Autor Thema: Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung  (Gelesen 2139 mal)

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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« am: 14. Oktober 2004, 15:05:42 »
 Cauldron - eine "Stadt" am Rande der Welt

Auf Greyhawk liegt in den südwestlichen Gefilden des Kontinents Flanaess eine Stadt auf einem Vulkan. Die Stadt heißt Cauldron und liegt weit ab von den Zentren der Macht auf Oerth. Dennoch wird sich hier das Schicksal der Welt entscheiden. Es wird auf den Schultern einer Gruppe von Helden liegen, ob Flanaess die drohende Gefahr übersteht.

Die Charaktere:

Eloakath  - ein Zauberer mit undurchsichtiger Herkunft (Selganor)
Lynard Scifoe  - ein Dieb mit einem mörderischen Auftrag (Disc)
Faradhne  - eine Prieterin der Liebesgöttin Myrrhis (Sin)
Garek Listan  - ein Söldner auf der Flucht (Darkster)
Bings  - ein kleiner Schmiedelehrling, der in die große weite Welt will (Duzzler)

Ich werde als nächstes die Vorgeschichten der Charaktere posten, wobei ich im Vorwege fragen möchte, inwieweit hier eher "erwachsene" Themen behandelt werden dürfen, da fast alle Geschichten irgendwie ins Schlüpfrige abgleiten, aber dabei nie richtig ins Detail gehen. Eines der Bücher, welches in dieser Kampagne halt eingesetzt wird, ist das Werk von Valar Project...
It's astounding, time is fleeting. Madness takes its toll... (Riffraff)

sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2004, 09:27:42 »
 Ein Tag im Leben des Garek Listan

"Kassandra, öffne sofort die Tür!" "Oh nein! Das ist mein Vater", hörte ich Kassandra an meiner Seite flüstern. "Schnell, du musst dich verstecken. Wenn er dich hier findet, wird er dich womöglich töten." Hastig sprang ich aus dem Bett und rein in meiner Kleider, was gar nicht so leicht war, da ich sie erst aus allen möglich Ecken des Zimmers herbei holen musste. Kaum war ich in meiner Hose, da warf mir Kassandra schon mein Schwert zu und gab mir mit einem etwas verängstigten Blick zur Tür zu verstehen, dass ich mich etwas mehr beeilen sollte. Das Pochen an der Tür wurde lauter, und nun waren auch noch Schritte zu hören, die sich der Tür näherten. "Kassandra, nun öffne endlich die Tür, sonst werde ich die Wachen anweisen sie aufzubrechen!" "Aber Herr, das ist das Zimmer eurer Tochter. Wir können doch nicht einfach so die Tür aufbrechen." Ein dumpfer Schlag ertönte, dem ein Geräusch folgte, welches dem eines Kartoffelsackes glich, der zu Boden fällt. "Schafft mir diesen Waschlappen aus den Augen und bringt ihn für ein paar Tage bei Wasser und Brot in den Keller. Das wird ihn hoffentlich lehren mir Widerworte zu geben. Wo waren wir stehen geblieben? ..Ach ja! KASSANDRA! ÖFFNE JETZT SOFORT DIE TÜR!" Ich sah mich nach einem Platz um, an dem ich mich verstecken könnte, da das Fenster zum Durchklettern zu klein war. Unter dem Bett war genauso wenig Platz, und ich wusste aus ähnlichen Situationen, in denen ich mich schon befand, dass das Bett der erste Ort ist, unter dem nachgesehen wird. Damals kam ich mit einem gebrochenen Arm davon. Kassandra sah mit jeder Sekunde verzweifelter aus und ihre Augen flehten mich regelrecht an, mich zu beeilen und zu verstecken. Da fiel mein Blick auf die Tür, besser gesagt auf die Wände darüber. Hastig schnallte ich mein Schwert um und begann mich mit den Händen an der einen Wand und den Füßen an der anderen Wand hochzuschieben, bis ich etwa 8 Fuß über dem Boden war. Kaum hatte ich meine Kletterei beendet, hörte ich, wie Kassandras Vater die Wachen anwies, die Tür aufzubrechen. Aber Kassandra war schneller, denn als sie sah, dass ich nicht sofort entdeckt werden würde, lief sie zur Tür, ihren Morgenrock über ihre Blöße werfend. Gerade als die Wachen die Tür aufbrechen wollten, öffnete sie die Tür und eine der Wachen stieß fast gegen sie. Aber Kassandra hatte beim Öffnen der Tür etwas zu viel Schwung genommen, wobei ihr Morgenrock sich leicht öffnete, was der Wache, die ihr am Nächsten stand, freien Blick auf ihren Busen gab. Die Wache starrte wie gebannt auf die entblößte Gegend und merkte gar nicht, wie Kassandra ihm die Tür mit voller Wucht und empörtem Blick ins Gesicht knallte und ihren Morgenrock wieder schloss. Ich konnte mir das Lachen über ihr gerade noch verkneifen und hätte fast den Halt verloren. Als sie die Tür wieder öffnete, lag die Wache am Boden und hielt sich die Nase, die offenbar gebrochen war. "Ich hoffe, das war es dir wert, du Schwein" sagte sie und funkelte ihn böse an. Danach wandte sie sich ihrem Vater zu und fragte "Vater, was soll das, dass du mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf reißt und auch noch diese Lüstlinge anweist, meine Tür aufzubrechen". "Durchsucht das Zimmer!" rief er den Wachen zu, als er sich ohne Antwort ins Zimmer schob. Zum ersten Mal sah ich ihren Vater, einen reichen und angesehen Kaufmann. Ich hätte nicht gedacht, dass er ein so fetter Kerl ist, aber das war zu erwarten, denn es hieß, dass er sich des öfteren mehrmals in der Woche ein halbes Dutzend Schweine bringen lässt. Nun wusste ich wofür, denn als er das Zimmer betrat, hielt er noch eine Schweinskeule in seinen fettigen Fingern und biss herzhaft hinein, wobei er fast so quiekte wie das, was er aß. Die Wachen kamen herein und begannen die Suche und was glaubt Ihr, wo sie zuerst nachsahen, richtig, unter dem Bett. "Liebes, eine der Wachen hat etwas Verdächtiges gesehen, dass in der Nähe deines Zimmers rumschlich, und da wollte ich nachsehen, ob es dir gut geht" wandte er sich an seine Tochter, als die Wachen weitersuchten. "Ich habe nicht gesehen und bemerkt und finde es ungeheuerlich, dass du mich mitten in der Nacht weckst und auch noch DIE da mitbringst" sagte sie und zeigte abfällig auf die Wachen. Außerstande noch irgend etwas zu ihr zu sagen, wandte er sich an die Wachen und befahl Ihnen auch aus dem Fenster zu sehen, woraufhin er komische Blicke erntete, da das Fenster gerade mal groß genug für eine Katze war, aber eine Nacht im Keller wollten sie sich ersparen. Also taten sie, was er sagte.

Sie durchsuchten noch den Schrank und unter dem Tisch, fanden aber nicht, wonach sie suchten. Etwas enttäuscht befahl der Händler den Wachen das Zimmer zu verlassen. Sichtlich froh darüber gingen sie.

"Also, Liebes, falls du irgendetwas Verdächtiges siehst oder bemerkst, dann ruf die Wachen. Ich möchte ja nicht, dass meinem Augapfel etwas passiert" sagte er noch einmal, als er schon im Türrahmen stand. "Das werde ich tun Vater" erwiderte sie. Eins musste ich ihr lassen, sie war eine gute Schauspielerin. Der Händler wollte gerade zur Tür hinaus als ich plötzlich den Halt verlor und genau auf Kassandras Vater landete. Ich sprang sofort auf und sah in Richtung Kassandra. Sie wusste nicht, was sie zuerst tun sollte: lachen, weil ihr Vater wie eine Schildkröte zappelnd auf dem Rücken lag, oder aber vor Schreck in Ohnmacht fallen, weil die Wachen ja jeden Moment da sein könnten. Schnell lief ich noch mal zu ihr, drückte ihr noch einen Kuss auf ihre wunderschönen Lippen und rannte zur Tür. Der Händler quiekte noch mehr wie ein Schwein und man konnte so etwas wie "Wachen! Zu Hilfe!" daraus entnehmen. Ich spurtete die Treppe hinunter und sogleich kamen mir 3 Wachen entgegen. Mit einem Satz über das Treppengeländer entging ich ihren Schwertern, mit denen sie nach mir hieben. Zum Glück war der Höhenunterschied nicht mehr allzu hoch und so konnte ich, ohne groß das Gleichgewicht zu verlieren, nach der Landung weiter Richtung Tür rennen. Dort wartete schon eine weitere Wache, eine ungewöhnlich große Wache, wie ich fand. Eigentlich hatte ich vor, an ihm vorbei zu Tür zu laufen und durch diese hindurch. Aber noch bevor ich an ihm vorbei konnte, schwang er mit einer Axt, die gut anderthalb mal so hoch war wie Ich. Ich duckte mich unter der Axt weg und er schlug somit ins Leere, er muss aber ziemlich viel Schwung in diesen Hieb gelegt haben, denn als die Axt um Haaresbreite über meine Kopf wegsauste, verlor er das Gleichgewicht und fiel fast auf mich drauf. Nun konnte ich erkennen, als er versuchte, wieder aufzustehen, dass es sich um einen Oger handelte. Ich wollte ihm keine Zeit geben, noch mal mit dieser Axt nach mir zu hauen und lief zur Tür, doch als ich versuchte diese zu öffnen, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass diese verschlossen war. Hinter mir hörte ich wütendes Stampfen und so etwas wie "Dragosh, hau ihn platt" und "Zerquetsch die Fliege, Dragosh". Als ich mich umdrehte, sah ich den Oger mit hocherhobener Axt auf mich zurennen und die Wachen dahinter am Geländer auf der 1.Etage stehen um den Oger anzufeuern. Ich sah schon mein Leben an mir vorbeiziehen und hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen als der Oger plötzlich in seinem Schlag innehielt. Ein Blick zum Kopf der Axt verriet mir auch warum. Der Oger hatte nicht gesehen das sich zwischen dem Kopf seiner Axt und meinem noch ein Deckenquerbalken von der 1. Etage war. Da nun die Axt im Balken festsaß war mein Lebern fürs erste gerettet. Mein Blick fiel auf einen Schlüssel der an seinem Gürtel hing. Ob das etwa der Haustürschlüssel war?. Ohne lang zu zögern, griff ich danach, denn der Oger kam nicht mal auf die Idee die Axt loszulassen und nach mir zu greifen. Hinter dem Oger sah ich schon die wütenden Wachen auf mich zu rennen, aber sie kamen nicht an mich heran da ihnen der Oger den Weg versperrte. Der Schlüssel passte und ich öffnete die Tür und floh ins Freie zu dem Baum, an dem ich mein Pferd angebunden hatte. Hinter mir hörte ich noch das wütende Gebrüll des Händlers "Ihr nutzloses Gesindel, ich lass euch alle in den Kerker werfen und dich, du grosses dummes Vieh, dich sollte Ich auspeitschen lassen."

Nachdem ich mich auf mein Pferd geschwungen hatte, blickte ich nochmals zu Kassandra´s Fenster. Sie stand da und winkte mir noch ein letztes mal und warf mir einen Kuss zu.

Langsam wurde es Zeit, dass ich zurück zu meiner Einheit ritt. Mein Kommandant hatte einen Einsatzbefehl erhalten, und wir mussten heute früh am Morgen aufbrechen. Kaum am Lager angekommen sah ich schon, wie sich meine Kameraden schon zum Aufbruch fertig machten. In dem ganzen Trubel fiel es nicht auf, dass ich von außerhalb des Lagers kam, und dass ich weg war, wusste nur mein bester Freund, ein Elf namens Silvan Frühtau. Ihn kannte ich schon, seit ich noch ein Kind war. Er hatte mir auch Elfisch beigebracht. "Wird ja Zeit, dass du auftauchst." rief er mir zu, als er mich entdeckte "Ich hoffe du hattest deinen Spaß," fügte er schelmisch hinzu, als ich ihm half, unser Zelt auf eines der Packpferde zu laden. Ich grinste nur. Er wusste, was ich Ihm damit sagen wollte. "Was war es diesmal der Bruder, der Vater oder gar der Ehemann, der dir eine Tracht Prügel verpasst hat?" "Och, nur ein Oger, aber der war so doof, dass er mich nicht mal verletzt hat, und so konnte ich schnell fliehen," antwortete ich ihm noch breiter grinsend.

"Lieutnant Listan" hörte ich hinter mir und drehte mich um. "Jawohl, Herr Kommandant" antwortete ich und salutierte. Silvan tat es mir gleich. "Rühren!" befahl der Kommandant und wir entspannten uns wieder. "Ihre Einheit wird von Norden her ein kleines Dorf im Südwesten beobachten. Es wird vermutet, dass sich maraudierende Orks dem Dorf nähern und es plündern wollen. Rücken Sie ab, sobald Ihre Männer fertig sind."

Nachdem er uns den Befehl erteilt hatte, ging er zu Martuk Grolik, einem Halbork, der eine andere Einheit führte, die nur aus Halborks bestand. Jeder wusste, dass er mich und ich ihn nicht leiden konnte und so kam es des öfteren zu Streiterein zwischen unseren Einheiten.

Inzwischen waren meine Männer bereit und wir machten uns auf zu dem Punkt, zu dem uns unser Kommandant geschickt hatte. Dort angekommen, teile ich die Wachen ein und einen Aussichtsposten, der von einem Hügel aus das Dorf beobachtete. Einige andere bereiteten ein kleines Frühstück zu. Nach etwa zwei Stunden rief mich Silvan zu sich. Er war mittlerweile mit der Beobachtung dran. "Sieh mal, ist das nicht Martuk da unten im Dorf. Was macht der da? Sollte er nicht das Dorf von Süden her beobachten?" "Hmm, keine Ahnung, was er dort unten tut. Vielleicht hat er was entdeckt und wollte mal nachsehen," antwortet ich ihm, da ich es auch nicht genau wusste. "Schick mal jemanden zu seinem Beobachtungsposten, der dort mal nachfragt" bat ich ihn. "Was dagegen, wenn ich das übernehme? Ich brauch etwas Bewegung," fragte er. "Tue dir keinen Zwang an, aber sei vorsichtig, du weißt ja warum". Er ging zu seinem Pferd und ritt los, und ich beobachtete das Treiben in der Stadt weiter. Martuk schlenderte über den Marktplatz und sah sich um. Gerade wollte ich wieder zurück zum Lager als ich plötzlich Bewegung am Westrand der Stadt entdeckte. Orks! Ein gutes Dutzend. Ich wollte gerade zurück zum Lager, als ich einen Schmerz am Hinterkopf verspürte und das Bewusstsein verlor.

Als ich wieder zu mir kam und versuchte mir den brummenden Kopfschmerz wegzuschütteln, sah ich wie das Dorf in hellen Flammen stand. Ich schwang mich auf mein Pferd und ritt sofort zu unserem Lager, dort angekommen bot sich mir ein Bild des Schreckens. Meine Männer lagen alle tot im Lager verstreut. Viele hatte nicht mal ihren Waffen in der Hand, was bedeutete, dass sie überrascht wurden. Auch lagen einig Orks tot da.

Ich ritt weiter ins Dorf um zu sehen, ob dort noch jemand lebte. Dort angekommen sah ich noch einige Orks, die die Häuser plünderten. Aber was ich auf dem Marktplatz sah, war umso überraschender. Mitten auf dem Marktplatz stand Martuk, seine blutverschmierte Axt in der linken Hand und in der rechten eine Waffe, die mir sehr bekannt vorkam, ich griff sofort zu meinen Schwert, aber wie vermutet, griff ich ins Leere, denn die Waffe, die Martuk in der Hand hielt war MEIN Schwert. Zu seine Füssen lag unser Kommandant aus vielen Wunden blutend. "Ahh! Genau der Mann, den ich sehen wollte. Du kommst genau zur rechten Zeit, um mit anzusehen, wie ich das hier tue" rief er mir zu, als er mich sah. Und mit diesen Worten stieß er dem Kommandanten mein Schwert direkt ins Herz und ließ es dort stecken. "Warum hast du das getan?!" brüllte ich ihn an. "HAHAHA! Einfach nur so und ich wollte dich leiden sehen und sehen, wie sie dich hinrichten, nachdem DU unseren Kommandanten getötet hast. Ich hab doch soviel Zeugen dafür." warf er mir diabolisch entgegen, als er auf den toten Kommandanten mit meinem Schwert in der Brust und den vielen Halborks seiner Truppe zeigte, die die Orks gerade töteten. "Außerdem werde ich noch einen Weg finden zu beweisen, dass du für den Orkangriff auf dieses harmlose Dorf verantwortlich bist. Hmm, wenn ich dich gefangen nehme und dich ausliefere, wird man mich bestimmt zum neuen Kommandanten machen, was mir dann noch mehr Macht bringt." Gerade als einige seiner Männer auf mich zukamen, um mich zu überwältigen sah ich einen Reiter auf mich zukommen. Es war Silvan, blutüberströmt hielt er auf mich zu. Ich machte mich bereit aufzuspringen, als er vorbei ritt. Sobald ich hinter ihm auf dem Pferd saß, ritten wir aus dem Dorf, einen wütenden Martuk hinter uns lassend, der rief "Man wird euch kriegen, Dich und deinen spitzohrigen Freund und ich werde mit Freude zusehen, wie sie euch wegen Hochverrat hinrichten."

