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Autor Thema: Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE  (Gelesen 20987 mal)

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Nagakeng

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Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #135 am: 22. November 2005, 10:17:13 »
 Grauen

(57/2)

Pante sah mich erschüttert an. Ich blickte nicht anders drein.
Wir schwiegen uns an.
Pante wischte sich über die Augen.
Das Licht der Morgensonne flutete die Halle, obwohl die großen Fenster mit Laken komplett verhangen waren.

...

Plötzlich öffnete sich die Tür und der Wirt des Wilden Weibes luckte durch die Öffnung, mit einem Speisetablett in den Händen.

„Was ist hier geschehen, ich habe lautes Stöhnen vernommen? Ich höre kein Atmen... ward ihr das etwa?“

Der alte Ostler Gundigoot ließ die Platte fallen.
Er hatte uns inmitten der leblosen Körper wahrgenommen, schlug die Tür zu und floh.
Ein leiser werdendes

„Hilfe... Hilfe... Büttel... Wache...“

drang zu unseren Ohren. Er lief wohl Richtung Brücke.

„Man wird uns nicht glauben, Thalia! Wir sind die einzigen Zeugen! Las uns hier verschwinden, dann haben wir eine Chance!“

„Ich bleibe! Man wird mir Glauben schenken. Denn ich bin eine angesehene Dienerin des Wahren, Pante. Die Menschen vertrauen auf mein weises und wahres Wort.“

„Natürlich glaubt man dir. Aber ich bin kein Priester des Wahren!!! Ich werde das Geschehen aus der Nähe verfolgen, wenn es dir recht ist?“

„So geh. Auf bald, Pante.“


Er huschte hinaus.
Da vernahm ich bereits Schatten durch die Laken und sogleich stand Tristan mit seinen Bütteln und allesamt gezogenen Schwertern im Rahmen.

„Was ist hier passiert, Thalia?“

„Ein mächtiger Diener des Elementaren Bösen hat seine Maskerade fallen lassen und dies angerichtet, um uns zu bestrafen. Er wird für diese Sünde schmoren! ... Schicke nach Y´Dey und den anderen, damit sie noch vor der Meute hier sind. Es wird sich wie ein Lauffeuer verbreiten, Ostler hat dem sicherlich Genüge getan. “

„Ihr habt gehört! So lauft zu den Burgherren, Tempelpriestern und dem Milizhauptmann! Und ihr beiden sichert den Eingang bei geschlossener Tür. Kein Bürger wird hereingelassen...vorerst, bis die Ranghohen alarmiert sind.“


Entsandte Tristan seine Untergebenen.

...

Wenig später tummelten sich schon die Bahianer um die Gemeinderatshalle.
Y´Dey betrat als erste die Bühne des Grauens, knapp gefolgt von Elmo und Jaroo, der Druide des Dorfes, ein alter Kalamaraner, mit nur mehr wenigen Haaren auf dem Haupt.
Auch ihnen berichtete ich noch einmal den Verlauf des Masakers.

Y´Dey wandte sich ihnen zu, während sie in sich hineinsäuselte.

„Kinder, Mütter, Väter, Alte... das Leben nichts wert. Aber mir! Die Bevölkerung wird ihr Vertrauen in uns verlieren. Aber ich kann es ihnen auch nicht übel nehmen...“

Inzwischen vernahm man auch Forderungen der Voniduaner sofort eingelassen zu werden. Sie wollten zu ihren Verwandten.

Y´Dey ohrfeigte Yether, auf das er aufwachen möge.
Er schlägt verstört die Augen auf und zieht tief Luft, sieht sich um und begreift sofort.

„Wie konnte ich ihm vertrauen, vertrauen, ... Er war so hilfsbereit, wie konnte ich nur, ich habe nichts geahnt. Herr der Silberstreifen, vergib mir! Verzeih mir!“

Er beginnt zu schluchzen und wiederholt seine Fassungslosigkeit immer, und immer wieder.
Draußen beginnt es zu eskalieren, obwohl noch mehr Patrouillen ´von Burne´s Bütteln eingetroffen sind.

„Lasst sie herein, aber nur die Voniduaner.“

Befiehlt die Kantorin.

Die Wachen, welche die Gesichter Bahs kennen, sortieren aus, und innerhalb weniger Augenblicke sind zwei Dutzend weitere Personen im Raum. Es sind die Bewohner des Weilers, die im Turm der Burg untergebracht worden sind. Sie haben Glück gehabt und sind mit dem Leben davongekommen.
In dieser Situation wird es ihnen allerdings nicht bewusst.
Trauer und Tränen, Fassungslosigkeit, und schlussendlich Hass überwiegen.

Auch Pantes Gesicht, das den Wachen unbekannt ist, ist unter den Anwesenden
 
Wir treten in einer Ecke zusammen.

„Lasst sie, sie werden Zeit brauchen, viel Zeit. Und auch wir sollten trauern, doch können wir nur die Momente nutzen, in denen wir verschnaufen dürfen. Die Frage ist nun: Was können wir also nun tun? Alle Menschen wiederbeleben, dazu fehlt uns das Gold. So leid es mir auch tut, sie werden bleiben müssen, wo sie sind.
Bis heute hat sich kein Kultist so schamlos in unser Dorf gewagt. Und dafür wird er Rechenschaft ablegen vor dem Wahren! Ich werde erneut die göttliche Kommunikation wirken.“


Elmo selbst war gerade ratlos.
Eine ähnliche Situation hatte er noch nicht erlebt.
Und seinem Gesicht konnte man entnehmen, dass er glücklich war über die Anweisungen Y´Deys, auch wenn diese beiden seit Jahren kein Wort miteinander gewechselt hatten.

Ich entgegnete.

„Wir drei ziehen nach Bet Regor. Tharel muss geistig gesunden. Wir sind so schnell wie möglich wieder hier und dann wird Hedrack für diesen schwarzen Tag hundertfach büßen!“

„So soll es sein. Ihr zieht nach Bet Regor. Vielleicht könntet ihr die Groß Kirche auch für uns sensibilisiren, Thalia. Ihr werdet einen besseren Draht zu ihr haben als ich. Wir bleiben, und kümmern uns um alles. Ihr sollt beim Göttlichen Gespräch anwesend sein.“

„Jawohl.“


Überging mich Pante, auf die Aussage der Hohepriesterin antwortend.
Ich schulterte Tharel erneut.
Die Hand zum Abschied erhoben, traten wir hinaus in die Kälte des Tages. Die Sonne konnte uns nicht wärmen, wir waren kalt, von innen heraus.
Hinter uns wurde das Geräusch des heillosen Durcheinanders duzender Stimmer immer karger.
Bis es schließlich völlig erloschen war und wir uns von Bäumen umringt auf der Strasse nach Bet Regor befanden.

...

Gefahr für Bet Regor

Wir übernachteten in einem Baumstumpf von der Wärme eines kleinen Feuerchens am Leben gehalten.

Donk...

Ich hasste es, Tharel von Zeit zu Zeit auf den Kopf schlagen zu müssen, während sich Pante weigerte diese unangenehme Aufgabe zu übernehmen.
Doch es ging einfach nicht anders.
Dafür fütterte er Tharel mit Brei über ein kernloses Holzröhrchen.

Gegen Nachmittag des folgenden Tages kamen wir in Bet Regor an.
Es hatte hier immer noch nicht geschneit.

Vorbereitungen für einen möglichen Angriff waren im Gange.
Wie sich bald herausstellen sollte, interessierten die Orks schon gar nicht mehr.
Etwas viel größeres und bedrohlicheres legte seinen Schatten auf die Hauptstadt Paru´Bors.

Es wurde gerade der zweite Schutzkreis fertiggestellt.
Die Stadt wandte sich mit ihren Ressourcen immer nur einer Aufgabe zugleich zu, zumindest was das geographische anbelangte.

Wir kamen zur Pforte der Kirche, der Pförtner erkannte mein Antlitz und ließ uns passieren.

„Ich will zu Erimm Rechtung und ihm Bericht erstatten. Wo kann ich ihn finden?“

Der Pförtner wies mir den Weg.
Erimm Rechtung war wie immer viel beschäftigt, doch nahm er sich Zeit für unsere Angelegenheit.
Lauschte meiner Erzählung und bemühte sich nebenher Tharel, den wir vor ihm ausgebreitet hatten, seinen Verstand wiederzugeben, was jener auch ohne Probleme schaffte.

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So konnte auch Tharel meinem Bericht folgen, und ich musste nicht alles doppelt ausführen.

Erimm Rechtung nickte und packte meine Schulter.

„Thalia, ich bin bereits mehrfach in diese Geschichte involviert gewesen. Ich kann Y´Deys Hoffnungen nicht erfüllen. Die Großkirche hat zur Zeit andere Sorgen. Denn Kalamar wird gegen uns in den Krieg ziehen. Seine Truppen sind laut einem Schreiben schon ausgesandt. An die Öffentlichkeit ist bis dato noch niemand getreten, also hüllt euch in Schweigen. König Sugil II. hat Verbündete gefunden, sonst wäre ihm dies nie möglich. O´Par und Tharggy sind seiner Aufforderung bereits nachgekommen. Sollte es zwischen den Parteien wirklich zum Krieg kommen, werden alle Kräfte der Kirchenpriester hier an ihre Grenzen geraten.“

„Was bedeutet das für unseren Fall? Ich stufe es nicht weniger gefährlich ein, auch wenn der Wirkungsbereich sich in Grenzen hält.“

“Ich verstehe euch voll und ganz, kann euch aber trotzdem nicht helfen. Ich trete an euch die Verantwortung in dieser Angelegenheit ab, ihr seid meine persönliche Vertretung. Ein inoffizieller Auftrag in geheimer Mission, ihr versteht? Inquisitorin, ich möchte nicht, dass bis zur Ausmerzung des Übels mir noch etwas diesbezüglich an die Ohren gelangt.
Sei wahr, treu und rechtschaffen.“


Verrat an Gawain

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Was kann man solch bestimmtem Wort noch entgegenhalten?
Unsere Hände umklammerten die Arme des anderen freundschaftlich zum Abschied.

Die Heilung hatte Tharels Wunden komplett geheilt, wie auch den großen blauen Fleck auf seinem polierten Haupt.
Er war wieder ganz der Alte.
Leider.
Die Schläge auf seinen Kopf hatten nichts bewirkt.
Er war immer noch ein machtgieriger, materieller Eigennutz wie früher, der sich sogleich darüber aufregte, dass wir zugelassen hatten, dass sein Zauberbuch auch nur angerührt wurde.

Nichtsdestotrotz erstanden wir von Erimm Rechtung eine Heilungsschriftrolle, und teleportierten uns sogleich in Gawains Kammer.
Es war düster.

„Gawain, wo bist du. Deine Freunde sind hier!“

Keine Antwort.
Wir zündeten eine Fackel an.
Tatsächlich, keine Spur von ihm.
Wie war das möglich?
Nein, da kam es mir!
Ich hatte Hedrack ja förmlich zugeschwallt und Gawain damit verraten!
Er musste ihn geholt haben!

Wir suchten den Zwergenschutzraum, der keiner mehr war, ab.
In einer Ecke fanden wir Haare.
Gawains Haar.
Er musste hier gesessen sein, und sie sich, irre wie er war, ausgerupft haben, wie einem Huhn vor der Schlachtung.
Der Tentakelstab war verschwunden, das Schächtelchen der nahrhaften Versorgung war herabgefallen, und das Pergament, worauf wir ihn in seinen klaren Momenten baten hier zu bleiben, lag in Fetzen zerstreut auf dem Boden.

Enttäuscht und wütend auf mich selbst teleportierte ich uns zu Erimm zurück und bat ihn um einen letzten Gefallen.
Ich drückte ihm einige der schwarzen Haare in die Handfläche.
Er sollte Gawain für uns ausspähen.
Diese Bitte gewährte er uns noch.
Trat zum Taufbecken und blickte tief hinein.

„Kommt wieder her in einer Stunde...“

Er versank in Gebet.

Währenddessen statteten wir allen möglichen Läden und Märkten einen Besuch ab. Vergaben Aufträge zur Identifizierung verschiedenster magischer Gegenstände, verkauften Waffen und dergleichen und tauschten Edelsteine in Münzen um.

Dann traten wir wieder an Erimm Rechtung heran.
Der öffnete die Augen und sah nun ins klare Wasser hinein.
Angestrengt. Angestrengter. Seine Adern an der Stirn traten hervor und seine Stirn runzelte sich.
Plötzlich wandte er sich am und griff sich an die Augen.

„Ah, dieser Schmerz...mein Kopf...“

Nach kurzer Zeit beruhigte er sich.

„Ich habe Gawain nicht sehen können. Mächtige Magie liegt auf dem Ort, an dem er sich befindet und blockt neugierige Sinne. Ich bin nicht zu ihm durchgedrungen. Aber er lebt. Ich brauche nun Ruhe. Wenn ich euch hinausbitten dürfte. Und Thalia, vergesst nicht...“

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„Erimm, mein Wort auf den Offenbarer der Lügen.“

So waren wir also zu dritt, ruhten uns nicht aus, sondern trafen wiederum Vorbereitungen für unseren nächsten Zug ins Feld.

Angebot der Handelsmetropole

Tharel reparierte sein Allerheilgstes und steckte wiederum eine gehörige Summe Gold hinein.
Er besorgte sich auch ein zweites Buch, mit falschem Inhalt, um möglich Diebe zu überlisten.

Pante kümmerte sich derweil ums Geschäftliche.

Ich traf währenddessen auf eine seltsame Gestalt. Ein Halb-Ork, der nicht nur verrückt aussah – er trug den Schädel eines Ochsen und einen Scharlachroten Umhang mit gekreuzten Krummschwertern auf dem Rücken- sondern auch noch so hieß.
Mad Maddigen sein Name.
Er war gerade damit beschäftigt den Stadtwachen zu zeigen, wie man einen Pfosten fachmännisch zuspitzt.
Eins.
Zwei.
Mehr Hiebe mit seinem scharfen Krummschwert brauchte er nicht dazu.
Die Wachen staunten nicht schlecht.
Und ich nicht weniger.

Deshalb trat ich an ihn heran.
Der Hauptmann ebenso.

Der Barbar- er konnte nichts anderes sein, seine Erscheinung ließ das einfach nicht zu- wollte mich sofort animieren und zur Arbeit einspannen.
Da fiel der Aufseher der Wachen dem Grün-grauen ins Wort.

„Dieser Kerl hat hier nichts zu suchen, mag er noch so gekonnt seinen Säbel schwingen. Priesterin, so gebt mir doch Recht, dass er Land zu gewinnen hat.“

„Hauptmann, wisst ihr wofür ihr die Palisaden errichtet?“

„Jawohl. Wenn der Orkstamm aus dem Kahidela Gebirge, in das er von der Kavallerie O´Pars, der Ritterschaft des Edelmanns der Götter, getrieben wurde, zurückkehrt, weil sie dort sonst ihr eisiges Grab finden, werden sie sich an unseren Anlagen die Zähne ausbeißen.“


Ich hüllte mich in Schweigen, wie es mir befohlen war und wandte mich der fremden Witzfigur zu.

