Autor Thema: Sizzlans Eberron Kampagne  (Gelesen 1261 mal)

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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« am: 13. November 2004, 17:48:04 »
 Reisejournal von Zidal Altére ir'Korran


Der Finder dieses Buches möge es bitte zurücksenden oder eine Nachricht senden an:

Zidal Altére ir'Korran
Bibliothek von Korranberg
Korranberg, Zilargo

Eine angemessene Belohnung ist gewiß!


(OOC Infos und Fragen bitte ausschließlich http://forum.dnd-gate.de/index.php?showtopic=3928' target='_blank'>hier)
Oi, was für ein Pudel ist das

Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #1 am: 13. November 2004, 17:48:34 »
 Es ist der zweite Tag nach meiner Ankunft in Sharn und diese Tage als aufregend zu beschreiben wäre wahrlich untertrieben.
Aber ich sollte von vorne beginnen. Meinen ersten Eindruck von Sharn, abseits meiner Studien in der Bibliothek, bekam ich lange bevor wir anlegten. Ich hatte die Türme der Bibliothek oder den von Haus Sivis in Korranberg für hoch gehalten, aber verglichen mit der Stadt der Türme sind sie klein wie ein Ameisenhügel. Je näher wir kamen, umso mehr konnte ich von dieser gewaltigen Kulisse erkennen. Auf den Klippen ruhen die massiven Gebäude und es scheint, als hätten die Architekten einfach immer nur auf das Ende eines Turms den Nächsten gesetzt. Bis zu den Wolken hinauf ragen die Spitzen und als meine Sonnenholz-Fähre endlich andockte war ich gehörig beeindruckt. Fast zeitgleich legte über uns ein Luftschiff des Hauses Lyranar an; eine beeindruckende Angelegenheit. Aber in dem Moment hatte ich auch keine Zeit mehr, mich damit zu beschäftigen, denn ich wurde von den anderen Mitreisenden zum Hafen getrieben und dort ging ich erst recht in der Menschenmenge unter. Irgendwann konnte ich aber zwischen den ganzen Riesen sehen, was das Ziel des Aufruhrs war. Entlang den Klippen war eine Reihe von Kästen vor seltsamen Energieleitungen. Diese Gebilde rasten vollgestopft hinauf in schwindelerregende Höhen, bis man sie nicht mehr sehen konnte. Ich hatte aber keine Zeit, mich weiter mit diesem Phänomen zu beschäftigen, da ich ständig gestoßen und gezerrt wurde und Angst hatte, dass mir jemand mein Geld entwenden könnte. Immerhin standen dort auch Leute herum, die ganz eindeutig geschmuggelte Waren verkauften und die Stadtwächter mit ihrem komischen Helmen waren sehr bemüht, das nicht zu bemerken. Nach ein paar Minuten kam ich dann vor einem kleinen Häuschen an. Der Mann dort wollte meinen Ausweis sehen und ich hatte ihn natürlich nicht vorbereitet. Dass ich den Ablauf mit meiner Suche danach behinderte, wurde nicht gerade freundlich aufgenommen. Ich zeigte ihm dann endlich meine Papiere und beantwortete seine Fragen nach meinem Ziel wahrheitsgemäß mit der Morgrave Universität. Er meinte dann, ich solle einen der rechten Aufzüge benutzen, wollte dann aber noch einen Blick in meinen Geldsack werfen. Das hat mich zwar stutzig gemacht, aber ich wollte mir nicht noch mehr Ärger einhandeln und so habe ich ihn einfach gewähren lassen. Anscheinend hat ihm gefallen, was er gesehen hat, immerhin hatte ich um die 50 Goldstücke bei mir, denn er betonte, dass ich den äußerst rechten Apparat aufsuchen sollte. Mir war nicht klar, was das zu bedeuten hatte, aber als ich sah, dass in den anderen Aufzügen die Leute wie Vieh gequetscht wurden, während der mir zugewiesene Nobel eingerichtet und fast leer war, war ich dankbar dafür. Ein Mann mit einem Drachenmal, das ich nicht richtig erkennen konnte, fragte mich nach meinem Ziel und riet mir dann in irgendeinem "Oberdura" auszusteigen. Als der Apparat sich in Bewegung setzte, merkte ich endlich, dass er von einem Luftelementar betrieben wurde. Das beruhigte mich und nach langer aber sanfter Fahrt kam ich wohlbehalten und sehr weit oben an.  
