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Autor Thema: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story  (Gelesen 21515 mal)

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Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #420 am: 27. April 2021, 15:37:28 »
Grek

Nun steht der Assassinentempel auf dem Plan. Wir treten ja nur gegen die berüchtigste Assassinengilde des Hapes Konsortium an. Unzählige tapfere "Abenteurer" sind schon aufgebrochen, den halbwegs versteckt liegenden Tempel aufzuspüren und zu vernichten. Der Name des Planeten "Talcharaim" hört sich schon unheilverkündend an. Beim Aussprechen das Namens will ich am liebsten ausspucken, da sich die Laute tief im Rachen bilden. Genau so hässlich präsentiert sich diese Welt auch. Erinnert mich etwas an die Minenregionen von Kessel. Von oben sieht der Planet ziemlich karg und zerklüftet aus. Das Areal, in dem sich der Tempel befinden soll, ist von dichten Nebeln verhangen und ist von tiefen Schluchten samt steilen Berghängen umgeben. Wir scannen das Areal sorgfältig mit unseren Sensoren aus dem Orbit heraus. Es gibt in dem zerklüfteten Gebiet wenig sinnvolle Landeplätze. In dem Bereich, wo sich laut unseren Informationen das Kloster befinden soll, orten wir keine Strukturen. Wahrscheinlich ist es unterirdisch angelegt. Über den eigentlichen Aufbau gibt es keine verlässlichen Informationen, da noch nie ein Eindringling lebend davon zurück gekommen ist.

Ich dränge auf einen abseits gelegenen Punkt, der sich nur bedingt zum landen eignet. Da bis jetzt alle gescheitert sind, dürften die wenigen offensichtlichen Plätze Todesfallen sein. Auch dürfte es keine gute Idee sein, einfach über dem Kloster auszubooten. Also parken wir die Vanguard schwebend etwa zwanzig Meter über dem Grund in einer der unzähligen Schluchten, die ein wahres Felsenlabyrinth bilden. Ich denke, hier ist alles voller tödlicher Fallen. Auf den Bergkämmen sind hier und da verräterische Energieansammlungen zu erahnen. Wahrscheinlich gut isolierte, verbunkerte Laser und Ionenkanonen. Mir ist nicht wirklich wohl dabei, die kleine Ta´a Chume allein in ihrer Kabine zu lassen und trage Besh 42 auf, ab und zu nach der Kleinen zu sehen. Sie aber unter keinen Umständen allein auf dem Schiff herum laufen zu lassen.

Wir booten unsere 74-Z aus, mit denen wir nun auf maximaler Höhe vorrücken, ohne dabei die eigentliche Schlucht zu verlassen, was uns wahrscheinlich in den Feuerbereich von Abwehrgeschützen gebracht hätte. Scavengerbot sitzt hinter mit, die beiden Twi´leks nehmen den zweiten. Mein Scanner zeigt verwirrende Daten, die sich teilweise deutlich widersprechen. Visuell ist selbst mit den Restlichtverstärken kaum was zu erkennen. Irgend eine große Kreatur scheint sich im Labyrinth zu befinden, da wir es brüllen hören. Ich hoffe mal, der leichte Repetierblaster des Gleiters wird damit fertig, da ich an keinen Raketenwerfer gedacht habe. Aber zurückfliegen will ich auch nicht mehr.

Die Umgebung ist bedrückend, ich habe Gänsehaut und meine Nackenhaare stellen sich auf. Lyn ist der Meinung, dass dies ein Ort der Dunklen Seite der Macht ist. Kein Wunder, dass ich da besonders empfindlich darauf reagiere, immerhin habe ich ja eine gewisse Sensitivität für die Macht  und das hier setzt mir schon körperlich zu. Am liebsten würde ich mich übergeben. Für Lyn müsste das noch viel stärker sein. In dem Moment bin ich durchaus Froh, dass Eloy sich einer anderen Crew angeschlossen hat.

Langsam, aber sicher, machen wir Strecke. Wir sind noch knapp drei Kilometer vom Kloster entfernt, als sich auf einmal eine Laserbarriere vor uns aufbaut. Im letzten Moment kann ich das Speederbike herum reißen. Nur wenige Fingerbreit von meinem Kopf entfernt flimmert die Barriere. Lyn und Shaka haben nicht so viel Glück. Mit einem verzweifelte Manöver versucht Lyn die Barriere zu überfliegen, schafft es dabei zwar selbst den Strahlen soweit auszuweichen, aber der fordere Stabilisator der 74-Z wird dabei abgetrennt. Sofort beginnt sich der Speeder um seine eigene Achse zu drehen und wenige Momente später kracht der Hauptkörper mit seinen Passagieren auf den Boden.

