Autor Thema: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story  (Gelesen 4232 mal)

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Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #60 am: 09. Dezember 2018, 17:17:10 »
Vielen Dank für deine Rückmeldung!

Besh

In einen Staubmantel gehüllt gelingt die Annäherung durch die Slums auf unser Zielgebäude unentdeckt. Es ist später Abend, die meisten Varianer haben sich in ihre schäbigen Behausungen zurück gezogen, aber auf den Straßen ist immer noch einiges los. Unterschiedliche Lichtquellen geben nur wenig Helligkeit ab. Schließlich ragt das unfertige Gebäude vor uns auf. Gerüste hat es leider nicht mehr, eine Fassade dafür auch nicht. Der Rohbau ragt zehn Stockwerke in die Höhe. Im untersten Stockwerk haust im Gegensatz zu unseren Informationen keine Straßenbande, sondern beherbergt einen stark frequentierten Markt. Die Schlägertruppe sitzt ein Stock darüber und schaut von dort aus nach dem rechten.

Durch den Markt ist hier auch diese Zeit ziemlich viel los und wir umgehen das Gebäude, bis wir eine Müllkippe finden. Hier sammelt sich der Müll des Marktes und der umliegenden Häuser zu einem Berg. Einige verwilderte Kreaturen leben von diesem Müll und sorgen dafür, dass sich sonst niemand hier niederlässt. Einige beherzte Tritte gegen die Köpfe dieser Wesen lässt diese fliehen und wir können uns in aller Ruhe einen Punkt suchen, an dem wir aufsteigen können, ohne dass uns jemand sieht. Zu dritt sind wir hier um gegen eine siebenfache Übermacht zu kämpfen. Dies ist der letzte Punkt, wo wir die Mission gefahrlos abbrechen können. Lyn und Edna sind in der "Vanguard", um uns gegebenenfalls Feuerunterstützung zu geben.

Der Moment geht vorbei und wir beginnen mit dem Aufstieg, nachdem ich eine Stelle gefunden habe, die mit Hilfe der Enterpistole leicht zu erklettern ist. Selbst Shaka kommt ohne Probleme hoch. Wir sind hier nun im dritten Stock über dem Erdgeschoss. Es ist ruhig, aber auch hier gibt es noch Bewohner. Vorsichtig schleichen wir weiter, bis wir über einen Balkon in das siebte Geschoss hochkommen. Hier ist es ruhig und suchen eine weitere Aufstiegsmöglichkeit. Stattdessen finden wir eine Treppe, an der zwei Rodianer mit Blastergewehren in den Händen Wache halten. Sie sind halbwegs aufmerksam, aber nicht angespannt.

Es gibt keine Möglichkeit nah genug heran zu kommen, um sie unauffällig auszuschalten. Also versuchen wir sie zu umgehen. Es gibt einen weiteren Treppenaufgang, der an einer verriegelten Tür endet, die wir von hier aus mit unseren zur Verfügung stehenden Mitteln nicht öffnen können. Dahinter ist was zu hören, kann die Geräusche aber nicht einordnen. Über einen weiteren Balkon kommen wir ein Stockwerk höher und sind nun auf der Ebene der Schwarzen Sonne. Vorsichtig rücken wir vor und finden eine Werkstatt, in der Droiden primitive Handgranaten fertigen. Industrieller Sprengstoff, ummantelt von geschredderten Schrott, versehen mit einem Zeitzünder in Form einer umgebauten Stoppuhr. Einfach, aber trotzdem tödlich. Man könnte meinen, die Schwarze Sonne bereitet sich auf einen Krieg vor. Möglicherweise wollen die hier wieder die Regionalliga verlassen und ihre Konkurrenten hinwegfegen. Die Waffen haben sie ja jetzt dafür. Die Droiden werden von einem menschlichen Aufseher kontrolliert. Erledigen wir den, können wir vielleicht die Droiden zur Mitarbeit überzeugen.

Ich versuche mich an den Kerl anzuschleichen, trete aber auf heruner gefallene Metallsplitter, die auf dem grauen schmutzigen Boden nicht zu sehen waren, was ein lautes Knirschen verursacht. Der vierschrötige Aufseher blickt in meine Richtung auf und ich ramme ihn mein Messer in den Hals. Jedenfalls versuche ich es, aber im letzten Moment dreht er sich weit genug weg, dass ich nur die Schulter erwische. Scav kommt mir zu Hilfe und spaltet den Mann mit seiner großen Vibroaxt beinahe. Leider sind die Droiden loyaler als gedacht. Einer rennt schreiend heraus, dem ich sofort nachsetze. Ich ramme ihn mein Vibromesser in seinen Chromschädel, was ihn Funkensprühend zusammen brechen lässt, bevor er Alarm geben kann. Ein anderer holt derweil einen Blaster hervor, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Trotzdem versucht er den Schrott abzufeuern und durch eine massive Fehlfunktion geht der Tibanagasvorrat im Magazin hoch. Es gibt eine satte Explosion und wenn jetzt noch niemand auf die Kampfgeräusche aufmerksam geworden ist, spätestens jetzt waren wir im ganzen Haus zu hören. Wir können Froh sein, dass der explodierte Blaster keine weiteren Explosionen auslöst, da ja immerhin genug Sprengmittel herumliegen, um den ganzen Turm weg sprengen zu können.

"Fierfek!", rufe ich aus, als ein abgesprengter Arm an mir vorbei segelt. Die anderen Droiden rennen in alle Richtungen von uns weg, was nun auch keine Rolle mehr spielt. Die Zeit des Schleichens ist vorbei und der Feuerkampf beginnt viel früher als von mir erhofft. Mit etwas Glück hätten wir noch einige leise erledigen können, aber diese Option haben wir nun nicht mehr. Die beiden Rodianer rennen die Treppe hoch und ich feuere auf sie, als die Gangster in mein Sichtfeld geraten. Ich schaffe es glorreich sie zu verfehlen. Wahrscheinlich wäre das präzisere A-280 doch die bessere Wahl gewesen.

Die Rodianer erwidern das Feuer mit ihren A-280 und schießen ebenfalls daneben, nachdem ich zur Seite in Deckung hechte. Da war die Macht nochmal mit mir. Ich gehe nun in Stellung und achte darauf, dass eine unverkleidete Säule aus Permabeton mit Deckung gewährt, in der prompt weitere Blasterschüsse einschlagen. Ich ziele nun sorgfältiger, während Shaka das Feuer leitet. So treffe ich ausnahmsweise mal was. Man könnte meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, so schlecht schieße ich heute. Das ist vielleicht mal nicht nur peinlich, sondern auch lebensbedrohend. Einer der Rodianer sackt nun tödlich getroffen in sich zusammen und kullert ein Stück die Treppe herunter, die sie inzwischen als primitive Deckung nutzen. Noch bevor Scav sich auf den zweiten stürzen kann, schieße ich den auch über den Haufen.

Überall ist nun Lärm zu hören und wir haben gerade noch Zeit, eine einfache Sprengfalle zu installieren. Falls die Schwarze Sonne ihre Schlägertruppe aus dem ersten Stockwerk ins Gefecht wirft, werden die uns einfach überrennen. Wir ziehen uns in die Werkstatt zurück und Scav versucht eine Falle an der metallenen Zarge zu installieren. Leider bekommt er dies nicht hin, also installiere ich mit einer unseren Granaten als Zünder und noch unverbauten Sprengladungen eine einfache, aber effektive Sprengfalle. In der Werkstatt steht auch der Generator, der dieses Gebäude mit Strom versorgt. Wir stellen den ab und überall geht das Licht aus.

Natürlich kommt nun jemand nachsehen, was hier los ist und deren Weg führt direkt in die Werkstatt. Sie nehmen die verminte Tür und im nächsten Augenblick hat die Schwarze Sonne drei Mitglieder weniger. Momentan läuft es gar nicht so schlecht. Statt Rückzug gehen wir nun zum Angriff über, in dem wir die Initiative ergreifen. Nach der Zerstörung des Generators suchen wir uns den nächsten Trupp, bestehend aus fünf Mann. Einer von ihnen hat eine Disruptorpistole, die anderen je ein A-280, den in der Galaxis am weitesten verbreitete Typ von Blastergewehren.

In einem Gang, der früher zu Hotelzimmer links und rechts geführt hat, nehmen wir das Gefecht auf. Ich gehe in einem der Türrahmen in Stellung und nehme den schweren Schützen ins Visier. Ich schaffe es fulminant daneben zu schießen. Man könnte wirklich meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, die treffen nämlich auch selten mal ihr Ziel. Obendrein exponiere ich mich im Eifer des Gefechtes noch so stark, dass ich schmerzhaft an der linken Schulter getroffen werden. Heute geht auch alles schief! Shaka wird so schwer getroffen, dass sie zu Boden geht. Scavanger Bot 523 rückt derweil vor, wird aber vom stetigen Sperrfeuer davon abgehalten, in den Nahkampf zu stürmen, was in der momentanen Lage verheerend für ihn wäre. Zurück in halbwegs annehmbarer Stellung nehme ich den Feuerkampf wieder auf und schieße den Anführer nieder, als ich ausnahmsweise mal mit dem DLT 19 gut treffe. Leider bricht das nicht die Moral der Überlebenden. Das ist nicht gut!

Nakagos wirre Gedanken

Ja, die Würfel haben mich nicht gemocht! Lyra ist wirklich von den Werten her nicht schlecht, aber wenn man nur Müll würfelt, trifft man halt auch nix! :(

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #61 am: 11. Dezember 2018, 22:34:47 »

Cresh
Nun werfe ich eine Rauchgranate, die uns alle im Gang einnebelt und begebe mich dann zu Shaka, die immer noch regungslos auf dem Boden liegt. Zwei Stimpatches später ist sie wieder bei Bewusstsein. Derweil hat Scav seine Chance genutzt und ist im Nebel zum Feind vorgerückt. Ich kann zwar nicht sehen, was er da macht, aber Schmerzensschreie und schnell weniger währendes Feuer lassen darauf schließen, dass unser stahlgrauer Droide ziemlich gut bei unseren Gegnern aufräumt. Ich stürme zwar noch in den letzten Nahkampf und zieh dem Kerl eins mit dem schweren Kolben über die Rübe, aber es ist Scav, dessen Vibroaxt ihn buchstäblich einen Kopf kürzer macht. Der Droide schnappt sich die Disruptorpistole vom Anführer. Kann er gerne haben, ich fasse diese Galaxisweit geächtete Waffe nicht an.

"Gute Arbeit, Scav!", lobe ich meinen Kameraden, da mein Beitrag zur Problemlösung in diesem Fall eher rudimentär zu sehen ist. Wir haben alle etwas abbekommen und momentan haben wir die Möglichkeit, uns relativ Gefahrlos vom Feind abzusetzen. Aber wir haben jetzt schon elf von ihnen erledigt, damit ist etwa die Hälfte von ihnen tot. Corellianer sind nicht dafür bekannt dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Also weiter! Ich kontaktiere Lyn, damit sie uns mit den Sensoren der "Vanguard" unterstützt. Jetzt spielt es keine Rolle mehr, ob die unser Schiff bemerken oder nicht. Um hier noch was Scannen zu können, muss unser E9 ziemlich nah heran, weil der Permabeton doch recht hinderlich ist. Derweil verarztet uns Scav, was meiner Gesundheit ziemlich zu gute kommt.

Weitere sechs Mann kommen von oben und teilen sich gleichmäßig in zwei Gruppen auf, die aus verschiedenen Richtungen in einer koordinierten Zangenbewegung auf unsere Position vorrücken, was Lyn uns über Com mitteilt. So sind wir nun in der Lage, den ersten Trupp in einem Gefecht eins gegen eins zu stellen, in dem wir ihm entgegen kommen und so verhindern, uns selbst in ein tödliches Kreuzfeuer eines Zangenangriffs zu begeben. Ich erwische das feindliche Team aus menschlichen Mitgliedern der Schwarzen Sonne mit einer gut platzierten Handgranate ihrer Mitte. Die Detonation erwischt einen der Gangster unmittelbar und die Splitter verarbeiten ihn buchstäblich zu Hackfleisch. Die beiden Überlebenden sind deutlich verwundet und einen Moment lang vollkommen desorientiert. Den Rest gibt ihnen unser Blasterfeuer aus allen Richtungen. So eben haben wir drei weitere Leichen produziert. Das sind eben doch bloß Syndikatsschläger und keine ausgebildeten und erfahrenen Soldaten mit einem Jahrzehnt Kampferfahrung. Das merkt man hier deutlich.

Sofort verändern wir unsere Position, legen eine Sprengfalle und sorgen dafür, dass der nächste Trupp uns findet. Einer der Verbrecher, ein Trandoshaner, läuft direkt in die Falle hinein wird so Stücke gerissen, dass auch deren berühmte Regenerationsfähigkeit ihn nicht mehr retten kann. Hat er nun davon. Diese Leute verdienen kein Mitleid. Mir ist es egal, aus welchen Gründen sie sich der Schwarzen Sonne angeschlossen haben. Jeder hat bis zu einem gewissen Grad die Macht, über sein Schicksal zu bestimmen. Diese Leute haben sich entschlossen, wohl dem berüchtigsten Verbrechersyndikat der ganzen Galaxis die Treue zu schwören. Heute bekommen sie die Quittung dafür!

Die restlichen beiden Gangster, ein Togruta und ein Nautolianer, gehen in Deckung, aus der wie sie aufscheuchen und niederstrecken. Damit haben wir nun siebzehn von ihnen erledigt. Viele können nicht mehr übrig sein. Lyn meldet, dass sich ein Stockwerk über uns etwa sieben Personen aufhalten. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, inne zu halten, sondern weiter vorzurücken. So wie es aussieht, haben zwei Mitglieder der Schwarzen Sonne an der einzigen Treppe nach oben Position bezogen. Da wir nicht so blöd sind, in deren Feuerbereich zu marschieren, umgehen wir sie, in dem wir einen anderen Weg nach oben suchen. Über einen Fahrstuhlschacht klappt es nicht, da die oberen Türen verschweißt sind. Also von außen wieder über einen Balkon, was eine haarige Kletterei ist. Ein Sturz aus dieser Höhe überlebt niemand und selbst Scav würde der Aufprall zerstören.

Leise rücken wir nun von hinten auf den Feind zu, der in guter Deckung auf nach oben kommende Eindringlinge lauert und von der Position her eine gut zu verteidigende Todeszone geschaffen hat. Diese Leute haben in Taktik kleiner Einheiten gut aufgepasst. Dieser Hinterhalt ist schon fast wie aus dem Lehrbuch. Das macht mir klar, diese hier wissen nicht nur, wo das richtige Ende eines Blasters ist, sondern auch, wie man den effektiv einsetzt. Ob das nun imperiale Deserteure oder ehemalige Söldner sind, kann ich so nicht erkennen. Wie gut, dass wir sie umgangen haben. Leider sind wir durch herumliegenden Bauschutt zu laut und unser Überraschungsmoment geht dahin. Mit einer Handgranate eröffne ich den Reigen der Vernichtung. Leider treffe ich nicht richtig und beziehe im Gegenzug Feuer. Ich werde getroffen und taumle in Deckung.

Auch unsere Gegner wechseln sofort die Stellung und nehmen an der Treppe Deckung. Scav arbeitet sich verhalten vor und Shaka versucht uns zu koordinieren. Ich erwidere das Feuer, treffe zwar einen gut, aber der trifft mich im Gegenzug besser und für einen Moment falle ich schier in die Unendlichkeit. Shaka holt mich mit Hilfe eines Stimpatches wieder zurück. Unsere Gegner haben sich derweil von uns gelöst und sich erfolgreich vor uns zurück gezogen. Einer hat sich auf dem Dach exponiert und Edna hat ihn mit dem Lasergeschütz erledigt. Der andere muss hier noch irgendwo sein. Also durchkämen wir das Stockwerk und Lyn lotst uns zu der letzten Ballung an Lebensimpulsen.

Dieser Bereich in den wir nun kommen ist durch Zwischenwände von der Außenwelt abgetrennt und verfügt über verputzte Wände, Teppichboden und eine gediegene Einrichtung. Als wäre das hier ein Club. Hinter einer der Sofas hat einer gelauert und nimmt uns sofort unter Feuer, wir verteilen uns und erwidern es. Nach einem kurzen Gefecht geht der Gangster tot zu Boden. Damit hätten wir neunzehn erledigt. Ein Selonianer war nicht darunter, auch nicht der Kerl, der uns angeheuert hat. Aber noch sind ja einige Impulse übrig. Die sind alle in einem großen Raum in der Mitte des Stockwerks. Zwei große Türen führen hinein und wir stoßen sie auf. Wir blicken in eine Art Saal, an dessen gegenüberliegenden Ende sich eine Bühne befindet. Eine leicht bekleidete Twi´lek und drei äußerst frivol bekleidete Hapanerinnen halten sich hier auf. Auf dem ersten Blick erkenne ich sie als Vertreterinnen des Horizontalen Gewerbes. Das sind vier, laut Lyn müssten sich aber hier fünf Personen aufhalten.

"Endlich ist jemand gekommen, uns zu retten! Wurde auch verdammt noch mal Zeit!", meint eine der Hapanerinnen erfreut. Wie alle Vertreterinnen ihrer Art sieht sie blendend aus.

"Eigentlich sind wir spezielle nicht wegen Euch hier, aber Ihr dürft gerne mitkommen", meine ich und schaue mich um. "Ihr habt nicht rein zufällig einen Selonianer hier herumschleichen gesehen?"

Wie auf sein Stichwort wartend, taucht in diesem Moment der Kerl auch auf. Die Katzenartige Kreatur hat sich hinter den Vorhängen versteckt, mit denen der Saal verkleidet ist und schnappt sich Shaka. Theatralisch hält er ihr eine Splitterpistole an den Kopf. Das ist nicht Nett!

"Lasst mich gehen oder die Twi´lek stirbt!", beginnt Karbek, da ich mal schätze, auf dieser Welt dürften Seloianer einzigartig sein. Normalerweise verlassen diese katzenartige Wesen ihre Heimatwelt nicht, da sie sehr Clanfixiert sind und ihre Familie ihnen über alles geht. Wahrscheinlich ist ein Ausgestoßener, denn Verbannung ist die schlimmste Strafe, welches dieses Volk kennt.

"Ihr habt Euch die falsche Twi´lek ausgesucht!", meint Shaka Blen unerschrocken und führt weiter aus: "Momentan bin ich bei meinen Kameraden höchst unbeliebt, so dass ich als Geisel nicht wirklich tauge." So würde ich das zwar nicht ausdrücken, aber so ganz unrecht hat die Frau da nicht. Karbek richtet nun die Splitterpistole auf mich. Da ich schon einiges abbekommen habe, könnte ein Treffer mit zu Boden gehen lassen, auch wenn die Pistole sonst nicht gerade für ihre Durchschlagskraft bekannt ist. Ich blicke Shaka fragend an und sie nickt ganz leicht. Karbek scheint zu spüren, dass ich auf ihn schießen werde und wir feuern praktisch gleichzeitig. Er trifft mich in die Schulter, was verdammt weh tut, mich aber nicht umwirft. Ich verpasse ihm ein drittes Auge und verdampfe sein Gehirn mit meinem präzisen Treffer. Ausnahmsweise treffe ich mal was. Bei der heute von mir gezeigten Leistung könnte man gerade meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, so schlecht habe ich heute getroffen.

"Autsch!", meine ich dazu und lasse mich von Scav verarzten, was aber die Schmerzen nur geringfügig lindert. Nun gut, mit einem Codegeber von der Leiche des Anführers der Schwarzen Sonne auf dieser Welt öffne ich die Sklavenhalsbänder der drei Hapanerinnen. Die Twi´lek hat keines und scheint zu der Bande von unten zu gehören, jedenfalls hat sie keine Lust mit uns zu kommen. Wir schüchtern die Prostituierte etwas ein, lassen sie aber sonst unbehelligt. Mir ist nicht ganz klar, wo der Kerl abgeblieben ist, der uns gestern gelinkt hat. Entweder haben wir ihn schon getötet, da wir nicht von jedem das Gesicht gesehen haben oder er ist nicht hier.

