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Autor Thema: RttToEE: Last Part  (Gelesen 35196 mal)

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Nagakeng

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Ausweichende Maßnahmen
« Antwort #30 am: 17. März 2006, 10:30:29 »
Gesandte des Kommandanten


(67)
Das Tor hatte sich inzwischen geschlossen.
Warten.
Stille.
Kein Anzeichen von Offensive.
Eigeninitiative.
Auf dreivierteltem Wege zum Schrein der konvertierten Sonne öffnete sich das Tor im blaugrünen Fackelschein, welches sich gerade hinter ihnen geschlossen hatte.
Oger in schwarzer Ritterrüstung stürmten gröhlend um die Ecke.
Wie war das möglich?
Dort war kein Tor mehr!
Ah, kein Offensichtliches!

Die Gruppe reagierte zu langsam und die Riesenrasse schloss zu den arkanen Schlussmannen auf.
Die Zweihandwaffen verletzten Tharel und Lith bedrohlich.
Sie waren geschult und drangen in die Reihen vor, um alle gefährlich nahe um sich zu scharen.
Yossarian entwaffnete und spielte die Kultdiener aus.
Tharel verschwand vor den gewöhnlichen Augen spurlos um wenig später auf Trollgröße angewachsen mit Flammenstrählen um sich zu schießen, während der Schattenelf querlaufende Blitzstränge bevorzugte.
Plötzlich verspürte Cryn beim Abfeuern von Pfeil um Pfeil unangenehme Hiebe auf den Kopf.
Ein von Tharels und Liths Augen enttarnter Unsichtbarer Pirscher, war aus der andere Richtung erschienen und hatte sich über dem Bogenschützen positioniert, wobei er bei jedem Sehnenschnalzen zuschlug.
Calsaniss bemüht sich alle Wunden adäquat magisch zu revidieren und tänzelt unter den Ogerachseln hin und her.

Per Shasserils Band über dessen Position stetig auf dem Laufenden gehalten, kniete Cryn nieder und feuerte weiter auf die Verwandten der Riesen, wie auch Tharel einen zerfetzte.
Yossarian beseitigte wirbelnd die letzten bodenständigen Widersacher.
Lith legte gähnend eine Pause ein und Cryn, Tharel und Calsaniss durchschnitten mit Pfeilen, Langschwert und Flammenstrahlen die Luft des Verborgenen Jägers.

Ein Glücksschuss Cryns ins Zentrum ließ die Wolke mit vier Gliedern auf ihre windige Heimatebene zurückkehren...

Es stand die Untersuchung der Unterwasserlandschaftsdekoration an.
Lith fand ohne langes Suchen mit Geheimtüren Entdecken geschwind des Rätsels Lösung.
Eine Tür im Osten nahe dem nördlichen Tor zeichnete sich ab.
Er drehte den losen Kopf einer eingemeißelten Schildkröte und die Tür fuhr seitlich in die Wand.
Ein Gang im schwarz-lila Ader Design.
Eine starke Krümmung.
Eine typische Tür des Äußeren Bereichs.

Und sie ließ sich ohne Probleme öffnen.
Dahinter weitete sich das Mauerwerk um zwanzig Fuß weiter wieder eng zu werden.
Verdächtig.
Cryn, der sich noch am meisten mit Fallenkonstruktionen auskannte, schlich vor.
Dicht gefolgt von Calsaniss.
Mitten im Raum schnellte plötzlich die westliche Wand einwärts.

„Oho!!! Calsaniss spring!!!“
 
Überfordert blickte der dem hinterher, den er eigentlich beschützen wollte...

Cryn hechtete mit einer Sprungrolle zurück, knapp bevor die Wand beide Ausgänge blockierte.
Calsaniss vernahm Klingen und dergleichen.
Plötzlich fuhren schreckliche metallene angeschliffene Klingen und Scheiben aus Schlitzen und zerschlissen seine makellose Haut.

Die Sicheren hörten plötzlich Elfenschreie.
Calsaniss wurde übel zugerichtet und konnte nicht entkommen.
Tharel handelte.
Dimensionstür hinein.
Auch er wurde aufgeschlitzt, arbeitete sich zum inzwischen stark geschwächten Calle vor und teleportierte sie dem irritierendem Schmerz widerstehend nach Bah in die Kapelle nebst dem staubwischenden Derim...


Vertrauensbruch


Derweil hatte die Fleisch- und Knochenmühle bereits wieder aufgehört zu mahlen.
Die Wand war an ihren Ursprung zurückgekehrt.
Am Boden der Falle verblich das herabgetropfte Blut innerhalb weniger Wimpernschläge.
Über Shasserils Band wussten sie wohin sie geflohen waren.

Y´Dey war bereits wieder auf den Beinen, hatte sich anscheinend schnell wieder vom seelischen Gift erholt- Terjon hatte wohl alles daran gesetzt.
Ihre Einstellung, ihre Stimmung, ihre Präsenz hatte sich verändert...
Was ein so entwürdigendes, todesnahes Erlebnis doch anzurichten vermag.
Oder hin es gar nicht damit zusammen?
Sie schien mürrisch und missachtete die schweren Fleischwunden ihrer Ersucher.
Tharel ließ alle per Band lauschen.

„Man kann Regeln biegen. Man kann sie auch so biegen, dass sie brechen. Ich weiß von Überschreitungen eurerseits und fallt mir nun nicht ins Wort. Der Wahre hilft denen gern, die wahr und aufrecht sind.“

Sie sprach oft in Rätseln, doch dieses war so konfus.
Wusste sie davon, dass die Helden statt gleich gegen den Äußeren Bereich zu ziehen, obwohl sie es doch während Y´Deys Ohnmacht so eilig dorthin hatten, Abstecher ins Orklager und nach Grabenburg vorzogen, anstatt ihr, ihrer Verbündeten, zu helfen?
Ein kurzer Doppelsprung nach Bet Regor und zurück zur Schriftrollenbeschaffung wäre ein Beweis ihrer Zusammenarbeit gewesen.
Oder wusste sie von ihrem eigennützigen Streben nach Macht durch die Frucht?
Oder etwa über andere Geheimnisse?

Es vereinte sich so viel darin.
Abweisung, Bruderschaft, Aufrichtigkeit, Schuldzuweisung.
Insgesamt mutete die Situation seltsam an.
So ganz und gar nicht die Kantorin, die sie alle kannten...

„So werdet ihr uns nicht heilen?“

„Erweist euch würdig. Eine Hand wäscht die andere. Die Bahjaner brauchen mich im Moment dringender als ihr.“

Verbissenheit bei Tharel und Calle.

„Informiert uns über Neuigkeiten, wie auch wir euch über Veränderungen berichten werden. Wir sind immer noch Verbündete in der Vernichtung des Tempels des Elementaren Bösen.“

Sie versuchte freundlich zu schauen.
Jaja, die konnte sicher sein, so bald nichts mehr von ihnen zu hören...


Nachzügler des Kommandanten


Eine Fernportation brachte sie wieder zusammen.
Nun versuchten es Cryn gefolgt von Lith- für den Notfall.
Wieder übersah er den Mechanismus und löste die Mühle aus.
Ein Dimensionstor zehn Fuß rückwärts, brachte sie in Sicherheit.
Das Mahlen des Eisenuhrwerks und das Rotieren der Messer war durch die dicke Wand zu hören.

Ohne Flugzauber war hier kein Land zu gewinnen.
So entschieden sie die Oger ihrer Habe zu entledigen und sich anschließend im Dunkelnaga Unterschlupf zu verschanzen.
Oger eine Ritterrüstung auszuziehen bedeutete Schwerstarbeit.
Gemeinsam zur Seite rollen, Eisenriemen öffnen, und so weiter.
Es dauerte seine Zeit, bis die ersten Panzer in den Nimmersatten Beutel gewandert waren.

Da sieht Calsaniss im blaugrünen Fackelschein eine schattige, eckigrunde, leblose Fratze aus dem Stein kommen, die sich wenige Momente später zurückzieht.
Dieses Bild fesselt ihn, dass er sogar vergisst eine Warnung auszustoßen.
Plötzlich erhebt sich unter ihren Stiefeln der Boden.
Sie weichen zurück, die Oger purzeln wie Puppen von der sich aufbäumenden Gestalt.

Ein schwarzer Älterer Erdelementar gleitet durch den Stein wie durch Wasser und bäumt sich riesig zwischen ihnen auf.
Sie sind alle von einander getrennt.
Ein mächtiger Steinarm holt bedrohlich aus, bläst auf den angewurzelten Calsaniss zu, entwurzelt ihn schmerzhaft, der fliegt flach, trifft Lith und schmeißt beide unsanft um.
Calsaniss widersteht dem Trauma des massivem Schadens, liegt jedoch im Delirium.
Ausgerechnet der Heiler!

Cryn weicht zurück, lässt schnell nacheinander oder zugleich Pfeile hageln, doch prallen sie zumeist am rohen Steinschutz ab, zerbersten daran oder an den Wänden.
Und auch Yossarians Hofsklinge klirrt oft nur.
Das Ungetüm, welches noch nicht einmal ganz aus dem Boden ragt, teilt mit Bewegungen aus dem Rumpf wuchtigen Hieb um wuchtigen Hieb an alle Beteiligten aus und befördert sie rasch, zumeist mit einem Treffer, an die atemraubende Grenze, wo ein zweiter knochenberstender Hieb den möglichen Tod bedeutet.
An Offensivmagie ist nicht zu denken.
Yossarian, der nah an der Wand steht, wird von der Pranke beinahe an ihr zermalmt.
Man hört das Brechen jedes einzelnen Knochens.
Bewusstlos sinkt er zu Boden.

Tharel, noch unverletzt, will wenigstens seinem Gönner das Aufschließen zu ihm ermöglichen- er hat noch eine Fernportation im Ärmel.

„Hey du, Klotz. Leg dich lieber mit Leuten deines Kalibers an!“

Er will das Ding ablenken, um eine Möglichkeit zur Flucht zu eröffnen.
Doch er bekommt die volle Breitseite der flachen Steinhand ab, fliegt quer den Gang entlang.
Sein Lebenslicht erlischt, als sein Körper dem Trauma nicht widersteht.
Lith wirkt Verbesserte Unsichtbarkeit und rennt zu Tharel.
Cryn feuert und zieht die Aufmerksamkeit auf sich, um einen gewaltigen Klaps einzustecken.
Er klatscht an die Wand und blickt mit aufgerissenem Mund und gelähmt zu Lith.
Lith schultert Tharel nun, um in Richtung Wassertor zu sprinten.
Der erschütterungsempfindliche Erdelementar eilt hinterher und holt zum alles beendenden Finalschlag aus...

Wenige Ellen vor Aufschlag bremst der Arm auf Null herab.
Der Böse Elementar verharrt so einige für Lith orientierungslose Momente.
Und verschwindet dann wieder im schwarzlila Adergestein...


Von Kriegsmetropolen und Ehemaligen


Hatte sie Hedrack gerade eben verschont?
Hatte er bloß spielerisch seinen Einfluss präsentieren wollen?
War hier eine höhere Macht im Spiel?

Vergeudete Gedanken.
Lith schnappte sich die Heiltränke an den Gürteln und flößte sie seinen Kumpanen ein.
Diese Vorführung würden sie dem Befehlshaber zusammen heimzahlen!

Mit der geplünderten Hälfte teleportierte sie Calsaniss auf Bet Regors Marktplatz.
Ein geschäftiges Treiben war im Gange.
Die Regoaner deckten sich mit Waffen und Nahrung ein.
Die Schmiedeöfen liefen auf Hochtouren, die Händler hatten alle Hände voll zu tun, der Umsatz boomte...
Rimos Knirt, der Oberkommandierende der Stadtwache und der Armee hatte vor wenigen Tagen die offizielle Kriegserklärung hier verlesen.
Überall hingen Anschläge, die auf Vorratsbeschaffung hinwiesen.
Wehrfähige Mannen wurden auf den Einzug vorbereitet.
Erste Trainingslager auf freien Plätzen errichtet.
Die Gesinnungskontrolle an den Toren war also erst der Anfang gewesen.
Man hörte allerlei Gerede von schnellem Vorrücken der Kalamaranschen Legionen.

Lith vergewisserte sich beim Berater des Königs, Sepiter Rahahn.
Man wartete auf die Botschaften der Kundschafter.
Er selbst hielt eine Belagerung am wahrscheinlichsten.

Der gute Handel machte es leicht ihre Wertgegenstände teuer an den Mann zu bringen.
Jedoch musste man selbst auch mehr für Auffrischung und Erweiterung des Arsenals ausgeben.

Mit Diamantstaub und dem eingewickelten Tharel ließ man sich bei Erimm Rechtung vorladen.

Als Tharel wieder unter ihnen weilte, ließ Erimm durchsickern, dass viele Kleriker ausgesandt worden waren, um die Dörfer Paru Bors am Renador Fluss und Umgebung zu warnen, Zuflucht und Schutz in der Metropole anzubieten.
Um alle Wehrfähigen einzuziehen musste der König selbst seinen Landadel verpflichten.

Die Großkirche würde lediglich defensiv agieren.
Der Wahre konnte anderes in diesem Fall nicht zulassen...

Am folgenden Tage reisten sie schlagartig nach Bah, mieden Y´Dey und berichtetn dem gegenwärtigen Autor dieser Schrift von allerhand Erlebnissen der letzten Woche.

Überlandflug ruhte nun im tausendseitigem Buch Liths und ermöglichte eine rasche Reise nach Osten, zum ursprünglichen Tempel des Elementaren Bösen.
Es sprach gerade alles dafür, nach Kella zu sehen.
Der Spruch im Obelisk, die damit verbundene Ausgrabung, die überwältigende Begegnung mit Hedracks Erdscherge.
Weil Lith so großzügig war- nein, er sah es nur praktisch- und Tharel ebenfalls in seinem Buch studieren ließ, konnten sie mit all den Überlandflugladungen an nur einem Sonnenlauf die Strecke überwinden.
Ach war Winter etwas schönes.
Da juckte ihm die Sonne weniger in den graugeschreckten Augen...

Über Puka hingen dicke Schneewolken und seltsamerweise donnerte es auch.
Sie umflogen es, als die vom Himmel fallenden Schneemassen keine Sicht mehr genehmigten...

Auch auf der Kathedrale des Bösen lag Schnee, wie überall.
Er schien hier fast grau zu sein.
Dem Schimmernden Streiter offenbarte sich eine immerwährende böse lauernde Aura.
Überall und nirgendwo.

Das Fenster noch immer zerschlagen.
Tore verbarrikadiert.
Yossarian stieg kletternd durchs Fenster ein.
Bewegungen.
Atmen.
Zwei ausgehungerte Hobgoblins rannten auf ihn zu und bedrohten ihn unter Stress mit Speeren.
Er führte diplomatische Verhandlungen mit Tagesrationen, welche die Goblinoiden ihm ungezügelt aus der Hand rissen.
Legte die Hofsklinge und den Drachentöter zur Seite und machte ihnen mit offenen Händen seine Ungefährlichkeit klar.
Einer holte den Rest der ausgehungerten Sippe.
Ihr Anführer hieß Krebbich, und schob einen wohlgenährten Bauch vor sich her.
Er war ihr Übersetzer.
Yoss handelte aus, die übrigen hereinzulassen.
Sie hätten noch mehr Futter.

Krebbich erzählte von den Anfängen.
Nachdem vor einigen Mondmonaten in einer Schlacht ihr ehemaliger Anführer Rarkus umgekommen war und die Mehrheit aller männlichen Hobgoblins gestorben war, nistete die Sippe nach ihrer Vertreibung erneut und Krebbich gab ihr die nötige Struktur.
Doch vor ein paar Duzend Sonnenumläufen kamen verschiedenstämmige Riesen und verschleppten vorwiegend die starken Väter unter ihnen.
Sie kamen mehrere Male und versklavten immer Jüngere, die sie nach Nordosten mit sich rissen.

So hatte sich die Sippe also hier eingeschlossen und gehofft den Winter zwar hungernd aber wenigstens lebend zu überstehen.

„Vielleicht wurden sie auch gefressen.“

Liths Gespür für Oberflächenkommunikation ließ wie immer zu wünschen übrig...

„Warum dann das alte zähe Fleisch. Die Jungen schmecken doch viel zarter.“

... hatte aber anscheinend starke Ähnlichkeiten mit Krebbichs Gemüt.

„Nein, sie sind versklavt. Befreit sie für uns, wir wollen überleben, und so haben wir keine Chance.“

Unter vier Augen führte Lith noch ein Gespräch mit dem Adepten über Anschluss an seine Organisation, die er bald um sich herum aufbauen wollte.
Er verriet nicht viel, nur so viel wie Krebbich unbedingt wissen musste.

