Autor Thema: Slayer  (Gelesen 1741 mal)

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NeuroDad

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Slayer
« am: 05. Januar 2004, 12:31:05 »
 Spoiler **** Spieler meiner CotSQ Gruppe sollten hier nicht weiterlesen **** Spoiler


Manch einer wird denken wer ist denn so verrückt und schreibt eine Vorgeschichte für einen NPC :)

Der NPC um den es hier geht war im Abenteuer mit einem Ring ausgestattet den es in der 3. Edition nicht mehr gibt und den es auch besser nicht geben sollte. Dieser Ring gab dem Char die Hälfte des Schadens den er austeilte als Heilung zurück. Mal davon abgesehen das es schon recht stark ist, dass ein NPC soetwas hat, darf ein Spieler so einen Gegenstand natürlich niemals in die Finger kriegen, schon garnicht auf Stufe 10. Also habe ich mir für den NPC etwas ganz besonderes einfallen lassen und da er aus bestimmten Gründen nun wieder kommt, hab ich ihm eine kleine Vorgeschichte verpasst, die erklärt wie er die Fähigkeit welche der Ring beschreibt hat, ohne einen Ring dabei zu haben den die Gruppe finden könnte :)

Viel Spass beim lesen:

Es war der Tag des Aufstandes mit dem alles vor 10 Jahren begann. Ich hatte mich zum Anführer einer kleinen Sektion des Widerstandes machen lassen und unser Ziel war es die Herrscher von Endrin zu stürzen. Ich kam damals aus dem Ödland im Norden von Endrin und lebte ein einfaches Leben eines Nomaden. Doch die Zeiten in denen man sorglos durch die Steppen ziehen konnte, um Handel zu betreiben und sich und seine Sippe mit ein wenig Jagen über Wasser zu halten waren vorbei. Seltsame Wesen durchstreiften das Land, von den Gerüchten um das Reich und den Krieg den es führen will angezogen oder direkt von den Herrschern des Reiches Endrin gerufen. So zog es die Wesen aus Schatten und Übel in die Hauptstadt unseres Landes. Unsere Leute waren nicht mehr sicher und die Herren kümmerte das wenig. Das Blut des Volkes von Endrin begann zu kochen und an jeder Ecke wurde von Revolution geflüstert. So zog es auch mich in die große Stadt um mich der Sache anzuschließen – ein fataler Fehler wie sich herausstellen sollte. Wir überwältigten die Wächter mit Leichtigkeit, an allen Ecken des Schlosses stoben Flammen auf und wir waren uns unseres Sieges gewiss. Ich führte meine Gruppe in das Schloss. Ich wollte ihn erwischen, Altowin, den eigentlichen Kopf von Endrin, schon damals. Ich wollte ihn erwischen, ihn der die Hextorprister in unser Land brachte und die Schatten gerufen hat – aber wir kamen nicht einmal in seine Nähe! Die Wachen waren nur zu Zierde da, geschützt von Magie waren die Herren sicher vor jedem Sterblichen.
Wobei - es ist nicht ganz richtig was ich sage - ich kam in seine Nähe, allerdings in Ketten und kaum noch bei Besinnung.
„Was mache ich mit einem Rädelsführer wie dir? Einem Mann der Verräter so weit in mein Haus führt? – Was denkst du sollte ich mit einem wie dir machen?“ entgegnete Altowin mir. Er hielt mich zu meinem Unglück für einen der Hauptinitiatoren der Revolte. Doch das war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Ich dachte es würde mir einen schnellen Tot bescheren und somit dem ganzen Dilemma ein Ende setzen – wie hatte ich mich geirrt. Ein Dunkelelf betrat den Raum, in helle Roben gekleidet hob sich die dunkle Haut seines Gesichtes vom Rest seiner Erscheinung ab. Sein Blick traf mich zufrieden und voller Erwartung. „Unser Herr liebt es Gegnern seiner Ziele ein lang anhaltendes Leid aufzuerlegen und sich von ihrem Straucheln unterhalten zu lassen“ brachte Altowin hervor und ließ dann seinen Blick auf den Dunkelelfen fallen, dem ein Lächeln auf dem ansonsten reglosen Gesicht stand. Ohne dass sich etwas veränderte wurde etwas anders. Die Situation, die ganze Atmosphäre des Raumes änderte sich, so wie wenn eine Hand langsam zur Faust geballt wird. „Du bist nicht der erste dem wir eine solche besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen und du wirst bestimmt nicht der letzte sein. Doch unser Herr ist so einfallsreich und denkt sich für jeden von euch Insekten etwas Neues, Einzigartiges aus – ist das nicht bewundernswert?“ fragte mich Altowin ohne eine Antwort zu erwarten. Der Drow erhob seine Arme und begann in einem monotonen Rhythmus Worte zu intonieren. In der Luft des dunklen Raumes manifestierten sich zwei Augen, die von einem schemenlosen Gesicht umrandet wurden. Sie blickten mich an, durch mich hindurch. Ohne mich wehren zu können starrte ich fassungslos in die infernalen Augen und etwas in mir veränderte sich. Auch wenn mir damals nicht klar war was passiert ist, so wusste ich das mein Leben nie wieder so sein würde wie vorher. Etwas entscheidendes hatte sich verändert!
„Lass mich dich kurz über deinen Zustand aufklären, nicht das du uns unwissend wegstirbst - wo wäre denn da der Spaß?“ entgegnete Altowin sehr ernst und nur mit einem Hauch von Sarkasmus in der Stimme „Jeden morgen wenn du erwachst wird dein Körper Wunden aufweisen, welche zuvor nicht da gewesen sind. Es gibt nichts was du dagegen tun könntest, zumindest nichts was man normalerweise tut in so einem Fall. Göttliche Heilkunst wird sich als wirkungslos erweisen. Das sage ich dir, obwohl du es mit Sicherheit trotzdem probieren wirst. Auch an irgendwelche Kräuterhexen wirst du dich vergeblich wenden. Die einzige Möglichkeit deine Wunden zu heilen und die Schmerzen zu tilgen, die einzige Möglichkeit die du hast um zu überleben ist andere lebende intelligente Wesen zu verletzen oder gar zu töten. Nur das wird dir Linderung verschaffen – zumindest bis zum nächsten Morgen.“ Prüfend betrachtete er mich, er suchte nach Verstehen in meinen Augen, er wollte sicher gehen das ich das Ausmaß meiner Strafe voll verstanden hatte.
„Aber nicht das du denkst das sei alles was es mit deinem Fluch auf sich hat!“ führte Altowin weiter aus, nachdem er in meinem Blick gefunden hatte was er suchte „Unser Herr ist weitaus einfallsreicher in seiner Grausamkeit. Die Linderung welche du erfährst, wenn du tötest oder zumindest verletzt, wird abnehmen. Wird es am Anfang ausreichend sein einen oder zwei Bauern zu töten, oder seine handvoll Kinder, so wirst du bald mehr brauchen, ein Dorf oder zumindest den Bürgermeister und den ansässigen Priester. Später wirst du dich an immer größeren Persönlichkeiten und gefährlicheren Gegner vergreifen müssen, da dir selbst Heerscharen von einfachen Leuten keine Linderung mehr verschaffen werden.“ Und wieder traf mich der forschende Blick, doch diesmal wurde er schnell fündig, denn mir stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Während mein Geist nach einem Ausweg suchte, mein Verstand versuchte einen Trick oder eine geschickte Möglichkeit zu finden den Fluch in einfacher Weise zu befriedigen, fuhr der Magier amüsiert lächelnd fort: „Du kannst jedes Wesen nur einmal bis zu seinem Tode so verletzen das es deinen Verwundungen entgegenwirkt, es wird dir also nichts bringen dir Opfer wie Vieh zu halten und zu warten bis sie gesunden. Und nur falls du jetzt schon daran dachtest, du wirst auch nicht in der Lage sein dir das Leben selbst zu nehmen, noch es dir von einem, der es gut mit dir armen Wurm meint, nehmen zu lassen – auch wenn du das zweifelsohne versuchen wirst. Deine einzige Hoffnung wird darin bestehen irgendwann im Kampf gegen eines deiner vermeintlichen Opfer, dessen Lebensessenz du für dich missbrauchen willst, zu fallen!“

