Autor Thema: Charakterhintergrund: Laucian Liadon  (Gelesen 1248 mal)

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Charakterhintergrund: Laucian Liadon
« am: 15. Mai 2005, 22:59:05 »
 Sehr geehter Herr Vater

So es die Götter wollen, wird Euch dieses Schreiben mit den traurig anzusehenden Überlebenden des Feldzuges erreichen. Ich habe es dem Waffenmeister Asamaliam, einem Vertrauten unserer Familie, mitgegeben. Ich weiß ja, wie sehr Ihr die Künste der Waffen verachtet, doch auch er ist ein würdiger Träger unseres Namens. Würdiger als so mancher, den ich in den letzten Wochen habe sterben sehen. Die Wunden, die er trägt, sind die Wunden, er erhielt, als er mich schützte.

Mit diesem Schreiben könnt Ihr Euch auch gewiss sein, dass ich noch am Leben bin … die Messerstiche, Axthiebe und Schwertwunden, die ich erhielt, werde ich bald auskuriert haben, einer gnomischen Heilkundlerin sei gedankt.

Ja, Vater, Ihr habt richtig gehört … heiliges elfisches Fleisch und Blut wird von einer Angehörigen des kleinen Volkes behandelt. Und Ihr werdet keine Gelegenheit haben, mich zurechtzuweisen wie sonst immer … denn ich werde vorerst nicht zurückkommen.

Vater, Ihr seid ein großer Mann, ein außergewöhnlicher Magier und ein Vertrauter des Baelnorns unserer Familie … Ihr habt mir versichert, dass dieser Feldzug, oder besser, diese kleine Expedition mir ermöglichen würden, die Überlegenheit der Elfen allgemein und der Sonnenelfen insbesondere am eigenen Leibe zu sehen. Das Resultat sehr Ihr selber, mit den blutigen Fehlern sichtbar für jeden. Die Drows, die uns überfielen, waren in der Unterzahl, und doch haben sie gesiegt, Vater. Wie war das möglich? Ihr werdet sagen, dass auch Verluste zum Krieg gegen die Verdammten gehören. Und doch habe ich Zweifel.

Vater, ich bin mit der festen Überzeugung aufgewachsen, dass wir, die Sonnenelfen, die schon alt waren, als die ältesten der anderen Rassen noch jung waren, die überlegene, die bessere, die von den Göttern geliebte Rasse sind. Seht mich an … ich bin einer der jüngsten und doch talentiertesten Magier, die erwachsen geworden sind. In meinen Adern, so waren Eure Worte, fließt das Blut der reinen Magie. Und doch haben wir verloren. Nicht nur ich, sondern auch die Kleriker, die Zauberschwerter und Säbeltänzer … und die Künstler der elfischen Magie. Warum haben wir verloren, Vater? Nicht nur diese Schlacht, denn sie war nur eine Niederlage unter vielen. Aber sie war das Ende einer Reise, einer Reise der Zweifel, an denen ich schon 20 Winter grübele: warum haben wir immer verloren?

Warum haben Myth Drannor verloren? Was ist mit unseren alten Reichen geschehen, die ganz Faerun bedeckten? Ihr, Vater, verachtet, alle jüngeren Rassen, die Menschen, die Gnome, die Zwerge, die Hablinge … von den Orks, den Drows und den wilden Rassen will ich gar nicht erst anfangen. Und doch sind es Orkarmeen, die die menschlichen Reiche von Norden und Osten her überrennen. Es sind Menschenreiche, die sich über Faerun in seiner Länge und Breite ziehen. Es sind die Drows, die Angst und Schrecken nur aufgrund ihres Namens verbreiten. Die Zwerge haben sich auch in kleine Konklaven zurückgezogen, so wie wir. Warum Vater? Ich will diese Antwort haben! Sind wir wirklich die bessere Rasse? Ist der elfische Pfad wirklich der einzige Pfad? Ist Eure Ansicht, dass wir die Auserwählten sind, die richtige Antwort?

Ich werde diese Antworten finden. Ich kenne den elfischen Weg, da ich ihn selber gehe. Aber von Euch, Vater, kann ich nicht die anderen Wege lernen. Ich werde sie von denen lernen, die sie begehen: von den Menschen, von den Zwergen, von den Gnomen und Halblingen … ich werde sogar von den Drows, ja, auch von den Verdammten und Ausgestoßenen selber, lernen, von den Orks und den Drachen … vielleicht werde ich sogar die anderen Ebenen der Himmlischen und Höllischen Kreaturen erkunden. Ich will die Wahrheit finden, Vater.

Vielleicht kehre ich zurück, vielleicht auch nicht. Wenn sich der elfische Weg als der wahre Weg zeigt, werde ich zurückkehren, um meinen Platz unter den Meinen einzunehmen, wie es mein Schicksaal und meine Bestimmung ist. Wenn nicht, Vater, soll unser Haus um einen verlorenen Sohn trauern … auch wenn dieser ein Narr und ein Schwätzer war. Aber egal wohin mich mein Weg auch führen wird, seid gewiss, dass ich mich meines Erbes und meines Namens, auch wenn ich ihn verbergen werde, würdig erweisen werde.

Möge die Sonne unseren Weg bescheinen.

Laucian Liadon aus dem Hause Galanodel … Himo



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DnD 3.5 / FG
Sun Elf, Wizard 1 (später Archmage), Spellcasting Prodigy

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