Autor Thema: Tipps zum Bemalen  (Gelesen 6194 mal)

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Tipps zum Bemalen
« am: 11. November 2004, 18:31:01 »
 Tja, die Grundierung ist das A und 13 Buchstaben weiter O, der gut bemalten Figur.

Die Reinfolge in der man die Farben aufträgt ist dann schon der zweite Punkt der über das Gelingen einer guten Bemalung entscheidet.

Die Wahl der Farben ist natürlich auch ein Schwerpunkt.
Ich nehme da Revel.

Schwam-Technik, Trocken-Maltechnik, Schattierung usw. wollen auch Beachtung finden.
Richter: Doktor, wie viele Autopsien haben Sie an Toten vorgenommen?
Gerichts-Mediziener: Alle meine Autopsien nehme ich an Toten vor.

Horustep

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #1 am: 11. November 2004, 19:02:24 »
 In diesem Sinne bemale ich zwar keine DnD-Figuren (wir haben in unserer Gruppe bereits bemalte Figuren gekauft), aber ich bin seit mehr als 10 Jahren Hobbybastler, vor allem von Schiffen und Military-Serien im Maßstab 1/35 und baue auch Dioramen. Bei diesen Militärfiguren (ca. sechs Zentimeter hoch), die aus bis zu 20 Teilen bestehen können, kommt es auf ein großes Fingespitzengefühl und eine gute Farbwahl an.

Ich empfehle vor allem Tamya- oder Revell-Farben, wobei ich sagen muss, dass die Farben des japanischen Herstellers Tamya in ihrer Realitätsnähe besser sind als die von Revell. Allerdings ist bei den - auf Wasserbasis aufgebauten - Farben von Tamya evtl. nötig, mehrere Farblagen aufzutragen, da sie nicht immer gleich decken. Auch sollte bei diesen Farben der Grund, d. h. die Figur, vorher gereinigt werden (ich nehmen Seifenwasser), um Produktionsrückstände zu entfernen. Ansonsten kann es passieren, dass aufgetragene Farbteile - noch in der Antrockenphase - abbrechen oder sich wölben.

Zur Bemalung verwende ich mehrere Pinsel, wobei ein Roßhaarpinsel der feinste ist. Mit ihm - ca. 0,3 Millimeter große Striche sind bei guter Konzentration möglich - zeichne ich Gürtel, Knöpfe oder Augenbrauen nach. Ist ein bissle ein nervtötendes Geschäft - aber es lohnt sich.

Ich lasse meistens die komplette Figur trocknen und bürste sie danach "trocken". Dieser Effekt ist hervorragend dazu geeignet, um z. B. Staub, Schmutz, Schneereste, Kratzer im Metall oder gebleichte Kleidung darzustellen. D. h. ich nehmen einen etwas breiteren Pinsel (ca. 1 cm), lasse einen Tropfen Farbe auf einen Karton tropfen, verreibe die Farbe, bis sie den Karton nicht mehr deckt und lasse sie danach trocknen, bis man - wenn man mit dem Finger darüberfährt - nur noch einen Hauch Farbe am Finger sieht. Dann nehme ich den Pinsel, streife ihn zwei-, dreimal über die Farbfläche und fahre dann, wenn man die Farbschattierung ganz schwach am Pinselhaar erkennt, über die Flächen an der Figur, die bearbeitet werden soll (etwa Schmutz- und Schneereste am Mantelrand oder an Stiefeln).

Kratzer im Metall: Methode im darüberliegenden Absatz anwenden, aber eine Farbe wählen, die passt, z. B. Aluminium, Silber oder Waffenmetal (Tamya). Dann den Gegenstand nehmen, z. B. ein Großschwert oder einen Schild, und mit dem Pinsel mit leichtem Druck etwas darüberwischen. Schon sind die schönsten Kratzer im "Metall".

Wenn eine Figur richtig gut werden soll, sollte man eine Bastelzeit von vier oder fünf Tagen einkalkulieren.

Gruß. Horustep.

 
"Das Leben ist voll von kleinen Beunruhigungen!" (Alan Dean Foster)

Der Wurm

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #2 am: 11. November 2004, 22:26:58 »
 Gute Idee mit diesem Forum!

ich benutze neben den Games Workshop farben noch Acrylic von J.Perkins.  Diese sind eigentlich recht preiswert und wurden mir vom Shop meines Vertrauens empfohlen. Zwar eher für Zinnfiguren bemalung gedacht erfüllen sie auch bei den Gummi figuren ihre Pflicht.

An D&D Minis hab ich noch nicht sehr viel nachbemalt. Bei Harbinger die Mummy, das Wolf Skeleton und den Worg. Den (Farb)Zustand dieser Figuren konnteman auch wirklich nicht anbieten... in den neueren Serien sind ja zum Glück weniger Bemal-Gurken mit dabei.