Und ob ich es versucht habe, unzählige Male hab ich mir die Adern aufgeschnitten, mich in Schluchten gestürzt und mir Schwerter in den Leib gerammt, nur um zuzuschauen wie sich die Wunden nach einer schmerzhaften Ewigkeit wieder schlossen. Ich erwachte jeden morgen weil meine Haut und mein Fleisch aufsprangen und mein Körper von unglaublichen Schmerzen durchzogen wurden - und jeden Morgen wollte ich sterben. Der Schmerz ist jedoch auch ein sehr effektiver Antreiber. So suchte ich mir Opfer, ich war wählerisch insofern es meine Schmerzen zuließen. Ich tötete Leute von denen ich zumindest hoffte das sie es verdienten und ich erwachte am nächsten Tag, geweckt von meinem Fleisch, das in Zentimeter tiefen Spalten aufriss. Ihr werdet euch fragen warum hat er sich nicht einfach töten lassen, warum ist er nicht zum nächsten Offizier der Stadtwache gegangen und hat sich erstechen lassen? Das Nachlassen der Schmerzen kann wie eine Sucht sein und jedes Mal wenn ich jemanden angriff um mich von ihm töten zu lassen merkte ich wie die quälenden Schmerzen nachließen und ich schlug weiter zu. Es ist wie wenn man seinen Finger unter dem Schmiedehammer hat, die Hand angekettet an den Amboss und der Hammer zu schwer ist um ihn dauerhaft zu heben. Der Schmerz veranlasst einen den Hammer zu heben, auch wenn man weiß dass der Hammer einem irgendwann zu schwer wird und er unter noch größeren Schmerzen wieder auf den Finger zurückfallen wird. Der Schmerz hört nicht auf den Verstand, er ruft nur nach sofortigem Gehorsam und lässt keine Einwände zu. Und so begann ich zu töten, jeden Tag, und jeden tag tötete ich mehr, erwachte unter Schreien und tötete noch mehr …

... to be continued.

Der Magier Altowin und der Drow sind sozusagen die Hauptantagonisten in meiner Campain und haben etwas ähnliches mit einem meiner Spieler angestellt; Krull einem Kämpfer/Barbaren der zum Cursed wurde (Template aus Monsters of Ferun).
Der NPC kehrt, da er einem meiner Spieler ewige Rache geschworen hat nach CotSQ als 18 LVL Char aus den Ebenen in denen er sich verirrt hatte und eine zeitlang versklavt war zurück in Begleitung eines Mindflayer Magiers der sich von seiner Gesellschaft abgewendet hat um mit Slayer (den dummen Namen hatte der NPC leider im Abenteuer schon) den er befreit hat nach Leuten zu suchen die es verdient haben. Denn Slayer muss töten um seine Schmerzen zu lindern und der Mindflayer braucht hin und wieder von einem intelligenten Lebewesen das Gehirn um zu überleben :). Die beiden geben also ein krasses und Schlagkräftiges Team ab und ich bin schon sehr gespannt auf die Begegnung mit meinen Spielern. Der Rest der Geschichte von Slayer und die erste Begegnung mit den Spielern folgt nach und nach.

Deus Figendi

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Slayer
« Antwort #1 am: 06. Januar 2004, 18:00:56 »
 WOW
Ich hätte den Ring einfach neu erfunden,
ich weiß zwar gerade keinen "Leben rauben"-Zauber aber du kannst so einen doch entwickeln und der Ring verleiht seinem Träger, wenn dieser ihr erschaffen hat einfach diese Fähigkeit oder so...
DnD-Gate Cons 2007, 2008, 2009, Gate-Parkplatztreffen ICH war dabei!
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NeuroDad

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Slayer
« Antwort #2 am: 07. Januar 2004, 11:46:51 »
 Naja mir gings weniger darum das es den Ring in 3E net gibt, sondern mehr darum das Spieler bestimmte Faehigkeiten besser nicht haben sollten um die Balance zu wahren. Die Haelfte des ausgeteilten Schadens als Heilung zu bekommen gehoert dazu finde ich :)

NeuroDad

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Slayer
« Antwort #3 am: 13. Januar 2004, 14:07:56 »
 Hier nun der zweite Teil der Geschichte. Leute die das Abenteuer "Into the Dragons Lair" noch spielen wollen, koennen meiner Meinung nach diesen Teil der Geschichte trotzdem lesen, da nichts abenteuerrelevantes verraten wird. Wer allerdings auf nummer sicher gehen moechte, sollte diesen Teil ueberspringen und erst beim 5. Teil weiterlesen. Viel Spass.