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #2 am: 13. November 2004, 17:48:59 »
 Im Gegensatz zu den Docks wars es in Oberdura fast menschenleer und die wenigen Personen schienen schon der Kleidung nach eher dem Adel anzugehören. Hier fiel ich wohl weniger auf, als in der Menge doch eher gewöhnlich gekleideter Leute unten. Dennoch habe ich wohl eher ein seltsames Bild abgegeben. Gehüllt in meine Gelehrtenrobe unter der ich vorsichtshalber beschlagenes Leder trug, hatte ich noch den Rucksack mit der Bettrolle dabei. Danaben hing meine Laute und an meinem Gürtel die leichte Armbrust und das Langschwert. Geübt bin ich zwar nicht besonders mit den Waffen, aber gerade deshalb habe ich ja das abschreckend große Schwert genommen. Sicherheitshalber war auch noch mein Zauberstab, mit dem ich Wunden heilen kann, griffbereit. Dort oben dachte ich als erstes jedenfalls dass ich mir schnelle einen Mantel besorgen sollte. Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und es sah sehr nach Regen aus. Als ich das beobachtete, bemerkte ich auch, dass tatsächlich über diesen riesigen Türmen und sogar über der Wolkendecke eine Art fliegende Stadt schwebte!
Dennoch, es war Zeit die Universität oder einen Laden zu finden. Nachdem ich außer einem Sprinbrunnen nichts sah, was mir auffällig erschien, studierte ich ersteinmal eine Karte neben dem Aufzug. Erstmal stellte ich fest, dass sich das Gebilde über mir "Das Viertel an der Himmelsstaße" nannte. Nach einigem Suchen fand ich auch endlich die Universität in einem Viertel namens Obermenza. Das sah nach einer ziemlichen Entfernung aus, also wollte ich mich schnell auf den Weg machen und las auch nicht mehr nach, was diese seltsamen Symbole mit den Schwingen auf der Karte bedeuten sollten. Bereits nach wenigen Minuten durfte ich feststellen, dass das ein Fehler war. es fing schlagartig an zu regnen. Wie aus Kübeln fiel das Wasser vom Himmel und nicht nur von dort: An allen Gebäuden herab entwickelten sich Sturzbäche, so dass man von ihnen fast nichts mehr sah. Wenn man die Brücken betrachtete, die die Gebäude verbinden, sah das aus, als wären Vorhänge aus Wasser unter ihnen gespannt. Von den tiefergelegenen Vierteln war nichts mehr zu erkennen. Im Moment war ich aber auch nicht sonderlich interessiert an einer Aussicht. Patschnass lief ich durch den Regen und beschloß einen der Ort aufzusuchen, der mit dem Symbol auf der Karte markiert war. Nach kurzer Zeit hatte ich ihn erreicht und stellte fest, dass es wohl ein Ort war, an dem Passagiere auf ein Transportmittel namens Himmelkutsche warteten. Kurze Zeit später nahm mich ein zwergischer Fahrer mit und war sehr erfreut, als mich mit ihm in seiner Sprache unterhielt. Während einer rasanten Fahrt, bei der ich auch erfuhr, dass er nie offiziell gelernt hatte, mit seinem Gefährt umzugehen, erzählte er mir ein bisschen was über die Stadt. Freilich konnte ich nur mit halbem Ohr hinhören, vor allem als er kruzfristig beschloß, zwei Viertel tiefer weiterzufliegen. Als wir bei der Station in der Nähe der Universität ankamen, war mir ziemlich schwindlig und es dauerte etwas, bis ich mich wieder neu orientieren konnte.
