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Workshop => Story Hour => Thema gestartet von: Nagakeng am 08. Januar 2006, 16:46:44

Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Nagakeng am 08. Januar 2006, 16:46:44
Hi Folks,

ich begrüße euch recht herzlich zum 3. und abschließenden Teil dieser Reihe.

Obligatorischerweise die beiden Vorherigen...
1. Part (http://forum.dnd-gate.de/index.php/topic,5837.0.html&start=0)
2.Part (http://forum.dnd-gate.de/index.php/topic,5868.0.html)
...zum Schmöckern.

Unsere Truppe... (http://img2.imgspot.com/u/06/7/11/UnsereGruppe20576.jpg)
wird sich ab sofort mehr und mehr mit diesem scheinbar  
...verbitterten Typen... (http://img2.imgspot.com/u/06/7/11/Tharizdun32961.jpg)
anlegen.

Ab hier übernimmt ein NSC die Schrift, und damit ich.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Viel Spaß. :)
Titel: Derims Prolog
Beitrag von: Nagakeng am 08. Januar 2006, 16:54:37
Übergabe

Wer bin ich?
Ich habe diese Schrift nun lange begleitet.
Ich kenne sie wie meinen Augapfel.
Ich kenne sie besser als jeder, der sie gelesen hat.
Denn aus meiner Feder stammt sie... die Abschrift.
Tharel Ragnarok hatte meine Aufseherin gebeten, das zerfledderte Buch zu duplizieren.
Na, und was meinen Sie, wer bekommt dann die glorreiche Aufgabe?
Ja, genau, ich.
Der Priesteranwärter.
Nun, ich will mich ja gar nicht beschweren, das hat Abwechslung in mein tristes Leben gebracht.
Und es mit mehr erfüllt, als nur dem Ziel nachjagen zu dürfen, den Dreck aus den zahllosen Fugen der Kapelle zu schrubben.
Der Wahre selbst hat mir diese Aufgabe zuteil werden lassen.
Ja, er gab mir einen Wink mit dem Zaunpfahl.
Die Kantorin hielt mich nie für einen ernsthaft Gläubigen.
Das wurde mir mit der Zeit klar.
Aber so will ich nicht mein Leben verbringen.
Jawohl, ich werde beweisen, dass ich wahrhaft an den Wahren glaube und dem ein Zeichen setzen.
Und ja, ich habe von Anfang an Gefallen an der Prosa gefunden!

Ich ging deshalb auf Y´Dey zu.
Und hatte mir ein Herz gefasst.
Es pochte ungestüm.
Ich trug eine klare Rede vor.
Ja, so kannte sie mich nicht.
Festentschlossen und voller Wahrheit.
So glaubte ich zumindest würde sie mich nun sehen.
Sie kehrte mir den Rücken zu und umspielte sorgsam mit den Augen eine gegossene Waage.

„Du hast die Kunst der Geduld über lange Zeit gemeistert. Zweifelsohne brauchen Priester wie wir diese Gabe. Denn die Wahrheit liegt oft tief und verborgen in den Herzen der Menschen. Der Weg des Wahren Lichte ist oft lang und beschwerlich.“

Was meinte sie damit?
Und wie passte das auf meine Situation?

Sie würde ein wahres Wort einlegen für mich.
Aber nicht wegen meiner Rhetorik.
Sie verriet mir den Grund nicht, aber ihre Augen gestanden ein, dass es ein anderer war.

Ich habe meine Handschrift schon vor meiner persönlichen Einführung angesetzt, die länger wurde, als ich es wollte und für gut heißen mag.
Ich habe die drei vorherigen Kapitel geschmückt, sie aber immer im Namen der Verfasser Thalia, Tharel und Goemon gelassen.
Die folgenden Kapitel habe ich so gestaltet und bald höchst eigen ersonnen, dass ihnen keine persönliche Zugehörigkeit mehr zukommt.
Überschätzte ich mein Werken, wenn ich hier von Verbalinspiration spreche?
Ja, mit Sicherheit.
Um dem, welcher der Lüge schmäht, gerecht zu werden, habe ich noch viele Aufgaben zu bewältigen.
Und dies ist nur die Erste im Bunde.

Doch mit diesem Manifest, will ich dem Wahren ein Geschenk zukommen lassen.
Ein Buch aufrechter Wahrheit.
Derim, du wirst sie lesen, aus den Erzählungen - aber besonders aus dem, was sie nicht zu sagen wagen - derer, welche die an der Bevölkerung begangenen Scheußlichkeiten stoppen und einen erneuten Krieg um die Herrschaft des Landes – provoziert durch den Tempel des Elementaren Bösen – abwenden werden.
Und noch mehr liegt dort noch in der Dunkelheit verborgen.
Viele ungelöste Rätsel, deren kantiger Inhalt zusammengefügt werden will.

Wo steckt Zuggtmoy, die verbannte Pilzpatronin?
Ist sie zurückgekehrt, um das Land zu unterjochen?
Sind auch Lolth und Iuz wieder am Werk?
Woher stammt nun dieser zweite böse Gott und was hat er mit dem Älteren Elementaren Auge zu schaffen?
Wovon kündigen die Zeichen, die der Gefangene, über seine Relikte und Kultanhänger uns sendet?

Und noch viele menschliche Geheimnisse mehr.
Doch ich weiß, sie kommen ans Licht.
Y´Dey ist weise.
Das muss sie meinen.

Derim Legoru

Ich kann nicht anhin, ihm diese Worte zu gewähren.
Doch ziehe ich mich nun zurück, hinter die Allmacht des gerechten Wortes selbst...
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gerthrac am 09. Januar 2006, 20:49:09
:|  :)  :grin:  :D
Juhuu!! es geht weiter!!! *Hüpffreuindiehändeklatsch* Mehr! Mehr!!! MEEEHHHRRR!!!
:dafür:

(Die neuen SMilies sind toll!)

Aber Frage: Wo spielt ihr da? ist das irgend wie ne Uni oder so?
Wegen diesen Plakaten an den Wänden.
Titel: Antwort Gerthrac
Beitrag von: Nagakeng am 10. Januar 2006, 11:49:29
Da freut sich einer. Schön. :)

Das ist das evangelische Gemeindehaus in Landsberg am Lech.
Der Bruder = Lith (zweiter von links) machte dort FSJ und der mit dem Zopf = Tharel (ganz rechts) jetzt.
Die Plakate an den Wänden sind selbst gebastelt.
Wie die übrige Deko.
Und alles für nur einen Spielabend.
Eigentlich Schade.
Titel: Charaktere
Beitrag von: Nagakeng am 10. Januar 2006, 11:57:38
Vorstellung


Was bleibt uns dieser Tage und der Welt, wenn wir doch alle wissen, das wir nur sterblich sind. Für das Gute zu kämpfen, seine Ideale und Vorstellungen in die Welt zu bringen, und anderer Menschen ein Gedankengut übermitteln, welches wir für richtig halten? Nach dem Recht zu streben und jene die es wagen des Menschen Gesetze zu brechen zu Gericht zu führen? Dem Chaos zu huldigen und als Hedonist seine Umwelt um seiner Eigenwillen zu bereichern? Oder den Pfad der Dunkelheit zu folgen, bis auf das der Letzte Quant des Guten von Tellene getilgt ist und der Abgrund hier noch tiefer ist als an jenen Orten, wo die Dämonen und Teufel hausen?

Es gibt in unserer Welt ein Paradoxon, welches nicht schöner beschreiben könnte wie wir unser Leben leben. Die Worte: „Du bist deines eigenes Glückes Schmied“ sowie „Sein eigen Schicksal läst sich nicht verändern“ geben doch den besten Bezug auf das Unvermögen jener Dienerrassen, welche sich ihr Leben nehmen. Im Angesicht des Todes stellen wir uns nur eine Frage. Nimm dir das Leben, und wenn ganz, oder nimm es dir in seiner Hülle und Fülle. Zu entscheiden vermag nur der Einzelne.

Ich entschied mich vor sehr vielen Jahrzehnten für die Hülle und Fülle. Mein Leben war zu Beginn nur eine Phase. Ich lebte tief unter der Erde mitten unter meinem Volk, welches mir für meine Halbblütigkeit tiefste Verabscheuung entgegenbrachte. In meinen Hundert Jahren, welche ich in den besten Bibliotheken unter dem Berg verbrachte, lernte ich viel von meinem Ursprung. Die Macht der Dunkelelfen, geht den Völkern über Tage weit voraus und ihre Macht ist so vielfältig, wie die Grausamkeiten die sie für Lolth vollbringen.

Mein Leben bekam die entscheidende Wendung, als ein Paladin des Wahren, Jordak, war sein Name, mit zwei weiteren Mannen, unsere Behausungen stürmte. Sie hatten verheerenden Schaden an den Bauwerken hinterlassen und unzählige Drow lagen im eigenen Blut. Ein Hinterhalt der besten Meuchelmörder unseres Hauses, brachte sie zur Strecke. Jordak überlebte und wurde bei einem Ritual der Spinnengöttin geopfert. Mit seinen letzten Worten sprach er gezielt zu mir, er sah, das ich anders war: „Als Schmied wählte ich diesen Weg, nicht das Schicksal hat bestimmt!“

Das war eine Botschaft. Ich wollte sehen was sich dort oben befand. In Büchern hatte ich so vieles gelesen, doch mit anderen Individuen hatte ich seltenst Kontakt.

Meine Reise führte von Karasta bis Obakasek. Ein kurzes Stück für 150 Jahre. Doch in den Ka Àsa Bergen traf ich auf jemanden, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Er zeigte mir die Vielfalt des Lebens. Die schönsten Freuden, aber auch das abgrundtief Böse. Was ich mit ihm erlebt habe, füllt mehrere ganze Bände. Wir redeten in verschiedensten Sprachen, und er brachte mir sogar seine bei. Die Sprache der Weisheit, und des Wissens. Während meiner Zeit mit ihm vergas ich meinen Namen. Bis heute ist er mir nicht mehr eingefallen.
Zu unserem Abschied meinte er nur: „Das Schicksal zu weben ist eine Kunst, die lange vergessen war, und nur noch die Ältesten der Drachen und Götter beherrschen, dein Weg führt in die selbe Richtung. Damit du auf deinen Wegen all die Tugenden meiner Art mit dir führst, schenke ich dir den Namen Vevisalakale. Gehe und verkündige dein Werk.


Lith sehnte sich in Gedanken weit zurück.
Immer wieder durchdrang ihn der Durst am Kelch der Vergangenheit zu nippen.
Sich am klugen Inhalt des Meisters satt zu spinnen.
Diese Geschichte erzählte er zumindest den anderen...

Einem Schattenelfen konnte man nicht trauen.
Alle Elfen der Unterreiche, Drow - die „echten“ Dunkelelfen - und Schattenelfen, konnte man in einen Sack stecken.
Das wusste Tharel einfach über diese Feiglinge, die sich traditionell, ja gar freiwillig, von ihren Frauen leiten ließen.
Nichtsdestotrotz war es möglich aus Lith Profit zu schlagen.
Man half sich eben hier und da gegenseitig aus und beide Seiten zogen ihre Vorteile daraus.
Was kümmerte ihn schon, welchen Mist der Schattenelf anstellen würde.
Solange er nicht in die Provinz Tharrgy einmarschierte und dort alles auf den Kopf stellte, war Tellene in bester Ordnung.
Denn Tharggy war seine Heimat.
Er würde das schmähliche Matriarchat beenden und dann würde die Provinz ihm gehören.
Ihm allein!
Und wenn Heian Liaderon von Silberfron brav wäre, würde er ihm noch ein Eckchen zur Pacht anbieten.
Was ihn seit je her wunderte, war sowieso, warum die Roten Magier diese Scheinherrschaft überhaupt duldeten.
Unbegreiflich...
Aber Tharel würde dies herausfinden.
Eben nicht mit Hilfe der Erkenntnismagie, denn die hatte er zugunsten der Hervorrufung hinten vor gelassen, sondern einfach über kluges Taktieren.
Das lag ihm.
Meinte er.

Thalia war da aber ganz anderer Meinung.
Zu Lebzeiten.
Tharel war ein Hitzkopf, ein Sturschädel, ein Eigennutz, ja ein Egoist.
Und was am allerschlimmsten war, er glaubte nicht an den Wahren, noch an irgendeine höhere Macht als sich selbst.
So zumindest trat er auf.
Die Inquisitorin brachte sein Gehabe mit seiner Jugend in Verbindung.
Zu Lebzeiten.
Er war in einem Land der Frauenherrschaft aufgewachsen, und das konnte er natürlich als männlicher Emporkömmling nicht dulden.
Daher auch all seine Anfeindungen ihr gegenüber.
Aber Thalia würde Tharel dieses Getue abgewöhnen.
Und zwar ohne sich ein einziges Mal in ihrem Leben noch mehr die Blöße zu geben.
Das schwor sie dem Blinden Einen, dem Richter.
Als Heldin.
Zu Lebzeiten...
So dachte Goemon.
Waren Helden immer nur Helden?
So wie Thalia eine glorreiche Abenteurerin und direkte Gesandte des Wahren sein wollte.
Hatte nicht jeder ihm ganz eigene Schwächen?
Machten nicht jene Schwächen uns Helden tragisch, ja viel heldenhafter als den makellosesten aller Herrscher?
Heldenmut, dieser Ausdruck traf den Nagel auf den Kopf.
Goemon war ein Denker.
Ein Leichtfußhalbling weniger Worte.
Und wenn er etwas sagte, war es skeptisch, ironisch, ja bisweilen zynisch.
Ein Zweifler eben.
Wie er auch jetzt zweifelte, ob die Entscheidung zurückzukehren gut und richtig gewesen war.

Diese Verquickungen zwischen den Protagonisten würden in der Zukunft noch tiefer und verästelter werden, desto länger man sich kannte...
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 11. Januar 2006, 19:43:02
Ja. So ist es. Der dritte und letzte Teil wird angerissen. Irgendwie geht es mir bei Rtttoee so wie bei "der Herr der Ringe". Bei diesem grandiosen Buch erhoffte ich nie die letzte Seite zu erreichen und so ist es mit dem Tempel...

Aber alle guten Geschichten müssen einmal enden. Sonst wären sie nicht gut.

Gib uns mehr!  :twisted:
Sie sollen erfahren, wie elegant unser erster Ansturm war.
Titel: Stimmung
Beitrag von: Nagakeng am 13. Januar 2006, 09:25:31
In warmer Stube


Lith sprach mit Tymerian in ihrer winzigen Küche bei der Zubereitung einer Schmauch-Pfifferling-Suppe über ihre Erlebnisse am Inneren Krater.
Tharel und Goemon saßen am Lagerfeuer Tymerians auf weichen Sesseln und starrten in die knisternde Glut.

„Gebt euch einen Ruck. Wir können hier nicht schlapp machen. Mit einem Fingerschnipp sind wir in Bah oder Bet Regor.“

Tharel hatte sich entschlossen erhoben, und kramte kurz in seinem Materialbeutelchen.

„Gib Ruhe, RosaRoter Magier. Verschnauf lieber ein wenig. Denn jetzt haben wir die Kreaturen des Äußeren Bereichs am Hals. Hedracks Kreaturen!“

Goemon sah nicht hinauf.
Er kannte Hedrack nicht persönlich, wie auch Tharel nicht, aber er hatte von dem Massaker und des Kommandanten Zaubermacht gehört.

„Thalia hätte gewollt, dass wir ihr Erbe antreten!“

Wie er das immer sagte.
Floskelhaft.
Und dabei bedeutete es im rein gar nichts.
Er nutzte es nur, um die Leute damit zu beeinflussen.
Und doch hatte er Recht.
Was sollte man da tun?

Goemon, blickte noch länger in den Schein der Flammen.
Tharel wusste, dass Goemon ein wankelmütiger Geist war, mit der Weisheit eines Fuchses.
Schon das dritte Mal nun, war er in diese Geschichte verwickelt.

Als Lith kam und meinte, es sei alles besprochen, schwang auch Goemon sich auf.
Man nascht nicht oft am Süßen, bis man schlechte Zähne und grauenhaften Mundgeruch bekommt.

Und so stand Tymerian da, und schmunzelte nur, als die drei augenblicklich verschwunden waren.
Auch sie wollte ihr Studium irgendwann mit Nachdruck fortsetzen...


Vorübergehende Trennung


„Was für Heimlichkeiten wirst du hier schon wieder nachgehen, mein Schattenfreund?“

„Nenn mich nicht so, Tharel Ragnarok. Wir sind keine Freunde, das weißt du. Wir sind Gönner. Belassen wir es dabei.“

Liths Stimme schall wie immer gediegen, überlegt und nüchtern.
Seine kantigen Gesichtsknochen, über die sich reine schwarze Haut spannte, verstärkten diesen Eindruck noch weiter.

Goemon konnte nur zusehen.
Sich in ein Wortgefecht zwischen Magiern verschiedener Abstammung, verschiedener Wege und verschiedener Spezialschulen einzumischen wäre einfach nur dumm gewesen.

„Wir werden nach Helfern in Bet Regor Ausschau halten, nicht wahr, Tharel?“

Er hatte einen Weg gefunden, sich nicht direkt einzumischen.
Tharel nickte nur, ohne die Augen von Lith zu lassen.

„Ich bringe uns in Sachen ländlicher Politik und Vorkommnisse auf den neuesten Stand.“

So war Lith also doch damit rausgerückt.

Sie verabschiedeten sich noch förmlich, und mit ernster Mine.
Dann trat an die Stelle der Körper wieder Luft, und ein kurzer Sog wirbelte durch Liths langes weißes Haar.
Hier und da spähte aber eine graue Strähne hindurch.
Er hätte sie am liebsten einzeln ausgezupft.
Liths rubinrote Linsen zuckten.
Auch sie gefielen ihm nicht, weil sie bloß gescheckt waren, mit helleren, nur leicht rötlichen, längeren Fleckchen.
Seine Verwandten aus dem Unterreich machten ihn eifersüchtig.
Und nicht nur wegen ihrer äußeren Erscheinung...
Titel: Charaktere und Forschung
Beitrag von: Nagakeng am 16. Januar 2006, 09:50:46
Herzhafter Beistand


Derweil baute sich in Bet Regor einmal wieder ein leichter Überdruck auf, der die Menschen zusammenzucken ließ.
Jedes Mal atmeten die Leute auf, wenn die Erscheinenden sich als friedlich Reisende zu erkennen gaben.

Tharel rüstete auf.
Er legte sich ein hochintelligentes Stirnband zu, tauschte es gegen seinen intelligenten Stirnreif.
Ehre, lediglich ein Wort?
Goemon schmunzelte nur darüber.

Die beste Möglichkeit in der Handelsmetropole Gleichgesinnte zu finden, die sich von der Allgemeinheit deutlich abhoben, waren immer wieder die Tavernen.
Kaum ein normaler Bürger war im Stande sich dort eine Mahlzeit zu leisten, geschweige denn eine Übernachtung.
Und so stießen die beiden auf zwei Genossen, die sie für tragbar erachteten.
Vorerst.

„Noch einmal...“

Der Wildelf in Feldharnisch aus Mithril, darüber eine Weste tragend, seufzte.

„Was wolltet ihr da nun wirklich?“

Der Gnom schüttelte den Kopf.

„Ich habe es euch doch schon gesagt! Und ich lüge auch nicht! Bei den Träumen meiner Urgroßväter, glaubt mir doch, Streiter des Schimmernden!“

Diese beiden waren definitiv keine Priester des Wahren.
Goemon und Tharel mischten sich nicht ein.
Sie lauschten lieber einer langen Diskussion, die nicht selten wieder an ihren Ursprung zurückkehrte.

Der Elf, der seinem Rassennomen rein gar nicht gerecht wurde – dem Wildelf – war ein Paladin des Schimmernden.
Ja ein Vorstreiter desselben.
Besonders das schillernde Volk der Elfen betete jenes Gestirn an.
Yossarian war ein gesitteter Elf.
Auch ihre Rassen blickten untereinander auf sich herab.
Als Spitzohren.
Oder Spitznassen.
Was sie nicht alle für Vorurteile gegeneinander hatten – gegenüber den anderen Völkern bildete man wiederum eine Einheit.
Zumindest aus seiner Gegend.
Yossarian zeigte seine Ursprünge stolz.
Eingestanden, nicht zu stolz - er mochte umgekehrte Vorurteile nicht schüren.
Was ihn allerdings jahrelange Mühe gekostet hatte, war sich einen Ruf anzulegen, der einem in guter Poesie vorauseilte.
Zumindest unter den Stämmen und Städten seines Volkes war ihm das zu einem gewissen Maße gelungen.
Ganz im Gegenteil zu den Siedlungen der anderen Oberflächenvölker, wo man ihn bisweilen belächelte.
Aber das würde er ändern!
Bestimmt!

Tharel und Goemon hatte er mit dieser Vorstellung nur wenig beeindrucken können.
Sie hielten ihn eher für einen Wichtigtuer.
Wie der ungläubige Tharel eigentlich jeden Gottgesandten für einen solchen hielt.
Der Wildelf plusterte diesen kleinen, unglücklichen Zufall einfach maßlos auf.

Dieser Meinung war auch Pidel Sansur.
Denn er wusste es schließlich besser.
Und zu allem Überfluss redete er sich hier die kleinen Stimmbänder noch heiser.
Wenn das bei seiner monoton schläfrigen Stimme überhaupt ging.
Er war Waldgnom.
Und lediglich seiner Leidenschaft nachgegangen.
Dem Segnen der Träumenden.
Denn er war ein treuer Anhänger des Traumwächters.
Yossarian hatte ihn erwischt, als Pidel auf seiner allabendlichen Tour vor irgendeiner Tür im Gang der Gasthofapartments stand und dort sein gesegnetes Schlafpuder verstreute.
Der Champion hatte dahinter nicht zuletzt heimliche, eigene Bedürfnisse vermutet und war sogleich angesprungen, was auch die beiden Suchenden angelockt hatte.

„Ihr dürft nicht so penetrant sein! Was meint ihr, was die Menschen denken, wenn jemand vor ihrer Tür steht und ein Pülverchen verstreut, mmmhhh ?“

„Maßt euch nicht an, über Werte zu urteilen, die eurem Gott fremd sind. Wer meditiert träumt nicht! Und wer nicht träumt, hat auch noch nie einen Albtraum erlebt! Also urteilt nicht über Qual, die ihr nicht kennt! Ich bin es langsam satt mit euch zu diskutieren.“

„Ihr verfolgt eine übertriebene Ordnung! Ihr werdet dazulernen, also... noch einmal von vorn!“

Yossarian seufzte erneut.
Hatten Goemon und Tharel gerade ein Déjà-vu?

Das wurde zu bunt.
Beinahe wären sie eingenickt und hätten noch Albträume hiervon bekommen!

„Wie wäre es, wenn ihr diejenigen, die ihr segnen wollt, bevor sie zu Bett gehen nach Zustimmung fragt?“

Goemon dieses weise Tier der Fabelwelt hatte einen konkreten Lösungsvorschlag ausgespuckt.
Die beiden, die sich am Nebentisch niedergelassen hatten, drehten sich nun zu den Streithähnen.
Ja, Streithähne, genau das waren sie!
Tharel wusste, mit solchen konnte man seine Spielchen treiben.
Sie tanzten wie die Puppen, und er zöge im Hintergrund die Fäden.
So hatte er es auch mit Thorwin gehandhabt.
Selbstverständlich.
Und so war es schön...

„Seid ihr nicht vielleicht doch ein einfacher Dieb, kleiner Mann? Groß genug, um durchs Schlüsselloch zu passen und den Schlafenden durch Bewanderung ihrer Geldbörsen selbiges aus der Tasche zu ziehen, na?“

Tharel provozierte.
Er konfrontierte Pidel mit einer unterschwelligen Prüfung.

„Habt ihr nicht gut geträumt, mein Bester!?! So möge euch diese Unterstellung verziehen sein.“

Pidel wurde etwas giftig.
Und auch Yossarian blickte Tharel skeptisch an.
Das war tatsächlich eine Unterstellung, die nicht haltbar war!
Was maßet sich dieser Fremde an, dass er einen Diener der Götter derart bezichtigte?
 
„Wie könnt ihr es wagen, ihn derart zu beleidigen? Er gehört zur Guten Seite. Lediglich sein Weg war etwas extrem...“

„Da müsst ihr grad reden...“

Tharel stichelte um an einem Punkt zu geraten, an dem er einhaken konnte.

„Ich bin ein Vorreiter der schillernden Seelen.“

„Aha...“

„Ja, braucht ihr denn einen Beweis dafür, blinder Mann?“

Yossarian war aufgesprungen, währenddessen er ihren Stand zum Bösen prüfte.

„Das gefiele mir nicht schlecht, ja...“

„Liefert mir eine Aufgabe und ich löse sie mit Bravur mit der hilfreichen Hand des Schimmernden!“

„Oh, in der Tat, ich hätte da eine Geringfügige...“

„Ich höre!“

Goemon war still geblieben.
Er hatte von Anfang an geahnt, was Tharel geplant hatte.

„In einiger Entfernung von hier, in einem erloschenen Vulkan...“

...nach und nach begeisterte sich der Paladin dafür.
Er würde die zivilisierte Bevölkerung vor einer großen Unterwerfung durch die Heerscharen des Tempel des Elementaren Bösen bewahren, wie einst die Armee selbst - bei den Emridy Wiesen.
Ein zwei Frontenkrieg für Bet Regor – und die befreundete Kirche - war unkalkulierbar und führte unweigerlich in eine Katastrophe.
Eine Katastrophe, die nur er im Stande war zu verhindern.
Sagenumwobener Ruhm würde ihm zu Teil werden.
Unter seinem Volk, und unter allen Völkern!
Damit würden zwei Fliegen- ja, er war sich bewusst, dass seine persönliche viel geringfügiger war – mit einer Klappe geschlagen.
Yossarian war dabei.

Und auch Pidel.
Allein die Begriffe... Verdamnisträumer und Schicksdalsschläfer... hatten seine Neugierde geweckt.
Auch Tagträumer wie diese fielen in seinen Aufgabenbereich.
Hier waren die Traumrechte tausender, schlafender Bürger zu schützen!

Die Diskussion um Pidels Vorgehen war eingeschlafen, und auch ihre Körper folgten ihnen bald zu Bette.
Das Aufstehen an diesem Tag, war eine Tortur.
Die Zimmer waren extrem kalt, und im Schlafrock aus den warmen Federn zu kriechen wagte man erst, als der Kamin aus dem Unterstüberl alle Zimmer aufheizte.
Das Wetter hatte sich dramatisch verschlechtert.
Eisiger Wind fegte durch die leeren Strassen, gepaart mit einer unangenehmen Luftfeuchte.

Hoffentlich hatte auch Lith seinen Part im letzten Zenith beigesteuert?
Tharel hatte die Gemeinschaft wachsen lassen, Lith sollte für Informationen sorgen.
Dieser Gönner.
Sein Gönner.
Diese Offenheit hatte etwas für sich.

Selbstverständlich reiste man nach dem Frühstück gemütlich via Teletransport nach Bah.
In der Metropole waren sie noch zu viert beieinander gestanden.
Im der Kleinstadt war man nur zu viert angekommen.
Tharel akzeptierte Goemons Entscheidung.
Was blieb ihm auch anderes übrig.
Sogar eine blinde Kuh hätte Goemon die Sehnsucht nach Baal im Süden, und den Zweifeln an seinem Nutzen angesehen, wenn Kühe nur nicht so dumm wären.
Diesen Halbling, in dem soviel mehr gesteckt hatte, als es der äußere Anschein hergab, hatten sie zum letzten Mal gesehen, da war sich Tharel sicher.

Zielsicher steuerte der Magier auf den Gasthof zum ´Wildem Weibe` zu.
Lith Vevisikale studierte seine Zauberwerke und ordnete seine Notizen.

„Auch ich habe Neuigkeiten...“

eröffnete der Schattenelf die Unterhaltung, als er die neuen Gruppenmitglieder sah- und ein altes nicht mehr.
Yossarian und Pidel rümpften die Nasen bei dieser eigenartigen Begrüßung.
Zurecht.

 
Bezug zu Bah


Lith lud sich selbst bei Kanoness Y´Dey vor.
Sie war dabei erneut einen Verbündeten zur Sumpffestung und zur Ruine des Tempels des Elementaren Bösen zu entsenden und war mitten in einem Beschwörungsritual.

„Die Zeit verrinnt uns zwischen den Fingern, wie Sand aus einer Uhr. Ich habe davon geträumt... und lange gebraucht, um es zu deuten. All dieses Geschehen, vor allem das Gewitter, zeugen von Ungeheuerlichkeiten, die sich im Verborgenen abspielen. Am Ende laufen die Stränge zusammen! Immer! ... etwas Urgewaltig Böses zieht herauf- ich kann es nur noch nicht sehen!!!“

Wie viele Hiobsbotschaften werden jeden Moment verkündet?
Wie viele davon sind je eingetreten?
Ja, genau, keine Einzige.
Sehet euch um.
Sehet die Welt Tellenes, die Monde auf und Niedergehen...
So verfolgte Lith seine Beweisführungen.
Wasserdicht.
Deshalb berührte es ihn nicht.

Tristan, ein Ehemaliger, wurde an seinem Ort des Schaffens aufgesucht.
Konnte er von Sonderbarem in Bah berichten?
Ja, erstaunlicherweise, er konnte.
Und Lith ließ es sich nicht nehmen dieser merkwürdigen Erscheinung nachzugehen.

Am Abend also, es war bereits dunkel, flog er los, in einen nördlichen Ausläufer.
Ja, hier hatte sich mit Gewissheit etwas Eigenartiges abgespielt.
Ein großes provisorisch geschlossenes Loch, nein zwei, in angrenzenden Seitenwänden einer Scheune zeugten davon und zwei Häuser nebenan wiesen tiefe Schrammen im Stein des Fachwerks auf.
Der Schicksalsweber war vorsichtig.
Doch im Gebiet hielt sich der Urheber nicht auf.
Lith hatte eine Vermutung...
Er schlug gegen das Scheunentor für etwas Lärm und flog dann aufs Dach.
Die Tiere, aufgewühlt vor Schreck, wurden sehr unruhig.
Im Bauernhaus wurde es hell.
Kerzenscheinhell.
Zwei Gestalten, eine mit einer Baumfälleraxt und Laterne, die andere mit einer Mistgabel bewaffnet, bewegten sich langsam die Treppe herab.
Halblaut rief die Vordere:

„Wer ist da, zeig dich, Unhold!“

„Vater, ich wette diese Lausebengel von Hemmenharf spielen uns einen Streich...“

Der Sohn hatte des Vaters Herz beruhigen wollen.
Lith erfüllte den Wunsch des Vaters vorerst nicht.
Er drang auf magische Weise in ihr Bewusstsein ein.
Ein Wirrwarr an situationsgebundenen Überlegungen beim einen.
Leere beim anderen.
Angst bei beiden.

„Hedrack...“

„...Tempel des Elementaren Bösen!!!“

brüllte Lith, außerhalb der Reichweite der Laterne, in die Dunkelheit...

Schreck in den Gliedern und fragende Gedanken... bei beiden.
Die Waffen bedrohlich erhoben.
Keinerlei Verbindungen zum Bösen.
Der Inszenator dieser unheimlichen Begegnung schwebte nun hinter dem Farmer-Sohn-Gespann herab.

„Ich musste sicher gehen...“

Der erwachsene Sohn drehte sich erschrocken zu ihm um und stolperte rückwärts, der Bauer schwang sofort seine Axt.
Ein alter Milizveteran.
Schattenelfen hatten für solche Situationen nur wenig Gespür für menschliche Seelen.

„Halt, ich will euch kein Leid zufügen.“

Es gelang ihm den Alten einzubremsen und davon zu überzeugen, dass Lith kein Diener des Bösen war, und keine Erkennungspasswörter geschleudert hatte.

„Ich musste sicher gehen, dass ihr nicht diese Diener seid. Oder gar jemand eure Gestalt angenommen hat oder gar in eurer Haut steckte und nur auf ein Zeichen des Tempel des Elementaren Bösen oder Hedrack wartet.“

Die beiden schluckten.
Er war lediglich hier, um diesen Vorfall aufzuklären, wenn schon Burne´s Büttel nicht dazu in der Lage waren.
Dem stimmten sie zu, und der selbsternannte Ermittler wurde offiziell durch die Scheune geführt.
Ein Pferd war dabei gestorben.
Es stand an der Scheuneninnenwand als es geschah.
Auch wurde die Zerstörung erst später festgestellt als sie geschah.
Denn es hatte genau da winterlich gestürmt.

Lith war das ein Dorn im rot gescheckten Auge.
Er vermutete Aktivitäten des Bösen.
Wieder eine Boshaftigkeit von Hedrack, hier in Bah hinterlegt.
Auf Pfeifen abrufbar...
Mit dem unterschwelligen Befehl, die Tiere auf Seuchen, Krankheiten, ähnliche Verunreinigungen oder Auffälligkeiten untersuchen zu lassen, verließ er die Bauern.

Nach einer meditativen Nacht im einzigen Gasthaus, suchte Lith Elmo, den Kommandanten der Kleinstadtwache, auf.
Dieser blieb allerdings genauso seine Erklärung schuldig.
Und das es ein Tier war, hatte sich Lith selbst schon zusammengesponnen, doch wieder verworfen.
Und da saß er nun, die beiden Flügel des schlicht seidenen, spinnenschwarzen, abgegriffenen Buchumschlags auf seinen Unterarmen ruhend - auf der Breitseite fand sich ein in weißen Tönen gehaltenes Spinnensymbol wieder- und studierte es konzentriert...
Titel: Charaktere und Begegnung in den Kraterrandminen
Beitrag von: Nagakeng am 19. Januar 2006, 13:08:56
Beschnuppern


Man wurde einander vorgestellt.

Yossarian sah kein fruchtbares Land für den Schimmernden unter den nüchternen Gesichtern.
Allein der Einband des Zauberbuches machte ihn stutzig.

„Woher habt ihr das? Verehrt ihr Lolth?“

„Nein, wo denkt ihr hin. Ich habe es geschenkt bekommen. Es geht mir allein um die Magie auf dem Buch. Erstaunt?... Enttäuscht?“
 
Was hier fehlte war kein Gott – dieser war mit ihm ja schließlich in diesen Verschlag eingekehrt.
Es war schlicht und ergreifend eine Führungspersönlichkeit.
Und die gab er mit Vergnügen ab.
Diese zumeist ernsten Gesichter konnten nicht den Ruf verbreiten, denn die Helligkeit, die Freude brauchte.
Auf Yossarians Mund lag meist ein ruhiges Lächeln, bisweilen ein Schmunzeln und manchmal sogar ein lautstarkes Lachen.
Er war, wie man sich einen Vorstreiter des Schimmernden gewiss vorstellte, eine tendenzielle Frohnatur.
In Momenten, wenn die leichte, lange und glänzende Klinge aus dem ornamentirisch geschmückten Schwerthalfter gezogen werden musste und etwas für ihn oder die Elfengottheit auf dem Spiel stand, dann aber legte er das weiche Lächeln ab und tauschte es gegen eine harte, gefasste Mine.
Lange jedoch, gelang ihm das nie.

Tharel gewöhnte sich schnell an den Gedanken, dass Yossarian vorne lief.
So hatte er es ja gewollt.
Lith ganz hinten, um die Meuchelmörder abzufangen und er geschützt in der Mitte direkt beim Heilkundigen.
Alles in Butter.
Es würde sich von selbst so einrichten.
Dieser Lith nahm ja gern die letzte Position ein.
So kam er als letzter aus dem Tunnel und ertrüge dann die Sonne besser.
Hinterlistiger Schattenelf!

Lith ließ sich ungern in die Karten sehen.
Keine Gesichtsregung, als der Wildelf sich vorstellte.
Schattenelfen standen im Übrigen mit allen übrigen Elfenrassen auf Kriegsfuß.
Die wahren Dunkelelfen waren ihnen da noch am sympathischsten.
Lith gab wie immer seinen offiziellen Werdegang zum Besten und wie er dazu stieß.
Die Tinte des Federhalms ist geduldig.
Auch für die wahre Geschichte des Schicksalsschreibers.

Yossarian stutzte kaum.
Was er auf diesen Verehrer der natürlichen Dunkelheit wohl für einen Eindruck machte?
Egal.
Er hatte schon andere Schattenelfen das Licht nahegebracht.

Pidel Sansur träumte vor sich hin.
Tagträume erhielten die Gesundheit.
Nichtsdestotrotz griff sein Gehör alles auf.
Nur auf die anderen drei Gefährten hatte das ganz und gar nicht den Anschein.
Der Traumwächter antwortete nur, wenn er gefragt wurde.
Eigenbeteiligung negativ.
Trotzdem duldeten sie es.

Ob man sich gegenseitig riechen konnte, dass musste erst noch festgestellt werden.
Ganz ohne ging es nun auch nicht.
Ansonst wäre man eben getrennt gegen die Tore des Bösen gezogen.
Aber die Weisheit siegte und so schweißten sich vor allem Tharel, Lith und Yossarian zusammen.
Dann schwatzten sie über den optimalen Plan.
Eine lange Zeitspanne, denn kluge Köpfe berechnen wahrlich sehr viele Risiken mit ein...
Und so wurde aus dem Frühstück ein Brunch alla Ostler Gundigoot.

Zur Mittagszeit erst wurde man bei der Kirchenvorsteherin, ihrer Verbündeten, vorstellig.
Y´Dey hatte darum gebeten.
Ihre erfahrenen treuen Augen musterten die Gemeinschaft.
Dass kein Symbol des Wahren um einen der Hälse hin, störte sie sicherlich ein wenig.
Sie gab trotzdem ihren Segen.
Die Kirche des Schimmernden stand der ihren sehr nah.
Farbenfrohe, lichtdurchströmte Winterfenster wandelten sich innerhalb weniger Momente in karge dunkle Steinwände...


Erkundung


Der Heldenbund stand vor der Gruft in den Kraterrandminen.
Aufgeschlagene Särge überall.
Erschrocken fuhr Pidel aus dem Halbschlaf!

„Wer war das?“

Keine Regung.

„Also ihr!?! Unerhört! Den Ewigen Schlaf zu stören ist eine Straftat!“

Die Lunge des Waldgnoms prustete.
Er fühlte die Pietät der Toten verletzt.

„Es sind die Seelen von Kultanhängern. Ich berichte euch mit Vergnügen über die Gräueltaten dieser Verrückten. Nehmen wir zum Beispiel Firre Oranak – er wäre mit Sicherheit hier gelandet - ...“

Tharel Ragnarok sparte an keinem Detail des sadistischen Werks dieser Kreatur und endete mit einem selbstgefälligen Ausatmen.
Mit Bedacht gewählt.
Pidel entstammte demselben Volk.
Das belastete schwer, und Pidel schwieg.

Die Kraterrandminen waren vom schreienden, kreischenden, niederträchtigem Abfall befreit.
Eine Führung durch die leergefegten Gänge und Hallen, Tunnel und Höhlen hinterließ ein wohliges Gefühl bei Lith und Tharel - Pidel und Yossarian realisierten es zwar, fühlten es aber nicht.
Wie auch?

Pidel Sansur teilte die Fluten beim Wassertempel.
Man schritt behutsam das Gefälle bis zur quadratischen Steinsäule vor.
Yossarian flog alle hinauf zum transparenten Altar.

„Glücklicherweise haben Rurik  und Tristan das Relikt nicht zerstört.“

Lith fügte die zwei grünblauen Metallscheiben, die niederen Schlüssel des Bösen Wassers, zusammen.
Sie verschmolzen für ein Quartal der Stunde.
Mit den göttlichen Worten...

„Wellen schmettern unnachgiebig.“

... sicherte man sich die Segnung.
Ja, man ehrte dem Älteren Elementaren Auge, aber nur zum Zwecke seiner irdischen Vernichtung.
Die Wassernaga hatte, zu Lebzeiten, noch bevor sie von den Hörnern der Minotauren Hedracks aufgespießt wurde, dazu geraten.
Für sie war dies der einzige, bekannte Schutz vor den Blitztürmen des Äußeren Schicksalsrings.
Ihr Beistand soll trotz ihres jähen Endes nicht in die Vergessenheit abdriften.
Ihre letzten gewechselten Phrasen waren...

Die Segnung hielt auf aufrichtigen unlängst kurzer als auf niederträchtigen Kreaturen.
Herbeigeführt würden sie durch die Elementaren Schlüssel und Opferaltäre.
Hierbei unterschied man, zwischen Niederen, Größeren und Höheren Schlüsseln.
Fügte man zwei Niedere zusammen, so erhielt man einen Größeren.
Mit dessen Hilfe ließe sich das zugehörige Tor zum Äußeren Bereich öffnen und sich ein Schutz durch Segnung mit Einsegnungsworten am entsprechenden Altar hervorrufen.
Fügte man zwei Größere zusammen, erhielt man einen Höheren.
Mit diesem ließe sich das Tor zum Inneren Bereich, dem Turm, in welchem die Schicksalsschläfer lebten, passieren.
Auf jenen Moment fieberten sie hin, aber letzterer jagte Schauer über ihre Rücken.

Derzeit im Besitz der Gruppe waren drei Niedere Feuerschlüssel, zwei Niedere Wasserschlüssel, ein Niederer Erdschlüssel und kein Windschlüssel.
Der Altar des Feuertempels war wegtransportiert worden, der Wasser- und Erdtempelaltar waren intakt und zugänglich, den Windtempelaltar hatte Baal zerschlagen.

„So nun müssen wir dieses Plazebo nur mehr testen. Freiwillige vor!“

Mit Tharels Meldung tat dieser auch gleich einen Schritt zurück.

„Wer wäre dafür besser geeignet als ich?“

Entgegnete Yossarian.

„Gebt Acht. Die Türme sind besetzt. Lasst uns Vorsichtsmassnahmen ergreifen.“

Warnte Lith.
Yossarian sah dem Schicksalsweber tief in die Augen, erkannte aber bald, dass er keineswegs selbstlos handelte.

Mit Elementarschutz vor Elektrizität ausgestattet und der Fähigkeit Wasser zu atmen, flog der Paladin über die grauen Wasser des Stalagossees hinüber zum Wassertor.
Immer den Blick gen Steinwand und Türme gerichtet.
Da hatte er auch schon das felsige Ufer des Äußeren Bereichs erreicht.
Kein Ton von oben.
Kein Summen, kein Brummen des Bienenschwarms - vermutlich Arakniden, Gestaltwandler.
Ihm offenbarte sich ein ehrwürdiger Anblick.
Er stand vor einem schwarz metallenen Tor ohne Scharniere, das grünlich schimmerte.
Ein blaues, ins Metall eingelassenes Quadrat, seine Ränder vergoldet befand sich auf Kopfhöhe.
Keine Brücke hatte hierhin geführt, nur mit Booten der Wasserlandung ließ sich konventionell übersetzen..

Doch Yossarian brach nicht ab, sondern dachte vor.
Flog entlang der Klippen, wo die eiskalten Wellen schwappten, zum Feuertor.
Auch hier ein monumentales Tor von fünfzehn Fuß Ausmaßen.
Horizontal und vertikal.
Schwarzes Metall.
Rötlich schimmernd.
Goldener Rahmen für einen rot eingelassenen Rombus.
Eine Steinbrücke verband die beiden Krater.

Nun drehte er ab.
Drehte dem Äußeren Bereich wahrhaftig den Rücken zu.
Zuversichtlich, nicht attackiert zu werden, gelangte er bis zum Torbogen in der Mitte der Übersetzungsmöglichkeit.
Weder die Blitze, noch die Wachmannschaften waren erschienen.
Die übrigen Drei waren im Geiste über die Magie vom Bande Shasserils, einer elfischen Verhexerin, mit ihm verbunden und erwarteten Yossarian am Ende der Brücke.
Jeder von ihnen hätte gezögert.
Das hob einen Vorstreiter des Schimmernden noch einmal ab, von den anderen.
Ja, Yossarian hatte den ersten Beweis erbracht welch Tapferkeit und Mut in ihm wohnten.
Man zollte ihm Respekt.
Wenigstens ein kleiner Teil war echt – für Lith und Tharel etwas Neues.    
Pidel stand wieder außer Konkurrenz.

Die erste Begegnung sollte vollkommen ausgeruht erfolgen, um Eindruck in ihren Reihen zu hinterlassen.
Gesagt getan, zogen sie sich in D´Grans ehemaliges Reich zurück.
Welches Tor wählen?
Hedrack hatte fies geschmunzelt beim Anblick der Feuerschlüssel und seine Lippen verbargen ein düsteres Geheimnis.
Ein Bluff!?!
Die Wasserlandung musste per Schiff erreicht werden.
Eine begrenzte Fluchtmöglichkeit!?!
Man entschied sich für das Feuertor.
Gefahr blieb Gefahr.
Doch Fluchtweg blieb nicht Fluchtweg.

In der Kammer der Zauberer schoben sie Betten zusammen, um einigermaßen angenehm nächtigen zu können.
Pidel erbat vorm Nächtigen, wie es seine Hoheit wollte, dessen Beistand.
Zur Mitternacht allerdings erschienen zwei geplagte Geister in ihren Betten, während die Helden schliefen...

Übersetzt aus der Sprache der Toten, könnte ihre Kontroverse ungefähr so gelautet haben.

„Sieh, Tippesh, die Gerippe bewegen sich. Es lebt.“

„Scheußlich, nicht, Heunar?“

„Weißt du noch wie D´Gran...“

„Immer deine alten Kamellen. Laaaaaaangweilig, Heunar.“

„So sorgen wir doch für ein wenig Gesellschaft, Tippesh! Arghh!!!“

Der orkische Magier Heunar und die fhokkische Magierin Tippesh sinnten nach später Rache.
Sie hassten das Leben und entzogen es vor allem Tharel Ragnarok, der am Rande zum Jenseits sich verbissen ans Diesseits klammerte und erwachte!
Leicht bekleidet oder im Schlafrock, mit Geschossen der puren Macht Liths und Tharels, dem Gesegneten Schwerte Yossarians und der erschaffenen Machtwaffe Pidels erwehrten sie sich ihrer letztendlich.

Doch die Ruhe der Nacht war dahin.
Zerzaust legten sie sich wieder schlafen und verschliefen den halben Tag.
Jetzt war es Zeit aufzubrechen.
Pidel spendete Tharel fehlende Lebensenergie, dann war es soweit.

Die Sonne hinter der Wolkendecke senkte sich bereits wieder als man hinaustrat.
Ein dünner Film von Schneematsch lag auf dem Gestein.
Das störte nicht weiter.
Doch bittere Kälte zog herauf...

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Titel: Kampf den Blitztürmen
Beitrag von: Nagakeng am 23. Januar 2006, 14:30:50
Gewaltbereiter Empfang


Unter dem Torbogen auf der Hälfte der Strecke versorgten sie sich vor allem mit Defensivmagie.
Shasserils Band, Schutz vor Feuer, Resistenz vor Feuer, Spiegelbilder, Steinhaut und wie sie nicht alle im Fachjargon hießen.
Die Herzen schlugen hoch in den Brustkörben.
Gut, dass man das von außen nicht erkannte.
Denn bei den ganzen Duplikaten Liths hätten die anderen etwas Sichtbares sofort wahrgenommen.
Ein Abbruch seiner Unberührbarkeit – als auch der Tharels.
Die Mine Yossarians glich sich der seiner Begleiter an.
Pidels Augen wurden sichtbar wacher und er gähnte auch nicht mehr ständig.

Was würde sie hinter dem Feuertor erwarten?
Ein riesiger glühender Feuerelementar?
Eine Horde quirliger Salamander?
Oder gar ein ehrwürdiger roter Drache?

Sie schritten die Waffen und Materialkomponenten in der Faust auf das Tor zu.
Die Felswände wurden immer höher.
Die spitzen, metallisch blauen, siebzig Fuß hohen Türme – links und rechts über dem Tor- wurden immer deutlicher.
Genauso, dass keine Treppen hinaufführten.

Fünfzig Fuß vor den Türmen vernahmen Yossarians lange Ohren plötzlich Summen.
Woher?
Von oben!
Ein Mückenschwarm brummte herab.
Mann, große Brummer!
Man verhaarte, stillschweigend.
Zumindest für die Außenwelt.
Über das Band einigte man sich nur zu Reagieren.

Ein Dutzend Spinnenfresser (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG234.jpg) formierten sich im dreißig Fuß Kreis um die Helden, zu großen Teilen über dem Wasser schwirrend.
Geritten von Kriegern.
Lith kommunizierte.

„Ihr könnt umkehren. Hedrack hat nach uns gerufen.“

Lith wollte sie nicht wirklich hinters Licht führen.
Hedrack war sein Ziel und diese Maden und ihre Reiter waren nur lästiges Gewürm bis dahin.
Bald würde Hedracks Torso ohne seinen Kopf auskommen müssen, und dieser auf einem Spieß den Kraterrand zieren.
Für die Bevölkerung der beiden gefährdeten Siedlungen allerdings tat er dies nicht.

„Nein, ihr lügt!“

widersprach der scheinbare Anführer.

„Hedrack, hat uns bereits informiert, dass ihr bald kommen werdet. Er ist großzügig. Ihr könnt euch immer noch entscheiden umzukehren, wir wollen euch nur all zu ungern töten.“

Die Helden nahmen wohl war, wie viel Ironie in dieser Aussage steckte.
Und wie viel Überheblichkeit.
Sie waren sich einig, dass dieser Trupp es auf den Tod anlegte.
Nach außen einen nachdenklichen Blick wahrend, trafen sie letzte Absprachen, wer sich wen vornahm.
Yossarian eröffnete das Gefecht.

„Leider kann ich keine Gnade walten lassen!!!“

Lith attackierte mit Energiegeschossen ein Reittier.
Zu seiner Überraschung jedoch sackte es nicht ins Wasser.
Diese Hinterleiber waren zäh.
Widerstandfähiger als ihre Reiter.

Da explodierte eine gewaltige Feuersbrunst mitten zwischen den Abenteurern.
Der Feuerball stammte von einem Hexer, der auf dem metallenen Vorsprung eines Turms Stellung bezog und bei der ausbleibenden Wirkung die Zähne knirschte.

Yossarion tötete sofort den kalamaranischen Redner.
Vielleicht ließen sich die übrigen davon demoralisieren...
Aber diese waren bereits wie Hummeln laut brummend herangesaust.
Die Duplikate führten einige Bastardschwerter der Wachen und Stachel der Spinnenfresser in die Irre.
Vorerst, denn jenen ging die Luft aus.
Yossarian überstand dem Ansturm unbeschadet, und wirbelte mit seiner Elfenklinge sofort um sich, die Leiber abstechend, die Reittiere schwer zerschleißend- sie fielen in Scharen.
Pidel und Lith hatten einige Hiebe und Stiche einstecken müssen.
Tharel, der keine Spiegelbilder besaß, brach aus der Kommunikationskette aus.
Er stürzte hinter ihnen blutüberströmt zu Boden.
Schwere Treffer beförderten ihn an den Rand des Todes...

Pidel pochte auf Liths Signal.
Mit dem Blitzstrahl, der durch die Reihen schoss, und Tote forderte, trat es ein, und Pidel rannte zu Tharel, kniete nieder und schenkte ihm das Licht der Welt.

Der Rote Magier war außer sich vor Zorn und die Wut forderte sogleich Opfer.
Noch im Liegen wirkte Tharel einen Kegel aus purer Kälte, der einen Großteil der verbleibenden Spinnenfresser und Reiter einfror.
Ein unglücklicher Reiter plumpste in die Wellen.

Das Gefecht am Boden war so gut wie beendet, doch der Hexer machte sich – nach einem unergiebigem Bannversuch - aus dem Staub und das wurde nicht geduldet.
Mit dem Finger deutete Lith auf den Vorsprung, die anderen legten je eine Hand auf seine Schultern, und schon hatte er sie hinauf dimensioniert.
Es war viel windiger und kälter dort oben.
Eisiger Wind stieß ihnen die ungeschützten Gesichter.
Die Augen kniffen sich von selbst zusammen.
Das Metall strahlte eine enorme Kälte aus.
Man hatte einen gewaltigen Ausblick in schwindelerregender Höhe.
Circa zweihundert Fuß über dem trüben Wasser.
Der Vorsprung war kaum fünf Fuß breit und führte ohne Geländer nur einseitig um den Turm herum zur Seite der Felswand- ein Halbrundgang.
Wie auf dem Präsentierteller sitzend.
Nur der Apfel im Maul fehlte...

Yossarian lief beherzt auf die andere Seite.
Der Dejy Hexer war außer Sichtweite.
Zur Felswand blieb eine Schlucht.

Er trat in ein kleines gewölbtes Tor im Turm und als ob man ihn kommen sah, zischten weitere Gespanne auf ihn zu, drängten ihn ein Stück zurück.
Er gab den Widerstand auf.
Ein Fall in die Schlucht... verheerend!
So kamen fünf weitere Spinnenfresser mit Führung heraus.
Währenddessen hatte man beinahe durch die Augenschlitze die Verstärkung vom neunzig Fuß entfernten Turm übersehen.
Tharel hatte sich hintendrein gewagt.

Achtung, Bestien und Personal vom anderen Turm!

schallte es von Pidel an alle Hirne.

Gerade als Tharel Yossarian erreicht hatte, attackierten ihn fünf Viecher der Verstärkung.
Yossarian hatte es ja bereits mit fünfen zu tun.

Lith und Pidel bekamen auch welche ab.
Nun, eigentlich nur Pidel, denn Lith war rechtzeitig unsichtbar geworden.
Doch Pidel parierte die meisten Attacken.

Alle waren sie nun eingekesselt.
Und dazu in zwei Parteien aufgesplittert.
Yossarion schlug sich wacker.
In der Regel wehrte er sie locker ab, doch gelegentlich durchdrang seine Verteidigung ein Schlag, welchen die Steinhaut aber zumeist schluckte.
So hielten sich seine Wunden in Grenzen.
Tharel hingegen versuchte sich im Angesicht seiner Feinde durch den Zauber, der die Spezialfähigkeit der Täuschungsbestie emuliert, zu verdecken.
Doch die Masse an Schwertern, Stacheln und Mäuler raubte ihm die Konzentration.
Er scheiterte und wurde anschließend wieder an den Rand des Todes katapultiert, wobei sich seine Bezwinger Yossarian zuwandten.
Der Wille dieses alten Fhokki hielt ihn im Diesseits!
Sie waren Gönner, doch ein toter Tharel nutzte Lith nichts.
Lith verdrängte mit Telekinese den Spinnenreiter vor Pidel, welcher auf Kommando losspurtete, die Gelegenheitsangriffe ignorierend.
Doch ein Waldgnom in Ritterrüstung und mit kurzen Beinen kam eben nicht weit und war sofort wieder umzingelt.

Die Wacheinheiten wechselten ihre Taktik.
Sie versuchten die Helden zu packen und vom Vorsprung zu zerren, damit sie nach freiem Fall an den Felsklippen zerschellen mochten.

Sie packten Pidel, der sich nochmals freikämpfte und, weil er Tharel nicht erreichen konnte, spontan seinen mächtigsten Zauber fallen ließ, um die Wunden auf Entfernung zu heilen.

Yossarian war schwierig zu fassen, und wer ihn anlangte, bekam noch einen Schmiss mit der Klinge in die Visage geschlitzt.
Und wenn er gepackt wurde, befreite er sich ohne Mühe wieder.

Tharel war erwacht, doch rührte sich nicht.
Er hatte den Hinterleib eines Spinnenfressers auf dem Leib und war zudem von mehreren umringt, die zum Paladin vordringen mochten.
Ein ekliges, unangenehmes Dilemma!
Yossarian musste diesen einen erst vertreiben.
Tharel konnte keine fünfhundert Pfund von sich wuchten.

Der sichtbare Lith sprang, noch bevor nach ihm gegrapscht werden konnte, rückwärts hinab.
Nach fünfzig Fuß Sturz, schwebte er leicht wie eine Feder Richtung Felsen.
Der Plan ging auf.
Er begann zu fliegen, und verbarg sich unter dem metallenen Vorsprung, um dort verbessert unsichtbar zu werden.

Da stürzte neben ihm Pidel in die Tiefe.
Dessen haarige Pfoten griffen in die dünne Luft.
Hilflosigkeit war in sein Gesicht geschrieben.
Verzweifelt hatte er sich an den Spinnenfresser geklammert gehabt, bevor er abgeschüttelt wurde.
Und auch Yossarian stand in diesem Moment knapp am Abgrund.
Nur mehr eine Ladung!
Liths Anspannung stieg.
Da befreite sich Yossarian wieder lässig und der Schicksalsweber ließ Pidel sanft hinabschweben und wendete sich mit elementaren Flächenmagie anschließend den Massen zu.

Zu allem Überfluss konnte Pidel nur schlecht schwimmen.
Ohnehin hätte er sich in schwerer Rüstung nicht an der Oberfläche gehalten.
Der Schlafmütze kam der rettende Einfall!
Er zückte eine Schriftrolle und erschuf zur Landung einen steinernen Ausläufer der Brücke.

Endlich hatte Yossarian mit einem weiteren Wirbel den Fettkloß auf Tharels roter Robe in die Tiefe gesandt.
Wie Puppen purzelten sie die Felswand hinab und zerschellten an den Klippen.
Gleichzeitig schlug er sich eine Schneise in den Turm, versperrte das Tor und attackierte aus dem Torbogen, die Deckung desselben genießend.

Der Hexenmeister – ein Ohr fehlte, mit glatten schwarzen, hinten zusammengebundenen Haaren und in fetzenhafter Kleidung – tauchte erneut auf und traktierte von einer empor führenden Treppe aus den Paladin mit Geistesnebeln und Säuregeschossen aus der Schule Folnesters, eines grausamen, brandobianischen Hervorufungsexperten.

„Runter von mir, Scheusal! Schmeckt d...“
 
Tharel Ragnarok sandte ein winziges Feuerkügelchen, das sich in einem Feuerball entlud.
Das letzte Wort blieb ihm im Halse stecken.
Sein Körper... plötzlich gelähmt.
Auch Lith und Pidel schauderten vor dem lähmenden Gift der Spinnenfresser, doch wurden nicht bewegungsunfähig.
Eine perverse Mischung, die ihre Opfer für mehrere Wochen lähmte.

Die führerlosen Megainsekten, die beim Champion des Schimmernden für ihren Untergang Schlange standen, stürzten sich auf den regungslosen Körper und injizierten ihre Eier, ihre Brut.

Lith entlastete mit einem Blitz, der die großteils verwundeten und angekokelten Widersacher schmorte.
Yossarian wandte sich nun der Zecke in seinem Rücken zu.
Noch einmal feuerte er einen Säurepfeil.
Daneben... ausgewichen.
Die Schweißperlen standen ihm auf seinem Gesicht.
Plötzlich röchelte er.
Er hatte seinen schlimmsten Albtraum gesehen.

Lith war Yossarain mit einem Todesphantom zuvor gekommen.
Ruhe kehrte ein.
Pidel hielt Ausschau, denn viele Kapazitäten waren verbraucht.

Lith knöpfte dem Dejy seine Wertgegenstände ab.
Yossarian sah sich um.
Erstaunlich...
Von innen waren die Turmwände milchig transparent.
Die Böden allerdings nicht.
Nicht einmal Zwerge konstruierten solche Meisterwerke.
Ein verdrecktes Bettenlager, in der Mitte eine Grube mit organischer Substanz gefüllt, machte den Raum aus.
Trieb im grünen Sanft nicht etwas?

Leute... wir bekommen Besuch!

Pidel sah, wie auf den Nachbartürmen Reiter aufsattelten.
Außerdem beobachtete vom Turm, der bereits seinen Trupp gesandt hatte, ein weiterer Zauberer das Feld der Verwüstung und schwebte langsam zu ihnen herüber.
Während Yossarian den glatzköpfigen Roten Magier schulterte und einen blauen Trank schlürfte, schwang sich Lith nochmals in die Lüfte, und entgegnete im Duell dem Zauberer.

Ein Reanarier, muskolös mit lockigem Haar zielte Energiegeschosse auf Lith;
seine Brosche absorbierte die Wirkung.
Der Schicksalsweber bannte die Flugmagie, und versenkte seinen Herausforderer in der Tiefe, welcher sich jedoch mit Federfall rettete.

Tharel konnte in diesem Zustand niemanden teleportieren.
Pidel unterdessen nahm die Stummelbeine in die Hand und spurtete Richtung Kraterrandminen- seine Kameraden zogen sogleich über seinen Kopf hinweg.
Der Verlierer des Duells deckte wutentbrannt den Traumwächter als Ersatzopfer mit Feuerbällen ein.
Sein Schutz schluckte die Erscheinung noch vor ihrer Wirkung...

Am Kraterrand angekommen glich der Äußere Bereich einem aufgewühlten Bienennest.

„Gelungener Auftritt, Kumpanen.“

Yossarian lächelte.

„Ganz meine Meinung...“

schnaubte Pidel Sansur.

„... aber auch haarscharf!“

Lith schmunzelte.
Er schmunzelte über Tymerians unkoordinierten Spähtrupp...
und ja, auch über seinen Kontrahenten und Gönner, Tharel.
 
Tharel hätte vor Wut um sich geschlagen – wenn er gekonnt hätte.
Grrrrhhh...
Eine verdammte Schande!
Auf Messerschneide zu liegen und so erniedrigt zu sein, den Hintern eines Spinnenviehs im Gesicht, vollgepumpt mit Einern...
Er war sehr unzufrieden.
Ja, aufgebracht!
So würde er das Matriarchat nicht beenden...
Trotz dem Band schwieg er sich aus.

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Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gerthrac am 23. Januar 2006, 18:52:59
Das waren ja effektiv... 3 Kämpfe hintereinander! Respekt! :)
Und mal was anderes als das ewige Power Attack 4, RK 24, du bist tot.
Kamen coole Manöver vor.
Wenn die Gruppe so um die Stufe 8 war, haben die Krieger dann eigentlich noch eine Gefahr dargestellt? Konnten die noch treffen?
Und woher wusste die Gruppe eigentlich, dass sie sich gegen Feuer schützen mussten?
Und das mit dem Fliegen... Der Char fliegt schon weiter. Schwebt halt in der Luft. Er muss sich ja nicht bewegen, um den Zauber aufrechtzuerhelten oder in der Luft zu bleiben.
Immer weiter so, macht Spass, mitzulesen. :)
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 24. Januar 2006, 19:09:33
Der Kampf war echt lässig, dem Tod noch mal von der Sense gesprungen.

Ja, die Menschen waren nicht wirklich das Problem, aber die Spinnenesser haben sau oft getroffen. Die Masse macht es, und es waren immer mindestens zwei Flächenzauber von nöten um sie auszuradieren, und Tharel war ja auch die meiste Zeit gelähmt. Der Ringkampf hat uns auch sauber geschlaucht, und ich hatte nur noch eine Ladung, für einen fallenden, und einen Potenziellen. Ich wusste nicht was ich tun soll... hab mich dann für Pidel entschieden, da Yossarion mehr TP hatte (ca. 80)

Feuerschutz? 8) Wir haben auf das Klischee gesetzt, Feuertor = roter Drache, und wir lagen richtig!
Im übrigen, wir laufen zur Zeit immer noch mit Feuerschutz durch die Gegend, der Drache ist noch nicht tot - dann eben nochmal...

P.S. Ich lass es mir nicht nehmen und laufe mit drei Ressistenzen und einer Protection durch die Gegend. Man möchte doch den Zufall ziemlich klein halten. :D
Titel: Charaktere/ Zwischenspiel
Beitrag von: Nagakeng am 28. Januar 2006, 19:18:00
Gästebuch


Keine Verfolger.
Auf dem Marsch nach Vonidu legte sich die Anspannung.
Dafür verausgabten sich nun die müden Knochen.
Vonidu lag vor ihnen.
Nur wenige Spuren im Schnee kündigten von Leben in der Einsamkeit.
Hammerlied öffnete.

„Rerrid, seid gegrüßt. Wir kennen uns nicht, aber eine Mission verbindet uns.“

„Achso?“

Der Zwerg wirkte resigniert und ablehnend.

„Wir entthronen die Bewohner des erloschenen Vulkans. Bald könnt ihr und eure Verwandten wieder sicher in den Kraterrandminen schürfen.“

„Gut, gut, ich weiß, worum es geht. Alton, hör dir das an. Wir haben uns gerade darüber unterhalten.“

„Achso?“


Lith amte seine Gebärde nach.

„Man kam nie zu mir, wenn nicht etwas wichtiges anstand. Also...?“

„Ein Begleiter leidet an einer übernatürlichen Lähmung. Könnt ihr...“

„Unter einer Bedingung. Nehmt Alton Dunkelberg mit. Er ist ein indirekter Nachfahre Tullians. Er wird darauf achten, dass ihr nichts zerstört, was Zwergenhände erschufen.“


Alton war ein Tiefenzwerg aus dem Ka Asa Gebirge.

„So soll es sein.“

Tharels Glieder reckten und streckten sich.

„Wie schlaft ihr, Herr Hammerlied?“

Pidel Sansurs Interesse war geweckt.

„Schlecht.“

„Und warum?“

„Ich schlafe so schlecht, wie alle Bewohner unserer kleinen Gemeinde. Stellt mir nicht solche Fragen. Habt ihr denn kein Gespür, Fremder?“


Rerrid war die Fragerei unangenehm.

„Aber es liegt nicht am Berg?“

Nein, der Grund lag im Berg.
Aber um Pidel abzuschütteln, antwortete Rerrid einfach mit

„Nein.“

Im Zwiegespräch mit Yossarian eröffnete der Traumwächter später:

„Yossarian, ich nehme mir eure Weisheiten nun zur Brust. Wenn man meine Hilfe nicht will,... dann eben nicht.“

Yossarian konnte ihn nicht vom Gegenteil überzeugen.
Fürchtete Pidel sich?
Wenn er dort starb, auf dem Terrain der Verdamnisträumer, würde der Traumwächter seine Seele dann aus ihren Klauen reißen können?
Er stieg in seinen Rängen lieber über andere Pflichten auf?
Mit dem Segnen der Träumenden?
Dieses Geheimnis blieb dem Kleriker allein, so seltsam, wie mancher Traum.
Pidel blieb zurück und würde seinen Weg nach Repabulido per Schlitten fortsetzen.

Alton Dunkelberg hatte keine Zeit sich von der langen Reise aufzuwärmen, da wurde er schon wieder aufgescheucht.
Ein grimmiger, gar rauer, wortkarger Geselle mit dicker Haut, lichtscheuen Augen und einem brutalen, zweihändigem Hammer ausgestattet, der weniger zum Nägel treiben, als zum Schädel zermalmen gedacht war und in eine Rüstung gepfercht, aus der er kaum heraussah, die in ihrer Panzerung sogar eine Ritterrüstung übertraf und für ungeschickte Zwerge gefertigt war.
Beste Arbeit aus den feinsten Zwergenschmieden!
Er hatte vorwiegend zwei Arten sich zu äußern- nämlich Murren.
Ein Brummen, und ein Knurren- nur Vertraute konnten das auseinander halten.
Alton war Priester des Erbauers.
Und als solcher zuständig, erstens für den Erhalt von Zwergenkultur, und zweitens für den Ausbau derselbigen.
Durch Rerrid hatte er soeben seinen Stammbaum kennen gelernt.
Sein Edelstein war unermesslich wertvoll für jeden Bärtigen...
Davon würde er seinem Stamm berichten...
Steckten wahrhaftig so viele Schätze der Erde in diesem Vulkangestein.
Hier könnte sich sein Schlag ansiedeln, und müsste sich nicht ständig mit Kreaturen aus dem Unterreich herumschlagen.
Er würde das überprüfen.
Alton murrte und strich sich den Bart.

Tharel transportierte in Bruchteilen die vier nach Bet Regor.

Die Gönner schrieben voneinander ihre neidigsten Zauber ab.
Yossarian, der gerne kommunizierte und gerne lachte, hatte statt einer Schlaftablette nun eine wortlose Festung an seiner Seite.
Das drückte die Stimmung.
Trotzdem sollten sie die Habe des Hexers loswerden und dazu noch einen Stab der leichten Genesung auftreiben.
Die Identifizierung eines Medaillons ergab, dass sie es noch behalten sollten.
Es war ein Medaillon der Kontaktaufnahme.
Davon musste es mehrere geben.

Das gesamte Unterfangen dauerte zwei winterliche Nächte und einen milden Tag.
Die Abende verbrachten sie bei gutem Wein, Bier und gastfreundlicher Unterhaltung des Wirtes.
Die warme Mahlzeit tat wohl.

Am dritten, klirrendkalten Abend beförderte sie nun Lith in die Krypta.

„Vorfahren meiner?“

„Nein. Schlächter eures Volkes.“

„Die Schlächter, genannt Schicksalsschläfer, haben mit ihrem Erscheinen die einst ansässige Zwergensippe ausgelöscht. Sie leben im Inneren Bereich...“


Alton murrte.
Lith und Tharel wussten einen Zwerg zu beflügeln.

„Kommt, ihr müsst gesegnet werden.“

Yossarian hatte nicht darauf vergessen.
Alle wiederholten das Ritual.
Die Haltbarkeit hatte Gouquog vor ihrem Tod nie genau angegeben.
 
D´Grans Reich war gesäubert.
Die willenlosen Gespenster Heunars und Tippeshs schlummerten nun auf ewig.

Tharel hatte sich mit den Gedanken, ständig von Hedrack ausgespäht zu werden, inzwischen abgefunden.
Im Moment hatte er es allerdings schwer.
Lith schützte sie alle vor leichter Auffindbarkeit.
Aber trotzdem, die Helden hatten Respekt, sogar Ehrfurcht vor der Ungewissheit.
Sonst wäre noch an diesem Tag zum zweiten Aufmarsch geblasen worden.
Was lauerte hinter diesem massivem Gestein, diesen unfreundlichen Toren?

...

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Titel: Kampf den Blitztürmen II
Beitrag von: Nagakeng am 01. Februar 2006, 12:04:51
Das Geheimnis der Türme


Entschlossenen Schrittes gingen sie auf das anvisierte rot schimmernde Tor zu.
Die Nacht hatte sie mit schönen Visionen verwöhnt.
Womöglich betete Pidel für sie?

Ein klarer kalter Wintermorgen.
Es summte.

Der Kern der Gruppe pustete angestrengt.
Wollten oder dürften sie es nicht lassen?

Tharel und Lith ergänzten ihre Spiegelbilder.
Im Wasser zu ihren Seiten trieben noch die Leichen des ersten Empfangs.
Die Brücke war freigeräumt.

Zu ihren Seiten bildeten sich zwei Flanken.
Einzeln und in größerem Abstand kamen sie heruntergebrummt, um Flächenangriffen aus dem Weg zu gehen.
Wie auf Stieren sitzend stachelten die Reiter ihre Insekten an.
Das Summen wurde lauter und lauter.

„Wir möchten lediglich dieses Tor passieren. Vermeiden wir doch ein unnötiges Gemetzel, was nur möglich ist, wenn ihr abdreht.“

Übertönte Yossarian das Geschwirr.
Keine Antwort.
Man hatte den Wachen wohl großen Ruhm und Reichtum versprochen- oder den Tod durch Hedrack persönlich.

Oben hatte auf jedem Turm ein arkaner Zauberwirker Stellung bezogen- ein Gesicht war Lith bekannt.
Sie erwarteten gespannt arkane Gesten unsererseits.

Die sechzehn Krieger auf den Spinnenfressern taten den ersten Schritt und stürzten sich von schräg oben herab auf die ebenfalls, scheinbar, sechzehn Abenteurer.

Die Duplikate pufferten ungemein.
Yossarian schwang sein Elfenschwert rundum, aber auch Alton schlug die Schädel der Bestien fachgerecht zu Brei.
Xaod der Schlächter wäre neidisch gewesen, wie jeder Metzger, auf die Symphonie der Vernichtung des Bösen.

Liths und Tharels Flächenattacken versuchten die beiden zu bannen, der eine fingerverrenkend, der andere singend.
Meist vergebens.
Der neue war ein Zauberprescher, ein Magiesinger.

Tharel Kegel der Kälte entpuppte sich als wahre Wunderwaffe, die sich im Rücken der Helden konzentrierenden Feinde, erstarren zu lassen.
Lith nahm Kurs auf die Magiewirker.
Zwei Spinnenfresser nahmen die Verfolgung auf, während die beiden Nahkämpfer weiter die Truppen an sich banden.
Tharel zauberte seine Sphäre des Windes herbei und schleuderte die Soldaten umher, die entweder unsanft auf der Brücke aufklatschten oder, unfähig zu schwimmen, ertranken.

Nun stülpten sich die Scharen wie eine Kuppel über die drei am Boden.
Yossarians schwebendes Schild ließ sie schier verzweifeln, doch der ein oder andere Kratzer wahr unvermeidbar.
Und auch Alton war gepanzert wie eine Schildkröte, die ihren Hals eingezogen hatte.

Lith hängte die Verfolger unsichtbar ab, die sich wieder ins Getümmel warfen, und erreichte den geländerlosen Balkon.

„Dein Ende werde ich kurz gestalten“

und deutete auf den Verlierer des letzten Duells, während er den Zaubersinger in eine widerstandsfähige Kugel Emmuks, einem Slennischen Verbannten und begnadeten Alchemisten, sperrte.

Die Wogen des Stalagossees färbten sich tiefrot, von den auf der Brüstung sitzenden Spinnentilgern.
Dem schwachgerüsteten Tharel blieb keine Wahl.
Er musste ein Feuerkügelchen in seinen Händen detonieren lassen.
Das Feuer verschlang das Kampfgetümmel.
Doch dann standen nur noch drei.
Allein Alton hatte die zehrende Macht der Hitze gespürt.

Der Eingesperrte vermochte es die Sphäre abzuschütteln.
Sein Begleiter versuchte Liths Flugkunst zu bannen, um sich für letztens zu rächen.
Doch weit gefehlt.
Alton hatte gegengezaubert.

Lith suchte die Gerade und jagte seinen Blitz hindurch.
Diese Bastarde würde er schmoren.
Eine Sphäre der Unverwundbarkeit schützte den Zaubersänger; der Blitz wurde für eine kurze Strecke unterdrückt, doch traf den gelockten, einstigen Herausforderer mit doppelter Wucht, und brach kohlrabenschwarz keuchend zusammen.

Der Sänger entschied sich für Flucht.
Tharel schwebte plötzlich an Liths Seite.
Er nickte.
Sie umkreisten geschwind den Turm.
Eine Energiewand aus Liths Arm versperrte dem Schuft den Zugang.
Tharel bannte die Unverwundbarkeit.
Er war gestellt.

„Wir unterbreiten dir ein Angebot. Leg deine Ausrüstung nieder und betritt nie wieder diesen Krater. Doch davor redest du aus freien Stücken über das, was hinter diesem Tor liegt!“  
 
Tharel hatte eingelenkt.

„Ihr habt den Ruf immer wieder zu kommen. Ihr sucht jeden heim, bis an sein Ende, jawohl! Und außerdem... Hierfür lebe ich!!!“

Sein Abtrittsgesuch sang er.
Aus seinen Armen schoss je ein Feuerstrahl auf Lith und Tharel.
Zwei schossen ihnen entgegen, die sich gegenseitig in einem Knall neutralisierten.
Lith hatte nur auf eine falsche Bewegung gewartet.

Mit den eigenen Waffen, drei glimmenden Strahlen, verbrannte Tharel des Brandobianers Fleisch, der durch die Wucht an die Wand gepresst wurde.
Der Gar... aus.
Die Schlacht geschlagen...

„Vernarrter Diener. Ich glaube, die Priester Tharizduns züchten sich diese hirnlosen Automaten. Verwirrter Narr.“

Meinte Tharel trocken.

„Einer weniger...“

Ergänzte Lith.
Die beiden Magier hatten gut zusammengearbeitet.
Mehr als Gönner?
Nein...

Yossarian und Alton hielten die Augen offen, und leerten die Taschen der Soldaten.
Heute blieb eine schädliche Wirkung der Dosis Spinnenfressergift aus.

Die Magier staubten Fläschchen, Rollen, Stäbe der Zauberer ab, aber auch zwei weitere Kontaktmedaillons.
Damit konnte man sich untereinander warnen, und wetten, Hedrack besaß auch eines.

Lith brach die Wand ab, und gemeinsam durchforstete man den Turm.
Innen war er gleich dem anderen.
In der Suppe schwammen ein gelähmter, wenn nicht gar toter Ork, ein monströser Skorpion und eine Spinne.
Das Stockwerk darüber war ungefähr vierzig Fuß hoch.
Das war das Gemach des arkanen Führers.
Im Zentrum erstreckte sich eine Säule aus purer Energie, wabbernd und flackernd vom Boden bis zur Decke.
Die blau-violette Macht schien Elektrizität zu sein.
Darin eine Hand voll Gestalten, augenscheinlich bestehend aus Energie, die sich von unsagbarem Leid geplagt wanden.

Sie bewegten sich auf die vermeintlichen Befreier zu, als die beiden sich näherten.
Was geschah, wenn man die Energie berührte?
War dies der Antrieb der Blitztürme?
Was geschah, wenn man die Säulen neutralisierte?
Tharel und Lith waren neugierig geworden.
Ihre Finger reckten sich in Gedanken nach der Säule...

Nicht heute.

Ungeschützt die Säule... riskant.
Sie ignorierten anschließend die Wesen und durchsuchten den Riesenpolster des Zaubersängers, die geschmückte Truhe und sackten ein Kristalltablett und eine Karaffe ein.

Eine Eisentür führte zum in der Spitze befindlichen Ausguck.
Der Turm bescherte besondere Adleraugen.
Und sicherlich konnte man auch in der Nacht von hier gut sehen, wobei Unsichtbares keine Chance zu entkommen hatte.
Die Weggefährten waren wenigstens fleißig.
Nicht, dasd sie vor lauter Eifer noch die Felswand erklommen.

„Ist es nicht merkwürdig? Man lässt uns hier in aller Seelenruhe den Turm durchforsten und dem Abschaum die meisterlichen Gegenstände entledigen. Habt ihr denn keine Bedenken? Der Äußere Bereich schläft nie. Dahinter steckt doch gewiss ein Plan... Oder sie haben Angst, dass wir mit Leichtigkeit  die restlichen Turmbesatzungen ausradieren und sie dann faktisch nackt sind. Na, was meint ihr?“

Yossarian sah verschmilzt zu Alton.
Murren.
Yossarians Mundwinkel sanken nach unten.
Er gab es auf.

Das Zauberrepertoire war erschöpft.
Solange noch Platz im Nimmervollen Beutel war, stückten sie mit Bastardschwertern und meisterhaften Gegenständen auf.
Dann ab unter den Unterstand auf der Mitte der Brücke, der wohl als Zeichen für den Pfeiler im Seegrund diente und Tharel teleportierte den Heldenschwung nach Bet Regor.

„Wie die ängstlichen Mäuse werden sie sich an den Unterstand heranschleichen, um dann erleichtert festzustellen, dass diese vermaledeiten Typen nicht mehr da sind.“

Yossarian lachte.
Der Rest schmunzelte, beziehungsweise murrte.
Heute durften sie mit sich zufrieden sein.
Auch Tharel...

Doch bald realisierten sie...

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Titel: Zwischenspiel vor dem roten Tor
Beitrag von: Nagakeng am 06. Februar 2006, 09:12:30
Mängel


(61)
... die verzwickte Lage.
Alle Turmbesatzungen auszuradieren wäre wohl gelungen.
In Anbetracht von Y´Deys Worten konnten sie sich damit allerdings nicht ewig abgeben.
Was ließ sich da machen, um hinter das massige Tor zu gelangen?
Schlechtes Wetter könnte nutzen.
Oder ein Ablenkungsmanöver.
Während Handel getrieben wurde, tarierten sie ein Vorgehen aus.

Mit barer Münze – die Medaillons brachten zusammen mehr ein- bekam Alton einen Stab der Mittleren Heilkraft und das ein oder andere Band der Nahrungsabstinenz ging sich auch noch aus.
Auch Diamantenstaub für Liths Steinhautzauber musste beschafft werden.
Tharel besorgte den Zauber Mächtige Magische Waffe auf einer Rolle.
Die Bibliothek der Großstadt mit ihren allerlei geheimen Archiven offenbarte die Natur der gequälten Gestalten.
Es waren Schocker.
So verging auch dieser Zenith wie im Fluge... während sich die Metropole über den Monat langsam aber stetig in den Vorkriegszustand versetzte...

Das Wetter über dem erloschenen Vulkan war zu mild und klar.
Schneetreiben musste her.
Solange quartierten sie sich in den eingerichteten Kraterhöhlen ein.
Tharel übertrug den gekauften Zauber in sein echtes Buch, während die übrigen drei einen Rundgang unternahmen.
Wie wunderbar still es hier war.
Außer den Geräuschen der Tiere der Dunkelheit.

Alton betrat heiligen Boden Hildals.
Der Steingolem erhob sich und verneigte sich.
Eine einprogrammierte Geste.
Er fühlte sich von der Baukunst seiner Vorfahren angetan.
Alton murrte.
Verwüstungen übersah er.
Fleißige, ausdauernde Muskeln würden alles wieder aufbauen...

Der Schneesturm am folgenden Tag kam wie gerufen.
Die Flocken schienen kaum mehr von oben, sondern vielmehr von der Seite zu kommen.
Die Sicht auf wenige Fuß beschränkt.
Das ideale Wetter.

Sie durchquerten Tharels Dimensionstür und standen, gut in warme Felle gepackt, vor dem rot schimmerndem Tor.
Schlagartig erhoben sich fünf unbeseitigte, wundüberzogene Spinnenfresser, deren Fleisch schlapp vom Chitinskelett hing.
Schwarze Edelsteinchen flammten in unzähligen, ausgeschabten Augenhöhlen auf.
Yossarian und Alton bezogen vor den leicht gepanzerten Magiern Position.
Alton streckte den Zombies Hildals Brosche entgegen.
Zwei wendeten sich entsetzt ab und flogen unbeholfen davon, während Yossarian mit der Hofsklinge durchs Fleisch glitt.
Lith und Tharel sparten sich ihr Können auf, während Altons Hammer trotz der Wuchtreduzierung den Schädel des untoten Insekts zermalmte.
Berechenbar  kehrten die willenlosen Automaten zurück, und erfuhren eine Salve der vernichtenden Waffen.

Vor dem Tor leuchtete durch den Schneematsch am Boden schwarze, unheilige Schrift.

Jeder Auftritt wird Leben kosten
Tretet näher
Damit Urgewaltiges Leid verrichtet wird
Zu präsentieren die Macht des Tempels des Apokalyptischen Untergangs
Zu Ehren des Älteren Elementaren Auges
Und Tharizduns

Naquent


Geschockt sah Yossarian auf.
Die Kultisten wollten die Bevölkerung quälen für seine... für ihre Handlungen.
Nur Abschaum war imstande, sich solche Grausamkeit auszudenken.

„Leid wird  über Paru Bor kommen, so oder so. An uns ist es, das Schlimmste zu verhindern!“

Der Schimmernde hatte klare Richtlinien.
Abzulassen war keine Lösung.
Das Gute durfte sich niemals erpressen lassen!

„Hat von euch schon jemals einer was vom Tempel des Apokalyptischen Untergangs gehört?“

Grübelte Tharel.

„Purer Fanatismus. Weiter nichts.“

Entgegnete Lith.

...

„Wollen wir es bei Hildal  hoffen.“

Hatte Alton die Festung gerade wirklich gesprochen?
Ja, in der Tat.
Freude kam dadurch nicht auf.
Es war eher bedenklich...

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Titel: Schneidezähne
Beitrag von: Nagakeng am 08. Februar 2006, 14:31:49
Roter Schlund


Lith übernahm die unliebsame Aufgabe, das Tor über den Feuerschlüssel zu öffnen.
Die Teile verschmolzen zu einem flachen Rombus.
Er berührte damit das goldumrandete Gegenstück.

„Ahhhh, dieser Schmerz!!!“

„Was ist mit dir, Lith!?!“

Der Schattenelf ging in die Knie.

...

Doch raffte er sich nach einem Moment, der völligen Stille, wieder auf.

„Mein Herz, es stach soeben wie vom Opferdolch durchbohrt...“

Der Kommandant hatte eine Glyphe der Abwehr und des Schlagartigen Todes hinterlassen.
Liths Herz war lediglich einen Moment stehen geblieben.
Ein wahres Wunder!
Oder Schicksal?
Für den Schicksalsweber hieß es Schicksal.

Nichtsdestotrotz sank das massive Tor beinahe geräuschlos ins Gestein.
Endlich betrat man den Äußeren Bereich.
Jedoch ließ die Höhle dahinter die Helden vor allem erschaudern...

Ein flackernder roter Schein erhellte die riesige, aufgeheizte Halle.
Alle Oberflächen bestehen aus rötlichem Marmor, überzogen mit schwarzen Flecken und Streifen.
Entlang der Wände standen Altäre, von oben gesehen diamantförmig, mit je einem Loch obenauf, von dem aus permanent ein großer Feuerkegel rauschend emporzüngelt.
Die Altäre waren flankiert von Statuen nackter menschlicher Frauen aus schwarzem Gestein.
Die Köpfe jedoch ersetzt mit schwarzen Dreiecken und dem umgedrehten gelben Ypsilon.
Eine runde -  Ausmaße betrugen drei Fuß Tiefe und fünfzig Fuß Durchmesser - Grube nahm die Mitte ein.
Im Mittelpunkt türmte sich ein Schatzberg aus Kupfer-, Silber-, und Goldmünzen auf.
Ohne Spitze.
Eine Vertiefung.
Wie ein Nest.

Altons und Tharels Augen stierten gierig auf die Dublonen.
Schweiß tropfte ihnen von der Stirn.
Aber der rann allen zwischen der Gänsehaut hindurch.

„Wo ist der Besitzer dieses Haufens? Seid vorsichtig und haltet die Augen offen!“

Befahl der Paladin.

Dieses Geld würde die Herrscherinnen Tharggys entmachten.
In Tharels Fantasie nahm er bereits ein Münzbad und legte Münzen für den Fährmann auf deren Augen.

Grrrrhhh...
Das Tor schloss sich.
Gefangen.

Leise und langsam wagten die Helden sich vor.
Hier hauste doch bestimmt ein...

„Achtung!!!“

Aus den hinteren Reihen.
Gelbliche fletschende Zähne!
Ein plötzlich erschienener, riesiger – eigentlich wasserlebender- Dinosaurier mit feuerroten Augen, ein dämonischer Elasmosaurus (http://www.geocities.com/sea_saur/elasmosaurus.jpg), biss nach Lith, doch wich im letzten Moment zurück.
 
Versuchte es nochmals und wich aus.

„Ha, er kommt nicht durch den Schutzkreis. Eine beschworene Kreatur einer Falle.“

Freute sich Alton nüchtern.
Der Gemeinschaft fiel ein Stein vom Herzen.
Und noch eine Attacke die ins Leere ging...

Was ist das?
Dieser Feuerkegel verbirgt eine unsichtbare Silhouette!
Der riesige Kopf eines Reptils der Mythologie schiebt sich durch den Flammenkegel.

...

„Deckung!“


Schreien die Zauberer wie aus einem Rohr geschossen.
Er sticht mit einem gewaltigen Satz von der Wand los, breitet die riesigen Schwingen aus, segelt, sperrt das Maul weit auf, und aus seiner Kehle schießt der Feuerodem mit einem Raunen über die Gruppe hinweg, dass ein Eisberg geschmolzen wäre.
Sie springen zu allen Seiten und verlieren ihn für einen Moment aus den Augen.
Die Orientierung ist dahin.

Wo ist er?
Wo ist er verdammt noch mal!?!
Es bläst von oben ein starker Wind!
Ruckartig heben sie die Häupter.
Da hovert ein angriffslustiger Junger Erwachsener Roter Drache  (http://www.wizards.com/dnd/images/draco_gallery/75558.jpg)über ihnen!!!

Die Anwesenheit des Paladins mildert die aufkommende Furcht, der zum Mute ein verschmitztes Grinsen aufsetzt, obwohl er am meisten verkohlt ist.
Russ, verbrannte Haut rieselt.