„Bringt sie uns wieder und ich denke über das Angebot nach...“

HanGas

  • Gast
Ausgrabungen
« Antwort #31 am: 22. März 2006, 10:03:42 »
Über den Wolken


( 68 )
Als sie abseits in einem Seitenflügel der Kathedrale nächtigten, schlenderte verdächtig ein Hobgoblin vorbei und grinste dämlich.
Da gab man ihnen die rechte Hand und versuchten sie sogleich auszureißen.
Sicher waren die Helden fette Beute...

Laut Krebbich war der nordöstliche Turm noch bewohnt von einigen Ausgestoßenen der Sippe.
Und dahinter lag irgendwo ein verlassener Hof.
Lith wimmelte die anderen ab.
Er würde alleine auskundschaften.

Mit Überlandflug verschwand er für knapp einen großen Sanduhrlauf, und bestätigte anschließend die Existenz dessen.
Genaueres aber nicht.
Er liebte es wohl in Geheimnissen zu schwelgen und alle zu verunsichern.
Das er sich mit einem Dämonen, einer Erinnye, unterhalten und vergeblich verhandelt hatte, vertraute er lediglich Derim Legoru an, der sich verpflichtet hatte, bis zur Beendigung dieser Schrift in Schweigen zu hüllen, und niemandem Einblick zu gewähren.
Und auch die Zeichnung stammte von ihm selbst, um Unsicherheit zu schaffen...

Sie marschierten durch den verschneit grauen Wald.
Einige Fuß, nachdem man die nordöstliche Turmruine durch die Tannen aus dem Auge verloren hatte, zeigte sich eine versteckte Lichtung mit verfallenem Anwesen.
Ein Brunnen, die Steinummauerung mit Eimergewinde gewaltsam ausgehebelt und beiseite gerollt.
Sowie ein altes Gehöft.
Ein kleiner Bauernhof mit wenigen Zimmern, der Großteil aber war Stall.
Die Fensterscheiben zerbrochen, die Eingangstür fehlte.
An der äußeren Hauswand fand sich das eindeutig zu identifizierende Symbol des Iuz.
War Iuz etwa wieder am Werk und trieb die Machenschaften des Elementaren Bösen voran?
Lith hatte unterschwellige Ängste geweckt...

Das Gefühl von Blicken im Nacken konnte ihnen niemand nehmen.
Ein Windstoss.

Plötzlich ließ Cryn den Pfeil von der Sehne schnalzen.
Er traf etwas schwebendes, etwas Winziges neben dem Schacht.
Es zersprang in tausende Teilchen.
Sie betrachteten die Übereste.
Yoss hatte Aufklärungsbedarf.

„Cryn, was war da?“

„Eine Bewegung aus dem Augenwinkel.“

„Und? Was noch?“

„Weiter nichts.“

„Kann es sein, dass du sehr angespannt bist?“

„Vorsicht statt Nachsicht- so lautet stets meine Devise! Anstatt mich hier zu prüfen, klärt doch lieber was es war...“

„Das ist ja nicht mehr möglich, weil du es zerschossen hast.“

Ging der Rote Magier den Jäger der Außenseiter an.

„Allein, dass es ein Konstrukt war, lässt sich noch erkennen.“

„Ja, immerhin. Das nächste Mal warne uns und erwarte meine Befehle.“

In der Stimme des Streiters lag Entgültigkeit, der keiner widersprach.

Eine unheimlich leblose Tristes lag im türlosen Gemäuer.
Diesmal bemerkten die draußen gebliebenen Zauberer eine Bewegung am ausgetrockneten Schacht.
Eine kleine Kugel schwebte hinab.
Sie sahen sich fragend an und nickten sich dann gegenseitig zu, als ob jeder wusste, worum es sich handelte.
Dabei hatten sie keine Ahnung und wollten sich nicht die Blöße geben.


Empfang vor den Ausgrabungen


Dann kletterten sie mit einem geknoteten Seil selbst hinab und Yossarian löste einige Steine aus dem Mauerwerk als Ausstiegsalternative.
Eine vertieft gelegene, massive Holztür in südwestlicher Richtung.
Dahinter lag ein enger frischerdiger Gang, der von Holzbalken gestützt war.
Gleich zu Anfang befand sich eine Leiter zum Ausstieg.
Drei Alternativen waren keineswegs nachteilig.

Nach fünfzig Fuß verengte es sich auf lediglich drei Fuß Lehmgestein, ungestützt.
Hundert Fuß nach Süden, dann leicht abwärts und nach Westen, bis es sich in eine ovale Höhle weitete.
Die Wände hier teils gearbeitet, teils natürlich.
Einige Große Gesteinsbrocken.
Ein Gang führte weiter und wurde außer Acht gelassen.

Hinter einem bewölbten und rücklings flach abgeschliffenem Riesenstein, der fest in der Erde verankert erschien, den man aber an der schrägen Wand gemeinsam zur Seite rollen konnte, lag ein ebenfalls enger Geheimgang.

Der erddominierte Balken gestützte Gang schien recht frisch freigelegt- hier und da lag Gesteinsstaub herum, was darauf hinwies, dass hier einst gemauert, also bereits ein Gang vorhanden war- und führte ziemlich steil sechshundert Fuß in die Tiefe, immer in leichten Schlängelbewegungen Richtung Süden.
Eine unerwartete Biegung drehte sie abrupt nach Osten.

Nach circa fünfzig Fuß schrie Calsaniss plötzlich auf.

„Yoss, pass auf, die Wände sind nicht echt!“

Tatsächlich, die Wände hatten ein ringförmiges Muster.
Wie braune schlauchartige Ringmuskeln.
Yoss schreckte reflexartig zurück.
Gerade noch rechtzeitig, um dem zuklappenden Maul des Tunnelterrors zu entkommen.

Hinter ihnen floss die Steinwand zusammen.
Gefangen mit dem Wurm.
Zwei sogenannte Klatscher, die flach an der Wand gelegen waren traten in Aktion und watschten nach Yossarian und hielt ihn fest, um ihn Richtung Maul zu zerren.
Calsaniss schenkte ihm Bewegungsfreiheit und Yoss flutschte aus dem Griff.
Der enge und kurze Abschnitt hier, bot kaum Manöverfähigkeit.
Tharel versuchte so tief wie möglich in dem Schlauch seinen Feuerball zu platzieren, doch das bewegende Ziel, ließ ihn früh detonieren, und Calsaniss und Yossarian wurden ebenfalls Opfer der Entladung.

Cryn schoss Pfeil um Pfeil durch  die eigenen Mannen, Deckung des Steinwurms, und traf den Wanderpriester in den Oberschenkel, woraufhin sein Knie kurzzeitig den Boden berührte.

Lith hingegen zielte Magische Geschosse, die ihre Wirkung nicht verfehlten und bereitete die Helden auf seinen kommenden Blitz vor.

„Alle zur linken Wand!“

Die Klatscher fuchtelten und packten nun den hinter dem Streiter Deckung suchenden Calsaniss und zogen ihn näher.
Tharel setzte mit magischen Geschossen nach, und schließlich versenkte der Schicksalsweber das Innere des Schlauches.

Doch tot war der Tunnelwurm noch lange nicht.
Yoss schaffte es nicht, Calles Greifer mit der Hofsklinge abzutrennen und er wurde gefährlich nahe ans Maul geführt, während die Bestie auf magische Weise, eine Mauer errichtete, welche die Zauberer und den Bogenschützen abtrennte.

Der Champion drosch noch einmal in die Ringmuskeln und packte dann Calles Arm, der sie beide aus der Gefangenschaft in die anliegende Gefangenschaft beförderte.
Wenigstens war die Gruppe nun wieder vereint.
Der Wurm hatte bereits gehörige Verletzungen erlitten.
Sicherlich war er erschöpft vom erfolglosen Beutezug.

Nach der Wundversorgung, nahm Yoss einen Hammer zur Hand und schlug die Wand ein.
Der Tunnelterror setzte mit telekinetischer Kraft die herabgefallenen Gesteinsbrocken in Gang und schoss damit durch die Öffnung, und hinterließ einige Schrammen und Platzwunden.
Das Zeichen zum Gegenangriff.
Eine Angriffswelle aus Magie, Pfeiltreffern – Cryn traf seinen göttlichen Mentor erneut ins Bein- und Waffenhieben rollte über das Monstrum hinweg.
Schließlich hechtete Calle mit einer Rolle durch das Loch und teilte die vordersten Ringmuskeln.
Der Schlauch fiel in sich zusammen.

Keine Beute.
Doch Lith kannte sich besser aus.
Stieg auf dem Muskelhaufen ganz zum Ende, durchstieß das Gewebe dort mit einem Dolch, stülpte den Ärmel zurück und bohrte suchend seinen Arm tief hinein.
Er holte einen Erzklumpen mit angenehm glitzerndem Schein heraus.
Die anderen rümpften die Nase.

„Das stinkende Ding, könnt ihr behalten, Gönner!“

Wimmelte ihn Tharel ab.
Nichts anderes hatte Lith vorgehabt.
In den Unterreichen war es üblich auch mal ihm Dreck zu fühlen.

Als der Priester die Wunden versorgte, hielt er bei einem Schnitt, den Cryn durch einen fliegenden scharfen Stein im Gesicht abbekommen hatte, inne.

„Möge euch diese Narbe den Tag nicht vergessen lassen, an dem ihr einen Priester eurer Religion in den Rücken fielt, Cryn. Allein, dass ihr das Risiko eingingt, war töricht und frevelhaft.“

Dieser Gang war eine Sackgasse.
Sie mussten aus dem Geheimgang hinaus und den anderen Gang der Höhle nehmen.


Der echte Trond


Yoss arbeitete sich auch durch die vordere Wand und sie gingen zur Biegung zurück.
In der Kurve fiel Calsaniss ein Stück Splitterholz auf, welches in die Wand ragte.
Als er es herauszog, konnte er es gespenstischer Weise durch die Wand führen.
Das Bild verschwamm vor ihm und er sah es nur mehr transparent.
Ein Gang war hinter der Stillen Illusion verborgen.
Er durchschritt sie zum Erstaunen der anderen, denen sich ebenfalls das Geheimnis eröffnete.
Der Gang knickte nach Westen in Helligkeit.
Eisenfackeln brannten.
Die grob bearbeiteten Wände ersetzten sich nun teilweise durch Granitblöcke.
Überall lag noch Schutt und Geröll in den gewölbten circa fünfzehn Fuß hohen Gängen herum.
Weniger stabile Deckenpartien waren mit Holzbalken gehalten.
Der Ort war feucht und schmutzig und roch nach Erde und Humus.

Sie waren auf Ausgrabungen der eingestürzten Unteren Ebenen des Kathedralegewölbes gestoßen.
Laut ihren Berechungen waren sie auch nicht weit von der Kathedrale des Elementaren Bösen entfernt.
Wahrscheinlich nur weit, sehr weit darunter.
Laut Burne und Rufus hatten die Ebenen sich nach Einfluss gestaffelt.
Die einzelnen Elementaren Tempel waren untereinander nach ihrer Größe und Macht angeordnet gewesen, und wiederum darunter befanden sich Gewölbe der Patronen- Iuz, Zuggtmoy und Lolth.
Der vielbeschäftigte Burne hatte mit den Jahren Einzelheiten vergessen und auch, wenn man seine einstigen Begleiter fragte, erhielt man nur Wortfetzen...

Eine Ausbuchtung, die einst völlig zusammengefallen sein musste- die Decke zerklüftet, das bogenförmige Mauerwerk zerstört, das Steingut von Mauern und Boden schwer beschädigt und uneben, alles bedeckt mit kleinen Steinen und Staub, mit zwei gegenüberliegenden, angelehnten, leicht beschädigten und schiefen Holztüren - tat sich auf.
Auf Riesisch schall es aus einem Gebiet dahinter.

„Du betrügst doch!“

„Nennst du mich einen Betrüger!?! Selber!!!“

„Selber, selber, prusten alle Räuber, und du bist kein dummer Säufer!“

„Bin ich wohl!“

„Bist du nicht!“

„Was!?!“

„Schnauze!!!“

„Wer mischt sich aus der Kanakenbude ein!?!“

„ICH, du Hohlrübe!!! Trond!“

„Oooohhh, sorry, Chef!!!“

„Wechsle auf der Stelle die Fackeln, Borogol,  faules Stück Dreck!“

„Jo, Chef, wird erledigt, Chef!!!“

Shasserils Band war bereits zur Standardausrüstung geworden.  
Die Helden nickten sich nur mehr zu und stürmten die westliche Tür.
Der schillernde Paladin voran, gefolgt von Calsaniss und Cryn.
Der Raum noch teilweise von Geröll bedeckt, stank nach Urin und Starkbier.
Eine Holztür auf zwei großen Brocken diente als Tisch zum Schweinsknochenwürfelspiel.
Ein Messer und ein Tierhorn lagen ebenfalls darauf.
Einige plattengepanzerte Kriegsoger in Schwarz saßen auf weiteren Brocken um den Tisch, es schnarchte aus einer Ecke, ein anderer wendete sich gerade einer Kiste mit Fackeln zu.
Cryn zielte aus nächster Nähe in die Brust eines Sitzenden, während Yossarian ihm einen tiefen Schmiss quer der Visage verpasste..
Der schaute erst mal dumm auf die Bauchwunde und dann in die Gesichter.
Und erst dann brüllte er los und weckte den Pennenden und alarmierte die anliegende Besatzung.

Die Riesen schnappten sich die beiliegenden großen Keulen und wischten damit um sich.
Yossarian sprang auf den Tisch und sah den Riesen auf gleicher Höhe in die Augen.
Ein heißer Kampf mit oftmaligem Ausweichen, schweren Treffern, und viel Getänzel von Yoss und Calle entbrannte.

Die andere Tür flog aus den Angeln, als eine weitere Horde Oger herausstürmte.
Yossarian widmete sich der einen Besatzung alleine- die Schlafmütze in Unterwäsche stürzte sich mit den bloßen Fäusten auf ihn- während sich das Hauptgeschehen mehr und mehr nach draußen verlagerte, denn der Wanderpriester stieß zu den Zauberern, die nur auf das Erscheinen der Unterstützung mit Feuerball und Kältekegel gewartet hatten.
Anschließend soffen die Krieger tatkräftig Tränke von den Gürteln, was Tharel Ragnarok verständlicher Weise mit einem sarkastischen

„Hey, ihr trinkt uns unser Gold weg!“

begleitete.

Ihr Anführer Trond, ein barbarischer Oger mit magischen Falkenaugen und schwerem Kriegsflegel, folgte ihnen auf dem Fuß, doch war den Flächenangriffen nicht ausgeliefert gewesen.
Er versetzte sich in Kampfeswut.
Calsaniss erstand göttliche Unterstützung und nahm es mit mehreren schwer gepanzerten, aber angekohlten Kriegsogern gleichzeitig auf.
Trond schloss zu Tharel und Calle auf und trieb die Flegelenden in Schulter und Bein Tharels.
Halbtot humpelte dieser den unerforschten Gang entlang und verwandelte sich in den üblichen Thareltroll.

Cryn schoss zwischen Tür und Angel mal hier mal dorthin, wo sich Schwachstellen offenbarten, während Lith gerade den Zorn eines Ogers auf sich gezogen hatte.
Er rannte bis an die Wand, woher sie gekommen waren.
Der halbgefrostete Riese folgte ihm auf den Fuß und steckte die magischen Geschosse nicht unvergolten weg.
Er rutschte dem Schicksalsweber bis vor die Füße.

Yoss und Cryn, mehr und minder angeschlagen, hatten währenddessen ihre großen Kontrahenten einem gerechten Ende zugeführt.
Nur Trond stand noch schwerst blutend an Calles Seite und holte gerade zum vernichtenden heftigen Angriff aus, als ihn in den Rücken ein Regenbogenstrahl Tharels traf.
Der Strahl entpuppte sich als Todesattacke und dem Barbar blieb rückartig das Herz stehen.
Calle wich höflich für den unknickenden Tausendpfünder minimalst zur Seite...

Sie steckten reihenweise Ausdauer-, Schutz- und Schwere Heiltränke der Oger ein, sowie alles Magische und Verkäufliche verdientermaßen ein und widmeten sich dann den Räumlichkeiten.


Funde


Im bereits betretenen Raum lag eine mit Geröll gefüllte Nebenkammer.
Da fiel ihnen auf, dass die Oger in aller Aufregung vergessen hatten, das Tierhorn zu blasen.
Am Boden nahe der Tür entdeckten sie ein altes, verblichenes Symbol, das besonders den Magiern aus Zauberbüchern bekannt war.
Außerdem lagen zwischen den Steinen eine Hand voll Kerzen, sowie eine ausgestopfte Schreckensratte, zerfledert und mottenzerfressen.