Wir ritten schon eine ganze Weile, als wir bemerkten, dass wir verfolgt wurden. Silvan trieb das Pferd bis an seine Grenzen. Wir ritten in die Berge in der Hoffnung, Martuks Männer abzuschütteln. Mittlerweile waren auch einige von Halgors Männern zu sehen, der rechten Hand des Kommandanten. Vermutlich hatte er Martuks Geschichte abgekauft und hielt Silvan und mich ebenfalls für Verräter. Irgendwann war der Bergpfad zu Ende und endete an einer Schlucht. "Ich werde nicht zulassen, dass sie uns bekommen" sagte Silvan und legte eine Hand auf den Hals des Pferdes und eine auf meinen Arm mit dem ich mich an ihm festhielt. Er murmelte etwas, und die Luft um uns herum schien zu verschwimmen. Er hielt das Pferd kurz vor der Schlucht an und ich sah wie eine Kopie von uns in die Schlucht stürzte. Ich wusste nicht, dass er magisch begabt war. Kurz darauf kam Halgor mit seinen Männern ebenfalls an die Schlucht, gefolgt von Martuk mit seiner Truppe. "Dort sind sie hinunter. Sie müssen wohl vor lauter Aufregung in die Schlucht geritten sein. Dort unten kann ich ihre zerschmetterten Körper sehen." rief Halgor Martuk zu. Ich beobachte die beiden aus etwa 10 Fuß Entfernung. Man konnte sehen, dass Martuk enttäuscht war, dass er mich nicht ausliefern konnte. Nachdem sie sich ausgiebig an unseren "Leichen" satt gesehen hatten, kehrten sie um und ritten davon.

Kaum waren sie weg, löste sich das Illusionsfeld und Silvan sank ermattet vom Pferd. Sofort kam ich ihm zur Hilfe. Seine Wunden waren wohl schlimmer, als ich angenommen hatte. "Nun werde ich dich wohl doch im Stich lassen, mein Freund," flüsterte er mir zu "Dabei hab ich deinem Vater versprochen, immer auf dich aufzupassen" "Shh, rede nicht so viel. Ich werde dich zu einem Tempel bringen, und dort wird man dir helfen," sagte ich und wollte zum Pferd, um seine Wunden notdürftig zu verbinden. Er packte mich am Arm "Kümmere dich nicht um mich! Du musst fliehen! Wenn sie mitbekommen, dass du noch lebst, werden sie dich verfolgen. Verschwinde von hier, solange du noch kannst. Ich hatte ein erfolgreiches und interessantes Leben und bedauere den Tod nicht, der mich ereilt." Mit diesen Worten und einem Lächeln auf dem Lippen starb er in meinen Armen.

Nachdem ich ihm die letzte Ehre erwiesen hatte, brachte ich ihn, wie er es verdient hatte, in sein Dorf, wo er seines Standes angemessen zur letzten Ruhe gebettet wurde, denn er war ein Elfenfürst. Ich blieb noch einige Tage, denn ich war ein Ehrengast. Danach zog ich hinaus in die Welt, weg von diesem Land, denn das hatte Silvan gewollt, und biete meine Dienste seither als Söldner an......
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #2 am: 18. Oktober 2004, 10:45:19 »
 Als Bings geboren wurde...

Vor 13 Jahren aus der Sicht eines besorgten Vaters

Den blutroten Mond könnte man in dieser Nacht in seiner vollen Größe genießen, wenn aus dem verwüsteten Dorf nicht das fürchterliche Geschrei der Überlebenden - besser gesagt der noch Lebenden - und das Gegröle der Barbaren auf den Hügel herauf hallen würde. Die Falken haben wieder einmal pünktlich zum Vollmond die perfekte Beute ausgemacht. Eine abgelegene kleine Festung mit gutgläubigen oder besser gesagt naiven Bewohnern, die ohne etwas zu ahnen, die Adler, die Blutrünstigsten unter den Greifern, bei sich aufgenommen haben. Damit war der Tod schnell über die männlichen Einwohner gekommen, denn bei Vollmond ist die Zeit der Beiz. Wie so oft haben die zielgenauen Habichte den Adlern nur den Rücken freihalten müssen, und der Kampf war nach nur wenigen Minuten beendet. Und dann ist wieder die Zeit der großen Feier, die laut einer festen Regel nur die Greifer überleben dürfen. Die Frauen hatten die Wahl; sie konnten sich den Greifern anschließen, oder sie wurden getötet. Denn es werden niemals Überlebende zurückgelassen. Es wird getrunken, gegessen und gesungen, aber auch geschändet und gemordet. Ja, so feiern die Greifer ihre Siege. Aber damit wird heute Schluss sein. Der Schamane hat zwar schon das Mal des Steinadlers auf den Nacken meines Nachkommens tätowiert, aber ihn soll nicht das vorgeschriebene Schicksal ereilen. Er soll über seine Zukunft selbst bestimmen können und nicht bis zu seinem Tod plündernd und mordend mit seiner Horde durch die Länder streifen. Daher habe ich meine Brüder und Schwestern verraten. So sitze ich hier unter dem Vollmond mit meinem einzigen Nachfahren in meinen Armen und warte auf die Ankunft der schwarzen Magier, um ihnen meinen geliebten Sohn zu geben. Sie haben mir versprochen, ihm ein normales Leben zu ermöglichen; dafür wollten die Magier unseren Aufenthaltsort erfahren, um aller Greifer mit nur einem einzigem Schlag habhaft zu werden. Das Leben meines Sohnes wird dafür verschont werden. Das ist unser Pakt.
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #3 am: 19. Oktober 2004, 10:15:50 »
 Garek's Geschichte - Wie alles begann
 
"Nein, nein, und nochmals nein" sagte der Kirchenvorsteher zu dem Mann, gekleidet in einem edlen Gewand eines Magierzirkels, der vor ihm stand "Dieser Junge ist einfach zu undiszipliniert, um an dieser Schule ausgebildet zu werden und wenn ihr unserem Orden eine noch so grosse Spende anbietet. Er hat gestern einen Mitschüler geschlagen und ihn somit so stark verletzt, dass er mindestens eine Woche an keinem Unterricht, geschweige denn an Leibesertüchtigungen teilnehmen kann. Unser Orden ist bemüht, den jungen Menschen unseren Glauben nahezubringen und sie zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen, auf dass sie unseren Glauben als Hüter und Verteidiger des Rechtes weiterverbreiten."

"Werter Abt, mein Sohn hat sich nur verteidigt, als ihn der Junge als Dieb bezeichnete. Mein Sohn hat es nicht nötig zu stehlen, denn er hat alles was er braucht." "Das ist mir durchaus bewußt Erzmagister Listan, und ich kann auch verstehen, dass Euer Sohn eine gute Ausbildung erlangen soll, da er in der Magie nicht so bewandert ist. Aber um Paladin oder Kleriker unseres Ordens zu werden, muss man etwas mehr Disziplin aufbringen. Es tut mir sehr leid, aber ich kann so ein Verhalten nicht dulden. Und nun entschuldigt mich. Ich habe eine Klasse, die ich gleich unterrichten muss." Mit diesen Worten ging der Abt Sarcem Delasharn in Richtung des Übungsplatzes.

Erzmagister Listan sah seinen Sohn an etwas enttäuscht aber auch etwas erleichtert als er zu ihm an den Brunnen im Hof ging an der er wartete.
"Garek. Was soll ich nur machen, mein Junge. Hast du den armen Brias so verprügeln muessen. Der Abt ist sehr verärgert." "Er hat gesagt, dass ich ein Dieb sei und nie ein guter Paladin werden würde. Ausserdem  hat er Miranda" Garek zeigte in Richtung Garten, auf deren Wiese ein Mädchen mit braunen Locken saß "dauernd belästigt." Als diese bemerkte, dass sie beobachtet wurde, winkte sie in Richtung Garek und lächelte. Gareks Vater begann plötzlich zu lachen. "Das erinnert mich an einen jungen Mann in der Zauberschule, der hatte auch immer Probleme und hat sich gewehrt und ein junges Mädchen verteidigt, zwar nicht mit Fäusten, aber ein Frosch sein, hat noch jeden zur Vernunft gebracht."

"Was ist aus dem Jungen geworden, wurde der auch rausgeworfen?" "Nein! Er hatte Glück, wurde ein großer Zauberer und hat das Mädchen, dass er beschützte, irgendwann geheiratet. Die beiden haben einen 8 Jahre alten Sohn, für den sein Vater nun eine neue Schule finden muss." Mit diesen Worten strich er seinem Sohn über die blonden Haare. Er machte eine kurze Handbewegung und hatte plötzlich einen Strauss Blumen in der Hand . "Hier du Held! Gib das deiner Angebeteten und verabschiede Dich von Ihr!" Garek ging hinüber zu Miranda in den Garten.

"Was soll ich nur tun, kannst du mir das sagen  Silvan. Auf eine Magierschule kann ich ihn nicht schicken, da er nicht das Talent dazu hat, und für einen Dienst in der Kirche ist er auch nicht geeignet, da er zu sehr auf sein Herz als auf seinen Verstand hört, was nicht unbedingt geeignet ist, um Priester oder ein Paladin zu werden."

Eine in einen Kapuzenmantel gehüllte Gestalt trat aus dem Schatten der Klostermauer. "Was erstaunt dich daran, Haron? Er ist wie Du in seinem Alter. Nur dass er seine Probleme mit seiner Kraft, anstatt mit seinem Verstand löst."

"Du hast ja Recht. Aber Marla wird das gar nicht gefallen. Sie hatte gehofft das, wenn er schon nicht ein Magier werden kann, zumindest in der Kirche eine Laufbahn einschlagen würde." "Ich mache Dir einen Vorschlag, Ich nehme ihn mit auf die Akademie der Kampfkunst. Dort kann er auch eine Laufbahn einschlagen, auf die ihr stolz sein könnt. Er hat das Zeug zu einem Kämpfer. Ich bin sicher, dass er es später weit bringen kann in der Armee. Ich werde immer auf Ihn aufpassen, das verspreche ich dir."
"Hmmm, wahrscheinlich hast du Recht. Aber ich bezweifle, dass Marla das billigen würde." "Mein Freund ich bin Dir wieder mal einen Schritt voraus" entgegnete Silvan grinsend "Ich habe sie nämlich schon gefragt und Sie war einverstanden, aber nur unter der Bedingung, dass ich für ihn sorge und darauf achte, dass er ab und an seine Eltern besucht." Haron konnte sich kaum das Lachen verkneifen "So kenne ich Ihn, meinen Freund das Spitzohr. Aber.. Moment mal... Die Akademie nimmt ihre Schüler doch erst mit 15 an, oder irre Ich mich da jetzt?" "Nein, du irrst dich nicht. Aber wenn ich auch deine Erlaubniss erhalte ,Marlas habe ich ja schon, werde ich Garek schon jetzt mitnehmen und ihn, bis er in der Akademie aufgenommen werden kann, persönlich ausbilden und ihm einiges beibringen."

"Ich weiss zwar nicht, wie du das vor mir wissen konntest" warf Haron ein "aber wenn du schon mit Marla gesprochen hast und sie nichts dagegen hat, was soll ich da noch sagen, außer dasa ich dir sehr dankbar für dein Angebot bin und es sehr gerne annehme. Und ich hoffe er wird dir mit der Zeit ein genauso guter Freund wie ich es bin." "Wenn er nur halb soviel Mut und Entschlossenheit hat, wie du, werden wir sehr gute Freunde werden" erwiderte Silvan und klopfte seinem Freund auf die Schulter.

Mittlerweile hatte sich Garek zu Miranda gesellt, die dabei war, ein Buch zu lesen. "Was liest du da?" fragte er sie. Als sie aufblickte, um zu sehen, wer sie da störte, und ihn sah, errötete sie und versuchte das Buch zu verstecken. "Ach das ist nichts .Nur etwas, was Mädchen manchmal lesen." Im Gegensatz zu Garek war Miranda schon etwas länger hier in der Ausbildung und war schon als Novizin des Gottes des hiesigen Ordens akzeptiert. Miranda hatte langes lockiges braunes Haar und feine Gesichtszüge voller Güte und war 4 Jahre älter als Garek. Aber er war mit seinen 8 Jahren schon so gross wie andere Jungs in Mirandas Alter.

"Wenn du das sagst, wird das bestimmt nichts für mich sein" sagte Garek "Ich bin hier, um mich zu verabschieden, und möchte dir das hier schenken". Mit diesen Worten überreichte er ihr den Blumenstrauß, den sein Vater für ihn herbeigezaubert hatte.

Etwas enttäuscht und mit doch erschreckt wirkender Miene fragte sie "Verabschieden ?! Soll das heissen, du gehst?" "Ja, ich muss. leider. Abt Delasharn hat mich wegen der Sache gestern aus dem Orden geworfen."
"Oje, das hab ich nicht gewollt. Ich gehe zum Abt und sage, dass ich schuld daran bin" Mit diesen Worten wollte sie zum Kirchenvorsteher laufen, aber Garek hielt sie sanft am Arm fest "Nein, tue das nicht, sonst wirst du auch noch aus der Kirche geworfen und das möchte ich nicht. Du wirst bestimmt eine Gute Klerikerin. Mein Vater wird schon eine Lösung für mich finden. Ausserdem hab ich dich gern und will nicht, dass du für etwas bestraft wirst, an dem du nicht schuld bist." "Das ist so lieb von Dir, auch dass du mich gestern verteidigst hast. Ich bin sicher das du noch vielen Mädchen helfen wirst." Mit diesen Worten gab sie Ihm einen Kuss auf die Wange und rannte weg zur Bibliothek, wahrscheinlich wollte sie nicht anfangen vor ihm zu weinen, denn die ersten Tränen standen Ihr schon in den Augen. Miranda war Garek´s erste große Liebe. -- Erst Jahre später fand er heraus, dass sie mit Brias eine Familie gegründet hat. Tja so kann das Leben mit einem umgehen -- (Anm. d. Autors: Fanny sieht Miranda in vielerlei ähnlich darum auch die anfängliche Zurückhaltung).

Als er noch dabei war, Miranda nachzusehen, hörte er wie jemand seinen Namen rief "Garek! Komm mal her! Ich möchte, dass du einen Freund von mir kennenlernst" Es war sein Vater. Garek lief zu ihm an den Brunnen zurück, an dem sie gerade vorhin ihre Untergaltung geführt hatten. Er sah wie sich sein Vater mit einem Mann unterhielt, der etwas kleiner war als er und einen Kapuzenmantel trug.

"Garek, sag meinem besten Freund guten Tag." "Heth al Doran Garek" sprach ihn die Gestalt an, als sie die Kapuze zurückschlug und spitze Ohren und langes weißes Haar preisgab. "Das heisst 'Guten Tag' in meiner Sprache" ergänzte er als Garek noch etwas verblüfft dreinschaute. "Er heisst Silvan und hat mit deiner Mutter und mir auf der Magierakademie studiert. Wir sind schon seit Jahren alte Freunde." "Na hör mal ich bin gerade mal 135 Jahre alt, also kann ich so alt noch gar nicht sein" warf Silvan laut lachend ein. Haron fing auch an zu lachen. Garek sah sich diese beiden "alten" Freunde an und fragte sich, was die beiden schon wohl alles zusammen erlebt hatten. Als sie genug gelacht hatten, wandte sich Haron an seinen Sohn. "Was hältst du davon, eine Weile bei Silvan und seiner Familie zu leben? Sie wohnen in einer 'kleinen' Siedlung in einem Wald ausserhalb der Stadt. Er möchte dich in seine Obhut nehmen und dich darauf vorbereiten, in die Akademie der Kampfkünste aufgenommen zu werden, um vielleicht später einmal ein großer Krieger zu werden." "Dort werden mutige 'Männer' immer gern genommen" fügte Silvan hinzu. Garek war anfangs zwar nicht so davon begeistert, bei Fremden zu wohnen, wusste aber auch, dass sein Vater so einen Vorschlag nicht machen würde, wenn er diesem Fremden nicht vertrauen würde.