Ich hatte die Gruppe im Visier – seit zwei Tagen war ich hinter ihnen her. Ich hatte seit drei Tagen nicht getötet.  Die Schmerzen waren fast unerträglich, doch die Drei denen ich auflauerte würden mehr als ausreichend sein mein Leiden zu lindern. Ich bin auf ihre Fährte gekommen als ich einen Händler tötete. Er war kein wirklich böser Mensch, er hatte nur einige Bauern mit wirkungslosen Salben übers Ohr gehauen. Leider gab es keinen Besseren zu diesem Zeitpunkt und ich war gut darin mir einzureden, dass ich nichts Unrechtes tun wuerde. Der Mann flehte um sein Leben. Er wollte wissen warum ich ihm mit dieser riesigen Axt nachsetzte. Er fand es ungerecht das er sterben sollte weil er Leute „harmlos“ betrüge, wo er doch gerade um seinen wertvollsten Besitz gebracht wurde, von einer Bande aus drei sehr gewitzten Halunken.
Ich senkte meine Axt, denn der Händler hatte mich neugierig gemacht. Eine Gruppe aus drei erfahrenen Betrügern könnte meine Wunden besser heilen, als alles was ich in den letzten Wochen unter die Axt bekommen hatte. Sie hatten bestimmt soviel ausgefressen,  das mein Gewissen weniger als sonst rebellieren würde, und wenn nicht wäre das auch belanglos.
„Erzähl mir davon!“, schnauzte ich den Händler an der nur allzu bereitwillig alles erzählte was er wusste. Er dachte er könne sich sein Leben zurückkaufen, wenn er mich zufriedenstellte – er verlor es stattdessen einfach schneller.
Nach zwei Tagen hatte ich sie dann gefunden. Ich lag in einem Gebüsch in Sichtweite und beobachtete sie. Ungeduldig wartete ich auf einen günstigen Moment, der nicht kommen wollte. Die Schmerzen trieben mich an nicht länger zu warten.
Ein kränklicher Mann war einer der Drei. Er trug Kleidung die ich für die eines Klerikers hielt – allerdings die eines Klerikers der einem dunklen Gott folgte. Er war ganz in Schwarz gekleidet und sein grimmiger Blick ließ auf wenig Wohlwollen hoffen – was mich sehr erfreute. Der Zweite war ein Halbelf. Schlank und wendig war er, fast schon zierlich, wie die Halbelfen es oft sind und doch war er muskulöser wie es fuer die Mischlinge ueblich ist. Die beiden würden mir nicht so viel zu bieten haben. Der eine alt und kränklich der andere mager. Aber dann war da noch Sie. Eine menschliche Schönheit. Sie strahlte eine ungeheure Präsenz aus, die so gar nicht zu der einfachen Frauengestalt passte. Sie war eindeutig die Anführerin. Ihrer Kleidung und ihrem Gebaren  nach zu urteilen war sie wohl magisch begabt. Ein Fakt der mir kaum Kopfschmerzen bereitete. Die meisten Magier die ich bis dahin getötet hatte waren auf dem Boden aufgeschlagen noch bevor sie auch nur den Mund öffnen konnten, um ihre verwirrenden Worte zu sprechen – doch die Belohnung sie zu töten war immens. Ich sah keinen Grund noch länger zu warten, so stand ich auf und stürmte los. Ich wollte zuerst den Priester erwischen. Auch wenn dieser wahrscheinlich nicht viel hergab, so sind Priester doch immer eine Gefahr.
Aber so weit sollte ich nicht kommen. „Sie“ stand auf und blickte mich an, wie ich mit erhobener Axt auf die Gruppe zu rannte. Ganz ruhig war ihr Blick. Sie breitete die Arme aus und bewegte sie in einer grazilen Art und Weise die mir den Atem verschlug. Ich blickte in ihre Augen und war mir sicher dass ich mich geirrt hatte. Diese Person konnte nicht böse sein. Sie hatte bestimmt einen Grund gehabt den Händler zu betrügen – immerhin war er selbst ein Betrüger! Dass sie mit diesem dunklen Priester umher zog hatte bestimmt ebenfalls einen guten Grund. Ich senkte die Axt noch bevor ich den halben Weg geschafft hatte. Mit ruhiger und unendlich sanfter Stimme sprach sie zu mir: „Ich grüsse dich, mein Name ist Mahrlee – setz dich zu uns und berichte mir was dir widerfahren ist, das du so schrecklich verletzt durch die Welt läufst.“
Ich erzählte ihr alles. Als ich fertig war, sah ich ein verständiges Lächeln auf ihrem Gesicht was ich damals für Mitleid hielt.
„Hab keine Angst“ sagte sie zu mir „Wir werden dich mitnehmen. Da wo wir hingehen wird es viele böse Wesen geben, welche du uns helfen kannst zu töten“. Mit ihren blauen Augen schaute sie mich verständnisvoll an. „Eine ganze Stadt voller Goblins die Cormyr wieder und wieder überfallen wollen. Verstehst du nun warum ich dem Haendler die Karte abgewinnen musste?“ Sie blickte in die Runde, um dann ihre Augen wieder auf mich zu lenken und beendete ihren Monolog mit den Worten „Komm mit uns nach Grodd mein armer Freund, komme mit mir nach Grodd und ich werde dir helfen.“
Alles machte plötzlich Sinn und ich ging mit ihr, den ganzen Weg nach Cormyr und ich tötete für sie. Es war besser fuer Sie zu tötete, Sie enthob mich jeder Schuld. Es waren alle vermeintlich böse Menschen, so machte sie mich glauben. Und immer wenn ich begann zu zweifeln schaute sie mir tief in die Augen und ich war wieder frei von düsteren Gedanken.

...to be continued :)

NeuroDad

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Slayer
« Antwort #4 am: 29. Januar 2004, 12:08:45 »
 Dieser Teil verraet sehr viel ueber einen Teil des Abenteuers. Darum, fuer alle die Into the Dragons Lair noch spielen wollen, dieser
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NeuroDad

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Slayer
« Antwort #5 am: 09. März 2004, 13:15:15 »
 Um sinnvoll weiter zu machen, braucht es jetzt erstmal ein paar Info’s ueber die Campain in der Slayer den Helden begegnet. Wichtig hierfuer ist die Vorgeschichte von http://forum.dnd-gate.de/index.php?showtopic=1212' target='_blank'>Rowen, welche sich hier im Story Hour Forum seit kurzem befindet.

Was die Spieler wissen: (bzw herrausgefunden haben)
Die Goetter sind der Meinung, dass der Schluessel zu der Herrschaft uber alle Welten auf ihrer Welt liegt.
Warum und wieso das so ist, wissen sie nicht.
Als Hextor vor etwa 2000 Jahren den 1. grossen Krieg gegen die guten Goetter um diese Welt verloren hat, war er ueber die Unfaehigkeit seiner Untergebenen so erzuernt, dass er sich selbst auf die Welt begeben hat um die Macht an sich zu reissen.
Das wiederum hat Kord und Heironeus auf den Plan gerufen und dort haben sich die 3 dann mehrere Tage lang bekaempft.
Nachdem Hextor besiegt war und in seine auessere Ebene gefluechtet ist war der Schaden den sie an der Welt verursacht haben immens. Im suedlichen Kontinent sind immernoch weite Oedlande die daraus resultierten.
Den Charakteren wurde gesagt, dass die guten Goetter mit Hilfe der Naturgoetter eine Barriere um ihre Welt gelegt haben, welche ihre materiele Welt, Stuecke der Elementarebenen und der transitiven Ebenen eingeschlossen hat.
Durch diese Barriere werden die Gotter selbst abgehalten (und natuerlich auch alle anderen Wesen) um solch eine Zerstoerrung nie wieder geschehen zu lassen.
Da aber nicht alle Goetter an der Barriere beteiligt sind, wird sie alle 500 Jahre schwaecher. Die Macht der Goetter nimmt zu und auch wenn sie selber nicht auf die Ebene koennen, so nimmt die Macht ihrer Kleriker bedeutend zu (auf D&D Normal-Niveau)
Die Campain hat natuerlich begonnen, als die Barriere kurz vor ihrem schwaechsten Punkt war.
Jedesmal wenn die Barriere schwaecher wurde, hat Hextor seine Anhaenger angeleitet die Welt zu unterwerfen und die Kraefte des Guten haben ihrerseits diese Gefahr bekaempft.
Diesmal sind ein Erzmagier Namens Altowin und Drowkleriker im Dienste Hextors die beiden Hauptantagonisten. Sie fuehren die Truppen Hextors an.
Der Krieg tobt zur Zeit an den Grenzen des Reiches Endrin. Von "hinten" fallen nun staendig Drowhorden uber die Laender der freihen Voelker her, was fuer die vom Krieg gebeutelten Laender der Todesstoss sein koennte. (Hier begann das Abenteuer City of the Spider Queen.)