"Fierfek!" Wirklich sehen kann ich das schon nicht mehr, aber ich weiß, wie sich ein Absturz anhört. Ich steuere unser Bike durch die Lücken der Sperre und lande neben dem Wrack. Der 74-Z ist nur noch noch eine Ansammlung von Schrott. Nicht mal Jawas würden dem Haufen einen zweiten Blick gönnen. Die beiden Twi´leks hat es übel erwischt. Scav kümmert sich um sie, während ich aufgesessen bleibe und mit dem Repetierblaster des Bikes die Umgebung sichere. Kann gut sein, dass sich hier Assassinen verstecken, um uns im Moment der Schwäche anzugreifen. Aber der Feind nutzt nicht die Gunst der Stunde und Scavengerbot verarztet die Verwundeten ohne Zwischenfall.

Nun sind wir am Boden gefesselt, was mir gar nicht schmeckt. Langsam rücken wir nun vor. Vor uns aus dem Nebel schälen sich zwei riesige Drachen, die links und rechts den Zugang zur nächsten Schlucht markieren. Da mein Scanner keine Lebensform oder Bewegung anzeigt, wird schnell klar, dass es sich nur um Statuen handelt, die verdammt Lebensecht wirken. Schätze mal, wir sind auf dem richtigen Weg. Wenn die Dinger dazu da sind, einen Einzuschüchtern, dann erzielen sie genau den gewünschten Erfolg. Jeden Moment glaubt der Betrachter, die Dinger springen einen an. Echt gruselig!

Ohne das etwas schreckliches geschieht, passieren wir die beiden Statuen und rücken verhalten weiter in die Schlucht vor. An den Wänden sind nun Reliefs zu sehen, die in lebensechter Größe sind. Teilweise scheinen die Figuren so plastisch zu sein, dass man meint, sie könnten jeden Moment einen attackieren. Mir ist klar, dass sind nur Psychospielchen, aber ich muss gestehen, sie wirken verdammt gut.

Wir kommen an mehreren Fallen vorbei, die aber uns nicht verletzten können oder gar nicht erst auslösen. Trotzdem zerrt das alles unglaublich an den Nerven. Das ganze gehört sicherlich zum Konzept der Einschüchterung, Entmutigung und Überreizung. Wer die ganze Zeit damit rechnet, im nächsten Moment attackiert zu werden, erschöpft sich geistig recht schnell und lässt entsprechend nach. Oder verliert den Mut. Schließlich sind wir kurz vor dem Ziel. Hin und wieder ist Gebrüll zu hören. Entweder ist das auch nur ein Trick oder es ist eine verdammt große Bestie. Ich vermisse schmerzlich meinen Raketenwerfer.

Langsam schwebe ich weiter, meine Nerven sind zum zerreißen gespannt. Schließlich sind wir fast da und die Schlucht weitet sich etwas. Eine Art Platz schält sich aus dem Nebel. In einem Halbrund stehen mehrere Säulen. Oben auf jeder Säule sind Drachenköpfe montiert, in denen Mäulern es verdächtig glimmt. Fünf Mönche, jedenfalls erinnern mich die Kutten an Mönchsgewänder, sitzen meditierend zwischen den Säulen.

"Willkommen im Taiki Kloster!", begrüßt uns der Mönch in der Mitte, nachdem er in einer äußerst fließenden Bewegung aufgestanden ist. Seine Kapuze rutscht dabei nach hinten und enthüllt einen Drachenkopf. In seiner Hand hält diese Kreatur ein dünnes langes Vibroschwert mit einer bösartig gezackten Klinge. Obwohl ich genau weiß, dass dies alles nur dazu dient, den Kontrahenten über Gebühr einzuschüchtern, muss ich sagen, diese Strategie geht auch hier auf. Ich muss meine ganze Willenskraft aufbieten, um nicht schreiend wegzulaufen.

"Ihr seid weit gereist, um hier zu sterben!"

Nakagos wirre Gedanken

Jetzt kommen wir zum gruseligen Teil des Abends. Es war da schon fast vor Mitternacht und wir haben somit schon über sieben Stunden gespielt gehabt. Dem SL ist es hier durchaus gut gelungen, eine düstere und unheimliche Atmosphäre zu erschaffen.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #421 am: 29. April 2021, 15:24:47 »
Herf

"Ihr seid weit gereist, um hier zu sterben!", meint der Mönch mit der gezackten Vibroklinge in der Hand.