Und so nahm Silvan, nachdem er ein paar Tage bei den Listans als Gast wohnte, Garek mit in sein Reich. Mit den Worten "Kleine Siedlung" hatte sein Vater untertrieben, denn in dem Wald erstreckte sich eine weitläufige Stadt, die sich sogar bis in die hohen Baumkronen erhob. Viel überraschter war Garek, als er mit Silvan in ein sehr grosses, schlossähnliches Gebäude eintrat. Sofort kam ein Elf in der Kleidung eines Dieners und nahm Garek sein Gepäck ab und brachte es in eines der vielen Zimmer. Ein weiterer Diener begrüsste sie beide "Willkommen zurück, Lord Silvan und auch ihr seid gegrüsst Master Garek. Mein Lord, Eure Schwester und Eure Mutter warten bereits auf Euch in der grossen Halle." Das überraschte Garek, den er wusste nicht, dass Silvan ein Elfenfürst war. "Oh! Das habe ich nicht gewusst. Ich weiss gar nicht, wie ich Euch anreden soll. Herr? Mein Lord?" wandte sich Garek an Silvan "Also mein kleiner Freund als allererstes möchte ich nicht, dass Du mich Herr, Lord oder was auch immer nennst, Ich bin einfach Silvan, ein Freund deiner Eltern und auch ein Freund für dich. Und auch auf allzu angestrengte Förmlichkeit kannst du verzichten." "Wie Ihr...Du es wünschst Lord ..aehm Silvan" sagte Garek und Silvan strich ihm lachend über den Kopf. Sie betraten die Grosse Halle. Dort warteten schon ein Elfenmädchen, sie wirkte noch sehr jung, etwa so in Gareks Alter wenn man Elfenjahre auf Menschenjahre umrechnen würde, und eine etwas ältere, aber durchaus attraktive Elfin. Beide hatten schwarze, zu Zöpfen geflochtene Haare. "Das sind meine Mutter Loana und meine Schwester Karala. "Mutter, Karala! Das hier ist Garek, der Sohn meines besten Freundes Haron." "Ui ist der süss" rief Karala, als sie kam, um Garek zu begrüssen. "Komm! Ich zeige dir hier alles." .Sie wollte Garek gerade an der Hand nach draußen führen, als Loana sagte "Karala, lass doch den armen Jungen erst mal zur Ruhe kommen. Er hat bestimmt später noch genug Zeit, um sich von Dir alles zeigen zu lassen." Dann wandte sie sich Garek zu. "Hallo, kleiner Mann! Es freut uns, dass du eine Weile bei uns wohnen willst." "Es freut mich auch, hier zu sein, bei Euch. Es ist sehr schön hier."

Garek wurde aufs herzlichste empfangen und wurde in all den Jahren der Familie und Silvan ein guter Freund. Zwischendurch besuchte Garek des öfteren  seine Eltern in der Stadt.

Vor allem die weiblichen Elfen waren von ihm sehr angetan und er genoss das richtig. Bis zum fünfzehnten Lebensjahr brachte Silvan Garek vieles bei, darunter auch die Sprache der Elfen und einiges anderes, dass eigentlich nur Elfenkinder lernen. Die meiste Zeit aber bereitet er Garek darauf vor, in der Akademie aufgenommen zu werden. Und als die Zeit reif war, wurde er dann auch aufgenommen. Silvan ging mit ihm an die Akademie, um weiter auf Ihn aufzupassen. Er bot seine Dienste als Ausbilder an.

Mit zwanzig war Garek schon, obwohl er eine etwas rebellische, aber doch effektive  Art an sich hatte, im Rang eines Corporals in der Heimatgarde und hatte aufgrund seiner Art der Führung in seiner Einheit nur Männer auf die er sich verlassen konnte, Silvan war einer von ihnen.

Zwei Jahre später erreichte ihn die Nachricht, dass seine Eltern leider an einer Seuche erkrankt waren, die von einer Untotenplage über die Stadt gebracht wworden ist. Jegliche Hilfe war vergebens. Aber er war bis zum Schluss bei ihnen und setzte sich der Gefahr aus selbst an der Krankheit zu erkranken, blieb aber verschont.

Die letzten Worte seines Vaters waren "Garek sei stark und bleib, wie du bist. Deine Mutter und Ich waren und sind sehr stolz auf dich." Von Silvan nahm er noch das Versprechen ab, dass er weiter auf Garek aufpassen würde. Viel Zeit zum Trauern blieb den beiden allerdings nicht, denn kurz darauf kam es zum Krieg, der aber nur ein Jahr dauerte und Garek zum Rang eines Lieutnants verhalf. Die Leute sahen zu Ihm auf und er hatte ein zufriedenes und interessantes Leben, bis zu jenem schicksalhaften Tag......
 
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #4 am: 20. Oktober 2004, 09:04:08 »
 Die ungleichen Schwestern - Faradhne's Geschichte

Einst lebte in der Stadt Verbobonc ein Töpfer mit seiner Frau, die Weberin war. Diese beiden Eheleute waren einander so herzlich und innig in wahrer Liebe zugetan, dass die Göttin der Liebe, Myrhiss, mit Wohlgefallen auf ihre beiden Gläubigen sah und sie nach dem ersten Jahr ihrer Ehe mit der Geburt von Zwillingskindern segnete, zwei Mädchen. Am Tage ihrer Geburt begab es sich, dass ein Priester der Myrhiss in das Haus des Töpfers trat und folgende Prophezeihung der Göttin aussprach:

"Sehet, der Segen der lieblichen Göttin Myrhiss ist über Euch gekommen und hat Euch zwei herrliche Töchter geschenkt. Es sollen diese Töchter im Glauben an die Göttin und zu ihrer Verehrung aufwachsen. Und ich sage Euch, die eine dieser Töchter wird wahre Liebe finden, wie es der Göttin gefällt. Die andere Tochter jedoch wird emporsteigen und eine berühmte, machtvolle Priesterin der Göttin werden, welche die Liebe der Göttin und ihre wundervollen Geschenke zu vielen bringt, und sie wird das Licht der Liebe leuchten lassen dort, wo kein Licht ist! Diese Tochter wird in Herrlichkeit erstrahlen, und der Segen der Göttin wird auf ihr ruhen ein Leben lang!"

Nachdem er den strahlenden Eltern diese Botschaft verkündet hatte, zog der Priester wieder seines Weges. So erzogen also die Eltern ihre beiden Töchter im Glauben an die Göttin und ihrer wunderbaren Gaben und gaben ihnen die Kindernamen Lissy und Fanny. Als die Mädchen heranwuchsen, zeigte sich bald, dass sie, obwohl in der gleichen Stunde geboren, in Wesen und Gestalt ziemlich unterschiedlich waren. Die Ältere von beiden, Lissy, war von schlankem, hohem Wuchs mit silberblondem, lockigem Haar und saphirblauen Augen, makelloser, milchweißer Haut und einer Stimme, so klar und rein wie das Lied einer Nachtigall. Die Jüngere, Fanny, war eher klein und pummelig und hatte braune Kringellöckchen, die ihr über die Schultern herabfielen. Ihr Gesicht war sommersprossig, und statt der edlen Gesichtszüge ihrer älteren Schwester hatte sie eine Stupsnase, kleine Pausbäckchen und Grübchen in den Wangen. Ihre Stimme war laut, und sie lachte gern und häufig, wobei sie manchmal sehr undamenhaft quietschte und prustete. Außerdem hatte sie eine Schwäche für Süßigkeiten und naschte immer, wenn sie etwas erhaschen konnte, was ihre rundliche Neigung noch verstärkte. Während Lissy es vorzog, mit ihrer Mutter am Webstuhl zu sitzen und fromme Lieder zu singen oder vor dem Spiegel zu stehen und sich zu pflegen, liebte es Fanny, ihrem Vater beim Töpfern zuzusehen oder selbst mit beiden Händen den Ton zu kneten und daraus Vasen, Töpfe und Teller zu formen. Sie spielte ihren Eltern gerne Streiche und schien immerfort herrenlose kleine Hunde von den Strassen mit heim zu bringen. Während Lissy einem strahlenden, makellosen weißen Himmelsengel glich, war Fanny eher wie eine niedliche Putte oder ein vorwitziger Amor.

Als die Mädchen zwölf Jahre alt wurden, waren die Eltern schon lange davon überzeugt, welche ihrer beiden Töchter für den heiligen Dienst an der Göttin und dazu bestimmt war, ein heller Stern des Glaubens zu werden, denn wer könnte es anderes sein als ihre Tochter Lissy, das bezauberndste Mädchen im Dorf und schon jetzt eine Schönheit, die ihresgleichen suchte! Gewiss würde die Göttin der Liebe und Schönheit eine solch strahlende Dienerin mit Wohlgefallen sehen. Und so wurden den beiden Mädchen, als sie ihre Frauennamen erhielten, die Namen Belissima - für Lissy - und Faradhne - für Fanny zuteil.

Die Eltern erzählten den beiden Schwestern oft von der Prophezeiung bei ihrer Geburt, erweiterten die Geschichte aber - zum einen, weil sie selbst beinahe schon davon überzeugt waren, zum anderen, um der kleinen Fanny nicht das Gefühl der Zurücksetzung zu geben - um den Zusatz, dass der Priester gesagt habe, dass die Ältere der beiden Schwestern die Dienerin der Göttin werden würde. Die Schwestern nickten jedes Mal: Die ältere Schwester wurde immer die Erbin des Schicksals, so wie der älteste Sohn stets der Erbe der Eltern war: Das war der Lauf der Dinge.

Als die beiden Zwillingsschwestern - die trotz ihrer Verschiedenheit einander von Herzen liebten und alle Geheimnisse miteinander teilten - eines Abends in ihrer Kammer nach dem Zubettgehen über diese Prophezeiung sprachen, sagte Fanny zu ihrer Schwester: "Also, ich bin eigentlich sehr zufrieden damit, dass ich nicht die Botin von Myrhiss sein muss. Es ist zwar sicherlich sehr interessant, viel herum zu kommen und diese lichtlosen Gegenden zu sehen, von denen der Priester sprach, aber ich stelle es mir auch recht anstrengend vor, oder nicht? Das einzig Dumme ist, dass sich das mit der wahren Liebe und so lebten sie bis an ihr Lebensende glücklich beisammen irgendwie etwas" Fanny zögerte, "etwas langweilig anhört, oder?" "Also ich weiß nicht so recht, ich habe immer ein wenig Angst davor, von zuhause wegzugehen, und ich bin nicht gerne unter Fremden", antwortete ihr Lissy, "aber wenn es der Wille der Göttin ist, dass ich ihre Botin sein soll, dann will ich mich willig ihrem Wort beugen" fügte sie fromm hinzu.

So wuchsen die beiden Schwestern weiter in dem Bewusstsein ihrer Bestimmung auf. Belissima verbrachte immer mehr Zeit am Hausschrein mit Gebeten zur Göttin. Die Eltern erklärten den Töchtern, dass Belissima mit sechzehn Jahren als Novizin in den Tempel geschickt werden würde, Faradhne hingegen würde in diesem Alter mit ihrer wahren Liebe verheiratet werden. "Und was", fragte Fanny am gleichen Abend (die Mädchen waren mittlerweile fünfzehn Jahre alt) im Bett ihre Schwester, "passiert, wenn ich die wahre Liebe bis dahin noch gar nicht gefunden habe? Ich meine, woher soll ich bei irgendeinem dahergelaufenen Kerl, der um meine Hand anhält, wissen, ob er meine wahre Liebe ist oder nicht?"

An diesem Abend, als ihre ältere Schwester längst entschlummert war, beschloss Fanny, die Sache mit ihrer wahren Liebe selbst in die Hand zu nehmen. Sie stand leise auf, zog sich eins ihrer Ausgehkleider an und schlich sich aus dem Haus. In der Stadt war an diesem Abend eine Tanzveranstaltung, auf die Fanny und Lissy nicht gehen durften, weil die Eltern der Meinung waren, dass sich eine solche Veranstaltung für die zukünftige Götterbotin nicht schickte, und Faradhne nicht bevorzugen wollten. Dorthin machte sich Fanny auf den Weg, und dort angekommen, begab sie sich zu den anderen Jugendlichen ihres Alters, die dort fröhlich feierten.

An diesem Abend, wo sie, anders als die übrigen Mädchen, nicht von ihren Eltern überwacht wurde, tanzte sie mit jedem einzelnen Jungen, dessen sie habhaft werden konnte. Ihren Mangel an Schönheit machte sie durch ihre ausgelassene Art und ihre Begeisterung beim Tanzen wieder wett, und als die übrigen Mädchen nach und nach von ihren Eltern nach Hause geschickt wurden, standen immer mehr Tanzpartner vor ihr Schlange, die sie um den nächsten Tanz baten. Das gefiel Fanny ausnehmend gut, und sie dachte innerlich darüber nach, dass es recht gut war, dass sie jetzt, bevor sie ihr restliches Leben mit ihrer "wahren Liebe" in trauter Zweisamkeit verbringen musste, mit vielen verschiedenen Jungen tanzen konnte. Sie flirtete hemmungslos mit den wehrlosen Burschen, und diese folgten ihr auf Schritt und Tritt wie Tanzbären einem Honigtopf. Willig und fröhlich ließ sie sich an diesem Abend den ein oder anderen Kuss rauben und war dabei nicht allzu wählerisch, wer in diese Gunst kam.

Das Bier floss selbstverständlich in Strömen, und obwohl Fanny nichts trank - sie war viel zu sehr mit Tanzen beschäftigt - waren in den frühen Morgenstunden manche Burschen schon etwas angetrunken, und begannen ernsthaft zudringlich zu werden. Fanny lachte darüber nur und schob die allzu begierigen Hände der Berauschten zur Seite. "Wenn Du mich für dich gewinnen willst, musst Du es schon etwas geschickter anstellen!" schäkerte sie und forderte so die jungen Männer eher noch mehr heraus, als sie abzuweisen.

Insgeheim hatte Fanny an diesem Abend ihre persönlichen Favoriten aber bereits erwählt: Es waren Colin, der Sohn des Töpfers, und sein bester Freund Hendrik. Beide Burschen hatten - ob aus Klugheit oder Geldmangel, war schwer zu sagen - recht wenig getrunken und waren daher auch zu dieser frühen Stunde noch sehr geschickt auf den Beinen, was ihnen beim Tanzen zugute kam, und außerdem anregende Gesprächspartner, die noch nicht lallten oder nur lachten.

Außerdem waren beide außerordentlich nett anzusehen: Colin war dunkelhaarig, eher schlank gebaut und mit geheimnisvollen, sanften Gesichtszügen ausgestattet, Hendrik dagegen war muskulös, hatte eine dichte blonde Mähne und einen sehr interessanten Körperbau. Auch diese beiden zeigten Fanny deutlich, dass ihr Interesse über bloßes Tanzen und ein paar Küsse hinausging. Fannys Blut war über die vielen feurigen Tänze ebenfalls in Wallung geraten, doch sie befand sich in einer Zwickmühle: Welchem der beiden Verehrer sollte sie den Vorzug geben? Dem sanften, hübschen Colin, dessen Küsse so zärtlich und einfühlsam, oder dem gutgebauten Hendrik, dessen Küsse feurig und besitzergreifend waren?

Schließlich löste sie das Problem auf eine Fanny-typische Weise: Wenn Du Dich zwischen zwei Süßigkeiten nicht entscheiden kannst, dann iss sie beide, sofern Du sie bekommen kannst. Nach dem nächste Tanz, der zu Fannys großem Glück ein Rundreigen war, ließ sie einfach die Hände von Colin und Hendrik, die zu ihrer Rechten und Linken standen, nicht los, sondern zog die beiden Burschen von der Tanzfläche. Die feiernde Menge auf dem Kirmesplatz hatte sich mittlerweile schon stark gelichtet. Am Rande des Tanzkreises sah sie mit ihrem allerliebenswertesten Lächeln zu den beiden Burschen auf und sagte: "Ich glaube, ich habe mich überanstrengt. Meine Beine tragen mich nicht mehr! Wäret ihr so gütig, mich an eine Stelle zu begleiten, wo es etwas ruhiger ist als hier, damit ich mich etwas ausruhen kann?" Die beiden Jungen überschlugen sich fast vor Eifer, Fanny zu geleiten, und so gelangten sie nach einigen Minuten zu einem Lagerhaus, zu dem Colin, der bei einem Händler in die Lehre ging, den Schlüssel hatte. Er öffnete die Tür und geleitete sie zwischen düsteren Schemen zu einem Stapel Stoffballen, auf welchen sie sich niederließen. Die düsteren Schemen erwiesen sich, nachdem sie eine kleine Kerze angezündet hatten, als verschieden große Körbe, Kisten und Krüge, in denen die unterschiedlichsten Güter gelagert waren. Die Luft duftete nach Zimt und anderen exotischen Gewürzen, die der Händler besaß.

Die drei streckten sich auf dem breiten Stapel Stoffballen aus, plauderten leise und vertraulich miteinander und ließen einen kleinen Krug mit Met kreisen, den Hendrik mitgebracht hatte. Fanny schäkerte mit beiden Jungen gleich intensiv, was diese offensichtlich verwirrte. Nach einer Zeitlang wagte Colin einen Vorstoß: "Hendrik, sieh doch, der Met ist leer. Lauf doch kurz zurück zum Fest und hole uns noch einen, das wird Fanny wieder auf die Beine helfen. Oder, Fanny?" Währenddessen machte er Hendrik, wie er hoffte, unauffällige Handzeichen, zu verschwinden und sie beide allein zu lassen, während Hendrik - ebenso unauffällig auffällig - entrüstet den Kopf schüttelte und abwinkte. "Nein, ich bin selbst etwas erschöpft", gab Hendrik daraufhin zurück, "wenn Du noch Met, möchtest, Colin, dann hol Du doch welchen, oder, Fanny?" Fanny begriff, dass die beiden Jungen untereinander um das Vorrecht heischten, mit ihr alleine zu sein, und sie errötete etwas vor Stolz und heimlichem Vergnügen. Doch wenn sie bei ihrem Vorhaben bleiben wollte, musste sie wohl etwas deutlicher werden. . . .

