Autor Thema: Kampagne ruft Apokalypse hervor  (Gelesen 1454 mal)

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Elsker_Mus

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Kampagne ruft Apokalypse hervor
« am: 09. September 2016, 12:26:21 »
Hallo liebe Community,

lange bin ich nicht dazu gekommen, etwas zu schreiben, jedoch bräuchte ich nun eure Erfahrung und Hilfe für meine 5e D&D Story.  :D

Eine Kurzfassung was bereits geschah:
Die Gruppe fand sich in der Stadt Neverwinter zusammen, als mehrere Adelige und Reisende in der Gegend verschwanden. Aus den Nachforschungen ergab sich, dass Hobgobblins unter der Führung eines Nekromanten dahinter steckten, welche Menschenopfer benötigen, um den Ersten der Toten, den Grabesfürst Nito ( ja, die Idee stammt aus Dark Souls ) wiederzuerwecken. Ich schuf hier als Background einen hunderte Jahre alten Konflikt, welcher zwischen Nito, dem Himmel und einem Drachen tobte, welcher die seinigen hintergangen hatte. Die Chars eilten also los, um das schlimmste zu verhindern und schlachteten den Nekromanten, sowie seinen Gehilfen, den Bruder des Bloodhunters der Gruppe, ab. Der Grabesfürst wurde wieder ins Dunkle seiner Katakomben gebannt, der Kleriker wurde dort von einer Vision heimgesucht, dass der Nekromant und der Bruder sterben wollten, um in die Hölle hinabzufahren und Tharizdun ( den Schöpfer des Abgrundes ) zu befreien. Man findet Hilfe in den Büchern der untergegangenen Bibliothek des schuppenlosen Drachen.
Die Gruppe schlug sich zurück nach Neverwinter, wo man herausfand, dass die Adeligen wieder zurück waren, jedoch augenscheinlich als Doppelgänger, gesteuert von wem auch immer. Obwohl die Dorfbewohner um Hilfe bettelten, zog die Gruppe weiter zur Bibliothek über die Stadt Deepwater. Auf ihrer Reise ereilte sie die Nachricht, dass alle helfenden NPCs als Verräter an der Stadt Neverwinter hingerichtet worden sind, da die Gruppe beschuldigt wird, am Verschwinden und Tot der Reisenden verantwortlich zu sein. Die kümmerliche Stadt wurde befestigt und die Stadtwache durch Hobgobblins ersetzt.
Als die Gruppe die Bibliothek erreichte, fand sie in den Büchern heraus, dass eine uralte Prophezeiung vorhanden ist, welche gefunden wurde, als der Turm mit der Bibliothek im Erdboden versank. Diese besagt, dass die Königin der Nacht ( eine weitere Erschaffung von mir, ist aus den Götterkriegen tief im Inneren der Erde aus der Schwärze und der Hitze der Lavaströme entstanden, als Magiestürme über die Welt peitschten. Durch den oben erwähnten Konflikt zwischen Nito, dem Himmel und dem Drachen wurde sie aufgeweckt, nachdem sie bereits einmal von den Göttern verbannt wurde ) sich erheben wird, um die Welt erneut ins Dunkel zu stürzen. Die Gruppe kann laut der Prophezeiung, wenn sie den Urdrachen finden sowie den, dessen Name vergessen wurde ( derjenige, welcher die 9 Höllen beherrschte, dann getötet und sein Name überall getilgt worden ist, um zu verhindern, dass er die Hölle wieder befreit und zu einem guten Ort macht ) das Übel aufhalten. Mittlerweile hat sich ein Magier der Gruppe durch die "Hilfe" eines charismatischen NPCs, welcher seit kurzem bei der Gruppe inkludiert ist, dem chaotisch Bösen zugewandt und somit ein krasser Gegenpart zur Gruppe - nun zwei augenscheinlich "Böse" und 4 "Gute" Chars. Jedoch muss die Gruppe Einigkeit beweisen, um das Dunkel aufzuhalten.
Durch die Entscheidung, das Dorf sich selbst zu überlassen, ebneten sie jedoch eine Pforte zur Hölle, welche von dem Nekromanten und dem Bruder geöffnet werden wird und die Kinder der Königin der Nacht tropfen auch wie aus einem undichten Rohr langsam auf die Oberfläche der Erde, was den Himmel in Aufruhr versetzt. Noch wissen sie nicht, dass der Nekromant und der BRuder hoffen, mit den Dämonen dem Dunkel entgegenwirken zu können.
Die Drachen, sogar der Urdrache - der ist bei mir ein Gott, hab ich für die Story besser gefunden - sind auch in Aufruhr und werden sich bald erheben, sollte die Gruppe das Portal nicht wieder schließen. Auf der Reise in den Norden, auf welche sich die Charaktere bald begeben werden, wo der Urdrache liegt und ein Titan, welcher den lange vergessenen Namen kennt, wird die Gruppe die Entscheidung treffen - das haben sie jetz schon gesagt - sich nur auf die Königin der Nacht zu konzentrieren, was der Himmel herabschickt oder die Hölle heraufsendet, interessiert sie nicht, vielmehr sind sie auch von Hass auf den Nekromanten und den Bruder getrieben. Sie wollen den Urdrachen auch zum Kriege verlocken, damit er die Königin der Nacht angreift.
Hierbei werde ich dann aber die Konsequenz ziehen, dass sich die Drachen erheben, so wie es die Prophezeiung vorhersagt. Wenn sich die Drachen erheben, bricht natürlich das Chaos auf der Welt aus, sie wird in Flammen stehen, der Himmel wird seine Scharen senden, um die Schöpfung zu schützen und die Dämonen werden auch nicht untätig sein. In dieser "Apokalypse" wird das Dunkel endgültig hervorbrechen, um die Welt zu verschlingen.

