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Autor Thema: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story  (Gelesen 19758 mal)

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Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #390 am: 18. Februar 2021, 13:14:15 »
Episode XLVII
Die Schlacht um die "Penelope"
Aurek

Es gibt eine lebhafte Diskussion darüber, was wir nach der Zerstörung von Sektor I und der Piratenflotte von Crimson Dawn durch die königliche Flotte machen sollen. Nach und nach kommen weitere Informationen herein. Pharos ist definitiv entkommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem gefangenen Schwertmeister. Ebenso sind wohl vier bis sieben Schiffe seiner Flotte ebenfalls entwischt. Die Familie Virin konnte erfolgreich fliehen, ebenfalls einige mit ihnen befreundete Renegaten. Unsere Warnung kam an und wurde ausnahmsweise mal ernst genommen.

Auch bekommen wir von Vira Oquai die Information zugespielt, dass Pharos sich im Omatra System aufhält, dass etwa einen halben Parsec von Sybal System entfernt liegt. Dort ist ein Vergnügungsschiff mit dem Namen "Penelope" vor mehreren Jahrzehnten havariert und wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt. Selbstredend waren keine Überlebende an Bord. Aber es muss zu entsetzlichen Szenen gekommen sein. Pharos hat das Wrack der "Penelope" wohl als Stützpunkt ausgebaut und leckt dort wohl seine Wunden. Alle seine Schiffe sind beschädigt und werden dort wohl repariert. Ist die Frage, wie viele Ersatzteile er dort lagert oder ob er dort die fehlenden Komponenten vom Wrack nimmt. Letztendlich ist das vollkommen egal. Ebenso was seine nächsten Schritte sind.

"Grob über den Daumen gepeilt braucht Pharos mindestens zwei Wochen, um die Schäden zu beseitigen, wenn er seine Crew rund um die Uhr schuften lässt. Ich denke, es ist nun an der Zeit, diesem Vigo den Todesstoß zu versetzen", meine ich, nachdem ich die eingehenden Daten analysiert habe.

"Zeigen wir dem Mistkerl, dass nicht mit uns zu spaßen ist!", springt Shaka sofort auf dem Zug auf.

"Das ist die Gelegenheit, auf die wir so lange gewartet haben!", meint auch Lyn, die einem zünftigen Raumkampf als ehemalige Kampfpilotin der Allianz nicht abgeneigt ist.

"Wenn nicht jetzt, wann dann?", meint auch Edna.

"Nach meinen Berechnungen stehen unsere Chancen recht gut, dieses Problem zu lösen. Und vielleicht bekommen wir noch heraus, was der Schwertmeister wusste", haut Scav in die gleiche Kerbe. Selten waren wir so schnell einer Meinung. Mit dem neu erbeuteten YT-1000 haben wir theoretisch sieben Schiffe und einen Jäger zur Verfügung. Problem ist, unsere "Flotte" ist über die halbe Galaxis verteilt und wir haben nur die Crew der "Vanguard" und Tretch Leute zur Verfügung, die wohl immer noch interniert sind. Weiteres Problem, drei Schiffe und der Jäger sind auf Nilvax Station. Der YT-1000 hat zu eine geringe Kampfkraft um es ernsthaft mit einem Piratenschiff aufnehmen zu können. Der leichte Frachter hat zwar zwei Waffensysteme, aber es ist eben ein Frachter und ich will niemanden in den sicheren Tod schicken. Also bleiben theoretisch sechs Schiffe übrig.

Nach kurzem Abwägen einigen wir uns darauf, unserer Station einen Besuch abzustatten. Das ist nicht ungefährlich, da es inzwischen möglich ist, dass die Offiziellen des Hapes-Konsortium wissen, was wir auf Varia mit ihrer Nanovirenfabrik angestellt haben. Der Anschlag durch Moridia Vex mit der Piratenbande, die noch vor gar nicht so langer Zeit in der Vult Yunkai interniert waren sind ein starker Indikator dafür, dass unsere Beteiligung an der Zerstörung der Nanovirenfabrik aufgeflogen ist. Aber drei Schiffe mit starker Bewaffnung sind das Risiko wert.

Also brechen wir auf und fliegen zu unserer Station auf höchst seltsamen Routen. Vorher bitten wir Vasgo noch eine Route von Sybal ins Omatra System zu besorgen. Wird uns ein paar Credits kosten, aber Kriege zu gewinnen kostet nun mal Geld.

Der Transfer verläuft etwas ruppiger als gewohnt. Auch brauchen wir deutlich länger, nämlich fast einen halben Tag für eine Strecke, die wir sonst in weniger als zwei Stunden bewältigt hätten. Aber seitdem der Nebel wandert, haben sich die Routen eben verschoben. Schließlich brechen wir in der Nähe der Station aus dem Hyperraum. Unsere Deflektorschilde sind oben, die Sensoren ausgefahren und der Navigationscomputer hat schon einen Notsprung einprogrammiert. Ein Schattendrache ist an der Station angedockt und in einiger Entfernung patrouilliert ein hapanischer Kreuzer. Wenn wir aufgeflogen sind, werden die jetzt sofort das Feuer eröffnen. Aber keine Turbolaserbatterie schwenkt auf uns ein, keine Salven von Protonentorpedos wird abgefeuert. Alles bleibt ruhig und wir werden angefunkt. Wir identifizieren uns als "Vanguard" und bekommen einen Anflugsvektor zugeteilt.

"Weißt du noch, wie wir das erste mal hier her gekommen sind? Verwundet, hungrig und die "Vanguard" nicht mehr als ein mit gutem Willen zusammengehaltener Schrotthaufen?", frage ich Lyn, als wir auf den Hangarring im Zentrum der Station zufliegen.

"Klar und ich weiß noch, wie die Landestütze eingebrochen ist und wir schräg standen", schwelt die orangene Twi´lek in Erinnerungen an vergangene Zeiten, als unsere Probleme noch überschaubar waren.

"Ja, dass war was", meine ich und schnalle mich los. In unserer normalen Protector Rüstung steigen wir aus. Alles wirkt sauber und geordnet. Hapanisches militärisches Personal ist in großer Sträke anwesend. Freundlich werden wir begrüßt und geben uns als die Eigner der Station zu erkennen. Noch gehört sie uns ja, ist nur noch die Frage, wie lange noch. Die Markthalle besteht nun aus geordneten Ständen, die Wege sind mit gelben Streifen markiert und es gibt schematische Übersichtspläne. Vom Chaos und dem quirligen Leben von einst ist nichts mehr zu sehen. Alles geht seinen geordneten Gang. Ordnung muss sein, aber manchmal ist ein wenig Chaos einfach charmanter.

Wenig überraschend finden wir Nilvax in Nilvax Bar, die nicht wieder zu erkennen ist. Alles wirkt neu, sauber und ordentlich. Es riecht nach frischer Luft, als würden wir auf einem frisch gemähten Feld stehen. Keine Spur mehr von der abgestandenen Luft, die nach Ausdünstungen von Lebewesen gerochen hat, dem aromatischen Geruch von Rauschmitteln, die mittel Rauch aufgenommen werden. Die Hälfte der anwesenden Gäste sind Militärs der Königlichen Flotte in schicker Ausgehuniformen.