Lith reagiert zuerst und vereitelt eine Maul-, Klauen-, Schwanz- und Flügelserie von oben auf den Aufmüpfling.
Sie prasselt gegen eine Wand der Macht, die wie eine Decke gerade noch rechtzeitig, direkt über ihren Köpfen erschaffen wird.
Das Ungetüm setzt sich auf die unsichtbare Plattform, die seine feinsten Sinnesorgane wohl wahrnehmen, und stiert hinab.

Den Schock noch in den Gliedern, sammeln sie Kraft und Motivation und bereiten den Gegenschlag vor.
Zauber werden hastig gewirkt, während der Elasmosaurus seinem Geruchssinn folgend seinen langen Hals unter die Platte bewegt und immer wieder vergebens nach Beute schlingt.

„Wie lange wollen wir das Spielchen noch treiben?“

In der ehrwürdigen Drachensprache verlangt das Biest nach Konfrontation und schreitet wie ein hungriger Löwe hin und her, das Haupt stets gesenkt.

„Einen Moment noch. Du kannst deinen Tod wohl kaum erwarten!?!“

Mit einem hastigen Blick und einem Grinsen rächt sich Yossarian, während die übrigen arkane Gesten und Worte formen.
Das Biest springt zum Ende der Platte, sein gewaltiger Hals windet sich nach unten.
Der Kiefer klappt herab und eine Feuersbrunst ergießt sich unter der Energiebarriere und hüllt die Gemeinschaft in verzehrende Flammen.
Die Wirkung kommt nicht im Geringsten an den ersten Odem heran.
Unterstützungsmagie!
Und noch mehr Schutzmagie!

!!! Jetzt !!!

Yossarian mit Steinhaut und Alton unter Göttlicher und Gerechter Macht schwärmen flugfähig mit Shasserils Band aus, während die Kauer des Elasmosaurus wieder im Leeren aufeinanderschlagen.
Der Drache lässt sich locken und zischt an den beiden vorbei, wobei er sich an Altons Zweihandhammer beinahe die Zähne ausbeißt.
Alton hatte bei dessen Verzauberung in echter Zwergenmanier volle Qualitätsarbeit geleistet!
Die Magier lucken hervor und attackieren mit Blitz und Kältekegel.
Die zauberfeste Schuppenpanzerung des Roten gibt nach.
Drachen hassen Frostbeulen!
Yossarian pfeift hinterher sticht gekonnt mit der Hofsklinge zu und pfeift zurück, während er dem Drachen keine Chance lässt zu reagieren.
Doch die harten Schuppen verhindern Schlimmes.
Alton durchbricht seinen eigenen Schutzkreis und fährt blutig auf den Schädel des Dinos herab, welcher von unten versucht ihn zu verschlingen.
Doch der Kleriker Hildals schwebt zu dicht unter der rußigen Decke.

Der Kampflärm ist unerträglich.
Er gleicht den Sagen auf den Schauplätzen der ruhmreichsten Kriege des Imperators.

Das Biest fliegt einen engen Bogen und überzieht mit einem Urbrüllen, das den Schatz beben lässt und den gesamten Äußeren Bereich gewarnt haben muss, einen Teil der Gruppe mit einem weiteren gewaltigen Feuerkegel.
Er nimmt keine Rücksicht auf seinen entfernten nur leicht feuerresistenten Verwandten, um auch Alton zu betreffen.
Diesmal reckt man aber mutig die Brust entgegen.

Hingegen das dämonische Ungetüm der urzeitlichen Tiefen wendet sich ab und fährt mit dem langen Hals nach dem saftigen Tharel Troll, der sich auf die Wand der Macht gewagt hat und mit seinen Energiegeschossen am Magieschild des Drachen scheitert, während Lith aus seinem Nimmervollen Beutel eine Litanei an kurzen Schwertern hervorzieht.
Von der Seite saust erneut Yossarian herbei und sticht dem Drachen in die schuppige Flanke.
Und diesmal erfolgreich!
Schnell baut Yossarian wieder Distanz auf.

Das rote Biest blutet aus einigen, auch schweren Wunden...
Doch wer den längeren Atem haben wird, steht noch in den Sternen...
Zweifel.

Er landet bei Tharel und zerfleischt dem kreischenden glatzköpfigem Troll in roten Roben die rechte Schulter.
Zur selben Zeit fliegt der große Alton auf den Rücken des Wassersauriers herunter und bricht ihm wuchtig die Wirbelsäule.
Dumpf schlägt sein langer Kopf auf die Barriere... und er verschwindet, als ob niemals in der Gegenwart gewesen.

Lith ist bereit.
Die Schwerter hat er auf die Plattform gelegt und wartet auf den rechten Augenblick.
Als Tharel sich geschockt in einen anliegenden Gang dimensioniert schnellen die telekinetischen Objekte auf den Drachen zu, doch schrammen allesamt nur vorbei.
Die Magie der Barriere endet.
Lith steht ungeschützt mit dem Rücken zum Tor.

Stürzt euch auf ihn, sein Lebenslicht dämmert nur mehr!

Heldenmutig schwingen sich Yossarian und Alton nun in die Offensive.
Sie setzen alles auf eine Karte...

Doch die robuste Haut will kaum nachgeben.
Des Drachen Vielfachangriffe setzen Yossarian trotz der steinernen Hülle immer mehr zu.
Alton, obwohl selbst in diesem Zustand eine wahre Kampfmaschine, entscheidet sich für die Versorgung des Paladins.
Er kommt kaum hinterher, Yosses Wunden zu versorgen.
Ein Blitzball aus Tharels Ärmel hilft noch einmal kräftig nach.
Lith, dessen Feuerschutz sich dem Ende zugeneigt hat, geht auf Abstand, während die Hofsklinge weiter wirbelt.
Das Biest blutet aus allen Wunden und prustet bereits schwer, wie auch seine Kontrahenten.

Da plötzlich bricht er ab, verschwindet vor den Augen der Kämpfernaturen, und zischt die weiten Flügel ausbreitend in einen Gang, und um eine Kurve.

Auf Riesisch ist seine angeschlagene Stimme aus zornigem Rachen zu hören.

„Werft euch ins Gefecht ihr erbärmlichen Riesen!“

Hätte Tharel nicht schon die Ogervisagen gesehen, wären sie wohl auf und davon.
Doch mit diesen Riesen nahm man es auch noch bewusstlos und sterbend auf.
Hah!

Die bekannten schwarzen Ritterrüstungen mit gelbem Emblem stürmten johlend heran aus einem Gang, dessen schwarze Oberfläche von seltsamen lila Adern durchzogen war.
Ein Spinnennetz Liths bremste ihre Fahrt.
Es fing jedoch schnell Feuer durch die eingelassenen, schwarzlackierten und dauerhaften Eisenfackeln im Gestein.
Ein Säureball tränkte das Fell der Riesen und fraß sich ins Fleisch und durch das Netz.
Viele verkrafteten den Schmerz nicht und kippten tot um.
Yossarian sprang zweimal vor und zurück, beide Male fällte er einen.
Die Übrigen kämpften sich durch die klebrigen Fäden.
Alton erhitzte die Metallrüstungen, wobei Fell stinkend verdampfte.
Das halbe Dutzend griff parallel nach ihren Gürteln, um einen Heiltrank zum Mund zu führen.
Manch einer nippte nicht einmal mehr daran.
Das Netz war durchgeätzt.
Tharel und Alton wanden sich dem Schatz zu und scheffelten so viele Münzen wie möglich in den Nimmervollen Beutel, während Lith und Yoss sich die letzten beiden Überlebenden vorknöpften.
Immer wieder der sichernde Blick zu den Gängen.
Lange würde man nicht alleine sein.
Der Drache war noch ganz in der Nähe...

Ein Luftzug kam aus dem Gang.
Flügelschlagen.
Den Beutel zugeschnürt und zusammengekommen.
Der Rote sprang quer an die Wand, hangelte sich in die Fackelvertriefungen krallend entlang und sprang heran, das Maul sperrangelweit aufreißend.
Tharels Stimme wurde laut.

„Teregasonaree longitudinem quarte!!!“
 
Man hatte gerade noch den lavaartigen Punkt die Kehle herauftreten sehen, da starrte man auf das rote schimmernde Tor.
Von außen.

Lith übernahm gönnerisch die Kurzreise in die Kapelle des Wahren nach Bah.
Gefahr gebannt.
Puh...

Derim, der fleißig schrubbte, wunderte sich nicht mehr.
Wie oft hatte er sich schon erschreckt.
Langsam gewöhnte er sich an den plötzlichen Besuch.

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Titel: Charaktere in Beziehung
Beitrag von: Nagakeng am 13. Februar 2006, 11:01:28
Konflikt mit der Kantorin


Die Erholung von der Strapaze konnte warten, zuerst sollte Y´Dey von dem glücklichen Ereignis berichtet werden.

...

„Dem Wahren Danksagung,, ihr habt es gut überstanden! Das lässt hoffen!“

„Wir müssen eure Vorfreude leider trüben. Ein Schriftzug, der nur an uns gerichtet sein konnte, drohte mit dem Quälen Unschuldiger.“


Meinte Yossarian.
Alton murrte.

„Niemand ist unschuldig. Jeder trägt Sünde in sich.“

Widersprach mal wieder Lith.
Tharel nickte zustimmend.
Der Schattenelf war genau das richtige Sprachrohr für diese Erkenntnis.

„Dem widerspreche ich. Der wahrhaft Gläubige ist  ohne Sünde, denn er handelt auch nach den Richtlinien seiner göttlichen Obrigkeit. Erspart mir relative Ansichten.“

„Behauptet ihr ohne Sünde zu sein? Oder Terjon?“

Tharel vergaß im Freudentaumel, wo er sich gerade aufhielt.

„Benehmt euch, ansonst werdet ihr dieses Gotteshaus sogleich verlassen!“

Y´Dey war etwas aufgebracht.
Wohl nicht der Inhalt, sondern vielmehr die unhöfliche Art und Weise, wie sie sich hervortaten, machte sich etwas ungehalten.

Als Tharel antworten wollte, durchkreuzte ein...

Halt!!!

... seinen Gedankengang.
Yossarian erinnerte ihn über Shasserils Band an Demut.

„Entschuldigt, so war es nicht gemeint. Die Freude hat mich gepackt.“

Tharel schmeichelte.
Y´Dey war eine Verbündete und der wichtigste Draht zu Bah.
Doch wenn man es sich auf spiritueller Ebene mit ihr verscherzte, verscherzte man es sich insgesamt.

„Unser Bund steht auf anderen Pfeilern. So sprechen wir doch über die willkürlich Betroffenen.“

Kam sie aufs Thema zurück.

„Ein Grund mehr um dem geheimnisvollen Treiben des scheußlichen Kultes ein Ende zu setzen. Wir können uns nicht erpressen lassen. Fahrt fort und ich kümmere mich um die Dorfsicherheit. Einige Worte mit Burne werden das angemessene Verhalten klären.“

Und rundete ab...

„Neuigkeiten jeder Art werde ich euch als bald wissen lassen.“

Sie wollten gehen.

„Ach, bevor ich es vergesse, Phife ließ euch zum Abschied grüßen. Er und sein frischer Gefährte, ein Schreckensvielfrass, zogen zu einem Treffen seines Druidenzirkels in den östlichen Reischgartwäldern.
Phife wird voraussichtlich als Gesandter des Friedensstifters den Verhandlungen mit Kalamar... mögen sie zustande kommen! ... beiwohnen.“


„Interessant... Was hat er denn in letzter Zeit hier noch vollbracht?“

„Er ist mit Kella, einer gut gesinnten Druidin des Ostens durch die Knorrwälder gestreift, um den Geburtsort Wabamels aufzusuchen. Fragt mich nicht, was er dort tat. Ein Geheimnis, dass er für sich behielt... Da fällt mir auf, Kella ist seit langem nicht mehr hier gewesen, auch um ihres Zustands werde ich mich erkundigen.“

Das bedeutete Ausspähung.

Es war schon gegen Abend.
Tharel , der schon einmal in Burnes Bibliothek zwecks Zauberrollen stöbern durfte, erbat sich Einblick in dessen Drachenbände.
Sie waren jedoch eher allgemein gehalten oder lieferten nur, was er schon wusste.
Chromatisch, metallisch, kristallin waren die Grundtypen.
Was wäre ein Gold oder Silberdrache als Gefährte doch wert!?!
Der Rote Magier wünschte sich einen unter seine Kontrolle...

Währenddessen war es Spätabend geworden und die Gemeinschaft hatte sich im ´Wilden Weibe` einquartiert.
Während Alton und Yossarian für die Sühne der Übeltäter betteten, stieg in den Zauberer die Spannung, wie sie die Drohung wohl treffen würde.
Eine Konfrontation hier im Dorf, die Menschen alle sicher in ihren Häusern verkrochen, würde ihnen einiges an Aufwand ersparen...

 
Bardengesang und Traueroden

„Sir, ihr Gesicht kenne ich doch. Sind sie nicht derjenige, der mit Lith Vevisalakale aus Bet Regor loszog?“

„Doch der bin ich.“

„Äh, könnten sie mir verraten, wo er sich gerade aufhält. Sie dürfen auch wieder über meine Kunst scherzen.“

„Nein, ich trauere lieber darüber.“

„Hahaahaaa! Wissen sie, ich erzähle besser als ich singe, aber Singen ist einfach meine Leidenschaft.“

„Betonung  auf Leid, mein geschätzter Virtuose unter Spirituosen.“

„Ja, genau. Hahaahaaa!“

„Nun, er sitzt dort hinten.“

„Danke... Wo?“


Tharel war gerade von Reditithoor Halbmond angequatscht worden und er hatte ihn wie damals in der Metropole veräppelt.
Die etwas lächerliche Frohnatur ließ sich allerdings nicht davon beleidigen.

Lith saß wie immer im dunkelsten Eck und mied das Licht.
Seine Haut ließ ihn auch beinahe mit dem Schatten verschmelzen.

„Und haben sie etwas herausgefu...“

„Ich bin dabei.“


Unterbrach er den Gastspieler des ´Wilden Weibes`.
Zog aus seinem Lederbeutelchen einige Goldmünzen und schob sie ihm hin.

„Ich gebe euch euer Geld zurück. Ich habe genug davon und ihr braucht es nötiger als ich. Kauft euch ein Instrument davon zum Üben. Seht es als Spende.“

Lith mochte mit niemandem im Schuldverhältnis stehen.
Unabhängigkeit bedeutete Freiheit.
Nur, wenn man sich davon etwas Großes versprechen konnte, wurde Freiheit auch einmal hinten vor gestellt...

Der Hahn krähte auf dem dampfenden Misthaufen inmitten des Schnees zur Morgenstund.
Die Nacht war still vorübergezogen.
Ungewissheit plagte vor allem zwei Gemüter.
Zwei Geistliche, die aber mehr mit den Beinen im Leben standen, als ihre abgehobene Vernunftdenker Kameraden.
Wenn nicht hier massakriert worden war, wo dann?

Tristan aus dem Brückenturm konnte im mysteriösen Fall, keine Verbindungen knüpfen.

Also wurde der betroffene Bauer nochmals aufgesucht.
Die Stalllöcher waren notdürftig von innen vernagelt worden.
Der Farmer fütterte die Tiere und ließ sie nach Spuren suchen.
Yossarian entdeckte im Boden einen gefrorenen Hufstapfen eines Wildschweins.
Die Fahrer im Mauerwerk führte der steinkundige Alton auf die Hauer eines Ebers zurück.
Trotzdem blieb der Vorfall schleierhaft...

Yether der Hilfreiche (http://www.ogmiosproject.org/pics/mage.jpg) hatte einen leeren Blick.
Er sah durch die Menschen hindurch.
Was war aus diesem einst so hoffnungspredigenden Gottesmann geworden?

Das Massaker hatte ihn geprägt.
Heute würde er sich eher als Yether den Hilflosen oder Yether den Ohnmächtigen bezeichnen...
Es fragt sich, wie lange sein Spender ihn noch unterstützen wird.
Oder würde genau daraus eine neue unbändige Kraft entstehen?

Die Frage machte ihn niedergeschlagener als er bereits war.

„Seltsame Geschehnisse? Das ich nicht lache. Wollt ihr mich kränken? Das ist euch gelungen...“

„Oh, nein. Entschuldigt...“

„Zieht von dannen, ich kann euch nicht helfen...“

...


Zuwachs


Cryn war orientierungslos.
Seine angeblichen Freunde, mit denen er gezogen war, wollten sich zur Armee Kalamars durch die verschneite Landschaft kämpfen, und dort als Söldner anheuern.
Versprachen sich als mächtige Mannen viel Gold und Ruhm.
Egal ob dabei nur wirtschaftliche Interessen des Imperators dahinter standen.
Und anscheinend berührte sie es nicht, dass dabei auch Unschuldige, Vater und Söhne sterben müssten, die durch ihren Arm fielen.
Das hatte einen Keil zwischen ihn und seine Freunde getrieben...

Cryn hatte sich der Beseitigung von Außenseitern auf Tellene verschrieben und da konnte man sich nicht vom Kaiser Kalamars entdecken und zur Leibgarde machen lassen.
Außenseiter wollte er jagen, stellen und mit Pfeilhageln vernichten.
Dafür dürfte man nicht örtlich gebunden sein, und deshalb verehrte er den Reisenden.
Warum gerade Außenseiter, darüber plauderte er nie.
Es hing mit seinem frühen Leben zusammen und war so schmerzlich gewesen, dass er jede Erinnerung daran verdrängte...
Der Dejy liebte den Umgang mit diesem speziellen Bogen.
Diese Waffe fand man nicht oft auf Tellene, denn nur wenige vermochten sie zu spannen.
Ein Großbogen.
So orientierungslos er war, so glücklich traf in der Zufall, als er die Gaststätte Bahs betrat...

Am Eingang zur Gaststätte war er ihnen schon aufgefallen.
Nicht gerade ein Schönling, aber seine Ausrüstung deutete doch auf einen fähigen Krieger hin.

„Wohin des Weges. Rastet ihr hier und seid auf der Durchreise? Wirt, ein Ale für ihn und mich.“

Tharel, der gut im Ködern war, sponn sein rotes Tuch.

„Ein Mann eures Kalibers gehört in eine Gemeinschaft.“

„Ach, meint ihr? Wieso, wenn ich fragen darf.“

„Gestattet mir zuerst die Neugier. Welchem Stand zählt man euch zu?“

„Dem der Bogenschützen. Ich jage Wesen, nicht von dieser Ebene. Nun gestattet mir auf eine Antwort eurerseits zu hoffen“

„Seht an, seht an, ich lag doch richtig, mit meiner Vermutung, dass ihr euch einer ganz speziellen Beute verschrieben habt. Schön, und genau deshalb kam ich auf euch zu. Im nordöstlichen Gebirge liegt ein Berg ohne Kuppe. Ein geheimer Kult hat sich dort mit Dämonen verbündet, um Paru Bor und O´Par zu bedrohen, wie es der Imperator versucht. Ihr werde dort genug Jagdwild antreffen, mein Bester.“


Natürlich stimmte der Jungspund zu.
Und natürlich hatte Tharel nicht deshalb um ihn geworben.
Nein, der Drache war ein zu zäher Brocken und der Äußere Bereich würde nun umso vorsichtiger und unberechenbarer.
Ein weiterer im Bunde würde sicherlich nicht schaden.
So waren Tharel und die alten Kameraden sich in beidem gewiss...

In Vonidu spielten Kinder auf der verschneiten Strasse und bewarfen sich mit Bällen.

„Wo ist eigentlich Yosh?“

„Ich glaub der darf nicht raus.“


Ein Schneeball traf Tharel versehentlich an die rote Robe.
Die Knaben, Karli und Eugenis, machten große Augen, was jetzt passieren würde.
Tharel feuerte die Spatzenkanone, einen Kältestrahl, sehr schwache Magie, pfeilgerade in den Himmel.
Die Buben rannten vor Schreck in die angrenzende Gasse und versteckten sich hinter einem Fass...

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Titel: Sieg und Niederlage liegen oft nahe beieinander
Beitrag von: Nagakeng am 15. Februar 2006, 09:51:21
Tricks


Noch heute sollte der nächste Angriff erfolgen, bei mäßigem Wetter.
Also müsste der Berg ohne die Hilfe von wertvollerer Magie erreicht werden, was Fußmarsch und Schwimmen durch Untertageseen bedeutete.
Cryn erhielt die Segnung.
Über die Feuerbrücke, auf der man sich plusterte, gelangte man an das Feuertor.
Trotz halbwegs guter Sicht, schwirrten die Spinnenfresserregimenter nicht aus.

„Nehmt ihr diese Schatten  dort drüben war?“

Cryns scharfe Falkenaugen erspähten Bewegung auf der Nebenbrücke in die Kraterrandminen hinein.

„Hier spielt die Musik! Darum kümmern wir uns später.“

Die Konzentration stieg durch das Machtwort des Anführers schlagartig bei allen Beteiligten.

Diesmal berührte Yossarian auch das Tor.
Es sollte niemand zu schaden kommen, und so geschah es.
Es war keine Glyphe der Abwehr auf das Tor gelegt.
So glaubten sie...
Alton und Yossarian taten einen stämmigen Schritt vor.
Plötzlich verschwanden sie inmitten tausender rasiermesserscharfer Klingen.
Die steinerne Haut fing nur wenige Schnitte ab, denn beide waren völlig überrascht gewesen,
hatte man sich doch völlig auf den Chromatischen konzentriert.
 
Sie sprangen blutend zurück.
Shasserils Band erübrigte verbale Kommunikation.
Es war riskant, doch umsonst wollten sie nicht wie Marionetten angetanzt sein...

Zwei Dimensionstüren beförderten die Gruppe geteilt in die Ecken der marmorroten Halle.
Lith und seine Spiegelbilder nahmen Yossarian mit.
Tharel, Cryn und Alton wagten den Sprung gemeinsam.

Der Schatz war geschrumpft.
Die verschwundene Hälfte lag in einem der beiden Gänge, die Erstere einsehen konnten.
Der Drache hatte sich einen Zweitschlafplatz eingerichtet.
Er selbst in Lauerhaltung.

„Runter dort, wir holen die zweite Hälfte unseres Schatzes ab!!!“

Lith provozierte auf Drakonisch und versuchte prophylaktisch Magie auf dem Ungetüm zu bannen.
Doch erstaunlicherweise lag nichts dergleichen auf ihm.

Über Shasserils Telepatisches Band konnten sich die drei, die der Drache nicht sah, wohl aber wahrnahm, auf sein Erscheinen einstellen.

Der Drache trug einen Armreif, unter den er einige eingerollte Schriftstücke geklemmt hatte.
Davon zog er mit zwei angewinkelten Klauennägeln nun eine heraus, entrollte sie mit einer geschickten Bewegung und murmelte arkane Phrasen.
Mächtige Phrasen.
Und endete lautstark in der Sprache seiner Rasse:

„ Bera ante anti antera... Winzling, der sein Maul so weit aufreißt, weiß er gar nicht, wie sehnlichst Chymon die Diebe erwartet hat.“

Lith klappte der Unterkiefer beinahe hinab, als er erkannte was die Magie aufbaute...

Ein Antimagisches Feld!!!
Wir haben nur einen Versuch!!!


Lith wiederholte die lösende Magie des Bannes.
Doch es zeigte keine Wirkung.
Es konnte keine Wirkung zeigen.

Ratlosigkeit.
Ratlosigkeit.

Das Ungetüm katapultierte sich in den Raum, um seine Furchterregende Präsenz wirken zu lassen.

„Darf ich vorstellen!!!“

Die Stimme offenbarte erst jetzt:
Es war eine Sie.
Und ihre Aura hatte Alton erfasst.
Sie biss kräftig zu.
Alle Magie unterdrückt, ohne Steinhaut, gruben sich die langen Zähne tief in des Tiefenzwerg Arm, zur Deckung vorgehalten und entkleideten ihn seines Fleisches.

Ratlosigkeit wandelte sich in einen dominierenden Fluchtgedanken.
Cryn schoss zur Ablenkung noch zwei Pfeile mit einer Sehne und tappte rückwärts Richtung Klingenbarriere.
Alle hechteten teils fliegend durch die Messer, und alle trugen schwere Schnittwunden davon.
Zum Teil sogar lebensbedrohliche.
Alton, der den Rückzug deckte wurde das ersehnte Opfer.
Alton die Festung hatte einen plumpen Harken geschlagen.
Sie ließ sich nicht beirren, und schnappte hinterrücks ungehindert an seiner Achillesferse zu.
Dem Verbindungsstück am Hals...

...

Außerhalb wähnten sie sich in Sicherheit.
Doch weit gefehlt.
Die wirbelnden Klingen wurden unterdrückt, Chymon pfiff hindurch und erhob sich über die Köpfe der Abenteurer, alle natürlichen Attacken wetzend.

Yossarian zog, sich über die Brüstung ins feuchte Nass rollend, Chymons Aufmerksamkeit auf sich – sie biss auf den Granit der Brückenbrüstung - während Lith und Cryn sicher über die Brüstung hechteten, beziehungsweise sich fallen ließen.

Tharel, der sich in Trollgestalt fliegend in Richtung der Blitztürmen gerettet hatte, war nun als Einziger übrig.
Und Rote Drachen hassten das kühle Wasser.
Danach wählte sie ihr nächstes Opfer.
Tharel zischte in Richtung der wogenden grauen Wellen.
Und Chymon, unbeholfen aber schnell, glitt über die Wasseroberfläche.

Sie kam näher.
Näher!
Näher!!
Näher!!!
Wenige Fuß über dem Wasser erreichte sie den Roten Magier!
Die Verwandlung unterdrückt, schmerzten die blutenden Schnitte noch mehr und ungeschützt, reichte ein wuchtiger Flügelstreif, um ihn leblos ins Wasser zu schleudern...

...

Chymon zog einen weiten Bogen und glitt über Tharels Leiche hinweg, suchte mit der Hinterklaue nach ihm zu packen, doch verfehlte und schüttelte das unangenehme Nass ab.
Machte sich nichts daraus und setzte sich erhaben und genießerisch auf die Brücke und schnaubte auf Drakonisch. (http://img15.imgspot.com/u/06/45/04/Chymon1139996817.jpg)

„Chymon, der Sieg zu Ehren deiner Majestät.“

Derweil waren die Überlebenden nicht untätig gewesen.
Yossarian wartete unter der Brücke und schluckte einen Schwimmtrank.
Ein toter Tharel war kein Gönner.
Lith flog nun unsichtbar in einem großen Bogen, um Chymons Sinne zu meiden, zu Tharel.

Chymon hatte Cryns und Yosses Fährte gewittert.
Sie warteten noch unter den Bögen der Brücke an der Wasseroberfläche.
Lith nun unsichtbar, lenkte den Drachen mit einem Geisterhaften Geräusch, welches das Schwirren der Spinnenfresser von oben imitierte, ab.
Kurz bevor das mächtige Haupt sich hinab gewunden hatte, hatten sie hastig einen Wasser Atmen Trank hinabgewürgt und waren abgetaucht.
Die Duftspur verloren, wollte sich das weibliche Ungetüm zurückziehen...
Doch nicht ohne Beute.
Tharel trieb noch im Wasser.
Lith sah es und gab Gas.
Sie kam näher.
Hatte Lith nun sensorisch erfasst und glitt mit ihm um die Wette auf die Beute zu.
Er selbst nun potentielle Beute.
Näher!
Näher!!
Näher!!!
Lith drückte Tharel von oben unter Wasser und tauchte weit hinab, während der Drache hinüberjagend das Wasser wild verwirbelte.
Puh.

Yossarian beobachtete, wie Chymon an die Stelle zurückkehrte und über ihr flügelschlagend noch einige Momente verharrte, bis sie schnaubend abdrehte und hinter den Klingen verschwand.

Die Klingen wirbelten noch eine ganze Weile.
Das rot schimmernde Tor hob sich mit ihrem Verschwinden.
Cryn, nicht Bestandteil des Bandes, suchte sein Heil in der Flucht nach Vonidu, weil er die anderen aus den Augen verloren hatte.
So hatte er sich die Jagd auf Außenseiter nicht vorgestellt, auch wenn Drachen eine nicht weniger ruhmreiche Beute waren.
Darum ging es ihm ja aber in erster Linie nicht...

Yoss und Lith mit Tharels Leichnam sammelten sich am Eingang zum Feuertor...


Entlegene Arbeiten


„So habe ich mir das nicht vorgestellt...“

Das übliche Lächeln des Paladins war Bestürzung und Enttäuschung gewichen.
Jetzt, wo Alton tot war, vermisste er sein Murren doch ein wenig.

Lith schwieg.
Er würde Tharel wiederbeleben.
Sie hatten zwar außer ihrer Gönnerschaft nicht viel gemein, doch eines teilten sie.
Die Ablehnung weiblicher Herrschaft.
Der Herrscherinnen im Reiche Bynarrs, Tharels Erzfeinden.
Der Priesterinnen Lolth der Unterreichdrow, Liths Verwandten.
Und nun auch noch die Wächterin des Feuertors, Chymon...

„...geben wir dem Äußeren Bereich, was er verdient. Cryn sagte er hätte auf der Luftbrücke Bewegung hinein in den Brückenkomplex gesehen? Dann nichts wie hin. Auf dass uns der Schimmernde den Weg leuchte.“

Yoss legte ihnen beiden zu gleichen Teilen die heilenden Hände auf.
Und sie zogen durch die Dunkelheit der unterirdischen Gewölbe.
Yoss mit Dunkelsichtmagie.

...

Es hörte sich an wie kleine Gerölllawinen.
Und das Stöhnen überladener Oger.
Lith spähte vor.
Es waren überladene Oger in schwarzen Ritterrüstungen!
Sie legten den verschütteten Kreis Eeridiks frei.
Am erhobenen Ende der Halle schritt Geoquardon, selbsternannter Jäger der Sterblichen, ein Halb-Wasserelementar-Halb-Minotaurus, auf und ab, und stachelte die Untergebenen auf Riesisch zur Eile an.

„Bewegt euch, faules Pack!“

Daraufhin verschwand er wieder in einem Gang.
Patrouillieren und kommandieren.

„Wir überraschen sie. Dann bekommen wir auch ihren Anführer. Ich habe noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen.“

Liths Plan war eindeutig.
Er zog eine kleine braune Fellkugel aus einem Sack, den Tharel trug und warf sie auf den Boden.
Ein Braunbär erwuchs daraus in Windeseile.
Tränke machten sie unsichtbar.
Den brummenden Braunbär schickten sie vor.
Wie erwartet zog er die Aufmerksamkeit auf sich.
Die Oger zogen ihre Zweihänder...

„Sein Fleisch sein meins!“

„Mein ist Hinterlauf!!“

„Dein ist Frostbrand!!!“


Lith und Yoss waren hinterhergelaufen.
Die dummen Oger hatten sich mit ihren platten Nasen nur auf das Tier konzentriert, welches das von der Brücke scheinende Abendlicht zur Dämmersicht nutzte.
Lith eröffnete mit einem Kältekegel, der nur einen Oger im Bereich überleben ließ und den antrabenden Braunbär mit einem mächtigen Zweihandschwinger in eine Fellkugel zurückverwandelte, die von selbst zurückrollte und mit einem Satz in den Beutel zurücksprang.
Zwei hatten zu spät auf das Tier reagiert und waren damit unversehrt.
Derer nahm sich der Streiter des Schimmernden an.
Lith zog eine weitere diesmal graue Fellkugel, aus der ein Nashorn erwuchs, das im Trab sein Horn tief ins Metall und den Bauch des Ogers grub.
Blut trat aus seinem Maul und er fiel dumpf zu Boden.
Währenddessen entwaffnete Yossarian die beiden Kontrahenten, stach zu und bewegte sich geschickt zwischen ihnen hin und her.
Er spielte förmlich mit ihnen.
Und erledigte sie ohne auch nur einen einzigen Hieb abbekommen zu haben.

„Wo versteckt sich ihr Anführer?“

„Er wird uns auflauern, wenn wir es nicht tun. Ich kenne seine Taktik.“

Lith schickte das Nashorn langsam vor. Er musste auf die Brücke sein. Dort war er zuletzt patrouilliert.
Unter dem Ausgang zur Brücke hielt er es an. Die Brücke war frei.
War er durch die offene Seitentür Richtung Feuertempel geflohen?

„Wir kriegen ihn. Ein andermal.“

Plötzlich hallte es aus einer undefinierbaren Richtung.
Ob von draußen oder aus den Gängen, war nicht auszumachen...

„Sterbliche! Folgt dem Pfad in den Weiler am Fuße der Bergkette. Seid gespannt auf Hedracks Präsent!“

Dieser feige Wurm!
War seine Drohung, Naquent Drohung umgesetzt worden!?!
Yosses Befürchtung und Liths Anspannung wuchsen...
Bald...

Mit den Wertsachen der erledigten Oger im außerräumlichen Gepäck und Tharel auf der Schulter, marschierten sie Richtung Vonidu.
Im Knöchel hohen Schnee kreuzten sie Cryns Spur und trafen bald auf ihre eigenen.

...

Im einzigen Gasthof Vonidus, trafen sie auch den schwer verletzten Cryn.
Er hatte jede Hilfe, die ihm der einsame Wirt bot, abgelehnt.

„Seid nicht so übertrieben stolz, junger Freund.“

Yoss erinnerte sich noch gut an den Vorfall mit Pidel.
Cryn zeigte erste Anzeichen einer Lungenentzündung.

„Schultert ihr eine Leiche!?!“

Der Wirt fuhr entsetzt zusammen.

„Er ist ein Kamerad von uns, der im Kampf sein Leben ließ. Ihr seid ein einfacher und rechtschaffener Mann. Belastet eure Seele nicht mit solch grausigem Wissen.“
 
Er traute Yoss.
Erleichtert fasste sich der dicke Mann ans Herz.
Und fuhr wenige Momente danach wieder zusammen, als von draußen ein Schrei hereindrang.
Er wandelte sich in Schluchzen.
Der Gesandte des Schimmernden ahnte nicht Gutes und sollte bestätigt werden...

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Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gerthrac am 15. Februar 2006, 15:01:25
Ist so ziemlich die böseste Art einen Drachen zu spielen - im AF! :twisted:
Gefällt mir immer noch - weiter so! :)
Titel: Fehler meinerseits
Beitrag von: Nagakeng am 17. Februar 2006, 08:32:18
Zitat von: "Gerthrac"
Ist so ziemlich die böseste Art einen Drachen zu spielen - im AF!  


Ja, da sehen Magier und Kleriker alt aus.
Ich muss auch einen Fehler einräumen, der in der SH schon kaschiert ist.
Odemwaffen funktionieren aus einem AF heraus nicht.  :oops:
Ich hatte bei der ersten Attacke Richtung Alton, Cryn und Tharel eine eingesetzt (in der SH durch Biss ersetzt).
Aber es hätte glaube ich nicht viel am Verlauf geändert.
Dazu kam noch, dass fast alle bei der Flucht durch die Klingenbarriere ihren Rettungswurf versaut haben und ich gut Schaden würfelte.

Naja das Leben geht weiter und der ehrgeizige Tharel erblickt zum vierten Mal das Licht der Welt. :wink:

Freut mich, dass du, Gerthrac noch immer voll mit dabei bist.  :)
 
Im Übrigen: Schreibe ich zu ausführlich?
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Darigaaz am 17. Februar 2006, 09:31:07
@Nagakeng

Nein, ich finde nicht. Ich lese hier in allen SH mit, sofern ich natürlich die Zeit dazu finde :). Sie geben mir viele Anregeungen, wie ich Dinge in meiner Gruppe darstellen kann oder besser machen kann etc. Nur weil ich nicht poste (bzw. man nicht postet) heißt das aber nicht, daß hier umsonst für die Öffentlichkeit verfasst wird ;).
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gerthrac am 17. Februar 2006, 13:31:35
Motiviert aber, wenn man als Autor Feedback bekommt.
Und die Sache ist schon spannend... man will wissen, wie es ausgeht.  :)

Was den Drachen betrifft, dachte ich da mehr an die DR X/Magic
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 17. Februar 2006, 17:12:46
Das war wirklich lustig...  Unsere Unterkiefer lagen auf dem Tisch auf. Altons Spieler spreizte die Hände wie der Pfarrer beim gebet am Altar, blickte nach oben und schrie mit geschlossenen Augen: "Neeeeeiiiiiiiiiin"  :D

Wir waren uns wirklich sehr schnell einig, die Beine in die Hand zu nehmen, und wieder hat sich die Aussage: "Ich muss nicht schneller laufen als der Drache, ich muss nur schneller sein als du!" bewahrheitet.  - Es lebe Long Strider, Fast Movement und leichte Rüstungen.


Antimagic Field und Breath =  :monster:

P.S. Ich wollte den letzten Smile mal einsetzen...
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Anonymous am 20. Februar 2006, 10:14:03
Vonidus Schrecken


(63)
Der schwer angeschlagene Cryn ließ sich erschöpft auf der Polsterbank nieder und überließ dem Vorstreiter als auch dem Schicksalsweber das Feld...

Draußen im braunen Schnee lag eine verzweifelte Frau, die schluchzte und Yossarian nicht beruhigen konnte.
Etwas hatte sie völlig verstört.

Lith holte sogleich Thandain und Rerrid aus ihren Häusern.
Auch die Zwergin konnte die Frau nicht trösten, nur wusste sie, in welchem Haus sie lebte.
Während Dunkelvoll beschrieb, versuchte die Frau plötzlich den Dolch von Thandains Riemen zu schnappen, doch vor Tränen sah sie die Hand vor Augen nicht und bekam den Sicherungsgurt nicht weg.
So verzweifelt war sie.
Etwas wahrhaft Furchtbares musste geschehen sein.

Rerrid hatte sich sogleich mit Lith zum Haus begeben.
Die Bewohner trauten sich langsam aus ihren Häusern.

Die Kundschafter durchstreiften das offenstehende Haus, und wurden fündig.
Erst schemenhaft und dann deutlich...

Die Kinder war in der Scheune erhängt worden.
Vom Vater fehlte jede Spur.
Rerrid übersetzte das auf einem Balken eingeritzte Riesisch:

„Wir drohen niemals leer
Ehre dem Älteren Urgewaltigen Auge“


Eine gediegene Handschrift.
Kein Zittern.
Jemand musste dies mit großer Ruhe und Sorgfalt verrichtet haben.

Rerrid verließ den Ort.
Erinnerungen kamen hoch, die er nicht zu bändigen wusste.
Ja, auch Zwerge haben Gefühle.
Schuld.

Am Eingang entgegnete er Yossarian:

„Ihr wollt das gar nicht sehen... Seid froh drum, wenn ihrs nicht müsst!“

...

Vonidu war auf den Beinen.
In all dem Chaos aus Ungewissheit und Furcht, schaffte es die Frau mit einem entrissenen Messer sich die Handschlagadern aufzuschneiden.
Yossarian, Retter in der Not, vernahm die Rufe Thandains und legte seine heilenden Hände auf die Wunden.
Die Mutter vierer Kinder blieb bewusstlos.
Der Vorstreiter trug sie in Thandains Haus und man fesselte sie dort zu ihrer eigenen Sicherheit ans Bett.
Yossarian blieb noch eine Weile und hielt ihr schützend die Hand.
Eine Freundin löste ihn ab.
Unter den Namen ihrer Kinder befand sich auch Yosh...
Nachdem sie erwacht war, starrte sie stillschweigend auf die Kerze auf dem Nachttisch...

Derweil auf den Straßen verbreitete sich das Gerücht, dass jemand ermordet worden war, und der Kult etwas damit zu tun hatte.
Wer sonst.
Die Männer, besonders die, die ihre Familien beim Massaker Hedracks in Bah verloren hatten, riefen zum Sturm auf.
Was hätte man noch zu verlieren.

„Seid nicht dumm!!!“

Verschaffte sich der Schicksalsweber Gehör.

„Vonidu braucht euch! Werft euer Kostbarstes nicht weg! Seid solidarisch mit denen, die noch etwas zu verlieren haben und widmet euch deren Schutz. Es ist zwar nur ein schwacher Trost, aber eure Angehörigen hätten das sicherlich so gewollt!“

Tatsächlich, es zeigte Wirkung.
Was gab den Menschen den Anlass?
Dass ein Schattenelf sich so äußerte?
Wirkliche Hoffnung?

Nun zumindest für Lith war klar, warum er sie abzuhalten hatte.
Noch mehr unnötige Opfer zogen zuviel Aufmerksamkeit an, und schlechte Gerüchte über ihren Bund, würden nur Scherereien mit sich bringen.

Cryn sollte als Kontaktmann in dem Weiler bleiben, noch in der Nacht ritten Yoss und Lith mit gekauften Pferden – auch der Händler war wachgerüttelt worden – nach Bah.
Völlig übermüdet kamen die beiden in den frischen Morgenstunden an...
Und nahmen sich erst einmal ein Zimmer, um dort zu meditieren.
Die tiefe Trance brachte nur wenig Erleichterung.
Besonders Yossarian trug eine sich selbst auferlegte Last...

Die Kantorin hatte noch keinen Einblick in Kellas Umgebung erhalten...
Y´Dey sah auf Liths Bitte hin in ihr Taufbecken, doch war es zum Scheitern verurteilt.
Der Vater war tot und wohl selbst nicht der Täter.
Tharel ruhte nun bei Thorwin...

Wieder einmal wurde man bei den Burgherren vorstellig und bat um Unterstützung.
Doch mit konservativen Argumenten alla

„Die Voniduaner haben kein Vertrauen mehr in uns“

und

„Jeder ist für sein Gebiet verantwortlich“

schüttelte Burne die Bitten ab.
Für Notfallmaßnahmen Bahs sei gesorgt.
Man setzte dabei die Verantwortlichkeit auf Tristan, Elmo und die Kirchen.
Burne und Rufus waren einfach die letzte Instanz.


Der Vertraute Sugils


Zur Mittagszeit hin wechselte man die Umgebung.
Bet Regor.
Zur Entspannung blieb wenig Zeit.
Ausruhen konnte man sich, wenn man an Altersschwäche starb.
Viel Diamantstaub- aus dem Erlös von Tharels angehäuften Reichtümern- ein wertvoller Spiegel, sowie die Komponenten für einen Resistenzumhang und einen neuen hochgradigen Zauber für Liths Zauberwälzer, wurden besorgt.
Für den Spruch gelangte er auf diplomatischem Wege bis an das Studierzimmer Sepiter Rahahns, dem Hofmagier des Königs  (http://img15.imgspot.com/u/06/50/05/Sepiter21140430182.jpg)und dessen wohl engsten Vertrauten.

Er brütete über Plänen der Umgebung, sah zu anfangs nicht auf.

„Ich erwarte eine konkrete, diskrete Bitte, wenn ich euch schon meine halbe Aufmerksamkeit schenke. Beeilt euch, ich habe nicht ewig Zeit.“

„Ihr seid die arkane Ikone Bet Regors, ich bitte euch nur um eine Rolle aus eurem Sortiment.“

„Warum? Welchen Zweck erfüllt es mir? Auf Geld lege ich keinen Wert.“

Wenn man ihn und seine fein dekorierte Umgebung – Plattgold und rote Satinteppiche - ansah, wusste man warum.

„Um einen Krieg vom Norden her zu verhindern.“

Er sah auf.

„So. Woher habt ihr diese Information? Und wer soll unser Kontrahent sein!?!“

„Ein Kult, der vor Jahrzehnten auf den Emridy Feldern von den gemeinsamen Armeen Paru´Bors und O´Pars zugrunde gerichtet wurde, weil er Unannehmlichkeiten bereitete.“

„ Ich bin noch aus Mundpropaganda darüber aufgeklärt. Und er strebt zu neuen Unruhen?“

„So ist es, mein Herr.“

Er sah wieder auf seine Karten, studierte, dachte nach und...

„Unter einer Bedingung erhaltet ihr eine Rolle?“

„Was auch immer ihr begehrt.“

„Haltet mich auf dem Laufenden.“

Ein Zeichen.
Um sich weiterhin Sepiter Rahahns Unterstützung gewiss sein zu können, zupfte Lith in Eigeninitiative ein weißgraues Haar und rollte es für Sepiter zusammen.

„So könnt ihr mich überall beobachten und euch auch selbst auf dem Laufenden halten. Ich habe nichts zu verbergen.“

„Ihr zeigt großes Vertrauen mir gegenüber! Würdet ihr einen loyalen Untergebenen abgeben? Ein Mann eurer Treue wäre eine Bereicherung im Kriegsfall. Wenn ihr es nicht schon wisst – nur der Blinde sieht  die Zeichen nicht – es steht ein Krieg mit Kalamar bevor.“

„Ich will sehen, in wie weit ich dabei behilflich sein kann.“

...

Igitt!
Soviel Unterwürfigkeit widerte den Schattenelf an.
Doch er hatte es durchgehalten.


Rasend, reisenden Schrittes


Während Lith dann in einer dunklen Stube hockte, schritt Yossarian durch die Gassen und war in Gedanken versunken.
Eine ernste Mine auf dem Gesicht.
Er schmiedete Alternativpläne zur Vernichtung derer, die keine Gräuel zeigten.
Er durchquerte die Stadtmauern, ließ sich bereitwillig kontrollieren und ging am Renador Fluss entlang.
Ein Händler kam mit seinem Karren des Weges.
Ein flinker Dieb schnappte sich einen Sack und rannte in die Siedlung und um sein Leben.
Yossarian war nicht ganz so schnell und verlor ihn langsam aus den Augen.

„Haltet den Dieb!!!“

Plötzlich schoss über die Kreuzung eine Gestalt.
Als Yoss um die Ecke kam, lag der Halunke zu Fall bebracht auf dem Boden.
Jemand hatte ihm im Lauf die Beine weggefegt und er hatte unsanft mit dem Gesicht gebremst.
Der Sack war offen und Gewürzpulver lag auf dem harten Erdmatsch.
Die Gestalt hob den Beutel auf und meinte.

„Lass dir das eine Lehre sein. Die Narben werden dich daran erinnern. Nun mach dich auf deine Reise.“

Er suchte das Weite.

„Ihr lasst ihn laufen!?! Wieso? Er gehört vor Gericht.“

„Ja, da stimme ich euch zu. Doch nicht vor eines der Großkirche.“

„Ja, da stimme ich dir wiederum zu. Sie urteilt zu hart.“

Die beiden, nachdem sie ihre Symbole gesehen hatten, waren sich auf anhieb sympathisch.
Und auch die Rasse teilten sie.
Und ihre Bruderschaften waren befreundet.
Calsaniss war Wildelf und Wanderpriester des Reisenden.
Sie duzten sich ungefragt und wandten gegenseitig ihre Spitznamen an.
Auch ihre Ausrüstung ähnelte sich.
Yoss einen Mithrilfeldharnisch, Calle eine Mithrilbrustplatte.
Yoss ein animiertes schweres Eisenschild, Calle ein animiertes Dunkelholzschild.
Und auch ihre Kampftaktik ergänzte sich mit Sprungangriffen und Schwertern sehr schön.
Sie brachten dem aufgeschreckten Gewürzhändler sein Eigentum zurück, mahnten gemeinsam

„Schnürt eure Ware fester an, guter Mann!“

und gingen zur Feier des Tages ein Glas Wein trinken.
Und wie es der glückliche Zufall so wollte, stammte auch Calle aus Cryns altem zerbrochenem Bund und war gerade auf der Suche nach ihm, da er den richtigen, den guten Weg gewählt hatte.
Und den guten Weg würde jetzt auch Calsaniss einschlagen, als er erfuhr, welchen Gefahren sich Cryn aussetzte und selbstverständlich welche Bedrohung das Gebiet nahe dem Gebirge ausgesetzt war.
Dafür konnte auch einmal auf unbestimmte Zeit die ewige Reise unterbrochen werden.
Calle verband mit Cryn eine tiefe Verbundenheit, welche andersherum nicht bestand.
Das fühlte man in seiner fortlaufenden Stimme, die sehr geprägt war, von seiner Wanderpriesterschaft.
Doch warum, darüber konnte nur spekuliert werden und auch Yoss stieg nicht auf diese Beziehung ein.
Noch nicht...

Lith schwieg sich aus gegenüber dem Neuen.
Noch ein Elf...

Nach zwei frostigfrischen Tagen standen die Drei in der Kapelle des Wahren.
Y´Dey war leicht frustriert.
Sie scheiterte unentwegt an Kellas starkem Willen.
Doch der Ehrgeiz der Erleuchtung lehnte jede Hilfe ab.
Die Wahrheit wollte die Kantorin natürlich selbst in Erfahrung bringen...

„Wieso hat das so lange gedauert!?!“

Schallten Tharels Worte durchs gruftähnliche Gewölbe.
Er wusste nicht einmal, wie lange er im Jenseits herumgegeistert war und beschenkte sie gleich mit seiner üblichen Unfreundlichkeit.

„Dein Zauberbuch wäre eine schöne Ergänzung in meiner Sammlung gewesen. Cryn würde sich sicherlich über einen Nimmervollen Beutel freuen und...“

„Wir sind Gönner, belassen wir es dabei.“

Tharel war lange geduldig geblieben, um Lith seinen Spruch zurückwürgen zu können.

Sie teleportierten sich zu Cryn, der allein mit dem Wirt in der Speisestube des ´Wilden Ebers` saß.
So sauber waren die Gläser noch nie gewesen, wenn man hier aß.
Denn die Voniduaner  waren nun komplett ausgeblieben, sogar der Stammtisch.
Menschen- und Orkleere Straßen.
Für einige Münzen wachte der Gastwirt ab sofort über Liths teuren Spiegel, und konnte sich davon ernähren.

„Bist du das Calsaniss? Was treibst denn du hier?“

Sie umarmten sich brüderlich.
Sie kannten einander schon lange.
Doch der eine den anderen länger, als der Jüngere wusste...

„Cryn, du wähltest den richtigen Weg. Den des Reisenden, deshalb bin ich dir gefolgt. Das Glück ließ mich Yoss treffen. Und nun ist die Reise vorerst beendet.“

„Sei nicht albern, Calsaniss. Dein unruhiger Hintern hält es doch  nicht lang an einem ´Plätzle` aus.“

„Doch, hierfür schon. Denn eine Schreckensherrschaft, eine Tyrannei muss abgewendet werden! Stell dir nur vor, wenn die Völker nicht mehr frei reisen dürften...“

„Ja, das wäre schlimm. Dämonenherrschaft und unterdrückte Reisefreiheit!“  

Die beiden schaukelten sich auf.

„Was hat sich in letzter Zeit ereignet?“

Tharel setzte die Notbremse.

„Mit Thandain habe ich das Vorgefallene rekonstruiert. Die Psyche der Frau wird wohl einen bleibenden Schaden davontragen, wenn sich niemand ihrer erbarmt. Sie war auf Besuch bei den Großeltern in Bah und hat dort im Namen der Familie, Zweige vors Rathaus für die Verblichenen gelegt. Als sie zurückkam, muss sie ihre Söhne in der Scheune gefunden haben. Vom Vater fehlt weiterhin jede Spur.
Die letzten Nächte waren bitterkalt. Der Schnee müsste hart geworden sein. Lasst uns nach Abdrücken  suchen.“


Yossarian kümmerte sich um die Mutter, ferner die übrigen Viere nach Beweisen für ein Verbrechen suchten.
Er legte ihr seine weichen Hände auf die Stirn und versuchte ihren Schmerz zu lindern.
Doch in die Seele ließ sich schwer blicken...

Tatsache!
Aus der Scheune führten Spuren.
Cryn mit Zügen einer Waldläuferausbildung deutete sie als Fußstapfen eines erwachsenen Mannes.
Sie nahmen die Fährte in das Waldstück auf und da mit einem Male wandelten sie sich in Pferdehufe.
In beide Richtungen führten die Spuren und ein Chaos aus Spuren, und eingefrorenem Blut offenbarte das restliche Geschehen...
Die einzig bekannte Kreatur mit Pferdehufen war... Geoquardon!
Ja, wie sonst hätte er auch vom Präsent Hedracks wissen sollen!
Der Äußere Bereich ist sicherlich streng hierarchisch gegliedert und es herrscht Austauschverbot!
So stellte man es sich zumindest vor.

Ja, dafür würde er bezahlen!
Dieser native Außenseiter von Stier sollte sein helles Wunder erleben!
Cryns Hand schnürte sich um seinen Großbogen...

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Titel: Stats
Beitrag von: Nagakeng am 22. Februar 2006, 11:29:22
Hier kommen die wichtigsten Angaben, aus denen sich die restlichen ergeben.
Entschuldigt den Sprachenmix. :roll:

Yossarian:
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Tharel:
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Calsaniss:
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Lith:
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Cryn:
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Titel: Knappes-Viertel Erkundung mit Widersachern
Beitrag von: Nagakeng am 24. Februar 2006, 12:44:11
Wässrige Tinte,...


Da saß er also.
Alle beobachteten sie ihn durch Liths Spiegel- ein Unikat – auch der Wirt blickte neugierig über ihre Rücken.
Sie hatten sich eine Nacht Ruhe im verlassenen Gasthaus gegönnt.
Diese ungewohnte Stille tat sehr wohl...

Der Raum, in dem Geoquardon in völliger Gelassenheit und Ruhe – seine wie unter Wasser treibende Mähne verstärkte dieses Bild noch- auf einem Wasserpflanzenbett saß, war spartanisch eingerichtet.
Es war keine Tür sichtbar.
Er saß wie in einem Gefängnis.
Neben ihm lehnten der meerblaue Turmschild – wie die Mauer Atlantis- und der algengrüne Dreizack.
Ein bläulich-grüner Schimmer wohnte seinem zotteligen Haar und seiner Haut inne.
Allein die spezielle Fellrüstung, auf der gegerbte Lederstücke seiner Opfer sorgfältig aufgespannt waren, trug er am Körper.
Er schien zu warten und sie beobachteten ihn eine Weile.
Er rührte sich kaum.
Nur pullte er langsam aber stetig unter den Fingerkuppen.
Eine bräunliche Schicht fiel zu Boden.
War es getrocknetes Blut oder die Rinde eines Balkens?

Da!
Die Steinwand öffnete sich.
Sie fuhr seitlich ins graue Gestein.
Ein Minotaurus holte ihn.
Er nickte, und schnürte geruhsam sein Schild an.
Gleichzeitig wurden die letzten Vorbereitungen unter den Abenteurern getroffen, vor allem Austausch von Magie...

„Cryn, der Zauber kann nur vier aufnehmen. Ihr müsst zurückbleiben und Vonidu vor den Drohungen der Dämonen, die Hedrack schickt, schützen!“

„Aber der Mischstier gehört mir!“

„Wir haben jetzt keine Zeit zu diskutieren. So seid geduldig, eure Sehne wird bald unter Spannung stehen! Hier oder dort!“

Die Zeit drängte und Cryn gab nach.
Tharel hatte mit diesem Konflikt bis kurz vorher gewartet, um Cryn abwürgen zu können.
Und das war ihm gelungen.
Doch nun Konzentration!
Jener hatte bereits seinen Speer gepackt, sich erhoben und schritt hinter dem Botschafter aus der Tür, da verschob sich Raum und Zeit und die Gruppe erschien unverzögert in dem kleinen Raum.
Der Wirt und Cryn sahen noch einige Momente in den Spiegel, als die Übertragung bereits abgebrochen hatte...

Mit weit aufgerissenen Augen fährt er herum, beginnt leise und endet laut:

„Mit euch hätte ich hier nicht gerechnet, Sterbliche!“

„Der Hellste bist du ja nicht, Unsterblicher. Bin sehr gespannt, wie ein Unsterblicher stirbt!“

Der Vorstreiter schenkte ihm sein strahlendstes Grinsen.

Geoquardon erschuf eine Nebelwolke.
Lith, der noch keine Zeit gefunden hatte aufzurüsten, begann damit.
Intuitiv wählte Calle die richtige Richtung und sprintete hinter dem Stiermensch her.
Ihn und den anderen Minotaurus tauchte er in einen brünstigen Flammenschlag.
Yossarian tänzelte vor, stach nach dem Halb-Wasserelementar, und verbarg sich wieder in dessen Nebel- zum eigenen Vorteil.
Meinte er.
Doch Geoquardon visierte ihn genau an.
Wassernebel, eine Heimaterscheinung, behinderte seine Sicht nicht.
Er stach mehrmals nach dem Paladin, doch sie parierten einander- auch umgekehrt.
Tharel wurde wieder zum glatzköpfigen Troll in roter Robe und wagte sich in den Nebel.
Der Minotaurus im Kampfrausch diente Geoquardon als Kanonenfutter und Puffer.
Doch Calsaniss zweiter Flammenschlag raffte ihn dahin und auch der Handlanger des Kultes in Vonidu trug inzwischen schwere Verbrennungen davon.

„Diese schwarze Stellen, stehen vielleicht unserem Schattenelfen, passen aber rein gar nicht zu deinem grünen Tann!“  

Yossarian konnte nicht ablassen, den schnaubenden Stier zu provozieren.
Er wollte im Jäger der Sterblichen das Bedürfnis wecken, nur noch Yoss verfolgen zu wollen, damit er abließe von den Befehlen Hedracks und die kommenden - sollte er entwischen- lebensverachtenden Befehle ignorierte!

Über Shasserils Band loteten sie die Umgebung aus.
Die lange, aber recht schmale Halle wurde erleuchtet von einem unheimlichen grün-blauen Schein, der aus dem rechteckigen Becken kommt, das in der Mitte sich von fast ganz oben bis ganz unten erstreckt.
Zu beiden Seiten läuft ein zehn Fuß breiter Steg.
Auf der Hälfte der Länge senken sich steile Stufen hinab- sie befanden sich oben- so dass die Halle zwei ebene Etagen besitzt.
Auf der unteren das massige Wassertor.
Auf der oberen ein massiges anderes Tor in schwarzes, lilaaderdurchzogenes Vulkangestein gefasst
Alle Oberflächen bestehen aus blauem Marmor mit grünen Schlieren und Macken, sorgfältig verziert mit plastischen Abbildern von Wassertieren und -bestien, die scheinbar aus dem Becken in den Raum heraufschwimmen.
Schildkröten und Fische, Hummer und Krebse, Tintenfische und Kraken, Qualen und Rochen, Haie, Seemonster, Seelöwen und Fischmänner mit Dreizacken, und vieles mehr, wohin man blickte.
Doch das Wasser ist auch oben eben mit dem Boden und es war nur ein Becken.
An der schräge blieb es schräg und unten wieder eben.
Magie hielt es in dieser Form.

Die Tür schloss sich mit einem Steinreiben wie verblasener Sand.
Lith war noch darin.
Er dimensionierte sich via Anleitung auf den gegenüberliegenden Steg.
Yossarian tänzelte zum Stier, dieser blockte mit der Mauer von Schild, und bewegte sich in eine andere Ecke, während Calsaniss dasselbe versuchte, auch scheiterte und zurück in den Nebel wich.

In diesem Augenblick tauchte im nebelverhangenen Becken eines dieser Seeungeheuer auf.
Eine Ältere Tojanida, die Tharel Tinte in die Augen spritzte.
Doch sein Bild war schon unscharf und viel unschärfer wurde die Trollsicht nicht.
Das entfernt mit den Schildkröten verwandte Unding trug an zwei der Flossen Metallreife.
Auf ihrem Panzer leuchteten über und über eingekratzte und eingefärbte Symbole des Auges.

Plötzlich war das steinreibende Geräusch wieder zu hören.
Direkt hinter Yossarian tat sich eine weitere versteckte Tür auf, hinter der zwei weitere Minotauren sich gerade in einen Barbarenrausch warfen.
Drei große Betten, ein Holztisch mit haufenweise Knochen und Futterresten, und drei große Schemel waren darin.
An den Wänden hingen graue Vorhänge mit ekligen braunen Flecken darauf und ein seltsames, kleines, hängemattenähnliches Netz hing über dem Tisch von der Decke.

Yoss verpasste dem Vorderen einen Stich durch die noch schmale Öffnung und sprang dann auf dem Steg zu Liths Abwehr, der den Nebel mit einem kräftigen Windwall verblies.
So saßen Calle und Tharel, sowie Lith und Yoss nun im selben Boot.
Der Jäger des Äußeren Bereichs nutzte das enge Zusammenstehen- wenn auch gegenüber dem Becken - für einen Eishagel, der mit bitterer Kälte auf sie niederprasselte.
Tharel biss und kratzte nach dem Seeungeheuer, doch auch war hart gepanzert wie der Halb-Elementar und drückte sich anschließend an die Wand.
Das landfaule Seemonster wendete sich einfach der anderen Seite und damit Lith zu.
Biss aber nur auf den Beckenrand.
Die wildgewordenen Stiere trabten zu Yoss und banden ihn im Zweikampf.
Calle tänzelte erneut und versetzte einen glücklich gelandeten schweren Hieb bei Geoquardon, dessen blaues Blut sein Fell tränkte, welcher wütend zur Offensive überging, Calle an die Wand presste und auch ihm seine Hörner tief in den Bauch rammte.

„Dein Skalp ist mein, Sterblicher!“

Calle stöhnte.

Yoss teilte Schmisse aus und sprang neben Lith, der nur auf den Einsatz seines Blitzstrahls gewartet hatte und das braune Felle schwer ansengte.
Der in rotem Blut siechende Stier kippte in den unheimlichen Schein des Wassers.

Der Wanderpriester blieb ausnahmsweise und forderte sein Glück und den Beistand heraus, welcher ihn nicht enttäuschte.

„Ich habe mich entschieden hier zu verweilen, also weile mit mir Reisender!“

Er traf die offene Deckung des gesenkten Hauptes des Stieres und durchtrennte die Halswirbel.
Der Unsterbliche starb!!!

Tharel rannte um den Pool, und flankierte den letzten seiner Art.
Yoss und Lith hatten Seiten getauscht, so dass die Schildkröte nun nach ihm biss, wie auch mit den Flossen schlug und den Paladin zu fassen bekam.

Da beobachtete Lith einen unsichtbaren winzigen grünen Dämon (http://img15.imgspot.com/u/06/54/06/Quasit1140782190.jpg) wie er eine ovale, violette Scheibe, die auf dem oberen Tor angebracht war berührte.
Lautlos glitt das Tor in den Boden.
Während die Helden sich weiter den Verbleibenden zuwandten, floh der Quasit, durch den Spalt...

Der Barbar ließ seine große Axt in Yoss Rücken fahren und tat ihm schwere Wunden auf.
Doch hatte er wohl den hungrigen Thareltroll vergessen, der ihm genüsslich mit seinen beiden Krallen den Brustkorb öffnete.
Calle hüpfte über das Becken, bekam noch den letzten Zipfel von Yossarian zu fassen, um ihm Bewegungsfreiheit zu geben.
Das Ding zog ihn nämlich zu seinem Vorteil unter Wasser.
Yoss entglitt ihm und katapultierte sich aus dem Wasser.
Das Wesen der Wasserebene ließ sich erneut locken.
Calle und seine Langschwerter, Tharel und seine natürlichen Waffen, Lith und seine Energiegeschosse erwarteten es bereits...
Was das Ende der Wassermelodie bedeutete und damit den Sieg!!!

Das Tor hob sich wieder lautlos...

„Diese Überraschung ist uns wohl gelungen.“

Lächelte Yoss und Calle stimmte zu.

„Einer ist entwischt.“

Trübte Lith die Stimmung.

„Es wird hier bald von Hedracks Schergen wimmeln.“

Ergänzte Tharel seinen Gönner.

„Sollten wir uns davon entmutigen lassen?“

„Das ist doch sogar ein gutes Zeichen. Dann wird unsere Reise nicht lange dauern.“

Die arkanen und göttlichen Geister passten wie die Faust aufs Auge.

Sie holten sich ihren Verdienst.
Magische Kettenhemden und meisterhafte Zweihandäxte der Minos und Geoquardons Plunder waren am Ergiebigsten.
Die Räumlichkeiten blieben wenig ergiebig.

„Wusstet ihr, das Geoquardon aus dem Riesischen kommt und übersetzt Felsquelle bedeutet? Der Stier, der Fels, der Wasserelementar, die Quelle! Doch nirgends stand, dass er unsterblich war. Na!?!“

Lockerte Tharel die Stimmung auf.
Die Lith so gleich wieder drückte.

„Ziele immer auf einen der Monde, denn wenn du vorbeifliegst, kannst du noch nach den Sternen greifen.“

„Was soll das bedeuten?“

Stutzte Calsaniss.
Lith schwieg sich genießerisch aus.
Es war ein verschleiert dunkelelfisches Sprichwort.
Der Schattenelf mahnte sie zu sicheren Schritten, zu kleinen Zielen.
Damit Enttäuschungen nur halb so schlimm empfunden würden oder gar in Freudentaumel umschwenken konnten.
 
Lith war der Mysteriöseste der Truppe.
Kaum ein Wort, doch voller Geschichte...
Auch der mit Abstand älteste in der Gruppe, beinahe ein Greis unter Schattenelfen.
Was er sein ganzes Leben wohl getrieben hatte?


... Schwarze Sonnen...


Das Tor senkte sich.
Die Herzen schlugen hoch.
Erwartungsvoll, angespannt.
Bis jetzt hatten sich keine Schergen gemeldet, obwohl sie doch einige Zeit beschäftigt waren.

Ein langer Gang führte vor dem Tor quer nach Westen.
Das schwarze Gestein setzte nie ab.
Und war von lila venenartigen Streifen durchzogen.
Nur dort, wo der Boden und die Decke die Wand trafen, waren Stellen sichtbar.
Sie bestanden aus gearbeitetem Basalt, dem natürlichen Vulkangestein des Kraters.
Immerwährende schwarze Fackeln, eingelassen ins schwarze Gestein tränkten die Räumlichkeiten in ein mattes elementfarbiges blaues Licht.
Doch nur anfangs.

Da!
Aus dem Augenwinkel bewegte sich eine Ader und richtete sich aus.
Konzentriert starrten sie auf den Fleck.
Doch nichts...

Ein paar Fuß weiter pochte eine Vene aus dem Augenwinkel.
Konzentriert starrten sie auf den Fleck.
Doch nichts...

Man musste sich wohl mit der irritierenden Umgebung arrangieren....

Der Gang weitete sich in eine Ausbuchtung.
Die entfernte Wand bestand aus Eisen, sowie die Tür darin.
Das Eisen ist dunkellila gestrichen, mit Bildern von in ockerfarbenen Roben gehüllte Priestern, die im Chor ein Lied des Bösen und des Todes singen.
Es ist darüber gemalt.

Aus den offenen Mündern der Priester schossen plötzlich Pfeile und verursachten Schrammen.
Die Tür öffnete sich und vier Höhlenbären attackierten die Gruppe, während die Tür hinter ihnen geschlossen wurde.
Sie vermochten es kaum die Helden aufzumischen.
Wie bei schlechtem Krieg bildeten sich zwei Fronten und nachdem nicht sogleich alle Grottenschratte auf dem Boden lagen, jagte Lith genervt einen Blitz durch die wie auf einer Stange sitzenden Vögel.

Wieder ein Pfeilsalve.
Größtenteils ins Leere.

Lassen wir sie beiseite. Gehen wir weiter. Wenn sie was von uns wollen, dann kommen sie.

Die nächste Pfeilsalve hagelte an die Wände.
Die Gruppe missachtete einen dünnen Gang in der Wand und marschierte weiter, obwohl noch einmal ein Pfeilhagel hinterher prasselte.

Das Quietschen der Metallscharniere war zu hören und die Grottenschratte kamen hintendrein gestürmt.
Aufgebracht, dass man sie nicht für voll nahm.
Der rote Meister der Hervorrufung hob die Arme, führte sie zu einem offenen Kegel mit Gesten ausgeschmückt zusammen, murmelte und schmorte die anstürmenden Bärchen mit einem Blitzkegel.
Dann herrschte Ruhe.

Einer hatte einen Metallschlüssel bei sich.
Das Gebiet hinter der Eisenwand war Wohngebiet für diese Wachen, und müffelte.
Man war sich zu fein darin nach irgendwelchem Klimbim zu suchen.
Lediglich die mächtigen Kompositbögen und das ein oder andere meisterliche Langschwert der Bären nahmen sie mit.

Schließlich hatte Lith etwas weiter bereits eine interessante Räumlichkeit entdeckt.

Da es zuckte schon wieder.
Äußerst irritierend.
Und stressig.

Sechs niedrige Kniebänke, waren in zwei Reihen zu je drei angeordnet.
Wiesen nach Westen.
Dort lag zwischen zwei lilafarbenen Torbögen, die Richtung Nordwest und Südwest führten, eine Tür aus Glas mit einem lavendelfarbenen Stein im Zentrum.
Hinter genau dieser Tür, trieb eine Kugel aus wirbelndem schwarzen Feuer, mit einer blutroten Corona, in einer zwanzig Fuß weiten Kammer, die ansonst völlig leer war.

„Das ist ein Schrein, um Tharizdun zu huldigen! Hier flehen sie in düsteren Gebeten!“

Entfuhr es dem aufgebrachten Yossarian, Hüter des Lichts.

„Wir können nichts dagegen unternehmen.“

Tharel grübelte angestrengt in seinem Hinterstübchen.

„Dies ist ein Ball purer, negativer Energie. Eine Sphäre des Nichts. Wie eine schwarze Sonne schwebt sie dort...alles, was mit ihr in Berührung kommt, wird restlos und auf ewig zerstört...“

Tharel erinnerte sich an die Festung im Sumpf.
Unterhalb des Obelisken war dort auch das pervertierte Symbol einer Sonne aufgezeichnet gewesen.

„Ignorieren wir es. Es hat nichts mit unserem Auftrag zu schaffen. Verwüsten können wir später noch.“

Lith zog den zögerlichen Tharel, der immer noch auf die Sphäre starrte, mit sich.
Sie hatte ihn in seinen Bann gezogen.
Und auch Lith mehr, als er zugab...


... Und weitere Überraschungen


Der südliche Gang endete in einem L- förmigen Studierzimmer.
Drei samtüberzogene Couchen, sechs ähnlich luxuriöse Stühle, ein paar wenige niedrige Tischchen und zwei Schreibpulte möblierten die wie immer schwarzausgekleidete Kammer.
Auf jedem Tisch und Pult befand sich eine erleuchtete Lampe.
Die Schubladen der Pulte waren voll mit Pergament, Federn und Tinte in verschiedenen dunklen Farbtönen.
Auf einem Pult lag aufgeschlagen ein Buch über... Riesen.
Wieder eine Senktür mit lilafarbenem Türknopf, der berührt werden musste, damit das Tor lautlos im Boden verschwand, und sich von selbst einige Zeit später wieder schloss...

Eine Treppe führte hinab in eine Bücherei.
Bücher reihten sich auf Brettern an jeder Wand der Kammer.
Sogar Regale erstrecken sich durch den gesamten Raum und bilden Gänge.
Dünne, violette und rechteckige Teppiche verlaufen durch die künstlichen Gänge.

Die Gruppe teilt sich auf und geht die Bibliothek vorsichtig und systematisch ab.
Doch es ist niemand hier.

„Wo bleiben die denn so lang? Meine Geduld hat langsam ein Ende!. Es hätte schon längst ein Angriff der dunklen Truppen erfolgen müssen.“

Yossarian mochte sich endlich beweisen und den zur Rechenschaft ziehen, der die Morde befahl.

„Ich wette Hedrack wirft gerade ein Auge auf mich und amüsiert sich köstlich über eure Anspannung. Also nehmt den Wind aus den hellen Segeln!“

Tharel hatte das Nasenhaar nicht vergessen.

„Seien wir doch froh drum, das man uns so ungeniert Einblick verschafft. Setzen wir die Erkundungsreise fort.“

Blieb Calle optimistisch.

„Ein erneuter Einstieg wird um so einfacher werden, je mehr wird gesehen haben.“

Lith sah es von der praktischen Seite.
Sie nahmen die Bücher unter die Lupe.
Die Titel deuteten auf eine Sammlung über alle Fächer hin, doch die meisten befassten sich mit dunkleren Aspekten der Magie, Religion und der Wissenschaften.
Ein paar Titel weckten Neugier und landeten im Nimmersatten Sack der Magier.

Die Stille war beinahe ungemütlich.
Niemand weit und breit...

Eine Treppe hinauf, gelangten sie zu einem verlassenen Wachposten, aus dem einige Gänge führten.
Weiße und lila Wandteppiche zeigten geflügelte Dämonen, die Herzen aus unschuldigen Menschen rissen, und sie zu einem großen Berg im Hintergrund trugen.
Obwohl sich alle Teppiche künstlerisch von einander unterschieden, hatten sie alle dieselbe Vorlage gehabt.
Der Hauptunterschied war, dass reihum der Berg abflachte.
Auf dem letzten Bild erkannten sie schließlich Mount Stalagos.  
Was konnte man dabei interpretieren?
In der Mitte stand ein grobgeschlagener Holztisch, bedeckt mit Holzkrügen und Würfeln.
Daneben ein großes Fass und ein Korb mit getrocknetem Fleisch und Käse.
Es schien seit längerem verlassen...

Sie taten einige Schritte in einem engen Gang eine weitere Treppe hinauf, diesmal Richtung Osten...

Die Adern, immer dieser kurze Schreck!

... und gelangten an ein Tor.
Über der lila Linse glühte  schwach eine, in den schwarzen Stein gehauene Dämonenfratze mit hell glühenden Augen- und ohne Schädeldecke.
Diese okkulte Deko wurde missachtet.
Yossarian langte an die farbige Scheibe.
Doch das Tor rührte sich nicht ein Stück.
Ratlosigkeit machte sich unter den Mitgliedern breit...

„Dieser Gang ist keine günstige Kampfposition. Lasst uns hier nicht lange herumstehen, wenn uns der Zutritt verwehrt wird. Darüber machen wir uns anderenorts Gedanken. Der leuchtende Schein wird nicht lange aufgehalten sein!“

Der Anführer ordnete den Rückzug aus dieser Sackgasse an.
Sie mochten weiter forschen.
Am Ende des Wachpostens erwartete sie eine Tür, nebst Quergang nach Westen.
Doch das Flackern der Fackeln war dort rot.
Sie mussten dem Drachenhort am Feuertor ganz nahe sein!!!

Nicht heute...

Flüsterte jemand anonym über Shasserils Band...
Doch dem Rat folgte die behutsame Tat.
Dieses rote Ungetüm vernichtete man nicht, wenn die wichtigsten Zauber bereits verbraucht waren...

Sie nahmen den unerkundeten Gang Richtung Osten, der sie an ein typisches Tor dieser Gegend brachte.
Der glatte Knauf hier verwehrte nicht seine Funktion.
Eine kleine Kammer weitete sich.
An den nördlichen und südlichen Wänden hingen an schwarzen Steinhaken zwei Sorten langärmliger Kultroben.
Ocker und tieflila...
Eine gesicherte Kiste, zwei Fuß Seitenlänge, mit Scharniertürchen auf zwei Seiten, rastete auf einem Ständer in der Mitte.
Bilder von Menschenprozessionen, alle in diesen Kutten und mit unter den Ärmeln gefalteten Händen waren an die unteren Ränder radiert- also mit Säure kunstvoll eingeätzt.
Der Gang hinaus war bildete einen gotischen Bogen – wie der zur Bibliothek und führte in den Schrein zurück.

Die vier purpurnen Roben Tharizduns waren überzogen mit Magie.
Die Identifizierung derselben würde ihren Nutzen aufklären.
Die Box wurde per Brechstange aufgebrochen, und offenbarte eine Fackel der Geheimnisenthüllung, einen Schwarzen Weihrauchschwenker und einige der passenden Einsätze:
Sechs schwarze gepresste Kegel und vier Kugeln.
Je bestehend aus einer besonderen dunklen Kräutermischung.
Das alles könnte irgendwann hilfreich sein...

Auf, in den engen Gang! Wer vermag es das lebendige Licht zu stoppen!?!

Tharels Augen blickten zurück, bis das Artefakt, Symbol der Verehrung der Annihilation, im dämmrigen Leuchten verschwand.
Wie er den Herrscherinnen Tharrgys einen zufälligen Kontakt doch wünschte...

An der Grottenschratbehausung bogen sie Richtung Süden.
Der Gang war düster, wie auch die zwei parallelen Gänge, die in einen großen Raum mündeten.
Dunkelsicht und ein Ring als Ewige Fackel zeigten zwei runde Betten, überzogen mit schwarzen Seidenlaken und violetten Polstern.
Weihrauch brannte in einem Behälter, der von der Decke hing, in der Nordöstlichen Ecke- dort, wo Calsaniss und Yossarian sich vorgewagt hatten.
Drei lebensgroße Statuen standen an der westlichen, gegenüberliegenden Mauer.
Jede stellte ein männlichen Mensch dar, der von einer Schlange mit dem Gesicht einer wunderschönen Frau in Spiralen umschlungen war.
An der südlichen Wand, zwanzig Fuß von der westlichen Wand, befanden sich vier Eisenhebel.

Plötzlich rauschten zwei gefangennehmende Fallgitter- eines vor und eines hinter Calle und Yoss - hinab, während Tharel und Lith ausgesperrt waren.
Alle Hebel standen nun abwärts.
Etwas musste sie betätigt haben.
Doch was?
Keine Kreatur weit und breit...

Da mussten sich der Wanderpriester und der Champion auch noch einer Probe unterziehen, damit niemand ihre Gedanken mitverfolgen konnte.
Was ging hier vor!
Tharel und Lith konnten nicht in den Raum einsehen, denn auch der andere Gang war von Metallstangen versperrt.
Es verstrichen Momente ohne Regung.
Lauschend.
Etwas wisperte doch dort in der Dunkelheit!

„Gebt euch dem Licht anhin, Kreaturen der Nacht! Der Schimmernde wird sich Eurer gnädig erweisen!“

Es zischelte lauter.
Doch nicht einmal eine flüchtige Bewegung.
Da fiel Calsaniss auf, dass die Polster zu einem Stapel aufgehäuft waren und die Spitze eingedrückt war...

Da!!!

Eine Feuerkugel und brutzelnde blau-weiße Energie sammelten sich bei den Betten und schossen zu den Gefangenen.
Ein Blitz und ein Feuerball hinterließen ihre Spuren bei den göttlichen Gesandten.
 
Und endlich, zwei Gestalten waren sichtbar.
Ähnlich den Schlangen der Statuen:
Zwei Dunkelnagas.
Mhunaath und Yklah.

Doch die eine war mehrfach zu sehen.
Shasserils Band verhinderte Unübersichtlichkeit.
Lith setzte quer vor die Gefangenen eine undurchdringliche Wand der Macht, wodurch sich ein weiterer Feuerball sich daran brach.
Calle nutzte die Domäne der Reise um die beiden per Dimensionstür in den Raum zu befördern.
Dasselbe unternahm Tharel für die Magier woraufhin sie sofort die prickelnde Wirkung eines Blitzes verspürten.
Bevor Yossarian die schmetternde Macht auf die einzelne Kreatur niederfahren ließ und einschlug wie eine Elementarbombe des Guten, bannte Lith die verschwimmende Wirkung, wie auch die Magierrüstung von ihr – nun schützte sie lediglich noch die Geschicklichkeit einer Katze und ein Energieschild.
Tharel packte einen Kältekegel aus und frostete beziehungsweise frustete sie schwer.

Die Duplizierte wirkte einen Flugzauber, noch bevor Lith sie auf die Probe stellte.
Sie wiedersetzte sich, doch der Schicksalsweber wendete das Schicksal zu seinen Gunsten und ließ die kluge Schlange so dämlich werden wie eine Eidechse.
Ihr Geist völlig benebelt, bissen sie und ihre Spiegelbilder fliegend wie dumme Reptile nach den Magiern.
Und das Gift ihrer Fangzähne zeigte muskelschwächende Wirkung.

Yossarian und Calle bedrängten die andere im Nahkampf, was sie mehr und mehr unruhiger machte.
Sie zischelte noch einmal durch ihre Lippen.

„Schrivelingaressisssss“

und schoss mit purer negativer Energie nach dem frischen Yossarian, dem sich Falten eines alten Mannes ins Gesicht legten.
Im Duett schlitzten der Kleriker und der Paladin die Dunkelnaga auf.
Liths Energiegeschosse scheiterten an der ausgemachten, echten Naga aufgrund ihres Schildes, doch Tharels Feuerball verglimmte... sie alle.

...

„Sie verwandeln sich nicht in Menschen zurück... Die Reiterin der Agenda, Gouquog, dieses Biest von Wassernaga, hatte mich also belogen. Damit ich einen persönlicheren Bezug zu ihnen habe, behauptete sie, Mhunaath und Yklah seien menschliche Hexenmeister, die sich ab und an in Dunkelnagas verwandeln, um furchtsamer zu wirken. Dabei hatte sie eine eigene Fehde mit ihren nahen Verwandten. Ich meine, wir brauchen die Häupter zu Ehren ihrer Gebeine nicht in ihre Höhle bringen. Denn sie hatte keine Ehre.“

Gegen Tharels Meinung hatte nun niemand etwas einzuwenden.
Lediglich Yoss musste kurz abwägen, denn sie hatte ihnen einst geholfen.
Aber wem?
Sich?
Oder ihnen?
Er kam zum Schluss:
Sich.
Und damit war alles geklärt.

Unter den Betten fanden sie noch Edelsteine, ein jämmerliches Fläschchen alchemistischen Feuers, sowie einen leichten Heiltrank.
Zwischen den Polstern einen mittleren Heiltrank und einen Hasttrank.

Calle und Yoss zeichneten gottesspezifische Dankesgesten in die Luft, um sich für das ungestörte Vordringen zu bedanken, Lith entfernte einige Schlangenschuppen von den Leichen und verstaute sie in seinem Materialbeutel, Tharel mochte sich die Umgebung einprägen.
Die Zauber waren weitestgehend verbraucht und Calle gebührte die Ehre sie nun schnellstmöglich per Sprungreise nach Bet Regor zu bringen...


Nervender Zwischenfall


Doch sie landeten im tiefsten Nirgendwo des verschneiten Kahidela Gebirges.
Gefangen in einem Schneesturm kämpften sie sich zum nächsten Unterschlupf.
Tharel kramte in seinem Rollenbehälter noch eine letzte Chance heraus und beförderte sie schlotternd – nein, nicht in die Metropole- sondern ins nächste Tal.
Sie stapften durch das Bauch hohe Weiß und fanden, ungeachtet eines gefährlichen Gletschereinbruchs, eine Höhle.
Das Öl, welches sie bei sich hatten, sorgte für ein wenig Wärme.
Hier wurde bibbernd gerastet und die letzten Brotkrusten verspeist - zumindest von denen, die es noch nötig hatten und nicht von magischen Ringen zehrten.
Niemand erfror im Schlaf.
Dazu waren sie viel zu sehr von ihren Motiven getrieben...
Entgegen ihrer Erwartungen war kein Hinterhalt im Schlaf von Hedracks Elitekriegern, wie Ukemil oder D´Gran erfolgt.
Besaßen sie etwa keine Mittel um zügig zu reisen?
Sie konnten es sich nicht mit einfacher Logik erklären?
Was steckte da nur dahinter?
Wenigstens hatten sie nun einige Zeit durch eine gediegene Unterhaltung noch mehr Gemeinsamkeit zu schaffen, wo es nötig war.
Lebensgeschichten und Meinungsverschiedenheiten durften einfach im Schweigen verharren...

Endlich erblickten sie den Marktplatz der Hauptstadt.
Es hatte hier immer noch nicht geschneit.

Spoiler (Anzeigen)
Titel: Viel Gerede und ein Geplänkel
Beitrag von: Nagakeng am 27. Februar 2006, 08:53:15
Eiskristalle
 
 
(64)
Die Gassen erfolgreich nach Geschäften barer Münze abgestöbert, wurde Handel getrieben.
Der Identifikationskünstler schaffte es nicht, die Roben Tharizduns vollkommen zu entschlüsseln.
 
„Ihr werdet sie an Orten, bestimmten Orten brauchen können. Sie schützen eure Körper, ja und auch eure Seelen vor einer einseitig wirkenden Macht. Sie wird an euch zehren. Daher, dass sie nirgends allgemein benutzbar sind, denke ich weniger, dass irgendjemand sie euch abnehmen will, wenn nicht für einen Spottpreis.“
 
„Das lasst mal ganz und gar unsere Sorge sein. Scholar, habt dank für eure Dienste.“
 
Und Tharel reichte ihm ein Lederbeutelchen.
Die Kutten wurden aufgeteilt und behalten.
 

 
Sie erwachten.
Lith saß am Schreibtisch im Dunkeln und führte sorgfältig die angespitzte Feder eines Raben.
Tharel entzündete eine Kerze und zog die Vorhänge zurück.
Bet Regor versank beinahe im weißen Pulver.
Und es flockte immer noch in der Morgendämmerung.
 
„Nichts. Keine Zeichen von Beschattung oder gar Lauer. Es wundert sehr. Hedrack hat sich sicherlich dafür an der Bevölkerung ausgetobt. Yossarian und Calsaniss wird es beflügeln. Gönner, so haltet ihr sie gekonnt am Ball…“
 
Tharel ging nicht auf Liths vorwurfsvolle Anspielung ein.
Er war sich sicher, dass sein worthagerer Kollege ihm insgeheim dafür dankbar war.
 
„Seit dem Gewitter der Elemente am Mount Stalagos, welches die geheimen Geschehnisse wohl ins Rollen brachte und uns wachrüttelte, sind nun schon fast zwei Monatszyklen vergangen.“
 
„Wie nanntet ihr das Unwetter?“
 
„Ich nehme es in meine Nomenklatur auf. Einwände, Schicksalsschläfer … Oh! Entschuldigt, Schicksalsweber!?!“
 
„Mhhhhh...“
 
Lith wirkte nicht gekränkt.
Eher nachdenklich und setzte seine Unterschrift auf das Pergament.
 
„Apropro… Gab es nicht ein Relikt der Verdammnisträumer, das noch ungenutzt, uns Mittel zum Zweck sein wird?“

„… der Obelisk unter der Sumpffestung… der Segen des Dunklen…“
 
Moralapostel hin oder her…
 
Währenddessen bettete Calle schon.
Yoss kam aus der Meditation.
 
„Der Reisende hat die Route den unheiligen Schergen versperrt.“
 
„Wollen wir hoffen, dass er sie nicht einmal bis Vonidu oder Bah hat vordringen lassen. Unser Licht wird sie zurückdrängen, wenn nicht Cryn …“
 
Cryn war ja so ein Jungspund.
Calsaniss machte sich Vorwürfe, als Yoss mitten in seiner Lobheißung abbrach.
 
„Hat es euch die Sprache verschlagen?“
 
Da platzte es aus ihm freudestrahlend heraus:
 
„ … oder der Vreund ihnen im Wege stand! Wie auch gestern! Der Schimmernde hat mich erleuchtet!!!“
 
 
Frohe Kunde
 
 
Vor den Burgtoren hielten zwei wachende Ritter Lith auf.
Sepiter Rahahn wäre nicht verfügbar.
 
„Ihr seid mein Bote. Andernfalls könnt ihr euch einer Erwähnung bei ihm sicher sein.“
 
Er brach sich einen Fingernagel ab und fügte den seinem Pergament hinzu.
Lith war nicht weniger von der pervertierten Sonne gefesselt als der Rote Magier.
Doch wieder einmal hatte man ihm seine Stimmung nicht angesehen.
 
Sehr geehrter Sepiter Rahahn, größter Magier Bet Regors,
 
da ich leider nicht genug Zeit habe, wende ich mich schriftlich an euer Durchlauchtheit.
Ich versprach euch im Kampf gegen die feindlichen Truppen Kalamars beizustehen.
Ich habe etwas gefunden, was den Imperator besser vernichten kann, als jeder Krieger Bet Regors.
Es handelt sich um ein mächtiges Artefakt, eine Sphäre des Nichts.
Ich werde versuchen, sie für euch zu beschaffen.
Auf das Bet Regor ewig steht.
 
Hochachtungsvoll
 
Vevisalakale

 
Der Schleim, der zwischen den Zeilen gelesen, irreversibel an den Augen kleben blieb, ekelte den Schattenelf sehr.
Den Aggressor Bet Kalamar zurückzuwerfen, war weder patriotisch noch selbstlos noch planlos…
 
Das Symbol der Großen Jägerin zeichnete sich vor ihnen ab.
Der Meilensprung war geglückt.
Calle erinnerte sich an die Zeit, als er Missionar gewesen war…
 
Y´Deys reifes Gesicht strahlte.
Sie hatte Kella endlich, nach den Mühen einer Werkwoche, gesehen.
Sie war als weißer Bär eilender Tatze in winterlicher Waldlandschaft unterwegs.
Wohin, war nicht absehbar.
 