Schätze mal, die Zeit des Redens ist vorbei. Lyn wirft eine Granate und die trifft alle Mönche wenigstens leicht. Schon mal ein guter Anfang. Ich habe meine Probleme, meine Ziele zu erfassen und erledige mit meinem DLT-19D nur einen der Mönche. Dagegen mäht Shaka mühelos drei Mönche nieder. Der letzte Überlebende hebt die Hand und die fünf Köpfe der Drachen speien Feuer. Oder besser gesagt die Flammenwerfer darin hüllen uns in Flammen ein. Obwohl meine Rüstung versiegelt ist, tut das verdammt weh.

Als erster bewegt sich Scavengerbot aus den Flammen heraus und greift den Mönch mit seinem Vibroschwert an. Als ob eine Flammenwand nicht genug wäre, schießen aus erhöhter Position vier Mönche mit Projektilbeschleuniger auf uns. Die Geschosse bohren sich selbst durch die dickste Rüstung durch und ich kann spüren, wie ein Gift in mir zu wüten beginnt. Aber mein Kybernetisches frisch eingebautes Filtersystem rettet mir das Leben. Das waren gut investierte zehntausend Credits.

Wir machen, dass wir aus der Flammenwand heraus kommen und versuchen die Assassinen in ihren gut gedeckten Stellungen hinter ihren Schießscharten in den Felswänden zu treffen. Das ist gar nicht so einfach, da ich nur einen Ausschalten kann. Wieder zeigt Shaka, dass sie momentan die bessere Schützin ist und erledigt gleich zwei von ihnen. Derweil erledigt Scav den letzten stehenden Mönch und Lyn erschießt den letzten Schützen. Zuerst denke ich, dass war es schon aber weit gefehlt.

In dem Moment bricht aus dem Nebel ein riesiger Laufdrache, auf die wir schon mal das Vergnügen hatten zu reiten. Nur ist dieses Exemplar so unglaublich viel größer, dass ich es nicht glauben würde, wenn ich es nichts selbst mit eigenen Augen sehen würde. Der Drache rennt brüllend auf Lyn zu und seine mächtigen Kiefer schleißen sich an der Stelle, wo gerade die Twi´lek noch gestanden ist. Ihre überragenden Reflexe haben sie im letzten Moment zur Seite hechten lassen. Für einen schrecklichen Moment habe ich schon gedacht, Lyn würde jetzt aus zwei Teilen bestehen. Aber alles gut und mir fällt ein Stein vom Herzen.

Sofort eröffnen wir aus allen Rohren das Feuer auf diesen Riesen. Ich treffe ihn mehrmals, aber meine Treffer vermögen es nicht, seine dicke Panzerung zu durchdringen. Dafür trifft Shaka um so Besser und hinterlässt regelrechte Krater. Lyn ist inzwischen wieder auf den Beinen und aktiviert ihr Lichtschwert. Surrend baut sich die Klinge auf und tötet den Drachen, als er wieder zu ihr Herabstößt und sich quasi so selbst den Schädel spaltet. Augenblicklich bricht der Laufdrache in sich zusammen und dieses mal schafft es Lyn nicht auszuweichen. Sie wird Regelrecht vom Leib des Drachen begraben.

"Fierfek!", rufe ich aus. Skav und ich benutzen unsere Waffen als Hebel, während Shaka die eingeklemmt Pilotin heraus zieht.

"Ich fühle mich so richtig geplättet!", scherzt Lyn schon wieder und wuchtet sich hoch.

"Dieser Spruch war jetzt echt platt!", lege ich noch einen obendrauf und wir lachen befreit über die wirklich flachen Witze auf. Das hilft, den Horror und das Grauen des Gefechts abzuschütteln. Bis jetzt war das zwar recht gefährlich, erklärt aber nicht, warum bis jetzt noch keiner von hier zurück gekommen ist, obwohl schon viele versucht haben, dieses Kloster, Tempel oder was auch immer das sein mag, auszulöschen. Das kann noch nicht alles an Gemeinheiten sein, was die hier aufbieten können.