Eine versteckte Tür führte in ein von den Ausgräbern unentdecktes Arbeitszimmer.
Damit es auch in Zukunft niemand blies, sackten sie es ein.
Die Zerstörung hier war weniger gravierend.
Nur wenige zerbrochene Mauersteine lagen herum.
Eine hölzerne Arbeitsbank verläuft entlang der nördlichen Wand bis zur Tür.
An derselben Wand reihten sich Wandbretter, manche zerschlagen, aber auf ein paar wenigen standen noch kleine Bottiche oder Dosen.
Der kleine Kamin war voll mit Schutt.
An der südlichen Wand befand sich ein zum Teil kaputter Schreibtisch bedeckt von Staub und ein Paar Buchständer, beide durch die Erschütterung umgefallen.
Neben einem liegt ein zum Boden hin geöffnetes Buch.
Im östlichen Ende stand ein geröllbedeckter Tisch mit Eisenkiste inmitten der Steine.
Ein mit hoher Lehne umgekippter Stuhl und ein geöffneter Schrank waren ebenfalls Teil der Einrichtung.
Sie fanden verschiedenfarbige und –wertvolle Edelsteine, sowie zwei magische Wälzer, für die Lith wie ein Waisenvater sorgen wollte, und im Schrank sowohl drei Eisenschächtelchen, in denen sich nach Metall sortiert, Silber-, Gold- und Platinmünzen fanden, als auch ein zerbrochener, wohl einst sehr wertvoller Spiegel.

Tronds Gemach war, obwohl von Schutt befreit, sehr staubig.

„Hier müsste einmal gefegt werden!“

Merkte der reinheitsliebende Tharel passend an.
Das Mauerwerk war lückenhaft und sehr rissig, weshalb es auch Holzbalken stützten.
Fünf Schlafmatten aus geflochtenem Schilfrohr lagen zusammengerollt an der westlichen Wand.
Eine einzelner großer Brocken diente als Tisch für Gegenstände wie leere Servierplatte und Steinkrüge.
Ansonst vergeudete Erkundungszeit.
Die Fackeln der Wände brannten gerade leer, als sie dem Gang, den Tharel bereits eingeweiht hatte, folgten.
Eine ungewöhnlich steile Treppe führte fünfzehn Fuß nach oben und endete an einer schweren Falltür.


Die erdrückende Kraft der Erde


Der runde Raum darüber schient der Grund eines Schachtes zu sein, nun jedoch von Schutt verstopft, dass er lediglich fünfzehn Fuß hoch war.
Die Falltür mit schwerem Ziehring, war vielleicht einst mitgut versteckt unter einem Bodenquader.
Richtung Süden führte ein Gang.
Ein rohes Gesicht aus Erde trat durch die Wand und verschwand sogleich wieder als Calsaniss es entdeckte.
Sie bereiteten sich auf Konfrontation vor und sahen alle in verschiedene Richtungen.
Calsaniss hielt sich in der Mitte auf und blickte nach oben, als etwas Erde herabbröselte.
Der grob humanoide Körper des Größeren Erdelementar wölbte sich heraus und fiel herab.
 
„Zu den Wänden!“
 
Warnte er die Übrigen im letzten Moment und sie warfen sich zu allen Seiten.
Hinter ihnen schlug er dumpf und mit der Erschütterung eines mittleren Erdbebens auf den Grund.
 
„Dieses Mal lassen wir uns nicht unterkriegen! Diesmal nicht!“
 
Der stolze Yoss erinnerte sich an das aufgemischt werden durch den Älteren Erdelementar und rief zur Tapferkeit auf.
 
Und in der Tat sie schlugen sich wacker.
Die Magier wirkten Kegel um Kegel, Blitz um Blitz, Kugel um Kugel- die ganze Wahrheit über die Zauberer ist das nicht, denn Tharel vermochte die Bewegungen der Kameraden zu beschleunigen, während Lith die Feindseligen verlangsamte.
 
Cryn feuerte Pfeil um Pfeil, Yoss teilte Hieb um Hieb aus, und Calsaniss…
Ja der konnte sich kaum entscheiden, ob er zuerst heilte oder gegen den Elementar agierte.
 
Denn die Elementarkampfmaschine war meisterlich darin bodenständige Kreaturen, wie Helden zum Beispiel,  auszuhebeln und sie wie Spielzeug gegeneinander prallen zu lassen, ja sie dem Erdboden gleichzumachen.
Er drückte Yoss an die Wand, dass er kaum noch Luft bekam.
Zwar nicht wie der schwarze Erdscherge Hedracks, doch trotzdem recht beachtlich.

„Ab mit dir in die Lavaströme der Tiefe!“

Presste der Streiter hinaus und wand sich aus dem Griff.
 
Sie hatten dem Terranelementar schon etliche Erdbrocken herausgeschlagen, die Luft roch nach geröstetem Humus, da sank er bis zum Bauch ins Erdreich und knapp einhundert Fuß hinter ihm wurde ein Steinriese am Ende des Ganges sichtbar, der einen Gesteinsbrocken für vier platte Abenteurer schleuderte…
 
… und verfehlte!
 
Doch Lith nicht.
Der Schicksalsweber spann die Fäden des Schicksals und der Riese taumelte an die Wand, wo er wortlos in sich zusammensank.
Er hatte seinen schlimmsten Alptraum gesehen.
Der Steinerne Wächter folgte Zehntel später durch seine Solidarität mit dem all anwesenden Staub.


Von Unterjochten und Verbündeten

 
Wo der Steinriese lag, teilte sich das Bogengewölbe nach West und Ost.
Im Westen lag gleich um die Ecke ein Haufen sorgfältig ausgewählter Wurfbrocken.
Im Osten stand eine Holztür, sperrangelweit offen.
Dahinter fand man einen dreieckigen Raum vor, verputzt, aber rissig und abgebröckelt.
Was blieb waren zahlreiche schwarze Dreiecke, vom Ypsilon in Naturputz geteilt, und von gemalten Augen vieler Rassen- Menschen, Elfen, Gnome und vieles mehr- umrandet.
Die Öffnungen im Norden mussten früher Rahmen besessen haben.
Die Türen waren nach dem Einsturz wohl nicht ersetzt worden.
 
Hobgoblinstimmen hörten sie von dort.
Cryn lief sofort hinzu, als man ihn sah und sie nicht reagierten.
Er klärte sie in ihrer Muttersprache auf.
 
„Krebbich schickt uns. Wir holen euch aus diesem Drecksloch raus!“
 
Es stank nach Dreck und Schweiß, obwohl alles doch recht freigeräumt worden war.
Betten aus Fetzen, Lederstücken und Stroh bedeckten weiträumig die Flächen.
Dazwischen lagen verschiedenste Werkzeuge und andere Gerätschaften.
Mosaik hatte einst die Wände geziert, doch die schrecklichen und abscheulichen Szenen waren zurecht zerklüftet worden.
 
Der neugierige Unterkiefer einer Ogervisage schob sich aus einer der beiden vorhandenen Türen, die in der Mitte der Dreieckskammerseiten lagen.
 
Er stieß zu seinem Pech die Tür auf und posaunte lautstark zu seinen Sklaventreibern.
Lith stellte sich vor die Tür und erzeugte eine wabernde Wolke aus purem Gift.
Sie tötete die in körperlich schlechtester Verfassung, während sich die Überlebenden aus der Kammer hustend und keuchend hangelten.
Die Giftgaswolke wabberte in einen entlegenen Gang der achteckigen, teils ocker, teils moosgrün gestrichenen Kammer, die mit großen Schlafmatratzen, Werkzeugen und Waffen, und etwas Geröll voll gestopft war.
 
Tharel als Troll und Lith als Grauer Reißer fletschten um die Wette, während Calle und Yoss ein hervorragendes Klingenduett mit Wirbeltänzen ablieferten und Cryn sich allein mit sicher erlernten Schüssen im Nahkampf gegen einen wehrte, der ihm auf die Pelle gerückt war.
 
Auch als die zweite Tür aufflog und weitere Sklavenschinder ins Geschehen eingriffen, traten kaum Schwierigkeiten auf.
Im Gegenteil, die Helden zeigten sich von ihrer Schokoladenseite.
Die, die sie zusammenhielt, weil jeder seinen Beitrag im Kreuzzug gegen das Böse leistete.
 
Halt, was war das!?!
Der letzte ausschwärmende Oger trieb seinem Vordermann seine Keule in den Rücken.
Ein Verräter!
 
„Kella!!! Verletzt sie nicht!“
 
Sie richteten ihre Blicke stets auf die Druidin, um sie nicht im Gewimmel wieder aus den Augen zu verlieren und versehentlich anzugehen und so beendeten sie schließlich das trostlose Dasein so manch Nasenbohrender Ogerexistenz.
 
Die Druidin des verkümmerten Waldes nahm ihre Urgestalt im winterlichen Tannenzweiglook an.
 
„Ich berichte euch über diesen Ort, wenn das Bangen ein Ende hat.“
 
Sie meinte damit die Hobgoblins, die sich augenscheinlich bereits mit ihrer Lage abgefunden hatten, denn weder Gezeter noch Gejammer noch Wimmern war zu hören.
Ja, im Gegenteil.
Sie hatten ihre Retter gerade tatkräftig angefeuert.
Doch so was konnte täuschen und pure Angst steckte hinter dem Verhalten.

Sie führten die Sippe mit Begleitschutz an die Oberfläche.
Der Rote Magier wandte sich ein letztes Mal um und rief:

„Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage.“


Kellas Wissen


Cryn kraxelte als erster die Leiter hinauf.
Beim Umsehen sah der Späher ein ernst dreiblickendes weibliches Gesicht, dahinter dunkle Schwingen im zerbrochenem Fensterglas.
Es huschte zur Seite.
Die restliche Strecke nahm er mit einem Satz und stand im Gehöft und wartete auf Unterstützung.
Tharel und Cryn stellten die Hütte auf den Kopf.
Doch wie vom Erdboden verschluckt war die Frau.
Ein Geist?
Eine Dienerin Iuz und Racheengel?

Sie brachten zusammen, was zusammengehört.
Die Befreiten feierten Krebbich und vergaßen ihre wahren Retter, was diesen die Möglichkeit zum Austausch bot.
Kella berichtete von ihren Erlebnissen als Spion.
Die Verdammnisträumer ließen die beiden untersten Ebenen des ursprünglichen Tempel des Elementaren Bösen Gewölbes ausgraben.
Den Zugang zum Feuerknoten hatten sie schon beinahe komplett freigelegt.
Und dazu hatten sie eine Vielzahl an Truppen aus dem Äußeren und Inneren Bereich entsandt.
Steinriesen und eine Vielzahl ausgebildeter Oger, einige Golems, Seiler und tatsächlich auch einen Betrachter.
Der Test nach dem geflügelten Oger viel positiv aus.
Und wie sie das abschätzte waren das bei weitem noch nicht alle Besetzer, die – sie schauderte dabei - von einem Aboleth angeführt würden.

„Wie kann das sein? Steht der unterste Stock etwa unter Wasser?“

„Nicht ganz. Er schwebt in einem Wasserkokon umher. Jeder nennt ihn ehrfürchtig nur: den Zweiten.“

Als hätte ihre Erzählung noch nicht genug erschreckende Neuigkeiten enthalten, gestand sie.

„Es ist kaum drei Nächte her, da passierte uns unter schwerem Geleit eine mir bekannte Gestalt. Sie wirkte allerdings nicht so, als ob sie diesem Schutz bedürfte. Es war Lareth der Schöne, der eine Aura ausstrahlte, dass alle Sklaventreiber bei seinem Vorbeischreiten die Sklaven zu Boden schleuderten, mit gesenktem Haupt niederknieten und Tribut zollten. Das Gesicht des Schönen war fürchterlich entstellt und seine Haut war unnatürlicher als alles bisher da gewesene...“

Sie zeigten sich wenig beeindruckt.

„Wie kann ich euch weiter helfen? Soll ich die Kultisten weiter ausspionieren? Euch in die Schlacht folgen? Oder nach Bah zurückkehren und Y´Dey Bericht erstatten?“

Sie erwartete eine rasche, eindeutige Antwort, die ihr Yossarian gab.

„Wenn du dem Hobgoblinstamm mit Nahrung helfen kannst, bleib noch einen Augenblick. Ansonst wende dich nach Westen.“

Kella erschuf einen Berg Nahrungsmittel.
Calsaniss lud seinen Gewirkten daneben ab.

„Einen Moment noch. Was ermöglichte euch so lange in Ogergestalt zu verweilen? Ihr ward ja schließlich rund um die Sanduhr bei ihnen.“

Tharel war neugierig geworden.

„Dieses Philakterum des Wandels.“

Sie deutete auf ein Band.

„Braucht ihr es denn im Moment?“

„Es wurde mir bei der Aufnahme in meinen Zirkel anvertraut. Ich kann es nicht verleihen.“

Sie verwandelte sich nach dem Friedensgruß des Druidenzirkels der Knorrwälder in den weißen Bär und trabte davon.

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Nagakeng

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« Antwort #32 am: 24. März 2006, 08:22:53 »
Gewaltmarsch unter Opfern


(69)
Als sich die Familien vereinten- einige brachen auch in Wut aus, denn ihre Oberhäupter hatten die harte Arbeit nicht überstanden -  schritt Krebbich auf sie zu.
Wie ein stolzes Tier, das nicht auf die Knie fallen wird, aber dennoch echten Respekt erweisen will.
Das unter den goblinoiden Rassen weitverbreitete Prinzip der Stärke schillerte durch seinen harten Panzer und er zeigte keine Mitleid mit den Zurückgebliebenen.
Sie selbst hatten ja kein Mitleid, sondern ärgerten sich über die Schwäche ihres Familienoberhauptes.

Die Abenteurer zogen sich in ihren Flügel zurück und diskutierten.

Lith blieb noch etwas und wirkte manipulierend auf den Schamanen ein.
Er würde die Sippe in seine Organisation aufnehmen und sie beschützen, würden sie ihm nun einen Eid des Gehorsams leisten.
Krebbich gab sich unentschlossen.
Lith drohte mit der sofortigen Abreise der Drachentöter, die Riesen würden wiederkommen und sie dann alle holen und zu Tode schuften lassen, ohne Nahrung, ohne Wasser...

Krebbich willigte schließlich ein.

„Noch heute brechen wir auf in eine Festung im gefrorenem Sumpf, einige Meilen von hier entfernt. Dort werdet ihr sicher sein und meine Befehle zum Aufbau ausführen.“

Als Lith Krebbich den Rücken zuwendete, um seinen Kameraden Kunde zu bringen- natürlich mit einer gemäßigteren Version seiner Überzeugungsarbeit- blickte ihm der Schamane nach und knurrte vor Zorn.
Sonst war es doch immer, der Überlegenheit und Druck walten ließ...

„Wir packen und geleiten die Sippe an einen sicheren Ort.“

Was hatte sich der Schattenelf denn nun schon wieder ausgedacht.
Tharel war misstrauisch.

„Und? Wo gibt es das auf Tellene?“

„Grabenburg.“

„Grabenburg?“

Ja, die Festung in den Südsümpfen. Dort lebt nichts mehr.“

„Es ist nicht das beste Zielgebiet, aber mit Sicherheit ungefährlicher als hier. Vorübergehend wenigstens.“

Stimmte Yoss zu.
Und da in der Regel nach seiner Pfeife getanzt wurde, gab es keine Einwände.

Sie vergewisserten sich bei den Hobgoblins, ob auch alle aus der Sklaverei befreit waren.
Jene tuschelten, als ob niemand etwas verstand.
Krebbich erwähnte, dass einige Ausgestoßene in der nordöstlichen Turmruine lebten und eine andere kleine Gruppe unter Führung einer gewissen Alubya hauste in nahen Baracken.
Aber von denen gab es keine Spur von Verschleppung.

Sie drängten auf baldige Abreise und überhastet begann ein Marsch der drei Dutzend Hobgoblins und Goblinsklaven.
Ein Vorhaben mit Tücken.
Mit Kind und Kegel ging es stundenlang nur schleppend voran, wobei sich die Abenteurer auf den Zug aufteilten und Cryn, Calsaniss und Yoss halfen, Tharel und Lith hingegen eher antrieben.
In Puka tobte ein Blizzard.
Das pure Weiß türmte sich mannshoch.
Also beschlossen die Führer es zu umwandern.
Bis hier hatte ihr neu aufgelebtes, blindes Vertrauen in Krebbich gehalten.
Das erste Grummeln wurde laut, denn der Stamm hatte nur das Nötigste zusammengerafft.
Yossarian pflügte vor.
Der eisige Strom, der Puka durchzog, sollte überquert werden, doch flussabwärts fand sich keine geeignete Stelle.
Yossarian fällte eine wassernahe laublose Esche über den Bach, auf deren Stamm allesamt hinüberrobben sollten.
Theoretisch.
Nicht mit wasserscheuen Goblinoiden.