„Der Hauptmann hat Recht. So geleitet mich doch ein Stück.“

Es war ein leichtes ihn für die Sache zu gewinnen, den Barbaren sind einfach gestrickt. Einfach und wahr.
Er wollte anscheinend selbst im Süden sein Glück – wie der Orkstamm- versuchen, wie er es nannte. Ich nenne es schlichtweg Plündern.
Nun, es übersteigt zwar meinen Verantwortungsbereich als Inquisitorin, trotzdem fühle ich mich dazu verpflichtet Mad vor dieser Dummheit zu bewahren.
Zu glauben, dass solche Tat keine Konsequenzen nach sich zieht.

Ich stellte ihn Tharel und Pante vor, und er durfte gleich unser erstes Streitgespräch mitanhören.
Und zwar war das Schwert des salamanderischen Finsteren Streiters ein böser Zweihänder.

„Ich habe den Feuertempel besiegt, es ist mein Eigentum!“

Fuhr mich Tharel an, der anscheinend in Größenwahn verfiel.

„Tharel, verdreht nicht die Tatsachen. Wir waren es gemeinsam. Und so haben wir auch alle ein Mitspracherecht. Ich halte es schlicht und ergreifend für nicht verkäuflich. Es muss zerstört werden.“

„Thalia, wir müssen die Sache auch nicht überspitzen! Treten wir es doch für eine akzeptable Summe an die Großkirche ab. Vielleicht können sie daran forschen, und dem Guten damit dem Rücken stärken.“


Schmeichelte mir Pante.

„Nichts da. Was soll es da zu forschen geben? Vorerst hat es in unserem Besitz zu verweilen. Wir sprechen ein andermal darüber.“

Sie wollten es nicht auf sich beruhen lassen und setzten fort.

„Womöglich lässt es sich in ein gutes Stück umwandeln!“

Ich ließ mich aber nicht erweichen, auch wenn sie noch weiterbrabbelten wie Kinder auf der Suche nach Mutters Brust.
Sie sollten lediglich nach akzeptablen Alternativen zur Zerstörung suchen.

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Ich glaube, dass die beiden anschließend doch versuchten, es zu verkaufen.
Jedenfalls hatten sie so viel zu erledigen, obwohl wir eigentlich, wie es mir schien, fertig waren. Ich denke sie versuchten zur Unterwelt Bet Regors - wir brauchen uns nichts vormachen, es gibt sie definitiv- Kontakt aufzunehmen und es auf dem Schwarzmarkt zu verscherbeln.
Ich wusste allerdings gleich, dass es nicht so einfach wäre und die beiden würden lediglich im Dunkeln tappen.

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Tharel hatte sich inzwischen auch beim Taubner erkundigt, ob die Tiere ihr Ziel, Brynarr, erreicht hatten.
Er wurde enttäuscht.
Doch kein Wunder, wenn man in die weißen Wipfel der Byth Berge hinüberblickt.
Das hatte mit Sicherheit keine der Tauben überlebt.
Der Taubner hatte es trotzdem riskiert, weil Tharel eine horrende Summe gegeben hatte.
So musste er sich nun persönlich um die Überführung von Thorwins Leichnam kümmern.

Das Kraut und seine Wirkung

Unvorhergesehen trat ein Ereignis ans Licht, welches unsere Gemeinschaft auf die Zerreißprobe stellte.
Mad und ich kommen bei Tharel vorbei, um nach dem Fortschritt mit seinem Buch zu sehen.
Da trifft mich fast der Schlag.
In seiner Stube steht eine Rauchwolke.
Tharel selbst wirkt leicht benebelt, er ist schreckhaft und wirkt körperlich stärker. Mental allerdings sehr labil.

„Was rauchst du hier, Ragnarok.“

„Bloß eine gute Tabakart. Nicht der Rede wert.“


Pante stößt in diesem Augenblick hinzu.

„Pante, auch einen Zug von meiner Pfeife?“

Ich grüble soeben, ob dieses Gewächs vom Gesetz nicht strikt verboten ist.
Da zieht Pante daran.
Eine gelbliche Glut und Rauch steigen auf. Pante steht im Dufte des Schwefels.

„Das ist echtes Teufelszeug.“

Pante klopft sich hustend auf die Brust.

„Fast, Pante. Es ist Teufelskraut. Ich hab noch einen Buschel. Oomkaan hat es in seiner Höhle aufbewahrt.“

Grinste Tharel Pante an.

Auch Mad inhaliert es.

„Fruchttabak!“

Der unempfindlichen Lunge eines Halb-Orks sollte man kein Vertrauen schenken.
Jetzt kommt mir der Absatz.

„Tharel, gib mir den Büschel! Teufelskraut ist illegal. Es steht eine hohe Strafe darauf, in der Stadt des Wahren. Warum brauche ich hoffentlich nicht zu erläutern.“

„Nein. Es gehört mir, und ich kann es mit mir führen, wohin ich will.“


Er scheint kräftiger und baut sich vor mir auf.
Tharel blickt mich an. Sein Geist ist zugequalmt.

„Tharel Ragnarok, Roter Magier von Brynarr! Die Gesetze Tharggys gelten nicht in Paru´Bor! Ich konfisziere nun dieses Kraut!“

Ich verzeihe Tharel nicht.
Seine Reaktion lässt sich nicht auf die Droge abwälzen.
Dazu kenne ich ihn inzwischen zu gut.
Nüchtern hätte er genauso reagiert und auf seinen Besitz gepocht.

Er ignoriert mich und will das Zimmer verlassen.
Irgendwo ist die Grenze der Geduld, zwischen Recht und Gesetz und Umgang mit Kameraden dann überschritten.
Ich packe ihn mir und versuche ihm das Kräuterbüschel aus der Hand zu reißen.
Tharel, durch die Droge stärker geworden, gewinnt die überhand, da steigt Mad ein und schwingt sich auf meine Seite, sodass Tharel bald hilflos festgehalten am Boden liegt.
Ich würge das Zeug aus seiner Hand.

„Gibs her und kauf dir Neues.“

Meint der Halb-Ork.
Diese verwirrte Dumpfbacke hatte also gar nicht verstanden, worum es eigentlich geht.
Lediglich ihm kann man es noch verzeihen, das liegt an der Abstammung.

Pante stand dabei und vokalisierte, um zu schlichten.

Da beginnt Tharel zu fluchen, mit Schimpfwörtern um sich zu werfen und beleidigt schlussendlich meinen Gott.
Genug.
Tharel ist in diesem Zustand eine Gefahr für alle und außerdem sieht er seinen Fehler nicht einmal ein!

Ich verpasse Tharel eine schallende Ohrfeige... und habe vor lauter Urteilen ganz vergessen, dass ich noch meinen Panzerhandschuh trage, der bei Tharel einen tiefen Eindruck hinterlässt.
Tharel brennt nun die Sicherung durch und ist außer Kontrolle.
Er erschafft mitten im Schlafzimmer, das sich in einem Gasthaus befindet, eine Zerstörerische Luftkugel, und schleudert mich damit an die Decke, dass diese beinahe birst.

Mad kommt mir erneut zu Hilfe, zieht Tharel mit seinem Krummschwert die Beine weg und legt ihm die geschärfte Klinge an den Hals, während ich mich heile, da die Wucht mir einige Rippen brach.

„Ruf dein Luftding zurück, Hexer, oder es ergeht dir schlecht.“

„Da liegst du schlichtweg... falsch!“


Tharel lenkt seine Kugel auf den Halb-Ork, welcher es brüllend schafft stehen zu bleiben, und bindet mich gleichzeitig in Eisern Magische Banden, die mich regungslos verharren lassen.

Da greift Pante endlich ein.
Er hypnotisiert Tharel mit seiner Bardenkunst.

Der ausgeflippte Mad jedoch noch in Rage, will Tharel an die Gurgel, da betrifft Pante ihn mit einer Zauberei, die den Barbaren sich vor Lachen krümmend zu Boden sinken lässt.
Pante hebt das Teufelskraut auf.

„Hin damit, wo es keinen Schaden mehr anrichten kann.“

Er stopft es sich in den Mund und würgt es hinab.
Er wird bleich und rennt aus der Stube an die frische Luft.
Auch wenn ich seine Nachsichtigkeit mit Tharels unablässigen Eskapaden nicht teilen kann, den Mut des kleinen Gnomes kann ich doch nur bewundern.

Als die Effekte enden, kommen wir noch einmal ins Gespräch.
Die Aggressionen sind Vergangenheit. Tharels Geist entlüftet sich.

„Tharel, ich gebe zu, ihr seid ein fähiger Mann. Wir können im Kampf gegen den Tempel der Völligen Vertilgung nicht auf euch verzichten. Trotzdem habt auch ihr euch an die Gesetze zu halten. Das versteht ihr sicherlich.“

„Wegen ein wenig Kraut aber solch einen Aufstand zu fabrizieren, zeugt allerdings auch nicht gerade von Vernunft.“


Wir erkennen einander.
Nur Mad, der sich aufrappelt und abklopft, wirft Tharel einen verächtlichen Blick zu.

„Das wirst du bereuen, Zauberer.“

Er verschwindet. Uns ist klar, er wird uns kaum begleiten.
Den auftauchenden Wirt beruhige ich allein mit meinem Symbol.

Wir kommen zu dem Schluss, dass ein gemeinsames Projekt unsere Bande doch besser noch zusammenschweißen würde.
Tharel und ich wollen einen Stab der leichten Genesung erschaffen. Es ist schon spät und wir können nur mehr die magischen Komponenten zusammentragen.

In der Nacht werden wir plötzlich von Tharels Geschrei aus der Mahlzeitstube geweckt.
Ich renne im Schlafrock hinab.
Auch der dickbäuchige Wirt oben ohne und mit Schlafkapuze und Kerze ist schon da.

„Ich bin vom klirrenden Fenster aufgewacht. Da hatte sich tatsächlich jemand neben mein Bett geschwungen.
Ich habe mich sogleich hier hinabdimensioniert. Das ist gewiss dieser irre Barbar! Er ist noch in meinem Zimmer.“


Zusammen mit Pante und ohne den Wirt der ängstlich an der Treppe wartet, lauschen wir an der Zimmertür.
Kein Geräusch.
Und es ist auch niemand mehr hier.
Einige Sachen von Tharel fehlen, darunter seine Spinnenkletternschuhe und sein Resistenzumhang.
So ein Ärger!
Der Wirt und Tharel wollen noch heute, in dieser sehr kalten Nacht bei der Stadtwache Anzeige gegen Mad Maddigen erstatten.
Morgen sage ich aus, und dann ist die Sache vom Tisch.

Bald – mit etwas Verzögerung- werden wir den Sturm auf den Krater in der Mitte des Sees wagen müssen.
Das bin ich Gawain, meinem Pater, einfach schuldig!

Thalia

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Wie gefällt euch der neue Schreibstil mit viel wörtlicher Rede.
Wirkt es für euch lebendiger?
Soll ich ihn beibehalten, auch wenn es dadurch mehr zu lesen ist?
Ihr habt es in der Hand.

 :)

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #136 am: 22. November 2005, 10:35:59 »
 Bildernachtrag zum Fall des Feuertempels!

http://img15.imgspot.com/u/05/325/04/TessiomonsEnde1132651708.jpg' target='_blank'>Tessimons Ende

...jetzt sind sie alle Geschichte. Die Elementaren Tempel sind gefallen!

http://img15.imgspot.com/u/05/325/04/AlleTempelfallen1132651807.jpg' target='_blank'>Sie winseln...

http://img15.imgspot.com/u/05/325/04/KeineGnadealleTempel1132651856.jpg' target='_blank'>...doch erfahren keine Gnade...

Man beachte den selbstgebastelten, schwingenden Morgenstern. :D  

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #137 am: 24. November 2005, 02:20:38 »
 In den letzten beiden Einträgen des zweiten Teiles habe ich mich total ausgelebt.

Sie jetzt noch mit Spoilern zu versehen, "herzurichten" (Bilder, etc.) und zu posten, ist mir einfach schon zu spät.

Morgen muss ich schließlich auch arbeiten.
Dann bis Freitag.

Wollt euch noch ein bisserl zappeln lassen und bin über jede Meldung glücklich. :)  :P
Hierdrin steckt nämlich schon eine Menge Zeit und Schweiß, der irgendwie und -wo auch honoriert werden möchte.
So schwierig ist es doch nicht, sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und einen Eintrag zu verfassen...
zumindest mal für den Schluss dieses 2.Teils. ;)

Gerthrac

  • Mitglied
  • Archivist
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #138 am: 24. November 2005, 12:06:47 »
 Neuer Schreibstil toll! Würde gern mehr davon sehen. Ist stimmungsvoller und macht die Charaktere wesentlich lebendiger.

Bilder: Interessant...  

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #139 am: 25. November 2005, 09:36:13 »
 
QUOTE (Gerthrac)
Neuer Schreibstil toll! Würde gern mehr davon sehen. Ist stimmungsvoller und macht die Charaktere wesentlich lebendiger.[/quote]

So kommt es mir in der Tat auch vor.

QUOTE (Gerthrac)
Bilder: Interessant... [/quote]

Du hälst uns wahrscheinlich jetzt für einen voll abgedrehten Haufen...
ganz daneben, liegst du da vielleicht nicht. :lol:

Nein, spaß beiseite.
Es war ein wirklich amüsanter, einmaliger Abend.
Wir veranstalten sowas nicht jedes Mal. :)

Und nun weiter... der Äußere Bereich ruft!
Es folgen, etwas aufgesplittet,  die beiden letzten umgestalteten TB-Einträge in diesem Thread.

 

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #140 am: 25. November 2005, 10:00:46 »
 Wettern

(58/1)
Ich betrete die kalte, schlichte Stube der Stadtwachendirektion.
Und wenn seh ich da?
Diesen hässlichen Ork, Mad Maddigen
Diesen verrückten Einbrecher!
Sofort brüllt er mich an.

„Der wars!“

„Was meinst du Lumpenhund damit! Vergiss nicht, wer ich bin! Tharel Ragnarok, Roter Magier aus Bynarr, Gesandter Tharggys!“


Er will auf mich losspringen.
Die Wächter halten ihn zurück.
Gut für ihn, sonst wäre es ihm schlecht ergangen.

„Wo hast du meine Wertsachen, du hinterlistiger Dieb!?! Hauptmann, er ist es, der mich meines Eigentums entledigt hat und meines Lebens berauben wollte! Nehmen sie ihn sofort fest!“

„Nein, ihn, er wollte mich umbringen und dazu eine Priesterin des Wahren! Dafür sollst du in der Höhle schmoren, glatzköpfiger Drache!“


Ich halte mich gerade so zurück, bleibe ruhig und sachlich.

Der Hauptmann ist verwirrt und holt den Oberaufseher zu Rate.
Dieser spricht ein Machtwort.

„Ich muss sie beide hier verwahren. Ihre Aussagen werden überprüft und morgen werden sie dem Richter vorgeführt. Er wird im Namen des Wahren die Wahrheit zu Tage fördern und Recht sprechen. Haben sie Angehörige in Bet Regor? Und was ist mit dieser Priesterin? Noch ist Zeit eine Lüge zuzugeben!“

Erwartungsvoll auf Mad Maddigen gerichtet.