Also rücken wir nun vorsichtig in kurzen Abständen vor. Also zwei sichern, die anderen gehen ein paar Meter vor und bleiben dann sichernd stehen. Dann rücken die hinteren  nach vorne. Mein Scanner spielt noch immer verrückt. Die müssen hier irgend eine technische Teufelei haben, welche mehr als nur den Scanner blendet, sondern ihn mit widersprüchlichen Daten schier überlastet. Oder ist das alles nur in meinem Geist?

Wir erreichen nun eine Art Portal. Eine breite Treppe führt hoch zu einem Eingangsbereich mit Säulen und einem aus dem Fels heraus gehauenen Vordach. Auf der Treppe stehen etwas hundert starre Personen in verschiedenen Rüstungen und Kleidungsstilen. Viele davon sehen seltsam aus, wahrscheinlich schon seit längerem aus der Mode. Und bei Männern will das was heißen. Wie Statuen gleich stehen hier Uniformierte, Gerüstete und Zivilisten stumm Wache. Laut Scanner hat hier keiner Körperwärme. Sind das Lebensechte Nachbildungen aus Wachs oder einem ähnlichen Material? Sind das ausgestopfte Leichen? Da niemand hier wirklich sich damit aufhalten möchte, die Statuen näher zu durchsuchen, werden wir das wohl niemals heraus finden. Auf alle Fälle sind meine Nerven wieder bis zum zerreißen gespannt. Mehrmals drehe ich mich langsam um die eigene Achse, um feindliche Schützen zu entdecken, da dies hier eine perfekte Ablenkung ist. Aber nichts dergleichen passiert.

Wir steigen die Treppe hoch und betreten den Eingangsbereich des Kloster der Assassinengilde. Dahinter liegt eine kreisrunde Eingangshalle, etwa zwölf Schritt im Durchmesser und genau so hoch. Ein Portal führt zu einer schmäleren Treppe nach unten. Ein monotoner Singsang ist von dort zu hören. Als ob ein ganzer Chor dort singen würde. Auf dem Boden ist ein Mosaik, der einen Drachen zeigt. Wirklich interessant ist die Nonne, die uns mit gezogenen Schwert erwartet.

"Meine Gratulation zu eurem Erfolg", begrüßt sie uns trocken. "Selten kommt jemand bis hierher."

"Tja, wir sind dafür bekannt, weiter zu kommen als die meisten", erwidere ich trocken und spähe nach Schützenlöchern an den Wänden, kann aber nichts entdecken.

"Ihr habt die einmalige Chance jetzt umzukehren und euren Enkeln zu erzählen, was ihr hier erlebt habt", bietet sie uns an. Ich bin nicht sicher, was ich davon halten soll. Eine Gilde von Assassinen lässt normalerweise niemanden entkommen. Ich denke, die gute Frau will uns lieber draußen töten, damit ihr Blut nicht den Fußboden ruiniert.

"Wir wissen Euer großzügiges Angebot zu schätzen. Aber wenn Ihr Euch über uns informiert habt, dann wisst Ihr auch, dass wir keine halben Sachen machen", erwidere ich.

"Es steht Euch frei auch den Tod zu wählen. Überlegt es Euch in aller Ruhe!" Eine unmerkliche Geste später ist sie in einer Rauchwolke verschwunden. Kein Angriff erfolgt und wir igeln kurz. Aber keine Assassinen enttarnen sich und wir bleiben allein.

"Wir sollten die Treppe runter nehmen. Wenn die was drauf hätte, würde die Nonne uns hier erledigen", meine ich dazu.

"Also Treppe?", fragt Lyn.

"Ich frage mich, wo die uns wohl hinführt und Skav, wenn du wieder sagst, sie führt nach unten, dann Schrei ich!", wende ich mich an Scavengerbot, der meine Fragen immer mit simplen Richtungsangaben beantwortet, die selbst für mich offensichtlich sind.

Nakagos wirre Gedanken

Und so haben wir den Tempel/Kloster der Assassinengilde betreten. Ich musst dabei die ganze Zeit an Arrow von DC und dessen Liga der Assassinen denken.

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #422 am: 02. Mai 2021, 15:27:51 »
Isk

Vorsichtig rücken wir vor und spähen die Treppe nach unten. Nebel wabert knapp über den Boden, so dass man diesen nicht sehen kann. Ich übernehme freiwillig die Vorhut, da ich ein Jetpack auf dem Rücken habe und so eine Fallgrube mir nichts tun kann. Alle anderen Fallensysteme schon. Sorgfältig prüfe ich bei jedem Schritt nach unten, ob da wirklich tragfähiger Boden ist. Die Wände taste ich mit Blicken ab, ob sich dort hinterlistige Fallen verstecken. So brauchen wir dann für etwas über hundertfünfzig Stufen fast eine Halbe Stunde. Fast bin ich etwas enttäuscht, dass hier keine fiesen Fallen sind.