"Ah, da seid ihr ja wieder. Ich habe euch vermisst!", trötet Nilvax vergnügt, als er uns sieht. Ich bestelle einen corellianischen Whiskey und lasse ihn Bericht erstatten. Die Geschäfte laufen dank der Klientel der Flotte hervorragend. Auch die Kooperation mit den Erstgeborenen läuft gut und wirft Profit ab. Wir bekommen knapp dreizehntausend Credits überwiesen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, da hat unser Freund uns mächtig über das Ohr gehauen. Wahrscheinlich ist das zwanzig Prozent von dem, was uns eigentlich zusteht. Aber ich bin nicht hier, wegen so etwas zu streiten. Unsere Schiffe sind gerade unterwegs, da Nilvax diese "verliehen" hat. Schätze mal, dass auch diese Gebühren in seine Taschen wandern. Sei es ihm gegönnt. Wir machen aus, dass diese nach Sybal fliegen werden, wo wir sie dann übernehmen.

Shaka quengelt etwas, weil ihr Baradium beschlagnahmt wurde. Aber souverän blockt Nilvax alle Versuche von der blauen Twi´lek ab, dafür eine Kompensation zu erhalten. Ich bin nicht traurig, dass dieses gefährliche Zeug entsorgt wurde.

Nakagos wirre Gedanken

Ich hatte ja die Befürchtung, dass man uns gleich gefangen nimmt, aber dem war nicht so. Es war schon etwas traurig, von der Station erst einmal Abschied nehmen zu müssen.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #391 am: 21. Februar 2021, 17:16:42 »
Besh

Wir bereden noch ein paar Detailfragen und verabschieden uns dann von Nilvax. Womöglich sehen wir ihn nie wieder. Da wir schon mal hier sind, sehen wir auch gleich nach Tentakelchen. Der Oktopide "residiert" in einem der Lagerräume der Südspindel, wo inzwischen ein riesiges Aquarium installiert ist, das sich über mehrere Frachtcontainer erstreckt. Das schlaue Kerlchen hat sich schlauer gemacht, in dem er immer mehr seiner Artgenossen gekauft und hier her hat verschiffen lassen. Er will immer noch nach Inuiin, dieser Wasserwelt im Anuat Sektor, aber inzwischen ist das jenseits unserer Frachtkapazität. Aber wir verkaufen ihm eine Route von hier heraus, so dass er sich dann selbst verschicken kann. Als kleines Geschenk gibt er uns eine Nachricht, die er abgefangen hat.

Es handelt sich um eine Anweisung des Oberkommandos der königlichen Flotte an die Verbände der in der Sperrzone operierenden Schiffe. Darin steht, dass die Besatzung der "Vanguard" für einen Vorfall in einer geheimen Anlage auf Varia verantwortlich gemacht wird. Um diplomatische Verwerfungen mit der Neuen Republik zu verhindern wurden Drittkräfte beauftragt, uns zu töten. Die Mitglieder der Königlichen Flotte haben die strickte Anweisung, sich komplett heraus zu halten und auf keinen Fall einzugreifen, um eben eine diplomatische Krise mit der Neuen Republik zu vermeiden.

Damit ist es nun offiziell, dass unser Manöver auf Varia aufgeflogen ist. Das geht hauptsächlich auf meine Kappe, da ich ja diese Aktion forciert habe. Das der Hohepriester uns durchschauen würde und diese Erkenntnis auch nach seinem Ableben durch eine Todesvision an sein zwei Brüder übertragen würde, konnte ich ja nicht wissen. Zargos Zarbossa hat mal wieder bewiesen, wie schlau er ist, in dem er uns diese nicht ganz unwesentliche Information über die Machtsensitivität der varianischen Hohepriester uns vorenthalten hat. Und die Heilung der Infizierten auf der Mynaros Station war das allemal wert. Sollten wir deswegen drauf gehen, dann war es mir das zumindest Wert gewesen. Es war richtig, ein Heilmittel zu besorgen. Das ist uns gelungen und wenn unser Tod der Preis dafür sein sollte, dann bin ich bereit, diesen in Kauf zu nehmen.

Und deswegen konnte wohl Moridia Vex so problemlos auf Insassen der Gefängnisstation Vult Vokai Station zugreifen. Ich bin sicher, dass sie inzwischen schon neues Kanonenfutter besorgt hat und das auch wahrscheinlich weitere Attentäter hinter uns her sind. Das werden wohl noch einige äußerst unangenehme Wochen werden, bis wir hier endgültig fertig sind.

Wie auch immer, wir leeren unsere Quartiere und Lager auf der Nilvax Station. Mit meiner Schwester zusammen packen wir unsere Sachen in meiner geräumigen Wohnung in der Station. Hier hat es mir gefallen und es tut durchaus weh, hier wieder auszuziehen. Realistisch betrachtet werden wir egal wie es ausgeht, hier wohl keine Zukunft mehr haben. Das ist Schade, da ich hier mehr als nur Credits investiert habe.

Als wir unseren Krempel auf dem Schiff verladen, kommt ein hapanischer Offizier und zwei Soldaten auf uns zu. Ein Killerkommando sieht anders aus. Der junge fesche Hapaner überbringt uns eine Einladung zu Admiral Lontra zum Abendessen. Das ist ja mal Nett. Der Admiral befindet sich auf dem Schattendrachen, der an der Station gekoppelt ist. Nun gut, eine Falle dürfte das wohl weniger sein, da die es nicht nötig hätten, uns auf ihr Schiff zu locken. Das rede ich mir wenigstens ein.

Dankend nehmen wir an, verstauen unsere Sachen und durchsuchen dann das Schiff nach Sprengsätzen und/oder Peilsendern. Einen Sprengsatz finden wir ausnahmsweise mal nicht, aber mal wieder einen Hyperraumpeilsender. Den belassen wir erst einmal an Ort und Stelle, um ihn dann später in den kleinen Aufklärer von Edna zu stecken, welche wir mit einer Astromecheinheit bemannen.

Da ausreichend Zeit bleibt, mich schick zu machen, tu ich das auch. Eli hilft mir dabei. Sie wird hier mit Tory und den Droiden einschließlich Scav auf der "Vanguard" bleiben, da ich mal denke, dass die Einladung nicht für sie gilt. Auch hat sie kein wirkliches Interesse daran teil zu nehmen. Ich mag solche Festlichkeiten auf feindlichen Grund auch nicht wirklich, da eine Falle zwar unwahrscheinlich, aber nicht vollkommen ausgeschlossen ist.

Nur mit einem Rapier und meiner Dragoner bewaffnet, begebe ich mich in meinem guten Kleid, dass äußerst dezent gepanzert ist, zu diesem Abendessen. An der Gangway zum Schattendrachen stehen zwei Wachen mit offenem Helm. Wir präsentieren die Einladung und müssen kurz auf einen adretten Offizier warten, der uns abholt.

Das Innenleben des Schattendrachen ähnelt fatal einem imperialen Schiff. Ich war ja schon auf einigen, mal als Kommandosoldatin, mal auf einem erbeuteten und sicherlich auch in letzter Zeit mehrmals als Gefangene. Man merkt, dass die Ingenieure von Kuat dieses Schiff entworfen haben. Schließlich erreichen wir einen Speisesaal. Etwa fünfundzwanzig hochrangige Offiziere erwarten uns schon in ihren feschen Uniformen. Muss man ihnen lassen, die Flottenuniformen der Hapaner sind äußerst schick anzusehen.

Der Admiral entpuppt sich als äußerst charmanter Mann in den frühen sechzigern. Ordonanzen reichen uns nach einer ausführlichen Begrüßung Erfrischungsgetränke und wir halten etwas Smaltalk mit unseren Feinden. Ich bin nicht sicher, ob die alle wissen, dass wir zum Abschuss freigeben sind. Die Schlacht um Calfa und besonders um das Wasserschloss Garuda sind das Gesprächsthema Nummer Eins. Es freut mich, dass man noch nicht vergessen hat, dass wir die Herrscherin des Hapes-Konsortium gerettet haben. Und das wir den Weg nach Xios für sie gefunden und geöffnet haben. Und natürlich der Kampf um den Kristall. Hätte Lyn es nicht geschafft, ihn unter Kontrolle zu bringen, wäre das Hapes-Konsortium nun ein Teil der "Ersten Ordnung".