„Aufseher, auch ich kenne die Priesterin. Sie heißt Thalia und ist Inquisitorin der Großkirche. In der Tat sind wir gut befreundet. Der Ork spricht mit falscher Zunge. Im Moment befindet sie sich im Toten Kaninchen. Dieser Herr hier ist der Wirt des Hauses und soll ihr Bescheid geben. Selbst hat er auch noch Anzeige gegen diesen Halb-Ork zu erstatten wegen Beschädigung von Eigentum und Bedrohung des Leiblichen Wohles, nicht wahr?“


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Der Wirt nickte hastig und unsicher.

Mad Madiggen bekam ein Loch von Zelle, während ich auf einem angenehmen Aufenthalt bestand und ihn natürlich auch zugesprochen bekam.
Mad musste seine Waffen ablegen, mich konnte man kaum dazu zwingen.
Von außen wirke ich nicht bedrohlich, zumindest nicht, wenn es um große Äxte, Bastardschwerter, Stachelketten oder stachelige Rüstung geht.
Pah!

Die Verhandlung

Wahrhaftig, ich wurde schon wieder vor Gericht gezerrt.
Das Bild kam mir vertraut vor.
Das Gemälde einer goldenen Waage ausbalanciert auf der spitze eines goldenen Schwertes thronte hinter dem Richter in langem weißen Haar und in goldener Robe, gekürt von einer weißen Scherpe.
Man sah, wir befanden uns an den Höfen der Gerechtigkeit.
Er saß auf einer Art Thron, einem hohen Stuhl aus weißer Pappel.
Wir hatten vor ihm auf den gepolsterten Stufen niederzuknien.
In unserem Nacken standen kampfeserprobte Krieger des Wahren Wache.

Pante, Thalia, der Wirt, wie auch der Hauptmann, welcher Mad aufgegriffen hatte, waren ebenfalls anwesend.
Der ehrenwerte Richter Pilomas Baram nickte seinem Beisitzer zu, welcher nun sein Waches Auge auf uns richtete, um jede kleinste Lüge zu entlarven.
Er selbst wirkte eine Zone der Wahrheit.

Es begann mit Formalitäten wie Geburtsname, Lebensalter, Stammbaum, Zweck des Aufenthalts.

Ein junger Paladin in weißer Kutte trat heran und vergewisserte sich nach unserer Haltung gegenüber dem Bösen.

Der Richter selbst suchte nach einem Funken Gutem in uns.
Danach war sein Gesichtausdruck skeptisch.

Der Hauptmann erklärte:

"Patrouille Gerach hat den Angeklagten gefunden. Er saß auf den Stiegen zur Großkirche und trank aus einer Bottel mit Schnaps, was in diesen Mengen ja bereits unter Strafe steht, Herr Richter.“

„Sie brauchen mich nicht zu belehren, Hauptmann. Sonst gesellen sie sich gleich hinzu.“

„Vergebung, Richter Pilomas. Er ließ sich nicht von der Patrouille verscheuchen und kreidete Tharel Ragnarok an. Zur Kontrolle seiner Aussage nahmen wir ihn mit auf die Wache, wo es dann zufällig zu einem Zusammenstoß der Parteien und einer heftigen verbalen Konfrontation kam.“


Der hohle Ork meint daraufhin:

„Ich wollte einfach ein warmes Bett zum Schlafen für die kalte Nacht und war deswegen nicht von den Steinstufen gegangen. Der Vorfall ist mir nur zufällig aus dem Maul gefallen.
Ich habe die Gegenstände gemopst und hab mich anschließend mit Hilfe dieses Umhangs wegverfrachtet. Und dann erst hab ich mich auf die Stufen gehockt.“

„Welche Gegenstände?“


...

Und so ging es hin und her, weil dieser grüne Trottel alles durcheinander schmiss, mittendrin immer wieder mich beschimpfte oder dazwischenquatschte, bis der Richter ihn zum letzten Mal ermahnt hatte.
Ich wiederholte meine Aussage, wie auch Pante, der Wirt schwieg, und dann sprach Thalia.
Der einzigen Person, welcher der Richter wahrhaftig zuhörte.
Sie trat die Vorfälle breit und es dauerte ewig, meine Knie schmerzten bereits, als alles durchgekaut war.

Die richtende Gewalt überlegte kurz und verkündete dann ihr Urteil.

„Ich drücke hierbei dieses eine Mal, beide Augen zu. Ich selbst war lange Zeit Mitglied einer Gruppe. Viele Meinungen und keine davon ganz wahr. Thalia, eure Aufgabe ist es hierbei den Weg des Wahren zu beschreiten und die anderen zu führen. Mad Maddigen hat die Gegenstände wieder an Tharel Ragnarok abzutreten.
Allerdings führt kein Weg daran vorbei, zwei Verstöße zu ahnden. Der übermäßige Alkoholkonsum Mad Maddigens und der Besitz des Krautes von Tharel Ragnarok, sind unverzeihlich. Unwissenheit schützt nicht vor der harten Gerechtigkeit des Wahren. Fünfzig Goldmünzen sind je an die Großkirche zu entrichten.
So merkt euch alle gemeinsam: Im Handeln zeigt sich der tiefe Antrieb eures Herzens.
Ende der Verkündigung.“


Er erhob sich, wir blieben zu Füßen, verharrten dort, bis er aus dem Saal war.
Das Gold schmerzte nicht, und so bekam ich auch meine Schuhe und meinen Unhang wieder.
Dieses miese Pack Mad Maddigen zog entrüstet ab.
Endlich konnten wir uns auf die Herstellung dieses Stabes konzentrieren.

Später, noch am selben Tag, hörte ich von einem verrückten Orkspion. Er soll Grundrisspläne von der Stadt gezeichnet haben und anschließend vor der Wache geflüchtet sein.
Die Besatzung der Wachtürme hatte Pfeilhagel auf ihn regnen lassen, er soll eine Reihe von Soldaten durchbrochen haben, ein Magier soll ihn im Flug verfolgt und mit Feuerbällen bombardiert haben. Doch er war nicht zu stoppen und hatte sich in die reißenden kalten Fluten des Renadorflusses geschmissen.
Das war hundertprozentig Mad Maddigen.
Ich bin mir sicher, weit schafft er es mit seinen Plänen nicht.
Ruhe sanft, kleine Aster...

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Dank ihm wurden die Wachmannschaften verdoppelt und an den Stadtmauertoren wird nun kontrolliert.

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Ich konnte mir einen kleinen Seitenhieb auf Thalias Leichtgläubigkeit gegenüber diesem Spinner nicht verkneifen.

Unsere Gemeinschaft bröckelt.
Denn auch Pante Krepwain ging von uns.
Seine Frohnatur konnte die Drohung eines Krieges nicht verkraften.
Außerdem waren ihm die Gefilde des Winters einfach zu kalt.
Dann lieber mit dem Schiff zurück in die Heimat.
Nach Zoa, ein immer warmes Fleckchen Erde an der Küste des Dschungels der Reannarischen Bucht.
 
Bald hatten wir ihn fertig gestellt.
Unser gemeinsames Projekt wird uns zusammenhalten, und ich trage ihn bei mir solange bis es ernst wird.

Auch in Hinblick auf das Schwert des Finsteren Streiters wurden wir uns einig.
Auch wenn es in Bet Regor, einer so sehr vom „Guten“ verblendeten Stadt nicht leicht war, das Stück gezacktes Eisen an den Mann zu bringen.
Wir schafften es trotzdem.
Für einen angemessenen Preis verkauften wir es an einen Magieschmied, der nun versuchen würde, die Böse Energie in Gute umzuwandeln.
Wie er das hinbekommen will, ist  mir ein Rätsel, da es ja noch nicht einmal mit Magie klappt, eine größere Menge Gold aus wertlosem Plunder oder dem Nichts herzustellen.
Soll mir aber auch egal sein.

Fragen über Fragen

Wir teleportierten uns zusammen in die Kapelle des Wahren.
Derim, wie immer fleißig am Schrubben, schreckte verdutzt auf.
Als er sich gefasst hatte, rannte er sogleich in sein Zimmer und brachte das Original der Aufzeichnungen.
Hedrack hatte uns das andere ja abgenommen, aber so ging uns diese Informationsquelle nicht verloren.
Selten habe ich überhaupt so eine Zusammenarbeit in Sachen Buchführung gesehen.
Selbst die Roten Magier Tharggys könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

Thalia und ich öffneten die Pforte zu Y´Deys Schriftgemach.
Sie gab gerade eine Audienz.
Für einen alten Bekannten der Aufzeichnungen.
Er war schon einmal hier gewesen und hatte in den Kraterrandminen gewütet.

Baal.

Ein großer, brauner Wilder aus Svimohza.
Mit Nasenring, wie es für Ochsen üblich ist.
In Drachenrüstung, zu der er eine eigene Geschichte zu erzählen hatte, die er wirklich sehr oft erzählte.
Ein ziemlicher Aufschneider.
Gerade die vielen Tempelsymbole, das schwarze Dreieck mit gelbem Ypsilon, die er sicherlich nur von den untrainierten Wachen abgestaubt hatte, katapultierten ihn zum Volksheld.
Nichtsdestotrotz war er wie geschaffen für unsere Gruppe.
Schließlich brauchten wir jemanden, der ein paar Schläge austeilen und natürlich auch einstecken konnte.
Und Baal war begnadet...in beiderlei zu nützen.
Er hatte sogar einen Plan, wie er hinein wollte.
Nach kurzer Überlegung war ihm der aber dann doch zu anstrengend - ich hatte geschickt meine Zweifel eingestreut- und seine barbarische Ader hatte den Sieg davon getragen.

Y’dey hatte uns ja bereits während meiner geistigen Umnachtung angeboten, den Wahren wiederum um Antwort zu bitten bezüglich der Fortschritte des Neuen Tempels des Elementaren Bösen.
Diesmal ließ sie das Prozedere der Messe kurzerhand ausfallen und ging gleich zum wichtigen Teil über.
Ihre Phrase blieb die selbe:

„Oh sage mir, göttliches Wesen, ...“

Ich habe sie mir selbstverständlich notiert, wie auch die Aussagen des Wassermundes.

„...befindet sich unser Freund im Äußeren Bereich?“ ... „Ja.“

„...hat das Unwetter dazu beigetragen, dass Tharizdun bald befreit wird?“ ... „Ungewiss, aber unbedingt nötig.“

„...hat der Tempel des Elementaren Bösen etwas mit dem baldigen Krieg zwischen Kalamar und Paru’Bor zu schaffen?“ ... „Nein.“

„...haben sie den Verfechter des Elementaren Bösen gefunden?“ ... „Ja.“

„...wird Gawain von den Schicksalsschläfern bearbeitet?“ ... „Nein.“
„...befindet sich Gawain im Inneren Bereich?“ ... „Ja.“

„...wurde das Herz der vier Monde schon gefunden?“ ... „Ja, eine Kammer.“

„...arbeitet Lareth mit den Schicksalsschläfern zusammen?“ ... „Ja.“

„...sind die Schicksalsschläfer ihrem Ziel nahe?“  ... „Unwahrscheinlich.“

„...schützt das Symbol des Älteren Elementaren Auges vor dem Feuertempelaltar?“ ... „Nein.“


Thalia ist besorgt.
Ich weiß nicht wieso, denn ich glaube nicht an diesen Humbug.
Die Welt ist einzig und allein erschaffen worden, um der Bruderschaft der Roten Magier zu großer Macht zu verhelfen.
Nein, auch das nicht.
Sie wurde erschaffen, um MIR zu großer Macht und großem Reichtum zu verhelfen.

Thalia erkundigt sich nach den Voniduanern.

„Terjon kümmert sich um alles. Sie wollen wieder zurück in ihr Heimatdorf. Wir können sie nicht zwingen hier zu bleiben, Bah bietet genauso wenig Schutz. Wenn uns noch nicht einmal die Großkirche unterstützen will...“

Thalia hat Erimms Reaktion berichtet. Y´Dey wird einen Moment still.
 
„So müssen eben wir noch enger zusammenarbeiten.“

Sie fasst sich ein Herz und blickt uns tief ins Gemüt, wo sie nickende Zustimmung findet.

„Sie trauern, und wollen ihre Angehörigen dort begraben. Magistrat Terjon trifft alle nötigen Vorkehrungen, damit sie zurückreisen können. Mit Rerrid zu sprechen ist im Moment ein schweres.
Er resigniert vor seiner Aufgabe, wieder neu anzufangen, so wie es der Erbauer immer wieder möchte."


Zu Fuß schreiten wir auf dem Pfad nach Vonidu.
Es beginnt leicht zu schneien. Der Schnee legt sich in der nächsten Schicht auf seinen Bruder. Hier hat es seit unserem letzten Durchkommen einige Male nachgesetzt, wenn auch nur dünn.

Ein kleines Stück vor Vonidu schlich sich Baal vor, um die Lage zu erkunden.
Dafür kletterte er auf ein Dach.
Es war noch niemand hier.
Eine kleine Gestalt in Winterrock wischte gerade ein Guckloch in ein angelaufenes Fenster, eines der wenigen, die nicht mit Holzläden verriegelt waren.

„Hier sind die Truppen des Elementaren Bösen. Ergib dich, du Wurm!“

Testete Baal.

Erschrocken wandte sich die Gestalt zu ihm um, zu seiner Überraschung wurde der Barbar allerdings nicht angegriffen oder müsste jemandem hinterher jagen.
Nein, eine Stimme erhob sich und streifte die Kapuze zurück, unter der eine kahl rasierter Schädel zum Vorschein kam.

„Baal, meine Faust mit dir. Lange nicht gesehen!“

Der Fremde presste die Hände vor sich zusammen und verneigte sich.

„Wer bist du?“

„Nun sag, erkennst du mich nicht. Ich bins, Goemon!“
 
„Hahaha, du alter Fuchs, wo hast du dich bloß rumgetrieben?“

„Ich war in der Einsamkeit der Byth Täler zuhause und du?“

„Erkennst du dieses Leder?“

„Nein, mein Freund.“

„Also, dann hör her...“


Und schon wieder brachte er seinen Triumph, der ihm die Drachenrüstung eingebracht hatte, an den Mann.
Oder besser den Halbling.
Den Goemon war einer.
Genauer genommen ein Ninja.
Ein Schurke der mit Fäusten kämpft und mit vergifteten Shuriken um sich wirft.
So jedenfalls würde ich das nennen.

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Auch sein Name war in den Aufzeichnungen zu finden.
Baal hielt es für die Vorsehung seiner chaotischen Natur, dass sie sich hier wiederfanden.
Ich nenne es glücklichen Zufall.

Tharel Ragnarok, roter Magier von Bynarr

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #141 am: 25. November 2005, 10:27:03 »
 Stille

(58/2)
Es kam immer noch wie weiße Kristalle vom wolkenverhangenen Himmel.
Die Sicht wurde mit der Weite immer schlechter, und auch der Seitenwind pfiff über die Steine des inaktiven Vulkans hinweg.

„Seht ihr das auch?“

Fuhr Baal uns plötzlich an.

„Was?“

„Dort. Auf dem Kamm des Randes steht ein Mensch... zumindest ein Humanoider... oder... ich kann es nicht genau erkennen. Der weiße Dunst raubt mir die Sicht... arghhh..“


Baal war sauer.