Tharel wirkte auf Yoss einen Flugzauber, der sein erlangtes Können für alle sogleich unter Beweis stellte.
Die Sippschaft sah ihm stillschweigend zu, die Jungen ganz nah an den Alten.
Er öffnete die Arme.
Stille.
Da brüllte Krebbich ein paar Phrasen von Schwäche und Stärke.
Zögerlich wagten sich die Jungen vor.
Als in den hinteren Reihen ein alter Veteran vornüber tot zusammensackte, konnte sich Fahrmann Yossarian kaum mehr dem Andrang erwehren...
 
Die Nachtdämmerung brach bereits früh über die umliegenden Wipfel herein.
Krebbich hätte sie ja noch weitergetrieben bis auch der Letzte vor Erschöpfung gestorben wäre.
Doch Yossarian ordnete nicht weit hinter Puka eine Zwangspause an.

Der Stamm verlangte nach Wärme und Nahrung.
Yoss und Calle entzündeten Öl, während Cryn erfolglos im Wald jagte.
Keine Magie mehr zur Nahrungserschaffung.
Erste Vorwürfe wurden laut.

„Nur die Stärksten überleben, und das ist gut so!“

Unterband Krebbich.
Calsaniss und Yossarian gaben ihre letzten Wegrationen aus, und ernteten großen Dank.
Mit Argwohn konnten sie Krebbich beobachten, wie er heimlich an einer vertrockneten Beere naschte und satt war.

Es waren lediglich eine Hand voll Zelte, darunter die Honiglederzelte der Abenteurer mitgeführt, so wurden ein paar improvisiert und dennoch in völlig überfüllten Gelagen gepennt.

Frühes waren ein sehr junger Spross und ein sehr alter Veteran erfroren...

Noch ein Tagesmarsch und eine Übernachtung im Freien, doch diesmal mit ausreichend Nahrung und weniger Minusgraden.
Die Anstrengung raffte noch einen Goblinsklaven dahin, dann hatten sie die Festung im – gefrorenem – Sumpf erreicht.
Insgesamt ein halbes Dutzend.
Die Überlebenden ehrten den Wanderpriester.

„Duldet ihr ihn überhaupt noch als Anführer?“

Fragte er schließlich einen, der etwas verstand.

„Schamane sein Wunderheiler. Gibt Schutz, immer nuch. Auch wenn hart.“

Trotzdem war Calsaniss zum echten Helden geworden und Krebbich hatte deutlich Ansehen eingebüßt.

Über den Hintereingang gelangten sie in ihre neuen Gewölbe – Lareth altes Quartier.
Cryn, Tharel und Calsaniss reisten nach Bet Regor, während Yoss und Lith in den Höhlen blieben.


Tharels Geduld – ein Trauerspiel


Marktplatz.
Patrouille.

„Hey, ihr da.“

Aufschließen.

„Was?“

Tharels Stöhnen.

„Wisst ihr nicht, dass Sprungreisen verboten wurden?“

Wachmann.

„Das ist uns neu.“

„Aber Gesetz. Unwissenheit schützt nicht.“

„Wir sind ehrliche Bürger. Seht uns an... Kommt, wir gehen.“

„Halt, so einfach geht das nicht. Begleitet uns doch trotzdem bitte zum Tor. Es ist strikte Anweisung.“

„Wir haben nichts zu verbergen.“

Stülpt demonstrativ seine roten Robeninnentaschen um.

„Wenn ihr nichts zu verbergen habt, dann kommt doch einfach mit. Keine Umstände, bitte.“

Maulerei, Motzerei.
Roter Magier Tharrgys, Verbündeter im Krieg, blabla,...
Abblocken.
Trotzdem Hörigkeit.
Noch...

Am Tor ein junger Paladin des Wahren.
Tharels Herzensprobe.
Sein verbales Verhalten macht jenen misstrauisch.

„Leert eure Sachen auf den Tisch dort drüben.“

Der eilige Tharel diskutiert und droht dem Jüngling schlussendlich, welcher ihn zuvor ermahnte.

„Droht ihr mir?“

Wurde der Paladin energisch.

„Droht ihr MIR?“

„Wachen, nehmt diesen Mann fest. Er wagt es, sich in der Stadt des Wahren ungebührlich zu verhalten.“

Dimensionstür Tharels in die Innenstadt, um dem Gefängnis zu entkommen.
Die Wachen warfen sich auf Cryn und Calle, welche ebenfalls rechtzeitig den Sprung antraten- vor die Mauern.

Tharel landete unentdeckt in einer Gasse bei der Kirche.
Der Disput mit Erimm Rechtung verlief nicht so erfreulich wie gewünscht.
Erstens war kein Begleiter des Wahren in ihren Reihen.
Zweitens war es eine gerechtfertigte Vorsichtsmassnahme, für deren Überwindung nur der Namenlose und der König ein Zertifikat ausstellen konnten.
Drittens hatte ihre Gruppe noch immer nicht den Auftrag der Befreiung Gawains erfüllt und auch nicht den Leichnam Prinz Thrommels auf den Emridy Wiesen ausfindig gemacht, sowie Thalias Körper, der letzten Abgesandten, erfahren.
Trübsal.
Im Moment waren keine Kleriker oder sonstige potenzielle Begleiter anwesend.
Die Kirche konnte in der Defensive des Krieges niemanden mehr entbehren, was der Rote Magier Bynarrs aber auch gar nicht forderte.
Wegen dem Vorfall eben, würde er ein milderndes Wort bei der Stadtwache einlegen.


Unheimliche Begegnung der Hohen Art


Die anderen beiden suchten mit aufgesetzter Kapuze ein anderes Tor und gelangten getarnt hinein.
Ein Stein fiel ihnen vom Herzen.
Die Gegend schien so trüb.
Ein Zupfen an Calsaniss Ärmel.
Ein altes gebuckeltes Weib auf dem Rücken eine Trage für Holzscheite.
Die Hexe zog ihn zu sich herab und starrte ihn wie mit Schlangenaugen an.

„Wanderer, der Weg endet... bald...“

Sie wandte sich ab und stakste langsam hinfort.
Calle stand im ersten Moment da als ob er Wurzeln geschlagen hätte.
Cryn lief hinterher und packte die Alte.

„Was meint ihr?“

Sie wehrte sich.

„Was meint ihr, Herr? Ich kenne euch nicht.“

„Aber mich.“

Entwurzelte sich der Wanderpriester.

„Nein! Lasst mich in Frieden. Habt ihr den keinen Respekt vor der Gebrechlichkeit einer alten Frau!?!“

Sie erinnerte sich nicht...

Langsam nur erholten sich die beiden von dieser merkwürdigen Begegnung.
Anschließend wickelten sie die nötigen Geschäfte ab, unter anderem besorgten sie eine Reihe von Cryn speziellen Pfeilen für seinen Großbogen.
Doch das war eine rare Ware.
Die Preise waren gestiegen, doch auch der Erlös, und so hob das sich beinahe auf.


Bücherwurm


Krebbich hatte sich sogleich des Schönen Lareth alte Kammer geschnappt.
Für den Augenblick schwatzte es Lith ihm ab.
Natürlich unter Drohung.
Was sonst!?!

Dann nahm er die beiden identischen Bücher aus der Geheimkammer zur Hand.
Das eine bereitete Kopfschmerzen, das andere fesselte ihn so über die Kunst von Einfluss und Führung, dass er bis auf die Zeit der Meditation las und las.

Yoss half derweil bei der Einrichtung, jagte ihnen eine Wintersau und heilte die Kranken.
Der sie über den Fluss getragen hatte war nun noch mehr als nur Ikone der Kraft.

Als die drei getrennt zurück kamen, gab Lith Tharel das gefährliche Buch und prompt schlug es ihm damit aufs Gemüt.
Lith wirkte charismatischer, als er zu Ende gelesen hatte und wollte Krebbich sogleich Anweisungen als Organisationsgründer geben, bei dem es eher so angekommen sein muss.

„Und das ihr mir auf Sauberkeit und Bildung achtet, bla, du wirst diesen Job, blabla, Wachen, bla, blabla, blablabla...“

„Ja...ja.“

Bekam er zurück.
Lith würde herrschen.
Darauf sollte sich Krebbich gefasst machen, sobald er sich einzig und allein um den Aufbau seiner Gemeinde kümmern könnte...

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Nagakeng

  • Mitglied
Spionage
« Antwort #33 am: 24. März 2006, 08:42:33 »
Folterknecht


(70/1)
Sie nächtigten hier.
Der Äußere Bereich hatte nun lange genug seine Ruhe gehabt.
Schutzmagie überladen teleportierte sie Tharel in Varachans Gemach, während Lith mit dem Knickstäbchen in der Hand auf Antwort über Shasserils Band wartete, ob sie auch richtig waren.
Ein Schrei!
Oder Brummen!?!
Ein kreischendes Brummen!?!

Lith, bei Fuss!

Sang Tharel über das Band und Lith folgte.

Er gelangte in Varachans Gemach... zu den anderen.
Welch Erleichterung!

Auf dem Luxusbett saß eine Chasme, ein Dämon der übelsten Sorte, den bodenlosen Gräben der Abyss entsprungen.
Der Fliegendämon hatte alles durchsucht und war gerade dabei, im Futter der schwarzen Decken und Polster zu wühlen.

Als der Schicksalsweber eintraf, summte es gerade furchteinflössend in der Kammer.
Der Dämon, bekannt für seine spezielle Kunst und seinem Genuss der Folter, rieb seine Flügel so am Rumpf, dass ein gewaltiger Misseton entstand.
Doch niemand bekam es mit der Angst zu tun.

Yossarian und Calsaniss nahmen die Chasme in die Zange und lieferten sich mit ihrem überaus harten Panzer und ihren Krallen ein anstrengendes Duell.
Kaum ein Schlag durchdrang überhaupt sichtbar das schwarze Chitin.

„Beide Flügel werde ich dir stutzen, Quälerin des Fußvolkes!“

Begleitete der Priester das Spektakel.
Yosses Steinhaut bewahrte ihn vor harschen Kratzern.
Die Unheilige Aura der Fliege ließ es beinahe unmöglich werden, sie grob zu verwunden.
Die Magier sandten Magische Geschosse und Feuersträhne, scheiterten nicht selten am Magiepanzer, während Cryn fleißig Bannpfeil um Bannpfeil verballerte.
Die beiden Schwächungssträhnen ihrerseits verfehlten die blitzschnellen gottgesandten Wildelfkrieger.

Nichtsdestotrotz, sie erwehrte sich schließlich nicht allen Attacken und dankte ab, gerade im Begriff auf übernatürliche Weise zu verduften.

Wonach hatte sie bloß alles auf den Kopf gestellt?
Als die Gruppe nichts fand, gestaltete Lith sein Äußeres in einen Blitzturmkrieger um.


Die Kunst der Täuschung


„Ich übernehme die Erkundungstour.“

Tharel öffnete ihm übertrieben höflich das Sinktor.
Natürlich gern.
Sollte der Schattenelf nur sein Leben verwirken.
Und wenn er dies schon freiwillig tat, weshalb dann noch Einspruch erwirken.
Matriarchenliebling!

Er erstaunte sie schließlich über seine Spionagekunst.
Überall die purpurnen Adern im schwarzen Basalt.
Ein langes Gebiet erstreckte sich Richtung Süden.
Gänge und Hallen.
Doch er marschierte nach Norden.

Vorbei an einer Tür, dann nach Osten.
Vorbei an einer leeren Öffnung, in der es nach nichts außer Urin und Dreck stank.
Ein Reptil auf zwei Beinen umsorgte in der Ausbuchtung liebevoll zwei stattliche Löwen mit starker Ähnlichkeit zu Krokodilen.
Er spähte kurz hinein und trottete vorüber.
Plötzlich erklang von hinten eine kratzige Stimme.

„Machst du einen Spaziergang an der frischen Luft, Soldat!?!“

Der Troglodyt stand nun mit dem kaltblütigen Raubtier an der Leine hinter ihm.
Er hatte ihn nicht kommen hören.
Als Lith nicht antwortete, setzte er nach.

„Hat es dir bei meinem Anblick etwa die Sprache verschlagen!?! Zu welcher Einheit der Türme zählt man dich!?!“

„Ich soll am nördlichen Brückenkopf einen Gefallenen ersetzen, Priester... ??? ...“

„Ukemil, Junge, Ukemil.“

Er blickte kritisch.

„Und weshalb nur einen?“

...

„Na?“

...

„Soll anscheinend getürmt sein! Die Turmspitze hat ihm dem See zugeführt, Priester Ukemil.“

„Elendes Pack!!! Dann rück doch gleich damit raus und heul hier keine Krokodilstränen! Aus der Reichweite meiner Drüsen!!!“

Er winkte ihn energisch verachtend hinfort.
Und der Schicksalsweber ließ sich nicht zweimal bitten.

Vorbei an einer weiteren typischen Tür.
Nach Norden.

Weit und breit keine Spinnenfresser und ihre Sattelwärmer.
Und damit wenig Möglichkeit um schnell Alarm zu schlagen.
Er merkte, dass sie lange nicht hier gewesen waren.

Eine kurze Auswölbung.
Um einen rohen Holztisch saßen Kriegsoger in Ritterschwarz und spielten Würfel und übten unschöne Messerkunststückchen.
Daneben stand ein großes Fass mit Ale und ein Korb mit getrocknetem Fleisch und Käse in dem sie sich unermüdlich bedienten.

„Na, Neuigkeiten?“

Lith wollte jeden Verdacht meiden.

„Faaaaaaaaaaaaaad, wie eeeeeeeeeeeeeeeh  und jeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!“

Gähnte ein kleinerer Vielfrass.
Die anderen grunzten zu seiner Wortgewandtheit.  

Der Größte drehte sich seitlich und klatschte vor dem Passierenden seine mächtige Pfote an die Wand.

„Wie lauten Passwort!?!“

...

Lith wusste es natürlich nicht.

„Geben keins!“

Brüllte eine Hohlrübe auf Riesisch dazwischen.
Der Große rammte ihm sein Messer in die Pfote.

„Nix verratet!!! Habest net lauscht, ne?“

„Nee.“

„Gluck fur dir. Also, was lauten Passwort!?!“

Er sah ihm tiefgrimmig in die Augen.

„Gibt keins.“

Er nahm den Arm vor seiner Nase weg.

„Passt.“

Im Hintergrund vernahm er noch ihr ogrisches Rätselraten.

„Woher hat bloß gewisst??? Habt doch von Trond... Mmmmhhhh!“

Nach Osten.
Sinktor.

Achteckige Halle.
Drei Tore mit je einer Spinnenfressereinheit.
Eine Treppe hinab.
Die Decke achtzig Fuß über ihm mit einer Querverstrebung nahe der Spitze.
Auf der Eisenstange nisteten Pfeilfalken.

Lith wollte mit einem gediegenen Nicken zum östlichen Tor schlendern, da gebot ihm ein Sattelwärmer Einhalt.

„Was ist eure Pflicht?“

„Ich bringe Hedrack eine Nachricht.“

„Und die wäre?“

„Meint ihr nicht, dass ich euch die nicht verraten darf. Streng geheim!“

„Und wer schickt euch?“

„Ebenfalls nicht für eure Ohren bestimmt.“

„Ohne die Einwilligung der Luftpriesterin kann ich euch einfachen Soldat nicht vorüber lassen. Geht voraus.“

Er deutete Richtung Norden.
Und schwirrte hinter Lith her.

Sie nahmen die Treppe.
Der Korridor unten führte zum Lufttor.
Das massige schwarze Ding im silbernen Schein und mit den großen weißen Kreis mit Silberrand war unverkennbar.
Der gesamte Flur war in weiß und blau bemalt, mit dunklerem Blau und manchmal fast schwarz in Tupfen, so dass der Eindruck eines stürmenden Himmels entstand.
In West und Ost lag je ein weiteres schwarzes Tor.

Eine menschliche Priesterin in weiß und ocker Roben lebte hinter dem östlichen.
Sie wirkte sehr unsicher gegenüber dem Fremden, und übertrieben diktatorisch gegenüber der Wache.

„Weshalb stört ihr meine Ruhe?“

„Ich habe eine Botschaft für Hedrack.“

„...Herrin der wilden Lüfte, Undra!“

„Ich habe eine Botschaft für Hedrack, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Schon besser. Wer schickt euch?“

„Schickt erst die Wache. Dann kann ich euch einweihen Herrin der Lüfte, Undra.“

Sie winkte ihn samt Reittier hinfort.

