Autor Thema: Von Barud dem Bären oder Wie ein Zwerg ins Wasser kam  (Gelesen 1196 mal)

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meist3rbrau

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Von Barud dem Bären oder Wie ein Zwerg ins Wasser kam
« am: 04. März 2006, 17:18:04 »
Guntach.

Ich wollte hier dann doch auch mal meinen aktuellen Charakter vorstellen. Es handelt sich um einen Klerikerzwerg der fünften Stufe. Ich will euch hier nicht mit Werten undsoweiter langweilen, daher soll das mal an Eckdaten reichen. Um (wohlwollende) Kommentare wird gebeten.:wink:

Die Kampagne, in der ich diesen Charakter spiele, setzt mittelalterlich-nordische Rahmenbedingungen, etwa wie im Film "Der 13te Krieger" (und entsprechend auch teils recht frei interpretiert...). Sie beginnt mit einem Schiffbruch, den außer meiner Figur nur einige wenige Andere überleben. Zum Glück gibt es unweit der Strandungsstelle eine kleine Ansiedlung, aber unsere Helden haben tatsächlich keine Ahnung, wo sie gelandet sind.
Erst, als ein bärtiger Hühne sie mit kampfrauschartig verdrehten Augen und einem gebrüllten "WIKINGER!!!" angreift, dämmert ihnen, daß es sie wohl irgendwie in den hohen Norden verschlagen haben muss...

Achja: Aus Gewohnheitsgründen verwendete ich immer weider den Namen "Moradin", anstatt "Thor" zu sagen. Also haben wir das einfach mit eingebaut. Man möge uns verzeihen. Den Rest wird unser Zwerg schon selbst erzählen. Also seid nett zu ihm, er ist noch neu hier.  8)
Anti-Psionic-Liga[/url]

meist3rbrau

  • Mitglied
Von Barud dem Bären oder Wie ein Zwerg ins Wasser kam
« Antwort #1 am: 04. März 2006, 17:22:37 »
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Charaktergeschichte

von Bruder Barud kh’Urn dem Bären, Priester vom Thorsorden zu Hohensteyn


Mein Name ist Barud kh’Urn, Sohn des Borenar und der Heytja und ich bin der letzte Nachkomme der kh’Urn, dem Stamm des Bären. Mein Leben gehört Moradin, der in der Sprache der Menschen Thor genannt wird. Ihm habe ich Treue geschworen, er gibt mir die Kraft des Glaubens...

Und jetzt sitze ich also hier fest. Ein Priester des Thor, schiffbrüchig und gestrandet. Und das mir! Einem Zwerg! Eine Schande für mein Volk! Was habe ich auch auf diesem verdammten Kahn zu suchen! Stellt euch vor: Ein Zwerg auf einem Schiff! Und wenn ich mir diesen verlotterten, großkotzigen und pflichtvergessenen Haufen hier anschaue, der zusammen mit mir an den Strand gespült wurde, kommt mir die Galle hoch.
Da wäre als erstes dieser Schmächtling von einem Mensch. Nefarius heißt er und schimpft sich Hexer. Thor, was geht der mir auf den Nerv. Redet ständig großspurig daher und will allen seine „Brennenden Hände“ zeigen. Moral ist für den ein Fremdwort.
Dann ist da noch so ein Knilch, der sich Seritas nennt. Scheint so was wie ein Pirat zu sein, auf jeden Fall aber ein gnadenloser Angeber. Ich hatte ihn schon auf dem Schiff irgendwo in den Segeln herumklettern sehen und er hat unserem Ein-Mann-Empfangskommitee ziemlich empfindlich einen verpasst. Natürlich von hinten.
Alièn, Waldläufer und eine Elfenfrau. Hat einigermaßen was auf dem Kasten und kennt sogar das Wort „Respekt“. Trotzdem typisch Elf. Redet zuviel, ist zickig und außerdem viel zu dünn.
Gûnloda, die Kriegerin. Endlich mal ein richtiges Weib! Dass sie hier ist, ist ein echtes Wunder. Ich hätte niemals gedacht, doch noch andere Zwerge zu finden. Was sie auf dieses verfluchte Schiff verschlagen hatte, habe ich noch nicht aus ihr herausbekommen.
Wie dem auch sei. Jeder mag eigene Gründe haben, seine Heimat zu verlassen. Jedem weben die Nornen eigene Schicksalsfäden.