Thorwins Leichnam wartete immer noch in der Steinkiste auf einen Blitztransfer in seine Heimat, Bynarr.
Tharel schob es auf, denn Yossarian ordnete eine Rettung an:
 
„Der Schimmernde fordert mich auf, unseren Vreund aus Hedracks Klauen zu erretten. Denn er ist es gewesen, der uns am vorherigen Tag, diesen Einblick verschaffte! Schart euch um Tharel, er bringt uns hinters Wassertor!“
 
Wunderbar, dass der göttliche Beistand sich Motivation aus Humanität zog.
Die arkane Hälfte mochte ohnehin zurück, wenn auch aus anderem Interesse…
 
 
Kampfeslust von Todesmutigen
 
 
Die Mäuler und Augenhöhlen der Stiermenschen wurden unter die Lupe genommen.
Fehlanzeige.
Keine schwarzen Edelsteine und damit keine unliebsame Überraschung.
Doch eine blieb.
Geoquardons toter Körper war fortgeschafft worden.
 
Lith legte die lila Robe an, setzte die Kapuze auf und hing das Obex um.
 
„Habt keine Sorge, es dient lediglich der Täuschung…“
 
Versicherte der Schattenelf im authentischen Aufzug, schon im Voraus.
Es wurde von göttlicher Seite geduldet.
 Sie beschritten entschlossen den Gang des mysteriös lebenden Adergesteins.

Im Schrein huldigten einige, mit Vorliebe schwarz gekleidete, stark vernarbte Krieger (http://img15.imgspot.com/u/06/57/03/Krieger1141029361.jpg), kniend, stellvertretend dem Artefakt.
Manche standen wachsam herum und traten stolz dem an der Spitze wandelnden Lith entgegen.
 
„Gebt an, Diener Tharizduns, wen habt ihr dort im Gefolge?“

„Geistesversklavte Opfer! Ich bin Schicksalsschläfer und will zu Hedrack, Gesandten des Iuz!“

Lith sehnte sich schon lange, dem Kommandanten gegenüberzustehen.

„Nein, ihr lügt! Ich habe nicht vor euch erschaudert!“

Der vernarbte Krieger hatte wohl noch nie einen echten Verdammnisträumer gesehen, war sich aber wegen aller geflüsterten Gerüchte gewiss, dass er sich ins Hemd machen hätte müssen.

„Wir haben nicht viel mit den ominösen Schicksalsschläfern zu schaffen, aber das ihr Keiner seid, das ist todsicher!“

Er jonglierte einen Pfeil zwischen seinen Fingern und spannte letztlich den Bogen.

„Endlich macht sich all der Schweiß und das Training belohnt!“

Stimmte sein kratzstimmiger Nebenmann ein und schwand spielerisch sein Bastardschwert.
Das Gebetsmurmeln verstummte.
Die Knieenden steckten ihre Schilde an, nahmen die beiliegenden Bastardschwerter zur Hand und erhoben sich.
Drei aus den Ecken spannten ihre Bögen.
Siegessicher ließen die fairen Helden ihre Feinde letzte Vorbereitungen treffen.

„Wir stimmen zu. Seht euch den Kriegern des Lichtes gegenüber!“

Klare Ansage.
Unmissverständlich Yossarian.

Erster Pfeilhagel.
Anlauf.
Schlagabtausch mit Yossarian.

Systematik, Koordination und Stil zeichneten diese Elitekrieger aus.
Sie winselten weder um Gnade, noch flohen sie, als es ausweglos wurde.
Sie waren lediglich zu sechst, doch schlugen sich wacker.
Diese Treue, wenn sie auch unheilig war, würdigten die arkanen Zauberwirker, indem keiner seine Magiemächte nutzte...
Und allein die Waffen entscheiden ließen...

„Respekt. Ihr seid besser ausgebildet als der gewöhnliche Mob.“

... naja, auch die übrigen Gelenke, ausgenommen die trainierten Handgelenke, sollten nicht ganz einrosten.
Ein bisschen schummelte Tharel dann doch.
Als zupackender Troll rostete schließlich auch nichts.
Lith schoss per Armbrust Bolzen.

Heiltränke schlürfen.
Zweiter Pfeilhagel.

„Tharizdun, erhöre meine Worte, und leite dieses Schwert in diese Kehle!“

Yossarian wich geschickt aus und entwaffnete zwei Fanatiker.

„Welch Urvertrauen. Aber der Gefangene kann euch nicht hören in seinem schalldichten Kerker!!!“

Sie suchten ihn mit den Händen zu packen und der Raustimmige wurde schroff.

„Bastard, schmeckt das!“

Doch er und Calsaniss tanzten sie aus.

Die Bogeschützen.
Waffenwechsel.

Nahbegegnung.
Wirbel, reißende Klauen, Sprungangriff, Schuss...
Tod.
Wunden lecken.

Es war überstanden.
Das Nötigste zusammen genommen, die Gefallenen wurden nicht mehr weiter beachtet.
Verirrte Narren.
Vernarrte Irre.


Trunk auf die rote Visage


Tharel, wie auch Lith haderten einige Momente vor der tödlichen Sonne.
Bis sie Yoss fordernd weiterzog.
Leseecke.
Bücherei.
Keine Auffälligkeiten.
Ruhe.
Keine gespenstische Ruhe.
Nur gedämpfte Stille.
Nur leise Geräusche von überall.
Niemand zum Angesicht...

„Es muss uns jemand davon laufen, oder von hinten verfolgen. Fürchte ich.“

Calsaniss wendete sich an den Anführer.

„Mein Instinkt behauptet dasselbe. Doch diesmal ist es nicht des Vreundes Hilfe, die es uns vom Halse hält.“

Über den verlassenen Wachposten kehrten sie zurück in die Umkleide.
Wohl gedacht für Predigten vor der Annihilationssphäre.

Als sich das Tor hob und beinahe geschlossen war, spürte Tharel einen luftigen Überdruck auf der tätowierten Glatze aus dem gerade beschrittenen Gang.
Er berührte die Schreibe.
Doch wieder niemand.
Doch tatsächlich, etwas verfolgte sie.

„Machen wir es ausfindig. Ich denke da an das Dämonenkopftor und meine aus dem Augenwinkel eine Bewegung dort hinein vernommen zu haben.“

Lith bildete mit Calle das Schlusslicht.
Als sie die Treppe erklommen, spürte auch er einen luftigen Zug an der Kapuze, drehte das Haupt und sah das mythische antike Sagenwesen, welches sich über die Treppe zur Bibliothek angeschlichen hatte.
Und gierig seinen Hals nach ihm reckte, wenige Fuss entfernt:

"Chymon! Deckung!!!“

Brachte er gerade so über die Lippen!
Der Hinterhalt im letzten Moment aufgeflogen, ließ sie ihren fürchterlichen Feuerodem wütend die Gefährten verschlingen und fürchterliche Brandblasen besonders auf den Rücken aufgehen.
Ihr Hals war enorm lang und überdeckte die gesamte Gruppe.

„Raus hier!!!“

Yossarian nahm geistesgegenwärtig die Schmerzen ihres kräftigen Bisses auf sich, damit sie währenddessen niemanden sonst befallen konnte.
Sie formierten sofort mit schmerzverzerrten Gesichtern um Yossarian, in dessen Schulter sich die Drachendame verkeilt hatte, und entwichen...

Tiefes Aufatmen der Gefährten.
Sie standen gebückt, stützten sich mit den Händen auf den Knien und pusteten schweren Russ aus den Lungen.
Der stolze Tharel richtete sich als erster auf, nachdem so viele Menschen des Marktes sie anstarrten.

„Der Drache muss sterben!“

Aus der Kehle des glänzenden Streiters schall der, die quatschende Menge übertönende Ausruf.
Nickende Zustimmung.

„Es war noch jemand dort. Aus Richtung der rotflackernden Fackeln vernahm ich einen weiblichen Schatten.“

Fügte Lith hinzu.

„Was uns nicht davon abhalten wird!“

Calsaniss hielt zu Yoss, doch hatte Liths Stimme fehlinterpretiert.

„Gewiss. Das hat auch niemand behauptet.“

Tharel berichtigte und hielt zu seinem gönnerischen Partner.

„Entschuldigt. Eine Überreaktion von jemandem, der sich das erste Mal in seinem langen Reiseleben, einmal fast im irgendwo- nirgendwo heimisch fühlt, ein festplaziertes Ziel zu verfolgen.“

Sie befanden sich in Bet Regor.

Yossarian packte seinen schwebenden Schild und meinte.

„Der Erlös hierfür müsste fast reichen für ein ...“

Sie suchten Stunden, der Zenith war weithin überschritten, es wurde finster, da wurden sie schließlich fündig.

„... Drachentöterzweihandschwert!“

Gefertigt aus dem harten Stahl Evoswom und mit der Zaubererfahrung der dort herrschenden Zaubergilde.
Es lag Yossarian gut in den Händen.

Eine simple Taktik.
Überraschung und Vorbereitung.
Ausreichende Schutzmagie und zermalmende Gewalt einer Angriffswelle.
Zielort, Drachenhort.
 
Sie genossen des abends gute Verpflegung.
Für den Fall der Fälle wollten sie es sich noch einmal besonders gut gehen lassen.
Zarter, edler Wein aus Zoa perlte die Hälse hinab und unvergleichliches Schweinsfilet aus Dynaj zerfiel genüsslich auf den Zungen.
Im teuersten Gasthaus Bet Regors, dem ´Mesozoikum`.
Einer nach dem anderen hob sein Glas zum Prost.

„Auf das es nicht unser Henkersmahle seien solle!“ - Tharel

„Auf das Tharel Ragnarok nicht abheben möge wie ein Adliger!“ - Lith

„Auf das der Adel auf seine Etikette scheißen möge!“  - Calsaniss

Die Gesellschaft war ziemlich angeheitert vom Wein.

„Auf das wir unseren Ruf nicht ruinieren mögen, mit solchen Bemerkungen!“  - Yossarian

„Auf meine ausbleibende Entschuldigung!“  - Calsaniss

...

„Auf das Hedrack hier vorbeischaut und einen mit uns auf sein Ende hebt!“ - Lith

„Auf das Chymon vorbei...“  - Yossarian

„Auf das ihr alle einmal still seid!!!“

Der etwas beschwipste Tharel unterbrach Yossarian, hielt inne und lauschte in sich...

„Eine Botschaft im Geiste hat mich erreicht. Zur dritten Morgenstunde, Zusammenkunft am ovalen Tisch des Wahren. Eure Anwesenheit dringend erforderlich, Entdeckungen, Vreund gefunden, Kanoness Y´Dey...“

Lith schwieg.
Sein Schweigen verritt dennoch einiges.
Die Themen des Abends hatten gezeigt, dass sie lediglich für dieses eine Unterfangen zusammenhalten würden.
Sonst einte sie kein Ziel.
Am ehesten fühlte er sich noch mit seinem arkanen Bitsteller verbunden.
Und auch der kaum.
Mit dem Tag an dem der Zusammenhalt der Gemeinschaft, Yossarian, verschwinden würde, würde sich vieles wandeln – seine Schattenelfnatur schrie in ihm...

Yossarian und Calsaniss waren froh über die Nachricht.
Hatte sich der Vreund selbst errettet!?!
 
„Brechen wir noch heute auf nach Bah! Vielleicht kann man uns jetzt noch etwas berichten, was dringend ist!“

Yossarian mochte nicht unnötig herumsitzen und Däumchen drehen.

„Wieso nicht!“

Calsaniss, Lith und Tharel fausteten in der Tischmitte die Hände.
Yossarian sah sie durchdringend an.

„Habt ihr nicht etwas vergessen?“

„Äh, was?“

„...“

„Oh, ja...  zahlen bitte!“

„ Wir haben aber nur Platinmünzen, hahaahaaa!“

...

Als ob der Schimmernde ihnen eine Lektion erteilen wollte, landeten sie mitten in der verschneiten Pampa der östlichen Kahidela Berge nahe Bet Regor (http://img15.imgspot.com/u/06/57/03/Berge1141029957.jpg).

Lichter hoben sie deutlich von der dunkelblauen Umgebung des Tiefabendgrau ab.
Ein Marsch zurück durch die stürmischen Anhöhen bei Einbruch der Nacht war unvermeidlich...

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Titel: Bündnis mit ersten Schritten
Beitrag von: Nagakeng am 27. Februar 2006, 08:53:36
Am ovalen Tisch


Wieder kein nächtlicher Überfall.
Wie vereinbart teleportierten sich die Helden zur vereinbarten Zeit nach Bah auf den Kirchenvorplatz.
Tenaris (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Tenaris1141132562.jpg) und Calmer begrüßten sie am Eingang.
Tharel kam diese Szene vertraut vor.
Nur dieses Mal musste er seinen ja allzu gefährlichen Kampfstab nicht abtreten...

Teil des Rates der Kleinstadt waren lauter bekannte Persönlichkeiten, die um einen ovalen Ebenholztisch saßen.
Es waren noch ein paar Plätze frei... neben Cryn.
Ja, Cryn!?!
Was tat der denn hier?

Kella, die verschollen geglaubte fhokkische Druidin, stand am Kamin, wandte sich zu ihnen her und lächelte.
Ihre Tannenzweigverkleidung war amüsant.

„So sind wir also komplett...“

Neben ihr lag ein winziges Geschöpf, welches sich dort wärmte.
Nicht viel größer als eine Katze und doch ganz anders.
Es sah beinahe aus wie Chymon als Wyrmling, doch viel gewitzter.
Eine Unterart, die kaum älter als zehn Jahre wird.
Der Pseudodrache (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG210.jpg) hob den Kopf zu ihnen, drehte sich bald gelangweilt weg und legte ihn wieder in seinen Schoss.
War das etwa ihr Vreund!?!

„Ich konnte nicht wissen, dass Y´Dey mich ausspähen mochte, darum willigte mein Geist selbstverständlich nicht ein. Ansonst hättet ihr allerdings sehr beunruhigendes miterleben müssen.“

Sie hielt kurz inne und spannte alle auf die Folter.

„Nachdem Phife mich verließ, ließ ich auch die Knorrwälder hinter mir und kehrte in mein Stammgebiet im Osten zurück. Denn dort wo Urgewaltig Böses die Natur verdarb, braucht sie besondere Unterstützung. Ich hatte mich schon lange nicht mehr vergewissert, ob wenigstens die Hobgoblins keinen Raubbau treiben. In der Kathedrale befanden sich nur mehr wenige ihrer Art. Doch der Winter war so hart noch nicht gewesen, also wurde ich stutzig und beobachtete noch einige Tage ihr Treiben. Bis Riesen und Oger aufkreuzten und diese mit Gewalt mit sich rissen. Ich verfolgte in Tarnung ihre Spuren, die an einem Schacht im Nordosten des Tempels des Elementaren Bösen endeten. Als Oger gelangte ich in einen gestützten Tunnel. Brach aber dann ab, um  unserem Rat davon zu unterrichten!“

„Deshalb ist der Hundearchon nicht zurückgekehrt, ich verstehe... Er wird dort Tugendhaftes vollbringen wollen.“

Die grübelnde Y´Dey erlangte Wahrheit und Erleuchtung.
Die nicht Eingeweihten sahen fragend zu ihr.

„Er ist ein Verbündeter des Wahren, den ich bisweilen rufe, um für mich Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Nickte sie ihnen zu.
Kella fuhr fort.

„Die hochgewachsenen Entführer trugen altbekannte Symbole... Symbole des Älteren Urgewaltigen Auges und das, eines mir unbekannten Gottes...“

„Sein Name soll hier nicht bedenkenlos ausgesprochen werden. Er ist der Gefangene Eine!“

Merkte Y´Dey an und flüsterte ihn nur leise.

„Tharizdun. Er und das Ältere Elementare Auge sind seit Urzeiten Verbündete.“

So mancher hatte von diesem gefangenen Mysterium noch nie gehört.
Mit Ehrfurcht und Bange lud sich die ohnehin warme Luft auf.
Kella ergänzte.

„Unter dem Tempel des Elementaren Bösen sind Ausgrabungen im Gange. Der Tempel strebt zu neuer Macht und wird wieder nach Tyrannei in Paru Bor langen, wenn wir nicht erneut eingreifen. Die Oberhäupter, einst die Abenteurer, die Bah anheuerte um das zweite Treiben zu unterbinden,  verwiesen mich auf euch fünf.“

„Dieses Land hat zwei Erhebungen erlebt, Bah hat zwei erlebt, ich eine,... wir stellen uns einer Dritten! Verrecken werden sie, wir treten ihnen in den Arsch und stopfen sie in das feuchte Loch zurück, wo sie herausgekrochen sind!!! “
 
Der normal so ruhige Rufus (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Rufus21141132759.jpg) hatte Stellung bezogen.
Etwas derbe und herausplatzend.
Ja, er nahm kein Blatt vor den Mund... wenn er ausnahmsweise sprach.

„Stürme, Fluten, Feuer, Erdbeben. Unsere Region soll dies nicht noch einmal aufrütteln. Also ist ein frühzeitiges Eingreifen nötig!“

Und auch seine gesprächigere und um circa zwei Jahrzehnte ältere Hälfte, Burne (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Burne21141132931.jpg) der oft ein so sorgsamer Denker und voraussehender Planer war, fiel in die Erinnerung an die Blütezeit des Bösen.

„So simpel, wie ihr es gerne hättet ist es schon lange nicht mehr.“

Verschreckte Tharel die Gemeinde.

„Der Einfluss des Tempels des Elementaren Bösen hat sich stark vergrößert. Im Norden ereignete sich, wenn ihr euch nicht mehr erinnert erst vor wenigen Monaten ein Gewitter, das alle Naturkatastrophen vereinigte. Bei Vonidu hat sie eine Nachfolgebewegung gegründet... wenn das nicht sogar die Basis war, von der die Truppen des Bösen zum Bau ihrer blasphemischen Kathedrale zogen. Zumindest haben wir jetzt zwei Fronten, und aus Kalamar droht eine Dritte.“

...

Es mündete in betretenem Schweigen.

„ Ich trübe die Stimmung nur mehr ungern, aber auch ich habe schlechte Kunde. Als Aufpasser für und Draht zu Vonidu blieb ich vor ein paar Tagen im dortigen Gasthaus ´Graue Hütte`. Irgendwann nachts hörte ich einen Bums an den Fensterläden und nach kurzer Stille ein Kratzen. Es war dieses halberfrorene Geschöpf. Sein Name, den ihm unser Vreund gab, ist Spitmun.“

Er schwenkte wieder sein Köpfchen her, als er seinen Namen hörte.

„Spitmun trug eine Art winzigen Rucksack, in dem  ein beschriebenes Pergament ruhte, von V... Varachan!  Das ist unser Freund. Und Spitmun sein Haustier.“

Er reichte sie als Erstem Yossarian.

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Dessen bereits ernste Miene wurde betroffen.

„Im Rucksack war noch mehr. Göttliche Schriftrollen und vier schwarze Kapseln.“

„Spitmun kannst du sprechen?“

Der kleine Drache röhrte als Yoss fragte.

Ja.

Fast wie Alton hatte er einige Arten sich akustisch zu äußern – Grollen, Knurren, Murren, Schnurren, je nach Stimmung.
Doch im Gegensatz zum Tiefenzwerg konnte er sich auch telepatisch verständigen.

„Wieso hast du dann bist jetzt nichts gesagt?“

Weil mich niemand gefragt hat.

Er hielt das für ganz selbstverständlich.

„Wofür sind diese Kapseln?“

Damit kommt man in Varachans Stube. Sprecht bloß beim Knicken der Stiftchen ´Dunkelheit`.

„Können wir ihn noch retten?“

Hedrack ist ein weiser, alter Mann des Kultes, wiederholte Varachan immer. Er weiß mehr als er preisgibt und ist allen immer einen Gedankenschritt voraus. Wenn er ihn nicht schon lange auf Schritt und Tritt beobachtete, muss mein Herr jetzt aufgeflogen sein...

Spitmun schnaufte traurig.

„Dieser grüne winzige Dämon, der verschwunden ist, muss ihn auf die Spur geführt haben.“

Ja, tatsächlich er ist grün und winzig und ein Quasit.

Es wurde einiges klarer.

„Welcher Wandel hat Varachan erfasst, das er uns half und hilft?“

Varachan und Hedrack waren einst Seite an Seite mächtige Vorkämpfer des Bösen. Vor einiger Zeit hat Varachan erkannt und sich abgewandt. Er hat Buße getan für seine schreckliche Vergangenheit. Deshalb habe ich ihn erwählt.

„Weil er nun reinen Herzens ist.“

Pseudodrachen suchen sich ihre Herren selbst aus und sind sehr wählerisch.

„So, nun wir brauchen Ergebnisse. Deshalb habe ich euch hier alle versammelt. Weil ihr der Schutzwall Bahs und dieser Region allgemein seid! Wer tritt der Gemeinschaft gegen das Elementare Böse bei und wie?“

Yossarian meldete sich zuerst und sprach gleich für alle Verbündeten.

„Unsere Gruppe wird sich den beiden intakten Festungen des Bösen im Mount Stalagos annehmen. Und so bald wie möglich den Ausgrabungen unterm ursprünglichen Tempel des Elementaren Bösen widmen.“

„Zuerst knöpfen  wir uns den Drachen vor und entscheiden dann, was das Klügste weitere Handeln ist.“

Konkretisierte Tharel.
Kella stimmte ein.

„Derweil werde ich mich zu den Ausgrabungen begeben und in ihre Reihen einschleusen. Ich werde dort verwandelt vorab Aufklärung leisten. Ihr erkennt mich, dafür sorge ich.“

Gleichzeitig wandte sie sich der Türe zu.
Es war beschlossene Sache einer Frau, die Tellene und seine Natur liebte.
Wenig später konnte man einen einsamen weißen Bären durchs Fenster hinforttraben sehen.
Ohne Begleitung.
Die hielt wohl Winterschlaf.

„Wir versetzen die Büttel in Alarmbereitschaft und verdoppeln die Patrouillen. Währenddessen werden besonders wir  über unsere geliebte kleine Stadt wachen und im Ernstfall verteidigen.“

Die Burgherren taten ihren Beitrag.
Parallel verkündeten Terjon (http://www.pvkii.com/images/news/cleric.jpg) und Elmo.

„Ich biete meinen Beistand in der Schlacht an. Meldet euch einfach.“

Tharel und Lith schmunzelten.
Kanonefutter.
Und noch dazu so Hochkarätiges.
Nein, danke...

Y´Dey durfte in einer guten Gemeinschaft natürlich nicht fehlen.

„Ich werde die Gemeinschaft unterstützen und die Zusammenarbeit fördern. Gebt mir Bescheid, wie ich nützlich sein kann. Der Tempel des Elementaren Bösen darf nicht noch einmal Schrecken bringen.“

Etwas war anders, aber was!?!
Jetzt kam es ihnen.
Sie hatte sich die weißen Haare kurz geschnitten, so wie sie einst gegen den Tempel des Älteren Elementaren Auge zog.
Aufbruchsstimmung.

Y´Dey (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/YDey1141133291.jpg) wirkte viel jugendlicher, und der Männertrupp hatte es fast völlig übersehen.
So waren sie nun mal...

Einige bekannte Gesichter, wie Ingrith und Spugnoir waren nicht anwesend.
Sie würden sicherlich noch davon mitbekommen.

„Vernichtet doch  zwei Brücken, eine lässt sich besser sichern.“

„Keine resolute Idee, Cryn. Das wäre fatal für die Flucht in die Burg. Wenn Ströme von Menschen auf allein eine Brücke zupilgern... Tote und Verstopfung.“

Calsaniss tat sich als Tadler des jungen, und langjährigen Gruppenmitglieds auf und Tharel nahm ihn sich zur Brust.

„Bleibe in Vonidu, bis wir dich für die Dämonenbekämpfung holen. Im Moment ist es so eine Sache mit den Sprungreisen, weißt du...“

Cryn willigte widerwillig ein.

Burne und Rufus würden Pläne zur Verteidigung austüfteln.

„So soll es also geschehen. Einen schnellen und schmerzhaften Fall dem Tempel des Elementaren Bösen!“

Mit diesen Worten entließ die Kantorin den Rat.
Im Gehen öffnete auch noch Jaroo (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Jaroo1141134289.gif) den Mund und sprach zu seinem besten Freund Elmo.

„Gib mir Auskunft über die Lage und ich will mit der winterlichen Naturgewalt beiwohnen.“

Als alle verschwunden waren, sprach Y´Dey nun offen.

„Wir können froh sein, dass die Tage nichts vorgefallen ist. Ihre Führer drohen und lügen, der Wahrheit spottend. Die gerechte Strafe soll an ihnen vollstreckt werden.“

„Ganz im Gegenteil zu Vonidu...“

Yossarian war betrübt.

„Wer soll Varachans Haustier vorübergehend  behalten?“

Fragte Terjon, und musste sich ein Grollen Spitmuns anhören, der damit seinen Unmut über seine Bestimmung ausdrückte.
Pseudodrachen war darin sehr selbstbestimmt.
Dem folgte ein trauriges verzweifeltes Schnauben, als er den Kopf schlaff zu Boden hingen ließ.

„Entschuldige, freiheitsliebendes Geschöpf. So bleib einfach liegen, wenn es dir dort gefällt. Derim wird sich um dich kümmern. Und keine Sorge, sie werden dir Varachan wohlbehalten zurückgeben. Ist es dir so Recht?“

„Wir vernichten Chymon und befreien im selben Atemzug Varachan!“

Versicherte Lith.

Zum Schutz hat mein Herr noch einigen Besitz behalten. Ich weiß noch, wie er immer bedächtig kurz verharrte um seine Truhe zu öffnen. ´Tharizdun soll niemals frei sein!`  Pfeile, die schnell töten und Tränke waren noch darin. Vielleicht hat er sich ja gegen Hedrack erwehrt auch ohne den Beistand eines göttlichen Patrons...

Hoffte Spitmun.

„Weißt du noch mehr?“

Er hat mich nie über sein gesamtes Wissen aufgeklärt. Varachan war so gütig. Er mochte mich nie zur Zielscheibe eines Verhörs machen. Von mir wusste auch niemand, mein schweigsamer Herr...

Calsaniss sah sich derweil die Rollen durch.
Unglaublich, was da alles drauf stand...
Einmalig auch Auferstehung.

Themenwechsel von Y´Dey.

„Der Krieg mit Kalamar ist so unausweichlich, wie der Schnee immer vom Himmel fällt. Und nicht anders. König Sugil der II ist zu stur. Es interessiert nur mehr wann es geschieht. Dann droht uns aus zwei Himmelsrichtungen Gefahr. Also dürft ihr nicht versagen. Die Gefahr aus Nord und Ost muss vor der im Süden getilgt sein.“

„Ein rasches Vorgehen, welches sogar den Reisenden angenehm stimmen würde, wird unerlässlich sein.“

Schwärmte der Wanderpriester.
Lith bremste die euphorische Stimmung.

„Wir können aber nicht mit Bet Regors Hilfe, also der Hilfe der Großkirche rechnen. Das erfuhr ich von Sepiter Rahahn, dem Hofmagier des Königs. Den genauen Zeitpunkt der Konfrontation können sie noch nicht abschätzen.“

Tharel bremste diese Eile weiter.

„Um dem Drachen keinen Ausweg und keine Überlebenschance zu lassen, müssen wir diesen Tag noch für Vorbereitungen nutzen.“

Es hatte weniger mit dem Plan zu tun.
Es war wegen dem trunkenen Abend, dem Fehltransport und dem kräfteraubenden Fußmarsch.
Doch das wollte natürlich niemand zugeben.
Und außerdem mochte man noch die Schutzmaßnahmen mitbestimmen, speziell Yoss warf ein Auge darauf, um sich später keine Vorwürfe machen zu müssen und ganz besonders mit dem Drachentöter zu üben.
Auch die anderen fanden genug Punkte, an denen sie ansetzen konnten, um diesen schönen Wintertag noch zu genießen...

Spugnoir (http://img15.imgspot.com/u/06/59/06/Spugnoirecht1141212738.jpg) wurde informiert.
Wie auch Yether (http://www.ogmiosproject.org/pics/mage.jpg) und Jennithar (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Jennithar31141134498.jpg).
Bei Yether musste Yoss viel Motivationsarbeit leisten.
Jennithar schöpfte daraus allein neue Kraft.

Wissensbücher des hiesigen Wissensbude Todariche Nems (http://img15.imgspot.com/u/06/58/08/Rufus1141133828.jpg), einer Art Lehrer, gewälzt, mit den Bütteln und Tristan gesprochen und vieles mehr...

Unter anderem ersonnen die Magier für Calsaniss ihren eigenen Spitznamen.
Calatulka hieß der Reisende auf Drakonisch.
„cala“ bedeutete „windig“ und „tulka“ bedeutete „fliegend“
Mit Fliegen verbanden sie allerdings die unangenehmere Weise zu fliegen.
Nämlich geworfen zu werden.
Denn Kleriker waren die bei weitem am häufigsten scheiternden Charakterköpfe an den Mauern des Elementaren Bösen.
Wie sollte es auch anders sein.
Tharizdun duldete keine andersgesinnten Götter in seinen Mauern.
Calsaniss aber bewies seine Ausdauer, seine Zähigkeit und sein Talent.
Niemand butterte ihn so schnell unter.


Rachekreis


Die folgende Nacht war ruhig, doch der folgende Tag begann grausam.
Aufregung unter Burnes Bütteln.
Ein neuer Tatort.
Ein Blutbad.
Diesmal Marsch in nordwestlichen Ausläufer- also nicht einmal in das Gebiet des Unheil anrichtenden Riesenebers.

Elmo (http://img15.imgspot.com/u/06/59/06/Elmo21141212817.jpg) war bereits vor Ort und außer sich.

„Ein Massaker... eine ungleiche Schlacht wurde diese Nacht geschlagen. Wie die Opferlämmer zur Schlachtbank geführt!“

„Das wird der Anfang vom Ende gewesen sein. Hoffentlich ein Ausnahmefall. Wir ziehen den Schuldigen zur Rechenschaft.“

Versicherte Yossarian.

„Ich kannte diese Familie und dieses Ehepaar gut. Gebt mir die Möglichkeit mit euch zu ziehen, vergesst es nicht!“

Sie betraten die nebeneinander liegenden Häuser.
Eine regelrechte Hinrichtung, willkürliche Auslöschung.
Und eine Erinnerung mit Blut groß an die Wand geschmiert.

Das Böse siegt zuletzt immer
Seht selbst
Wir siegen zuletzt immer!

Ehre dem Älteren Urgewaltigen Auge!


Auf Riesisch.
Wenn das mal nicht der Stier mit dem Kürzel Erdquelle war.
Geoquardon.
Von den Toten zurückgekehrt...

Lith musste dem Verfasser fast recht geben.
Aber nur solange sie nicht auf ihn trafen.
Dann badeten sie im eigenen Blut.
Er hatte kein Mitleid übrig für die Opfer.
Sollten andere Tränen vergießen.
Sterben müssten sie alle früher oder später.
Warum waren sie dann alle immer nur am Trauern und Jammern?
War der Tod nicht manchmal einfach nur Erlösung.
Der Verstand eines Schattenelfen war dabei anders gepolt.
Wären sie Gawains Rat – einem inzwischen gefangenen Ritter Raziels und des Wahren - gefolgt, und hätten gelernt mit der Armbrust umzugehen, hätten sie auch ihr Schicksal lenken können.
So glaubte er...

Die Helden warteten ab, bis sich die Lage beruhigte, denn auch der Bevölkerung blieb der Vorfall nicht verborgen und Yossarian mochte denen Hilfe leisten, welchen es besonders miserabel ging.

Als sich der Tumult sich gelöst hatte, sammelten sie sich zwischen den drei Kirchen, baten, zum Teil obligatorisch, um Beistand.
Erlegten sich portioniert ausgeklügelte Zauber auf – zum Beispiel Lith in mehrfacher Ausführung, Tharel verschleiert, Calsaniss verschnellert und ausdauernder, Yossarian mit einer steinigen grauen Haut, und alle mit Elementarschutz und noch vieles mehr- und wagten den Schritt.
Sie ahnten ja nicht, dass sie in nicht einmal einer kleinen Sanduhrlaufzeit wieder hier waren...

„Draconicum est nordica res“

 … und standen alle fliegend im Drachenhort über dem noch kleineren Schatz.

Chymon hatte sich ein drittes Nest im nördlichen Gang angelegt und ruhte dort.
Sie fuhr hoch und brüllte.

„Ihr könnt es wohl kaum erwarten!!!“

Yossarian schloss sofort auf mit einem Dive und sah dem Drachen Aug in Aug.
Seinen Zweihänder zog er von oben nach unten durch, und Lith biegt das Schicksal, dass Chymon eine scheußlich blutende Wunde quer über der Schädelmaske erhält.
Tharel eröffnete mit der puren Macht eines Elektrizitätsballes.
Calsaniss schrie nach der Gerechten Macht des Reisenden.
Und Lith setzte zu allem Übel die Wand der Macht, die er hinter Chymon aufspannen mochte, zu weit von sich weg, so dass ihr Effekt ausblieb.
Einfach verschätzt.
Chymon reagierte am langsamsten und fegte mit einer Litanei an Attacken über den Champion hinweg, dessen Steinhaut viel schluckte.
Beide angeschlagen lieferten sie sich einen erbitterten Schlagabtausch, in dem der Drachentöterzweihänder immer wieder sein Ziel fand.
Calsaniss gewährte Tharel noch einen Kältekegel, um anschließend selbst aufzuschließen.
Doch Chymon verschwand plötzlich spurlos vor Yossarians Augen...

„Ihr nehmt Chymon nicht aufs Korn! Niemand!!!“

Hallte es, ein paar Kurven weiter.
Lith und Tharel sahen den einseitig Frostbeulen überzogenen Drachen sich umwinden und die Ecke nehmen.

Verfolgt sie, sie entwischt!

Calsaniss warf den Turbo an und schwang sich als erster hinterher, knapp gefolgt von Tharel und Lith, zuletzt Yossarian.

Das Ungetüm war ein schwerfälliger Flieger und streifte die schwarzen Wände.
Um zwei Ecken zischte sie durch einen sehr langen Gang vorbei an einigen schweren typischen Toren, durch eine Art – unbelebten- Speisesaal.
Doch sie war sehr schnell.
Schneller, als ihr Verderben im Nacken.
Doch sie lassen nicht ab, missachteten alle Attraktionen, fixiert auf Chymon.
Tharel formte soeben wieder mit dem Energiesubstitutionsstab arkane Gesten, da zog der rote Tiefflieger unterm Armband eine Rolle hervor und schrie vor zynischem Zorn auf Drakonisch:

„Dann zersört Chymon eben das Wertvollste was euch fühlendem Gewürm und Schatzdieben an der Pumpe liegt.“

Am Herzen lag?

Gebrauch.
Verschwunden!

Der gerade gesprochene Zauber wurde von den Magiern als Fehlerloser Teleport diagnostiziert.
Wo war sie nur hin?

„Sie ist in Bah, und lässt ihren Odem über die unschuldigen Bewohner der Kleinstadt regnen!“

Tippte Yossarian.

„Der Schatz ist jetzt unbewacht! Burne, Rufus und Y´Dey regeln das!“

Erwiderte der Drachengoldpirat Tharel.

„Roter Magier von Bynarr keine Sperenzien!!! Ihr wolltet Führung! Nun habt ihr sie und folgt auf der Stelle!“

„Schon gut. Kleiner Magierscherz.“

Sie formierten sich um Lith, der bereits Arkanicum sprach...

Der Schimmernde war ihnen gewogen, landeten sie doch über den Dächern Bahs.
 
Wo war sie?
Dort!
Chymon steuerte auf die Kirche des Wahren zu und spie Flammen.
Doch das Dach fing noch kein Feuer.
Der Schnee war verdampft.
Die Ziegel glühten.
Und zog einen weiten schweren Bogen, wobei sie mit Absicht einige Dächer streifte und teilweise abdeckte – vor der Kulisse schwerer Schneewolken.
Sie sichtete nur wenige in Panik kreischende und rennende Bahjaner, denn der Großteil mied furchtsam die Straßen nach den morgendlichen Aufdeckungen.
Ein kältescheuer Roter Drache würde nicht freiwillig zur Landung ansetzen...

Sie hatte die Helden nicht bemerkt, was ihren Untergang bedeutete, denn mit einer Dimensionstür in ihre Flanke schlossen sie auf.
 
Liths und Tharels doppelte, parallele Kälteportion- aus den beiden Kegeln formte sich eine Kugel unvorstellbaren Kälte (http://img15.imgspot.com/u/06/59/06/Explosion1141213027.jpg)- die den davon zischenden jungen erwachsenen weiblichen Roten Drachen gerade noch die hinteren Läufe einfror, welche sich anschließend nicht mehr bewegten, schwächten das Biest ungemein.

Ihr Flug war nicht mehr sehr kraftvoll und energiestrotzend.
Yossarian war blitzschnell gefolgt und stieß ihr den Drachentöter in die rotschuppige Seite.
Chymon driftete mit einem röchelnden Aufschrei ab...
Auf Drakonisch, war es gerade ein langes unverständliches Wort, doch auf Handelssprache ein ganzer Satz.
 
„Wie konnte das geschehen, Chymon ist unbesiegbar...“
 
Im Chor schrie man dem abschmierenden, bloßgestellten Kollos nach.
 
„Das hast du wohl nur geträumt, Biest!!!“
 
Calsaniss hätte gerne mehr getan, als einmal – und das nur beinahe- zuzustechen und Yosses Wunden zu schließen.
Aber der gemeinsame Aufschrei nahm ihm diese Reiselast von den Schultern.
 
Jetzt hatten sie noch einen Moment zu bangen, wo Chymon niedergehen würde.
Denn den Notfallzauber der Fallenden Feder hatte man momentan zugunsten anderer Hilfsmagie im Repertoire gehabt…
 
Sie fiel mehr als langsam abzutrudeln und landete glücklicherweise nicht direkt auf der Siedlung, sondern in einem recht weiten Wäldchen zwischen den Häusern.
Mit einem gewaltigen Wums und dem Geräusch von knickenden Tannen verschwand sie in einer Schneepulverwolke…
 
Der Drache war Geschichte ohne den Hauch einer Chance!!!
 
Da schwebten sie also noch in der Luft, sahen vereinzelt Menschen in den Gassen, die ungläubig hinaufsahen und von alle dem nicht viel mitbekommen hatten, während weit entfernt noch einsam panische Hilferufe an ihre feinen Spitzohren drangen.
Ein junger Jägersohn sah von unten herauf.
 
„Verzeiht Fremde, aber was war das gerade? Etwa ein Drache!?!“
 
Keine Furcht.
Er hatte ja nicht einmal ihren gewaltigen Schatten erlebt.
 
„Ja, mein Bester. Bring Bah die frohe Kunde!“
 
Befahl Yossarian freundlich schmunzelnd.
Und der freiwillige Knecht lief durch die Gassen…
 
Die Drachentöter flogen hinab.
Wie ein wildes Tier erlegt.
Yossarian verpasste ihr den versichernden Stich in die Kehle und knöpfte ihr den Armreif und die knisternd alten Magierollen ab.
Die lodernde Flamme in ihren Augen war erloschen.
 
„Wollen wir zurückkehren und noch in Windeseile den Münzschatz bergen, solange wir beinahe unverwundbar sind?“
 
Bat Tharel die Schatzelster.
 
„Wir müssen lediglich den Nimmervollen Sack vorher leeren.“
 
„Mmmhhh… aber dann beeilt euch!“
 
Stimmte der beflügelte, schimmernde Streiter mit einem Lächeln zu.
 
„Fortfort, soll die Reise gehen!“
 
Calsaniss stand wie immer auf Yosses Seite.
 
Lith und Tharel flogen flott zur Burg, wo stammelnde und verdutzte Büttel auf dem Aussichtsturm schwer von Begriff waren, als die Magier sie baten, Burne möge etwas für sie aufheben.
 
„Hopp, hopp, wir haben nicht ewig Zeit!“
 
Der Rote Magier trieb einen von seinem Posten, der sich nur schwer löste, um den zuständigen Burgmagier zu holen.
Als Augenschlag um Augenschlag verging, grübelten sie und blickten sich schweigend in die sehr unterschiedlichen Sehorgane…
 
„Ihr wollt Dinge bei mir verwahrt wissen? Ich habe einige Bedenken wegen der Sicherheit, stimme aber dem Rat zuliebe zu.“
 
Burne war heraufgehetzt.
 
„Habt dank für eure Mühe, doch wir haben es uns anders überlegt.“
 
Erwiderte diesmal der Schicksalsweber…
 
Es pilgerten bereits die ersten Bewohner zur Absturzstelle und staunten ehrfürchtig, als die beiden Abkömmlinge zurückkehrten.
 
„Wir bleiben hier. Fragt am besten erst gar nicht, es hat viele Gründe…“
 
Nicht oft schwamm man im Ruhm.
Aber sie hatten ja nicht lange vor weg zu bleiben.
Man würde sie immer noch ausgiebig feiern können.
Yossarians Augenblick zu großem Ruhm war nicht wahrhaftig gekommen.
Denn so mochte er ihn nicht.
Nicht als Drachentöter, sondern als Volksheld wollte er sich einen Ruf erarbeitet wissen.
 
Es steckte anderes hinter den Überlegungen der beiden Gefährten.
So dachte Calsaniss weiter.
Aber was?
Hatte sie ein mulmiges Gefühl in der Magengrube überkommen?
Nun, egal, diese Reisemöglichkeit war vertan.
 
Die Drachentöter trennten sich.
 
Yossarian und Calsaniss blieben und bewachten den leblosen Körper, um darauf zu achten, dass ihn niemand schändete, während Tharel der gnomischen Kirschnerin einen Eilauftrag zutrug.
Sie und ihre Angestellten sollten eine ganz spezielle Häutung übernehmen.
Sogleich schickte sie ihre Mitarbeiter, die Ausrüstung zusammenzutragen.
Als in diesem Zusammenhang der Begriff des Elementaren Bösen fiel, posaunte es ihr über die Lippen:
 
„Dieser Joman Dart ist ein Spion des Elementaren Bösen! Sie müssen ihn festnehmen!“
 
Bei der Kantorin, die bedächtig über den errungenen Sieg lächelte, erfuhr Tharel detektivisch, dass dieser Joman Handelskammermitglied der Goldenen Allianz war und zudem noch seinen Schmöckerladen in dem Haus eröffnet hatte, indem sich vor einem duzend Jahren Spione des Älteren Urgewaltigen Auges eingenistet hatten und sich aus persönlichem Zwist weigerte, Daerias Leder anzubieten.
 
Lith wollte seine Ruhe und zog sich ins ´Wilde Weib` zurück.
Durch die Fenster beobachtete er aus den Augenwinkeln die scheuen Bahjaner, die neugierig einen der nun per Jägerbub populären Drachenfäller vor die Linse bekamen.
 
Währenddessen scharte sich die Bevölkerung schier staunend um das Monstrum, dass sie nur aus Märchen der alten Tage kannte.
Wohlig warm eingepackte Kinder warfen mit Schneebällen nach dem Roten Berg, doch hielten gehörigen, respektvollen Abstand.
Vertrieben von den mit Leiter und Seilspanndoppelsitz anrückenden Kirschnergesellen in winterfester Montur, umzingelte die Kinderschar die ebenfalls in lange Fellmäntel gehüllten Helden.

„Habt ihr das Ding geschossen?“
 
„Was denkst ihr denn?“
 
„Boahh!!!“
 
Reihum.
 
„Darf ich mal das Schwert haben?“
 
Yoss, der gerade zu einer erzieherischen Rede ausholen wollte, wurde von Tharel Ragnarok abgefangen.
 
„Nein, was denkt ihr denn?  Es ist sooooo schwer und wenn du es nicht halten kannst, könntest es dir, wenn es dumm läuft, im Fallen den Zehen abtrennen…“
 
„Bäh!“
 
Die Kinderschar verkrümelte sich angeekelt.
Der sonst bevormundete Magier...
Ganz konnte er es nicht abstreiten, dass Yossarian die Gruppe teils selbst führte...
musste sich dafür erkenntlich kindungerecht methodisch zeigen.
Immer diese Bälger…
 
„Ihr ward wohl nie selbst Kind, Tharel?“
 
Yoss warf ihm eine rhetorische Frage vor die Füße.
Keine Antwort mehr…
 
Die Stunden zogen sich ungewöhnlich lange hin.
Unaussprechliche Anspannung auf dem Schnee.
Als ob er wartete, auf schwere Maßnahmen des Bösen…
 
Und es ging am kostbaren, harten Schuppengewand Chymons kaum etwas voran.
Die Fackeln entzündet, es dämmerte tiefgraublau.
 
Terjon kam des Abends in Begleitung Derim Legorus und spendete Applaus.
 
„Y´Dey sendet mich, um euch an ihrer Stelle nochmals ausführlich zu gratulieren. Kommt, ich lade euch ein auf ein Starkbier ein.“
 
„Wieso kommt sie nicht persönlich?“
 
„Sie gönnt euch Ruhe vor ihren ständigen Predigten des Wahren Sicht. Seid heiter.“
 
Terjon beliebte zu scherzen.
 
„Sie hält einen Gottesdienst im kleinen Kreis.“

Und so arbeiteten die Häutungsexperten im Fackellicht im weißen Wäldchen weiter, während Burnes Büttel überall auf den Straßen präsent waren.
 
Die Drachentöter fanden sich im ´Wilden Weibe` ein, wie auch viele Bahjaner, die Vorbilder, Mhyten, Sagen, und einfach wunderbare Helden brauchten…

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Titel: Wendungen
Beitrag von: Nagakeng am 08. März 2006, 11:52:14
Fest mit Wendung
 
 
(65)
Obex!
Lila Robe!
Dort in der dunkelsten Ecke saß ein Schicksalsweber!

Es stellte ihnen die Buckelhaare auf.
Doch da erkannte man sein hageres Gesicht.
Lith.
Er hatte seine Kultkluft angelassen...
Und brauchte Abstand, denn er misstraute der gegenwärtigen Situation.

In der Gaststätte fanden sich mehr und mehr Menschen ein, die ihnen nachpilgerten und bald war das ´Wilde Weib` rappelvoll.

Redithidoor Halbmond bat den Schattenelf um eine kleine Ausführung der Drachentöter.

„Ich würde euren Triumph gerne für alle Zeit in eine Ode binden.“

Lith stand auf und stellte sich auf das Podest.

„Gut, wenn ihr es selbst vortragen wollt...“

Die Menge, der Mob, wie ihn Tharel nannte, wurde ruhig und lauschte gespannt.

„Narren seid ihr!!! Macht euch lieber aus dem Staub, solange ihr noch könnt. Wir wollen nicht auch noch für euren Tod verantwortlich gemacht werden. Sie stehen mit ihren Abscheulichkeiten noch ganz am Anfang.“

Verdutzt über den Sprecher starrten die Anwesenden den Schattenelf an.
Noch bevor ein Raunen durch die Menge ging, erhob sich Yossarian.

„Auf diese Art beliebt mein Freund zu scherzen. Unterreichshumor. Seid unbesorgt und genießt diesen feierlichen Abend!“

Gelächter.
Yossarian flüsterte Lith vorwurfsvoll zu.

„Meint ihr nicht, dass man ihnen vor der permanenten Gefahr einmal Ruhe gönnen sollte? Und euer Vorschlag ist lächerlich. Wohin sollen sie denn im tiefsten Winter? Auf den Wegen oder unter Brücken erfrieren?“

Lith schwieg.

Der Barde versuchte es bei Calsaniss, der bereitwillig Bericht erstattete.
Denn auch er als Reisepriester hatte schon oft die Begleitung eines erzählfreudigen Minesängers genossen und so revangierte er sich bei dieser Zunft.

Die Speisekarte.
Heute wurde auf Kosten der Kirche gespeist.

Es wurde getanzt, gesungen und dazu Musik gemacht.
Der Barde hatte Publikum gefunden.
In einer Ecke lauschten die Allerkleinsten gespannt der siebenten Wiederholung Redithidoors Erzählung, der mit jedem Male dicker auftrug.

Burne hatte zur Sicherheit eine Hand voll Büttel ins Gasthaus kommandiert.

Die Zeit verstrich und Terjon bat:

„Y`Dey möchte, dass ihr euch voll und ganz dem Schutz der Bevölkerung widmet. Natürlich auf indirekte Weise in der Entfernung, wenn ihr versteht, was ich meine. Dafür bittet sie euch, eure Aufzeichnungen Derim zu übergeben. Berichtet ihm ab und an, und er wird es für euch künstlerisch festhalten. Unser Anwärter hat sein Können ja bereits in der Abschrift bewiesen.“

...

„Hier, nehmt es.“

Tharel überreichte es ihm.

„Mit Vergnügen!“

Derim Legorus Linsen funkelten wie Diamanten.

„Stoßen wir darauf an!!!“

Terjon erhob sein Altbier.
Und auch dem Priesteranwärter war es heute Nacht gestattet, ein Ale zu leeren... was auch genug für ihn Gemüt war.
Gut angeheitert verabschiedete er sich lauthals lallend, wankend zur Bettruhe.

„Derim, nimm Haltung an!“

Blies ihn Terjon bitter an.
Die Kirche so lächerlich zu machen war ein schweres Delikt!
Einem Priesteranwärter ließ man es aber nochmal glimpflich und ausnahmsweise an diesem Fest durchgehen.

„Jawohl, Herr Prälat!“

Für die letzten Fuß zur Tür, riss er sich ungeheuer zusammen.
Herein fiel Schnee.
Taumelte staksend zurück, mit weit aufgerissenen Gesichtöffnungen.
Angst breitete sich darin aus.
Die Stimmung verhallte wie ausklingendes Vogeltrillern.
Derim ließ sich zu Boden plumpsen und kroch rückwärts, wobei er stammelte.

„D..e..r..D..r..a..ch..e...“

Er wurde ohnmächtig und sein Haupt schlug dumpf auf die Holzblanken.
Eine bekannte, gefühllose Stimme, in einer Sprache, die nur die Magier kannten, hielt eine Rede.
Die Tische standen ungünstig, so dass man nicht hinaussah.
Und auch die Fensterläden waren bereits geschlossen.
Die Gäste kauerten sich in die Ecken und unter Tisch und Stuhl.

„Chymons Schätze und damit zweifelsohne auch ihr, taumelnde Drachenmörder, warten hinter diesen dünnen Wänden. Chymon ist von den Toten zurückgekehrt eurer Auslöschung willen. Die, welche euch feiern sollen um euch trauern. Chymon fordert euch zum Duell. Sofort!!! Sonst steckt Chymon das ganze Dorf in Brand!!!“
 
„Wir kommen heraus, dann könnt ihr euer Duell haben!“

Rief Lith, der als einziger wahrhaft gefasst auf diese Situation war.

„Das hat nicht der Drache zu entscheiden!!!“

Erhob sich gediegen energisch eine fremde weibliche Stimme.
Verwunderung!

...

„Wer dann?“

„Das wüsstet ihr wohl gern. Aber ich kenne eure Tricks!“

Während Tharel und Calsaniss gebannt, weil ausgebrannt, auf ihren Stühlen klebten, schlichen Lith und Yossarian zur Tür vor.

„Halt, bleibt wo ihr seid!!!“

Brüllte der Drache.
Drachen waren mit Sinnen ausgestattet, an die kein Menschensinn heranreichte.
Sie hielten inne, nicht das Chymon noch etwas zerstörte.

„Dann zeigt euch wenigstens!“

„Ich sagte doch bereits, ich kenne eure Tricks...“

„Was haltet ihr von einem Tauschgeschäft?“

Wovon sprach Lith!?!

„Unterbreitet den Vorschlag. Mal sehen, ob ich mich erwärmen kann und dafür diese Bude nicht erhitzen lasse wie einen Ofen!“

„Wir liefern euch den Namen eines Verräter aus den eigenen Reihen! Und ihr verschwindet!“

Der geschockte Ausdruck in den Gesichtern der Begleiter.

„Gebt ihn preis, Schwachmatt! Dann verschonen wir euch heute.“

Lith warf keine zögerlichen Blicke zu seinen Kameraden.
Er tat es nicht für die Drachenbezwinger.
Oder die Bahjaner.
Er tat es für einen einzigen Schicksalsweber...

Yossarian warf ihm vorwurfsvolle Blicke zu und bewegte die Lippen ohne Ton zu einem unmissverständlichen

Nein!

„Es ist...“

„Das lasse ich auf keinen Fall zu!!!“

Der Streiter des Schimmernden stürmte mit gezogenem Zweihandtöter nach draußen in die Dunkelheit.
Rauchende Flammen erstreckten sich bis in das Gasthaus unter die Decke, die glühte und guter Nährboden für das Feuer war.
Derim lag genau darunter.
Unversehrt.
Yossarian hatte es geblockt.
Die Front des Fachwerkhauses war verkohlt.
Die Holzverstrebungen fingen Feuer.

Ein kurzer kräftiger Schlagabtausch war zu hören.
Dann fiel jemand mit einem Stöhnen.

Die unbekannte Frauenstimme erhob sich erneut.

„Nun ist getilgt, was schwach war. Ihr steckt in einer Zwickmühle und deshalb stellen nun wir die Bedingungen.“

Es herrschte wieder Ruhe.
Rauch machte sich im Gasthaus breit.
Die Flammen breiteten sich aus.
Jemand kostete den Erfolg aus und wartete, und wartete, um Handlungsdruck aufzubauen.
Die Menge hustete und drängte zum Hinterausgang.

„Haltet sie auf. Der Hinterausgang ist gesichert. Ihr wollt doch kein viertes Massaker!?!“

So zauberausgebrannt wagte man keine Schlacht mehr.

„Also, was wollt ihr!“

„Raus mit dem Namen und werft den Besitz der Roten heraus! Dann verharrt ihr noch einen Moment!“

...

„Varachan!“

Gleichzeitig warf der Schattenelf die Rollen und das Armband um die Ecke in die schneeige Dunkelheit.
Noch einmal spie der Drache Feuer an die Front.
Ein enormes Flügelschlagen war zu hören.
Lith sprang durch die herunterbröselnden Flammen in die Nacht.
Die Umrisse des nach Norden segelnden Ungeheuers konnte er gerade noch so erkennen, wie auch einen Reiter.
Doch außer Reichweite.

Jetzt setzten die restlichen Helden und Wachen die Menge in Bewegung.
Eine Massenpanik brach aus.
Mütter schnappten sich ihre Sprösslinge.
Die Angst, welche die Bahjaner gerade noch an ihren Orten hielt, ließ sie wie Tiere zum hinteren Ausgang fluchten.
Terjon schulterte Derim.
Der Gang zum hinteren Ausgang bot nicht viel Platz.
Jemand stürzte.
Calle half auf.
Und stützte, damit niemand niedergetrampelt wurde.
Die Leute flüchteten in die Dunkelheit des Wäldchens in alle Richtungen.

Burne flog heran und dämmte mit einem Kältekegel die Flammen ein.
Der Brand war gelöscht.
Kohlrabenschwarz die Fassade.
Die Panik hatte zwei Opfer gefordert, die im Gedränge umkamen.
Ostler Gundigoot kauerte noch immer hinter seinem Tresen.
Yossarian lag mit einer klaffenden Bauchwunde und schwersten Verbrennungen im blutroten Schnee.

Entweder hatte die Befehlshaberin gelogen oder die Wächter des Hinterausgangs waren noch schneller verschwunden als Chymon...


Rettung
 
 
Calsaniss trug den toten Paladin schnellstmöglich zu Y´Dey, die noch nicht viel mitbekommen hatte.
Sie war von der Großkirche mit einer Sepende ausgestattet worden und konnte den Diamantstaub vorstrecken.
Yossarians Seele kehrte in den Wildelfkörper zurück.
 
„Ich habe Varachan ausgeliefert.“
 
Empfing ihn Lith teilnahmslos.
 
„Ist noch Zeit ihn zu retten?“
 
Erwiderte Yoss.
 
„Die Fremde gab ein sich bestätigt fühlendes ´Hah` von sich. Ich denke Hedrack wusste es schon.“
 
„Aber es besteht noch Hoffnung! Wir dürfen nur nicht zögern, der Drache ist wahrscheinlich noch nicht zurück. Über all dies Fehlverhalten sprechen wir später. Spitmun, beschreibe mir Varachans Aussehen?“
 
Varachan hat braune Haare, einen zwei endigen kurzen Bart und ein vernarbtes Gesicht. Außerdem trägt er meist schwarze schlabbernde Kleidung anstelle von ocker Roben. Bringt ihn zurück!
 
Der Pseudodrache schnaufte hoffnungsvoll.
 
„Tharel, Calsaniss, ihr kommt mit mir!“
 
Sie trugen die göttlich magische Hilfe der Wahren Priester, Terjons, Calmers und Y´Deys zusammen.
Und brachen die Stäbchen.
 
„Dunkelheit!“
 

 
Zwei Wandschränke, ein riesiger Spiegel, ein großes Bett, ein Tisch, vier Stühle, eine Badewanne aus Keramik mit einem hölzernen Handtuchgestell daneben, eine Couch und eine große Truhe möblierten dieses mit Sorgfalt ausgestattete Schlafgemach.
Überall war das Holz der Möbelstücke mit gotischen Nachbildungen einer vergangenen Epoche verziert.
Ein kurzer lila Vorleger lag neben dem Bett, ein zweiter nahe der Tür.
Die Wände waren aus dem typischen Gestein, das den Äußeren Bereich unangenehm leben lässt.
Eingelassene Eisenfackeln spendeten dumpfe Helligkeit.
 
Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren sie in Varachans Kammer gelangt.
Offensichtlich lag jemand im Bett.
 
„Varachan, seid ihr hier? Ihr schicktet Spitmun zu uns.“
 
„Keine Bange, mir geht es gut.“
 
Varachan lugte unter der Decke hervor, in der Hand hielt er einen Brocken Vulkangestein zur Abwehr.
Sein Gesicht passte zur Personifizierung Spitmuns…
 
Die Situation war friedlich.
Zu friedlich.
Yossarian blickte in sein Herz und verkrampfte.
 
„Weshalb seid ihr böser Gesinnung, Varachan. Ihr schriebt doch über eure Abkehr von der Dunklen Seite, hin zum Licht!“
 
Varachan fuhr erschrocken zusammen. (http://img15.imgspot.com/u/06/66/06/Calmer1141818531.jpg)
 
„Oohhh, wie habt ihr das bloß erkannt?“
 
Seine Mimik verzog sich ins Hämische.
 
„Naja, dann bin ich eben aufgeflogen und bedauerlicherweise gezwungen, schon früher euch das sterbliche Oberleder abzuzie…“
 
Das war nicht ihr Vreund!
 
Sie ließen dem Doppelgänger keine Umschweife, seine Selbstverherrlichung zu vollenden und der Wanderpriester ergriff die Initiative.
 
„Wenn du dich da mal nicht täuscht, Jäger der Sterblichen!“
 
Göttliche Macht verhalf ihm zum Status des äußerst kampferprobten Vorwanderers, während der Gesandte des Schimmernden seinen Drachentöter umfaustete und überlegen auf den Liegenden hieb.
 
„Küsse den Boden deiner eigenen Jagdgründe!“
 
Die Bettdecke bereits schwer mit Blut gesogen, zog er sie über seinen Kopf und verbarg einen Trank.
Dieser Akt der Verteidigung gab den göttlich elfischen Streitern die Möglichkeit, sich gleich noch einmal zu revangieren für Geoquardons Missetaten, dem Handlanger für die unmoralischsten Gräuel.
Plötzlich fiel die gewölbte Decke in sich zusammen.
Tharel stärkte seine Pupillen intuitiv mit Unsichtbarem sehen und zeigte mit dem Finger auf eine Stelle am Boden direkt neben dem Bett.
 
„Dort! Er hat sich hinausgerollt und will entweichen, wie der sterblichste Unheilige Geist!“
 
Yoss sprang aufs Bett, während Calle herumlief, um Tharels Zeigefinger zu folgen.

„Wo? Hier?“

Der Feind reagierte erschöpft und vermochte nicht allen ungezielten Hieben auszuweichen.
Man konnte sein tiefes Todesschnauben hören:

„Für Olhydra und das Ältere Elementare Auge! Sterbliche, vergeht in der Wucht dieser Körner!“

Bittere Kälte machte sich breit und großer Hagel prasselte nieder.
Der Eissturm kostete Energie.
Varachans Duplikat blieb unversehrt, war jedoch den Blicken erneut zugänglich.

Tharel zauberte Stahlbande und der einzelne Feind wurde bewegungsunfähig.
Yossarian stach ihm in die Kehle mit den hoffentlich entgültig letzten Worten:

„Sieh, deine Drohungen waren leer und deine bösen Götter machtlos. Verdampfe in der Hölle, Kreatur des Bösen Wassers!“

Röchelnd und die Pupillen verdrehend starb er...
Nein, es...
Der falsche Varachan verwandelte sich sogleich in seine Ursprungsform.
Wie vermutet in den Halbwasser Stiermensch, Geoquardon.

Sie durchkämmten die Kammer.
Bei der spruchandächtigen Truhe, über die Spitmun aufgeklärt hatte, wurde ebenfalls mit den Worten verharrt.

„Tharizdun darf niemals frei sein!“

Doch das aufgefaserte Holz verriet, dass jemand die Schallfalle bereits ausgelöst hatte.
Sonst nichts weiter von Belang.
Varachan war weggeschafft worden.
Doch wohin?

Sie ließen die Tür sinken.
Im angrenzenden Gang waren überall Spinnenfresser und ihre Reiter postiert.

„Wie kommt ihr da hinein? Ihr habt hier nichts verloren! Rundruf!!!“

Während die Mannschaften anschwirrten, sammelte sich der Dreierbund um Geoquardons Leiche und teleportierte sich mitsamt in des Wahren Kirche Bahs...


Neuigkeiten und Streitigkeiten


Die Turmglocke schlug Mitternacht.
Zufriedene Gesichter in der Runde.
Lith wusste, weshalb er sein Stäbchen behalten hatte...

Spitmun kehrte sich mit einem Grollen ab an den Kamin.

„Sei unbesorgt, kleiner Kumpan. Varachan lebt gewiss. Wir werden ihn retten!“

Yoss konnte ihn mit diesen Hoffnung schöpfenden Worten nicht aufheitern.
 
„Sie haben uns eine Falle stellen wollen. Geoquardon war ihr Köder. Er sollte uns wohl hierher begleiten und nächtens wie Hühner auf die Stangen spießen. Er war anscheinend mit Unauffindbarkeit gegen Erkenntnismagie geschützt gewesen, allerdings musste er vergessen haben sie aufzufrischen...“

Grinste Tharel.

„Seine Lebensreise ist nun endgültig beendet! Chymon und ihre Herrscherin werden sich schwarz ärgern, wenn sie zurück sind.“

Auch Calsaniss grinste.

„Im Übrigen, Chymons Äußeres hat sich stark verändert...“

Schmunzelte Yossarian betroffen.
Als Calles und Tharels Grinsen daraufhin nachließen, begann auch Lith zu schmunzeln.

„Der Drache lebt ohne zu leben. Sie ist animierte Knochen, anscheinend mit einem Funken Selbstbestimmung. Sie besitzt nun ein anorganisches Exoskelett und anstelle ihrer flammenden Drachenlinsen ruhen dort nun zwei rotglühende Edelsteine. Ihr Schuppenkleid scheint nicht mehr so schön rötlich wie früher und es fehlt ihr an der rechten Flanke komplett. Dort, wo die Lederarbeiter es abgezogen haben. An mancher Körperstelle war ihr das Fleisch von den Knochen gefallen, als ob Untote erschaffen Magie unkontrolliert gewütet hätte. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Auch manch inneres Organ, was sie definitiv nicht mehr braucht... Und ihre einst gespannte Flügelhaut ist zerrissen und hängt lose am Flügelskelett...“

„...und dennoch fliegt sie.“

Lith war ja durch die Flammen gesprungen.

„Y´Dey wäret ihr so gut, und vergewissertet euch nach Varachans Befinden?“

Der schillernde Streiter mochte sein Versprechen gegenüber Spitmun einhalten.

„Selbstverständlich. Morgen.“

Sie brachen auf, um bei Burne noch eine Fernportationsschriftrolle entgeltlich aufzutreiben.
Magier schliefen ja bekanntlich nie, und so war es auch in diesem Fall.
Der Burgherr überließ ihnen seine Letzte, um ihr Vorankommen zu beschleunigen...

In Bet Regor ruhten sie in einem Edelgasthof mit wechselnder Wache.
Doch Hedrack vermochte wohl nicht ihnen zu folgen- womöglich war sein Groll aber auch noch nicht groß genug- und die Nacht verhieß Erholung.

Am nächsten Morgen verhökerte man Geoquardons Besitz
Er hatte sich wohl mit dem Zeug eines gefallenen Minotaurenbarbars  und vielen Tränken eingedeckt, die seinen Meuchelplan bewiesen.
Auf dem magischen Kettenhemd war lediglich ein Hautfetzen aufgebracht.
Da ging ihnen ein Licht auf.
Der Jäger der Sterblichen konnte sich nur in diejenigen verwandeln, die er bereits erlegt und deren Haut er ergattern hatte.
War also Varachan auch umgekommen?
Y´Dey würde diese Info dem Wahren abverlangen...

Jeder ging anschließend mit seinem neuen Reichtum seinen persönlichen Erledigungen nach.

Yossarian besorgte ein Zelt und eine Schlafrolle aus Honigleder, einem feinen Elfenmaterial.
Lith startete einen Besuch zu Sepiter Rahahn, und machte aus dem Grund ein Geheimnis.
Calsaniss spazierte durch die neuerdings zugangsbeschränkten Stadtmauern – junge Paladine des Wahren sahen in die Herzen der Einreisenden- und umkreiste die Stadt, seinem Drang nach Bewegung nachgebend und im Gebet Kraft tankend.
Und Tharel schuftete angestrengt in der Stadtbibliothek, indem er große Wälzer auf den Arbeitstisch schleppte, um etwas über Chymons Erscheinungsbild nachzulesen – was nicht klappte- und noch viele Passagen mehr.

Als der Zenith schon lange überschritten war, waren sie zaubertechnisch erneut so weit, um weiterzureisen...
In Bah fanden sie leergefegte Straßen.
Beinahe unheimlich.
Bahs Stimmung hatte sich Vonidus angeglichen.
Nur, dass in Bah noch Büttel wachten.

Die verkohlte Hausfront Ostler Gundigoots war unverändert.
An der Tür hing ein Schild:

Auf unansehbare Zeit geschlossen

Jetzt hatte also nur noch Terrigan geöffnet.

Ein spähender Blick auf der Brücke verriet, dass auch an der Mühle nichts mehr voran ging.
Sie lag brach wie ein ausgelaugtes Feld.
Hätte doch der Enthusiast damals zugehört...

In der ehrlichen Kirche fanden sie eine ans Bett gefesselte Kantorin.
Alle Wahrenpriester und der Anwärter umsorgten sie.
Ihre Augen waren so hohl wie Baumrinde.

„Oh, beim Schimmernden, was ist geschehen?“

Terjon antwortete besorgt.

„Varachans Aufenthaltsort war ihr Ziel. Als ihre Erkenntnis sich auf den Weg begab, scheiterte sie an einer vergifteten Blockade. Doch nicht irgendeiner, sondern einer nie dar gewesenen. Es muss ein Gift des Geistes sein, dass sich über weite Strecken verbreiten lässt. Sie hatte zwei Mal mutig hinausgezögert und lange widerstanden und hat der Grausamkeit mutig getrotzt, doch momentan ist sie psychisch total niedergebügelt. Spendet den Hilfsdienst zurück, den ihr gestern Nacht erhieltet! Ihr seid am Zuge, wir haben alles menschenmögliche versucht...“

Calsaniss war außer Stande zu helfen.

„Es tut mir leid, ich habe dem Reisenden heute lediglich aggressiven Beistand abverlangt.“

„Aber ihr müsst doch etwas tun! Ihr habt doch sicherlich irgendwo Schriftrollen oder magische Tränke!?!“

Fuhr Calmer ihn an.
Calsaniss schüttelte den gesenkten Kopf.

„Das ist ja nicht zu fassen! Wir können die Vorsteherin doch hier nicht so hilflos und ausgeliefert liegen lassen! Der Ruf der Kirche ist in Gefahr!“

„Wie gesagt, ich vermag euch nicht zu helfen.“

Und auch Yossarian wusste keinen Beistand.

„Ihr...!!!“

Y´Dey, als ob noch ein Funke ihres Geistes  nicht vom psychischen Nebel eingehüllt war, hob Calmers Rage gebietend die Hand, außer Stande zu sprechen.

„Ihr müsst wissen, wir würden euch so gern beistehen, doch haben wir keine Möglichkeit! Y´Dey wird gesunden und wäre sie bei klarem Verstand, würde sie meinen, dass wir nur weiter gegen Hedrack ziehen sollen und ihr Wohlbefinden mit Gewissheit hinten anstellen!“

Yossarian war weise und verstand natürlich das emotionale Hochkochen der beiden untergeordneten Priester.

„Derim, wir haben gerade keine Augenblicke zu vergeuden, also sprechen wir uns später.“

Die Protagonisten verließen das Gotteshaus und berieten sich.

Sollte man sich in den Wassertempel begeben, die Meeresluft atmen und die erloschenen Segnungen auffrischen?
Oder gar zuerst der ursprünglichen Kathedrale des Elementaren Bösen einen Besuch abstatten und sich zu Kella durchboxen?
Oder hatte vielleicht der Drache einen Umweg über den Weiler geflogen, dort gewütet und die Voniduaner brauchten Hilfe?
Sollten sie auch Cryn wieder eingliedern?
Gab es noch andere Alternativen?

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Titel: Abenteurerwüste
Beitrag von: HaGa am 14. März 2006, 10:18:08
Trennung
 
 
(66)
Es war entschieden.
Sie marschierten von Bah nach Vonidu bei abendlichem, hinderlichem Schneetreiben.
Es war ein Schneesturm.
Durch die Ritzen der Fensterläden drang ein wenig Licht auf die Strassen des Weilers.
 
Lith sah noch am weitesten und erkannte die beiden Gestalten inmitten der wüsten Leere, die schleierhaft aus dem Norden näher taumelten, zuerst.
Plötzlich brachen sie kurz nacheinander zusammen.
 
Die Retter rannten in die Schneeschwaden.
Es waren zwei graue Orks aus dem Handel treibendem Lager.
 
Yoss und Calle schulterten je einen und trugen sie rasch in die ´Graue Hütte`, wo sich diese langsam aber sicher am warmen Kaminfeuer erholten.
Der eine zeigte sich dankbarer, als der andere.
Gerettet zu werden war für Letzteren eine Schande, schwerwiegender als der Tod.
Der Eitle aß auch nichts als die fleißigen Zuhörer, sechs an der Zahl- Tharel, Lith, Yoss, Calle, neuerdings wieder Cryn und ausnahmsweise der Besitzer der Absteige- den beiden eine Runde heißen Napfbrei ausgaben.
 
Ersterer berichtete bereitwillig mit orkischer Zunge.
Von unsagbarer Verwüstung.
Von brennendem Massaker.
Von ihrem Versteck.
Von ihrer Flucht.
Das Hexagon zuckte zusammen.
Chymon und Konsorte hatte wie die Feuersbrunst der Hölle höchstpersönlich getobt.
 
Doch warum?
Warum verdammt noch eins!?!
Wollte Hedrack seinen Groll demonstrieren?
War dies der Anfang der Ausbreitung, vergleichbar zu den wilden Horden vor zwanzig tellenschen Umläufen?
 
Die Überlebenden tankten Kraft, bevor sie wieder weiterzogen.
Ohne Bleibe.
Ohne Heimat.
Orientierungslos.
Der Eitle wollte es so, und sein Freund hatte nicht vor den Sutrkopf im Stich zu lassen.
Calsaniss erinnerte dies an sein eigenes Wanderleben.
Und auch diese Art der Verbundenheit war ihm ein wohlbekannter Begriff…
 
Nun musste vorsorglich Aufklärungsarbeit geleistet werden.
 
„Calsaniss und Yossarian, würdet ihr euch das verwüstete Lager ansehen? Vielleicht gibt es noch Überlebende!“
 
Schlug der Rote Magier vor.
 
„Und was werdet ihr derweil unternehmen um den Pfad der Erkenntnis zu beschreiten?“
 
Fragte der Wanderpriester skeptisch.
 
„Wir wenden uns dem Ort zu, der bis jetzt immer neue Geheimnisse preisgab, wenn eine Pleite drohte.“
 
Gab jener übertrieben offenherzig zu.
 
„Der Festung im Sumpf, Grabenburg. Genauer dem Obelisk Tharizduns.“
 
Komplettierte der Schicksalsschläfer.

„Dass ihr mir dort nicht in die Dunkelheit abdriftet!“
 
Der strahlende Streiter riet zur Vorsicht.
 
„Niemals. Ich jage die Dunkelheiten dieser Welt und schieße mir nicht selbst ins Bein. Ich gebe Acht für uns drei.“
 
Der junge Meister des Großbogens zeigte sich optimistisch.
Calle sah darin bloße Überheblichkeit.
Calle hielt seinen langen Weggefährten Cryn für ein unreifes Kind.
Das er schon gut auf sich selbst achten konnte, blendete der Reisepriester völlig aus.
Ja, er übernahm gern die Vaterrolle.
Trotzdem ließ er ihn und die Zauberer ziehen…
 
So teilte Chymons Wut also die Fünf, wie das scharfe Beil den Stumpf…


Der Fuß des Schlachtenwüters

 
Calsaniss und Yossarian stampften durch die nachgebende Pracht.
Mit ungefährer Orientierung anhand der fliehenden Orkabdrücke, gelangten sie, nach Stunden steil nach oben gerichteter Wanderschaft, an den Rand der sich abhebenden Bergspitze, was die Orks den ´Fuß Grargs` nannten.
Den Fuß des Schlachtenführers.
Der Wind pfiff am Fels entlang.
Es musste ein leichtes gewesen sein, diese Art Präsentierteller wegzufegen.
Eine Steinkluft.
Eine Sackgasse.
Ungünstigere Lage für ein Lager undenkbar.
Typisch orksche Intelligenz.
Muskel statt Köpfchen…
 
Einige Hütten und Zelte.
Teilweise niedergebrannt.
Überall zeichneten sich Schneehaufen ab, welche die toten Humanoiden verbargen.
Ihre Form.
Unverkennbar.
Schreckensvielfrasse, Reittiere, waren weitere Opfer gewesen.
Und verteilten sich dazwischen.
 
Ein Loch im Fels.
Ein Gang.
Eine natürliche Höhle.
Ein zerfleischtes Bison lag wenige Fuß vom Höhleneingang entfernt.
 
Calsaniss wagte sich leisen Schrittes in den Eingangsbereich und vernahm ein angestrengtes Schnauben.
Mit Kruschteln gepaart.
 
Das Schnauben änderte seinen Rhythmus.
Das Ding musste etwas gerochen haben.
 
Calsaniss warf sich zurück zu Yossarian hinter die füllige Deckung.
Sie spähten über die Flanke zum Loch.
 
Plötzlich öffneten sich zwei weiße schmale Streifen.
Zugekniffene Augen in der Dunkelheit.
Ein weißgrau gescheckter Gargoyle tappte auf allen vieren heraus, dicht an der Wand.
Er war dadurch nur mehr schwer von seiner Umgebung zu unterscheiden und kletterte seitwärts am Fels entlang.
Diese Tarnung war hier oben wohl das gesamte Jahr über nicht ganz verkehrt.
Womöglich vermochte diese Spezies es aber auch wie ein Winterfell zu wechseln…
 
Da sprang die göttliche Partie hoch und erlegte den schneesteinigen Gesell mittels magischem Kompositbogen und Armbrust.
Der Dieb hatte keine Chance kraxelnd zu entkommen.

Rote und blaue Felle.
An die Wand war in den selben Farben ein Symbol gepinselt.
Das Symbol Grargs.
Und umrundend ein kräftig gemalter Vers:

Stärke sein Macht

Es duftete herb weiblich.
Hier musste Kreugna, die barbarische Führerin gelebt haben.
Die Höhle vom Kampf verwüstet.
Chymon hätte hier niemals hereingepasst.
Ihre Gebieterin war wohl hier herein spaziert.
Einige orange Wurfkugeln und eine interessante Waffe lagen herum.
Ein Quecksilber Zweihänder.
Eine Sammlung an beiden Symbolen der Verbündeten Bösen Alten.
Hatte Baal einst hier vorbeigesehen, um Kreugna die Kunst des wilden Axtschwingens verfeinern zu lernen?

Sie durchstöberten die umliegenden Zelte, die ganz geblieben waren.
Mehrere Bettenlager.

In einem Zelt roch es noch stark nach Kräutern jeder Jahreszeit.
Gemischt mit dem Duft von Bisons.
Kein Wunder.
Der Schamane Marukiu, bewaffnet mit einer Bärenklaue, musste hier gelebt haben.
Rotblaue Kleidung hing an einer Stange, mit hellbraunen Stickereinen.
Das Symbol der Mutter der Elemente aus Tannenholz lag zerbrochen zwischen Mäuseknochen.
Es enthielt Elemente des Schlachtenführers.
So hatten sie also vereinbart, dass zwei Götter ein und dasselbe Orklager beschützen sollten.
Irgendwann reicht es auch dem tolerantesten Sternzeichen am Himmel...

Yoss und Calle übernachteten in Kreugnas Höhle, und machten dann kehrt.
Laut der Aussage der Flüchtigen mussten hier knapp sieben Dutzend gelebt haben.
Nachgezählt waren es aber nur knappe fünf.
Wo nur der Rest abgeblieben sein mochte?


Knoten


Tharel, Cryn und Lith beförderten sich nach Abschied von Calle und Yoss nach Bah.
Keiner war bisher an der Festung gewesen.
Also gab es kein Vorbei an einem Marsch.

Tharel war schon lange dazu aufgefordert worden, endlich Thorwins Leichnam für eine ehrenhafte Beerdigung nach Tharggy zu bringen.
Ein kurzer Abstecher nach Tharrgy würde sich nach Grabenburg wohl ausgehen.
Der eingeschnappte Terjon verlangte vom Roten Magier jedoch - entgegen dessen praktischem Vorhaben, den Körper in seinen Nimmervollen Beutel zu schieben - ihn auf einer Bahre zu transportieren.
Anderes wäre Leichenschändung und unduldbar.
Also beschafften sie sich Planenkarren, ein kräftiges Eselgespann und Holzkiste.
Zur Not würde man es eben bei Grabenburg zurücklassen...

Zur Stärkung wagten sie einen Abstecher ins ´Terrigans`, die Kneipe Bahs.
Doch sollte ihr Durst hier nicht gelöscht werden.

Am Tresen war bereits unter den wenigen Anwesenden eine lautstarke Diskussion im Gange.

„Wir hätten von hier verschwinden sollen, solange wir noch konnten. Im Winter ist es zu spät. Wir werden alle umkommen!“

„Ach, du bekommst alles in den falschen Hals, wenn du nur willst. Reine Panikmache. Wir leben hier schon seit Jahrzehnten und haben Gewalten erlebt, sie kommen und gehen sehen. Man ist nirgends sicher!“

„Aber in Bah gleich doppelt nicht! Der dunkelhäutige Redner der Drachentöter hat uns als einziger die Wahrheit verraten!“

In diesem Augenblick sah er Lith und stolperte auf ihn zu.

„Seht hier ist er! Herr, wiederholt diesen Ungläubigen bitte nochmals in aller Deutlichkeit eure Aussage vor dem Brand!!!“

Der Bauer mit fhokkschem Dialekt griff ihn mit seinen Stallpfoten an den lilafarbenen Kragen, was der Schattenelf nicht duldete.

„Nimm deine schmutzigen Finger von mir. Du hast nicht zu befehlen, nicht zu bitten, nicht zu winseln. Du bist ängstlicher Abschaum. Sieh deinem Schicksal ins Auge, wie auch deine denunzierenden Widerredner.“

Die Übrigen sprangen ärgerlich auf, obwohl sie nicht einmal wussten, wie sie Lith gerade genannt hatte.
Aber allein, dass er sich für etwas besseres hielt langte schon...

Ein teilnahmsloser Blick aus seinem kantigen, blassen Gesicht.
Und dazu noch diese Beleidigung, obwohl er doch der einzige gewesen war, der für Vevisalakales Appell gesprochen hatte.
Der Fhokki verkraftete dies nicht und gab dem Schicksalsweber eine Watschen.
Liths Reaktion würde entscheiden, ob es in eine Schlägerei ausartete.

„Senkt den Arm. Ihr wollt euch doch nicht mit Drachentötern anlegen.“

Wie rhetorisch.
Er nahm seinem Lederbeutel zur Hand und warf ein paar verheißungsvolle Münzen zum Wirt.

„Ist die Prophezeiung wahr, wird es egal sein, wo ihr euch zum Zeitpunkt ihrer Erfüllung aufhaltet... so denn...“

Diese Geste fasste der schlagkräftige Wirt Terrigan zuerst auf und rief.

„Lokalrunde auf die bleibende Zeit!“

Der Handgreifliche hauchte ihnen hoffnungsvoll hinterher...

„Bitte, verhindert ihre Erfüllung...“

Unbeteiligt verließen die drei Kameraden den Pub...

Es war ein schweres Vorwärtskommen.
Trotz Weiß in Weiß verpassten sie die südliche Abfahrt vom Pfad nach Puka nicht...

Die Ruine lag vor ihnen.
Den Sprung über den Graben bedeutete für Cryn ein Absegeln ins eiskalte fließende Wasser.
Tharel und Lith warfen dem Heuchelnden ein Seil zu, woran sie ihn herausziehen wollten.
Ein Platschen war flussabwärts zu hören.
Ein weißer Schatten näherte sich Cryn unter Wasser.
Die Zauberer schrieen noch, doch Cryn war soeben wieder mit den Ohren unter der Oberfläche.
Das kühle Nass färbte sich plötzlich tiefrot.
Er klammerte sich mit letzter Kraft an das Seil.
Sie zogen ihn an die Böschung, der Schatten folgte schnell und tauchte auf.
Ein junger erwachsener weißer Drache mit blutgefülltem Maul schnellte neben sie.
Eine Dimensionstür rettete sie vor einer weiteren verheerenden Attackenreihe und dem eisigen Odem.

Tharel hatte einfach schräg nach unten gezielt.
Sie wurden schmerzhaft durch das Erdreich geschleudert und fanden sich angeschlagen in einem Gängellabyrinth wieder.
Cryn schluckte Trank um Trank, um erstens die Fleischwunden zu heilen und zweitens nicht an einer Lungenentzündung zu erkranken.
Es roch nach totem Fleisch und Erde.
Die Wände mit Klauen herausgearbeitet.
Kreischen.
Kratzen an den Wänden.
Nackte Füße auf dem Lehm.
Geräusche in unregelmäßigen Abständen und aus unabsehbaren Richtungen.
Es verhallte immer wieder.
Als ob man umkreist wurde.
Dem Buche nach hausten hier Ghule und Grule.

Durch die Krypta gelangten sie zum Schacht, der zum Relikt führte.
Unverändert.
Als sie soeben ins schwarze Loch hinabblickten wurden sie aus dem Rücken von einer Hand voll Ghulen angegangen.

Die Stoßversuche schlugen fehl.
Cryn wich geschickt einem Heraneilenden aus, den er aus dem Augenwinkel beobachtet hatte und welcher in den Abgrund stürzte.
Tharel verwandelte sich in seine Lieblingsform- den glatzköpfigen Troll in Roter Magier Robe, zerfleischte einen nach dem anderen und warf die Überreste in den Schacht, während Cryn ungehindert in den Nahkampf feuerte.
So nah dran traf man auch am besten.
Lith feuerte verschwenderisch einen Blitzstrahl quer durch die Reihen und entledigte sich einigen üblen Stinkern.

Folgend flogen sie hinab und interessierten sich diesmal allein für den im Schein der Geheimnisenthüllenden Fackel offenbarten lilafarbenen Stützdiamant.
Einer nach dem anderen mochte die Erfahrung des außerdimensionalen Raumes erleben und zudem die nützliche Frucht abstauben.
Es war Mittel zur Macht, egal in welcher Form und Yoss und Calle hatten es ganz einfach zu akzeptieren.
Tharel als Hilfe zur Entmachtung des Matriarchats.
Cryn zur gezielteren Jagd.
Und Lith,... der hatte immer noch nichts durch den schwarzen Mantel scheinen lassen.
Doch was sie erwartete war weitaus Ungeheuerlicher.

„Suchet das Herz aller drei Monde. Zusammen können sie die Wände meines Verlieses zerschmettern. Aber nun iss von meiner Frucht und sei gesegnet.“

Die Botschaft sprach von drei Monden.
Waren es vor nicht all zu langer Spanne noch vier gewesen?
Das müsste ein Voranschreiten des verdammnisträumenden Planes der Schicksalsschläfer bedeuten!!!
Was nie für möglich gehalten war, schien sich zu erfüllen.
Doch es war erst ein Herz.
Drei fehlten also noch.
Und wenn dies so lange dauerte, wie bis zum ersten Fund.
Na dann Prost Mahlzeit!
Da hätten die Helden die Gefahr schon Hunderte Male ausgeräuchert, wenn ihnen das nicht langweilig würde...

Aber ein Fortschritt war es doch, und vielleicht ging es ja auch ganz flott und unverhofft und Tellene würde ins Verderben stürzen.
Papperlapapp.
Hirngespinste...
 
Die persönlich segnende schwarze Frucht milderte Liths Altersschwäche, gab Cryn Reife und Tharel weitere taktische Möglichkeiten zur Planungsfähigkeit.

Sie ruhten im einstigen Gnollquartier, damit am folgenden Tag das weiße Biest von der Paru Borschen Landkarte gefegt würde, gerade jetzt mit dieser ewighaltenden Segnung.
Es war absurd.
Tharizdun segnete diejenigen, die seine Befreiung verhindern wollten...

Mit einer Ladung an Feuerbällen in den Fingerkuppen stiefelten sie hinaus und erwarteten, dass sich der große Bruder Utreshimons gleichsam in der Ruine niedergelassen hatte.
Doch der Weiße ließ sich nicht blicken.
Cryn schaffte den Sprung.
Über die verschneite Planke zu balancieren war ihm bereits gestern zu jugendlich gewesen.
Doch Tharel war sich nicht einmal zu schade, um mit dem Gesicht voran hinüberzurobben.
Lith der gerade noch gewartet hatte stand nun vor ihm und genoss sichtlich, wie der kriechende Rote Magier mit Runzelstirn zu ihm empor sah.
Der Schattenelf hatte verschwenderisch eine zehn Fuß Dimensionstür für sich allein aufgebraucht...

Anstelle des angebundenen Eselgespanns fand man eine Blutlache vor.
Das Gespann verschwunden.
Das Hanfseil abgerissen.
Keine Spuren.
Der Drache hatte es anscheinend für Beute gehalten, gewaltsam erlegt, das Seil durchgebissen und mitsamt dem Planenkarren in seinen verborgenen Hort geflogen.
Ein schweres Stück Arbeit.
Hoffentlich hatte es sich auch gelohnt...

Die Holzkiste mit Thorwin war ebenfalls darin aufbewahrt.
Doch in Tharels Mimik zeichnete sich nicht etwa Betroffenheit ab.
Nein.
Es war Erleichterung, seinem obersten Boss Eggamit Nachtschwert nicht Thorwins Überreste erklären zu müssen.
Das hätte er zwar locker geschafft, ohne zu lügen aber mit ein paar Lücken.
Und Eggamit war ein geistiger Adler, dem keine Maus entwischte.

„Kein Wort zu irgendwem!“

Lith und Cryn schwiegen.
Spöttisches Gerede hatte niemand nötig.
Und der Bevölkerung gönnte man es schon gleich gar nicht.

Per Fingerschnipp saß man gemeinsam am Tisch bei Yossarian und Calsaniss,...


Aufbruchsstimmung


... tauschte sich aus und beschloss ein rasches Zuziehen der Schlinge an allen bösen Gurgeln.