„Naquent schickt mich, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Und weshalb dann diese Geheimnistuerei?“

„Weil es anordnet wurde, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Verstehe, nun gut. Habt ihr denn wenigstens einen Beweis dafür.“

„Nein, denn hat sie mir nicht gegeben Herrin der Lüfte, Undra.“

Langsam ging ihm die Anrede gegen den Strich.
Sie strich sich unsicher durchs lange braun-blonde Haar und überlegte.
Schließlich warf sie spielerisch eine Münze.
Das sie ihre Entscheidung danach ausrichtete, versuchte sie zu verschleiern.

„Bringt mir den Beweis, und ihr könnt passieren.“

Ohne ein letztes „Jawohl“ - schließlich hätte er dem wieder diese Floskel beifügen müssen - machte er auf der Stelle kehrt und latschte zurück, bis in den Korridor zwischen Ogern und Ukemil.

Plötzlich wandelte eine Gestalt in schwarzen Roben an den dumpfen Riesen vorüber.
Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Das Gesicht im Schatten verborgen.
Das Symbol Tharizduns auf der Brust.

Der Größte mochte das selbe Spielchen nochmals treiben.
Es knurrte unter der Mütze.
Irritiert zog der Anführer seinen Arm vor der Gestalt weg und ließ sie ungefragt passieren.
Lith hatte versucht einen Diener Tharizduns, einen Schicksalsschläfer, zu imitieren, obwohl er noch nie einem persönlich begegnet war.
Und anscheinend dieser Trupp auch noch nie.
Oder Lith hatte das Auftreten einfach zu gut getroffen.

In der Lufthalle hatte er es allerdings anfangs etwas schwerer.
Die Krieger orientierungslos.
Er scheuchte sie grimmig zusammen.

„Zur Erde mit euch. Ihr seid Staub. Leblose, gedankenloser Schleim, zähe Masse!“

Sie kuschten, sie krochen...

„Wieso öffnet man mir nicht das Tor zum Osten!?!“

... sie unterwarfen sich.

Er durchquerte unversehrt eine Kammer mit Elementaren Dienern, traf auf typische Türen.
Schnappte sich in einem Ruheraum einen Schmöker über „Die dunklen Säfte des Verstandes“ und spähte per Durchsicht eine Kammer mit Hebel und Zifferblatt aus.
Doch über diese Erkundungen mehr, wenn sie wahrhaft interessant werden.
Denn der Weber des Schicksals brach hier ab und begab sich in den Durchgang zwischen Ogern und Ukemil.

Seid ihr soweit, Ukemils Lebenshauch zu ersticken?


Rätsel


Die Öffnung lag zwischen ihnen.

„Diese Worte richten sich an Meister Ukemil. Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub!“

Rief Yossarian in den Korridor.
Wenige Augenblicke später stand er auch schon zwischen seinen Schossreptilien in der Öffnung und versprühte einen üblen Duft.
Es würgte sie und er schäumte vor Wut.

„Wer wagt es, die Reste meines Erdtempels in den Dreck zu ziehen!?!“

Sein Ende nahte.
Er hetzte die Löwen auf die Gruppe.
Mit einem Satz landeten sie, alle vier Krallen gewetzt, auf den Widersachern und gruben sie ins Fleisch der Arme und Beine.
Das kräftige Gebiss grub sich in die Schultermuskulatur.
Ein saftiger Happen!

Was bereits bei der ersten Begegnung beinahe Ukemils Verhängnis geworden wäre, band ihn auch diesmal.
Die schwarzen Tentakel Alakis, eines Reanarischen Magiers der Neuzeit, welcher erst vor wenigen Jahrzehnten die Kontrolle über Geanavue erlangte, dessen Zauber sich aber bereits über ganz Tellene verbreitet haben, machten ihrem Erfinder alle Ehre.

Yossarian wirbelte zwischen dem Getier– waren es Warm oder Kaltblüter? - hin und her.
Ein Feuerball schmorte Ukemils Schuppen, aber noch mehr seine edle Rüstung.
Die Reptilien der Hölle blieben weitestgehend unbeeindruckt- wären da nicht die Hofsklinge gewesen.
Tharel warf sich als Troll ins Getümmel und Lith versiegelte eine angrenzende Tür mit Portal Halten.
Calsaniss, dem der Reisende in der Art gesonnen war, dass er sich mühelos durch die Tentakel bewegte, widmete sich dem Stinker persönlich.
Priester fochten ihre Glaubensfehden immer gern auf direkter Konfrontation aus- auch wenn Ukemil etwas eingewickelt schien.
Und sogleich hörte der Kundschafter wie die Riesen aus dem angrenzenden Gebiet den Gang entlang getrabt kamen.
Als der erste um die Ecke bog, schleuderte Lith eine Wolke des Todesnebels auf die Ogerschar, durch die nur mehr der Größte, der Kleinste, und der Dickste hindurchhusteten und aufschlossen.

Die Löwen hatten bereits das Zeitliche gesegnet, während ihr Herrchen immer noch vergeblich zappelte- bevor auch er ihnen verfluchend und krächzend schnaubend zu Grabe folgte.
So verteidigte der Schillernde den Matten und das Wirrwarr löste sich in Wohlgefallen auf.

Tharel schnitt Ukemil Teile des Schuppenkleides zum Eigenbedarf aus dem Leib, während man Beute machte.
Die stark verbrannte Rüstung der Leisen Pfoten würde man schon wieder reparieren können.

Neben Varachan hatte Ukemil gehaust.
Schwarze Vorhänge bedeckten die purpurnen Venen der Mauern.
Eine Metallpalette könnte Ukemils ungemütliches Bett gewesen sein.
Eine schwarze Eisentruhe, über die sich ein zwei Fuß hohen gemeißelten Dämon aus Obsidiangestein erhob, Flügel eingeklappt, stand an der Westwand, ein riesiges Schloss vorgehangen.
Ein Haufen aus menschlichen Schädeln, sorgfältig zu einer Pyramide gestapelt, nahm den Raum einer Ecke ein.
Im Schloss fand Cryn eine vergiftete Nadelfalle, die er umgehen konnte.
Einige Goldmünzen, ein Öl der Zeitlosigkeit und eine göttliche Schriftrolle rechtfertigten diesen Brocken von Schloss nicht wirklich.  

Das Auskleiden der Ritterrüstungen der muffelnden, stark beharrten Riesen, verschlang aber am meisten Zeit.
Zeit, die von den Widersachern wohl genutzt ward...

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Nagakeng

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Aufmischen
« Antwort #34 am: 24. März 2006, 09:00:38 »
Bote


(71/2)
Undra bog um die östliche Ecke.
Mit eingefrorenem Gesicht.
Es hatte ihr die Blässe auf die Wangen getrieben.
Der Paladin trat ihr entgegen.
Sie reichte ihm ein Pergament.
Er reichte es weiter und blickte ihr mit harten Zügen tief in die Seele.
Sie schmunzelte genießerisch beim Anblick Ukemils.

„Was gibt es da zu freuen!?!“

Durchquerte der Wildelf ihre Lust.

„Angehöriger des Erdtempels. Und Verweigerer meiner Einweisung. So geschieht es diesem Reptil recht. Aus seinem Panzer lässt sich hervorragendes Schuhwerk schustern.“

Sie hasste ihn abgöttisch.

„Wenn wir uns das nächste Mal in diesen Hallen der Niedertracht begegnen, werden wir euer Lebenslicht auspusten. Ja, mit Luft! Ihr werdet mir einen Grund liefern.“

Undra trug versteckt ein Lufttempelsymbol unter den ockerfarbenen Roben.
Ihre Mundwinkel fielen verbittert in ein tiefes Loch.
Sie verschwand woher sie gekommen war.

„Und was steht nun darin, Gelehrte dieser Vereinigung?“

„Tja, man ist Lith auf die Schliche gekommen!“

Tharel reichte Yoss das Schriftstück.

Sehr beeindruckend.
Applaus!
Auch diese Maskerade, ein Stück Schauspielkunst per se.
Bis zu gewissen Grenzen ist dergleichen duldbar.
Mag mir der Geduldsfaden abhanden kommen, werde ich es euch wissen lassen und euch gar vor schwere Entscheidungen stellen.

Kommandant des Äußeren Ringes der Apokalypse


Was wollte dieser ach, so weise Hedrack mit seinen Andeutungen?
Sollten sie zögern?
Ging es hier um Zeit, um Macht, um Reichtum?
Er trieb ein seltsames Spiel?
Tanzte und ließ tanzen...

Doch von Schreck keine Spur.
Hedrack forderte war hungrig, sie wollten ihn füttern, bis ihm der Kragen platzte.
Und ihnen nur noch einen Grund gab, warum sie ihn stellen wollten.

Lith nahm die magische Sicherung von der naheliegenden Tür und sie reihten sich auf, die Treppe dahinter zu beschreiten.

Eine seltsame Kammer.
An jeder Wand befanden sich zwei Reihen von aufrecht eingepferchten Gestalten.
Sie ruhten in metallenen Kokons, lediglich Kopf und Hände sichtbar, und schienen auf den Lebenshauch Tharizduns zu warten.
In der zwanzig Fuß hohen Räumlichkeit fanden alle zehn Fuß vier Männer, je zwei nebeneinander, je zwei übereinander Platz.
Es brauchte einen Augenblick um bemerkt zu werden.
Erschütterte dann aber um so mehr.
Alle diese regungslosen Körper mit hasserfüllten Gesichtern, waren exakt gleich.
Leblose, glatzköpfige Klone.

„Was wird hier für ein Experiment veranstaltet?“

Rief Tharel aus, als er als Erster den schwarzwabbernden Edelstein im Zentrum auf einem venenpurpurnen Steinstock entdeckte.
Yossarian erkannte Energien des Bösen.
Sie waren in Bewegung.
Er spürte, wie der Stein diese anzog und absorbierte.
Sie umringten das Teil.

„Dieses edle Stück dort speichert den Hass, welchen die Gesichter bis zur Verdorrung ausstrahlen! Diese Kammer steht für Vernichtung, für Rache, für immerwährenden Hass gegenüber dem Lebendigem, ja gegenüber dem Sein selbst!“

Er hatte seine Weisheit gerade kundgetan, da platzte Cryn heraus.

„Scheren wir uns nicht drum. Die wahre Gefahr geht von Hedrack aus. Suchen wir ihn und fordern ihn zum Kampf!“

„Nein, wir bleiben und finden den Zweck hiervon und beseitigen ihn! Wir schaffen Platz für das Licht Tellenes.“

Da trafen den Schimmernden Streiter einige Magische Geschoss in die Wirbelsäule.
Calle hatte etwas bemerkt und nutzte Shasserils Band.

Im Duplikat in der oberen Reihe, rechte Wand, steckt scheinbar mehr Leben als sonst wo in dieser Kammer.

Yossarian wandte sich dem Klon zu.
Langsam schritt er darauf zu und merkte wie eine leise Stimme, die nur in seinem Kopf war und ihn zu betören suchte, aber scheiterte.
Er blieb stehen.
War das nicht gerade eine feine Bewegung der Lippen gewesen?

Plötzlich traf sie überraschend die mächtige Wucht eines Unheiligen Schlages und fügte unzählige, unheilige Wunden zu.
Jetzt war sich Yossarian sicher!

„Cryn zieht euren Bogen und schießt diesem Replikat dort in die grässliche Fratze.“

Cryn missachtete den Befehl strikt.

„Ein Grund mehr von hier zu verschwinden, als hier ungezügelt meine Sehne schnalzen zu lassen,  findet ihr nicht!?!“

„Cryn, ihr zeigt so seltsames Benehmen, wie nicht einmal in euren betrunkensten Stunden! Ihr seid doch bezaubert!“

„Redet keinen Quatsch, Streiter!“

Da nahm Tharel die Sache selbst in die Hand, reckte den Arm und schoss wiederum seine Magischen Energiegeschosse auf die Fratze.
Plötzlich wurde der Klon unsichtbar, ja ätherisch und glitt, nur für die Magier sichtbar, durch den Kokon in den Raum und stand auf den Ätherschlieren.
Sofort verwandelte sich das Wesen in einen geflügelten weiblichen Dämon.
Einen Succubus.
Auch Lith reckte die schwarze Hand nach Energiegeschossen und traf sie auf der Ätherebene, als sie bereits bedrohlich nahe geschwebt war.
Ein fehlerfreier Teleport ihrerseits nach nirgendwo ließ den Äthernebel verwirbeln...

Cryn war tatsächlich bezaubert.
Calsaniss nahm sich seinen Schützling zur Brust und brach die Verzauberung.

„Wir werden zurückkehren und forschen, wozu diese Kammer gedacht. Aber nun lasst uns den Dämon finden, vielleicht können wir aus ihm herausquetschen, was er hiermit genau auf sich hat...“

Tharel wandte sich als Letzter dem Ausgang zu und vom schwarzen Sammelobjekt ab.
Davor ließ er den schwarzen Klunker noch in den Tiefen seiner Roten Robe verschinden.
Mal sehen wozu das Teil noch gut war...


Schwere Entscheidungen?


Wenig später standen sie bereits vor dem Tor zum Luftzugang und segneten sich gegenseitig mit allerlei Schutzmagie.
Es folgte Arbeitsteilung.

Der fliegende Yossarian mit Schutz vorm Element Elektrizität stieg sogleich durch den Spalt des sich öffnenden Toren zur Pfeilfalkenkolonie empor, während sich die übrigen den Kreaturen am Boden widmeten.

Es waren nun einige Spinnenfresser und Sattelpupser – sie anders zu bezeichnen wäre glatte Übertreibung gewesen- mehr im achteckigen Schacht und schwirrten sofort in den Nahkampf, denn Calsaniss und Cryn hatten Seite an Seite sogleich die Hürde des sinkenden Toren genommen und sich positioniert.

Das Unglaubliche:
Um jeden Hals der Spinnenfresser war ein Seil gebunden, und daran hin... ein Sklave!
Ein Dejy, ein Kalamaraner, ein Tiefenzwerg und ein Bergork.
Ein Sklave, der beim Anflug mitgerissen, ja mitgeschleift wurde und sich nicht erwehrte!

So begegnete man ihnen im Nahkampf und verzichtete auf Flächenmagie, die auch die Unschuldigen verletzt hätte.
Am Rand der Treppe ließ sich eine Emanze von Hexenmeisterin aus einem der Türme blicken und schoss Folnesters ätzende Säurepfeile auf Lith, während Calsaniss das Spinnenfressergift injiziert wurde.
Yoss schwang die Hofsklinge inmitten der aufgescheuchten Pfeilfalken, die mit ihren Elektrizitätsblitz stets scheiterten, dies bald merkten und zu beißen begannen.
Die fielen wie Laken im Wind den Schacht hinab und schlugen glücklicherweise an freien Orten auf.
Undra war die Treppe heraufgeschlichen und hatte liegend nach Calsaniss geschossen, welchen der hinterhältigen Angriff, dem Reisenden sei dank, nicht traf.
Tharel hatte bisher lediglich auf die Gruppe einen Hastspruch gewirkt, da bemerkte er im Augenwinkel eine Bewegung auf der Ätherebene.
Der Succubus war wieder da und glitt auf ihn zu.
Tharel wartete ihren Wechsel auf die materielle Ebene ab.

Calsaniss und Cryns Herumgestochere beziehungsweise die nicht erledigenden Treffer beschämte Lith, welcher in Anbetracht der erheblichen Verwundung Cryns, zum Feuerball griff und wahllos schmorte.
Einschließlich der Sklaven.

Der attraktive Dämon hatte bereits ätherisch seine Arme um ihn gelegt und ihren betrügerischen, lebensatemziehenden Mund Richtung seiner Lippen bewegt, da manifestierte sie sich.
Aus dem Finger des Roten Magiers schoss ein Regenbogenstrahl, der sich derart auswirkte, dass sie zu Stein erstarrte.

Undra und die Emanze waren bereits pfeilverwundeter Schwarzkohl, als Calsaniss und Cryn gemeinsam dem letzten Brummer die Flügel stützten.

„Achtung! Hühnchen im Fall!“

Cryn sprang beiseite.
Da knackte auch der letzte Pfeilfalke am Schachtboden und Yossarian weilte wieder bei ihnen.

Ein Sklave, ein Tiefenzwerg war von der Feuersbrunst verschont geblieben und hatte sich an eine Tür im Süden des Achtecks geflüchtet und kauerte kratzend an der Tür.

„Das ist, was Hedrack wollte! Das war seine Prüfung! Die erste schwierige Entscheidung! Und ihr, Lith seid unhaltbar durchgefallen! Was unterscheidet uns noch von diesem Kult, wenn wir das Leben nicht achten!?!“

Der Schattenelf schwieg.