Soweit zur Story, für Änderungen und Kritik bin ich natürlich offen. Die Chars werden bis zum Urdrachen Level 10 erreichen - sie machen viele Nebenquest und Dungeons, welche am Weg liegen - und dann werde ich mal sehen, wie ihre womöglichen getroffenen Entscheidungen ihnen zu schaffen machen.
Jetz zur Frage an euch. Wie würdet ihr so eine apokalyptische Welt der Entwicklung freigeben? Gruppen ziehen marodierend durchs Gelände, Städte liegen brach und zerstört dar, die Umwelt ist verbrannt und verwüstet, etc.?  :twisted:

Wie gesagt, diese Entwicklung ist noch fiktiv, ich weiß aber nach den vielen Sessions, dass die Gruppe sicher so handeln wird.  :P

Viele Grüße und ein Danke im Vorraus,
Elsker_Mus
Man muss in Schwäche zeigen Größe sehen.

Tempus Fugit

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Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #1 am: 10. September 2016, 08:26:24 »
Also du willst eine Kampagne spielen und weisst aber schon was wann passiert und wie es ausgeht? Warum sie dann spielen?
Drachen, Götter, Dämonen...  das alles bis Stufe 10. Irgendwie fällt mir da nix zu ein, was auch nur annähernd nett klingt.
Übermensch, weil Rollenspieler

Rogan

  • Contest 2010
Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #2 am: 10. September 2016, 10:35:21 »
Tempus hat nicht unrecht mit seinem Einwand. Mit in seine Waagschale würde ich werfen, dass mir als Spielleiter und auch als Spieler ein durchgehender apokalyptischer Hintergrund auf Dauer zu deprimierend wäre.

Als Phase allerdings fände ich ein "Walking Dead"- oder "DayZ"-artiges Flair durchaus spannend. Nicht umsonst sind in diesen Welten die Resourcen so knapp, dass der eigentliche Feind die anderen Menschen sind (und nicht die Monster). Andererseits ließen sich in der magiereichen DnD-Welt essentielle Resourcen wie Nahrungsmittel gar nicht leicht verknappen ("Create Food & Water").

In die andere Waagschale werfe ich die erste Sitzung, die ich geleitet habe: Auf dem Weg zum "Tempel of Elemental Evil" ließ ich fern am Horizont den bösen Gott Iuz auftreten, der auf einer "Nightmare" Richtung Tempel ritt. Die Spielergruppe hatte Charaktere der Stufe 2-3. Nie sind sie gegen Iuz persönlich angetreten, aber mit seinem Auftritt hatte ich die Gewalt(igkeit) der Dimension klar gemacht, die in ihrem Abenteuer mitschwang. Das Abenteuer selbst hatte natürlich bewältigbare Gegner für die Gruppe. Als Iuz der Gruppe dann später persönlich begegnete, trat sein Gegenspieler St. Cuthbert auf, um die Gruppe zu beschützen. Beide verzogen sich für ihren Zweikampf auch außerhalb des irdischen Blickfeldes.