Sie latschten zum Vulkan.
Bewegung tat gut, auch wenn sie mühsam war.
Man wollte ja keinen Bauch ansetzen vor lauter Gemütlichkeit.
Auf dem Weg setzte erneut Schneetreiben ein.
Es war mehr ein Aufpeitschen des bereits liegenden Pulvers als ein Zuwachs.

...

Der Kreis Eeridiks war fertig freigeräumt worden, repariert und ausgebrannt.
Der Rattenmagister musste mit einem neuen dämonischen Begleiter auf Erden wandeln, wenn dieser nicht gerade Amok lief.

...

Lith nutzte die beschränkte Sicht, um bis ans Feuertor vorzudringen.
Dort stieg er nicht ein, nein, ihn drängte die Neugier, einen Blick auf Chymon zu erhaschen.
Er formte mit den Händen ein Kuckloch, sprach

„Claireesteste Voyanceees“

und sah durch den Stein an dieser Stelle wie durch Glas.

Der Hort ließ ihn erschaudern.
Im Stil eines untoten Drachen eingerichtet.
Anstatt des Schatzes lag dort nun ein Haufen an haarigen Leichen.
Grau, grün, ocker, braun, verkohlt schwarz.
Die Farben konnten der Orkrasse zugeordnet werden.
Modernde Skelette von großen Fischen, und seltsamen Wasserbewohnern umrandeten den Leichenhügel - heraufgetaucht aus dem trüben Stalagossee.
Skelette von Menschen, Höhlenbären und Minotauren lagen in den Ecken und hingen leblos über die nackten Frauenstatuen.
Die Flammenkegel rußten stark und waren mehr schwarz, als wie bisher rotglühend.
Ebenso der einst rote Marmor.
Es musste übel stinken.
Von Chymon und Anhang allerdings keine Spur...

Nach aufgefrischter Segnung positionierten sie sich in der Wasserlandung und taktierten.
Lith und Tharel waren zaubertechnisch zu einseitig auf weiße Drachen eingestellt, und es brauchte daher Ruhe, um die Strapazen des Studierens auf sich zu nehmen...

Der nächste Morgen schenkte ihnen Sonnenstrahlen durch die nur dünne Wolkendecke.
Die Spitze des Inneren Bereichs war wie immer sichtbar.
Auch, wenn auf dem Inneren Kraterrand der Schnee dampfte...

Yossarian schwamm unsichtbar, wasseratmend, bis auf die Unterwäsche entkleidet und vor der eisigen Kälte geschützt ans andere Ufer an die Wassertorlandung.
Die restlichen Vier bewältigten dieselbe Strecke via Kurzportation.
Drüben blitzschnell in den leichten Mithrilfeldharnisch geschlüpft, berührte Yossarian auch gleich das massive Wassertor.
Es öffnete ohne Murren.
Sie befanden sich am unteren Ende der steilen Treppe.
Vor ihnen das Becken der merkwürdigen Riesenschildkröte.
Am oberen Ende standen einige Spinnenfresser und Gefolge Wache.
Im Becken erscheint plötzlich ein dämonisches Riesenkrokodil...
Und Calsaniss hatte die Aura des Schutzes vor Bösen noch nicht aktiviert.
Das Reptil biss Yossarian kräftig in die Wade.
Lith versuchte einen Bann auf das beschworene Wesen.
Da schwirrte auch bereits die Insektenschwadron heran.
Mit Hervorrufungsmagie wurde man der Lage nach kurzem, heftigen Gefecht Herr.
Das Krokodil lieferte sich ein erbittertes Ringen mit dem Champion und verletzte ihn trotz Steinhaut schwer, doch verschwand nach einigen gezielten Rippenstichen in den Fluten der Hölle.
Man gewann Boden und Höhe.
Die verbleibenden Diener flohen auf ihren Brummern.
Tharel und Lith dimensionierten sich in die Kapelle der Düstren Kommunikation.
Auf allen Seiten waren die Verpflichteten aus dem Turm aufgestellt und setzten sich sogleich zu ihnen in Bewegung.
Man hatte seit dem letzten Überraschungsbesuch wohl nochmals aufgestockt.
Es war ein Dutzend, dem man lieber im geschlossenen Verband entgegentrat und so folgte der Blitzweg zurück in die Wasserlandung, wo Cryn, Calle und Yoss bereits aufgeräumt hatten...
Titel: Ausweichende Maßnahmen
Beitrag von: Nagakeng am 17. März 2006, 10:30:29
Gesandte des Kommandanten


(67)
Das Tor hatte sich inzwischen geschlossen.
Warten.
Stille.
Kein Anzeichen von Offensive.
Eigeninitiative.
Auf dreivierteltem Wege zum Schrein der konvertierten Sonne öffnete sich das Tor im blaugrünen Fackelschein, welches sich gerade hinter ihnen geschlossen hatte.
Oger in schwarzer Ritterrüstung stürmten gröhlend um die Ecke.
Wie war das möglich?
Dort war kein Tor mehr!
Ah, kein Offensichtliches!

Die Gruppe reagierte zu langsam und die Riesenrasse schloss zu den arkanen Schlussmannen auf.
Die Zweihandwaffen verletzten Tharel und Lith bedrohlich.
Sie waren geschult und drangen in die Reihen vor, um alle gefährlich nahe um sich zu scharen.
Yossarian entwaffnete und spielte die Kultdiener aus.
Tharel verschwand vor den gewöhnlichen Augen spurlos um wenig später auf Trollgröße angewachsen mit Flammenstrählen um sich zu schießen, während der Schattenelf querlaufende Blitzstränge bevorzugte.
Plötzlich verspürte Cryn beim Abfeuern von Pfeil um Pfeil unangenehme Hiebe auf den Kopf.
Ein von Tharels und Liths Augen enttarnter Unsichtbarer Pirscher, war aus der andere Richtung erschienen und hatte sich über dem Bogenschützen positioniert, wobei er bei jedem Sehnenschnalzen zuschlug.
Calsaniss bemüht sich alle Wunden adäquat magisch zu revidieren und tänzelt unter den Ogerachseln hin und her.

Per Shasserils Band über dessen Position stetig auf dem Laufenden gehalten, kniete Cryn nieder und feuerte weiter auf die Verwandten der Riesen, wie auch Tharel einen zerfetzte.
Yossarian beseitigte wirbelnd die letzten bodenständigen Widersacher.
Lith legte gähnend eine Pause ein und Cryn, Tharel und Calsaniss durchschnitten mit Pfeilen, Langschwert und Flammenstrahlen die Luft des Verborgenen Jägers.

Ein Glücksschuss Cryns ins Zentrum ließ die Wolke mit vier Gliedern auf ihre windige Heimatebene zurückkehren...

Es stand die Untersuchung der Unterwasserlandschaftsdekoration an.
Lith fand ohne langes Suchen mit Geheimtüren Entdecken geschwind des Rätsels Lösung.
Eine Tür im Osten nahe dem nördlichen Tor zeichnete sich ab.
Er drehte den losen Kopf einer eingemeißelten Schildkröte und die Tür fuhr seitlich in die Wand.
Ein Gang im schwarz-lila Ader Design.
Eine starke Krümmung.
Eine typische Tür des Äußeren Bereichs.

Und sie ließ sich ohne Probleme öffnen.
Dahinter weitete sich das Mauerwerk um zwanzig Fuß weiter wieder eng zu werden.
Verdächtig.
Cryn, der sich noch am meisten mit Fallenkonstruktionen auskannte, schlich vor.
Dicht gefolgt von Calsaniss.
Mitten im Raum schnellte plötzlich die westliche Wand einwärts.

„Oho!!! Calsaniss spring!!!“
 
Überfordert blickte der dem hinterher, den er eigentlich beschützen wollte...

Cryn hechtete mit einer Sprungrolle zurück, knapp bevor die Wand beide Ausgänge blockierte.
Calsaniss vernahm Klingen und dergleichen.
Plötzlich fuhren schreckliche metallene angeschliffene Klingen und Scheiben aus Schlitzen und zerschlissen seine makellose Haut.

Die Sicheren hörten plötzlich Elfenschreie.
Calsaniss wurde übel zugerichtet und konnte nicht entkommen.
Tharel handelte.
Dimensionstür hinein.
Auch er wurde aufgeschlitzt, arbeitete sich zum inzwischen stark geschwächten Calle vor und teleportierte sie dem irritierendem Schmerz widerstehend nach Bah in die Kapelle nebst dem staubwischenden Derim...


Vertrauensbruch


Derweil hatte die Fleisch- und Knochenmühle bereits wieder aufgehört zu mahlen.
Die Wand war an ihren Ursprung zurückgekehrt.
Am Boden der Falle verblich das herabgetropfte Blut innerhalb weniger Wimpernschläge.
Über Shasserils Band wussten sie wohin sie geflohen waren.

Y´Dey war bereits wieder auf den Beinen, hatte sich anscheinend schnell wieder vom seelischen Gift erholt- Terjon hatte wohl alles daran gesetzt.
Ihre Einstellung, ihre Stimmung, ihre Präsenz hatte sich verändert...
Was ein so entwürdigendes, todesnahes Erlebnis doch anzurichten vermag.
Oder hin es gar nicht damit zusammen?
Sie schien mürrisch und missachtete die schweren Fleischwunden ihrer Ersucher.
Tharel ließ alle per Band lauschen.

„Man kann Regeln biegen. Man kann sie auch so biegen, dass sie brechen. Ich weiß von Überschreitungen eurerseits und fallt mir nun nicht ins Wort. Der Wahre hilft denen gern, die wahr und aufrecht sind.“

Sie sprach oft in Rätseln, doch dieses war so konfus.
Wusste sie davon, dass die Helden statt gleich gegen den Äußeren Bereich zu ziehen, obwohl sie es doch während Y´Deys Ohnmacht so eilig dorthin hatten, Abstecher ins Orklager und nach Grabenburg vorzogen, anstatt ihr, ihrer Verbündeten, zu helfen?
Ein kurzer Doppelsprung nach Bet Regor und zurück zur Schriftrollenbeschaffung wäre ein Beweis ihrer Zusammenarbeit gewesen.
Oder wusste sie von ihrem eigennützigen Streben nach Macht durch die Frucht?
Oder etwa über andere Geheimnisse?

Es vereinte sich so viel darin.
Abweisung, Bruderschaft, Aufrichtigkeit, Schuldzuweisung.
Insgesamt mutete die Situation seltsam an.
So ganz und gar nicht die Kantorin, die sie alle kannten...

„So werdet ihr uns nicht heilen?“

„Erweist euch würdig. Eine Hand wäscht die andere. Die Bahjaner brauchen mich im Moment dringender als ihr.“

Verbissenheit bei Tharel und Calle.

„Informiert uns über Neuigkeiten, wie auch wir euch über Veränderungen berichten werden. Wir sind immer noch Verbündete in der Vernichtung des Tempels des Elementaren Bösen.“

Sie versuchte freundlich zu schauen.
Jaja, die konnte sicher sein, so bald nichts mehr von ihnen zu hören...


Nachzügler des Kommandanten


Eine Fernportation brachte sie wieder zusammen.
Nun versuchten es Cryn gefolgt von Lith- für den Notfall.
Wieder übersah er den Mechanismus und löste die Mühle aus.
Ein Dimensionstor zehn Fuß rückwärts, brachte sie in Sicherheit.
Das Mahlen des Eisenuhrwerks und das Rotieren der Messer war durch die dicke Wand zu hören.

Ohne Flugzauber war hier kein Land zu gewinnen.
So entschieden sie die Oger ihrer Habe zu entledigen und sich anschließend im Dunkelnaga Unterschlupf zu verschanzen.
Oger eine Ritterrüstung auszuziehen bedeutete Schwerstarbeit.
Gemeinsam zur Seite rollen, Eisenriemen öffnen, und so weiter.
Es dauerte seine Zeit, bis die ersten Panzer in den Nimmersatten Beutel gewandert waren.

Da sieht Calsaniss im blaugrünen Fackelschein eine schattige, eckigrunde, leblose Fratze aus dem Stein kommen, die sich wenige Momente später zurückzieht.
Dieses Bild fesselt ihn, dass er sogar vergisst eine Warnung auszustoßen.
Plötzlich erhebt sich unter ihren Stiefeln der Boden.
Sie weichen zurück, die Oger purzeln wie Puppen von der sich aufbäumenden Gestalt.

Ein schwarzer Älterer Erdelementar gleitet durch den Stein wie durch Wasser und bäumt sich riesig zwischen ihnen auf.
Sie sind alle von einander getrennt.
Ein mächtiger Steinarm holt bedrohlich aus, bläst auf den angewurzelten Calsaniss zu, entwurzelt ihn schmerzhaft, der fliegt flach, trifft Lith und schmeißt beide unsanft um.
Calsaniss widersteht dem Trauma des massivem Schadens, liegt jedoch im Delirium.
Ausgerechnet der Heiler!

Cryn weicht zurück, lässt schnell nacheinander oder zugleich Pfeile hageln, doch prallen sie zumeist am rohen Steinschutz ab, zerbersten daran oder an den Wänden.
Und auch Yossarians Hofsklinge klirrt oft nur.
Das Ungetüm, welches noch nicht einmal ganz aus dem Boden ragt, teilt mit Bewegungen aus dem Rumpf wuchtigen Hieb um wuchtigen Hieb an alle Beteiligten aus und befördert sie rasch, zumeist mit einem Treffer, an die atemraubende Grenze, wo ein zweiter knochenberstender Hieb den möglichen Tod bedeutet.
An Offensivmagie ist nicht zu denken.
Yossarian, der nah an der Wand steht, wird von der Pranke beinahe an ihr zermalmt.
Man hört das Brechen jedes einzelnen Knochens.
Bewusstlos sinkt er zu Boden.

Tharel, noch unverletzt, will wenigstens seinem Gönner das Aufschließen zu ihm ermöglichen- er hat noch eine Fernportation im Ärmel.

„Hey du, Klotz. Leg dich lieber mit Leuten deines Kalibers an!“

Er will das Ding ablenken, um eine Möglichkeit zur Flucht zu eröffnen.
Doch er bekommt die volle Breitseite der flachen Steinhand ab, fliegt quer den Gang entlang.
Sein Lebenslicht erlischt, als sein Körper dem Trauma nicht widersteht.
Lith wirkt Verbesserte Unsichtbarkeit und rennt zu Tharel.
Cryn feuert und zieht die Aufmerksamkeit auf sich, um einen gewaltigen Klaps einzustecken.
Er klatscht an die Wand und blickt mit aufgerissenem Mund und gelähmt zu Lith.
Lith schultert Tharel nun, um in Richtung Wassertor zu sprinten.
Der erschütterungsempfindliche Erdelementar eilt hinterher und holt zum alles beendenden Finalschlag aus...

Wenige Ellen vor Aufschlag bremst der Arm auf Null herab.
Der Böse Elementar verharrt so einige für Lith orientierungslose Momente.
Und verschwindet dann wieder im schwarzlila Adergestein...


Von Kriegsmetropolen und Ehemaligen


Hatte sie Hedrack gerade eben verschont?
Hatte er bloß spielerisch seinen Einfluss präsentieren wollen?
War hier eine höhere Macht im Spiel?

Vergeudete Gedanken.
Lith schnappte sich die Heiltränke an den Gürteln und flößte sie seinen Kumpanen ein.
Diese Vorführung würden sie dem Befehlshaber zusammen heimzahlen!

Mit der geplünderten Hälfte teleportierte sie Calsaniss auf Bet Regors Marktplatz.
Ein geschäftiges Treiben war im Gange.
Die Regoaner deckten sich mit Waffen und Nahrung ein.
Die Schmiedeöfen liefen auf Hochtouren, die Händler hatten alle Hände voll zu tun, der Umsatz boomte...
Rimos Knirt, der Oberkommandierende der Stadtwache und der Armee hatte vor wenigen Tagen die offizielle Kriegserklärung hier verlesen.
Überall hingen Anschläge, die auf Vorratsbeschaffung hinwiesen.
Wehrfähige Mannen wurden auf den Einzug vorbereitet.
Erste Trainingslager auf freien Plätzen errichtet.
Die Gesinnungskontrolle an den Toren war also erst der Anfang gewesen.
Man hörte allerlei Gerede von schnellem Vorrücken der Kalamaranschen Legionen.

Lith vergewisserte sich beim Berater des Königs, Sepiter Rahahn.
Man wartete auf die Botschaften der Kundschafter.
Er selbst hielt eine Belagerung am wahrscheinlichsten.

Der gute Handel machte es leicht ihre Wertgegenstände teuer an den Mann zu bringen.
Jedoch musste man selbst auch mehr für Auffrischung und Erweiterung des Arsenals ausgeben.

Mit Diamantstaub und dem eingewickelten Tharel ließ man sich bei Erimm Rechtung (http://www.wou.edu/~hardinc/images/_borders/cleric.gif) vorladen.

Als Tharel wieder unter ihnen weilte, ließ Erimm durchsickern, dass viele Kleriker ausgesandt worden waren, um die Dörfer Paru Bors am Renador Fluss und Umgebung zu warnen, Zuflucht und Schutz in der Metropole anzubieten.
Um alle Wehrfähigen einzuziehen musste der König selbst seinen Landadel verpflichten.

Die Großkirche würde lediglich defensiv agieren.
Der Wahre konnte anderes in diesem Fall nicht zulassen...

Am folgenden Tage reisten sie schlagartig nach Bah, mieden Y´Dey und berichtetn dem gegenwärtigen Autor dieser Schrift von allerhand Erlebnissen der letzten Woche.

Überlandflug ruhte nun im tausendseitigem Buch Liths und ermöglichte eine rasche Reise nach Osten, zum ursprünglichen Tempel des Elementaren Bösen.
Es sprach gerade alles dafür, nach Kella zu sehen.
Der Spruch im Obelisk, die damit verbundene Ausgrabung, die überwältigende Begegnung mit Hedracks Erdscherge.
Weil Lith so großzügig war- nein, er sah es nur praktisch- und Tharel ebenfalls in seinem Buch studieren ließ, konnten sie mit all den Überlandflugladungen an nur einem Sonnenlauf die Strecke überwinden.
Ach war Winter etwas schönes.
Da juckte ihm die Sonne weniger in den graugeschreckten Augen...

Über Puka hingen dicke Schneewolken und seltsamerweise donnerte es auch.
Sie umflogen es, als die vom Himmel fallenden Schneemassen keine Sicht mehr genehmigten...

Auch auf der Kathedrale des Bösen lag Schnee, wie überall.
Er schien hier fast grau zu sein.
Dem Schimmernden Streiter offenbarte sich eine immerwährende böse lauernde Aura.
Überall und nirgendwo.

Das Fenster noch immer zerschlagen.
Tore verbarrikadiert.
Yossarian stieg kletternd durchs Fenster ein.
Bewegungen.
Atmen.
Zwei ausgehungerte Hobgoblins rannten auf ihn zu und bedrohten ihn unter Stress mit Speeren.
Er führte diplomatische Verhandlungen mit Tagesrationen, welche die Goblinoiden ihm ungezügelt aus der Hand rissen.
Legte die Hofsklinge und den Drachentöter zur Seite und machte ihnen mit offenen Händen seine Ungefährlichkeit klar.
Einer holte den Rest der ausgehungerten Sippe.
Ihr Anführer hieß Krebbich, und schob einen wohlgenährten Bauch vor sich her.
Er war ihr Übersetzer.
Yoss handelte aus, die übrigen hereinzulassen.
Sie hätten noch mehr Futter.

Krebbich erzählte von den Anfängen.
Nachdem vor einigen Mondmonaten in einer Schlacht ihr ehemaliger Anführer Rarkus umgekommen war und die Mehrheit aller männlichen Hobgoblins gestorben war, nistete die Sippe nach ihrer Vertreibung erneut und Krebbich gab ihr die nötige Struktur.
Doch vor ein paar Duzend Sonnenumläufen kamen verschiedenstämmige Riesen und verschleppten vorwiegend die starken Väter unter ihnen.
Sie kamen mehrere Male und versklavten immer Jüngere, die sie nach Nordosten mit sich rissen.

So hatte sich die Sippe also hier eingeschlossen und gehofft den Winter zwar hungernd aber wenigstens lebend zu überstehen.

„Vielleicht wurden sie auch gefressen.“

Liths Gespür für Oberflächenkommunikation ließ wie immer zu wünschen übrig...

„Warum dann das alte zähe Fleisch. Die Jungen schmecken doch viel zarter.“

... hatte aber anscheinend starke Ähnlichkeiten mit Krebbichs Gemüt.

„Nein, sie sind versklavt. Befreit sie für uns, wir wollen überleben, und so haben wir keine Chance.“

Unter vier Augen führte Lith noch ein Gespräch mit dem Adepten über Anschluss an seine Organisation, die er bald um sich herum aufbauen wollte.
Er verriet nicht viel, nur so viel wie Krebbich unbedingt wissen musste.

„Bringt sie uns wieder und ich denke über das Angebot nach...“
Titel: Ausgrabungen
Beitrag von: HanGas am 22. März 2006, 10:03:42
Über den Wolken


( 68 )
Als sie abseits in einem Seitenflügel der Kathedrale nächtigten, schlenderte verdächtig ein Hobgoblin vorbei und grinste dämlich.
Da gab man ihnen die rechte Hand und versuchten sie sogleich auszureißen.
Sicher waren die Helden fette Beute...

Laut Krebbich war der nordöstliche Turm noch bewohnt von einigen Ausgestoßenen der Sippe.
Und dahinter lag irgendwo ein verlassener Hof.
Lith wimmelte die anderen ab.
Er würde alleine auskundschaften.

Mit Überlandflug verschwand er für knapp einen großen Sanduhrlauf, und bestätigte anschließend die Existenz dessen.
Genaueres aber nicht.
Er liebte es wohl in Geheimnissen zu schwelgen und alle zu verunsichern.
Das er sich mit einem Dämonen, einer Erinnye, unterhalten und vergeblich verhandelt hatte, vertraute er lediglich Derim Legoru an, der sich verpflichtet hatte, bis zur Beendigung dieser Schrift in Schweigen zu hüllen, und niemandem Einblick zu gewähren.
Und auch die Zeichnung stammte von ihm selbst, um Unsicherheit zu schaffen...

Sie marschierten durch den verschneit grauen Wald.
Einige Fuß, nachdem man die nordöstliche Turmruine durch die Tannen aus dem Auge verloren hatte, zeigte sich eine versteckte Lichtung mit verfallenem Anwesen.
Ein Brunnen, die Steinummauerung mit Eimergewinde gewaltsam ausgehebelt und beiseite gerollt.
Sowie ein altes Gehöft.
Ein kleiner Bauernhof mit wenigen Zimmern, der Großteil aber war Stall.
Die Fensterscheiben zerbrochen, die Eingangstür fehlte.
An der äußeren Hauswand fand sich das eindeutig zu identifizierende Symbol des Iuz (http://www.teamiuz.com/images/Iuz%20Symbol.jpg).
War Iuz etwa wieder am Werk und trieb die Machenschaften des Elementaren Bösen voran?
Lith hatte unterschwellige Ängste geweckt...

Das Gefühl von Blicken im Nacken konnte ihnen niemand nehmen.
Ein Windstoss.

Plötzlich ließ Cryn den Pfeil von der Sehne schnalzen.
Er traf etwas schwebendes, etwas Winziges neben dem Schacht.
Es zersprang in tausende Teilchen.
Sie betrachteten die Übereste.
Yoss hatte Aufklärungsbedarf.

„Cryn, was war da?“

„Eine Bewegung aus dem Augenwinkel.“

„Und? Was noch?“

„Weiter nichts.“

„Kann es sein, dass du sehr angespannt bist?“

„Vorsicht statt Nachsicht- so lautet stets meine Devise! Anstatt mich hier zu prüfen, klärt doch lieber was es war...“

„Das ist ja nicht mehr möglich, weil du es zerschossen hast.“

Ging der Rote Magier den Jäger der Außenseiter an.

„Allein, dass es ein Konstrukt war, lässt sich noch erkennen.“

„Ja, immerhin. Das nächste Mal warne uns und erwarte meine Befehle.“

In der Stimme des Streiters lag Entgültigkeit, der keiner widersprach.

Eine unheimlich leblose Tristes lag im türlosen Gemäuer.
Diesmal bemerkten die draußen gebliebenen Zauberer eine Bewegung am ausgetrockneten Schacht.
Eine kleine Kugel schwebte hinab.
Sie sahen sich fragend an und nickten sich dann gegenseitig zu, als ob jeder wusste, worum es sich handelte.
Dabei hatten sie keine Ahnung und wollten sich nicht die Blöße geben.


Empfang vor den Ausgrabungen


Dann kletterten sie mit einem geknoteten Seil selbst hinab und Yossarian löste einige Steine aus dem Mauerwerk als Ausstiegsalternative.
Eine vertieft gelegene, massive Holztür in südwestlicher Richtung.
Dahinter lag ein enger frischerdiger Gang, der von Holzbalken gestützt war.
Gleich zu Anfang befand sich eine Leiter zum Ausstieg.
Drei Alternativen waren keineswegs nachteilig.

Nach fünfzig Fuß verengte es sich auf lediglich drei Fuß Lehmgestein, ungestützt.
Hundert Fuß nach Süden, dann leicht abwärts und nach Westen, bis es sich in eine ovale Höhle weitete.
Die Wände hier teils gearbeitet, teils natürlich.
Einige Große Gesteinsbrocken.
Ein Gang führte weiter und wurde außer Acht gelassen.

Hinter einem bewölbten und rücklings flach abgeschliffenem Riesenstein, der fest in der Erde verankert erschien, den man aber an der schrägen Wand gemeinsam zur Seite rollen konnte, lag ein ebenfalls enger Geheimgang.

Der erddominierte Balken gestützte Gang schien recht frisch freigelegt- hier und da lag Gesteinsstaub herum, was darauf hinwies, dass hier einst gemauert, also bereits ein Gang vorhanden war- und führte ziemlich steil sechshundert Fuß in die Tiefe, immer in leichten Schlängelbewegungen Richtung Süden.
Eine unerwartete Biegung drehte sie abrupt nach Osten.

Nach circa fünfzig Fuß schrie Calsaniss plötzlich auf.

„Yoss, pass auf, die Wände sind nicht echt!“

Tatsächlich, die Wände hatten ein ringförmiges Muster.
Wie braune schlauchartige Ringmuskeln.
Yoss schreckte reflexartig zurück.
Gerade noch rechtzeitig, um dem zuklappenden Maul des Tunnelterrors (http://www.wizards.com/dnd/images/mm2_gallery/88268_620_159.jpg) zu entkommen.

Hinter ihnen floss die Steinwand zusammen.
Gefangen mit dem Wurm.
Zwei sogenannte Klatscher, die flach an der Wand gelegen waren traten in Aktion und watschten nach Yossarian und hielt ihn fest, um ihn Richtung Maul zu zerren.
Calsaniss schenkte ihm Bewegungsfreiheit und Yoss flutschte aus dem Griff.
Der enge und kurze Abschnitt hier, bot kaum Manöverfähigkeit.
Tharel versuchte so tief wie möglich in dem Schlauch seinen Feuerball zu platzieren, doch das bewegende Ziel, ließ ihn früh detonieren, und Calsaniss und Yossarian wurden ebenfalls Opfer der Entladung.

Cryn schoss Pfeil um Pfeil durch  die eigenen Mannen, Deckung des Steinwurms, und traf den Wanderpriester in den Oberschenkel, woraufhin sein Knie kurzzeitig den Boden berührte.

Lith hingegen zielte Magische Geschosse, die ihre Wirkung nicht verfehlten und bereitete die Helden auf seinen kommenden Blitz vor.

„Alle zur linken Wand!“

Die Klatscher fuchtelten und packten nun den hinter dem Streiter Deckung suchenden Calsaniss und zogen ihn näher.
Tharel setzte mit magischen Geschossen nach, und schließlich versenkte der Schicksalsweber das Innere des Schlauches.

Doch tot war der Tunnelwurm noch lange nicht.
Yoss schaffte es nicht, Calles Greifer mit der Hofsklinge abzutrennen und er wurde gefährlich nahe ans Maul geführt, während die Bestie auf magische Weise, eine Mauer errichtete, welche die Zauberer und den Bogenschützen abtrennte.

Der Champion drosch noch einmal in die Ringmuskeln und packte dann Calles Arm, der sie beide aus der Gefangenschaft in die anliegende Gefangenschaft beförderte.
Wenigstens war die Gruppe nun wieder vereint.
Der Wurm hatte bereits gehörige Verletzungen erlitten.
Sicherlich war er erschöpft vom erfolglosen Beutezug.

Nach der Wundversorgung, nahm Yoss einen Hammer zur Hand und schlug die Wand ein.
Der Tunnelterror setzte mit telekinetischer Kraft die herabgefallenen Gesteinsbrocken in Gang und schoss damit durch die Öffnung, und hinterließ einige Schrammen und Platzwunden.
Das Zeichen zum Gegenangriff.
Eine Angriffswelle aus Magie, Pfeiltreffern – Cryn traf seinen göttlichen Mentor erneut ins Bein- und Waffenhieben rollte über das Monstrum hinweg.
Schließlich hechtete Calle mit einer Rolle durch das Loch und teilte die vordersten Ringmuskeln.
Der Schlauch fiel in sich zusammen.

Keine Beute.
Doch Lith kannte sich besser aus.
Stieg auf dem Muskelhaufen ganz zum Ende, durchstieß das Gewebe dort mit einem Dolch, stülpte den Ärmel zurück und bohrte suchend seinen Arm tief hinein.
Er holte einen Erzklumpen mit angenehm glitzerndem Schein heraus.
Die anderen rümpften die Nase.

„Das stinkende Ding, könnt ihr behalten, Gönner!“

Wimmelte ihn Tharel ab.
Nichts anderes hatte Lith vorgehabt.
In den Unterreichen war es üblich auch mal ihm Dreck zu fühlen.

Als der Priester die Wunden versorgte, hielt er bei einem Schnitt, den Cryn durch einen fliegenden scharfen Stein im Gesicht abbekommen hatte, inne.

„Möge euch diese Narbe den Tag nicht vergessen lassen, an dem ihr einen Priester eurer Religion in den Rücken fielt, Cryn. Allein, dass ihr das Risiko eingingt, war töricht und frevelhaft.“

Dieser Gang war eine Sackgasse.
Sie mussten aus dem Geheimgang hinaus und den anderen Gang der Höhle nehmen.


Der echte Trond


Yoss arbeitete sich auch durch die vordere Wand und sie gingen zur Biegung zurück.
In der Kurve fiel Calsaniss ein Stück Splitterholz auf, welches in die Wand ragte.
Als er es herauszog, konnte er es gespenstischer Weise durch die Wand führen.
Das Bild verschwamm vor ihm und er sah es nur mehr transparent.
Ein Gang war hinter der Stillen Illusion verborgen.
Er durchschritt sie zum Erstaunen der anderen, denen sich ebenfalls das Geheimnis eröffnete.
Der Gang knickte nach Westen in Helligkeit.
Eisenfackeln brannten.
Die grob bearbeiteten Wände ersetzten sich nun teilweise durch Granitblöcke.
Überall lag noch Schutt und Geröll in den gewölbten circa fünfzehn Fuß hohen Gängen herum.
Weniger stabile Deckenpartien waren mit Holzbalken gehalten.
Der Ort war feucht und schmutzig und roch nach Erde und Humus.

Sie waren auf Ausgrabungen der eingestürzten Unteren Ebenen des Kathedralegewölbes gestoßen.
Laut ihren Berechungen waren sie auch nicht weit von der Kathedrale des Elementaren Bösen entfernt.
Wahrscheinlich nur weit, sehr weit darunter.
Laut Burne und Rufus hatten die Ebenen sich nach Einfluss gestaffelt.
Die einzelnen Elementaren Tempel waren untereinander nach ihrer Größe und Macht angeordnet gewesen, und wiederum darunter befanden sich Gewölbe der Patronen- Iuz, Zuggtmoy und Lolth.
Der vielbeschäftigte Burne hatte mit den Jahren Einzelheiten vergessen und auch, wenn man seine einstigen Begleiter fragte, erhielt man nur Wortfetzen...

Eine Ausbuchtung, die einst völlig zusammengefallen sein musste- die Decke zerklüftet, das bogenförmige Mauerwerk zerstört, das Steingut von Mauern und Boden schwer beschädigt und uneben, alles bedeckt mit kleinen Steinen und Staub, mit zwei gegenüberliegenden, angelehnten, leicht beschädigten und schiefen Holztüren - tat sich auf.
Auf Riesisch schall es aus einem Gebiet dahinter.

„Du betrügst doch!“

„Nennst du mich einen Betrüger!?! Selber!!!“

„Selber, selber, prusten alle Räuber, und du bist kein dummer Säufer!“

„Bin ich wohl!“

„Bist du nicht!“

„Was!?!“

„Schnauze!!!“

„Wer mischt sich aus der Kanakenbude ein!?!“

„ICH, du Hohlrübe!!! Trond!“

„Oooohhh, sorry, Chef!!!“

„Wechsle auf der Stelle die Fackeln, Borogol,  faules Stück Dreck!“

„Jo, Chef, wird erledigt, Chef!!!“

Shasserils Band war bereits zur Standardausrüstung geworden.  
Die Helden nickten sich nur mehr zu und stürmten die westliche Tür.
Der schillernde Paladin voran, gefolgt von Calsaniss und Cryn.
Der Raum noch teilweise von Geröll bedeckt, stank nach Urin und Starkbier.
Eine Holztür auf zwei großen Brocken diente als Tisch zum Schweinsknochenwürfelspiel.
Ein Messer und ein Tierhorn lagen ebenfalls darauf.
Einige plattengepanzerte Kriegsoger in Schwarz saßen auf weiteren Brocken um den Tisch, es schnarchte aus einer Ecke, ein anderer wendete sich gerade einer Kiste mit Fackeln zu.
Cryn zielte aus nächster Nähe in die Brust eines Sitzenden, während Yossarian ihm einen tiefen Schmiss quer der Visage verpasste..
Der schaute erst mal dumm auf die Bauchwunde und dann in die Gesichter.
Und erst dann brüllte er los und weckte den Pennenden und alarmierte die anliegende Besatzung.

Die Riesen schnappten sich die beiliegenden großen Keulen und wischten damit um sich.
Yossarian sprang auf den Tisch und sah den Riesen auf gleicher Höhe in die Augen.
Ein heißer Kampf mit oftmaligem Ausweichen, schweren Treffern, und viel Getänzel von Yoss und Calle entbrannte.

Die andere Tür flog aus den Angeln, als eine weitere Horde Oger herausstürmte.
Yossarian widmete sich der einen Besatzung alleine- die Schlafmütze in Unterwäsche stürzte sich mit den bloßen Fäusten auf ihn- während sich das Hauptgeschehen mehr und mehr nach draußen verlagerte, denn der Wanderpriester stieß zu den Zauberern, die nur auf das Erscheinen der Unterstützung mit Feuerball und Kältekegel gewartet hatten.
Anschließend soffen die Krieger tatkräftig Tränke von den Gürteln, was Tharel Ragnarok verständlicher Weise mit einem sarkastischen

„Hey, ihr trinkt uns unser Gold weg!“

begleitete.

Ihr Anführer Trond, ein barbarischer Oger mit magischen Falkenaugen und schwerem Kriegsflegel, folgte ihnen auf dem Fuß, doch war den Flächenangriffen nicht ausgeliefert gewesen.
Er versetzte sich in Kampfeswut.
Calsaniss erstand göttliche Unterstützung und nahm es mit mehreren schwer gepanzerten, aber angekohlten Kriegsogern gleichzeitig auf.
Trond schloss zu Tharel und Calle auf und trieb die Flegelenden in Schulter und Bein Tharels.
Halbtot humpelte dieser den unerforschten Gang entlang und verwandelte sich in den üblichen Thareltroll.

Cryn schoss zwischen Tür und Angel mal hier mal dorthin, wo sich Schwachstellen offenbarten, während Lith gerade den Zorn eines Ogers auf sich gezogen hatte.
Er rannte bis an die Wand, woher sie gekommen waren.
Der halbgefrostete Riese folgte ihm auf den Fuß und steckte die magischen Geschosse nicht unvergolten weg.
Er rutschte dem Schicksalsweber bis vor die Füße.

Yoss und Cryn, mehr und minder angeschlagen, hatten währenddessen ihre großen Kontrahenten einem gerechten Ende zugeführt.
Nur Trond stand noch schwerst blutend an Calles Seite und holte gerade zum vernichtenden heftigen Angriff aus, als ihn in den Rücken ein Regenbogenstrahl Tharels traf.
Der Strahl entpuppte sich als Todesattacke und dem Barbar blieb rückartig das Herz stehen.
Calle wich höflich für den unknickenden Tausendpfünder minimalst zur Seite...

Sie steckten reihenweise Ausdauer-, Schutz- und Schwere Heiltränke der Oger ein, sowie alles Magische und Verkäufliche verdientermaßen ein und widmeten sich dann den Räumlichkeiten.


Funde


Im bereits betretenen Raum lag eine mit Geröll gefüllte Nebenkammer.
Da fiel ihnen auf, dass die Oger in aller Aufregung vergessen hatten, das Tierhorn zu blasen.
Am Boden nahe der Tür entdeckten sie ein altes, verblichenes Symbol, das besonders den Magiern aus Zauberbüchern bekannt war.
Außerdem lagen zwischen den Steinen eine Hand voll Kerzen, sowie eine ausgestopfte Schreckensratte, zerfledert und mottenzerfressen.

Eine versteckte Tür führte in ein von den Ausgräbern unentdecktes Arbeitszimmer.
Damit es auch in Zukunft niemand blies, sackten sie es ein.
Die Zerstörung hier war weniger gravierend.
Nur wenige zerbrochene Mauersteine lagen herum.
Eine hölzerne Arbeitsbank verläuft entlang der nördlichen Wand bis zur Tür.
An derselben Wand reihten sich Wandbretter, manche zerschlagen, aber auf ein paar wenigen standen noch kleine Bottiche oder Dosen.
Der kleine Kamin war voll mit Schutt.
An der südlichen Wand befand sich ein zum Teil kaputter Schreibtisch bedeckt von Staub und ein Paar Buchständer, beide durch die Erschütterung umgefallen.
Neben einem liegt ein zum Boden hin geöffnetes Buch.
Im östlichen Ende stand ein geröllbedeckter Tisch mit Eisenkiste inmitten der Steine.
Ein mit hoher Lehne umgekippter Stuhl und ein geöffneter Schrank waren ebenfalls Teil der Einrichtung.
Sie fanden verschiedenfarbige und –wertvolle Edelsteine, sowie zwei magische Wälzer, für die Lith wie ein Waisenvater sorgen wollte, und im Schrank sowohl drei Eisenschächtelchen, in denen sich nach Metall sortiert, Silber-, Gold- und Platinmünzen fanden, als auch ein zerbrochener, wohl einst sehr wertvoller Spiegel.

Tronds Gemach war, obwohl von Schutt befreit, sehr staubig.

„Hier müsste einmal gefegt werden!“

Merkte der reinheitsliebende Tharel passend an.
Das Mauerwerk war lückenhaft und sehr rissig, weshalb es auch Holzbalken stützten.
Fünf Schlafmatten aus geflochtenem Schilfrohr lagen zusammengerollt an der westlichen Wand.
Eine einzelner großer Brocken diente als Tisch für Gegenstände wie leere Servierplatte und Steinkrüge.
Ansonst vergeudete Erkundungszeit.
Die Fackeln der Wände brannten gerade leer, als sie dem Gang, den Tharel bereits eingeweiht hatte, folgten.
Eine ungewöhnlich steile Treppe führte fünfzehn Fuß nach oben und endete an einer schweren Falltür.


Die erdrückende Kraft der Erde


Der runde Raum darüber schient der Grund eines Schachtes zu sein, nun jedoch von Schutt verstopft, dass er lediglich fünfzehn Fuß hoch war.
Die Falltür mit schwerem Ziehring, war vielleicht einst mitgut versteckt unter einem Bodenquader.
Richtung Süden führte ein Gang.
Ein rohes Gesicht aus Erde trat durch die Wand und verschwand sogleich wieder als Calsaniss es entdeckte.
Sie bereiteten sich auf Konfrontation vor und sahen alle in verschiedene Richtungen.
Calsaniss hielt sich in der Mitte auf und blickte nach oben, als etwas Erde herabbröselte.
Der grob humanoide Körper des Größeren Erdelementar wölbte sich heraus und fiel herab.
 
„Zu den Wänden!“
 
Warnte er die Übrigen im letzten Moment und sie warfen sich zu allen Seiten.
Hinter ihnen schlug er dumpf und mit der Erschütterung eines mittleren Erdbebens auf den Grund.
 
„Dieses Mal lassen wir uns nicht unterkriegen! Diesmal nicht!“
 
Der stolze Yoss erinnerte sich an das aufgemischt werden durch den Älteren Erdelementar und rief zur Tapferkeit auf.
 
Und in der Tat sie schlugen sich wacker.
Die Magier wirkten Kegel um Kegel, Blitz um Blitz, Kugel um Kugel- die ganze Wahrheit über die Zauberer ist das nicht, denn Tharel vermochte die Bewegungen der Kameraden zu beschleunigen, während Lith die Feindseligen verlangsamte.
 
Cryn feuerte Pfeil um Pfeil, Yoss teilte Hieb um Hieb aus, und Calsaniss…
Ja der konnte sich kaum entscheiden, ob er zuerst heilte oder gegen den Elementar agierte.
 
Denn die Elementarkampfmaschine war meisterlich darin bodenständige Kreaturen, wie Helden zum Beispiel,  auszuhebeln und sie wie Spielzeug gegeneinander prallen zu lassen, ja sie dem Erdboden gleichzumachen.
Er drückte Yoss an die Wand, dass er kaum noch Luft bekam.
Zwar nicht wie der schwarze Erdscherge Hedracks, doch trotzdem recht beachtlich.

„Ab mit dir in die Lavaströme der Tiefe!“

Presste der Streiter hinaus und wand sich aus dem Griff.
 
Sie hatten dem Terranelementar schon etliche Erdbrocken herausgeschlagen, die Luft roch nach geröstetem Humus, da sank er bis zum Bauch ins Erdreich und knapp einhundert Fuß hinter ihm wurde ein Steinriese (http://www.wizards.com/dnd/images/cw_ag/75412.jpg) am Ende des Ganges sichtbar, der einen Gesteinsbrocken für vier platte Abenteurer schleuderte…
 
… und verfehlte!
 
Doch Lith nicht.
Der Schicksalsweber spann die Fäden des Schicksals und der Riese taumelte an die Wand, wo er wortlos in sich zusammensank.
Er hatte seinen schlimmsten Alptraum gesehen.
Der Steinerne Wächter folgte Zehntel später durch seine Solidarität mit dem all anwesenden Staub.


Von Unterjochten und Verbündeten

 
Wo der Steinriese lag, teilte sich das Bogengewölbe nach West und Ost.
Im Westen lag gleich um die Ecke ein Haufen sorgfältig ausgewählter Wurfbrocken.
Im Osten stand eine Holztür, sperrangelweit offen.
Dahinter fand man einen dreieckigen Raum vor, verputzt, aber rissig und abgebröckelt.
Was blieb waren zahlreiche schwarze Dreiecke, vom Ypsilon in Naturputz geteilt, und von gemalten Augen vieler Rassen- Menschen, Elfen, Gnome und vieles mehr- umrandet.
Die Öffnungen im Norden mussten früher Rahmen besessen haben.
Die Türen waren nach dem Einsturz wohl nicht ersetzt worden.
 
Hobgoblinstimmen hörten sie von dort.
Cryn lief sofort hinzu, als man ihn sah und sie nicht reagierten.
Er klärte sie in ihrer Muttersprache auf.
 
„Krebbich schickt uns. Wir holen euch aus diesem Drecksloch raus!“
 
Es stank nach Dreck und Schweiß, obwohl alles doch recht freigeräumt worden war.
Betten aus Fetzen, Lederstücken und Stroh bedeckten weiträumig die Flächen.
Dazwischen lagen verschiedenste Werkzeuge und andere Gerätschaften.
Mosaik hatte einst die Wände geziert, doch die schrecklichen und abscheulichen Szenen waren zurecht zerklüftet worden.
 
Der neugierige Unterkiefer einer Ogervisage schob sich aus einer der beiden vorhandenen Türen, die in der Mitte der Dreieckskammerseiten lagen.
 
Er stieß zu seinem Pech die Tür auf und posaunte lautstark zu seinen Sklaventreibern.
Lith stellte sich vor die Tür und erzeugte eine wabernde Wolke aus purem Gift.
Sie tötete die in körperlich schlechtester Verfassung, während sich die Überlebenden aus der Kammer hustend und keuchend hangelten.
Die Giftgaswolke wabberte in einen entlegenen Gang der achteckigen, teils ocker, teils moosgrün gestrichenen Kammer, die mit großen Schlafmatratzen, Werkzeugen und Waffen, und etwas Geröll voll gestopft war.
 
Tharel als Troll und Lith als Grauer Reißer fletschten um die Wette, während Calle und Yoss ein hervorragendes Klingenduett mit Wirbeltänzen ablieferten und Cryn sich allein mit sicher erlernten Schüssen im Nahkampf gegen einen wehrte, der ihm auf die Pelle gerückt war.
 
Auch als die zweite Tür aufflog und weitere Sklavenschinder ins Geschehen eingriffen, traten kaum Schwierigkeiten auf.
Im Gegenteil, die Helden zeigten sich von ihrer Schokoladenseite.
Die, die sie zusammenhielt, weil jeder seinen Beitrag im Kreuzzug gegen das Böse leistete.
 
Halt, was war das!?!
Der letzte ausschwärmende Oger trieb seinem Vordermann seine Keule in den Rücken.
Ein Verräter!
 
„Kella!!! Verletzt sie nicht!“
 
Sie richteten ihre Blicke stets auf die Druidin, um sie nicht im Gewimmel wieder aus den Augen zu verlieren und versehentlich anzugehen und so beendeten sie schließlich das trostlose Dasein so manch Nasenbohrender Ogerexistenz.
 
Die Druidin des verkümmerten Waldes nahm ihre Urgestalt im winterlichen Tannenzweiglook an.
 
„Ich berichte euch über diesen Ort, wenn das Bangen ein Ende hat.“
 
Sie meinte damit die Hobgoblins, die sich augenscheinlich bereits mit ihrer Lage abgefunden hatten, denn weder Gezeter noch Gejammer noch Wimmern war zu hören.
Ja, im Gegenteil.
Sie hatten ihre Retter gerade tatkräftig angefeuert.
Doch so was konnte täuschen und pure Angst steckte hinter dem Verhalten.

Sie führten die Sippe mit Begleitschutz an die Oberfläche.
Der Rote Magier wandte sich ein letztes Mal um und rief:

„Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage.“


Kellas Wissen


Cryn kraxelte als erster die Leiter hinauf.
Beim Umsehen sah der Späher ein ernst dreiblickendes weibliches Gesicht, dahinter dunkle Schwingen im zerbrochenem Fensterglas.
Es huschte zur Seite.
Die restliche Strecke nahm er mit einem Satz und stand im Gehöft und wartete auf Unterstützung.
Tharel und Cryn stellten die Hütte auf den Kopf.
Doch wie vom Erdboden verschluckt war die Frau.
Ein Geist?
Eine Dienerin Iuz und Racheengel?

Sie brachten zusammen, was zusammengehört.
Die Befreiten feierten Krebbich und vergaßen ihre wahren Retter, was diesen die Möglichkeit zum Austausch bot.
Kella berichtete von ihren Erlebnissen als Spion.
Die Verdammnisträumer ließen die beiden untersten Ebenen des ursprünglichen Tempel des Elementaren Bösen Gewölbes ausgraben.
Den Zugang zum Feuerknoten hatten sie schon beinahe komplett freigelegt.
Und dazu hatten sie eine Vielzahl an Truppen aus dem Äußeren und Inneren Bereich entsandt.
Steinriesen und eine Vielzahl ausgebildeter Oger, einige Golems, Seiler und tatsächlich auch einen Betrachter.
Der Test nach dem geflügelten Oger viel positiv aus.
Und wie sie das abschätzte waren das bei weitem noch nicht alle Besetzer, die – sie schauderte dabei - von einem Aboleth angeführt würden.

„Wie kann das sein? Steht der unterste Stock etwa unter Wasser?“

„Nicht ganz. Er schwebt in einem Wasserkokon umher. Jeder nennt ihn ehrfürchtig nur: den Zweiten.“

Als hätte ihre Erzählung noch nicht genug erschreckende Neuigkeiten enthalten, gestand sie.

„Es ist kaum drei Nächte her, da passierte uns unter schwerem Geleit eine mir bekannte Gestalt. Sie wirkte allerdings nicht so, als ob sie diesem Schutz bedürfte. Es war Lareth der Schöne, der eine Aura ausstrahlte, dass alle Sklaventreiber bei seinem Vorbeischreiten die Sklaven zu Boden schleuderten, mit gesenktem Haupt niederknieten und Tribut zollten. Das Gesicht des Schönen war fürchterlich entstellt und seine Haut war unnatürlicher als alles bisher da gewesene...“

Sie zeigten sich wenig beeindruckt.

„Wie kann ich euch weiter helfen? Soll ich die Kultisten weiter ausspionieren? Euch in die Schlacht folgen? Oder nach Bah zurückkehren und Y´Dey Bericht erstatten?“

Sie erwartete eine rasche, eindeutige Antwort, die ihr Yossarian gab.

„Wenn du dem Hobgoblinstamm mit Nahrung helfen kannst, bleib noch einen Augenblick. Ansonst wende dich nach Westen.“

Kella erschuf einen Berg Nahrungsmittel.
Calsaniss lud seinen Gewirkten daneben ab.

„Einen Moment noch. Was ermöglichte euch so lange in Ogergestalt zu verweilen? Ihr ward ja schließlich rund um die Sanduhr bei ihnen.“

Tharel war neugierig geworden.

„Dieses Philakterum des Wandels.“

Sie deutete auf ein Band.

„Braucht ihr es denn im Moment?“

„Es wurde mir bei der Aufnahme in meinen Zirkel anvertraut. Ich kann es nicht verleihen.“

Sie verwandelte sich nach dem Friedensgruß des Druidenzirkels der Knorrwälder in den weißen Bär und trabte davon.

Spoiler (Anzeigen)
Titel: Interaktion
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 08:22:53
Gewaltmarsch unter Opfern


(69)
Als sich die Familien vereinten- einige brachen auch in Wut aus, denn ihre Oberhäupter hatten die harte Arbeit nicht überstanden -  schritt Krebbich auf sie zu.
Wie ein stolzes Tier, das nicht auf die Knie fallen wird, aber dennoch echten Respekt erweisen will.
Das unter den goblinoiden Rassen weitverbreitete Prinzip der Stärke schillerte durch seinen harten Panzer und er zeigte keine Mitleid mit den Zurückgebliebenen.
Sie selbst hatten ja kein Mitleid, sondern ärgerten sich über die Schwäche ihres Familienoberhauptes.

Die Abenteurer zogen sich in ihren Flügel zurück und diskutierten.

Lith blieb noch etwas und wirkte manipulierend auf den Schamanen ein.
Er würde die Sippe in seine Organisation aufnehmen und sie beschützen, würden sie ihm nun einen Eid des Gehorsams leisten.
Krebbich gab sich unentschlossen.
Lith drohte mit der sofortigen Abreise der Drachentöter, die Riesen würden wiederkommen und sie dann alle holen und zu Tode schuften lassen, ohne Nahrung, ohne Wasser...

Krebbich willigte schließlich ein.

„Noch heute brechen wir auf in eine Festung im gefrorenem Sumpf, einige Meilen von hier entfernt. Dort werdet ihr sicher sein und meine Befehle zum Aufbau ausführen.“

Als Lith Krebbich den Rücken zuwendete, um seinen Kameraden Kunde zu bringen- natürlich mit einer gemäßigteren Version seiner Überzeugungsarbeit- blickte ihm der Schamane nach und knurrte vor Zorn.
Sonst war es doch immer, der Überlegenheit und Druck walten ließ...

„Wir packen und geleiten die Sippe an einen sicheren Ort.“

Was hatte sich der Schattenelf denn nun schon wieder ausgedacht.
Tharel war misstrauisch.

„Und? Wo gibt es das auf Tellene?“

„Grabenburg.“

„Grabenburg?“

Ja, die Festung in den Südsümpfen. Dort lebt nichts mehr.“

„Es ist nicht das beste Zielgebiet, aber mit Sicherheit ungefährlicher als hier. Vorübergehend wenigstens.“

Stimmte Yoss zu.
Und da in der Regel nach seiner Pfeife getanzt wurde, gab es keine Einwände.

Sie vergewisserten sich bei den Hobgoblins, ob auch alle aus der Sklaverei befreit waren.
Jene tuschelten, als ob niemand etwas verstand.
Krebbich erwähnte, dass einige Ausgestoßene in der nordöstlichen Turmruine lebten und eine andere kleine Gruppe unter Führung einer gewissen Alubya hauste in nahen Baracken.
Aber von denen gab es keine Spur von Verschleppung.

Sie drängten auf baldige Abreise und überhastet begann ein Marsch der drei Dutzend Hobgoblins und Goblinsklaven.
Ein Vorhaben mit Tücken.
Mit Kind und Kegel ging es stundenlang nur schleppend voran, wobei sich die Abenteurer auf den Zug aufteilten und Cryn, Calsaniss und Yoss halfen, Tharel und Lith hingegen eher antrieben.
In Puka tobte ein Blizzard.
Das pure Weiß türmte sich mannshoch.
Also beschlossen die Führer es zu umwandern.
Bis hier hatte ihr neu aufgelebtes, blindes Vertrauen in Krebbich gehalten.
Das erste Grummeln wurde laut, denn der Stamm hatte nur das Nötigste zusammengerafft.
Yossarian pflügte vor.
Der eisige Strom, der Puka durchzog, sollte überquert werden, doch flussabwärts fand sich keine geeignete Stelle.
Yossarian fällte eine wassernahe laublose Esche über den Bach, auf deren Stamm allesamt hinüberrobben sollten.
Theoretisch.
Nicht mit wasserscheuen Goblinoiden.

Tharel wirkte auf Yoss einen Flugzauber, der sein erlangtes Können für alle sogleich unter Beweis stellte.
Die Sippschaft sah ihm stillschweigend zu, die Jungen ganz nah an den Alten.
Er öffnete die Arme.
Stille.
Da brüllte Krebbich ein paar Phrasen von Schwäche und Stärke.
Zögerlich wagten sich die Jungen vor.
Als in den hinteren Reihen ein alter Veteran vornüber tot zusammensackte, konnte sich Fahrmann Yossarian kaum mehr dem Andrang erwehren...
 
Die Nachtdämmerung brach bereits früh über die umliegenden Wipfel herein.
Krebbich hätte sie ja noch weitergetrieben bis auch der Letzte vor Erschöpfung gestorben wäre.
Doch Yossarian ordnete nicht weit hinter Puka eine Zwangspause an.

Der Stamm verlangte nach Wärme und Nahrung.
Yoss und Calle entzündeten Öl, während Cryn erfolglos im Wald jagte.
Keine Magie mehr zur Nahrungserschaffung.
Erste Vorwürfe wurden laut.

„Nur die Stärksten überleben, und das ist gut so!“

Unterband Krebbich.
Calsaniss und Yossarian gaben ihre letzten Wegrationen aus, und ernteten großen Dank.
Mit Argwohn konnten sie Krebbich beobachten, wie er heimlich an einer vertrockneten Beere naschte und satt war.

Es waren lediglich eine Hand voll Zelte, darunter die Honiglederzelte der Abenteurer mitgeführt, so wurden ein paar improvisiert und dennoch in völlig überfüllten Gelagen gepennt.

Frühes waren ein sehr junger Spross und ein sehr alter Veteran erfroren...

Noch ein Tagesmarsch und eine Übernachtung im Freien, doch diesmal mit ausreichend Nahrung und weniger Minusgraden.
Die Anstrengung raffte noch einen Goblinsklaven dahin, dann hatten sie die Festung im – gefrorenem – Sumpf erreicht.
Insgesamt ein halbes Dutzend.
Die Überlebenden ehrten den Wanderpriester.

„Duldet ihr ihn überhaupt noch als Anführer?“

Fragte er schließlich einen, der etwas verstand.

„Schamane sein Wunderheiler. Gibt Schutz, immer nuch. Auch wenn hart.“

Trotzdem war Calsaniss zum echten Helden geworden und Krebbich hatte deutlich Ansehen eingebüßt.

Über den Hintereingang gelangten sie in ihre neuen Gewölbe – Lareth altes Quartier.
Cryn, Tharel und Calsaniss reisten nach Bet Regor, während Yoss und Lith in den Höhlen blieben.


Tharels Geduld – ein Trauerspiel


Marktplatz.
Patrouille.

„Hey, ihr da.“

Aufschließen.

„Was?“

Tharels Stöhnen.

„Wisst ihr nicht, dass Sprungreisen verboten wurden?“

Wachmann.

„Das ist uns neu.“

„Aber Gesetz. Unwissenheit schützt nicht.“

„Wir sind ehrliche Bürger. Seht uns an... Kommt, wir gehen.“

„Halt, so einfach geht das nicht. Begleitet uns doch trotzdem bitte zum Tor. Es ist strikte Anweisung.“

„Wir haben nichts zu verbergen.“

Stülpt demonstrativ seine roten Robeninnentaschen um.

„Wenn ihr nichts zu verbergen habt, dann kommt doch einfach mit. Keine Umstände, bitte.“

Maulerei, Motzerei.
Roter Magier Tharrgys, Verbündeter im Krieg, blabla,...
Abblocken.
Trotzdem Hörigkeit.
Noch...

Am Tor ein junger Paladin des Wahren.
Tharels Herzensprobe.
Sein verbales Verhalten macht jenen misstrauisch.

„Leert eure Sachen auf den Tisch dort drüben.“

Der eilige Tharel diskutiert und droht dem Jüngling schlussendlich, welcher ihn zuvor ermahnte.

„Droht ihr mir?“

Wurde der Paladin energisch.

„Droht ihr MIR?“

„Wachen, nehmt diesen Mann fest. Er wagt es, sich in der Stadt des Wahren ungebührlich zu verhalten.“

Dimensionstür Tharels in die Innenstadt, um dem Gefängnis zu entkommen.
Die Wachen warfen sich auf Cryn und Calle, welche ebenfalls rechtzeitig den Sprung antraten- vor die Mauern.

Tharel landete unentdeckt in einer Gasse bei der Kirche.
Der Disput mit Erimm Rechtung verlief nicht so erfreulich wie gewünscht.
Erstens war kein Begleiter des Wahren in ihren Reihen.
Zweitens war es eine gerechtfertigte Vorsichtsmassnahme, für deren Überwindung nur der Namenlose und der König ein Zertifikat ausstellen konnten.
Drittens hatte ihre Gruppe noch immer nicht den Auftrag der Befreiung Gawains erfüllt und auch nicht den Leichnam Prinz Thrommels auf den Emridy Wiesen ausfindig gemacht, sowie Thalias Körper, der letzten Abgesandten, erfahren.
Trübsal.
Im Moment waren keine Kleriker oder sonstige potenzielle Begleiter anwesend.
Die Kirche konnte in der Defensive des Krieges niemanden mehr entbehren, was der Rote Magier Bynarrs aber auch gar nicht forderte.
Wegen dem Vorfall eben, würde er ein milderndes Wort bei der Stadtwache einlegen.


Unheimliche Begegnung der Hohen Art


Die anderen beiden suchten mit aufgesetzter Kapuze ein anderes Tor und gelangten getarnt hinein.
Ein Stein fiel ihnen vom Herzen.
Die Gegend schien so trüb.
Ein Zupfen an Calsaniss Ärmel.
Ein altes gebuckeltes Weib auf dem Rücken eine Trage für Holzscheite.
Die Hexe zog ihn zu sich herab und starrte ihn wie mit Schlangenaugen an.

„Wanderer, der Weg endet... bald...“

Sie wandte sich ab und stakste langsam hinfort.
Calle stand im ersten Moment da als ob er Wurzeln geschlagen hätte.
Cryn lief hinterher und packte die Alte.

„Was meint ihr?“

Sie wehrte sich.

„Was meint ihr, Herr? Ich kenne euch nicht.“

„Aber mich.“

Entwurzelte sich der Wanderpriester.

„Nein! Lasst mich in Frieden. Habt ihr den keinen Respekt vor der Gebrechlichkeit einer alten Frau!?!“

Sie erinnerte sich nicht...

Langsam nur erholten sich die beiden von dieser merkwürdigen Begegnung.
Anschließend wickelten sie die nötigen Geschäfte ab, unter anderem besorgten sie eine Reihe von Cryn speziellen Pfeilen für seinen Großbogen.
Doch das war eine rare Ware.
Die Preise waren gestiegen, doch auch der Erlös, und so hob das sich beinahe auf.


Bücherwurm


Krebbich hatte sich sogleich des Schönen Lareth alte Kammer geschnappt.
Für den Augenblick schwatzte es Lith ihm ab.
Natürlich unter Drohung.
Was sonst!?!

Dann nahm er die beiden identischen Bücher aus der Geheimkammer zur Hand.
Das eine bereitete Kopfschmerzen, das andere fesselte ihn so über die Kunst von Einfluss und Führung, dass er bis auf die Zeit der Meditation las und las.

Yoss half derweil bei der Einrichtung, jagte ihnen eine Wintersau und heilte die Kranken.
Der sie über den Fluss getragen hatte war nun noch mehr als nur Ikone der Kraft.

Als die drei getrennt zurück kamen, gab Lith Tharel das gefährliche Buch und prompt schlug es ihm damit aufs Gemüt.
Lith wirkte charismatischer, als er zu Ende gelesen hatte und wollte Krebbich sogleich Anweisungen als Organisationsgründer geben, bei dem es eher so angekommen sein muss.

„Und das ihr mir auf Sauberkeit und Bildung achtet, bla, du wirst diesen Job, blabla, Wachen, bla, blabla, blablabla...“

„Ja...ja.“

Bekam er zurück.
Lith würde herrschen.
Darauf sollte sich Krebbich gefasst machen, sobald er sich einzig und allein um den Aufbau seiner Gemeinde kümmern könnte...

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Titel: Spionage
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 08:42:33
Folterknecht


(70/1)
Sie nächtigten hier.
Der Äußere Bereich hatte nun lange genug seine Ruhe gehabt.
Schutzmagie überladen teleportierte sie Tharel in Varachans Gemach, während Lith mit dem Knickstäbchen in der Hand auf Antwort über Shasserils Band wartete, ob sie auch richtig waren.
Ein Schrei!
Oder Brummen!?!
Ein kreischendes Brummen!?!

Lith, bei Fuss!

Sang Tharel über das Band und Lith folgte.

Er gelangte in Varachans Gemach... zu den anderen.
Welch Erleichterung!

Auf dem Luxusbett saß eine Chasme (http://img15.imgspot.com/u/06/82/03/Chasme1143189562.jpg), ein Dämon der übelsten Sorte, den bodenlosen Gräben der Abyss entsprungen.
Der Fliegendämon hatte alles durchsucht und war gerade dabei, im Futter der schwarzen Decken und Polster zu wühlen.

Als der Schicksalsweber eintraf, summte es gerade furchteinflössend in der Kammer.
Der Dämon, bekannt für seine spezielle Kunst und seinem Genuss der Folter, rieb seine Flügel so am Rumpf, dass ein gewaltiger Misseton entstand.
Doch niemand bekam es mit der Angst zu tun.

Yossarian und Calsaniss nahmen die Chasme in die Zange und lieferten sich mit ihrem überaus harten Panzer und ihren Krallen ein anstrengendes Duell.
Kaum ein Schlag durchdrang überhaupt sichtbar das schwarze Chitin.

„Beide Flügel werde ich dir stutzen, Quälerin des Fußvolkes!“

Begleitete der Priester das Spektakel.
Yosses Steinhaut bewahrte ihn vor harschen Kratzern.
Die Unheilige Aura der Fliege ließ es beinahe unmöglich werden, sie grob zu verwunden.
Die Magier sandten Magische Geschosse und Feuersträhne, scheiterten nicht selten am Magiepanzer, während Cryn fleißig Bannpfeil um Bannpfeil verballerte.
Die beiden Schwächungssträhnen ihrerseits verfehlten die blitzschnellen gottgesandten Wildelfkrieger.

Nichtsdestotrotz, sie erwehrte sich schließlich nicht allen Attacken und dankte ab, gerade im Begriff auf übernatürliche Weise zu verduften.

Wonach hatte sie bloß alles auf den Kopf gestellt?
Als die Gruppe nichts fand, gestaltete Lith sein Äußeres in einen Blitzturmkrieger um.


Die Kunst der Täuschung


„Ich übernehme die Erkundungstour.“

Tharel öffnete ihm übertrieben höflich das Sinktor.
Natürlich gern.
Sollte der Schattenelf nur sein Leben verwirken.
Und wenn er dies schon freiwillig tat, weshalb dann noch Einspruch erwirken.
Matriarchenliebling!

Er erstaunte sie schließlich über seine Spionagekunst.
Überall die purpurnen Adern im schwarzen Basalt.
Ein langes Gebiet erstreckte sich Richtung Süden.
Gänge und Hallen.
Doch er marschierte nach Norden.

Vorbei an einer Tür, dann nach Osten.
Vorbei an einer leeren Öffnung, in der es nach nichts außer Urin und Dreck stank.
Ein Reptil auf zwei Beinen umsorgte in der Ausbuchtung liebevoll zwei stattliche Löwen mit starker Ähnlichkeit zu Krokodilen.
Er spähte kurz hinein und trottete vorüber.
Plötzlich erklang von hinten eine kratzige Stimme.

„Machst du einen Spaziergang an der frischen Luft, Soldat!?!“

Der Troglodyt stand nun mit dem kaltblütigen Raubtier an der Leine hinter ihm.
Er hatte ihn nicht kommen hören.
Als Lith nicht antwortete, setzte er nach.

„Hat es dir bei meinem Anblick etwa die Sprache verschlagen!?! Zu welcher Einheit der Türme zählt man dich!?!“

„Ich soll am nördlichen Brückenkopf einen Gefallenen ersetzen, Priester... ??? ...“

„Ukemil, Junge, Ukemil.“

Er blickte kritisch.

„Und weshalb nur einen?“

...

„Na?“

...

„Soll anscheinend getürmt sein! Die Turmspitze hat ihm dem See zugeführt, Priester Ukemil.“

„Elendes Pack!!! Dann rück doch gleich damit raus und heul hier keine Krokodilstränen! Aus der Reichweite meiner Drüsen!!!“

Er winkte ihn energisch verachtend hinfort.
Und der Schicksalsweber ließ sich nicht zweimal bitten.

Vorbei an einer weiteren typischen Tür.
Nach Norden.

Weit und breit keine Spinnenfresser und ihre Sattelwärmer.
Und damit wenig Möglichkeit um schnell Alarm zu schlagen.
Er merkte, dass sie lange nicht hier gewesen waren.

Eine kurze Auswölbung.
Um einen rohen Holztisch saßen Kriegsoger in Ritterschwarz und spielten Würfel und übten unschöne Messerkunststückchen.
Daneben stand ein großes Fass mit Ale und ein Korb mit getrocknetem Fleisch und Käse in dem sie sich unermüdlich bedienten.

„Na, Neuigkeiten?“

Lith wollte jeden Verdacht meiden.

„Faaaaaaaaaaaaaad, wie eeeeeeeeeeeeeeeh  und jeeeeeeeeeeeeeeeeee!!!“

Gähnte ein kleinerer Vielfrass.
Die anderen grunzten zu seiner Wortgewandtheit.  

Der Größte drehte sich seitlich und klatschte vor dem Passierenden seine mächtige Pfote an die Wand.

„Wie lauten Passwort!?!“

...

Lith wusste es natürlich nicht.

„Geben keins!“

Brüllte eine Hohlrübe auf Riesisch dazwischen.
Der Große rammte ihm sein Messer in die Pfote.

„Nix verratet!!! Habest net lauscht, ne?“

„Nee.“

„Gluck fur dir. Also, was lauten Passwort!?!“

Er sah ihm tiefgrimmig in die Augen.

„Gibt keins.“

Er nahm den Arm vor seiner Nase weg.

„Passt.“

Im Hintergrund vernahm er noch ihr ogrisches Rätselraten.

„Woher hat bloß gewisst??? Habt doch von Trond... Mmmmhhhh!“

Nach Osten.
Sinktor.

Achteckige Halle.
Drei Tore mit je einer Spinnenfressereinheit.
Eine Treppe hinab.
Die Decke achtzig Fuß über ihm mit einer Querverstrebung nahe der Spitze.
Auf der Eisenstange nisteten Pfeilfalken.

Lith wollte mit einem gediegenen Nicken zum östlichen Tor schlendern, da gebot ihm ein Sattelwärmer Einhalt.

„Was ist eure Pflicht?“

„Ich bringe Hedrack eine Nachricht.“

„Und die wäre?“

„Meint ihr nicht, dass ich euch die nicht verraten darf. Streng geheim!“

„Und wer schickt euch?“

„Ebenfalls nicht für eure Ohren bestimmt.“

„Ohne die Einwilligung der Luftpriesterin kann ich euch einfachen Soldat nicht vorüber lassen. Geht voraus.“

Er deutete Richtung Norden.
Und schwirrte hinter Lith her.

Sie nahmen die Treppe.
Der Korridor unten führte zum Lufttor.
Das massige schwarze Ding im silbernen Schein und mit den großen weißen Kreis mit Silberrand war unverkennbar.
Der gesamte Flur war in weiß und blau bemalt, mit dunklerem Blau und manchmal fast schwarz in Tupfen, so dass der Eindruck eines stürmenden Himmels entstand.
In West und Ost lag je ein weiteres schwarzes Tor.

Eine menschliche Priesterin in weiß und ocker Roben lebte hinter dem östlichen.
Sie wirkte sehr unsicher gegenüber dem Fremden, und übertrieben diktatorisch gegenüber der Wache.

„Weshalb stört ihr meine Ruhe?“

„Ich habe eine Botschaft für Hedrack.“

„...Herrin der wilden Lüfte, Undra!“

„Ich habe eine Botschaft für Hedrack, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Schon besser. Wer schickt euch?“

„Schickt erst die Wache. Dann kann ich euch einweihen Herrin der Lüfte, Undra.“

Sie winkte ihn samt Reittier hinfort.

„Naquent schickt mich, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Und weshalb dann diese Geheimnistuerei?“

„Weil es anordnet wurde, Herrin der Lüfte, Undra.“

„Verstehe, nun gut. Habt ihr denn wenigstens einen Beweis dafür.“

„Nein, denn hat sie mir nicht gegeben Herrin der Lüfte, Undra.“

Langsam ging ihm die Anrede gegen den Strich.
Sie strich sich unsicher durchs lange braun-blonde Haar und überlegte.
Schließlich warf sie spielerisch eine Münze.
Das sie ihre Entscheidung danach ausrichtete, versuchte sie zu verschleiern.

„Bringt mir den Beweis, und ihr könnt passieren.“

Ohne ein letztes „Jawohl“ - schließlich hätte er dem wieder diese Floskel beifügen müssen - machte er auf der Stelle kehrt und latschte zurück, bis in den Korridor zwischen Ogern und Ukemil.

Plötzlich wandelte eine Gestalt in schwarzen Roben an den dumpfen Riesen vorüber.
Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Das Gesicht im Schatten verborgen.
Das Symbol Tharizduns auf der Brust.

Der Größte mochte das selbe Spielchen nochmals treiben.
Es knurrte unter der Mütze.
Irritiert zog der Anführer seinen Arm vor der Gestalt weg und ließ sie ungefragt passieren.
Lith hatte versucht einen Diener Tharizduns, einen Schicksalsschläfer, zu imitieren, obwohl er noch nie einem persönlich begegnet war.
Und anscheinend dieser Trupp auch noch nie.
Oder Lith hatte das Auftreten einfach zu gut getroffen.

In der Lufthalle hatte er es allerdings anfangs etwas schwerer.
Die Krieger orientierungslos.
Er scheuchte sie grimmig zusammen.

„Zur Erde mit euch. Ihr seid Staub. Leblose, gedankenloser Schleim, zähe Masse!“

Sie kuschten, sie krochen...

„Wieso öffnet man mir nicht das Tor zum Osten!?!“

... sie unterwarfen sich.

Er durchquerte unversehrt eine Kammer mit Elementaren Dienern, traf auf typische Türen.
Schnappte sich in einem Ruheraum einen Schmöker über „Die dunklen Säfte des Verstandes“ und spähte per Durchsicht eine Kammer mit Hebel und Zifferblatt aus.
Doch über diese Erkundungen mehr, wenn sie wahrhaft interessant werden.
Denn der Weber des Schicksals brach hier ab und begab sich in den Durchgang zwischen Ogern und Ukemil.

Seid ihr soweit, Ukemils Lebenshauch zu ersticken?


Rätsel


Die Öffnung lag zwischen ihnen.

„Diese Worte richten sich an Meister Ukemil. Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub!“

Rief Yossarian in den Korridor.
Wenige Augenblicke später stand er auch schon zwischen seinen Schossreptilien in der Öffnung und versprühte einen üblen Duft.
Es würgte sie und er schäumte vor Wut.

„Wer wagt es, die Reste meines Erdtempels in den Dreck zu ziehen!?!“

Sein Ende nahte.
Er hetzte die Löwen auf die Gruppe.
Mit einem Satz landeten sie, alle vier Krallen gewetzt, auf den Widersachern und gruben sie ins Fleisch der Arme und Beine.
Das kräftige Gebiss grub sich in die Schultermuskulatur.
Ein saftiger Happen!

Was bereits bei der ersten Begegnung beinahe Ukemils Verhängnis geworden wäre, band ihn auch diesmal.
Die schwarzen Tentakel Alakis, eines Reanarischen Magiers der Neuzeit, welcher erst vor wenigen Jahrzehnten die Kontrolle über Geanavue erlangte, dessen Zauber sich aber bereits über ganz Tellene verbreitet haben, machten ihrem Erfinder alle Ehre.

Yossarian wirbelte zwischen dem Getier– waren es Warm oder Kaltblüter? - hin und her.
Ein Feuerball schmorte Ukemils Schuppen, aber noch mehr seine edle Rüstung.
Die Reptilien der Hölle blieben weitestgehend unbeeindruckt- wären da nicht die Hofsklinge gewesen.
Tharel warf sich als Troll ins Getümmel und Lith versiegelte eine angrenzende Tür mit Portal Halten.
Calsaniss, dem der Reisende in der Art gesonnen war, dass er sich mühelos durch die Tentakel bewegte, widmete sich dem Stinker persönlich.
Priester fochten ihre Glaubensfehden immer gern auf direkter Konfrontation aus- auch wenn Ukemil etwas eingewickelt schien.
Und sogleich hörte der Kundschafter wie die Riesen aus dem angrenzenden Gebiet den Gang entlang getrabt kamen.
Als der erste um die Ecke bog, schleuderte Lith eine Wolke des Todesnebels auf die Ogerschar, durch die nur mehr der Größte, der Kleinste, und der Dickste hindurchhusteten und aufschlossen.

Die Löwen hatten bereits das Zeitliche gesegnet, während ihr Herrchen immer noch vergeblich zappelte- bevor auch er ihnen verfluchend und krächzend schnaubend zu Grabe folgte.
So verteidigte der Schillernde den Matten und das Wirrwarr löste sich in Wohlgefallen auf.

Tharel schnitt Ukemil Teile des Schuppenkleides zum Eigenbedarf aus dem Leib, während man Beute machte.
Die stark verbrannte Rüstung der Leisen Pfoten würde man schon wieder reparieren können.

Neben Varachan hatte Ukemil gehaust.
Schwarze Vorhänge bedeckten die purpurnen Venen der Mauern.
Eine Metallpalette könnte Ukemils ungemütliches Bett gewesen sein.
Eine schwarze Eisentruhe, über die sich ein zwei Fuß hohen gemeißelten Dämon aus Obsidiangestein erhob, Flügel eingeklappt, stand an der Westwand, ein riesiges Schloss vorgehangen.
Ein Haufen aus menschlichen Schädeln, sorgfältig zu einer Pyramide gestapelt, nahm den Raum einer Ecke ein.
Im Schloss fand Cryn eine vergiftete Nadelfalle, die er umgehen konnte.
Einige Goldmünzen, ein Öl der Zeitlosigkeit und eine göttliche Schriftrolle rechtfertigten diesen Brocken von Schloss nicht wirklich.  

Das Auskleiden der Ritterrüstungen der muffelnden, stark beharrten Riesen, verschlang aber am meisten Zeit.
Zeit, die von den Widersachern wohl genutzt ward...

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Titel: Aufmischen
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 09:00:38
Bote


(71/2)
Undra bog um die östliche Ecke.
Mit eingefrorenem Gesicht.
Es hatte ihr die Blässe auf die Wangen getrieben.
Der Paladin trat ihr entgegen.
Sie reichte ihm ein Pergament.
Er reichte es weiter und blickte ihr mit harten Zügen tief in die Seele.
Sie schmunzelte genießerisch beim Anblick Ukemils.

„Was gibt es da zu freuen!?!“

Durchquerte der Wildelf ihre Lust.

„Angehöriger des Erdtempels. Und Verweigerer meiner Einweisung. So geschieht es diesem Reptil recht. Aus seinem Panzer lässt sich hervorragendes Schuhwerk schustern.“

Sie hasste ihn abgöttisch.

„Wenn wir uns das nächste Mal in diesen Hallen der Niedertracht begegnen, werden wir euer Lebenslicht auspusten. Ja, mit Luft! Ihr werdet mir einen Grund liefern.“

Undra trug versteckt ein Lufttempelsymbol unter den ockerfarbenen Roben.
Ihre Mundwinkel fielen verbittert in ein tiefes Loch.
Sie verschwand woher sie gekommen war.

„Und was steht nun darin, Gelehrte dieser Vereinigung?“

„Tja, man ist Lith auf die Schliche gekommen!“

Tharel reichte Yoss das Schriftstück.

Sehr beeindruckend.
Applaus!
Auch diese Maskerade, ein Stück Schauspielkunst per se.
Bis zu gewissen Grenzen ist dergleichen duldbar.
Mag mir der Geduldsfaden abhanden kommen, werde ich es euch wissen lassen und euch gar vor schwere Entscheidungen stellen.

Kommandant des Äußeren Ringes der Apokalypse


Was wollte dieser ach, so weise Hedrack mit seinen Andeutungen?
Sollten sie zögern?
Ging es hier um Zeit, um Macht, um Reichtum?
Er trieb ein seltsames Spiel?
Tanzte und ließ tanzen...

Doch von Schreck keine Spur.
Hedrack forderte war hungrig, sie wollten ihn füttern, bis ihm der Kragen platzte.
Und ihnen nur noch einen Grund gab, warum sie ihn stellen wollten.

Lith nahm die magische Sicherung von der naheliegenden Tür und sie reihten sich auf, die Treppe dahinter zu beschreiten.

Eine seltsame Kammer.
An jeder Wand befanden sich zwei Reihen von aufrecht eingepferchten Gestalten.
Sie ruhten in metallenen Kokons, lediglich Kopf und Hände sichtbar, und schienen auf den Lebenshauch Tharizduns zu warten.
In der zwanzig Fuß hohen Räumlichkeit fanden alle zehn Fuß vier Männer, je zwei nebeneinander, je zwei übereinander Platz.
Es brauchte einen Augenblick um bemerkt zu werden.
Erschütterte dann aber um so mehr.
Alle diese regungslosen Körper mit hasserfüllten Gesichtern, waren exakt gleich.
Leblose, glatzköpfige Klone.

„Was wird hier für ein Experiment veranstaltet?“

Rief Tharel aus, als er als Erster den schwarzwabbernden Edelstein im Zentrum auf einem venenpurpurnen Steinstock entdeckte.
Yossarian erkannte Energien des Bösen.
Sie waren in Bewegung.
Er spürte, wie der Stein diese anzog und absorbierte.
Sie umringten das Teil.

„Dieses edle Stück dort speichert den Hass, welchen die Gesichter bis zur Verdorrung ausstrahlen! Diese Kammer steht für Vernichtung, für Rache, für immerwährenden Hass gegenüber dem Lebendigem, ja gegenüber dem Sein selbst!“

Er hatte seine Weisheit gerade kundgetan, da platzte Cryn heraus.

„Scheren wir uns nicht drum. Die wahre Gefahr geht von Hedrack aus. Suchen wir ihn und fordern ihn zum Kampf!“

„Nein, wir bleiben und finden den Zweck hiervon und beseitigen ihn! Wir schaffen Platz für das Licht Tellenes.“

Da trafen den Schimmernden Streiter einige Magische Geschoss in die Wirbelsäule.
Calle hatte etwas bemerkt und nutzte Shasserils Band.

Im Duplikat in der oberen Reihe, rechte Wand, steckt scheinbar mehr Leben als sonst wo in dieser Kammer.

Yossarian wandte sich dem Klon zu.
Langsam schritt er darauf zu und merkte wie eine leise Stimme, die nur in seinem Kopf war und ihn zu betören suchte, aber scheiterte.
Er blieb stehen.
War das nicht gerade eine feine Bewegung der Lippen gewesen?

Plötzlich traf sie überraschend die mächtige Wucht eines Unheiligen Schlages und fügte unzählige, unheilige Wunden zu.
Jetzt war sich Yossarian sicher!

„Cryn zieht euren Bogen und schießt diesem Replikat dort in die grässliche Fratze.“

Cryn missachtete den Befehl strikt.

„Ein Grund mehr von hier zu verschwinden, als hier ungezügelt meine Sehne schnalzen zu lassen,  findet ihr nicht!?!“

„Cryn, ihr zeigt so seltsames Benehmen, wie nicht einmal in euren betrunkensten Stunden! Ihr seid doch bezaubert!“

„Redet keinen Quatsch, Streiter!“

Da nahm Tharel die Sache selbst in die Hand, reckte den Arm und schoss wiederum seine Magischen Energiegeschosse auf die Fratze.
Plötzlich wurde der Klon unsichtbar, ja ätherisch und glitt, nur für die Magier sichtbar, durch den Kokon in den Raum und stand auf den Ätherschlieren.
Sofort verwandelte sich das Wesen in einen geflügelten weiblichen Dämon.
Einen Succubus.
Auch Lith reckte die schwarze Hand nach Energiegeschossen und traf sie auf der Ätherebene, als sie bereits bedrohlich nahe geschwebt war.
Ein fehlerfreier Teleport ihrerseits nach nirgendwo ließ den Äthernebel verwirbeln...

Cryn war tatsächlich bezaubert.
Calsaniss nahm sich seinen Schützling zur Brust und brach die Verzauberung.

„Wir werden zurückkehren und forschen, wozu diese Kammer gedacht. Aber nun lasst uns den Dämon finden, vielleicht können wir aus ihm herausquetschen, was er hiermit genau auf sich hat...“

Tharel wandte sich als Letzter dem Ausgang zu und vom schwarzen Sammelobjekt ab.
Davor ließ er den schwarzen Klunker noch in den Tiefen seiner Roten Robe verschinden.
Mal sehen wozu das Teil noch gut war...


Schwere Entscheidungen?


Wenig später standen sie bereits vor dem Tor zum Luftzugang und segneten sich gegenseitig mit allerlei Schutzmagie.
Es folgte Arbeitsteilung.

Der fliegende Yossarian mit Schutz vorm Element Elektrizität stieg sogleich durch den Spalt des sich öffnenden Toren zur Pfeilfalkenkolonie empor, während sich die übrigen den Kreaturen am Boden widmeten.

Es waren nun einige Spinnenfresser und Sattelpupser – sie anders zu bezeichnen wäre glatte Übertreibung gewesen- mehr im achteckigen Schacht und schwirrten sofort in den Nahkampf, denn Calsaniss und Cryn hatten Seite an Seite sogleich die Hürde des sinkenden Toren genommen und sich positioniert.

Das Unglaubliche:
Um jeden Hals der Spinnenfresser war ein Seil gebunden, und daran hin... ein Sklave!
Ein Dejy, ein Kalamaraner, ein Tiefenzwerg und ein Bergork.
Ein Sklave, der beim Anflug mitgerissen, ja mitgeschleift wurde und sich nicht erwehrte!

So begegnete man ihnen im Nahkampf und verzichtete auf Flächenmagie, die auch die Unschuldigen verletzt hätte.
Am Rand der Treppe ließ sich eine Emanze von Hexenmeisterin aus einem der Türme blicken und schoss Folnesters ätzende Säurepfeile auf Lith, während Calsaniss das Spinnenfressergift injiziert wurde.
Yoss schwang die Hofsklinge inmitten der aufgescheuchten Pfeilfalken, die mit ihren Elektrizitätsblitz stets scheiterten, dies bald merkten und zu beißen begannen.
Die fielen wie Laken im Wind den Schacht hinab und schlugen glücklicherweise an freien Orten auf.
Undra war die Treppe heraufgeschlichen und hatte liegend nach Calsaniss geschossen, welchen der hinterhältigen Angriff, dem Reisenden sei dank, nicht traf.
Tharel hatte bisher lediglich auf die Gruppe einen Hastspruch gewirkt, da bemerkte er im Augenwinkel eine Bewegung auf der Ätherebene.
Der Succubus war wieder da und glitt auf ihn zu.
Tharel wartete ihren Wechsel auf die materielle Ebene ab.

Calsaniss und Cryns Herumgestochere beziehungsweise die nicht erledigenden Treffer beschämte Lith, welcher in Anbetracht der erheblichen Verwundung Cryns, zum Feuerball griff und wahllos schmorte.
Einschließlich der Sklaven.

Der attraktive Dämon hatte bereits ätherisch seine Arme um ihn gelegt und ihren betrügerischen, lebensatemziehenden Mund Richtung seiner Lippen bewegt, da manifestierte sie sich.
Aus dem Finger des Roten Magiers schoss ein Regenbogenstrahl, der sich derart auswirkte, dass sie zu Stein erstarrte.

Undra und die Emanze waren bereits pfeilverwundeter Schwarzkohl, als Calsaniss und Cryn gemeinsam dem letzten Brummer die Flügel stützten.

„Achtung! Hühnchen im Fall!“

Cryn sprang beiseite.
Da knackte auch der letzte Pfeilfalke am Schachtboden und Yossarian weilte wieder bei ihnen.

Ein Sklave, ein Tiefenzwerg war von der Feuersbrunst verschont geblieben und hatte sich an eine Tür im Süden des Achtecks geflüchtet und kauerte kratzend an der Tür.

„Das ist, was Hedrack wollte! Das war seine Prüfung! Die erste schwierige Entscheidung! Und ihr, Lith seid unhaltbar durchgefallen! Was unterscheidet uns noch von diesem Kult, wenn wir das Leben nicht achten!?!“

Der Schattenelf schwieg.

„Ihr werdet euch nicht aus der Verantwortung ziehen und ihr werdet eure Schuld am Leben und Licht begleichen. Dafür werde ich sobald wie möglich sorgen! Darauf macht euch gefasst!“

Yossarian meinte nicht überreagiert zu haben.
Im Gegenteil.
Er hatte gerade sogar den Umständen entsprechend sehr milde geurteilt.
Eine noch mildere Reaktion wäre mit seinem Glauben keinesfalls vereinbar gewesen!

Während Calsaniss die Wunden versorgte, mit Cryn, der nach seinen Pfeilen suchte, eine Unterhaltung über die Taktiken des Reisenden in der Schlacht führte und die Magier sich den Wertgegenständen widmeten, wandte sich der Champion einfühlsam dem Tiefenzwerg zu.
Neben den zutraulichen Worten des Paladins, half Nahrung dabei.
Ihm war die Zunge herausgeschnitten worden und er konnte nur nicken und den Kopf schütteln.
Er mochte in diese Kammer.
Der violette, gewölbte Knopf öffnete das Tor nicht automatisch.
Der Sklave humpelte zu einer Wache und riss das Symbol von ihrer Halskette und berührte damit den Knopf.
Das Tor sank hinab ins Vulkangestein.
Übelster Gestank kam der empfindlichen Wildelfennasse entgegen.
Eine verdunkelte, nackte Kammer roch nach Abfall und mühsamer Arbeit.
Einige Knochen lagen herum, zwei Eimer, ein Besen und ein Wischmob standen in einer Ecke.
Aus der Dunkelheit kamen ausgehungerte Gestalten gewatschelt.
Zwei Grauelfen.