Was benutzt ihr zur Basegestaltung... ich bemale zwar schon seit einiger Zeit Figuren habe das Base aber bisher allerhöchstens grün angestrichen. Gibt es irgendwelche besonderen Sachen die ich beachten müsste?

Gruss
Wurm
Arbeitslos in Grönland
"I'm burning gas until I feel all right"

Kilamar

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #3 am: 11. November 2004, 23:00:42 »
 Ich kann die Tamiya Farben auch uneingeschränkt empfehlen Dank der riesigen Palette findet man fast jede gewünschte Farbe.
Außerdem bin ich überrascht wie lange sie halten. Ich habe hier Farben die mitlwerweile schon 12 Jahre alt sind. Kräftig umrühren und sie decken noch immer prima.

Kilamar

Talamar

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #4 am: 12. November 2004, 10:18:08 »
 Tamiya sagt mir garnichts. Hat jemand einen Link?

Wir benutzen mittlerweile zumeist die Vellejo Farben, denn diese sind sehr gut sortiert, sind wirklich super und man kann sie leicht dosieren. Außerdem trocknen sie auch nicht so schnell aus, wie manche Farbtöpfchen.

Gerade für GW Bemaler ist Vallejo interessant, denn es gibt eigentlich jede GW Farbe auch als Äquivalent bei Vallejo plus einer eigenen Palette.
Against signatures!


Tipps zum Bemalen
« Antwort #6 am: 13. November 2004, 10:28:16 »
 Aus meiner Jugendzeit, als ich noch für Flugzeuge aus dem 2 Weltkrieg einen Fimmel hatte und da so manches Modell gebastelt hab, hab ich noch so ein Gerät, womit man Kleinteile in eine bzw. zwei Zangen nehmen kann und mit einer Lupe die auch an dieser Einspann-Vorrichtung befestigt ist kann man dann mit ein bischen Übung und entsprechenden Pinseln selbst kleinste Feinheiten gut herausarbeiten.

Alle Teile, also Lupe und die Klemmen sind durch Gelenke beweglich.
Das Teil ist echt Gold wert.
Gibts bestimmt in jedem Bastelladen zu kaufen.
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Kilamar

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #7 am: 13. November 2004, 11:28:53 »
 Nennt sich auch "Die Dritte Hand".

Kilamar

Horustep

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #8 am: 13. November 2004, 15:35:23 »
 Tjaja, hatte also auch noch jemand anderes das Problem mit auseinandergehenden Tragflächen (die kurz zuvor zusammengeklebt worden sind), verschmierten Kanzeln und krummen Fahrwerken... :D

Gruß. Horustep.
"Das Leben ist voll von kleinen Beunruhigungen!" (Alan Dean Foster)

Kilamar

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #9 am: 14. November 2004, 01:57:33 »
 Ich habe mir immer mit Farbtöpfen, Kartons, Stiften und ähnlichem immer kleine Gestelle gebaut in denen die Modelle in Ruhe trocknen konnten.
Dementsprechend sahen sie auch oft aus  :D

Bei den meisten Modellen hat das aber ganz gut geklappt.

Kilamar

Taysal

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #10 am: 14. November 2004, 10:30:56 »
 Die Grundlage ist eine gut vorbereitete Miniatur, egal ob nun Plastik, Zinn oder Keramik.

Fürs Werkzeug sollte man schon die ein oder andere Adresse zur hand haben. Dabei vergessen einige leute oft, dass man die gesuchten Artikel auch ohne einen Fantasyladen erwerben kann: Bsp.: http://www.moduni.de' target='_blank'>http://www.moduni.de.

Vor allem der normale Modellbau und das Modelleisenbahn-Hobby bieten viele Möglichkeiten, um gut und günstig einkaufen zu können. Manchmal muss man etwas suchen oder stöbern - oder einfach auf 'nem Flohmarkt ein wenig stöbern. Bastelläden sind auch ein Quell der Inspiration.

Bei den Farben bevorzuge ich Acryl, da sie sich mit Wasser verdünnen lassen und sehr schnell trocknen. Damit erspare ich mir die Wartezeiten, die bei Revellfarben anfallen. Allerdings kann man mit Revellfarben besser trockenbürsten.

Bei Zinnmodellen mit Steckbase säge und feile ich den Stecker weg und belege das Base mit einer dünnen Schicht Modelliermasse (GWler bevorzugen ja Green Stuff, aber es gibt gute und günstige Alternativen).

Das Base kann man schön gestalten und die Füße/Kontaktfläche der Miniatur anpassen. Nun kann beides auch getrennt voneinander bemalt werden.