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #3 am: 13. November 2004, 18:31:58 »
 Schließlich entdeckte ich die richtige Richtung, das Universitätsgebäude befand sich direkt hinter der nächsten Brücke. Auf dem Weg dorthin glaubte ich plötzlich im Schatten zwischen zweier Straßenlaternen eine Bewegung auf der Brücke zu entdecken. Abgesehen von mir war sonst alles menschenleer und da niemand in einen der beiden Lichtkreise trat, wollte ich lieber vorsichtig sein. Wie gut, dass man als Gnom immer die Möglichkeit hat, für Licht zu sorgen. Ich konzentrierte mich kurz, um tanzenden Lichter in dem schattigen Bereich zu erschaffen. Es war niemand zu sehen. Niemand außer einem am Boden in einer Blutlache liegenden Menschen. Als ich an die Möglichkeit dachte, was mit mir als Neuankömmling wohl passieren würde, wenn ich als einziger bei einer Leiche gesehen werden würde, stöhnte ich innerlich auf. Aber ich konnte ihn ja nicht so liegen lassen. Noch dazu hätte mich vielleicht jemand weglaufen sehen können, was wohl kaum besser wäre. Ich ging also hin und sah mir die Situation genauer an. Es war ein menschlicher Mann mit einem auffälligen Lederbeutel in der Hand. Als ich mir sein Gesicht näher ansah, glaubte ich ihn zu kennen. Er hatte irgendwas mit Geschichtsforschungen an der Morgrave Universität zu tun, aber mir fiel sein Name nicht mehr ein. Jedenfalls war er eindeutig tot. Gerade hatte ich den Beutel geöffnet, und gesehen, dass ein Buch darin war, als ich über mir eine Stimme hörte "Stirb Fleischlicher!" und einen heftigen Schlag in den Rücken bekam. Als ich mich schwer blutend umdrehte, erkannte ich nur eine in einen Umhang gehüllte Gestalt auf dem Geländer, die eine gewaltigte Axt schwang und gerade dabei war mich endgültig niederzustrecken. Ich konnte mich gerade noch ducken und zog nun meinerseits das Schwert. An Flucht war nicht zu denken, dieser Riese war mit Sicherheit schneller als ich. Die nächsten Schläge von ihm konnte ich mit viel Mühe abwehren, meine wilden Gegenstöße waren aber nicht geeignet ihn nur annähernd zu bedrängen. Mittlerweile hatten einige Anwohner die Fenster aufgestoßen und den Kampf bemerkt. Sie schrien nach der Wache und einige waren tatsächlich überzeugt, dass wir beide die Mörder des Toten waren. Ich versuchte mich nicht davon ablenken zu lassen und konnte tatächlich bald mit mehr Glück als Verstand doch einen Treffer landen. Als ich aber die Klinge zurückzog bemerkte ich nicht Blut auf der Klinge, sondern eine Ölartige Flüssigkeit. Mein Gegner war ein Schmiedekrieger! Ich glaubte mich bereits verloren und tatsächlich musste ich gleich einen weiteren schweren Schlag einstecken. Nur mit Mühe konnte ich mich noch auf den Beinden halten, mein Ende schien nahe. Da tauchte endlich die Wache auf. Schon aus weiter Ferne schrie einer von ihnen, dass wir die Kampfhandlungen einstellen sollen und irrsinniger Weise auch, dass ihn keiner überholen solle. Der Anführer war ein Zwerg und zwei Halb-Elfen begleiteten ihn. Voller Panik, weil die Ankunft noch länger dauern würde, konzentrierte ich mich nur noch auf meine Verteidigung und konnte so einen weiteren Hieb abwehren. Als dann mein Gegner floh, war ich besonnen genug, nicht die Lücke in seiner Deckung zu nutzen. Wie befohlen lies ich mein Schwert fallen und der Zwerg begann mich zu verhören. Erst nach einigen Sekunden kam ihm die Idee, einen seiner Begleiter hinter dem Flüchtenden herzuschicken. Das Verhör schien Teil eines ganz schlechten Albtraums. Der Wächter war der Überzeugung, dass wir zwei streitende Raubmörder waren und lies sich von nichts davon abbringen. Auch meine blutenden Wunden schienen ihn nicht zu stören, man gewährte mir keine Hilfe. So kam es, dass ich ins Gefängnis gesteckt wurde. Allerdings durfte ich meine Ausrüstung aufsammeln und habe mir dabei kurzentschlossen den Lederbeutel geschnappt.  