Tja ja. Thor lässt seine Kinder ihre Fehler bitter bezahlen. Dabei hätte alles so schön sein können. Barud, ein einfacher Stollentreiber, dazu ein kräftiges Weib und einen Haufen Kinder. Stattdessen klaut er ein Fass voll Odintrunk und besäuft sich mit Freunden unten am Fluss. Unter freiem Himmel. Dabei hat man uns so oft eingebläut, draußen möglichst keine Spuren zu hinterlassen.
Klar haben wir Spuren hinterlassen.
Wahrscheinlich waren wir sogar selbst „die Spur“, so sternhagelvoll, wie wir waren, denn wir sind natürlich eingepennt.
Interessanterweise kann ich mich noch an einen Traum erinnern, in dem mir ein einfacher Bauer erschien. Ich hätte ihn wahrscheinlich längst vergessen, wenn er nicht zu mir gesprochen hätte: „Wehe Barud, Narr, der du bist! Nun verlierst du alles, was je dir lieb und teuer war. Von heute an sollst du heimatlos durch die Welt streifen, so lange, bis du deinen Weg gefunden, dein Schicksal erfüllt und bewiesen hast, dass du wert bist, an meiner Seite zu stehen, wenn der letzte Kampf beginnt! Und nun geh und sieh, was deine Gier den Deinen antat. Ein Leben liegt hinter dir, bestimme nun, jetzt und hier, welches dein neues sein wird!“ Zu fragen, wer er war, blieb mir keine Zeit, denn kaum hatte er das gesagt, verschwand er.

Als ich aufwachte, waren meine Freunde tot und das Tor zu den Hallen meines Stammes stand weit offen. Keine Zwergenwache weit und breit. Da wurde mir klar, dass der Traum eine Vorsehung gewesen war. Und noch ehe ich das furchtbare Massaker entdeckte, wusste ich, dass ich niemand Lebenden mehr finden würde. Die Regeln hatten durchaus ihren Sinn gehabt. Solange jedenfalls, bis wir sie missachteten. Was ich dann tatsächlich fand, waren zweihunderteinundachtzig tote Zwerge. Und zwischen ihnen Kreaturen, die lebten, obwohl sie es nicht dürften - und die von den Resten der Meinen fraßen! Freunde, Familie und – Thuralind. Sie lag noch immer in ihrem Bett, oder zumindest das, was von ihr übrig war. Versteht ihr! Diese Monster hatten meine Liebste gefressen!
Ich musste weg von dort. Ich weiß noch, dass ich auf dem Weg nach draußen mehrfach gekotzt habe. Und mit jedem Schritt wuchs meine Trauer. Sie wurde zu Wut, dann zu Hass und schließlich zu einem Entschluss. Oben am Beobachtungsstand nahm ich eine Waffe, die bis dahin einer Wache gehört hatte. Die Rüstung war eh nicht mehr zu gebrauchen. Ein letzter Blick auf den Lóreleyenfelsen, dann ging ich raus und verschloss das Tor. Und in die Steinernen Pforten ritzte ich mit meiner Spitzhacke den Schwur, der seither mein Handeln bestimmt: Untote zur Strecke zu bringen, wo immer ich kann. Am Leben zu bleiben, bis ich andere Zwerge finden würde.

Gûnloda ist bis jetzt die Einzige, die ich gefunden habe.