„Ihr werdet euch nicht aus der Verantwortung ziehen und ihr werdet eure Schuld am Leben und Licht begleichen. Dafür werde ich sobald wie möglich sorgen! Darauf macht euch gefasst!“

Yossarian meinte nicht überreagiert zu haben.
Im Gegenteil.
Er hatte gerade sogar den Umständen entsprechend sehr milde geurteilt.
Eine noch mildere Reaktion wäre mit seinem Glauben keinesfalls vereinbar gewesen!

Während Calsaniss die Wunden versorgte, mit Cryn, der nach seinen Pfeilen suchte, eine Unterhaltung über die Taktiken des Reisenden in der Schlacht führte und die Magier sich den Wertgegenständen widmeten, wandte sich der Champion einfühlsam dem Tiefenzwerg zu.
Neben den zutraulichen Worten des Paladins, half Nahrung dabei.
Ihm war die Zunge herausgeschnitten worden und er konnte nur nicken und den Kopf schütteln.
Er mochte in diese Kammer.
Der violette, gewölbte Knopf öffnete das Tor nicht automatisch.
Der Sklave humpelte zu einer Wache und riss das Symbol von ihrer Halskette und berührte damit den Knopf.
Das Tor sank hinab ins Vulkangestein.
Übelster Gestank kam der empfindlichen Wildelfennasse entgegen.
Eine verdunkelte, nackte Kammer roch nach Abfall und mühsamer Arbeit.
Einige Knochen lagen herum, zwei Eimer, ein Besen und ein Wischmob standen in einer Ecke.
Aus der Dunkelheit kamen ausgehungerte Gestalten gewatschelt.
Zwei Grauelfen.

Noch rasch die Tore am Lufttor ausgekundschaftet - ein Raum gespenstisch leer, der andere scheinbar provisorisch von Undra eingerichtet- teleportierte Calsaniss sich mitsamt den Erretteten - und Undras Leiche- in eine Seitengasse der Großkirche des Wahren.
Und auch die Begleiter folgten wenig später, doch beförderte sie Lith auf einsichtiges Anraten Tharels vor die Tore Bet Regors.
Auch Rote Magier konnten dazu lernen.

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Nagakeng

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Der schleichende Tod
« Antwort #35 am: 24. März 2006, 09:21:32 »
Reife


(71)
Wanderkleriker Calsaniss half den kränklichen Geschöpfen in die Hallen des Wahren.
Richter Rechtung, wie Erimm vom Klerus genannt wurde, hatte klare Anweisungen von oben erhalten.
Er lehnte Calles Bitte auf Genesung der Sklaven ab.
Prinzipien.
Erimm stand unter Spannung.
Auferlegte Prinzipien.

„Ich kann die Flamme der Liebe und der Hoffnung nicht in ihnen spüren. Die Kirche spendet ihr Vermögen im Moment nur mehr guten Zwecken, so erfordert es Kalamars Vormarsch. Ich kann euch noch nicht einmal den Beistand eines weiteren Kriegers unserer Organisation zusagen. Keiner ist entbehrlich.
Außerdem trug man mir an, dass Hände sich gern reichen, wenn man die gegenseitigen Ziele respektiert und verfolgt. Eine Hand wäscht die Andere und deshalb möchte der Klerus die Sakramente Thrommels von Euch gefunden und übergeben wissen. Und ebenfalls die Gesandten unserer Kirche befreit oder wenigstens ihr Schicksal für die Geschichtsbücher erfahren wissen.“

 
Die restliche Gemeinschaft hatte bereits anstandslos die Kontrolle passiert, da erreichte Lith ein Ruf.
Ein telepathischer Kontakt.

Ergebnisse Vevisalakale!
Sonst fordere ich meine Investition zurück.
Vertrauenszugeständnisse halten nicht in alle Ewigkeit.
Ein weiteres Zugeständnis meiner an Euch:
Laut den Spähern Sugils pausiert Kalamars Armee knapp hundert Meilen entfernt.
Eine unverhoffte Schneise aus Eis, Schnee und Stürmen liegt auf O´Par.
Die feindlichen Legionen rasten derer südlich.


Was der Hofmagier in Lith hatte fließen lassen, behielt der Schicksalsweber aber wie so meist für sich...

Cryn besorgte sich den Köcher der Großen Jägerin, den er später in einem Segnungsritual Calsaniss umweihen ließ, während sich Yoss mehr Magie zwischen die Mithralringe seiner Rüstung schmieden ließ und als Pfand, bis der Magieschmied fertig war, eine beinahe Gleichwertige erhielt.  
Auf dem beliebtesten Markt Bet Regors hatte sich eine Menschentraube gebildet.
Als sie aus dem Laden zu Cryns Geschäft traten.

Ein Spion des Imperators kniete am Pranger.
Tharel schritt zu ihm empor.
Versuchte den Mob mit einem Schrei zur Ruhe zu zwingen – sein Laut wurde allerdings vom restlichen Gegröle geschluckt - und die verschlagene Gestalt auszuquetschen.

„Wollt ihr mich hier befragen? Was kann ich mir davon erhoffen?“

Dem selbstverliebten Tharel platzte einmal mehr der Kragen und mit einschüchternder Rhetorik der Roten Magier meinte er sicherzustellen, dass er hier die Bedingungen stellte.
Keine Reaktion mehr vom Gefangenen.
Dafür umso mehr Reaktion vom Volk.
Tharel flog lauter altes Gemüse an die Gewänder.
Ob man nun ihn oder den Spion treffen wollte war nicht auszumachen.
Aber dass auch Lith unter den Werfern war, konnte Yossarian beobachten.
Der Wildelf war sehr angewidert vom Verhalten des Schattenelfen.
Bei der nächstbesten Gelegenheit las er ihm ordentlich die Leviten!

Calsaniss hatte die Leibeigenen des Auges den Priesterinnen anvertraut und wartete bereits in der vereinarten Taverne.
Seine Kumpanen stießen bald unzufrieden die Tür auf.
König Sugil hatte im Zuge des drohenden Krieges in der hiesigen Magiereisevereinigung alle Schriftrollen vorübergehend beschlagnahmt und jeden Schnellreiseverkehr unterbunden.

Sie alle trugen eine Unmenge an barem Vermögen bei sich, dass man in dieser vermaledeiten Handelsmetropole kaum loswurde.
Die sternklare Nacht über Bet Regor enttäuschte mit Hedracks Zurückhaltung.
Rüstete der Äußere Schicksalsring auf?

Der folgende Tag sollte Aufklärung bringen.
Yossarian, Tharel und Lith wagten den Sprung ins Wassertorgebiet gemeinsam, während Cryn und Calsaniss weit abseits in einer Sauna Bet Birellis landeten.
Und zwar direkt in einer heißen eingekachelten Quelle inmitten von dicken Senatoren und Geschäftsmannen in einem Kneipbad.
Über Shasserils Band benachrichtigte sie der verlegene Calsaniss.

Solcherlei Vorkommnis rief ziemlich rasch die Leibgarde der reichen Fettbäuche und die Stadtwache auf den Plan und in der Stadt der Ohren trauriger Begebenheit noch manch andere Gestalt, und mitunter war ihnen der Ruf ihrer alten Weggefährten weit vorausgeeilt...

Wir sehen uns zur Morgenstund auf Bet Regors Markt.

Schall es zuletzt an die drei im bedeutenderen Krater des schlummernden Vulkans, bevor Calle den Kontakt abbrach.
Doch besagter Morgen würde niemals eintreten...


Alleingang


Die Wände voller Meerestummeln, die Luft im salzigen Duft des Wassers.
Die Magier und der Streiter für die Helligkeit missachteten die Zeichen des Schicksals und verfolgten zielstrebig den Plan.

Die verteilte, brummende Turmbesatzung zog sich alarmschlagend – Schild und Helm mit Schwert klopfend - schlagartig zurück.
Auf den Gesichtern zeichneten sich Respekt und Furcht ab.
Endlich hatte sich etwas in ihren Köpfen verändert und dieses Kanonenfutter von Kriegern begann das Leben, wenigstens ihres, wahrhaft zu lieben.

Da standen sie nun also vor den milchmatten Tor vor der Schwarzen Sonne.

„Lasst sie mich erforschen, Yossarian. Vielleicht bekommen wir heraus, wie sie zum Guten genutzt werden kann.“

Tharels altbewährte Manipulationsmethoden.

„Dunkelheit kann niemals zum Guten genutzt werden! Wenn ihr das Risiko abgeschätzt habt, gestatte ich euch den Versuch.“

Der Champion erhoffte sich eine Lösung, wie das Licht dieses Artefakt der Dunkelheit durchströmen und völlig ausleuchten, ja neutralisieren könnte.

Tharel verwandelte sich in den Troll.
So hoffte er einem physischen Kontakt länger zu widerstehen, bevor er dematerialisiert würde.
Lith bereitete sich derweil auf den Einsatz telekinetischer Magie vor, um Tharel im Augenblick seiner Auflösung das kostbare Stirnband vom Kopf zu klauen.

Geräuschlos sank das Glas in die Fuge.
Es befand sich nun keine Barriere mehr zwischen Tharel und dem Symbol allen Nihilismus.

Er trat einige Schritte zurück und begann sich nun auf sie zu konzentrieren.
Hatte er ihren Willen gebrochen?
Sie schwebte auf ihn zu.
Und das sehr schnell.
Er tat Schritt um Schritt nach hinten.
Sie stoppte nicht auf seinen Befehl!
Er machte kehrt und lief davon.
Noch einige Fuß, dann hielt sie an und schwebte zurück.
Das Tor schloss sich.

Aber Tharel gab nicht auf.
Klappe die Zweite.
Er meinte zu spüren, wie er sich ihrer bemächtigte.
Doch wieder stoppte sie nicht und verfolgte ihn bis ans Ende des Ganges.
Sackgasse!!!
Keine zehn Fuß mehr.
Die rettende Dimensionstür!!!
Sie kehrte unbehelligt in ihren gewohnten massiven Käfig zurück.

Ehrgeiz!
Klappe die Dritte.
Dasselbe Ergebnis wie beim ersten Male.
Heftiges Pochen des Herzens verhinderte, dass die Unzufriedenheit in Leichtsinn umschwang.
So ließ man es auf der Erkenntnis beruhen, dass man keine Macht auf den Kanal zu Tharizdun ausüben konnte.

„Wieso der tote Drache nur so lange auf sich warten lässt!  Oder zumindest Hedracks Erdscherge!!! Wie ausgestorben sind diese verreckten Hallen und doch kriecht aus jeder Spalte der kalte Tod!“

„Yossarian, erinnert ihr euch denn nicht an mein Nasenhaar in Hedracks Händen?“

„Doch, doch. Und eben deswegen! Obwohl er euch so leicht beobachten kann, wie sein rabenschwarzes pissgelbes Symbol um den verdammten Hals, lässt er uns warten. Ist das gewollt? Hält er uns hin, um uns von einem Ort einer Erkenntnis, was weiß ich  fernzuhalten? Sieht er in uns keinen ebenbürtigen Feind und behandelt uns wie Spielzeug?“

Der Paladin ballte zornig die Faust.

„Zerbrecht euch nicht den Kopf darüber, was in einem Geisteskranken alles an moralisch verwerflichen Vorstellungen vorgehen  und welche irren Pläne er spinnen mag. Niemand kann das weniger und ist damit vertrauenswürdiger, als ein Champion des Lichtes!“

Tharel legte ihm die Hand auf die Schulter.
In seinen Augen lag kein sonderliches Motiv.
Das erste Mal, dass er bei Tharel keines beobachten konnte.
Es war das ehrliche Zugeständnis an den Anführer, der sie bis zu diesem Augenblick noch durch jede Gefahr manövriert hatte.
Damit hatte Yossarian nicht gerechnet, und die Überraschung ehrte ihn um so mehr.
Yossarians Ziel, das er verfolgt hatte, seit er den Tempel des Elementaren Bösen bekämpfte hatte sich zumindest zum Teil nun erfüllt.
Und das erfüllte ihn.
Seine Faust lockerte sich beträchtlich und ein freundliches Schmunzeln trat auf seine Lippen.

„Ohne eure Treue wäre es niemals möglich gewesen soweit vorzustoßen.“

Er legte wiederum seinen Arm kreuzend auf Tharels Schulter und hatte auch Lith damit gemeint.
So streckte er also seinen Arm eben auch nach ihm aus.
Und dieser trat näher.

„Tharel Ragnarok, unsere Gönnerschaft hat uns beide schneller vorangebracht, als ich es jemals für möglich hielt. Natürlich ginge es noch schneller. Aber wir wollen doch unsere Persönlichkeiten, unsere Grenzen, unsere Prinzipien nicht verraten, nicht verwischen. Und ich bin froh darum, dass Ihr, Yossarian, diese Prinzipien bewahrt. Ich bin froh um unser aller Zugeständnisse.“

Yoss wusste, dass Lith sich damit bei ihm für seine letzten Vergehen, die an Unmenschlichkeit gegrenzt hatten, entschuldigte und gleichzeitig versicherte, an sich selbst zu arbeiten.
Einige Augenschläge verharrten sie ohne etwas zu sagen.
Es war still und der Lobgesang lag noch in der Luft als der Streiter des Schimmernden den Roten Magier und den Schicksalsschläfer wieder einstimmte.

„Meine Herren, bezwingen wir das Dämonentor!“

„Apropro Dämonen, von Eeridik und seinem Schossdämon haben wir auch schon lange nichts mehr gehört...“

Runzelte Tharel die polierte Glatze...


Der Weissager Tharizduns


Es stank vom Feuertor her bis in den engen Seitenläufer.
Die Augen der tentakelbesetzten Dämonenfratze glühten nebelig weiß.
Gedankennebel.

„Sesam öffne dich.“

Tharel hatte schon zu Kindeszeiten lesen können und jede Menge Abenteuergeschichten über die Wüste bei Dynai verschlungen.
Doch keine Reaktion.

„Brechen wir das Tor auf. Die Magie dazu ist vorhanden.“

„Wartet noch einen Moment, Lith. Ich messe mich mit dem Wächter dieses Tores.“

Der Anführer reckte den Kopf nach vorn und starrte dem schwarzsteinernen Dämon entschlossen in die Nebelschlitze und der Wächter hielt ihn für würdig, der Erschöpfung zu entgehen und die Hallen dahinter zu begehen.
Das Tor verschwand in den Fugen.
Aber nicht ohne eine Falle auszulösen, die mit einem Flächenbann je einen Schutzzauber von jedem nahm.

Es duftete wie in den Räumlichkeiten einer Jahrmarktswahrsagerin.
Wenigstens ansatzweise.
Ein unbekannter Geruch mischte sich dazu.
Fischartig.
Die Kammer wurde nur unzureichend von einem Trio aus weißlich glühenden und nebelnden Kugeln, die an der Decke schwerelos ruhten, erleuchtet.
Die Ecken der rechteckigen Kammer blieben auf unheimliche Weise düster.
Auf dem Boden lag eine seichte Nebelschicht, die mit jedem Schritt verwirbelte und seltsame Lichtspiele zuließ.
Ein halbkreisförmiger Tisch, die gekrümmte Seite nach Westen gerichtet, saß in der Mitte des westlichen Bereichs der Kammer, gefertigt aus lavendelfarbenem Stein.
Darauf lagen eine Unzahl merkwürdig geformter Stückchen aus Knochen, Holz und Stein inmitten unzähliger Schädel aller ihnen bekannten humanoiden Arten, die Schädeldecken gewaltsam entfernt.
Jeder geknackte Schädel war mit festem Talg gefüllt.
Ein angebrannter Docht sah heraus.
Im Osten der Kammer fiel der Nebel an den Rändern einer Grube hinab in die Dunkelheit einer vierzig Fuß weiten Kammer.
Sie wandten sich gemeinsam dem Tisch zu und erschraken bei der großen Zahl an Lebewesen, deren Häupter hier ruhten.
Yossarian sprach ein Gebet für ihre Seelen.
Solidarisch falteten auch die Magier ihre Arme und blieben andächtig.

Als die Schweigeminute einsetzen sollte, bemerkten sie hinter ihnen ein leises schlabberndes Geräusch.
Speichelig, leckend, seltsam.
Eine leicht raue Stimme hauchte ruhig und mysteriös herüber.

„Ich wusste von diesem Besuch zu diesem Tage, zu dieser Stund des Großen Tentakels, noch lange bevor Ihr meintet, euch dazu entschlossen zu haben. Es war Schicksal. Man entrinnt seiner Bestimmung niemals...“

Gediegen drehten sie sich auf den Fersen nach Osten.