Unten angekommen sehen wir einen bizarren Raum, eher eine weitläufige Höhle. Auch hier ist der Boden vollständig mit Nebel bedeckt. Es sieht aus wie eine Tropfsteinhöhle mit einer recht hohen Deckenhöhe von etwas über zwölf bis weniger als zwanzig Schritt. Sie ist ziemlich weitläufig, wäre es ein Hangar, hätten hier gut ein dutzend Leichter Frachter platz. Von der Treppe führt ein hölzerner Steg tiefer in die Höhle hinein, wo er sich vor einer Art Altar verzweigt und um ihn herumläuft. Links, Rechts und nach weiter hinten führen weitere Stege zu Gängen. Der Altar ist wie der Kopf eines Drachen geformt.

"Das ist der Ort, von dem die Strahlung der Dunklen Seite ausgeht", meint Lyn beim Anblick von dem Altar.

"Ich kann es auch spüren", meine ich und fröstle, da sich wieder eine massive Gänsehaut bildet. Eine gewisse Angst kann ich nicht verleugnen. Ich mag gar nicht hier sein, aber ich habe auch kein Veto eingelegt. Also jammere ich nicht, wie es andere hier tun würden, sondern reiße mich zusammen. Der Chor ist hier deutlicher zu hören, aber zu sehen ist davon nichts. Wobei mich die Vorstellung, von einem Chor singender Assassinen doch leicht zum schmunzeln bringen kann.

"Ich schlage vor, wir meiden den Steg und gehen hier rechts rüber zum Höhleneingang", schlage ich vor, da mir die ganze Sache nicht geheuer ist. Also gehe ich vor, die anderen folgen mir. Wir dringen in den schmalen Gang vor. Hier können sich gerade so zwei entgegen kommende Menschen aneinander vorbei bewegen. Links und rechts zweigen weitere Gänge ab. Wieder rücke ich vor und spiele Zielscheibe. Tatsächlich werde ich dann auch von weiter hinten beschossen. Sofort knie ich ab und erwidere das Feuer mit meinem DLT-19D. Vier Schützen nehmen uns unter Feuer aus einer Entfernung von über hundert Schritt, mehr geht nicht, da der Gang sich teilweise windet. Dieses mal liegt mein Feuer besser und ich erledige zwei, Shaka die anderen beiden. Damit wäre dieser Widerstand gebrochen. Der Chor singt immer noch monoton weiter. So langsam komme ich zu dem Schluss, dass es sich um eine Aufnahme handeln muss, die über kleine Lautsprecher ausgestrahlt wird.

Was wir hier finden sind zumeist leere Räume. Einige sind als Trainingsraum zu erkennen, andere wohl für Meditation und natürlich Schlafquartiere. Aber nur wenige, die einen bewohnten Eindruck machen. Viele Assassinen scheint das Kloster zur Zeit nicht zu haben. Schlielich erreichen wir einen Raum am Ende des Ganges, wo es nicht mehr weiter geht. Hier ist eine Art Labor und drei Mönche attackieren uns, was sich für sie zu einer verdammt schlechten Idee heraus stellt. Ich schieße einen nieder, Shaka ebenso und Lyn darf auch mal. Irgendwie habe ich mehr von diesen legendären Assassinen erwartet.

"Sind die Eindringlinge tot?", fragt eine zittrige Stimme und ein blinder Mönch kommt hinter einer improvisierten Deckung hervor.

"Ja, sind sie", meint Shaka mit verstellter Stimme, was wirklich keinen zu täuschen vermag.

"Die Tiefe wird euch verschlingen!", meint der blinde Mönch und Shaka schießt ihn nieder, als er einen Vibrodolch zieht. Nun gut, der Kerl hat es wohl darauf angelegt. Ich hätte gerne mich noch etwas mit ihm über das Kloster und seine Bewohner unterhalten. Die Nonne ist bis jetzt noch nicht wieder aufgetaucht. Hier finden wir ein paar Substanzen und eine Art Stereoanlage, von dem die Soundeffekte für den Chor eingespielt werden.

"Die haben hier echt Soundeffekte für so was?", fragt Lyn verwundert den Kopf schüttelnd.