Wie dem auch sei. Die folgenden Jahre zeigten mir sehr deutlich, was es heißt, ein Vagabund zu sein. Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich verjagt oder zusammengeschlagen wurde, oder beides. Die Menschen haben scheinbar zuviel von dem neuen Glauben abbekommen, als dass sie keine Angst vor einem Zwerg haben könnten. Sie nannten mich einen „Alberich“. Stellt euch vor! Einen Zwerg für ein Spitzohr zu halten!
Wahrscheinlich wäre ich irgendwo am Wegesrand einfach verblutet, wenn mich nicht ein Nordmann namens Hagàrn gefunden hätte. Er packte mich auf sein Pferd und schleppte mich zu einer kleinen Zitadelle hoch über dem Tal des großen Flusses Rhýn. Wie sich herausstellte, hielt er nichts von diesem Gott, der keine anderen neben sich duldete. Er und seine Männer lebten dort auf der Feste Hohensteyn, brauten Bier - und das gar nicht mal schlecht, nichts gegen ein gutes Zwergenbier, versteht sich - und übten sich in den Künsten des Kampfes und der Meditation. Sie sagten, sie bereiteten sich vor, an Odins Seite gegen den „Drachen aus dem Süden“ zu kämpfen, wenn er käme. Was immer sie damit meinten.
Ich versuchte, mich ein bisschen nützlich zu machen. Und mit der Zeit wurde ich sozusagen Zwerg für alles. Ich lernte sogar die Braukunst, und ich darf sagen, dass ich ein gewisses Talent darin bewies, besonders schmackhafte Biere herzustellen. Kein Wunder. Immerhin liegt uns das Bierbrauen im Blut. Über meine Vergangenheit schwieg ich aber, so gut es ging. Sollten die Ritter glauben, ich sei nur ein kleinwüchsiger Mensch. Das war wohl auch gut so, denn irgendwann gab es sogar mal Nächte, in denen ich wieder durchschlafen konnte.
Also blieb ich auf Hohensteyn. War schließlich kein schlechtes Leben auf der Burg. Es gab einige tiefer liegende Gewölbe, in die ich mich herrlich zurückziehen konnte, und der Vorrat an Speis und Trank kam mir nur recht. Im Gegenzug hielt ich Mauerwerk und Zinnen der Feste sowie die Waffen der Krieger in Schuss.

Eines Tages kamen einige Bauern und verlangten, den Nordmann zu sprechen. Im Gepäck hatten sie ein ziemlich großes verschnürtes Leinenpaket. Zufällig (na ja, um ehrlich zu sein, ich hatte es darauf angelegt) konnte ich einen Teil des Gesprächs mithören:
Dass man sich Geschichten über wandernde Moorleichen erzählte, war ja ein alter Helm, aber in letzter Zeit mussten sich derartige Berichte gehäuft haben, so dass der Jarl eines der Dörfer schließlich mit einigen Männern losgezogen sei, um sich selbst ein Bild zu machen.
Den toten Jarl hatten unsere Gäste dann auch dabei. Sie öffneten das Leinenbündel, und als der Kadaver kreischend und fauchend begann, nach allem zu schnappen, was in seine Nähe kam, nahm Hagárn sein Schwert und hieb ihm kurzerhand den Kopf ab. Dann sagte er. „Das nenne ich überzeugende Argumente. Barud, ruf die Männer zu den Waffen. Es gibt Arbeit.“ Ich weiß noch, dass sich die Stimmen anhörten, als hätte ich Stroh in den Ohren. Mit meiner Ruhe war es natürlich vorbei. Dann kippte ich um.

Sie mussten mich an der Schulter packen und ordentlich schütteln, damit ich wieder zu mir kam. Ich wusste selbst nicht genau, was passiert war, aber irgendwie hatte ich die Anwesenheit von etwas unfassbar Bösem gespürt, so als wenn eine uralte, kalte Hand den gesamten Raum ergriffen hätte. Hatte mich glatt umgehauen.
Der Burgherr und ich standen noch da, als alle anderen bereits den Saal verlassen hatten. Ich schaute zu Boden. Hagárn schwieg. Und schließlich, nach all der langen Zeit, begann ich zu erzählen.

„Hört, mein Herr, ich muss da mitgehen. Ich kann nicht anders. Ich bin es meiner Liebsten, meiner Familie und meinem Stamm schuldig.“ schloss ich meine Geschichte. Der Nordmann aber sah mich lange und nachdenklich an. Dann seufzte er.
„Heute ist anscheinend ein Tag des Schicksals“, sagte er. „Doch wenn du wirklich mitkommen willst, so musst du dich uns anschließen und nach unseren Regeln leben. Du musst dein Leben in die Hand des Gottes legen, den du am meisten verehrst. Denn nur so kannst du die Kraft gewinnen, die du für den Kampf gegen das Böse brauchst, denn diese Kraft erwächst aus dem Glauben, der in uns und auch in dir selbst ist.“
Da brauchte ich nicht erst lange zu überlegen! Also wurde ich gerüstet und mit einem Morgenstern bewaffnet, und noch vor Mittag rückten wir aus.
Die Bauern hatten recht gehabt.
Die Sümpfe waren voll von Zombies.