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #4 am: 14. November 2004, 00:48:21 »
 Nach einer Nacht ohne Behandlung und mit der Feststellung, dass auf dem Buch das Wappen des Hauses Cannith prangte, während die Seiten zumindest für mich leer zu sein schienen, wurde ich von dem Zwergen unsanft geweckt. Er murmelte was von mächtigen Freunden und schmiss mich praktisch aus der Wache. Mein erstes Ziel war die nächste Haus Jorasco Unterkunft, um meine Wunden pflegen zu lassen. Dort angekommen erklärte ich, dass meine Wunden schon einige Stunden alt waren und nach einem Blick auf die Schwere der Wunden wurde ich tatsächlich vorgeschoben. Mein Heiler war ein vielleicht 11 jähriges Halblingkind mit dem Drachenzeichen des Hauses und nach wenigen Augenblicken war ich fertig umsorgt. Zusätzlich zu der Rechnung, die natürlich sofort zu bezahlen war, bekam ich auch noch eine Rabattmarke. Erst viel später sollte mir wieder einfallen, dass ich mich ja selbst hätte heilen können. Meinen ersten Tag in Sharn konnte man somit auf jeden Fall als Misserfolg werten. Beim Verlassen des Hospitals bemerkte ich eine Person auf den Stufen des Gefängnisgebäudes, die sich aufmerksam umsah. Zügig versuchte ich in die entgegengesetzte Richtung zu verschwinden, aber natürlich wurde ich sofort entdeckt. Mitterweile verfluchte ich die Stadt bei jeder Gelegenheit. Der Mann kam jedenfalls auf micht zu und versuchte zumindest nicht sofort, mich umzubringen. Stattdessen meinte er schlicht, dass wenn ich wissen wolle, was es mit der Angelgenheit, dem Professor und dem Buch auf sich habe, ich in der Taverne zur Zerbrochenen Axt erwartet würde. Keine Drohung, keine Bedingung. Ich ging mir erstmal einen Mantel kaufen und überlegte mir dann, was ich tun sollte. Schließlich gab ich meiner Neugier nach. Als ich die Haus Gallanda geprüfte Taverne betrat, verschwand augenblicklich die Bedienung im hinteren Teil und kam kurz darauf zurück um mich dorthin zu schicken. Ich wurde von einer Dame begrüßt, die erst nach einigem hin und her ihren Namen bekanntgab. Sie behauptete, eine der de Cannith zu sein und nachdem sie das Buch mit ihrem Siegelring entschlüsselte, glaubte ich ihr das. Angeblich habe sie mit dem Professor zusammengearbteitet um den Aufenthaltsort eines Artefakts ihres Hauses aus Prä-Gailfaren Zeiten zu klären. Dieser wollte sie an diesem Morgen treffen und ihr von seinen Erkenntnissen berichten. Als er nicht kam, habe sie Erkundungen eingeholt und sei auf mich gestoßen. Wenig überlegt warf ich ihr fast wörtlich vor, selbst für den Mord verwantworlich zu sein, aber diesen Hieb ignorierte sie. Stattdessen versuchte sie mich zu ködern. In dem Buch hatte sie schnell die betreffende Passage gefunden und somit herausgefunden, dass dieses wertlose, wie sie ein paar Mal zu oft betonte, Artefakt unterhalb des Turms Dorashan in den Tiefen der Stadt Dorasharn liegen müsse. Ich war wohl nicht besonders gut darin, mein Interesse für dieses historische Gebiet zu verschleieren, denn mit immer mehr Bröckchen an Informationen hatte sie mich bald soweit, dass ich bereit war, für sie dorthin vorzudringen und nach dem Artefakt zu suchen. Sie bot mir 800 Goldmünzen, doch ich verlangte von ihr Abschriften dieser geheimen Informationen. Letztendlich einigten wir uns auf 1000 Goldstücke, 200 davon im Voraus. Ich beschloss ohne ihr Wissen alle interessanten Informationen, die mir unterwegs auffallen könnten, aufzuschreiben. Nebenbei