Noch rasch die Tore am Lufttor ausgekundschaftet - ein Raum gespenstisch leer, der andere scheinbar provisorisch von Undra eingerichtet- teleportierte Calsaniss sich mitsamt den Erretteten - und Undras Leiche- in eine Seitengasse der Großkirche des Wahren.
Und auch die Begleiter folgten wenig später, doch beförderte sie Lith auf einsichtiges Anraten Tharels vor die Tore Bet Regors.
Auch Rote Magier konnten dazu lernen.

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Titel: Der schleichende Tod
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 09:21:32
Reife


(71)
Wanderkleriker Calsaniss half den kränklichen Geschöpfen in die Hallen des Wahren.
Richter Rechtung, wie Erimm vom Klerus genannt wurde, hatte klare Anweisungen von oben erhalten.
Er lehnte Calles Bitte auf Genesung der Sklaven ab.
Prinzipien.
Erimm stand unter Spannung.
Auferlegte Prinzipien.

„Ich kann die Flamme der Liebe und der Hoffnung nicht in ihnen spüren. Die Kirche spendet ihr Vermögen im Moment nur mehr guten Zwecken, so erfordert es Kalamars Vormarsch. Ich kann euch noch nicht einmal den Beistand eines weiteren Kriegers unserer Organisation zusagen. Keiner ist entbehrlich.
Außerdem trug man mir an, dass Hände sich gern reichen, wenn man die gegenseitigen Ziele respektiert und verfolgt. Eine Hand wäscht die Andere und deshalb möchte der Klerus die Sakramente Thrommels von Euch gefunden und übergeben wissen. Und ebenfalls die Gesandten unserer Kirche befreit oder wenigstens ihr Schicksal für die Geschichtsbücher erfahren wissen.“

 
Die restliche Gemeinschaft hatte bereits anstandslos die Kontrolle passiert, da erreichte Lith ein Ruf.
Ein telepathischer Kontakt.

Ergebnisse Vevisalakale!
Sonst fordere ich meine Investition zurück.
Vertrauenszugeständnisse halten nicht in alle Ewigkeit.
Ein weiteres Zugeständnis meiner an Euch:
Laut den Spähern Sugils pausiert Kalamars Armee knapp hundert Meilen entfernt.
Eine unverhoffte Schneise aus Eis, Schnee und Stürmen liegt auf O´Par.
Die feindlichen Legionen rasten derer südlich.


Was der Hofmagier in Lith hatte fließen lassen, behielt der Schicksalsweber aber wie so meist für sich...

Cryn besorgte sich den Köcher der Großen Jägerin, den er später in einem Segnungsritual Calsaniss umweihen ließ, während sich Yoss mehr Magie zwischen die Mithralringe seiner Rüstung schmieden ließ und als Pfand, bis der Magieschmied fertig war, eine beinahe Gleichwertige erhielt.  
Auf dem beliebtesten Markt Bet Regors hatte sich eine Menschentraube gebildet.
Als sie aus dem Laden zu Cryns Geschäft traten.

Ein Spion des Imperators kniete am Pranger.
Tharel schritt zu ihm empor.
Versuchte den Mob mit einem Schrei zur Ruhe zu zwingen – sein Laut wurde allerdings vom restlichen Gegröle geschluckt - und die verschlagene Gestalt auszuquetschen.

„Wollt ihr mich hier befragen? Was kann ich mir davon erhoffen?“

Dem selbstverliebten Tharel platzte einmal mehr der Kragen und mit einschüchternder Rhetorik der Roten Magier meinte er sicherzustellen, dass er hier die Bedingungen stellte.
Keine Reaktion mehr vom Gefangenen.
Dafür umso mehr Reaktion vom Volk.
Tharel flog lauter altes Gemüse an die Gewänder.
Ob man nun ihn oder den Spion treffen wollte war nicht auszumachen.
Aber dass auch Lith unter den Werfern war, konnte Yossarian beobachten.
Der Wildelf war sehr angewidert vom Verhalten des Schattenelfen.
Bei der nächstbesten Gelegenheit las er ihm ordentlich die Leviten!

Calsaniss hatte die Leibeigenen des Auges den Priesterinnen anvertraut und wartete bereits in der vereinarten Taverne.
Seine Kumpanen stießen bald unzufrieden die Tür auf.
König Sugil hatte im Zuge des drohenden Krieges in der hiesigen Magiereisevereinigung alle Schriftrollen vorübergehend beschlagnahmt und jeden Schnellreiseverkehr unterbunden.

Sie alle trugen eine Unmenge an barem Vermögen bei sich, dass man in dieser vermaledeiten Handelsmetropole kaum loswurde.
Die sternklare Nacht über Bet Regor enttäuschte mit Hedracks Zurückhaltung.
Rüstete der Äußere Schicksalsring auf?

Der folgende Tag sollte Aufklärung bringen.
Yossarian, Tharel und Lith wagten den Sprung ins Wassertorgebiet gemeinsam, während Cryn und Calsaniss weit abseits in einer Sauna Bet Birellis landeten.
Und zwar direkt in einer heißen eingekachelten Quelle inmitten von dicken Senatoren und Geschäftsmannen in einem Kneipbad.
Über Shasserils Band benachrichtigte sie der verlegene Calsaniss.

Solcherlei Vorkommnis rief ziemlich rasch die Leibgarde der reichen Fettbäuche und die Stadtwache auf den Plan und in der Stadt der Ohren trauriger Begebenheit noch manch andere Gestalt, und mitunter war ihnen der Ruf ihrer alten Weggefährten weit vorausgeeilt...

Wir sehen uns zur Morgenstund auf Bet Regors Markt.

Schall es zuletzt an die drei im bedeutenderen Krater des schlummernden Vulkans, bevor Calle den Kontakt abbrach.
Doch besagter Morgen würde niemals eintreten...


Alleingang


Die Wände voller Meerestummeln, die Luft im salzigen Duft des Wassers.
Die Magier und der Streiter für die Helligkeit missachteten die Zeichen des Schicksals und verfolgten zielstrebig den Plan.

Die verteilte, brummende Turmbesatzung zog sich alarmschlagend – Schild und Helm mit Schwert klopfend - schlagartig zurück.
Auf den Gesichtern zeichneten sich Respekt und Furcht ab.
Endlich hatte sich etwas in ihren Köpfen verändert und dieses Kanonenfutter von Kriegern begann das Leben, wenigstens ihres, wahrhaft zu lieben.

Da standen sie nun also vor den milchmatten Tor vor der Schwarzen Sonne.

„Lasst sie mich erforschen, Yossarian. Vielleicht bekommen wir heraus, wie sie zum Guten genutzt werden kann.“

Tharels altbewährte Manipulationsmethoden.

„Dunkelheit kann niemals zum Guten genutzt werden! Wenn ihr das Risiko abgeschätzt habt, gestatte ich euch den Versuch.“

Der Champion erhoffte sich eine Lösung, wie das Licht dieses Artefakt der Dunkelheit durchströmen und völlig ausleuchten, ja neutralisieren könnte.

Tharel verwandelte sich in den Troll.
So hoffte er einem physischen Kontakt länger zu widerstehen, bevor er dematerialisiert würde.
Lith bereitete sich derweil auf den Einsatz telekinetischer Magie vor, um Tharel im Augenblick seiner Auflösung das kostbare Stirnband vom Kopf zu klauen.

Geräuschlos sank das Glas in die Fuge.
Es befand sich nun keine Barriere mehr zwischen Tharel und dem Symbol allen Nihilismus.

Er trat einige Schritte zurück und begann sich nun auf sie zu konzentrieren.
Hatte er ihren Willen gebrochen?
Sie schwebte auf ihn zu.
Und das sehr schnell.
Er tat Schritt um Schritt nach hinten.
Sie stoppte nicht auf seinen Befehl!
Er machte kehrt und lief davon.
Noch einige Fuß, dann hielt sie an und schwebte zurück.
Das Tor schloss sich.

Aber Tharel gab nicht auf.
Klappe die Zweite.
Er meinte zu spüren, wie er sich ihrer bemächtigte.
Doch wieder stoppte sie nicht und verfolgte ihn bis ans Ende des Ganges.
Sackgasse!!!
Keine zehn Fuß mehr.
Die rettende Dimensionstür!!!
Sie kehrte unbehelligt in ihren gewohnten massiven Käfig zurück.

Ehrgeiz!
Klappe die Dritte.
Dasselbe Ergebnis wie beim ersten Male.
Heftiges Pochen des Herzens verhinderte, dass die Unzufriedenheit in Leichtsinn umschwang.
So ließ man es auf der Erkenntnis beruhen, dass man keine Macht auf den Kanal zu Tharizdun ausüben konnte.

„Wieso der tote Drache nur so lange auf sich warten lässt!  Oder zumindest Hedracks Erdscherge!!! Wie ausgestorben sind diese verreckten Hallen und doch kriecht aus jeder Spalte der kalte Tod!“

„Yossarian, erinnert ihr euch denn nicht an mein Nasenhaar in Hedracks Händen?“

„Doch, doch. Und eben deswegen! Obwohl er euch so leicht beobachten kann, wie sein rabenschwarzes pissgelbes Symbol um den verdammten Hals, lässt er uns warten. Ist das gewollt? Hält er uns hin, um uns von einem Ort einer Erkenntnis, was weiß ich  fernzuhalten? Sieht er in uns keinen ebenbürtigen Feind und behandelt uns wie Spielzeug?“

Der Paladin ballte zornig die Faust.

„Zerbrecht euch nicht den Kopf darüber, was in einem Geisteskranken alles an moralisch verwerflichen Vorstellungen vorgehen  und welche irren Pläne er spinnen mag. Niemand kann das weniger und ist damit vertrauenswürdiger, als ein Champion des Lichtes!“

Tharel legte ihm die Hand auf die Schulter.
In seinen Augen lag kein sonderliches Motiv.
Das erste Mal, dass er bei Tharel keines beobachten konnte.
Es war das ehrliche Zugeständnis an den Anführer, der sie bis zu diesem Augenblick noch durch jede Gefahr manövriert hatte.
Damit hatte Yossarian nicht gerechnet, und die Überraschung ehrte ihn um so mehr.
Yossarians Ziel, das er verfolgt hatte, seit er den Tempel des Elementaren Bösen bekämpfte hatte sich zumindest zum Teil nun erfüllt.
Und das erfüllte ihn.
Seine Faust lockerte sich beträchtlich und ein freundliches Schmunzeln trat auf seine Lippen.

„Ohne eure Treue wäre es niemals möglich gewesen soweit vorzustoßen.“

Er legte wiederum seinen Arm kreuzend auf Tharels Schulter und hatte auch Lith damit gemeint.
So streckte er also seinen Arm eben auch nach ihm aus.
Und dieser trat näher.

„Tharel Ragnarok, unsere Gönnerschaft hat uns beide schneller vorangebracht, als ich es jemals für möglich hielt. Natürlich ginge es noch schneller. Aber wir wollen doch unsere Persönlichkeiten, unsere Grenzen, unsere Prinzipien nicht verraten, nicht verwischen. Und ich bin froh darum, dass Ihr, Yossarian, diese Prinzipien bewahrt. Ich bin froh um unser aller Zugeständnisse.“

Yoss wusste, dass Lith sich damit bei ihm für seine letzten Vergehen, die an Unmenschlichkeit gegrenzt hatten, entschuldigte und gleichzeitig versicherte, an sich selbst zu arbeiten.
Einige Augenschläge verharrten sie ohne etwas zu sagen.
Es war still und der Lobgesang lag noch in der Luft als der Streiter des Schimmernden den Roten Magier und den Schicksalsschläfer wieder einstimmte.

„Meine Herren, bezwingen wir das Dämonentor!“

„Apropro Dämonen, von Eeridik und seinem Schossdämon haben wir auch schon lange nichts mehr gehört...“

Runzelte Tharel die polierte Glatze...


Der Weissager Tharizduns


Es stank vom Feuertor her bis in den engen Seitenläufer.
Die Augen der tentakelbesetzten Dämonenfratze glühten nebelig weiß.
Gedankennebel.

„Sesam öffne dich.“

Tharel hatte schon zu Kindeszeiten lesen können und jede Menge Abenteuergeschichten über die Wüste bei Dynai verschlungen.
Doch keine Reaktion.

„Brechen wir das Tor auf. Die Magie dazu ist vorhanden.“

„Wartet noch einen Moment, Lith. Ich messe mich mit dem Wächter dieses Tores.“

Der Anführer reckte den Kopf nach vorn und starrte dem schwarzsteinernen Dämon entschlossen in die Nebelschlitze und der Wächter hielt ihn für würdig, der Erschöpfung zu entgehen und die Hallen dahinter zu begehen.
Das Tor verschwand in den Fugen.
Aber nicht ohne eine Falle auszulösen, die mit einem Flächenbann je einen Schutzzauber von jedem nahm.

Es duftete wie in den Räumlichkeiten einer Jahrmarktswahrsagerin.
Wenigstens ansatzweise.
Ein unbekannter Geruch mischte sich dazu.
Fischartig.
Die Kammer wurde nur unzureichend von einem Trio aus weißlich glühenden und nebelnden Kugeln, die an der Decke schwerelos ruhten, erleuchtet.
Die Ecken der rechteckigen Kammer blieben auf unheimliche Weise düster.
Auf dem Boden lag eine seichte Nebelschicht, die mit jedem Schritt verwirbelte und seltsame Lichtspiele zuließ.
Ein halbkreisförmiger Tisch, die gekrümmte Seite nach Westen gerichtet, saß in der Mitte des westlichen Bereichs der Kammer, gefertigt aus lavendelfarbenem Stein.
Darauf lagen eine Unzahl merkwürdig geformter Stückchen aus Knochen, Holz und Stein inmitten unzähliger Schädel aller ihnen bekannten humanoiden Arten, die Schädeldecken gewaltsam entfernt.
Jeder geknackte Schädel war mit festem Talg gefüllt.
Ein angebrannter Docht sah heraus.
Im Osten der Kammer fiel der Nebel an den Rändern einer Grube hinab in die Dunkelheit einer vierzig Fuß weiten Kammer.
Sie wandten sich gemeinsam dem Tisch zu und erschraken bei der großen Zahl an Lebewesen, deren Häupter hier ruhten.
Yossarian sprach ein Gebet für ihre Seelen.
Solidarisch falteten auch die Magier ihre Arme und blieben andächtig.

Als die Schweigeminute einsetzen sollte, bemerkten sie hinter ihnen ein leises schlabberndes Geräusch.
Speichelig, leckend, seltsam.
Eine leicht raue Stimme hauchte ruhig und mysteriös herüber.

„Ich wusste von diesem Besuch zu diesem Tage, zu dieser Stund des Großen Tentakels, noch lange bevor Ihr meintet, euch dazu entschlossen zu haben. Es war Schicksal. Man entrinnt seiner Bestimmung niemals...“

Gediegen drehten sie sich auf den Fersen nach Osten.

„Und? Was ...“

Sie hoben zugleich die gesenkten Häupter.
Ein Gedankenschinder schwebte über der Grube, verschleiert vom Nebel.
Die Tentakel wanden sich und er vollendete schlabbernd die Frage Yosses, so wie er sie tatsächlich stellen wollte.

„... ist unsere Bestimmung? ... Es kommt, wie es kommt. Ist nicht abzuwenden, ist vorherbestimmt, ist... vollkommen. Meine Wenigkeit weihte der Dunkle Eine mit der Fähigkeit den Vollkommenen Plan zu seinen Gunsten zu sehen. Es ist vollkommen. Die Kälte, die Dunkelheit siegt, so... oder... so... leiten wir denn also die nächste Phase ein!“

Schlurf.
Der Nebel begann zu beben.
Die Schlagadern auf der runzeligen Illithidenstirn begannen stark zu pochen und plötzlich löste sich eine schwingende Welle und arbeitete sich kegelförmig in ihre Richtung – sie konnten es im Nebel sehen und schließlich erfasste sie ihre Sinne, die Gefahr liefen zu vernebeln.
Die willensstarke Gemeinschaft widerstand gemeinsam.
Lith bemühte sich zuerst um den Bann aller Defensivmagie des Illithiden und tatsächlich, er konnte nun besser lokalisiert werden, denn in Wahrheit stand er zwei Fuß neben dem Ort an dem er gerade noch im Nebel verharrt war.
Tharels Feuerball zündete nicht richtig und entlud sich nur ungenügend, um mehr als einige leichte Verbrennungen hervorzurufen, während Yossarian, ebenfalls – mit seiner Zustimmung – leicht angekohlt, einen Flugtrank hinabkippte.
Es hatte kurze Zeit gebraucht, bis der Illithid seine Konzentration erneut gesammelt hatte, um eine weitere Schockwelle des Psi auszustoßen, die wiederholt alle drei Geister störte.
Yossarian schien der paralysierenden Wirkung nachzugeben, da entschloss sich Lith dazu, dem Schicksal einen Strich durch die Rechnung zu machen.

„Der Plan kann nicht vollkommen sein! Denn Lith Vevisalakale, Spinner der Schicksalsfäden, lebt und steht genau hier vor euch!“
 
Er bog das Schicksal, und der Champion des Lichts raffte sich auf.
Tharel versuchte die hagere Gestalt in Stählerne Ketten zu legen, doch scheiterte er an der zauberresistenten aalglatten Haut des Gedankenschinders.
Lith wusste über das ominöse Volk der Gedankenschinder Bescheid und schoss deshalb einen Strahl der Dimensionalen Verankerung auf die Abberation, welche ihren Arm ausstreckte und dem Strahl Parolie bot.
Die Energie missachtete diesen, wie Wasser, das in einem Rinnsal um einen Stein fließt, und landete am  purpur- schwarzen Venengestein, woraufhin die Adern leicht zu pulsieren schienen.
Der Gedankenschinder betrachtete glucksend schlabbernd seinen Arm und formte seinerseits wiederum den nächsten Psikegel, in den Yossarian, Liths letzten Versuch abwartend, genau hineinsteuerte.
Die Paralysewelle löste nun endgültig den vorhandenen Nebel auf und erreichte wieder alle Kontrahenten, doch weit gefehlt vom ersten Opfer.
Yossarian durchbohrte mit der Hofsklinge in einem Ausfallschritt die linke Schulter des Illithiden, der sich mit wild windenden Tentakeln von ihm weg stieß und aalglatt von der Klinge rutschte.
Türkises Blut rann seine lederartige gerippte Aufmachung hinab und tropfte von den Fransen seiner Verkleidung in die Dunkelheit der Grube.
Nun nutze er den gläsernen Stab in seiner Linken und verschwand spurlos für den Wildelfkrieger des Guten.
Er zog sich zurück in die Dunkelheit der Grube, was die arkanen Künstler sehr wohl, mit Kua-Toa Augen befähigt, mitbekamen.
Der Illithid war beinahe am Boden der Grube angekommen, da boten der Schicksalsweber und der Rote Magier mit dem Dunkelsichtzauber ausgestattet, ihm mit ihren gekoppelten Kegeln Revange.
Der Blitzkegel erleuchtete für einen sehr kurzen Augenblick die gesamte Kammer, und erstreckte sich elektrisch zischelnd hinab in die Dunkelheit, während der Kältekegel die Temperatur der Umgebung schlagartig auf Null fallen ließ.
Lith beugte sich dann sehr neugierig weit über den Rand, begann dann zu schmunzeln und meinte schließlich spöttelnd.
 
„Ob er damit rechnete, dass sein Tod zum Vollkommenen Plan gehört?“
 
„Bei diesen Endzeitspinnern kann man nie wissen.“
 
Konterte Tharel.
 
„Ich will es mir auch nicht mehr vorstellen, als unbedingt nötig. Preiset die Freiheit der Entscheidung…“
 
„… auch wenn sie nur Illusion sein könnte.“
 
Lith hatte wohl ebenfalls hellseherische Kräfte.
 
„Schweiget still zu unser aller Unbeschwertheit. Ihr dreht euch ins Endlose. Sehen wir lieber zu, dass die reale Gefahr der Endzeitpropheten für die Provinz nicht bittere Tatsache wird.“
 
Yossarian blieb bodenständig, was seine Einstellungen anbelangte.
Auf der materiellen Ebene allerdings trug er sie luftig leicht knapp vierzig Fuß hinab in die Finsternis des Illithidengemachs.
Die Abberation, um die sich Unmengen an Mythen ranken, lag verrenkt auf dem kalten Boden, der sich weit nach Osten erstreckenden Kammer.
Nur ein geringer Teil war von Mobiliar besetzt- alles weithin im Zentrum des Orakelgemachs angeordnet.
Ein luxuriöses, rundes Bett, zwei überschwänglich gepolsterter Couchen und ein erhabener Holzstuhl mit einem Hauch von Fürstenthron war dicht an einen Tisch bedeckt mit einer Litanei an Klim und Bim:
 
Schädelkerzen mit Identifikationscharakter, Flaschen, Werkzeug, Bücher bezüglich Magie und Erkenntnis, Pergament, Federn und Tinte, Knochen, Dolch, Lupe, leerer Vogelkäfig und sinnnegierende Elixiere.
 
Lith kümmerte sich fürsorglich um den Besitz des toten Orakels, wozu ein Stab der Unsichtbarkeit, ein Stab Trio-Magischer Geschosse, ein fransiger lederner Resistenzumhang, ein Amulett der Gesundheit und ein silberne Halskette, an der ein Stückchen Mondgestein zählte.
Tharel und Yoss schritten die Umgebung – auch hier lag der Nebel in einer Ellendicken Schicht auf dem Boden und es roch nach ziehenden geisteserweiternden verarbeiteten Körpersäften, besonders nach Hirnextrakt - getrennt ab.
Jener war kaum zwanzig Fuß weit gekommen, da riss dieser den Elfenmund sperrangelweit auf und bewegte sich wie in einer anderen Realität.
Im Geiste des Streiters formte sich ein Szene.
Die geläufig bewanderten Zauberer entlarvten diese Erscheinung als Psistatue des Gedankenschinders, auch Psychoschirm genannt.
Seine Umgebung verwandelte sich plötzlich in eine fabulöse Illithidenstadt im Unterreich, die er durchwanderte, dabei Zeuge Ekel erregender Riten wurde und schließlich Gedankenschindern bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Hirnfeinkost in Verpackung – also noch frisch und zappelnd unter Schädeldecke von Oberreichszweibeinern versteckt – beobachtete.
 
„Und wenn ich auch wanderte im Finstren Tal, ich fürchte kein Unheil, denn du, oh Schimmernder, bist bei mir. Dein…“
 
Obwohl nur mental, berührten die Sequenzen alle Sinne und daher stammte auch der Ausruf Yossarians.
Täuschend echt waren diese bewegten Bilder.
Doch als der Streiter erneut auf den unsichtbaren Auslöser der Psistatue trat überkam es ihn nur mehr halb so intensiv.
Denn die Sequenz blieb haargenau dieselbe und er blieb unbeteiligt.
Konnte weder den Standort wechseln, noch eingreifen.
Ein unsichtbarer Kreis dieser Mechanismen schmückte scheinbar das Mobiliar.

Lith glaubte an einem Ort wie diesem noch mehr erfahren zu können.
Allerdings nicht ohne die Künste eines Schurken.
Und er sollte Recht behalten.
Passend hatte auch hierfür die Magie eine Lösung parat.
Mit dem Blick für Geheimtüren betrachtete er ausgiebig die Venen.
Ungewöhnlich gerade Linien wurden vor seinem geistigen Auge sichtbar.
Yossarian und Tharel schoben gemeinsam.
Ein verstecktes Drehtor schwang auf.
Eine Kammer, viel länger, als weit, scheinbar allein für den Bedarf eines kleinen Ebenholztisches errichtet.
Da musste die silberne Schatulle darauf doch mit Sicherheit unendlich wertvoll sein.

Yossarian steuerte aufs östliche Ende zu, da erfasste ihn ein weiterer Gedankenschirm.
Die Projektion wandelte sich mit den Handlungen des Streiters.
Ein Gedankenschinder verköstigte gerade das Gehirn eines menschlichen Wesens, während andere seiner Rasse verschiedenartig vergnügt die dürren Grätenfinger klatschten.
Da deutete der Führer spitz auf Yossarian und die Gedankenschinder umringten ihn.
Bevor der Kreis völlig geschlossen war entfloh er in die Tiefen der Unterreichsstadt, zu der in ihrer Bombastizität kein Gegenstück, welches an diese Gebilde heranreichte, an der Oberfläche existierte.
Zumindest kein ihm Bekanntes...

In der Schatulle waren in schwarzen Samt gepolstert drei Döschen mit feinstem magischem Staub aufbewahrt.
Diese Gelegenheit kam Lith gerade Recht um einen neuen Zauber auszuprobieren.
Er zückte einen roten Saphire in einer Goldfassung aus dem Komponentenbeutel und hielt ihn vors Auge und durchleuchtete so alle Fähigkeiten der vorliegenden Magischen Gegenstände.
Das reine Pulver musste eingeatmet werden, um seine heilende Wirkung zu entfalten.
Und an diese potente Heilkraft kam kein Wanderpriester Calsaniss heran!

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Titel: Vorläufiges Ende
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 11:29:25
Sackgasse in die Entgültigkeit
 
 
(72)
Die Zeit verstrich in der Orientierungslosigkeit der scheinbaren Nacht viel rascher als bei Tageslicht.
Plötzlich rief von oben jemand in die Grube:

„Ehrenwertes Orakel des Älteren Urgewaltigen Auges, Satau, das Mahl, zubereitet nach euren Kriteria, scheint angerichtet!“

Sie eilten, den Boten der Küche noch abzufangen,... doch zu langsam.
In der Finsternis einer Ecke wurden die weiblichen Kurven eines zusammengekauerten Körpers sichtbar.
Eine nackte Jungfer in Nebelschwaden gehüllt.

Nach kurzem Blicke auf ihr reines Herz, befahl der Anführer.

„Tharel, gebt mir das Honigleder aus dem Nimmervollen Sacke.“

Der Magier, der fleischlichen Lust verfallend, regte sich zuerst nicht.
Hinter hohen Stapeln staubiger Wälzer voller Magie und anderer Wissenschaft, sah man manches Mal das bebende Leben des Herzens, der Sinne, der Triebe, der Lüste nicht...

Yossarian nahm ihm den Sack ab und warf der jungen schluchzenden Frau das fein süßlich duftende Leder um.
Es gelang ihm sie zu beruhigen.
Zumindest konnte er sie davon überzeugen, dass sie in Sicherheit waren und der Diener sich geirrt hatte.

„Hier haust kein Menschenfresser, sei unbesorgt, du junges, unschuldiges Mädchen. Es wird dir kein Haar gekrümmt! Schenke dem Wort des Schimmernden ein wenig Vertrauen nur, dann bist du in sicheren Händen.“

Telekinetisch verfrachtete Lith das luxuriöse Bett in die obere Etage.
Sie hatten beschlossen zu ruhen.
Das ungescholtene Ding schlief erschöpft auf dem Bett ein, nachdem das Honigleder den merkwürdigen Geruch überdeckt hatte.
Tharel hatte den Fürstensessel heraufgehievt und ließ verwöhnt den Kopf zur Brust absacken.
Lith und Yossarian meditierten im Hürdensitz auf dem Boden zu beiden Seiten des Tores, das in den Bereich mündete, den Hedrack noch voll und ganz kontrollierte.

Ab und an ein merkwürdiges Geräusch, welches über die adrigen, glatten Oberflächen an ihre überwiegend spitzen Ohren schallte.
Doch die Große Konfrontation mit der Dunklen Seite der Macht blieb aus.
Yossarian weckte die junge Frau.
Sie hieß Tharizdania.
Ein seltsamer Name in Anbetracht ihres momentanen Aufenthalts, dachte sich Tharel Ragnarok, Roter Magier Bynarrs.
Sie wusste nicht einmal an welchen Ort man sie verschleppt hatte.
Erinnerte sich gerade noch an das Brummen der Spinnenfresser.
Tharel war mutig und neugierig.
Er öffnete das Dämonentor.
Es sank hinab in die Unendlichkeit der Fuge, und er trat hindurch.

Was wurde hier gespielt???

Er stand auf der Burgmauer einer riesigen Metropole inmitten duzender bewaffneter Mannen.
Unverwechselbar.
Bet Regor.
Der Himmel war verdunkelt.
Einbruch einer völlig sternenlosen, seelenkalten Nacht.
Ein rötlicher Schimmer legte sich auf die Zinnen der Mauern, auf die Helme der Krieger, auf die regungslosen Armeen, aufs Land.
Es schien niemanden zu kümmern, dass eine Hälfe Diadolais, des größten Mondes Tellenes, leicht in Rot schimmerte.
Lith und Yoss traten dazu.

Kawumm!!!
Nein!!!
Verderben!!!
Ein Kometenhagel schlug in die Armee Kalamars ein.
Und fuhr dann auch auf die Bruderschaft der freien Gebiete nieder.
Gebrüll, Explosionen.
Die drei wollten sich ins Gemach Sataus zurückflüchten, doch in der Tür stand das Mädchen, wie eine Priesterin des Kultes in die nahezu ockerfarbenen Leinen des Honigleders gehüllt.
Ihr hübsches Gesicht so glatt, so faltenfrei,... so teilnahmslos.
Die Arme vor ihr zusammengeschlagen, das ockerne Gewand faltend.
Sie entblößte ihren Körper, doch dort war... das Nichts.
Es es verströmte und radierte die Materie.
Explosion direkt in Tharels Rücken!
Er flog bei schwindendem Bewusstsein der Existenzlosigkeit entgegen.

Das Gefühl!
Unbeschreiblich!
So frei!
So ungezwungen!
So endlos!!!


„NEIN, TROSTLOS!!!“


Schweißgebadet schreckte der Rote Magier aus seinem Alptraum auf.
Lith und Yoss waren bei seinem Schrei zusammengeschreckt.

Einen Alptraum auf der Traumebene.
War dies nun wenigstens die Wirklichkeit!?!
Einem Alptraum der Völligen Vernichtung!!!

Er wollte die Vision nicht wahrhaben!!!
Er saß immer noch im Stuhl und hatte seine Finger so tief ins Polster gekrallt, dass es gerissen war.
Doch keine Zeit sich mitzuteilen.
Keine Zeit zu verschnaufen.
Denn der schlimmste Komet kam... JETZT!!!

Plötzlich knarrte das runde Bett beträchtlich und erhob sich vom Boden.
Der schwarze Kopf des riesigen Erdschergen wurde sichtbar.
Yossarian hechtete über das Bett, umschlang die Jungfer und rollte sich ab.
Der Steinelementar zermalmte das massive Holzbett an der Decke, als er völlig zum Vorschein kam.
Tharel noch sehr benommen, saß im weichen Sessel, als ihn die massige Rückhand traf.
Der Sessel birst.
Tharels Skelett war an unzähligen Stellen gebrochen und er wurde in die Grube geschleudert.
Lith rettete ihm mit Federfall das Leben.
Einen Aufschlag am Boden hätte er nicht mehr überlebt.
Yoss und die Jungfer retteten sich in die Ecke beim Tor – der Champion steckte heldenmutig den Offenbarungsschlag Hedracks Gespielen ein – Lith lief in die Ecke gegenüber und erschuf eine Wand der Macht, sodass lediglich der Illithidenschrein, das Dämonentor, die beiden Abenteurer und das Mädchen sich darin befanden.
Letzteres drängte sich vor Angst schluchzend in die Finsternis der Ecke.
Der Elementar umwanderte die Wand über seine außergewöhnlich schonungsfreie Grabmethode und war für Augenblicke im Gestein verschwunden.
Lith wechselte die Seite, hinter ihm tauchte es wieder um, schnalzte den Schrein für den Spielraum seines Körpers dorthin, wo Lith gerade eben noch gestanden war und bedrängte sie nun arg.
Tharel indessen nutzte seine Spinnenkletterschuhe um die Grube mit Schmerzverzehrtem Gesicht zu erklimmen, soff im Eiltempo einen Schweren Heiltrank und spähte über den Rand.
Yossarian zog gerade die Hofsklinge, versuchte so viele wuchtige Schläge wie möglich zu parieren und die Deckung der Drei aufrechtzuerhalten, um Lith die Möglichkeit zu bieten, seinen vernichtendsten Zauber einzusetzen, den er vor kaum einem Tag seiner Vielfalt hinzugefügt hatte:

Auflösung.

Er durchstach die Luft mit arkanen Gesten, dem ein schwarzer Schleier zwischen den Handflächen entsprang.
Er zielte auf den Kopf, legte all seine Macht das Schicksal zu beugen in diesen einen Versuch und traf...

Für bittere Enttäuschung blieb wenig Spielraum.
Lediglich ein Viertel des Hauptes hatte sich aufgelöst.
Und es ärgerte, dass für Elementare Köpfe überflüssiger Luxus waren.
Er drosch auf Yossarian ein, legte alle Macht in seine Fäuste, aber schlug neben ihm lediglich zwei Krater ins Gestein.
Tharel dimensionierte sich neben Lith.
Yossarian achtete weiter auf seine Defensive und legte dem Magier eine Hand auf.
Wie von Geisterhand wuchsen einige beträchtliche Rippenbrüche wieder zusammen.

Tharels Verlangsamen zeigte keine Wirkung.
Yossarian wurde an die Wand der Macht geschlagen, taumelte zurück in die Mitte, um seine Kameraden zu schützen und lieferte sich mit den Armen weiter ein klirrendes Schwertduell.
Ein Champion des Schimmernden, der sonst sowohl Kraft als auch Geschick in seinen Hieben vereinte konnte gegen diesen Kontrahenten nur mit Stärke aufwahrten.
Und die Härte des Steins nahm dem ganzen noch einiges an Gefährlichkeit.

Lith formte erneut eine Auflösung und vernichtete dem schwarzen Ungetüm ein Stück Rumpf, doch blieb er völlig intakt und revangierte sich mit einer Serie schwerer Hiebe von oben.
Ausnahmsweise ließ er seine Gegner an der Stelle stehen, wo sie verweilten, doch diesen massiven Treffern war kein Wildelfkraut gewachsen.
Tharel und Lith wirkten an Yoss, dessen Schutz genießend, vorbei je einen Kältekegel – Wasser in den Ritzen sprengte so gut wie jeden Stein, zerbarsten diesem aber nur seine obersten Schichten und bekamen erneut eins auf den Deckel.
Tharel hatte den Kometen gesehen, er hatte das Nichts gesehen.
Nun holte es ihn ein...

Lith war mit dem Rücken an die ovale Torscheibe geschleudert worden, dort zusammengesackt und noch bei Bewusstsein.
Am Tor lehnend hob er den rechten Arm – am linken hatte er eine offene Fraktur erlitten – und schoss einen Blitzstrahl auf den massigen Engel des Todes.

Yossarian wandte sich ab, und schloss zu Lith auf.
Der Erdscherge blies auf den Schicksalsweber herab und beförderte in ins Koma, und hieb dann noch zweimalig auf Yossarian ein, welcher jedoch einmal gekonnt auswich – die Faust schlug dumpf auf der unsichtbaren Wand auf –  und sich das Leben bewahrte.
Das Tor stand offen, der Streiter des Lichtes und der Hoffnung schulterte Lith und wollte sich, die Jungfer am Arm packend hinaus auf den Gang retten, da brach ihm die hinterherschnalzende Hand den Rücken und er flog an die Vulkanwand, rutschte am kalten Vulkanstein entlang zum Boden und atmete noch.
Er spürte seine Glieder nimmer.
Das einzige was er fühlte, war seine sich langsam mit Blut füllende Lunge.
Lith und das unschuldige Kind lagen leblos auf seinen Beinen.
Seine Sicht wurde milchig.
Die Gestalt, die auf ihn zuschritt, konnte er kaum mehr erkennen.
Sie hatte dort ruhig auf den Treppen gestanden und gewartet.
Und auch jetzt, in seiner letzten Stunde, sagte sie nichts.
Doch er.

„Hedrack... seid gewiss... die Hoffnung,... die Liebe... und... das... Licht... werden... obsiegen...“

Die Gestalt wartete bis Yossarians Geist von ihm gegangen war.
Dann sprach sie im Monolog.

„Ist es doch nur möglich über den Traumstein eine wahre Vision der Zukunft zu erhaschen. Tharizdun, überschätzte ich meinen Traum? Dem Vermächtnis der nächtlichen Gedanken, sie auf den rechten Pfad zu geleiten. Ich verwerfe dich hiermit, oh falsches Spiel!!! Verzeih mir, oh Tharizdun!!! Vernichte mich! Ich will dein Werkzeug sein!!!“

...

Wovon schreibe ich???

Wie kann ich das wissen???
Wünsche ich es mir???
Was oder Wer hat mich die letzten Stunden gelenkt?!?

Ich weiß nichts mehr.

Ich kann mich nicht erinnern.
Wie in Trance muss ich es zu Pergament gebracht haben.
Ja, ich halte ja noch immer die Feder in der Hand.
Ich habe mich nicht unter Kontrolle, ich kann, ich darf kein Priester des Wahren sein.

!!! Alles Lügen, Lügen, Lügen, wohin das Auge blickt!!!
!!! Es darf, es kann nicht wahr sein!!!
!!! Mein Werk nichts weiter als ein Staubfänger aus gepressten Fasern!!!

Wahrer, warst du es?!?
Oder gar...!?!
Nein, ich will, ich kann nicht daran denken.
Wo bist du mein Patron, in dieser schwersten Stund meiner Existenz!?!

Ich muss weg, weg, weit weg von hier!!! Busse tun!!!

Ich kann, ich darf nicht mehr sein!!!

...

DU WIRST!!!

...

Lebt wohl...

Derim Legoru, ehemaliger Anwärter der Priesterschaft im Namen des Wahren
Titel: Feedbackbitte
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 11:41:43
Ole, ole, ole, wir sind in der Spielgegenwart angekommen!!! :)  :grin:  :D

Auch wenns nicht gerade ein "happy" Augenblick ist, brennt es mir doch unter den Fingernägeln:
Wie gefällt es euch bis hierher?

Gruß, Hannes
Titel: Beginn
Beitrag von: Nagakeng am 24. März 2006, 12:46:06
Keine Reaktionen? Ich verstehe, der Schock sitzt tief...
Tja, auch mich hat es schwer getroffen. Aber es lief wie es lief.

Wir wollen nach diesem Schock den Kopf nicht hängen lassen und wagen einen Neuanfang mit neuen SCs.
Der erste Spielabend ist bereits mit Abwechslung beschritten.
Warten wir noch auf die Charaktere-Stats, dann gehts weiter.

Auf gutes Gelingen! Hossa!!!  :)

To be continued...
Titel: Deion
Beitrag von: Ness am 26. März 2006, 18:53:42
Deion, Halbling Schurke St. 10

Attribute, RW:
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Talente, Kampf:
Spoiler (Anzeigen)
Fähig-/Fertigkeiten:
Spoiler (Anzeigen)
Ausüstung:
Spoiler (Anzeigen)
Bild:
(http://img15.imgspot.com/u/06/104/17/simonMED1145136470.jpeg)

Kommentare:
Ich/Wir sind ja letztens aufgestiegen, dieser Eintrag wird in Kürze angepasst.
Nächste Woche werde ich mir eine Hintergrundgeschichte überlegen und sie auch hier abtippen.
Titel: SCs
Beitrag von: Nagakeng am 27. März 2006, 10:17:13
@Ness:
Ja, das ist die richtige Stelle. :)
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gerthrac am 27. März 2006, 15:13:44
Krass... So weit gekommen, und dann der TPK. Echt schade.
Sorry,dass ich nicht gepostet habe. viel zu tun derzeit.
Aber echt gute SH. Macht Spaß zu lesen. :)
Nur hab ich diese Vision von Tharel nicht ganz verstanden. Hat dieses Mädchen sie nun verpfiffen oder nicht?
Titel: Antwort
Beitrag von: Nagakeng am 29. März 2006, 09:18:03
@Gerthrac:

Tja, das haben Träume so an sich.
Manches sind wahr, manches ist falsch.
Und manches hat zusätzlich übergreifende Symbolkraft.

Ich will eigentlich noch nichts vorwegnehmen, deswegen so eine schwammige Antwort meinerseits. :)

Alex, Max, postet ihr bitte noch die SC-Stats, um die ich euch gebeten habe.
Und Stefan, auch deinen bitte schonmal reinstellen, auch wenn er noch nicht dabei ist.
Mit Michi bin ich noch nicht zum Sprechen gekommen.
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 29. März 2006, 20:21:25
Ein weiterer Charakter der Gruppe:
Candrìl Jiltray - Mondritter des Schimmernden

Woodelf, 12th - Level Fighter
Medium Humanoid
Hit Points: 117
Initiative: +3
Speed: 20 ft. (4 squares)
Armor Class: 30 (+ 10 mithral full plate +2, + 3 animated large shield +1, +3 Dex, +2 natural, +2 deflection), touch 15, flat-footed 26
Base Attack / Grapple: +12 / +17
Attack: Falchion [+2] +21 melee (2d4 +13/15-20x2), Amor Spikes +18 (1W6+5/20x2), Longbow +16 (1W8+5/20x3)Full Attack: Falchion [+2] +21/+16/+11 melee (2d4 +13/15-20x2), Armor Spikes +14/+9/+4/+10 (1W6+5 / 20 x2), Longbow +16/+11/+6 (1W8+5/20x3)
Space/Reach: 5 ft./ 5ft.
Special Attacks: ---
Special Qualities: Low-Light Vision, Woodelf Traits
Saves: Fort +16, Ref +11, Will +9
Abilities: Str 20, Dex 16, Con 18, Int 13,  Wis 12, Cha 8
Skills: Climb +17, Escape Artist -3, Jump +5, Knowledge (Religion) +6, Ride +6, Swim +7
Feats: Combat Reflexes, Improved Critical [Falchion], Power Attack, Cleave, Weapon Focus [Falchion], Greater Weapon Focus [Falchion], Weapon Specialisation [Falchion], Close Quarters-Fighting, Power Critical [Falchion], Greater Weapon Specialisation [Falchion], Combat Expertise, Demonic Skin
Homelands: Die Wälder Tellenes
Challenge Rating: 12
Treasure: Ring of Deflection +2, Scarab of Golembane, Cape of the Mountebank, Mithril Full-Plate +2, Amulett of Natural Armor +1, Vest of Resistance +4, Gloves of Ogre Strength +4, Belt of Dwarven Power +2, Animated large wooden Shield +1, Falchion +2, MW Composite Longbow [mighty +5], Fliegen-Trank, Displacement-Trank (2x), Unsichtbarkeit-Trank (2x), Kteonktoins Ointment (3 Ladungen), Zelt, Waterskin, Seidenseil, Handschellen, Feuerstein, 8 Trailrations, 12064 GM, 8 SM
Language: Common, Elven, Sylvan
Alignment: CN
XP: Stufe 12 + 775 EP

Hintergrund
Candrìl hatte Zeit seines Lebens als Diener des Tempeloberhauptes seiner Heimat gelebt. Er war sein treuester Ergebener, selbst wenn er keine Gebete wirken konnte. Seit er in die Reihen des Tempels aufgenommen wurde, strebte er entschlossen danach, selbst ein Mondritter zu werden, einer der Priester des Schimmernden.
Dennoch ward ihm diese Gabe nie gewährt.
Die Verbissenheit in seinem Schützling erkennend, wurde Candrìl eines Tages vom Hohepriester dennoch in den Stand eines Mondritters erhoben, als persönliche Leibgarde des obersten Klerikers.
Eines Tages wurde dem Waldelfen der Auftrag erteilt, einen Halb-Elfen auf seiner Reise zu begleiten. Der Hohepriester dachte, er könne dem Kämpfer dadurch das gewähren, wonach er suchte.
Während seiner Reise wurde Candrìl immer wieder von Visionen heimgesucht. Darin sah er sich windende, schwarze bis dunkel-lila farbene Tentakel.
Als er durch die Wälder streifte, stieß er auf die Gruppe, die sich gerade im Kampf mit Eeridik befand und diesen mit Hilfe von Evard's Schwarzen Tentakeln besiegte.
Diese Szene miterlebend, schloss sich Candrìl der Gruppe an, da er diesen Zauber in Verbindung mit seinen Visionen als Wegweiser beachtete.
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 17. April 2006, 12:12:24
Zarathustra - Weiter Himmel - Mammon

Raptoran,  5 th-Level Fighter (substitution) / 7 th-Level Stormtalon
Medium Humanoid
Hit Dice: 72 + 10/7/4/6/7/8/9/6/4/1/8/2 (144)
Initiative: +3
Speed: 20 ft. (4 squares), fly 50 ft. (good)
Armor Class: 31 (+ 12 mithral full plate +4, + 3 mithral large shield +1, +3 Dex, +1 Aerial Superiority, +2 ring of deflection), touch 16, flat-footed 25
Base Attack / Grapple: +12 / +18
Attack: Adamantine Ranseur +19 melee (2d4 +12/x3)
Full Attack: Adamantine Ranseur  +19/+14/ +9 melee (2d4 +12/x3)
Space/Reach: 5 ft./ 5ft. (10 ft. Adamantine Ranseur)
Special Attacks: Foot talons (Ex)
Special Qualities: Low-Light Vision,  Unerring Direction,  Improved Foot Talons, Fast Flight (+20 ft.), Encumbered flight, Flight (Ex)
Saves: Fort +18, Ref +13, Will +12
Abilities: Str 22, Dex 16, Con 21, Int 13, Wis 16, Cha 11
Skills: Intimidate +14, Tumble +5, Spot +19, Climb +12, Swim +6
Feats: Improved Disarm, Airborne Strike, Power Attack, Improved Flight, Aerial Reflexes, Fly-By-Attack, Aerial Superiority, Combat Reflexes, Combat Expertise, Diving Charge, Iron Will, Improved Toughness
Environment: wherever the winds may take him
Organization: Solitary
Challenge Rating: 12
Treasure:

Mithral large animated shield +1,
Mithral full plate +4, Ring of Sustenance,
Vest of Resistance +4, Bracers of health +2, ring of deflection +2,
Brooch of Shielding (charges 91),
Gaunlets of Ogre power +2, Adamantine Ranseur  +1,
Eyes of the Eagle, Lesser Tentacle Rod, Purple Robe of Tharizdun,
Longsword masterwork, Spear (throwing) masterwork), Footbow masterwork mighty +6, Arrows 39
Silversheen (2), Quaal´s feather token, tree (3) and whip (1)
Heward´s handy haversack:
Honey leather medium pup tent, Bedroll, Manacles masterwork, Rope (silk) 50 ft., Sack (empty) x2, Signal whistle, shovel, grappling hook, tinder twigs x5, oil, lantern bull’s-eye, torch x10, firestone and steal, waterskin, whetstone, spyglass, mithral demonic mask
Potions & Oils:
 Invisibility (2), Remove fear (1), Remove paralysis (1), Heroism (1), Barkskin +3 (2), Protection from arrows (10/magic)  (1), Lesser Restoration (1), Cure light wounds (3), Cure moderate wounds (3), Cure serious wounds (1), Resist Energy 20 (1), Protecion form Energy (1), Bless Weapon (1)

54 gold pieces

Language: Common, Tuilvilanuue, Gnome
Alignment: neutral
Advancement: By character class
XP: 2275
Titel: Kleines Danke
Beitrag von: Nagakeng am 18. April 2006, 15:47:44
Danke an die Spieler! Und toll, dass ihr euch solche Mühe macht! Weiter so! :)

@Sheijtan:
Schreib doch noch in deine Hintergrundgeschichte hinein, weshalb er noch mit der Gruppe zieht. Ich meine die Vision...

Jetzt fehlen noch zwei SC-Stats.
Den einen SC-Bogen von Fernandel Amanodel hab ich gerade und tipp ihn mal hier rein.
Den anderen muss der Alex noch abtippen. Überwinde deine Scheu und hopp! :)

So, schon wieder drei Spielabende weiter und ziemlich erfolgreich gewesen.
Don´t worry, be happy!
Titel: SC - Fernandel Amanodel
Beitrag von: Nagakeng am 18. April 2006, 16:31:26
Ferandel Amanodel - Mage of the City of Woods

Greyelf, Evoker 11
Medium Humanoid
Hit Dice: 33 + 4/4/3/3/3/3/3/1/4/3/3 (78 )
Initiative: +7
Speed: 30 ft. (6 squares)
Armor Class: 13 (+ 3 Dex), touch 13, flat-footed 10
Base Attack / Grapple: +5 / +5
Attack: Quaterstaff+5 (w6/*3), longsword+6(w8/19-20), longbow+8(w8/+3)
Space/Reach: 5 ft./ 5ft.
Special Attacks: spells (Spells/day: 6/7/7/6/6/4) abgelegte Schulen: Nekromantie, Verzauberung
Special Qualities: Low-Light Vision
Saves: Fort +10, Ref +8, Will +10
Abilities: Str 10, Dex 17, Con 17, Int 26, Wis 12, Cha 11
Skills: Concentration +16, Spellcraft +23, Knowledge(Arcana) +13, Knowledge(ThePlanes)+21, Knowledge (restwithoutarchitecture)+13
Feats: Spell Penetration, Greater Spell Penetration, Improved Initiative, Improved Toughness, Quicken Spell, Energy Substitution (electricity)
Envirenment: At home in the City of Elves, Cilorealon
Organization: group
Treasure: Headband of intellect (+4), amulet of health (+2), Rod of Extention (normal), cloak of resistance(+2), wand of Magic Missiles (CL9), potion of Heal Critical Wounds, Scroll of Fly, bag, tent, food for 10 days, sleeping mat, Boccobs Blessed Book:
0- all
1- Alarm, Shield, Grease, Mage Armor, Mount, Detect Secret Doors, Identify, True Strike, Magic Missile, Floating Disk, Enlarge Person, Expeditious Retreat, Feather Fall, Protection from Evil
2- Resist Energy, Glitterdust, Web, See Invisibility, Mirror Image, Darkvision, Knock, Spider Climb
3- Dispel Magic, Protection from Evil, Snake Sigil, Tongues, Fireball, Lightning Bolt, Displacement, Invisibility Sphere, Flame Arrow, Fly, Haste, Keen Edge, Greater Magic Weapon, Arcane Sight
4- Dimensional Anchor, Stoneskin, Dimension Door, Black Tentacles, Resilient Sphere, Scrying, Greater Invisibility, Phantasmal Killer, Secure Shelter, Fire Shield, Polymorph
5-Cloudkill, Teleport, Cone of Cold, Wall of Force, Baleful Polymorph, Permanancy

Language: Elven, Merchants Tongue, Drakonic
Alignment: Neutral good
Advancement: By character class
XP: Level11+200

Hintergrund, Motive, und Bild werden folgen, und dafür sorgt der Spieler selbst! Aufforderung für zwischen den Studiumlernattacken! :)
Du schickst mir deine Inhalte, und ich editiere sie hier rein.
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 08. Mai 2006, 19:58:32
Würde mich freuen, wenn hier auch noch der letzte Char hinzugefügt wird, damit ich endlich weiterlesen kann. Auch wenn es mein eigenes Abenteuer ist.  :)
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Ness am 12. Mai 2006, 19:09:14
Der will nicht und das solltet ihr gefälligst akzeptieren!

Ist doch auch ziemlich egal ob hier alle Charaktere mit Werten stehen oder nur ihre Aktionen beschreiben werden...

Außerdem glaube ich, damit es hier weitergeht müssen wir erst wieder spielen :tooth:...

BTW: Wer hat Max den Beinamen "Mage of the City of Woods" gegeben, dass klingt irgendwie ... so ... na ja ... so (porno)
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Nagakeng am 13. Mai 2006, 19:46:11
Zitat
Der will nicht und das solltet ihr gefälligst akzeptieren!

Ist doch auch ziemlich egal ob hier alle Charaktere mit Werten stehen oder nur ihre Aktionen beschreiben werden...


Ich hätte sie einfach gerne komplett. Aber eine Diskussion darüber gehört hier nicht hin. Wir sprechen unter 12 Augen noch darüber.

Zitat
Außerdem glaube ich, damit es hier weitergeht müssen wir erst wieder spielen ...


Erledigungen über Erledigungen, Aufgaben über Aufgaben- die letzten Wochen war wenig freier Raum dafür und außerdem brauchte ich auch eine Schaffenspause. Energie- und Ideentanken.

Nach der "Cthuloide Welten" Rezi erblühen diese Seiten in einem neuen Glanze- mit leicht verändertem Stil. :)

Übrigens: Kommendes Wochenende möchte ich vorraussichtlich Freitag und Samstag eine Spielrunde abhalten. Genaueres per Email und SMS.

Zitat
BTW: Wer hat Max den Beinamen "Mage of the City of Woods" gegeben, dass klingt irgendwie ... so ... na ja ... so (porno)


Ich wars, im Nektar der Kreativität badend, inmitten von Räucherstäbchen... :P

I am Rogar, last prince of the Icewalker Tribe... hähä
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Ness am 13. Mai 2006, 21:09:08
Schaffenspause ... Energie- und Ideentanken ...
Na ja, in der Öffentlichkeit würde ich das so auch nennen ... :tooth:

Außerdem würde ich den Maxi, wenn schon denn schon den Namen
"Master of the magic tree-size wood" geben,
meint dasselbe, ist aber aussagekräftiger 8).
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 14. Mai 2006, 18:06:25
Vielleicht wäre auch "Master of random decisions" recht passend  :D

Oh nein, dass wäre dann wohl auch manchmal mein Titel...
Eventuell könnten wir uns solch einen Preis für den vergangenen Spielabend(e) überlegen, frei nach: And the winner is...
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Nagakeng am 17. Mai 2006, 14:55:04
Lassen wir doch den Max entscheiden. :D

Zitat von: "Ness"
Schaffenspause ... Energie- und Ideentanken ...
Na ja, in der Öffentlichkeit würde ich das so auch nennen ...  


Was meinst du? :roll:
Titel: Das Prisma des Elementaren Bösen
Beitrag von: Nagakeng am 07. Juni 2006, 09:58:32
Die Sanduhr ist abgelaufen...

Das Prisma des Elementaren Bösen – eine schicksalhafte Begegnung


(73)
Eeridik räusperte müde seine spitze Nase.
Der Besuch im Schwarzen Turm der Geheimnis umwobenen Verdamnisträumer hatte seine Persönlichkeit stark verändert.
Oder war es etwa das korrumpierende Seite an Seite Vegetieren mit einem Dämon, der ihn schon lange im Schlaf zerfleischt hätte, wäre es dem Lykantroph nicht gelungen, ihn mit einem mächtigen arkanen Ritual an sich zu binden.
Nicht einmal der Führer des Schicksalsringes wusste, welche Begebenheit ihm so zugesetzt hatte, dass er sein einst einziges Ziel, das Dämonologenstudium, aufschob, um sich auf die Jagd nach dem Prisma zu machen.
In der Tat drehten sich seine Gedanken nur mehr um dieses Relikt des Elementaren Bösen.
Seine einst so scharfsinnigen Augenlider waren matt und schwer geworden, noch einige Momente und er wäre von seinem Liebling gefallen auf den heiligen Boden der Kalalali Wälder nahe Cirolealon.
Doch in diesem Augenblick bremste der Bebilith so heftig, dass der Hexenmagister mit einer Spur Rattenverwandtschaft auf einen Schlag hellwach wurde.
Eine einsame Holzhütte am Renador See inmitten der Elfenwälder erregte seine Aufmerksamkeit.
Sie hatten seit Tagen keinen Happen Fleisch mehr zu sich genommen.
Der Meister erteilte seinem Sklaven die Erlaubnis…  


… der Ogerzombie und das Riesenskelett waren kaum hinderlich gewesen.
Die Duergar und eine Menge Untergrundgewächs mehr säumten ihren Pfad.
Und Amandrucul in seinem Eifer war das kleinste Übel gewesen.
Die schwarzen Wände überzogen spinnennetzartige Muster, hier und da unterbrochen von Malereien von Lolthpriestern und Kriegern die Mitglieder der „Niederen Rassen“ auf sadistische Weise folterten.
Auf dem kalten Boden waren die vertieften Umrisse einer gigantischen Spinne sichtbar, ihr Körper und die Beine mit magischen Runen gefüllt, ebenfalls in purpurnem mattem Licht gehalten, wie überall im Schrein üblich.
Die violett fluoreszierenden Schwämme und Pilze an den feuchten Wänden waren die einzigen Lichtquellen.
Im Dunkeln war hinter einem Altarbereich eine riesige Statue der gespenstisch hybriden Form der Gottheit sichtbar.
Die Wände dortherum waren mit einer Variete von spinnenartigen Wesen bemalt und der Boden unter dem Steinaltar schien Unmengen an Blut gesogen zu haben.
Sie befanden sich am tiefsten Punkt des wiederbelebten Schreins der wildernden Drow und dementsprechend kühl war es.
Plötzlich begannen die Runen zu ihren Füßen zu glühen und der gesamte Schrein wurde hell.
Was gerade noch Schatten gewesen waren, entpuppten sich nun als lauernde Drowkämpfer zu ihren Seiten.
Von den wehenden Spinnweben über ihnen hatten sich gewaltige Spinnen, Geschöpfe Lolth gefährlich nah abgeseilt.
Hinter dem Altar wurde Destra Dunkelwebe, die namentlich bekannte Hohepriesterin, sichtbar.
Vor ihr ein Draegloth, der sofort die Initiative ergriff und Grutal und Amanodel mit einem Unheiligen Schlag begrüßte.
Ein Bastard hatte sie die ganze Zeit über heimlich verfolgt, trat nun hungrig sabbernd dazu und sprang Fernandel Amanodel an den Hals.

Das Geplänkel hatte seine Eröffnung genommen und das Dreiergespann erfahrener Abenteurer schlug sich wacker.
Grutal Fortrond, ein brandobianischer Kleriker des Sprechers des Wortes, der Ehre über alle übrigen Tugenden erhob, scheute nicht seine Rechtschaffene Macht zu entfesseln und die Spinnen zu teilen, die mit ihren giftigen Fängen nach seinen Gliedern trachteten.
Fernandel entfesselte einen maximierten Feuerball inmitten des schwach zauberresistenten Drowgewächses.
Flink Deion Bolshie rollte sich zur Seite und verpasste dem einzig anwesenden Außenseiter drei gezielte Kehlenschüsse, woraufhin dessen Geist auf seine Heimatebene zurückkehrte.
Die Klerikerin Lolth rief ihre Gottheit um Beistand an, der Raum wurde für einen Moment völlig lichtlos.
Deion, Fernandel und Grutal spürten einen Schmerz, der sich von ihren Beinen herauf durch ihren Körper zog.
Die Runen begannen erneut zu leuchten, der Feind Dunkelwebe war verschwunden und zu ihrer Überraschung hatten sich aus ihrem Schmerz einige Spinnen Lolth manifestiert, die es nun zusätzlich zu bekämpfen galt.
Fernandels Kräfte schwanden beträchtlich, als einige Achtbeiner ihre geifernden Kiefer in seine Muskeln gruben, was ihn nicht daran hindern konnte mit einem Blitz deren Überzahl zu dezimieren.
Grutal teilte wuchtige Hiebe mit seinem Adamantmorgenstern aus und zermanschte reihenweise weiche Spinnenschädel, während Deion die Krieger umturnte und tödlich hinterhältige Stiche anbrachte.
Da trat erneut Destra, nun mit der Ausdauer eines Ochsen ausgestattet, auf die Bühne, an ihrer Seite noch einige verschlagene Krieger ihres Volkes.
Mit einigen göttlichen Gebetsgesten zwang sie Deion bewegungsunfähig zu verharren.
Die Krieger stürmten an ihm vorbei ins Gemetzel, während sich die Priesterin genießerisch auf den stämmigen Halblingsschurken zubewegte, um ihm mit einem Streich sein Lebenslicht auszulöschen, während seine truppengebundenen Freunde nur hilflos zusehen sollten.
Weitere Spinnen seilten sich um Deion ab, doch ihr weibliches Oberhaupt schickte sie fort, um Grutal, aufzuhalten, der sich tapfer zu Deion vorboxte.
Der Bastard war immer noch nicht von Fernandels Seite gewichen und sein selbstloser Versuch, die Priesterin mit einem Tödlichen Gespenst aufzuhalten, scheiterte zu allem Übel bereits an ihrer zauberresistenten Aura.
Da brach Deions Willen noch rechtzeitig den Zauber und Destra gereichte es nur mehr zu einer Ansteckungsberührung, der jener jedoch geschickt auswich.
In den folgenden Momenten fegte das dreiköpfige Todeskommando seine Feinde vom Platz.
Destra erlag ihren schweren Wunden, als sie in der Zange einige gemeine Stiche wegzustecken hatte.
Der Bastard starb durch die Magischen Geschosse des grauelfische Magiers und die restlichen Truppen segneten durch die menschliche Hand Grutals das Zeitliche…


… Dies war also der geheime Zugang, von dem das Oberhaupt der Triade gesprochen hatte.
Würde es ausreichen, sein Symbol der Zugehörigkeit zur Schau zu stellen, oder waren doch einige Tentakel nötig, um das Ziel zu erreichen?
Mit jedem Schritt, den Eeridik tiefer in die Lolthgewölbe nahm, wurde er schneller. Verdammt, jemand war vor ihm hier gewesen und würde sich das Prisma holen!
Der Bebilith folgte ihm hörig…


… Es war Grutal eine Ehre gewesen, den Zwergenstamm von der Dunkelelfenplage zu befreien, während Fernandel eher das imaginäre Goldmünzenklimmpern in seinen spitzen Ohren hörte.
Deion sah sich nach den gefangenen Tiefenzwergen um, und er wurde fündig.
Rasch begann er die Kokons aufzutrennen und hervor kamen einige kraftlose Gestalten, die in ihrer Leibesfülle kaum an Zwerge erinnerten.
Darunter befand sich ebenfalls ein sehr seltenes Geschöpf.
Es gehörte den Raptoranern an, einer geflügelten Oberflächenrasse, die meist in Höhlen an steilen Felsklippen leben.
Doch dieser hier kam aus dem mysteriösen Ort Cirolealon, einer verschwiegenen Baumstadt.
Er gab ihnen allen einige Rationen um zu Kräften zu kommen, während Grutal mit seinem Stab die Kräfte wiederkehren ließ.
Die Bärtigen verabschiedeten sich alsbald in das unterirdische Labyrinth, über das ihre Retter hierher gelangt waren, nur der Raptoraner blieb an ihrer Seite.
Plötzlich weiteten sich seine Augen beträchtlich und er stotterte:

„Darf das wahr sein. Es ist Schicksal, dem bin ich mir gewiss! Ich habe die Hölle durchschritten, um auf ihren heißen Lüften in den Himmel zu segeln!!!“

„Im Namen des Ehrenhaften, wovon sprecht ihr, Ragalart?“

Entgegnete Grutal erregt.

„Seht ihr in die Haarkrone der Statue ist ein gläsernes Prima eingearbeitet!!! Meine Herrin sucht danach bereits ihr Leben lang! Sie wird Freudensprünge tun!“

Das flinke Händchen Deions war für seine Beschaffung prädestiniert und so versicherte er, dass Ragalart es in wenigen Augenblicken in seinen Klauen halten werde.
Doch zu ihrer Erschütterung erwachte Lolth beziehungsweise ihr steinernes Abbild zu Leben und hüllte alle in ein magisches Spinnennetz.
Fernandel bannte es zu Zeiten und die adamantene Waffe Grutals versetzte ihr einige tiefe Risse, während das animierte Gestein hart zurück wuchtete.
Deion brachte den verblüfften Raptoraner aus der Gefahrenzone.
Der Zauberer brach mit magischen Geschossen einige Beine ab, dass Lolth zu schwanken begann und der Kleriker schleuderte mit einem letzten gewaltigen Hieb den Steinkopf vom Leib.
Er rollte zu Füßen Ragalart, der das Glas mit funkelnden Augen an sich nahm.
Es war ein klar kristallines Prisma, wobei jeweils auf der Hälfte der Seiten ein dünner milchiger Streifen einwärts lief und sich damit auf jeder Dreiecksseite das Symbol einer bösen Gottheit zeigte.
Auf eigenartige Weise liefen die milchigen Schleier auch im Schwerpunkt des Gegenstandes zusammen.
Das Ältere Elementare Auge war Grutal seit langem ein Begriff, doch direkt konfrontiert wurde er erst in diesem schicksalhaften Moment damit…


… Eeridik vernahm Stimmen!
Nicht weit vor ihm und seinem Schossdämon hörte er drei oder vier Gestalten eine heiße Diskussion führen, ob ES nicht zerstört gehöre.
Nein, das Prisma war in die falschen Hände geraten!
Telepathisch gab er dem Tanar´ri seine Befehle und sie traten dann über verschiedene Zugänge in den violetten Lichtschein des Schreins der erneut ausgerotteten Drow.

„Ihr besitzt etwas, das mir gehört. Gebt es heraus, und euch wird kein Leid widerfahren. Mein Kult und der Diener zu meiner Rechten wird nachsichtig sein, wenn ihr kooperiert.“

Ließ er mit seiner zischenden Rattenstimme unter seiner gepflegten Rotzbremse hervor verlauten.
Eeridik hatte in der Eile vergessen sein schwarzgelbes Symbol unter den braunschwarzen Roben und der Rattenschädelhalskette zu verstecken, was er erst bemerkte, als der Priester es offensichtlich misstrauisch um seinen haarigen Hals entdeckt hatte.
Der Bebilith näherte sich unterdessen behutsam der vermeintlichen Beute.
Die Fremden begannen einige Fragen zu stellen, die er natürlich schroff zurückwies.

„Was geht euch das an, neugieriges Pack? Entfernt euch von dem Prisma oder lasst es bleiben und genießt den Übertritt in die Abyss.“

Seine feinen Nasenhaare vernahm ihren Angstschweiß, doch es mischte sich eine Brise Mut dazu, und als sie zögerten, zögerte der Gesandte des Ersten keinen Augenblick länger.
Schwarze Tentakel schossen aus dem blutroten Gestein und umklammerten alles was sich in ihrer Reichweite befand.
Der Tanar´ri schloss blitzschnell zum Magier auf und trieb seine Fänge tief in dessen Schulter.
Eeridik genoss den Anblick des blassen Grauelfen.
Dieses potente Gift!
Der Priester war als einziger noch imstande sich zu rühren und verschaffte dem Magier Bewegungsfreiheit, um sie alle hier herauszuholen.
Eeridik konnte sich sein lästerliches Quietschelachen nicht verkneifen und warf ihnen Unentschlossenheit und ihre Folgen vor.
Ein weiteres Mal attackierte der riesige spinnenartige Dämon den Magier, der als einziger vor dem Altar stand, und die deutlichen Biss und Kratzspuren zeigten, dass er in seinen nun zerfetzten Nobelkleidern schon dem Tode nahe war.
Der Priester schob mit einer gottesunterstützten Kraftanstrengung den Altar beiseite, so dass er sie mit einer kleinen Bewegung alle zu fassen bekam.
Trotz den Auswirkungen des konstitutionellen Giftes und der Bedrohung vermochte er eine einwandfreie Zauberung.
Eeridik schrie laut auf, als sie alle, samt dem Relikt seiner Religion verschwunden waren.
Wenigstens hatte er den Zauber als Dimensionstür erkannt.
Weit konnten sie also noch nicht sein.
Er sackte zu Boden und schlief erschöpft ein, während der Bebilith sich ihm bedrohlich näherte, seine Maul schnalzen ließ- doch näher als einige Ellen kam er nicht an seinem Kopf  heran.
Es ließ sich neben seinem Meister nieder und hielt Wache…


… Grutal, Amanodel und Deion löcherten Ragalart, was da eben geschehen war.
Doch auch dieser vermochte lediglich mit den Schultern zu zucken und auf des Rätsels Lösung durch Zenith- so die korrekte Anrede für seine Herrin- zu verweisen.
Weil sie diesen unvorhergesehenen Anschlag auf ihr Leben so schnell wie möglich gelüftet haben wollten, eilten sie raschen Schrittes und Flügels in Richtung Cirolealon.


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Titel: Die Mission
Beitrag von: Nagakeng am 12. Juni 2006, 12:05:21
Zenith- das Geheimnis des Relikts


(74)
Cirolealon (http://www.wizards.com/dnd/images/row_gallery/86612.jpg), war eine naturverbundene, mystische Erscheinung.
Waldelfen, Wildelfen, Grauelfen und Hochelfen lebten vorzugsweise in der tierreichen und ruhigen Baumstadt, im Einklang mit der Natur Tellenes.
Den Sonnenelfen gereichten die blattreichen Baumkronen zu nicht genug wärmenden Strahlen, weshalb sie ungern hier lange residierten, geschweige den, sich eine Existenz hier aufbauten.

Cirolealon war einerseits eine Ansammlung von mehrstöckigen Bäumhäusern, in denen Elfen von Stand und Adel lebten, und die sich schonungsvoll um die Mammutbäume wanden - kein Keil war gewaltsam in deren mit Respekt behandelten Stämme oder weit verzweigten Äste getrieben worden.
Mit Hängebrücken, geknotete Leitern, Zugliften und schwebenden Plattformen hatten die edlen Wesen ein riesiges Netzwerk errichtet.
Die Möglichkeiten ins Geäst hinauf zu steigen, durften nur Elfen Hohen Standes und angesehene Gäste nehmen- Vollstrecker achteten penibel auf die Einhaltung dieser Regelung.

Deshalb erstreckte sich andererseits ein weiterer Stadtteil, das Unterholz genannt, auf der blattreichen Erde- eine Ansammlung allerlei Hütten.
Hier spielte sich der geschäftliche, aber nichtsdestotrotz gemächliche Alltag ab.
Gerade eben hatten überall eingerahmte, harmlose Irrlichter die farblich stimmige Beleuchtung (http://www.wizards.com/dnd/images/row_gallery/86626.jpg) übernommen, denn es war Abend geworden.

Zenith war eine ansehnliche Raptoranerin, fast immer in grüne Gewänder gehüllt.
Sie trug den Kreis mit Sternen und Mond in Silber am Amulett- eindeutig der Prophetenschaft der Schreiberin des Schicksals (http://www.wizards.com/dnd/images/row_gallery/86675.jpg) zu zuordnen, einer rein neutralen Göttin.

Sie lebte in den Höhlen einer kunstvoll bearbeiteten Klippe am Renador See (http://www.wizards.com/dnd/images/row_gallery/86630.jpg), die den ruhigen Hafen in zwei Becken teilte.

Im Hintergrund erstreckten sich die mystischen Bäume Cilorealons.
Für die Prophetin war dies ein Stück fassbarer Heimat – ihre Günstlinge, die Elfenherrscher der Baumstadt hatten sie symbolisch für das befreundete Volk und die Fürstin der Ewigkeit errichtet.
Knapp eine Hand voll Raptoraner bewohnte die Felsenröhren.

Ihr Wesen war still, als ob nichts sie erschüttern könne, und so gab sie sich auch im Augenblick der Offenbarung.

„Ich habe es kommen sehen. Alles was geschieht, geschieht zum Besten.“

Ragalart und Zenith packten mit ihren Beinkrallen sanft die Schultern der Helden und flogen sie aus ihrem Gemächern hinauf in die Krone eines Mammutbaumes auf dem sanft eine hölzerne Aussichtplattform lag, knapp unter den Blattspitzen angesiedelt.
Zu ihrem Erstaunen lag Schnee auf den gewaltigen Blättern, während doch am grünenden Boden ein reges tierisches Treiben herrschte.
Niemand hatte in diesen verzauberten Wäldern Winterschlaf nötig.
Zeniths unsichtbarer Diener reichte ihr das Astronomikum, ein antikes Fernrohr.
Sie setzte den Tetraeder ein, welcher augenblicklich von einer unheimlichen Macht erfüllt wurde.
Es war eine sternenklare Nacht, der große Mond, Diadolei stand hoch über ihnen.
Zenith blickte durch das Astronomikum und hielt inne.

„Mutter Schicksal, alles hat seinen Grund! Ihr habt das Prisma des Elementaren Bösen gefunden, euch will ich einweihen und ihr werdet euch Tellene verpflichtet fühlen.“

„Welche Bewandtnis hat es mit diesem Gegenstand?“

Rümpfte Amanodel neugierig die spitze Nase.

„Was ihr am Himmelszelt seht ist Schein. Nichts ist wie es scheint. Allein diese beiden Relikte vermögen die unheimliche Wahrheit zu offenbaren. Seht selbst...“

Deion sah als Erster hindurch und traute seinen Augen kaum, als die Sterne und die Monde nicht dort waren, wo sie sein sollten.
Am Horizont waren die beiden anderen Monde Tellenes Veshemo und Pelselond sichtbar, was normalerweise nie gleichzeitig geschah, und alle Sternbilder der Götter waren blass, nur eines war hell und klar.

„Der Vollkommene Kreis ist dem Elementaren Bösen zugeordnet. Alle Jahre wieder, wenn Diadolei in seinem Mittelpunkt steht, wird Tellene von einer viertägigen Welle aus Naturkatastrophen überrollt. Seht ihr auch das rötliche Licht auf der einen Hälfte Diadoleis? Es ist mir nicht ganz klar, was das zu bedeuten hat, doch gebt mir eine durchzechte Nacht und ich will euch meine berechneten Erkenntnisse zuteil werden lassen.“

Zwar schien Zenith vertrauenswürdig, doch Grutal konnte seine kritischen Gedanken nicht ganz beiseite kehren.
Welche Wahl blieb ihm?

Sie hatten die ganze Nacht kaum ein Auge zugetan, obwohl die Federlager überaus komfortabel gewesen waren.
Die Spannung hielt sie wach und bevor noch die magischen Irrlichter ganz vom natürlichen Licht abgelöst waren, standen sie vor dem schlafenden Ragalart, der wie eine Krähe auf einer Stange saß und in sich gekrümmt schlief.
Es wäre anstandslos gewesen, ihn jetzt zu wecken.

„Seid ihr Gäste Zeniths?“

Im gotischen Fensterrahmen kniete ein Raptoraner in weißem Federkleid.

„Zarathustra, ihr hier?“

Ragalart im pechschwarzen Federkleid war erwacht.
Ihr Federkleid war so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Spannung lag in der Luft.
Sie rührte aus der Vergangenheit.

„Ich bringe Kunde vom Druidenzirkel. Er trifft sich im offenen Zweigpalä und diskutiert die Geschehnisse des Ostens. Ihr wisst Bescheid, Kalamars Vormarsch.“

Er wandte sich erläuternd den Helden zu.

„Ihr müsst wissen, dass Zenith dort eine gerngesehene Rednerin ist. Sie wünschen ihre Stellung zu vernehmen.“

Zenith segelte in dem Augenblick zu ihnen herab.

„Ich will mich darum sorgen. Doch zuerst: Die Bahnen der Monde sind äußerst ungewöhnlich. Ich mag euch darüber berichten, wenn ich für Mutter Zeit in einer anderen Angelegenheit gesprochen habe. Ihr seid lediglich zu dritt. Einige Rückendeckung mehr für diese Mission, wäre mit Sicherheit nicht verkehrt.“

„…Ein Studienkollege aus vergangenen Tagen lebt meines Wissens am anderen Ufer des Renador Flusses, ganz in der Nähe meiner Heimat Kalaleta.“

Warf Fernandel sinnierend ein…


… Eeridik schreckte aus dem komatösen Schlaf hoch, der ihn auf unbestimmte Zeit ausgeknockt hatte.
Sein wirres Haar war noch zerzauster als üblich.
Ab der Adoleszenz rasierte er sich jeden Morgen seinen Schnauzer, seit Jahren mit derselben stumpfen Klinge, in der Hoffnung er würde irgendwann aufhören wie wild nach zu wachsen  - nach einem Tag waren seine Bemühungen schon wieder restlos verschwunden.
Die Schnurbartpflege hätte viel Zeit seines intensiven Tagesablaufes in Anspruch genommen und eitel war er nie gewesen, wenn es um Äußerlichkeiten und nicht gerade um seinen egozentrischen Verstand ging.
Der Bebilith wachte ununterbrochen, während Eeridik mit Kreide auf den Boden einen magischen Zirkel zeichnete, um ein einstudiertes Ritual (http://www.wizards.com/dnd/images/bovd_gallery/88161_620_9.jpg) abzuhalten.

„Begaliseracx iteram egille,… ich beschwöre dich! Ergänze den Spürsinn meines Dieners, hüllenloser Tanar´ri…“

Der Geist fuhr in den Bebilith.
Eeridik warf sich seine Kluft um und sie eilten gen Oberfläche…


… Candrìl Jiltray war seit Monaten von furchtbaren Alpträumen heimgesucht worden.
Immer wieder hatte der Mondritter des Schimmernden nächtens eine Sequenz, in der ein wabernder, schwarzer Dunst, sich wie ein Schatten aufs Land legend, ihn verfolgte und langsam einholte.
Seine Ausläufer formten sich zu Tentakeln, die nach seinen eilenden Beinen schnalzten, bis sie eines umschlangen und er schweißgebadet erwachte.
Er trachtete nach deren Ursprung.
Und weil er sich, wenn er beinahe entkam, immer inmitten der gigantischen Stämme der Kalalali Wälder wieder fand, musste auch das Wesen aller Erlösung hier gelegen sein…


… Mephos lebte in einem Turm, der einem knorrigen Zweig nicht ganz unähnlich war, auf der einzigen Lichtung weit und breit, inmitten des gewaltigen Geästs.
Es schneite sacht auf seine bemooste Spitze, als die Gesandten Mutter Schicksals anklopften.
Viola, seine jugendliche Schülerin in allen - und gewiss in ALLEN - erdenklichen Künsten, gewährte ihnen äußerst gastfreundlich Zutritt.
Mephos liebte die Anatomie als Wissenschaft über alles, mehr noch als sein unzähmbares Mädchen (http://www.wizards.com/dnd/images/bovd_gallery/88161_620_14.jpg), das er mit Kunstgegenständen seiner einsamen, kalten Kreativität überschüttete.

Herzlich umarmten sich die Zauberer und scherzten sogleich über die Lehrbubenstreiche gegenüber dem Meister der Hervorrufungsschule.
Ja damals, als man noch mehr den Putzbesen geschwungen hatte als den Zauberstab.
Der Anatomist lud sie ein, ihm beim Punktum Tee auf seiner marmornen, thermal beheizten und damit eisfreien Rundterrasse Gesellschaft zu leisten.
Viola entfachte mit graumagischen Heißnebel aus ihrer zarten Handfläche die gemütlich knisternde Nebelgrube, servierte und zog sich Ergebens zurück…


… Kampfesrufe, nicht weit von hier drangen an die aufmerksamen Ohren des Waldelfen.
Im Dickicht eilte er ihrer Quelle entgegen.
Die Erleuchtung traf ihn, als er durch eine Schneise mächtiger Stämme sah, wie ein haariger Mensch in Flammen von einem dicken Zweig in ein Feld Candrils manifestierter Angst fiel.
Die Tentakel nahmen den Körper mit Freuden auf und stürzten sich hintendrein.
Er hatte den Ort gefunden, an dem sich seine erhebliche Schlafstörung in Luft auflösen würde.
Dort vorn würde er neue Freunde finden.
Er rannte auf die Lichtung, Waffen wurden ihm entgegengestreckt, doch die unangenehme Situation für beide Seiten legte sich rasch, als der Mondritter den Vergifteten seine Antiseren ohne Zögern anbot, womit Fernandel und Mephos keine Nachwirkungen zu befürchten hatte.

„Ich bin Candril Jiltray, Mondritter des Schimmernden. Darf ich nun Eure werten Anreden erfahren?“

Die Fremden stellten sich freiwillig der Reihe nach vor.
Seine Geschenke hatten sie milde und vertrauensvoll gestimmt.
Grutal ergriff im Namen seiner Kumpane das Wort, denn der Namenslaut seines Gestirns hatte Verpflichtung.

„Wir haben euch zu danken, Candril. Wohin des Weges?“

„Mein ungewisser Pfad hat soeben seine feste Spur entdeckt, mag es Zufall oder Vorsehung sein.“

Er lieferte ihnen einen kurzen Umriss seiner Strapazen, sein Leid gerade soweit schildernd, dass in jedem Gemüt Barmherzigkeit geweckt war…


… der Spürsinn des Bebilith war so schon einzigartig im Universum, doch mit einer Brise Magie einfach unschlagbar.
Und so hatte der Reliktjäger der Triade nach einem Sonnenumlauf die Beute bis an ihr vorläufiges Ziel verfolgt.
Noch einmal entkämen die Relikträuber ihm nicht!
Nicht seinem Genius, ganz ausgeschlossen!
Seine Vorbereitungen vermochte er nicht völlig zu vervollständigen - ein knickender Zweig hatte seine Anwesenheit verraten.
Er handelte reflexartig und so lag der Vorteil erneut bei Eeridik und seinem Schossdämon.
Die Schwarzen Tentakel wuchsen aus der Marmorterrasse und überraschten beinahe alle Tetraederdiebe.
Die einen kämpften sich zu Fuß aus dem aggressiven Bereich, die anderen nahmen Dimensionstüren in die Freiheit, doch zuvor jagte er ihnen noch einen hässlichen Blitzstrahl um die Ohren.
Die erscheinende Schöne wurde kurzerhand in den Turm zurückbeordert.
Der arkan geplusterte Bebilith tat sein Opfer und hielt Eeridik den Rücken frei, um ungehindert verbessert unsichtbar verschwinden zu können.
Der Priester vereitelte beinahe seinen Plan, indem er mit einer Sphäre alle Unsichtbarkeit der Umgebung unterdrückte.
Plötzlich trat aus dem Unterholz das Geschöpf, das seine Brut geschaffen hatte.
Doch Eeridik erkannte das Tödliche Gespenst rechtzeitig, rettete sich aus dem Bereich des unterdrückten Verschwindens und plagte seine verteilten Feinde – der eine Zauberer hatte Stellung auf einem hochgelegenen Ast bezogen- wiederum mit einem Tentakelfeld.
Sie wandten sich zum Schreck nun gemeinsam seinem einstigen Lebensinhalt zu.
Ein kritischer Enervationszauber von oben raubte dem Bebilith massiv Lebensenergie, doch sein Liebling wehrte sich dem Dauerhass eines Tanar´ris würdig.

Eeridiks klebriges Spinnennetz schaffte kaum Erleichterung.
Ah, was traf ihn da in die Flanke!?!
Ein flimmernder, pummeliger Winzling, der ihn offensichtlich wahrnahm, hatte ihm fast das Lebenslicht ausgehaucht.
Dieses miese Schwein!
Eeridik flüchtete keuchend ins Unterholz, leerte einen Flugtrank, umging das Kampfgetümmel - der Hammer des Priesters drang gebremst durch den harten Dämonenpanzer und auch der enorme Feuerball des einen Zauberers zeigte lediglich gedämpfte Wirkung- und landete schließlich auf dem Ast, der eben noch vom anderen Zauberer besetzt gewesen war.
Den keifenden Magier holte Eeridik mit dem Bann der Flugmagie und seiner Defensivanlagen in die Reichweite seines extraplanaren Lieblings, welcher diesen auch schwer verletzte, doch nicht schwer genug.
Ein weiterer Lebensentzug machte den Dämon beinahe wehrlos, der Panzer wurde weich und der Priester tötete sein Lebenswerk mit einer Tat der Stärke.
Eeridik verlor das Ziel aus den Augen.
Der Zauberer mit seiner elenden Enervationsmagie trug alle Schuld!
Alles Studium vergebens!!!
Den letzten Blitz seiner Existenz widmete er allein seinem Sündenbock, der in Ohnmacht fiel, bevor er selbst von Feuerstrahlen tödlich verbrannt in die eigenen Tentakel stürzte.
Schwarz…


… Mephos blieb.
Denn sein Sezierlabor hatte noch nie einen Dämonen mit solch potenten Giftdrüsen und einen derart drahtigen Kerl – die Verbrennungen der Werratte waren unerheblich- beherbergt und so eine anatomische Chance bot sich bekanntermaßen nur einmal im Leben.

„Die Körper sind mein Anteil der Beute. Den materiellen Besitz mögt ihr unter euch aufteilen wie beliebt; er bedeutet mir nichts.“

Er rief seine entmündigte Schöne um Tatkraft an, doch wie zu erwarten, durfte Mephos sich alleine abschleppen, während Candril, Deion und Grutal mit einem letzten Fingerzeig durch das magische Wurmloch Fernandels schritten.

Zenith deutete auf die Hieroglyphen und Zeichnungen auf ihren sorgfältigen Mitschriften.
Fernadel und Deion behielten den Überblick.

„Das Prisma entzerrt die Läufe der Gestirne, weshalb es auch einst das Prisma der Entzerrten Zeitrechnung genannt wurde, bevor es spurlos verschwand. Die wenigen eingeweihten Astronomen stritten sich über Jahrhunderte hinweg über seine Echtheit und ob es nicht passender das Prisma der Verzerrenden Zeitrechnung genannt ward. Euch, seinen jüngsten Entdeckern wird nun die Ehre zuteil einen Beweis für seine Unantastbarkeit zu erbringen. Die Fürstin der Ewigkeit eröffnete mir, dass dieser Beweis allein mit eurer Reise gen Osten erbracht werden kann. Unsere Trabanten haben einen unsicheren Verlauf, doch mein Wort darauf, dass sich in wenigen Wochen am Himmelszelt eine Gestirnskonstellation ergeben wird, die es noch nie seit Aufzeichnung der Geschichte gegeben hat. Sie steht im Zenith über der Region nördlich Bet Regors, Paru´Bors Hauptstadt. Ein sehr bedeutendes Ereignis steht dort ohne jeglichen Zweifel bevor. Und allen Anschein nach, dient es nicht dem Guten. Weshalb sonst soll es nur den Anhängern des Elementaren Bösen vorbehalten sein!?!
Wir sind alle Staub in den Mühlen der Zeit.“


„Und Diadoleis roter Schein?“

Zog Deion die Blicke auf sich.

„Eine nötige Reflexion der Feuerebene, nehme ich an. Die göttliche Audienz war nicht ergiebig, aber das Schicksal wird seine Gründe haben.“

„Verwahrt das Prisma und das Astronomikum nie gemeinsam, weise Zenith.“

Mahnte Grutal sie aufmerksam.

„Jawohl. Wir werden uns wieder sehen, wenn das Schicksal dies vorsieht. Mein Bruder möge euch beiwohnen. Zarathustra…“

Sie zeichnete mit der Hand geschmeidig eine göttliche Schwingung in den Raum vor die Stirn des Halbbruders.

„…, möge Dir Mutter Zeit deinen Weg weisen.“

So hatte sich also innerhalb weniger Stunden, die eingeschworene Gemeinschaft der langjährigen Weggefährten Grutal, Deion und Fernandel, um zwei Gefährten erweitert…


… Prinz Sugil II lehnte seitlich im Stuhl und stützte sich nachdenklich auf den Arm.

„Hinfort.“

Der Narr sollte ihn ablenken, doch seine Späße waren heute einfach miserabel.
Er hatte eine schlagfertige Armee beisammen, O´Par und Tharrgy als Verbündete und Kalamar steckte hunderte von Meilen entfernt im Schneegestöber fest.
Doch es hatte zu tauen begonnen, und mit jedem geschmolzenen Eiskristall rückte der Tag der Schlacht näher.
War er ein Herrscher, dem man folgen wollte?
Er hätte das Volk in der Vergangenheit besser behandeln sollen.
Die Mehrheit der Bevölkerung glaubte an den Wahren, und die Kirche hatte seit seiner Krönung ständige Dispute mit ihm seines Lebensstils und seiner Lebenseinstellung wegen geführt.
Wären die Stimmen in letzter Zeit nicht so hoch gekocht, würde Sugil bei den Berichten der Gerüchtesammlern noch immer leicht abfällig die Nase rümpfen und sich anschließend mit den Mätressen vergnügen.
Die ausschweifenden, egoistischen Tage des unbedachten Wohlstands waren vorbei.
Wie sein Vater es nur geschafft hatte auf Lebenszeit ein umjubelter Fürst zu bleiben?