Diese Begegnungen setzten nur Akzente, und als solche halte ich Super-Entitäten auch für notwendig, wenn ihr episch spielen wollt. Aber die direkte Begegnung mit derartigen Mächten würde ich auch auf Stufe 16-20 setzen.
« Letzte Änderung: 10. September 2016, 10:40:59 von Rogan »
Neustart!

Elsker_Mus

  • Mitglied
Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #3 am: 10. September 2016, 11:47:01 »
Also du willst eine Kampagne spielen und weisst aber schon was wann passiert und wie es ausgeht? Warum sie dann spielen?
Drachen, Götter, Dämonen...  das alles bis Stufe 10. Irgendwie fällt mir da nix zu ein, was auch nur annähernd nett klingt.

Hallo Fugit,
zuerst einmal danke für deine offene Antwort. Ein zweites Danke für deine Ehrlichkeit. Naja, ich weiß nicht genau wie es ausgeht, ich meinte ja eh, es ist fiktiv noch. Ich schreibe von Session zu Session an der Story weiter, je nachdem wie sich die Charaktere weiterentwickeln oder handeln, das was ich oben geschrieben habe ist ein geplantes Grundgerüst der Story.
Desweiteren bin ich nicht hier im Forum, damit alle nett zu mir sind. Ich bin dir sehr dankbar, wenn du mich ins kalte Wasser schmeißt und sagst:
Hey, das und das ist scheiße, mach das so und so. Ich spiele seit XY Jahren Pen und Paper, meiner Erfahrung nach planst du das vollkommen falsch, weil so und so.
Sag mir bitte ohne Skrupel - keine Sorge ich steh da drüber und schnappe nicht ein  :wink: - was ich besser machen kann, das ist meine erste geleitete Story, ich bin da im Gegensatz zu 98% der Forumsmitglieder wirklich noch ein verletzliches Küken. Ich brauche eure Arschtritte, damit ich mich unter eurer Leitung formen und weiterentwickeln kann. Soll jetz nicht rau und böse klingen, also bitte nicht falsch auffassen.
Man muss in Schwäche zeigen Größe sehen.

Scurlock

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Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #4 am: 10. September 2016, 12:21:59 »
Ich mag ja das Spiel mit Konsequenzen. Ich mag auch apokalyptische Szenarien. Allerdings sollten die Charakteren gerade bei solchen Kampagnen irgendwie einen gewissen Handlungsspielraum haben. Dieser sollte den Spielern bekannt sein, die Konsequenzen ihrer Handlungen sollte ihnen bewusst sein.
Was Du allerdings skizzierst ist ein Settinguntergang, die von den Spielern eigentlich nicht aufzuhalten ist. Die Welt ist gefickt, egal was sie anstellen. Das ist ne Eisenbahnfahrt in die Apokalypse. Der NSC als aktives Gruppenmitglied ist da ein kleines ärgerliches Detail am Rande. 
Mein Eindruck ist, dass Du Deine Vision der Kampagne unbedingt durchdrücken willst. Die Spieler sind nur Zuschauer. Für Dich als SL mag das Szenario interessant sein, bei den Spielern wird es für Frust sorgen.

 

 
And now the rains weep o'er his hall and not a soul to hear...

Elsker_Mus

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Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #5 am: 10. September 2016, 12:54:53 »
Ich mag ja das Spiel mit Konsequenzen. Ich mag auch apokalyptische Szenarien. Allerdings sollten die Charakteren gerade bei solchen Kampagnen irgendwie einen gewissen Handlungsspielraum haben. Dieser sollte den Spielern bekannt sein, die Konsequenzen ihrer Handlungen sollte ihnen bewusst sein.
Was Du allerdings skizzierst ist ein Settinguntergang, die von den Spielern eigentlich nicht aufzuhalten ist. Die Welt ist gefickt, egal was sie anstellen. Das ist ne Eisenbahnfahrt in die Apokalypse. Der NSC als aktives Gruppenmitglied ist da ein kleines ärgerliches Detail am Rande. 
Mein Eindruck ist, dass Du Deine Vision der Kampagne unbedingt durchdrücken willst. Die Spieler sind nur Zuschauer. Für Dich als SL mag das Szenario interessant sein, bei den Spielern wird es für Frust sorgen. 