Was die Spieler nicht wissen: (bzw. der Epic-Plot)
In sehr fruher Zeit haben Hextor und einige andere Goetter das Bewusstsein der Welten an eine Schale gebunden.
Dieses Bewusstsein ist sozusagen die Summe aus allen Einstellungen aller lebender Wesen der Welten.
Der Plan war anstatt Kriege zu fuehren, mit genuegend goettlicher Macht das Bewusstsein selbst zu beeinflussen - ein wenig in die Richtung der Ueberzeugung der beteiligten Goetter zu treiben.
Dadurch wuerde jedes Wesen ein klein wenig boeser werden, was sich in der Summe stark auswirken wuerde. Wenn diese Beeinflussung ueber lange Zeit stattfinden wuerde, koennten die beteiligten Goetter die Welten in einen sehr boesen Ort verwandeln und nach ihrem Gefallen gestallten.
Nun war es eben wie es sein muss, die verschiedenen Ansichten der beteiligten Goetter waren zu unterschiedlich...
Ein Kampf begann und die Schale zerbrach in drei unterschiedlich grosse Scherben.
Die Groesste liegt auf einer Insel im Westen der bekannten Inseln der Welt auf der wir spielen. (Na - Talin - Orn, Vorgeschichte Rowen 1. Teil)
Diese Insel wurde in ihrer Dimension verrueckt und ist nur von den 6 Kindern und ihren Begleitern zu erreichen die damals der Prophezeihung willen ausgesetzt wurden. (Dies geschah zum Schutz der Scherbe vor den Anhaengern Hextors auf der Welt selbst)
Eine andere Scherbe liegt in der City of Brass auf dem Teil der Feuerebene der innerhalb der Barriere ist. Ueber die 3. Scherbe wacht die Dame der Schmerzen in Sigil im Zentrum der aeusseren Ebenen.
Der eigentliche Grund fuer die Barriere war also die 2 groesseren Scherben sicher zu verwaren.
Nun sind allerdings 2000 Jahre vergangen, es tobt inzwischen der 4. grosse Krieg und ein neues Problem ergibt sich. Mystra die fast vergessene Goettin der Magie (der goldene Vogel oder auch die schweigende Goettin aus der Prophezeihung, 3. Teil von Rowens Vorgeschichte), welche das Gewebe der Magie durch die Barriere aufrecht erhaelt wird schwaecher. Das halten des Gewebes durch die Barriere hindurch fordert ihre ganze Kraft. Sie konnte ihren Anhaengern keine Sprueche gewaehren, wie es die anderen Goetter tun und so verlor Mystra ueber die Jahrtausende ihre Anhaenger und wurde fast vergessen.
Der Verlust ihrer Anhaenger macht Goetter in dieser Campain schwaecher. Mystra ist inzwischen so schwach, dass sie nun auch bald das Gewebe der Magie nicht mehr aufrecht erhalten kann.
Die Folge ist das die Magie in der Welt abnimmt. (von Monat zu Monat bedarf es hoeherer Spellcraft/Casterlvl Checks. Dies Passiert gerade, was in Kompination mit der Weave Corruption in Merymidra fuer die Spieler sehr unschoen ist :) )
Der Verlust der Magie haette natuerlich weitreichende Folgen fuer die Welt der Spieler und wuerde zum Tode der meisten Lebewesen fuehren, direkt oder indirekt.
Um dem entgegen zu wirken, muessen sich die Charaktere, entsprechend der Prophezeihung, zur Quelle der Magie aufmachen – Na-Talin-Orn, die Insel im Westen, welche sie nur in Begleitung der 6 Kinder erreichen koenen (4 davon sind bereits Gruppenmitglieder). Hier werden ihnen die letzten Mystrapriester erzaehlen was hier erzaehlt wurde.
Um die Welt zu retten muessen die Scherben gefunden und zusammengesetzt werden. Das Bewusstsein der Welten muss von der Schale getrennt werden - dadurch wird die Barriere fuer imme unnoteig, der Strom der Magie kann wieder fliessen und alles wird wieder gut :-)


Was hat das mit Slayer zu tun:
Im naechsten Teil wird Slayer von einem Mind Flayer versklaved, welcher ueber ein einzigartiges Phaenomen wacht. Bei der Erschaffung der Barriere war einer der begabtesten Illithiden gerade damit beschaeftigt in der Astralebene eine Verzerrung zu erzeugen. (Etwas was die Psy-Kollegen mit den Tentakeln gerne tun). Diese Verzerrung bewirkte einen Spalt in der Barriere, da dieses Stueck Astralebene bei der Entstehung der Barriere nicht "vorhanden" war. Dieses Phaenomen stellt den einzigen Weg nach Sigil dar. Das Wissen hierueber und die Kontrolle ueber das Phaenomen wird in einem Kult dem maechtigsten
Vertretter uebergeben, dessen Gehirn nach seinem Ableben einem Elder Brain einverleibt wird (Underdark), womit das Geheimnis sicher gewahrt bleibt. Slayer hat waerend der Sklaverei das Phaenomen gesehen und die erschreckenden Wachen welche den Riss schuetzen! Aber davon mehr im naechsten Teil...