"Irgendwie habe ich mir die ganze Sache viel gefährlicher vorgestellt", erwidere ich, da ich mit einer deutlich höheren Anzahl an Assassinen gerechnet habe.

"In der Tat habe ich auch mit mehr Widerstand gerechnet", gibt Scavengerbot kund.

"Schon etwas seltsam", meine ich und finde ein paar Unterlagen in einer Schublade, welche eine Art Auftragsbuch ist. Das sieht interessant aus und wir nehmen das mal mit. Shaka kann es nicht lassen und nimmt auch ein paar giftige Substanzen mit. Wenig schlauer als zuvor rücken wir ab und untersuchen nach und nach das ganze Höhlensystem. Die Anlage dürfte für weit über hundert Leute ausgelegt sein, aber wir treffen auf keinen Assassinen. Schließlich haben wir den ganzen Komplex soweit erforscht. Bis auf die große Höhle mit dem Altar.

Nun gut, scheint wohl nicht anders zu gehen, als diesen Teil noch näher zu erforschen. Alles in mir sträubt sich dagegen, näher an den Altar zu gehen. Aber ich reiße mich ein weiteres mal zusammen und betrete den Steg. Nach wenigen Metern bemerke ich einen Bodenlosen Abgrund links und rechst des Stegs. Das kommt mir nicht geheuer vor und ich werfe etwas hinein. Als nach zwanzig Sekunden noch kein Geräusch eines Aufschlages zu hören ist, wird mir klar, dass dies nicht sein kann. Hier stimmt was ganz und gar nicht. Der Blinde Mönch hat etwas davon gefaselt, die Tiefe würde uns verschlingen. Deswegen aktiviere ich schon mal mein Jetpack, als wir weiter auf den Altar vorrücken.

Irgendwas passiert nun, was ich rational nicht erklären kann. Aus der schier bodenlosen Tiefe erheben sich gewaltige Klauen. Ich schieße darauf – treffe - erziele aber keinerlei Effekt. Die Nonne taucht auf und versucht mich mit ihrem gezackten Schwert zu schlagen. Ich weiche im letzten Moment aus und die gezackte Klinge fährt ins Leere. Lyn aktiviert ihr Lichtschwert und zwingt die Nonne sich im rückwärtigen Raum neu zu orientieren, wo Shaka sie über den Haufen schießt. Nun erscheint der Kopf des Drachens. Rotglühende Augen fixieren mich mit unendlichen Hass. Das Ding öffnet sein Maul und ich kann das Feuer der Hölle darin lodern sehen. Alles in mir schreit nur noch: "Weg hier!"

"Rückzug!", brülle ich und starte mit meinem Jetpack. Nur weg von hier! Das ist alles was ich noch denken kann. Ob meine Kameraden mir folgen ist mir in diesem Moment vollkommen egal. So eine Panik habe ich noch gespürt.

Nakagos wirre Gedanken

Beim erscheinen des Drachenkopfes war mal wieder eine Disziplinprobe fällig. Dadurch, dass ich Lyra ja einst in den Traum auf Cyphera schicken wollte, um Khador aufzuspüren, habe ich ja den Wert auf sehr gute vier hoch gesetzt. Leider kam es ja nie dazu, aus freien Stücken in den Traum zu gehen. Und die Auswirkungen des Traumes waren ja auch nie so wirklich schlimm gewesen. Wie auch immer, in dem Moment habe ich die Probe gegen eine Schwierigkeit von fünf, also dem Maximum, zwar geradeso geschafft, hatte aber ein Verhängnissymbol. Und dieses ließ Lyra panisch vom Gefechtsfeld fliehen. Die Probe war geschafft, ich will also gar nicht wissen, was mit dem passiert wäre, der sie versemmelt hätte.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2021, 15:46:04 von Nakago »

Nakago

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Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Antwort #423 am: 04. Mai 2021, 17:14:57 »
Jenth

Ohne auf Widerstand zu treffen, sause ich nun die Treppe nach oben, komme in die Eingangshalle und bin dann draußen. Im letzten Moment reiße ich mich zusammen und fliege nicht weiter. Nicht auszudenken, wenn da oben irgendwelche automatisierten Geschütze auf jene lauern, die meinen, sich fliegend im Bereich des Klosters zu begeben.