"Ich möchte eigentlich gar keinen Met mehr trinken", sagte sie mit großen Kulleraugen und einem intensiven Blick hin zu beiden Burschen hin. "Vielmehr genieße ich die Gesellschaft von ZWEI so interessanten, charmanten und ansehnlichen Burschen SOOOOO sehr, dass ich wünschte, dieser Moment möge niemals enden. . . . " Sie ließ diesen Satz mit einem verheißungsvollen Unterton in der Luft stehen, und schmiegte sich zugleich zurück in die Stoffballen, auf denen sie lag, wobei sie wie durch ein Versehen gleichzeitig ihr Kleid etwas hoch rutschen ließ, wodurch ihre Waden sichtbar wurden. In plötzlichem Begreifen weiteten sich die Augen der beiden Burschen, und sie sogen hörbar den Atem ein, während die kleine Fanny zwischen ihnen gebettet war wie ein zufriedenes Kätzchen, und mit einem provozierenden und zugleich spitzbübischen Gesichtsausdruck zu ihnen empor sah.

Die beiden Jungen sahen sich einen Moment lang an - fragend, abwägend? Dann zog Colin die Augenbrauen hoch, und Hendrik zuckte die Schultern: Warum auch nicht? Dann legten sie sich zu beiden Seiten von Fanny nieder, und Fanny hatte gewonnen.

In dieser Nacht - oder dem beginnenden Morgen dieser Nacht lernte Fanny Dinge, die sie sich noch nie genauer vorgestellt hatte und die sie zu Gefühlen hinrissen, die sie nie erahnt hatte. Irgendwann während dieser feurigen Stunden meinte Fanny, einen jubelnden Chor von tausend Stimmen zu hören, die alle im Crescendo jubilierten: "Mit dem Segen der Göttin, mit dem Segen der Göttin!", doch als der Morgen dann wirklich heraufdämmerte und Fanny mit an der schweißfeuchten Stirn klebenden Löckchen zwischen den beiden tief schlafenden Jungen erwachte, glaubte sie, dass sie dies wohl nur geträumt oder im Ansturm der neuen Empfindungen sich eingebildet haben musste.

Es kam zu einem fürchterlichen Eklat, nicht deswegen, weil Fanny erwischt worden wäre, sondern weil die beiden jungen Burschen, nachdem Fanny sich leise aus dem Lager gestohlen und nach Haus zurückgeschlichen hatte, tief schlafend in dem Lagerhaus zusammen aufgefunden wurden, mit den Spuren einer heißen Liebesnacht auf den Stoffballen!! Fanny taten die beiden Jungen herzlich leid, da sie nun zu einer Zielscheibe allgemeinen Spotts geworden waren, doch konnte sie natürlich auch nicht vortreten und ihre Tat gestehen!! So sagte sie nur zu den beiden Jungen, als sie sie in einem heimlichen Stelldichein am Gartenzaun der Eltern kurz wieder sah: "Grämt Euch nicht!!! Die bösen Gerüchte über euch werden schnell vergehen, spätestens dann, wenn ihr irgend ein Mädchen ehelicht und mit ihr ein Kind haben werdet. Und glaubt mir, dass die Mädchen Euch jetzt nicht mehr für eine Gefahr für ihre Unschuld halten werden, kann euch nur nützen!" So sprach sie, lächelte und verabschiedete die beiden Jungen mit einem kurzen Kuss.

Einige Monate später - Fanny hatte sich zwischenzeitlich noch ein paar Mal aus dem Haus geschlichen, wenn irgend welche Feste in der Stadt waren, und stets am Ende davon die hübschesten jungen Männer in den Armen gehalten (wenn auch nie wieder zwei zur selben Zeit) - kam eines abends ihre Schwester weinend zu ihr, als sie vom Einkaufen zurückkehrte: "Oh Fanny, es ist etwas furchtbares geschehen!!! Eigentlich ist es gar nicht furchtbar, sondern wundervoll, und doch kann es nicht sein!!", und sie warf sich schluchzend auf ihr Bett. Bestürzt bat Fanny ihre Schwester, ihr zu erzählen, was ihr zugestoßen sei. Noch immer weinend, berichtete Lissy ihre Geschichte: Vor ein paar Wochen war sie, als sie mit der Mutter im Tempel zum Beten ging, im Aufgang zum Bildnis der Göttin auf der Treppe gestolpert. Bevor sie jedoch stürzte, wurde sie von zwei starken Armen aufgefangen, und als sie sich umwandte, um ihrem Retter zu danken, wurde sie wie von einem Blitz getroffen. Denn sie lag in den Armen des wundervollsten Mannes, den sie je gesehen hatte, schöner als jeder Traum, mit einem sanften Antlitz und freundlichen Augen. Nachdem er ihr aufgeholfen hatte, hatte er sich verbeugt und sich vorgestellt. Sein Name war Landor, und er war als Reisender in die Stadt gekommen. Sie hatte sofort gespürt, dass an diesem Mann etwas Besonderes war, und auch er schien seltsam bewegt, und so hatten sie, bevor ihre Mutter ungeduldig wurde und rief, vereinbart, sich nach dem Gebet im Garten des Tempels zu treffen, während ihre Mutter die Besorgungen machte.

Dort hatten sie sich näher kennengelernt und festgestellt, dass sie sich stark zueinander hingezogen fühlten. "Und dann? Was ist dann passiert?" fragte Fanny mit leuchtendem Gesicht. "Dann", erklärte Lissy mit immer noch leicht feuchten Wangen, "hat er sich ritterlich wie ein Prinz vor mir verbeugt, und wir haben beschlossen, uns wieder zu treffen. " Ein paar Male hatten sie sich so heimlich getroffen, und eines Tages war Landor vor ihr auf die Knie gefallen und hatte um ihre Hand angehalten. "Er ist der Mann meiner Träume, und ich bin sicher, er ist meine wahre Liebe!" brachte Lissy unter neuerlichen Tränen hervor. "Sicherlich ist dies eine Prüfung der Göttin, doch es ist so ungerecht! Warum nur darfst du deine wahre Liebe finden und ich muss eine Priesterin der Göttin werden, meiner wahren Liebe entsagen und stets viele lieben?"

Bei diesen Worten schoss Fanny auf einmal eine Idee durch den Kopf. Zu ihrer Durchsetzung würde man zwar die Eltern und eine Göttin betrügen müssen, aber wäre es nicht ein perfekter Streich? Sie sah ihrer Schwester fest in die Augen. "Liebst Du diesen Mann so sehr, dass Du wirklich alles für ihn tun würdest?" fragte sie ihre Schwester. Diese nickte mit tränen bewimperten Augen. "Gut, dann hör mir zu. . . . "

Ein paar Monate später war das Haus des Töpfers in reger Betriebsamkeit erwacht. Man bereitete eine Hochzeit vor. Ein junger Mann war gekommen und hatte den Töpfer um die Hand seiner Tochter angehalten, "ihr wisst schon, welche". Im festen Glauben, dass er schon wisse, welche Tochter gemeint sei, hatte der Töpfer freudestrahlend zugestimmt, und man begann augenblicklich, das Brautkleid für Fanny zu nähen. Als es fertig wurde, hängte man es zu Fanny in den Schrank, und jeden Abend nahmen die Schwestern es heimlich heraus, und arbeiteten eifrig daran.

Als der Tag der Hochzeit gekommen war, strahlte der Himmel. Lissy und Fanny, ihr Kleid noch unter dem Arm, wurde in eine Sänfte mit dichten Brokatvorhängen gesetzt, die sie zum Tempel der Göttin bringen sollte, wo Fanny getraut und Lissy in die Obhut der Göttin gegeben werden sollte. Vor dem Tempel wartete schon eine neugierige Menge auf das Brautpaar. Der stattliche Bräutigam stand vor einem im Freien aufgebauten Altar und wartete auf seine Braut, die vom Vater jetzt nach vorn zu ihm und den Priestern führte. Das Kleid der Braut war mit üppigen Verzierungen und vielen Unterröcken ausgestattet, so dass die Braut fast wie ein Ball aussah. Sie ging tief verschleiert und ein wenig gebückt, was aber der wartenden Menge kaum auffiel. Als sie neben ihrem Zukünftigen stand, begann der Priester mit der Zeremonie und schilderte in bewegenden Worten die Pflichten der Eheleute vor der Göttin. Schließlich wandte er sich dem Brautpaar zu und fragte den Mann: "Wirst Du, Landor der Hofschreiber, diese Frau neben Dir zu deinem Weibe nehmen und den Gesetzen der Göttin gehorchen?" "Ja, das will ich!" bekräftigte Landor. "Und wirst Du, Frau, Landor den Hofschreiber als deinen Gatten anerkennen?" "Oh ja, das will ich!" ertönte unter dem Schleier eine Stimme, süß wie die einer Nachtigall. Die Eltern stutzten einen Moment lang, doch der Priester fuhr schon fort: "So erkläre ich Euch kraft des Gesetzes der Göttin für Mann und Frau!" In Lissys Ohren ertönten plötzlich Stimmen, die kein anderer hören konnte, die jubilierten "Mit dem Segen der Göttin, mit dem Segen der Göttin!" Der Priester sprach weiter: "Bringt nun, wie versprochen, die andere Tochter zu mir, auf dass sie das Schicksal antreten möge, dass die Göttin ihr vorherbestimmt hat!" Die Vorhänge der Sänfte bewegten sich, und es ging erst ein Raunen, dann ein plötzlicher Aufschrei durch die Menge, als Fanny der Sänfte entstieg - die falsche Tochter!!! Neben Landor lüftete nun Lissy ihren Schleier und fiel ihrem frischgebackenen Ehemann überglücklich in die Arme, wo er ihr den zarten ersten Kuss der Liebe gab. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die Priester waren zornig. Sie warfen den Eltern der Zwillingsschwestern vor, die Göttin betrogen zu haben, und auch der Töpfer und seine Frau waren verzweifelt. Dass ihre Mädchen dem Willen der Göttin so zuwiderhandeln konnten!! Doch es war nun einmal geschehen und ließ sich nicht rückgängig machen. Faradhne wurde als Novizin ins Kloster aufgenommen und in den Lehren der Göttin geschult. Nach einem Jahr im Tempel der Göttin, in welchem Landor und Lissy ihr erstes Kind bekamen und während dem dank Fanny viele der männlichen Novizen des Klosters viel mehr über die Liebe lernten, als sie es gehofft hatten, wurde Fanny zur Priesterin geweiht.

Die übrigen Priester waren ihr aber immer noch unwillig gesonnen. Sie waren weiterhin der Überzeugung, dass sie die falsche Tochter sei, und dass sie nur Unglück über den Tempel bringen würde. Aus diesem Grunde beschloss man, sie loszuwerden. Also rief man Faradhne eines Tages in das Zimmer des obersten Hohepriesters. "Mein Kind", sagte er in gespielter Güte zu ihr, "so sehr Du unseren Tempel auch mit deiner Anwesenheit segnest, sind wir doch der Meinung, dass wir eine Botin der Göttin nicht nur hier für uns behalten sollten. Wir werden Dich daher auf eine Missionsreise schicken, um der Göttin neue Gläubige zu gewinnen und den Segen der Göttin in ein Land zu tragen, wo das Licht ihrer Herrlichkeit nicht leuchtet. " "Oh, gut!" sagte Fanny, die sich in dem Kloster langsam zu langweilen begonnen hatte. "Wo soll es hingehen?" Der Hohepriester zeigte mit seinem Finger auf eine Karte, die auf dem Tisch lag. "Hier hin. " Fanny beugte sich vor, um die Karte zu studieren. Die Spitze des Fingers des Priesters lag auf einem hohen Berg in einem weitläufigen Gebirge. "Verzweifle nicht, mein Kind. Zwar wirst Du auf Deinen beschwerlichen Weg durch die Länder der Elfen ("Oh, von den Elfenmännern habe ich einiges gehört", sagte sich Fanny, und ihre Augen begannen zu glitzern. ), der Zwerge ("!") und der Barbaren. . . . " "Was sind Barbaren?" unterbrach Fanny den Priester. Dieser winkte einem Novizen, flüsterte ihm ein paar Worte zu, worauf dieser eine Schriftrolle mit einem Bild darauf brachte. Auf dem Bild war ein mit ein paar Fellen bekleideter, halb nackter Mann mit einem Speer, einer Keule, muskulösen Gliedern und einem wilden, animalischen Gesichtsausdruck zu sehen. Fanny wurden die Knie weich. "WANN KANN ICH AUFBRECHEN????" rief sie aus. Und so trat Fanny ihre Pilgerreise an, deren Ende sie in das Gebirge . . . . . . . . . führte, wo das Schicksal sie auf ihren weiteren Weg schicken würde.

 
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #5 am: 21. Oktober 2004, 09:16:36 »
 Bings letzte Tage in Hardby

All diese Albträume. Dieser Schmerz, den ich in meinen Träumen spüre, wenn ich immer wieder von vermummten Gestalten aus den warmen Armen meines Beschützers gerissen werde. Immer wieder der alte Mann mit den furchteinflößenden - er scheint die Augen einer Katze zu haben - aber auch - wieso auch immer - vertrauten Augen, der mich seit fast einem Jahr jede Nacht auffordert, aus meinem Gefängnis zu entfliehen; nein, er sagt, ich solle aus dem Käfig ausbrechen und wie ein Vogel frei durch die Lande streifen. Und ich fühle mich alleine, verlassen, eingesperrt, denn mein Meister, der hoch angesehene Waffenschmied Namfoodle "Dishnipper" Ningel, und seine Familie, bei der ich, so lange ich denken kann, lebe, haben offensichtlich nichts für Menschen übrig. Und das lassen sie fast jeden Tag an mir aus.

Wenn sie wüssten, dass ich ein seltsames Schwert mit zwei Schneiden unter den Dielen der Kellertreppe gefunden habe und immer wenn ich in meinem Loch gesperrt werde, mit dieser Meisterarbeit von einem Schwert den Kampf übe, würde es wohl wieder eine Tracht Prügel für mich geben. Wenn sie wüssten, wie wohl ich mich mit dem mächtigem Schwert in meiner Hand fühle; sie würden mich bestimmt wieder bestrafen. Das Schlimmste an diesem Ritus ist nicht der physische Schmerz, nein, das Schlimmste ist die Erniedrigung, die ich erdulden muss, wenn ich von dieser Horde kleiner Gnome überwältigt und gefesselt werde. Ich muss hier raus!!

Ich glaube, ich werde das Schwert, dass mein Meister, oder soll ich Peiniger sagen, bei dem großen Schmiedewettbewerb gewonnen hat, an mich nehmen. Der Kapitän der "Lakrimosa" wollte das Schwert unbedingt haben und wäre fast handgreiflich geworden, als der Gnom schließlich meinte, es sei unverkäuflich. Dishnipper hat wirklich wenig für Menschen übrig. Bei dem Betrag, den der alte Seemann für das Schwert geboten hat, wird er mich bestimmt so weit wie möglich von hier weg bringen, wenn ich ihm das Schwert bringe. Der Kapitän meinte, er sei noch vier Tage mit seinem Schiff im Hafen. Also denk nach, wie du mit ihm in Kontakt treten und das Geschäft schmackhaft machen kannst. Das Schwert wird das kleinste Problem sein. Aber denk nach! Und sei vorsichtig!

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Wie sehr er mir mit der Geschichte in die Hände gespielt hat, wird Bings Spieler gar nicht erahnen können. Ich denke, alle diejenigen, die den Adventure Path kennen, wissen natürlich, welche Magier sich Bings angenommen haben, und warum...

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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #6 am: 22. Oktober 2004, 09:25:03 »
 Die Geschichte von Lynard Scifoe

Unweit der großen Stadt Gradsul lag das kleine Dorf Elvencircle. Die meisten Stadtbewohner hatten noch nie davon gehört, geschweige denn es je betreten. Elvencircle lag mitten im Dreadwood, der seinen Namen daher bekam, dass der frische Seewind den Bäumen und Sträuchern recht seltsame Töne entlockte. Es hieß sogar hier sei Magie im Spiel und dies war ein sicheres Zeichen dafür diesen Wald nicht freiwillig zu betreten – es sei denn man war auf der Flucht vor jemandem.

In Elvencircle lebte ein kleines Elfenvolk, das genau wusste, dass die merkwürdigen Klänge auf ein faszinierendes Naturereignis zurückzuführen waren. Hinter den Bäumen befand sich nämlich noch eine Felsengruppe mit merkwürdigen Löchern, die sich in den Felsen noch mehrfach wanden bis sie wieder an einer anderen Stelle aus dem Felsen herauskamen. Sie waren teilweise so groß, dass man sogar hindurch kriechen konnte. Ein Elf hatte es sogar einmal versucht. Seitdem wussten sie zwar von den seltsam verschlungenen Kanälen, aber der Elf war dafür fast taub geworden, denn gerade als er auf der anderen Seite wieder heraus wollte, kam ein frischer Luftzug in die Röhre gefahren und entlockte dem Felsen einen tiefen Ton, der innen drin um ein zigfaches lauter war als draußen.