  ...to be continued :)

NeuroDad

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Slayer
« Antwort #6 am: 25. April 2004, 17:25:13 »
 .... ich rannte durch den unnatürlichen Nebel der Höhle. Vollkommen unvermittelt umgab mich Dunkelheit. Von meinem Gürtel nahm ich ein Sonnenzepter, ein Geschenk von Mahrlee, und entzündet es. Ich befand mich in einem schlauchartigen Gang, welcher hinter mir im Fels endete. Ungläubig betastete ich die Wand, durch die ich ganz offensichtlich hindurch gelaufen sein musste, um hier her zu gelangen. An einen seltsamen Ort hatte es mich verschlagen. Dann erinnerte mich der Schmerz meiner Wunden daran, dass ich auf der Flucht war und Lhesthyn mit seinem treuen Gefolgsmann bestimmt nicht lange auf sich warten ließ. Ich rannte also den Gang entlang, das Zepter über mir erhoben um nicht geblendet zu werden. In einiger Entfernung sah ich einen Turm aus den Schatten quellen und plötzlich schlugen Bolzen um mich herum ein. Goblins stürmten aus dem Turm und umzingelten mich – dann traf mich ein Bolzen.
Ich schnitt mich durch die schnatternden und grunzenden Goblins und der Schmerz lies nach – die Wunden von Lhesthyns Gruppe geschlagen schlossen sich mit jedem Hieb und als der Schmerz versiegte war ich umgeben von einem Feld toter Goblins. Einige sah ich aus dem Schein meines Sonnenzepters weglaufen. Mir war klar dass ich hier nicht verweilen durfte. Es würde nicht lange dauern bis die Flüchtigen Alarm schlagen würden. Wer weiß wie viele es von diesen kleinwüchsigen Wesen an diesem Ort noch gab, wohl mehr wie ich überwältigen konnte.
Nachdem ich eine Weile in den äußeren Bereichen von etwas das wie eine Stadt in einer riesigen Höhle aussah umherirrte, stieß ich in einem der Gänge welche die Stadt umgaben, auf ein Rundes Objekt. Es stand senkrecht im Raum, geformt wie ein doppelter Torbogen, wurde sein Inneres durchzogen von einem wallenden Nebel, der den Kreis jedoch nicht verließ.
Neugierig lief ich um das Objekt herum. Die Rückseite war aus massivem Stein. War dies eines der sagenumwobenen Portale? Eines jener Objekte von denen Geschichten erzählen sie würden an geheimen Orten stehen und in unwirkliche Welten führen?
Vorsichtig streckte ich meine Hand in den Nebel. Ich spürte keinen Widerstand obwohl meine Hand schon hinten durch die Rückwand des Objekts hätte stoßen müssen. Dies war ein Ausweg aus diesem Labyrinth von Tunneln und dunklen Gängen. Entschlossen ging ich erneut durch den Nebel in die vermeintliche Freiheit. Welch ein Irrtum dies wiederum war...
 
Die Welt auf der ich mich befand war so unwirklich, dass mir die Erinnerung daran heute noch Kopfschmerzen verursacht.
Zu Beginn war nur der Anblick merkwürdig und ungewohnt. Ich stand auf etwas das man für einen riesigen Felsen halten konnte und hinter mir stand ein Portal – von Form und gestallt dem durch das ich gekommen war sehr ähnlich. Dieses Portal schien jedoch funktionslos, denn kein Nebel war in ihm zu entdecken und man blickte direkt auf die steinige Rückwand. Also schaute ich mir die Welt an in die es mich verschlagen hatte. Es war kein fester Grund vorhanden zumindest schien es so. Felsbrocken schwebten auf unvorhersehbaren Bahnen durch einen Himmel der von keiner Sonne oder einem anderen Gestirn erhellt wurde. Trotzdem war es nicht dunkel. Helligkeit war ohne Quelle allgegenwärtig. Ich legte mich flach auf den Bauch und blickte in die Tiefe – sie war endlos. Nur weitere Felsbrocken die im großen Abstand zueinander umherschwebten, ohne Ziel und ohne große Eile, so schien es.

Verzweiflung stieg in mir auf. Wie sollte ich jemals von hier weg kommen? Ich stellte mich, den Blick nach oben gewandt, auf und beobachtete die wandernden Felsen. Ich konnte nicht verstehen wie sie so durch die Luft gleiten konnten, leicht wie Schneeflocken. Mein Blick folgte einem der größeren Felsen der genau über mir dahin zog. Als ich wieder auf den Grund unter mir schaute stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich nicht mehr gerade auf dem Boden stand, sonder so stark nach hinten geneigt war, dass ich eigentlich hätte direkt auf mein Hinterteil fallen müssen. Einige Augenblicke lang verharrte ich in dieser unwirklichen Position, bevor ich dann auch tatsächlich auf besagtes Körperteil plumpste. Was genau war da passiert? Meine Gedanken rasten während ich mich, Sicherheit suchend, dicht am Boden hielt. Irgendwann stand ich wieder auf, unsicher prüfte ich den Boden vor mir. Ich breitete die Arme aus und begann sogar auf der Stelle zu hüpfen – nichts geschah. Resigniert setzte ich mich wieder hin legte mich zurück, verschränke die Arme hinter den Kopf und schloss die Augen. Ich grübelte über die Ereignisse dieses Tages der sich doch von jedem bisherigen Tag sehr unterschied. Als ich einzuschlafen begann hatte ich das Gefühl nicht mehr waagerecht zu liegen, sonder leicht schräg mit etwas erhöhtem Kopf. Schnell schlug ich die Augen auf und tatsächlich war die Felsfläche samt Portal gekippt und ich schaute mit flacher Neigung in die endlosen Tiefen dieser seltsamen Welt. Panik erfüllte mich wieder und langsam begann ich zu verstehen. Es schien so als ob Unten einfach immer dort war, wo ich davon überzeugt war dass dort Unten war. Faszinierend und beängstigend zugleich war dieser Gedanke. Ich begann sofort damit zu überprüfen ob mich meine Intuition auf den richtigen Weg geführt hatte. Mit beiden Armen hielt ich mich am Portal fest und versuchte mir angestrengt vorzustellen das das Portal über mir sei, befestigt an einer Felswand die neben mir lag und unter mir nur die weite Leere mit ihren Zahllosen schwebenden Felsbrocken. Nichts geschah. Ich betrachtete die dahinschwebenden Felsen und versuchte es erneut und dann gelang es mir. Ich war davon überzeugt das Unten dort war wo sich die Leere befand und einen Augenblick später hing ich hilflos am Portal, meine Füße baumelten im Freien ohne Halt und neben mir ragte der Fels der mir bis vor Kurzem noch als fester Grund gedient hatte, als steile Felswand empor.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit zu üben. Ich änderte meine Vorstellung über den Raum so wie ich es benötigte. Im Schlaf band ich mich an Felsen fest und erwachte mehrmals, weil ich Kopfüber in den Seilen hing und drohte ins Bodenlose zu fallen. Ich begann damit mich gezielt fortzubewegen, indem ich nahe Felsen betrachtete und mir vorstellte sie seien direkt unter mir. Dann ließ ich mich Fallen. Im Zickzackkurs bewegte ich mich so mit einer annehmbaren Geschwindigkeit voran, dennoch sah ich 2 Tage lang nichts als dahinschwebende Felsen.  
Am dritten Tag jedoch erblickte ich endlich in weiter Ferne einen gewaltigen Fels. Von der Größe mit einem Berg zu vergleichen schwebte er ruhig an einem Ort. Unzählige kleine Felsen schwebten in gehörigem Abstand um ihn herum. Auf dem zentralen Fels war ein Gebäude zu erahnen einem Turm nicht unähnlich. Inzwischen waren meine morgendlichen Wunden in ihrer Summe zu einer bedrohlichen Gefahr angewachsen und auch meine Wasser und Nahrungsvorräte neigten sich bedenklich dem Ende zu.
Begierig ließ ich mich von Fels zu Fels fallen um dem Objekt näher zu kommen – denn ich hoffte hier den Ausweg aus meiner misslichen Situation zu erkennen.
An einem der Felsen angekommen welcher sich mit geringstem Abstand zu dem Gebäude bewegte, erkannte ich, dass es keinen Felsen gab der mich nahe genug an den zentralen Felsen bringen würde um mich fallen zu lassen. Nachdenklich betrachtete ich das Gebäude und sah in seinem basalen Teil ein riesiges Tor in dem sich der mir inzwischen bekannte Nebel entfaltete. Es war der erhoffte Ausweg – ein kühner Plan entwickelte sich in meinem Kopf.