„Verschwunden. So ein verdammter Mist. Bei den Gebeinen meines Ziehvaters, ihr führt doch hoffentlich ein Fernglas mit euch!“

Keiner antwortete.

„Gewiss hat sie uns beobachtet. Seid auf der Hut!“

Baal war ein Sturkopf.
Er wollte nicht wissen, was alles in seiner Abwesenheit geschehen war, sondern alles mit eigenen Augen sehen.
So musste auch Goemon auf Erklärungen von Thalia warten.

Ganz geheuer war uns dabei nicht und ich hatte das unbehagliche Gefühl, dass wir den Kerl da oben noch früh genug kennen lernen würden.

Wir wählten den Eingang bei der Wassernaga und nutzten die Gelegenheit, um uns mit ihr zu unterhalten.

„Blo Ma Naga Keng“

Sie betonte wie immer ungewollt das  „S“ und „Z“ über alle Maße hinaus.

“Asch, ihr seid es, Tharel.”

„Ja, Gouquog, zu Ehren. Was gibt es Neues von den Elementaren Tempeln?“

„Sie liegen brach. Kein lästiges Geplärr ...sssssss...ist mehr aus den Kraterrandminen zu vernehmen. Endlisch habt ihr es vollbrascht... ssssss...und der Agenda genüge getan.“


Sie wand sich grazil.

„Gouquog, als wir das erste Mal zu dir kamen, sollten wir genau diese Aufgabe erfüllen. Jetzt haben wir es vollbracht und du wolltest uns genau dann noch mehr erzählen, weißt du noch.“

„Haltet misch nicht für dumm, Tharel Ragnarok. Ich bin zehn Mal so als wie ihr, und noch lange nicht überaltert. Natürlich habe ich....sssssss... das nicht vergessen.“

„Ich bin ganz Ohr...“


Nur seltsam, dass sie trotzdem noch einmal alles erzählte.
Es ist mir zu anstrengend es wortwörtlich wiederzugeben, also fasse ich zusammen.
Gouquog war sowieso ein hinterlistiges Biest.
Sie wollte uns benutzen, um ihre Agenda zu leben.
Nichtsda.
Such dir andere Marionetten!

Sie hatte Hedrack schon gekannt, als er noch ein Diener des Iuz war. Nach außen hatte er immer schon teilnahmslos gewirkt. In ihm brannte aber immer ein Feuer von Wut, Rache und Qual.
Wir waren ihres Erachtens dazu da, dieses Feuer in Zaum zu halten.

Die beiden Hauptgefahren im Äußeren Bereich seien Mhunaath und Yklah, zwei Hexermeister, die gelegentlich die Gestalten von Nagas annehmen.
An dieser Angabe kam mir schon wieder etwas komisch vor.
Ich ließ es dabei bewenden.

Niemand glaubt tatsächlich, dass Tharizdun befreit werden könne.
Dem schließe ich mich gerne an.

Die Schicksalsschläfer sind gerade an einem Ort weit, weit weg beschäftigt.
Wo dieser Ort sich befindet, ist ihr allerdings genauso klar wie uns.
Der Vorteil ist, dass man sich im Äußeren und Inneren Bereich relativ sicher bewegen kann.

Der Äußere Bereich besteht aus Gefängnis, Truppenräumen und Gemächern der Oberen, sowie einem Gästeempfang und obligatorischer Weise einem hohen, Tharizdun geweihtem Tempel.
Die einfachste Möglichkeit hinüberzugelangen, sei sich über die Wasserlandung oder eine der Brücken zu begeben und das entsprechende Schlüsselpaar zusammenzufügen.
Um nicht von den Blitztürmen gebraten zu werden, könnte man sich schützen durch einen Spruch, der aufgesagt wird, wenn man den Schlüssel hält und dabei neben dem entsprechenden Altar stünde- dabei würde man „gesegnet“.
Die Sätze waren uns wohl alle bekannt.
Lediglich fehlten uns so manche Schlüssel.
Und der Lufttempelaltar war zerstört.

Danke Gouquog für deine bereitwillige Kooperation.
Deine Agenda werden wir aber nicht wie Puppen erfüllen!

Baal hatte eine brillante Idee.

„Was ist, wenn wir sie einfach ausräuchern?“

„Sinnlos. Die Türen des Äußeren ...ssssss... Bereichs sind ungewöhnlich konzipiert. Da dringt kein Rauch durch, wenn man nicht selbst ...sssss...ersticken will...“

 
Wir verließen den seicht unter Wasser stehenden Raum und watschelten Richtung Feuertempel.
Soweit kamen wir nicht.
Und nicht, weil Baal alles bestaunen müsste.

Plötzlich sprangen zwei Rostmonster aus ihrer Deckung des Erzkruschers und fielen auf uns ein.
Sie stellten für uns keine große Herausforderung dar, doch hatten sie mit ihrem niederträchtigen Angriff der Fühler Thalias meisterhaft gefertigte und magische Rüstung in eine rostige Blechbüchse verwandelt und so mussten wir unsere Erkundungstour frühzeitig abbrechen und nach Bet Regor teleportieren.

Dort machte ich mich ans Werk und stellte für Thalia in der kurzen Zeit die mir zur Verfügung stand eine neue, wenn auch aufgrund des Zeitdrucks, nicht so mächtige Rüstung her.

Als es dann wieder an der Zeit war aufzubrechen, bockte Baal herum und beschloss maulig zu Fuß zu gehen und nahm Goemon gleich mit.

Da die beiden ewig bis nach Vonidu brauchen würden, hatten Thalia und ich noch etwas Zeit, ihre Ausrüstung etwas aufzubessern.
So erhielt sie von mir noch einen magischen Umhang, der ihr helfen sollte, ihre physische und psychische Widerstandskraft, sowie ihre Reaktionen zu verbessern.
Es blieb noch genug Spielraum, um einen neuen Ort einzustudieren, den Marktplatz, sowie einen neuen Zauber zu erlernen, der besonders gegen arkane Zauberwirker effektiv ist, und anschließend teleportierten wir uns  in die Graue Hütte nach Vonidu, wo Baal und Goemon bereits seit kurzem einquartiert waren.
Wir zogen zu Fuß wieder zum Berg, der Stalagos.

Wo Häuser und Nadelbäume aneinandergrenzen war alles gefällt worden.
Spitze gekreuzte Pfosten richteten sich nach Osten und ragten aus der Erde.
Kein Gras, nur Matsch und Baumstumpfe.
 
Baal wartete auf eine Reaktion von uns.
Es glich einem Schlachtfeld.

„Rerrid hat es nicht so gut gefallen.“

„Baal, schöne seine Reaktion nicht.“


Entgegnete ihm Goemon.

„Rerrid fand es grauenhaft, gewissenlos und überflüssig. Nutzen und Ertrag müssen mit Aufwand und Verlust sich mindestens decken. Wir wissen du hast es nur gut gemeint, Baal. Vielleicht warst du aber etwas zu übermotiviert.
Rerrid scheint geknickt und resigniert und fragt Hildal nach dem Sinn. Hildal, den Erbauer...
So habe ich ihn rein gar nicht in Erinnerung. Und auch die Voniduaner trauen sich kaum aus den Häusern, außerdem sind es so viel weniger und ein frischer Friedhof ist angelegt worden. Kann mir bitte einmal jemand erklären, was hier überhaupt vor sich geht!?!“


Diesmal stürmte es nicht weiß.
Wir richteten unsere Augen auf den Kamm, während ich Goemon einweihe.
Erst jetzt fiel mir auf, dass wir sehr oft Personen in unseren Reihen haben, die meinen, sie müssten für Bah oder Vonidu irgendetwas tun, egal, ob es Sinn macht oder nicht.
Ich denke, Rerrid, Burne und Rufus wissen schon, wie sie ihren Dörfern am besten dienen und was wirklich hilft.
Eine Holzpalisade würde den Weiler wohl nicht wirklich vor den einfallenden Monstern aus dem Tempel schützen können, falls dieses Szenario überhaupt einmal eintreten würde.

Der übergroße, pelzige Humanoide, wie Baal es nun nannte, war nicht aufgetaucht.
Im Schutz der zugeschneiten Felsen gelangten wir zum Rinnsaal und den moosigen Steinen.
Der Wassernagaeingang.

In diabolischer Sprache – Die Teleportmagie

Dieser sehr praktische und das Leben nicht nur erleichternde, sondern auch ungemein verlängernde Zauber birgt, wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß, einige Gefahren.
Der Zaubernde muss sich vorher bewusst sein, dass er mit einem Mal plötzlich an einem Ort landen kann, der eine halbe Ewigkeit von seinem eigentlichen Zielort entfernt sein kann.
Er landet dort ohne jegliche Vorwarnung und Orientierung und muss damit rechnen, an den gottverlassensten Gebieten dieser Lande aufzutauchen.
So könnte es zum Beispiel sein, dass man sich sagen wir mal in die Taverne Vonidus teleportieren will und durch etwas Unachtsamkeit und mangelnde Konzentration im Gasthof von Puka, einem verlassenen, nur von Geistern und Gespenstern besiedelten Dorf wieder findet, ohne jegliche Kenntnis davon, wo man sich nun eigentlich befinde.

Wenn man dann natürlich keinen weiteren Teleport vorbereitet hat, müsste man sich einen Ort zum Schlafen suchen, der, wie man es sich in solch einer unwirtlichen Welt ausmalen kann, denkbar schwer zu finden ist. Hätte man dann doch einmal unter gewissen „glücklichen“ Umständen einen annehmbaren gefunden, müsste man doch dauernd damit rechnen, mitten im Schlaf von Todesalpen gestört, zu Tode geschwächt und nicht in Ruhe gelassen zu werden und man müsste sich ihrer mittels drastischer Maßnahmen entledigen.
Hierfür wäre es gut, einen Kleriker, wie Thalia, dabeizuhaben.
Erst dann könnte man sich ausruhen und am nächsten Tag sicher wieder weiter teleportieren, diesmal jedoch mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Konzentration.

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Tharel Ragnarok, Roter Magier aus Bynarr

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #142 am: 25. November 2005, 10:55:56 »
 Schuld

(58/3)
„Blo Ma Naga Keng“



Nichts.



Die Wassernaga war nicht aufgetaucht.
Auf magische Weise mit der Fähigkeit im Dunkeln zu sehen ausgestattet, vernahm ich einen grauen Fleck im kalten Wasser.
Baal testete.
Es schmeckte nach... Blut.
Ich tauchte in Krokodilgestalt hinein.
Die Röhre hinab gelangte ich in eine runde Höhle, gefüllt mit Wasser.
Sie trieb darin.
Leblos.
Durchlöchert und ausblutend.
Gouqoug, wenn sie auch eine hinterlistige Schlange war, war sie doch eine schöne Schlange gewesen.
Grün und weiß gemustert, der Kamm orange;
ich stelle sie mir nur noch einmal vor...
Und dazu zwei riesige ausblutende runde Wunde in der Seite, zwei Fuß von einander entfernt.
Ihres Besitzes wegen war sie nicht getötet worden, denn dieser war noch hier.
Ein menschliches Skelett lag in guter Ritterrüstung und mit zwei Löwenkopfringen aus Platin an den Fingern auf dem Grund, sowie eine magische Kriegsaxt und magische Bolzen.

Dieser Schock musste verdaut werden.
Es hatte mit uns zu tun, gewiss, und dafür fühlte sich besonders Thalia schuldig.
Für mich war die Sache klar.
Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

Das Vermächtnis des Feuertempels

Nach kurzer Verschnaufpause widmeten wir uns der Durchsuchung des Feuertempels.
Wir betraten den Feuertempelaltarraum. Die Plattform war nicht zu sehen.
Wir schritten recht nah an der Feuergrube entlang, aus der böse Flammen züngelten.
Da tauchte es auf. Glühend wuchtete es seine Arme auf uns herab.
Teilnahmslose Augen aus Asche und die Form einer riesigen humanoiden Feuerwand.
Ein riesiger Feuerelementar nahm es mit uns auf, während er in der Feuergrube stand.
Wir hechteten zurück und er packte feurig nach uns.
Es war ein sinnloses Unterfangen, denn wir kämpften tapfer, schleuderten Eiszauber und ähnliches, noch und nöcher.
Und immer, wenn er beinahe auseinander floss tauchte er ab in die bösen Flammen, um Energie zu tanken.
Er war lediglich ein Wächter der Grube.
Da entdeckten wir die Plattform. Sie schwebte knapp unter den Flammenspitzen, so dass sie auf den ersten
Blick das rasche Auge nicht wahr nahm.
Der Altar war verschwunden, also interessierte uns die Feuerwache auch nicht weiter.

Das Gebiet war verlassen, sehen wir von diesem Ding einmal ab.
Und geplündert.
Weitestgehend.

In einer Nebenkammer stand eine Drachenstatue.
Kantig.
Eine Vertiefung, gebildet durch die gefalteten Arme, war einst Sitz einer Truhe.
Ein Pendel bestückt mit einer Halbsichelmondänen Klinge hing senkrecht herab.
Am Boden zeichneten sich Rußflecken ab.

Fallen hatten sich bei der Ausplünderung ausgelöst.
Also mussten auch hier Gebietsfremde unterwegs gewesen sein.
Trotzdem fand Goemon noch Gefallen an diesem Raum.
Zu unserem Glück.
Denn aus einem steinernen Geheimfach bargen wir ein Buch, dessen Einband allein schon die Schreckhaften verängstigen könnte.
Die schrecklichsten Dinge geschehen, unter der Aufsicht eines goldenen flammenden Auges, dass ich nur zu genau kenne.
Denn es raubte mir vor nicht allzu langer Zeit meinen Verstand.
Das Buch des Dunklen Auges...

Des Weiteren brach sich Goemon ein Päarchen rotfunkelnde Smaragdaugen aus der Drachenstatue.

Wir lucken hinter den ersten schweren roten Vorhang mit gelbem Feuertempelsymbol darauf, wie hier alle Räume von einander getrennt sind.

Tessimons Kammer ist ausschmückend dekoriert.
Luxuriöses Bett im Zentrum, mit roten Satindecken und -polstern.
Eine Ebenholzgarderobe, ein Schmuckkästchen mit großem Spiegel und ein hölzerner Mantelständer.
Schwarzer Marmortisch mit gepolsterten Stühlen. Darauf ein Silberservice, aber schmutzig mit Essensresten und Trinken.
Die Wände bemalt in roten Streifen, beim Betrachter sollen sie wohl den Eindruck von Flammen hinterlassen.
An einem Fleck stand einst eine Truhe. Der Abdruck ist deutlich zu sehen.
Alles ist durchwühlt und Frauenkleidung liegt verstreut herum.
Am Rücken des Spiegels finden wir einen versteckten Schlüssel für ein großes Vorhängeschloss.
Jetzt brauchen wir nur mehr die Truhe dazu.

Im Anschluss geraten wir in eine Folterkammer.
Scheußlich.
Streckbank, Eiserne Jungfrau, eine Schüssel für heiße Kohlen und das passende Besteck, ein Tisch bedeckt mit Messern, Skalpellen, Daumenschrauben, und weitere schreckliche Folterspielzeuge.
Handschellen an der Wand verkünden, dass der Feuertempel hier einst seine Gefangenen aufbewahrte.
Die Eiserne Jungfer steht offen, eine Blutlache.