„Und? Was ...“

Sie hoben zugleich die gesenkten Häupter.
Ein Gedankenschinder schwebte über der Grube, verschleiert vom Nebel.
Die Tentakel wanden sich und er vollendete schlabbernd die Frage Yosses, so wie er sie tatsächlich stellen wollte.

„... ist unsere Bestimmung? ... Es kommt, wie es kommt. Ist nicht abzuwenden, ist vorherbestimmt, ist... vollkommen. Meine Wenigkeit weihte der Dunkle Eine mit der Fähigkeit den Vollkommenen Plan zu seinen Gunsten zu sehen. Es ist vollkommen. Die Kälte, die Dunkelheit siegt, so... oder... so... leiten wir denn also die nächste Phase ein!“

Schlurf.
Der Nebel begann zu beben.
Die Schlagadern auf der runzeligen Illithidenstirn begannen stark zu pochen und plötzlich löste sich eine schwingende Welle und arbeitete sich kegelförmig in ihre Richtung – sie konnten es im Nebel sehen und schließlich erfasste sie ihre Sinne, die Gefahr liefen zu vernebeln.
Die willensstarke Gemeinschaft widerstand gemeinsam.
Lith bemühte sich zuerst um den Bann aller Defensivmagie des Illithiden und tatsächlich, er konnte nun besser lokalisiert werden, denn in Wahrheit stand er zwei Fuß neben dem Ort an dem er gerade noch im Nebel verharrt war.
Tharels Feuerball zündete nicht richtig und entlud sich nur ungenügend, um mehr als einige leichte Verbrennungen hervorzurufen, während Yossarian, ebenfalls – mit seiner Zustimmung – leicht angekohlt, einen Flugtrank hinabkippte.
Es hatte kurze Zeit gebraucht, bis der Illithid seine Konzentration erneut gesammelt hatte, um eine weitere Schockwelle des Psi auszustoßen, die wiederholt alle drei Geister störte.
Yossarian schien der paralysierenden Wirkung nachzugeben, da entschloss sich Lith dazu, dem Schicksal einen Strich durch die Rechnung zu machen.

„Der Plan kann nicht vollkommen sein! Denn Lith Vevisalakale, Spinner der Schicksalsfäden, lebt und steht genau hier vor euch!“
 
Er bog das Schicksal, und der Champion des Lichts raffte sich auf.
Tharel versuchte die hagere Gestalt in Stählerne Ketten zu legen, doch scheiterte er an der zauberresistenten aalglatten Haut des Gedankenschinders.
Lith wusste über das ominöse Volk der Gedankenschinder Bescheid und schoss deshalb einen Strahl der Dimensionalen Verankerung auf die Abberation, welche ihren Arm ausstreckte und dem Strahl Parolie bot.
Die Energie missachtete diesen, wie Wasser, das in einem Rinnsal um einen Stein fließt, und landete am  purpur- schwarzen Venengestein, woraufhin die Adern leicht zu pulsieren schienen.
Der Gedankenschinder betrachtete glucksend schlabbernd seinen Arm und formte seinerseits wiederum den nächsten Psikegel, in den Yossarian, Liths letzten Versuch abwartend, genau hineinsteuerte.
Die Paralysewelle löste nun endgültig den vorhandenen Nebel auf und erreichte wieder alle Kontrahenten, doch weit gefehlt vom ersten Opfer.
Yossarian durchbohrte mit der Hofsklinge in einem Ausfallschritt die linke Schulter des Illithiden, der sich mit wild windenden Tentakeln von ihm weg stieß und aalglatt von der Klinge rutschte.
Türkises Blut rann seine lederartige gerippte Aufmachung hinab und tropfte von den Fransen seiner Verkleidung in die Dunkelheit der Grube.
Nun nutze er den gläsernen Stab in seiner Linken und verschwand spurlos für den Wildelfkrieger des Guten.
Er zog sich zurück in die Dunkelheit der Grube, was die arkanen Künstler sehr wohl, mit Kua-Toa Augen befähigt, mitbekamen.
Der Illithid war beinahe am Boden der Grube angekommen, da boten der Schicksalsweber und der Rote Magier mit dem Dunkelsichtzauber ausgestattet, ihm mit ihren gekoppelten Kegeln Revange.
Der Blitzkegel erleuchtete für einen sehr kurzen Augenblick die gesamte Kammer, und erstreckte sich elektrisch zischelnd hinab in die Dunkelheit, während der Kältekegel die Temperatur der Umgebung schlagartig auf Null fallen ließ.
Lith beugte sich dann sehr neugierig weit über den Rand, begann dann zu schmunzeln und meinte schließlich spöttelnd.
 
„Ob er damit rechnete, dass sein Tod zum Vollkommenen Plan gehört?“
 
„Bei diesen Endzeitspinnern kann man nie wissen.“
 
Konterte Tharel.
 
„Ich will es mir auch nicht mehr vorstellen, als unbedingt nötig. Preiset die Freiheit der Entscheidung…“
 
„… auch wenn sie nur Illusion sein könnte.“
 
Lith hatte wohl ebenfalls hellseherische Kräfte.
 
„Schweiget still zu unser aller Unbeschwertheit. Ihr dreht euch ins Endlose. Sehen wir lieber zu, dass die reale Gefahr der Endzeitpropheten für die Provinz nicht bittere Tatsache wird.“
 
Yossarian blieb bodenständig, was seine Einstellungen anbelangte.
Auf der materiellen Ebene allerdings trug er sie luftig leicht knapp vierzig Fuß hinab in die Finsternis des Illithidengemachs.
Die Abberation, um die sich Unmengen an Mythen ranken, lag verrenkt auf dem kalten Boden, der sich weit nach Osten erstreckenden Kammer.
Nur ein geringer Teil war von Mobiliar besetzt- alles weithin im Zentrum des Orakelgemachs angeordnet.
Ein luxuriöses, rundes Bett, zwei überschwänglich gepolsterter Couchen und ein erhabener Holzstuhl mit einem Hauch von Fürstenthron war dicht an einen Tisch bedeckt mit einer Litanei an Klim und Bim:
 
Schädelkerzen mit Identifikationscharakter, Flaschen, Werkzeug, Bücher bezüglich Magie und Erkenntnis, Pergament, Federn und Tinte, Knochen, Dolch, Lupe, leerer Vogelkäfig und sinnnegierende Elixiere.
 
Lith kümmerte sich fürsorglich um den Besitz des toten Orakels, wozu ein Stab der Unsichtbarkeit, ein Stab Trio-Magischer Geschosse, ein fransiger lederner Resistenzumhang, ein Amulett der Gesundheit und ein silberne Halskette, an der ein Stückchen Mondgestein zählte.
Tharel und Yoss schritten die Umgebung – auch hier lag der Nebel in einer Ellendicken Schicht auf dem Boden und es roch nach ziehenden geisteserweiternden verarbeiteten Körpersäften, besonders nach Hirnextrakt - getrennt ab.
Jener war kaum zwanzig Fuß weit gekommen, da riss dieser den Elfenmund sperrangelweit auf und bewegte sich wie in einer anderen Realität.
Im Geiste des Streiters formte sich ein Szene.
Die geläufig bewanderten Zauberer entlarvten diese Erscheinung als Psistatue des Gedankenschinders, auch Psychoschirm genannt.
Seine Umgebung verwandelte sich plötzlich in eine fabulöse Illithidenstadt im Unterreich, die er durchwanderte, dabei Zeuge Ekel erregender Riten wurde und schließlich Gedankenschindern bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Hirnfeinkost in Verpackung – also noch frisch und zappelnd unter Schädeldecke von Oberreichszweibeinern versteckt – beobachtete.
 
„Und wenn ich auch wanderte im Finstren Tal, ich fürchte kein Unheil, denn du, oh Schimmernder, bist bei mir. Dein…“
 
Obwohl nur mental, berührten die Sequenzen alle Sinne und daher stammte auch der Ausruf Yossarians.
Täuschend echt waren diese bewegten Bilder.
Doch als der Streiter erneut auf den unsichtbaren Auslöser der Psistatue trat überkam es ihn nur mehr halb so intensiv.
Denn die Sequenz blieb haargenau dieselbe und er blieb unbeteiligt.
Konnte weder den Standort wechseln, noch eingreifen.
Ein unsichtbarer Kreis dieser Mechanismen schmückte scheinbar das Mobiliar.

Lith glaubte an einem Ort wie diesem noch mehr erfahren zu können.
Allerdings nicht ohne die Künste eines Schurken.
Und er sollte Recht behalten.
Passend hatte auch hierfür die Magie eine Lösung parat.
Mit dem Blick für Geheimtüren betrachtete er ausgiebig die Venen.
Ungewöhnlich gerade Linien wurden vor seinem geistigen Auge sichtbar.
Yossarian und Tharel schoben gemeinsam.
Ein verstecktes Drehtor schwang auf.
Eine Kammer, viel länger, als weit, scheinbar allein für den Bedarf eines kleinen Ebenholztisches errichtet.
Da musste die silberne Schatulle darauf doch mit Sicherheit unendlich wertvoll sein.

Yossarian steuerte aufs östliche Ende zu, da erfasste ihn ein weiterer Gedankenschirm.
Die Projektion wandelte sich mit den Handlungen des Streiters.
Ein Gedankenschinder verköstigte gerade das Gehirn eines menschlichen Wesens, während andere seiner Rasse verschiedenartig vergnügt die dürren Grätenfinger klatschten.
Da deutete der Führer spitz auf Yossarian und die Gedankenschinder umringten ihn.
Bevor der Kreis völlig geschlossen war entfloh er in die Tiefen der Unterreichsstadt, zu der in ihrer Bombastizität kein Gegenstück, welches an diese Gebilde heranreichte, an der Oberfläche existierte.
Zumindest kein ihm Bekanntes...

In der Schatulle waren in schwarzen Samt gepolstert drei Döschen mit feinstem magischem Staub aufbewahrt.
Diese Gelegenheit kam Lith gerade Recht um einen neuen Zauber auszuprobieren.
Er zückte einen roten Saphire in einer Goldfassung aus dem Komponentenbeutel und hielt ihn vors Auge und durchleuchtete so alle Fähigkeiten der vorliegenden Magischen Gegenstände.
Das reine Pulver musste eingeatmet werden, um seine heilende Wirkung zu entfalten.
Und an diese potente Heilkraft kam kein Wanderpriester Calsaniss heran!

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Nagakeng

  • Mitglied
Vorläufiges Ende
« Antwort #36 am: 24. März 2006, 11:29:25 »
Sackgasse in die Entgültigkeit
 
 
(72)
Die Zeit verstrich in der Orientierungslosigkeit der scheinbaren Nacht viel rascher als bei Tageslicht.
Plötzlich rief von oben jemand in die Grube:

„Ehrenwertes Orakel des Älteren Urgewaltigen Auges, Satau, das Mahl, zubereitet nach euren Kriteria, scheint angerichtet!“

Sie eilten, den Boten der Küche noch abzufangen,... doch zu langsam.
In der Finsternis einer Ecke wurden die weiblichen Kurven eines zusammengekauerten Körpers sichtbar.
Eine nackte Jungfer in Nebelschwaden gehüllt.

Nach kurzem Blicke auf ihr reines Herz, befahl der Anführer.

„Tharel, gebt mir das Honigleder aus dem Nimmervollen Sacke.“

Der Magier, der fleischlichen Lust verfallend, regte sich zuerst nicht.
Hinter hohen Stapeln staubiger Wälzer voller Magie und anderer Wissenschaft, sah man manches Mal das bebende Leben des Herzens, der Sinne, der Triebe, der Lüste nicht...

Yossarian nahm ihm den Sack ab und warf der jungen schluchzenden Frau das fein süßlich duftende Leder um.
Es gelang ihm sie zu beruhigen.
Zumindest konnte er sie davon überzeugen, dass sie in Sicherheit waren und der Diener sich geirrt hatte.

„Hier haust kein Menschenfresser, sei unbesorgt, du junges, unschuldiges Mädchen. Es wird dir kein Haar gekrümmt! Schenke dem Wort des Schimmernden ein wenig Vertrauen nur, dann bist du in sicheren Händen.“

Telekinetisch verfrachtete Lith das luxuriöse Bett in die obere Etage.
Sie hatten beschlossen zu ruhen.
Das ungescholtene Ding schlief erschöpft auf dem Bett ein, nachdem das Honigleder den merkwürdigen Geruch überdeckt hatte.
Tharel hatte den Fürstensessel heraufgehievt und ließ verwöhnt den Kopf zur Brust absacken.
Lith und Yossarian meditierten im Hürdensitz auf dem Boden zu beiden Seiten des Tores, das in den Bereich mündete, den Hedrack noch voll und ganz kontrollierte.

Ab und an ein merkwürdiges Geräusch, welches über die adrigen, glatten Oberflächen an ihre überwiegend spitzen Ohren schallte.
Doch die Große Konfrontation mit der Dunklen Seite der Macht blieb aus.
Yossarian weckte die junge Frau.
Sie hieß Tharizdania.
Ein seltsamer Name in Anbetracht ihres momentanen Aufenthalts, dachte sich Tharel Ragnarok, Roter Magier Bynarrs.
Sie wusste nicht einmal an welchen Ort man sie verschleppt hatte.
Erinnerte sich gerade noch an das Brummen der Spinnenfresser.
Tharel war mutig und neugierig.
Er öffnete das Dämonentor.
Es sank hinab in die Unendlichkeit der Fuge, und er trat hindurch.

Was wurde hier gespielt???

Er stand auf der Burgmauer einer riesigen Metropole inmitten duzender bewaffneter Mannen.
Unverwechselbar.
Bet Regor.
Der Himmel war verdunkelt.
Einbruch einer völlig sternenlosen, seelenkalten Nacht.
Ein rötlicher Schimmer legte sich auf die Zinnen der Mauern, auf die Helme der Krieger, auf die regungslosen Armeen, aufs Land.
Es schien niemanden zu kümmern, dass eine Hälfe Diadolais, des größten Mondes Tellenes, leicht in Rot schimmerte.
Lith und Yoss traten dazu.

Kawumm!!!
Nein!!!
Verderben!!!
Ein Kometenhagel schlug in die Armee Kalamars ein.
Und fuhr dann auch auf die Bruderschaft der freien Gebiete nieder.
Gebrüll, Explosionen.
Die drei wollten sich ins Gemach Sataus zurückflüchten, doch in der Tür stand das Mädchen, wie eine Priesterin des Kultes in die nahezu ockerfarbenen Leinen des Honigleders gehüllt.
Ihr hübsches Gesicht so glatt, so faltenfrei,... so teilnahmslos.
Die Arme vor ihr zusammengeschlagen, das ockerne Gewand faltend.
Sie entblößte ihren Körper, doch dort war... das Nichts.
Es es verströmte und radierte die Materie.
Explosion direkt in Tharels Rücken!
Er flog bei schwindendem Bewusstsein der Existenzlosigkeit entgegen.

Das Gefühl!
Unbeschreiblich!
So frei!
So ungezwungen!
So endlos!!!


„NEIN, TROSTLOS!!!“


Schweißgebadet schreckte der Rote Magier aus seinem Alptraum auf.
Lith und Yoss waren bei seinem Schrei zusammengeschreckt.

Einen Alptraum auf der Traumebene.
War dies nun wenigstens die Wirklichkeit!?!
Einem Alptraum der Völligen Vernichtung!!!

Er wollte die Vision nicht wahrhaben!!!
Er saß immer noch im Stuhl und hatte seine Finger so tief ins Polster gekrallt, dass es gerissen war.
Doch keine Zeit sich mitzuteilen.
Keine Zeit zu verschnaufen.
Denn der schlimmste Komet kam... JETZT!!!

Plötzlich knarrte das runde Bett beträchtlich und erhob sich vom Boden.
Der schwarze Kopf des riesigen Erdschergen wurde sichtbar.
Yossarian hechtete über das Bett, umschlang die Jungfer und rollte sich ab.
Der Steinelementar zermalmte das massive Holzbett an der Decke, als er völlig zum Vorschein kam.
Tharel noch sehr benommen, saß im weichen Sessel, als ihn die massige Rückhand traf.
Der Sessel birst.
Tharels Skelett war an unzähligen Stellen gebrochen und er wurde in die Grube geschleudert.
Lith rettete ihm mit Federfall das Leben.
Einen Aufschlag am Boden hätte er nicht mehr überlebt.
Yoss und die Jungfer retteten sich in die Ecke beim Tor – der Champion steckte heldenmutig den Offenbarungsschlag Hedracks Gespielen ein – Lith lief in die Ecke gegenüber und erschuf eine Wand der Macht, sodass lediglich der Illithidenschrein, das Dämonentor, die beiden Abenteurer und das Mädchen sich darin befanden.
Letzteres drängte sich vor Angst schluchzend in die Finsternis der Ecke.
Der Elementar umwanderte die Wand über seine außergewöhnlich schonungsfreie Grabmethode und war für Augenblicke im Gestein verschwunden.
Lith wechselte die Seite, hinter ihm tauchte es wieder um, schnalzte den Schrein für den Spielraum seines Körpers dorthin, wo Lith gerade eben noch gestanden war und bedrängte sie nun arg.
Tharel indessen nutzte seine Spinnenkletterschuhe um die Grube mit Schmerzverzehrtem Gesicht zu erklimmen, soff im Eiltempo einen Schweren Heiltrank und spähte über den Rand.
Yossarian zog gerade die Hofsklinge, versuchte so viele wuchtige Schläge wie möglich zu parieren und die Deckung der Drei aufrechtzuerhalten, um Lith die Möglichkeit zu bieten, seinen vernichtendsten Zauber einzusetzen, den er vor kaum einem Tag seiner Vielfalt hinzugefügt hatte:

Auflösung.