Erst jetzt fielen einige Strahlen auf dieses Rätsel und seine ehemaligen Umgangsformen ließen ihn schaudern.
Ein ungutes Gefühl beschlich ihn.
Anno Sectodecem et Ectogama war es das letzte Mal geschehen, dass es nahe dem Byth Gebirgszug in den tiefsten Wintermonaten getaut hatte.
Und damals so stark, dass die Eisdecke völlig geschmolzen war.
Noch heute redeten die jugendlichen Völker über das folgende Jahrhunderthochwasser.
Er stieß bitter auf.
Wenn sich dies wiederholte, müsste er sich beweisen.
Als Heiler der Armen, als Prediger der Gläubigen, als Fürst, König, Heerführer …


… Es war düster und kühl in diesem Keller.
Der Hobgoblin erhellte eine Petroleumlampe.
Ihr Zauberer war Mitglied einer modernen Reisegemeinschaft und so war es ihm und seinen Freunden sogar möglich bei Bedarf und Station in die unwirtlichsten Gegenden Tellenes zu reisen.
Diesen – nicht ganz billigen, doch äußerst zeitsparenden und bequemen - Dienst hatten sie häufig in Anspruch genommen, aber waren auch selbst verpflichtet bei Bedarf und Wegkunde ihn anzubieten.
Viele ihrer gemeinsamen abenteuerlichen Erfahrungen hatten Grutal, Deion und Fernandel so gesammelt.
Und so fügte sich nun auch Bet Regor zu diesen unwirtlichen Gegenden, welches sich seit Wochen im Zustand der Kriegsvorbereitung befand.
Kriegszauberer unterrichteten Sprösslinge, Veteranen schulten junge Rekruten, Handwerker zimmerten Katapulte und Ballisten.
 

Der geheime Stützpunkt war zwangsweise in die bewohnte Umgebung vor die Stadtmauern verlegt worden.

„Verlasst nacheinander das Gebäude. So ist es weniger auffällig.“

„Ich schulde dir etwas, Hazar.“

Fernadel bedankte sich mit einer höflichen Verbeugung und sie vollzogen den unnachahmbaren Gruß der „Elitären Wegweiser“.

Die Kontrolle an den Stadttoren fiel negativ aus und die Suche nach Bewanderten in der Geschichte der nordwärts gelegenen Zonen nahm ihren Lauf.
Einzig Grutal wurde fündig.
Der Sprecher des Wortes und der Wahre waren einander im Geiste zugetan, wodurch einem Gespräch unter Verbündeten nichts im Wege stand.
Auf dem Dom lag eine Heilige Aura der Wahrheit und der Hoffnung.
Er bat um ein Vorsprechen beim Inhaber des Kantons für das nördlich gelegene Bah und Nachbarn.
Erimm Rechtung bekleidete die Stelle des Beauftragten.
Seine Gesichtsfalten traten mit jedem wahren Worte des fremden Priesters deutlicher hervor, bis er ihn unterbrach.

„Eure Entdeckung lässt mich erschaudern. Das Elementare Böse hat seine Wurzeln tief in die Erde Tellenes getrieben. Und nun sollen seine Mühen auf ungeahnt astronomische Weise  Blüten tragen, in meiner Region!?! Ihr werdet das zu verhindern wissen! Ich bete für euch, dass ihr etwas Zeit mitgebracht habt auch wenn sie kostbar ist zu dieser Stund. Ich will euch aus der ältesten Vergangenheit, der Wiederauferstehung und der jüngsten Jugend des Kultes um das Elementare Auge nahe Bahs berichten, und dafür MUSS Zeit sein…“

Erimm war über die allerjüngsten Entwicklungen nicht informiert worden, und so sandte er Grutal direkt zu Y´Dey.
Dieser sog alles in sich auf wie ein trockener Schwamm und gab es unverbracht an seine Begleiter wieder ab...


… Sepiter Rahaan querte den roten Teppich vor dem Thron. mit einer erhabenen Verneigung und verschwand in einem Flügel des Saals.
Doch kehrte er wenige Momente später vor den Thron zurück und versicherte sich unauffällig des erst gerade bewusst gewordenen Ausdrucks in den Augen des Königs.

„Seit Wochen lasst ihr sie schon üben, Herr. Schenkt ihnen Ruhe, damit sie ihre Erfahrungen mit dem Schwert verarbeiten können. Es sei denn, ihr seid nicht interessiert daran mit einem reifen statt  ausgelaugten Heer in den Krieg zu ziehen.“

Sein Hofmagier, eine Ikone auf der Wissenschaft der arkanen Magie, bekannt für seinen Eifer, seine Willenskraft und seine Ausdauer, wenn es um die Entwicklung neuer Wege für die freien Energieformen ging, war zudem sein engster Vertrauter und loyalster Anhänger.
Oft nahm er ihm Entscheidungen ab, wofür ihm der junge Herrscher äußerst dankbar war, was seine stolze Person aber niemals zugegeben hätte.

„Und wenn ihr siegen wollt, solltet ihr keine Mühen scheuen, dem Volk eine Wohltat zu bereiten und euch erkenntlich zu  zeigen. Veranstaltet ein Fest für die Soldaten. Wir haben genügend Vorräte, um zwei Winter an kalamarnischer Belagerung zu überstehen! Aber nun entschuldigt mich, ich arbeite mit Hochdruck an allen Ecken und Enden, um die Stadt abzuschotten vor Spionage und feindlicher Ausspähung und zudem…“

Er zögerte einen Augenblick als Sugil stupide die Stirn runzelte, als ob er gerade die wissenschaftliche Übersetzung der magischen Weltformel verlesen bekommen hatte.

„ Ach, Fürst, vertraut mir einfach.“

Nickte er überlegen…


… In der Abenddämmerung des folgenden Tages hatten sie nach einmaliger Übernachtung unter freien Himmel Bah per Pferd erreicht.
Und nun standen sie erwartungsvoll vor den erleuchteten Hochfenstern der Kirche des Wahren.
Ihr gegenüber leuchtete das Licht eines Schreins und einer Kapelle auf die gepflasterte Straße.
Sie gaben ein seltsam harmonisches Gesamtbild ab.
Calmer streute ritualisiert Staub und bohrte seinen Blick in alle anwesenden Augen.

„Vergebt mir mein Misstrauen, doch die Geschehnisse der warmen Monate und der jetzigen geben mir Recht mit dieser Vorsichtsmaßnahme. Ich führe euch zur Kantorin. Erimm hat sie über ein spezielles Gebet über euren Besuch in Kenntnis gesetzt.“

Sie durchquerten eine Halle, auf deren Boden dutzende Stahleimer standen.
Wasser tropfte herab.
Calmer öffnete den Zugang zu einer Nebenkammer und meinte nüchtern, die Giebel im Blick.

„Ein Roter Drache streifte letztens unser Dach. Nichts Ungewöhnliches in letzter Zeit.“

Y´Dey las gerade aufmerksam in einem frischen Buch.

„Ich sehe nun erst, dass seine liebevolle Schrift Zeile für Zeile immer härter wurde. Auch die Verzierungen sind Kapitel für Kapitel langsam aus seinem Schriftbild verschwunden.“

Wehmütig klappte sie es zu.

„Der Knabe Derim ist unauffindbar. Wenn man diesen letzten Worten glaubt, hat er schlicht und ergreifend die Flucht vor seiner größten Furcht angetreten. Was mich jedoch beunruhigt, ist der schwarze Nebel im Taufbecken, der ihn meinem fürsorglichen Blick entzieht…“

Sie berichtete vom Bund am Ovalen Tische und legte deren dringendstes Anliegen offen.
Die Ausgrabungen bargen höchstwahrscheinlich die unberechenbarste Gefahr, und gewiss bestand eine Verbindung zwischen der historischen Sternenkonstellation und der Wiederbelebung der tieferen Ebenen der Kathedrale des Elementaren Bösen.

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Titel: Confrontation
Beitrag von: Nagakeng am 21. Juni 2006, 01:53:54
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Ungeahnte Gefahren – im Auge des Betrachters


(75)
Die Entfernung bis zu ihrem Zielort konnten sie nun auf anderem Wege bewältigen.
Denn Fernandel war des Zaubers Schattenschritt mächtig geworden.
Die Ungenauigkeit der Ankunft - beim Sprung von Schattenebene zu materieller Ebene- hatte der Magier soweit unter Kontrolle, dass mit wenig Mühe der geheime Eingang ausgemacht war und sie auf beinahe schnellstem Wege auf die düstren Gewölbe stießen.
Die Ausnahme blieb die Erregung durch den unterirdischen Tunnel vorbei an der geheimen Steinplatte.
Er endete an der Leiter zu einer unfreiwillig verlassenen Turmruine, worin sie allein todgeschlagene Ratten und Schreckensratten vorfanden und gehäufte Hinweise unordentlicher Lebensweise.
Auf die früheren Bewohner sollten sie bald treffen.

Grutal stieß die schwere Falltür in den Ausgrabungen auf.
Der Schacht und der Gang hinaus waren mit Fackeln erleuchtet.
Kaum waren die ersten drei heraufgeklettert, schleuderten zwei Wachposten Felsbrocken, wodurch beide Ziele zu Boden geworfen wurden.
Die Gemeinschaft ging schrittweise mit Amanodels Hast und Feuerbällen, Grutals Gerechter Macht, Deions Flimmerndem Hinterhalt, Zarathustras Luftüberlegenheit und Cadrils Bodenherrschaft zum Gegenangriff über.
Die Steinriesen wehrten sich zwar mit besonders kräftig geschleuderten Brocken, doch die Steine brachen sich an der Steinhaut dadurch auch leichter.
Zuletzt standen alle beinahe im Nahkampf und die Wächter hatten das Nachsehen.
Zarathustras scharfe Ohren vernahmen Flügelschlägen aus dem Gebiet zu ihrer Linken.
Nichts überstürzend folgten die heilenden Handflächen des Sprechers…

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… Dugart war auf dem Weg zu Smigmal.
Er verhüllte das Set der Leidenschaft unter seiner purpurnen Robe und war bis zum Anschlag gespannt.
Eine Meuchelmörderin war gewiss talentiert darin, einem Opfer Pein und Leid in grausiger Folter zuzufügen.
Wenn es freiwillig kam, zeigte sich jedoch erst, ob sie wirklich Talent hatte.

„Meister, die schwächlichen Ogerwachen im vorderen Teil haben das Zeitliche gesegnet und die Arbeiter sind verschwunden. Hättet ihr mich dort postiert, wäre…“

Passte man ihn ab.

„Vorlautes Stück, zügle deine Zunge. Es war Tharizduns Wille! Beuge dich ihm, Spross einer Ogerhure und eines dürftigen Dämons! Du wirst die Leichen verbrennen! Du allein!“

Solch harsches Wort durfte sich nur ein Mitglied der Hohen Organisation, höher noch als Hedrack, erlauben.
D´Gran nickte, er unterdrückte das Zähneknirschen bis Dugart um die Ecke gebogen war und gab den Befehl dann laut fluchend an die Ogerpatrouille weiter…

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… Der Geruch verbrannten Fleisches lag noch immer in der Luft, auch wenn die Brandflecken schätzungsweise eine Woche alt waren.
Sie folgten der Spur durch einen dreieckigen, Y-Symbol überschwemmten Raum über ein achteckige Kammer mit Geheimgang in einen unbelebten, schuttbeschwerten quadratischen Raum.
Alle Magie, die jemals auf diesen verstärkten und kunstvollen Gewölben gelegen haben musste, war längst abgeklungen.
Die Tür in eine sechseckige, gewölbte Halle fehlte.
Die freigeräumte Fläche in der Mitte schien ein sehr großes Bett zu sein, wenn auch ein Unbequemes.
Eine Eisenkiste ruhte auf einem großen flachen Stein nicht weit davon.
In jeder Wand befanden sich mittig weit geöffnete Steintüren oder einfach nur Steinrahmen.

Etwas war hier faul, und deshalb bedurfte es Vorbereitungen magischen Ursprungs.
Abgestimmt eroberten sie die erste Hälfte der Halle.
Zwei Steinriesen und ihr halb-dämonischer Älterer betraten die Bühne des Geschehens, welcher auf Altriesisch grollte.

„Niemand stört diese alten Hallen der Steinriesenpriester- außer diejenigen, die sich anmaßen, ihr ärmliches Dasein mit Göttern zu messen! Blasphemiker!!!“

Eine Schockwelle breitete sich aus, welche die Luft zum Knistern und das Gestein zum Bröseln brachte.
Ein grausamer Schwächeanfall suchte sie heim, zusätzlich verloren allesamt ihre Fähigkeit zu Handeln für einige Augenblicke und fanden sich dann im Nahkampf mit den Steinriesen, die den Sturmbefehl Deins ohne Widerworte ausgeführt hatten.
Er verwandelte die steinige Umgebung, auf der sie standen, in schlammigen Lehm, was Bewegung und Waffenführung negativ beeinflusste- nur der Raptoraner profitierte von der Unabhängigkeit durch Flügel.
Die haushohen Kontrahenten waren schwer gepanzert und kaum zu verletzen- nicht zuletzt durch die Unheilige Aura des Obersten in der Hackordnung – Dein war das Ergebnis eines moralisch verwerflichen Experiments, was Hunderte von Punktnarben belegten.
Die arge Bedrängnis milderte die Wand der Macht erheblich, welche Dein abschottete.
Sein Krankheitsübertragung auf den nahen Fernandel scheiterte daran und er umging die Barriere geschickt mit einem steinformenden Zauber an der Stelle, wo die unsichtbare und die materielle Wand ineinander übergingen.
Die Hast machte den schlammigen Untergrund fast wett und die Steinriesen litten mehr an den widrigen Verhältnissen als das eingebildete Hauptmahl.
Das Fleisch humanoider Oberflächenvölker war stets Delikatesse.

Zarathustra stach mit einem Gleitenden Ansturm herab und fügte eine schwere Fleischwunde zu, als sich sein Speer tief in einen robusten Oberschenkel bohrte.
Grutals Flammenschlag zeigte nur bei einem volle Wirkung.
Den anderen schützte die Zauberresistenz vor Gutem.
Bis Dein sich jedoch vorgearbeitet hatte, rangen die Untergebenen schon mit der Niederlage durch teilweise altbewehrte Taktiken, auch wenn ihre wuchtigen Hiebe durchaus Rüstung verbeulende Wirkung gezeigt hatten, wozu sich auch einige echte, tellergroße Beulen gesellten.
Deins Unheiligem Schlag folgte der Heilige Schlag Grutals und der Halb-Dämon erblindete für wenige Momente.
Ein Fernandelscher Blitz schoss durch die Reihe der Riesen, woraufhin einer sein Antlitz erschöpft in den Schlamm tunkte.
Zarathustra und Candril gaben dem Anderen den Rest, wobei der Flimmernde Deion eine große Hilfe war.
Dein verbarg sich in einer Wolke aus Dunkelheit und tastete sich langsam zurück.
Als er erhoben Runden fliegen wollte, und dabei von Pfeilen des Kompositbogens Candrils und Deions bombardiert wurde, floh er in eine Nebenkammer und versperrte die Tür von innen.
Deion sprang durch die Wand und schlich sich in seinen Rücken, während die Adamantwaffen von außen gegen das Steintor prasselten und der Ältere hastig wirkungsvollen Heiltrank um Heiltrank zerkaute- sein Rachen zeigte sich von den Glassplittern unbeeindruckt.
Amanodel bannte die Dunkelheit und Dein fand sich umringt von Kontrahenten, denen er sich mit zurückerlangtem Augenlicht erbost erwehrte.
Sein letzter Hieb schmetterte das Gute nicht völlig zu Boden und in der Zange gaben ihm unzählige heftige und hinterhältige Angriffen den Rest.
Er taumelte ungläubig zur Wand und zeichnete mit den aufgespannten Schreckensvampirfledermausflügel ein blutiges, welliges Muster des Hasses an die abgeplatzte Mauer…

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… Dem Oger Magus wurde der Befehl zugetragen, sich in die Arena zu begeben, was auch immer das war.
Dort erwartete ihn bereits Dugart.

„Ich habe von deiner Befehlsverweigerung selbstverständlich erfahren, du hast zwei Möglichkeiten. Stirb hier und heute, oder diene uns in alle Ewigkeit unterwürfig.“

D´Gran zog mit dem angenähten Arm seinen geliebten Zweihänder mit Blutkrusten.

„Ich habe Nehmerqualitäten, von denen Ihr nicht die geringste Ahnung habt.“

„Das Schicksal wählt nicht mich dir zur Prüfung. Kex, geselle dich zu uns!“

D´Grans Augen strahlten, als die Fleischkugel aus ihrer kleinen Kammer schwebte, die einst wohl die Gefangenen enthielt, bevor sie sich in der Arena zur Belustigung gegenseitig abmetzeln mussten.
Er wusste scheinbar nicht, WEM er gegenüberschwebte und fletschte die Zähne genießerisch.

Dieses unbewegliche Ding mit seinem lächerlichen Streichholzgebiss würde den Tyrann nicht vom Thron stoßen.

„Es wurde prophezeit, dass D´Gran sich hier und heute beugen wird. Möge der Kampf auf Tod und Unterwerfung begin…“

„DUGART!!!“

Der Helmträger senkte augenblicklich das Haupt.

„Wer bist du, der sich erlaubt, die Stunde meines Ruhmes zu stören?“

Unter der verdunkelten Haube schien die Haut aufgeregte Blasen aus Pech zu werfen.
Die verhüllte Gestalt in seinem Rücken begann Phrasen von sich zu geben, die keine Zunge Tellenes hätte hervorbringen können.
Es waren Wortfetzen der Dunklen Sprache des Dunkelsten Gottes, der je frei gewandelt war.

D´Gran warf sich erschüttert zu Boden.

„Du wirst ab diesem Zeitpunkt dein erbärmliches Leben an Kex Seite fristen. Du wirst wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, an meine Seite zu wechseln und bis zu deinem Untergang zu dienen.“

D´Gran erhob sich, die Dämonenflügel vor der Brust zusammengeschlagen, und bezog Quartier in der freien Gefangenenzelle…


… Entschlossen stießen sie in das unerforschte Gebiet der Vorgänger vor - einen runden Raum mit drei Ausgängen.
In blühender Vergangenheit hatten hier einige Statuen im Kreis gestanden.
Der Großteil war jetzt völlig zerstört.
Die Ruhmeshalle war von Schutt befreit, so standen also nur noch wenige Statuen.
Ein großer Steindrache, seine Flügel und Schwanz abgebrochen, stand aufrecht, aber zu Boden starrend.
Eine Steinkugel mit einem großen Zentralauge lag auf dem Boden, einige Stückchen oben fehlten.
Ein monströser humanoider Kopf mit scharfen Zähnen und ein Stück, das den Hinterläufe einer Raubkatze ähnelte, lehnten nahe dem südlichen Ausgang.
In der Mitte ruhte die neun Fuß hohe Statue eines martialisch wirkenden Humanoiden, ein Bein war abhanden gekommen.

Sie wählten den linken Ausgang und blickten einen schnurgeraden freigeräumten Gang hinab.
Vorbei an einer verschütteten Abzweigung, die wohl in die Steinriesengemächer geführt hätte, hielten sie an der nächsten Wegkreuzung.
Ein Brunnen des Bösen lag zur Rechten.
Furchtbare Fratzen in die Wand gemeißelt, spieen dünne Wasserstrahlen in ein leicht rissiges Becken aus schwarzem Marmor.
Das Wasser roch nach Schwefel und das Becken war von einem grünen Gewächs überzogen.
Die Abzweigung brachte sie plötzlich an den Rand einer fünfzehn Fuß tiefen Grube, die als ungleiches Kreuz gebaut war.
Zu beiden Mauern blieb ein schmaler Pfad, um in Ausläufer – scheinbar Beobachtungsplattformen - zu gelangen.
Stellenweise kleidete Grünspann korrodierte, verbeulte Bronze die Grube aus.
Die achteckige Arena war nicht völlig von Schutt befreit, aber es war sichtbarer Aufwand betrieben worden.
Unter den Plattformen lagen zwei Kammern, in denen schief Gitterstäbe hingen.
Grutal und Candril waren bereits die leicht schräge Wand hinabgerutscht, da erfasste aus dem Nichts der Frostbrand eines verstärkten Kältekegels eines alten Bekannten des Tagebuchs die Gemeinschaft.
D´Gran wurde sichtbar, und seine tiefe grollende Stimme ertönte.

„Herzlich Willkommen in meinem Reich! Lange sehnte dieses schwarze Herz nach spritzendem Blut und Gedärmen, und nun tauchen Eindringlinge auf. Das muss Schicksals sein!!!“

Ihr Erstaunen war D´Gran ein höllischer Genuss und er setzte die Initiative ergreifend sogleich nach.

„Weihen wir diese Arena der Epoche des Bösen Wandels! Kex, bleib gefälligst in deinem Loch, die Schädel dieser Würmer gehören MIR!“

Er schleuderte per Beutel eine gelbe Fellkugel, aus der ein Svimosher Löwe erwuchs, doch sein Sprung zielte ins Leere – Grutal war von einem Schutzkreis vor Bösem umgeben.
Amanodel begrüßte die Kreuzung der Ebenen mit magischen Geschossen, die jedoch dessen Schild blockte, und zog sich dann, fast erfroren wie er war, hinter die nächste Ecke zurück.
Deion rollte ausgewichen neben ihn, stellte für den Magier einige schwere Heiltränke zu seinen Füßen und zog den Bogen zum Hinterhalt.
Grutals Flammenschlag setzte D´Gran zu und Zarathustra suchte dessen hässliche Nähe.

Wer Kex  (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG26.jpg)kannte, wusste, dass er jede Konfrontation suchte und natürlich nicht in seinem Loch blieb.
Er schoss sich warm mit einem erfolgreichen Verlangsamen auf den Raptoraner, einem erfolgreichen Schlaf auf Candril und Monster verzaubern auf den um die Ecke spähenden Deion, welcher jedoch widerstand.

Ihre folgenden Handlungen dienten der Defensive- Grutal weckte mit einem kräftigen Tritt Candril, welcher sofort einen Fliegentrank hinunterschluckte, Amanodel kippte die angebotenen Tränke hinab, wie auch Zarathustra einen Hasttrank, um die Wirkung zu neutralisieren, und Deion versteckte sich unauffindbar, während die Gegenseite mit D´Grans Unheiligem Schlag aufwartete, doch nur geringen Erfolg verbuchte und der Betrachter die Nähe der Eindringlinge suchte, um alle seine Augenstrahlen zu verschießen.
Grutal jedoch widerstand den Todeseffekten und spürte nur die kleineren Übel am Körper, und auch Candril und Zarathustra wichen aus oder widersetzten sich erfolgreich.
Mit vereinten Kräften wandten sie sich mit wuchtigen Hieben und schweren Stichen dem gefährlicheren Gegner zu, während D´Gran nach einem verfehlten Schwächestrahl auf Zarathustra spurlos verschwand und sein Löwe die Klauen wirkungslos einfuhr.
Deion rollte aus der Deckung und setzte einen Pfeiltreffer direkt aufs empfindliche, geschlossene Augenlid des Betrachters.
Als Revenge verteilte er seine Augenstrahlen wirkungsvoll.
Deion wich dem Schlafstrahl zwar geschmeidig aus, doch im Radschlagen wurde er vom zweiten Strahl erfasst.
Ein graues Licht umstrahlte ihn und der Schurke erstarrte zu Stein.
Der Telekinesestrahl schleuderte Zarathustra an die spitzenbesetzte Decke, an der er vor Schmerz schreiend stecken blieb, sich mit letzter Kraft entpfählte und kraftlos zu Boden stürzte.
Auf Candril und Grutal verteilte er die restlichen und die gefährlichsten zauberähnlichen, verschiedenfarbigen Strahlen des Todes- die entgültige Wirkung vermieden beide und schlugen mit ergänzender Kraft zurück.
Die magischen Geschosse Amanodels raubten Kex schließlich den geifernden Atem.

Amanodel verspürte einen Luftzug und zog die Aufmerksamkeit der anderen auf sich.
Grutal half den Kumpanen mit Mittlerer Massenheilender Macht auf die Beine und sie verfolgten den Fliehenden.
Amanodel erspähte sobald den unsichtbaren D´Gran wie er den ewigen Gang weitersegelte und holte ihn mit einem Blitzball vom Himmel.
Doch er näherte sich nur vorsichtig und wollte den anderen Gruppenmitgliedern den Vortritt lassen.
Candril und Zarathustra jedoch interessierte der Flüchtige weniger als der arme versteinerte Helfer.
Grutal schritt erhaben näher, rüstete sich mit Gerechter Macht, da erwachte der regenerierende D´Gran mit einem erregten Kopfschütteln und floh weiter in einen seitlichen Gang.
Grutal unterdrückte dessen Unsichtbarkeit.
Jetzt hatte er ihn endgültig gestellt!
D´Gran jedoch wurde plötzlich nebelig und nahm die Gestalt eines formlosen Gases an.
Eine letzte Chance bot sich Grutal und er zielte einen Ruhmesstrahl.
Es wurde nochmals spannend.
Der Siegesstrahl durchdrang die Wolke ohne Folgen!
D´Gran entwich durch den zerklüfteten Schutt.

Kex Stube war bis auf einen großen Sack mit staubigen magischen Gegenständen, alla Elfenstiefel und fast verbrauchtem Blitzstab, und dreckigen Münzen, farbigen Edelsteinen und einer wunderschönen Silberhalskette unauffällig.

In D´Grans Loch stank es erbärmlich.
Halbverweste Köpfe aller möglichen Tierarten und unterirdischen Geschöpfen formten einen ekelhaften Thron des Bösen.
Scheinbar ahnungsvoll hatte er keine sonstige Habe hinterlassen…

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… Dugart ballte die dunkelgrünen haarigen Fäuste.
Smigmal ließ ihn nun schon seit geraumer Zeit zappeln, wie einen Fisch am Angelhaken, dem der Stachel noch nicht tief genug saß.
Tja, scheinbar war es an der Zeit härtere Maßnahmen zur Erreichung seines heimlichen Zieles zu ergreifen.

Fremde Stimmen rissen ihn aus der Konzentration.
Sie schallten aus der momentanen Arbeitsregion der frischen Sklaven.
Und gleich eine Handvoll davon.
Er belauschte stillschweigend im Gang gewöhnlich haltend die Unterhaltung.
Die Fremden und die Sklaven hatten scheinbar in Zusammenarbeit den peitschwilden Oger mit Augenklappe aus dem Weg geräumt, doch schienen selbst gerade eine Auseinandersetzung zu führen- über Stolz, Ehre, Stärke und Nachgiebigkeit.
Denn unter den goblinoiden Sklaven waren auch Kobolde, welche ihre alten Hobgoblin-Herren nicht ziehen lassen wollten, was eine heftige Diskussion auslöste.
Die Hobgoblins blieben stur und sahen sich im Recht des Stärkeren, was in den Augen der gutgesinnten Fremden völlig kurzsichtig war.
Damit rechtfertigten sie doch eben die Situation, in der sie selbst gerade noch gesteckt hatten!

Plötzlich richtete der Magier auf die nichtsahnende Hobgoblinhorde einen Kegel der Kälte und löschte sie mit gleichgültiger Miene aus, wofür er ungläubige Blicke und weit aufgeklappte Münder unter seinen Gefährten erntete.

„Verlasst diesen Ort des Schreckens! Ihr Kobolde seid frei!“

Diese Worte richtete er auf Drakonisch an die zufrieden knurrende Meute.
Die kleinen Reptilien wuselten los, sich mit der wertlosen Habe der alten Meister brüstend…


… Die Lösung war inakzeptabel für Grutal, der Verbrechen nie mit Verbrechen tilgen mochte.
Aus dem Tod konnte man nicht lernen!

Die Kobolde verkrochen sich plötzlich winselnd hinter Felsen.
Und mit einem aufschreckenden Blick war der schweißtreibende Grund offensichtlich.

Ein purpurner Kuttenträger stand regungslos im Terrain und verschränkte die haarigen Arme vor sich.
Unter dem gehörnten Stahlhelm blinzelten ernste, orkische Lider.
Wie lang war er schon still dort verharrt?
Und hatte er vielleicht sogar Fernandels Missetat beobachtet?

Eine gedämpfte raue Stimme schlug gewählt langsam an.

„Das Dunkle Schicksal wird unserer beider Pfade in baldiger Zukunft zusammenführen!“

Er hinterließ nach dem Wort des Rückruf nichts als eine sachte Brise.
Staub fiel zur Erde.
Waren sie soeben einem der ominösen Verdammnisträumer begegnet?
Ob seine Prophezeiung der Wahrheit entsprach, würde Futura zeigen und unweigerliche, ungeahnte Konsequenzen haben…

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EDIT: Betrachter Stat ist NICHT SRD und musste ich deshalb rausnehmen. Danke an MaxPower für den Hinweis!
Titel: Good Choice
Beitrag von: Nagakeng am 19. Juli 2006, 14:57:01
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Der Opferaltar im Ehrwürdigen Tempel des Elementaren Bösen – Die Richtige Wahl


(76)
Zarathustra hatte im Auftrag Amanodels nächtens die knorrigen bösen Wälder nach einem speziellen Baum durchforstet, dessen Rinde beinahe so hart wie Stein war, sein Kern aber wie Fleisch blutete.
Diese Komponente war nötig, um Deion sein natürliches Antlitz wiederzugeben.
Der Halbling teilte mit ihnen daraufhin seinen köstlichsten Presswurz…


… Der Schweiß perlte in Strömen von der Stirn.
Er keuchte und rannte, warf keinen Blick zurück, hörte nur das Knacken des Holzes.
Licht war zu sehen, und er kam ans Ende des Waldes, die Tentakel hatten ihn nicht erreicht!
Zu seinem Schreck war der einzige Zufluchtsort die lange Schatten werfende Kathedrale des Elementaren Bösen (http://www.sorcerers.net/Games/ToEE/toee_billboard1.jpg).

Er lief auf das Haupttor zu.
Hinter den milchigen Fenstern flammte ein rotes intensives Licht auf.
Er sah nun hilfesuchend hinter sich.
Die Tentakel verschlangen den Wald und peitschten zielsicher auf ihn zu.

Candril erwachte verstört.
Hatte er doch auf ein Ende der Alpträume gehofft, schien es nun, als ob sie erst ihren Anfang genommen hatten.
Niemand hatte seinen Ausbruch mitbekommen, und so legte er sich wieder schlafen…


… Kex zerstörerischster Augenstrahl arbeitete sich unweigerlich durch das Gestein.
Plötzlich hatte der Krach ein Ende genommen.
Der Betrachter blickte mit geöffnetem Zentralauge auf die Stelle.
Aus einem faustgroßen Loch strahlte unnatürliche Dunkelheit.
Man ließ den Führer der geistigen Landkarte rufen.
Oft glaubten die Kultisten nicht, dass sich hinter dem friedlichen Altopagesicht eine der bösesten und grausamsten Gestalten der Geschichte des Älteren Elementaren Auges verbarg.
Falrinth stopfte sich gemütlich die Knochenpfeife fertig und rauchte sie.

„Sie haben den Einbruch also tatsächlich unbeschadet überstanden…“

Murmelte er in sich hinein.
Dem folgte seine egoistische Abwesenheit.
Stille.
Lichtblitze durch das Loch.
Stille.
Da wanden sich Seile durch die Öffnung, und die Wand wurde von innen eingerissen.
Durch die Staubwolke trat Falrinth, die diabolischen Züge auf seinem Gesicht verschwanden wieder hinter den Falten der netten Maske.

„Ein kleines Präsent zu Ehren der Ankunft des Mitglieds der Triade. Meine schicksalswerten Grüße.“

Die beiden neuen Mitglieder des Kultes schlürften der lila Robe Thuchos Nalreds langsam hinterher und verwischten seine Spuren...


… Die Stätte war in Dunkelheit getaucht.
Man hatte die Fackeln abbrennen lassen und keine Menschenseele bewohnte mehr das Gebiet vor den steilen Treppen ins ungewisse Grauen der Tiefe.
Candril schritt im Schein des Ringes voraus, dicht gefolgt von Grutal und seinen segensreichen heilenden Händen.
Deion und Amanodel bildeten eine Einheit, Zarathustra das Schlusslicht.
Dort, wo die Treppen endeten, weitete sich der Gang zu einer rissigen Kluft, die weitestgehend noch in Geröll versank.  
Ein ausgebleichtes Mosaikwandgemälde einer üblen Szene frohlockender Dämonen, niederträchtiger Schleime und Pilze, und humanoider Kittelträger- der Abstammung nach Riesen – tanzten allesamt über ein Feld ihrer gefallenen, zerfleischten und gefolterten Opfer.

Aus der Dunkelheit schnalzten zwei Seile und wickelten sich um Deions Bein und Amanodels Hüfte.
Amanodels kraftlose Knie gaben dem Gewicht seines Körpers nach und er fiel mit dem elfenreinen Gesicht voraus in den Staub.
Wie im Schlafe wirkte Grutal Gerechte Macht, während Candril sich der Dunklen Ecke rasch näherte und in den dämmrigen Schein gerieten zwei einäugige, harte Baumstümpfe mit Schlingen.

Die Seiler (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG215b.jpg) peitschten mit den restlichen zehn Seilen nach den Eindringlingen und bekamen alle zu fassen, während Amanodel langsam über das Geröll in die Nähe des gewaltigen Maules gezogen wurde.
Zarathustra kappte die Seile, die Deion und Amanodel fesselten, Grutal schenkte ihnen einen Teil der alten Kraft wieder und Candril rückte ganz im Sinne der Fressmaschinen auf.
Kaum wieder auf den Beinen, zündete der Magier einen maximierten Feuerball, dessen Wirkung jedoch durch den unerwartet mächtigen Schutz vor Magie negiert wurde und nur den Begleitern leichte Brandwunden zufügte.
Da durchzuckten auch die übrigen Gefährten die ersten Schwächeanfälle.
Deion suchte die Deckung der Felsen und traf wenig später schmerzhaft in die Mäuler der Monster.
Grutal hing an beiden Seilern.
Es entfachte ein Wettstreit der Seiler um die Beute und Grutal wurde zu Beiden gleichermaßen herangezogen.
Die Nahkämpfer brachten trotz der einsetzenden Kraftlosigkeit ihre Finessen und rauen Techniken ins Ziel und der Kampf schien beinahe entschieden.
Da sackte Candril zusammen, das Maul erhob sich bedrohlich über ihn, der Speichel triefte auf seine blassen Wangen und einen Augenblick bevor ihm der Kopf abgebissen wurde, durchdrangen Amanodels Magische Geschosse das Magieschild des Henkers ohne Axt, und der Seiler zersprang in Hunderte fleischiger Steine.
Mit vereinten Angriffen erledigten der Raptoraner und der Leichtfuß wenige Momente später die zweite Hälfte des Duos.

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Grutal zog den Stab der leichten Genesung hervor und gab allen ihre ursprüngliche Kraft zurück, und dem Vormarsch stand nichts mehr im Wege.
Sie folgten einem langen und breiten Gang.
Umtriebiges Leben musste hier herrschen, wenn Fackeln die Umgebung wieder erhellten.
Den Kuppelgang stützten abschnittsweise massive Balken.
Breite Stufen richteten sich in die Tiefe auf eine Plattform, von der aus zwei torlose Rahmen links und rechts abzweigten.
Sie landeten auf der Plattform, hinter der die Stufen weiter in die Tiefe reichten.

Zwei Statuen aus Eisen (http://img15.imgspot.com/u/06/199/08/GolemIron1153312820.JPG) setzten sich in den Gewölben hinter den Steinrahmen in Bewegung.
Die gemeinsame Flucht befahl Amanodels Wissen aus Hunderten von Büchern.
Candril hatte zulange gezögert, um den Rückzug zu decken.
Die Zange schloss sich um ihn, eine Giftkeule strömte aus dem porösen Metall, doch dem Konstitutionsgas widerstand er ohne Schwierigkeiten.
Gleichzeitig versetzten ihm die animierten Statuen zwei enorme Hiebe, woraufhin auch er in den sicheren Kreis der Gefährten zurückwich…


… Susain Carun wippte vor und zurück.
Sie lag in Fötushaltung vor der Eisentür und flüsterte irre in sich hinein.

„Werden wir ihn verschlingen? Aber mit Gewissheit meine Beste. Rede mir nicht dazwischen du BIEST!!! Sie haben ihn mir anvertraut, ich entscheide über seinen Untergang!“

Sie spuckte vor Wut und lachte dann mit einem schrillen Ton.

„Susain, schlecht gerüstet sind Sie. Brabbel, brabbel… Wird der Abtrünnige dem Auge soviel Wert sein? Aber mit Gewissheit meine Beste? Halt die FRESSE!!!“  

Sie geiferte und strich sich den kahl rasierten Schädel.
Und versank in murmelndes Winseln, schrilles Lachen und monotones Brabbeln.
Der enorme Wurm war bis auf wenige Schritt an sie herangerobbt und sperrte sein vierspaltiges Maul weit auf.
Senkte sich still über sie und schreckte dann zurück.
Er zog sich in sein Labyrinth zurück.
Auch diese Kreaturen hatten Geschmack und an dieser Kultistin verdarb man sich bloß den Magen…


… Der erlösende Teleport brachte sie in Kampfeshaltung vor die Tore Bet Regors, was für einige Aufregung auf den Gassen sorgte- das Gerücht einer ersten Angriffswelle Kalamars verklang erst Stunden später, als nichts weiter geschehen war.

„Ich habe uns hierher gebracht, damit wir uns ausrüsten. Eisengolems sind potente, wenn auch willenlose Widersacher. Mit Immunität gegen fast jede Art von Magie und beinahe unüberwindbarer Panzerung kein Leckerbissen. Also lasst uns ausschweifen! Zur vierten Stunde des heutigen Tages wollen wir hier wieder zusammenfinden. Die Zeitspanne sollte genügen, um Mittel und Wege besorgt zu haben, und nebenbei noch die jüngsten Errungenschaften unters Magiervolk zu bringen.“

Die Gruppe schwärmte aus und zur vereinbarten Stunde fand man wieder zusammen.
Jeder präsentierte seine Errungenschaften und sie wechselten zur Reise auf die Ebene der Schatten.

Der Übertritt schleuderte sie schließlich in Deins Höhlen…


… Sie wippte noch immer monoton vor und zurück als Dugart sie fand.

„Erhebe Sie sich! Die Opferung muss jetzt geschehen. Das, was sich Susain Carun nennt, erhebe sich!!! Ich habe alle Maßnahmen getroffen, damit das Ritual reibungslos über die Bühne geht und noch vor der Wiederkehr der Fremdlinge abgehandelt ist. Der Altar ist vorgespeist, so dass jeder Wunsch in Erfüllung gehen wird!“

Susain verstummte.
Hinter den Schicksalsschläfern stampften hart die Eisengolems her, die der ganze Stolz der Riege waren.
Einer schulterte das menschliche Opferlamm.
Für die besonderen Komponenten waren die Priester mehrere Male auf die unterschiedlichen Ebenen gereist und hatten mit mächtigen Dämonen Pakte geschlossen.
Dugart wusste um das Geheimnis des Labyrinths und formte den Stein zu einer Mauer…


… Die Fackeln glimmten noch leicht.
Nebelige Dunkelheit legte sich auf den breiten Gang.
Deion schlich vor um in die Höhlen zu spähen.
Doch es war niemand anwesend.

„Diesen Ort hat das Schicksal für unsere Zusammenkunft erwählt. Kommt herab, zögert nicht, den zur selben Stund verlangt es nach einer Opferung.“

Sie erkannten die Stimme, fassten sich ein Herz und sprangen mit einem Satz allesamt in die Tiefe der Stufen.
Die Steinplatten bebten, als das belebte Eisen mit kantigen Bewegungen aus dem Schatten stürmte- Candril und Grutal waren sofort gezwungen die Schläge abzuwehren.
Am Ende des Ganges war eine Lichtquelle auszumachen.
Im Schatten wartete der grünhäutige Kuttenträger in Purpur.

„Mein Leid mit Tharizdun!“

Er durchbohrte mit einem Opferdolch seine Handfläche und sog daraus schwarze Kraft.
Den Kameraden war ein Eisengolem Arbeit genug und Amanodel erschuf deshalb eine Wand der Macht.
Zarathustra stach im Flug die Treppen herab und sein Adamantspeer bohrte sich tief in den Rumpf der Statue.
Gemeinsam wurden sie dem einzelnen Brocken Herr, doch auch Candril blieb nicht unversehrt- ein kritischer Hieb verlangte eine Widerstandsprobe seines Körpers- während das Gift der Wolke ihr Adernetz erfüllte.

Der Schicksalsschläfer hatte unterdessen den tropfenden Opferdolch symbolisch an seiner Kehle, die hinter dem Eisenhelm steckte, vorbeigeführt und war im Licht verschwunden- der Golem folgte ihm zeitlich knapp versetzt.

Ohne langes Zögern ließ Amanodel die Wand der Macht fallen und die Gruppe rückte geschlossen nach- das Geräusch eines rhythmischen Paukenschlages in den Ohren.

Zarathustra stach im Tiefflug vor, hinter ihm gerieten die Gefährten in eine zerschleißende Klingenbarriere- nur Deion wählte noch die Seite des freigeräumten und gefegten Altarraumes als die Seinige.

Die Wände aus schwarzen Steinplatten, die Decke mindestens sechzig Fuß hoch.
Völlig eingestürzte Tunnel waren sichtbar, nur ein rot ausgekleideter Gang führte noch hinaus.
Zwei goldfleckige Säulen flankierten eine weite Erhebung mit Altar, der soeben transparent heliotrop wurde und ein dunkles Zentrum besaß.
Unmittelbar hinter dem Altar stand ein Paar erleuchteter Messingkerzenständer.
Dahinter wiederum spannte sich ein dicker purpurner Vorhang auf.
Eine Zeremonie war im Gange.
Ein klotziger Oger mit zugenähten Augenlidern und Schaum vor dem Maul schlug mit einem Paar Holzhämmern im Takt eine mächtige Pauke.
Ein nackter Mann lag regungslos auf dem kalten Steinaltar.
Eine Kultistin in purpurner Robe mit hoher, spitzer Mütze und sehr langen Ärmeln sang beschwörend.

Im Zentrum des Altars war etwas Aufwühlendes im Gange.
Die Temperatur fiel plötzlich erheblich und die Kultistin steifte die Kapuze zurück- ihr Schädel war kahlrasiert.

Außer diesen beiden merkwürdigen Gestalten hatten auch Dugart und der willenlose Leibwächter Stellung bezogen, sowie eine Hand voll Elite Oger in schwarzer Panzerung mit obligatorischem Stachelpanzerhandschuh- Fäuste Tharizduns!

Die Priesterin lachte schrill als Zarathustra ihr den Speer in die Schulter rammte und sichtbar wurde.
Dies war der Einstand für die Fäuste Tharizduns.
Sie umkreisten den Raptoraner und ein Flügel nahm eine klaffende Wunde- er spürte ihn kaum mehr und so hielt er sich mit einem Flügel schräg in der Luft.

Der Eisengolem marschierte unterdessen durch die Klingenbarriere und beschäftigte die zweite Hälfte der Gruppe.

Grutal schlug altbewährte Taktiken ein und schlug mit Rechtschaffener Macht und Göttlicher Kraft im Rücken auf das Konstrukt ein.
Candril bot ihm Rückendeckung und Amanodel suchte mit einem Blitzball die Ogerschar um Zara zu dezimieren- mit mäßigem Erfolg.

Unterdessen hatte Deion sich in die Dunkelheit einer Nische zurückgezogen und Dugart mit hinterhältigen Angriffen traktiert, welcher sich zu einem Illusionären Mörder provoziert fühlte und das Leid des Halblings genoß- nichtsdestotrotz widerstand Deion der Endgültigkeit.

Zarathustra hatte Mühe sich in der Luft zu halten.
Die Steinhaut bewahrte Zarathustra vor den schlimmsten Wunden der Fäuste Tharizduns.
Er schlug mit dem Speer der Priesterin den Tentakelstab aus der Hand, welche daraufhin einen Schrei des Entsetzens von sich gab.
Schmerz konnte ihr nichts, aber der Verlust eines wertvollen Gegenstandes war der Untergang- eine wahre Psychopathin.
Sie bückte sich sofort nach dem Stab und revangierte sich mit einer Undurchlässigen Sphäre, deren Gefangenschaft der Geflügelte allerdings reflexartig auswich.

Dugart beschäftigte sich währenddessen mit Deion, verfolgte seinen Schatten und feuerte einen willkürlichen Unheiligen Schlag, den Grutal mit dem Heiligen Gegenstück rächte, als der Golem ihm und Candril kaum etwas anhatte.

Candril widmete sich nun allein dem Konstrukt- jeder metallene Schlagabtausch ließ ein ohrenbetäubendes Klirren die Klingenbarriere übertönen.

Der Altar ruhte unterdessen nicht und ein feuriges Auge durchbrach sein schwarzes Wühlen.
Amanodel richtete seinen Strahl der Vernichtung auf den Block, doch er blieb intakt.

Susain begann nun irre zu lachen, ihre Augen traten weit hervor und sie schrie:

„Seht hinein! Seht ALLE hinein! Ist es nicht WUNDERBAR! THARIZDUN offenbart sich uns!!!“

Sie selbst natürlich allen voraus.
Nur Dugart kämpfte weiterhin mit dem Rücken zum Altar und beschäftigte mit einem Flammenschlag den Kleriker, Kämpfer und Magier.

Die Oger blickten hinein und bekamen die korrumpierende Wirkung des Altars zu spüren.
Kraftentzug, Lebenskraftentzug, bis hin zum Tod war alles dabei.
Und auch die Kameraden blieben nicht verschont- nur vom Tod.

Deion versteckte sich währenddessen hinter einem Stein- das Auge mied er vorsichtshalber.
Zarathustra schleuderte den Speer in die Decke oberhalb, fasste sich ein Herz, packte sich das menschliche Opferlamm und stieg mit verbissener Miene in unerreichbaren Lüfte empor!

Erneut schrie die Kultistin laut auf.
Diese Aktion sicherte Zarathustra ihre gesamte Aufmerksamkeit.

Amanodel hatte nun die Wahl, er musste dieses Auge stoppen.
Seinen zweiten Strahl der Vernichtung richtete er auf den blinden Oger, von dem nur ein Häufchen Asche übrig blieb.
Das rot-orange feurige Auge wurde von der schwarzen Masse verschlungen, und der Altar stellte seine Funktion ein.

Darauf hatte Deion bloß gewartet.
Er schnellte aus seinem Versteck und jagte Dugart zwei Pfeile in die Oberschenkel unter der Kutte.

Candril enthauptete schließlich den Golem.
Der Helm rollte vor die Füße des Verdammnisträumers, welcher den Fäusten den Ansturm befahl, während er die Barriere fallen ließ.

„ZARATHUSTRA, warum fürchtest du deine Schwester so sehr!?!“

Die Schicksalsschläferin blickte ihm dabei tief in die Augen und der Raptoraner wäre um ein Haar in einen Schockzustand verfallen.
Auch den übrigen Gefährten fiel die Kinnlade herab.
Woher kannte sie seinen Namen?
Was wussten diese Hohen Priester noch?

Die Eliteoger waren nach kurzem Schlagabtausch gefallen.
Plötzlich erhob der grünhäutige Helmträger das Wort.

„Das Schicksal befiehlt den Rückzug! Doch die STRAFE des CHAOS wird bald folgen!“

Er hatte sich unmerklich auf den Altar zu begeben. Berührte ihn nun und beide hinerließen nichts weiter, als ein Vakuum, das ein Luftsog wieder schloss.

Die Priesterin hatte über die letzten Momente einen Weihrauchbehälter vorbereitet, entzündete ihn nun und schritt mit weit aufgerissenen Augen und einem Ausdruck auf den Lippen der so zweideutig war, dass nur eine völlig wahnsinnige Persönlichkeit ihn produzieren konnte, durch den purpurnen Schleier des Vorhangs.

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Erschöpft flatterte Zarathustra zu Boden.
Die Kameraden scharten sich um ihn und den Fhokki.

„Lebt er noch?“

Sie blickten in ein stark vernarbtes Gesicht.
Sein Schädel war kahl rasiert, doch braune Haarstoppel waren nachgewachsen.
Grutal legte seine Finger an den Hals und legte dabei den Kopf auf seine Brust.

„Er befindet sich in einer Art Stasis. Gebt mir mit dem Sprecher des Wortes einen Augenblick…“

Er sammelte sich, wärmende Lichtstrahlen entwichen seinen Handflächen und er legte sich auf die nackte Haut.
Ein tiefer Atemzug erlöste die zwickende Stille.

Sie gaben ihm einen Moment, bis sie wie aus einem Mund fragten.

„Wer bist DU?“

Seine Augenlider waren schwach und er mühte sich auch nicht, sie zu öffnen.
Leise, sehr leise entwich es der Kehle des Fremden.

„Ich bin V…V…Varach… an…“

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Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 15. August 2006, 16:58:38
Nachdem bereits seit dieser Session wieder verdammt viel geschehen ist, könntest du mal wieder hierne Fortsetzung reinposten, lieber SL, oder?  :grin:
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Naga_keng am 24. August 2006, 19:01:32
Geduld ist die Tochter der Porzellanküche ... oder so ähnlich.  :P  
Meine Prioritäten liegen gerade woanders.
Studium und Freundin.

Auf Bald
Titel: Varachan and the Cult
Beitrag von: Nagakeng am 18. Oktober 2006, 18:35:50
So werte Verfolger dieser Geschichte. Ich lade sie recht herzlich ein, wieder dabei zu sein. Zwar hab ich nicht unendlich Zeit neben dem Studium her, aber ich versuche hier
dem Zechmeister gleich alle Woche oder zwei Wochen ein Update reinzusetzen. Vielleicht auch häufiger, mal sehen, wie es sich machen lässt.
So und jetzt mal wieder viel Vergnügen!

Varachan - Der Kult um Tharizdun


„Schafft mich fort von hier. Wo immer das auch sein mag…“

Varachan wurde ohnmächtig…


… Der Qualm stand dick in der Kammer Falrinths (http://www.pictureupload.de/incpic.php?src=pictures/181006182705_Falrinth2.gif).
Durch die Schwaden wurde ein Schatten sichtbar.
Doch das konnte ein Kaliber wie den diabolischen Zauberer nicht aus der Fassung bringen.
Er saß gemächlich in seinem ausstaffierten Sessel.

„Dugart, was suchst du schon wieder hier.“

Grüne Augen blinzelten durch den Qualm.
Es war keine Frage, die dem Schicksalsschläfer gestellt wurde.

„Meine Wenigkeit wird hier ein Relikt zwischenlagern. Ihr habt nichts dagegen.“

Auch dies war keine Frage.

„Ihr gestattet.“

Ein tiefes Raunen durchsetzte den Raum.
Alle unbefestigten Gegenstände begannen zu vibrieren.
Es kam aus Dugarts dunkler orkischer Kehle.
Durch den Nebel des betäubenden Tabaks strahlten plötzlich die Umrisse einer monströsen Gottesanbeterin.
Ein Dämon der übelsten Sorte, ohne Herz und ohne Verstand.
Dugart griff in seine klerikale Robe und holte einen Fetzen duftenden Stoff hervor…


… Auf ihrer Flucht eilten sie vorbei an abgestorbenen Sträuchern und dornigen toten Bäumen.
Schürften sich die Haut an kantigen Steinen und kratzigem Geäst auf.
Candril schulterte Varachan.
Der Ort ihres Vertrauens sollte die echte Kirche des Elementaren Bösen sein.
Dort wollten sie sich verstecken.
Die letzten Sonnenstrahlen tunkten die Gegend in ein grelles Orange.
Eine schwere Wolke schob sich vor das Abendgestirn
Den gesamten Tag hatte die Sonne auf den Schnee herabgebrannt und nun, da es kalt wurde, zog Nebel auf.
Sie verloren die Orientierung und suchten den Wall.

Plötzlich wurde es still.
Kein Wind, kein knackendes Geäst, kein Rascheln.
Sie standen Rücken an Rücken, schützten mit ihren Körpern den Aussteiger.

Zwei rote Insektenaugen öffneten sich.
Riesige rote Insektenaugen!!! (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG47.jpg)
Feuer quoll in ihnen hoch, und ein züngelnder Strahl traf Grutal schwer.

„Vernichtet es! Ich wache über Varachan und gebe euch Rückendeckung!“

opferte sich Deion auf und bezog liegend Stellung vor dem leblosen Körper.
So ein Angebot ließ man sich nicht zweimal unterbreiten.
Der dämonische Nimrod hatte alsbald vier entschlossene Abenteurer an der Backe.
Die Insektenaugen wurden eisigblau und ein Geschoss aus Eis vereiste Zarathustra die Flügel.
Der Nimrod verschwand spurlos in den Nebelschwaden.
Es wurden die Ohren gespitzt.
Knacken.

„Achtung, hinter DIR!“

Plötzlich tauchte in Deions Rücken ein Paar düstrer grauer Punkte auf.
Mit einer Seitwärtsrolle wich der Schurke dem Versteinerungsgeschoss im letzten Augenblick aus.
Varachan lag dem Konstrukt zu Füßen und seine messerscharfen Fangzangen packten ihn.
Eine Welle aus Gefährten erhob sich vor der dämonischen Gottesanbeterin, bevor sie im Nebel des Grauens spurlos verschwinden konnte.
Ihr Fähigkeit zur Schnellen Heilung konnte mit der Waffenkunst des Nahkampftrios, dem Pfeilhagel Deions und Amanodels zerschleißenden Zaubern nicht mithalten.
So schwappte die Welle schließlich über…

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… Erimm Rechtung hatte die längste Zeit seines Lebens in Frieden verbracht.
Ein Disput hatte die Kirche gefesselt.
Es war ein Dilemma.
Welchen Frieden wollte man erreichen?
Einen um jeden Preis, oder einen für die Zukunft?
Würde man sich dem Diktat Kalamars beugen, würde das Volk früher oder später nach einer Auseinandersetzung um der Freiheit Willen verlangen?
Würde man nun Krieg führen, würden viele Leben einheimische und fremde- aber auf jeden Fall unschuldige erlischen?
Die Diskussionsparteien hatten sich festgefahren und die Wahrheiten knisterten nur so im Konferenzsaal der Großkirche, als Erimm von einem Boten zum Eingang gebeten wurde.

Ein Trupp Krieger im Dienst der Guten Sache stand im Bogen.
Er erinnerte sich noch genau an die Träger der Botschaft vom Prisma des Elementaren Bösen.
Sie vertrauten ihm einen ohnmächtigen Kultaussteiger an.
Nach Erimms Umsorgung öffnete er erholt die Augen.

„Wo ist Spitmun!“

War seine erste Frage.

„In Sicherheit.“

Nickte Erimm mit Gewissheit.

„Das Gute existiert! Ich wusste es! Ich wusste es immer!!! … Entschuldigt meinen Ausbruch, aber habt ihr etwas zu essen für mich!?!“

Einen Riesenkohldampf hatte Varachan, dass er wie ein Ferkel fraß und sich deshalb immer wieder unterwürfig entschuldigte.
Ein voller Magen war die zweitwichtigste Vorraussetzung jemandem sein Vertrauen zu zugestehen.
Sie tauschten sich aus, und am Ende hatte die Gruppe einige sehr spannende und geheimnisoffenbarende Informationen erhalten.

„Ich war viele Jahre lang Hedracks rechte Hand gewesen. Wir hatten uns in Sachen Gräueltaten stets nichts geschenkt. Eines Tages jedoch zeigte sich mein wahrer Kern. Zuerst bemühte ich mich jeden guten Gedanken zu verleugnen, ja zu verdammen, denn mein Herz war zugeschüttet mit Niedertracht. Ich folterte mich für mein Gedankengut der Liebe und der Hoffnung. Doch nicht mehr davon, es liegt mir bis an aller Tage Ende wie ein Stein auf dem Herzen… Jedenfalls begegnete ich irgendwann, nach Jahren der Selbstgeißelung, dem Pseudodrachen Spitmun. Nun, nicht zufällig, denn Spitmun hatte mich erwählt sein Herr zu sein.
Der Winzling lehrte mich, dass Macht keineswegs so erstrebenswert ist, wie es das Böse predigt. Meine Wenigkeit blieb in den Reihen der Kultisten um sie von innen heraus zu schwächen und an Mysterien zu gelangen, um die Priesterschaft zu vernichten. Doch nun versagte Tharizdun mir den klerikalen Status und ich wurde zum gottlosen Frevler- keine besonders guten Vorrausetzungen für die Umsetzung meines Planes. Da hörte ich ein Gerücht. Abenteurer sollten in den Kraterrandminen ihr Glück suchen. Mit Hilfe meiner Kristallkugel verfolgte ich ihre Fortschritte, ließ ihnen eine Warnung zukommen und später einen Brief mit nützlichen Gegenständen, ließ Wachen im Östlichen Brückenkomplex Fehlpositionieren und am Einschreiten zögern, spielte vor Hedrack die Bedrohung herunter, kommandierte Wachpersonal von Gebieten im Äußeren Schicksalsring ab, um freie Gebiete zur Erkundung für die Abenteurer zu schaffen und tötete schließlich Insentorix um die Auslösung des Alarms zu verzögern, was mir auch schließlich das Spiongenick brach.
Ich schickte meinen geliebten Spitmun fort mit einer Nachricht und nützlichen Gaben. Hedrack sandte Ukemil, um mich, seinen einst engsten Vertrauten gefangen zu nehmen- die Tötungspfeile waren gegen Reptilien nicht effektiv. Ich erinnerte mich im Moment der Niederlage, wie ich einst stolz Hedrack meine Sammlung gezeigt hatte. Ich war ein Idiot, ein Ignorant, ein Spinner. Ich hätte den Tod verdient gehabt. Und das an jedem Tag meines einsamen Lebens… Doch nun wo ich das Leben als Geschenk betrachtete, ließ mich der Kommandant bluten. Er wollte mich leiden sehen, und deshalb nahm er mir die Würde und meine Habseligkeiten. Endlose Folter erwartete mich. Zuerst im Äußeren Bereich. Dann verlegten sie mich in den Turm des Schicksals. Ich bekam davon nichts mehr mit, außer das eklige Gefühl dieser organischen Jungfrau. Ich kenne Eiserne Jungfrauen, aber Organische, davon habe ich nie erfahren gehabt. Ich weiß nicht einmal, wie viel Zeit dazwischen vergangen ist. Ich kann mich an nichts dazwischen erinnern. Erst wieder, als ich in einem Zustand des katatonischen Schocks auf diesem Altar erwachte und eure Rettung nahte. Dessen Schrecken kenne ich nur zu gut. Jahrzehnte lang bediente ich mich selbst seiner Macht, die Anhänger des Bösen Elementaren Auges zu Ehrfurcht zu erziehen.“


Er legte eine kurze Pause ein, um die trockene Kehle zu befeuchten. Amanodel nutzte sogleich den Moment.

„Ist die Kristallkugel auch in Hedracks Fänge geraten?“

„Das ist das einzige Detail, von dem ich mir sicher sein kann, dass Hedrack keinen blassen Schimmer seiner Existenz hat. Denn, um sie zu finden, ist es nötig einen Spruch zu kennen. Und dieser ist dem Befehlshaber fremd geblieben, nicht einmal Spitmun kennt ihn. Niemand wird sie finden, wenn nicht ich es will. Wenn ihr es schafft, den vereinten Kult um Tharizduns und das Ältere Elementare Auge zu vernichten! Auszuradieren! Auszulöschen! soll sie EUCH gehören. “

Das war ein Wort.

„Aber bevor ihr euch nun im Ikarusflug der Gefühle auf die aufgesetzten Speere werft, will ich euch noch eine Richtung vorgeben. In Verbindung mit dem Prisma müsst ihr die Tieferen Ebenen des Einstigen Tempels weiter untersuchen. Die Sternkonstellation hat etwas mit den Ausgrabungen zu tun, das ist gewiss. Die Verdammnisträumer wollen die Elementaren Pforten freilegen, um Zugang zu den Knoten zu erhalten. Der Schädel des Silbernen Todes ist für diese Mission essentiell. Wer ihn hat, ist ebenfalls für die Mission essentiell, das ist ebenfalls gewiss. Der Kult wird von drei sehr mächtigen Wesen angeführt, die Triade genannt: Einem Mensch, einem Aboleth und einem Halb-Elementar. Wer wer ist? Das weiß ich schlicht und ergreifend nicht. Aber mir ist bekannt, dass der Zweite die Mission begleitet. Nehmt euch in Acht, ihr begebt euch auf dünnes Eis. Und nun brecht auf, und lasst mir den Raum Buße zu leisten. Denn ich mag euch so rasch wie möglich Seite an Seite mit euch in die Schlacht gegen die missratene Tugend ziehen!!! Und dann erfahrt ihr alles über den Ring des Schicksals und seine Geheimnisse, und all das, was ich über den Schwarzen Turm in Erfahrung gebracht habe…“

Er faltete die Handflächen und Erimm führte Varachan in die Zuchthalle des Wahren…


… Zarathustra und Deion hatten ihre Kameraden nicht begleitet.
Nach der Verfolgung durch den Nimrod hatten sie sich bereit erklärt nach Bah zu fliegen, und Spitmun die freudige Nachricht zu offenbaren, während Grutal, Candril und Fernandel samt Varachan mit den letzten Teleport des Tages Bet Regor aufsuchten.
Deion machte es sich im Rucksack des Raptoraners gemütlich und schlief, während der Flug die gesamte Nacht in Anspruch nahm.
Dank seines Versorgungsringes brauchte Zara nur wenige Stunden Ruhe.

Mit den ersten Sonnenstrahlen kehrten sie in Bah ein und überraschten Spitmun mit der freudigsten Nachricht, die sich der kleine Drache vorstellen konnte.
Spitmun begab sich ohne Zögern auf die Reise nach der Metropole.
Die Mundwinkel Terjons hoben sich nur wenig.
Was in seinem Inneren brodelte, vermochte er nicht zum Ausdruck zu bringen…

To be continued
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 20. Oktober 2006, 12:28:24
Ah, es geht weiter.
Sehr schön...
Titel: Zuggtmoy
Beitrag von: Nagakeng am 23. November 2006, 23:15:30
Wou, mein Account ist noch nicht gelöscht!?!  :P
Muss wohl daran liegen, dass hier noch ne Story Hour austeht, nicht wahr!

Zuggtmoy

(77/2)
… Zwei Schattenschritte aus Amanodels Erinnerung waren nötig, um die Gemeinschaft zu einen und zurück ins verdorbene Erdreich unter die Kathedrale des Elementaren Bösen zu schleudern.
Und tatsächlich wurden sie in eine Räumlichkeit geschleudert, deren Inneres sie noch nicht kannten.
Eine Rußwolke quälte ihre Lungen, es war heiß.

„Merkst du das auch? Hust! Es ist verdammt heiß hier. Irgendwie…“

Grutal überlegte mit der Hand grübelnd am Kinn.
Da schrie Deion plötzlich:

„Feuer!!!“

Sie sprangen aus dem mit frischer Glut angeheizten Kamin.
Die Fußsohlen glühten.
Fünf Matratzen – eigentlich Wolken aus wirbelnden schwarzen Federn – waren  im Kreis um einen ehernen Tisch arrangiert.
Ein Messingkerzenständer, eine Vielzahl Schriftstücke und eine Kopie vom Buch des Dunklen Auges vereinnahmten den Tisch.
Kein Empfangskomitee, was für eine Enttäuschung!
So machten sie sich sogleich über alle Habseligkeiten her, die einem edleren Zwecke dienen sollten als dem Schlechten.
Deion entschärfte mit Bravour die Feuer, Säure, Kälte, Schall und Blindheitsglyphen auf den Truhen und reichte den Kameraden den Inhalt zum Durchstöbern.
Mit den strahlenden Augen eines Kindes öffnete er jede Truhe, und wurde nur zweimal mit gähnender Leere enttäuscht.
Ihre Grundkenntnis zum Geschehen erweiterten sich schlagartig mit den gefundenen Zeilen und Karten.

„Welch kranke Seelen dieser Kult in sich vereint...“

Alle nickten Grutal zu, während er die Fetzen eines zerkauten und zerrissenen Monologs in Händen hielt.

„Und genau diese Endzeitpropheten haben mit Imix die Möglichkeit geschaffen, allem Sein ein Ende zu setzen!“

Fügte Candril geschockt hinzu, seine Worte mit Betonung ausklingen lassend.

„Angeblich, angeblich, guter Candril! Womöglich beißt der Kult soeben auf getürktes Gold!!!“

Klopfte ihm Zarathustra auf die Schulter.
Amanodel nahm eine ganz andere Position ein.

„Keine Diskussionen, behalten wir Varachans Gedanken im Hinterkopf und setzen dem Treiben simplicissima ein finalis mortuum.“

Gesagt, getan, mit einem Satz des Übermutes standen sie nun gemeinsam in einer Abstellkammer...


… Der Schrein lag Brach wie ein ödes Feld vor ihm.
Die Sonne brannte heiß nahe der Wüstenstadt Dynai.
Nicht unweit von hier, lag in einer von Dünen begrabenen Galeere in der Wüste der Verdammten das Portal zu Cryonaxs (http://www.enworld.org/cc/gallery/images/thumbs/cryonax.jpg) Paraebene des Bösen Eises.
Doch dem Erwählten kam nicht in den Sinn den fünften Elementaren Prinzen zu beschwören.
Er würde stören.
Zielsicher wanderte er zwischen die scharfen, kühlen und immer dunkler werdenden Klippen der Arajyd Hügel.
Seine Haut brodelte.
Er war der Scheibe nah…


… Wie so oft war es der halbwüchsige, gewitzte Schurke, der die Ungereimtheit im Gesamtgefüge der Kammer wahrnahm.
Der Raum war scheinbar geruchlos, obwohl hier jahrzehntelang Kisten und Fässer lagerten.
Er marschierte schnurstracks durch die Illusion.
Da hatte wohl jemand in aller Eile gepfuscht!

Hinter einem riesigen Tor roch es nach Meersalz.
Ein enormer Tank aus Glasplatten, halb gefüllt mit Wasser, prägte das Bild.
Auf den Platten war kunstvoll mehrfach ein Schädel, von Tentakeln umschlungen, eingeritzt.
Im Tank trieb ein vom salzigen Wasser ausgelaugter Kadaver, zum Teil verzehrt.
Zwei Abscheuliche, die wie Fliegen auf dem Kadaver des Urzeitfisches hockten, sprangen ins Wasser und kletterten anschließend aus dem Tank.
Kurzer Prozess!

In einer innerwandig eingelassenen Nische funkelte es.
Zarathustra postierte sich und schlug gezielt mit dem Adamantspeer ein Loch in die Seite.
Sie freuten sich über die leichte Beute- Schriftrollen, Tränke und vor allem Meeresschmuck.
Plötzlich knackte es verdächtig hinter ihren Rücken.
Sprünge im Glas breiteten sich aus und die Truppe nahm die Beine in die Hand, um nicht weggespült zu werden…


… Kring rümpfte verächtlich die Nase.

„Betch stinken!“

Betch hörte auf mit der rostigen Axt die Fugen nachzukratzen und schnüffelte.
Und da Oger ein raues Volk sind, folgte ein kräftiger Schlag auf Krings harten Hinterschädel.

„Mach dich mal nicht in Fell, Mickerlings!“

Damit hatte Betch nun das Fass zum Überlaufen gebracht.
Und angefangen hatte ja auch Betch!!!
Zumindest hatte das Kurzzeitgedächtnis – höherwertigeres besaßen Oger nämlich seltenst – das so in Erinnerung.
Kurz bevor Kring Betch nun eine Breitseite mitgeben konnte, hielt er inne und begann lauthals zu lachen.
Er lachte und lachte, und Betch verstand es nicht.

„Was!?!“

„DU hast dir in Fell getan! Grunz!!!“

Betch sah zu Boden und staunte nicht schlecht.
Tatsächlich, der Oger hatte sich ins Fell gemacht.
Zumindest merkte er nun, das der Boden nass war.
Ja, und es rann noch weiter in den Gang hinein.
Halt!
Etwa unter der Tür hervor?
Nein, nicht das Betchs primitives Gehirn soweit gedacht hätte.

In dem Augenblick flog die Tür von innen auf, die beide eigentlich von außen zu bewachen hatten.
Kring flog durch die Wucht der aufgeschlagenen Tür beiseite und schlug mit dem harten Schädel, welcher verdächtig knackte, gegen das Gemäuer.
Es dauerte keine zehn Augenblinzeler- in Augenblinzlern hatten sie ihr Leben lang das Durchhaltevermögen von Feinden gezählt, auch wenn sie niemals zählen konnten - und die beiden Oger waren in die ewigen Jagdgründe eingegangen…


… Bis auf zwei Abscheuliche und ein Pärchen dämlicher Oger war es bisher erstaunlich still geblieben.

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Wohin hatten sich nur alle Kontrahenten verzupft?

An manchen Stellen hier in den Höhlen musste noch vor wenigen Tagen oder Wochen gearbeitet worden sein.
Doch momentan ruhten alle Baustellen.
Und was konnte man in muffelnden Schlaflagern übergroßer Kreaturen schon finden?
Ihr Interesse wurde erst von zwei verschlossenen Gefängniszellen mit Eisentoren geweckt.
Sie zu knacken war für Deion eine Fingerübung und so erblickten sogleich zwei Handwerker Bahs das Licht im Gewölbe.
Ihre Pupillen weiteten sich in Anbetracht der Retter.

„Geduldet euch noch einen Moment! Wir erkunden die restlichen Gewölbe, dann seid ihr frei. Es ist nur mehr ein Klacks, so seid unbekümmert.“

Sprach Grutal beschwichtigend zu ihnen.
Sie stimmten ohne Zögern zu, froh endlich heimkehren zu dürfen.
Scheinbar.



… Wochenlang lag Gerach (http://www.caterane.de/CoCo/CEF/NPC-Mellios.jpg) sich dort nun schon den Rücken wund.
Ohne Hungergefühl.
Ohne Regung.
Und dem gewöhnlichen Auge stets verborgen.
Die Stasis ließ sein celestisches Blut in den Adern kochen!
Wie konnte er nur so leichtsinnig gewesen sein?
Seine Auftraggeberin – Y´Dey – hatte sich auf ihn verlassen.
Und nun lag er da wie ein toter Stein mit Seele!
Und nicht einmal da konnte er sich noch sicher sein.

Bevor er sich das zehntausend Malste vorzustellen vermochte, welche Pein ihm in absehbarer Zeit noch erwartete, betraten fünf Fremde die Kammer seines Schreckens - er kannte inzwischen jede Ritze des Marmorumkleideten Backsteinofens auf dessen Schelf einige wenige, kleine Statuetten und ein Paar mysteriöser, dunkler Klumpen, die geschrumpften menschlichen Köpfen nicht ganz unähnlich waren, ruhten.
Mit aller Kraft suchte er einen hündischen Muskel seines prächtigen Körpers zu bewegen, doch vergebens.

Er hatte schon beinahe aufgegeben, da winkte einer der Kumpanen zur Stille und blickte kritisch um sich.
Der Kleinste nämlich war es und wanderte durch den Raum und stolperte da über ihn.
Der Magier kramte sogleich in seinem Komponentenbeutel und schon war er entdeckt und von den schwarzwabbelnden Energiehandschellen und der Unauffindbarkeit erlöst.
Der Wortwechsel ergab, dass auch sie Gesandte Bahs waren und aus reiner Dankbarkeit schloss sich Gerach den Himmelsboten an.
Die Erforschung des letzten großen Gebiets in den Tiefen Ebenen fand ihr rasches Ende an einer transformierten Steinwand.
Was dahinter wohl lauerte?
Der Hundearchon Gerach, Deion, Amanodel, Zarathustra, Candril und vor allem Grutal behielten es in Erinnerung…


… Die Scheibe war geborgen.
Ein weiteres Relikt des Elementaren Bösen, aus dem härtesten Material existent auf dieser Welt und essentiell für Tharizduns Pläne.
Härter als Adamantin und das hatte seinen Zweck, seine Bestimmung.
Mit dem vorläufigen Abzug der Truppen aus den Ausgrabungen war der nächste Schachzug des Bösen Schicksals bereits getan- es brauchte jene an anderer Stelle, die vollständige Prophezeiung zu erfüllen.

„Verharrt hier, Triadenmitglied. Es ist SEIN Wille; der Wille des Schicksals, lässt euch hier ausharren und den Zugang zum Feuerknoten schützen.“

Die Kiemen des Zweiten bewegten sich sanft im wirbelnden Wasser des Kokons.
Der Auserwählte schritt in die Mitte der drei linsenförmigen Altäre und erhob seine deformierten Arme.
Ein schwarzer Strudel weitete sich und verschlang die essentiellste Materie des Elementaren Auges…


… Aus dem weiten, purpurnen Vorhang im Höheren Tempel der Tieferen Ebenen fuhren ein Duzend Tentakel und suchten nach allen Extremitäten der Helden, welche sich für gewöhnlich mit Händen und Füssen wehrten.
Zauber und Waffen prasselten auf das schwere Stück organischen Stoffes ein, während jene sich wiederum mit der verlangsamenden Wirkung des Giftes der Widerhäkchen herumquälen mussten.

Tiefe Quetschwunden erkauften den Sieg.
Das geräderte Stück Stoff riss Grutal mit einer Tat der Stärke von der Decke.
Seelenraubende, gedankenverseuchende Kälte schlug ihnen entgegen; sowie auch seltsamerweise der Duft von altem Moder und absterbendem Wald.
An den beiden Seiten der sechseckigen Höhle hingen schwarze Vorhänge.
Am Boden zeichneten sich die sauberen Abdrücke linsenförmiger Altäre ab.

Zwei lange Tentakel schoben sich durch den rechten Vorhang, denen der massige leichenblasse Körper eines riesigen saftigen Pilzes folgte, der sich mit vier elefantenartigen Stumpfen fortbewegte und eine lange Schleimspur hinterließ, die sofort gefror und verschwand.
Düstere träge Lichter umspielten die Gestalt und abgestorbene Fetzen der Rinde des Pilzes flatterten müde im nicht vorhandenen Wind um seinen massigen Körper.
Wie gebannt verfolgten die Gesandten der Kirche die Szene.

Der Pilz positionierte sich an der gegenüberliegenden Wand.
Dabei hob das Ding seine Haube, aus dessen schleimigen Schatten unzählige sternförmige Öffnungen traten.
Was wohl beiderlei war- Mundöffnung und Sehorgan.
Eine boomende ungeschlechtliche Stimme, die sich gleichzeitig über alle Oktaven zog, ertönte, wobei die giftgrünen Öffnungen allesamt vibrierten:

„Ich bin ZUGGTMOY! Königin der Sporen, Patronin der Pilze und Flechten und Herrscherin über diesen Ort. Nun verneigt euch vor der Macht einer GÖTTIN!!!“

Schluck!!!
Für einen kurzen Moment wurden die Knie der Gruppe weich, während sich ein Wind auftat, durchzogen von den Schreien,… ja hörten sie recht?
Bäumen?
Und es hielt sich für den Rest der Schlacht!

Denn in Windeseile war entschieden worden: KAMPF!!!

Candril leerte mit einem Zug den vermeintlichen Rindenhauttrank, doch erlebte mit der schmerzenden Wirkung eines Kreislaufgiftes eine böse Überraschung- der Trank hatte hier unten wohl viel zu lange gelagert und hatte gären können.
Amanodel versuchte mit einer Auflösung den schnellen Sieg zu erzielen, doch das Loch in Zuggtmoys Wanst schloss sich zu einem Großteil wieder.
Zarathustra und der Hundearchon betraten gemeinsam den Altarraum, doch wie so häufig, lag eine Barriere der Gesinnung auf ihr und der Zorn des Auges durchzog ihre Knochen.
Ihr Ansturm verstummte beinahe völlig am schaumartigen Körper!
Zuggtmoy hielt es auch nicht für nötig ihre peitschenartigen Tentakel gegen die Angreifer einzusetzen, obwohl diese locker die offene Deckung durchschlagen hätten.
Deion rollte auf die Stufen und feuerte Bolzen auf die dämonische Pflanze, in der Hoffnung doch vielleicht einen kleinen Teil beitragen zu können.
Ein Unheiliger Schlag Zuggtmoys löschte das Lebenslicht des neugewonnenen Freundes Gerach aus, und verschonte auch nicht die Gefährten selbst.

„Wundervoll! Und wieder tat eine Seele den Schritt ins Reich der Pilze, das Unterreich! Auf Ewig mein Untertan!“

„Nein!“

Im Raptoraner quoll tiefste Verächtung hoch und eine Stichabfolge durchlöcherte die rechte Flanke der unbeweglichen Königin.
Candril vom überreifen Trank leicht geschwächt, aber umso mutiger, flankierte Zuggtmoy und ergänzte die Schlagfolge.
Doch Auswirkungen?
Bei weitem noch nicht!
Und auch Amanodels Kälteblitz ließ keinerlei Fortschritte vermuten.

„Huldige mir! Der Patronin der Sporozoen!“

Grutal, im Begriff seine körperlichen Mächte über die üblichen Zauber aufzubauen, erstarrte für einen Augenblick, dann malten seine Arme göttliche Gesten in die Luft, die bedeutungslos verhallten.
Der Sprecher des Wortes hatte sich von ihm abgewandt, weil Grutals Herz sich abgewandt hatte.
Er kehrte sich mit Hass in den Augen Zuggtmoy zu:

„Niemals, werde ich mich DIR  anschließen! Verrotte, Patronin der PARASITEN!!!“

Auch Grutal suchte nun sofort ihre Nähe und holzte los, wie seine Mitstreiter.
Doch Zuggtmoy machte keine Anstalten zur Seite zu weichen.
Empfing jeden Streich mit gleichbleibender Gelassenheit- wie wenn ein Fluss ein Meer verdrängen wollte.

Ihr nächster Clou folgte.
Aus ihrer Flanke quoll ein Klumpen wässrigen Batzes, der sich als Schleimelementar entpuppte und ihre fehlenden physischen Attacken wettmachte.

Momente von Unendlichkeit folgten in denen der Schlagabtausch keinen Sieger bestimmte.
Doch die Übermacht der Dämonenherrscherin kristallisierte sich immer mehr heraus.
Zuggtmoy begann über eine Sporenwolke Übelkeit in den Kontrahenten zu erzeugen, bannte Defensivmagie, rief schwarz schleimige Flammenschläge herbei und brach langsam aber sicher den Widerstand.
Hingegen verpuffte auch die zweite Auflösung Amanodels aufgrund ihrer regenerierenden Kräfte beinahe völlig wie ebenfalls sein Verbannungsgesuch, Grutal hatte mit dem Gesinnungswechsel seine Zaubermacht abgegeben wodurch großflächige Heilung ausblieb, in Candrils Venen breitete sich eine Dosis unangenehmen Konstitutionsgifts aus, Deions Pfeilhagel war ein Tropfen auf den heißen Stein, nicht anders Cadrils und Zaras Kombinationen.
Und dazu kam noch die Kälte, die allen ohne den Schutz purpurner Roben kontinuierlich die Haut und die Seele mit der Kälte des Wahnsinns trsktierte.
Aber auch der Elementar hatte aufgrund seines hohen Wasseranteils mit der Kälte zu kämpfen.
Trotzdem sah es ganz eindeutig nach drohender Niederlage und raschem Rückzug aus.

Doch dann wandte sich das Blatt mit einem Male!
Ironie lag im Geschehen!
Was Zuggtmoy eigentlich eine unerwartete Unterstützung sein sollte, entpuppte sich als der Grund ihrer Niederlage!

Der liegende Deion bemerkte hinter sich die Gefangenen Bah Bewohner im Durchgang zu den Oberen Leveln.
Doch zu seiner Verblüffung formten sie arkane Gesten, womit Feuerbälle entfesselt wurden, die eindeutig auf ihre vermeintlichen Retter abzielten und nicht nur fehlgeleitet waren!
Deion suchte daraufhin Schutz hinter einem der schwarzen Vorhänge nahe dem Kampfgetümmel, während Amanodel sich dieser, die Kapazitäten sprengenden Gesellschaft mit einer Machtbarriere entledigte.

Doch was bemerkte Deion in dem Augenblick!?!
War das möglich!?!

Er sprang reflexartig wieder hinter der Deckung hervor und schrie:

„Der ZWEITE!!! Lasst euch nicht länger blenden, Zuggtmoy ist ein perfektes TRUGBILD!!! …wie die WAND!!!“

Und tatsächlich, die Zweifel förderten die Wirklichkeit zu Tage.
Hinter den Trugbildern verbarg sich ein Aboleth, ein Urzeitfisch vom Beginn des Multiversums!

Er beherrschte die Psionik, eine Art Magie, lange bevor es die arkane und göttliche Magie überhaupt gegeben hat- so erzählen es zumindest die Mythosbücher.
Ein Kokon aus magisch gehaltenen, wirbelndem milchigem Wasser umhüllte seinen knorpeldurchsetzten Körper.

Die Magiekapazitäten seitens der Abenteurer waren weitestgehend erschöpft, doch durch ihre Muskeln floss noch rauschendes Blut und sie wagten den Vorstoß!
Sein erster Schritt nach der Entdeckung galt seinem Entdecker.
Deion war das optimale Ziel für einen Phantasmalen Mörder, doch das halblingseigene Glück verhinderte das Schlimmste.
Mit vereinter Kraft zwangen sie den Schleimelementar in die Knie- aufgrund seiner Konsistenz schlossen sie, er müsse aus dem milchigen Kokon des Zweiten stammen- und damit lagen sie verdammt richtig.

Doch bei weitem war noch kein Sieg in Sicht!
Das Triadenmitglied, welches seine Organe und Knorpel geschickt geschont hatte, wuchs zu doppelter Größe heran und es wurde klar, dass er selbst Ausgangspunkt der Wolke der Übelkeit war.
Ein gigantischer Koloss aus Fleisch und Knorpeln!
Seine Haut sonderte Schleim ab, dessen Berührung eine furchtbare Transformation in Gang setzte.
Deion bekam sie als erster zu spüren.
Die essentielle Luft blieb aus, und an seinem Hals begannen sich Kiemen zu bilden.
Jede Attacke Candrils oder Grutals hatte eine Probe des guten Widerstandes in ihnen zur Folge und auch Amanodel kam mit seinem letzten zur Verfügung stehenden Magischen Geschossen nur zufällig durch seine Resistenz.
Die Festentschlossenen begannen nach dem Kontakt mit dem Wasser der Reihe nach hilflos wie Fische nach Luft zu schnappen und zugleich fühlte sich jeder Hieb des Zweiten wie ein Fall aus fünfzig Fuß Höhe an, der die übrige Luft aus ihren Lungen presste und sie Blut spucken ließ!

Obwohl dem Tode nahe setzten die Finder des Prismas ihre Schlagkombinationen fort.

Und es zahlte sich aus, denn der schließlich zerschlissene Aboleth trat den Rückzug an.
Er wurde ätherisch und sank in den Fels, was Amanodel und der flimmernde Deion durchaus sehen konnten.
Er durfte nicht entkommen!
Amanodels Geschosse trieben ihn an den Rand des Todes.
Deion spannte seinen Bogen mit enormer Kraft und zielte gut- der alles entscheidende Schuss!!!
Der Pfeil schnalzte ätherisch vom Bogen…
Hatte er ihn getroffen???

Die hintersten Federn ragten noch aus dem Boden.
Der Zweite war entkommen!

Die Gefangenen waren unterdessen fliegend geflohen.

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Grutal konnte unabhängig von seiner Gottheit jedoch noch seine Stäbe nutzen und auf diese Weise heilte er auch die einsetzenden Auswirkungen des Schleims.
Die Kälte nagte immer noch am Leibe, weshalb sie sich aus der Räumlichkeit des Tempels zurückzogen.
Nur Zarathustra wagte es noch die Treppen weiter hinten, hinab in völlige Dunkelheit zu erkunden…

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… alle übrigen konnten es immer noch nicht fassen, so an der Nase herumgeführt worden zu sein.

„Deion, sag, wie konntest du das wissen?“

„Ich habe es nicht gewusst! Ich hab es schlicht und ergreifend… gesehen, mit diesen scharfen Äuglein hier, jawohl! Ich spähte da so aus meinem Versteck hinter dem Vorhang, da fiel mir urplötzlich auf, wie ein merkwürdiges Gesicht durch die Wand schielte, beinahe wie ein Geist. Aber ich folgerte eben nicht auf einen Geist, weil ja, … ich habe Varachans Worte im Hinterkopf behalten. Zwar anders als ihr, Amanodel, gierigster Gefährte, aber ja, ich habe seine Worte im Hinterkopf behalten.“

Deion war der Gefeierte des Tages.
Nun, für gewöhnlich versuchte sich niemand hervorzuheben und es sollte auch niemand hervorgehoben werden.
Heute allerdings durfte man da ruhig eine Ausnahme machen…


… Die runde Höhle wies eine gewölbte Decke auf, zwanzig beziehungsweise dreißig Fuß über dem Boden.
Wand und Decke zierte ein nahtloses Mosaik, an dem Jahrzehnte bereits sichtbar gezerrt hatten.
Was davon übrig war, sah jedoch nach kostbaren Steinen aus.
Die Reste zeigten Tage des Ruhmes und der Eroberungsfeldzüge aus vergangenen Tagen vom Tempel des Elementaren Bösen, und damit die Landschaft aus der Sicht hoch über der Zentralen Kathedrale.
So weit das Auge reicht, war die Landschaft übersäht mit Wesen, die dem Tempel ihre Huldigung zu Teil werden ließen.
An einen so kalten Ort war Zarathustra noch nie geraten und er wollte sich hier auch nicht allzu lang aufhalten.
Im Zentrum stand auf einer zwei Fuß hohen Plattform ein aus Silber gegossener Thron mit noch mehr Edelsteinen besetzt, um Schädel, grinsende Dämonenvisagen und Pilze darzustellen.
Einige der Edelsteine fehlten.
Wer hier wohl einst einsam regierte?
Zuggtmoy etwa?

Zarathustra wollte es sich nicht nehmen lassen einmal auf einem Thron der Macht zu sitzen- er selbst strebte ja nach nichts anderem, doch der Weg sollte ein geringfügig anderer sein.
Als er sich so angetan und doch erschöpft niederließ, vernahm er aus der Ferne ein Wispern- das Wispern, welches der Zweite nicht besser mit seinem Zuggtmoy Trugbild hätte nachahmen können und nachgeahmt hatte.
Er blickte sich erschrocken um.
Doch die Stimme schien wirklich nur in seinem Kopf zu existieren:

Im Schwarzen Turm… In der Spitze… Im Tabernaculum vollkommener Dunkelheit… wirst du ihn finden… den Allmächtigsten Altar des Auges … und vernichten… drei Wünsche stelle ich allein dir in Aussicht… vernichte den Allmächtigsten Altar des Auges…

Wahrhaftig???
Würde dieses Versprechen eingelöst, hätte er ungeahnte Möglichkeiten.
Das sollte vorerst Zarathustras Geheimnis bleiben…

To be continued...

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Titel: Handouts der Doomdreamer
Beitrag von: Nagakeng am 11. Dezember 2006, 21:00:56
Die wirklich verwendeten Handschriften sind deutliche Brecher. Schöner Effekt.

Triade

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Dugart

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Hedrack

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Susain

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Karten

Eingang zu den Ruinen (http://img15.imgspot.com/u/06/344/15/Karteeingang1165869810.jpg)

 Ruine1 (http://img15.imgspot.com/u/06/344/15/RecTempleKarte11165869630.jpg)

 Ruine2 (http://img15.imgspot.com/u/06/344/15/RecTempleKarte21165869733.jpg)

Und weils so schön is noch ein Bildchen:

 Michi und Simon treiben Schabernack (http://img15.imgspot.com/u/06/344/15/Bilder012042341165870050.JPG)
Titel: Mad cultists
Beitrag von: Nagakeng am 23. Dezember 2006, 01:33:53
Hier mein "Geschenklein" zu den Feiertagen. Ich wünsche Euch allen Frohe Weihnacht, ein besinnliches Fest und erholsame Tage im Kreise der Liebsten!