Baal bittet uns hinaus.
Gebrüll ist zu vernehmen.
Das Brechen von Eisen, ein ungewohntes Geräusch, das Knacken von Holz. Es birst an der Wand.
Baal tritt heraus.
Schweißüberströmt, aber zufrieden.
Mit bloßen Händen wütete er.
Erstaunlich wie er die Eiserne Jungfrau zu einem Würfel presste.

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Vor der nächsten Abgrenzung liegt bereits ein Geruch wie über einem nichtgeräumten Schlachtfeld am nächsten Morgen, wenn der Nebel noch die Körper bedeckt und Gischt auf den Leichen liegt.
Der Gestank von verrottendem Fleisch.
Wir zögern.
Und nicht zu unrecht.
Schädel, zum Teil noch mit Fleisch bedeckt, nicht selten baumelt ein Auge aus seiner Höhle, hängen von der Decke an Ketten mit Haken.
Neben ihnen hängen Hände und blutige Organe.  
Der leichte Luftzug aus der Feueraltarhöhle lässt die Ketten aneinander klirren.
Die Wände und der Boden sind bedeckt von getrockneten Körpersäften.
Ein kleines Bett mit einer Eisentruhe daneben lässt ahnen, dass dieser Ort nicht ein grässlicher Schlachthof, sondern ein Schlafgemach ist.
Die Truhe ist so geformt, dass sie einen menschlichen Körper darstellt, der sich tödlich in Stacheldraht verheddert hat.
Nichts ist hier durchwühlt, geschweige denn angerührt.
Sogar für die Plünderer war diese Kammer zu viel des schlechten Geschmacks.
Das kleine Bett lässt darauf schließen, dass hier der bestialische Gnom lebte.
Ich wette, dass der Name des Bewohners Firre Oranak war.
Den einer der beschrifteten Schlüssel, die wir um den Hals des Gnoms gefunden haben, passt.
Und ich behalte recht.

Baal erklärt sich bereit die Truhe zu holen.
Aber er beeilt sich.
Darin finden wir wieder Folterwerkzeuge, Skalpelle und Haken.
Baal gibt sich beim verbiegen jedes einzelnen Stücks viel Mühe.
Diese blutrünstige Maschine von Firre Oranak, die sich am Leid anderer ergötzte, hat den Tod verdient.
Das weiß man, auch ohne einem guten Aspekt der Schöpfung anzubeten.
Doch unsere folgende Entdeckung relativiert dies.

Die Truhe besitzt einen doppelten Boden.
Darin liegt ein winziger Gegenstand.
Aus düsteren Büchern kenne ich den Namen.
Dämonenstein...
Ein dunkler Stein, unbearbeitet, hat er dennoch die Form einer kleinen dämonischen Kreatur, seine Fledermausflügel um den Körper geschlungen.
Es scheint etwas lichtdurchlässig, mit einem dunklen Zentrum, dass sich unregelmäßig bewegt, und irgendwie Schleier zieht.
Plötzlich meint Goemon.

„Scht, Ruhe. Ich höre ein Wispern.“

Wir spitzen die Ohren. Es ist so leise, dass man es kaum verstehen kann.
Goemon, der das geringfügige Artefakt in den Händen hält, fühlt sich angenehm.
Es ist irritierend.
Er legt sein Ohr auf das Teil und schreckt zurück.

„Es flüsterte mir zu, ich solle dem mit der Glatze meine Faust ins Herz rammen und hat dabei böse gelacht.“

Er reicht es mir. Auch ich höre es wispern.

„Reiß ihm den Nasenring heraus., dass wird schmerzhaft sein, du willst es doch, nicht wahr, hahaha...“

Das fiese Lachen halt aus.
Baal nimmt es an sich.

„Dem Winzling mit den Stoppelhaaren solltest du das Rückrat brechen, nein, wehr dich nicht, ... tus einfach... was spricht dagegen...hehehe.“

„Mir reicht´s. Du hast hier gar nichts zu bestimmen, Steinchen!“


Er legt es auf den Boden und wuchtet seine Axt darauf.
Es zerbricht nicht.
Noch einmal hebt Baal das Teil auf und hält es ans Ohr.

„Deine Axt findet im Köpfen dieser drei missratenen Bastarde eine viel bessere Verwendung. Bring mir ihre Köpfe, hihihi...“

Thalia möchte nun auch einmal.

„Baal, vernichte es!“

„Was hat es dir denn ins Ohr gesäuselt?“

„Lüg das sich die Balken biegen! ...Baal zögere nicht länger und zerbrich es!“


Baal klemmt es zwischen Wand und Boden.
Nimmt Anlauf und springt darauf.
Es bricht in der Mitte durch.
Der sich bewegende Kern tritt aus.
Eine tiefschwarze, zähe Masse.
Auch sie kenne ich beim Namen.
Flüssiger Schmerz.
Ich halte mich mit Anklagen zurück, auch wenn sie zweifelsohne richtig am Platz gewesen wären.
Artefakte besitzen einen wahrhaft nicht messbaren Wert.
Lediglich Thalias Anwesenheit hielt mich zurück.
Nicht ihre Macht, nein, das ewige Rumgehzicke der Priesterin.
Ja, lies das ruhig.

Niemand wagt es das Liquid anzufassen.

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Wir kehren ihm den Rücken.
Firre, dieser kranke Wicht, muss unter dem Einfluss dieses Artefakts gestanden haben.

Ein rußiger Raum war die Heimat eines Höhlenhundes.
Eine Kammer mit vielen durcheinandergestellten Hochbetten, der Truppenraum, ein Bettenlager, besitzt eine Erhöhung mit einer angelehnten Leiter.
Ein Leuchter hängt von der Decke.
Kisten voller frischer Nahrung stehen dort.
Ein Fass mit Altbier ist gefüllt.
Das müssen die vom Überfall auf Vonidu erbeuteten Lebensmittel sein.
Wir werden sie den Menschen mitbringen.
Es wird für Wochen reichen.

Ein Haufen aus einigen Waffen, persönliche Rucksäcke.
Durchgewühlt.

Auf dem Vorsprung hatte wohl der Hexenmeister, Arlainth, gelebt.
Ich werde ihn vergessen, wie alle übrigen.
Lediglich seine Wandzeichnung wird mir in Erinnerung bleiben.
Eine Bilderfolge, in der ersichtlich wird, wie er sich wünscht Eeridiks Rattenkopf unter seinem Stiefel zu pressen und dessen Position einzunehmen.
So viel Eifersucht, Raffgier und Zorn habe ich selten in einer Szene gesehen.
Eine arkane Schriftrolle fällt uns in die Hände.
Und dazu finde ich ein blaues Pulver.
Es ist Pilzpulver.
Eine Droge.
Das Kraut hat mir schon genug Ärger eingebrockt.
Ich lasse es links liegen.
Zwei Bücher über Magie und zwei Alchemistische Feuerchen – lächerlich- fallen uns noch in die Hände.
Arlainths restlicher Besitz befindet sich bereits in unseren Taschen.

Da fällt mir auf, alle Leichen sind verschwunden...
Man hat sie wohl, samt Tessimon und ihren Unteren Führern, ins böse Feuer der Altargrube geworfen.

Nun blieb nur noch ein unerforschter Ort in den Minen.
Die Gruft.
Der Weg dorthin führte über die monströse Höhle, in der vor Monaten der Kampf zwischen Feuer- und Erdtempel stattgefunden hatte.
Beweise lagen dafür noch zur Genüge herum.

Verhängnisvolle Gruft

Hier liegen diejenigen, die dem Meister in all seinen Formen am Besten dienten. Stört nicht ihren ewigen Schlaf.

Stand dort auf dem Boden in Abbysisch.

Auch Baal diskutierte anfangs.
Er wolle nicht, dass man die Grabstätten seiner ehrenhaft barbarischen Vorfahren in den Dreck ziehe, also mache er das mit anderen auch nicht.
So viel Weisheit kam selten aus seinem breiten Mund.

Diese Weisheit war allerdings schnell manipuliert, so dass Baal mit Begeisterung zu Höchstleistung auflief und mit seiner Adamantaxt durch einen Sargdeckel nach dem anderen, wie mit einem heißen Messer durch Butter, glitt.
Da reichte schon ein simples...

„Ja, aber den Grabräubern deiner Vorfahren wirst du eins auf die Rübe geben. Aber wer soll dir schon eins auf die Mütze hauen, hä?“

...und hatte ihn überzeugt.

Zuerst waren drei Steinsarkophage in einer Nebenkrypta dran, die Meißelungen von Menschen auf dem Deckel hatten.
Alle drei Mann oder Frau in Stasis liegend, in dunkle und verschleiernde Roben gekleidet.
Jede ein Symbol des Älteren Urgewaltigen Auges um den Hals.
Eine umklammert einen großen Kloben mit verdrehten Stacheldrähten daran, eine ein glattes schwarzes Zepter, und die dritte eine Rolle.
Am Fuße jedes Sarges stand ein unerleuchteter Bronzekandelaber.

Die Anstrengung brachte uns eine Feuerfalle ein.
Eine Nagelbombe konnte Goemon entschärfen.
Allerdings stießen wir auch auf Schätze, so dass Thalia, noch vor wenigen Augenblicken etwas skeptisch sich nun hinzugesellte.
Ein magische Panzerrüstung ein magischer Streitkolben, sowie eine golgene Halskette mit Jadestückchen und ein schwarzer Stab mit Melfs Säure Pfeilen, wie sich später herausstellte, geladen.

So, nun half auch ich mit, als wir uns der nächsten Ruhestätte der Templer annahmen, in der zehn Sarkophage standen.
Einem war der Feuertempeldiamant, zweien das Wassertempelquadrat, dreien das Erdtempeldreieck und vieren der Lufttempelkreis eingraviert.
Es lagen einige tote Schreckensfledermäuse herum, doch die störten reichlich wenig.
Mit einer Brechstange war ich gerade dabei die Deckel aufzuhebeln, da traf mich der Fluch.
Unbändiger Schmerz durchflutete mich, ich merkte, wie sich meine Haut von den Knochen löste und in winzigen Teilen von mir bröselte, so dass Unterhaut, Adern und schließlich Knochen zu sehen waren.
Ich schrie wie am Spieß.

Thalia eilte mir etwas ratlos zu Hilfe.
Versuchte ihre Heilungszauber.
Vergebens.
Versuchte ihre Heilertasche.
Vergebens.
Zückte eine Schriftrolle.
Die fleischzehrende Krankheit fiel von mir ab.
Puh!
Solch einen Schmerz gönne ich nur meinen bittersten Feinden.

Natürlich durften wir uns jetzt Thalias Gezeter anhören.
Übergehe eine Frau in solchen Fällen, nur so kommts du vorwärts.

So teleportierten wir uns und die Nahrung aus dem Feuertempel nach Vonidu, um uns für die weitere Graberkundung zu stärken.

Thalia, Pante und Baal überbrachten Rerrid freudig die gefundenen Kisten und Fässer.
Rerrid verwies mit einem Lächeln auf Thandain.
Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung, Rerrid ins echte Leben zurückzuholen.
Zumindest ein Ansatzpunkt für Thalia.  

Ich nutze die Zeit, um mir das im Feuertempel gefundene Buch ein wenig genauer anzusehen.
Ich stoße auf eine wahrhaft lesenswerte Passage, die ich im Anhang beigefügt habe.
Die Dinge, welche hierin besprochen und erläutert werden klingen wahrhaft verlockend und bieten einem ungeahnte Möglichkeiten – es gibt nur ein Problem bei der Sache.
Wir haben kein Tentakelzepter...
Nein, natürlich besteht das Problem in einem anderen Aspekt.
Hierfür muss man herzengute Menschen, am besten Kleriker und Paladine einer guten Gottheit, opfern, um das Maximum von fünfzigtausend Goldmünzen zu erreichen und natürlich könnten wir niemals so viele Menschen auftreiben, die hierfür in Frage kämen, selbst, oder gerade in Bet Regor nicht...
Nein, natürlich ist es auch das nicht.
Es ist einfach verwerflich so etwas zu nutzen...
Mit diesen Gedanken ging ich in der „Grauen Hütte“ zu Bett.

Thalia hatte mitgedacht, und für den folgenden Tag doch einige Sprüche vom Wahren erbeten, die uns vor Krankheit, Fluch und Gift schützen sollten.

Wieder ging es fehlerfrei in Sekundenbruchteilen in die Gruft.
Immer wieder musste Thalia ihre Hände auflegen und den Fluch abwenden.
Der Schmerz war schier unerträglich als die Hautfetzen sich zu hauf lösten.
Aber wir verkrafteten das, denn die Neugier trieb uns voran.
In diesen Steintruhen fanden wir nichts, also zogen wir weiter.

Über den nächsten beiden Särgen hing von der Decke an einer  Kette ein achtzehn Ellen großes Dreieckssymbol, gefertigt aus Eisen und schwarz angestrichen, mit Ausnahme der gelben Aussparungen.
Die schwarze Farbe von den ebenfalls mit dem Zeichen kenntlich gemachten Särgen blätterte bereits ab.
Eine Sporenwolke entfuhr den Särgen bei ihrer unfreiwilligen Öffnung.
Mumien lagen darin.
Ich kann nur hoffen, dass sich niemand mit der Mumienfäule angesteckt hatte.
Wenigstens trugen sie an silbernen Ketten, wobei auch Elfenbeinstückchen aufgefädelt waren, silberne kleine Figuren von Fledermaus geflügelten Dämonen und silberne gewellte Dölchlein.

Was war das?
Auf unseren Handballen zeichnete sich eine Narbe ab.
Bei Goemon, Baal und auch mir.
Wie war das möglich?
Allein Thalia blieb verschont.
Jetzt kam es mir.
Wir waren gebranntmarkt.
Der Fluch hatte seinen Abdruck hinterlassen.
Je öfter man davon betroffen war, desto deutlicher trat sie hervor.
Es war das Zeichen de Älteren Elementaren Auges.
So wird man uns überall, bei jeder Begegnung mit einem Priester oder Kultist dieser Bösen Gottheit als Grabschänder erkennen.
Ein Leben lang.
Ich werde ein Mittel gegen diesen Schönheitsfehler finden.
Aber das kann erst einmal warten.

So stürzten wir überhastet auf die letzte Kammer, wo sich Baal sofort auf einen Sarg schwang.
Sie waren dekoriert mit Tempelsymbolen, Schädeln und makaberem Schmuck.
Die Wände  bedeckt von Steinhauereien von grinsenden, Fledermaus geflügelten Dämonen, scheinbar bedrohlich näherrückenden Skeletten und spektralen Kriegern.
Die Silhouetten der letzten waren nur leicht herausgearbeitet, das ließ den Unterschied entstehen.