Wir finden einen Tresorraum, den wir mit dem gefundenen Codeschlüssel öffnen. Die Ausbeute ist ziemlich mickrig. Die Schwarze Sonne hat hier wirklich keine guten Geschäfte gemacht, denn wir erbeuten gerade mal 6000 Credits an Bargeld. Dazu noch einige codierte Datenchips, wahrscheinlich mit Geschäftsdaten. Momenten können wir sie nicht lesen, oder besser gesagt, wir haben jetzt nicht die Muse dazu. Die wenigen Credits lassen darauf schließen, dass die Schwarze Sonne nicht aus reiner Bösartigkeit den Deal mit uns gebrochen hat, sondern auch darum, weil sie gar nicht in der Lage gewesen sind, uns zu bezahlen. Mit ein paar Waffen im Einkaufspreis von 10 000 Credits wären wir auch zufrieden gewesen. Allein schon einer der leichten Repetierblaster wäre eine durchaus angemessene Bezahlung gewesen. Hätte denen viel Ärger erspart. Aber aus ihren Fehler lernen können die allesamt nicht mehr.

Die Ausbeute ist äußerst enttäuschend, da auch die Waffen nicht hier sind. Eine der Hapanerinnen meint, die wären nach unten geschafft worden, um die Straßenbande zu bewaffnen. Die hatten wohl tatsächlich vor, einen Krieg gegen die Banden zu führen, welche ihnen die Territorien für den Devilstickhandel abgenommen haben. Und die mageren Bargeldvorräte zeigen, wie abgebrannt diese Zelle ist.

"Ich sehe massive Bewegung von unten zu euch hoch kommen. Verschwindet von da, bevor es zu spät ist", warnt uns Lyn mit eindringlicher Stimme.

Nakagos wirre Gedanken

Und so geht der Feldzug gegen diese Zelle der Schwarzen Sonne in ihre Endphase. Hier hat Lyra wenigstens ein paar mal getroffen. Sorry, dass Update erst spät am Abend erfolgt ist, dass von Donnerstag wird dann zur selben Zeit folgen.

endier

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #62 am: 12. Dezember 2018, 08:09:18 »
Kein Problem, wenn ein Update mal was später kommt. Friktionen gibt es imer.  :thumbup:

Nakago

  • Mitglied
Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #63 am: 13. Dezember 2018, 22:44:43 »
Danke für das Verständnis.  :thumbup:

Dorn

"Alles klar, nix wie weg von hier!", meine ich und keiner hat Lust hier noch weiter nach Wertsachen zu suchen. Eventuell gibt es hier noch ein Geheimversteck, aber niemand will das Risiko eingehen, sich für ein paar zusätzliche Credits jetzt noch umbringen zu lassen. Ich sammle eines der noch hier herumliegenden DLT 19 Automatikblastern auf und drücke es der Hapanerin in der Hand, die von diesem Trio die Anführerin zu sein scheint. So rücken wir nun nach oben in Kolonne ab. Der Zugang auf das Dach ist leicht zu finden und offen. Oben befindet sich ein leibhaftiges Lasergeschütz fest auf einer massiven Lafette montiert. Während Lyn landet, versuchen Scav und ich die Geschütz abzumontieren. Stetig kommt der Mob von unten weiter hoch. Die orangene Twi´lek gibt uns alle paar Sekunden die Position des Feindes durch. Als sie im neunten Stockwerk sind und es abzusehen ist, dass wir das Geschütz in der verbleibenden Zeit nicht bergen können, breche ich die Aktion ab. Das Geschütz wäre willkommen gewesen, aber wir sind nicht in der Lage, hier ein Feuergefecht gegen einen zahlenmäßig so überlegenen Feind zu führen, das Lyn von über fünfzig Impulsen spricht. Selbst wenn nur jeder fünfte ein modernes Blastergewehr tragen sollte und damit schießen kann, ist das für uns zu viel. Das Lasergeschütz wäre natürlich ein Ass in diesem Gefecht, aber es schießt zu langsam, um damit wirklich diese Masse an Gegnern zu beeindrucken. Also gehe ich als letzte an Bord und wird starten durch.

Das war jetzt was. Ich quartiere die Hapanerinnen in unseren frisch renovierten Passagierkabinen ein und stellen fest, dass es sich um Angehörige der Familie Fyris handelt. Lady Varia ist wohl in der Familienhierarchie ziemlich weit oben, was man von ihren beiden Cousinen nicht behaupten kann. Es stellt sich heraus, dass sie die drei Adligen waren, die von dem YT 1300 "Edelbraut" verschleppt wurden, dass wir im Ionensturm gesucht und gefunden haben. Die drei Grazien sind etwas verschnupft, als sie erfahren, dass wir zwar im Dienst ihrer Familie zwecks Überbringung eines Geschenkes stehen, aber nicht den Auftrag erhalten haben, nach ihnen zu suchen. Nun ja, schon ein seltsamer Zufall, dass wir sie nun rein zufällig gefunden haben. Die Galaxis ist eben klein. Edna übernimmt es, sich um die drei Ladys zu kümmern, während ich eine Verabredung mit dem Bactatank habe. Besh 42 verarztet mich noch etwas, dann steige ich in den Tank. Schon bald falle ich in einen heilsamen Schlaf, während ich praktisch schwerelos in der Lösung schwebe.

Zwischendurch bekommen wir Besuch von einem Hohepriester mit den Namen Vatinius, der sich dafür bedankt, die Schwarze Sonne ausgelöscht zu haben und so die umliegende Gemeinde von diesen Unholden befreit haben. Wir werden eingeladen, mal in ihrem Tempel vorbei zu schauen, sie hätten da was für uns.

Leider kann ich nicht ausheilen, da der Ruf zu den Waffen ertönt. Der Sturm auf die Villa steht bevor. Mit zwei Stimpatches spritze ich mich wieder Fit und kaufe auf dem Weg noch ein paar Neue, da ich fast alle schon wieder aufgebraucht habe. Dieses mal nehme ich das A-280 mit, da dies die flexiblere Waffe ist. Ich rechne nicht damit, dass die Vapaner in der Villa schwer gerüstet sind.

Wir sind etwas über dreißig Söldner die sich in einer schäbigen Cantina treffen. Da lernen wir auch unseren Auftraggeber kennen. Zorgus Zarbagos ist der älteste Varianer den ich je gesehen habe. Seine Haut ist braun und er sieht aus, als wäre er ausgetrocknet. Seltsame Hörner haben sich durch seine Haut nach außen gebohrt. Ich habe keine Ahnung, ob er mutiert ist oder Varianer im Alter alle so seltsam aussehen. Er hält eine Rede in dem er klar macht, dass es für ihn kein Kopfgeld von seinem Bruder gibt. Bezahlt werden wir, wenn er in sein Raumschiff steigt. Unser Auftrag ist nicht nur die Befreiung und Säuberung der Villa, sondern auch eine Eskorte für ihn und die Beute zum Raumhafen. Mit Säubern ist gemeint, keine Gefangenen. Einen wirklichen Plan und Kommandostruktur gibt es nicht. Shaka gelingt es, für einen Flankenangriff etwa zehn Söldner zu sammeln. Zwei Drittel werden Frontal den Haupteingang unter Feuer nehmen, während wir von hinten und oben eindringen werden und die Ganger aus der Villa heraus treiben.

So rücken wir ab und marschieren durch das Slum. Wir trennen uns von den Anderen und umgehen das Areal weiträumig. Der Angriff beginnt frontal und wir rücken auf das Anwesen vor. Es ist von einer dicken Mauer aus natürlichem Bruchstein umgeben, die etwa zehn Meter hoch aufragt. Die Krone selbst ist nicht verteidigt und wir überwinden das Hindernis ohne Verluste. Die Villa ist sehr weitläufig und von einem Parkartigen Grundstück umgeben. Jedenfalls war hier früher mal eine solche Anlage, jetzt ist es nur noch eine Müllhalde. Wir klettern zurück zum Grund und rücken abwechselnd vor. Also eine Gruppe sichert, die andere rennt vor zur nächsten Deckung und sichert dann den Vormarsch der nachrückenden Gruppe. Das läuft relativ Problemlos, da diese Amateure wohl alle vorne massiert sind. Wir kommen an die Außenmauer des Palastes und lassen uns von unseren Seilwindenpistolen nach oben ziehen.

Im obersten Stockwerk kommen wir heraus, sichern, bis alle oben sind und rücken dann in kleinen Gruppen aufgeteilt vor. Wir haben einen Job zu erledigen und tun das dann auch. Diese Wesen hatten ihre Chance, dass Grundstück zu räumen und bezahlen nun für ihren Glauben, dass sie stark genug sind, es mit trainierten Söldnern aufnehmen zu können. Moralisch ist das natürlich mehr als nur Grenzwertig, aber letztendlich sind wir alle grau. Auf was es letztendlich immer ankommt, ist als erster zu treffen und als letzter zu stehen. Auch eine Lektion, die ich während der Rebellion gelernt habe. Die Varianer hier haben nicht annähernd das können oder Know how der Schwarzen Sonne. War der Kampf in der Bauruine eher zäh, läuft das hier wie am Schnürchen. Zimmer für Zimmer, Flur für Flur und Stockwerk für Stockwerk säubern wir diesen Palast von Unrat. Es waren deutlich mehr, als gedacht, aber schlechter bewaffnet, als befürchtet. Letztendlich ist auch der letzte der Hausbesetzer eines besseren belehrt worden und unser Auftraggeber steigt über die Leichen, als würde er spazieren gehen. Uns gelingt es sechs Blasterkarabiner im guten Zustand zu erbeuten. Bargeld ist nicht zu finden.

Wir begleiten Zorgas Zarbossa in den Keller, wo sich ein massiver Tresorraum befindet. Man sieht, dass einige Leute hier viele Methoden ausprobiert haben, wie man so ein Ding öffnet. Hat wohl nicht so ganz geklappt. Zarbossa öffnet seinen Tresor und dahinter befinden sich Artefakte von Varia. Wir kommen etwas ins Gespräch mit diesem alten Kauz, der nun ins Exil geht. Mein Auge fällt auf einen taktischen Holoprojektor aus den Klonkriegen. Den kaufen wir dem alten Knacker doch sofort für 10 000 Credits ab. Da wir ja 2 500 pro Nase von ihm kriegen und wir zu dritt sind, bekommt er noch 2 500 von uns. Früher hat er damit Imperialen Funkverkehr abgehört. Die waren hier schon vor ihrem Fall aktiv, wie wir nun heraus hören. Thorne ist also nicht erst seit der entscheidenden Niederlage bei Jakku hier aktiv unterwegs, sondern schon deutlich länger. Eine Information, die mich nachdenklich stimmt.

Schließlich rücken wir mit einer schwer beladenen Karawane ab. Unzählige Varianer säumen die Straße, aber keiner versucht uns aufzuhalten, da wir einfach zu viele gut bewaffnete Söldner sind und es sich schon herumgesprochen hat, dass wir eine zahlenmäßig weit überlegene Gang innerhalb einer halben Stunde vollkommen ausgelöscht haben. Unser konsequentes Vorgehen lässt sie gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen. Töte hundert um tausende zu warnen. Das hat schon Xim der Despot gesagt und er hat Recht. So kommen wir unbehelligt zum Raumhafen und nehmen dort unsere Konsole in Empfang. Wir reden noch kurz mit Zorgas Zarbosa, der ja recht umgänglich war. Als nächstes schaffen wir unsere Neuerwerbung in unser Schiff und montieren es in den Raum hinter Cockpit. Mal sehen, was wir damit alles anstellen können.

Nakagos wirre Gedanken

Ein kurzes kleines Gemetzel für Zwischendurch. Wäre ja sonst eine so gewaltfreie Sitzung geworden. ;D

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #64 am: 16. Dezember 2018, 16:20:36 »
Esk

Shaka Blen will gleich darauf den Hohepriester besuchen. Nun gut, warum auch nicht. Wir finden den Tempel recht schnell auf dem Dach eines anderen Gebäudes. Da hat jemand sehr viele unterschiedliche Verbundwerkstoffe verwendet, um den Tempel zu konstruieren. Drinnen sieht es schon etwas prächtiger aus. Der Hohepriester meditiert am anderen Ende des Raumes in Begleitung von zwei weiteren Varianer, die eine frappierende Ähnlichkeit mit ihm haben. So wie es aussieht, können nur Drillinge Kleriker werden und Drillinge können in dieser Kultur auch keinen anderen Beruf ergreifen. So was wie freie Berufswahl ist ihnen verwehrt.

Wir werden noch einem mal verbalen Dank überschüttet, von dem wir uns nichts kaufen können. Wir erklären, dass wir eine Audienz bei Zargos Zarbossa brauchen, um ein Geschenk zu übergeben. Der Hohepriester meint, die könnte er uns verschaffen. Dafür müssen wir nur ein paar Artefakte aus einem geheimen Lager unten auf Varia zu bergen, die einige religiöse Eiferer vor dem Ausbruch des Zorn Gottes geraubt wurden. Die Gesellschaft der Varianer ist nicht Homogen gewesen. Auf der einen Seite gab es religiösen, welche die Theokratie unterstützt haben. Und es gab andere, antiklerikale Kräfte, welche nicht nur die Theokratie sondern auch die ganze Religion an sich Frage gestellt haben. Dieses Schisma beschwor schließlich den Zorn ihres Gottes in Form des Blauen Nebel hervor, der alle Ketzer, Zweifler und Ungläubige läuterte. So jedenfalls die Aussage des Hohepriesters.

Die Stadt der Ketzer heißt Sukarak und befindet sich in der südlichen Hemisphäre. Wo sich darin genau die Artefakte befinden, weiß der gute Kleriker nicht. Aber er würde uns drei kleine Sondentürme mitgeben, die mittels Triangulation in der Lage sein sollten, die Artefakte anhand ihrer speziellen Struktur aufzuspüren. Die Dinger sind etwas kleiner als ein Wookiee und wiegen knapp 20 Kilogramm. Diese sind an den drei höchsten Punkte der Stadt zu montieren und damit sollte es dann kein Problem sein, die Artefakte in ihrem Lagerort zu orten.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wohl Teile der Bevölkerung durch den Blauen Nebel in blutrünstige Barbaren transformiert wurden, die dort unten noch immer innerhalb der Stadt hausen. Auch auf die einheimische Fauna hat ja dieser Nebel eine beängstigende Auswirkung gehabt und diese in Bestien verwandelt. Wir beraten kurz, ob wir das machen sollen, aber so haben wir wenigstens einen Plan einer Stadt und wissen, was uns halbwegs erwartet. Letztendlich sprechen mehr Argumente für als gegen diese Mission, also machen wir es. Wir bekommen noch drei hapanische Söldner mit dazu, als wir uns bereit erklären, nach da unten zu fliegen. Ich bin mir nicht sicher, ob die als Unterstützung mitkommen oder als Wache, welche die Artefakten bewachen sollen, die wir bergen.

Da wir nichts anbrennen lassen wollen, brechen wir sofort auf. Unseren drei Passagierinnen stellen wir frei, ob sie hier auf Quaria bleiben wollen oder mit hinunter auf die Oberfläche von Varian. Die Ladys wollen lieber mit nach da unten als allein eine Minute auf diesem verfluchten Mond zu verbringen. Nun gut. Ich klemme mich wieder hinter die Kontrollen des Copiloten und checke kurz die Systeme durch. Alles noch im grünen Bereich, auch wenn wir die Schäden durch den Raketenwerfer der Schwarzen Sonne noch nicht behoben haben. Auf wo was wie eine Starterlaubnis brauchen wir nicht zu warten und fliegen los. Lyn stellte die "Vanguard" steil auf und wir beschleunigen stetig. Die Triebwerke laufen ruhig und gleichmäßig. Die Vibrationen im Rumpf fühlen sich normal an. Alles ist in Ordnung. Schon bald sind wir im freien Raum und Varian füllt bald das komplette Fenster aus.

Durch den blauen Nebel sieht die Welt aus wie eine blaue ebenmäßige Perle. Nach wenigen Minuten Flug haben wir die südliche Halbkugel erreicht und beginnen mit dem Landeanflug. Sanft durchstoßen wir die Stratosphäre und gehen in einen steilen Sinkflug über. Wir philosophieren darüber, was das sein könnte. Ich tippe auf eine Art Waffe. Die anderen sind nicht meiner Meinung.

"Dann lass uns mal checken, was dieser blaue Nebel eigentlich ist", meine ich und fahre die Sensorgloben aus. Als Explorer haben wir auch Aufnahmeeinheiten, die Partikel des Blauen Nebels herausfiltern, hineinziehen und in einem automatisierten Labor analysieren. Schon nach wenigen Sekunden ist die Analyse abgeschlossen. Unmarkierte Nanovieren. Also künstliche Viren. Die Katastrophe, bzw. der Angriff ereignete sich vor sechs Jahren, das war etwa zu der Schlacht von Hoth, als das Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht war.

"Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies ein Werk des Imperiums ist", meine ich, da schließlich nicht jeder solche Nanoviren in einer so großen Anzahl einfach produzieren kann. Allerdings kann ich auch nicht sagen, was das Motiv sein könnte. Dazu fehlen uns noch zu viele Informationen. Was macht Varian so besonders, dass so ein Aufwand betrieben wurde?

Noch während wir verschiedene Möglichkeiten diskutieren, ertönt Kollisionsalarm und im nächsten Moment bumst es gewaltig. Lyn versucht im letzten Moment noch auszuweichen, trotzdem streift uns eine etwa vierzig bis fünfzig Meter lange Kreatur. Bis auf dem Schreck passiert wohl nichts weiter, da die Zustandsanzeigen keine Beschädigungen anzeigen. Bei der Macht, was war das für ein Vieh?

Langsamer und vorsichtiger nähern wir uns dem Ziel. Unsere Sensoren zeigen eine deutliche Energieemission an. Zwei Kraftwerkblöcke innerhalb der Stadt sind noch aktiv und der Zugang der Stadt ist mit einem Energiefeld abgeriegelt. Mit unseren Sensoren orten wir die Strukturen und aktualisieren so die vorhandene Karte. Einige Bereiche von Sukarak sind deutlich beschädigt, andere scheinen unversehrt zu sein. Die einheimische Bevölkerung scheint sich um eine Art Clanhalle im Nordwestlichen Bereich aufzuhalten und unterhält im Norden und Nordöstlich einen Wachturm. Wir machen mehrere Überflüge, um vielleicht so die Artefakte finden zu können, ohne diese Türme setzen zu müssen. Leider Fehlanzeige.

Wir landen etwa drei Klicks südlich vor der ummauerten Stadt auf einer gut zu verteidigenden Anhöhe. Wir haben einen Gleiter mit einer Kabine für sechs Leute und einer Ladefläche für den Abtransport der Kisten mit den Artefakten gestellt bekommen. Lady Varia hat sich in eine Kampfmontur gehüllt, sich das DLT 19 geschnappt und macht Anstalten, sich uns anzuschließen. Nach etwas hin und her sieht sie ein, dass sie auf dem Schiff besser aufgehoben ist. Der Gleiter hat nun mal nur Platz für sechs Leute und in dieser Umgebung will ich niemand auf die ungeschützte Ladefläche setzen. Das wäre sicherlich nicht Lady Varia, aber jeder der sich so exponiert, dessen Überlebenschancen sinken gewaltig. Ich bin auf alle Froh, dass Lady Varia nun an Bord in Sicherheit bleibt.

Nach diesem Intermezzo mit einer Adligen von Calfa booten wir aus und fahren los. Da es hier so große Kreaturen gibt, nehme ich noch den Raketenwerfer mit. Sicher ist Sicher. Der Boden ist hier Flach und man kann sehen, dass dies vor gar nicht allzu langer Zeit landwirtschaftlich genutzter Boden war. Zäune und Wege sind noch zu erkennen. Die Sichtweite beträgt etwas über vierzig Meter, der Boden ist eben und ich fliege in etwa ein Meter Höhe über den Boden. Leider ist dieser Gleiter nicht wirklich Flugfähig, da der Repulsorliftantrieb nur sehr schwach ist. Hier und da sind große Spuren zu sehen und eine messe ich sogar aus, da diese besonders tief ausgeprägt ist. Der Verursacher könnte durchaus über vierzig Meter lang sein. Dem wollen wir lieber nicht begegnen. Ich habe bei dieser ganzen Sache kein gutes Gefühl und mir ist durchaus mulmig zu mute. Jederzeit rechne ich damit, dass irgend eine riesige Bestie aus Blauen Nebel springt und uns angreift.

Schließlich ragen die Festungsmauern vor uns auf. Die sind auf ballistischen Schutz hin optimiert und haben eine Schräge von unter 45°. Mit einer Kehre beginne ich einen schrägen Anflug und der Repulsorliftantrieb heult protestierend auf, als ich die Schräge hoch sause. Ich lausche angespannt auf die Geräusche, die der überlastete Antrieb macht, aber er hält der Belastung stand. Schließlich stehen wir wieder waagrecht auf der Mauerkrone und haben unser Ziel erreicht.