Die Felsen bildeten quasi einen Ring, der nur an einer Stelle unterbrochen war. In dem Ring befand sich eine dampfende Quelle, die einen, sobald man in ihr badete, in eine merkwürdige Trance versetzte. Man schwebte wie in einer anderen Welt. Nach dem Baden fühlte man sich dann wie neu geboren.

Dieses Geheimnis bewahrten die Elfen für sich, wodurch sie auch ihre Ruhe hatten. Wäre da nicht der mächtige Zauberer Magnus gewesen, der selbst Gewinn aus der heißen Quelle erzielen wollte. Magnus lebt in einem Wasserschloss am Rande der Azure Sea südlich von Gradsul und dem Dreadwood.

Durch einen Zufall hatte er von der Quelle erfahren. Er war vernarrt nach Frauen. Er hatte Frauen aller Art, aller Rassen und zu allen Zwecken um sich. Die, die ihm gefiel, nahm er sich einfach. Dafür sorgten schon seine Schergen – ein Söldner-Heer von Orks und Ogern, welches die Einwohner von Gradsul in Angst und Schrecken versetzte und gegen die sich niemand aufzulehnen traute. Der letzte der es versuchte, verlor dabei seinen Kopf, der anschließend eine Woche lang auf den Eingangspalisaden der Stadt zur Schau aufgespießt war.

Als Magnus mit drei seiner Gespielinnen im Dreadwood zum Jagen unterwegs war, verletzte sich eine der drei Schönheiten. Magnus ergötzte sich daran sie in den Wald zu locken und dann zu verschwinden, um ihnen Angst einzujagen. Als Maja, so hieß die Unglückliche, über eine Baumwurzel stürzte und sich den Fuß so verstauchte, dass sie nicht mehr weitergehen konnte, kam ein Elf aus Elvencircle des Wegs und bot ihr seine Hilfe an. Er war noch sehr jung und unerfahren und lies sich von ihrer Schönheit betören. Unvorsichtiger Weise zog er eine kleine Ampulle hervor und träufelte etwas von dem Quellwasser auf ihren Fuß. Im Nu war die Schwellung abgeklungen und Maja konnte wieder laufen. Zurück im Schloss erzählte sie ihren Freundinnen die Geschichte, wodurch auch Magnus davon erfuhr. Er machte sich abermals auf in den Dreadwood und schlich so lange umher, bis er einen Elf erspähte und ihm folgte. Der Rest war ein Kinderspiel.

Lynard Scifoe wuchs als junger Elf in Elvencircle auf. Die alten Elfen waren nicht sonderlich erpicht darauf Aufmerksamkeit zu erregen, so dass Lynard in seiner frühen Jugend kaum aus dem Wald herauskam. Dies war mit einer der Gründe, dass er nach seinem ersten Stadtbesuch wie magisch von dem ganzen Ambiente angezogen wurde. Er hatte es satt immer wieder die gleichen Gesichter zu sehen und immer wieder die gleichen Arbeiten zu verrichten. Die Stadt dagegen bot Abwechselung! Die vielen verschiedenen Bewohner in ihren massiven Häusern – Menschen, Zwerge sogar Orks. Es gab viele Handwerker zu beobachten, die Sachen herstellten, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Händler, die Waren aus fernen Ländern anboten, von denen er noch nie etwas gehört hatte, Gaststuben, die Essen zubereiteten, deren Duft er nie zuvor gerochen hatte. Er und seine vier Freunde Ariel, Marian, Tycon und Vivare waren fasziniert von der Stadt und ihrem Leben.

So kam es, dass Lynard und seine Kumpanen immer öfter in Gradsul unterwegs waren und sich schließlich sogar eine Unterkunft nahmen, um nicht immer auf ihre Herkunft angesprochen zu werden. Das Geld wurde knapp und es gab viele Dinge, die sie noch nicht erforscht hatten – und diesen Zustand konnten sie einfach nicht auf sich beruhen lassen. Somit begannen sie den ein oder anderen unvorsichtigen Stadtbewohner etwas zu erleichtern. Anfangs nur so aus Spaß, doch mit der Zeit hatten sie sich richtig spezialisiert und organisiert.

Eines Tages, nachdem Magnus den Ursprung der Quelle entdeckt hatte, rückte er mit seinem Söldnertrupp nach Elvencircle ein, um die ansässigen Elfen zu vertreiben. Die Elfen waren natürlich nicht sonderlich angetan von dem Vorhaben und setzten sich zur Wehr. Es gab eine äußerst blutreiche Auseinandersetzung, die mit der Flucht der überlebenden Elfen endete.

Als Lynard und seine Kumpels davon erfuhren waren sie schockiert und machten sich schwere Vorwürfe, weil sie nicht an Ort und Stelle gewesen waren, um ihr Volk zu verteidigen. Mehrere Tage liefen sie völlig verstört umher und konnten keinen klaren Gedanken fassen. Doch dann kamen sie gemeinsam zu der Erkenntnis, dass ihr Volk nur zurückkehren konnte, wenn Magnus verschwand. Freiwillig würde er nie seine neue Quelle räumen, so dass nur eine Möglichkeit übrig blieb – sie mussten Magnus endgültig erledigen!

In nächtelanger Kleinarbeit arbeiteten sie an einem Plan, um in Magnus’ Schloss zu gelangen und ihn umzulegen. Dann warfen sie das Los, wer die Tat durchführen sollte. Das Los traf auf Lynard!

Magnus war bekannt für seine Frauengeschichten. Sobald ihm eine Schönheit über den Weg lief, setzte bei ihm der Verstand aus und er setzte alles daran sie zu bekommen. Dementsprechend waren auch seine Schergen immer auf der Suche nach hübschen Frauen, die sie ohne lang zu fragen in das Wasserschloss mitnahmen. Diese Tatsache wollten sich Lynard und seine Kumpels zu Nutze machen.

Lynard war noch recht jung, zumindest für einen Elfen. Mit 110 Jahren war er gerade so erwachsen. Er war nicht besonders schwer und wirkte von seiner Statur her sehr unscheinbar. Er hatte die blasse Haut der Elfen, grünen Augen und lockiges blondes Haar, welches ihm bis zu den Schultern herunter fiel und seine langen spitzen Ohren teilweise verdeckte. Überhaupt hatte er sehr feine Gesichtszüge, die den ein oder anderen Stadtbewohner schon zu der Annahme verleitet hatten, ihn für eine junge Frau zu halten. Lynard gefiel dieses Verwirrspiel, denn so konnte er die lüsternen Stadtbewohner viel leichter um ihre Geldbörse erleichtern.

Mit einem Gemisch aus rotbrauner Tonerde und einigen Pflanzen aus dem Dreadwood begann Lynard seine Hautfarbe an die der Menschen anzugleichen. Auch diente die Tonerde dazu, seine Haare nachzudunkeln, bis sie einen rötlichen Ton angenommen hatten. Rot war zwar die Farbe der Hexen, aber auch das Sinnbild für Feuer und Leidenschaft. Magnus sollte kochen vor Verlangen - er wollte Magnus die Hölle heiß machen!

Seine langen spitzen Ohren verbarg er hinter zwei kunstvoll verzierten Kämmen, welche dazu dienten die Haare noch mehr zum Anziehungspunkt gieriger Blicke zu erheben. Die Kleidung hatten sie einer Lady entwendet, die auf dem Ball des Bürgermeisters so unvorsichtig gewesen war ihre prachtvolle Garderobe abzulegen, als sie einmal für junge Ladies musste. Lynard schlich sich in den Damenbereich und packte die Gelegenheit sofort beim Schopf. Eigentlich war es nur als Scherz gedacht, um zu sehen wie die Dame sich aus der Affäre zog. Doch als diese laut kreischend und nur in Unterwäsche bekleidet aus der Toilette in den Ballsaal stürzte, brach das Chaos aus und sie mussten schleunigst von der Bildfläche verschwinden. Jetzt erwies das errungene Beutestück gute Dienste. Den Brustbereich noch mit zwei umwickelten Äpfeln ausgestopft und etwas Schmuck aus den Beutezügen angelegt und fertig war Lady Summerbee.

War nur noch die Frage, wo er seinen Waffen verstecken sollte. In den Stiefeln oder im Strumpfband war zu auffällig. Zu leicht konnte einer der scharfen Schergen ihm unter das Kleid greifen. Einen Dolch oder eine noch größere Waffe konnte er kaum unbemerkt in das Schloss bringen. Zu viele gierige Finger würden ihn zuvor begrabschen und seine wohlgeformten Körperteile erkunden. Die Waffen mussten klein, äußerst effektiv und als solche nicht zu erkennen sein.

Die fünf Freunde zermarterten sich den Kopf - doch ohne Erfolg. Sie beschlossen erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen, um am nächsten Tag erholt an das Problem heranzugehen.

Lynard traf nochmals die Lady auf dem Ball. Sie trug wieder ein prachtvolles perlenbesetztes Kleid und einen kleinen Fächer, den sie dezent einsetzte, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und wieder entwendete er ihr zauberhaftes Kleid, als sie zur Toilette musste. Aus lauter Scham begann sie leise um Hilfe zu rufen und zu weinen. Lynard erwies sich sofort als Kavalier und erzählte ihr, er habe in einer wagemutigen Aktion dem Dieb das Kleid entreißen und ihr zurückbringen können. Aus Dank fiel sie ihm um den Hals und gab ihm einen langen leidenschaftlichen Kuss. Diese Gelegenheit ließ sich der junge Lynard Scifoe nicht entgehen. Galant glitten seine Finger an ihrem halb nackten Rücken hinunter und fanden zielsicher die Schnüre ihres Korsetts. Ein kurzes Zupfen und einige Sekunden später entfaltete die Lady ihre volle Pracht – Lynard konnte sich nicht mehr zurückhalten. Abgekämpft und noch mit heraushängendem Hemd öffnete Lynard die Tür der Damentoilette. Die Lady zupfte sich gerade noch die Schulterpartie ihres Kleides zu Recht, als eine ältere Frau zu schreien begann und immer wieder mit dem Finger auf Lynard zeigte und ihn einen Kleiderdieb nannte. Lynard schob die Alte bei Seite und drehte sich gerade zu seiner Lady um, als diese ihm mit ihrer Haarspange direkt in sein linkes Augen stach.

In diesem Augenblick schoss Lynard völlig schweißgebadet in seinem Bett hoch und rang nach Luft. Noch zitternd von diesem Alptraum erkannte er aber plötzlich, dass dies die Lösung seines Problems war. Er brauchte ein hochwirksames Gift, welches er auf die Spitzen der beiden verzierten Kämme in seinen Haaren auftrug. Die Spitzen mussten durch eine Hülle geschützt werden, um ihn nicht selbst zu vergiften. Außerdem würde ein Blasrohr mit Giftpfeilen hilfreich sein, um eventuelle Wachen auszuschalten. Das Rohr lies sich mit etwas Geschick als dekoratives Element in einen Fächer integrieren genauso wie die benötigten Gift-Spitzen.

Am nächsten Tag suchten sie ihren alten Druiden auf und weihten ihn in ihren Plan ein. Er war zuerst außer sich bei dem Gedanke einen Menschen zu töten, sah aber auch keine andere Möglichkeit Magnus zu vertreiben und Elvencircle zurückzuerhalten. Der Druide verschwand für eine Woche im Dreadwood und als er zurückkam, hatte er die benötigten Kräuter zusammen.

Heute war es soweit! Um die Zeit mit den Schergen möglichst kurz zu halten, machte er sich zusammen mit seinen Freunden zu Magnus’ Reich auf. In der nächstgelegenen Stadt liehen sie sich eine zweispännige Kutsche aus. Anschließend machte sich Lynard zurecht und vergewisserte sich, dass seine Kämme richtig saßen. Er ritt alleine mit der Kutsche in Richtung Wasserschloss. Als er kurz davor eine Ork Patrouille erspähte, ließ er die Zügel einfach los und begann zu schreien. Die beiden Pferde waren jetzt führerlos und gingen in den Galopp über. Sofort starteten aus der kleinen Ork-Truppe zwei Söldner und brachten die Kutsche kurze Zeit später zum Stehen. Lynard seufzte und bedankte sich ausgiebig bei den beiden, doch diese hatte nur Augen für den üppigen Vorbau und das aufreizende Aussehen von Lady Summerbee. Der größere der beiden Orks flüsterte dem kleineren etwas ins Ohr und schon ergriff dieser die Zügel der Kutsche und dirigierte das Gespann ohne viel zu Fragen zum Wasserschloss.

Der Trupp überquerte einen außergewöhnlich langen Steg, der in einer Zugbrücke endete, welche das Schloss mit dem Festland verband. Die 20 Fuß hohe Zugbrücke bestand aus schweren Eichenholzbalken, welche nochmals mit Eisen beschlagen waren. Umgeben war sie von zwei Wehr-Türmen und einem zinnenbesetzten Verteidigungswall. Im Innenhof kam man geradewegs zu einem flachen Steingebäude, über dessen Tür zwei gekreuzte Äxte befestigt waren, welche die Waffenkammer kennzeichneten. Zur linken Seite befanden sich vermutlich die Mannschaftsquartiere, da dort ein reger Verkehr an Söldnern zu beobachten war. Rechts befanden sich die Stallungen, auf die der Trupp und die Kutsche zusteuerten.

„Was hast du heute wieder feines aufgetrieben, Halgor?“, rief der Stallmeister dem größeren der beiden Orks zu. „Ein Püppchen aus gutem Hause. Aber der Meister wird ihr das schon austreiben. Hahaha!“, entgegnete dieser und begann lauthals zu lachen. „Zeig einmal her!“ forderte der Stallmeister und war auch sogleich an der Kutsche, um seine Hand unter Lady Summerbees Kleid gleiten zu lassen. Eine geschickte Drehung und schon klatschte Lynard’s flache Hand auf die Backe des Stallmeisters. „Na, na, na! Gehört sich das?“. Augenblicklich wurde es still und der Stallmeister schien gerade in Rage zu kommen, als Halgor sich vor Lachen nicht mehr halten konnte. Ein schallendes Gelächter brach aus und der Stallmeister stimmt sofort belustigt ein: „Temperament hat die Kleine! Wie gut dass der Meister Freude am Jagen hat. Hahaha!“. Lynard hatte noch einmal Glück gehabt, dass sich die missliche Lage in diese Richtung gewand hatte. Nochmals konnte er nicht darauf hoffen, dass die Ork-Bande alles von der lustigen Seite nahm. Von den Stallungen aus begaben sich die Schergen Richtung Schlossplatz, der hinter der Waffenkammer lag. Den Mittelpunkt bildete ein Ziehbrunnen, der die Schlossbewohner mit Wasser versorgte. Gleich daneben war ein Podest mit einem Galgen aufgebaut, der die Inschrift trug: „Heimat für Diebe und anderes Gesindel“. Heute war anscheinend Markttag, da der ganze Schlossplatz mit Marktständen aller Art übersäht war, in denen die Händler ihre Waren feilboten. Dahinter befand sich das Schlossgebäude, das einen ausgezeichneten Ausblick auf den Galgen bot. Im Geiste sah Lynard Magnus auf seinem kleinen Balkon sitzen, wie er genüsslich den Hinrichtungen beiwohnte. Ein Würgereiz überkam ihn und er täuschte einen Hustenanfall vor. Von hinten spürte er wie ihm eine Hand auf den Rücken klopfte und sich anschließend unter seinen Busen grub. Sofort fuhr er dem Wüstling mit seinen Fingernägeln über den Handrücken und schrie. „Das berichte ich alles eurem Meister!“. Wieder brachen alle in ein heilloses Gelächter aus. „Der Meister wird dich … äh … uns sicherlich hart dafür bestrafen. Hahaha!“ kam es aus der Menge, die kaum zu halten war. Lynard verzog ärgerlich das Gesicht, war aber innerlich sehr zufrieden, wie die Dinge liefen. Er hatte mit mehr Widerstand seitens der Schergen gerechnet.

Nachdem Halgor und Lady Summerbee eine lange breite Steintreppe empor gestiegen waren, wurden sie an der Eingangspforte von den beiden mit Hellebarden bewaffneten Torwachen empfangen. Sofort begann der linke Lady Summerbee nach Waffen abzusuchen. Lynard wollte sich schon zur Wehr setzen, doch ein Blick in die Augen der Wache verriet ihm, dass dieser wohl keinen Spaß verstehen würde. Folglich ließ er die Prozedur über sich ergehen. „Passieren!“

Drinnen wurden sie von Philus, Magnus Diener und Leibwächter empfangen. Ein drahtiger junger Bursche. Er hatte etwa Lynards Statur, war aber viel besser durchtrainiert. Die braune Lederkluft, die grüne Mütze und das lange Jagdmesser kennzeichneten ihn als erfahrenen Jäger. Er führte Halgor und Lady Summerbee zu Magnus Gemächern und klopfte an die Tür. „Herein!“ Philus öffnete die Tür und lies den anderen beiden den Vortritt. Danach schloss er die Tür wieder und postierte er sich stillschweigend vor dem Ausgang.