Schatten tauchten aus den Wänden auf, es waren nur mehr wenige.
Sie waren übrig geblieben, als wir das letzte Mal hier waren.
Sie hatten sich mir nicht tief ins Gedächtnis gegraben und das mussten wir nun bezahlen.
Zwischen den Särgen war es nicht einfach sich zu erwehren, für die Schatten waren die Objekte keine Hindernisse.
Mein erster Feuerball ließ die drei völlig kalt.
Baal war im Unglück. Ein Gewächs der Dunkelheit hatte im gleich zu Beginn mit einer Berührung schwer zugesetzt.
Er war bleich und wurde mit jeder Berührung immer kraftloser.
Thalia war nicht schnell genug den Stab der leichten Genesung zu ziehen.
Sie trifft die Schuld.

Baal sackte kraftlos mit aufgerissenen Augen zu Boden.
Ich breitete meine stärksten Waffen aus, darunter mein Kältekegel, Goemon fokussierte seine magischen Fäuste und Thalia schwang ihre magische Waffe.
Sie ließen immer mehr schwarze Fetzen und einer nach dem anderen gehörte der Vergangenheit an, während auch wir an Kraft einbüssten.
Da erhob sich plötzlich ein Schatten aus Baals Körper, der dieselben Proportionen wie der Barbar besaß und auf uns mit seiner nicht körperlichen Axt eindrosch.
Thalia beendete mit Tränen in den Augen Baals lebensfeindliche Existenz.

„Ruhe in Frieden, geplagte Seele...!“

Sie brach zusammen, der Boden vor ihr tränkte sich in Salzwasser.
Denn sie wusste, wer als Untoter stirbt, hat es schwer, zurückzukehren...

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Hier will ich auch erneut Gawain gedenken, der mein Leben rettete und seines opferte.
Nun will ich das Seine retten, und ihn aus den Klauen des Tempels reißen...
wenn es vermeidbar ist, werde ich meines jedoch nicht unbedingt opfern.
Gawain würde das ja auch gar nicht wollen.

Das Relikt

Natürlich sind magische Gegenstände, die einen reellen Gegenwert von fünfzigtausend Goldmünzen haben, eine große Verlockung, der man sich nur schwer entziehen kann, doch selbst ich muss hierbei eine Grenze ziehen.

Ich kenne mich in den Konflikten zwischen Gut und Böse wahrlich nicht gut aus und vermag Entscheidungen am ehesten zu treffen, wenn eine der Varianten einen persönlichen Vorteil für mich birgt, aber dennoch darf ich mich nicht zu solchen Taten verleiten lassen, genauso, wie kein anderer so etwas vollziehen sollte.
Die in diesem Buch beschriebenen Riten dienen allein dazu, das Böse zu nähren und damit darf kein Wesen dieser und aller anderer Welten zu tun haben.
 Ich werde das Buch in sichere Verwahrung nehmen und es zu meiner und der Aufgabe meiner Gefährten und unserer Nachfolger machen, diese dunklen Altare zu vernichten, auch wenn es sonst nicht meine Art sein mag, derartige Dinge aus Gründen eines guten Ideals heraus zu verrichten.

Buch des dunklen Auges

Altare des Älteren Urgewaltigen Auges

Diese Altare aus längst vergangener Zeit besitzen unvorstellbare Macht für denjenigen, der gewillt ist die nötigen Opferungen für die Freisetzung durchzuführen. Gefertigt aus purem, aber roh gekantetem Obsidian, tritt er immer in Begleitung von zwei großen Kandelabern und einer großen Pauke auf.

Bei Berührung wird der schwarze Altar im Verlauf von zwanzig Sekunden lichtdurchlässig. Dann wird sich seine Farbe zu Amethyst  mit einem schwarzen, formlosen Kern hinwenden. Jeder, der ihn in dieser Phase berührt, wird bis zu vier Stunden paralysiert.

Wenn in dieser Zeit die Kerzenleuchter erhellt sind und die Pauke geschlagen
wird – wird sich im Zentrum des Altars ein glühend goldenes Auge manifestieren. Jedoch sollten nur diejenigen mit starkem Willen zum Auge aufblicken. Viele Tempel nutzen es für die Aussiebung derer, die es nicht wert sind, dem Älteren Urgewaltigen Auge zu dienen. Ein Misserfolg, indem man nicht mit ausreichender und erfüllter Willenskraft zum Auge aufsieht, kann mit dem Tode, dem Verlust an lebensspendender Energie, im Wahn- und Schwachsinn, dem Rückgang von geistiger Weisheit, körperlicher Stärke oder Standfestigkeit einhergehen und enden. Nach weiteren zwanzig Sekunden wird das Auge aus dem Altar herausschweben und sich in ein goldenes Ei verwandeln, welches sofort beginnen wird, anzuschwellen. Stört dieses Geschenk des Älteren Urgewaltigen Auges in seiner Entwicklung nicht. Wenn es erst einmal eine Größe erreicht hat, in der es die Oberfläche des Altares völlig bedeckt, wird es aufbrechen und elementare Geschöpfe der Macht, die an den Tempel gebunden sein werden, aus ihm schlüpfen und zu permanenten Bewachern der Tempelräumlichkeiten und der Umgebung werden. Symbole der Tempelzugehörigkeit werden sie am Angriff hindern.

Wenn ein Tentakelstab während der Erscheinung des Auges anwesend ist, wird sich die Farbe des Altars zu einem durchsichtigen Heliotrop wandeln, die schwarze Masse des Kernes wird anwachsen, wobei sich geschwollene lila Adern zeigen werden und zugleich das Auge sich feurig orange-rot färben wird. Anschließend wird aus dem Altar ein Tentakel herausschnellen und die nähest befindliche, lebende und empfindungsfähige Kreatur ergreifen, in den Stein hineinziehen und das Wesen mit Leib und Seele völlig zerstören. Während dies geschieht, wünsche man sich einen magischen Gegenstand bis zu einem reellen Wert von fünfzigtausend Goldmünzen.
Nachdem der Altar die Kreatur verschlungen hat, wird er in seinen schwarzen, undurchsichtigen, gewöhnlichen Zustand zurückkehren.

Der Altar kann auf diese spezielle Weise nur einmal alle zehn Mondphasen genutzt werden.
Zur bestmöglichen Ausschöpfung der Wunscherfüllung ist es nötig, wertvolles Leben zu opfern.
Je wertvoller desto kostbarer. Aber noch andere Umstände können diesen Vorgang merklich beeinträchtigen. ...


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Tharel Ragnarok, Roter Magier von Bynarr

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #143 am: 25. November 2005, 11:33:27 »
 Kein Abbruch der Mission

(59/1)
Dort kniete also Thalia.

„Wir holen dich zurück. Egal, was es kosten mag.“

Tharel war da anderer Meinung.

„Wieso sollten wir? Seine Seele hat Frieden gefunden, und seine Gegenstände werden uns im Kampf gegen den Äußeren Bereich auf alle Fälle unterstützen. So nützen wir Baal am meisten.“

„Wir haben keinen Anspruch darauf. Es gehört ihm und langt locker für seine Rückkehr. Außerdem ist er mein Freund, und hat dasselbe mit mir getan, als mir vor Monaten das Genick durchgebissen wurde.“


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Setzte ich ihm energisch dagegen.

„In der Tat, das ist kein rechtmäßig erbeuteter Besitz böser Kreaturen, die so oder so keinen Anspruch auf Eigentum haben! Das gehört immer noch Baal!“

Gab Thalia zum Besten.

Tharel gab sich für den Moment geschlagen.
Für den Moment wohlgemerkt...

Dennoch wollte er noch nicht von den Gräbern ablassen.
Er schnappte sich die Axt des Kriegers aus dem Süden.
So gelang es auch dem nicht gerade muskulösen Roten Magier einen Deckel nach dem anderen zu spalten.
Die Ausbeute eher mager.
Nur bei einem nahezu perfekt erhaltenen Körper einer Halb-Elfin wurden wir fündig.
In ihren Händen hielt sie, wie wir später identifiziert bekamen, einen magischen Schockrapier.
Elektrizität war noch am ehesten dem Lufttempel zuzuordnen.

Tharel hatte noch nicht alle Deckel gespalten, da ergriff ihn wieder der Fluch, doch die Gier trieb ihn an und er machte unbändig weiter.
Der Fluch verstärkte sich, und Tharel schrie gepeinigt.
Und sprang trotzdem von diesem Sarg auf den letzten.

„Thalia so unternehmt doch etwas!!!“

Und noch einmal brach das Gestein, und noch einmal hatte sich der Fluch verstärkt.
Wie in Schwärmen kleiner Insekten fiel das trocken bröslige Fleisch von seinen Knochen.

Thalia, die gewartet hatte, mit einem Zauber den angewachsenen Fluch mit einem Schlag zu brechen,
reduzierte seine Wirkungsweise zu unserem Erschrecken aber nur...

„Ich habe nur mehr einen Welle des Schutzes übrig! Ganz kann ich ihn nicht retten! Schnell, versammelt euch!“

Es galt nun schnell zu handeln.
Tharel, der vor lauter Pein kaum mehr stehen konnte, schaffte es trotz der Ablenkung uns mit einem Male auf den Marktplatz in Bet Regor, samt Baals Leichnam, zu befördern.
Eine anschließende Dimensionstür brachte uns vor die Großkirche des Wahren.

Der Pförtner erschrak.
Kein Wunder, denn das Opfer war entstellt und es hatte nicht geendet.
Von Tharels Gesicht waren bereits große Hautteile gebröselt und man sah seinen Kiefer und seine Speiseröhre, während auf der anderen Seite bereits sein Augapfel freigelegt war.
Thalia forderte geschwind Erimm Rechtung holen zu dürfen, stieß die Tür auf und rannte hinein.
Gerade, das nicht die gesamte streng hierarchische Ordnung der Kirche ausgehebelt wurde.
Tharel bekam kaum mehr Luft und sackte zusammen, während winzige Knochenteilchen sich lösten, in die Luft schwirrten und sich in Nichts auflösten.
Sein Schreien hatte ausgehallt.
Jetzt war sein Ende gekommen, und ich hielt nur hilflos seinen Kopf...

...

Da stürmte der Richter Erimm Rechtung heraus und sprach keuchend sein göttliches Gebet.
Wie auch Thalia ihre letzte Hilfe aufbrachte...

Es endete.
Der Fluch war Geschichte.
Doch, welch ein Glück, Tharels Herz, man konnte es durch den Brustkorb sehen, schlug noch.
Tharels Schutzengel beugte sich über ihn und legte seine sanfte Hand auf.
Blaue Magie ließ den weiten Ärmel flattern und reparierte alle offenen Stellen.
Thalia war es.

Der Magier schlug die Augen auf.
Ein Stein fiel uns allen vom Herzen.
Tharel bedankte sich anständig.
Doch aus diesem Ereingis hatte er nichts gelernt, was er uns wenig später deutlich zeigte...

Thalia nahm Erimm zur Seite und sprach eindringlich mit ihm.
Sie hätten ein Gruppenmitglied verloren, welches als Untoter wieder zurückgekehrt war.
Nun bräuchte man einen mächtigen Kleriker.

„Allein der Namenlose ist dazu in der Lage.“

Thalia- schließlich war sie enges Mitglied der Kirche- wusste von ihm. Dieser Priester hatte seinen Namen zu Ehren des Wahren vergessen lassen.

„Kommt, wir wollen sehen, ob er für eine Audienz bereit ist. Bevor er seine Gunst einem anderen offenbart, geht er immer sicher, dass er auch kein falsches Werk tut. Merkt euch, betitelt ihn niemals direkt!“

Thalia war die Richtige für diesen Job.
Später berichtete sie in andächtiger Stimme von einem Alten, in goldenem Talar, mit leuchtend weißen, umgeschlagenen Ärmeln, leuchtend weißer Scherpe und faltenfreier Kapuze. Ein goldenes Kopftuch umrandete sein glattes Haupt mit einzelnen weißen feinen Strähnen umgeben.
Bevor er seinen Namen abgelegt hatte, war sein Rang innerhalb der Kirche der, eines Wahren Sehers.
Heute würde man ihn als Hohen Seher bezeichnen, wäre es nicht von ihm aus negiert worden.
Thalia, die Baal nun wirklich nicht gut kannte, hatte zumindest versichern können, dass in ihm kein böser Funken sei und außerdem würde diese Lebenserfahrung dem Barbar eine Lehre sein, dem Guten wohlgesonnen gegenüber zu stehen.
Es hatte zugestimmt.
Die Zeremonie würde er alleine abhalten.
So wandelten wir Baals materielles Vermögen in bare Münze beziehungsweise Diamantenstaub um, übergaben Erimm zu Baal noch den Sack voll farbigem teurem Pulver.

Wir warteten auf Baal und nach Stunden im Vorsaal der Kirche kam er.
Doch genauso, wie man sich im Kampf auf Tharel verlassen kann, kann man sich außerhalb darauf verlassen, dass es Scherereien gibt.
Dieses Mal wollte er das übrige Gold des Verkaufes von Baals Ausrüstung für seine „Dienste“ einsacken.

Baal drohte ihm, Thalia warf ihm böse Blicke zu und ich redete mir die Zunge fuselig.

„Tharel, auch dich haben wir gerettet, obwohl dein Reichtum eine große Bereicherung gewesen wäre und außerdem...“

So konnte er überzeugt werden, es herauszurücken, wenn auch widerwillig und mit Geschrei.

Der Pförtner bat Thalia für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Man müsse Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen!
 
Baal reichte es... zu meinem Bedauern ein zweites Mal, und diesmal entgültig.

„Lebe wohl, mein guter Goemon, und auch dir sei dank, Thalia... ich kehre nun zurück in meine Heimat, das Klima hier ertrage ich einfach nicht. Shvimosha ich komme! Willst du mich begleiten, Goemon?“

„Unsere Wege werden sich wieder kreuzen, das verspreche ich dir, Baal!“


Ich ballte die Fäuste und verneigte mich.

Tharel widmete er keines Wortes und keines Blickes mehr.
Da zog er von dannen und verschwand im Strom der Menschen Bet Regors.

...

Geheimnisvoller Gefährte

Wir gingen den üblichen Geschäften nach.
Frische Tagesrationen, Identifizieren, Feilschen und so weiter.
Ich tauschte meine magischen Handschuhe des Geschicks bei einem Magier gegen weniger hilfreiche als Pfand ein, damit er mir die meinen noch mächtiger machte.
In knapp einer Woche würde ich sie mir abholen können.

In unserem Gasthaus begegneten wir unserem neuen Gruppenmitglied.

Wir übernachteten einmal und Tharel erzählte von einem Alptraum.
Das Goldene Auge des Altars starrte ihn die gesamte Nacht aus tiefster Finsternis heraus an und erlosch langsam... bis er aufwachte.
Hatte den ungläubigen Tharel eine Vision heimgesucht?
Wir mussten uns vergewissern, zahlten unseren Aufenthalt, und wie es das Schicksal so wollte,
erkannten wir den Barden - mit Stimme aus der Abyss... darf ich vorstellen, Redithidoor Halbmond - des „Wilden Weibes“ an einem Frühstückstische, der sich gerade angeregt über einen Sachverhalt ausließ, und einer kleineren ernsten Gestalt das Ohr zuschwall.
Wir brachen für den Moment ab.