Schließlich wird zur Tafel gerufen und ich bin von zwei hübschen, jüngeren Offizieren eingerahmt. Von der Bettkante würde ich keinen von denen schubsen, aber hier geht es nicht darum, einen Bettgefährten für eine Nacht aufzureißen. Hier geht es darum, die Fassade zu wahren. Ich bin nicht sicher, welchen Zweck diese Veranstaltung nun hat. Die meisten höheren Ränge müssen wissen, dass wir zum Abschuss durch Killerkommandos frei gegeben sind. Wollen sie so auf eine verdrehte Art noch einmal Danke sagen, bevor wir liquidiert werden?

Schließlich ist auch das exquisite Menü aus zehn kleinen Gängen zu Ende und es wird weiter in kleinen Grüppchen geredet. Ich lenke die Gespräche nun in die Richtung, die mich interessieren, nämlich den aktuellen politischen Entwicklungen. Verklausuliert kriege ich zu hören, dass die Säuberungen der Königinmutter inzwischen ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht haben. Kaum eine Familie, die nicht davon betroffen ist. Für mich ist das ein starkes Indiz, dass die Ta´a Chume dem roten Kristall doch zu nahe gekommen ist. Das hört sich alles stark wie nach einer Geschichte über eine Lady der Sith an und nicht wie nach einer normalen Herrscherin. Wobei Paranoia auch weltliche Königinnen befallen kann.

Schließlich verabschieden sich die Offiziere und der Admiral führt uns in seine Privatbibliothek. Auf äußerst bequemen Sesseln ruhend nippen wir an hapanischen Whiskey, der es natürlich nicht mit den guten Corellianischen aufnehmen kann und lauschen nun den Ausführungen des Admirals. Er legt uns durch die Blume nahe, dass wir aus der Sperrzone evakuieren sollten. Wir haben viel für das Hapes-Konsortium getan, was niemals vergessen werden wird, aber nun sollten wir uns doch besser in Richtung Heimat orientieren. Ich schätze mal, der Admiral versucht uns so elegant los zu werden.

Nakagos wirre Gedanken

Das Essen und der Smalltalk waren schön ausgespielt und besonders Shaka konnte mit ihren überragenden sozialen Skills ausnahmsweise mal glänzen.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #392 am: 23. Februar 2021, 16:09:29 »
Cresh

Freundlich werden wir verabschiedet und verlassen an einem Stück den Schattendrachen. Sieht ganz so aus, als wollte der Admiral das Problem mit uns dadurch lösen, dass wir die Sperrzone verlassen. Das rechne ich ihm durchaus hoch an. Auch wenn ich immer noch keine Chance sehe, den verdammten roten Kristall für ein und allemal auszuschalten, halte ich immer noch an diesem Ziel fest.

Auf dem Rückweg zur "Vanguard" bringe ich zur Sprache, ob wir die Nilvax Station an die Erstgeborenen verkaufen wollen. Realistisch betrachtet sehe ich momentan in keinem Szenario eine praktikable Lösung, die Station zu behalten. Wir haben zwar nun die numerische Überlegenheit über Pharos Flotte, aber die der Erstgeborenen ist uns immer noch um etwa das zwölffache Überlegen. Von der königlichen Flotte will ich gar nicht erst anfangen. Auch wenn wir gegen jede Wahrscheinlichkeit das Netzwerk des Darth Varak ausschalten sollten, wird dies nicht die numerische Kampfkraft unserer Gegner schmälern. Hier haben wir keine Zukunft und keine realistische bzw. bezahlbare Möglichkeit, die Station von hier wegzuschaffen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es das Beste wäre, die Realität anzuerkennen und den Station an die Erstgeborenen zu verkaufen. Hunderttausend sind zwar ein Witz und vielleicht ein Zehntel von dem, was wir hier hinein gesteckt haben, aber immer noch besser als rein gar nichts.

Allerdings ist der allgemeine Tenor der Anderen, dass wir auf keinen Fall verkaufen sollten. Ich hänge ja auch an der Station, aber die anderen scheinen die Zukunft rosiger zu beurteilen als ich. Nun gut, die überwiegende Mehrheit hat ganz klar für behalten entschieden und ich kann damit problemlos leben.

Wir bemannen die Kampfstationen der Vanguard, nachdem wir uns umgezogen haben. Lyn hat ihren Pilotenanzug an, der Rest die Kav-Dann Servorüstung. Ohne Probleme starten wir und fliegen aus der Station heraus. Was bin ich froh, dass der Schattendrache sein Feuer hält. Es wäre so leicht, uns beim Abflug abzuschießen. Wir fliegen außer Sichtweite der Station und halten Kurs. Dann klettern Lyn und Scav heraus, entfernen den Hyperraumpeilsender und bringen ihn an Ednas Aufklärer an, der von einer R3 Einheit bemannt ist. Die orangene Twi´lek bemannt den Manteljäger und Skav klettert in einen der Türme. Eli setzt sich neben mich und übernimmt die Funktion des Co-Piloten. Tory klemmt sich hinter die Schadenskontrolle, während Shaka das Ionengeschütz übernimmt. Edna hält sich als Reserve bereit. (Ja, der Spieler war nicht da. )

Nun machen wir den ersten Sprung in Richtung Onderon, also raus aus der Sperrzone. Beim nächsten Halt entkoppeln wir den Aufklärer und lassen ihn mit voller Kraft von uns weg fliegen, während wir eine flankierende Position einnehmen. Mal sehen, was uns folgt. Zwei Minuten später brechen drei Raumschiffe aus dem Hyperraum heraus. Das führende ist ein YT-2400, dass zweite ein YT-1200 und das letzte ein YT-1000. Das sind alles gute Kunden von der Corellianischen Ingenieurs Gesellschaft. Schade, dass wir diese nun vernichten müssen. Wir haben ein Verhältnis von zwei zu drei. Eigentlich war ausgemacht, wir schauen uns an, was da kommt und entscheiden dann.

"Zwei zu drei klingt fair, was meinst du, Lyn?", frage ich die orangene Twi´lek, während der YT-2400 eine Salve Protonentorpedos auf unseren Aufklärer abfeuert. Die R3 Einheit hat keine Chance und einen Moment später explodiert das Schiff von Edna.

"Ich bin nicht sicher, deine Meinung?", fragt Lyn unsicher zurück. Eigentlich ist es ihre Entscheidung, da sie das höchste Risiko trägt. Der Manteljäger hat kein Hyperraumantrieb und nicht gerade der beste Sternenjäger der Galaxis. Er ist vielleicht der beste planetengestützte Hybridjäger, da er in der Atmosphäre genau so gut kämpft wie im freien Raum. Es hat schon seinen Grund, warum dieses Modell der meistverbreitete in der Galaxis ist. Manche würden es ja auch auf den günstigen Preis schieben, aber der Jäger kann viel, wenn man seinen geringen Preis bedenkt. Aber eines kann er halt nicht, in den Hyperraum fliehen, wenn der Banthadung in den Ventilator gerät.

"Ich bin für Angriff!", meine ich kurz angebunden, da uns die Zeit davon läuft. "Jetzt oder nie!"