Ich muss die anderen im Nebel verloren haben, denn irgendwann ging mir auf, dass ich allein war und mich völlig verirrt hatte. Zu allem Überfluss wurde es bereits dunkel und ihr könnt euch denken, was es bedeutet, allein im Dunkeln im Sumpf mit einem Haufen Untoter zu sein. Zwerge können zwar im Dunkeln sehen, aber das machte die Situation nicht besser.
Es kam, wie es kommen musste. Zum Glück gehört zum Erwachsenwerden eines Zwergs auch die Ausbildung im Kampf, so konnte ich diese Viecher wenigstens die erste Zeit auf Distanz halten. Doch die Übermacht der Untoten wurde schnell einfach zu groß und bald rächte es sich, dass ich in meiner Jugendzeit so nachlässig gewesen war. Es blieb mir nichts, als es mit der Flucht zu versuchen.
Tja, besonders weit kam ich nicht. Und wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige, dem die Bedrängnis zu groß geworden war. Kurz, ich stolperte über eine übel zugerichtete Leiche. Um genau zu sein, stolperte ich über eins ihrer Beine, das da so herumlag. Die übrigen Reste lagen im näheren Umkreis. Wieder krochen die Erinnerungen wie Würmer an mir hoch.
Da fand ich an der Stelle, wo einmal ein Hals gewesen sein mochte, eine kleine, hölzerne Scheibe. Sie zeigte einen Wurfhammer, das Symbol Moradins, der in der Sprache der Menschen Thor genannt wird. Da wusste ich, dass dies die Leiche eines der Krieger Hagárns war. Und natürlich ließen die Zombies nicht lange auf sich warten. Überall waren sie jetzt. Und sie kamen näher.
Ich wusste, das war meine letzte Stunde. Beinahe war ich froh, dass ich nun zumindest einen Teil des Schwures würde erfüllen können. Hoffnung für mich? Die sah ich jetzt nicht mehr, aber das war mir egal. In diesem Augenblick hatte ich meinen Frieden gemacht. So stand ich da, in der einen Hand den Morgenstern, in der anderen das hölzerne Symbol und wartete auf den Tod. Alles, was ich wollte, war vorher noch möglichst viele von ihnen ins Kerkerreich Hels zurückzuschicken.

Schätze, genau das war der Schlüssel.

Was dann passierte, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Ich erinnere mich, dass als die Untoten kamen, ich noch rief: „Moradins Gerechtigkeit! Für Freunde und Familie!“ und dass das Symbol in meiner Hand von innen heraus unglaublich hell zu leuchten begann. Dann war da ein lautes, elektrisches Knistern, wie ein Blitz kurz vor dem Einschlag. Der Rest fehlt mir.
Es dauerte ein bisschen, aber als ich mit meinen Augen wieder etwas anfangen konnte, sah ich die letzten Untoten Hals über Kopf davonstapfen.
Ich musste lachen. Ich feixte und verspottete den fliehenden Haufen Zombies und zeigte ihnen mein Hinterteil, bis plötzlich Hagárn und seine Krieger hinter mir standen. Das Licht musste sie zu mir geführt haben. Einige grinsten, andere schüttelten verwundert den Kopf. Hagárn selbst aber nickte mir nur zu und sagte: „Nette Vorstellung.“ Doch als ich ihm das Symbol gab, verfinsterte sich sein Blick. „Amron.“ sagte er. „Verdammt. Sein Schwert wird uns fehlen. Und jetzt komm, wir müssen zurück zur Burg.“

Immerhin. Er fand die Vorstellung nett.