„Halgor, mein treuer Gefährte, ich sehe du hasst einen Gast mitgebracht. Wie heißt denn die junge Dame?“. Halgor schaute ganz verdutzt und überlegte, ob er Lady Summerbee schon nach ihrem Namen gefragt hatte. Doch Lynard kam ihm zuvor. „Lady Summerbee, My Lord! Und mit wem habe ich das Vergnügen?“ „Magnus, der Magier! Herrscher von Schloss Morgom! Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite, Lady Summerbee.“ Magnus erhob sich, schritt einmal langsam um Lady Summerbee herum und musterte sie von Kopf bis Fuß. „Etwas steif, aber durchaus ansehnlich!“, bemerkte er nur. „Der erste Blick täuscht! Sie ist eine richtige Wildkatze. Haha! Hank, der Stallwirt und Bergo haben es am eigenen Laib zu spüren bekommen.“, entgegnete Halgor sofort. „Schau an, schau an!“ Magnus wurde langsam erregt. „Genau nach meinem Geschmack! Zuerst eine wilde Jagd, bis ich die Beute in meinen stählernen Fängen habe und anschließend beginne ich mich an meiner Trophäe zu weiden.“ Er ließ seinen Blick auf die beiden Eisenketten im hinteren Teil des Zimmers schweifen und der Speichel tropfte ihm aus den Mundwinkeln. „Gute Arbeit, Halgor!“ und Magnus zog aus seinem Umhang einen Beutel Goldmünzen hervor, den er ihm zuwarf. „Doch nun lasst mich mit meinem Gast alleine!“ Halgor und Philus wollten gerade das Zimmer verlassen, als Lynard einwarf: „Lord Magnus, danke für die Gastfreundschaft, aber ich glaube ich muss mich auf den Weg machen, es ist schon spät und in der Nacht treibt sich allerhand Gesindel herum.“ „Lady Summerbee, selbstverständlich sind sie unser Gast. Philus wird ein Zimmer für sie richten lassen. Und jetzt möchten wir nicht mehr gestört werden, bis ich läute. Ich möchte Lady Summerbee in die Geheimnisse der Jagd einweihen.“ Halgor und Philus verließen lächelnd den Raum.

Nun stand er Magnus dem Magier gegenüber. Magnus, der sein Volk aus seiner Heimat vertrieben hatte. Magnus, der Mörder seines Volkes! Jetzt war die Stunde der Abrechnung gekommen. In seinem Haar hatte er die beiden Kämme mit dem Lähmungsgift stecken. Sie wirkten in Sekunden. Lynard schaute sich um. Er brauchte noch eine Waffe, um Magnus endgültig den Garaus machen zu können. Doch der Magier hatte keine Waffen in diesem Raum. Sah man einmal ab von einigen Folterwerkzeugen wie Peitschen, Ketten und Stöcken, mit denen es aber doch einige Zeit dauern würde Magnus zu erledigen.

Lynard grübelte noch an Alternativen, als Magnus auch schon auf ihn zugestürmt kam. „Zeig mir den Tiger in dir!“ Er hatte plötzlich eine Peitsche in der Hand und schwang sie in Richtung Lady Summerbee. Direkt vor ihr krachte sie auf einen Stuhl, schlang sich um die Lehne und riss diese in zwei Teile. „Dies war das Vorspiel“, grölte Magnus triumphierend. Lynard fuhr herum und sprang hinter ein Bücherregal. Doch schon wieder lies Magnus die Peitsche durch die Luft sausen. Diesmal viel ihr das Bücherregal zum Opfer. Mit einem ohrenbetäubenden Knall sauste es zu Boden und die Bücher flogen in alle Himmelsrichtungen davon. Lynard konnte an einigen Büchern erkennen, dass dies nicht ihre erste Bruchlandung gewesen sein musste. Dieser Sadist hatte wohl Spaß daran Frauen zu quälen. Die nächste Deckung war etwas weiter entfernt. Ein massiver Eichenschreibtisch, der mehr auszuhalten schien. Doch für Lynard zu weit. Gerade als er zum Spurt angesetzt hatte, spürte er wie die Peitsche auf seinen Rücken krachte. Ein tiefer lang Schmerz durchzog ihn und lies ihn aufschreien. „Jaaa! Nimm dies, Raubkatze!“, jubelte Magnus und er geriet immer mehr in Extase. Mit voller Kraft hieb er auf den Eichenschreibtisch ein und wickelte die Peitsche um dessen Tischbein. Doch das Tischbein hielt Stand und Lynard blockierte sofort das Abwickeln der Peitsche. „Du stinkende Mistkröte! Wenn ich dich kriege zerreiße ich dich in 1000 Teile! Lass meine Peitsche los!“ Magnus begann unbesonnen zu fluchen. „Ach, egal! Wer braucht schon eine Peitsche?“ Magnus lies den Griff der Peitsche fallen und eilte auf Lynard zu. Dieser sprang bei Seite und lies Magnus ins Leere laufen. Doch der Magier war schnell und geschickt. Mit einem Satz war er wieder auf den Beinen, wirbelte herum und ergriff Lynard’s Kleid. Ratsch! Das Kleid hing halb in Fetzen. Lynard strauchelte und fiel rückwärts über eine Truhe. Mit einem Satz war Magnus bei ihm und schlang ihm seine Hände um die Kehle. „Jetzt hab ich dich, Wildkatze!“. Lynard wollte nach seinen Kämmen greifen, doch Magnus ergriff sofort seine Hände und drückte sie über seinem Kopf zu Boden. Triumphierend setzte er sich nun auf Lady Summerbee und stieß nach Jägerart einen Siegesschrei aus. Als er wieder auf Lady Summerbee blickte bemerkte er, wie die Schminke verwischt war und die zersausten Haare Einblick auf die langen Ohre von Lynard gaben. „Wer oder was, zum Teufel, bist du?“, schrie ihn Magnus verdutzt an. Erstmals seit Beginn der Jagd war Lynard wieder etwas zur Ruhe bekommen und nun begann sich der ganze Hass auf Magnus zu entladen. „Ich bin Lynard Scifoe, dein schlimmster Alptraum!“. Lynard nutzte das Überraschungsmoment, riss sein Bein nach oben und hieb Magnus seinen Stiefel mit voller Wucht von hinten an den Kopf. „Aah!“ Magnus schrie vor Schmerz und griff nach der getroffenen Stelle. Damit bekam Lynard seine Hände wieder frei und er stieß Magnus von sich. „Du kleiner Wurm, ich werde dich zerquetschen!“ Als Magnus herumfuhr und seine Hände erhob, blickte er in Lynard’s Hasserfüllte Augen und er merkte nur noch wie sich die beiden Kämme in seinen Hals bohrten. Magnus prallte gegen den Eichenschreibtisch und mit seiner letzten Aktion schlug er auf die darauf stehende Klingel. Die Klingel! An Magnus’ Leibwächter hatte Lynard überhaupt nicht mehr gedacht. Lynard war immer noch unbewaffnet. Nicht ganz, wo war sein Fächer? Hektisch lies er seinen Blick durch das verwüstete Zimmer streifen und erspähte ihn bei dem zerbrochenen Stuhl. Draußen hörte er Schritte. Lynard stürzte auf den Fächer zu, riss ihn entzwei und zog eine der sechs darin verborgenen Nadeln heraus. Als sich die Tür öffnete und Philus eintrat hatte Lynard bereits die Nadel zwischen die Zähne gesteckt und das im Mittelteil des Fächers eingearbeitete Rohr an seinen Mund gesetzt. Philus entdeckte Magnus über dem Schreibtisch und zog sofort sein Jagdmesser. Doch als er zu Lynard herumfuhr, bohrte sich bereits eine dünne Nadel in seinen Hals. Er zog sie gerade heraus, als auch schon die nächste geflogen kam und in seinem Handrücken stecken blieb. Er wollte etwas schreien, doch ein merkwürdiger Knoten lag auf seiner Zunge. Er lies das Jagdmesser fallen und sackte zu Boden.

Welch eine Ironie! Mit seinem letzten Hilferuf hatte Magnus selbst dafür gesorgt, dass Lynard die dringend benötigte Waffe in die Hand fiel. Er hob Philus’ Jagdmesser auf und begab sich zu Magnus. Dieser lag immer noch stocksteif ausgestreckt auf dem Schreibtisch. Lynard drehte ihn auf den Rücken, um ihm in die Augen schauen zu können. „Sagte ich doch, dein schlimmster Apltraum! Nun wirst du für alles bezahlen, was du meinem Volk angetan hast! Endlich können die Elfen wieder zu den heiligen Quellen zurückkehren.“ Voller Hass erhob er das Jagdmesser und zog es quer über Magnus Hals. Sofort quoll ein immenser Blutschwall aus der Wunde und wenige Sekunden später war es um Magnus geschehen.

Nun blieb noch die Frage der Flucht. Wie sollte er unbemerkt aus dem Schloss spazieren? Zum einen war es sicherlich ungewöhnlich genug, dass Magnus eine Frau so schnell wieder laufen ließ und zum anderen war sein Aussehen doch sichtlich ramponiert. Sein Blick fiel auf Philus den Jäger. Plötzlich sah er eine Chance – die einzige, die er vermutlich hatte. Er zog Philus die Kleider aus und schlüpfte selbst hinein. Anschließend drückte er sich dessen Hut tief in die Stirn und steckte das Jagdmesser in die Scheide. Nun musste er nur noch etwas für Verwirrung sorgen, um nicht gleich erkannt zu werden. Er sah aus dem Fenster. Im Hof herrschte reges Treiben. Der Stallmeister und der Schmied beschlugen ein Pferd, die Schlossbewohner feilschten mit den Händlern und am Rande des Marktplatzes in Richtung Schlossgebäude waren vier Orks gerade dabei einen Fahnenmast aufzustellen. Lynard holte sein umgebautes Blasrohr hervor. Als die kleine Truppe den Fahnenmast schon fast in die Senkrechte gebracht hatte, sackte plötzlich der dem Schlossgebäude am nächsten stehende Ork zusammen. Das Sicherungsseil rutschte aus seinen Händen und mit lautem Getöse verselbständigte sich der Fahnenmast in Richtung Marktplatz. Chaos brach aus. Händler und Käufer sprangen aufgeregt hin und her. Wild gestikulierend schimpften sie auf die völlig verdutzten Orks ein. Sogar der Stallmeister und der Schmied waren dazugekommen und stritten kräftig mit. Lynard nutzte die allgemeine Verwirrung, um sich aus dem Staub zu machen. Er schnappte sich das nächste Pferd und ritt über die Zugbrücke in die Freiheit zurück.

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Diese Story bildet den Ausgangspunkt für die Ereignisse, die ich in der nächsten Woche hier posten werde.
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #7 am: 27. Oktober 2004, 09:05:44 »
 Eloakath:

Ich war der Lehrling eines eher UEBLEN Magiers (daher auch so Sprueche wie "Tongue of Angels/Infernals" im Arsenal aus BOEM und "Pet Cemetary" aus "Gar'Udoks Librum" und teilweise etwas "duesterere" Effekte bei den anderen Spruechen) der von ihm fuer verschiedenste "Drecksarbeiten" eingespannt wurde und (zumindest anfangs, da ich von klein auf zu ihm kam) mir erstmal nichts dabei gedacht habe. Es gab auch einige andere Lehrlinge, teils erfolgreich, teils im Dienst getoetet (davon sind auch mehrere wieder im Dienst, jetzt als Untote)

Als ich dann allerdings als "Begleitschutz" fuer eine Sklavenkaravane von einer Schlange gebissen wurde und gelaehmt am Boden lag, nutzten die Sklaven (nachdem sie den Rest der Wachen ueberwaeltigt hatten) diese Gelegenheit zur Flucht… Nur ein Sklave liess sich die Zeit, sich um meine Vergiftung zu kuemmern, um zu verhindern, dass diese sich weiter ausbreitete, und brachte mich soweit wieder auf die Beine, dass ich wieder laufen konnte. Mit den Worten "NOCH ist es fuer dich nicht zu spaet, deinen Kurs zu wechseln" erhielt ich eine Vision von allen schlimmen Dingen, an denen ich wissentlich oder unwissentlich mitgearbeitet hatte, sowie eine Sicht dessen, was noch alles passieren wird wenn ich keine "Kehrtwende" mache.

Also habe ich die Gelegenheit genutzt, mich WEIT weg von meinem ehemaligen Lehrmeister zu machen, habe Aussehen und Namen geaendert (Spruechebuch geht leider nicht so einfach, aber das ist (auesserlich) sowieso "unauffaellig) komme aber irgendwie noch nicht so 100%ig mit der "Neuen" Situation klar. Also kann es durchaus passieren dass ich in "alte Schemata" zurueckfalle und mal "so nebenbei" eine tote Katze reanimiere o.ae.

Ansonsten versuche ich mich von der "kalten" Art, die ich damals hatte, soweit wie moeglich zu distanzieren, und bin dabei die langen Jahre des "verschwendeten" Lebens in vollen Zuegen zu geniessen (mit allem drum und dran). Alerdings leidet darunter ab und zu der "Selbsterhaltungstrieb" etwas, da ich mich dann auch mal in Dinge einmische, aus denen ich mich raushalten sollte. So "schlimme Finger" wie mein Lehrmeister es ist (oder ich es war), stehen besonders auf meiner "Abschussliste" und ich versuche alles dranzusetzen, dass diesen Leuten das Handwerk gelegt wird. (Sofern es in meinen Mitteln steht)

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Das ist alles, was ich bisher über Eloakath's Geschichte habe...
(wenn mir die komplette geschichte vorliegt, werde ich sie sofort posten...)
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #8 am: 29. Oktober 2004, 10:06:31 »
 Garek in Gradsul

Garek kommt in Gradsul an und hört sich um, was in der Stadt so vor sich geht. Dabei erhält er ein Angebot für einen einfachen Auftrag mit guter Bezahlung...

Für gutes Gold bin ich immer zu haben, wenn es keine unlauteren Dinge sind, die es zu tun gilt...

Angeworben wirst Du in Gradsul für eine Eskorte eines Transports in einen nahegelegenen Wald und zurück. Am nächsten Morgen geht es los und mit mehreren bewaffneten Orks und Menschen geht es dann in den nahegelegenen Dreadwood.

Als Du in einer Unterhaltung den Namen Halgor hörst, werden Deine Ohren spitz. Anscheinend werdet ihr einen Trupp treffen, der von einem Halgor angeführt wird, der den Weg sichern soll, während ihr die Ware holt. Dabei handelt es sich um Quellwasser? Egal, gutes Gold ist gutes Gold und du hast von merkwürdigen Spinnern gehört, die zu ihrem Gebrannten nur ein bestimmtes Quellwasser zufügten. Whiskey nannten sie "Wasser des Lebens", aber das bezog sich eher auf das Gebrannte selber...

Als ihr bei der Lichtung ankommt, reitet ihr in die Überreste eine Schlachtgetümmels. Viele Leichen von Elfen und Orks, Hobgoblins und Goblins liegen hier. Anscheinend gab es um die Quelle einen erbitterten Kampf. Ihr macht euch daran die Fässer zu füllen und auf dem Wagen zu verstauen, dabei schwappt auch ab und zu mal ein wenig von dem Wasser auf den Boden. Ihr wollt euch gerade wieder in Richtung Gradsul aufmachen, als du ein gutturales "Halt!" von hinten hörst. Diese Stimme kennst du und deine Vorahnung, dass es sich dabei um den handelt, wie du vermutet hast, ist bestätigt. Halgor steht hinter dir...

Ich nehme mal an, er ist nicht allein, oder etwa doch? Wohl kaum. Ich versuche ich mich zwar umzudrehen, bemühe mich aber, dass er mich nicht sofort entdeckt und erkennt.

Du drehst Dich um, und an der Spitze eines bewaffneten Trupps von 20 Orks und Hobgoblins steht Halgor. Überraschung macht sich auf seinem Gesicht breit, dann ein feistes Grinsen. "Nein, wie klein die Welt doch ist… Packt ihn!" Deine Bemühungen zu entkommen sind umsonst, du wirst von den Orks in einem Handgemenge überwältigt und dann vor Halgor gezerrt. "Man sieht sich immer zwei Mal im Leben!" verhöhnt dich Dein Gegenspieler. "Na, wenigstens diesmal habe ich Dich in der Position, wie sie mir gefällt. Unter welchem Namen bist Du denn inzwischen unterwegs, he?" "Meinst DU das mir das noch irgendwas nützen würde, da kann ich doch gleich Miki Ma-Us nehmen, und es bleibt trotzdem gleich!" "Hm, da hast du recht. Mit Deiner Flucht hast Du uns vor ein paar Probleme gestellt, aber das haben wir schon richten können, aber die Intervention von Silvan's Familie konnten Martuk und ich dann doch nicht die Früchte unserer Arbeit ernten. Egal, ich bin hier, du bist hier, was gibt es schönderes zu feiern… Haltet ihn fest!" Als du versuchst, Dich loszureissen, schaffst Du es einen Arm freizubekommen. Doch Halgor ist schneller, mit einer blitzschnellen Bewegung zieht er sein Schwert, und es erfasst Dich ein tiefer Schmerz, als Du siehst, wie das Metall in Dein Herz fährt. Deine Gedanken trennen sich von Deinem Körper, du bekommst in einem Strudel noch mit wie Dein Körper leblos nach hinten sackt und in einer Lache landet… dann wird dir schwarz vor Augen...