machte ich mich zum Narren, als ich mich nach all den verwirrenden Eindrücken Sharns freute, mit einem Schuldschein endlich mal mit etwas mir bekanntem konfrontiert zu werden. Jedenfalls bekam ich noch einige Informationen, wie zum Beispiel dass das Artefakt eine adamantene Platte in Form eines siebenzahnigen Stern sei und dass für mich eine Ventilinsel mit der Nummer E213 der Zugang zu dem Gebiet sei, wobei ich das Buch als Schlüssel brauchen würde. Außerdem riet sie mir noch, mir einen Leibwächter zuzulegen - als ob ich da nicht selbst draufgekommen wäre. Wieder außerhalb der Taverne hörte ich mich dann etwas um. Ich erfuhr, dass es billige Söldner im Rattenmarkt gibt und dass meine "Insel" wohl Teil des Kanalisationssytems Sharns sein müsse. Das brachte mich wiederum zu der Information, dass dort unten wohl irgendein Stadtteil namens die Zähne sei, der wohl sehr gefährlich sein sollte. Beruhigende Aussichten. Bevor ich in den Rattenmarkt ging, besorgte ich mir noch ein paar Fläschschen Säurefeuer und passendere Gewandung.
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #5 am: 14. November 2004, 01:12:21 »
 Der Rattenmarkt lag deutlich unterhalb der Ober- Gebiete. Das allein genügt in Sharn schon, um die soziale Stellung der Besucher deutlich zu machen. Am Eingang saß eine Art Bettler mit einer Schüssel voll Blut und Knochen und einer großen Ratte. Neugierig ging ich dort hin, im Glauben es handle sich um ein Orakel. Tatsächlich sah ich auch einzelne Münzen in der Schale. Als der Blinde diese hob, legte ich ein Goldstück hinein und mit einer Grabesstimme erklärte er mir, dass sie mich nicht holen würden. Wenn es die Aufgabe von Orakeln ist, den Fragenden zu verwirren, so hat dieser gute Dienste getan.
Ich betrat also den Markt und er entsprach genau meinen Erwartungen. Bereits nach wenigen Metern wurde ich von einem Goblin mit Seitenschädel fast umgestoßen. Er wollte mir einen Söldner vermitteln. Egal welche Frage ich ihm zu diesem auch stellte, er beantwortete sie so, wie er dachte, dass ich sie beantwortet haben wollte. Ich wollte wirklich jemanden, der möglichst neu in Sharn war und nichts mit den Häusern zu tun hatte. Immerhin wollte ich versuchen nicht vollends zum politischen Spielball zu werden. Nachdem er mir sein Sonderangebot von 65 statt 80 Goldmünzen Vermittlergebühr unterbreitet hatte, einigten wir uns schließlich auf 65 Silberstücke. Das kam mir immernoch teuer vor, aber zumindest an diesem Ort wollte ich nicht länger ohne Schutz bleiben. Ich hatte mich vorab natürlich erkundigt, was der übliche Sold war und erfahren, dass er bei zwei Silber am Tag lag. Der Makler behauptete, 3 Silber wären üblich, aber das sei Sache zwischen Söldner und Auftraggeber. Er nahm mich mit zu einer Taverne und stellte mich dort ab, während er zu einem Tisch mit einem einzelnen Menschen ging. Ich konnte nur Brocken der Unterhaltung verstehen, da der Raum voll war, aber unter anderem erfuhr ich, dass der Mensch 45 Silber für die Dienste zahlte. Jedenfalls wurde ich zu ihm gebracht und er stellte sich als Vlad vor. Unsere Vertragsverhandlungen waren einfach und letztendlich einigten wir uns auf drei Silber und dass er selbst für seine Heilung verantwortlich ist. Ich erfuhr, dass er in der Tat erst seit 5 Tagen hier ist und bereits am ersten einen Zuhälter an den Docks getötet hatte. Außerdem dienter er wohl einsta Soldat in Khorvaire, was auch seinen seltsamen Dialekt erklärte.