Ich legte mich auf den Boden und als das Gebäude mit seinem Portal direkt über mir war machte ich im Geist aus Oben Unten und fiel im freien Fall auf den viele hunderte von Fuß unter mir liegenden felsigen Grund zu. Als ich etwa die hälfte des Weges gefallen war, versuchte ich wieder Oben und Unten zu vertauschen, was mir aufgrund meiner Fallgeschwindigkeit und der Größe des sich vor mir auftauchenden Grundes nicht gelang. Was da unter mir mit hoher Geschwindigkeit immer näher kam war der Grund der mein ganzes Blickfeld ausfüllte, davon ließ sich meine Weltsicht nicht abbringen. Panisch schloss ich die Augen und versuchte die Welt um mich im Geiste erneut zu drehen. Ohne den Boden vor mir zu sehen gelang es mir endlich. Als ich die Augen öffnete raste ich wie ein Pfeil der in die Sonne geschossen wird nach oben, einer steinernen Decke entgegen von der ein Turm herabhing, wie ein spitzer Zahn. Schneller als ich langsamer wurde raste ich auf die Decke zu und mit einem Bewusstsein raubenden Aufprall schlug ich an der Decke aus Stein auf. Mit Schwierigkeiten mein Bewusstsein von dem heftigen Schlag nicht zu verlieren, bemerkte ich, dass ich wieder im Begriff war zu fallen. Wieder vertauschte ich Oben und Unten was mir diesmal einfacher gelang. Erneut schlug ich unsanft auf dem felsigen Grund auf. Vor mir sah ich den Turm und die Nebel die in seinem Portal waberten, dann wurde ich endgültig Ohnmächtig.

Shmir stand in den Hallen der Nebel und studierte die arcanen Bücher der Bibliothek. Die arcanen Lehren waren eine Kunst die von wenigen seiner Art gemeistert wurden. So war den meisten die Kraft des Geistes und seiner psionische Macht in die Wiege gelegt und die Einzigen die sich der arcanen Kunst bedienten, taten dies mehr aus dem „Bauch herraus“ wie sie es nannten. Nicht so Shmir. Er studierte seit langem die Bücher, welche ihre Gemeinschaft seit vielen Generationen aus den Dimensionen zusammengetragen hatten. Das war auch der Grund warum er viel seiner Zeit in den modrigen Tiefen dieser Hallen verbringen musste. Die Portale zu den astraldisjunkten Bereichen, so wurden die Welten genannt die ohne Berührungspunkt zur Astralebene existierten, waren arcaner Natur und von großen Magiern angelegt worden. Da sich die Gemeinschaft verschrieben hatte über die verschiedenartigsten Verbindungen, Risse und Portale in Dimensionen zu wachen die ansonsten vergessen oder unerreichbar sind, bedeuteten diese Portale einen wahren Schatz. Sie führten allesamt auf Ebenen die in ihrer Sonderbarkeit kaum zu übertreffen waren und allesamt ohne Verbindung zur Astralebene, oder einer anderen transitiven Ebene sind. Diese Ebenen mit ihren verbindenden Portalen stellen ein wahres Netzwerk dar. Bestehend aus unzähligen dimensionalen Taschen, Ringen, Subebenen und Raumformen die einem nur bei der Vorstellung übel werden lassen. Er war einer der wenigen die überwachen sollten, dass nichts aus diesen Portalen kommt, was ja auch immerhin zwei Mal pro Jahrhundert passiert. Eines Tages würde er es vielleicht machen wie Sheshestet (1) und durch eines der Portale verschwinden. Er vermisste seinen, na ja, Freund. Wie dieser wusste Shmir nicht wie lange er dem Druck der Illithidengesellschaft noch Stand halten konnte.

Als ich wieder zu mir kam lag der Turm unverändert  vor mir. Mein Körper war zerschunden. Zu den klaffenden schmerzenden Wunden des Fluches kamen mehrere gebrochene Rippen und einige Prellungen hinzu. Fluchend stand ich auf und schritt auf das Portal zu. Es war nun egal was sich dahinter befand – also ging ich hindurch.

Als sich der Nebel verzog, stand ich in einem von feuerlosen Fackeln beleuchteten Kellerraum, angefüllt mit Büchern bis unter die hohe gewölbte Decke. In der Mitte des Raumes stand ein Wesen das von Form und Statur einem Menschen nicht unähnlich war. Sein Kopf war jedoch unförmig und schwammig und dort wo sich normalerweise Nase und Mund befanden, waren mehrere Rüssel zu erkennen. Überrascht schaute mich das Wesen mit seinen glasigen Augen an. Dann wendete es sich von seinem Pult ab und ich hörte eine Stimme in meinem Kopf. „Ein Mensch kam noch nie aus den Portalen. Du siehst furchtbar aus! Verhalte dich ruhig, dann lassen dich die Anderen vielleicht leben!“
Es war mir egal was das Wesen sagte, es war mir egal was das für ein Wesen war und was seine Absichten waren – es lebte, das war alles was interessierte! So rannte ich mit erhobener Axt auf das Wesen zu – meine Wunden schriehen nach einem Opfer. Doch da traf mich eine Welle aus verwirrenden Gedanken und eindrücken. Chaos regierte plötzlich in meinem Kopf. Kein Gedanke passte zum anderen und so blieb ich starr und unentschlossen stehen. Nicht einmal in der Lage meinen Beinen einen klaren Befehl zu geben war ich. Am Rande meines Bewusstseins nahm ich wahr, dass das Wesen sich vor mich gestellt hatte. Es schüttelte den Kopf, traurig so hatte ich das Gefühl. Dann schlug es mit einem Stumpfen Gegenstand zu und die Dunkelheit der Bewusstlosigkeit umgab mich wieder.