„Dieser Virtuose Jurrikath Museloto war vor Monaten in meinem Stammspielort auf der Durchreise und gab seine Kunst zum Besten. Ach, ich höre noch jeden Klang! Er wollte mir Unterricht geben, doch ist er nie wieder aufgetaucht. Er behauptete nur einen kurzen Abstecher nach Vonidu unternehmen zu wollen, um einige Münzen zu verdienen. Jetzt glaube ich langsam, dass ihm etwas zugestoßen ist, gerade, wo doch so viele schlimme Dinge in Bah und Vonidu geschehen sind, die von einem erloschenen Vulkan ausgehen, wie man überall auch hört. Die Menschen tuscheln, müsst ihr wissen...
hier, ich habe auch Geld zusammengespart. Findet mir den Verschollenen!“


Er legte einige Gold-, Silber und Kupfermünzen auf den Tisch.
Sein dunkelhäutiges, exzentrisch gekleidetes Gegenüber nahm  sie zögernd an.
Da sah uns die schiefe Stimme.

„Ach, euch kenne ich doch aus unserer Gaststätte. Darf ich vorstellen...“

Er deutete auf den Schattenelf.

„...Lith Vevisikale, Schicksalsweber von Beruf. Er findet für mich meinen Lehrmeister..."

„Den hast du auch dringend nötig, Kreischer...“


Begegnete ihm Tharel unfreundlich.
Der Barde, welcher das als kleinen Scherz aufgefasst hatte, lachte nur angeheitert.

„Und dies sind die Helden, die gegen die scheußlichen Bewohner des schlummernden Berges ins Felde ziehen.“

„Seid ihr auf der Durchreise?“


Der Schattenelf – ein an der Oberfläche generell, und nur selten zu unrecht, verhasstes Geschöpf- erhob sich.
Thalia nickte zu, sie hatte nichts Abweisendes in ihm gespürt.
Doch hatte sie sich auch schon in Mad getäuscht.

„Wir wollten soeben nach Bah zurückkehren. Auf eine angenehm schnelle Art und Weise. Möchtet ihr euch uns denn anschließen?“

„Halbmond, du hast doch sicher nichts dagegen?“

„Iwo, ich genieße hier noch ein paar schöne Tage und Nächte. Wie oft komme ich schon in die Handelsmetropole!?!“

„Dann auf bald, ich sehe, was sich machen lässt.“


Wir teleportierten uns nach Bah in die Kapelle des Wahren.
Derim erklärte, dass Y´Dey gerade verhindert sei, also nicht anwesend.
Terjon fuhr gerade mit einem Pferdegespann voller Gütern am Fenster vorbei.
Wir spurteten hinaus.
Er wollte das soeben nach Vonidu liefern.
Auf Tharels Vision hin gab er zu bedenken:

„Träume haben immer etwas zu bedeuten. Die Zeit drängt, die Uhr tickt! Das kann ich herauslesen.“

„Aber in welchem Zusammenhang?“


Meine kritische Haltung drang durch.

„Da bin ich überfragt. Eine passende Aufgabe für euch. So findet es doch heraus!“

Er gab seinen Tieren ein Schnalzen.
Wir sprangen auf und unterhielten uns bei leichtem Schneegestöber bis zum Weiler mit ihm und unserem neuen Mitglied.
So recht weiter kamen wir nicht.
Wir drehten uns mit unseren Gedanken im Kreis...

...und fanden nicht recht den Schlüssel.
Und auch der Schattenelf war nicht sonderlich gesprächig.
Hatte wohl nur seinen Auftrag im Kopf.

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Die frischen Gräber des Waldfriedhofes bei Vonidu hinterließen bei Lith kaum Eindruck.
Wenigstens waren die Menschen nun ausreichend sowohl mit unseren Kisten und Fässern als auch mit Terjons Gütern versorgt.
Thandain übernahm die Verteilung.
Wenn wir schon nicht den Liebeshunger von ihren Seelen nehmen konnten, sollte es mindestens der Hunger der Mägen sein.
Die Grundversorgung mit allen lebensnotwendigen Gütern war nun gegeben, und ganz hilflos waren die Voniduaner auch nicht.
Sie hatten genügend Jäger, Handwerker und Bauern in ihrer Gemeinschaft.

Im Gänsemarsch, Thalia ganz vorn, marschierten wir durch den sich anreichenden Schnee zu Mount Stalagos.
Sieh.
Die Gestalt stand wieder auf dem Kamm.
Dieses Mal begleitet von zwei weiteren, die zu beiden Seiten neben ihr verharrten.
Konturen zeichneten sich nur schwerlich ab.
Es schien ihr Fell im Winde zu wehen, die Kreatur hielt ein sehr großes Schild und einen mehrköpfigen Speer.
Wir konnten über das, sich grau von der Umgebung abhebende, Bild froh sein, auch wenn mir ein Schauer den Rücken hinablief.
Ein etwas festerer Schneeschleier und die großen Humanoiden waren verschwunden.
Sie mussten am inneren Felsabhang hinabgeklettert sein.

Holks Verschwinden

Wir nahmen einen kompliziert verworrenen Weg, machten sogar kehrt, damit es schwierig sein sollte, uns zu folgen.
Schließlich gelangte die Gruppe in die Krypta.

Tharel war besessen vom Geheimnis des letzten Grabes.

Für Lith und mich ein neues schauerliches Bild.
Die Wände glitzern, als ob nass.
Einem einzigen, rötlichen Steinsarkophag ist die geräumige Kammer gewidmet.
Er ruht auf einer Plattform, zu der drei Treppen hinaufführen.
Eine kauernde, aufgeblasene Dämonenstatue- ein Teil des Sargdeckels selbst- scheint jeden, der sich nähern möchte, durch verdrehte Zähne zwischen gespitzten Lippen anzuzischen.
Schräg davor eine menschlich männliche Kriegerstatue gemacht aus dunklem, grauen Stein, ihr angepasst ist eine bronzene Vollkörperrüstung, welche über die Jahrzehnte Grünspann angesetzt hat. Sie hält einen Bronzenenspeer und scheint hier Wache zu stehen.
Ein seichter Pool, zehn Fuß im Durchmesser und schon lange ausgetrocknet liegt vor ihr.

„Das Ding hat uns hier schon einmal Ärger mit Magischen Geschossen gemacht. Wartet hier und seht mir zu.“

Tharel wurde mutig.
Er ging schnurstracks auf das Becken zu, die Statue erwachte zu Leben und richtete ihren Speer auf ihn.
Das Becken füllte sich mit klaren Wasser und Tharel berührte es.

„Thalia, lass dich nicht von deinem eigenen Spiegelbild faszinieren, hörts du!?! Schließ die Augen.“

Auch sie tat es Tharel gleich und segnete sich.

Ich und Lith warteten.
Das war uns zu riskant und außerdem überflüssig.
Auf dem Deckel stand, geschrieben:

Der Größte von uns, gegangen, aber nicht tot.

Als sie sich näherten sprach der Dämon:

„Dies ist die Ruhestätte Unariq VoTalsimols, der dem Meister nun auf Ewig beiwohnt.“
„Halts Maul... Thalia, ich kann mich nicht erinnern den Deckel wieder an seinen Ort gehoben zu haben!“

„Sagtest du nicht, dass die Magiefeldlinien auf den Sarg zulaufen und dort verschluckt werden? Hier hat eindeutig die Magie ihre Finger im Spiel!“


Die beiden nahmen sich eine Brechstange und hebelten den Sargdeckel ab.
Der nach unten hin eingedellte schwarze Strudel zog lila Streifen.
Ein ätherischer Strudel.

„Bist du bereit, das Geheimnis um Holks Verschwinden zu lüften?“

Versicherte sich Thalia.

„Lange Rede, kurzer Sinn...“

Der Rote Magier holte tief Luft und griff hinein.
Thalia ebenso.

Sie verschwanden beide spurlos und im selben Augenblick tauchten bei uns Ätherische Plünderer auf.
Kreaturen, die einen Kiefer besitzen, um ausgewachsenen Gäulen die Köpfe abzubeißen und die Fähigkeit zum Ebenensprung besitzen.
Wir kämpften einen taktischen Rückzug.
Weit mussten wir uns allerdings nicht zurückziehen.
Lith war es zu umständlich, und er ließ mit uns im Zentrum, einen Feuerball explodieren.
Verkohlt vielen die Bestien zu Boden, ich war ausgewichen, und Vevisikale hatte sich vor Feuer magisch geschützt.

Da erstanden aus dem Nichts plötzlich zwei Personen.
Tharel und Thalia.
An haargenau der selben Position und in haargenau der selben Körperhaltung einen Augenaufschlag nach ihrem Verschwinden.
Beide fix und fertig, mit Augenringen, so tief wie die Tote See vor der Elos Wüste.

...

Goemon

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #144 am: 25. November 2005, 11:39:53 »
 Das Tor

(59/2)
Wir gönnten ihnen eine Verschnaufpause, bis wir auf einen Bericht drängten.

„Gerissen wurden wir, durch einen Strudel aus Zeit und Raum... wir wechselten auf die Ätherebene. Und fanden uns nach kurzer Bewusstlosigkeit wieder, umringt von vier...“

„...Ätherischen Plünderern“

„Richtig!?! Woher wisst ihr das?“

„Gut geraten. Aber weiter im Text...“


Schmunzelte Lith.

„Thalia rief um Göttliche Macht, ich schoss Feuersträhle. Es war ein leichtes, nur ärgerlich war ihr Auftauchen und Verschwinden.“

„Hatten wir auch.“


Ich deutete auf die geschmorten Kreaturen des Äthers.

„Uns eröffnete sich eine neue Welt! Wir konnten uns frei im Raum bewegen, nach oben, unten, und zur Seite, geräuschlos. Die schwarzblaue Leere wirbelte in weißen Sternen und einem funkelnd weißen, fließendem Vorhang aus Energie, wie durch die hellen Punkte verwebt. Ein Sternenhimmel. Ein fünfzig Fuß hohes Tor, aus völliger Dunkelheit,... nein durch die Abwesenheit jeglicher Materie und Energie, ein Schwarzes Loch, wie ich es noch niemals zuvor gesehen habe!!! Ich kam mir wirklich vor wie eine unbedeutende Ratte...aber höchstens für den Bruchteil einer Idee. Es ist ein perfekter Kreis – sicherlich nicht von Menschenhand geschaffen- goldene dicke Ketten umspannen es... auf ihnen Symbole und Runen aus weißem Feuer eingraviert.“

Tharel holt aus, um Gesten zu vollführen.

„Das weiße Feuer kleckste... und ganz leicht konnten wir als Ursprung tiefgrüne Hieroglyphen und Runen bemerken.“

Fuhr Thalia fort.

“Die Ätherwesen sind vom weißen Schleier umhüllt worden. Aber nicht nur sie, nein auch noch fünf andere, von denen nur mehr leichte Erhebungen zu sehen sind sind eingeflossen in den Strom aus weißer Energie. Vier davon Ätherwesen, der letzte allerdings besaß mehr die milchigen Umrisse eines ausgebreiteten Humanoiden... Es war Holk.“

Betrübt sah sie drein.

„Uns überkam die Angst, denn an diesen paar Kreaturen konnte Holk nicht gescheitert sein, dazu waren sie viel zu schwach.“

„Wir konnten uns nur in einem gewissen Umkreis von dem Tor wegbewegen. Wie eine endlose Treppe, die man hinaufsteigt, und wenn man sich umblickt ist man immer noch nicht weiter...“

„Wir unterschätzten den Ort. Tharel richtete sein Entdeckerauge der Magie auf den weißen Schleier, gleichzeitig übernahm ich mich und versuchte Böses im Tor zu entdecken und entschwand in einen traumlosen Schlaf. Mit Schädelbrummen wachte ich dämmrig auf. Stunden muss das gedauert haben, den Tharel war schon einige Zeit länger wieder wach als ich.“


Sie wechselten sich mit erzählen ab.

„Da. Plötzlich, völlig überraschend vibrierte das Tor in einem deutlich wahrnehmbaren tiefen Summen...
Die Dunkelheit pochte. In unregelmäßigen Abständen. Oft über Stunden hinweg nicht...Wie wenn ein Kind im Leib der liebevollen Mutter gegen die Bauchdecke tritt.“

„Angestrengt überlegten wir, wie man hier fortkommen würde. Zeit spielte keine Rolle mehr, es müssen Stunden, wenn nicht Tage gewesen sein, in denen wir Wunschorte laut aufsagten, uns stark auf eine Situation konzentrierten, die exotischsten Körperbewegungen vollführten, unsere tiefsten Hoffnungen preisgaben...und alles vergebens.“

„Den Augenringen zu urteilen, gar mehrere Monate.“


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Flutschte es mir über die Lippen.

„Da war es uns klar. Holk musste hier verhungert sein, weil er keinen Weg gefunden hatte! Auch Ruhe oder gar Schlaf war hier einfach nicht zu finden, dafür lenkte die Umgebung einfach zu sehr ab! Fast resigniert sahen wir nur mehr eine Möglichkeit. Das Tor.“

„ Wir schwebten darauf zu und rüttelten an den Ketten. Da blendete uns ein Licht... eine hünenhafte Gestalt mit perfektem Körperbau, silberner Haut und glühend weißen Schwingen schwebte vor uns.
Seine Augen strahlten wie gelbe Brillanten, Topaz...ein celestisches Wesen... ein Engel... ein Solar!“


http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG12.jpg' target='_blank'>Holks eigentliches Ende hinten Mitte

Thalia fieberte mit. So etwas einzigartiges hatte sie noch nie gesehen.

„Eine ernste Mine kürte sein Antlitz, da erhob er seine befehlende Stimme in tiefer Tonlage. Es brummte in unseren Köpfen.“

„Lasset ab, es endete in eurem Tode. Euch wird keine Gnade widerfahren.“


Tharel spielte den Engel getreu nach.
Wie er dastand, seine Körpersprache kündigte von dem Ernst des Vergehens.

„Wir schmissen uns hernieder, so gut das in Schwerelosigkeit eben geht und baten, ja bettelten ihn an, um einen Hinweis, wie man sich von dort lossagen konnte.“

"Der Moment, in dem wir auf eine Antwort warteten, ja bangten, kam mir vor wie die Ewigkeit selbst. Da sprach er, wir sollten uns auf den Beginn unserer Reise besinnen. Da fiel es uns wie Gemüse von den Augen! Wir konzentrierten uns so eindringlich auf den Anblick der Berührung des Strudels, als ob wir noch da wären und schwups...“

"Ihr wart gerade mal den Zeitraum eines Augenaufschlages weg!“

„Ja, ist das nicht erstaunlich!“


Die beiden führten einen Freudentanz auf!
Jetzt wurden sie wieder ernst.

„Was mir Sorgen macht, ist dieses Pochen!“

„Wie sagte Terjon noch gleich? Die Uhr tickt!“

„Genau.“


Wir glaubten ein weiteres Teil der undurchsichtigen Mauer gefunden zu haben.
Ich halte es aber höchstens für den Dreck in den Fugen.
Was sagt das schon aus? Sie wissen ja nicht einmal wo sie waren!
Manchmal hält aber auch jener die Mauer aufrecht.

Wir machten kehrt.
Die Kraterrandminen waren nun vollkommen erforscht.

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Sieht man einmal von den geheimnisumwobenen Kugeln der Zwerge ab, und all den Geheimgängen, die niemand so gut entdeckt, wie mein waches Auge.
Ich sehe bei diesen Gedanken mit Wehmut auf meine Ausbildung zurück...