Im Vorfeld haben wir uns anhand der Karte drei Gebäude ausgesucht, auf den wir die Sensortürme platzieren wollen. Hier befindet sich ein Kraftwerk und der Wärmetauscher ist das höchste Gebäude im Südwestlichen Teil der Stadt. Ich halte den Gleiter auf der Mauer an und ein Hapaner hat ein Jetpack, mit dem er den Sensorturm hoch auf die Spitze des Wärmetauschers bringen möchte. Wir suchen eine gute Stelle, von wo aus er starten kann, als urplötzlich mit einem rauschen ein vierfach geflügeltes Wesen mit dunkelbrauner Haut  über uns hinweg rauscht. Das könnte das Vieh sein, was uns gerammt hat. Viel kann ich nicht erkennen, aber das was ich sehe, macht mir eine verdammte Angst!

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Und so beginnen die Abenteuer auf Varian. Keine wirklich nette Gegend, aber das richtige für hartgesottene Entdecker mit großen Wummen.

Nakago

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« Antwort #65 am: 18. Dezember 2018, 15:26:08 »
Forn
Sofort springe ich zurück zum Gleiter, kralle mir den Raketenwerfer und mache ihn so schnell wie möglich Feuerbereit. Kaum habe ich ihn auf der Schulter, kommt der "Drache", so nennen ich das riesige Ding einfach mal, zurück. Frontal kommt er auf mich zu und ich brauche noch nicht mal die Zielsuche zu aktivieren, da ich ihn direkt anvisieren kann. Ich muss gestehen, dass Ding macht mir richtig Angst. Trotzdem drücke ich sauber den Abzug durch und schieße die Rakete ab. Gerade zischt die Rakete auf den Drachen zu und ich erwische ihn voll am Rumpf. Die Rakete detoniert in einem Feuerball, da fliegt er auch schon scheinbar unbeeindruckt über mich hinweg und pflückt den gerade abgehobenen  Hapaner mitsamt den Sensorbaum aus der Luft. Deutlich sichtbar verliert das Vieh Blut, lässt sich aber sonst nicht von dem Treffer beeindrucken, was einen AT-ST zerstört hätte. Ich schwenke ihm nach und aktiviere die Zielverfolgung, um dem Ding Nachschlag zu geben. Aber der Drache ist zu schnell weg, bevor ich ihn ausreichend erfassen kann. Abgehockt verharre ich noch zwei Minuten, aber das Ding kommt nicht zurück. Wir haben einen Mann und einen der Sensortürme verloren. Das ist beides nicht gut.

"Tut mir Leid um euren Kameraden", erwidere ich zerknirscht und durchaus immer noch geschockt. Alles ist so schnell gegangen und ich kann immer noch nicht sagen, wie der Drache eigentlich genau aussieht. Ich habe schon einige große Bestien gesehen, aber das gerade eben toppt alles um Längen. So was ist fast schon einzigartig. Die Hapaner nehmen den Verlust ihres Kameraden nicht gerade glücklich auf, aber wir alle kannten ja mehr oder weniger das Risiko. Und so langsam wird mir klar, warum viele Glücksritter hier unten ihr Ende gefunden haben. Eine Kreatur die ohne mit der Wimper zu zucken einen Raketenwerfertreffer wegsteckt ist eine Liga für sich. Die dürfte selbst mit Bordwaffen nur schwer zu knacken sein.

Es gibt eine kurze Diskussion über das weitere vorgehen, da Shaka auf einmal meint, den nächsten Sensorbaum in den Bereich aufstellen zu müssen, wo sich die Clanhalle der Barbaren befindet. Es gibt keinen wirklichen Grund, die im Vorfeld als optimal empfundenen Positionen anders zu platzieren. Da wir jetzt keinen mit einem Jetpack mehr haben, ist es an mir, den Sensor anzubringen. Ich bastel mir eine Tragegestell und klettere dann an der Außenseite des Turms nach oben. Durch den blöden Nebel sieht man hier oben nicht weit, sonst gebe es hier sicherlich eine tolle Aussicht. Aber ich bin mir der Gefahr durchaus bewusst, in der ich hier auf exponierter Position schwebe und stelle so schnell wie möglich das Sensorbäumchen auf. Mit angemessener Geschwindigkeit mach ich, dass ich von hier wegkomme. Ich wäre ja auf der Mauerkrone geblieben, aber es gibt eine kurze Diskussion, dass wir hier herunter fahren sollten, dass Tor im Süden weit umfahren und dann auf der anderen Seite im Südosten auf den Mauerbereich wieder drauf fahren sollten.

Nach etwas hin und her lasse ich mich für die Alternative Route im Süden breit schlagen, da ich nicht ausschließen kann, dass man uns von den Wachtürmen aus entdecken könnte. Meiner Meinung sind wir aus der Sichtweite, aber hören könnten die uns durchaus, da wir nicht gerade den leisesten Antrieb haben. Also fahre ich wieder hinunter und bringe den Repulsorliftantrieb ein weiteres mal zum aufheulen, weil das verlassen der Schräge ihn ziemlich belastet. Das ist nicht unser Fahrzeug, deswegen kann es mir eigentlich egal sein, dass solche Manöver den Antrieb kaputt machen. Auf der anderen Seite muss der noch durchhalten, bis wir wieder am Schiff sind. Was danach aus dem Gefährt wird, kann mir egal sein.

Als wir das Tor im Süden in etwa einen halben Klick Entfernung passieren, werden wir von einer Laserkanone beschossen. Auch wenn es keinen Sichtkontakt gibt, scheinen Sensoren uns zu erfasse und jemand beschießt uns. Sofort beginne ich Ausweichmanöver zu steuern und wechsele in schneller Folge die Geschwindigkeit, um dem Gegner das zielen zu erschweren. Insgesamt drei Strahlen zischen an uns vorbei, dann hört der Spuk auf. So viel zum Thema südliche Route!

Es gibt eine kurze Diskussion darüber, wer in aller Welt da auf uns geschossen haben könnte. Angeblich können diese degenerierten Barbaren nicht mit so etwas hochkomplexen wie eine Laserkanone umgehen. Befinden sich hier eventuell noch andere "Glücksritter" oder gar Imperiale hier? Schwer zu sagen. Oder war das ein automatisiertes Geschütz mit einer Droidensteuerung? Wir können nur spekulieren. Den restlichen Weg nehme ich in vielen Kurven und variiere alle paar Sekunden die Geschwindigkeit, um die Zielerfassung zu erschweren. Aber ohne weitere Überraschungen erreichen wir die östliche Mauer und mit einem gequält aufheulenden Repulsorliftantrieb sause ich die Mauer hinauf. Wir landen auf einer Art ehemaligen Garnison. Unser Zielgebäude befindet sich gegenüber und ist etwa fünfzig Meter entfernt. Dieser Bereich ist von Barrikaden abgetrennt. Sieht so aus, als ob die Barbaren hier etwas gefangen halten. Shaka mault etwas herum, aber der Rest ignoriert das. Wie ein kleines Kind, dass seinen Loli nicht gleich bekommt.

Über ein Deckglas dringen wir in das Gebäude ein. Wir landen in einem Schulungsraum, arbeiten uns in einen Gang vor und werden da von drei gehörnten Hunden angegriffen. Hier riecht es so penetrant nach Raubtier, dass wir das selbst durch unsere Atemmasken riechen können. Die Kreaturen sind etwa so groß wie Massiffs und haben genau so bösartig aussehende Schnauzen. Nur haben die Raubtiere hier einen Kranz scharfzackiger Hörner am Schädel. Weitere Hörner ragen dem Rückgrat entlang auf. Obendrein kreischen die Viecher in einer Tonlage, die bei den uns begleitenden Hapanern zu unkontrollierten Muskelzuckungen führt, die sie praktisch wehrlos machen. Auch Shaka hat ihre Probleme damit, dem Schallangriff zu widerstehen. Nur Scav und ich können diesen markerschütternden Gekreische widersetzen. Ich schieße zwei von diesen "Kreischern" über den Haufen und Scav spaltet den letzten in zwei Hälften, was anatomische Studien erlaubt. Die Lungen sind deutlich für diese Größe über proportioniert, was ihnen wohl erlaubt, diese Töne über einen langen Zeitraum zu erzeugen. Über dem Maul haben sie zusätzliche Kanäle im Knochen, die wohl wie Orgelpfeifen funktionieren. Vorsichtig und unserer Sterblichkeit nur zu bewusst, rücken wir nun weiter vor.

Wir haben Glück und erreichen ohne weiteren Kampf das Erdgeschoss. Hier ist eine Art  repräsentative Empfangshalle mit entsprechenden Einrichtungsgegenständen. Hier ist noch alles ruhig. Kaum machen wir die Außentür auf, sehen wir zwei Rudel von diesen Viechern. Eins links, dass andere rechts in unmittelbarer Nähe. Das ist nicht gut! Sofort werfe ich eine Handgranate in das eine Rudel, was diese deutlich dezimiert, aber nicht auslöscht. Das andere setzte sofort kreischend zum Angriff an.

"Zurück zum Treppenhaus! Dort bilden wir eine Verteidigungslinie!", brülle ich und lassen uns zurück fallen. Das Treppenhaus ist von massiven Wänden links und rechts umgeben, so dass die  Kreischer uns nur von vorne angreifen und uns nicht flankieren können. Auch haben wir einen gewissen Höhenvorteil. Das ist eine starke defensive Position gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner, der keine Fernkampfwaffen hat. Wir formieren uns an der Treppe neu, bevor das einsetzende Gekreische den Großteil uns wehrlos macht. Die Kreischer setzen nach und ihre Töne setzen alle bis auf mir ziemlich heftig zu. Irgendwie haben diese Geräusche eine lähmende Wirkung nicht nur auf lebende Wesen. Scav hat jetzt auch Probleme, sich koordiniert zu wehren. Das ist nicht gut und es kostet mich all meinen Willen, die Position hier zu halten und nicht in Panik zu geraten. Nur meine eiserne Disziplin und die Erfahrung vieler Gefechte lässt mich hier Stand halten. Und vielleicht ist es auch der Wille der Macht.

Ich werfe meine letzte Granate und tötete weitere Mistviecher, die sich aber nicht davon abschrecken lassen, über ihre sterbenden Kameraden uns anzugreifen. Ich schieße zwei nieder, spieße den nächsten mit dem Bajonett auf, als der mich anspringt. Tief dringt die Klinge in seinen Unterleib und Innereien quellen höchst unappetitlich zu Boden. Sofort ziehe ich die Klinge aus seinem Bauchraum und schieße den nächsten nieder, der mit einem rauchenden Loch im Kopf liegen bleibt.

Der Rest meiner Gruppe windet sich am Boden, unfähig zu einer kontrollierte Bewegung, da dieses Gekreische weiter anhält, weil immer mehr von diesen Kreaturen nachrücken. Nur mein eiserner und schlachterprobter Wille hält mich auf den Beinen, während dieses Gekreische in meinen Ohren klingelt. Ich hoffe, dass ich davon keine permanenten Ohrenschäden davontrage.

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Hier hat sich die Steigerung durch die Bonus EP auf Disziplin lebensrettend ausgewirkt. Sonst hätten die Viecher uns in Stücke gerissen.

Nakago

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« Antwort #66 am: 20. Dezember 2018, 14:40:15 »
Grek

Eine weitere Welle setzt über ihre gefallenen Kameraden nach und der letzte Kreischer schafft es tatsächlich mich anzuspringen. Auch er spießt sich selbst auf und das Spiel wiederholt sich. Ich bin nicht sicher, was für ein selbstmörderischer Vernichtungswille diese Kreischer antreibt, aber normale instinktgeleitete Kreaturen verhalten sich nicht so. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies von Grund auf schon Kampf und Wachfähigkeiten hin gezüchtete indigene Kreaturen waren, die durch die Mutation noch viel gefährlicher wurden. Wahrscheinlich gehörten die einst zu dieser militärischen Anlage und folgen einer implantierten Direktive diese hier zu beschützen, die trotz Mutation immer noch aktiv ist.

Eine weitere angreifende Welle reißt mich aus meinen Überlegungen und ausnahmsweise treffe ich Ziel auf Ziel, als wäre ich auf dem Schießstand der "Gundark" und würde für das goldene Blasterabzeichen üben. Die unzähligen Stunden auf dem Stand machen sich nun bezahlt. Ruhig und routiniert schieße ich auch diese Welle zusammen. Nach dem der letzte dieser Kreaturen zu Boden gegangen ist, wechsele ich die Gaskartusche, da diese inzwischen unter 15 Prozent Füllstand sein dürfte. Auch die Energiezelle ist halb aufgebraucht. Die Waffe ist kurz vor dem Überhitzen und ich bin froh, dass sich momentan nichts rührt. Die sich nun ausbreitende Stille tut fast genau so in meinen Ohren weh, wie das Gekreische noch eben.

Nach und nach erheben sich meine Kameraden und Scav meint, seine Systeme wären überlastet gewesen. Ich hoffe, dass dies alle Kreaturen in der Nähe gewesen sind und tatsächlich gelingt es uns, unbehelligt in das gegenüberliegende Gebäude einzudringen. Über das Treppenhaus eilen wir nach Oben und ich bin tatsächlich etwas außer Atem, als wir oben ankommen. Unsere Twi´lek keucht ganz schön und auch die Hapaner machen den Eindruck, dass dreißig Stockwerke Treppensteigen an ihrer Kondition zerrt. Scav richtet den Sensorbaum auf und stellt fest, dass dieser blockiert wird.

"Fierfek!", rufe ich durchaus frustriert aus. Kann vielleicht mal irgend etwas funktionieren? Aber bevor eine sinnlose Wut mich übermannen kann, kommen mir folgende Worte meiner Mutter in den Sinn: "Lyra! Denke immer daran, die Macht leitet uns. Es gibt keine Zufälle. Es gibt nur Ursache und Wirkung. Du musst nicht wütend werden, weil etwas nicht so funktioniert, wie du es willst. Atme tief durch, beruhige dich und benutze dein kleines schlaues Köpfchen!"

"Was blockiert uns genau? Ist das ein allgemeines Störsignal? Oder werden wir direkt angepeilt und geblendet?", hake ich mit ruhiger Stimme nach und lasse den Frust abgleiten, nachdem ich mehrmals tief durchgeatmet habe. Meine Mutter war eine viel klügere Frau als ich jemals seine werde.

"Nach meiner Analyse, scheint jemand unsere Sensoren direkt anzufunken", meint Scav kurz darauf. Es gibt eine kurze Diskussion darüber, was wir tun sollen.

"Antworte einfach mal und finde bitte heraus, wer das ist und was er will", schlage ich schließlich vor und der Droide setzt meinen Vorschlag um.

"Das ist ein Wartungsdroide vom Kraftwerk und er will meinen Status wissen", erklärt Scav nach mehreren Sekunden.

"Dann antworte ihm", meine ich. Scav ist nicht ganz ehrlich und gibt eine andere Position an, die kurz darauf von einer Art Drohne gescannt wird, also ein Droide ohne eigenständige Entscheidungsmatrix, die wahrscheinlich gerade vom Wartungsdroiden direkt gesteuert wird. Nach etwas hin und her kommen wir ins vertrauliche Gespräch. Der Droide hat sich als Gott der Barbaren aufgespielt, der verschiedene Wunder dank der noch funktionierenden Kraftwerke machen kann, um nicht von den Wilden zu Schrott verarbeitet zu werden. Seine "Wunder" sind solche Sachen wie das Kraftfeld am Eingang und die Versorgung der automatisierten Geschütze, von denen eins unter Feuer genommen hat. Aber LH479S weiß, dass ihm die Ersatzteile ausgehen und er hat Angst, dass die Barbaren dann den machtlosen Gott zerschmettern werden, sobald er keine Energie und somit auch keinerlei "Wunder" mehr produzieren kann. Deswegen möchte er von hier schnellst möglich weg. Wir bieten freie Passage von diesem Planeten gegen Informationen. Er weiß, in welchem Bereich sich die Archive befunden haben, deren Inhalt wir suchen. Die befinden sich im Nordosten, genau zwischen den Wachtürmen in einem von den Barbaren stark frequentierten Bereich. Aber es gibt ein dahin führendes unterirdisches Bunkersystem, für dessen genaue Lage er aber nicht die notwendige Sicherheitsfreigabe hat. Da wir uns hier auf Militärgelände befinden, liegt es Nahe, dass sich hier irgendwo ein Eingang befinden sollte.

Eine weitere wichtige Information ist, dass kurz nach der Freisetzung des Blauen Nebels ein imperialer Viper Aufklärungsdroide hier Daten gesammelt hat. Ein weiteres Indiz, dass dieser Blaue Nebel vom Imperium frei gesetzt wurde. Danach gab es allerdings keinerlei Aktivität mehr von außerhalb.

Wir steigen wieder hinab, überqueren den Innenhof und suchen in den Kellerräumen der Garnison nach einem Eingang. Nach einer Stunde, die ohne weiteren Kontakt mit indigenen Kreaturen verlaufen ist, kommen wir zu dem Schluss, wenn es hier einen Eingang gibt, ist er verdammt gut versteckt. Also frage ich LH479S, ob diesen Bereich mit Strom versorgen könnte, damit wir eines der hier vorhanden Terminals hochfahren können. Das klappt ohne Probleme. Mit Hilfe des Hackertools gelingt es Scav, an die notwendigen Daten zu kommen und in den Bereich die notwendige Energie hinzuleiten, damit die Wand aus Permabeton zur Seite fährt. So öffnen wir auch die dahinter liegende Bunkertür aus hochwertigen Durastahl. Wir dringen ein und stellen bald fest, dass hier viele Varianer zu Tode gekommen sind. Die Türen haben sich versiegelt und ließen sich von Innen nicht mehr öffnen. Irgendwann gingen die Vorräte aus und es müssen sich furchtbare Szenen hier abgespielt haben.

Unbehelligt erreichen wir schließlich den Archivbereich, den wir ungeplündert vorfinden. Wir packen die hier herumliegenden Artefakte ein, meist reich verzierte Gegenstände ohne realen Wert, wenn man nicht gerade ein Gläubiger dieser Religion ist. Aber in den Archiven finden wir äußerst interessante Informationen. Diese mutierte Form der Varianer ist eigentlich ihre ursprüngliche Gestalt. Vor vielen tausend Jahren, wahrscheinlich zu Zeiten des Sithimperiums, kamen mit Roben verhüllte Gestalten auf diese Welt und veränderten die indigene Bevölkerung mithilfe eines Nahrungszusatzes in die Form, wie wir die Varianer oben auf Quaria kennen, klein, friedlich und mit blauer Haut mit Fettschicht. Eine Priesterkaste wurde von den mutmaßlichen Sith installiert, ebenso eine Religion, welche bald den ganzen Planeten umfasste und damit eine einfache Kontrolle der indigenen Rasse ermöglichte. Eine wichtige Aufgabe des Haupttempels war es, Kyberkristalle zu sammeln und dort zu horten, bis eine verhüllte Gestalt kam und diese dann mitnahm. Irgendwann bekam einer der Priesterkönige das Wissen vermittelt, wie die Nahrungszusätze herzustellen waren, was dieser dann tat, um seine Macht zu sichern. Denn eines Tages kam niemand mehr, die Kristalle abzuholen. Ich vermute, die Sith haben diese für sie wichtige Welt immer sehr geheim gehalten und nach deren Niederlage wusste niemand mehr von dieser Welt und von dem, was sich hier befand.

Es ist schon seltsam, dass wir auf fast jeder Welt in der Sperrzone über Kyberkristalle stolpern. Zuerst in der Solarminenstation, dann auf Anduras und nun auch hier. Wurde deswegen der Blaue Nebel eingesetzt, um hier Kyberkristalle abbauen zu können? Wäre eine Möglichkeit, aber momentan können wir wortwörtlich nur ins Blaue hinein spekulieren. Die jetzt schon bekannten Fakten sind äußerst bedenklich und lassen einiges in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Was auch noch äußerst interessant ist, die Priester begannen genau ein Jahr vor dem erscheinen des Blauen Nebels den Weltuntergang zu prophezeien zu genau dem Zeitpunkt, wo er schließlich auch ausgebrochen ist. Mir ist nicht ganz klar, was dass nun wieder genau zu bedeuten hat. Haben die Priester konkret mit dem Imperium zusammen gearbeitet? Momentan bekommen wir nur mehr Fragen, aber keine Antworten.