(1) Im Abenteuer Into the Dragons Lair ist Sheshestet vom „Elder Brain“ geschickt worden um den Drachenhort zu finden. Ohne Fluchtmöglichkeit saß er dann in Grodd fest. Ich habe das ein wenig meinen Bedürfnissen angepasst. Sheshestet war bei mir im Abenteuer ein Flüchtiger. Er hatte mit Shmir so etwas wie eine Freundschaft aufgebaut bevor er floh. Dies ist in sofern von Bedeutung da Shmir für Slayer noch sehr wichtig sein wird und auch Sheshestet noch eine Rolle in der Campain zu spielen hat. Beide Gedankenschinder sind im Gegensatz zu den üblichen Vertretern ihrer Art nicht rechtschaffen böse sondern rechtschaffen neutral, wobei Shmir zu einer guten Gesinnung tendiert (und diese auch einnehmen wird sobald er die Möglichkeiten hat)

NeuroDad

  • Mitglied
Slayer
« Antwort #7 am: 27. Mai 2004, 23:16:47 »
 ... Viele Kämpfe hatte ich bestritten in der Enklave der Gedankenschinder, unzählig viele. Und doch, ich habe sie alle überlebt. Schnell merkten meine neuen Herren was mit mir nicht stimmte, und in ihrer sadistischen Freude über das besondere Leiden, welches sie bei mir gefunden hatten, schickten sie mich mit Vorliebe in die Arena. Wenn meine Wunden zu schwer waren und sie kein armes Opfer zur Hand hatten, so durfte ich die Exekutionen übernehmen. Es war ein groteskes Schauspiel was sie vollführten. Es klopfte ein Wächter an meine Zellentür und wartete bis er das Schaben meiner Waffe im Raum hörte. Dann öffnete sich die Tür und man warf mir das Opfer in meine Zelle. Die meisten waren Gefangene oder kranke Sklaven die mich verängstigt anschauten, Schweiß überzogen und zitternd – zuviel hatten sie wohl von der Bestie gehört die in der Rundzelle lebte. Manche urinierten auf sich selber oder den Boden zu ihren Füssen ohne es zu merken. Der Blick war immer starr auf mich und meine Axt gerichtet. Von oben betrachteten die Gedankenschinder das Schauspiel durch kleine Lucken, die wie Dachfenster über meiner Zelle angebracht waren. Ich hingegen tat was ich im Nebel der Schmerzen immer tat, ich schwang die Axt, nahm dem vor Angst wehrlosen Wesen sein Leben und empfing die Wohltat der Heilung, welche meinen Körper durchflutete.
So verbrachte ich viele Monate unter der Kontrolle und absoluten Herrschaft der Illithiden. Ich wurde stärker im Kampf und im Willen – das eine schien meinen Herren zu gefallen, das andere natürlich weniger, doch alles in allem wahren sie froh um ihre Attraktion und hielten mich am Leben. Und so lernte ich von Tag zu Tag dazu. Ich lernte Monstrositäten aus fernen Dimensionen zu bekämpfen, die sowohl an ihrer Hässlichkeit wie auch an ihrer Vielzahl von Möglichkeiten einen Mann in Stücke zu reißen, zu lähmen und zu quälen unübertroffen waren – und ich lernte zu Hassen.
Hin und wieder hingegen kam mich ein Gedankenschinder besuchen, der nicht belustigt werden wollte. Er warf mir keine Opfer zu Exekution vor oder stellte Experimente mit mir an. Er kam in meine Zelle und setzte sich auf einen Stuhl. Es war der Illithid der mich sozusagen gefunden hatte – zumindest behauptete er das. Er stellte mir seltsame Fragen. Ob ich früher schon getötet hatte und warum ich es tat, wollte er wissen. Ob es mir leid tat das ich töten müsste und ob ich auch töten würde wenn der Fluch nicht mehr wäre. Doch das Seltsamste war, dass meine Antworten ihm weder zu gefallen noch zu missfallen schienen. Er nickte immer nur um anzuzeigen das er verstanden hatte. Dann stand er irgendwann auf und ging einfach. So lief die Prozedur jedes Mal ab, er fragte, ich antwortete, er fragte weiter.
Das Erste mal das wir uns normal unterhielten war außerhalb meiner Zelle. Mir wurde nur gesagt man würde mich woanders hinbringen. Dort würde ich eine bessere Axt bekommen, bessere Gegner und vielleicht meine Erlösung durch den Tot – wobei der Wächter mir das Letzte entgegenlachte, als wenn er einen hervorragenden Witz erzählt hätte.
Ich wurde in eine Kutsche geschupst die keine Räder hatte, sondern einfach einen halben Meter über dem Boden schwebte. Es waren auch keine Pferde vor die Kutsche gespannt. In der Kutsche saß Shmir, und nun war es das erste mal das ich eine frage stellte „Warum bringt ihr mich fort Tintenfische?“
Ungerührt und sachlich, wie es seine Art war, antwortete mir der Gedankenschinder „Wir gehen in eine große Stadt mit dir, vielleicht die größte überhaupt – sie heißt Sigil – du wirst dort kämpfen in der großen Arena, den du sollst das Ansehen unserer Enklave weiter steigern!“
„Und dort kommt man nur mit einer fliegenden Kutsche ohne Pferde hin?“ fragte ich und fast glaubte ich der Gedankenschinder Shmir würde so etwas wie lächeln „Ja im Endeffekt ist das so. Diese Kutsche, wie du sie nennst, bringt die Insassen in den astralen Raum. Das ist der Raum in dem all die anderen Dimensionen eingebettet sind. Sie bringt uns nicht nur in den Astralen Raum, sondern sie bringt uns vor allem an den wahrscheinlich geheimsten Ort im gesamten Rad der Ebenen. Und damit wir den Weg dorthin nicht erkennen, schirmt uns die Kutsche komplett von der Außenwelt ab. Dies tut sie solange sie sich bewegt. Sobald sie stehen bleibt, wird die Abschirmung aufgehoben damit die Insassen aussteigen können.“
Ich verstand damals natürlich nur die Hälfte von dem was mir Shmir erzählte und es interessierte mich auch nicht so sehr, was er da von einem Ebenenrad und Dimensionen und dem astralen Raum berichtete. Was mich hingegen interessierte, waren die Worte größtes Geheimnis also fragte ich „...was für ein Geheimnis ist es denn was diesen Ort so wichtig macht?“