"Attacke!", meint Lyn und damit klinkt sie sich auch aus. So ist es entschieden und ich leite alle Energie auf unseren Antrieb um, damit die "Vanguard" auf eine Kampfgeschwindigkeit kommt, für die sie nicht ausgelegt ist.

"Zuerst den YT-2400, dann den YT-1200 und den YT-1000 kapern wir!", lege ich die Zielreihenfolge fest. Laut Sensordaten ist der YT-1200 mit Erschütterungsraketen bewaffnet, der YT-1000 nur mit Laser und Ionenkanonen. Wir führen eine Lehrbuchmäßige Zangenbewegungen auf den YT-2400, der uns am gefährlichsten werden könnte. Die anderen Schiffe dürfen wir auch nicht unterschätzen. Ich löse unseren Torpedowerfer aus. Zwei Raketen lösen sich und fliegen auf das Ziel zu. Allerdings werden Störkörper ausgelöst, welche meine Torpedos ablenken. Dafür trifft Lyn mit den Erschütterungsraketen den Rumpf des modifizierten Frachters. Zwei Feuerblumen erblühen und das feindliche Schiff blutet Sauerstoff. So wie das Teil aussieht, dürfte es ein Piratenschiff sein. All das hier sind Piraten.

"Kannst du Moridia Vex an eines der Schiffe spüren?", frage ich Eli, die als Co-Pilotin alle Hände voll zu tun hat.

"Ich spüre keine Machtanwender auf diesen Schiffen. Aber Moridia kann sich ja ziemlich gut tarnen, wie wir inzwischen wissen", meint meine kleine Schwester immer noch etwas zerknirscht über die Tatsache, dass sie wie ein hilfloses Mädchen einfach überwältigt wurde. Seit diesem Vorfall ist sie deutlich stiller und einsilbiger geworden. Wirklich Redselig war sie ja seit ihrem Überlaufen ja nie, aber so still auch nicht. So langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen um sie. Besonders da ich meine kleine Schwester vielleicht etwas zu harsch angefahren habe, nachdem ich sie befreit habe. Aber zu dem Zeitpunkt war ich selbst moralisch ziemlich angeschlagen und bereue meine Worte inzwischen sehr.

"Ich gebe dir nicht wirklich die Schuld, dass Moridia Vex dich gefangen genommen und die "Vanguard" verwüstet hat. Ich habe in meiner Frustration und Verärgerung vielleicht meine Worte nicht mit der Sorgfalt gewählt, die angebracht gewesen wäre. Also Entschuldigung, falls ich dir zu Nahe getreten bin!", meine ich zu ihr.

"Ist schon gut, ich bin ein großes Mädchen und halte mal einen verbalen Knuff aus", erwidert Eli und damit ist das Thema wohl für uns beide erledigt.

"Ist das jetzt der richtige Moment für eine Aussprache?", fragt Tory von der Schadenskontrolle her und ich kann ihre Angst aus ihren Worten heraus hören.

"Ich kann durchaus reden und gleichzeitig feindlichen Angriffen ausweichen, während ich am Ziel dran bleibe", meine ich zu Tory und drehe die "Vanguard" aus feindlichen Feuer von der YT-1200, die sich an uns gehängt hat. Da Raketenalarm aufheult, sind wir wohl gerade erfolgreich aufgeschaltet worden.

Nakagos wirre Gedanken

Das erste Raumgefecht der Sitzung und es sollte nicht das letzte des Tages sein. Die Gruppe war sich anfangs etwas uneins, ob wir uns stellen sollen oder nicht. Ich war für Angriff und konnte die Zweifler halbwegs überzeugen. Letztendlich lag die Entscheidung dann beim Spieler von Lyn, weil sein SC ja das größte Risiko trug.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #393 am: 25. Februar 2021, 13:32:29 »
Dorn

Kreischend heult der Raketenalarm auf, als der YT-1200 zwei Erschütterungsraketen auf uns abfeuert. Auf dem Display sind zwei schnell näher kommende Punkte mit roten Dreiecken eingerahmt.

"Störkörper auslösen!", befehle ich meiner kleinen Schwester und eine Reihe von Ködern löst sich von unserem Schiff. Derweil zeigt Scavangerbot 523 das er inzwischen treffen gelernt hat. Der YT-2400 wird von einer Explosion zerrissen. Derweil hat sich der YT-1000 hinter Lyns Manteljäger geklemmt und der hat einen Vierlingslaser oben montiert. Der erwischt Lyn voll und ihr Jäger bricht auseinander.

"Lyn!", rufe ich erschrocken aus. Momentan kann ich nichts für meine Kameradin tun, da ich mit einer Koirogankehre auf den uns verfolgenden YT-1200 einschwenke. Dessen Erschütterungsraketen rasen derweil in unser Störkörper und werden vernichtet. Aber ich fliege mit der "Vanguard" direkt in das Angriffsfeuer des CIG Schiffes. Unsere Frontaldeflektoren brechen zusammen und wir werden hart getroffen. Das waren wohl gleich zwei Treffer von einem mittleren Laser gewesen. Allzu oft sollte das nicht mehr passieren oder der Rumpf der "Vanguard" bricht auseinander.

"Fiefek!", meine ich dazu. Einige Warnlampen beginnen hektisch zu leuchten und Tory gibt an der Schadenskontrolle alles. Einige der Lampen erlöschen auch wieder, aber leider nicht alle.

"Ich lebe noch!", meldet sich Lyn auf der Prioritätsleitung. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Offensichtlich konnte Lyn noch rechtzeitig aussteigen. Damit steht es an Verlusten 1:1 und wir kämpfen nun allein gegen zwei Schiffe. Meine Protonentorpedos werden dieses mal nicht komplett abgefangen und eines trifft den YT-1200. Die Explosion ist ordentlich, aber der Feind bricht den Kampf nicht ab. Wir sausen aneinander vorbei und bringen uns wieder in Position. Skav nutzt leider seine Chance nicht und verfehlt ganz knapp den Gegner. Nicht gut.

Auch ist nicht gut, dass zusätzlich der YT-1000 an uns klebt. Das Schiff ist zwar kleiner und schon in die Jahre gekommen, aber nichts desto trotz Qualität aus Corellia. Mir blutet schon das Herz, die Arbeit meiner Landsleute in seine Moleküle zu zerlegen. Aber was will man machen, wenn Piraten sich eben Qualität besorgen?

Ich führe mehrere Ausweichmanöver aus, um nicht vom Laserfeuer getroffen zu werden. Der YT-1200 bringt sich erneut in Position und zwei Erschütterungsraketen sausen ein weiteres mal auf uns zu. Haben wir uns übernommen? Vielleicht, aber besser wird es nicht mehr werden. Eine der Raketen wird durch Störkörper vernichtet, die andere verfehlt uns knapp. Ich bringe unsere E-9 in Position und feuere zwei weitere Protonentorpedos ab. Wir sind zu nah, als das der Gegner noch Störkörper auslösen könnte. Auch Ausweichen klappt nicht wirklich, da die gelenkten Raketen ihren Kurs korrigieren. Beide schlagen in den Rumpf ein und der YT-1200 explodiert. Gut! Tory jubelt enthusiastisch, während ich nur Erleichterung spüre, einen weiteren Gegner aus dem Spiel genommen zu haben. Nun ist es nur noch ein Kampf einer gegen einen. Und den wollen wir kapern. Scav ersetzt Shaka an der Ionenkanone und ich setze mich hinter dem YT-1000, der sich nun auf defensives Feuer beschränkt und versucht uns abzuschütteln. Ich schätze mal, die haben die Zeichen der Zeit gut erkannt. Der Pilot am Steuer des YT-1000 ist nicht schlecht, aber er ist definitiv nicht aus Corellia.