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Aufzug in die Hölle - und Auffuhr in den Himmel

(78)
…Bet Regor wurde mit ihrer wunderbaren Anwesenheit beglückt.
Aus irgendeiner Tasche hatte Amanodel doch noch eine passende Springerschriftrolle gezaubert.
Und so ging man den Tauschgeschäften nach- Zarathustra hatte sich doch noch die Arbeit gemacht, alle Edelsteine im Thronsaal herauszubrechen und sie ihnen mitzugeben.
Es wurde schwierig, Abnehmer für ihre Güter zu finden, die einen anständigen Preis dafür zahlen wollten.
Die Wirtschaft magischer Gegenstände profitierte ganz eindeutig vom Zeitraum vor einem Krieg.
Aus Erfahrung  wusste man, dass die Preise anschließend allerdings deutlich unter dem Normalpreis lagen, da der Markt regelrecht überschwemmt würde.
Schmuck, magische Tränke und Öle wanderten einseitig über den Ladentisch.

Amanodel verliebte sich sogleich in eine weiße Robe des Erzmagiers, die sie in einer Schatulle der Verdammnisträumer gefunden hatten.  
Überglücklich warf der Magier sich das gute Stück um, wurde daraufhin dumm wie ein Esel und so kraftlos wie ein Wurm.
Anschließend führte sie ihr Weg aus dreierlei Gründen zu Erimm Rechtung…


… König Sugil marschierte im Anflug leichter Beunruhigung den güldenen Gang hoch und runter.
Tiefe Denkerfalten zogen sich über seine jugendliche Stirn.
Seit Tagen hatte er miserabel geschlafen und war nicht selten mit Schweißperlen im Gesicht erwacht.
Wieder sah er hinaus auf die Dächer.
Nein, war es möglich!?!

Er sah rote Zinnen, Giebel!
Wo war der verdammte Schnee abgeblieben!?!
Die letzten Tage hatte es durchgängig getaut.
Die Barriere zwischen seinem Reich und dem Reich des Imperators war einfach so geschmolzen!
Er hatte Sepiter Rahaan  nicht bemerkt.
Der Hofmagier musste ihn schon längere Zeit beobachtet haben.
Hoffnungsvoll und voller Ungeduld platzte es aus Sugil:

„Und!?!“

Sepiters berühmtberüchtigtes Schmunzeln vertrieb alle Zweifel.
Jetzt durfte Kalamar aufmarschieren…


… Erimm sah sich die merkwürdigen Wunden an.
Ihre Ränder waren pechschwarz und sie begannen bereits nach einem halben Tage zu eitern.

„Diese Wunden  lassen sich nicht heilen.“

Fluchte Candril.

„Nicht einmal magisch!“

Fluchte Grutal weiter.

„Ich muss ehrlich zugeben, noch nie mit einer solchen Krankheit oder… was es ist, konfrontiert worden zu sein. Ich versuche es einfach noch einmal, wenn ihr einverstanden seid.“

Was sollten die Kameraden dagegen haben?

Er konzentrierte seine Gedanken auf die schmerzhafte Erinnerung an den Tentakel des Zweiten.
Weiße Magie strömte aus seinen Handflächen auf die Wunde, doch wie verhext wich aus der Wunde schwarzer Dunst, der gegen seine heilenden Kräfte kämpfte.
Plötzlich begann der gesamte Untergrund weiß zu leuchten und ein leiser Chor von Engeln war zu hören!
Aus der Umgebung strömte ebenfalls weiße Magie hinzu und gemeinsam besiegten sie den schwarzen Widerstand.

„Wir befinden uns hier auf heiligem Grund. Wir haben es hier mit der Schattenseite der Existenz zu tun gehabt. Er gibt GUT und BÖSE, und die Steigerungsformen HIMMLISCH und HÖLLISCH. Das war der Blick in den Abgrund!“

Deion holte aus dem Nimmervollen Beutel eine Kerze hervor.

„Erimm wir danken euch. Nehmt diese Kerze der Wahrheit als Zeichen unsrer Dankbarkeit. Doch haben wir noch weitere Belange.“

Deion schmunzelte betrübt…


… Spitmun schnurrte wie ein freundliches Kätzchen als Varachan über seine feinen Schuppen strich – die bange Zeit hat sie noch enger aneinandergeschweißt.

In dem Moment kamen seine Retter hinzu.

„Varachan, wir entschuldigen uns, euch noch weiter aushorchen zu müssen. Aber es ist dringend.“

Verneigte sich Candril.

„Seid ungezwungen. Euch hier begrüßen zu können erfüllt mich mit Freude und Stolz!“

„Varachan, was führt der Tempel im Schilde? Die Gemächer der Schicksalsschläfer waren leer. Und die kompletten Ruinen schienen verlassen!“

Er grübelte, mit der Rechten dem Pseudodrachen weiterhin den Kopf kraulend.

„Meine Intuition meint, es hinge  mit Imix und dem Erwählten Lareth zusammen. Aber genaueres? Iich muss euch enttäuschen; dazu war mein Einblick in die Ränge der Schicksalsschläfer zu gering.“

„Ich glaube Euch enttäuschen zu müssen. Der Auserwählte ist spurlos verschwunden. Nicht einmal die Verdammnisträumer wissen, wo er sich aufhält.“

Erwiderte Candril.

„Mit Gewissheit heckt er Abscheulichkeiten aus. Und ihr könnt euch des Weiteren sicher sein, dass die Triade mehr Ahnung hat, als die übrige Riege…“

Erimm unterbrach nur ungern.

„Varachan, euer täglicher Beitrag zur Busse sollte nun angetreten werden. Es wird sonst zu spät. Grutal wird sich heute zu euch gesellen. Aber wohl nur heute, denn er hat ein unfreiwilliges Übel wettzumachen. Und ihr, Amanodel, begleitet mich doch bitte in die Weihrauchkammer…“

Von diesem Tage an schwor Amanodel nie wieder auf die Fähigkeiten eines anderen Erkenntnismagiers zu vertrauen, weshalb die Spruchsammlung noch am selben Tag nach der Genesung um Geheimnisenthüllung erweitert wurde- ein Spruch auf den ersten Blick die wahre Natur jedes magischen Gegenstandes enthüllend.
Außerdem gönnte sich der Zauberer Permanente Arkane Sicht, um niemals wieder eine unliebsame Überraschung erleben zu müssen.
Die Erhabenheit blaumagischer Pupillen unterstrich den grauelfischen Charakter.

So stand das nächste Etappenziel der Retter Varachans nun fest.
Nach einer kurzen Verschnaufpause- also am nächsten Morgen- würden die letzten Winkel der Ruine erforscht werden, um wirklich ausschließen, dass der Kult im Geheimen weiteroperierte und noch größeres Unheil anrichten könnte, als ohnehin bereits geschehen…


…Terjon kniete vor dem Schrein im Schein der Kerzen.
Still betete er in sich hinein.
Voller Verzweiflung, voller Inbrunst.
Sein Verstand und sein Herz riefen den Wahren an:

Warum duldet ihr es nur, Herr!?!
Ihr habt eure Gründe dafür, gewiss.
Ich bin mir gewiss, es ist eine Prüfung an mich.
Ihr wollt sehen, wie sehr ich hinter der Kirche stehe, hinter der Kantorin!
Wie lange Terjon zusieht bis er selbst eingreift.
Bis er der Bevölkerung aus dem Elend hilft, was sie nicht mehr im Stande ist zu tun.
Alle Stunden des Lichtes verbringt sie hier vor dem Taufbecken und blickt tief hinein.
Aber sie lässt niemanden zusehen, und wenn man fragt, dann heißt es:


„Ich spähe die Kultisten aus! Was denkt ihr denn Terjon?“

Er äffte sie laut nach.

Bis jetzt habe ich es mir immer verkniffen zu erwidern:

„Und? Lasst dies die Arbeit der Prismenentdecker sein, kümmern wir uns lieber um das kranke Volk, um das Heil ihrer gläubigen Seelen und vom Winter kranken Körper. Es leidet, weil ihr euch den gesamten Tag hier wie eine Paranoide einsperrt. Wo bleibt eurer Tatendrang? Ihr seid nicht mehr die Y´Dey, die ich einst kannte!“

Es gibt keine plausible Erklärung für ihre Wandlung!!!
Aber es muss sie geben!


Einst war Y´Deys Persönlichkeit und ihr Tatendrang mein Vorbild überhaupt gewesen.
Wo konnte sie sich so radikal ändern?


War da jemand?
Er wandte sich stillschweigend um.
Y´Dey stand im lichtlosen Türrahmen.
Er konnte es nicht genau erkennen, aber ein Schaudern lief ihm den Rücken hinab, als ihr Blick ihn scheinbar im Zwielicht fixierte…


… Zarathustra war unterdessen freiwillig allein nach Bah geflogen.
Und erreichte es spät abends.
Doch statt die Aufseherin selbst zu treffen, lief er Terjon in die Arme.

„…Y´Dey? Sie ist bereits zu Bette gegangen.“

Zarathustra berichtete vom Verbleib Gerachs und den trügerischen Gefangenen.

„Ich werde sie unterrichten.“

Terjon blickte sich um, um sicherzustellen, nicht beobachtet zu werden.

„Es gibt da etwas, was ihr wissen müsst.“

Der Raptoraner zog die Augenbrauen hoch.
Stillschweigend begleitete er Terjon nach draußen.

„Es ist so… also… Merkwürdiges geht vor sich…“

Und wieder zögerte er.

„Die Gesamtsituation hat sich verändert… es hat sich etwas geändert…“

„Kommt auf den Punkt, Priester.“

Ermahnte ihn der Gefährte.

„Also…“

Nochmals hielt Terjon inne.
Zarathustra wartete fordernd.

„… es ist so… JAROO ist wie vom Erdboden verschluckt, schon seit Wochen!!!“

Jetzt war es raus.
Aber nicht, was der Kleriker sich eigentlich von der Seele reden wollte…


… Eigentlich musste er Undra für ihre Überschätzung der Macht, der ihr unterstellten Spinnenfresser, danken, auch wenn die Besatzungen der Blitztürme nach diesen Stich die Flucht in alle Himmelsrichtungen angetreten hatten- wie töricht, diese Kleingläubigen!
Nach Undras zweitem Tod – das erste Mal war sie innerlich gestorben, nachdem sie vor den Trümmern des Lufttempels gestanden hatte - war Hedracks quirlige Hauptbeschäftigung leichtsinnig geworden und sie bestand den schwersten Test des Finstren Meisters nicht.
Und so speiste der Edelstein von Hass und Gier nun wieder an gewohntem Orte seine Energie aus den Klonen Unariq VoTalsimols.
Damit hatte der Kommandant auch Gewissheit über seine Visionen erlangt und spielte in Gedanken mit der Umsetzbarkeit der Befehle nach der Audienz im Schwarzen Turm.
Die Mission zur Beschaffung der Magmin ging an Dirass und Maracla über.
Sollten sie ihre Loyalität gegenüber dem Älteren Elementaren Auge doch unter Beweis stellen.
Und wenn sie starben, wen kümmerte schon der Verbleib der Gäste?
Iuz und Lolth standen seit jeher im direkter Konkurrenz und zudem hasste Hedrack Dunkelelfen.
Und die Zerstörung Vonidus konnte er ohne Bedenken Naquent und Chymon übertragen, doch der richtige Moment war noch nicht gekommen- den Befehl erteilte nur die Spitze der Hierarchie.
Die nebelige Ignoranz des Ersten nagte gewaltig an seinem Ego.
Sie hatte Eeridik bei der Zuteilung einer bedeutenden Exomission vorgezogen.
Hedrack hatte noch nie das Gesicht des Ersten gesehen.
Er war noch mysteriöser als der Auserwählte, von dessen spurlosem Verschwinden Hedrack wohl wusste- doch die Spitze der Triade schien wissender…


… Der Mondschein Diadoleis tauchte Jaroos Wäldchen in ein mattes, leichenblasses Licht.
Es war matschig, da der Schnee völlig getaut war.
Er schlich zum rankenverwucherten Tor und brach ein.

„Wen haben wir denn da!?! Werft den Speer weg!“

Zara suchte nach dem Ursprung der Stimme.
Und er fand sie im Dickicht der Zweige aufgrund weißer Augen eines Menschen.
Ein Bärtiger sprang herab.
Elmo, Führer der Büttel.
Zarathustra konnte ihm weismachen, dass er von Terjon unterrichtet worden war.

„Es ist bereits alles abgesucht. Jedes Staubkorn zweimal gewendet. Und wir haben keinen einzigen Anhaltspunkt gefunden. Meint ihr wirklich, dass ihr hier noch etwas findet? “  

„Warum seid ihr dann noch hier, wenn ihr die Suche schon aufgegeben habt?“

„Jaroo war mein bester Freund. Ich bin ihm verpflichtet. Ich glaube er wusste sogar, dass etwas geschehen würde, denn in den letzten Monaten vor seinem Verschwinden hatte er sich immer komischer verhalten. Er war nicht mehr der Jaroo, welchen ich einst kannte.“

„Lasst uns noch einmal gemeinsam suchen. Was kann es schaden?“

Elmo nickte.

„Die Nacht ist heute ungewöhnlich hell nicht?“

Lenkte der Raptoraner ab als sie den Druidenhain betraten.

„Ja, es kommt vom Norden her. Aber es ist nicht Diadolei.“

Fragend blickte sich Zarathustra um.
Und tatsächlich, Elmo hatte Recht.
Der Schein kam von der Erde, zwischen den Hügeln und weit hinter der Route nach Vonidu.

„Wo wollen wir zuerst suchen?“

Kam Elmo aufs Thema zurück…


… Zeniths tat, was sie seit dem schicksalhaften Moment tat.
Die Sterne studieren und alle Beobachtungen dokumentieren.
Das Prisma hatte es ermöglicht.
Ihre Leidenschaftlichkeit hatte sie Tage und Nächte durcharbeiten lassen, aber schön langsam merkte man ihr auch eine gewisse Müdigkeit an.
Aber das war auch keineswegs tragisch, denn sie hatte inzwischen beinahe alle gravierenderen Unterschiede dokumentiert.
Der Moment der einzigartigen Gestirnskonstellation rückte immer näher und sie verspürte ein leichtes Unbehagen, allerdings auch eine gewisse Vorfreude darauf, was für Priesterin der Schicksalsgöttin nun etwas sehr ungewöhnliches war.

Sie blickte einmal mehr durchs Astronomikum, um die wahren Abstände im Sternzeichen der Harfe zu ergründen.
In den äußersten Bereich des Fernglases drang ein rötlicher Schleier.
Sie suchte verblüfft nach seinem Ursprung.

Diadolei schien eine Art Loch zu haben, auf seiner Rückseite.
Ein schwadenförmiger Strom aus rotem Licht wich aus ihm, als ob er ein Loch hätte.
Sie nahm ihre Linse vom Okular und war nicht gerade erstaunt, als ihr Auge von alldem nichts mehr wahrnahm.
Bevor sie eine Botschaft der Warnung an ihren Halbbruder und seine Gefährten weiterleiten könnte, musste sie stichhaltige Beweise oder zu mindest in Ansätzen den Grund herausgefunden haben.
Sie suchte die geheime Bibliothek des Druidenzirkels auf…


… Deion hatte nun genügend Zeit den Kneipen Bet Regors einen Besuch abzustatten.
Was er für gewöhnlich nicht tat, aber seine Freunde waren alle sehr beschäftigt.
Während Grutal betete und Amanodel über seinen Zauberbüchern brütete, bot Candril einigen Soldaten an, sie in der hohen Kunst der rechten Schwertführung zu schulen.
Der Halbling hingegen nutzte die Gelegenheit ein wenig die reichen, angeheiterten Händler um den ein oder anderen Heller zu erleichtern.
Zufrieden wandte er sich nach draußen und schlenderte über den Marktplatz.
Es herrschte ungewöhnlicherweise noch reges Treiben um diese Abendstund.
Da merkte er, wie die Umgebung in eine merkwürdige Mischung aus Silber, Braun, Blau und Rot gefärbt war.
Er sah zum Himmel und die Monde standen dort, jeder in einer anderen Farbe!
Der größte Mond teilte sich zwei Farben.

„Seht, seht die Monde sind ungewöhnlich.“

Die Menschen reagierten nicht.
Er zupfte einen.

„Mein Herr seht hinauf, bin ich farbenblind oder stimmt wirklich etwas mit den Gestirnen nicht!?!“

Der Fremde folgte der Bitte.

„Ich sehe nichts Ungewöhnliches. Ich sehe einfach nichts.“

Woraufhin er auf Deion herabschaute.
Und… kein Gesicht hatte!!!

„Treibt ihr einen Scherz mit mir!?! Ich sehe nichts!!!“

Der Schock riss Deion aus dem Schlaf.
Geträumt.
Puh…


… Sie hatten den Hain auf den Kopf gestellt.
Aber irgendwie war wirklich nichts zu finden.
Am Horizont wurde es langsam hell.

Beide saßen sie nun am Boden und gönnten sich eine morgendliche Brotzeit.
Da blieb Elmo ein Stück Brot im Halse stecken, welches er mit einem gewaltigen Husten hinausspuckte.
Er stand auf, um ein zu holen.
Das war immer noch das Heim seines Freundes und da machte man nicht einfach Dreck.

Er wollte es gerade aufheben, da erschauderte der Waldläufer.

„Seht, seht, Zarathustra!“

Zarathustra legte den Kopf auf den Lehm.
Und tatsächlich erkannten seine scharfen Pupillen die andersgeartete Musterung…


… Die ersten Sonnenstrahlen des Tages flackerten über den Horizont.
Zarathustra hockte müde im Steinsims neben dem Tor zum Druidenhain.
In der Ferne des Nordens zwischen den Hügeln stieg eine Rauchwolke empor, dort, wo bei Nacht noch diese merkwürdige Helligkeit entsprungen war.
Täuschten ihn seine Adleraugen?
Er sprang vom Sims und wandte sich gen Tor.

„Sieh es dir nicht an, Vogelmensch!“

Seufzte der Stadtwachenführer.
Die herbeigerufenen Büttel gruben weiter um den Leichnam herum.

„Was für ein unwürdiges Ende für dich, mein Freund… Ruhe in Frieden, Jaroo Aschstab…“

Zarathustra fasste Elmo bei der Schulter und zog ihn sacht hinaus, ums Haus herum, damit jener nicht gleichzeitig mit den Rauchschwaden konfrontiert würde.

„Ich fühle mich so schuldig!“

„Gebt euch nicht die Schuld.“

„Doch, doch, ich hätte auf sein merkwürdiges Verhalten reagieren müssen. Jaroo muss Probleme gehabt haben, von denen niemand wusste. Nicht einmal ich, sein bester Freund!“

„Wie sag denn sein merkwürdiges Verhalten aus? War er nervös?“

„Nein, erwirkte so… so… fremd… ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck ist. In der Einschätzung von Menschen war ich nie begabt.“

„Ich will den Toten nicht beleidigen, aber könnte es sein, dass…“

Der Raptoran brach ab.

„Nein, nein, fahrt fort! Es wäre in Jaroos Interesse gelegen, alle Möglichkeiten auszuschließen.“

Drängte Elmo.

„… also könnte eine Eventualität beispielsweise auch sein, dass Jaroo, die letzen Monate nicht mehr Jaroo war?“

Elmo runzelte die Stirn und kratzte sich im Bart.

„Möglich. Aber wenn das so wäre, läge auch die Vermutung nahe, dass der Tempel des Elementaren Bösen seine Finger im Spiel hatte. Ungefähr gleichzeitig mit seiner Sinneswandlung, gab es hier auch eine Explosion in der Mühle. Im Erdgeschoss fanden wir zuvor einen Spionageposten der Kultisten.“

Es war an der Zeit Elmos Blick Richtung Norden zu lenken.
Die Geschehnisse überschlugen sich, und waren zu zweit nicht mehr zu bewältigen.
Die Stadtoberhäupter mussten zwingend in Kenntnis gesetzt werden…


… Grutal, Deion, Candril und Amanodel blickten auf Bah hinab.
Der Teleport hatte sie etwas in die erhobenen nördlichen Wälder versetzt.
Das Stadtbild war ungewöhnlich menschenreich.
Sie marschierten den Pfad hinab.

Saß dort auf diesem mächtigen Stein nicht etwa ihr fünfter Gefährte?
Welch Zufall!

Der Raptoran lehnte an einem Felsbrocken, wobei er die Flügel um sich geschlagen hatte.
Fast völlig in Gedanken versunken, starrte er auf Bah hinab.

„Seid gegrüßt, Zeniths Gesandte und Vernichter des Prismenkultes.“

Meinte er nüchtern.

„Was habt ihr, Zarathustra? Was stimmt nicht? Ihr seid so zynisch.“

„Wenn etwas nicht stimmt, dann ist es unser Übermut. Die Wurzeln des Elementaren Bösen reichen tiefer, viel tiefer, als wir es uns vorstellen wollen.“

„Ihr sprecht immer noch in Rätseln. Ein Mann, ein Wort!“

Grutal forderte Klarheit im Sinne seines Gottes.

„Y´Dey war nicht unsere Verbündete. Sie ist vor einer Stunde spurlos verschwunden. Terjon hielt bis zum Ende den Rand, weil er sich nicht auflehnen wollte. Und nun ist der unbekannte Verräter  entkommen.“

„Ok, schon besser. Doch bitte beginnt am Anfang, wo wir uns trennten.“

Der halbabwesende Zarathustra schüttelte kräftig den Kopf und sammelte dabei seine Konzentration.
Dann begann er ruhig.

„Gut, gut, wie ihr wollt. Ich kam her und hörte, dass der heimische Druide seit Wochen vermisst war. Ich suchte seinen Hain auf, begegnete seinem Freund Elmo, und gemeinsam fanden wir die Leiche. Wir informierten Rufus und Burne und anschließend Y´Dey. Sofort begab sie sich in die Kapelle, um Gundi, einstigen Schützling Jaroos ausfindig zu machen. Denn die Vermutung lag nahe, dass auch er nicht freiwillig gegangen war. Und träfe dies zu, wäre es auch wahrscheinlich gewesen, dass der Jaroo der letzten Monate ebenfalls ein Verräter gewesen war. Und da auch er verschwunden ist, läge die Vermutung nah, dass er ein neues Opfer gefunden hat. Als wir das im engeren Kreise besprochen hatten, riss Terjon die Augen auf und stürzte in die Kapelle. Wir hintendrein und fanden die Kapelle verlassen vor. Sie, Er oder Es war durch einen Nebeneingang entflohen. Ihre Spuren verloren sich auf den Straßen. Und nun könnte sie bereits ein weiteres Opfer gefunden haben. Womöglich bin ja ich der Spion, und ihr werdet gerade ausgehorcht.“

„Ach, Zarathustra, wenn ihr wüsstet. Keine Magie mehr vermag es meinen Blick zu täuschen.“

Funkelte Amanodel ihn mit blauen Pupillen an.

„Damit wäre noch nicht erklärt, weshalb dort unten die ganze Stadt auf den Beinen ist.“

Bemerkte Candril.

„Wie ihr euch vorstellen könnt, verbreitete sich die Nachricht von Y´Deys Verschwinden, wie ein Lauffeuer in der Bevölkerung und auch das Gerücht von einem Spion, der die Gestalt jedes Bürgers annehmen könne. Und nun wird panisch Vorrat angelegt, damit niemand mehr das Haus verlassen muss.“

„Wirklich? Daher die ganze Aufregung?“

Fragte Deion skeptisch nach.

„Ich wollte euch die harte Wahrheit ersparen. Nun gut. Dreht euch um, und seht gen Himmel. Es kommt vom Norden. Es kommt aus Vonidu.“

Der graue Nebel der einstigen Rauchwolke hatte sich weit verteilt.
Ein hartes Ausschnaufen, wie es bei Helden üblich war, wenn Leute litten, die man nicht persönlich kannte.

„Rufus, Burne, Terjon und wie sie alle heißen kümmern sich um die Bajaner und die Wiederkehr von Recht und Ordnung. Wir sollen unsere Mission fortsetzen. Das Übel an der Wurzel packen!“

„DAS ÜBEL AN DER WURZEL PACKEN, JAWOHL!“

Stimmten seine Gefährten ein.
Zarathustras Motivation kam wieder zurück.
Sie sammelten sich zum Schattenschritt…


… Susain war schon immer irgendwie verrückt gewesen.
Als ein Dämon ihre Eltern vor ihren Augen geschlachtet und ausgenommen hatte, nahm ihr grausiges Schicksal seinen Lauf.
Die Qualen ihres Seins nahmen mit dem Entschluss, ihr Herz und ihre Seele auf Ewig in ihrem Inneren wegzusperren, schlagartig ein Ende.
Doch was ist ein Geist ohne seine Dreifaltigkeit von Seele, Geist und Herz?
Eine Hülle, in der allein ein Geist regiert, ohne von Herz und Seele kontrolliert zu werden, ist mit Gewissheit eines der hässlichsten, vorstellbaren Dinge dieser Erde.
Das Resultat schlicht und ergreifend ein böser Mensch.

Die muskulöse und kahlgeschorene Susain hatte nie ganz in die Rolle einer Priesterin gepasst- eben äußerlich und innerlich.
Denn Priester hatten Verantwortung zu übernehmen.
Doch Verantwortung stammt nur aus Kontrolle.
Und Kontrolle war ihre größte Schwäche.
Und gleichzeitig war ihr ungebändigtes, zügelloses Wesen ihre größtes Stärke, da Kontrolle auch immer das maximal Erreichbare verhindert.
Deshalb war sie der Archetyp, eines Priesters Tharizduns.
So sahen sie die Verdammnisträumer.

Deshalb hatte die Triade ihr immer größere Freiheiten zugestanden, als den übrigen Schicksalsschläfern.
Wahnsinnige Experimente waren die Folge, deren grausige Details so bizarr waren, wie der Dunkle Herrscher persönlich.


Auch der Auserwählte ließ ihr nun freie Hand in der Umsetzung seines Befehles Zur Besseren Zugänglichkeit Der Tiefenebenen, während die gesamte Riege unter sein Kommando getreten war.

„Wollen wir sein wahres Antlitz sehen! JA, enthäute ihn!!!“

„Unterstehe sie sich, mich anzurühren.“

 

Fauchte der Rakshasa zurück und fügte in einem löwenreichen Königston bei:

„Ihr seid meine Herrin, doch ich bin nicht euer Sklave.“

„Was kümmert es ihn?  Soll er arbeiten! KANN er!?! Muss er, darf…“

Nuschelte sie sabbernd in sich hinein.

„RUHE, HURE!!!“

Brüllte sie los und begann dabei wie aufs Schwert gefallen zu lachen.

Die beiden Rakshasas hatten furchtbaren Respekt vor der Priesterin und hätten sich niemals getraut auch nur einen Finger gegen sie zu erheben.
Ihr königliches Ego hatte nach der herben Niederlage gegen die Eindringlinge- im Tempel der Tiefen- trotz der Unterstützung des Zweiten ohnehin sehr gelitten.

Eingeschüchtert wandten sie sich wieder dem Steinstuhl zu.
Rakshasas waren gut darin Mechanismen zu reparieren und je anspruchsvoller, desto besser.
Er lass die Schrift auf der Obsidiantafel vor:

„Die Macht des Elementaren Todes bringt Sterbliche hinab, und dort wecken sie den Namenlosen!“


Nichts tat sich.

„VERFLUCHT sollen sie sein!… RUHE, du Biest!! …Gebt euch Mühe, sonst rollen EURE Köpfe!!!“

Fluchten Susain Caruns beide Persönlichkeiten.
Ja, auch das war ein Nebeneffekt ihrer Unausgeglichenheit.

„Gleich haben wir es, Herrin. Hieran haperts...“

Die Kathedrale des Elementaren Bösen hatte trotz ihrer teilweisen Abnutzung nichts von ihrer imposanten Erscheinung eingebüßt.

Der wachestehende Steinriese stöhnte- sein Signal um Auffälligkeiten zu melden.
Der Rakshasa versetzte das Zahnrad um eine Welle und schloss den Thron mit der Totenkopfverzierten Steinplatte, während sein Begleiter kritisch suchte.
Auch die Priesterin hatte ihr Dauergebrabbel für wenige Momente ausgesetzt bis es von allein wieder begann, doch dieses Mal von göttlichen Phrasen durchzogen.
Ihre Erscheinung hüllte sich in Magie.

Der Riese wurde plötzlich frontal von einem Blitzstrahl gebranntmarkt und zum Erschrecken der Rakshasa stürmten die Eindringlinge aus einem Seitenflügel in den Hauptflügel und verschanzten sich hinter verschiedenen Säulen.

Fast gleichzeitig klirrte hinter ihnen am oberen gotischen Fensterbogen das düster farbige Glas.
Ein Halbling hatte es mit dem Ellebogen eingeschlagen und er nahm sie unter Beschuss.
Höllische Schmerzen krochen im durchschossenen Knie herauf.
Das Bein gab nach und der Außenseiter legte sich der Breitseite unfreiwillig auf den kalten Stein.

Der Steinriese wandte sich den bewaffneten Streitern für das Gute zu, die Klerikerin wirkte zur Magischen Rüstung noch Zauberresistenz und war nun zu einer fähigen Kriegerin herangereift und mit dem Tentakelstab konnte ihr ohnehin nichts zustoßen.

Der Schurke im Fenster bekam es mit einem Golem aus Glas, eine flache Scheibe aus Glas, zu tun, der ihn unablässig attackierte.

 

Auch die Rakshasas hatten von seiner Existenz keinen blassen Schimmer gehabt und so erweiterte sich ihr böser Zusammenhalt noch um ein weiteres Mitglied.

Nachdem beide Rakshasas einen gekoppelten Feuerball inmitten der Todfeinde entzündet hatten, richtete der elfische Magier eine Todesillusion auf den jüngeren der beiden, durchdrang damit sogar sein einzig wirkliches Schutzschild, die königliche Zauberresistenz und schmetterte dessen Seele aus der sterblichen Hülle.

Der Steinriese teilte nicht lange aus, da taumelte er blutüberströmt Richtung Treppen und stürzte johlend hinab, woraufhin der Schwertschwinger und der Kolbenschwinger wieder ungebunden waren und sich als nächstes Opfer die irre Priesterin erwählten.

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Doch Susain hatte währenddessen bereits Gesellschaft von einem Vogelmensch bekommen, der geschickt ihrer Sphäre der Einsperrung ausgewichen war und sich dafür mit einem Durchstoß durch ihr dämonisches Bein bedankte.
Ein gewöhnliches Bein hätte in diesem Moment vor dem Adamantspeer resigniert.
Dieses hier erwachte jedoch zu Leben, pochte wild und hielt Susain aufrecht.
Sie packte den Vogel im aufkommenden Wahnsinn an der Gurgel und Leid raubte ihm fast die gesamte Lebensenergie.

Der Schurke und das schnell heilende Glaskonstrukt lieferten sich unterdessen ein spannendes und akrobatisches Gefecht auf einem schmalen Fenstervorsprung, doch am Ende sollte auch dieser Sieg an die Gute Seite gehen.

Der Zauberer sah das Leben des Freundes in naher Zukunft bereits erloschen – die Mitstreiter würden den Weg nicht rechtzeitig überbrücken können- und so ging er das Risiko ein.
Auflösung in den Nahkampf gezaubert.
Er traf die Richtige, durchdrang ihre Magieblockade.

Susain begann irre zu geifern.
Die Auswirkungen blieben aus- scheinbar.
Wenige Momente später begann sie von unten her zu bröckeln.
Ihr Geifern wandelte sich in ein irres Lachen

„THARIZDUN, das Schicksal der Welt erfüllt sich in UNS!!!“

Ein mysteriöser Wind erfasste ihre Asche und hinterließ nur Wertvolles.

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Der Rakshasa mit dem Durchschuss im Bein hatte sich inzwischen fliegend erhoben gehabt und war dabei gewesen mit Schwächestrahlen die Feinde zu ärgern, als Susains Tod eintrat.

Er war nun beinahe allein mit den Feinden.

„Ein Verdammnisträumer macht noch keine Triade, Vogelmann!!!“

Genießerisch richtete der Rakshasa die magischen Geschosse der Rache auf den Vogelmensch.
Doch der Tod stellte sich nicht ein.
Jenem klappte der Kiefer herab.
Der Raptoran zog ein Amulett unter dem weißen Hemd hervor und küsste es.

Die Freunde am Boden riefen:

„Jetzt gehört er dir!“

Ihr Heiler berührte den knapp Entronnenen und gab ihm die komplette Lebensenergie weider.
Der flüchtende spürte, wie jemand ihn am Bein festhielt.
Wie konnte er nur so schnell durch die Luft gleiten!?!

Der Rakshasa wurde in einen Ringkampf verwickelt.
Doch er hatte noch ein Ass im Ärmel…

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… Wer war wer!?!
Die Gefährten waren gewissermaßen hilflos.
Auch Amanodel.

„Diese Verwandlung ist nicht magischen Ursprungs. Und ohnehin, wenn sie nicht stillhalten, wie soll ich mich da auf eine spezielle Aura  konzentrieren, ha!?! Hört doch mal einen Moment auf rumzuzapeln!!!“

Zarathustra verpasste Zarathustra eine Breitseite, und wieder würgte einer den anderen.

Hinter ihnen klirrte es und auf Deions Lippen bildete sich ein Grinsen des Sieges ab.

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Auch er riss plötzlich die Augen auf und glotzte nicht schlecht.

Zarathustra gegen Zarathustra?
Wem sollte man nun helfen?

Sie kugelten sich dort in der Luft umeinander, wie sollte man da den Überblick behalten?
Und da Zarathustra bevor sie sich an die Gurgel gegangen waren, noch einen deftigen Schwächestrahl abbekommen hatte, stand der Sieg auch noch keineswegs fest.

„Wir müssen sie auseinanderziehen!!!“

Grutal und Candril schlürften beide einen Fliegentrank und stiegen in das Knäuel ein.

Nach einigem Gebalge hatten sie die beiden dann auch getrennt!

„Ohhhh, nein…“

Seufzte Deion als er sah, wie plötzlich Grutal mit Grutal rang.
Und verflixter Weise hatte auch ihn vorhin ein heftiger Schwächestrahl getroffen, der noch nicht negiert war.

Doch da hatte einer den anderen in einen furchtbar engen Schwitzkasten bekommen und drückte kräftig zu.
Es knackte.
Eine Tat der Stärke hatte dem Treiben ein Ende gesetzt.

Der tote Rakshasa nahm wieder seine Ursprungsform an.

Alles Wertvolle wurde zusammengekramt.

Deion beschäftigte sich unterdessen mit dem Mechanismus, dessen Funktion er bei der Reparatur – ja sie hatten das Treiben schon eine Weile beobachtet gehabt- bereits erschlossen hatte.

Deion setzte sich auf den Thron, die Gefährten sammelten sich auf der kleinen Plattform.
Bereit einen Schlag auszuteilen sollten sie sogleich in eine Kammer des Schreckens gelangen.
Deion drehte am vorderen Ende der Armlehne einen grinsenden Dämönenschädel.
Die Plattform wurde ruckartig in Bewegung gesetzt.
Hunderte von Fuß unter ihnen lag das Ziel…


… Terjon und Tenaris ritten nach Vonidu.
Was hatte sich dort nur ereignet???
Eine Ahnung zu haben und die Ahnung auszusprechen, waren zwei Paar verschiedene Stiefel.
Beide vertieft in Gedanken, schafften sie es mit den schnellsten Pferden Bahs in wenigen Stunden bis eine Meile vor Vonidu.

Plötzlich rüttelte es in zwei Tannen.
Sie zügelten die Pferde.
Skelette stürmten aus den Bäumen, durch die Pfützen direkt auf ihre Tiere zu, welche beinahe in Panik gerieten.
Menschliche Skelette.
Sie schlossen beinahe auf.
Terjon warf Tenaris seine Zügel zu und sprang selbst mit einem gewagten Satz vor die Tiere.
Terjon zückte sein Symbol und beschwor die Macht des Wahren.
Die Skelette hatten direkt zu ihm aufgeschlossen, als die Vertreibungsenergie sich entfaltete.
Terjons Status war genug, um sie auf der Stelle zu zerstören.
Doch anstelle in gleißendem Licht zu Staub zu zerfallen, gab es zwei ohrenbetäubende Explosionen aus Knochensplittern.
Terjon stand so nah, dass er im hohen Bogen weggesprengt und völlig zerschlissen wurde.
Tenaris sprang ab, nachdem sie die Pferde mit viel Feingefühl beruhigen konnte, und nahm Puls.
Terjon hatte knapp überlebt.
Sie flößte ihm ihren einzigen Heiltank ein, der ihm leidlicher Weise nur die schlimmsten Wunden stillen konnte.
Sie sattelte ihn auf und der Aufklärungstrupp trat überstürzt den Rückritt an, als es in zwei weiteren Tannen zu rascheln begann…

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… Sie waren einige Male hängen geblieben.
Deion hatte den Mechanismus aber immer wieder in Gang setzen können, so dass er zuletzt einwandfrei funktionierte.
Schließlich knirschte es doch noch verdächtig.
Ruckweise arbeitete sich der Aufzug vor, bis sie unter ihnen poltern hören konnten.
Die Plattform setzte auf dem Felsbrockenhaufen auf.
Stille in der runden Höhle..
Sie kletterten herab in die Dunkelheit während ein Ewiges Licht ihnen den Weg leuchtete.
Der Gangabfolge nach zu urteilen, waren sie schon mal hier gewesen.
Und tatsächlich, nach einigen Biegungen stand man wieder vor der Treppe in die Tiefste Ebene.

Zwei Winkel blieben, in die sich die Kultisten verkrochen haben konnten.

Sie wanderten vor die nachträglich geformte Steinwand.
Grutal formte einen Durchgang, der sie in eine große Halle brachte.
Mittig stützte das, was von der einstigen Decke übrig war, ein riesiger Haufen an Gesteinsbrocken.
Zerborstene und verkeilte Türen führten in winzige Kammern, wohl einst Gefängniszellen.
Verlassen, kalt und düster.

Halt, wenn das kein Durchbruch war!
Ein Loch in der Wand, das scheinbar herausgefräst worden war, erregte ihre Aufmerksamkeit.
Dahin hatten sie sich also verzogen.
Als sie den Tunnel ein Stück weit erforscht hatten, beschlich sie das dumpfe Gefühl in ein Labyrinth geraten zu sein.

Auf der Ferse kehrt gemacht, erstarrten sie beinahe zu Stein.
Ein lila Schlauch verstopfte den kompletten Pfad.
Durch eine Öffnung hinter ihnen schnalzte das andere Ende des Schlauches- das vierkiefrige Maul eines Purpurwurms!!!

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Die gigantische Bestie erwischte Candril und kaute einmal, bevor sie ihn hinabwürgte.

„Nein, Mörder!!!“

Schrie Deion als Erster und suchte nach Deckung, als er sich wieder gesammelt hatte.

„Spuck ihn wieder aus! Sofort!!!“

Schnaubte Zarathustra, als er mit Luftherrschaft attackierte.

während Grutal aufrüstete und Amanodel rief:

„Würmchen, versuch dich mal an dem Kügelchen hier!!!“

Das Kügelchen traf auf den geschlossenen Kiefer auf und der Blitzball entlud sich in einer elektrisierenden Welle.

Plötzlich verspürte Amanodel einen brennenden Schmerz im Rücken.
Der giftige Schwanzstachel, der durch eine weitere Tunnelöffnung luckte, hatte zugestochen- die Rache.

Zarathustra duckte sich unter dem zu gierigen Maul hinweg und stieß dem Wurm seinerseits den Adamantstachel in die Flanke.

Grutals Gleißender Himmelsschlag hatte nur begrenzte Wirksamkeit.

Ein Geist trat schlagartig durchs Gestein und zwängte sich zwischen die Abenteurer.
Sein Gesicht zog tiefe von Zorn erfüllte Falten.
Verknüpfte diese beiden Spukgestalten, so ähnlich wie Licht und Schatten, etwa ein geheimes Band der Freundschaft???

Der Geist setzte eine herbeigezauberte, körperlose Hand der mächtigen Blockade zwischen sich und Grutal.
Dessen erster Versuch den Untoten zu vertreiben schlug fehl, weshalb Amanodel den Fremden mit Feuerstrahlen begrüßte.

In dem Moment fuhr aus der Flanke des Wurmes ein Schwert von innen und Candril quetschte sich durch den Schnitt.

ER LEBTE!

Deion sprang aus der Deckung und feuerte einige gezielte Schüsse ab, für die sich die Magische Bestie mit einem Stachelstich in Deions kräftigen Halblingsrücken bedankte.
Das Gift ließ seine Knie weich werden und Deion schweratmend hinter den nächsten Felsblock flüchten.

Amanodel versetzte die Gruppe in Hast und Zarathustra landete schwere Treffer.
Der eingeschleimte Candril kroch aus der Reichweite, während der Wurm abgelenkt war.
Unterdessen fuhr ein geistloser Eissturm auf die Freunde hernieder.
Grutal hauchte sein Heiliges Symbol an und streckte es  schließlich dem zauberwirkenden Geist entgegen, was ihn sichtlich erschreckte und das Weite suchen ließ.

 Sie zogen sich in Richtung des Schwanzes zurück.
Das Ablenkungsmanöver zeigte den gewünschten Effekt.
Der Wurm kroch vorwärts hinterher, wodurch sich der hintere Tunnel wieder öffnete.
Die gigantische Kreatur setzte zum nächsten Biss an.
Candril, lag direkt vor dem Wurm, als er sich erhob, und rammte ihm den Krummsäbel direkt durch den wenig gepanzerten Bauchschild ins Herz.
Sie flüchteten aus dem Radius des niedersausenden Wurmkörpers- Candril rettete sich mit einer schleimigen Rolle zur Seite.

Sieg!

Ein Ausgang war also wieder frei.
Die übrigen Tunnel führten alle zu einem einzigen Loch, in das Amanodel ein Arkanes Auge sandte, welches schließlich auf eine Schneedecke stieß, hoch oben im Gebirge.
Dort, wo es eben noch eisig kalt geblieben war.
Ein Quartier der Schicksalsschläfer im Hochgebirge schlossen sie aus, da die Schneedecke doch sehr dick schien, die Kultisten aber erst vor wenigen Tagen abgerückt sein dürften.

Deion untersuchte die Stelle, wo der Geist durch die Wand geflohen war.

„Rückt mal an, Leute. Hier muss jemand schieben.“

Wenige Momente später standen sie in einem staubigen Gang.
Eine einzige Tür, auf deren Griff ebenfalls fingerdicker Staub lag, befand sich im Gang.
Die Tür öffnete sich wie von Geisterhand.

Die Kammer schien ein elegantes Appartment zu sein, passend zu einem Zauberer.
Möbel aus Elfenbein und Rosenholz, ein Schreibtisch vollgestellt mit blubbernden Bechern und Brautränken, Wandteppichen und einen Bücherregal.
Dann verschwand alles und zurückblieb ein Raum voller Brocken.
Dazwischen die Holzsplitter einstiger wohlverzierter Möbel.
Mottenzerkaute Wandteppiche liegen in Lagen an den Wänden.
Die Macht der Heimsuchung hatte sich für einen kurzen Moment entfaltet.

In einer Ecke baute sich der Geist auf, breitet die Arme wütend aus und feuerte einen Blitzstrahl durch die aufgereihte Gruppe.
Dem folgte ein weiterer Eissturm.
Zarathustra ölte seine Waffe mit einer Salbe der Körperlosigkeit und entschlossen arbeiteten sie sich durch den Hagel.
Mit magischen Geschossen, einem Heiligen Streitkolben und der eingefetteten Waffe war die Entscheidung rasch herbeigeführt.
Der Lord unter den Magiern des Ehemaligen Tempels des Elementaren Bösen, Senshock, war verblichen.
Seine Rückkehr würde jedoch nur eine Frage der Heimatlosigkeit sein…

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… Zenith war über ihren Unterlagen eingeschlafen.
Die Erschöpfung hatte sich manifestiert und forderte nun ihren Tribut.
Ragalart schlug das Buch neben ihr zu.

Mhhh, was sie da wohl wieder  nachgeschlagen hatte?
Gestirne im Zenith… soso…


Er blickte einmal durch das Astronomikum.

Welch wundervolle Nacht und so sternenklar.
Und was dieses Rohr alles vermag!?!
Es muss wohl am Prisma liegen, dass alles in dieses… furchtbar erfüllende rote Licht gehüllt ist.


Dann drehte er sich zur Priesterin.
Mit dem einen Arm fuhr er Zenith sanft in den Nacken, mit dem anderen in ihre Kniekehlen.
Er hob sie langsam hoch und flog sie sacht in ihr Schlafgemach…


… Der zweite Schattenschritt dieser Tages verfrachtete die Kameraden direkt auf die Zinnen der Burg.

„Ihr seid bereits zurück? Und der verdammte Kult ist ausradiert!?!“

Rufus stand an den Zinnen, stützte sich mit den Armen auf das hochgestellte Bein.
Die Sonne verschwand eben wieder hinter den Hügeln und Tellenes Nacht zog herauf.

„Morgen durchbohren wir das Herz des Kultes. Der Tod Imix wird das Kräftegleichgewicht wiederherstellen. Und bei euch?“

„Terjon hat knapp einen Anschlag überlebt, wir wissen immer noch nicht, woher der Rauch in Wirklichkeit stammte, von Y´Dey keine Spur, das Volk hat sich in seinen Hütten verbarrikadiert, an allen Ecke stehen mindestens zwei Büttel Wache und zwei Patrouillen mit Tenaris und Elmo als Führer werden die gesamte Nacht marschieren und morgen früh völlig übermüdet zusammenbrechen, was uns völlig schutzlos dem Kult ausliefern wird. Äh… ich denke, das wars.“

Meinte Rufus zynisch.

„Der Sprecher des Wortes hält seine Hand schützend über Bah.“

Wollte Grutal Rufus beruhigen.

„Lassen wir das Thema. Lasst uns speisen. Ein voller Magen ist die halbe Pacht, wenn es darum geht einen Kult zu zerschlagen. Seid heute unsere Gäste!“

Rufus lächelte müde.
Die Nacht war sternklar.
Er seufzte leise.
Dann bat er sie zu Tisch.

To be continued...
Titel: Flames and Foes
Beitrag von: Nagakeng am 08. Januar 2007, 23:21:15
Hey!

Meine Gruppe schweigt still, und das will sich gut heißen, denn wer will den Schluss vorwegnehmen.
Ja, liebe Leser, ihr hört richtig:

Es ist vollbracht!!! In diesen Weihnachtsferien fand die dreijährige Kampagne ihr wohlverdientes Ende!!!

 :)  :)  :)  
*happy*

Doch wie gehabt halte ich mich mit Äußerungen bezüglich der Zukunft zu eurem Besten dezent zurück...  :P

Bevor ich nun in die Klausurlernphase eintauche nochmal ein kurzer Beitrag.

Bye


Inferno – Vorgeschmack auf das Jüngste Gericht


(79/1)
Rufus ließ reichlich mit traditionellen Gerichten der warmen Küche betafeln.

„Bei Hallifax dem Einäugigen, fresset, saufet und furzet, auf dass es schmecken möge!“

Damit war das Büffet eröffnet.
Und es schmeckte grandios!

Nach einer Weile stieß auch Burne dazu.

„Warum sitzt ihr hier im Dunkeln? Lasst doch die Kerzen anzünden!“

Er klatschte rhythmisch in die Hände und die Kerzen flammten auf.
Sie hatten nicht gemerkt, dass die Nacht bereits hereingebrochen war.

„Burne, Rufus ist ein zu stiller Erzähler. Wollt nicht Ihr uns ein wenig über die Geschichte Bahs aufklären!?!“

Oh, wie gern Burne der Bitte nachkam.
Er holte weit aus und es dauerte eine Weile bis er schließlich und endlich in die Gegenwart gelangte und vom Spuck im Gemeindehaus berichtete.
Vom Massenmord an den Voniduaner durch den verrückten Priester Hedrack, von den sterbenden Bäumen im Hinterhof des Gebäudes, den rasch verdorrenden Blüten für die Toten und den Stimmen und Schemen bei Nacht.

Die Standuhr schlug Mitternacht.

„Burne, dass es JETZT Mitternacht schlägt ist doch gewiss kein purer Zufall. Ihr seid ein wahrer Künstler, und Horrorgeschichten liegen euch definitiv im Blut!“

Burne wirkte nicht gerade geschmeichelt von Amanodels Lob.

„Ich wollte nicht damit belustigen. Die Erzählung ist durch und durch wahr, verehrte Gäste.“

„Und dieses rote Licht von draußen gehört dann wohl auch NICHT zu eurer Show, die keine ist!?!“

„Welches Licht?“

Fragend blickte er zur Fensterluke.
Die Falten auf seiner Stirn wurden immer tiefer.
Er stand auf, stieß dabei den Stuhl mit einem kräftigen Ruck aus den Kniekehlen von sich und lief schnurstracks zur Luke.

„Wo kommt das her? … Mich beschleicht ein bittere Vorahnung! Los, hinauf auf den Aussichtsturm!!!“

Gäste und Gastgeber stürzten die Treppen hinauf!
Stufen.
Endlose Stufen.
Stufen.
Tür.
Steinplatten.
Zinnen.
Kalter flauer Wind.

Roter Schein über Bah.
Doch woher?
Da deutete Deion in den Sternenhimmel.
Diadolei erstrahlte halbseitig in einem roten kalten Ton, der die Kleinstadt blutrot einfärbte.

Plötzlich drang ein leises Pfeifen an ihre Ohren.
Ein rotglühender Komet flog knapp über die Dächer der Häuser in die Stadt und schlug in der östlichsten Brücke ein.
Die Statik gab nach.
Das gesamte Bauwerk sackte in sich zusammen und speiste den vom Schmelzwasser angeschwollenen Fluss!

INFERNO!!!

Am Ost- und Westrand des nahen Waldes flammen Fackeln auf und im Norden hinter den Häusern leuchtet es am kräftigsten rotorange.
Die Luft knistert.

Rufus läuft zum Horn auf den Kacheln, bläst das Warnsignal für die Büttel.
Burne zaudert nicht, sondern verteilt die gröbsten Prioritäten.

„Ich und Rufus kümmern uns um die Tore der Burg! Los, los deckt den Rückzug der Bevölkerung!!!“

Zarathustra packt Candril und Amanodel mit den Hinterkrallen an den Kragen, Deion krallt sich an seinem Rücken fest und sie segeln mit maximaler Gleitgeschwindigkeit hinab ins Zentrum der Stadt.
Grutal nutzt die Luft über göttliche Hilfe als Untergrund und rennt hinterher.

Bah steht unter Beschuss.
Entflammte Brocken sind die Boten des Bösen.
Holz und Gestein birst!
Die ersten Schreie!
Panikschreie!!
Hilfeschreie!!!

Der Raptoran setzt Amanodel und Candril ab und das Duo zischt Richtung Waldrand weiter.
Grutal landet abgehetzt hinter den beiden.

BAM!

In den Glockenturm der Kirche des Wahren donnert ein glühender Brocken.

Stücke der Kirchturmspitze gehen auf der Stadt nieder und die Spitze sackt in die Kirche.
Sie werfen sich auf den Boden, bevor die Fenster von innen bersten.
Die Glassplitter werden an die Innenmauer geschmettert.

Erste Brände in der Stadt brechen aus.
Es regnet glühende Kometen!
An der zentralen Brücke beziehen Grutal und Amanodel Stellung.

„Ich hole Spugnoir!“

Schreit Candril und spurtet.

„Beim Sprecher,... Terjon und Calmer!“

Grutal stürzt sich in die Kapelle des Wahren…


… Das Gespann weicht Kometen aus, gleitet, rennt über Dächer, landet unterhalb des Waldes hinter einer Granitformation und späht Richtung Waldrand.
Zwei Riesen mit flammenden Bärten schleudern die von ihren brennheißen Handflächen aufgeheizten Felsen Richtung Bah.
Zielen nicht großartig, schleudern nur!
Und in ihrem Rücken gibt großkotzig eine Erinnye (http://sinistervisions.com/store/images/Succubus-Art-Print.jpg) hitzige, wilde Befehle!

Hatten sie dieses biestige Stück nicht vor wenigen Tagen ordentlich vermöbelt?
Egal!!!

„Wir müssen sie aufhalten!!!“

Flüstert Deion mit Nachdruck in der bebenden Stimme Zarathustra, der nur kurz nickt, zu.
Dann schleicht Deion im Schutz der Dunkelheit in den Wald, um einen Hinterhalt zu stellen.
Zarathustra sucht wie gewöhnlich die direkte Konfrontation.
Die Feuerriesen schleudern gegen den Befehl des Dämons die Brocken nach Zarathustra, der geschickt vom einen zum anderen springt und schließlich mit dem Speer von oben die zum Schutz erhobene riesige Handfläche durchbohrt.

Die Feuerriesen ziehen ihre flammenden Zweihänder und die Erinnye schleudert ihr Seil der Fesselung, doch verfehlt den Angreifer.
Plötzlich zischen aus dem Dickicht des Waldes zwei Pfeile und treffen einen humanoiden Koloss im beide Ellbogen…


… Candril biegt in die Strasse ein.
Menschen stürmen ihm in Panik entgegen, überrennen sich rücksichtslos gegenseitig.
Er hilft einem Gestürzten, der sonst tot getrampelt würde, auf die Beine und weist ihm die Richtung.
Dann sprintet Candril weiter.
Da, das Zunftschild des Magiers!!!
Der dumpfe Klang eines fremden Hornes ertönt.
Die Fenster bersten, Stichflammen schießen auf die Strasse.
Das Labor!
Aus den Fenstern springen Magmins, die sich sogleich auf die brennbaren Türen der gegenüberliegenden Häuserreihe stürzen!
Spugnoir ist verloren!!!

Fassungslos bremst Candril auf dem Schotter.
Brennende Skelette marschieren gereiht aus der Tür und sichten ihn.
Wo ist der Führer der willenlosen Untoten?
Allein kann er sich dem Kultpriester nicht stellen!

Candril sprintet sofort zur Brücke zurück…


… Nun liegen die Fackelbärtigen (http://www.montecook.com/images/FireGiant275.jpg) Zarathustra und Deion zu Füßen.
Die Erinnye ist mit einem sicheren Teleport entkommen, als klar wird, dass die unvorbereiteten Riesen dem Gespann nichts entgegenzusetzen haben.
Bah steht noch immer unter feurigem Beschuss.

„Los, knöpfen wir uns den Westrand vor!!!“

Deion sattelt im Anlauf auf, Zarathustra sticht wieder in die Lüfte…


… Candril schlürft im Laufen einen Trank des Feuerschutzes.
Da sichtet er auch schon die Kirche des Wahren, aus der Grutal keuchend bereits wieder herausgetreten ist.
Unter Todesgefahr hat er sich in ihre Gemächer vorgeackert, doch beide sind wie vom Erdboden verschluckt.
Amanodel und Grutal haben beide mit der restlichen Defensivmagie des Tages aufgerüstet und winken die Fliehenden über die Brücke.

BAM!!!

Plötzlich wird auch die westliche Brücke von einem Brocken vernichtet.
Mit ihr stürzen auch einige Fliehende Bajaner ins Verderben.

„Zumindest hat der Beschuss aus dem Osten geendet! Retten wir, was zu retten ist!“

Auf der Straßenkreuzung im Norden erscheint ein Mopp Feuerkreaturen.

„Das sind Gesegnete des Imix… Feuertrolle!!!“
 
Und Amanodel fehlten bereits die essentiellen Kältezauber!

Die Trolle jagen das fliehende Volk, einer nach dem anderen wird in Brand gesteckt.
Die Menschen wälzen sich auf dem Lehm.
Angstschreie!
Schmerzensschreie!!
Zorn schwillt in den Abenteurern an.
Sie brüllen den Monstern entgegen, die ihrerseits die Zähne fletschten.
Das verschafft den Menschen die Möglichkeit sicher weiterzulaufen.
Ihr Anführer, ein Feuertroll doppelt so gewaltig wie die Restlichen, stellt sich vor den Mopp und deutet mit einem verkohlten Stab Richtung Brücke.
Er brüllt, die Meute setzt sich in Bewegung.
Das Trio stürmt ihnen entschlossen entgegen.
Aus dem Stab des Obertrolls schießt plötzlich ein Feuerkegel, versengt Fliehende wie auch das Dreiergespann und öffnet den Weg für den Mopp.
Die verfeindeten Seiten prallen aufeinander!

Candril und Grutal schmettern sich ihren Pfad durch die lebendigen Fackeln.
Die Krallen der Feuertrolle grabschen gierig nach brennbarem Fleisch.

Amanodel feuert einen Blitzstrahl durch die Feuertrollreihen und versenkt unbeabsichtigt zwei Bajaner, die ihm in die Schussbahn laufen.
Er sichtet aus dem Augenwinkel einen Felsbrocken, dessen Flugbahn der Brücke gefährlich werden wird und riskiert einen Arm vom Rückstoss des Blitzes abzuwenden.
Der Blitz drückt ihn lediglich zurück in den Lehm, doch es lohnt sich und der Federfallzauber rettet die letzte Brücke vor der Zerstörung.
Ein Feuerball des Obertrolls detoniert.
Schwere Brandblasen sind die Folge, der Rauch kratzt in den Kehlen.
Der Gesegneten des Imix grunzen aus feurig trockenem Hals!!!
Doch die Schlacht ist noch lange nicht entschieden…

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Titel: Flames and Foes II
Beitrag von: Nagakeng am 01. März 2007, 23:34:27
Ach, wie schön sind doch Semesterferien...
Deshalb widme ich diesen Beitrag allen Schülern da draußen :grin:

(79/2)
… Die Holzmaske war in zwei Teile gespalten.
Das Blut rann an Tristans vernarbter Wange herab.
Er und der weibliche Mönch an seiner Seite keuchten schwer.
Um ihn und Ingrith türmten sich die Feuerskelette und Feuertrolle.
Die Büttel hatten das Zeitliche gesegnet.

Einige Feuertrolle erwachten aus dem Koma.
Der wirbelnde Krieger drehte sich an ihnen vorüber und stach jedem einmal in den weichen Schädel, woraufhin sie wieder leblos zusammensackten.
Ingrith hielt sich den triefenden Arm.
Ein Schicksalsschläfer schwebte auf das Hausdach hernieder.
Über ihn zischte ein Feuerbrocken hinweg.
Es war eine sehr dünne Gestalt, die sich da unter der lila Robe verbarg.
Unter dem schwarzen, stacheligen Stahlhelm hing langes schwarzes Haar heraus und auch seine Augen waren nichts geringeres als pechschwarzes Gift.
Er verschränkte die Arme vor der Brust.
Und schwieg so demonstrativ, dass der Erfolg der beiden Krieger fast lächerlich wirkte.

Diesmal schmetterte die Waffenlose die Trolle nieder.
Wieder herrschte endloses Schweigen.

Plötzlich wurde es in den Häusern hell.
Durch ein Fenster flog ein brennender Körper.
Die Türen flogen gleichzeitig auf, und heraus taumelten vom Rauch hustende Bajaner im Schlafkittel.
Das Gespann deutete ihnen den Weg in Sicherheit.
Salamander pressten sich durch die Tür, wobei sie den Türrahmen in Brand steckten.
Die Häuser brannten in Windeseile lichterloh.
Der Priester beschwor einen spirituellen, überdimensionalen Opferdolch und schwang sich in die Lüfte.

„Für Gawain!“

Schrie Tristan und hechtete mit tanzenden Klingen ins Gemenge der glühenden Körper…


… Das Gespann zischt über die Kleinstadt hinweg zum anderen Waldrand.
Zerstörte Häuser, flüchtende Bajaner, Büttel, die sich dem Feuermopp entgegenstellen und deren Vorrücken hinauszögern.
Heldenhaft erwarten sie den sicheren Tod, für Familie und Vaterland.

Ein heller Schein vom nördlichen Waldrand erregt des Gespanns Aufmerksamkeit.

„Fernrohr…Nimmervollen Beutel!“

Spart der brustatmende Zarathustra seine Kräfte im vollen Flug.
Sogleich späht Deion hinüber und kann immer wieder zwischen den Häusern einen Blick auf die Szene erhaschen, während er sich bemüht, sie dem Falkener zu schildern, der soeben wieder gezwungenermaßen beginnt, lodernden Kometen auszuweichen.

„Ein Tor aus Flammen… auf der Norderhöhung!!! Ein steter Strom… aus… Kreaturen… Feuerkreaturen… ergießt sich in die Kleinstadt!!!… Halt!…Wer ist DAS?“

Dem Schurken stockt der Atem, sein Herz setzt eine Sekunde aus.

„Das spielt jetzt keine Rolle, Deion, Kamerad. Zieh deine Waffe, wir sind gleich am Ziel.“

Deion gehorcht und würgt in letzter Sekunde einen Flimmerntrank hinab.

„Attacke!!!“

Brüllt Zara, der die Flammbärtigen sich frontal vorknöpft, während Deion herabspringt eine akrobatische Rolle vollführt und im Liegen den ersten Pfeil einem der drei Feuerriesen in die Achsenhöhle jagt, der daraufhin den Brocken nicht mehr halten kann.
Ein verächtliches Knacken schallt durch die Nacht, als das Gewicht auf dessen eigenem Fußrücken landet…


…Die tiefen Falten auf Burnes Stirn zeugten von seiner Anspannung.
Er und Burne harrten aus, um gegebenenfalls die letzte magische und kämpferische Bastion zwischen den Einheiten des Elementaren Bösen und der Zivilbevölkerung darzubieten, doch es brannte ihm unter den Fingernägeln.
Um so früher er einschritt, desto unwahrscheinlicher würde dieses Szenario.
Hoffentlich hatte Amanodel noch genügend Kälteschriftrollen und Feuerschutztränke.
Halt!!!
Er grübelte tief, die Falten legten sich so tief in die Stirn wie nie zuvor.
Hatte er nicht in einem Geheimfach vor knapp zehn Jahren, nach der letzten Erhebung und all den Katastrophen ein Geheimfach mit Feuerschutz und Kältemagie angelegt.
Wie für jeden anderen elementaren Ernstfall auch!?!
Ein Versteck an Hilfsmitteln!!!
Mensch, wie konnte er das nur vergessen!?!

„Wonach grübelst du in dieser scheißverdammten Stunde noch, Burne?“

Funkte ihm sein bester Freund in den Gedankengang.

„Rufus, übernimm mal kurz allein das Kommando und halte hier die Stellung! Ich bin sofort wieder zurück!!!“

Rufus stürzte ihm- entgegen der Anweisung- die gewundenen Stufen vom Aussichtsturm aus hinterher und sie gelangten in den Speisesaal.

„Habe ich nicht gesagt, du sollst die Stellung halten!?! Jetzt mach, dass du wieder da rauf kommst, alter Schuft!“

„Ich störe ja nur ungern diese wundervolle Familienidylle.“

Eröffnete ihnen ein Büttel, der gemütlich mit Burnes Stuhl kippelte und den stehen gebliebenen Wein wegtrank.

„Was??? Auf deinen Posten, Gerald.“

Es war der Oberbefehlshaber nach Elmo, der wohl in der entscheidenden Stunde Muffesaußen bekam.

„Auf keinen Fall!.“

„Und warum nicht, dampfende Kacke!?!“

Rutschte es Rufus raus.
Burne wollte schon weiterstürzen, da platzte es aus dem Feigling in einem ernsten Ton.

„Weil ich auf euch gewartet habe…“

Burne hielt inne.
Die Augen des Burgherren weiteten sich unter seinem Zauberhut, als er die Falle erkannte.
Unter schallendem dämonischem Gelächter hüllte der verheerende Kältekegel die gereiften Freunde in schmerzenden Frost…

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…Das Blatt hat sich überraschenderweise gewendet.

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Nachdem der Anführer des Mobs noch mit Feuerstrahlen das Fleisch seiner Kontrahenten versengt hatte, packen die Helden nun ihre Geheimwaffe aus.
Candril und Amanodel halten Grutal den Rücken frei, während dieser sich mit Rechtschaffener Macht und Göttlicher Kraft stärkt und schließlich wie ein Inferno über die restlichen Feuertrolle hereinbricht.
Auch ihr doppeltpotenter Anführer fällt seinem göttlichen Streitkolben zum Opfer.

„Und was nun? Wir haben keine Möglichkeit sie zu töten, sie werden sich schlichtweg wieder regenerieren! Ich weiß nichts über ihre Schwachstellen, Brüder.“

Amanodels Rede verbreitet Ratlosigkeit.

Candril hält den bewusstlosen Mob mit kräftigen Hieben am Boden.
Da packt Grutal sich die Kreaturen und schleudert sie eine nach der andere wie Puppen in den eiskalten und angeschwollenen Bach, wo sie von den tosenden Schnellen fortgerissen werden.

„Vielleicht hilft das ja! Und falls nicht, sind wir sie zumindest vorerst los, bis alle sich in die Burg zurückgezogen haben. Stein lässt sich nicht so leicht in Brand stecken wie Holz, ihr miesen…“

Mit einer Tat der Stärke wuchtet er den vierfach schwerern Feuertrollführer über die Brüstung.
Die Brandblasen an den Händen schmerzen furchtbar, aber in dieser Stunde der Entscheidung ist das wohl das geringste Übel.

„Ein Lichtblick, sie haben den Beschuss eingestellt. Das haben wir sicherlich Zara und Deion zu verdanken!“

Schnaubt Candril, doch von Freude in seiner Stimme kann nicht die Rede sein.

Plötzlich hören sie wieder Hilfeschreie.
Panisch rennen Menschen aus allen anliegenden Gassen auf sie zu, verfolgt von langsam dahinschreitenden Feuerelementaren, die alles brennbare und bisher verschonte in Brand stecken.
Das Spektakel beginnt von vorn…


… Die Lungen vom Qualm voll beansprucht, bezogen Calmer, Terjon, Yether und Jennithar Stellung hinter der Stallwand.
Die Nacht war grellorange.
Sie mussten dem gewaltigen Feuer ganz nah sein!

Eine Stimme der Hölle erschallte, wovon Terjon einige Wortfetzen verstand.

„…dieses Chaos und diese herrliche Zerstörung ist beispielhaft. Wenn nicht besser gewusst, hielte man es für ein Werk der Dämonenschaft…“

„Schweig still!“

Eine andere, geschlechtlose, brodelnde Stimme mischte sich dazwischen.

„Ich habe Eure Wenigkeit herbeigeholt, weil ihr im Besitz der Steine seid. Ihr werdet sie mir aushändigen…“

„Der Auserwählte schlägt mir also ein Geschäft vor, harschnartwalhalaa!?!“

Terjon nutzte das Spiegelchen, hielt es am Untergrund um die Ecke, wobei ihm vor Schreck der Atem stockte.

„Wer sprach von einem Handel? Du dienst Tharizdun, Dämonenfürst!“

Der Auserwählte (http://img15.imgspot.com/u/07/59/18/Verfechter1172791335.JPG) erhob seine Stimme, während farbige Flammen aller elementaren Richtungen, seine unheimliche Gestalt umspielten.

Sie wandelte sich zu so unmenschlicher, unverständlicher Niedertracht, dass keine Zunge dieser Welt die Dunkle Sprache je beherrschen könnte.
Der Wille des Glabrezu war gebrochen, wie es schien.

„Ihr findet die Steine, harschnartgallart, in den gekreuzigten Leichen meiner Behausung.“

Der Auserwählte nickte.
Er nickte, als ob er dies schon immer gewusst hätte und holte anschließend aus der schwarzen Kutte einen silbernen Schädel hervor.
Kurz funkelte ein roter Edelstein aus einer Vertiefung an der Stirn auf, doch im selben Moment erschien eine blutende Erinnye an seiner Seite, die Terjons Aufmerksamkeit auf sich zog.
Die beiden düstren Gestalten schritten durch das Feuertor, wobei der Auserwählte seinem Vortrag letzte Instruktionen hinzufügt:

„Hiermit übertrage ich euch, tanariischer Diener, die Befehlsgewalt über den Mob…“

Das Tor schloss sich mit einem dumpfen Knall.
Gerade noch war der letzte Magmin hindurchgeschlüpft und eilte sogleich zur Spielwiese des Grauens.

Die vier Priester hielten die Luft an, als er an ihnen vorbeitrabte.

„Diese Schmach der Knechtung, schararatat, wird niemals in die Geschichte dieser Ebene eingehen!!!“

Ein Wutanfall des Glabrezu deckte das Dach des Hauses ab, das als Versteck diente.

Sie bildeten einen Kreis, einen Kreis der Freundschaft, während die Ziegel herabregneten.
Terjon reckte die flache Hand in die Runde, die langen Weggefährten erwiderten sein Handeln.

„Wenn haben wir denn hier!?! Etwa, krareitantscheck, einen Mob an Spähern!?! Ihr habt gelauscht!!!“

Zischte das Ungetüm, die Scherenklaue zum Hieb erhebend.

„Steht uns bei, ihr Guten Götter!!!“

Die erste Serie aus göttlicher Magie eröffnete das letzte Gefecht der ansässigen Kirchen…
 

… Der Riese wirft sich mit der Schulter durch das nächstgelegene Haus.
Die Kommandantin, eine Erinnye, war geflohen und die beiden anderen Söldner des Feuers (http://www.montecook.com/images/FireGiant.jpg) getötet.
Der Auftrag war zuende zu führen.
Der Überlebende versucht sich vor den präzisen Schüssen des vom Vogelmensch geschulterten Halblings in Sicherheit zu bringen.
Doch sie spüren ihn überall auf.
Er durchbricht die nächste Häuserfront und findet sich auf einer Weggabelung wieder.
Wo bleibt nur das Verfolgergespann?
Ha, direkt über ihm!!!

Der gespannte Bogen richtet sich genau auf seine Stirn.
Doch der hellhörige Halbling schreckt auf.
Das Gespann wechselt einige ihm unverständliche Worte, deutet nochmals drohend mit dem Finger auf den Feuerriesen und zischt dann eine Gasse entlang in der ein Kampf tobt.
So, nun konnte er den Auftrag, die letzte Brücke zu zerstören, in aller Ruhe vollenden…


…Die Schweißperlen der sengenden Hitze rannen Elmo und Tenaris in Strömen hinab.
Sie und einige Büttel waren von einer Magminschar umzingelt.
Plötzlich landete etwas mitten unter ihnen.

„Zarathustra, Ehre der Jägerin!“

Gemeinsam bezwangen sie das Lavaheer, wobei lediglich ein Büttel starb.
Deion brauchte nicht einmal absatteln, sondern feuerte mit dem Bogen, während Zara und die übrigen das Schwert schwangen.

„Wo wollt ihr hin?“

Entgegnete der Falkener dem von dannen eilendem Waldläufer-Kommando.

„Wir sehen bei Tristan und Ingrith nach dem Rechten. Sie stecken in Schwierigkeiten! Deckt ihr den Rückzug der Bevölkerung!“

Und schon war der Trupp in einer Seitengasse verschwunden…


…Um sie herum brennen Häusergiebel, der Rauch kratzt furchtbar in den Kehlen, die Gasse ist mit den Toten beider Fraktionen gepflastert.
Überall in der Stadt lodern Brände, die gellende Freude der Vernichtung lässt Bah wie einen Vorgeschmack auf die baldige Hölle wirken.
Ein schreckliches Bild!

Plötzlich vernehmen sie den Schall einer Explosion und zeitgleich erschallt der Klang eines Hornes und schwere Schritte poltern über das Pflaster- auch das Hallen von Hufen ist herauszuhören.
In der gewundenen Gasse erscheint ein Nachtmahr, ein rußig brennendes Pferd der Hölle, geritten von einem Schicksalsschläfer in Ritterrüstung- natürlich unter der obligatorischen lila Robe verborgen- gefolgt von einem Mob aus brennenden Skeletten und Gesegneten des Imix.
Das Gespann bereitet sich auf die Konfrontation vor.

Der Schicksalsschläfer, eine hünenhafte Gestalt, deren Erscheinung ein dämonischer rechter Arm abrundet, wirkt Verwirrung und wie das Unglück es so will, reißt der bisherig überragende Erfolg ab.
Man weiß nicht, wer den ersten Schlag tat, doch so geschieht es und die ungezügelte Wut eines Freundes fährt auf den anderen hernieder und kehrt sich im anderen gegen sich selbst.
Deion und Zarathustra zerfleischen sich förmlich gegenseitig.
Der Verdammnisträumer überlässt sie, hohl lachend, ihrem Schicksal.
Sein Kommando zieht grunzend und gackernd vorbei und verschwindet hinter der nächsten Biegung…


… Eine Explosion erschüttert die Umgebung und zerfetzt die Mühle.
Die Leiche eines Salamanders landet vor Schwert-, Zauberstab- und Kolbenschwinger.

„Gerade eine Feuerkreatur sollte wissen, dass mit einigen Substanzen nicht gut Kirschen essen ist. Dazu gehört leider auch Mehlstaub…“

„Spart euch den Sarkasmus Amanodel. Die Situation ist viel zu ernst, als hier hohle Worte zu schleudern. Ihr kennt die Haltung meines Orden gegenüber solchen Belangen.“

Stutzt Grutal, der in Bereitschaftsstellung gegangen ist, dem Zauberer die Meinung.

„Aber wie auch ihr wisst, ist in einer solchen Stunde eine Gesinnungsdiskussion heiße Luft, Hüter des Wortes!“

Kontert der Magier.
Bevor Grutal erneut ansetzen kann, lenkt Candril die Unterhaltung wieder auf das Wesentliche.

„Es ist beunruhigend, dass bisher kaum Bajaner die Brücke überquert haben. Und inzwischen ist der Strom der Flüchtenden ja fast völlig versiegt. Sollten wir nicht ausschwärmen, teilweise zumindest?“

In dem Augenblick hören sie nochmals gellendes Schluchzen.
Zwei Familien, ungefähr zwei Dutzend Bajaner an der Zahl, schleppen sich durch den Russ aus dem Norden. Hinter ihnen flammt es hell auf.
Grutal Fortron jagt los, doch ein auffälliges Geräusch hält Fernandel Amanodel und Candril Jiltray zurück.
Es klingt wie eine einbrechende Mauer.
Keinen Moment später ist das Geräusch lokalisiert und bestätigt:

Ein blutender Feuerriese hat sich einen Brocken beschafft und heizt ihn mit seinen glühenden Händen auf.
Sofort zieht der Magier seinen Geschossstab und feuert Magische Geschosssalven, Candril packt sich den Bogen und feuert mehrere Geschosse auf einen Schlag, welche die bärtige Gefahr jedoch mit dem Brocken abwehrt.

Er setzt an und schleudert, verfehlt jedoch den lebensnotwendigen Pfeiler und reißt nur ein Loch in die Flanke der Brücke.
Doch sie will nicht nachgeben- noch nicht.
Wieder schreitet er zur Tat und reißt mit Gewalt einen Ziegelverhau heraus, während er unter Vollbeschuss steht.
Die Mission ist sein Ziel!!!

Gerade, als er wieder zum Wurf ansetzt, trifft den Bärtigen ein von magischen Geschossen umwirbelter Blattschuss ins Gesicht!

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Ebenfalls vorbildlich hat Grutal den Rückzug der Bajaner gedeckt.
Der Urgroßvater einer Familie versichert aufgelöst, dass sie die letzten Überlebenden seien und eilt mit seinen Liebsten über die Brücke.

Die Flüchtenden verschwinden im Dunkel des Brückenbogens.
Ein Todesstöhnen, dem weitere folgen, reißt die Helden aus der Zuversicht.
Der Alte taumelt zurück, hält sich dabei das schwache Herz und bricht zusammen.

Das dezimierte Duo sammelt sich.
Der manifestierte Tod tritt ruhig aus der Dunkelheit.
Bodaks. (http://www.wizards.com/dnd/images/mm_gallery/Bodak.jpg)

„Seht ihnen nicht ins verzogene Antlitz, es löscht Leben au…“

Plötzlich greift sich auch der ungeschützte Grauelf ans Herz, das Leuchten seiner blaumagischen Pupillen erlischt.

„Mörder!!!“

Grutal und Candril blicken ihnen erfüllt vom Sinnen auf gerechte Rache tief in die Augen des Todes.
Und siegen ohne Umschweife!

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Amanodels lebloser Körper wird geschultert, sie ziehen sich zur Burg zurück, Grutal wählt den Luftweg.
Das nördliche Bah ist verloren…


… Zarathustra lässt ab.
Er hat Deion in die sterbende Bewusstlosigkeit geprügelt und ist dabei nicht unversehrt geblieben.
Denn auch der Schurke hat den ein oder anderen unangenehmen Hieb, Biss, Kratzer - was auch immer- gelandet.
In seiner Verwirrung flieht der Raptoraner vor einer unbekannten Quelle der Furcht und überlässt den Kamerad seinem Schicksal.

Als er schließlich den Wahnsinn abgeschüttelt hat und ihm sein furchtbares Handeln bewusst wird, ist es bereits zu spät.
Zurückgekehrt, streift er Deion behutsam über die offenen Lider.
Eine bittere Träne tropft aufs Pflaster, verdampft langsam und hinterlässt nur einen feinen Hauch aus Salz.

Zarathustra ballt die Faust, zieht alle vorhandenen Tränke, und schluckt sie so hastig, dass die farbigen Wässer an den Wangen hinabrinnen.
Er schnellt in die Lüfte und hält dort inne.

Fixiert auf das Objekt der Verachtung, erfüllt es ihn mit einem seltsamen Gefühl aus Erwartung, Hass und Trauer, als das vertraute Horn ertönt und ihm den Weg weist.

Der Raptoraner sticht durch Rauchschwaden und unternimmt einen Sturzanflug auf den Verdammnisträumer, der völlig überrascht das Pferd hochreißt.
Der Adamantspeer durchbohrt das Herz des Nachtmahr (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG195.jpg).
Der Schicksalsschläfer stürzt mit den Reittier, im Abspringen klemmt er sich jedoch den rechten dämonischen Arm ein und geht zu Boden.

„Es folgt dein Ende, Schuft! Sprich dein letztes Gebet.“

Knirscht der heftig mit den Flügeln schlagende Angreifer.

„Niemand, auch nicht ihr, Fremder, werdet mein Schicksal besiegeln. Nur zu eurem Verständnis: Das liegt allein in der Hand THARIZDUNs...“

Entgegnet der Liegende gelassen mit einer hohlen Stimme und zieht dabei in übernatürlicher Weise seinen flexiblen Arm unter dem erloschenen Raucher hervor.
Durch die splitternden Fenster springen plötzlich Gesegnete und versperren dem Falkener den freien Stich.

Sie grabschen gierig nach seinem brennenden Fleisch.
Zarathustra zügelt seine Wut, und distanziert sich leicht.
Der Schicksalsschläfer murmelt eine Phrase, seinem schwarzen Helm entspringen überdimensionale pechschwarze Fledermausflügel.
Er richtet sich auf, wobei er einen halben Fuß über dem Pflaster hinter seinen Befehligten, zu denen sich die restlichen Feuerskelette gesellen, zum Stehen kommt.

„Das nenne ich Mut, Lord Helmchen!“

Provoziert Zara den Feigling, um ihn zu einem Duell zu bewegen.

„Dieser Siedlung werden etliche folgen, und ihr könnt nichts, aber rein gar nichts dagegen unternehmen, Flattermann!“

Lautet die ernüchternde, ebenso provozierende Antwort.

„Sei unbesorgt, ich werde DICH und dein Pack wie…“

Die letzten Worte Zarathustras sind nicht mehr hörbar, als er, dem Feind nicht den Rücken kehrend, in den Rauchschwaden verschwindet.
Der Held hat ein Zeichen gesetzt…


… Rufus stürzt den Überlebenden entgegen.
Er blutet an der Stirn und ist übersäht mit tieflila Frostbeulen.

„Rufus kehrt um, Bah ist verloren. Alle Überlebenden befinden sich in der Burg!“

Wirft Grutal ihm entgegen.

„Wo sind all unsere Verbündeten abgeblieben?“

„Wir wissen es nicht…“

Gibt Candril zu.
Der Burgherr schlägt mit seinem Zweihandschwert wie ein Berserker auf eine angrenzende Zinne, bis er sich abreagiert hat.

„Sie sind gefallen.“

Schallt es aus der Dunkelheit der Nacht, die von den Bränden der Stadt und dem ungewöhnlich roten Schein des Himmels überlagert wird.
Zarathustra trägt seinen Freund Deion vor sich auf den Armen.

„Auch Burne…“

Erwidert Rufus bitter.

„… ist bei einem Hinterhalt auf der Burg ums Leben gekommen… los die Zugbrücke hoch!“

Nur das Knistern der Flammen ist noch zu hören, weder Tier- noch  Menschenrufe mischen sich darunter.
Die Schlacht ist verloren.
Bah gleicht einem Triumph des Elementaren Bösen sondergleichen!
Die Hängebrücke rastet senkrecht ein und überlässt die Kleinstadt ihrem Schicksal…

To be continued

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Titel: Counterstrike
Beitrag von: Nagakeng am 07. März 2007, 22:03:03
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Bah in Trümmern – der Gegenschlag

(79/3)

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… Er kämmte sich seinen Bart und putzte das Holzbein wie er es jeden Abend vor dem zu Bett gehen tat.
Seine beiden größten Schätze auf dieser Welt, seine treue Frau Hammerlied und sein kluges Adoptivkind schlummerten bereits tief und fest.

Ein leises Wispern drang durch den Wald zur Siedlung.

Der Wald um sie herum war zum Geisterwald geworden.
Die Wurzeln des Spuks lagen in den Massengräbern, die nach dem Gemeindehaus-Massaker zwangsläufig um den Weiler herum angelegt werden mussten.
Und Schuld daran trug allein der Kult.
Zwar behaupteten einige böse Zungen, darunter auch Thandain Dunkelvoll, dass die Abenteurer, welche das Asyl damals ins Leben gerufen hatten, die Schuld trügen, doch ohne den Kult hätte es dieser Aktion auch niemals bedurft.  
Beim Erbauer, basta!

Das Raunen eines Drachen warf Rerrid aus seinen Gedanken.
Die Balken des Gasthauses nebenan knarzten verdächtig!

Er humpelte ins Schlafzimmer und weckte seine Frau und das Orkkind.
Plötzlich knarrten die Giebel seines Daches verächtlich.

„Los, los, beeilt euch! Wir müssen fliehen!“

Sie eilten mit Rerrid nun im Schlepptau ins Kaminzimmer.
Plötzlich fuhr direkt vor ihnen aus dem Kaminschlot ein gebündelter Feuerodem, der das Mobiliar in Flammen setzte.

Die Giebel knarrten als das Dach entlastet wurde, und sich das furchtbare Prozedere, welches der Ausräucherung aller Voniduaner galt, nebenan wiederholte.

„Los, wir nehmen die Hintertür! Schnell, schnell!“

Befahl das Familienoberhaupt.
Plötzlich wurden erste Angstschreie und Hilferufe laut.
Sie schlichen sich nach draußen und Rerrid  spähte um die Hausmauer. (http://www.wizards.com/dnd/images/hob_gallery/89517.jpg)
Erschrocken wandte der Zwerg sich ab und packte das eingeschüchterte Junge sowie seine Frau an der Schulter.

„Ab in den Wald! Lauft und blickt JA NICHT zurück!!!“

Erneut war das Raunen eines Drachen zu hören, was gleichzeitig den Startschuss gab.
Während die Handlanger Hedracks Vonidu einzuebnen begannen, wähnte sich Familie Hammerlied in Sicherheit.
Doch plötzlich drang das gespenstische Wispern wieder an Rerrids Ohren.
Dunkle Schemen zwischen den Stämmen der Bäume begannen langsam Gestalt anzunehmen.
Sie klammerte sich aneinander und Rerrid zückte in größter Not das Symbol des Erbauers…


… Candril hatte die Pupillen weit aufgerissen, um ja nicht zu stolpern.
Verschwitzt eilte er durch den Wald, die Tentakel immer auf den Fersen und gelangte schließlich zu dieser Lichtung.
Eine Kathedrale des Bösen erhob sich vor ihm.
Die Tore öffneten sich, wobei eine Feuersbrunst herausschoss.
Gleichzeitig wurden darin die dunklen Umrisse zweier dämonischer Linsen sichtbar.
Eine Peitsche knallte.
Candril wähnte sich am Ziel, denn es tat sich keine Möglichkeit der weiteren Flucht auf.

„Hier bin ich, was willst du?“

Eine infernalische Stimme, wie der rauschende Ursprung eines Kohleofens dröhnte an des Waldelfen spitze Ohren.

„Deinen Körper!!! Willkommen in der Hölle.“

Unvermittelt erwachte die Kämpfernatur aus dem puzzleartigen Traum.
Es war Candrils geheimer Wunsch endlich vollwertiges Mitglied des Schimmernden zu werden- nämlich Pfaffe desselbigen.
Doch seine Persönlichkeit, ja sein geistiger Pfad, hatte stets etwas davon abgewichen.
Musste er also seinen Körper verkaufen?
Oder offenbarte der Traum wie so oft auf mystische Weise einen Bruchteil der Zukunft?
...

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… Am folgenden milden Morgen begrüßte die völlig übermüdete Stimme des ernsten Priesters Grutal nacheinander Amanodels und Deions passionierte Seelen.
Mit der Notration an Diamantenstaub im Gepäck, welche vorsorglich über die letzten Verkäufe angelegt worden war, konnten beide Kameraden wieder unter die Lebenden geholt werden.

Das Resümee der Schlacht war ernüchternd.
Die Heerscharen des Elementaren Feuers hatten nicht nachgesetzt, sondern waren nach und nach spurlos in den Flammen verschwunden.
Von der ursprünglichen Bevölkerung- immerhin knapp ein Tausend an der Zahl- hatte knapp ein Fünftel das Massaker hinter sicheren Burgmauern überlebt.

Die letzten Ruinen qualmten noch, (http://www.wizards.com/dnd/images/hob_gallery/89507.jpg) als man sich auf der Burgmauer versammelte.
Im Großen und Ganzen glich Nordbah einem Trümmerfeld.

Südbah, das Gebiet auf Burgseite des Baches, war von der Schlacht bis auf wenige Ausnahmen verschont geblieben;
die meisten Toten lagen jedoch in Südbah, vereinzelt verstreut auf den Gassen, doch wie man von den Zinnen in der Morgenröte erkennen konnte, sammelten sich die meisten auf dem Pfad von der Zentralbrücke zur rettenden Burg.

„Wir haben sie direkt in die Arme der Bodaks gewinkt, direkt ins Verderben…“

Wurde es Grutal schlagartig klar, er schauderte.

Die Helden, Rufus und die verbliebenen Büttel hatten die Nacht abwechselnd in großer Zahl Wache geschoben.
Auch sonst hatte kaum jemand eine Auge zugetan, was die schwarz unterlaufenen Augenränder bestätigten.

„Ihr seht beschissen aus. Wascht euch mal die Asche aus der Fresse…“

Begrüßte Rufus seine Mannen.

Nach der Aufgabenverteilung schwärmten die Helden aus, um die Ruinen zu untersuchen und zurückgelassene Kultanhänger zu beseitigen.
In letzterer Aufgabe konnten sie nicht genügsam werden, doch glücklicherweise fanden sich vereinzelt Überlebende, versteckt in den Häusern und Ruinen.
Einige Bajaner waren sogar in der Lage gewesen ins Dickicht des Waldes zu fliehen und sich die Nacht dort zu verkriechen, womit im Endeffekt statt dem Fünftel noch ein Viertel gezählt werden konnte.
In den Überresten der Kirche des Wahren fand man unter dem zerstörten Altar ein geheimes Fach unter anderem mit einer Portion heilender Tränke und wohltuender Salben sowie Kräuter.
Damit war fürs Erste die Gesundheit der Obdachlosen gesichert.

Ebenfalls befand sich darunter auch eine Pergamentrolle, mit der Candril zur Burg zurückeilte und die dem unverzichtbaren Burne das Leben wiederschenkte.
Vor versammelter Mannschaft platzte es aus ihm heraus:

„Rufus, wieso hast du nicht auf mich gehört?“

„Mensch, alter Freund, das spielt doch keine Rolle mehr!“

„Dann erzähl mir wenigstens welcher gerissene Kultist uns so einheizen konnte? Ich erinnere mich nur noch an das dämonische Prusten.“

„Ich kannte ihn noch von früher, diesen infernalischen Oger Magus, wie hieß er noch?"

„…mmhhh, …D´Gran?“

Auch ein kurzer Abstecher in die Unterwelt konnte Burne das grandiose Gedächtnis nicht nehmen.

