kleidete sich in Kaftans, um im Hafen nicht sofort aufzufallen. Mit dem Taxi fuhr man an die besagte Adresse und fand sich vor einer Moschee wieder. Man diskutierte die derzeitige Lage und zog Querverbindungen zwischen Bast und Sebek, konnte mit all diesen "übernatürlichen" Elementen jedoch noch keine klare Beziehung eingehen.
 
Während man so noch auf der Straße stand und gute Scharfschützenpositionen analysierte wurde zum Gebet gerufen und die Gläubigen strömten in die Moschee. Bald waren nur noch andere Touristen, Christen, Juden und die Besitzer der Cafes und Bars (welche natürlich ihre kleinen Gebetsteppiche ausrollten) zu sehen. Die Gruppe fühlte sich doch arg unwohl und verletzlich hier auf der Straße, so dass man ein wenig auf die Seite ging und auf das Ende des Gebets wartete.
In der Zeit beschloss man, dass Fred, Preston und Leo den Abend über innerhalb der Moschee warten würden und William draußen auf sein Rendezvous die Zeit verbringen würde. Für den Notfall wollte man das Ritual um die Totenerhebung sprechen ("Wer glaubt denn schon an so etwas?") um sich alle Optionen freizuhalten. Sollte irgendetwas geschehen und Nefer-Hotep tatsächlich "auferstehen" wäre er wohl oder übel auf der Seite der Charaktere ("Oder nicht?").
Es vergingen ein paar Stunden der Warterei, als ein Karren mit zwei Arabern vor der Moschee hielt. Die Männer stiegen ab und wandten sich William zu und grüßten ihn mit Namen. Er habe etwas für sie und nun wollten sie es haben. William versuchte es mit einer List, doch die Männer hatten die Charaktere beobachtet und wussten über die Anwesenheit aller Bescheid.
 
Im Inneren derweil bekamen die restlichen Mitglieder die Ereignisse draußen mit und begannen sofort mit der Intonation des Ritus. Nebulöser Rauch stieg auf und Fred blutete aus sämtlichen Körperöffnungen, stürzte und lag zuckend auf dem Boden. Es vergingen einige Momente- draußen wurde es brenzliger, als die Araber Schusswaffen zogen und William damit bedrohten- dann lag Fred wieder ruhig auf den Boden. Preston und Leo hatten schon ihre Waffen auf ihren Freund gerichtet, nur für alle Fälle.
 
Schließlich öffnete Fred wieder die Augen und beantwortete die Sicherheitsfrage von Preston mit Bravour. Die beiden Männer halfen ihrem Kameraden vom Boden auf und gingen Richtung Ausgang, ihrem Freund William unterstützen.
Die Doppeltür zur Moschee öffnete sich vollständig und nun stand die versammelte Gruppe vor den beiden bewaffneten Arabern. Es herrschte einige Sekunden eine Pattsituation, dann befahl einer der Araber Fred, er solle auf den Karren steigen und alles wäre geregelt. Fred fixierte den Mann mit seinen Blick und murmelte ein paar Worte in einer längst untergegangenen Sprache. Zum Abschluss presste er seine rechte Hand zu einer Faust, als würde er etwas zerquetschen. Was danach geschah, konnte keiner der anderen nachvollziehen. Es sollte ihr Leben verändern.
 
Der Araber krümmte sich plötzlich vor Schmerzen auf den Boden, seine Haut warf Falten, sein Blut verkochte. Der andere Araber blickte voller Schrecken auf seinen Mitverschwörer. Damit bekam er nicht mehr mit wie Preston sein Gewehr auf ihn anlegte und feuerte. Tot fiel der Mann zu Boden. Alle machten einen Schritt von Fred zurück- was war mit ihrem Freund passiert?
 
Doch Zeit zum Nachdenken blieb den Männern nicht, als unglaublich schnell ein Schatten vom Himmel fiel. Der Wahn breitete sich im Verstand von William aus, als er diesen Nachtmahr wiederholt sah- voller Panik schoss er seine Schrotflinte ab, drehte sich um und rannte durch die nächtlichen Straßen des Viertels davon- nur weg von diesem DING!
 