"Schirme nach vorne!", weise ich Tory an und leite selbst mehr Energie auf die Triebwerke, um mehr Geschwindigkeit zu generieren. Dann bringe ich uns in Position und Scavangerbot erledigt seinen Job. Zwar bekommen wir noch einen Treffer vom ob montierten Vierlingslaser, aber Scav legt den Piraten nun lahm. Normalerweise müssten wir jetzt sofort stürmen, aber Lyn ist mir wichtiger als ein taktischer Vorteil. Sofort schwenke ich auf Lyns Position ein. Sie trägt einen Peilsender, der dafür sorgt, dass ihr Com damit von uns anpeilbar ist. Schnell nehme ich Schub weg und überhole in etwa einem Zehntel Klick ihren treibenden Körper. Ich passe mich ihrer Geschwindigkeit an und stelle die "Vanguard" quer.

"Scav, wärst du so Nett?", frage ich den Droiden, da er momentan nach mir der qualifizierteste ist, um Lyn einzufangen. Ich muss hier leider in der Kanzel bleiben. Etwa eine Minute später hat Scavangerbot es geschafft und die orangene Twi´lek sich an Bord gebracht.

"Wir sind drinnen!", meldet Lyn und sofort nehme ich mit der E-9 Kurs auf die havarierte YT-1000. Verhalten nähere ich mich an und beginne das Koppelmanöver, dass auf Anhieb gelingt. Sieht so aus, als wäre ich in letzter Zeit deutlich besser geworden. Lyn übernimmt nun den Platz des Piloten. Sie hat ihren Abschuss gut weggesteckt, gehört zum Berufsleben eines Kampfpiloten einfach dazu, auch mal abgeschossen zu werden. Der Macht sei Dank kam sie noch rechtzeitig aus dem Manteljäger raus.

"Klar machen zum entern!", gebe ich durch und wir versammeln uns an der Schleuse. Ich schultere mein DLT-19D und nehme meine Dragoner zur Hand. Schließlich wollen wir mindestens einen Piraten lebend fangen, um ihn zu verhören. Davon verspreche ich mir Informationen über die Leute zu erlangen, welche diese Piraten auf uns angesetzt haben. Nur wer seinen Feind genau so kennt wie sich selbst, wird jede Schlacht gewinnen. Informationen gehören zu den wichtigsten Komponenten eines Sieges. Wie üblich bestätigt sich Scavangerbot als Türöffner, da er die Möglichkeit hat, die Schleuse unserer Gegner kurz mit Energie zu versorgen und sie so problemlos zu öffnen.

Zischend fährt die Schleuse auf und der Gegner hatte genug Zeit sich zu verschanzen. Vier gerüstete Besalisk erwarten uns. Diese Aliens von der Welt Ojom im Tiefkern haben vier Arme. Deswegen starren sie auch vor Waffen. Der Kapitän hat gleich vier schwere Blasterpistolen. Als erste eröffne ich das Feuer auf den Kapitän und treffe ihn gut. Aber so ein massives Wesen hält halt mehr als nur einen Betäubungsschuss aus. Shaka hat das Moto des Tages nicht so ganz verstanden und schießt mit ihrem schwerem Blastergewehr ein der Piraten um. Im Gegenzug bezieht sie Feuer von einem Besalisk, der zwei Schrotflinten simultan auf sie abfeuert. Die große Streuung der Waffe trifft auch mich. Der Kapitän schießt gleich mit vier schweren Blasterpistolen auf mich. Ein Strahl zischt an mir knapp vorbei, drei andere treffen mich. Das gab jetzt ein paar oberflächliche Wunden, die trotzdem weh tun.

Der letzte überlebende Basilisk schießt mit zwei Blastergewehren auf mich, verfehlt mich aber. Noch mal Glück gehabt. Scavangerbot will auch den Feuerkampf aufnehmen, aber seine MWC-35c hat Ladehemmung. Ich treffe ein weiteres mal den Captain des Haufens, schalte ihn aber immer noch nicht aus. Die Dragoner ist eben eine Seitenwaffe und hat nicht die Durchschlagskraft meiner DLT-19D. Shaka schießt die zwei verbliebenen Basilisken um und der Captain dieses Schiffes wirft seine vier schweren Blasterpistolen von sich, die Zeichen der Zeit erkennend. Schade, ich hätte gerne alle vier Besatzungsmitglieder lebend gefangen genommen.

Nakagos wirre Gedanken

In diesem Raumgefecht haben sich die Pilotentalente endlich einmal wirklich ausgewirkt. Den Fahrer zu nehmen waren wahrlich keine verschwendeten Punkte. Normalerweise wäre Lyn in ihrem Jäger gestorben, aber der SL ließ Gnade walten. Die Besalisken kennt man aus Episode II, wo diese Rasse ihren ersten Auftritt als Wirt in einem Diner hatte. Ein weiterer Besalisk war der Jedi General Pong Krell, der die 501 in der vierten Staffel auf Umbara auslöschen wollte, um ein Sith zu werden. Normalerweise haben die durch ihr zweites Armpaar ein zusätzliches Manöver, aber unser SL hat daraus eine zusätzliche Aktion gemacht. Auch war die Bewaffnung etwas anders konfiguriert, habe das aber etwas abgeändert, so das die Sache nun Regelkonformer und Nachvollziehbarer abgelaufen ist.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #394 am: 28. Februar 2021, 13:59:59 »
Esk

Wir nehmen den Captain gefangen und überführen sein Schiff in unseren Besitz. Während Scavangerbot, Tory und meine Schwester den YT-1000 wieder flott machen, verhören Shaka und ich den Captain. Der Besalisk heißt Sakratis und ist äußerst mitteilsam. Der Chef der Operation war ein Gamorraner mit dem Namen Grumschka. Der wusste die Details. Angeheuert wurde Sakratis von diesem Grumschka zwei Tage nach unserem Angriff auf die Nanovirenfabrik. Die Hohepriester müssen sofort gepetzt haben. Soweit zum Thema, die nehmen ihre Rache eventuell in die eigene Hand.

Die Piraten haben Nachricht bekommen, dass sie einem Hyperraumpeilsender folgen sollen, sobald dieser die Nilvax Station verlässt. Sieht so aus, als hätte der Admiral uns nur eingeladen, damit unsere Häscher Gelegenheit bekommen, hierher zu kommen. Seine Warnung war also nur vorgeschoben. So macht die ganze Sache wirklich Sinn. Ich bin nicht sauer, auf dem Admiral, da ich so was in der Art ja erwartet habe. Es hat was beruhigendes zu wissen, was es war. Damit hätten wir das zweite Team ausgeschaltet, dass hinter uns her geschickt wurde. Wobei vom ersten ja noch Moridia Vex übrig geblieben ist.

So wie ich die ehemalige imperiale Agentin einschätze wird sie ein neues, besseres Team zusammen stellen und es noch einmal probieren. Das erste mal hat sie uns unterschätzt, dass wird sich nicht wiederholen. Auf alle Fälle hat sie mehr Erkenntnisse über unser vorgehen gewonnen als wir über ihres. Wir haben das Optimum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt, sie kann sich durch angeheuerte Ressourcen besser auf uns vorbereiten.