Auf alle Fälle haben wir, für was wir hergekommen sind. Wir bewegen uns wieder zu unserem Einstiegspunkt zurück, wo LH479S uns schon erwartet. Der Droide entspricht keinem mir bekannten Baumuster, wahrscheinlich stammt der aus dem Hapes Konsortium. Da wir ja jetzt einen Platz frei haben, kann er vorne in der Kabine sitzen, während die wertvollen Artefakte auf die Ladefläche kommen. Nichts hält uns mehr hier und wir fahren zurück zur "Vanguard". Ich erwarte ja schon beinahe einen weiteren Drachenangriff, aber ausnahmsweise erreichen wir unsere E9 ohne Probleme. Wir schaffen den Gleiter an Bord und verschließen die Luken. Wir starten und steigen schnell auf, bevor der Drache auf die Idee kommt, uns noch einmal ernsthaft zu rammen. Wir haben einen der Söldner verloren und wären beinahe von diesen Kreischern zerfetzt worden. Trotz allem können wir uns wohl glücklich schätzen, nicht nur lebend von hier wieder verschwinden zu können, sondern auch mit den Artefakten.

Allerdings befürchte ich, dass dies nicht unser letzter Aufenthalt auf dieser buchstäblich verfluchten Welt war. Ich schätze mal, wenn wir das Geheimnis des Blauen Nebels ergründen wollen, müssen wir die Hauptstadt besuchen, da diese der Sitz des Haupttempels war. Hier wurden die Kyberkristalle gehortet und aufbewahrt. Um diese an sich zu nehmen, hätte das Imperium nicht so einen Aufwand treiben müssen. Entweder suchen die noch mehr davon oder haben dort eine ständige Einrichtung gebaut. Angeblich soll die Hauptstadt besonders gefährlich sein und die Anwesenheit des Imperiums könnte das durchaus erklären. Hat das ganze mit diesem 10x10 Projekt zu tun, dessen Symbol ich in Khadors Haus gesehen ahbe? Ist das ganze hier mit dem Schicksal meiner Schwester verbunden? Ich habe auf alle Fälle kein gutes Gefühl dabei.

Auf alle Fälle wird mir klar, dass die Aktivitäten des Imperiums einen ganz anderen Stellenwert haben, als anfangs von mir vermutet. Die ursprüngliche Ausgangslage für uns war, dass Admiral Thorne im Zuge der Niederlage des Imperiums in der Sperrzone bzw. im Hapes Konsortium Asyl gesucht hat. Deswegen hat General Gale eine Schar Söldner um sich geschart, um den Mistkerl hier aufzuspüren und ihn nach einem fairen Prozess hinzurichten. Der Angriff auf die Solarminenstation hat schon gezeigt, dass die Imperialen hier ziemlich düstere Forschungen betreiben. Dann die Kyberkristalle, welche nur unzureichend gesichert waren, was schließlich zu der Katastrophe geführt hat. Anschließend fanden wir unter anderem auf Anduras im gleichen System die Ausgrabungsstätte für Kyberkristalle. Anschließend die imperialen Aktivitäten auf Sybal und ihre Vernetzung mit der Suul-Tanca Corporation. Hier werden gewaltige Mengen Erze abgebaut. Auch kristallisiert sich heraus, dass das Hapes Konsortium zumindest beim Raumschiffbau ein Joint Venture am laufen hat. Der Kampfdrache den wir bei der Vol Yunkai hatte deutliche Modifikation imperialer Herkunft. Und auf Cyphera bauen die Imperialen garantiert nicht aus reiner Langeweile ein planetares Schutzschild. Letztendlich ist auch hier auf Varian etwas mehr als nur was Oberfaul. Kyberkristalle, Nanoviren und imperiale Aktivitäten. Mein Verdacht ist, alles hängt irgendwie miteinander zusammen, aber es fehlen noch einige Puzzlestücke um ein schlüssiges Gesamtbild erkennen zu können. Nur eins wird mir mit ziemlicher Deutlichkeit klar, hier ist mehr als nur was Faul.

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 12.05.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav,
Erfahrungspunkte: 15 EP 20 Investiert in 2. Stufe von Talent Ausweichen aus dritte Spalte, vierte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger.

Beute:  6000 Credits in Chips vom Tresor, Datenchips über die Schwarze Sonne, 3 Hapanische Adlige befreit, 1 schweres Blastergewehr DLT 19, 1 Disruptorpistole, 6 Blasterkarabiner, 1 taktischer Holoprojektor für 10 000 Credits erworben.

Getötete Gegner: 21 Mitglieder der Schwarzen Sonne, Unbekannte Anzahl Varianer, 3 + 1 Horde Kreischer.

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Söldner: 150 (+75) (Die Rache an der Schwarzen Sonne gab 50, die Erstürmung der Villa noch einmal 25 Punkte Ruf.)

Resümee: Hat mir deutlich besser gefallen, als die Sitzung davor, auch wenn die Würfel teilweise wiedermal gegen mich waren. Besonders im ersten Drittel gegen die Schwarze Sonne habe ich viele Proben versemmelt, was teilweise zu massiver Friktion geführt hat. Das A 280 wäre wohl doch die bessere Wahl gewesen, da diese durch einen zusätzlichen blauen Verstärkungswürfel besser trifft. Aber ich dachte, gegen schwer gepanzerte Gegner ist der eine Punkt Schaden durchaus angebracht und gegen mehrere Gegner wäre Vollautomatik nicht verkehrt. Wenn ich mal was getroffen hätte, wäre das sicherlich auch äußerst nützlich gewesen. So war es eher nur deprimierend.

Der Blaue Nebel und sein Ursprung geben noch viele Rätsel auf. War das ein Werk des Imperiums? Viele Indizien sprechen dafür. Aber wirklich schlau werde ich nicht draus. Momentan haben wir einfach zu wenige Puzzlestücke, um ein klares Bild erkennen zu können. Auf alle Fälle bleibt es spannend.

Die beiden Aktionen gaben insgesamt einen Bonus von +75 auf unseren Söldnerruf, so das wir nun die notwendige Kompetenz besitzen, Nilvax Station von den Piraten zu befreien.

Lyras Entwicklung: 20 Punkte (15 von der jetzigen und 5 von vor vier Wochen) gehen in die zweite Stufe des Talentes Ausweichen. Die zweite Stufe von Ausweichen mit zwei Aufwertung von gegnerischen Angriffsproben ist ein recht nützlicher Effekt, der meist auch was bringt. Von der zweiten Stufe verspreche ich mir recht viel, mal sehen, ob das beim Spiel dann auch die Aufwertung so zum Tragen kommt wie von mir gedacht. Die Aufwertung von Tödlich auf zwei war auch nicht verkehrt, da ich dieses mal viele kritische Treffer erzielt habe. Disziplin drei war heute auch nicht verkehrt und sehr hilfreich, die Begegnung mit den Kreischern zu überleben. Ohne diese Aufwertung wären wie wahrscheinlich von den Kreischern überrannt worden. Mit dem DLT 19 habe ich heute so gut wie kaum was getroffen. Ein äußerst tragischer Tag diesbezüglich.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel: Die Bücher

Neben dem Grundbuch gibt es für jede Klasse ein Buch. Dies hat  mit Einband 100 Seiten und beinhaltet jeweils drei weitere Spezialisierungen für den Beruf, drei Rassen (manchmal einige zusätzliche Unterrassen), zum Thema passende Ausrüstung, Waffen, Rüstungen und Fahrzeuge. Dazu noch Abenteuervorschläge und weitere Tipps. Die Spezialisierungen geben einen mehr Möglichkeiten, seine Erfahrungspunkte für neue Talente auszugeben oder andere Aspekte abzudecken. Neue Spielzeuge sind immer willkommen. Wobei sich Waffen meist nur in wenigen Details unterscheiden. Schaden eins hoch oder runter, mehr oder weniger Ausrüstungspunkte, schwerer oder leichter, manche Waffen haben zusätzliche Sonderregeln.

Zu den sechs Klassenbüchern gibt es noch zwei Regionalbände über den Huttenraum und den Corellia Sektor. Neben Geographie (+ einheimische Kreaturen) und Geschichte der Region gibt es hier auch mindestens drei Rassen, Huttenraum hat vier plus Unterrassen der vorgestellten Spezies. Dazu noch Ausrüstung und für die Region spezifische Fahrzeuge. Am Ende gibt es noch ein paar Szenariovorschläge und Miniabenteuer.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es drei Abenteuerbände.

Und es gibt noch den obligatorischen Spielleiterschirm und ein Einsteigerset. Das Einsteigerset ist recht Nett, vier vorgefertigte Charaktere, ein Poster mit Bodenplan, ein Abenteuerheft, ein Regelheft, Spielmarker und ein kompletter Satz an Würfel. Da die Einsteigersets keine Bücher sind, haben sie auch keine Buchpreisbindung. Teilweise wird für die Würfel knapp 20 Euro verlangt, dass Set liegt so zwischen 25 und nicht ganz 30 Euro.

"Am Rande des Imperiums" unterscheidet sich zu seinen Vorgängern, dass jede Klasse ihr eigenes Buch hat. Und auch, dass zwei einzelne Regionen beschrieben werden. Normalerweise gibt es meist ein Grundbuch, mehrere Bücher über jeweils eine Epoche wie Klonkriege, Rebellion, Neue Republik, Alte Republik, etc, dann Raumschiffe, Waffen und Ausrüstung, Kreaturen und Aliens; und natürlich verschiedene Orte, Planeten oder Sektoren. Hier verteilt sich alles über quasi neun Bücher. Will man Zugriff auf jede Ausrüstung oder Waffe haben, braucht man quasi alle Bücher. Normalerweise kauft der SL die ganzen Sonderbücher und die Spieler haben meist nur das Grundbuch und die Erweiterung für ihre Klasse, falls überhaupt. Will man hier das volle Auswahl an Swoop Bikes oder ähnliches, braucht man alles und nicht nur das spezifische Buch für Fahrzeuge wie in anderen System. Ist natürlich eine clevere Geschäftsidee. Ein fleißiger Fan hat zwar auf seiner Homepage eine praktische Übersicht über alle Inhalte ihrer Bücher installiert, aber die ist leider nicht mehr aktuell.

Momentan ist recht wenig auf Deutsch erschienen: Grundbuch, Einsteigerset, Corellia Sektor, Kolonisten und zwei Abenteuerbände. Der Rest ist in Englisch. Teilweise nur für Liebhaberpreise zu bekommen. Huttenraum kostet schon um die 60 Euro. Ich hab meines im Laden für knapp 40 Euro geschossen. Bald soll das Buch für Söldner heraus kommen. Stand 2018 ist noch fast alles erhältlich und man kann guten Gewissens in dieses System einsteigen.

Nakago

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« Antwort #67 am: 23. Dezember 2018, 16:21:21 »
Episode IX
Traue Niemanden
Aurek

Als wir die giftige Atmosphäre von Varian verlassen haben, atme ich erst einmal auf. Kein Drache hat uns angegriffen und wir leben noch. Nach diesen dramatischen Ereignissen auf der Oberfläche von Varian denke ich es angebracht, Shaka Blen noch einmal auf die brisanten Daten der republikanischen Agentin von Nilfax Station anzusprechen. Ich mach ihr klar, dass es Zeit ist zu entscheiden, was wir damit machen. Aufgrund der neuen Informationen, dass die imperiale Aktivität schon vor dem Fall des Imperiums stattgefunden haben und das hier offensichtlich etwas viel größeres im Gange ist, als ein Admiral mit ein paar Truppen im Exil, ist es nun unabdingbar, eine Entscheidung zu treffen. Und da dies alle betrifft, treffen wir uns im Cockpit und Shaka erklärt, was sie da dabei hat. Lyn ist nicht begeistert, dass sie erst jetzt darüber informiert wird, dass wir brisante Daten an Bord haben. Kann ich nachvollziehen, aber manchmal ist Unwissenheit ein Segen.

Eine lebhafte Diskussion entbrennt, was wir nun damit machen. Ich bin dafür, dass wir uns den Chip mal näher ansehen und versuchen, die sicherlich verschlüsselten Daten zu dechiffrieren. Und dann weiter zu sehen, was wir damit machen. Shaka sträubt sich anfangs vehement dagegen und will die Daten eher nach Calfa schaffen. Dagegen habe nicht nur ich etwas. Es ist zu befürchten, dass wir bei der ersten ernsthaften Sicherheitskontrolle auffliegen werden. Calfa ist immerhin eine hapanische Welt und liegt nicht in der Sperrzone, wo Daten nicht besonders effizient abgeglichen werden, wie wir bisher festgestellt haben. Auf uns ist immer noch ein Kopfgeld ausgesetzt, auch wenn das bis jetzt noch keine all zu große negativen Auswirkungen hatte. Allerdings wirft die blaue Twi´lek ein, dass wenn wir die drei Familienmitglieder der Fyris auf dem Mond von Calfa mit dem Namen Fyria abgeben, würden wir unter dem Schutz des Adelshauses stehen. Oder sie nutzen die Gelegenheit und melden uns den Behörden, um unsere Bezahlung zu sparen. Beides ist möglich.

Die Daten in den Republikanischen Raum zu schaffen ist genau so illusorisch. Den Chip  dort Agenten des RSB zu übergeben würde uns auch exponieren. Ich kenne da zwar dort einen Sicherheitsoffizier auf der Mynaros Station, mit dem ich schon mal während meiner Zeit als offiziell lizenzierte Kopfgeldjägerin des RSB zusammen gearbeitet habe, aber ich kann nicht abschätzen, ob er uns ans Messer liefern würde. Ich schätze Niles Voltan als sehr integrer und pflichtbewusst ein. Schätze mal, er würde uns verhaften, weil das nun mal sein Job ist.

Letztendlich einigen wir uns nach etwas hin und her einigen wir uns darauf, erst mal nach zu sehen, was auf diesem Chip überhaupt drauf ist. Shaka ist darüber nicht Glücklich, aber ich denke, die Umstände legitimieren unser Vorgehen. Um hier überleben zu können, brauchen wir jede Information, die wir kriegen können. Und wir schleppen diese Daten schon lang genug ungenützt mit uns herum.

Scav übernimmt es, die Verschlüsselung zu knacken, wobei Shaka doch tatsächlich die  Integrität des Droiden in Frage stellt. Wir sind jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen und Scav hat nie einen Grund geliefert, dass man ihn nicht vertrauen könnte. Jedenfalls ich würde mein Leben jederzeit Scav anvertrauen, da er sich als verlässlich, risikobereit, kompetent, rational und hilfsbereit erwiesen hat. Alles Sachen, die auf Shaka eher nicht zutreffen. Also ist diese Diskussion sehr schnell vom Tisch.

Ich setze mich ans Terminal und unterstütze Scav. Das verwendete Verschlüsselungsprogramm ist sehr hochwertig, so was hat nicht jeder auf seinem Datapad. Obwohl wir recht vorsichtig und umsichtig vorgehen, scheitern wir nicht nur an der hochwertigen Verschlüsselung, sondern lösen obendrein auch noch einen Berserkervirus aus, der fatalerweise auf Scav übergreift.

"Fierfek! Scav ist mit einem Berserkervirus infiziert!", rufe ich aus und versuche den Virus zu blocken, was leider nicht klappt. Erst als Lyn und ich unser Wissen zusammen werfen, können wir Scav stoppen, der inzwischen seine Vibroaxt hervor geholt hat und auf Shaka losgeht. Sein erster Angriff verfehlt die Twi´lek knapp, die dafür eine Motivationsrede hält. Durch diesen Motivatonsschub gelingt es uns, den Scavanger Bot zu stoppen. Die Axt ist knapp an Shakkas rechten Lekku in die Wandverkleidung gekracht und hat diese massiv beschädigt. Zum Glück war darunter nichts. Das war jetzt knapp. Scav ist wieder er selbst, aber die Daten auf dem Chip sind zu 77 Prozent zerstört. 23 Prozent können wir nach mehreren Versuchen wieder herstellen. Das war jetzt zwar kein kompletter Fehlschlag, aber ich habe mir doch etwas mehr davon erhofft.

Die erste Datei, die wir abspielen, ist ein Manöverfilm des Imperiums. Wahrscheinlich ein Anhang von einem leider nun gelöschten Bericht. Die Bilder sind unkommentiert, zeigen aber einen imperialen Verband in Formation bei einer Übung. Die Bilder stammen aus dem Sperrgebiet, weil im Hintergrund deutlich der Ionennebel zu sehen ist.

Das nächste ist ein Bericht über den Werdegang der sogenannten "Schattenflotte", deren erste Sichtung etwa zehn Jahre zurückliegt, was aber nicht wirklich gesichert ist. Die Schattenflotte ist ein Verband, welcher im Hapanischen Konsortium operiert. Wirkliche Erkenntnisse hat der Autor dieses Berichtes nicht. Es ist eher eine Sammlung von Gerüchten und Vorfällen aus zweiter oder dritter Hand. Ein klares Muster ist nicht erkennbar, wobei es auch möglich ist, dass hier wahllos Piratenaktivitäten, interne Machtkämpfe zwischen rivalisierenden hapanischen Adelshäusern und einer unbekannten Macht zusammen getragen wurden, was jede Analyse praktisch unmöglich macht, ohne jedes Ereignis gesondert zu sondieren und zu klassifizieren. Fakt ist aber, ein militärischer Verband operiert im Hapanischen Konsortium von dem niemand weiß, wer genau dahinter steckt. Das Imperium wäre wohl ein sehr naheliegender Verdächtiger. Ebenso könnte es auch ein Verband verschiedener Adelshäuser sein, nicht sehr wahrscheinlich, aber eben auch möglich. Oder auch eine Mischung von beiden Möglichkeiten, dass Adelshäuser mit Verbindung zum Imperium dahinter stecken.

Die letzte Datei ist wieder ein Anhang, dessen Bericht leider verloren ist. Ein Bild einer sternenförmigen Werft in der Draufsicht. Man sieht deutlich einen Sternenzerstörer der überarbeiteten Siegesklasse. Allerdings ist das nicht Kuat, sondern die Werft liegt im Ionennebel, da dieser deutlich im Hintergrund zu erkennen ist. Damit ist wohl geklärt, wo das Erz hin verschwindet. Die imperialen haben hier tatsächlich eine leibhaftige Werft installiert. Ich möchte nicht wissen, wie viele hunderttausende von Zwangsarbeitern dabei ihren Tod fanden. Und dort eventuell noch beschäftigt sind.

Wieder ein paar Puzzlestücke mehr, aber wir sind etwas schlauer und sehen nun mehr vom Gesamtbild. Wenn man sich die Daten so ansieht, könnte man den Schluss darauf ziehen, dass Thorne hier ein neues Imperium aufbauen möchte. Wer weiß, wie lange es diesen Plan schon gibt. Auf alle Fälle schon vor dem Wendepunkt von Endor und die Vernichtungsschlacht von Jakku. Ist das ein Plan C von höchster Stelle, falls so was wie geschehen eintritt? Oder ein Projekt der Flotte ohne Wissens des Imperators? Oder hat Thorne schon früh ein scheitern des Imperiums vorhergesehen und das von langer Hand vorbereitet? Wir haben keine Ahnung und können nur wilde Spekulationen anstellen.

Jetzt stellt sich wieder die Frage, was wir nun mit den Daten machen. Nach etwas hin und her schicken wir die Datei einfach per Hyperraumlink zur Mynaros Station zu meinem Kontakt Niles Voltan, der nach etwas hin und her verspricht, die brisanten Daten tatsächlich auch weiter zu leiten. Vielleicht können Analysten des RSB mehr damit anfangen und ist ein erster Schritt, unseren Namen wieder rein zu waschen. Wobei ich immer noch der Meinung bin, Generale Gale tut das Richtige, wenn er vielleicht hier und da etwas übertriebt. Aber ich weiß selbst, wie schnell eine harmlose militärische Operation in ein Massaker führen kann. Friktion ist normal und führt eben oft zu Kollateralschaden. Wer das nicht akzeptieren kann, hat beim Militär nichts verloren.