[eingebauter Cliffhanger, die Geschichte sollte eigentlich erst am nächsten Tag fortgesetzt werden...]

[Ich will mal nicht so sein, also du brauchst bis morgen keinen neuen Charakter bauen (ich habe noch eine viertel Stunde bis meine Straßenbahn geht, daher noch ein paar Zeilen)...]

Du kommst wieder zu Bewusstsein. Dein Körper firert, dein Rücken ist nass und als du die Augen öffnest siehst Du den Sternenhimmel über Dir. War das nur ein Traum? Du fasst mit Deiner rechten Hand zu dem Punkt, wo das Schwert… Du kannst deinen Arm bewegen. Tatsächlich, da befindet sich ein Loch in Deiner Rüstung...die erwarteten Schmerzen beim Berühren einer Wunde bleiben aus. Das wird immer merkwürdiger sagst du dir...Deine Waffen und Geld haben sie dir abgenommen. Wenn dich die Elfen finden, denken sie bestimmt, das du bei dem Trupp mit dabei warst, der das Gemetzel durchgeführt hat. Oh, je, schon wieder so ein Schlamassel und es grenzt an ein Wunder, dass du noch lebst...

Also ich versuche erstmal wieder klar im Kopf zu werden und mich meiner Umgebung bewusst zu werden. Falls ich alleine sein sollte, versuche ich mir wieder sowas wie eine Waffe zu besorgen .Man weiss ja nie wann die Orks zurueckkommen und was noch so da draussen rumstreunt. Falls ich nicht allein sein sollte, na dann hab ich wohl vielleicht ein Problem. Auf jedenfall versuch ich die Sache zu Erklären. Dass ich nur ein Geleitschutz war und dass mich ein hässlicher (Halb)Ork wohl getötet hat, zumindest hat er es versucht...

Dein Kopf ist klar, aber warum du jetzt nicht tot bist, ist dir ein Rätsel. Bei den umherliegenden Leichen findest du durchaus noch ein paar Waffen und Gegenstände, die nicht von den Orks und Hobgoblins mitgenommen worden sind. So machst du dich auf den Spuren des Wagens wieder auf in Richtung Gradsul.

Auf Deinem Weg versuchst du zum einen den dort wohnenden Elfen aus dem Weg zu gehen, d.h. bei jedem verdächtigen Geräusch Deckung usw. und dabei nicht den Wagen und die Eskorte einzuholen.

Nach zwei Tagen kommst du in Gradsul wieder an. Deinen restlichen Sold einzufordern, hört sich nicht nach einer guten Idee an… eher nichs wie weg hier. Du erkundigst dich, welches Schiff als nächstes den Hafen erläßt, und es wird dir gesagt das ein Schoner nach Lundby morgen ablegt.

Du erkundigst dich, ob du auf der "Rystofel" mitfahren kannst, und dir werden zwei Möglichkeiten aufgezeigt, als Passagier für 2 Gold inklusive Verpflegung, oder als Mannschaftsmitglied für Deinen Anteil an der Arbeit…

Arbeit hört sich gut an

...und so machst du dich auf die Reise nach Lundby.
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #9 am: 01. November 2004, 09:50:03 »
 Eloakath in Gradsul

Eloakath kommt mit dem Schiff in Gradsul an und erkundigt sich nach den nächsten Schiffen, die ihn weiter nach Süden bringen können. Im Hafen liegt ein kleines Schiff namens "Filotylan", welches demnächst nach Lundby auslaufen wird, allerdings werden keine Fahrgäste auf dem Schiff aufgenommen. Sehr unwirsch wird Eloakath von den Orkwächtern abgewiesen. Während er sich auf dem Pier entfernt, kommt ein Gespann mit Fässern beladen unter starker Bewachung zum Schiff. Ein Wirken des Spruches "Magie Erkennen" blendet beinahe den jungen Zauberer, in den Fässern befindet sich Flüssigkeit von mittelstarker Aura. Seine Neugier ist geweckt und er versucht sich durch das Verstecken in einem weiteren Fass, an Bord zu schmuggeln. Allerdings als er gerade das Fass dicht machen möchte, wird er von einer Stadtwache überrascht, die ihn von diesem Vorhaben abbringen. Dann ist es auch schon zu spät. Die Fässer sind von dem Wagen auf das Schiff verladen worden.

In einem Gasthaus trifft er auf Zila, der für den hiesigen Magier Magnus in der Stadt Leute anheuert und außerdem mit für die Verwaltung des Anwesens zuständig ist. Zila erkennt schnell, dass Eloakath ein helles Köpfchen hat, und heuert ihn an als Marktverwalter auf Schloss Morgom. Eloakath soll für die Verkaufsstände auf dem Anwesen die Standgebühren eintreiben, für eine Provision natürlich, und ist auch für die Anordnung der Stände auf dem Markt zuständig. Die Frage, was mit dem letzten Inhaber dieses Amtes passiert ist, wird von Zila sehr ausweichend beantwortet.

Und so übernimmt Eloakath diesen Job. Nach zwei Tagen kommt eine Kutsche mit einer ansehnlichen Lady in die Burg, Halgor, der zu diesem Zeitpunkt der Anführer der Wachen ist, geleitet die Dame ins Haupthaus, wo sie mit Magnus ein "Gespräch" führen will. Ein dreckiges Lachen der Orks bei dem Erwähnen des "Gespräches", läßt Böses erahnen. Aber noch ist Eloakath nicht mächtig genug, um es mit Magnus aufnehmen zu können. Eine kurze Zeit später kommt es zu einem Aufruhr auf dem Markt. Als eine Fahne gehisst wird, sinkt der Ork ohnmächtig zu Boden, der die Fahne flaggt, und der Fahnenmast kippt in das Markttreiben. In dem Trubel huscht eine grün gekleidete Gestalt vom Haupthaus zum Stall. Eloakath kommen diese Zufälle sehr merkwürdig vor und er begibt sich zum Stall. Als kurze zeit später der Grüngewandete den Stall verläßt, schafft es Eloakath unbemerkt seinen Familiar in den Satteltaschen des Reiters zu verstecken. Der Reiter verläßt Schloss Mogrom und Eloakath geht in den Stall und sattelt sich auch ein Pferd. Beim Führen des Reittieres aus dem Stall fährt eine Kutsche mit Zila und einer weiteren jungen Frau in den Hof, und vom Haupthaus her wird nach einem Heiler gerufen wird. "Rettet den Meister!" hört er aus verschiedenen Kehlen. Aber auch ein "Die Frau ist verschwunden. Sucht sie." Der Kutscher ruft "Hier ist eine Heilerin!" und die neu angekommene Frau wird schnell ins Haupthaus gebracht. Eloakath ergreift die Gelegenheit und beginnt die Verfolgung der Person, die wohl für das Chaos hier verantwortlich gewesen ist…

 
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #10 am: 04. November 2004, 09:48:15 »
 Faradhne in Gradsul

Hallo Faradhne,
ich hab da mal 'ne Frage zur Nachgeschichte der Vorgeschichte. Bist du auf Deiner Fahrt nach Süden in der Stadt Gradsul gelandet...?

Wenn ja, dann hat sich nur eine kleine Episode ereginet (ich liebe es die Vorgeschichten der Spieler ein wenig miteinander zu verweben). Allerdings bräuchte ich dazu eine kurze Beschreibung deiner Kleidung, wenn Faradhne das ankommende Schiff verläßt...

Hi Olli,

da der Reiseweg in Bezug auf die Nachgeschichte zu meiner Vorgeschichte eigentlich ziemlich Wurscht ist, kann ich da gerne durchgekommen sein...

Meine Kleidung wäre dann (wenn das nicht total mit Deiner Vorstellung des Myrrhis-Kultes kollidiert) eine auffällige Robe in rosenrot mit goldenen Rändern und dem Symbol der Myrrhis obendrauf (Love Bird). Die Robe stell ich mir so als Flatterobendrüber-Umhang vor, und unter der Robe befinden sich dann die eher knapp gehaltenen Beinkleider, geschnürtes Mieder usw… und je nach Temperatur in dieser Stadt entweder hoch geschnürte Sandalen oder enganliegende übernkniehohe Wildlederstiefel, die in der Farbe der Robe eingefärbt sind.


es geht halt darum, ob du incognito reist, oder als Klerikerin der Liebesgöttin erkennbar bist.

Insofern.. solltest Du mit einem Schiff angekomen sein, wirst du wohl direkt auf dem Pier von einem gutgekleideten Menschen angesprochen werden, der Dich auf ein Abendessen beim hiesigen Magier auf Schloss Mogrom einlädt. Nimmst Du die Einladung an?

gutgekleidet ist die eine Sache… Sieht der Mensch auch gut aus? Wenn ja, natürlich sofort!! Aber vom Grundsatz her schon, man ist ja neugierig und wenig menschenscheu!

Er sieht leider nicht zum Anbeissen aus, das Auffälligste ist ein Schmiss über seinem linken Auge und er zieht auch sein rechtes Bein ein wenig nach. Auf Deine Annahme der Einladung ruft er eine Kutsche herbei, ausgestattet in edelsten Stoffen in krätigen Rotfarben mit schwarz lackierten Holzschnitzereien zur Dekoration. Die Tür öffnet sich und du steigst hinein. "Ich wünsche einen schönen Aufenthalt." grinst er und schließt die Tür. (Bei einem guten Sense Motive ist Dir schon klar, dass du dich da auf was eingelassen hast).

Die Kutsche verlässt die Stadt und fährt zweieinhalb Meilen, bis ein großes Anwesen aus mehreren Gebäuden vor Dir auftaucht. In der Mitte des Anwesens scheint ein kleiner Marktplatz zu sein und an der einen Ecke steht ein Fahnenmast, an dem gerade eine Flagge hochgezogen wird. Die Kutsche ist noch ein Stück vom Zugang zum Gebäudekomplex entfernt, als der Fahnenmast kippt und ein Tumult auf dem Markt ausbricht. Dann erscheint ein Pferd mit Reiter im Haupttor und galoppiert rechtwinklig von der Strasse ins Landesinnere davon. Auf dem Pferd sitzt eine Person in grün gekleidet, anscheinend ein Bote.

Die Kutsche rollt in das Anwesen und es herrscht heller Aufruhr. "Ein Heiler! Ein Heiler!" "Rettet den Meister!" hörst aus verschiedenen Kehlen. Aber auch ein "Die Frau ist verschwunden. Sucht sie." Was Dir auffällt, ist, dass die meisten Truppen hier aus Orks besteht.

In Anbetracht der Tatsache, dass ich größere Ansammlungen von Orks ein wenig bedenklich finde, denke ich mir, dass der Chef dieses Anwesens vielleicht doch nicht der charmante, reiche und freundliche Gentleman ist, auf den ich gehofft habe (was das Benehmen seines Bediensteten am Piers auch erklären würde), daher ziehe ich nur zur Vorsicht meinen Reisemantel über, der meine auffällige Robe etwas verbirgt, flechte meine Haare ein und verberge meinen Schmuck und mein Symbol, sodass ich auf den ersten Blick vielleicht eher unauffällig wirke. Sobald die Kutsche langsam genug wird oder anhält, öffne ich die Tür und schlüpfe hinaus (sofern sich die Tür von innen öffnen lässt natürlich).

Ich versuche, mich am Rand des Tumults entlang zu bewegen, bis ich einen menschlichen Bediensteten o.ä. treffe, und frage dann, was geschehen ist.

[Diese Entscheidung wird Dir schnell abgenommen...]

Der Kutscher ist ein Mensch und ruft auch schon "Hier ist eine Heilerin!", da er Deine Robe schon in der Stadt bemerkt hat. "Schnell! Hoffentlich kann sie ihn noch retten." "Sollte es Euch gelingen, den Herrn zu retten, werdet ihr reich belohnt. Dessen könnt ihr sicher sein." sagt der Kutscher und scheucht dich nahezu ins Hauptgebäude. "Wo?" fragt der Kutscher, als einen Livrierten im Hauseingang sieht und Dich ins Haus schiebt. Er springt nicht gerade sanft mit Dir um...

Ich schüttele die Pfoten des Kutschers ab und folge dem Livrierten, wobei ich mir den Weg genau merke, den er nimmt. Ich versuche, falls möglich, sowohl von Kutscher als auch vom Diener etwas Abstand zu halten.

[Ich hatte zwar mit einem lautstarken Protest gerechnet...]

"Im Studienzimmer" sagt der Diener. Der Kutscher stürmt die Haupttreppe hoch "Welches? Das mit den Büchern oder das andere..." "Äh, das andere.". "Gut, was ist mit Philus?" "Liegt auch regungslos daneben, allerdings, ähem, seiner Kelidung beraubt." "Shit! Der Reiter" flucht der Kutscher. "Sofort einen..." "Das hat Halgor, schon in die Hand genommen… er wird nicht weit kommen." Durch einen langen Korridor seid ihr an ein Eckzimmer des Haupthauses angelangt, in dem Zimmer sieht es wüst aus.

Der Schreibtisch ist von der Tür aus sofort zu sehen. Auf ihm mit dem Rücken auf dem Tische, die Beine auf dem Boden baumelnd, liegt ein Mann mit einer langen Robe. Da sein Oberkörper von Dir weg auf dem Tisch liegt, kannst Du schwer erkennen, was mit ihm geschehen ist. Allerdings tropft eine dunkle Flüssigkeit von der Tischplatte auf den Boden. Der Brustkorb ist still. Rechts neben dem Türeingang liegt auf dem Rücken ein völlig unbekleideter Mann. Ein Stuhl liegt auf dem Boden, seine Lehne zertrümmert. ein Bücheregal ist umgeworfen, zerissene Frauenkleider sind im Zimmer vertstreut (daneben zwei sehr große Äpfel). Wenn du den Raum betrittst fällt dir allerdings auch andere Dinge in diesem Raum auf. Was bitte hat ein Pranger in einem Studienzimmer zu suchen und an der Wand hängt eine Auswahl diverser Peitschen und Ledermasken. Ausserdem steht eine Holzplette mitten im Raum, die anscheinend auf zwei Metallrädern um ihre Achse drehbar ist… in der Platte sind zwei längere Schlitze und zwei Löcher geschnitten, an den Rändern befinden sich vier Metallschellen, zwei an den beiden Längsseiten.

Mit ein wenig , nein, man braucht eigentlich keine Fantasie, um sich vorzustellen, dass eine Person auf dieser Platte festgeschnallt werden kann, dass die Schlitze im Bereich des Leibes für Gurte gedacht sind (die neben den Peitschen auch säuberlich aufgehängt sind), um dem Körper gänzlich zu fixieren (in Sekundenbruchteilen hast Du Details dieser Szene erfaßt) ..... da fällt dein Blick wieder auf die Frauenkleider, die Äpfel und den Mann auf dem Tisch...und das Blut, dass auf den Boden tropft...

OK, ok.... Ich gehe vorsichtig auf den Mann in der Robe zu und fühle ganz umständlich Puls, untersuche seine Verletzungen, horche an seinem Brustkorb, klopfe auf seine Kniesehne, öffne seine Lider usw. usw. (schinde also ganz viel Zeit und sehe mich dabei nach einem Fluchtweg um).

Ist der ganz ganz tot?

"Schafft mir sofort heißes Wasser herbei, um seine Wunden zu waschen, und außerdem brauche ich sofort frisches Leinen, ihn zu verbinden, und so schnell wie möglich frische Weidenrinde!!!" Ich blicke zum Kutscher, während ich sehr beschäftigt wirke. "SOFORT, wenn Ihr Euren Herrn retten wollt!!!!"

[Off game: Willst Du mich vor Spielbeginn schon ausschalten, Master? ;-)]


[Großes Grins, mach doch schon Mal zum Donnerstag einen neuen Charakter........not.]

Seine einzige Wunde ist ein Schnitt quer über seinen ganzen Hals, welche sofort erkennbar ist, als du näher trittst. Die gesamte Tischfläche ist von Blut getränkt, am Hals beginnt es langsam zu gerinnen, da der Blutfluss versiegt ist. Die Hand ist zwar noch warm, aber das Leben hat den Körper dieses Mannes verlassen.

[insofern, wenn du deinen Ausruf nach Wasser revidieren möchtest, lass ich das gerne zu...]

Nene, der Ausruf nach Wasser hat seinen Sinn und wird ganz genau so ausgeführt!!!! Entfernt sich der Kutscher? Wenn ja, horche ich, wie weit!