Wirklich viele neue Informationen haben wir leider nicht gewonnen. Wir können noch 25 000 Credits plündern, was nicht mal die kosten des Manteljägers deckt. Gut, wir haben den nicht gekauft, trotzdem muss er ersetzt werden und ich schätze mal, Lyn wird nicht noch einmal mit einem Billigmodell sich in den Raumkampf stürzen. Da muss mindestens ein Z-95 Kopfjäger in der Jagdbomberkonfiguration her. Oder ein Y-Wing. Besser wäre noch ein X-Wing oder gar ein E-Wing. Ein B-Wing wäre natürlich auch nicht schlecht. Lyn ist jedenfalls dabei, begeistert durch die Kataloge zu blättern und sich ihr nächstes Schiff auszusuchen.

Natürlich haben wir noch den YT-1000 erbeutet. Es ist kein schlechtes Schiff, aber einfach nicht wirklich für Raumgefechte gegen einen überlegenen Gegner geeignet. Wir sperren den Besalisk in die Zelle. Die Wracks zu plündern bringt nur wenig. Nach zwei Stunden haben wir Trümmer und Equipment für vielleicht 7000 Credits zusammen. Dann springen wir weiter Richtung Neue Republik. Nach fünf Sprüngen treffen wir uns zu einer weiteren Strategiebesprechung.

"Wir wissen, die Hapaner haben nichts anbrennen lassen und mindestens zwei Teams auf uns angesetzt. Eines haben wir ausgelöscht und Moridia Vex stellt gerade wahrscheinlich ein drittes auf. Möglicherweise sind noch weitere Teams hinter uns her. Vielleicht auch nicht. Irgend jemand vom Hapanischen Geheimdienst muss diesen Sender angebracht haben und die Information an Grumschka weiter geleitet haben. Wären weitere Eisen im Feuer, hätten wir es wohl mit gleich zwei Teams zu tun bekommen. Kann natürlich auch sein, dass die oder das andere Team einfach zu weit weg war, um uns noch erreichen zu können. Darüber können wir nur spekulieren", fasse ich meine Gedanken zusammen.

Schnell kristallisiert sich heraus, dass wir weiter unserem Plan folgen sollten. Also unsere Flotte versammeln und Pharos samt dem Rest von Crimson Dawn zu vernichten.  Da dies auch in meinem Sinne ist, reite ich nicht darauf herum, dass eine der wohl besten imperialen Attentäter an unseren knackigen Ärschen klebt. Das wird über kurz oder lang unangenehm werden. Ein vollständiger Rückzug aus der Sperrzone könnte durchaus zur Folge haben, dass die Hapaner das Interesse daran verlieren, uns umzubringen. Das Abendessen beim Admiral könnte genau auch diesen Zweck gehabt haben, uns einfach in Richtung Neue Republik zu schicken. Ich schätze mal, der hapanische Geheimdienst oder Führungsebene will uns nicht aus Rachsucht töten, sondern weil sie zu Recht befürchten, dass wir das Netzwerk von Darth Varak als ganzes zu zerstören zu gedenken und damit sogar Erfolg haben könnten.

Da dies geklärt ist, setzen wir Kurs auf Onderon. Der Transfer verläuft Anfangs etwas holprig, aber dann kommen wir ohne große Probleme an. Da Captain Sakratis ein gesuchter Verbrecher ist, liefere ich ihn für 7000 Credits beim Republikanischen Sicherheitsbüro ab. Den YT-1000 für einen angemessenen Preis an den Mann zu bekommen ist gar nicht so einfach. Schließlich verkaufen wir ihn für 35 000 Credits. Ich denke, wir hätten mit etwas mehr Zeit vielleicht sogar bei der schweren Bewaffnung etwas um die 50 000 herausschlagen können. Aber der erste Verlust ist der beste Verlust, wie man so schön sagt. Sonst halten wir uns nicht groß mit Handeln auf und fliegen direkt nach Nar Shaddaa.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich diesen Mond noch einmal sehe", meint Eloy, als wir nach einem angenehm ereignislosen Transfer in den Orbit von Nar Shaddaa eintreten.

"Kannst du dich überhaupt noch an etwas erinnern?", frage ich sie.

"Klar! An unsere kleine Wohnung aus einem Zimmer. Wie du immer Sorgenvoll geschaut hast, wenn du dachtest, ich gucke dich nicht an. An den Spielplatz und wie ich immer "Spaßfuß" gehen wollte. An Mama, wie sie versucht hat, uns eine gute Mutter zu sein. An Papa kann ich mich kaum noch erinnern, nur noch als Holo oder Bild. Und an unsere letzte gemeinsame Reise in die Falle der Kopfgeldjäger", zählt Eloy auf. Wenn man bedenkt, wie jung sie da war, ist das schon erstaunlich. Aber auch ich kann mich noch an vieles auf Corellia erinnern. Oft habe ich mich in unser altes Haus und meinem großen Zimmer geträumt. "Ob unsere alte Wohnanlage noch steht?"

"Mit hoher Wahrscheinlichkeit schon. Hutten ändern selten etwas. Wahrscheinlich hat das Apartment noch immer die grüne Farbe an den Wänden", gebe ich meine Einschätzung ab.

Da zumindest Moridia Vex Rachsüchtig genug ist, jenseits der Sperrzone nachzustellen, bleiben wir erst einmal Undercover, geben also nicht als "Vanguard" zu erkennen. Wir nehmen einen Landeplatz in der Nähe der Recyclinganlage des Waffenhändlers Reelu Baruk und checken erst einmal die Umgebung. Unser Zug ist durchaus vorhersehbar und könnte von Moridia Vex gegen uns verwendet werden. Aber nichts verdächtiges zu sehen. Ich hoffe nur, dass Reelu Baruk Wort hält und nicht nachverhandeln will, jetzt, wo er auf heimischen Gebiet wieder alle Trümpfe in der Hand hält.

Nakagos wirre Gedanken

Ich habe mir etwas mehr Informationen von unserem Gefangen erhofft. Wir wissen eigentlich wenig mehr als vorher. Aber wenigstens haben wir ein Team aus dem Spiel genommen und das ist ja auch schon was wert.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #395 am: 02. März 2021, 13:48:00 »
Forn

Ungekündigt schneien wir in unseren Kav-Dann Rüstungen einfach mal in die Fabrik des rodiansichen Raumschiffshändler Reelu Baruk hinein. Anstandslos bekommen wir unseren Gozanti Kreuzer und den sehr dickbäuchig aussehenden 4R3 ausgeliefert. Scheint so, als würde Reelu Baruk Wort halten. Hätte ich dem übergewichtigen Rodianer gar nicht zugetraut, dass er am Ende nicht noch irgendwelche horrende Parkgebühren oder sonst was aus dem Hut zaubert. Jetzt haben wir drei Raumschiffe und können die nicht wirklich bemannen. Wir mieten eine größere Landebucht in der Nähe und überführen dorthin unsere Schiffe.