Die Minen waren sauber...so glaubten wir.
Man hatte bereits geduldig auf unsere Rückkehr aus der Gruft gewartet...
Und nun trat auch Tharels Befürchtung ein.
Nun lernten wir die mysteriösen Gestalten vom Kamm kennen, unfreiwillig wohlgemerkt, die auch zweifelsfrei Gouquog auf dem Gewissen hatten.
Die Wunden der Wassernaga waren zu leicht zuzuordnen.

Der Äußere Bereich hatte uns seine Vorhut... sein Begrüßungskomitee entgegengesandt.

Jäger des Äußeren Bereichs

Zwei Minotauren kamen hinter den Wächtern des Eingangs hervorgeschlendert.
Sie klopften ihre von hoher Kunst gefertigten, zweihändigen Äxte krachend auf den Boden.
Unglaublich hochgewachsene, kräftige, muskelbepackte Humanoide, überzogen von zotelligem, langem Fell, mit der Kopf und den Hörnern eines Bullen.
Die dunklen Augen versprachen unbändige Wildheit und Wut.
Ihre bulligen Nackenmuskeln dehnten meisterhaft gefertigte Kettenhemden.

Aus der Seitenkrypta trat mit gesenktem Haupt ein weiterer ihres Volkes.
Doch kein gewöhnlicher.
Er war ihr Oberhaupt.
Ein bläulich-grüner Hauch an Schimmer lag in seiner Erscheinung, er wohnte seinem zotteligen Haar und seiner Haut inne.
Seine Mähne bewegte sich sanft und verzögert, als ob er unter Wasser auf und ab schwamm.
Ausgerüstet mit einem großen meerblauen Turmschild, das der Hauswand einer kleinen Hütte glich, einem großen algengrünen Dreizack und in Fellrüstung, auf der gegerbte Lederstücke seiner Opfer sorgfältig aufgespannt waren.
Wir stehen einem Halb-Elementar des Wassers gegenüber, meint Tharel leise.

Seine Visage guckt gleichgültig und beinahe vertrauenerweckend.
Wir weichen etwas zurück.

...

Und erwarten seine Stimme.
Doch quatscht uns von der Seite überraschenderweise einer der beiden Minotauren auf Riesisch an.

„Das ist Geoquardon, Jäger der Sterblichen und Streifer des Äußeren Bereichs. Zollt ihm Tribut!“

Brüllte er.
Natürlich zeigten wir keinerlei Reaktion.

Die Mine des Mischwesens verfinstert sich, Ärger ist darin zu sehen, da reißt er das Maul auf ... und brüllt wie ein Aquaner es tun würde:

„Ihr hinterlasst zu viele Spuren, Sterbliche!“

Die Schlacht beginnt.

Nun können wir zeigen, dass wir bereit sind, es mit dem Inneren Krater aufzunehmen!

Die Stiermenschen sind erprobte Barbaren und versetzen sich mit dem Schlürfen eines verhängnisvollen Hasttrankes in einen nicht enden wollenden Kampfrausch.
Tharel setzt, noch bevor Geoquardon zu uns gelangt, eine Feuerwand in den Gang der Seitenkrypta.
Er verschwindet in ihr und muss sich erst durch die Flammen zu uns kämpfen.
Mit einem Spinnennetz aus meinem Umhang trenne ich die Parteien.
Es fängt allerdings mit Tharels Feuersbrunst lichterloh zu brennen an.
Das war nicht einkalkuliert.
Die Minotauren haben einen Ansturm auf Thalia gewagt.
Göttliche Macht und Gerechte Gunst lassen sie zu einer unbeschreiblichen Kriegerin des Wahren anwachsen.
Lith flüchtete taktisch nach hinten.
Geoquardon tritt angesenkt aus der Feuerwand, so dass Tharel ausweglos vor ihm mit dem Rücken zur Wand steht.
Seinen Dreizack rammt er in den Stein.
Tharel hängt in der Luft, sein Hals umzäunt von zwei Zacken.
Nur ein Streifstich.
Mittels Dimensionstür flüchtet er zu Lith, um Seite an Seite dem Übel ins Auge zu sehen.
Alle drei wdmen sich Thalia, die nun in der Zange steht, während ich meine gezielten Tritte und Fausthiebe an den empfindlichen Stellen, und immer noch unsichtbar ins Ziel bringe. Man missachtet meine Erfolge, obwohl sie mich sehr wohl riechen können.

„Sterbliche, mir seid ihr leichte Beute...“

Sie hieben und stechen auf die Inquisitorin ein.
Schwere Verletzungen trägt sie davon.
Sie zückt ihre letzte Hoffnung... und wird enttäuscht.

Ich muss einen Moment verstreichen lassen, und mich damit beschäftigen nicht sichtbar zu werden- ein kleiner Nachteil, der äußerst vorteilhaften Chi Zoshiki Technik- während Tharel und Lith mit Magischen Geschossen feuern.

„Sei nicht so überheblich! Auch du bestehst nur aus Fleisch und Blut, Ziegenbock!“

Wirklich?
Es ist nicht wichtig, ob es stimmt, was Tharel dem Halb-Elementar entgegengiftet.
Wichtig ist nur, dass er es tut und wir zeigen, dass wir nicht bereit sind, wie Truthähne auf seinen Grillspießen zu landen.
Ein Hühnchen erwischt er unglücklich.

Die Schriftrolle der Heilung ist im schwer verletzten Zustand Thalias eine zu große Belastung für ihren Geist.
Sie verpatzt und wird von den beiden Hilfsschergen niedergestreckt.
Geoquardon sticht nach.
Er geht auf Nummer sicher.
Verdammter Mistkerl!

Wir sehen keinen Ausweg und dimensionieren uns vor den Eingang.
Die pelzigen Humanoiden stehen noch immer im brennenden Netz.
Tharel gibt freie Bahn für seinen Kegel der Kälte und vereist damit das Herz des einen gerade gierig nach einem Trank an seinem Gürtel grabschenden Stieres.
Geoquardon lässt der Zauber sprichwörtlich kalt, ob nun durch den Block seines Schildes oder über seine Abstammung.
Ich entrinne und tänzle durchs Spinnennetz. Gebe unsichtbar mit einem gezielten Gurgeltreffer dem zweiten wilden Minotaurus den Rest, als dieser sich nach Thalias Gürtel bückt.
Dann laufe ich wie die Seilspinne selbst heraus zu Lith und Tharel.
Jeder von uns, auch Lith, hat schon mindestens einen Hieb wegstecken müssen.

Er wartet geduldig und gerade als Lith und Tharel gemeinsam auf ihn mit Säureball und Blitz zielen, entfesselt er eine Macht, gerichtet gegen seine ärgsten Feinde.
Die Sterblichen, wie er sie immer zu nennen pflegt.
Ein Eissturm bricht über uns herein.
Riesige Hagelkörner prasseln hernieder und die Kälte lässt die Haut aufplatzen, wie sie es im Winter sogar schafft, feuchte Steine zu sprengen.
Die arkanen Meister werden zu stark davon irritiert und setzen ihre Zauber in die Wände und entfesseln trotz alle dem eine gewaltige Zerstörungskraft.

Geoquardon nutzt die Ablenkung, um zwischen sich und uns eine Nebelwolke zu erschaffen.

Um ihn zu locken, gaukeln wir unseren Abzug vor.
Doch der Minotaurus ist dummerweise nicht auf den Kopf gefallen und vereitelt unseren Plan schon im Ansatz, in dem er die Schändung der Leiche Thalias beschreibt, welche er gerade genießt.
Wir lauschen.
Er blufft.
Einzig und allein sammelt er das Zeug auf und bewegt sich auf seinen Pferdehufen tiefer in die Krypta.

Wir warten, bis sich der Nebel auflöst.
In eine Falle wollen wir nicht laufen.
Die Minotaurengürtel sind ihrer Tränke entledigt.
Thalias Leichnam ist weg.
Nur ihretwegen fahren wir fort.

Zur Sicherheit zieht Tharel eine Fellkugel aus seinem Trickbeutel.
Ein Pferd stellt sich uns als Puffer zur Verfügung.
Seine Hufe hallen sogar für einen alten Greis gut hörbar durch den freien Raum.
Gerade als wir um eine Ecke biegen, stürmt ein fast völlig gesundeter Geoquardon mit gesenktem Haupt und sich aufstellender Fellrüstung auf das Pferd.
Spießt es auf, wie Gouquog.
Wir drei geraten in Bedrängnis gerade, weil der Halb-Elementar-Halb-Minotaurus durch den Deckmantel meiner Unsichtbarkeit mir direkt in die Augen blickt.
Da hilft auch nicht Liths Verbesserte Unsichtbarkeit.
Unsichtbarkeit bleibt Unsichtbarkeit.
Ich turne zu den beiden zwischen den Armen des Stieres hindurch, fassen uns an den Händen und dimensionieren uns, ohne ihren Körper aus den Kraterrandminen.

Eine unschöne erste Konfrontation mit den Einheiten des Inneren Kraters.
Da stimmen mir die anderen beiden auch zu.
Ihre Zaubermacht ist erschöpft.
So zweifle ich an, jemals in den Äußeren Bereich zu gelangen, und Hedrack, den Urhebers des Massakers, zu richten.

Deprimiert trotten wir bei Anbruch der Nacht durch den Schnee nach Vonidu.
Aus dem Schornstein des schiefen, kleinen Turmes der Magiern Tymerian steigt dicker Qualm.
Sie bittet uns ans wärmende Kaminfeuer.
Lith, wendet sich seinem Auftrag zu. Er erfährt, dass Tymerian einst alte Kameradin Musselotos war.
Noch älter als diejenigen Gruppenmitglieder, die ihr Schicksal an den Klippen und Blitztürmen des Äußeren Bereichs forderten.
Er hatte sie vor einiger Zeit besucht.
Sie hatte den Fehler begangen, ihm von diesem Schicksal zu erzählen und hatte ganz und gar seine Neugierde vergessen.
Seit diesem Tage an galt er als verschollen.
Wir teilten das Leid in der engen, gemütlichen Stube.

Unbekanntes, Spannendes erwartet uns.
Viele Fragen sind offen, die auf Knien nach einer Antwort flehen.
Fügen wir die Teile des Rätsels zusammen.
Es sickert.
So soll es geschehen im Sinne Thalias, Enthüllerin der Wahrheit!

Draußen pfiff der eiskalte Wind, worin Schneeflocken ihren lieblichen Tanzreigen wirbelten.
Sobald würden wir keine Sonne mehr sehen...

Goemon

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #145 am: 25. November 2005, 11:52:29 »
 Wenn jetzt keine Reaktionen kommen, bin ich aber beleidigt.

Conker, dieses Mal musst du mich gewähren lassen.

Auch die Gäste, die hier mitlesen, fordere ich zu einer abschließenden Stellungnahme auf!
Und natürlich auch die registrierten Besucher.
(Gerthrac hat ja schon. Thanks. :) )

Weiter gehts im 3. und letzten Teil dieser RttToEE- Kampagne, mit einer "datentechnischen Neuerung".

Aber nur, wenn hier so einige Reaktionen kommen. Sonst ist es mir einfach ein zu großer Aufwand, der viel, auch anders nutzbare, Zeit braucht.
Ich will hier niemandem den Spaß verderben, aber auch ich will Freude haben an dieser Story Hour und dazu brauchst eben Feedback. ;)
 

Conker

  • Gast
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #146 am: 25. November 2005, 23:22:42 »
 Der neue Schreibstil gefällt mir, auch wenn viele meiner im Tagebuch noch heiter eingestreuten Witzeleien wegfallen. Die Stile passen eben nicht aneinander.

Du solltest vielleicht wirklich mal etwas länger warten, denn es werden nur sehr ausdauernde Leser das bis hierher (also zu deiner Frage nach Feedback) geschafft haben, und wenn es dann mal Leute bis hierher lesen, bist du ja schon wieder weiter...

Außerdem sind wir ja fast schon in der Gegenwart und wir spielen auch nicht mehr so frequent wie früher, da kann man ruhig mal warten (vielleicht bis zu deinem ersten Urlaub oder bis Weihnachten).
Kein Stress.


Zu den (echten) Bildern:
Ich hab mich ja zuerst auch recht gesträubt, mich so für das Gate zum Affen zu machen, aber das war eben eine lustige Aktion als Abschluss der freien Zeit nach dem Abi. In dieser Phase wurde eben viel gezockt, was jetzt nicht mehr der Fall ist.

Nagakeng

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #147 am: 26. November 2005, 09:15:37 »
 
QUOTE (Conker)
Der neue Schreibstil gefällt mir, auch wenn viele meiner im Tagebuch noch heiter eingestreuten Witzeleien wegfallen. Die Stile passen eben nicht aneinander.[/quote]

Stimmt. Als ich das schrieb, lag das TB aufgeschlagen neben mir.
Ich hab versucht so viele spruchliche Wendungen zu übernehmen wie möglich.
Durch die genauere Beschreibung fallen aber einige situationskomische Momente weg.


QUOTE (Conker)
Du solltest vielleicht wirklich mal etwas länger warten, denn es werden nur sehr ausdauernde Leser das bis hierher (also zu deiner Frage nach Feedback) geschafft haben, und wenn es dann mal Leute bis hierher lesen, bist du ja schon wieder weiter...

Außerdem sind wir ja fast schon in der Gegenwart und wir spielen auch nicht mehr so frequent wie früher, da kann man ruhig mal warten (vielleicht bis zu deinem ersten Urlaub oder bis Weihnachten).
Kein Stress.[/quote]

Hat ich eh vor. :)
Die HoH-Rezi will auch mal geschrieben werden. Ein Drittel erst gelesen.

Dann können die Leute aufholen und diejenigen, die bis jetzt gezögert haben, sich hindurchzutzeln.
Genau der richtige Stoff für die Vorweihnachtszeit.


Freu mich auf weitere Kommentare. B-)

Gruß, Naga :spidey:

Gawain

  • Mitglied
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #148 am: 27. November 2005, 14:22:01 »
 Mir gefällt der neue Schreibstil auch.

Ist lebhafter und so wirken die Szenen auch besser. Bin gerade dabei meine Hintergrundgeschichte für Lith zu schreiben, und werde versuchen, diese auch so lebhaft wie möglich zu verfassen. Also liebe Leser am Ball bleiben.
Und bei Feedback sind mehrfach Nennungen nicht schlecht. Wichtig ist dass jeder was sagt. Also: Düngen, Gießen und Mähen  :lol:

Wie steht es doch so schön auf der Rückseite des Abenteuers?!

Evil Never Dies... Also freut euch schon auf weitere Berichte  :P  
" Wahrlich, auch den Größten fand ich - allzu menschlich!"

Gerthrac

  • Mitglied
  • Archivist
Nagakeng´s RttToEE 2.Teil: Moathouse/Nulb/ToEE
« Antwort #149 am: 27. November 2005, 20:02:24 »
 Gefällt mir wirklich sehr gut.
Und Respekt an die Gruppe, die so weit gekommen ist. Dranbleiben! :)
Aber auf welchen Stufen seid ihr gerade? Is mir nicht so ganz klar...
Ich freu mich schon aufs große Finale!

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