Er durchstach die Luft mit arkanen Gesten, dem ein schwarzer Schleier zwischen den Handflächen entsprang.
Er zielte auf den Kopf, legte all seine Macht das Schicksal zu beugen in diesen einen Versuch und traf...

Für bittere Enttäuschung blieb wenig Spielraum.
Lediglich ein Viertel des Hauptes hatte sich aufgelöst.
Und es ärgerte, dass für Elementare Köpfe überflüssiger Luxus waren.
Er drosch auf Yossarian ein, legte alle Macht in seine Fäuste, aber schlug neben ihm lediglich zwei Krater ins Gestein.
Tharel dimensionierte sich neben Lith.
Yossarian achtete weiter auf seine Defensive und legte dem Magier eine Hand auf.
Wie von Geisterhand wuchsen einige beträchtliche Rippenbrüche wieder zusammen.

Tharels Verlangsamen zeigte keine Wirkung.
Yossarian wurde an die Wand der Macht geschlagen, taumelte zurück in die Mitte, um seine Kameraden zu schützen und lieferte sich mit den Armen weiter ein klirrendes Schwertduell.
Ein Champion des Schimmernden, der sonst sowohl Kraft als auch Geschick in seinen Hieben vereinte konnte gegen diesen Kontrahenten nur mit Stärke aufwahrten.
Und die Härte des Steins nahm dem ganzen noch einiges an Gefährlichkeit.

Lith formte erneut eine Auflösung und vernichtete dem schwarzen Ungetüm ein Stück Rumpf, doch blieb er völlig intakt und revangierte sich mit einer Serie schwerer Hiebe von oben.
Ausnahmsweise ließ er seine Gegner an der Stelle stehen, wo sie verweilten, doch diesen massiven Treffern war kein Wildelfkraut gewachsen.
Tharel und Lith wirkten an Yoss, dessen Schutz genießend, vorbei je einen Kältekegel – Wasser in den Ritzen sprengte so gut wie jeden Stein, zerbarsten diesem aber nur seine obersten Schichten und bekamen erneut eins auf den Deckel.
Tharel hatte den Kometen gesehen, er hatte das Nichts gesehen.
Nun holte es ihn ein...

Lith war mit dem Rücken an die ovale Torscheibe geschleudert worden, dort zusammengesackt und noch bei Bewusstsein.
Am Tor lehnend hob er den rechten Arm – am linken hatte er eine offene Fraktur erlitten – und schoss einen Blitzstrahl auf den massigen Engel des Todes.

Yossarian wandte sich ab, und schloss zu Lith auf.
Der Erdscherge blies auf den Schicksalsweber herab und beförderte in ins Koma, und hieb dann noch zweimalig auf Yossarian ein, welcher jedoch einmal gekonnt auswich – die Faust schlug dumpf auf der unsichtbaren Wand auf –  und sich das Leben bewahrte.
Das Tor stand offen, der Streiter des Lichtes und der Hoffnung schulterte Lith und wollte sich, die Jungfer am Arm packend hinaus auf den Gang retten, da brach ihm die hinterherschnalzende Hand den Rücken und er flog an die Vulkanwand, rutschte am kalten Vulkanstein entlang zum Boden und atmete noch.
Er spürte seine Glieder nimmer.
Das einzige was er fühlte, war seine sich langsam mit Blut füllende Lunge.
Lith und das unschuldige Kind lagen leblos auf seinen Beinen.
Seine Sicht wurde milchig.
Die Gestalt, die auf ihn zuschritt, konnte er kaum mehr erkennen.
Sie hatte dort ruhig auf den Treppen gestanden und gewartet.
Und auch jetzt, in seiner letzten Stunde, sagte sie nichts.
Doch er.

„Hedrack... seid gewiss... die Hoffnung,... die Liebe... und... das... Licht... werden... obsiegen...“

Die Gestalt wartete bis Yossarians Geist von ihm gegangen war.
Dann sprach sie im Monolog.

„Ist es doch nur möglich über den Traumstein eine wahre Vision der Zukunft zu erhaschen. Tharizdun, überschätzte ich meinen Traum? Dem Vermächtnis der nächtlichen Gedanken, sie auf den rechten Pfad zu geleiten. Ich verwerfe dich hiermit, oh falsches Spiel!!! Verzeih mir, oh Tharizdun!!! Vernichte mich! Ich will dein Werkzeug sein!!!“

...

Wovon schreibe ich???

Wie kann ich das wissen???
Wünsche ich es mir???
Was oder Wer hat mich die letzten Stunden gelenkt?!?

Ich weiß nichts mehr.

Ich kann mich nicht erinnern.
Wie in Trance muss ich es zu Pergament gebracht haben.
Ja, ich halte ja noch immer die Feder in der Hand.
Ich habe mich nicht unter Kontrolle, ich kann, ich darf kein Priester des Wahren sein.

!!! Alles Lügen, Lügen, Lügen, wohin das Auge blickt!!!
!!! Es darf, es kann nicht wahr sein!!!
!!! Mein Werk nichts weiter als ein Staubfänger aus gepressten Fasern!!!

Wahrer, warst du es?!?
Oder gar...!?!
Nein, ich will, ich kann nicht daran denken.
Wo bist du mein Patron, in dieser schwersten Stund meiner Existenz!?!

Ich muss weg, weg, weit weg von hier!!! Busse tun!!!

Ich kann, ich darf nicht mehr sein!!!

...

DU WIRST!!!

...

Lebt wohl...

Derim Legoru, ehemaliger Anwärter der Priesterschaft im Namen des Wahren

Nagakeng

  • Mitglied
Feedbackbitte
« Antwort #37 am: 24. März 2006, 11:41:43 »
Ole, ole, ole, wir sind in der Spielgegenwart angekommen!!! :)  :grin:  :D

Auch wenns nicht gerade ein "happy" Augenblick ist, brennt es mir doch unter den Fingernägeln:
Wie gefällt es euch bis hierher?

Gruß, Hannes

Nagakeng

  • Mitglied
Beginn
« Antwort #38 am: 24. März 2006, 12:46:06 »
Keine Reaktionen? Ich verstehe, der Schock sitzt tief...
Tja, auch mich hat es schwer getroffen. Aber es lief wie es lief.

Wir wollen nach diesem Schock den Kopf nicht hängen lassen und wagen einen Neuanfang mit neuen SCs.
Der erste Spielabend ist bereits mit Abwechslung beschritten.
Warten wir noch auf die Charaktere-Stats, dann gehts weiter.

Auf gutes Gelingen! Hossa!!!  :)

To be continued...

Ness

  • Mitglied
Deion
« Antwort #39 am: 26. März 2006, 18:53:42 »
Deion, Halbling Schurke St. 10

Attribute, RW:
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Talente, Kampf:
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Fähig-/Fertigkeiten:
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Ausüstung:
Spoiler (Anzeigen)
Bild:


Kommentare:
Ich/Wir sind ja letztens aufgestiegen, dieser Eintrag wird in Kürze angepasst.
Nächste Woche werde ich mir eine Hintergrundgeschichte überlegen und sie auch hier abtippen.
I escaped the Mazes of Menace with the Amulet of Yendor.

Nagakeng

  • Mitglied
SCs
« Antwort #40 am: 27. März 2006, 10:17:13 »
@Ness:
Ja, das ist die richtige Stelle. :)

Gerthrac

  • Mitglied
  • Archivist
RttToEE: Last Part
« Antwort #41 am: 27. März 2006, 15:13:44 »
Krass... So weit gekommen, und dann der TPK. Echt schade.
Sorry,dass ich nicht gepostet habe. viel zu tun derzeit.
Aber echt gute SH. Macht Spaß zu lesen. :)
Nur hab ich diese Vision von Tharel nicht ganz verstanden. Hat dieses Mädchen sie nun verpfiffen oder nicht?

Nagakeng

  • Mitglied
Antwort
« Antwort #42 am: 29. März 2006, 09:18:03 »
@Gerthrac:

Tja, das haben Träume so an sich.
Manches sind wahr, manches ist falsch.
Und manches hat zusätzlich übergreifende Symbolkraft.

Ich will eigentlich noch nichts vorwegnehmen, deswegen so eine schwammige Antwort meinerseits. :)

Alex, Max, postet ihr bitte noch die SC-Stats, um die ich euch gebeten habe.
Und Stefan, auch deinen bitte schonmal reinstellen, auch wenn er noch nicht dabei ist.
Mit Michi bin ich noch nicht zum Sprechen gekommen.

Sheijtan

  • Mitglied
RttToEE: Last Part
« Antwort #43 am: 29. März 2006, 20:21:25 »
Ein weiterer Charakter der Gruppe:
Candrìl Jiltray - Mondritter des Schimmernden

Woodelf, 12th - Level Fighter
Medium Humanoid
Hit Points: 117
Initiative: +3
Speed: 20 ft. (4 squares)
Armor Class: 30 (+ 10 mithral full plate +2, + 3 animated large shield +1, +3 Dex, +2 natural, +2 deflection), touch 15, flat-footed 26
Base Attack / Grapple: +12 / +17
Attack: Falchion [+2] +21 melee (2d4 +13/15-20x2), Amor Spikes +18 (1W6+5/20x2), Longbow +16 (1W8+5/20x3)Full Attack: Falchion [+2] +21/+16/+11 melee (2d4 +13/15-20x2), Armor Spikes +14/+9/+4/+10 (1W6+5 / 20 x2), Longbow +16/+11/+6 (1W8+5/20x3)
Space/Reach: 5 ft./ 5ft.
Special Attacks: ---
Special Qualities: Low-Light Vision, Woodelf Traits
Saves: Fort +16, Ref +11, Will +9
Abilities: Str 20, Dex 16, Con 18, Int 13,  Wis 12, Cha 8
Skills: Climb +17, Escape Artist -3, Jump +5, Knowledge (Religion) +6, Ride +6, Swim +7
Feats: Combat Reflexes, Improved Critical [Falchion], Power Attack, Cleave, Weapon Focus [Falchion], Greater Weapon Focus [Falchion], Weapon Specialisation [Falchion], Close Quarters-Fighting, Power Critical [Falchion], Greater Weapon Specialisation [Falchion], Combat Expertise, Demonic Skin
Homelands: Die Wälder Tellenes
Challenge Rating: 12
Treasure: Ring of Deflection +2, Scarab of Golembane, Cape of the Mountebank, Mithril Full-Plate +2, Amulett of Natural Armor +1, Vest of Resistance +4, Gloves of Ogre Strength +4, Belt of Dwarven Power +2, Animated large wooden Shield +1, Falchion +2, MW Composite Longbow [mighty +5], Fliegen-Trank, Displacement-Trank (2x), Unsichtbarkeit-Trank (2x), Kteonktoins Ointment (3 Ladungen), Zelt, Waterskin, Seidenseil, Handschellen, Feuerstein, 8 Trailrations, 12064 GM, 8 SM
Language: Common, Elven, Sylvan
Alignment: CN
XP: Stufe 12 + 775 EP

Hintergrund
Candrìl hatte Zeit seines Lebens als Diener des Tempeloberhauptes seiner Heimat gelebt. Er war sein treuester Ergebener, selbst wenn er keine Gebete wirken konnte. Seit er in die Reihen des Tempels aufgenommen wurde, strebte er entschlossen danach, selbst ein Mondritter zu werden, einer der Priester des Schimmernden.
Dennoch ward ihm diese Gabe nie gewährt.
Die Verbissenheit in seinem Schützling erkennend, wurde Candrìl eines Tages vom Hohepriester dennoch in den Stand eines Mondritters erhoben, als persönliche Leibgarde des obersten Klerikers.
Eines Tages wurde dem Waldelfen der Auftrag erteilt, einen Halb-Elfen auf seiner Reise zu begleiten. Der Hohepriester dachte, er könne dem Kämpfer dadurch das gewähren, wonach er suchte.
Während seiner Reise wurde Candrìl immer wieder von Visionen heimgesucht. Darin sah er sich windende, schwarze bis dunkel-lila farbene Tentakel.
Als er durch die Wälder streifte, stieß er auf die Gruppe, die sich gerade im Kampf mit Eeridik befand und diesen mit Hilfe von Evard's Schwarzen Tentakeln besiegte.
Diese Szene miterlebend, schloss sich Candrìl der Gruppe an, da er diesen Zauber in Verbindung mit seinen Visionen als Wegweiser beachtete.
"Es liegt im Begriffe des Menschen, daß sein letztes Ziel unerreichbar, sein Weg zu demselben unendlich sein muß"<br>J.G. Fichte

Gawain

  • Mitglied
RttToEE: Last Part
« Antwort #44 am: 17. April 2006, 12:12:24 »
Zarathustra - Weiter Himmel - Mammon

Raptoran,  5 th-Level Fighter (substitution) / 7 th-Level Stormtalon
Medium Humanoid
Hit Dice: 72 + 10/7/4/6/7/8/9/6/4/1/8/2 (144)
Initiative: +3
Speed: 20 ft. (4 squares), fly 50 ft. (good)
Armor Class: 31 (+ 12 mithral full plate +4, + 3 mithral large shield +1, +3 Dex, +1 Aerial Superiority, +2 ring of deflection), touch 16, flat-footed 25
Base Attack / Grapple: +12 / +18
Attack: Adamantine Ranseur +19 melee (2d4 +12/x3)
Full Attack: Adamantine Ranseur  +19/+14/ +9 melee (2d4 +12/x3)
Space/Reach: 5 ft./ 5ft. (10 ft. Adamantine Ranseur)
Special Attacks: Foot talons (Ex)
Special Qualities: Low-Light Vision,  Unerring Direction,  Improved Foot Talons, Fast Flight (+20 ft.), Encumbered flight, Flight (Ex)
Saves: Fort +18, Ref +13, Will +12
Abilities: Str 22, Dex 16, Con 21, Int 13, Wis 16, Cha 11
Skills: Intimidate +14, Tumble +5, Spot +19, Climb +12, Swim +6
Feats: Improved Disarm, Airborne Strike, Power Attack, Improved Flight, Aerial Reflexes, Fly-By-Attack, Aerial Superiority, Combat Reflexes, Combat Expertise, Diving Charge, Iron Will, Improved Toughness
Environment: wherever the winds may take him
Organization: Solitary
Challenge Rating: 12
Treasure:

Mithral large animated shield +1,
Mithral full plate +4, Ring of Sustenance,
Vest of Resistance +4, Bracers of health +2, ring of deflection +2,
Brooch of Shielding (charges 91),
Gaunlets of Ogre power +2, Adamantine Ranseur  +1,
Eyes of the Eagle, Lesser Tentacle Rod, Purple Robe of Tharizdun,
Longsword masterwork, Spear (throwing) masterwork), Footbow masterwork mighty +6, Arrows 39
Silversheen (2), Quaal´s feather token, tree (3) and whip (1)
Heward´s handy haversack:
Honey leather medium pup tent, Bedroll, Manacles masterwork, Rope (silk) 50 ft., Sack (empty) x2, Signal whistle, shovel, grappling hook, tinder twigs x5, oil, lantern bull’s-eye, torch x10, firestone and steal, waterskin, whetstone, spyglass, mithral demonic mask
Potions & Oils:
 Invisibility (2), Remove fear (1), Remove paralysis (1), Heroism (1), Barkskin +3 (2), Protection from arrows (10/magic)  (1), Lesser Restoration (1), Cure light wounds (3), Cure moderate wounds (3), Cure serious wounds (1), Resist Energy 20 (1), Protecion form Energy (1), Bless Weapon (1)

54 gold pieces

Language: Common, Tuilvilanuue, Gnome
Alignment: neutral
Advancement: By character class
XP: 2275
" Wahrlich, auch den Größten fand ich - allzu menschlich!"

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