Die gut entgraten, feilen und mit säubern (vor allem gut entfetten ud staubfrei machen). Düstere Miniaturen schwarz oder dunkelgrau grundieren, strahlende Figuren weiß oder hellgrau grundieren. Obacht: Eine helle Grundierung lässt Bemalfehler deutlich erkennen, dunkle Grundierungen verzeihen kleine Fehler eher. Bei der Grundierung handelt es sich um eine uniforme, dünne und geschlossene Farbschicht.

Nach der Grundierung pinselt man das munter los. Oft wirken weniger Farben besser, als eine große Palette. Vor allem Anfänger sollten es vermeiden Farben zu mischen und sich nur vorsichtig an Bürst- und Wischtechniken wagen.

Gute Effekte kann man erzielen, wenn man dunkel anfängt und dann einen etwas helleren Ton der jeweiligen Basisfarbe auf hervorstehende Stellen aufträgt. Eine weitere Variante ist es, nach dem bemalen spezielle Tuschen in die Vertiefungen laufen und trocknen zu lassen. Man kann Tusche auch selbst herstellen, sollte sich anfangs aber mit einem Original begnügen, um ein Gefühl für die Konsistenz zu bekommen.

Kleine Details sollte man abschließend aufbringen und es empfiehlt sich eine ruhige Hand. Augen, zum Beispiel, kann man mit einem Zahnstocher veredeln, um die Pupillen aufzubringen. Das ist oftmals einfacher, als mit einem Pinsel zu arbeiten.

Immer daran denken: Lieber viele dünne Schichten, als eine dicke, die alle Details überdeckt.

Bei den Pinsel benötigt man keine allzugroße palette an größen, einen dicken, einen mittleren und ein feiner Pinsel reichen aus. Echthaar ist immer eine gute Wahl, am besten Rotmarder. Ein alter Pinsel dient zum Trockenbürsten und Wischen.

Pinsel stets sorgsam behandeln, braucht man sie längere Zeit nicht, ein wenig Olivenölf auf die Haare tupfen (vor der Benutzung auswaschen). Niemals knicken. Steht ein Härchen ab, icht zupfen, sondern mit einer feinen Schere weit oben abschneiden. Das Bemalwasser öfter mal wechseln. Kein eiskalten Wasser benutzen, sondern eher warmes Waser. Ein bis zwei Tropfen einfaches Spüli ins Wasser geben, um die Oberflächenspannung rauszunehmen.

Aus Battletechzeiten weiß ich ganz gut, das im Spiel benutzte Miniatuen robust sein und auch fettige Finger und kleinere Stöße aushalten müssen. Deswegen sollte man die Miniaturen lackieren. Am besten mit Sprühlack aus dem Hobbybereich.

Zuerst trägt man eine Schicht Mattlack auf und lässt ihn austrocknen (geht oft sehr schnell). Jetzt zieht man eine Schicht Glanzlack drüber und wieder gut trocknen lassen (dauert etwas länger). Abschließend nochmals mit Matlack drüber und austrocknen lassen. Im Laufe der Zeit muss die letzte Schicht manchmal erneuert werden, da häufiger Gebrauch für Abrieb sorgt.

Der Mattlack sorgt dafür, dass die Farben gut fixiert werden und die Miniatur nicht wie eine Speckschwarte glänzt. Der Glanzlack ist dagegen stoßfester und schützt die Miniatur besser.

So viel von mir. Ich hoffe die Infos helfene in wenig weiter, für ein Detailtutorial habe ich einfach keine Zeit.


Beispiele (sorry für die schlechte Fotoqualität):




 

Ashen-Shugar

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #11 am: 14. November 2004, 14:18:18 »
 Mach bessere Fotos und stell sie in die Galerie. Das sieht vielversprechend aus.
Oi, was für ein Pudel ist das

Horustep

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #12 am: 14. November 2004, 14:44:53 »
 Ja,

die sehen echt nicht schlecht aus, obwohl man vielleicht bei dem obigen Vieh, diesem Displacer Beast, noch mehr Schattierungen hätte einarbeiten können.

Was für eine Grundplatte hast zu benutzt? Ist das normale aufgeklebte Rasenfläche?

Gruß. Horustep.
"Das Leben ist voll von kleinen Beunruhigungen!" (Alan Dean Foster)

Taysal

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Tipps zum Bemalen
« Antwort #13 am: 16. November 2004, 19:16:22 »
 Sorry, besser habe ich die Fotos damals nicht hinbekommen. Ich will mir zwar mal eine Digitalkamera zulegen, weiß aber nicht, was für Miniaturenfotos am besten sind.

Ja, die Schatten kommen auf dem Bild nicht gut rüber, ich weiß.

Das Grün ist ein Bodenstück für Darstellung meiner Minis. Ich habe eine Platte in vier Quadrate eingeteilt und jedes anders bearbeitet. Wiese, Wüste, Dungeon und Schotter.

Beim unteren Bild handelt es sich allerdings um eine Packung Toffiffe (oder wie das Schokozeugs heißt).