So wurde ich in den Orden von Hohensteyn aufgenommen.
Im Ganzen blieb ich fünfzehn Jahre auf der Burg und lernte alles, was die Ordensbrüder mir beibringen konnten. Diesmal nahm ich die Ausbildungen sehr ernst.
Als der Drache schließlich kam, kündigte er sich durch Rauchsäulen am Horizont an. Jede Säule für ein Dorf, das er in Brand steckte. Wir hatten in den Jahren davor ja schon so einiges über die gigantische Kriegsmaschine des Drachen gehört, aber so klein die Rauchsäulen in der Ferne wirkten, so niederschmetternd wirkten sie auf uns. Es war allen klar, dass dem kein Kraut gewachsen wäre, wenn sich nicht ausreichend ausgebildete Kämpfer fänden.
Doch es gab keine Kämpfer. Es gab nur Bauern und Fischer und einfache Leute.
Da stand Hagárn auf und schlug auf den Tisch. Mittlerweile war ihm sein Alter deutlich anzusehen. Ja, die Menschen. das Lebensfeuer brennt hell in ihnen, doch es ist ebenso schnell verbrannt… Der Nordmann jedenfalls zeigte auf mich und sagte:
„Bruder Barud! Du bist dein Leben lang auf der Suche nach Angehörigen deines Volkes gewesen. Nun höre dies: Geschichten aus meiner Heimat erzählen von den unter dem Berg lebenden ‚Tvargen’, wie sie in meiner Heimatsprache genannt werden. Du selbst nennst dich Zwerg, also denke ich, dass dies die Angehörigen deines Volkes sein könnten, nach denen du immer gesucht hast. Man sagt sich dort eben dies, was auch du über euch berichtest: So klein an Statur ihr seid, so schlagkräftig seid ihr mit den Waffen.
Nun, ich will ehrlich sein: Ich bezweifle, dass wir in der Lage sein werden, dem Drachen Einhalt zu gebieten. Doch er wird ganz sicher versuchen, auch den Norden zu unterjochen. Und damit zu dir: Geh nach Norden, Barud der Bär! Geh und finde dein Volk und warne es, damit es rechtzeitig zur Verteidigung bereit stehe! Und eile dich! Denn wisse, der Drache schläft niemals! Nimm den direkten Weg über das Meer, der Landweg dauert zu lang.“
Den direkten Weg über das Meer! Ja gibt es das! Ich wollte kaum meinen Ohren trauen. Nicht nur, dass ich meine lieb gewonnene neue Heimat verlassen sollte! Nicht nur, dass ich dem Kampf entkommen und weggehen sollte! Ich sollte über das Meer fahren! Ich, ein Zwerg! Hagárn musste dem Schwachsinn anheim gefallen sein.

Er muss meinen Zweifel wohl bemerkt haben, denn er nahm mich später beiseite.
„Barud“, sagte er, „ich bin nun langsam zu alt für so etwas. Hör mich bitte an.“ Noch nie hatte ich Hagárn um etwas bitten hören. Das schärfte mein Ohr. „Barud, der Drache ist nicht irgendein Lindwurm, den man beherzten Mutes zur Strecke bringen könnte. Er ist viel mehr als das. Seine Kraft ist unvorstellbar, und die Disziplin seiner Leute vorbildlich zu nennen, wäre maßlos untertrieben. Er wird diesen Krieg gewinnen.
Aber nicht ihn fürchte ich, denn die Menschen hier werden überleben, mit oder ohne ihn. Was ich fürchte, ist sein Gott. Du hast ihn kennen gelernt, als du noch ein heimatloser Herumtreiber warst. Wir nennen ihn den „Vierbuchstabigen“, denn seinen wahren Namen spricht niemand aus. Und wenn er kommt, werden die alten Götter vertrieben werden. Walhall wird man von hier aus nicht mehr erreichen können.
Barud, wir brauchen dich! Der Norden, die Heimat der alten Götter, muss verteidigt werden, koste es, was es wolle. Deswegen musst du gehen um die Zwerge und Nordmannen zu warnen! Und wenn ich sage, eile dich, dann meine ich das so!
Ach, und noch eins: Dieser Weg ist deine letzte Prüfung. Bestehst du sie, so bin ich sicher, wird deine Waffe nicht mehr der Morgenstern sein, sondern der Kriegshammer. Denn dann wirst du ein Wahrer Streiter Thors sein. Mehr, als je einer von uns erreichen könnte. Dies ist deine Bestimmung, letzter Nachkomme des Bären. Und jetzt geh und pack deine Sachen, Tvarg.“
Damit drehte er sich um und begab sich zurück in den Saal. Ich aber hatte verstanden.

Ich packte meine Sachen und ging.

Und ich wählte den Weg über das Meer.


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