So ganz langsam beruhigt sich mein Herzschlag wieder und ich kann meine komplett verkrampften Hände von meinem DLT-19D lösen. Mehrmals atme ich tief ein und aus. Ich schüttle meine Hände aus, um die Nachwirkungen des Krampfes zu minimieren. Dann bin ich bereit, mich dem Drachen ein weiteres mal zu stellen. Aber das ist wohl nicht mehr nötig, denn eine mächtige Explosion erschüttert den Boden und mit einer Staubwolke rennen meine Kameraden aus dem einstürzenden Tempel. Shaka ist es gelungen, einen Sprengsatz zu improvisieren. Damit hat sie den Altar der Dunklen Seite der Macht gesprengt. Zum einen hat sie damit den Spuk mit dem "Schrecken aus der Tiefe" in Form des Drachens beendet, zum anderen aber auch die gesamte Höhle zum Einsturz gebracht.

Damit haben wir wohl den Tempel der Assassinen zerstört. Mission erfolgreich ausgeführt. Also Zeit uns zurück zu ziehen, schließlich haben wir noch sechs weitere Aufträge zu erledigen. Draußen  bei den Säulen setze ich den toten Drachen in Brand, um für später ein eindeutig erkennbares Ziel zu haben. Ich besteige den 74-Z und übernehme wieder die Vorhut. Der dämliche Nebel hält sich immer noch in den Schluchten. Vorsichtig nehmen wir die gleiche Route, mit der wir auch hergekommen sind, da wir dort schon alle Fallen ausgelöst haben dürften. Waren ja teilweise doch recht tödlich.

Drei Stunden später haben wir dann die "Vanguard" erreicht. Nach und nach bringe ich mit Hilfe meines Jetpacks alle Crewmitglieder nach oben, da die E-9 hier nicht tiefer gehen kann. Ich nehme den Platz des Co-Piloten ein und steuere unseren Aufklärer in eine stabile Position. Wir können das Feuer orten und ich richte alle Waffensysteme aus. Dann drehen wir einen kurzen Film, präsentieren Schwert, Roben und das Auftragsbuch der Kamera. Leider haben wir keine Bilder vom Kloster selbst gemacht. Bei den ganzen Nebel und den Störmitteln wären wahrscheinlich sowieso keine vernünftigen Bilder entstanden. Dann feuere ich eine Salve Protonentorpedos auf die Position des Feuers ab und zerstöre damit auch noch die restlichen Strukturen des Tempels. Und weil es so schön war, feuere ich noch alle Waffensysteme ab, was zwar cool aussieht, aber keinen wirklichen Effekt hat. Aber hier geht es nur um die Show. Diesen doch imposanten Film überspielen wir dann an Isolders Hauptquartier. Damit haben wir diesen Auftrag zur Gänze ausgeführt und ich bin Froh, dass wir für diese Mission nicht mit Leben bezahlen mussten.

Momentan läuft unsere Offensive gut. Die Zerstörung des Klonlabors ist in aller Munde. Auch die Sabotage bei den Noir Droiden Werke hat tiefen Eindruck hinterlassen. Prinz Isolder hat einen Drachen erschlagen, jemand hat Weltraumbojen sabotiert und eine wichtige Handelsroute lahmgelegt, Waffen wurden geschmuggelt und wir haben ja noch den Höllenritt gemeistert. Inzwischen dürfte die Königinmutter realisiert haben, dass ihr Sohn auf dem Kriegspfad ist. Es bleibt zu hoffen, dass am Ende genug Schattendrachen von Xios abgezogen werden, um uns den Weg zur Pyramide mit dem Roten Kristall zu ebnen. Wir müssen dieses Netzwerk vernichten, koste was es wolle.

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 30.05.2020
Anwesende Spieler: Lyra, Scav, Shaka, Lyn (Happy!)
Erfahrungspunkte: 25 EP, 25 EP in Meisterhaftes Vollgas investiert. Erste Spalte, fünfte Reihe Fahrer.

Beute: 30 000 Credits für Filmaufnahmen, Mini Ta´a Chume, der Xte Klon von Kosai,  (Wäre doch mal eine Idee für einen Superschurken für Marvel oder DC, egal wie oft man ihn tötet, der nächste Klon wartet schon.)