Ich setze mich persönlich hinter die Kontrollen der 4R3. Der Keilförmige Angriffstransporter hat in etwa die gleichen maximalen Abmessungen wie die E-9, ist aber durchgängig zweistöckig und wird schnell breiter. Das Cockpit hat Platz für fünf Besatzungsmitglieder. Ganz vorne sitzen die beiden zusätzlichen Bordschützen. Dahinter auf einer Empore ist erhöht der Pilotensessel mit den Kontrollen, was einen guten Rundumblick ermöglicht. Rechts von ihm etwa herunter gesetzt der Co-Pilotenstand. Links ist die Schadenskontrolle untergebracht. Hinter dem Cockpit ist rechts die Einzelkabine des Kapitäns, also in diesem Fall des Piloten. Links gibt es eine Mannschaftskabine mit vier Schlafnischen, Stauraum und einem Tisch mit vier Sitzen in der Mitte. Dahinter öffnet sich die geräumige Messe, die auch als Aufenthaltsraum für die immerhin bis zu sechzehn Passagiere dient. Es gibt eine Theke mit einem Butlerdroiden, der die Mahlzeiten zubereitet. Hinter der Theke gibt es einen Kühl und einen Vorratsraum. Wiederum dahinter ist der geräumige Laderaum, der im Gegensatz zur Vanguard durchgängig ohne Zwischendecke ist. Im unteren vorderen Segment befindet sich zum einen die Enterröhre und mehrere Kabinen für die Passagiere. Die ausfahrbaren Waffensysteme sind vor dem abfallenden Cockpit untergebracht. Und dieses Arsenal kann sich sehen lassen. Zwei mittlere gekoppelte Laserkanonen, zwei gekoppelte Ionengeschütze und zwei gekoppelte Protonentorpedowerfer. Abwechselnd kann man also in sehr schneller Kadenz jeweils zwei Torpedos auf dem Weg schicken. Zusätzlich haben wir dieses Schiff Panzern lassen, so dass es zwar etwas schwerer zu steuern ist, aber mehr aushält. Dazu noch ein Ionenschild, weil das im Vergänglichen Labyrinth des Darth Varak ein Muss ist.

Nach dem Check-up fahre ich die Maschinen hoch. Alle Werte verbleiben im grünen Bereich. Vorsichtig hebe ich mit der 4R3 ab. Ich muss etwas nachtrimmen, dann steigen wir sauber auf. Ich richte die Spitze nach oben und beginne mit einem Steigflug in den Orbit. Schließlich müssen wir das Raumschiff erst abnehmen. Beim Kontrollgang ist mir nichts aufgefallen, was zu beanstanden gewesen wäre. Schon mal ein gutes Zeichen. Unser Angriffstransporter verlässt den Orbit von Nar Shaddaa und ich steuere in den freien Raum, dort mache ich verschiedene Manöver. Zuerst einfache Kehren, beschleunigen, abbremsen und anschließend einen kurzen Sprung. Der Hyperraumantrieb ist eine Klasse unter der von der "Vanguard". Es gibt eben nicht viele Schiffe, welche Standardmäßig die Schnelligkeit einer E-9 erreicht. Das ist natürlich ein Manko, aber sonst bin ich mit dieser Neuerwerbung äußert zufrieden. Schließlich kehre ich damit in unsere Landebucht zurück.

Anschließend nehmen wir den Gozanti ab. Der massige Kreuzer hat drei Stockwerke. Wobei die zwei unteren deutlich höher sind als das oberste, welche nur Messe und die Unterkünfte der doch recht zahlreichen Besatzung und der Passagiere enthält. Der Laderaum nimmt den größten Platz ein, links und rechts wurde Raum für insgesamt drei Sternenjäger geschaffen. Aber die vier schwenkbaren leichten Turbolaserbatterien werden unserer Flotte die notwendige Feuerkraft verleihen, mit der Marauder von Vigo Pharos fertig zu werden.

Der Kreuzer ist träge und schwer zu steuern. Er sieht aus wie ein fliegender Backstein und fliegt dementsprechend genau so. Ausweichen ist mit dem nicht wirklich. Aber so ist mit dem Fahrzeug alles in Ordnung und nehmen ihn entsprechend auch ab. Ich hoffe, wir müssen nie wieder mit Reelu Baruk zusammenarbeiten. Jetzt brauchen wir nur noch eine entsprechende Crew für unsere Raumschiffe und noch drei Jäger. Da haben wir noch viel Arbeit vor uns.

"Du, Lyra, ich würde gerne von Mama und meiner Vergangenheit abschied nehmen", meint Eloy, nachdem wir auch den Gozanti geparkt haben und wieder an Bord der "Vanguard" befinden.

"Und wie willst du das machen?", frage ich meine kleine Schwester etwas irritiert von ihrem plötzlichen Ansinnen.

"Die Orte von früher besuchen. Also da, wo Mama gestorben ist, wo wir gewohnt haben und unseren letzten gemeinsamen Weg", schlägt meine kleine Schwester vor. Es war ein langer Tag, aber ich spüre, dass dies Eloy wichtig ist. Und ich denke, es würde unsere Bande weiter stärken, die Orte zu besuchen, wo alles angefangen hat.

"Weißt du was, Eloy? Ich halte das für eine verdammt gute Idee. Gut, machen wir das gemeinsam!" Wir ziehen unsere leichte Rüstung an und werfen einen Poncho drüber. Wir nehmen zwei unserer Z-74 und fliegen los. Unterwegs halten wir in einem Laden, der Alkoholika aus der ganzen Galaxis führt. Da kaufe ich uns einen guten corellianischen Whiskey für einen wahrlich unverschämten Preis. Den brauchen wir, um der Toten gebührend zu gedenken. In einem anderen Laden besorge ich eine Spraydose mit grüner Farbe. So ausgerüstet fliegen wir zu dem Veredler von Raumschiffen, bei dem unsere Mutter gearbeitet hat und dort auch getötet wurde. Leider existiert der Laden nicht mehr. Die Gegend ist nicht mehr so gut, wie sie vor zwei Jahrzehnten noch gewesen war. Damals war das ein In-Viertel gewesen, mit luxuriösen Geschäften für den gehobenen Geschmack für die etwas betuchteren Bewohner von Nar-Shaddaa.

So ist es uns unmöglich, den Ort zu finden, wo Mama gestorben ist. Aber hier muss es irgendwo gewesen sein. Wir suchen uns eine Nebengasse und ich schreibe auf Aurebesh die folgenden Worte: "Hier starb Hylia Askana, Ehefrau von Manan, Mutter von Lyra und Eloy. Nun ist sie eins mit der Macht. Ihr Leben und Tod werden nicht vergessen werden."

"Das hast du schön geschrieben, Lyra. Ich glaube, Mama hätte das gefallen", meint sie mit Tränen erstickter Stimme und auch ich fange an zu weinen. Wir halten uns für einen Moment gegenseitig Tröstend in den Armen. Aber selbst in meiner Trauer bleibe ich die ganze Zeit wachsam und achte auf unseren Perimeter. Die Assassine Moridia Vex könnte auch diesen Schritt durchaus vorhergesehen haben und schon an einem Hinterhalt arbeiten. Diese Frau darf ich nicht unterschätzen. Ich hole den Whiskey hervor und schenke drei Gläser ein. Zwei trinken wir, einen kippe ich für Mama aus. Während der Whiskey in unseren Kehlen angenehm brennt, hängen wir unseren Erinnerungen nach.

Unser nächstes Ziel ist das Apartmenthaus, wo wir vor einer Ewigkeit unsere Wohnung hatten. Von außen sieht es immer noch gleich aus, hier und da ist vielleicht sogar etwas erneuert worden. Wir landen auf dem Besucherparkplatz und unser alter Code funktioniert noch an der Eingangstür. Als erstes besuchen wir den Spielplatz. Der ist sichtlich vor kurzem renoviert und fast nichts ist mehr so, wie ich es in Erinnerung hatte. Kinder verschiedener Rassen spielen lärmend an den Geräten, die wohl einen anderen Zyklus haben. Einige Mütter beäugen uns misstrauisch.

"Die Rutsche ist noch die gleiche", meint Eloy und sie hat recht. Die wurde nur in Rot frisch lackiert. Früher war sie blau. Ich kann mich erinnern, dass Eloy eine ganze Zeit lang nichts anderes wollte, als immer wieder herunter zu rutschen. Da Eloy auch anfängt zu lachen, müssen wir uns wohl beide an diesen Fakt erinnert haben.