Alles schien bereits verloren gewesen zu sein, als die Männer mit vereinter Feuerkraft sich verteidigten- doch nichts half, denn kurze Zeit später hielt die Kreatur Fred in ihren Klauen, Dunkelheit umwaberte den älteren Herren. Eine Woge der Verzweiflung erfasste die versammelten Männer, alles schien vergebens gewesen zu sein!
Und dann begann die Luft plötzlich vor Energie zu knistern, kleine Fangarme von Rauch stiegen in den Nachthimmel, zerfaserten dort ins Nichts, gab den Blick auf Fred wieder frei. Ein Schrei erklang- nicht jedoch durch Schmerzen verursacht, sondern die letzten Silben einer Intonation- die Kreatur zerstob in einer stillen Explosion, welche nur Dunkelheit durch Schwärze ersetzte. Fred landete hart auf dem Boden, rappelte sich dann aber wieder auf. Seine Freunde machten unwillkürlich einen Schritt von ihm weg, hatten sie doch gesehen dass er die Quelle der fremdartigen Macht war.
 
Er überzeugte sie jedoch, dass er immer noch Fred sei und dass man sich schleunigst aus dem Staub machen sollte. Vorher wollte man jedoch noch William finden, sodass man sich aufteilte um ihn zu suchen. Treffen wollte man sich am Hafenausgang. So kam es, dass Leo den armen Arzt fand, völlig verängstigt und zusammengekauert hockte er in einer Gasse, wusste weder wo er war, noch wie er hierher kam. Der Botschafter redete beruhigend auf ihn ein und führte ihn dann mit sich. So wurde die Gruppe wieder zusammengeführt.
 
Eigentlich wollte man unverzüglich wieder zurück ins Hotel gehen, doch Fred war da anderer Meinung. Er erklärte den anderen, welche Gefahr von dem Sebek-Kult rund um Sebek-Emsaef ausging. Woher er dieses Wissen hatte? Auch dies erzählte er den Freunden- er könne auf die Erinnerungen des Nefer-Hotep zurückgreifen und auch auf einen Teil dessen Kraft.
Er ließ nicht locker- man müsse noch vor Mitternacht Sebek-Emsaef vernichten, sonst wäre sein Leben dahin. Fred würde durch die Macht des Sebek-Hohepriesters noch heute Nacht sterben. Man müsse dem zuvor kommen!
Doch wo sollte man mit der Suche beginnen? Seit geraumer Zeit wurde die Gruppe schon von einer unnatürlich großen Schar Katzen verfolgt. Nun bückte sich Fred zu diesen herab und lockte sie zu sich. Bereitwillig, fast schon gierig, tummelten sie sich um ihn, schnurrten und miauzten ihn an.
Es schien, als könnte sich Fred mit ihnen verständigen. Die Katzen führten Fred und den Rest der Gruppe wieder tiefer ins Hafenviertel und dort zu einer Kanalisationsschleuse. Dort im Stein entdeckten sie die Hieroglyphen des Sebek-Kultes. Abgesehen von Fred war allen mulmig im Bauch- ohne wirkliche Lichtquellen sollte man da rein gehen? Doch alles Jammern half nicht, Fred ging voraus- die anderen folgten ihm tiefer in das Gewirr der Kanalisation.
 