Überrascht, soweit ich das erkennen konnte,  blickte Shmir mich an „Oh nein, da hast du mich falsch verstanden. Das Geheimnis ist der Ort selbst, was es dort gibt dürfte einigen Sterblichen und vor allem den Göttern wohl bekannt sein. Es ist ein Riss in der göttlichen Barriere, vor vielen Jahrhunderten durch Zufall geschaffen, von einem der begabtesten meiner Art und dem Gründer unseres Elder Brains. Er bildete eine Tasche im astralen Raum als die Götter  die Barriere erschufen. Die Auswirkung ist schwierig zu erklären, aber im Endeffekt war an der Stelle wo die Barriere entstand, jetzt etwas mehr Raum vorhanden – eine Lücke, ein Spalt - nicht groß, aber im astralen ist Größe irrelevant. Es ist ein Loch in der Barriere der Götter, eine Verbindung zum Außerhalb - aber wichtiger noch, ein Weg hinein in unsere Domäne.  Am Anfang wusste nur das Elder Brain etwas über den Ort. Selbst die Götter ahnten wohl nur das es eine Verbindung gab. Aber die Zeiten änderten sich und die Enklave nutzte die Macht, die ihr das Wissen verlieh – und der einzige Händler zwischen den Welten zu sein birgt sehr viel Macht – glaub mir. Inzwischen ist es wohl kein Geheimnis mehr das es eine Verbindung gibt. Aber sowohl der Ort unserer Enklave und erst recht der Ort des Spaltes sind keinem Sterblichen außer dem Elder Brain bekannt. Trotzdem wird der Spalt von zwei Wächtern bewacht wie sie furchtbarer nicht sein können. Als Gefangene des Blutkrieges wurden sie der Illithidengesellschaft als Geschenk von den Teufeln überreicht - als Dank für die Hilfe durch unser Imperium.“
Das hörte sich für mich schon interessanter an doch eines wunderte mich – die Redseeligkeit des Gedankenschinders:
„Und warum erzählt ihr mir das alles? Auch wenn es vielleicht kein Geheimnis ist, dass es einen Spalt in irgendeiner Barriere von den Göttern gibt, werdet ihr das bestimmt trotzdem nicht gleich überall herausposaunen denke ich!“
Shmir antwortete nicht sofort. Er zögerte und blickte mich durchdringend an. Dann kam die kurze wie auch äußerst überraschende Antwort „Weil ich mit dir fliehen will!“
Ich konnte kaum glauben was ich gerade gehört hatte.  Verständnislos starrte ich den Gedankenschinder an, sprachlos, dann endlich redete Shmir weiter. Es scheint dich zu überraschen das ich weg will von hier? Aber du musst wissen, ich bin ebenfalls ein Gefangener - gefangen in der Gesellschaft der Illithiden und ihren grausamen Regeln, gezwungen in der Enklave zu verweilen da ich zu viel weiß, ausgestattet mit einem vollkommen anderen Sinn für das Leben wie meine Artgenossen. Ein Freund von mir ist bereits geflohen. Er nahm den Weg durch die Tore, eines der Tore durch die du gekommen bist. Ich habe seitdem nichts mehr von ihm gehört. Ich werde nicht alleine gehen, ich werde jemanden mitnehmen der meine Schwächen ausgleicht und dessen Schwächen ich ausgleiche – dich! Du musst natürlich die Kämpfe in Sigil überleben, dann werden wir fliehen wenn wir uns auf dem Rückweg befinden. Wenn die Kutsche den Spalt passiert halten wir kurz an, damit die Wächter das Gefährt prüfen können. In diesem Moment werden wir das Gefährt verlassen und ich werde uns kraft meines Geistes an einen Ort bringen der in einer Blase des Astralraums liegt. Ein Ort an dem uns nicht einmal das Elder Brain finden kann. Diesen Ort habe ich schon vor einigen Jahren entdeckt. Wenn das Elder Brain erst einmal die Spur verloren hat, kann ich uns woanders hinbringen und abschirmen. Wenn es nicht weiß wo wir sind, wird es ihm nicht gelingen meine Abschirmung zu durchdringen. Das ganze muss sehr schnell gehen bevor die Wächter reagieren können.“
Die Gedanken kreisten in meinem Kopf – er meinte es wirklich ernst, er hatte sogar einen Plan, die Hölle meines Lebens könnte ein Ende haben.
„Was sind das für Kreaturen vor denen ihr euch so fürchtet? Wer sind diese Wächter?“
Nachdenklich streifte Shmir seine Tentakel zurecht bevor er fortfuhr.
„Es sind Wesen von ungeheurer Macht, wie sie ungleicher nicht sein könnten, vereint durch einen Packt der ihnen den Sieg im Blutkrieg bringen sollte. Doch dann wurden sie mit Hilfe der Illithiden von den Teufeln überwältigt in Stasis versetzt und den Illithiden als Geschenk überreicht - Mossaheh der Dämonenfürst einer der mächtigsten Dämonen der je gelebt hat und Tedor ein roter Drache mehr als Tausend Jahre alt. Tedor folgte dem Beispiel Arshadalons – nein das ist nicht richtig, er wollte es besser machen als der legendäre Drache. Er ersetzte sein Herz durch einen Dämonen. Arshadalon war damals dazu gezwungen, da ein Sterblicher, der Auserwählte der Natur, ihn so stark verletzte, dass sein geschundenes Herz fast unbrauchbar geworden war. Mit der Hilfe seiner Magie ersetzte Arshadalon sein Herz durch einen Balor. Der Balor war jedoch nicht tot und veränderte Arshadalon und dieser nahm dämonische Züge an. Tedor wollte nicht irgendeinen Dämonen. Er wollte, getrieben von seinem nicht versiegenden Machthunger, den stärksten Dämonen den er beherrschen konnte - Mossahehs Bruder Rodolog! Mossaheh übergab ihm seinen Bruder unter der Bedingung das Tedor ihm in einem entscheidenden Angriff auf die Teufel beistehen würde. Das dachte er würde ihn seinen Zielen deutlich näher bringen und dieser Sieg wäre den verlorenen Bruder wert. Und so wurde Rodolog von seinem Bruder überrascht, und hilflos übergab Mossaheh dem Drachen seinen Bruder. Dieser ersetzte sein Herz durch den Dämonen. Noch heute kann man wohl die riesige Narbe auf des Drachens Brust klar erkennen. Die dämonischen Kräfte entwickelten sich sehr schnell in Tedor und aus ihm wurde das Ungetüm welches er heute noch ist - ein Wesen das selbst die Götter fürchten! Und aus diesem Grund hat das Elder Brain, nachdem es nach Jahrzehnten der Mühen endlich die Kontrolle über den Geist der in Stasis gefangenen erlangt hatte, die beiden Verbündeten benutzt um den Spalt zu bewachen. Selbst ein Gott würde es wohl nicht riskieren die Barriere an dieser Stelle passieren zu wollen. Das Elder Brain dessen Geist immer mit einem Teil am Spalt ruht, vereint mit der Macht von Mossaheh und Tedor stellen eine zu große Gefahr dar, für jedes Wesen der Welten. Das ist der Grund warum wir nur den Bruchteil eines Augenblicks Zeit haben. Erkennen die Wächter unsere Absicht erst, sind wir verloren!“

Nun wusste ich nicht mehr was ich denken sollte – alles was Shmir erzählte war so weit weg von dem mir Bekannten, dass ich nicht sagen konnte ob das wirklich eine Möglichkeit zur Flucht war oder blanker Irrsinn – wobei mir Letzteres sehr viel wahrscheinlicher vorkam.
Also fragte ich „Und ihr denkt wir können das schaffen?“
Seine Antwort war nur „Ja das denke ich.“

...to be continued