Getötete und überwundene Gegner: 1 Mini Gunship, 6 KS+ Sicherheitsdroiden, 5 Dragoner, 1 Dragonerhauptmann, Kosai, 1 Assassinen Nonne, ca. 9+ Assassinen Mönche, 1 "Drache", 1 Künstliche Intelligenz, 3 leichte Sicherheitsdroiden

Resümee: War eine richtig coole Sitzung. Hat mir verdammt gut gefallen. Mir liegen einfach Abenteuer mit einer klar definierten Aufgabestellung. Waren abwechslungsreiche Szenarien. Ein Kampf in den Wolken, eine Infiltration am Boden und ein Überfall in den Untergrund. Waren alle sehr anspruchsvoll. Vier von zehn Aufgaben wären damit erledigt und das waren die schwierigsten. Haben ja auch was gekostet.

Der Spieler von Shaka hat mich mal wieder ziemlich genervt. Mir geht es so auf den Sack, dass alles immer bei ihm stockt und das ist schon seit neun Jahren so. Zuerst eiert er herum, was er überhaupt tun will. Und wie er es zu tun gedenkt. Jeder Würfelwurf ist ein Drama für sich. Es dauert ewig, bis er seine Würfel zusammen gesucht und geworfen hat. Dann die Auswertung, bis er endlich mal das Ergebnis ermittelt hat. Oder doch nicht und noch mal nachkorrigiert. Und dann hat er einen absurden Schadenscode. Das ist so unglaublich langweilig und zäh. Er braucht für seine Aktionen mehr Zeit als alle am Tisch zusammen, einschließlich das SLs, der mehrere NSC gleichzeitig zu bändigen hat. So macht das einfach keinen Spaß mehr.

Aber der Rest war OK, hat Spaß gemacht und wir haben dieses mal nur wenig Diskussionen gehabt, weil eben mal die Aufgabestellung klar war. Ich habe gemerkt, dass einfach so drauf los spielen in dieser Konstellation einfach nicht klappen mag. Zu viele Diskussionen wegen rein gar nichts. Aber wir kommen nun deutlich voran und die Missionen sind sehr anspruchsvoll gewesen. Und auch sehr Abwechslungsreich. Vielen Dank an unseren Spielleiter Stefan dafür, der es auch hier wieder geschafft hat, was wirklich episches auf die Beine zu stellen.

Lyras Entwicklung: Widerstandskraft einmal mit Erfahrungspunkten und dann noch mit einem kybernetischen Implantat zu steigern war eine gute Idee. Die Giftproben wären sonst wahrscheinlich nicht zu schaffen gewesen.

Fünfundzwanzig Erfahrungspunkte sind natürlich verdammt cool. Und wie üblich habe ich die Qual der Wahl. Noch ein paar Talente vom Powertech oder Attentäter? Oder das letzte sinnvolle vom Fahrer? Das wäre Meisterhaftes Vollgas, was die Geschwindigkeit für ein Anzahl Runden in Höhe von List um zwei Punkte steigert. Und da nächste Sitzung ein Raumschiffrennen ansteht, wäre es wohl jetzt wirklich sinnvoll, dass zu nehmen. Natürlich passt das auch zu Lyras Herkunft, da Corellianer nun mal geborene Rennfahrer sind. Jedenfalls lässt uns das der berühmteste Sohn dieses Planeten, Han Solo, uns das glauben. Es gibt sicherlich effektiveres, was ich jetzt kurz vor Schluss noch nehmen könnte, aber ich denke, in dieser Situation hat das einen praktischen Nutzen und sind nicht komplett herausgeworfene Erfahrungspunkte. Man merkt halt, dass manche Talente in jedem Kampf etwas bringen, andere nur mehrmals pro Sitzung, wiederum andere nur einmal pro Sitzung und manche Exoten nur alle paar Sitzungen etwas.

Die nächsten fünfzehn Seiten wandern in den fünften Rang von Disziplin. Vor langer Zeit gab es ja mal die Belohnung, die nächste Stufe von Disziplin für zehn Erfahrungspunkte weniger als Normal zu steigern. Bis jetzt war das nicht nötig gewesen. Aber eine Disziplinprobe habe ich im Assassinentempel versaut und ich denke, in der Sithpyramide auf Xios stehen wir auf alle Fälle mindestens einem der Hohepriester gegenüber, vielleicht sogar beiden, um die Sache interessanter zu machen. Und wahrscheinlich wird es auch noch eine finale Auseinandersetzung mit Moridia Vex geben, die auch nicht ohne ist. Hatte ja schon die Befürchtung, dass die im Kloster eine Nachhilfeklasse leitet. Aber dem war zum Glück nicht der Fall. Also ist es kein Fehler, die Disziplin noch einmal hochzusetzen.

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