Nakagos wirre Gedanken

Nun geht es erst einmal in die Winterpause. Nächstes Update dann am 1. Januar. Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Man ließt sich im nächsten Jahr.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #68 am: 01. Januar 2019, 15:21:10 »
Besh

Unbehelligt fliegen wir Quaria an und schweben über den kleinen Tempel, wo wir die Kiste mit den Artefakten und die beiden Söldner ausladen. Im Tempel selbst reden wir kurz mit dem Hohepriester, der uns überschwänglich dankt und wir ihn dann nachdrücklich daran erinnern, dass er nun eine Audienz bei Zargos Zarbossa im Roten Turm zu liefern hat. Das verspricht er uns hoch und heilig beim Namen seines rachsüchtigen Gottes Volvarak. Ich frage mich, wie sehr die von ihrer wahren Geschichte wissen und akzeptieren. Aber Religion basiert in vielen Fällen auf Glauben. Meine Religion fußt auf die Macht und ich weiß, zu was ein Jedi mit Hilfe der Macht fähig ist. Die Macht ist Fakt!

Wir gehen wieder an Bord der "Vanguard" und landen auf unserem Stammplatz, nachdem wir ein paar Händler dazu genötigt haben, wieder Platz zu machen. Hier verabschieden wir den Wartungsdroide LH479S und wünsche ihm alles gute auf Quaria. Ich stecke ihm noch ein paar Credits zu, da er uns ja auch geholfen hat.

Ich schlage vor, dass wir die Zeit nutzen, um uns etwas schlauer über die Situation auf Nilvax Station zu machen. Vor ein paar Tagen haben wir ja während unseres Aufenthaltes auf Vol Yunkai Station erfahren, dass ein berüchtigter Pirat mit dem Namen Ryal Volten die Nilvax Station okkupiert hat. Wir haben nun unseren militärischen Sachverstand bewiesen, jetzt brauchen wir nur noch einen überzeugenden Plan, wie wir die Station angreifen und erobern. Und für jeden brauchbaren Plan braucht man Informationen. Wir kennen ja jemand, der genau an der Quelle hockt, also funken wir den Ammoniak atmenden Gaunt Vorik an, der oben in der Nilvax Station seine eigene Funkstation hat.

Tatsächlich lebt der Gaunt noch, steht aber unter ständiger Beobachtung. Nilvax ist auch noch am Leben. Der Pirat Volten hat in der Tat das Kommando über die Station übernommen und jeglichen Widerstand zerschlagen. Allerdings ist die Kirche der Macht im abgetrennten unteren Bereich der Station noch immer autark. Ob sich das bald ändern wird ist nicht klar. Auf alle Fälle hat Volten inzwischen mindestens 40 bis 50 Männer unter seinem Kommando. Regionale Anführer von Verbrecherbanden wie Quarn sind mit wehenden Fahnen übergelaufen und die Bande von Vorban, welche ganz oben im oberen Bereich der Station eine Devilstick Plantage betreiben, war von Anfang an aktiv auf deren Seite. Da hatte Nilvax mit seinen etwa dreißig Mann keine Chance. Die regionale Bevölkerung wurde mehr oder weniger versklavt und die Plantage für den Drogenanbau wird momentan deutlich erweitert. Leider muss Vorik das Gespräch unterbrechen, da einer seiner Aufpasser misstrauisch wird. Fünfzig kampferfahrene Männer auf der Seite von Volten sind keine guten Nachrichten.

Trotzdem klappern wir einige einschlägige Cantinas am Raumhafen ab, um mehr über den Piraten Volten zu erfahren. Ich bekomme dabei recht wenig heraus, dafür die Twi´leks um so mehr. Schätze mal, eine größere Körbchengröße lockert die Zungen von Männern um so mehr. Damit kann ich leider nicht konkurrieren. Wie auch immer, wir gleichen unsere Ergebnisse in unserem inzwischen schick eingerichteten Aufenthaltsraum ab. Der Pirat Ryal Volten ist seit mindestens zwanzig Jahren im Piratengeschäft aktiv. Er gilt als grausam und brutal, selbst im Maßstab von anderen Piraten. Seine auf ihn eingeschworene Crew besteht aus zähen Veteranen und wirklich hartgesottenen Kämpfern. Furchtlos hat er nicht nur imperiale Schiffe überfallen, sondern auch die der Schwarzen Sonne. Ihm ist es zu verdanken, dass ein Großteil der Piratenschiffe des Verbrechersyndikates im Sperrgebiet zerstört wurden. Das sagt mir, dass wir mit denen es im Raumkampf nicht aufnehmen können.

Die Station selbst ist für normale Kunden immer noch gesperrt, aber es kommen nun regelmäßig Schiffe, welche ihre Laderäume mit Devilsticks füllen, welche für Kunden in der Neuen Republik bestimmt sind. Offensichtlich ist das der Grund, warum Volten die Station übernommen hat, um im großen Maßstab dieses Gewürz zu produzieren und in die Neue Republik zu liefern. So macht die Übernahme dann durchaus Sinn. Hier kann er in aller Ruhe die Rohstoffe anbauen und sie dann zum Endprodukt weiter verarbeiten. Das ist sicherlich kostensparend und vermindert den Schwund ungemein.

Wir beginnen verschiedene Szenarien durchzusprechen. Momentan können wir vier Schmugglerschiffe samt ihrer kleinen Besatzung für diese Mission begeistern. Mit etwas Mühe können wir vielleicht noch ein paar mehr motivieren, was zu unternehmen. Wir wissen, dass Volten mindestens drei Schiffe unter sein Kommando hat, manche sprechen auch von vier oder gar fünf. Mindestens drei sind es aber auf alle Fälle. Ist die Frage, sind die alle vor Ort oder jagen die weiterhin im Sperrgebiet? Wahrscheinlich nicht, da es so scheint, dass Volten sich momentan auf den Gewürzhandel konzentriert. Großer Profit und so gesehen momentan sehr wenig Risiko. Das er uns damit sauer gemacht hat, kann Volten ja nicht wissen.

Mein Plan wäre es, wir tarnen die "Vanguard" durch aufgeschweißte Platten zu einem großen Trümmerstück der Station und nähern uns so an. Landen dann im Bereich der unteren Spindel an und docken mit Hilfe einer Enterschleuse an. Dann dringen wir unten ein und motivieren die dort lebenden Gläubigen der Kirche der Macht, die Station zurück zu erobern. Die dürften zehn bis fünfzehn Mann haben, die wissen, wie man kämpft. Zusätzlich führen wir zwanzig Söldner mit. Mit uns sind das dann Vierzig Kämpfer. Wir rücken nach oben vor, ein kleines Team dringt in die mittlere Ebene ein und sichert den Fahrstuhlschacht. Damit befördern wir dann unsere Streitmacht nach oben. Nun gilt es in schneller Folge die drei mutmaßlichen Ansammlungen von Gegner zu überwinden. Ich denke, Volten hat seine Besatzungsstreitmacht in mehrere Trupps aufgeteilt. Eine bewacht den Hangar, eine die Plantage, eine die Schaltzentrale/Sicherheitsstation und der Rest hat Freischicht und muss sich erst sammeln. Wenn wir schnell genug sind, können wir mit großer Übermacht jeweils kleine Trupps schnell überwinden.

Die Schwächen meines Planes sind die unentdeckte Annäherung. Wie gut sind die Sensoren der Station wieder instand gesetzt und wie viele von Voltens Schiffe sind um die Station herum auf Patrouille? Dieses Problem könnte durch einen Ablenkungsangriff durch unsere Schmugglerfeunde gelöst werden. Shaka meint, dass dies zu auffällig ist, was zu einer langen Diskussion führt, wobei nur Shaka diesen Standpunkt vertritt. Das zweite Problem sind die Kämpfer. Von unseren Schmugglern bekommen wir dafür vielleicht drei bis acht Leute zusammen und müssten zwölf bis siebzehn anheuern. Gute Leute für so eine Mission kosten ab 5000 Credits aufwärts, was mindesten 60000 Credits benötigt. Plünderrechte wären sicherlich eine Möglichkeit die Kosten aufzufangen, aber ich weiß, wie Söldner wüten, wenn es was zu plündern gibt. Wir wollen unter anderem ja auch die einheimische Bevölkerung befreien. Einmal Allianz, immer Allianz. So ist mein Plan momentan nicht umsetzbar. Den ersten Knackpunkt kriegen wir halbwegs gelöst, für den zweiten müssen wir sparen und viel Geld zusammen bringen.

Eine Möglichkeit wäre, ein hier ansässiges Syndikat ins Boot zu holen. Aber dann wird die Plantage mit Devilsticks unter anderer Ägide betrieben und das kann auch nicht unser Ziel sein. Besonders da das Gewürz in unsere Neue Republik geliefert wird. Auch ist es ein Problem, dass die hier regionalen Banden militärisch gesehen nur eine sehr geringe Schlagkraft haben.

Ein anderes Szenario, wir rekrutieren aus Freiwilligen unsere eigene Armee. Shaka ist der Meinung, sie könnte eine Truppe innerhalb von zwei Monaten soweit ausbilden, um mit ihnen in den Kampf zu ziehen. Das halte ich für sehr optimistisch. In der Allianz waren drei Monate Grundausbildung Minimum Pflicht, um die Grundlagen zu lernen. Drei weitere für die eigentliche Waffengattung. Wie auch immer, so viel Zeit werden wir nicht haben. Ganz davon abgesehen die dafür logistischen und organisatorischen Aufwendungen. Dauert zu lang und wird im Endeffekt verdammt viele Credits kosten. Und ehrlich gesagt, halte ich Shaka auch nicht für wirklich kompetent für eine solche Aufgabe. Innerhalb von zwei Monaten bildet man höchstens Kanonenfutter aus, keine richtigen Kämpfer.

Lyn bringt eine weitere Möglichkeit ins Spiel, eines der Schmugglerschiffe aus dem Raum der Neuen Republik an einem der Navigationspunkten abzupassen, lahmzulegen, zu entern, zu übernehmen und sich dann als Gewürzhändler einzuschleichen. Die Probleme dabei sind, wir sind momentan einfach nicht in der Lage, ein anderes Schiff lahmzulegen und dann zu entern. Weiterer Knackpunkt ist, wir haben keine Ahnung, ob beim Landeanflug nicht irgendwelche Signale ausgetauscht werden müssen. Wenn wir die Schmuggler lebend fangen, können wir diese Informationen möglicherweise extrahieren. Aber vielleicht gibt es auch ein Zeichen, für genau diese Situation. Ein durchaus mögliches Szenario, aber für meinen Geschmack einfach zu viele wenns und abers.

Shaka bringt eine Sturmlandung in den Haupthangar ins Gespräch. Halte ich für Wahnsinn, weil genau so ein Szenario dürfte vom Gegner am ehesten abgedeckt sein. Weitere Probleme sind, dass wir durch eine Wolke aus Trümmern müssen. Schon mit einem vorgegebenen Vektor war die Annäherung beim letzten mal äußerst schwierig. Zwar ist Lyn der Auffassung, sie wäre gut genug, dass mit ordentlicher Geschwindigkeit gebacken zu bekommen, aber ich halte das für sehr Risikoreich, da wir nicht nur durch eventuelles Sperrfeuer, sondern auch sehr auf die herum schwirrenden Trümmerstücke Obacht geben müssen. Auch werden wir alleine nicht genug Truppen anlanden können, falls wir es schaffen, im Hangar zu landen. Die anderen Schiffe brauchen vielleicht länger oder rammen ein Trümmerstück. Auch ist es möglich, dass Volten uns seine drei bis fünf Schiffe entgegen schickt, was sehr ungesund für uns sein dürfte. Dies ist eine Kombination widriger Umstände, die zu massiver Friktion schon in der Phase der Annäherung führt und ich sehe keine Möglichkeit, dies zu umgehen. Nächster Punkt ist die Landung im Hangarbereich. Die werden im Normalfall genug Zeit haben, diesen Bereich zu räumen und das Schutzfeld auszuschalten. Sprich, wir booten im Vakuum aus. Ich würde den Bereich mit an der Decke befestigten Sprengfallen sichern. Ein halbiertes Rohr, beschichtet mit einer dünnen Schicht konventionellen Industriesprengstoff wie Detonite, darüber eine Schicht Schrott von Kugellagern oder ähnlichen Metallfragmenten. Einen Raumanzug durchlöchert so was in Null Komma nix und der Träger ist so gut wie tot, auch wenn die Fragmente ihn nicht auf der Stelle töten. Deswegen halte ich von einer Sturmlandung rein gar nichts.

Wie üblich ist die blaue Twi´lek danach eingeschnappt, als ich meine Gründe darlege, warum das keine gute Idee ist. Meine kleine Schwester konnte mit Fünf souveräner mit Enttäuschung umgehen als diese angebliche Offizierin der Allianz. Entweder hat die Amputation von drei ihrer Extremitäten zu einer starken Persönlichkeitsveränderung geführt oder sie hat sich die Hierarchie der Allianz hoch geschlafen. Oder liegt es an mir, dass wie regelmäßig aneinander geraten? Aber ehrlich gesagt halte ich mich für Kompromissbereiter als sie. Mit Scav, Lyn oder Edna habe ich eigentlich keine Probleme, ein Thema in aller Ruhe sachlich auszudiskutieren und einen Kompromiss zu finden. Auf alle Fälle wird klar, momentan kriegen wir das mit unseren Mitteln nicht gebacken. Das ist Schade, aber wir sind fast alle erwachsen genug, dass zu akzeptieren.

Nakagos wirre Gedanken

Allen Lesern ein gutes neues Jahr! Möge diese Geschichte noch lange fortgeführt und ihr mir die Treue halten.

Das Kapitel an sich war jetzt nicht so phänomenal, sollte aber zeigen, wie wir auf diesen Plan gekommen sind, der später noch eine Rolle spielen wird. Und ja, ich als Spieler plane gern und mache mir auch Gedanken über die Gegenseite.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #69 am: 03. Januar 2019, 15:24:16 »
Cresh

Nach dieser fruchtlosen Diskussion meint Scav, dass wir vielleicht eines der anderen Angebote näher ansehen sollten. Nun gut, kann nichts schaden, sich schon mal die Sachen anzusehen, um eine Vorentscheidung treffen zu können. Da hätten wir eine Gruppe Jugendlicher, die kompetente Schmuggler suchen. Shaka ist von vorne rein dagegen, alle anderen sind bereit, sich die Sache mal näher anzusehen. Mangels Alternativen treffen wir fünf jung wirkende Varianer in einer schäbigen Cantina. Der Anführer hört auf den Namen Jori. Die wollen eine zwanzig Kilo schwere Kiste zu einem Minenschiff mit dem Namen "Vantika" der Laderasch Corporation zu bringen. Die befindet sich drei Sprünge von der Vol Yunkai Station entfernt in einem Asteroidengürtel. Dort arbeiten viele Varianer, unter anderem der Cousin von Jori. Er versichert uns, dass sein Cousin Parkis in der Lage ist, die Ware dort schnell Gewinnbringend an den Mann zu bringen. Dafür bietet er uns 10 000 Credits für den Transfer, wenn wir dort sind. Die Summe ist gut, wenn es denn wahr ist. Wir haben hier fünf Jungs vor uns, die alle noch zur Schule gehen könnten. Ich habe so eine grobe Ahnung, was in der Kiste sein könnte, was einen solchen Preis rechtfertigt. Wahrscheinlich Gewürze, die aus einer Verkettung glücklicher Umstände in die Hände dieser kleinen Bande von Halbstarken gefallen ist. Wir bleiben unverbindlich und verschieben unsere Zustimmung auf unbestimmte Zeit.

Wir verifizieren die Daten und erwerben sogar für 1000 Credits eine Route zu dem Minenschiff. Wie üblich ist unsere Shaka dagegen. Soll sie. Offensichtlich schmollt sie immer noch wie ein kleines Mädchen, dass kein Bantha Burger Kindermenü bekommen hat. Vergnügungsgüter würden sich gut an Mann bringen lassen, heißt es von anderen Schmugglern und die Sicherheit ist äußerst nachlässig, sprich bestechlich. Wäre also durchaus ertragreich, nicht nur die Kiste dort hin zu schmuggeln, sondern auch entsprechende Güter wie Alkohol und Dinge, die das Leben angenehmer machen.

Da wir nun jederzeit mit der Audienz bei Zargos Zarbossa rechnen müssen, kaufen wir uns schicke Kleidung. Ich finde eine schöne Kombination aus schwarzen Schaftstiefeln, schwarzer Strumpfhose, schwarzen Handschuhen, schwarzen knielangem Rock, schwarzes Wehrgehänge aus Banthaleder, beige Jacke und rotem Umhang. Das sieht nicht nur unglaublich Edel aus, dass ganze ist obendrein auch noch gut gepanzert. Nach etwas hin und her handle ich den Händler auf 2 500 Credits herunter. Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Kaum sind wir zurück zum Schiff, kommt die Nachricht des Hohepriesters, dass wir in zwei Stunden eine Audienz haben. Das wird knapp, da ich mich ja noch richten muss. Ich springe in die Hygienekammer und dusche ausgiebig. Dann die Haare machen, was viel Zeit kostet, ebenso das anlegen des Make ups. Wie gut, dass ich mir nicht auch noch überlegen muss, was ich anziehen soll. Die neue Kombination passt wie angegossen. Und ich sehe verdammt schick aus. Ich könnte mich stundenlang im Spiegel betrachten. Es ist lange her, dass ich mich so herausputzen habe können.

Als ich Lyn sehe, bekomme ich fast einen Schock. Sie trägt recht wenig und das was sie anhat ist äußerst provokant. Bei Twi´lek weiß man nie genau, ist ihr Outfit den klimatischen Bedingungen ihrer heißen Heimatwelt Ryloth geschuldet oder mag es unsere Pilotin einfach, sehr viel mehr Haut zu zeigen, als wie es für eine anständige Frau schicklich wäre? Als Frau hat man recht schnell den Ruf als Schlampe weg, wenn man sich offenherzig kleidet. Auf manchen Welten tragen Personen des sogenannten horizontalen Gewerbes genau diese Art von Kleidung.

Dagegen ist Shaka zwar schon deutlich züchtiger, aber auch eher ärmlich gekleidet. Nicht gerade das, was man bei der Audienz eines Herrschers tragen sollte. Wir gehen zu exakt dem gleichen Zugang, wo wir beim ersten Versuch auf äußerst nonchalante Art abgewiesen worden sind. Natürlich kann ich es nicht lassen, den dort diensthabenden Offizier der Wachmannschaft, der tatsächlich der gleiche wie letztes mal sein scheint, etwas zu Triezen. Meine Mutter würde mich schelten, wenn sie das sehen könnte, aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Nach einem kurzen Wortgeplänkel, dass ein äußerst breites grinsen auf meine roten Lippen zaubert, werden wir durchgewunken. Ein Skiff mit einem Droidenpiloten bringt uns zu einer Landeplattform, wo wir schon von einer Art Empfangsdame oder Assistentin in Empfang genommen werden. Das war mein erster Posten bei Shellys Gundarks nach meiner Grundausbildung gewesen. Adjutant bei Commander Shelly, was unter anderem der Empfang von Besuchern beinhaltet hat. Meist eine nette Abwechslung zur äußerst tristen Büroarbeit. Man glaubt gar nicht, was selbst so eine kleine Zelle von nicht mal 250 Mitgliedern für einen organisatorischen Aufwand braucht.

Der Rote Turm ist im Innern tatsächlich wie ein nobles Casino aufgebaut. Gäste und Bedienstete halten sich die Waage. Wir kommen an einen Springbrunnen vorbei, aus dem leibhaftig Casionchips sprudeln. So was habe ich in der Tat noch nie gesehen. Varianer unter den Gästen sind kaum zu sehen. Die größte Gruppe sind Menschen aus dem Hapanischen Raum, gefolgt von Menschen aus dem Rest der Galaxis. Die übrigen sind Aliens verschiedenster Couleur. Einige Rassen kann ich benennen, andere sind mir gänzlich unbekannt.

Ich frage die nette Empfangsdame, was es mit den Chips auf sich hat. Die sind nur Symbolisch. In diesem Casino wird weniger um Geld gespielt, sondern mehr um Dienstleistungen, Geheimnisse und Gegenstände, die es so nicht zu kaufen gibt. Das ist mir zu abgehoben, um damit was anfangen zu können. Da ich eine eher schlechte Spielerin bin, fasziniert mich das ganze sicherlich eindrucksvolle Ambiente eher weniger. Mit einem gläsernen Fahrstuhl fahren wir mehrere Ebenen nach oben und gehen dann an Spieltischen vorbei. Mein Blick hängt an einem älteren Mann an einem Tisch hängen, wo Sabacc gespielt wird. Auf dem ersten Blick denke ich, dass der Mann Khador verdammt ähnelt. Auf dem zweiten Blick bin ich fast überzeugt, dass es sich tatsächlich um Khador höchstselbst handelt. Der Mann, von dem ich weiß, dass er als letzter mir bekannter Person im Besitz von meiner Schwester Eloy war. Der Kerl, der sie an ein Syndikat weiter verkauft hat, dass kurz darauf vom Imperium ausgelöscht wurde. Allerdings sollte Khador sich auf Cyphera im Traum befinden. Entweder war dieser Eintrag eine Fälschung, da ich den Inhalt des Zylinders nie überprüft habe, da sich dieser in einem mir nicht frei zugänglichen Bereich befand. Oder er macht gerade Urlaub vom Traum, was ja möglich ist, auch wenn ein Träumer normalerweise nicht zurück in die reale Welt möchte. Für einen Moment erwäge ich, sofort zu Khador zu eilen und die Wahrheit aus ihm heraus zu prügeln.