Seine Ausrüstung umfasste ein Bastardschwert, zwei Äxte und wohl eine metallische Rüstung unter seiner abgenutzten Kleidung. Er hatte auch einen Rucksack bei sich, dessen Inhalt mir unbekannt war. Natürlich lies ich ihn erstmal über meinen Auftrag weitesgehend im Dunkeln und behauptete, dass wir für ein Haus in einer Hausangelegenheit einen harmlosen Auftrag erfüllen würden. Immerhin hatte er den Anstand, mich nicht danach zu fragen, was ich daran verdiene.
Wir nutzten den Rattenmarkt gleich, um uns weiter auszurüsten und uns umzuhören und stießen tatsächlich auf einen Goblin der uns nach einigem hin und her tatsächlich zu der Ventilinsel führen wollte. Uns stand eine lange Reise quer durch die verschiedenen Ebenen Sharns bevor, immer nach und unten. Dabei nutzten wir die irrwitzigsten Wege, inklusive solche, die durch fremde Häuser führten. Endlich angekommen standen wir vor einer teilweise eingestürzten Wand. Durch ein kleines Loch konnte der Goblin gerade noch sehen, dass wir richtig gewesen wären und verlor bei der Gelegenheit seinen Sonnenstab.
Nachdem wir ihn etwas augequetscht hatten, fanden wir heraus, dass wir unser Ziel wohl auch erreichen könnten, wenn wir durch die Zähne gingen. Eine Gegend die er uns als Labyrinth aus Fabriken schilderte, die unter der Kontrolle eines einflußreichen und gefährlichen Verbrecherkönigs namens Karsal Kesh steht. Das Resultat der ganzen Angelegenheit war, dass wir den ganzen Weg zurückliefen und beschloßen, erst einmal die Nacht oben zu verbringen, bevor wir am nächsten Tag über die Docks in dieses Gebiet gelangen wollten.
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #6 am: 14. November 2004, 01:53:41 »
 Am nächsten Morgen machten wir uns frisch gestärkt auf den Weg zu den Docks. Da mir die Schmuggler aufgefallen waren, wollte ich dort die erste Kontaktaufnahme mit Kesh versuchen. Tatsächlich wurde unsere Bitte schnell weitergeleitet und ein Junge kam uns abzuholen. Er hörte nicht auf, uns auszuhorchen und schien auch erstaunlich viel über die Stadt zu wissen. Am Ziel angekommen erklärten uns zwei Wächter die Bedingungen die an eine Audienz geknüpft waren. Wir mussten rückwärts gehen, durften uns nicht umdrehen, durften nur sprechen wenn wir angesprochen werden, natürlich waren keine Waffen erlaubt und so weiter. Schlußendlich kostete das auch noch 50 Goldmünzen! Hätte ich den Vorschuß nicht bekommen, wäre ich an dieser Stelle gegangen oder besser: hätte gehen müssen. So aber kamen wir in den Genuß einer Audienz mit einem schwerbwachten und offensichtlich größenwahnsinnigen Herrscher der Unterwelt. Erstaunlicherweise nahm er unsere Erklärungen, wir wollten historische Forschung betreiben recht gleichgültig hin. Weniger erstaunlich war, dass er eine Bedingung daran knüpfte. Er erklärte uns, dass in einem Teil seines Bereichs in letzter Zeit Menschen verschwinden und jemand wohl hier versuchte, sich in seinem Gebiet breitzumachen. Natürlich war er schon aus Prinzip nicht bereit, das zu tolerieren und die Verluste dadurch bestärkten ihn darin. Da seine Leute nie versucht hatten, unauffällig zu agieren war es aussichtlos, diese dort spionieren zu lassen. Also dachte er, dass wir das übernehmen