Nakagos wirre Gedanken

Ich fand es passend, dass die Beiden noch einmal in ihre Kindheit zurück reisen und in guten Erinnerungen schwelgen.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #396 am: 04. März 2021, 15:06:24 »
Grek

Danach suchen wir unsere ehemalige Wohnung auf. Ein Reinigungsdroide kommt uns entgegen. Wenn mich nicht alles täuscht, ist es der Gleiche, der schon vor zwanzig Jahren seinen Dienst hier verrichtet hat. Ich klingle einfach mal an der Wohnungstür. Nichts rührt sich. Mein Scanner zeigt auch keine Lebensform dahinter an. Frech gebe ich unseren alten Code ein und die Tür entriegelt sich hörbar. Die Mieter nach uns haben sich nicht die Mühe gemacht, den alten Code zu löschen oder zu ändern. Warum auch, wenn man es genau nimmt. Es war ja nicht damit zu rechnen, dass wir jemals wieder zurück kommen würden.

Als ich eintrete erschrecke ich darüber, wie unglaublich klein diese Wohnung ist. Groß war sie nie, aber ich habe sie deutlich voluminöser in Erinnerung. Die Wände sind immer noch grün, wenn auch hier und da abgeschlagen. In den letzten zwanzig Jahren wurde hier nichts gemacht. Ich kann mich noch gut erinnern, wie unsere Eltern die Wohnung damals renoviert haben. Meine Aufgabe war es gewesen, auf das Baby aufzupassen und nicht im Weg herum zu stehen. Letzteres habe ich ganz gut hinbekommen.

"Das ist ja alles so klein!", fasst Eloy ihre Eindrücke zusammen.

"Ich habe es auch größer in Erinnerung. Aber offensichtlich sind wir beide gewachsen", erwidere ich und wir müssen darüber lachen. Nun, wir haben gesehen, weswegen wir hergekommen sind und verlassen die Wohnung wieder, in der inzwischen andere Wesen leben. Jedenfalls war doch einiges an persönlichen Krempel zu sehen. Ich schließe die Tür und auf dem Weg nach draußen tauschen wir Anekdoten aus unserer Kindheit aus. An diesem Ort verbinden uns fast nur positive Erinnerungen. Klar, wir haben uns auch mal gestritten und es flossen auf beiden Seiten durchaus mal Tränen. Aber wir haben auch viel zusammen gespielt.

Nun fliegen wir die letzte Route ab, die uns in die Falle geführt hat. Wir passieren die Straße mit den Prostituierten, die dort immer noch auf Kundschaft warten. Natürlich ist dies eine andere Generation von Liebesdienerinnen, aber sonst hat sich nicht viel verändert. Auch das Hotel existiert noch so, wie ich es in Erinnerung habe. Nun beginnt der letzte Abschnitt. Die Mietskaserne ist immer noch ein Drecksloch. Und es stinkt genau so bestialisch wie damals. Inzwischen gibt es weitere Einschusslöcher in den Wänden. Schließlich stehen wir vor der Tür, wo wir getrennt wurden. Wo ich meinen ersten Menschen getötet haben.

"Wollen wir uns das wirklich antun?", frage ich Eloy.

"Hier ist der Anfang und das Ende. Es tut weh, aber ich will da rein", meint meine Schwester und ich klingele. Es gibt eine neue Türsprechanlage und die Tür sieht neu und stabil aus.

"Was wollen Sie?", werde ich auf huttsich gefragt. Der Dialekt ist stark und die Stimme klingt weiblich.

"Ich gebe ihnen fünfzig Credits, wenn wir die Wohnung betreten dürfen", biete ich an. Natürlich will sie nicht. Es gibt einiges an hin und her, bis wir bereit sind, 100 Credits zu löhnen. Da die Person hinter der Anlage uns sieht, kommt sie wohl zu dem Schluss, dass wir auch mit Gewalt hier herein kommen. Schließlich öffnet uns eine grünhäutige Twi´lek, an deren Rock zwei kleine Kinder zerren. Ein etwa vier jahre altes Mädchen und ein der Junge dürfte vielleicht zwei Standardjahre alt sein. Wir geben ihr die versprochenen 100 Credits und sie lässt uns in ihr Apartment. Die kleine Küche sieht immer noch so aus, wie ich sie in Erinnerung habe. Das Einschussloch des Blasters ist sichtbar ausgebessert worden, sonst erinnert nichts mehr an den Kampf, in dem ich meinen ersten Menschen getötet habe. Es tut schon beinahe körperlich weh, hier zu sein.

Schweigend gehen wir und hängen unseren Gedanken nach. Schließlich hocken wir auf unseren Speederbikes und blicken zurück auf unsere Vergangenheit. Eloy tastet nach meiner Hand und wir halten uns so, wie wir es als Kinder getan haben. Etwa eine halbe Stunde verbringen wir so schweigend Händchenhaltend und hängen unseren Erinnerungen nach. Noch einmal sehe ich, wie ich zuerst gegen die Gewürzsüchtige gekämpft und getötet habe, dann gegen einen der Kopfgeldjäger. Wie ich eben meinen ersten Menschen getötet habe und wie mich dann der Nikto problemlos überwältigt hat.

"Es war meine Schuld, Lyla", stößt Eli schließlich hervor, meinen Kinderspitznamen benutzend.

"Was war deine Schuld, Eli?", frage ich meine kleine Schwester.

"Das die böse Frau uns gefunden hat. Hätte ich nicht wegen dem Krabbelding angefangen zu schreien, wären wir nicht gefunden worden. Ich hab uns in den Schlamassel geritten. Es ist meine Schuld." Ich kann sehen, wie Tränen über ihre Wangen rinnen.

"Ach, Eli! Ich war es doch, die uns in die Falle geführt hat. Und vorher war es Mamas Plan gewesen. Oder das der Kontaktmann enttarnt wurde. Ich habe mindestens genau so viel Schuld wie du", versuche ich sie zu beruhigen und zu trösten.

"Meinst du?", erwidert sie schniefend, als wäre sie immer noch fünf Jahre alt. Ich beuge mich zu ihr rüber und nehme sie einfach in den Arm.

"Wir haben alle Schuld daran, was passiert ist. Das Imperium, die Kopfgeldjäger, die CBF, Mama, Papa, du und ich. Wir haben alle unseren Beitrag geleistet. Es ist passiert, weil vieles nicht so gelaufen ist, wie Mama sich das gedacht hat. Letztendlich zählt nur, wir Beide sind wieder vereint, wir beide stehen uns nun wieder Nahe. Wir sind Schwestern und werden das immer bleiben. Lass los, schauen wir nach vorne. Lassen wir diesen Ballast hinter uns, bevor er uns herunter zieht", spreche ich ihr Mut zu. Sie schweigt für einige Minuten und windet sich dann aus meiner Umarmung, die ich dann auflöse.

"Ich kann jetzt loslassen", meint Eloy und ich sehe, wie sie sich ihre Tränen aus dem Gesicht wischt.

"Gut! Denn auch ich kann jetzt loslassen. Sehen wir nach vorne!", meine ich dazu und merke, dass auch ich geweint habe. Ich atme tief ein und aus. Trotz des Gestankes hier in der herunter gekommenen Gegend kann ich frei atmen. Diese Reise war für uns beide bitter nötig gewesen. Was Vergangen ist, liegt nun für immer hinter uns und nur noch die Zukunft zählt. Und die Zukunft ist nicht rosig.

Nakagos wirre Gedanken

Damit schließt sich quasi der Kreis. Sie reisen in die Vergangenheit zurück und lösen sich von dem Ballast, den beide seit jenen schicksalshaften Tagen mit sich herum tragen.

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