Der Diener, der am Hauseingang stand und euch auch begleitet hatte, sprintet los, um deinen Kommandos folge zu leisten. Bei Deiner Untersichung fällt Dir Auf, das sich an beiden Seiten des Halses jeweils einige kleine Einstichwunden in einer Reihe befinden, und Dein Blick fällt auf die beiden Haarkämme, die neben dem Hals auf dem Tisch liegen. Der Kutscher tritt neben Dich und schaut sich das Blutbad an, schaut Dir aufmerksam zu und schüttelt mit dem Kopf. "Netter Versuch, Mädchen… aber ich glaube, bei ihm ist jede Hilfe zu spät. Da war ein Profi am Werk." Er dreht sich um, nimmt einen Apfel auf und reibt ihn an seiner Kleidung, "aber bei Philus, seinem Leibwächter, sind keine Wunden zu sehen."

Etwas ärgerlich darüber, dass der Trick nicht funktioniert hat, antworte ich (in einem gespielt ängstlichen Ton): "Oh, ich befürchte ebenfalls, dass Euer Herr nicht mehr zu retten ist, aber habt Ihr mich nicht geholt, damit ich mein möglichstes versuche? Unter den Händen eines kundigen Heilers haben die Götter in seltenen Fällen schon Wunder bewirkt! Wünscht Ihr jetzt, dass ich den Leibwächter untersuche?" Da mir der Mann gerade den Rücken zu dreht, versuche ich, die beiden Kämme in meine Manteltasche zu stecken, ohne dass er es bemerkt. Wenn er wirklich abgelenkt erscheint (was ich aber leider nicht vermute), stecke ich außerdem eine Lederpeitsche und eine Maske ein.

Die beiden Kämme verschwinden unauffällig in den Tiefen Deines Mantels. Da du diese Aktion durchgeführt hast, als er sich nach dem Apfel bückte, schaiut er Dich jetzt erwartungsvoll an. Er meint, "Es sit zwar schade, dass der Meister tot ist, aber wir werden das Schiff schon weiter auf Kurs halten, aber ihr solltet euch sicher sein, dass wir" - und er blickt zu dem nackten herunter - "diese Vorlieben nicht teilen. Insofern ist mir durchaus daran gelegen, DASS IHR ENDLICH EUREN JOB TUT...". "Und wenn ihr ein Andenken an Eure nie stattgefundene ähem, Liebesnacht haben möchtet, tut euch keinen Zwang an, ABER IHR KÜMMERT EUCH ERST UM DIESEN MANN HIER, VERSTANDEN???". Irgendwie ist Dir schon klar, warum der Typ inzwischen ziemlich sauer geworden ist.

[Nö, ist mir nicht klar, aber ich bin ja auch nicht so leicht von Begriff]

Ich kümmere mich um den anderen Kerle und sehe nach, ob er noch lebt, in welchem Zustand er ist, irgendwelche Beulen und Schrammen, und versorge ihn dann ggf. mit dem Zeug, das der Diener bringt. Falls er zu Bewusstsein kommt, stelle ich ihm solche Fragen wie "Wie viele Finger halte ich hoch", "Welcher Tag ist heute", "Wie heisst Deine Mutter", und schließlich danach, was passiert ist. Sofern ich den Burschen wieder auf den Damm bringe, sehe ich danach zu, dass ich den Abflug schaffe… Dass der Leibwächter nackich ist, stört mich nicht im geringsten, und falls ihm das peinlich ist, grinse ich ein wenig vor mich hin.


Du bemerkst schnell, dass Philus noch lebt. Er sieht auch ganz nett aus, allerdings die kleinen gefiederten Pfeile in seinem Hals und eine Untersuchung ergeben schnell, dass er mit einem extrem wirkungsvollen Gift gelähmt worden ist. Er lebt noch, aber wird noch einige Zeit dauern bis er wieder zu sich kommt. Du veranlaßt die weitere Pflege des Ex-Leibwächters und er wird auf einer bahre (inzwischen mit einem Tuch bedeckt aus dem Zimmer gebracht). An den Pfeilen, die du natürlich im Rahmen der untersuchung entfernt hast, befinden sich noch minimale Spuren des Gifts. Die Pfeile übrigens sind ca. 2 Inches lang und haben eine sehr weiche Befiederung. Der Kutscher schaut auf die Pfeile, "Ein Blasrohr, clever? Ich sagte doch… ein Profi, da wird Halgor wohl kaum Chancen haben, falls wir ihn überhaupt jemals wiedersehen… Entschuldigt mein Benehmen, aber Pflicht geht nun mal vor Vergnügen, und es wäre mir ein vergnügen mich Euch vorzustellen. Ich heiße Zila und hatte die vertrauensvolle Aufgabe meinem Herren Unterhaltung zu verschaffen. Insofern habe ich sehr wohl gewusst, was auf Euch gewartet hat, wie ihr nur unschwer aus den Instrumenten hier schließen konntet, was für einen Geschmack mein Herr hatte." Er dreht sich um und spuckt auf die Leiche. "Wengstens das Gold war gut...wenn ihr wollt, lasse ich Euch ein Zimmer zuweisen oder in die Stadt zurückbringen, aber ich wäre Euch sehr verbunden, wenn Ihr bleiben würdet um Philus wieder auf die Beine zu bringen." Damit hattest du nicht gerechnet, aber die Eloquenz and die geschniegelte Zunge...hm.. irgendwie musste er ja die Personen rumgekriegt haben, die er hierher gebracht hat...

Ende der PBEM-Sitzungen

Fanny kümmert sich noch weiter um Philus, und er hätte auch durchaus Chancen gehabt, von ihr in die Lehren ihrer Gottheit eingewiht zu werden, wenn sie nicht bemerkt hätte, dass zwischen Zila und Philus die Gottheit schon am Wirken war… So hilft sie ihm einfach nur gesund zu werden und Zila und Philus übernehmen die Geschäfte im Schloss komplett (was sie ja eigentlich sowieso schon gemacht haben). Nach einigen Tagen läuft ein Schiff im Dienste des verstorbenen magiers in Gradsul ein und Zila organisiert die Fahrt für Fanny nach Lundby. Beide danken ihr für ihre Hilfe und lassen sie die Dinge behalten, die sie sich in dem Zimmer des Magiers genommen haben. Und so beginnt Fanny die nächste Etappe auf ihrer Reise nach Lundby.
 
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #11 am: 05. November 2004, 11:10:38 »
 Bings in Lundby

In dem kleinen Hafen Lundby wird Bings vom Kapitän der "Lakrimosa" an Land gesetzt. Er verabschiedet sich von dem Jungen und wünscht ihm alles Gute. Bings schaut sich in dem kleinen Ort um und er kommt als Servierer in dem hiesigen Gasthaus unter. Außerdem verdient er sich ein wenig Geld, indem er beim Be- und Abladen der eintreffenden Schiffe und karawanen mithilft. Beim hiesigen Schmied erhält er zwar keine Anstellung, das liegt aber eher daran, dass der Schmied keinen Lehrling haben möchte. So schnitzt sich Bings aus einem Ast ein Nachbildung seines Schwertes aus Holz und beginnt damit zu üben.

Einige Wochen später kommt ein Schiff in Lundby an. Als die Docktruppe sich der Ladung annehmen möchte, kommt der Anführer der wartenden Karawane, bezahlt die Arbeiter für ihre Arbeit und verscheucht sie vom Schiff. Die Ladung Fässer wird von den Wachen der Karawane umgeschlagen. Und direkt sofort brechen sowohl Schiff als auch Karawane wieder auf.

Wenige Tage später landet die "Rystofel" in Lundby und neben den Waren, die für die Stadt Cauldron vom Schiff geladen werden, verläßt ein groß gewachsener Mann das Schiff. Bings und die anderen Dockarbeiter beladen das Schiff mit vielen schweren Kisten aus Cauldron, aber nach der Arbeit werden alle Arbeiter von den Wachen der Karawane durchsucht, ob sie irgendetwas haben mitgehen lassen. Diese Sicherheitsvorkerungen kennen die Arbeiter schon und daher waren sie ob der Ablehnung der Arbeit bei voller Bezahlung beim vorigen Schiff sehr erstaunt gewesen.

Der Hüne nimmt sich in dem Gasthaus ein Zimmer. Bings findet heraus, dass er Garek heißt, und spricht ihn an, ob er ihm nicht die Kunst des Schwertkampfes beibringen kann. Garek nimmt das Angebot an, denn Bings steht ihm in Größe und Stärke nur wenig nach und er kann einen guten Sparringspartner immer gebrauchen. Garek fragt Bings, wie man in dieser Gegened Geld verdienen kann. Bings erklärt ihm die Arbeit an Dock und auch als Wache in einer Karawane, allerdings haben die Karawanen Bings nicht als Wache angenommen, da er noch zu jung ist. Und so wartet Garek auf die nächste Karawane, die nach Cauldron zieht.

 
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sir_ollibolli

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Sir Ollibolli's Adventure Path 00A - Einleitung
« Antwort #12 am: 09. November 2004, 10:56:57 »
 Lynard und Eloakath

Gerade als Lynard Scifoe die Zugbrücke passiert hatte, sah er die ausgeliehene Kutsche auf sich zukommen. Sie war zwar noch ein ganzes Stück entfernt, doch egal wer sich darin befand - dies verhieß nichts Gutes. Ohne groß zu zögern riss Lynard die Zügel herum und gab seinem Pferd die Sporen. Sein neues Ziel war … Süden!
Sie hatten seine Spur aufgenommen. Ein Trupp von 8 Orks hatte sich an seine Fährten geheftet. Durch Zufall hatte er sie erspäht, als er auf einer kleinen Anhöhe eine Reitpause einlegte. Er hörte ein Pferd scheuen und schlich sich im Schutze der Bäume an dem Rand der Plattform. 1, 2, 3, … 7! Doch Plötzlich stieß noch eine größere Gestalt zu dem Ork-Trupp hinzu. Lynard erkannte ihn sofort - Halgor, Magnus' linke Hand! Lynard packte alles zusammen und schwang sich sofort wieder auf sein Pferd.

Was er allerdings einige Tage später beobachtete, lies ihm das Blut in den Adern gefrieren. Der Ork-Trupp wurde von einem Oger angegriffen. Das Sonderbare an dem Oger waren seine 8 Arme. Und mit jedem Arm, den er einem Ork abschlug und sich unterklemmte, hatte er plötzlich einen Arm mehr. Am Ende lagen dort 7 Orks ohne Arme. Nur Halgor war die Flucht gelungen.

Lynard wollte sich gerade wieder zu seinem Pferd begeben, als aus dem Dickicht eine Stimme zu ihm sprach. "Ich kenne dich, können wir reden." Lynard zog sofort das Jagdmesser. "Steck' bitte die Waffe wieder ein, ich möchte nur mit dir reden." Lynard ließ das Messer sinken und hervor kam ein Mensch, der sich später als Eloakath herausstellte. Eloakath war ebenfalls im Schloss gewesen, er hatte den Markt organisiert und die Händler auf ihre Plätze eingewiesen. Merkwürdig war nur, dass er sehr viele Details über den Mord an Magnus und dessen Ausführung wusste. Lynard traute ihm nicht. Jemand der für Magnus gearbeitet hatte, stand sicher nicht auf Lynard's Seite. Er tischte ihm eine Geschichte auf und erfand eine Affäre mit einer von Magnus Konkubinen, bei deren übereilter Flucht er auf die Kleidung von Magnus Leibwächter zurückgreifen musste. Eloakath lies sich davon nicht beeindrucken und machte immer wieder Anspielungen auf Lynard's Kleidung, die er als die des Leibwächters erkannte. Schließlich begab er sich zu Lynard's Pferd, das wohl auch dem Leibwächter gehörte. "Entschuldige, aber du hast in deiner Satteltasche noch etwas das mir gehört", und er zog eine kleine Schlange heraus, die sich blitzschnell um seinen Arm wickelte. Lynard schaute verdutzt und die ganze Sache wurde ihm immer unheimlicher. "Wohin gehst du?", fragte ihn Eloakath. "Zuerst einmal Richtung Süden. Ich möchte einfach nur etwas Distanz zwischen mich und Magnus' Schloss bringen." "Das trifft sich gut, ich wollte auch gerade in die Richtung" und somit setzten sie gemeinsam ihre Reise nach Port Toli fort. Dort versetzten sie ihre Pferde, statteten sich mit allerhand Waffen und Reiseutensilien aus und kauften sich ein Ticket für die Überfahrt nach Lundby

 
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sir_ollibolli

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« Antwort #13 am: 16. November 2004, 10:34:27 »
 Das Zusammentreffen in Lundby

Als Eloakath und Lynard in Lundby an Land kamen, kehrten sie zuerst einmal in die Taverne am Hafen ein. Dort trafen sie eine aufgeweckte junge Frau Namens Fanny, die gerade mit dem jungen Schankburschen shakerte. Doch dieser hatte nur ein kurzes Vergnügen, denn gleich darauf läutete die Hafenglocke und die Hafenarbeiter strömten nach getaner Arbeit und ausgezahltem Lohn herein. "Bier her, Kutscher!" Mit einem Mal glich der Laden einem Tollhaus. Die Männer ließen die Gläser krachen und stimmten Seemannslieder an. Der junge Schankbursche war kaum mehr in der Lage die saufende und grölende Menge zu bewältigen.

Die ausgelassene Stimmung animierte Fanny dazu das Tanzbein zu schwingen. Sie war unersättlich und hatte am Ende wohl mit jedem Gast der Taverne mindestens eine Runde gedreht. Lynard kam die besoffene Meute gerade recht. Durch seine Flucht aus dem Wasserschloss hatte er kein Geld bei sich. Lediglich den Erlös aus dem Verkauf des Pferdes. Doch der ging fast vollständig für die Überfahrt und die notwendige Ausstattung drauf. Er streifte durch die Reihen und erleichterte einen großen breitschultrigen Arbeiter, der allerdings schon beträchtlich schwankte, um ein Drittel seiner Tageseinnahme. Der ganze Betrag war ihm dann doch zu riskant. Der Mann hätte eventuell feststellen können, dass er keine Kohle mehr hat und zu randalieren beginnen.

Die Aktion blieb allerdings nicht unbeobachtet. Gleich darauf gesellte sich ein groß gewachsener und gut gebauter Mann zu ihm an den Tisch. Auf den ersten Blick wirkte er sehr zurückhaltend und machte einen traurigen Eindruck, doch er kam sogleich zur Sache. "Was wird wohl der Hafenarbeiter sagen, wenn er merkt, dass du ihn bestohlen hast?" fragte er Lynard auf elfisch. Lynard lief sofort ein Schauer über den Rücken und seine Augen hielten bereits Ausschau nach dem besten Fluchtweg. "Keine Angst! Ich heiße Garek Listan. Und obwohl ich deine Arbeitsweise nicht billige, bin ich doch ein Elfenfreund. Du hast nichts zu befürchten." Lynard entspannte sich wieder ein wenig. Warum sollte er ihm misstrauen? Er hätte ihn ohne Probleme ans Messer liefern können. "Lynard Scifoe! Woher beherrschst du die Elfensprache?" "Ich hatte einen guten Freund, der von den Elfen kam. Doch dies ist eine lange und traurige Geschichte, über die ich nicht reden möchte." Lynard lud Garek sofort auf ein Bier ein und sie schlossen schnell Freundschaft.

Eloakath, Fanny, Garek und Lynard setzten sich dann zur Beratung zusammen, als der Abend zur Neige ging. Es ging darum, ob man warten wolle, bis die nächste Karawane nach Lundby käme oder ob man es alleine versuchen wolle, sich nach Cauldron durchzuschlagen. Als der Schankjunge vorbeikam, um die letzte Bestellung vorbeizubringen, wendet er sich mit der Bitte an die vier, ob sie ihn mitnehmen könnten. Die am Tisch Sitzenden waren von der überrascht, da sie doch angenommen hatten, dass der Junge, der sich als Bings vorstellte, seine Familie verlassen wolle, aber er stellte schnell klar, dass er nicht der Sohn des Ehepaars wäre, die das Wirtshaus führten. Da Garek mit dem Jungen schon ein wenig trainiert hatte, setzte er sich dafür ein, dass er mit käme, aber auch Fanny setzte sich für Bings ein. Der Beschluss war gefasst, am nächsten Morgen bricht die Gruppe nach Cauldron auf.

Bings übermittelte seine Entscheidung den Wirtsleuten und bewirkte einen Tränenausbruch bei der Wirtin, die aufgelöst in der Küche verschwand, und auch der Wirt war sehr bekümmert. Er wünschte Bings alles Gute auf seinem weiteren Weg, und sollte er mal wieder durch Lundby kommen, müsse er auf jeden Fall bei den Beiden vorbeischauen. Dieses Versprechen nahm er dem Jungen ab und schickte ihn ins Bett. Um die restliche Arbeit im Schankraum kümmerte er sich allein.

Fanny und Eloakath wanderten noch am Strand entlang und redeten viel über gemeinsame Interessen und Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Strand, Wasser, Mondlicht. Kurz über lang, badete Fanny im Meer und überredete auch Eloakath sich seiner Kleidung zu entledigen und ins Wasser zu kommen. Nach dem Bad liessen sie sich von der Nachtbrise trocknen und die geschäftliche Beziehung wurde auf Fannys besondere Art und Weise beschlossen.
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