Sie bogen mal hier und mal da ab, ließen sich von ihrem Gefühl leiten. Hin und wieder entdeckten sie das Kult-Zeichen irgendwo eingeritzt. Man war also auf der richtigen Spur! Dann plötzlich folgte alles Schlag auf Schlag!
Die Gruppe erreichte ein breites Klärbecken, um welches zwei Wege herumführten. Im Schein des Lichts entdeckte Preston eine Bewegung im Wasser- der Strömung entgegengesetzt. Und die Bewegung kam auf sie zu! Unter dem Wasser zeichnete sich ein langer Körper ab. Wenige Meter vor den Charakteren tauchte schließlich ein Krokodil auf. Sofort legten alle ihre Waffen an und warteten ab. UND dann begann das Tier zu SPRECHEN! "Sebek-Emsaef wird es gefallen!" sprach es mit voller Stimme- der arme Leo war schon so am Rande eines Nervenzusammenbruchs- jetzt hielt ihn nichts mehr zurück, er schrie und ließ sich gegen den Stein hinter ihm runtersinken. Fred alias Nefer-Hotep hielt dies für den richtigen Zeitpunkt- er hielt das sprechende Krokodil für die derzeitige Inkarnation des Sebek-Emsaef und sprach seinen Erzfeind mit dessen Namen an. Zuerst geschah gar nichts, dann nach wenigen Sekunden, tauchte das Krokodil wieder in das dreckige Kanalisationswasser ab. Die anderen atmeten schon auf, als explosionsartig das Wasser verdrängt wurde und das Untier rausgeschossen kam und sich im Leib des armen William zu verbeißen.
Selbst ein Laie konnte erkennen: die riesige Wunde war tödlich, der Arzt hatte keine Chance mehr! Preston und Fred feuerten auf den vermeintlichen Sebek-Hohepriesters, trafen diesen und zwangen ihn zur Flucht.
 
Nun war die Chance für den Bast-Hohepriester im Körper von Fred gekommen, im Glauben seinen Erzfeind vor sich zu haben, entschloss er sich, seinen "Freund" Preston seiner Gottheit zu opfern. Während dieser abgelenkt war, sprach Nefer-Hotep ein Gebet an Bast und ohne weitere Worte schoss er auf den ehemaligen Marine-Offizier!
Wie durch ein Wunder jedoch verfehlte die Kugel den jungen Mann. "Ich dachte, du wärst mein Freund!" brachte er hervor, sah dann aber in den Augen des Gegenüber nicht mehr den vertrauten Anblick von Fred und erkannte seinen Fehler. Dann zog er den Abzug seiner Luger durch, doch der Hohepriester wich aus. Mehr aus Wut als aus Kalkül schoss der uralte Ägypter eine Kugel in den bereits bewusstlosen Leib des Doktor William J. Kane und tötete ihn dadurch endgültig. Rasend vor Wut ob dieser Tat, schoss Preston mehrere Male mit seiner Luger auf den Körper seines Freundes, in dem jetzt der bösartige Geist des Nefer-Hotep regierte. Er durchlöcherte den sterblichen Leib und zerstörte damit die Hülle für den Geist des Bast-Anhängers!
Nun waren Preston und Leo alleine auf dem nassen Steinboden. William und Fred waren Tod. Die Reise nach Ägypten ein Desaster! Er, Preston, hatte seinen besten Freund eigenhändig erschossen. Selbst wenn ein anderer Geist darin herrschte, so war es dennoch der Körper von Fred- doch welche Wahl hatte er? Tiefe Verzweiflung ergriff Besitz vom Verstand des Soldaten als er den Lauf der Waffe auf Leo richtete. Grelles Mündungsfeuer kündete vom Ende des Botschafters. Schließlich legte Preston G. Wilks die Waffe an seine Schläfe, schloss die Augen und drückte ab.
 
Dunkelheit senkte sich über die Szenerie und einzig das Tropfen des Wassers war zu hören.
 
 
ENDE
« Letzte Änderung: 25. August 2013, 16:59:11 von Ezekiel »

Ezekiel

  • Contest 2010
Ankh Dschet - Ewiges Leben
« Antwort #1 am: 25. August 2013, 03:43:46 »
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Ezekiel

  • Contest 2010
Ankh Dschet - Ewiges Leben
« Antwort #2 am: 25. August 2013, 16:59:45 »
Ein ausführliches Fazit wird es im Cthulhu-Forum noch geben.