Aber das wäre in der momentanen Situation äußerst Kontraproduktiv für meine Kameraden. Immerhin stehen wir kurz davor einen großen Haufen Credits zu verdienen und ich will auch, dass die Sache glatt über die Bühne geht. Also kämpfe ich meine aufwallenden Gefühle nieder und folge weiterhin brav der Empfangsdame.

"Was ist?", fragt Lyn, die sich zu mir zurück fallen lässt, da ich kurz stehen geblieben sind.

"Siehst du den älteren Hapaner mit den langen weißen Haaren? Ich bin mir fast sicher, dass dies Khador ist", erwidere ich mit gedämpfter Stimme.

"Ich dachte, dieser Mistkerl ist auf Cyphera?", fragt die orangene Twi´lek erstaunt.

"Das dachte ich auch. Werde der Sache nachher auf den Grund gehen", erwidere ich und schon erreichen wir den privaten Bereich vom Roten Turm. Hier irgendwo sollten wir nun auf den Herrscher dieser Welt treffen: Zargos Zarbossa.

Nakagos wirre Gedanken

Tja, was mag Khador wohl hier zu suchen haben? Hier sind wir etwas herumgeeiert, bis es dann richtig los ging. Und ich kann versprechen, die Audienz hat es in sich.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #70 am: 06. Januar 2019, 16:52:31 »
Dorn

Ein kurzer Gang führt in ein großes Büro. Die rustikal holzvertäfelten Wände sind mit traditionellen Waffen bedeckt. Viele Messerpaare, wie wir sie auch bei dem einen Händler gesehen haben, nur sehen die hier alle hochwertig und sehr wertvoll aus.

Zargos Zarbossa steht mit dem Rücken zu uns. Wie sein Bruder ist er wieder im natürlichen Zustand seiner Rasse, nur sind bei ihm die herausragenden Zacken nicht abgeschlagen wie bei seinem Bruder. In einer Hand auf dem Rücken verschränkt lässt er nachdenklich ein Spielchip hin und her kreisen. Wahrscheinlich ein nervöser Tick von ihm.

"Ich hoffe, ihr Maden verschwendet nicht umsonst meine Zeit!", begrüßt er uns, weiter die Waffen an der Wand anstarrend, ohne uns einen Blick zu würdigen. Ein äußerst unhöflicher Mann. Ohne uns zu beachten, philosophiert er etwas über Waffen und die Kunst des Tötens. Nur Waffen sind wirkliche Kunst und nicht so ein Schnickschnack wie der Mist, das wir für das Haus Fyris überreichen sollen. Wenigstens schaut er uns nun an, als Shaka unser Kunstwerk anpreist. Es ist natürlich äußerst bedauerlich, dass unsere Auftraggeber die künstlerischen Vorlieben von Zargos nicht in Erfahrung gebracht haben. Besonders bedenklich, da die ja schon angeblich mit ihm geredet haben sollen und ein Blick auf diese Sammlung sollte eigentlich schon als Inspirationsquelle ausreichen.

"Ist das alles? Ihr fangt jetzt schon an, mich absolut zu langweilen", wiegelt er ab. "Ihr könnt froh sein, dass ich diesem Narren von einem Hohepriester noch einen wirklich großen Gefallen geschuldet habe."

Nach etwas hin und her kommen wir auf die Religion der Varianer zu sprechen. Und über die wahren Hintergründe. Schon schnell wird klar, dass er Bescheid weiß, dass Volvarak nur eine Lüge ist und es in Wahrheit Sith waren, die vor langer Zeit diese Welt besucht und die Varianer verändert haben. Das ist natürlich äußerst interessant. Ich muss an die Stufenpyramide auf Anduras I denken, die wohl wirklich ein Bauwerk der Sith ist.

Danach führen wir einen kurzen philosophischen Disput darüber, was wahre Macht ist. Seiner Meinung nach, jeden töten zu können. Ich halte dagegen, dass jeder mit einer entsprechenden Waffe ein Massaker anrichten kann. Töten ist erschreckend einfach, jedes Kind mit einem Blastergewehr kann das. Wahre Macht ist, wenn man mächtig genug ist, seine Feinde am leben lassen kann, weil man eben so unangreifbar ist. Zargos lässt sich leider nicht überzeugen.

"Ich will euch was zeigen!" Mit einer Geste lässt er eine Vitrine aus dem Boden hochfahren und mit einer zweiten öffnet er diese. Darin liegt auf einem Ständer ein leibhaftiges Lichtschwert. Ich bin Machtsensitiv genug um die Bösartigkeit dieser Waffe zu spüren. Lyn keucht auf und geht zwei Schritte zurück. Auch ich gehe etwas zurück, aber weniger aus Furcht, sondern um eine bessere Abwehrposition einzunehmen. Unmerklich verändere ich meine Haltung und verlagere mein Gewicht so, um schnell mein Vibromesser ziehen zu können. Vibrowaffen sind eine der wenigen Waffen, mit der es möglich ist, ein Lichtschwert zu blocken. Jedenfalls eine Zeit lang, dann gehen auch die kaputt. Zwar habe ich nie gegen jemanden mit einem Lichtschwert gekämpft, aber man hat mich in einer Unterrichtseinheit wenigstens theoretisch geschult. Allerdings bezweifle ich, dass Zargos Zarbossa diese Waffe auch wirklich führen kann.

Zargos greift nach der Waffe und aktiviert sie. Surrend baut sich eine rote Klinge auf. Der Herrscher dieser Welt hebt die Waffe hoch. Ich verändere meine Haltung so, um einen hohen Angriff besser entgegnen zu können. Das Lichtschwert ist schier greifbar bösartig. Nur Scav bleibt ungerührt, da er die Bösartigkeit der Waffe als Droide nicht spüren kann.

"Das ist eines der wenigen Artefakte, welches die Besucher zurück gelassen haben. Es gehört ein großer Wille dazu, dieses Lichtschwert anzufassen. Spürt ihr, wie sie nach Blut giert?" Die Frage war wohl rein Rhetorisch, den Zargos deaktiviert die Waffe und lässt sie wieder im Boden verschwinden. Irgendwie war das ein Test und wir scheinen ihn bestanden zu haben.

"Na gut, ich werde diese Unterhändlerin von diesem Haus Fyris empfangen. Aber diesen Mist könnt ihr wieder mitnehmen." Zargos schnippt an das Diorama und im nächsten Moment löst sich das Ganze in einem goldenen Nebel auf. Fierfek! Was es auch immer ist, wir werden alle davon betroffen. Wie heißt es so schön, traue niemanden, denn alle werden dich früher oder später verraten. In diesem Fall früher. Deswegen ist die Adlige auf der Vol Yunkai Station auch so schnell bereitwillig auf 20 000 Credits hoch gegangen. War damals schon misstrauisch, dass da ohne großes Feilschen unser Preis akzeptiert worden war. Jetzt ist klar, warum. Das ist äußerst ärgerlich, wenn man nicht für voll genommen wird. Und wir hätten dieses Ding besser analysieren sollen. Ist ja nicht so, dass wir nicht entsprechende Mittel zur Hand gehabt hätten. Aber damit hatte wirklich niemand rechnen können.

Schnell wird durch eine Untersuchung von einem Medidroiden das wir alle mit einem Degenerativen Retrovirus verseucht sind. Soll heißen, die Krankheit ist nicht ansteckend, aber wir sind durch die goldene Nebelwolke damit infiziert und haben noch etwa drei Tage zu leben. In zwölf Stunden soll es anfangen, unangenehm zu werden. Das sind äußerst unerquickliche Nachrichten. Zargos Zarbossa ist entsprechend angepisst. Ganz abgesehen davon bin ich das auch. Diese Lady Fyris auf der Vol Yunkai Station sollte sich besser warm anziehen.

Gezwungenermaßen klingelt Zargos bei Lady Fyris an. Ohne Begrüßung kommen die gleich zum Kern des Geschäftes. Das Juwel von Varian gegen das Heilmittel. Da Zargos sauer auf uns ist, weil wir ja als Boten so böse sind, ordert er nur eine Dosis des Heilmittels. Für uns "Maden" gibt es nichts, aber falls wir den Virus irgendwie überleben sollten, werden wir seine Hochachtung gewinnen. So ein arroganter und blöder Banthakotaufsammler! Wenigstens ist der Herrscher dieser Welt so gnädig und lässt uns einfach nur an einem Stück entfernen. Das ist jetzt doppelt blöd, weil ich gerne noch mit Khador über meine Schwester geredet hätte, der aber nicht mehr am Tisch von vorhin sitzt. Fierfek!

Wie auch immer, unsere schwer bewaffnete Eskorte wirft uns aus dem Kasino hochkant raus und da stehen wir nun wie die Narren, die wir wohl auch sind. Ich bin nicht wütend oder sauer. Nein, dass sind nicht die richtigen Wörter um zu beschreiben, wie es in mir aussieht. Ich bin so unendlich wütend und so unglaublich sauer! Nicht nur, weil ich hintergangen und mit einem tödlichen Virus infiziert bin, sondern auch weil ich die Gelegenheit verpasst habe, ein paart Takte mit Khador zu reden. Vielleicht hätte er alles geleugnet, aber vielleicht mir auch ganz einfach die Wahrheit gesagt, um sein Gewissen zu erleichtern. Das werde ich jetzt vielleicht nie mehr erfahren. So nah war ich schon lange nicht mehr an meiner Schwester dran gewesen und jetzt so was. Das ist mehr als nur ärgerlich.

Da kommt uns auch just schon die designierte Unterhändlerin des Hauses Fyris entgegen, begleitet von einem Dutzend schwer bewaffneter Leibwächter, was ihr wahrscheinlich das Leben rettet und mich von einer Kurzschlusshandlung abhält. Hier ist eine der wenigen bewachten Zonen des Planeten, so dass ein Feuergefecht sehr schnell enden würde, nämlich mit unserem Tod. Aber wir haben noch ein Druckmittel an Bord unseres Schiffes und so lassen wir es, hier ein Gefecht anzufangen, dass zwar glorreich, aber absolut sinnlos mit unserem Tod geendet hätte.

Zurück auf der "Vanguard" klemme ich mich hinter die Hyperfunkkonsole aus dem Klonkrieg und läute freundlich auf der Vol Yunkai Station an. Also ob rein gar nichts wäre bekommen wir Lady Fyris als Holoprojektion zu sehen. So macht Telefonieren gleich viel mehr Spaß. Ich habe in meiner momentanen Gefühlslage keine Lust auf Shakas umständliche Art und übernehme selbst das Reden. Wir haben illustre Gäste an Bord, die wir aus einer äußerst misslichen Lage gerettet haben. Ich nenne die Namen der drei geretteten Adligen aus dem Hause Fyris. Die gute Frau will Beweise sehen und ich bitte die drei Grazien doch nett, mal mit ihrer Verwandtschaft zu plaudern. Nachdem das geklärt ist, bekommen wir innerhalb einer halben Stunde das Gegenmittel geliefert. Dazu noch eine Einladung nach Fyria zu kommen, einem der vier Monde von Calfa und Sitz des Hauses Fyris. Das sich die beiden Namen so ähneln dürfte kein Zufall sein. Da wir erst dort unsere Bezahlung bekommen sollen, müssen wir wohl dort hin. Ich bin darüber nicht begeistert. Neutraler Grund wäre mir lieber gewesen. Auch wäre es jetzt kein Akt gewesen unsere drei "Gäste" einfach der Unterhändlerin zu übergeben und das sie uns das Geld aushändigt, dass uns nach Auftragsende zusteht.

Allerdings sind die anderen guter Dinge, dass sich auf Fyris alles zum guten entwickeln wird. Haben die nicht gerade wie ich erlebt, dass unsere Auftraggeber uns so über das Ohr gehauen haben, dass davon eine Narbe bleiben wird. Fierfek! Ich traue dem Haus Fyris nicht weiter als wie ich sie werfen kann. Als gutes Teammitglied beuge ich mich den Argumenten der anderen, dass sie uns wohl kaum in ihrem eigenen Schloss umbringen werden. Edna als geborener Hapaner versichert mir, dass das Gastrecht unantastbar ist. Wir wären Gäste des Hauses Fyris und so lange wir dort keinen Privatkrieg anfangen, kann uns dort nichts passieren. Nun gut, ich vertraue auf Ednas Einschätzung, da er wohl als Hapaner ein Experte auf diesem Gebiet sein dürfte. Auch halte ich ihn für vernünftig und vertrauenswürdig.

Weitere Waren nehme wir keine auf, dafür ein paar frische Lebensmittel und machen die Frischwassertanks voll. Ich quetsche mich in den Sessel des Co-Piloten und beginne mit dem Checkup. Unser Schiff ist durch den Raketentreffer immer noch leicht beschädigt und bis jetzt kamen wir nicht dazu, die "Vanguard" in eine Werkstatt zu geben. Alle Systeme laufen gut und Scav füttert den Navigationscomputer schon mit den notwendigen Daten. Es werden insgesamt neun Sprünge bis nach Calfa mit seinen vier Monden sein. Wir beenden den Checkup, da alles System einwandfrei funktionieren. Die Repulsorliftantriebe heulen auf, als wir abheben. Das Fahrwerk fährt ohne zu Mucken ein und wir gewinnen schnell an Höhe, während Lyn stetig die Geschwindigkeit erhöht. Ohne Probleme passieren wir die äußere Atmosphäre und erreichen nach wenigen Minuten einen sicheren Absprungpunkt. Die Berechnungen sind inzwischen fertig.

"Volle Energie!" Wir tauchen ein in den blauen Tunnel aus Licht.

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Das war schon ein äußerst überraschender Ausgang der Audienz. Auch die Situation mit dem  Sithschwert war nicht ohne. Das ist ein weiterer Hinweis, dass hier vor sehr langer Zeit die Sith am Werk waren. Äußerst ärgerlich war auch die verpasste Chance mit Khador zu reden.

Nakago

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« Antwort #71 am: 08. Januar 2019, 15:49:04 »
Esk

Wir brauchen fast einen ganzen Tag, um die neun Sprünge durch den Ionennebel zu absolvieren. Die meiste Zeit lungern wir an den Navigationspunkten herum, während die Kühler des Navigationscomputers immer lauter werden. Die Berechnungen sind äußerst komplex und dauern deswegen entsprechend. Die Sperrzone der Vergänglichen Nebel hat nicht umsonst so einen berüchtigten Ruf. In diesem Labyrinth zu navigieren ist kein Kinderspiel. Und ich bin froh, dass wir inzwischen auf eine umfangreiche Datensammlung verschiedener Routen zurück greifen können, so dass wir immer mehrere Alternativen zur Auswahl haben. Auch hat sich Scavangerbot 523 als kompetenter Navigator entpuppt.

Schließlich kommen wir im Raum des Hapanischen Konsortium heraus, wo 63 Welten ein kleines, von der Außenwelt abgeschottetes Königreich bilden.  Calfa selbst ist eine grüne Welt mit blauen Sprenkeln. Ein Drittel ist mit Wasser bedeckt. Wüsten sind trotzdem eher die Ausnahme. Da Calfa prinzipiell für Raumverkehr gesperrt ist, läuft der ganze Außenhandel über eine Raumstation im hohen Orbit mit dem Namen Calfa Prime. Die lassen wir links liegen und fliegen den Waldmond Fyria an. Wir identifizieren uns und bekommen einen Anflugsvektor und Landeplattform angesagt. Wir beginnen mit dem Sinkflug und landen in einer netten Landebucht. Ein illustres Empfangskommando aus uniformierten Dienern und bewaffneten Wachen erwartet uns mit einem Spalier. Mit noblen Gleitern aus mir unbekannter Produktion werden wir zum Anwesen chauffiert. Um uns ist hügliger Tannenwald. Man merkt der Landschaft an, dass hier massiv Terraforming betrieben wurde. Häuser oder gar Dörfer sehen wir auf der Fahrt keine.

Der Hauptsitz des Hauses Fyris entpuppt sich als Stadt aus Villen und Palästen. Je näher im Zentrum, desto wichtiger die dort wohnende Familie und größer das Anwesen. Schließlich geht es durch einen idyllischen Park zum zentralen Schloss. Ich bin nicht sicher, ob es nur protzig oder kitschig finden soll. Von weniger ist mehr hält man hier definitiv nichts. Es gibt wohl kein Fleck auf der Fassade, der nicht irgendwie verziert ist. Man hätte dafür vielleicht nicht unbedingt als Gestalter ein sechs Jahre altes Mädchen anwerben sollen, dass mitten in der Glitzerphase ist.

Lady Varia plaudert etwas aus dem Nähkästchen. Seit ihrem Debütantinnenball war sie nicht mehr im Schloss gewesen. Ihre Familie wohnt im mittleren Segment, wo die noch halbwegs betuchten Familien leben. Ihre zwei Cousinen sind schon in den "ärmlichen" Villen am Rand aufgewachsen. Diese "Villen" sind auch schon Herrenhäuser, auf die mancher imperialer Gouverneur sicher neidisch gewesen wäre. Selbst die Familien am Rand wohnen im absolutem Luxus, von Dienern und Lakaien verwöhnt.

Was natürlich jetzt das Stichwort ist, da ein Schwarm Lakaien uns aus dem Gleiter hilft. Da ich immer noch meine gute Kleidung trage, die ich extra für die Audienz gekauft habe, fühle ich mich nicht vollkommen deplatziert wie Lyn oder Shaka, die wieder ihre normalen Klamotten tragen. Edna trägt nun Uniform von einer Einheit, die ich nicht kenne. Wie auch immer, ein Mann heißt uns herzlich auf Fyria willkommen und entschuldigt die etwas unglücklichen Umstände und das Missverständnis. Ich stelle mir bildlich vor, wie eine Salve einer schweren Turbolaserbatterie in diesen Komplex einschlägt, was ein breites lächeln auf mein Gesicht zaubert. Der Duchtess Selvin Fyris scheint das wohl so zu deuten, als hätte ich diese Angelegenheit schon vergeben und vergessen. Aber dem ist nicht so. Wir werden in die Empfangshalle geführt, welche in etwa die Ausmaße des Hangars der Gundark hat und der war darauf ausgelegt, gleichzeitig drei YT-1300 zu reparieren. An den Wänden sind Stammbäume aufgemalt, dazu hängen meist Portraits derjenigen neben ihren Eintrag. Auch hier ist Prunk angesagt. Der Boden besteht aus grauem Marmor, der so blank poliert ist, dass ich mich drin spiegeln kann. Unten ohne im Kleid ist hier definitiv keine gute Idee.

Leider ist es heute zu spät für einen offiziellen Empfang, aber wir sind herzlich zu einem Frühstück mit der Ducha des Hauses Fyris eingeladen. Danach gibt es eine Jagdgesellschaft und anschließend ein pompöses Abendessen. Und erst danach dürfen wir dann unsere Belohnung in Empfang nehmen. Das wären dann mal 30 000 Credits für die Übergabe des Geschenkes und das retten der drei weiblichen Fyris aus den Klauen der Schwarzen Sonne. Als kleine Zugabe eine Handelslizenz für den Raum des Hapes Konsortium, sprich alle 63 Welten, Monde und Stationen. Da ist ja noch das kleine Problem mit unserem Kopfgeld, also wäre diese Lizenz für Eileen Wolan, die tote Eignerin der "Vanguard" deren Identität ich angenommen habe. Auch bekommen wir eine Audienz bei der Botschafterin der Neuen Republik zugesichert, um das Missverständnis mit unserem Kopfgeld aus der Welt zu schaffen. Also müssen wir nur das glatte Parkett der Diplomatie überleben. Wenn das mal nur gut geht.