sollten. Ich hielt den Plan nicht wirklich für durchdacht, aber was blieb uns schon übrig? Wir erklärten uns also bereit und machten dann ersteinmal neben dem Aufzug, der uns in das betreffende Gebiet führen sollte, in einer Taverne Mittag.Wie sollte es auch anderssein: das Essen verlief nicht ruhig. Ein seltsam gkleideter Mann drängte einen Gast an eine der Wände und bedrohte ihn mit einem ebenso seltsamen Dolch. nach einem fragenden Blick Vlads sagte ich diesem, er solle tun, wozu er Lust habe. Daraufhin machte sich mein Leibwächter auf, den Kerl rauszuwerfen, aber dazu kam es nicht. Bereits als er ihn berührte, drehte der Kerl sich um und drängte Vlad zur Seite. Als er dann aber doch die Taverne verlassen wollte, rief ihm der Wirt hinterher, er solle erst bezahlen, worauf ihn der geworfene Dolch schwer traf. Dann redete der Angreifer noch von wichtigen Dingen, die wir nicht verstünden, die über die Macht der Häuser hinausginge, ja sogar über die Macht der Drachen selbst, und verschwand. Ich verband erstmal den Wirt, während Vlad sich den Dolch und den Gast schnappte. Wir fanden nicht viel mehr raus, als das was wir schon wussten.
Das Essen war wider erwarten hervorragend und das bei einem Preis von nur wenigen Kupferstücken.
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Ashen-Shugar

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Sizzlans Eberron Kampagne
« Antwort #7 am: 14. November 2004, 02:20:54 »
 Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg nach unten. Der Beamte, der den Apparat bediente, rezitierte einen auswendig gelernten Text, wonach Sharn nicht verantwortlich sei, für irgendwelche Risiken, denen man sich in den Zähnen gegenüber sieht. Außerdem wies er uns daraufhin, dass um 10 Uhr Abends der letzte Aufzug nach oben fährt. Unsere Suche nach Informationen dort unten dauerte mehrere Stunden. Zwischen den riesigen Fabriken in den dunklen und dreckigen Straßen irrten wir von Taverne zu Taverne, ohne dass jemand mit uns reden wollte. Irgendwann fanden wir aber dann heraus, dass in letzter Zeit ein ganzer Block samt Fabriken und Taverne an einen Aristokraten verkauft wurde. Zu diesem Zeitpunkt begannen wohl auch die Probleme. Nachdem wir nun endlich einen Anhaltspunkt hatten, suchten wir besagte Taverne auf. Sollte jemand auf die Idee kommen, die Atmosphäre dort als kühl zu bezeichnen, würde er die Hölle wohl als lauwarm betiteln. Das Publikum bestand nur aus Goblinoiden, der einzige Mensch war der Wirt. Ich möchte nicht schildern, wie er die Krüge gereinigt hat, ebenso wie das Bier schmeckte. Jedenfalls merkten wir schnell, dass wir hier nichts erfahren würden. Da kam mir die Idee, die Gäste durch das Rezitieren von Dorius Alyres heiligen Texten für mich einzunehmen. Ich steig also mit meiner Laute auf einen Tisch und wurde sofort vom Wirt aufgehalten. Das Instrument wieder verstaut, begann ich aber doch mit meinem Vortrag. Als ich endete war die Stimmung kaum besser. Nur ein Goblin kam und fragte mich, ob Dorius mit einigen Passagen wohl die Schlange und Khyber gemeint habe, wurde aber sofort von einem Hobgoblin zurecht gewießen, dass irgendwer ihnen verboten hätte darüber zu sprechen. Wieder einmal