Hey danke für deine Antwort,
naja, die Spieler sind nicht die Zuschauer wirklich, aber so betrachtet kommt das wirklich so rüber und ich baue das ganze noch einmal um. Und die Apokalypse, nennen wir sie mal so, ist eine Möglichkeit, welche durch das Handeln der Charaktere hervorgerufen werden kann, jedoch nicht muss. In ihrer Entscheidungsfindung steuert es, so meine ich, eben auf jene Schlussfolgerung zu. Ich schreibe wie gesagt, nach jeder Sitzung die Story weiter und das im Sinne der Charaktere, bzw ihrer Handlungen und so weiter.
Dieses weiterführende Ende der Welt ist eine Möglichkeit, wie es ausgehen kann. Die Charaktere formen bei mir die Welt, ich lasse sie auch selbst ihr Wissen über die Welt, mögliche gehörte Sagen und Legenden einfließen. Ich versuche, aber anscheinend scheitere ich dabei gerade kläglich, sie die Welt nach ihrem Willen formen zu lassen und gebe selbst nur die Grenzen und etwaige Richtlinien an.
Um die von dir genannten Konsequenzen noch anzuschneiden, beispielsweise die vorgenommene Hinrichtung war ihnen bewusst, durch ihr Aufbrechen trotz unvollendeter Tatsachen. Aber ich will sie auf keinen Fall in ein Weltuntergangsszenario stoßen, dann versuche ich jetz die Story umzuformen, um es plausibler, logischer und nicht so überstürzt aussehen zu lassen.
Vielleicht werde ich ja nach nem Jahr als SL mal erfolgreicher und die Storys logischer. Man lernt ja nie aus  ::)
Man muss in Schwäche zeigen Größe sehen.

Scurlock

  • Mitglied
Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #6 am: 10. September 2016, 13:20:10 »
Die Logik Deiner Geschichte lässt sich so schwer beurteilen. Für meinen Geschmack wären da zu viele Faktoren, es wirkt etwas überladen. Grösster Kritikpunkt wäre für mich wie gesagt die Unumkehrbarkeit der bevorstehenden Apokalypse.
Wie Du aber schreibst, wird diese in erster Linie wohl durch das (Nicht-)Handeln der Charaktere hervorgerufen. Das ist dann konsequent und nicht wirklich kritikwürdig. Im Gegenteil, bewusste Entscheidungen der Spieler und die daraus resultierenden Handlungen der Charaktere sollten Konsequenzen in einer (offenen) Spielwelt haben. Positiv wie negativ. Und wenn die Welt deshalb den Bach runter geht, ist das dann auch in Ordnung.
Was Deine Kampagne angeht, würde ich den epischen Endkampf für eine deutlich höhere Charakterstufe ansetzen. Die 10te Stufe für den Oberdrachen (Gott) der Welt erscheint mir doch sehr niedrig. Es sei denn, Du willst dieses Finale als große Schlacht anlegen, in der die Charaktere auch Armeen oder Artefakte ins Feld führen dürfen.   
And now the rains weep o'er his hall and not a soul to hear...

Tempus Fugit

  • Mitglied
Kampagne ruft Apokalypse hervor
« Antwort #7 am: 10. September 2016, 15:49:32 »
Überladen wäre auch das Wort, was ich da wählen würde. Du hast zuviele Pläne bereits durchdacht und läßt dir damit selbst kaum Raum, völlig unabhängig von dem, was deine Spieler ggf. machen würden.
Dazu ist das alles auf einmal mit Dämonen, Göttern, Drachen und Apokalypse. Da kannst du nur scheitern. Insbesondere bei dem von dir angestrebten Charakter-Level.

Ich bin mir nicht sicher, ob dir die Erfahrung fehlt, wie man eine derartige Kampagne aufbaut oder ob du es nur schlecht umschreibst. In deiner ganzen Geschichte entgeht dir unheimlich viel der konsistenten Welt darum, denn simple Magie kann dir an mehreren Stellen deiner Geschichte das Ganze zu Nichte machen. Noch dazu würde eine solche Kampagne die Aufmerksamkeit der Mächtigen einer Welt auf sich ziehen.
Übermensch, weil Rollenspieler