Jeder bekommt ein Gästezimmer zugeteilt. Zimmer ist hier als Unterstatement zu verstehen. Das sind schon kleine Wohnungen aus einer Mischung aus Wohn- und Empfangszimmer, einem Schlafzimmer wo sich das mächtige Prunkbett schon beinahe verliert und ein Badezimmer das größer ist als der Aufenthaltsraum der "Vanguard". Ich bin sicher, in den Wänden sich Überwachungsgeräte versteckt. Trotzdem ziehe ich mich aus und nehme ein ausgiebiges Schaumbad. Das tut gut, einfach in ein Berg von Schaum zu steigen und zu entspannen. Trotzdem bleibe ich wachsam. Alte Angewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen. Edna sagt, hier wäre es sicher, da wir unter das heilige Gastrecht fallen und das wird dann schon stimmen. Trotzdem kann ich nicht abschalten. Mein Leben besteht eigentlich nur aus Kampf und Jagd, mal Jäger, mal als Beute. Und oft irgendwie beides.

Nach dem Bad schlüpfe ich in einen bereit gelegten Schlafanzug und kuschle mich unter die flauschige Zudecke. Schnell schlafe ich ein und werde dann am Morgen von einer Zofe geweckt, die mir beim ankleiden und auch dem Haare machen hilft. Das ist schon praktisch. Ich versuche mit ihr ins Gespräch zu kommen, leider muss ich ihr alles aus der Nase ziehen. Nicht sehr ergiebig. Trotzdem bekomme ich ein paar Sachen heraus. Die Momentane Königinmutter ist sehr von Admiral Thorne und seinen Neuerungen angetan. Es gibt im Konsortium zwei Strömungen, die einen, welche die Traditionen hochhalten und keinen Fortschritt wollen. Dann die Reformer, die mit Hilfe von Thornes Technologie alles modernisieren wollen, um einen möglichen Angriff der Neuen Republik abzuwehren.

Der Bürgerkrieg zwischen den Truppen der Allianz und des Imperiums hat im Konsortium die Furcht geweckt, dass der hochgerüstete und kampferfahrene Sieger es an der Zeit hält, das Hapes Konsortium in die Republik zu führen. Mon Mothma ist aber keine Kriegsherrin und hat vollauf damit zu tun, die Republik wieder zu einen und die tiefen Gräben aufzufüllen. Und die Schlachten von Endor, Kuat, Corellia und Jakku haben sehr viele der großen Kriegsschiffe der Allianz vernichtet. Die Allianz hat sehr viele kleine Kriegsschiffe, aber mit Großkampfschiffen sah es immer eher Mau aus und daran hat sich meines Wissens kaum etwas geändert. Die Neue Republik könnte große Schwierigkeiten haben, eine starke Flotte wie die des Konsortium zurück zu schlagen. Dafür hat die Neue Republik sicherlich erfahrene Truppen.

Nun geht es zum Frühstück, das sehr ritualisiert abläuft. Die hier herrschende Ducha ist der Dreh und Angelpunkt. Niemand nimmt Platz, bevor sie nicht Platz genommen hat. Auch bestimmt sie die Länge jeden Ganges, der von Lakaien nach und nach aufgetragen wird. Dabei ist es auch noch wichtig, welches Besteck genommen wird. Lyn und Shaka versuchen sich tatsächlich anzupassen, ich habe für diesen Firlefanz nur wenig übrig. Das ganze pompöse Drumherum dient meiner Meinung nach nur die Oberflächlichkeit und Hohlheit der ganzen Adelsschicht mit unnötigen Ritualen zu kaschieren. Es hat schon seinen Grund, warum es so etwas wie Adel auf Corellia schon lange nicht mehr gibt. Ich stelle mir die ganze Zeit bildlich vor, in welcher Reihenfolge und mit welchen Mitteln ich die ganze Gesellschaft mehr oder weniger grausam ins Jenseits befördere, so dass ich die ganze Zeit über lächle.

Nach dem Frühstück dürfen wir uns für die Jagd umziehen. Meine Zofe hat schon ein passendes Jagdkostüm für mich bereit gelegt. Die Kleidung verfügt über ein grünes Waldtarnmuster. Die Art ist etwas Gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich doch funktional, auch wenn es der Schneider auch hier geschafft hat, ziemlich viele unnötige Verzierungen anzubringen. Meine Seitenwaffen nehme ich mit, auch wenn wir Jagdgewehre gestellt bekommen. Im Außenhof hat der Jagdmeister Tische aufgebaut, auf denen die Jagdwaffen liegen. Geschosswerfer mit Hülsenloser Munition im Kaliber von 12,5. Das Magazin ist in einer Röhre unter dem Lauf angebracht und muss umständlich manuell Patrone für Patrone nachgeladen werden. Der stämmige Jagdmeister oder einer seiner Gehilfen übernimmt das nachladen. Zwei Kolben in der Schaftplatte dienen als Rückstoßdämpfung. Das Zielfernrohr hat ein Absehen mit zwei Stacheln für schnell bewegliche Ziele. Die Waffe kann halbautomatisch Feuern und ist unglaublich reich verziert. Intarsien, Zilisierungen und aufwendige Einlegearbeiten. Ich löchere den Jagdmeister nach ballistischen Daten, die er nur sehr rudimentär wieder gibt.

Unser Jagdwild sind Rancore, die in einem Tal in der Nähe in einem Freigehe gehalten werden. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft sind ein paar jugendliche Mädchen, Jungen und junge Männer. Statt  Gleiter oder Swoopbikes bekommen wir Laufdrachen gestellt. Edna erklärt uns, wie man mit diesen Viechern umgeht. Hier bekommen wir zum ersten mal zu hören, dass Edna einst ein Mitglieder Calfa Dragoner war, einer Eliteeinheit, die auf leibhaftigen Laufdrachen in die Schlacht reitet. Mir sind die Viecher ziemlich suspekt. Jedes Gefährt, was nicht im Leerlauf schwebt, ist mir irgendwie unheimlich.

Ich schieße mein Gewehr auf die Entfernungen 50, 100 und 300 Schritt ein und mache mich mit der Waffe vertraut. Sie ist schwer, federt aber den gewaltigen Rückstoß des großen Kaliber dank des überraschend gut funktionierenden Kolbensystem gut ab. Durch das vergleichsweise hohe Gewicht und die Länge der Waffe ist sie äußerst träge beim schwenken. Für einen querenden Rancor in über hundert Meter Enterung ist das aber ausreichend.

Die Geschosse sind Innen hohl und verfügen über genug Gift, um einen Rancor auszuschalten. Das behauptet jedenfalls der Jagdmeister. Ich bin zwar der Ansicht, dass ein Raketenwerfer die einzig richtige Waffe ist, um einen Rancor zu töten, aber das wäre wohl unsportlich. Ein gutes Gefühl habe ich nicht bei der Sache.

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Lustige Abenteuer bei Adligen. Hier bekommt man die Sonnenseiten vom Leben im Hapes Konsortium zu sehen.

Nakago

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« Antwort #72 am: 10. Januar 2019, 15:10:18 »
Forn

Schließlich brechen wir auf und schon beim aufsteigen merke ich, wie ich diesen Drachen hasse und er mich. Mir fehlt ein Lenker, eine Bremse und ein Beschleunigungshebel. Ich bin ziemlich unglücklich auf dem Rücken von diesem Ding. Spaß ist etwas anderes. Schon nach zehn Minuten tut mir der Hintern weh, nach zwanzig Minuten habe ich ein äußerst unangenehmes ziehen in den Oberschenkeln und nach einer halben Stunde schmerzt mein Rücken. Zwar versucht Edna mir ein paar Tipps zu geben, aber wirklich verbessern tut dies meine Lage nicht.

Meine Laune hebt sich, als wir endlich auf ein paar Rancore treffen. Ich ziehe das Jagdgewehr aus dem Futteral, entsichere es, lege an und ziele. Der Laufdrache hält wenigstens still und ich kann in Ruhe das Ziel zentrieren. Da visiere ich einfach mal den größten Rancor an und schieße auf seinen Kopf, in der Hoffnung, seine große Klappe zu treffen. Sauber ziehe ich ab und der Schuss bricht. Das große Kaliber hat trotz der Rückstoßdämpfung immer noch einen unangenehmen Rückstoß. Der Lauf wandert gerade hoch und fällt genau dorthin zurück, wo ich vorher gezielt habe. Ein sauberer Schuss und sofort ziehe ich ein weiteres mal ab. Schnell hinter einander erziele ich mehrere Wirkungstreffer und die Kreatur bricht in sich zusammen. Leider sind die anderen Jäger nicht so versiert wie ich. Scav klammert sich krampfhaft hinter Lyn an deren Sattel fest, währen die orangene Twi´lek die Landschaft mit wild herumfliegenden Projektilen pflastert. Die Bäume tun mir wirklich Leid. Shaka leistet ihr dabei gute Schützenhilfe und ist dabei auch nicht schlechter als der Großteil der sogenannten Jagdgesellschaft, die eher Deckungsfeuer zu geben scheint. Leider bin ich die einzige, die einen Rancor zu Boden geschickt hat. Da er noch um sich schlagend auf dem Boden hin und her wälzt ist nicht sicher, ob der nun am Gift sterben oder sich erholen wird. Ich sag ja, Raketenwerfer ist die einzige für einen Rancor geeignete Jagdwaffe.

Die Rancore stapfen frohgemut auf das zu, was sie für ihr Mittagsbuffet halten. Und damit sind wir gemeint. Der Jagdleiter gibt das Zeichen zum Rückzug, bevor es zum Massaker kommt. Und mit Massaker sind ebenfalls wir gemeint. Der Reitdrache reitet nun endlich genau in der Geschwindigkeit und in die Richtung, die auch ich will. Leider wird das nicht ausreichen. Ich beginne nun zur Route zu kreuzen, um so einen Schuss während dem reiten auf die verfolgenden Bestien abgeben zu können. Auch Edna benutzt diese Taktik und wir geben Sperrfeuer nach hinten. Das verlangsamt die Bestien etwas und lässt den Vorsprung der anderen wachsen. Schließlich wird einer der jungen Reiter abgeworfen und der Jagddrache hält es aus irgend einem Grund für eine gute Idee sich mit Kreaturen anzulegen, die deutlich größer sind als er. Nun ja, der Drache greift an und wird innerhalb von Augenblicken in Stücke gerissen, was die Rancore aber zum Stillstand bringt. Der Jagdmeister rettet derweil den jungen Reiter und zieht ihn auf sein Tier hoch. Inzwischen habe ich verschossen und wir treten einen geordneten Rückzug an.

Das ganze war irgendwie als Lehrstück für die Jugend gedacht. Ich muss gestehen, den wirklichen Sinn und Zweck des ganzen geht über meinen corellianischen Horizont. Je mehr ich von dieser Kultur sehe, desto mehr erkenne ich, wie sehr diese Gesellschaft sich von der der Neuen Republik im Allgemeinen und der von Corellia im Speziellen unterscheidet. Wenigstens gab es bei diesem Unsinn keine Toten oder richtig Verletzte. Mein Hintern ist trotzdem wund, meine Oberschenkel ein Krampf und mein Rücken ein einziger Schmerz. Es hat schon seinen Grund, warum Corellianer Swoopbikes und keine Laufdrachen haben.

Wir bekommen Gelegenheit uns Frisch zu machen und uns auf die Abendgesellschaft vorzubereiten. Genau genommen will ich hier nur noch weg. Diese ganzen Komplikationen haben mich wieder von Khador getrennt, falls er es denn wirklich war. Statt weiter nach meiner Schwester zu suchen, hänge ich hier herum und versuche mich in einer Welt zurecht zu finden, die mir gänzlich fremd ist. Und ich die ich mich auch nicht intrigieren will. Es heißt zwar, bist du auf Coruscant, dann gib dich wie ein Coruscanter, aber diese Kultur mit seinen ganzen hohlen Ritualen und sinnlosen Prunk widert mich durchaus an.

Abendgarderobe wird mir gestellt und ich sehe richtig schick in dem vorne wie auch hinten tief ausgeschnittenen Kleid aus. Leider habe ich im Gegensatz unserer Twi´leks nicht die Körbchengröße, um den Ausschnitt wirklich zu füllen. Tja, man kann nicht alles haben, auch wenn sich meine Zofe wirklich alle Mühe gibt, mich hübsch zu verpacken. Zum Abendessen gibt es frischen Rancor serviert. Zähes Fleisch, schmeckt aber besser als auf Anduras. Wahrscheinlich der Rancor, den ich angeschossen habe und der als einziger sichtbar zu Boden gegangen ist. Sonst hat ja keiner einen sichtbaren Wirkungstreffer gelandet. Ich versuche mich in etwas Smalltalk. Ich bekomme etwas mehr heraus als von meiner Zofe. Das einzige neue ist, dass die Ducha von Calfa auch nicht sehr von den ganzen Entwicklungen mit dem Imperium um Thorne angetan ist. Allerdings steht die gute Frau unter massivem Druck, weil sie einen neuen Kampfdrachen der königlichen Flotte zur Verfügung stellen muss. Da scheint ja General Gale mal was richtig gemacht zu haben. Seit dem Attentat mit den Retroviren habe ich einen ziemlichen Hals auf die Hapaner im allgemeinen und Haus Fyria im besonderen. Ich bin nicht der Typ, der wegen so was jetzt mit Granaten herum hantiert wie Shaka auf Quaria. Trotzdem bin ich immer noch sauer deswegen und kein Geld der Galaxis kann das wirklich kompensieren.

Ich tauche ein in die ziemlich komplizierte Familienpolitik des Systems von Calfa. Auf den vier Monden herrschen die vier mächtigsten Familien von Calfa, die hinter dem eigentlichen Herrscherhaus der Ducha von Calfa, Evolyn Safia stehen. Das Haus Virin herrscht auf dem Mond Vir und gelten als großindustrielle Unternehmerfamilie. Die sitzen also nicht nur in ihren Prunkschlössern herum, sondern machen wirklich was aus ihrer Zeit. Das Haus Zacha regiert auf Zach und das Haus Skyris herrscht über den Mond Skyra. Bald schwirrt mein Kopf vor vielen neuen Informationen und ich beginne, die Namen wild durcheinander zu werfen.

Bei der ersten Gelegenheit entschuldige ich mich und gehe in meine Zimmerflucht. Dort nehme ich noch mal ein entspannendes Schaumbad, aber die Wut über die ganzen Umstände brodelt immer noch in mir. Die Fyris haben uns nach Strich und Faden verarscht. Anders kann man das nicht ausdrücken. Sie haben uns mit ihrem Verhalten klar gemacht, dass wir total entbehrliche Diener in ihren Augen sind. Fremdweltler, nicht der Rede wert, wenn die drauf gehen, auch wenn sie erfolgreich in ihrer Mission sind, so sparen die Fyris das Geld. Hätten wir nicht drei "Gäste" des Hauses als Faustpfand gehabt, wäre es wohl sehr eng geworden. Jedenfalls ist das nicht die Grundlage für ein vertrauensvolles Geschäftsverhältnis.

Das Bett ist sehr stabil und gut gefedert. Also tu ich etwas, dass ich nicht mehr getan habe, seit dem ich Corellia als kleines Kind habe verlassen müssen. Und dabei ist es mir egal, ob das eventuell von irgendwelchen Überwachungsgeräten aufgezeichnet wird. Im Schlafanzug bekleidet klettere ich auf das Bett und beginne zu hüpfen. Das ist vielleicht ein Spaß! Sicherlich verdammt kindisch, aber mir ist das so was von egal.

Der Morgen kommt und wir können endlich abreisen. Wir bekommen tatsächlich 30 000 Credits ausgehändigt. Dazu noch ein Handelszertifikat des Hauses Fyris, was uns nun den Handel im Hapes Konsortium ermöglicht. Leider gab es gerade ein Bombenattentat auf die Ducha Leonin Skyris von dem Mond Skyra. So ist es momentan nicht möglich die Botschafterin der Republik zu kontaktieren. Ducha Leonin Skyra war eine von jenen, welche der Contra Imperiumsfraktion angehört haben. Womöglich genau genommen höchst wahrscheinlich, war der Anschlag politisch motiviert. Das pikante daran ist, dass auch der Kronprinz und einzige Sohn Sylas beim Attentat ums leben kam und es keine Töchter gibt. Die Thronfolge der Herrscherfamilie von Skyra ist also momentan offen, da mehrere Leute nun Ansprüche auf den Thron anmelden können.

Nun ja, auf Calfa herrscht gerade Chaos und vielleicht ist es möglich, dort ein paar lukrative Aufträge an Land zu ziehen. Endlich können wir diesen Ort hier verlassen. Eigentlich war der Aufenthalt angenehm, die Gastgeber freundlich, die Belohnung angemessen und die Jagd durchaus interessant, wenn auch von der Gesamtkonzeption äußerst seltsam. Trotzdem glimmt in mir immer noch der Zorn über den "Verrat" auf Quaria. Wirklich vergeben und vergessen kann ich das noch nicht. Aber das ist nicht eine Zelle der Schwarzen Sonne, die wir mal kurz im Alleingang auslöschen können. Und Rache ist nicht lukrativ und führt nicht auf die Spur zu meiner kleinen Schwester zurück. Also verschließe ich meinen Zorn in meinem dunkelsten innersten und kümmere mich um aktuelle Probleme, nämlich schnell viel Geld zu verdienen. Und nach Quaria zurück zu kommen, um dort noch einmal Khador aufzuspüren und ihn mir zur Brust zu nehmen. Also blicke ich nun wieder nach vorne und halte mich nicht mit unnützen Rachegedanken auf.

Nakagos wirre Gedanken

Die Jagd war schon etwas seltsam. Fällt in die Rubrik verpasste Gelegenheit um was richtig geiles draus zu machen.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #73 am: 13. Januar 2019, 15:58:09 »
Grek

Zurück an Bord unseres Schiffes machen wir alles klar für einen Start und heben so schnell wie möglich ab. Der Transfer zur Freihandelsstation Calfa Prime verläuft ohne Probleme, ebenso die Formalitäten. Das Zertifikat das Hauses Fyris ist wirklich von Nutzen. Wir hören uns in den einschlägigen Cantinas der Station um, was es denn gerade für lukrative Geschäftsmöglichkeiten gibt.

Ein etwas dubioser Auftrag würde uns zurück in den Raum der Neuen Republik führen und zwar zur Mynaros Station. Die dortige Kommandantin der Station stellt sich dem freien Handel mit Gütern des Hapes Konsortium in den Weg. Im Klartext, die momentanen Summen sind für die gute Frau nicht verlockend genug. Also wird jemand gesucht, der ihr klar macht, nicht zu gierig zu sein. Da wir selbst da gesucht werden, ist unsere Verhandlungsposition nicht gerade die Beste, um das mal vorsichtig zu formulieren. Also lehnen wir dankend ab.

Auf Cyphera ist der Künstler Thald Krudd in der Traumwelt verschollen und seine Mäzene sind darüber äußerst besorgt, da wohl eine Vernissage bevorsteht. Nun ja, die Traumwelt ist kein Ort, wo wir gerne hin möchten. Also nein.

Am Stadtrand von Calfa Stadt befindet sich ein Lager mit zur Verbrennung vorgesehenen Schmugglergüter, die nicht besonders gut bewacht sind. Da sprechen mehrere Gründe dagegen, erstens wollen wir uns gerade erworbenes Handelszertifikat des Hauses Fyris nicht riskieren. Zweitens, wie transportieren wir die aus ihrem Gefängnis befreite Ware dann bitte ab? Schließlich können wir mit der "Vanguard" nicht offiziell dort landen und für ein heimliches Eindringen in diesen Luftraum haben wir nicht die notwendige Ausrüstung an Bord unseres Schiffes. Also auch nicht.

Aufgrund der sich am Horizont sich abzeichnenden politischen Verwerfungen versuchen einige Leute heikle Dinge in Sicherheit zu bringen. Wir bekommen vier Angebote für verschiedene Transfers. Drei wären zur Vol Yunkai Station und einer nach Quaria, wo wir eh hin müssen. Allerdings müssen wir die Fracht, bzw. die eigentlichen Kunden auf der Oberfläche von Calfa einsammeln. Das hört sich vielversprechend an und wir nehmen das nächste Shuttle nach Calfa Stadt.