war ich verwirrter als zuvor und überzeugt, dass wir hier nichts erfahren würden. Wir verließen das Wirtshaus und verbargen uns im Schatten außerhalb des Lichtkreises der brennenden Tonnen, die hier für die Beleuchtung sorgten. Unsere Hoffnung war, dass wir den Goblin alleine erreichen würden. Natürlich passierte das nicht. Niemand verließ das Wirtshaus, aber später kamen drei maskierte und betraten es. Wiederum deutlich später verließen sie es und wir beschloßen, ihnen aufzulauern. Während wir ihnen folgten, konnten wir Teile ihres Gesprächs belauschen, dass von jugendlichem vokabular durchsetzt war und darauf hindeutete, dass sie Dinge ohne das Wissen ihrer Eltern taten. Dinge, von denen sie glaubten, dass sie ihnen Ärger einbringen könnten. Vlad umrundete einen Block um ihnen mit gezogener Waffe gegenüber zu treten. Ich holte meine Armbrust heraus und bedrohte sie von hinten. Aus der Nähe erkannten wir, dass sie Wohl dem Adel angehören mussten. Unverzüglich versuchten sie uns mit einer Münze zu bestechen. Nach einigem Drohen von Vlad und diplomatischen Versuchen und dem Erwähnen ihrer Mütter von mir, hatten wir genug erfahren und konnten sie gehen lassen.
Es schien als hätte ein junger Adeliger Namens Wester Irsimil nach dem Tod seines Vaters hier unten begonnen die Viertel zu übernehmen. Er hat die drei Jugendlichen in eine Art Khyberbund gelockt. Angeblich wurden dort Menschen an eine riesige Schlange mit seltsamen Augen geopfert. Das erklärte zumindest, wo die Leute abgeblieben waren. Wir fürchteten aber, dass dieses Wissen nicht ausreichen würde, um Keshs Anforderungen zu erfüllen. Nach einigen weiteren vorsichtigen Fragen bei Anwohnern fanden wir Bestätigungen für die Geschichte. Anscheinend trieben seit einiger Zeit fremde Schläger schutzgeld in diesem Gebiet ein. Sie arbeiteten dabei nicht wie üblich, sondern konzentrierten sich auf einzelne Personen, bis diese nicht mehr zahlen konnten. Dann verschwanden die Erpressten und das Spiel begann von vorne. Im Wissen, dass wir uns nicht einschleichen können würden, brachten wir diese Information zu Kesh. Wie zu erwarten war er nicht zufrieden und verlangte von uns, mehr herauszufinden. Er betonte einige Male, dass ihm egal sei, was mit den Leuten in der Taverne passiere. Außerdem wollte er die Schlange als Haustier, wenn sie den ungefährlich war. Mittlerweiel hatte ich endgültig das Gefühl, dass dieser Mann wohl ein Wechselbalg war und uns vorher in Gestalt des Jungen zu seinem Unterschlupf geführt hatte.
Wir baten Kesh, dass er dafür sorgen solle, dass der Aufzug auch in der Nacht betriebsbereit ist und machten uns an die Ausarbeitung des Plans. Im Moment sieht er so aus, dass wir noch einmal in die Taverne gehen wollen und ich dort abermals zu rezitieren beginne. Dann werde ich meine Melodik solange ändern, bis ein einschläfernder Tonfall ihre Aufmerksamkeit senkt, um am Schluß die ganze Macht meiner Stimme in einen einschläfernden Effekt zu legen. Wir hoffen so, zumindest Teile der Wachen auszuschalten, bevor wir in den hinteren Teil der Taverne vordringen können. Von einem Erfolg berichte ich hoffentlich beim nächsten Eintrag.
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