Der Transfer in dem solide eingerichteten Shuttle einer mir gänzlich unbekannten regionalen Baureihe verläuft ohne Komplikationen. Wir können beim Anflug einen schönen Blick aus dem Fenster auf die sehr weitläufige Stadt werfen. Im Zentrum ist der Königspalast, der noch prächtiger und noch kitschiger aussieht wie der Stammsitz des Hauses Fyris. Ein gewaltiger Park mit malerischen Seen und lieblichen Wäldchen umgibt das Schloss. Einige Segmente sind naturbelassen, andere ein Prachtstück regionaler Gartenarchitektur. Darum gruppieren sich in großzügigen Anwesen die Adelshäuser. Darauf folgt ein weiterer Park und dann ein Gürtel aus einem Mischgebiet aus Lagerhäusern, Fabriken und Bürokomplexen. Normale Leute leben hier nicht. Des Rätsels Lösung ist, dass sich fünf Ebenen unter der Oberfläche befinden. So wie auf Coruscant, aber eben nur fünf und keine tausende von Ebenen. Wer hier nicht von Adel ist, hat kein leichtes Leben.

Als lizenzierte Händler ersparen wir uns lästige Formalitäten und werden quasi durchgewunken. Nun gut, dieses Handelszertifikat erweist sich als äußerst praktisch und ein großer Teil meines Zorns verraucht. Mit den Twi´leks im Schlepptau fallen wir auf wie bunte Banthas. Am Raumhafen ist es leichter in in den Untergrund, sprich in die unteren Ebenen zu kommen als in die eigentliche oberirdische Stadt. Da unsere Kunden eh dort unten sind, spielt das keine Rolle.

War die Luft oben frisch und natürlich, herrscht unten ein ziemlicher Mief. Die Untergrundstadt besteht aus kreisförmigen langgezogenen Gewölben und ist etwas anders strukturiert als Coruscant. Wohnhabs schrauben sich aber hier bis zur Decke hoch. Durch die geordnete Struktur dienen die wahrscheinlich auch als zusätzliche Stützen für das langgezogene Gewölbe. In den Erdgeschossen befinden sich Fachläden, kleinere Reparaturwerkstätten, Cantinas und einschlägige Etablissements. Auf einigen Plätzen befinden sich noch Marktstände, die sich bis in die Straßen hinein ziehen. Zweigleisige Monorailbahnen befinden sich auf einer Stützenkonstruktion über der Hauptstraße. Es ist viel los auf den Straßen, da viele Leute Hamsterkäufe tätigen. Manche Lebensmittelläden wirken leer gekauft und viele Leute tragen ziemlich prall gefüllte Beutel mit Lebensmitteln mit sich herum. Ordnungshüter, denen Rüstungen fatal an die von Sturmtruppen erinnern, sorgen für Recht und Ordnung auf den Straßen. Eigentlich sind nur einige unwesentliche Details anders und die Helme sind eher die eigentlichen Imperialen Armee nachgebildet. Aber sonst könnten das durchaus Imperiale sein. Der Einfluss und die Veränderungen haben auch die unteren Ebenen schon erreicht. Kein gutes Zeichen.

Wir treffen unsere Kunden in verschiedenen Cantinas und holen Angebote ein. Nach den ersten drei ist unser Frachtraum eigentlich schon ausgebucht, trotzdem suchen wir den vierten Kunden auf der dritten Ebene auf. Ein Turbolift bringt uns dort hin. Hier ist es deutlich schäbiger als auf der obersten Ebene. Hier befinden Produktionsstätten, Halden, Lagerhäuser, Gewerbeparks und Strukturen, deren Sinn und Zweck ich auf dem ersten Blick nicht erkennen kann. Es gibt hier auch Slums in Ruinenbereichen, wo versehrte Bettler dahinvegetieren. Keine gute Gegend und meine Hand ruht demonstrativ auf dem Griff meiner Blasterpistole.

Der Ort den wir aufsuchen müssen schimpft sich hochgestochen Repositorium. Ein Repositorium  ist meines Wissens ein verwalteter Ort zur Aufbewahrung von Dokumenten, die öffentlich oder einem beschränkten Nutzerkreis zugänglich sind. Auf alle Fälle ist dieses gedrungen wirkende Gebäude durch ein Wachhäuschen mit Schranke geschützt, in dem ein vierschrötiger Kerl sitzt und Gesindel abschreckt. Wir tragen unser Anliegen vor und werden von einem alten Mann mit Bart in Empfang genommen. Er trägt eine dunkle Robe und führt uns in ein Hinterzimmer. Die Fracht besteht aus einer einzelnen Kiste mit jeweils Anderthalb Schritt Seitenlänge und ähnlicher Höhe, die etwa einen Zentner wiegt.

"Diese Kiste ist ungeöffnet auf direkten Weg unverzüglich zu einer Position an der Vol Yunkai Station zu bringen." Misstrauisch beäuge ich die Kiste. Ich kann an der Seite im oberen Bereich sehr viele kleine Löcher entdecken. Darin soll ganz klar eine Person geschmuggelt werden, entweder eine kleine Frau, ein Kind oder ein kleineres Alien. "Dort wird ein Schiff die Fracht übernehmen und Sie bekommen 10 000 Credits." Für eine Kiste ist das ein ziemlich stolzer Preis. Besonders da wir uns nicht mit der Sicherheit auf der Vol Yunkai Station herum schlagen müssen. Allerdings ist Menschen oder Alienschmuggel immer so eine Sache.

"15 000 Credits und keine weiteren Fragen!", meint der Archivar auf einige Rückfragen von uns. Nun gut, dass ist eine stolze Summe und ich weiß schon jetzt, dass wir uns jeden einzelnen Credit hart verdienen müssen. Oder wieder mal übers Ohr gehauen werden.

"Wir müssen uns kurz beratschlagen", meine ich und wir bilden in einer Ecke mal wieder einen Kreis. Uns ist allen mehr oder weniger klar, dass wir eine lebende Person schmuggeln. Shaka ist von vorne rein strickt dagegen, noch bevor wir das Für und Wider erörtern. Nach etwas hin und her beschließen Scav, Lyn und ich, dass wir den Auftrag annehmen werden. Aber bevor wir die Kiste an der Vol Yunkai Station übergeben, werden wir den Behälter öffnen und der Person darin die Wahl lassen, ob diese unser Schiff verlassen will oder irgendwo anders hin möchte. Auch auf die Gefahr hin, nicht dafür bezahlt zu werden.

"Wir nehmen an!", erkläre ich dem alten Archivar. Ein kleines Problem ist, dass wir nicht einfach so mit der Kiste weg fliegen können. Im Vorfeld muss eine ganze Reihe von Sensoren manipuliert werden, weil die Ware einen Sender hat, der nicht deaktiviert werden kann. In einem Gespräch auf Fyria habe ich erfahren, dass Adligen ein Sender implantiert wird, welche Entführungen erschweren soll. Die sind so angebracht, dass man sie nicht einfach herausschneiden oder mit dem abtrennen eines Körperteils austricksen kann. Auch ein Droidenkracher wirkt nicht, da sich der eigentliche Sender in einer EMP geschützten Kapsel befindet. Also haben wir einen jungen Adligen in der Kiste. Ich halte den Archivar nicht für einen kriminellen Entführer und auch nicht für jemand, der mit seiner jugendlichen adligen Freundin vorhat, durchzubrennen. Angeblich kam der Kronprinz bei dem Bombenattentat ums leben. Aber vielleicht befindet sich dieser auch in der Kiste oder wird sich darin befinden, wenn wir ein Route ausgekundschaftet haben.

Also tun wir das, eine Route an die Oberfläche vorbereiten. Der Archivar schickt einen Gehilfen mit, der uns zeigt, wo die ersten Sensoren sich befinden, auf welche Art sie arbeiten und wie man sie temporär ausschalten kann. Das wird nicht einfach werden. Während wir eine Route aussuchen, die so wenig Sensoren wie möglich hat, gehen wir auf einen Markt, wo wir uns entsprechendes Werkzeug besorgen. Noch während Shaka mit dem Händler verhandelt, werde ich auf einmal von einer weiß berobten Gestalt angerempelt, die eine silbermetallene Maske trägt. Ein ganzer Pulk von diesen seltsamen Kultisten bewegt sich auf den Zentrum des Marktes zu und baut ein kleines Rednerpult auf. Dann betritt ein Kerl mit einer goldenen Maske die Bühne und hält eine Ansprache. Shaka wird endlich Handelseinig und wir machen, dass wir Abstand zu diesen vermummten Rassisten bekommen, denn genau darum handelt es sich. Die Rede trieft vor Hass und ist gegen alle Fremdweltler und ihren ach so verderblichen Einfluss gerichtet. Offensichtlich gefällt ihnen die Gedanken nicht, welche die Neue Ordnung des Imperiums ihnen über die Hintertür bringt. Allerdings geht es hier direkt gegen jeden Nichthapaner und nicht nur gegen Aliens.

Ohne aufgehalten zu werden, können wir den Marktplatz verlassen und uns um unsere Aufgabe kümmern. Vier Sensoren müssen wir ausschalten. Die sind meist an sehr unzugänglichen Orten angebracht. Ich klettere hoch und Scav gibt mir aus der Ferne Anweisungen, was ich zu tun habe. Der Rest steht dabei mehr oder weniger erfolgreich Schmiere.

"Da kommt jemand!", heißt es auf einmal von Lyn, als schon ein paar Leute um die Ecke biegen. Toll, hat die orangefarbene Twi´lek Bolbifrüchte vor den Augen? Ich tu so, als wäre es ganz normal, in mehreren Metern Höhe an einem Schaltkasten herum zu hantieren. Besonders in meinen teuren Klamotten. Auf eine solche Aktion waren wir ja nicht vorbereitet. Wir wollten hier Aufträge an Land ziehen und nicht einen Adligen hier heraus schmuggeln. Dafür bin ich wirklich falsch angezogen. Aber mit meiner inzwischen schon ziemlich mitgenommenen Rüstung würde ich auch keinen Staat machen.

Schließlich haben wir alle Sensoren geblendet, ohne das die örtliche Sicherheit aufmarschiert ist. Gut, dann können wir die "Ware" ja mal abholen. Schon in der Nähe des Repositorium hören wir Lärm. Weißberobte Kultisten haben den Wachmann aus seinem Wachhäuschen gezerrt und treten von allen Seiten auf ihn ein. Einige tragen Blasterpistolen, andere nur Eisenstangen oder Metallschläuche mit gezackten Kugeln an der Spitze. Der Wachmann sieht schon ziemlich ramponiert aus. Ich mag es nicht, wenn eine Übermacht auf einen schon am Boden liegenden Mann eintritt. Und noch weniger mag ich Rassisten. Und als drittes mag ich Credits und ich schätze mal, die wollen uns unsere 15 000 Credits streitig machen. In der Summe gesehen: Verdammt großer Fehler!

Nakagos wirre Gedanken

Nun kommen wir zu den Schattenseiten von Calfa. Da kann man mal sehen, was alles passieren kann, wenn man etwas Fracht aufnehmen möchte.

Nakago

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« Antwort #74 am: 15. Januar 2019, 15:44:47 »
Herf

"He, ihr Scheißkerle!", rufe ich ihnen zu und einer schießt auf mich. Damit ruiniert er meinen neuen schönen Umhang samt Jacke, da er nur meine Schulter trifft. "Fierfek!" Im Gegenzug ziehe ich meine Blasterpistole in einer glatten Bewegung, mache einen seitlichen Schritt um von einem dort stehenden Müllcontainer etwas Deckung zu bekommen und verpasse dem Schützen ein drittes Auge in seiner Stirn. Das Tibanagas brät seine weiche Birne ziemlich gut durch und mit kochenden Augäpfel geht er zu Boden. Hat er nun davon, dieser rassistische Mistkerl. Shaka spricht uns allen Mut zu, Lyn geht schießend ebenfalls in Deckung und Scav schwingt voller Enthusiasmus seine Fäuste, da er seine klobige Vibroaxt auf dem Schiff gelassen hat. Wie gesagt, wir wollten Kunden treffen und keinen Krieg vom Zaun brechen. Ich beziehe weiteres Feuer, aber der Container hält den Einschlägen gut stand. Ich erschieße in schneller Folge zwei weitere dieser schießwütigen Robenträger, Lyn einen und Scav schlägt gleich zwei zu Brei. Ein Blick auf dem Wachmann macht mir klar, dass wir für ihn leider zu spät gekommen sind. Wir haben die Kuttenträger nur von weiterer Leichenschändung abgehalten. Das ist natürlich äußerst bedauerlich, aber leider nicht zu ändern.

Wir rücken weiter vor und eine Gruppe von Kultisten kommt uns entgegen, da sie den Kampflärm wohl gehört haben. Ich gehe in einer Nische in Deckung, da zwei der Angreifer Blasterkarabiner dabei haben und die können ziemlich weh tun. Eine Blasterpistole natürlich auch, aber die noch mehr. Ich erschieße beide Schützen, die anderen werden von meinen Kameraden zusammen geschossen. Als erstes schnappe ich mir einen der Karabiner. Unbekannte Bauart mit viel unnötigen Verzierungen. Nicht nur der Adel scheint hier auf überflüssige Dekoration zu stehen. Ich brauche einen Moment, um mich mit den Bedienelementen vertraut zu machen und dann kann es weiter gehen. Mit der notwendigen Eile, aber doch vorsichtig von Deckung zu Deckung sich bewegend, rücken wir in das Repositorium vor.

Zuerst finden wir einen toten Gehilfen vom Archivar, dann den alten Mann selbst in seinem Büro. Mehrere Einschüsse sind in seiner Brust zu sehen und es riecht nach verbranntem Fleisch. Die Kiste ist offen und leer. An der Wand ist ein Stapel von Büchern und Aktenordnern umgefallen und gibt nun einen schmalen Durchgang frei. Dahinter ist ein schmaler Gang, aus dem Rufe heraus schallen. Nun gut, wer immer in der Kiste war, ist wohl im Gang und noch nicht in der Hand dieser Mörderbande.

Mit der Waffe im Anschlag rücke ich als Erste in den schmalen, von einer Reihe von Leuchtgloben an der Decke erhellten Gang vor. Der endet an einer Treppe aus porösem Permabeton nach unten. Wir folgen deren Verlauf und kommen in ein mit unverputzten Permabeton verkleideten Gewölbe. Hier stehen Maschinen auf festen Sockeln, deren Sinn und Zweck ich nicht einschätzen kann. Aber die sind Momentan eh nur dazu da, um unsere Annäherung an die Bande von Kultisten zu erleichtern. Durch das Gewölbe fließt in einem Kanal eine große Menge an Abwasser, jedenfalls riecht so kein gutes Frischwasser. Über diesen Kanal ragt ein Kranarm, an dem sich eine Junge von etwa zwölf Jahren klammert. Er trägt gute Kleidung und macht einen beherzten Eindruck. Auf die andere Seite ist es noch ein gutes Stück und aus dieser Position unmöglich zu erreichen. Sechs Kultisten sind hier zu sehen. Vier sind am Sockel des Krans und zwei klettern gerade hinter dem Jungen her. Zwei haben Blasterkarabiner, der Rest Pistolen. Ich erschieße einen mit einem Blasterkarabiner, Lyn pflückt den Kultisten vom Kran, der dem Jungen schon gefährlich Nahe gekommen ist. Shaka erledigt den anderen auf dem Kranausleger und Scav läuft in den Nahkampf. Das Gefecht ist schnell zu Ende und jetzt gilt es den Jungen wieder auf den sicheren Boden zurück zu bringen. Inzwischen hält er sich krampfhaft am Ausleger fest und schaut uns misstrauisch entgegen.

"Der Archivar des Repositorium hat uns beauftragt, Euch nach Vol Yunkai zu bringen, wo ein weiteres Schiff Euch in Sicherheit bringen wird, Eure Majestät", erkläre ich dem Jungen und klettere ebenfalls an den Kran hoch, um dem Jungen bei der Rückkehr auf sicheren Boden zu helfen. Misstrauisch mustert der Knabe uns. Da er nicht abstreitet der angeblich tote Kronprinz zu sein, liege ich wohl mit meiner Vermutung diesbezüglich richtig.

"Woher weiß ich, dass ich euch trauen kann?", erwidert er durchaus berechtigt. Schließlich kennt er uns nicht und befindet sich in einer äußerst prekären Situation.

"Gar nicht, Eure Majestät. Aber wir haben einen Auftrag angenommen und der Deal steht noch. Euch bleibt nichts anderes übrig, als es darauf ankommen zu lassen. Und in den Fluss zu springen bringt Euch nur um, dass ist keine Lösung", erkläre ich und der mutmaßliche Thronfolger lässt sich nun von mir nach unten auf den Boden helfen. Das wäre geschafft. Aber unsere Probleme sind noch nicht zu Ende.

Der kleine Kronprinz heißt Sylas und er vermutet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass einer seiner Onkel hinter dem Bombenattentat steckt. Und der will Nägel mit Köpfen machen und den Jungen beseitigen, damit er selbst bestimmen kann, wer in Zukunft die Macht über sein Haus hat. Andere wiederum würden alles geben, um Sylas in ihre Finger zu bekommen und mit einer ihrer ledigen Töchter zu verheiraten, die damit dann die nächste Ducha wäre. Also haben sehr viele Leute momentan ein großes Interesse den Jungen in ihre Hände zu bekommen. Ein anderer Onkel würde ihn bei Vol Yunkai an Bord seines Schiffes nehmen und der hat angeblich genug Macht, um diesen Schlamassel wieder gerade zu biegen. Ich hoffe mal für Sylas, dass dies auch den Tatsachen entspricht.

Der Junge tut mir schon Leid, da ich genau weiß, wie es ist, die Mutter durch Gewalt zu verlieren und auf der Flucht zu sein. Auch wenn es eine Ewigkeit her ist, manchmal ist es für mich wie nur ein Tag her, als wäre Eloy noch an meiner Hand. Also hat der kleine Sylas meine vollste Unterstützung. Aber wir machen ihm klar, dass der Preis für den sicheren Transfer immer noch 15 000 Credits beträgt, die ausgemachte Summe. Natürlich könnten wir auch auf einen hohen Risikozuschlag bestehen, aber das wäre doch etwas daneben. Leben retten geht immer vor Leben nehmen!

Zuerst schlage ich vor, dass wir einfach die Kutten der Kultisten anziehen, um unerkannt mit dem Jungen weg zu kommen. Ist er halt ein kleiner Kultist. Leider zeichnen sich die Lekku der Twi´lek zu deutlich unter den Roben ab. Mein Scherz, die Tentakel einfach abzuschneiden kommt bei den Mädels von Ryloth nicht gut an und muss mir böse Morddrohungen anhören. Ich merke mir, keine Witze mehr über die Lekku anderer Leute zu machen. Trotzdem nehme ich eine der Kutten mit, wer weiß, für was die noch gut sein kann.

Da bleibt uns letztendlich wohl nichts anderes übrig, als seine Hoheit in die Kiste zu stopfen und diese durch die Gegend zu tragen. Als kleine Rache lasse ich die beiden Twi´leks beim tragen ordentlich schwitzen, da ich sie rein zufällig an die Stellen bugsiere, die am schwersten zu tragen haben.

Wir kommen recht gut vorwärts. Kluge Leute hätten sich natürlich ein Skiff besorgt. Aber warum bequem, wenn man zwei Twi´leks zum Kisten schleppen hat? Wir kommen bis zur ersten Unterebene, als die planetare Regierung uns ein Strich durch die Rechnung macht.

"Ausgangssperre! Unverzüglich tritt eine Ausgangssperre in Kraft! Kehren sie zu ihren Behausungen zurück und bleiben sie dort!", quäkt es allenthalben aus Lautsprechern. Das sind keine guten Nachrichten. Es gibt ein ziemliches Gedränge und Geschiebe auf den Straßen und Plätzen der Untergrundstadt. Es liegt auf der Hand, dass die Ausgangssperre mit unserem blinden Passagier in der Kiste zusammen hängen muss. Damit dürfte auch der Shuttleservice nach Calfa Prime entweder streng überwacht oder eingestellt sein. Wahrscheinlich werden wir die Kiste öffnen müssen und damit wären wir geliefert. Eine kurze Diskussion später setze ich mich mit meiner Idee durch, zum  Repositorium zurück zu kehren, in das Untergeschoss zu gehen und aus herumliegenden Material ein Floß zu bauen, auf dem wir auf dem Kanal herum fahren können. Der Plan ist zwar der reine Wahnsinn geboren aus Verzweiflung, aber momentan das, was am Besten funktionieren dürfte.

Nakagos wirre Gedanken

Ein netter kleiner Kampf für Zwischendurch. War dadurch knifflig, da keiner seine normalen Kampfwaffen dabei hatte. Auch war Lyra nur mit ihrer guten Kleidung gerüstet, die zum Glück trotzdem recht gut mit Verteidigung von eins und Absorption von eins ist. Man wird etwas schwerer getroffen, kann aber nicht so viel Schaden wie üblich kompensieren.

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