„Richtig, Ich kannte seine Schwachstellen noch von früher!“

„Du meinst, wovon er keine hatte!?!“

„So ist es, verdammter Mist.“

Feixte der Kämpfer.

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„Allein meine Wut über deinen Tod und der Beistand meiner Ahnen haben das Scheusal in die Flucht geschlagen!“

Danach widmeten sie sich ohne Umschweife der Lagerorganisation- immerhin hatten knapp zwanzig Duzend Menschen, Elfen, Zwerge, Halblinge und Gnome keine Bleibe mehr.

Währenddessen fiel Grutal ein Häuschen auf, welches unberührt die Ruinenwüste Nordbahs störte.
Es hatte in keinster Weise Schaden genommen, und erklärte sich scheinbar daher, dass ein Schutzsymbol Iuz frisch in die Tür geritzt worden war.
Von der Köchin Telna fehlte jede Spur.

„Überall Spione… die Menschheit ist so anfällig, Korruption soweit der Blick schweift…“

Murmelte der Priester.

Derweil hatte Amanodel auf der herabgelassenen Zugbrücke Stellung bezogen und beobachtete zusammen mit Deion die einkehrenden Nachzügler.

„Sie kamen direkt aus den Flammen!“

Schluchzte eine aufgelöste Witwe.
Amanodel vertraute sie einem Büttel an.

Bruchteile später erregte ein Bauer sein Gemüt.
Mehrere magische Auras von wundersamen Gegenständen verbargen sich unter seiner zerlumpten Kleidung, sowie Schriftrollen und Stäbe.
Amanodel flüsterte Deion seine Beobachtung und den resultierenden Plan zu.
Er hielt den Fremden an und predigte ihm, keine Widerrede duldend:

„Plündern untersagt, Bauer, leert eure Taschen, ihr seid ertappt.“

Deion spielte das Spiel famos mit.

„Ein Bauer in der Sorge um Familie und Hof hat in diesen Stunden gewiss nicht den Scharfsinn, an Plünderung zu denken, während ihm das Herz vor Trauer übergeht. Es sei denn, er ist gar kein Bauer… Seid gegrüßt, Herr Spion und zudem… Gestaltwandler!!!“

Flink Deion Bolshie deutete scharf mit dem Zeigefinger auf den Beschuldigten, kniff dabei die Augen zu und verzog die Mundwinkel.
Der Fremde drehte auf dem Absatz um und nahm die Beine in die Hand.
Davon erstaunt, dass ihre Vermutung scheinbar der Realität entsprach und von seiner Reaktion verblüfft, dauerte es einen Moment, bis Amanodel der Zauber von der Hand schnellte, und der Dieb im senkrecht gestellten Spinnennetz zwischen den Zugbrückenketten zappelte.

Nachdem der Beschuldigte eingekerkert worden war, folgte ein erstes mildes Verhör durch Burne, dem Rufus und die Abenteurer beiwohnten.
Der Bauer schwieg konsequent.

Den Bruder Zeniths erreichte am späten Nachmittag eine geistige Nachricht der Schwester.
Im wahren Sternbild würden sich seltsame Ereignisse abspielen und sie sollten gewarnt sein:
Die nächsten Tage könnten sich die Geschehnisse auf Tellene überschlagen.
Wie konnte sie auch wissen, dass der Umbruch bereits begonnen hatte…


… Thuchos wandte sich angewidert ab.

„Wollt ihr eure bestialische Ader, nicht anderswo ausleben?“

Blut und Gedärme klebten überall.
Wie die Gören immer so wunderbar zuckten, bevor ihr Ende kam.
Estalions stechende Augen musterten den Hünen.

„Euer Ego ist angekratzt, nach so einer Blamage, das versteht doch jeder… Muttersöhnchen…“

Estalion wandte sich wieder seiner grausigen Spielerei zu.
Thuchos war sich zu fein, darauf in seiner hohlen Art zu antworten.
Und er tat auch gut daran, denn Estalion beherrschte die Kunst in offenen Wunden zu pullen mit seiner nasalen Stimme wie kein zweiter Verdammnisträumer.

„Geh mir aus den Augen, Unwürdiger…“

Bohrte der Schlaksige weiter, nachdem er vergeblich auf eine Antwort gehofft hatte.
Was war das einzig wirksame Mittel gegen Estalions Sticheleien?
Richtig, Ablenkung.

„Apropo, unwürdig. Ich habe Dugart seit Tagen nicht zu Gesicht bekommen. Ihr etwa?“

„Jaaaa….“

Unterbrach die gestörte Persönlichkeit sich nasal erinnernd ihre Spielerei, wobei sie sich mit dem knochigen Arm blutige, undefinierbare Krümel von der Stirn wischte.

„…dieser Taugenichts treibt sich seit Tagen bei der Meuchelmörderin herum. Behauptet, den Altar bewachen zu müssen, lässt sich wohl aber auspeitschen.“

Thuchos drehte den Kopf quer.

„Das sind ja Neuigkeiten… ein tyrannischer Ton sollte anschlagen. Aber sollte er nicht… müssen wir ihm einen Denkzettel für seine triefende Inkompetenz verpassen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es doch…“

Der Hüne grinste hohl.

„.. es muss THARIZDUNs Wille sein, wenn des Schicksalsschläfers SprachWERKZEUGe genau in diesem Moment solche Silben entfleucht…“

„Zudem bin auch furchtbar gespannt, wie viel Kompetenz noch in den alten Knochen der Gründerväter steckt… Seiler versklaven kann doch jeder…“

Spöttelte der geifernden Estalion, wobei ihm die stechenden Augen wie überreife pechschwarze Früchte aus dem Schädel quollen.
Anschließend widmete er sich wieder seiner bestialischen Erfüllung…


…Gegen Abend war ein Lagerfeuer im Hof der Burg entzündet worden, wozu Grutal eine Predigt zum Gedenken aller Opfer hielt- für manch einen mag es etwas zu früh angesetzt erscheinen, denn es waren bei weitem noch nicht alle Opfer aus den Ruinen geborgen;
doch Burne und Rufus drängten die Entdecker des Prismas zu raschem und entschiedenem Rückschlag.
Und da Grutal der einzige akzeptable Priester weit und breit gewesen, und nicht abzusehen war, wann die Helden in Bah erneut aufkreuzen würden, lief es nun mal so.
Man gedachte den Seelen der wahren Y´Dey, des echten Jaroo, Gundi, Terjon, Calmer, Yether, Jennithar, Tristan, Spugnoir, Ingrith, Zerosh, Elmo und Tenaris, der Büttel und aller Opfer aus der Zivilbevölkerung- dies war weniger problematisch und tränenreich, denn meistens hatten komplette Clans beziehungsweise vollständige Großfamilien überlebt und nur wenige Ausnahmen waren einsam zurückgeblieben.
Grutal wünschte Telna und dem Gestaltwandler ihre gerechten Strafen an den Hals, betete für die Verschonung weiterer Städte, die Rückkehr zu Recht und Ordnung in Bah und vor allem das Ende des Schreckens.

„Das schwöre ich euch, so wahr ich hier stehe, im Namen des Sprechers des Wortes, wir werden DAS beenden!“

Die Versammlung löste sich nach einer letzten Segnung auf.
Amanodel hatte der Zeremonie nicht beigewohnt- denn die Auffüllung seines Zauberrepertoires hatte Priorität, sollte die Rückreise heute noch anstehen- und gesellte sich erst jetzt hinzu.

„Wir werden euch Hilfe senden, so bald wir Bet Regor bereisen…“

„Fürs erste haben wir Vorräte, doch ein paar Karrenladungen Lebensmittel wären wirklich sehr hilfreich und ein Medikus, jetzt wo, … ihr wisst schon… muss mindestens sein.“

Per Handschlag verabschiedeten sie sich von Burne, der nochmals seine Anerkennung loswurde:

„Ihr habt so viele Leben gerettet, wie ihr konnten. Zerbrecht euch nicht den Kopf darüber oder gebt euch gar selbst  die Schuld.“

„Schuld trägt allein dieser verdammte Kult!!!“

Grölte Rufus dazwischen, wofür er von seinem langjährigen Weggefährten, der das Wort wieder an sich riss, einen vorwurfsvollen Blick erntete.

„Ja, genau, es gibt Dinge, die kann man nicht ändern… und andere… eben schon.“

„Genau, tretet ihnen in den Arsch!“

Übersetzte Rufus.
Er reichte den Verbündeten auch nicht die Hand zum Abschied, denn man sah sich seiner Überzeugung nach ja bald wieder.
So traten sie also die Reise über die Schattenebene an…  


… Der Pfeifenqualm stand dick in der Kammer.

„Tut euch keinen Zwang an. Nehmt das Teil mit, es ist mir sowieso ein Dorn im Auge. Keine Ästhetik, kein Geschmack, aber wenn es seine Bestimmung erfüllt, nur zu. Und wenn ihr Hedrack trefft, grüßt ihn herzlichst von mir. Ich würde ein Treffen nach so langer Zeit seeeehr begrüßen. Meinen Namen kennt ihr ohnehin, was wärt ihr sonst für ein ERWÄHLTER…“

Kurz zuckten die dämonischen Gesichtsmuskeln hinter der freundlichen Altopamaske des Diabolisten, als er den verhassten Namen des Kommandanten vom Äußeren Schicksalsring herauswürgte.
Dann verschlang ein Wirbel aus Zeit und Raum den Altar und seinen neuen Besitzer.

Wo nur Smigmal wieder steckte!?!
Gewiss führte sie Dugart wieder an der Nase herum, weil er sich nicht abwimmeln ließ.

„Verehrter Bezwinger der Seiler, Meister Falrinth, hört mich an, wir…“

Erklang Thuchos hohle Stimme.

„Söhnchen, habt ihr denn nie gelernt anzuklopfen?“

Seufzte der Schreckensmagier.
Dann pustete er wieder allerlei Rauchfiguren in die ohnehin verqualmte Kammer.

„…vergeudet nicht meine kostbare Zeit. Ich weiß weswegen ihr hier seid und die Antwort lautet NEIN. Also verschwindet.“

Falrinth hatte so seine Möglichkeiten auf dem Laufendem zu bleiben.
Thuchos hob den Helm wieder auf seine Schultern.

„Wie ihr wünscht.“

Er verließ das Geheimversteck.

„Ich hätte ihm jederzeit Killer in den Wanst rammen können. Diese hochrangigen Kultisten sind furchtbar überheblich… Meister, wann verlassen wir die Ausgrabungen und widmen uns wieder weltlicheren Themen?“

Flüsterte eine bis dahin verborgene, herb weibliche Stimme hinter Falrinths Schaukelstuhl hervor.
Seine mörderische Leibgarde war bei Thuchos frevelndem Eintreten hereingeschlüpft und hatte sich trotz des Rauches wunderbar verbergen können.

„Da steckst du also… mmmhhh … der Kult als Geldquelle versiegt und seine Existenz ist laut den Gerüchten auch nur noch eine Frage der Zeit. Lass uns aufbrechen.“

Schließlich fügte er, sich den langen weißen Bart streichend und den ungewöhnlich kurzgewachsenen Halb-Ork dabei musternd, hinzu.

„ Aber Smigmal tu mir einen Gefalle. Lass die Maskerade wieder sein, es nimmt dir ohnehin niemand die Halb-Elfe ab…“

Mürrisch begann Smigmal mit den Vorbereitungen…


… Falrinth war ein Narr sondergleichen!!!
Jetzt hatte dieser überhebliche Taschentrickzauberer nicht nur seinen Nutzen für die Mission verloren, nein, er hatte nun auch noch die Gunst der Schicksalsschläfer verspielt.

Der Hüne griff nach der Fackel, die er in der Halterung zwischengelagert hatte.
Dann zögerte er, zauberte stattdessen ein mattes Licht auf einen schwarzen Onyx und schlürfte schließlich langsam den Gang entlang und brütete über der optimalen Strafe.
Dugart begegnete ihm auf dem Gang.
Die beiden Kultisten schwiegen im Vorüberschlürfen.

Einige Momente später drang das Echo von Stimmen durch den Gang.
Unter den Personen befand sich auch der neu gewonnene Erzfeind!
Halt!
Soeben hatte der Verdammnisträumer Falrinth und seinem Gesocks einen neuen Zweck angedichtet…


… In der Dunkelheit leuchtete es matt.

„Flattermann!!!“

Schallte es hohl aus dem Gebiet des Zwielichts.

„Im Wahn habt ihr Erleuchtung übersehen…“

Mit ausgestrecktem Arm und flacher Hand deutete die schemenhafte Person, von der zusätzlich allein der Stahlhelm markant hervortrat, einladend in den langen unerleuchteten Gang.

„THARIZDUN beschert auch seine Feinde… gepriesen sei seine chaotische Natur!“

Plötzlich war das Zwielicht erloschen.

„Ist er weg?“

Horchte Candril in die Runde.

„Viel wichtiger ist doch die Frage, warum wir den Kultisten entkommen haben lassen, der Deion auf dem Gewissen hatte. Mh, Amanodel?“

Setzte Zarathustra mit einem Ton gespielten Vorwurfes nach.

„Ja, er ist weg, Candril. Seine magische Aura ist zumindest verschwunden. Und Zara, warum habt IHR ihn denn dann gestern  entkommen lassen? Wohl wahr, wohl wahr…“

Konterte der Grauelf.

„Beim Sprecher, ihr habt Probleme. Wir sollten uns eher darum sorgen, ob das eine Falle ist.“

„Folgen wir doch schlicht dem Hinweis, weil wir WAHNsinnigen ja schließlich die ERLEUCHTUNG ÜBERSEHEN haben.“

Äffte Deion den Schicksalsschläfer und seinen ausdruckslosen Kehlkopf nach.

Und so schlich Deion auf dem neuen Kurs extrem vorsichtig voraus.

„Ah, eine einsame Fackel, unsere ERLEUCHTUNG!“

Bereitete der Halbling seine hochgewachsenen Kameraden auf die wahrscheinliche Gefahr vor.

„Eine Geheimtür liegt hier verborgen… und ein magischer Schutz der Hervorrufungsschule soll uns am eindringen hindern.“

Ergänzte Amanodel nach Prüfung durch seine blitzende blaumagische Iris.
Zwei dieser einfallslosen Drehtüren entschärfte Deion gefahrlos hintereinander.
Dann stand man in einem Schuttbefreiten Kämmerchen, in dem neben einfachem Mobiliar ein äußerst kurzes Bett auffiel, wohl für einen Gnom, Halbling oder ein Kind gefertigt.
Zudem zierte eine ornamentierte Waffensammlung- zwei Sichelschwerter, ein Schlagdolch, zwei Kolben, ein zweiendiges Messer und ein Paar Nunchaku - die vergleichsweise schmucklose Wand.
Die Tür gen Norden stand halboffen.
Grutal und Amanodel ließen Schutzzauber auf die Gruppe regnen, dem gesellte sich noch einige schluckbar einnehmbare Defensivmagie hinzu.
Über eine Ecke gelangten sie zu einer weiteren Tür, die allerdings neugierige Blicke auch nicht ansatzweise passieren ließ.
Es roch intensiv nach Pfeifentabak und zudem quoll eine dünne Rauchschwade unter der Tür hervor.

„Ich schätze wir sind am Ziel.“

Nickte Deion den Weggefährten zu, die seine Geste erwiderten.
Als Reaktion belegte Amanodel den Schurken mit Verbesserter Unsichtbarkeit.
Der ebenfalls unsichtbare Zarathustra bezog hinter der Ecke Deckung- er hatte seine drei Wünsche, in deren Prophezeiung er die Kameraden noch immer nicht eingeweiht hatte- nicht vergessen.

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„Was ist? …schön euch gekannt zu haben!“

Witzelte er als Ablenkungsmanöver für den leicht irritierten Amanodel.

Dann beförderte Candril die morsche Tür mit einem mächtigen Tritt aus den Angeln, wobei eine Feuerfalle detonierte, die den geschützten Waldelf jedoch nicht juckte.

Das Kammermobiliar beinhaltete eine einfache Schlafkommode auf der ein aufgeschlagenes Buch lag, ein wackliger Tisch mit dämpfender Weihrauchschüssel, ein hoher Kerzenständer, ein Schaukelstuhl auf einem kleinen Podest, der gerade das Kippeln eingestellt hatte.
Ob man den lebensechten Schicksalsschläfer zur Einrichtung zählte, blieb persönliche Sache jedes Helden.

„Auf dass SIE den Altar niemals wiedersehen außer von INNEN!“

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Kannten sie diese Erscheinung noch von früher?
Richtig, das war Dugart, der Halb-Ork mit dem feinen Schriftbild und der Vorliebe für Masochismus- der erste Schicksalsschläfer, dem die Gruppe überhaupt begegnet war!
Der Rückblick auf einen denkwürdigen Moment!
Das musste mit einer Schlacht gefeiert werden!!!

Und deren überraschende Eröffnung übernahm ein Feuerball aus dem Nichts, der EBEN NICHT vom Verdammnisträumer stammte und auf alle Erkundungssüchtigen übergriff.

„Wir haben es mit einem potenten, arkanen Zauberwirker zu tun! Nehmt euch in Acht!“

Konnte ihr magische Auras wahrnehmender Freund noch loswerden, doch mit der perfekten Überraschung auf Seiten der Gegner legte der Zauberer nach, und ließ Fernandel vorläufig permanent verstummen.

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Davor sah Zarathustra noch den richtigen Moment für seinen Auftritt gekommen.
Er schnellte aus der Deckung in den Rauch, und wählte sich Dugart zum Ziel- denn schließlich sah er sonst niemanden.

Wunderschöne, farbige und umso tödlichere Lichtstrahlen im Regenbogenmuster entströmten wirbelnd einem Punkt im Raum und durchbohrten willkürlich die Prismenentdecker, denen jedwedes Ausweichmanöver nichts nutzte.

Das offensichtlichste Ziel, Candril, durchdrang ein violetter Strahl.
Im nächsten Moment war er spurlos verschwunden!!!
Vernichtet???
Keine Zeit für Spekulationen!!!
Anschließend traf Grutal zuerst ein roter Strahl- das am ganzen Körper aufflammende Feuer schluckte die Feuerresistenz- dann ein grüner.
Er widersetzte sich dem tödlichen Gift und kam noch einmal mit leichten Kreislaufbeschwerden davon.
Danach wurde Amanodel von einem blauen Strahl beglückt, der ihn zu einer schmucklosen Statue versteinerte.
Deions orange Freude artete in einen aufquellenden Säurespritzball aus, dem er sich reflexartig seitwärts rollend entzog- die Kugel stürzte im leeren Raum zusammen.

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Dieser verheerenden Attacke setzte der Zauberer einen schnellgezauberten Blitz nach, der allein Grutal galt.
Denn Deion konnte erwartungsgemäß geschickt ausweichen und Amanodel spürte kaum mehr ein Prickeln – mal davon abgesehen, dass er ja überhaupt nichts mehr fühlen konnte.

Die Mannstärke war schlagartig auf ein Trio zusammengeschrumpft.
Grutal konnte weder mit einer Rückverwandlung Amanodels, noch mit Unterdrückung von Unsichtbarkeit dienen.
Und geschwächt von den reichlich Attacken, sah er seine einzige Möglichkeit in der Stärkung seiner Defensive.

„Segne deinen Streiter mit Gerechter Macht, Oh Sprecher, er braucht dringend deine Hilfe!!!“

Deion turnte an Amanodel vorbei, und wagte sich hinein, wobei er den wohl kampfentscheidenden Stab vom Gürtel löste und das auszugleichen suchte, was eigentlich die beiden Zauberwirker hätten übernehmen sollen.

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Zarathustras Sehne am Krähenfuss durchtrennte die unsichtbare Klinge eines Assasinendolches- die Folge einer hinterlistigen, hinterhältigen Attacke!

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Eine weitere verborgene Person war also anwesend, und sie stand nicht auf ihrer Seite, was eine zahlenmäßig ausgeglichene Schlacht bedeutete - das war man nicht gewohnt!

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Dugart machte mit einer Klingenbarriere den Rückzug fast unmöglich, während aus dem Nichts ein Kettenblitz zuckte und auf das komplette Trio mit Deion als Zentrum übersprang.
Wenn er auch sonst nichts von sich preisgab, hatte der Zauberer zumindest damit kundgegeben, über Wahre Sicht zu verfügen.

Zarathustra brachte seinen ersten Stich bei Dugart ins Ziel, der von Befriedigung erfüllt, merkwürdig stöhnte.

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Grutal war inzwischen genügend verletzt, um von den Klingen der Barriere völlig zerschlissen zu werden, und so gönnte er sich selbst eine Heilung, die auch die Wirkung des Giftes aufhob und schritt erhobenen Hauptes durch die Klingen.
Dann sprühte aus dem Stab Deions ein glitzernder Regen, der sich auf ein Gebiet legte- doch leider wurde kein Feind enttarnt!
Er versuchte es weiter.

Grutal spürte plötzlich einen Hieb in den Rücken, knapp an der Wirbelsäule vorbei.
Wieder pumpten seine Venen Gift durch den gesamten Körper und verteilten es in all seinen Geweben.
Doch der herzensgute Kleriker war ein harter Brocken und biss die Zähne zusammen.

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Dugart braute einen Flammenschlag über den Feinden zusammen, und rief ihn hernieder, wobei er sich in eine Ecke quetschte, um nicht in eine Zange zu geraten.
Zara forderte dessen schnelles Ende und stach wild zu, Dugart wehrte mit dem Schild fast alle seine Angriffe ab und spürte zuletzt doch einen stechenden Schmerz im Fußrücken- man hatte ihn am Boden festgepinnt - was wiederum ein lustvolles Stöhnen hervorrief.
Ein gezielter Bann aus dem Nichts reduzierte Deions Feenfeuer-Zauberstab für einige Momente zu wertlosem Tand.

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Hartnäckig, aber vorerst vergeblich, versuchte er das Ding wieder in Gang zu bringen.
Grutal teilte einen wuchtigen Hieb ins Leere aus und gesellte sich dann zu Zarathustra, sich dem sichtbaren Feind Dugart widmend.
Und immer dieses widerwärtige Stöhnen!
Konnte er das nicht einfach bleiben lassen!?!

Während Deion am Stab rumhantierte und die Attacken des Assasinen allesamt nach kräftigen Luftwirbeln am hin und her schwebenden Schild Grutals abprallten, zog Dugart trotz all der lustvollen Stöhnerei eine Schriftrolle der Heilung, scheinbar unentschlossen – Schmerz am Limit war wohl seine Leidenschaft- war er jedoch unfähig den Spruch fehlerfrei abzulesen.

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Der mächtige Zauberer verschaffte Dugart über eine Beständige Kugel der Macht, die sich um den Falkener aufspannte, nochmals ein wenig Luft- sicherlich nur aus egoistischen Motiven.

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Plötzlich hatte Deion den Stab wieder zum Sprießen befähigt, schleuderte es auf ein leeres Plätzchen im Raum und enttarnte den Zauberer, auf dessen Hut und langen Ärmeln sich der Glitzerstaub niederließ.
Zarathustra nutzte den Moment und verfrachtete sich mithilfe des Reisemantels direkt vor dessen Füße.

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Der Magier setzte einige vorsichtige Schritte zurück und stand bereits mit einem Bein im Alternativplan –Flucht durch das vorsorglich errichtete Phasentor.

„Schluck das, Hybrid.“

Hybrid!?!
So hatte man Zara sein Lebtag nicht genannt.
Doch das schien belanglos als der dünnstreifige, nekromantische Effekt, ein Finger des Todes, den Falkener erwischte und in Bruchteilen einer Sekunde der gesamte Lebtag an ihm vorbeizog… Kindheit, Adoleszenz, ruhmreiche Tage… doch der unheimliche Ausflug stoppte in genau diesem Moment und nicht erst im Paradies Mutter Schicksals!

Sauwütend packte er den Todesmagier am Kragen, schüttelte ihn kräftig durch, trieb die funktionsfähige Fußklaue in dessen Magen, nahm ihn schließlich in den Schwitzkasten und hechelte ihm ins Ohr.

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„Wer ist jetzt der Gebieter!?!“

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Nachdem die hinterhältige Nervensäge Grutal nochmals gefährlich nah am Rückrad getroffen hatte,

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schmetterte der Priester mit einer Tat der Stärke den am Boden festgespickten Verdammnisträumer zu Boden, der Stahlhelm sprang vom Schädel und das Lebenslicht in den bösen Augen erlosch, begleitet von einem weniger lustvollen Röcheln.
Sofort drehte sich Grutal um und schwang hart in die schweren Rauchnebel vor ihm, deren wirbelnde Schleier die genaue Position des Meuchelmörders verbargen.

„Zeig dich, Feigling!“

Fauchte er augenblicklich, roh und genervt.

Schurke Deion nutzte derweil die Gelegenheit und stach zu, dem Magier direkt zwischen die schwach von Steinhaut geschützten Rippen.
Jener litt recht hilflos unter Zaras überwältigendem Armzug, zappelte, und trommelte wirkungslos auf den feindlichen Rücken ein, was unter dem Muskeldruck am Hals immer schwächer wurde und schließlich in unkontrolliertem Zucken endete, bevor er wenige Augenblicke später in die Bewusstlosigkeit sank.

Plötzlich tat sich in der Klingenbarriere eine Öffnung mit humanoidem Umriss auf und schloss sich nach schredderndem Geräusch wieder.

„Da bist DU ja, Feigling!“

Grutal eilte hinterher, und zog noch vor den wirbelnden Klingen die Notbremse als sehr laut eine unbekannte, herb weibliche und aufgeregte Stimme einsetzte.

„Falls jetzt jemand seinen VERSTEINERTEN FREUND im STÜCK wieder HABEN will, rührt JETZT niemand einen FINGER oder SICH gar von der STELLE!!!“

Die Unbekannte betonte alle Silben völlig konfus, so, als ob sie noch nie in wahrer Gefahr geschwebt hätte.
Ein wahrhafter Angsthase mit Killerqualitäten eben!

Grutal erhaschte durch die Klingen einen Blick auf die halbwüchsige Assasine (http://img15.imgspot.com/u/07/65/15/assassinEEE1173298880.gif), deren Verbesserte Unsichtbarkeit wohl ausgeklungen war.

„Ihr WERDET diesen TAUSCH nicht ausschlagen, WENN euch das LEBEN eures FREUNDES etwas BEDEUTET. LASST FALRINTH LAUFEN!“

Das Trio sah sich tief in die grimmigen Augen;
die Hinterlist, die den unfairen Kampf beherrscht hatte, brachte ihre Gemüter in einer Art und Weise zum Kochen, dass jetzt nicht an Handel zu Denken war.
Mit einem gezielten Stich in den Nacken, tötete Deion Falrinth und Grutal hechtete in der schweren Ritterrüstung- sofern man eben damit hechten konnte- durch die Klingenbarriere unter die umgeworfene Statue und rettete Amanodel so vor der Zerstörung.

Er raffte sich auf, um die Unbekannte zu verfolgen, welche die Gelegenheit zur Flucht genutzt hatte.
Der gute Priester schleuderte einen Flammenschlag nach der Flüchtenden.
Sie überstand die Attacke aus offensichtlichen Gründen überragender Bewegungsfertigkeit unversehrt und gelangte zur geheimen Drehtür, welche sich jedoch nur langsam bewegen ließ.
Im nächsten Moment hatte der Adamantkolben schwingende klerikale Berserker beinahe aufgeholt und die Kurzgewachsene hüllte die Umgebung in Dunkelheit.
Er hieb einige Male nach ihr, sie turnte zwischen seinen Armen hindurch und bekam es mehrmals nicht gebacken, eine zusätzlich gezogene Schriftrolle zu benutzen.
Nach einigen ebenfalls ergebnislosen und zu bewusst brutalen Schwingern Grutals, gelang ihr schlussendlich die Flucht per Dimensionszauber.

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Während Grutal sich noch im Rausch der Verfolgung wähnte- man hatte äußerstes Vertrauen in seine Nehmerqualitäten und Fähigkeiten als Solojäger- widmete sich das Duo bereits einer angenehmeren Beschäftigung.
Als Deion das Buch auf dem Tisch genauer unter die Lupe nahm, fuhr eine Schlange mit lähmendem Gift heraus, der er spielerisch auswich.

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Die folgende maximale Feuerexplosion zerriss zwar das falsche Zauberbuch in tausend Fetzen, schadete Deion jedoch aufgrund seiner Perfektion in Sachen Ausweichmanövern nur unwesentlich.
Kein Magier solch hohen Ranges würde SEINEN Zauberwälzer auf so stupide Weise riskieren, das war nur logisch!

Nachdem jedes Staubkorn umgedreht worden war, entdeckte Deion mit reinem Tasten unterm Bett die beiden echten Zauberwälzer Falrinths.

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Auch waren bei den Schriftrollen einige sehr interessante und aufschlussreiche arkane Zauber dabei, die allesamt in Amanodels Tasche gewandert wären, wenn er nicht gerade so langweilig in der Gegend herumgehangen wäre.
Die beiden Schinken, sowie Schreckliche Verwandlung, Zauber Wenden, Projiziere Abbild, Fleisch zu Stein und Antimagische Aura sollten ihm nach seiner Rückverwandlung feierlich überreicht werden.

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Der Edelstein-, Münz- und Klopfstab-bestückte Ledersack ließ das Abenteurerherz nur wenig höher schlagen, wohingegen einem beim Gedanken an Falrinths Wertgegenstände am Körper schon der Speichel im Mund zusammenlaufen musste.
Grutal pflückte derweil die verzierten Waffen von den Wänden.
Auf dem Höhepunkt ihrer Sammelleidenschaft, besann man sich wieder auf Innere Werte und Tugenden.

„Candrils Körper muss vollständig zerstört sein, nicht einmal Asche ist von ihm übrig geblieben… Hand ans Herz, Kameraden… Friede seiner Seele!“

Betroffen starrten sie auf den folgenschweren Ort und entzündeten als Andenken das gefundene Porträt eines selbstsüchtigen und egoistischen Zauberers, das gewiss niemand Geringeren als Falrinth (http://www.top-airbrush.de/index.htm?http://www.top-airbrush.de/Lederbemalung.htm) höchstpersönlich darstellen sollte, als Zeichen ihrer Anerkennung.

„Den Verdienst seines Kopfes verdanken wir dir und wollen wir dir widmen, Candril Jiltray. Du warst der Mutige, der im schicksalhaften Moment vorausschritt!“

Sie legten eine Schweigeminute ein.
Als der Gestank der brennenden Acrylfarben nicht mehr auszuhalten war, schulterte Grutal die Statue und das Trio zog von dannen, wobei der Kleriker noch nötige Heilmagie spendierte…


… Rufus und Burne riefen unter den Bütteln höchste Alarmbereitschaft und kommandierten die Bajaner, deren Hütten nicht beschädigt waren, für die Nacht wieder in die Burg.
Die Nacht hatte sich wie ein düstrer Vorhang über Tellene gelegt und die Burgherren wollten kein Risiko eingehen.

„Burne, kneif mich mal in die Wange. Kacke, schau mal her.“

„Mh?“

Burne hatte die neue Situation noch nicht realisiert, in Gedanken hing er dem Ablauf des nächsten Verhörs des Bauern, der wohl Spugnoirs Ruine geplündert hatte, nach.

„Sieh nach Westen. Die Hügeln umgibt eine rote Corona. Wenn ich mich nicht irre, dann brennt Rapabolidu, verdammt!“

Der Tempel des Elementaren Bösen setzte seinen Vernichtungsfeldzug also fort…

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…Und als ob das vorerst nicht genug Aufregung gewesen wäre, behinderten jetzt tatsächlich zwei Verdammnisträumer den Rückzug aus den Ausgrabungen.
Der Hüne, welcher ihnen gerade eben noch das Versteck verraten hatte, in Begleitung eines trotz Robe sehr schlaksiger Typen stellte den Helden also eine Falle!
Andere die Drecksarbeit erledigen lassen und dann persönlich den Todesstoß versetzen- das hatte dieses Schwein sich so gedacht!

„Flattermann, was ich gestern schon hätte persönlich beenden sollen, will ich heute nachholen. Es war überflüssig deinem Freund den Lebensatem einzuhauchen, wenn er heute schon wieder sterben muss.“

Klotzte der Hüne hohl, der die Worte Lebensatem und Freund nur nuschelnd über die Lippen brachte.

„Jaja, quatsch du nur, Lord Helmchen. Wir werden ja sehen.“

Murmelte Deion verschmilzt und entschlossen, dass kaum seine Kameraden ein Wort verstanden.

Auf Höhe eines nach Schwefel muffelnden Brunnens im langen Gang schulterte der Priester seinen Gefährten sanft ab, dann wanderte das Trio langsam, aber zielstrebig, auf den angewurzelten Feind zu.
Für einige Momente hallten nur die schweren Schritte Grutals durch das Gemäuer.

Dann feuerte der dürre Schicksalsschläfer einen verhältnismäßig schwachen Blitz.
Der Startschuss für die Charaktere, die ihre Schrittweite und Frequenz verdoppelten.

Grutal verlieh mit Gerechter Macht, Göttlicher Kraft und Göttlicher Gunst seiner Erscheinung einen imposanten Charakter, während er sich stetig fortbewegte und schließlich in die menschliche Mauer stürmte.

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Zarathustra nahm einen Heldentrank zu sich und flog von den Schwingen getragen vorn.
Plötzlich hielt Deion eine unnatürliche Kraft, eine Barriere des Rückhaltes fest, die seine Freunde nicht ausgebremst hatte, woraufhin er den Bogen auspackte und im Akkord schoss.

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Währenddessen hatte Thuchos mit einem gezielten Gehobenen Bannversuch nur die Ladung des Gegenzauberrings Grutals verbraucht und sich mithilfe der Fledermausflügel an seinem Stahlhelm in die Lüfte erhoben, um Zara unerschrocken den Weg zu versperren, wohingegen Estalion recht erfolglos Verwirrung zauberte – Deion schüttelte die Wirkung nach vorübergehender Beeinträchtigung über eine Spezialfertigkeit der Schurkengilde ab.

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Des Weiteren stärkte Estalion sich mit Verschwimmen den Rücken und sah sich anschließend mit der furchteinflössenden Kampfbestie des Guten, nämlich Grutal, konfrontiert, der mit einem glücklichen Morgensternhieb im Ansturm den Verdammnisträumer fast tödlich verletzte, was diesen zwang in die Unsichtbarkeit zu flüchten.

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Deion stellte das Dauerfeuer kurzfristig ein, um den Aufenthaltsort Estalions mit einem Überzug aus Glitzerstaub einwandfrei lokalisieren zu können, doch der talentierte Grutal setzte nicht mit einem verheerenden Drehschwung nach, sondern hob, was dringender war, mit Heilung das durch Thuchos über seinen geflügelten Kompanion hereingebrochene Unheil auf.

Zeitgleich fügte Zarathustra dem Hünen einige leichtere Stichwunden mit dem Speer zu.
Dieser wollte sich dessen ungeachtet mit einem Berührungstodesspruch an Grutal für sein ungefragtes Eingreifen rächen, verfehlte allerdings im Hassrausch sein Ziel

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und flatterte anschließend weiter zur Decke empor, um aus Grutals Reichweite zu entkommen, was ihm zwei Gelegenheitsangriffe bescherte.
Schicksalhaft scheiterten beide an der gehärteten Ritterrüstung.

Auch Estalions Schwächestrahl auf Grutal konnte nicht verhindern, dass nach dem Flammenschlag des Wortpriesters seine Tage gezählt waren- Thuchos Flammenschutz hingegen sog die Hälfte der Wirkung auf.
Trotzdem galt seine nächste Handlung der Eigenheilung, die den Verdammnisträumer zurück in den Ring brachte.

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Zarathustra ließ jedoch nicht ab und landete mit Deions Pfeilhagel zusammen drei mittelschwere Wunden, woraufhin der Feind zähneknirschend die Flucht per Wort des Rückrufs ergriff.
Zähneknirschend wohl weil die Feinde den Leichnam des dürren Kultisten zu professionell abgeschirmt hatten.

„Ich schätze er ärgert sich gerade extrem, weil er die magischen Gegenstände des Nebenbuhlers aus der Riege nicht hat abgreifen können.“

„Gewiss. Und danach gleich über diese herbe Niederlage gegen die WAHNsinnigen ohne ERLEUCHTUNG.“

Bestätigte Deion den Priester und ahmte den Hünen dabei schmunzelnd nach.

„Sag ich’s doch. Wer ist der Gebieter!?!“

Klinkte Zarathustra sich in die spöttelnde Unterredung.
Währenddessen hatte Grutal den Verdammnisträumer in den Nimmervollen Beutel wandern lassen, und witzelte weiter.

„Ich hatte immer darauf getippt, dass Verdammnisträumer nur aus den Reihen reiner Priester Tharizduns stammen können, und nicht den Rang eines Zauberer innehaben dürfen…scheint wohl Not am Mann zu herrschen, wie?“

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Nachdem man lachend zur Statue zurückgeschlendert war, beförderte ein Wort des Rückrufs die Gemeinschaft in ein fernes Land - Brandobien…


… Der Verdacht ließ Smigmal nicht los.
Hatte man ihr und Falrinth eine Falle gestellt?
Hatten die Schicksalsschläfer etwa!?!
Wie hätten die Eindringlinge sonst ihr altes Versteck entdecken können?
In der Dunkelheit der Hallen schlich die Assasine Rothand zum Tiefen Tempel des Elementaren Bösen und lauschte einer dumpfen Unterhaltung.
Der weibliche Halb-Ork geriet an die Grenze zum faden Licht.

„Auserwählter Tharizduns, lasst mich den Fremden zeigen, welche Folgen es hat, sich mit dem Kult der Träumer anzulegen. Bringt mich an den Ort ihres Aufenthaltes.“

„Ihr lasst Euch von eurer Unwissenheit befehlen. Ihr seid schwach. Der Eingekerkerte räumt euch dennoch eine Chance ein,… und SIE wird euch begleiten!“

Ein Strahl schwarzer Energie, entsprungen dem deformiertem Arm des Champion vom Elementaren Bösen, traf Smigmal Rothand unerwartet…


… Der nasskalte Winter in Cosolen, in der friedlichen Provinz Cosdol gelegen, war gewöhnungsbedürftig.
Die Metropolis Brandobiens lag an der Küste des immerwährend warmen Stromes in der Voldor Bucht, weshalb den Cosdolern Schnee ein Fremdwort war.
Ungeachtet dieser Tatsache, war die Stadt eine wahrhafte Meisterleistung menschlicher Baukunst.
Durch die sauberen, gepflasterten Gassen zogen sich Meilen von strömungsarmen Kanälen über die sich Tausende antiker Brücken spannten.
Die marmornen, meist kuppeligen Gebäude waren von feinster Bauart und Prunk.
In Schwindel erregender Höhe verbanden gläserne Bogenbrücken die unterschiedlichsten Gebäude untereinander.
Grutal liebte dieses Klima und den Stil.
Deshalb liebte er seine Heimat.

To be continued

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EDIT: Hab mich doch noch erinnern können: Ihr hattet Falrinths Bücher gefunden.
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 09. März 2007, 01:13:05
So schreibt Gawain aka Zarathustra!

Ein Geländer am Strome bin ich euch, wer mich fassen kann der fasse mich - doch eure Krücke bin ich nicht!

Wohl war so war es und wird es immer bleiben. Bis zum Ende hatte jeder seine glänzenden Momente.

So mögen diese dann noch kommen.

Und der Kampf gegen Falrinth war wirklich köstlich, doch war auch er nur ein Opfa!
 :D

Und mit den Worten Grutals: Give me more XP!

Edit: Arrghh jetzt kommmts mir wieder... FUCK wir hätten 15 im Endbattle sein können. blablabliblup...
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 09. März 2007, 08:39:05
Jaja, manche leiden noch immer unter den Nachwirkungen...  :D

Sehr schön geschrieben, SL.
Aber Candrìl wollte kein Pfaffe, sondern ein Priester des Schimmernden werden...

Endlich gibts auch mehr SL Anmerkungen unter den Kämpfen. Mich hat schließlich interessiert, was sich unser SL dabei gedacht hat. :)

Ja, leider ist Candrìl in die Abyss verbannt worden. Unschöne Geschichte.  :(
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Gawain am 14. März 2007, 00:49:52
Was willst du Shejitan?

wir haben doch davor die d6en sprechen lassen, da war schon vor dem Abend klar, das dein Char nicht ungeschält davonkommt :lol:

p.s. wer wissen will wie es geht. man nehme bei einer 5 köpfigen gruppe 1 d6. bei 6 einfach nochmal. dann jedem im uhrzeigersinn ne zahl geben. würfeln. Ergebnis ist ie anzahl der versterbenden, nochmal würfeln in höhe der anzahl der versterbenden.
weitere 6en oder bereitsgewürftelte zahlen ignorieren.

Diese Prognose stimmt immer!!! Selbstverständlich muss der Spieler mit dem höchsten Karma draufwürfeln :roll:

- ohne Scheiß, sie war zu +50% zutreffend.

Editnatürlich könnte es auch an dem Würfel gelegen haben. Dieser ist aber bereits als DIE 6 gerahmt in meinem Zimmer auf dem nachttisch, damit ich den Tempel nie vergessen sollte.

MfG Tharizdun
Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 14. März 2007, 08:36:18
Zitat von: "Gawain"
Was willst du Shejitan?

wir haben doch davor die d6en sprechen lassen, da war schon vor dem Abend klar, das dein Char nicht ungeschält davonkommt :lol:


Stimmt, ich hätte gleich wieder gehen sollen  :(  Oder lieber nochmal zum Burger King fahren und dann erst kommen.

Also, SL, wann gehts hier weiter?
Titel: Visit by night due to last line of defense
Beitrag von: Nagakeng am 14. März 2007, 12:49:49
Jetzt mein guter Sheijtan :wink:

Das Gedächtnis der Verdammnisträumer – Hürden vor dem Feuerknoten


(80)
Sie begaben sich auf die Suche nach Händlern goldpraller Portmonees, um duzende Geschäfte abzuwickeln- darunter auch den Verkauf des Tentakelstabs der irren Kultistin an eine ansässige gute Kirche, allseits interessiert in die Erforschung des Bösen zu investieren, zu dessen eigenem Übel.
Als Dankeschön kassierten sie nicht nur kräftig ab, sondern erhielten auch einen Amanodel aus Fleisch und Blut zurück.
Grutal behielt Falrinths Umhang des leichten Verschwimmens, der angehäufte Rest wurde Stück für Stück in bare Münze umgesetzt.

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In einer solch reichen Stadt war dies weit weniger aufwendig, als einen Ionenstein für Fernandel und einen Heiligen Bogen oder eine Glücksklinge für Deion aufzutreiben.

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Trotzdem riskierte man es lieber, in der Schlacht eine Gliedmaße zu verlieren, statt wie ausstaffierte Damen durch die Schneiderboutiquen zu pendeln.
Nichtsdestotrotz trugen sie nun seit geraumer Zeit nicht mehr die Kleidung armer Leute, welche kaum ihre Nahrung zahlen konnten.
Ihr Kleidungsstil war gepflegt und würdevoll…


… Es nieselte aufs Pflaster.
Plötzlich prasselte es auf breite, hünenhafte Schultern.
Der Verdammnisträumer nahm seinen Helm herab und kniete im mattroten Mondschein nieder.
Seine eingefallenen schwarzen Augen schlossen sich.
Der Erwählte segnete sein Haupt mit Worten der Dunklen Sprache, die er kaum ertrug- den Willen Falrinths Leibassasinen hatte der Auftrag bereits gebeugt und das Abgründige Gemurmel brach nun seine rohe Seele.

Würde Thuchos Nalred sich nach dem Sieg an den Leichen vergehen dürfen?
Nie hatte er irgendwem seine Leidenschaft der Nekrophilie auch nur im Geringsten angedeutet.
Der Erwählte nickte.
Wie war das möglich?
Ohne Belang…


… Candril erwachte.
Er hatte Kopfschmerzen wie nach einer heiteren Nacht mit allzu viel Wein und Weib.
Oh Schreck, er steckte in einer winzigen Höhle ohne Eingang!!!

Jetzt galt es einen ruhigen Kopf zu bewahren, was allerhand verlangt war, wenn einem so der Schädel pochte.
Candril klopfte mit dem Schwert die Wände ab und tatsächlich klang es an einer Stelle ziemlich hohl.
Er durchbrach nach einigen Anläufen die Stelle und purzelte in eine größere Höhle mit unzähligen Skeletten dämonischer Kreaturen und einigen undefinierbaren Flecken und schwarzen Pfützen auf dem Boden.
Durch eine Öffnung strahlte Tageslicht.
Überglücklich lief er darauf zu und zog im letzten Moment die Notbremse.
Der Abgrund lag direkt vor ihm und das Tageslicht war außerdem nur die Helligkeit einer endlosen und gigantischen Höhle.
Eine ausgerottete, sehr ungewöhnliche Wohngegend tat sich ihm kund.
An den Wänden von kolossalen Stalaktiten hingen frische, organisch schimmernde, pulsierende Kokons.

 

War er etwa auf eine andere Ebene gesandt worden!?!
Irgendwie und irgendwo musste es doch eine Möglichkeit geben aus dieser unwirklichen Welt zu entkommen und in die Heimat zurückzukehren!!!
Nach einiger Zeit der Ratlosigkeit, bastelte Candril schließlich aus den anwesenden Utensilien ein Dämonenkostüm.
Verdächtig nahes Flügelschlagen unterbrach die Stille.
Rasch schlüpfte er ins Kostüm, sein Umhang brachte ihn mit einer Dimensionstür mitten in die Höhle, er fiel frei, und nutzte einen der letzten Flugtränke, die ihm noch bis zum Tageslicht bringen mussten.
Aus einigen Kokons waren inzwischen Dämonen geschlüpft, die mit einer organischen Bombe an den Händen geboren, allesamt, teilweise fliegend, teilweise rennend, in eine Richtung strömten.
Was blieb ihm übrig als sich fürs Erste anzuschließen?
Vielleicht flogen sie ja zur Oberfläche!?!
Und tatsächlich, getarnt gelangte er bis an etwas, was man in der Hölle wahrscheinlich auch so nannte.
In Wirklichkeit war es allerdings eine um das  tausendfach größere Höhle, denn über dem Himmel und giftigen schwarzen Wolken prangte erneut eine schwarze Steindecke. (http://www.wizards.com/dnd/images/dx0606tt_tacticstips_vrock.jpg)

Ein anderes Problem war, dass Candril soeben in den  legendären Krieg zwischen Teufeln und Dämonen (http://www.wizards.com/dnd/images/dmg35_gallery/DMG35_PG160_WEB.jpg) gelangt war, wo sich Heere, deren Nachschubquellen nie versiegten, in alle Ewigkeiten bekriegten.
Was er immer für einen Mythos und böses Gerücht von Verrückten hielt, entpuppte sich schlagartig als eine überwältigende Wahrheit, der er nicht gewachsen war.

Sein für einen Dämonen untypisches Zögern blieb nicht unbemerkt.
Mist, der Gebrauch des Purpurnen Reiseumhangs war für den Tag bereits verbraucht!
Candril suchte Zuflucht in einer Höhle im spitzen Wipfel eines Berges, warf den Tarnmantel ab und zog seine Waffe.
Ein Waldelf ergab sich nicht kampflos!!!
Einige Vrocks (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG48.jpg) stürzten sich kreischend in die Höhle und der Vielzahl an Klauen und Schnäbel hatte der Waldelf und sein treues Krummschwert nichts entgegenzusetzen.

Eine telepathische Nachricht erreichte Candril in all dem unverständlichen infernalischen Gekreische, bevor er in die Bewusstlosigkeit sank.

„SIE wird einen guten Preis für diesen saftigen Leckerbissen bezahlen! Graaahhhh!!!“

Und wieder hatte sich ein zentraler Part des Traumes erfüllt…


… Sie leisteten sich eine Luxusunterkunft.
Speisten in einem perlweißem Saal mit angesehenen Senatoren und Künstlern, tranken edlen Svimoscher Wein und lauschten dem umjubelten Satyrduo mit seinen Schauspielerinnen im Evakostüm  (http://www.semsk.kz/entert/vallejo/images/1991/satyr-91.jpg)auf dem kristallinen Baum, das mit Harfe, Panpfeife und tiefster Inbrunst die Herzen aller Anwesenden anstimmte.
Zudem staunten sie über den grazilen schlangennahen Wasserfallverlauf und die kristalline Bar, hinter der allein Schlangenmenschen ausschenkten.
In der Tat wähnte sich das populärste – und einzige - Hotel der Stadt im Besitz einer wohlhabenden Yuan-Ti Familie, deren gesamtes Personal allein ihrer Rasse entstammte, vom Zimmermädchen bis zur Wache (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG263.jpg).

Ihr Schlaflager war ebenfalls prächtig.
Hinter dem zwanzig Fuß hohen Eingangsbereich mit schwarzweiß Teppichmosaik auf graumeliertem Marmor teilte sich die Residenz in zwei Stöcke.
Im Erdgeschoss schliefen Deion und Grutal, im Obergeschoss, welches einem Balkon im Hausinneren ähnelte und über eine seitlich gelegene Treppe zu erreichen war, Fernandel und Zarathustra.
Zarathustra vermochte nicht im Liegen zu verweilen und saß deshalb wie ein Vogel auf dem Elfenbeinbettrahmen.
Die Bleibe lag direkt an einem stillen Kanal.
Die dicken Wassertropfen, die aufs Wasser platschten, verbreiteten eine einsame Stimmung.
Der Mond schien herein, Deion war zur Wache abgestellt und hockte im Kristallrahmen.

Da quoll Nebel unter der Türfuge herein.
Der Schurke hielt es für Giftgas und stieß das stockübergreifende Kristallgitter auf.
Die Wolke verdichtete sich, zu einer überlebensgroßen hünenhafte Gestalt in lila Roben.
Von ihrem schweren, schwarzen Eisenhelm breiteten sich riesige, geäderte Fledermausflügel, dunkler als jede mondlose Nacht, aus.
Deion läutete einen Weckruf ein.
Der in göttlicher Magie erstrahlende Schicksalsschläfer hatte sich manifestiert und ragte mit den Helmstacheln beinahe über den Balkon.

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„Ihr wollt Schande über den Kult bringen, ihr wollt Schande über Tharizdun bringen, deshalb erfahrt ihr nun die schmerzlichen Grenzen eures Einflusses!!!“

Noch bevor er auf Grutal einschlagen konnte, war Fernandel bei Verstand und richtete einen gezielten Bann auf ihn, doch minderte seine Stärke nur unwesentlich.
Das fliegende Sprachrohr Tharizduns wählte daraufhin doch Fernandel als erstes Ziel und verlangte von seinem Körper eine Probe.
Wie stark war sein Überlebenswille?
Stark genug dem Tode ungeniert ins Antlitz zu blicken!
Die gewaltige Wucht des Schweren Flegels, den Thuchos Nalred mit seinem rechtem Arm, einer Kreation der Höllenmaschine, ausführte trieb Fernandel unwillkürlich Tränen in die Elfenaugen.

Er nahm an, genug Eindruck hinterlassen zu haben, und flog äußerst dominant vor Grutal, woraufhin der Kleriker mit der Ohnmacht rang und sich Heilung des Ehrenhaften gönnte.
Deion verkroch sich unterm Bett und nahm die empfindlichen Stellen des Feindes ins Visier, während Zarathustra seinen Speer ergriff.
Allein im Nachthemd erwehrten sie sich dem scheinbar übermächtigen Gegner.
Eine Klingenbarriere brachte Grutal noch mehr in Bedrängnis, denn Thuchos wählte seine Seite.
Deion brachte einige gezielte Schüsse ins Ziel, Zarathustra versuchte eine Ablenkung, Grutal kassierte die zweite Serie gewaltiger Hiebe und schnappte Blut spuckend nach Luft- sein geringerer Mantel des Verschwimmens brachte kein Glück.
Grutal griff nach seinem Adamantmorgenstern und würgte blutspuckend die nächsten heilenden Phrasen hervor.

Fernandel ließ entgegen Nalreds Annahme nicht ab, doch der maximierte Feuerball wurde vom Feuerschutz geschluckt und der Berserker zertrümmerte mit weit schweifenden Bewegungen die Luxuseinrichtung.
Die nächste ungenaue, dafür aber gewaltige Serie verfehlte den Priester beinahe völlig, doch ein Hieb traf ihn in den Eingeweiden- Grutals Leben zog in Windeseile vorbei, doch stoppte noch vor dem Licht.

Zu allem Übel bemerkte Fernandel eine wabbelnde magische Aura, die durchs offene Fenster eingedrungen war und vor ihm Gestalt annahm.
Smigmal Rothands heimlicher Auftritt wurde offensichtlich, als ihr Zweihänder dem Magier beinahe den giftigen Rest gab.
Der Phantasmale Mörder foppte den Todesschurken nicht, und so wählte Fernadel den rückwärtigen Sprung durchs offene Fenster.
Der Gelegenheitsstreich Smigmals ließ Fernandel sterbend in den Kanal platschen.

Der Verdammnisträumer hatte unterdessen unter der vereinten Kampfstärke Deions, Grutals und Zarathustras gelitten.
Deion flüchtete schwer verletzt und flimmernd ins Freie als sein hinterhältiger Angriff Thuchos nicht fällte- außerdem musste Fernandel vor dem Ertrinken gerettet werden.
Einen Moment später hätte er miterleben dürfen, wie das Lebenslicht des Kulträchers erlosch, als Zarathustra seiner Wut freien Lauf ließ- nach dem ersten Stich taumelte er, nach dem zweiten lag er sterbend am Boden, mit dem dritten pfählte er ihn und die Magie ließ ab.

Fast gleichzeitig verspürte Zeniths Bruder plötzlich einen herben Schmerz im Gefieder.
Grutal errichtete eine Sphäre der Unsichtbarkeitsverwerfung, welche durch die plötzliche Dunkelheit ihre Wirkung verfehlte.
Sie tappten sprichwörtlich im Dunkeln, während nur leise Schritte erschallten.
Augenblicklich verschwand auch die Leiche im Schleier der Dunkelheit und die Beute drohte zu entwischen.
Am Fenster plötzlich sah Grutal Smigmal mit dem geschulterten Körper Thuchos und versuchte sie zu packen.
Der Raptoraner eilte zu Hilfe.
Gemeinsam bekamen sie die Leiche zu fassen, die Falrinths Gefährte ohne Zögern losließ und Spinnen kletternd über die glatte Außenwand floh.
Zarathustra gab Sporen und schnitt ihr den Weg ab.

„Ergib dich und dir wird Gnade gewährt. Oder flieh und gehe mit dem Tempel des Elementaren Bösen unter.“

„Keine Sorge, wir sehen uns nie wieder. Die Zusammenarbeit ist aufgekündigt!“

Sie machte einen Salto und tauchte hinab in die Tiefen der Kanäle.
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Den Aufzeichnungen Glauben schenkend hatte Smigmal mit dem Kult tatsächlich soviel gemein, wie Raptoraner mit Vögeln – und er ließ sie ziehen.
Deion und Fernandel landeten leicht abgetrieben an einem Steg.

Der Lärm hatte neugierige Gesichter mit Schlafmützen zu den Fenstern gelockt.
Die Einrichtung war demoliert.

„Sie müssen verstehen, unsere übrigen Gäste…“

Sie legten einen Beutel mit Platinmünzen auf den Tresen, um den Yuan-Ti Pate zu beschwichtigen.
Er zischelte verlegen:

„… nun gut. Sie sind in unserem Hause gern wieder gesehen.“

„Der Teppich ist ein edles Stück. Wir würden in nur allzu gern erwerben.“

Kniff Deion die Augen zusammen und wackelte wie die Schlangenmenschen mit dem Kopf, wenn sie einen Wunsch haben.

„Er gehört ihnen.“

Wenig später trugen sie den eingerollten Teppich, der merkwürdig ausgebeult war, aus dem Atelier und versenkten ihn ungesehen im Kanalsystem.

Am kommenden Morgen- es regnete weiterhin in Strömen- stand neuerdings der Verkauf hinzugekommenen Besitzes – Grutal riss sich den Helm Thuchos unter den Nagel, unter anderem um auf die Triade später einschüchternd zu wirken- und nochmals die Suche nach den letzten wundersamen Gegenständen auf dem Plan.
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„Guten Morgen, mein Herr, womit kann ich euch behilflich sein?“

Fragte der Händler.

„Bitte, nennt mich Prophet Zarathustra, Fremder.“

Prophet???
Jawohl, der Raptoraner hatte einen Lebenswandel zur Patronin der Bestimmung vollzogen.
Nach dieser traumlosen Nacht war er den Rängen Mutter Schicksals beigetreten, denn sein bisheriges Leben und vor allem die letzten Wochen und Tage waren ihm wie Vorhersehung vorgekommen- genau so wie seine Halbschwester ihm immer wieder eingebläut hatte…

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… Der Zweite streifte als Windwandler durchs Terrain der stacheligen Knorrbäume nahe der Bastion des Elementaren Bösen.
Die Anhänger waren stark dezimiert worden, der Auserwählte hatte ihnen verschiedene Aufgaben in den fernen Landen Svimosha, Brandobien, Reanarien, Kalamar und Wilden Landen zugeteilt und somit die Stätte der Ausgrabungen beinahe schutzlos den Eindringlingen ausgeliefert.
Imix konnte nicht bezwungen werden, aber dessen Macht hing auch mitunter von den Feuertruppen ab.

Ein abtrünniger Steinriese der Grabmannschaft hatte sich vor einigen Monaten mit Lykanthrophie angesteckt- durch den Aboleth persönlich eingefädelt.
Denn der Düstre hatte ihm in einem Ritual der Düstren Kommunikation, indem er seine Meeresgefährtin geopfert hatte, diese Zukunft weißgesagt.
Er hätte sie der innewohnenden Kraft ihres Fleisches früher oder später ohnehin ermordet.

Der Zweite hatte den verwirrten und orientierungslosen Wereber stetig im Auge der Ausspähung behalten.
Nachdem er in Bah eine Zerstörung des Wahnsinns angerichtet hatte, zog er sich in den Schutz der Byth Gletscher zurück.
Und hier wurde das Mitglied der Triade dann auch fündig.
Es gab für den Steinriesen drei Möglichkeiten:
Geistige Versklavung, freiwilliger Anschluss durch Hoffnung auf Heilung oder den Tod…


… Tagelanger Rauch und die völlige Schneeschmelze im Tal hatten Natiel sehr beunruhigt, weshalb er nach Bah zu Jaroo, dem Vorstand seines Druidenzirkels, reiste.
Er fand die Ruine einer Feuersbrunst vor und Jaroo war ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt.
Den Tragödienhergang erfuhr er von den Burgherren.
Natiels Liebe zur Natur nährte den Gedanken nach Sühne.
Die fremde Gruppe teilte seine Gedanken der Vernichtung des Elementaren Bösen- und damit war die Basis ihrer Zusammenarbeit gelegt.

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Außerdem war Burne von Glück gezeichnet, als er von der Anlieferung der Grundnahrungsmittel und der Rekrutierung des Medikus erfuhr.
Am meisten freute er sich allerdings über die beiden Präsente, die Amanodel ihm zugedacht hatte, als Entschädigung für seine - wie erst am Morgen bemerkt- von D´Gran entwendete Tageslektüre.
Amanodel selbst hatte keine Verwendung dafür, höchstens um später einmal, wenn die Gestirne nicht mehr drängten, den ein oder anderen Spruch daraus abzuschreiben.

„Habt tausend Dank, ohne meine Zauberbücher bin ich bloß ein alter Esel.“

„Wir denken, Falrinths Schinken sollten ein gleichwertiger Ersatz sein.“

„Jederzeit! Hoffentlich schreibt er auch sauber…? Ansonst wird sich das tägliche Studium wohl verdreifachen!“

Rufus dagegen ließ die Fingerknochen knacken.

„Der Bauer hält das Maul, und Burne lässt mich meine zweckmäßigeren Methoden nicht erproben. Er meint, seine Schuld sei noch nicht bewiesen. Verfluchtes Bitterale!“

„Schöpfen wir erst alle Möglichkeiten aus. Dann knöpfen wir ihn uns gemeinsam vor.“

Zarathustra warf sich die Verhüllung des Schicksalsschläfers um und betrat den Kerker.
Auf dem Gesicht des Bauern zeigte sich Erstaunen und ein Hauch von Hoffnung dehnten seine Mundwinkel.
Aber scheinbar hatte er die Verkleidung durchschaut, und seine Mimik schlug ins Teilnahmslose um.

„Was soll diese miese Maskerade!?! Wen wollt ihr darstellen?“

Zarathustra packte seinen Hals und presste den Kopf auf Holz.

„Das weißt du genau. Mach endlich das Maul auf, sonst ergeht es dir SCHLECHT!“

„Das wird es ohnehin!!! Doch durch Euch habe ich NUR  den Tod zu fürchten.“

Rang er eingeschüchtert um Luft.

„Was meint ihr!?! Was meint ihr, verflucht noch mal!?!“

Zara ließ den Bauern los, welcher sich das Blut von den Lippen wischte und von nun ab schwieg…


… Sie harrte nun schon seit Tagen auf der Spitze der Kathedrale des Bösen aus.
Und hatte die Widersacher von Bah nicht erblickt, was sich in diesem Augenblick rapide änderte.
Der Zweite würde ihre Kunde mit Wohlgefallen vernehmen und vielleicht hätte er dann für sie auch einen abwechslungsreichen Auftrag, als die Überwachung der Umgebung.
Ein Fehlerfreier Teleport brachte die Erinnye untertage…

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… Die Empfangshalle vor den Stufen zum Tiefen Altar des Elementaren Bösen hatte Spuren eines mittelschweren Erdbebens erlitten.
Überall lag Schutt, vorzugsweise an den Wänden.
In der Entfernung leuchteten plötzlich zwei Flammen, die sich über eine Linie Petroleum über die Schutthügel hinzog und an ihnen vorbei den kompletten Tunnel erhellte.
Ein Steinriese stand mit gesenktem Haupt vor den Stufen.
Er grunzte kampfeslustig und stürmte los, überrannte Grutal mit der Kraft einer Büffelherde und brachte sich so in den Mittelpunkt des Geschehens- aber nicht ohne Fernandel einen potenten Hieb mit der magischen Steinkeule zu verpassen.
In voller Größe sah man ihm seine Hybridform deutlich an.
Bedeckt von kurzem, borstigen Fell und mit scharfen Krallen an den dicken Fingern.
Ungewöhnlich für seine Rasse, war der Kopf unglaublich gestaucht, und saß dabei auf einem bulligen Stiernacken.
Seine roten kleinen Äuglein quollen ihm vor Wut aus dem Schädel, was er mit Schaum zwischen seinen fletschenden, stumpfen Hauern untermauerte.

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Deion suchte Deckung hinter Felsen, während Amanodel erst einmal Sicherheit in Unsichtbarkeit suchte.
Zara entwaffnete den Lykanthroph, der Grutal im Aufstehen einen Kratzer verpasste.
Grutal wählte seinerseits den Nahkampf in Rechtschaffener Macht.

Vier lange, schleimige Tentakel zuckten über den Rand der Treppe, umklammerten Steine und zogen den riesigen Körper des Zweiten (http://www.wizards.com/dnd/images/MM35_gallery/MM35_PG8.jpg) langsam über den Rand, der mit einem gewaltigen Flammenschlag vor allem mit dem göttlichen Anteil sichtbare Spuren hinterließ, dem bald ein zweiter folgte.

Natiel nutze die Ablenkung - durch Deions hinterhältigen Pfeilhagel auf den Wereber - um einen Größeren Steinelementar zu beschwören, der vor dem Hohen Priester Tharizduns aber sichtlich zurückschreckte und sich nicht mehr von der Stelle rührte, wofür sich der Druide mit Blitzen einer winzigen Gewitterwolke rächte.

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Zarathustra und Grutal beschäftigten sich mit der wehrhaften Bedrohung aus der Nähe, während Natiel die Flammen aus seiner Handwurzel auf den Wereber schleuderte und dieser mit gewaltigen Hieben, die Feinde und ihre Waffen zu zerschmettern suchte.

Die Flammenwand des Verdammnisträumers wärmte ihnen nur den Rücken, doch hatte sie keinerlei Auswirkungen.

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Der Steinriese focht bis über die Grenzen der Ohnmacht hinaus, doch den baldigen Tod bezwang seine Wildheit nicht.
Der Zweite befahl sie mit einem Gruppenbefehl zu sich, doch nur Deion folgte, dem er einen schmerzhaften Klaps zum Gehorsam verpasste.
Wie ein Spielzeug befahl er Deion zu fliehen.
Amanodel bannte den Schutz und der Elementar attackierte.
Die Freunde eilten dem Halbling zu Hilfe, welcher soeben willkürlich wieder zurückbefohlen wurde und dafür einen weiteren Schlag der Bosheit kassierte.
Der Zweite trat daraufhin den magischen Rückruf an.

Deions Haut verwandelte sich langsam in eine wässrige durchscheinende Membran.
Die transformierende Wirkung des Schleims ließ nach Krankheit kurieren und anschließender Heilung ab…

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…sie spähte ärgerlich zum gotischen Bogen vor dem Größeren Altar.
Wieder hatte der Zweite ihr einen Routineauftrag erteilt.
Pah, dann gab sie eben dieses Mal nicht Bescheid.
Schließlich war die Erinnye allein dem Erwählten und Tharizdun verpflichtet- und so verlor sie sich in Gedanken, wie der Zweite am Elendsten und Unwürdigsten auf Land gelegt werden konnte.
Sollten nur alle Dämonen vor den gefürchteten Schicksalsschläfern kuschen… SIE NICHT!
Doch der Auserwählte hatte ihr befohlen dem Zweiten so loyal zu dienen, wie einst ihm, und damit war die Sache – vorerst – doch vom Tisch.

Der Schwarze Altar erfüllte seinen Zweck im Verbotenen Bereich.
Er sollte die Eindringlinge ablenken- Schicksalsschläfer verfolgten mit ihren Handlungen aber stets mehrere Niederträchtigkeiten und so konnte sich die Kreatur der Hölle nie sicher sein.

Gerade eben war noch Kampfeslärm hörbar gewesen.
Minuten des Wartens waren nötig.
Dabei war Geduld ihr überhaupt nicht zu eigen- erst recht nicht nach den Stunden des starren Blickes auf die Umgebung der Kathedrale.

Da erschienen die Fremdlinge im Tunnel.
Einer hatte die weiblichen Umrisse wahrgenommen und wenig später fand sie sich umringt und blutend.
Der erste Versuch der Flucht schlug im Handgemenge fehl, doch der zweite Fehlerfreie Teleport brachte sie in Sicherheit.

Es war brütend heiß hier.
Sie sprach zur Mauer und die dunkle murklige Stimme erfreute ihr Gemüt sehr, was sie ihren Groll für einige Momente vergessen ließ.
Sie lachte böse und suchte das Weite…

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… Die Gemeinschaft schlug den Weg zum Feuerknoten ein.
Imix Vernichtung im Feuerknoten war das Missionsziel!
Aus dem schwarzen Tempel führte der gotische, blutrote bis orangerote Tunnel in eine achteckige, kantige Halle.
Die abgeplatzten Farben stellten einst Flammen und Kreaturen, dem Feuer entsprungen dar, während sie darin herumtollen.
Es war brütend heiß.
In der Mitte war das Symbol des Feuertempels in den Boden eingelassen, gefasst in einen Kreis aus magischen Runen und vier symmetrisch angeordnete Lavagruben ringsum, die bei der letzten Visite noch fehlten.

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Amanodel nahm mehrere magische Auras wahr.
Sie atmeten noch ein letztes Mal tief durch.
Doch zwei verhüllte Wächter, aus Ecken der diamantgeformten Halle tretend, funkten ihnen dazwischen.

Grutal setzte den Fuß hinein und spürte den Zorn des Älteren Urgewaltigen Auges über seine Anmaßung über seinen Leib hereinbrechen.

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Da erschien mit unheimlichem Getöse der Zweite direkt an seiner Seite.
Zarathustra verspürte ebenfalls die Folgen der Gotteslästerung und ging entschlossen gegen den Aboleth vor.
Die Wächter schlossen zu ihm auf.
Grutal erkannte die außerirdischen Augen:

„BODAKS!“

Amanodel und Deion suchten Deckung hinter der Kurve- Deion nutzte einen Spiegel um ungefährdet das Geschehen verfolgen zu können,

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während der Magier sich eingeschüchtert und hastig atmend an die Wand presste, das Unbehagen des Todes und die furchtbaren Erlebnisse als Verlorene Seele noch im Geiste.
Natiel suchte den Blicken auszuweichen, während Zarathustra die Augen ganz schloss- die versprochenen Wünsche immer in Aussicht- und Grutal sich mit Todesschutz belegte, um den Untoten das Handwerk zu legen.

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Ein Strahl schwarzer Energie aus dem Tentakel des Zweiten fügte dem Raptoraner einige Wunden zu, der auf Vermutung parierte und selbst Verletzungen austeilte.
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Dem folgte ein markerschütternder Schrei des Zweiten- Deion hielt sich gezwungenermaßen die Ohren, um nicht verrückt wie alle Priester Tharizduns zu werden.

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Natiel ließ die Blitzwolke über einen Wächter gleiten, welche wirkungslos blieb, woraufhin Grutal noch brutaler mit der Macht der Gerechtigkeit zuschlug, und dafür um Haaresbreite der Berührung des Zweiten ausgesetzt war- die Todesberührung hätte ohnehin keine Folgen gehabt.
Natiel trat um die Ecke, setzte den Todesblicken entschlossenen Widerstand entgegen und zauberte einen Eissturm auf das Triadenmitglied und seine Handlanger, woraufhin er erstaunt rief:

„Er ist nicht echt! Die Abberation ist nicht echt!“

Wie war das möglich?
Sie hatte doch soeben alle diese Zauber gewirkt und war soeben dabei gewesen mit dunkler meereswallender Stimme einen Fluch zu sprechen!
Amanodel raffte seinen Mut zusammen, und stellte sich den Blicken, aber eben auch zauberkundig der Illusion.

„Es ist ein Projiziertes Bild, ihr Zauberlaien! Abolethen können das und diese Trugbilder eben auch!“

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Rief er entrüstet.

„Dort hinten! Auf der Mauer liegt eine magische Aura der Illusionsschule! Wenn das kein Trugbild ist, fresse ich einen Besen!“

So war man Fernandel Amanodel nicht gewohnt.

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Und tatsächlich wurde es jedem Begleiter augenblicklich transparent!
Und der ECHTE Prophet des Bösen wurde in einer künstlich geschaffenen Nische sichtbar.

Grutal erlöste die Seelen der irrenden untoten Gestalten und sprang verärgert über eine Lavagrube- insgeheim hatte er es gewusst!
Seine Gefährten folgten ihm unerschrocken.
Der Zweite war also die letzte Hürde vor dem Feuerknoten und diesmal entwischte er ihnen nicht!
Amanodel sorgte dafür durch einen Dimensionsanker.
Was er nicht wissen konnte:
Der Zweite hatte nie im Sinn gehabt zu fliehen.
Er war die letzte Barriere vor dem Feuerknoten!

Der Zweite wuchs mit der Gerechten Macht Tharizduns zu einem gigantischen Gegner an, auf dem duzende, überlappende magische Felder von Defensiv- und Offensivmagie lagen.

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Deion schlich sich an, Zarathustra flog rasch näher, Grutal sprang mutig über die nächste Lavagrube und Natiel rief den nächsten Eissturm herbei.
Es war gefährlich sich dem Zweiten zu nähern.
Jeder Tentakelhieb glich einem Inferno des Schreckens!

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Sie lieferten sich einen Schlagabtausch der Superlative.
Amanodel bannte einige Zauber, doch schmälerte das Potenzial des Zweiten kaum, welcher aus seiner Nische kroch und eine Wolke des Wüstenvogels der Ebenen um sich erschuf.

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Der Gestank des Wahnsinns breitete sich aus und Zarathustra stach plötzlich wild auf den Gefährten Grutal ein.

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Ein Strahl der Vernichtung löste sich von der langen Fingerspitze Amanodels, drang durch die Zauberresistenz und riss dem Aboleth ein gewaltiges Loch in den Leib, woraus sich ein Strom glitschigen Sekrets ergoss.

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Doch der Zweite peitschte weiter, ohne merkliche Anzeichen vom Schmerz der zahllosen Wunden!
Grutal wich zurück, um Heilung zu erfahren, Natiel lenkte seine Blitze auf das Haupt des Zweiten und durchbrach ebenfalls die Zauberresistenz und beschwor die nächste Kreatur der Natur.
Amanodel schoss einen maximierten Blitzstrahl auf den Zweiten, doch scheiterte an seiner Magiehülle.
Der Zweite brachte Grutal sogleich an die Klippe des Todes- um den wahnsinnigen Zarathustra brauchte er sich nicht weiter zu kümmern.

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So lang hatte Deion auf seinen Auftritt gewartet.
Er rollte aus der Deckung jagte Pfeil um Pfeil in die Kiemenregion des Abolethen und traf mit seinem letzten Pfeil durch die dünne Haut und den dicken Knorpel zwischen den unzähligen Augenpaaren direkt ins Hirn!

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Der fossile Wasserkokon des Triadenmitgliedes, welches dem Alter nach einziger lebender Zeitzeuge innerhalb des Kultes bezüglich der Herrschaft des Düstren Meisters gewesen war, platzte, das Wasser prasselte auf die heißen Platten und verdampfte augenblicklich.

Der massige Körper folgte und verdorrte sogleich an der Hitze, sodass nach wenigen zischend nebligen Momenten nur noch das Gerüst eines urzeitähnlichen Fisches (http://www.wizards.com/dnd/images/lom_gallery/88093.jpg) übrig blieb…


… Die Ausgrabungen hatten ihr vorzeitiges Ende genommen.
Er wusste es.
Er wusste es und hatte diese bittre Zukunft vorhergesehen.
Er wusste es, hatte diese bittre Zukunft vorhergesehen und war selbst Teil ihrer.
Wofür dann die Notwendigkeit eines Champion des Älteren Elementaren Auges , wenn jene Unternehmung zum Scheitern verurteilt war?
Diese Antwort blieb der Dunkle Meister selbst seinem Champion schuldig.
Vorläufig…

To be continued

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Titel: Imix Throne - The Fire Node
Beitrag von: Nagakeng am 19. März 2007, 12:16:49
Der Feuerknoten – Pelselonds Geheimnis


(81)
… Per Dimensionstür gelangten die Prismenentdecker an die Oberfläche und schlugen in einer ruhigen Höhle am Fuße des Bythgebirges das Nachtquartier auf.
Nach einer aufregenden, aber ereignislosen Nacht im toten Wald um die Kathedrale – es war lange her, dass man in der freien Natur gecampt hatte- in welcher der Kult seine Brandschneise tiefer ins Landesinnere geschnitten hatte,

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marschierten sie wieder untertage, nachdem Grutal die schwarz nach Fäulnis triefenden Restwunden der Tentakelhiebe des Triadenmitglieds auf eigens erschaffenem Heiligen Boden kuriert hatte.

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Die Stille in der Ausgrabungsstätte war Zeugnis eines ersten Sieges über den Kult.
Der Weg zum Feuerknoten war zwar über Nacht nicht mit einem roten Teppich ausgelegt worden, dennoch wandelten sie wie Ehrengäste über den Untergrund und gelangten schließlich in das heiße Gebiet, wo Amanodel den Schutz vor Frevlern bannte und gemeinsam mit Grutal Feuerschutz und Resistenzen austeilte.
Auf Kommando sprang die Gruppe in das rhomboedrische Portal.
Der glühende Untergrund wurde plastisch, dann transparent, und zuletzt erfasste sie ein Sog aus rot-weiß- gelblichen Strahlen.
Die wirbelnden Farben surrten vorbei und ein schwacher Wille wäre womöglich ohnmächtig geworden.
Nicht so unsere Helden.

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Am Ende drückte der Strudel sie an eine fremde Oberfläche.
Die diamantgeformte Räumlichkeit mit Wänden aus schwarzem vulkanischem Gestein, wo Asche und Schwefel sich örtlich angelagert hatten, besaß acht holzkohlegraue Türen, gefasst in Messing.
Hier und dort entzündete sich die Luft- Zeugnis der enormen Hitze auf dem Feuerknoten.
Auf einen Stuhl aus Messing und ohne Lehne hockte ein Salamander mit noblem Erscheinungsbild.

„Der Auserwählte hat eure Ankunft prophezeit.“

Eine friedliche Lösung war damit ausgeschlossen und der Wächter des Portals aktivierte einen magischen Hastring und begann mit dem Speer arkane Gesten in die Luft zu zeichnen.
Amanodel bannte den aufkommenden Beschwörungszauber, Zarathustra und Grutal suchten den Nahkampf, Deion verschanzte sich und Natiel beobachtete des Feindes Handlung um Gegen zu zaubern, was ihm auch schließlich gelang als ein Flächenbann auf die Mannen übergreifen sollte.

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Der Salamander zog sich in eine Spitze des Diamanten zurück, umschlag mit dem Schwanz Grutals Hüfte und wehrte sich vor allem gegen den Brandobianer, wogegen sein magischer Speer besonders effektiv war.
Das Spektakel fand nach heftigem Schlagwechsel jedoch relativ rasch sein Ende.

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Der einstimmigen Gruppenmeinung, Halblinge brächten Glück und Deion wäre ein besonderer Glückspilz, wollte der kurze Wiefling nichts entgegensetzen und so wurde ihm die ehrenvolle Aufgabe zu Teil, willkürlich einen Ausgang zu wählen.

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Der folgende Tunnel brachte sie in ein Labyrinth aus Gangkreuzungen.
Man gelangte schließlich an eine Wand aus Feuer.
Scheinbar eine Feuergrube.

Zarathustra schulterte Deion, mit dem gespannten Bogen im Anschlag,  und flog vorsichtig hindurch.
Aus den Wänden der Kammer ragten eingehämmerte Eisenstacheln, die das Muster von Schädeln, Älteren Elementaren Auge Zeichen und ähnlich skurrilen Symbolen formten.
Zwei sehr große gusseiserne Betten waren neben einer zweiten Feuergrube angesiedelt, während ein massiver, aufgeheizter Eisentisch in der Mitte stand, auf dem gerade ein Mahl beendet worden war.
Die Speiseknochen schienen menschlichen Ursprungs zu sein.
Die beiden vollgefressenen Feuerriesen lehnten sich auf ihren Hockern soeben entspannt zurück, als das Gespann in den Flammen erschien.
Sie ernteten entsetzte Blicke, weil der Ruf als Schlächter aller Riesen nach der Überfall auf Bah ihnen wohl vorausgeeilt war.
Gemeinsam wuchteten die Feuerriesen den Tisch auf die Kante und verschanzten sich dahinter, als Deion das hinterhältige Feuer eröffnete.
Ein Riese schleuderte die massiven Hocker nach den beiden, der andere packte seinen anbei lehnenden Zweihänder und wuchtete ihn auf Zarathustra herab.

Nachdem Natiel, Amanodel und Grutal per seitlichem Sprung über die Flammengrube gefolgt waren, fand auch diese Begegnung, ausnahmsweise ohne Verwendung jeglicher Magie, ein rasches, blutiges Ende…

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… Heute erwies Maliskra ihrem Ziehvater die Ehre.
Seine Einkerkerung kam für den Kult sehr überraschend und ob sie seinen Nachfolger für einen gleichwertigen Ersatz hielt, hatte sie seit jenem einschneidenden Zeitpunkt in der Geschichte des Elementaren Bösen für sich behalten.
Unariq VoTalsimol hatte sie persönlich aufgezogen, unterrichtet und als Krönung in den Rang eines Schicksalsschläfers erhoben.
Er hatte sie aufgrund ihrer Abstammung jahrelang auf die Position an der Seite des Feuerfürsten vorbereitet und heute war IHR Tag gekommen.

„Imix, Fürst des Bösen Feuers, Knechter der Schwachen und Krönung der Elementaren Schöpfung Unseres Auges, tausche den Feuerpalast (http://www.wizards.com/dnd/images/rs_plane_of_fire.jpg) gegen den Feuerknoten und nimm deinen Platz auf deinem rechtmäßigen Thron ein.“

Mit diesen Worten leitete der Auserwählte das Rufungsritual ein.
Das rote Feuer umspielte dominant seine Erscheinung, flammte plötzlich auf und sprang schließlich auf die pechschwarze Wand hinter dem Thron über.
Es schien so, als ob die folgenden Phrasen der Dunkle Sprache den Flammen den Weg wiesen und so ein Tor erschufen, dessen flammender Umriss die Statur des Gerufenen nachzeichnete.
Maliskra schlug mit dem Schädel des Vergessens auf die Klinge des Gigantischen Zweihänders, der in der Fuge steckte.

„Empfange dieses Stück Eisen als Zeichen unserer Unterwürfigkeit!!!“

Zischte sie ehrfürchtig.

Ein gigantischer Fuß schob sich an der passenden Stelle durch das Tor, gefolgt vom Körper des Elementaren Prinzen und einigen Gefolgsmannen.
Eine gewaltige Hand umschlang den Griff der mörderischen Waffe und zog sie aus dem Mondblock, der sogleich zerbrach und in Flammen verglühte.
Wortlos gesellte sich ein Engel aus Feuer, einst Leibgarde Imix, an die Seite des Auserwählten.

Die brodelnde Haut des Auserwählten tropfte wie Pech von der Gestalt und er verlor kurzzeitig seine humanoide Form- das Ritual hatte viel Kraft gekostet…


… Deion war auf eigene Faust an anderer Stelle durch die Feuergrube aus dem Feuerriesenquartier gesprungen und landete vor den Füßen einer Schar kleiner Wesen, ungefähr seine Körpergröße, die ihn mit großen Glupschaugen anstarrten. (http://www.tawerna.rpg.pl/dane/trpg/tawerna44/crpgc/fire.JPG)

Eines knurrte ihn an.

„Was seid ihr?“

Krächzte Deion und begutachtete gespielt neugierig sein Gegenüber.

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„Wie, ihr kennt unsere Rasse nicht?“

Krächzte es zurück.

„Wir gehören zum Besten, was es an Mephits gibt! Verneigt euch vor uns Feuermephits!!!“

Ein nettes Heer aus empor gestreckten Fäustchen sowie laut und stolzem Krächzen tobte.

„Und ihr, Fremdling!?! Ihr seid kein Magmamephit und kein Dampfmephit!!! Was für ein Mephit seid ihr dann???“

„Ich gehöre zur stolzen Rasse der Fleischmephits!!!“

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Ging es Deion wie Butter über die Lippen, bevor er noch recht nachgedacht hatte.

„Soso... und warum besucht ihr den Feuerknoten?“

„Weil ich Imix meine Dienste anbieten möchte. Könnt ihr mich zu ihm führen?“

Er glubschte mit den Augen.
Die Schar bildete einen Kreis und diskutierte wild auf Ignal.

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Dann sprang einer auf Deion zu.

„Wir haben beschlossen, dass du würdig bist. Folge uns!“

„Einen Moment. Ich hole noch meine großen Brüder.“
   
Die übrigen Helden, die von Deions geistreicher Idee bereits Wind bekommen hatten, verpassten ihren Einsatz nicht und hüpften durch die Flammenwand.
Der Feuermephitanführer legte den Kopf skeptisch quer, glotzte sie kurz hohl an und krächzte dann:

„Soso, dann folgt uns mal.“

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Auf Ignal diskutierten die Mephits wild und gestikulierten, wobei sie alle Weile mal einen Blick nach hinten zu den Gästen warfen.
Jetzt wäre Dugarts Helm des Sprachverständnisses nützlich gewesen, doch den hatten sie in aller Eile verscherbelt.
Immer wieder zauberten Grutal und Amanodel unauffällige Defensivformeln, wenn sie meinten nicht beobachtet zu werden- was bei sovielen Augenpaaren natürlich unmöglich war.
Die Mephits führten sie kreuz und quer durch den Feuerknoten.

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„Geduld…“

Durch Schmieden, in denen Salamander in angefeuerten Kohlegruben Metall gossen und auf Ambosszungen schwarze Metallstreifen mit Hämmern dünn klopften, vorbei an flüssigen Metallpfützen, Wänden mit Malereien aus Asche und Russ, von brennenden Pflanzen und Gebäuden, und panisch flüchtenden Menschenmassen.
Durch Höhlen, wo Feuerriesen, Feuerlementare, Feuertrolle und schließlich andere Mephits residierten, die aufgeregt und aggressiv hochsprangen und feindlich herausbrüllten, als man die Andersrassigen entdeckte.

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Das Labyrinth nahm kein Ende und irgendwie schien es den Charakteren als ob sie Imix niemals zu Gesicht bekommen würden.
Als Grutals erste Zauber auszulaufen drohten, fuhr er die Mephitbande giftig an und packte dabei einen am Hals.

„Was soll die Irreführung? Wir haben keine Feuerknotenbesichtigung gebucht!“

„Entschuldigt meinen Bruder, verehrte Verwandte. Manchmal platzt es so aus ihm heraus, eine echte Unart der Fleischmephits. Wann etwa sind wir denn am Ziel, wenn ich fragen darf?“

Zog Deion den Hals der Gruppe noch mal aus der Schlinge.
Der angegriffene und zurückgeifernde Mephit wurde von der Bande zurückgezogen, der Anführer horchte tief in sich, scheinbar die Karte im Kopf abgehend- ließ sich jedoch den wahren Grund nicht anmerken.

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„Gleich. Sei geduldig, Fleischmephit…“

Wenige Ecken weiter- die sie ohne Grutals beherztes Zupacken wohl nie genommen hätten- gelangte die bunt zusammengemischte Mephitbande in eine lange Halle, die an der niedrigsten Stelle fünfzig Fuß hoch und deren Decke gewölbt war.
Zudem änderte sich die Gesteinsart.
Rötliches, poröses Mondgestein bildete die Grundlage für den überarbeiteten Stein.

Die Spannung stieg.
Die Herzen begannen höher und aufgeregter zu schlagen.
Am einen, näheren Ende lag eine runde Halle in deren Zentrum ein Kreis aus silbrig, weißen Marmorplatten in den Boden gelassen worden war, an den Wänden war der Eindruck von grauem Rauch eingefangen worden.

Die Feuermephits schlugen jedoch den Weg in die andere Richtung ein.
Dort zog sich die Halle weit, lang und enger in die Ungewissheit.
Am Boden befanden sich runde, flammende Gruben, die neugierige Blicke abhielten.
Die zwei letzten Gruben lagen vor der Bande.
Die Mephits warfen sich plötzlich auf den Grund… nur die Fleischmephits blieben stehen.
Die Luft knisterte verdächtig und entzündete sich häufig.

Verschwommen durch die Hitzeschlieren wurde eine Nische am herbeigesehnten Ende der Halle sichtbar.
Auf einer Erhebung ruhte ein massiver Thron, konstruiert aus Glass, indem lodernde Flammen züngelten, was dem Ganzen den Eindruck verlieh, allein aus Feuer zu bestehen.
Zwei riesige Rubine glitzerten an der Spitze des Thrones.
Ignale Schriftzeichen prangten an der pechschwarzen Wand hinter dem Thron.

Und eine gigantische Statue, die Oberfläche in Farben verschiedenen Hitzegrades glühend und brennend, erstreckte sich mit gezogenem und durch Rubine verziertem Zweihänder vom Grund zur Decke vor dem symbolisch schützenswerten Thron.
Wo also war Imix???

Der Mephitführer wisperte auf Ignal einige Worte.
Hinter dem Thron trat eine Gestalt hervor, Halb Medusa, Halb Feuer Elementar, wie man auf Anhieb sah, ihre Schuppen leuchteten saftig rot und in ihren Augen rauchte giftgelber Schwefeldampf.
In der Hand hielt sie einen Schädel aus Kristall.

Sollte das etwa Imix sein!?!
Das war ja lächerlich, niemals!

NEIN!?!
Sollte etwa die Statue…!?!

Plötzlich öffnen sich zwei weißglühende Vertiefungen im Haupt der fehlgedeuteten Statue und sogar das vulkanische Gestein zittert und setzt sich in die Gliedmaßen der Helden fort, während überall die Luft zündet, als donnernde ignale Worte aus dem Maul des Titanen dröhnen.

Mit gespaltener Zunge übersetzt die Begleiterin parallel, ihr Zischeln ist fast nicht hörbar.

„ DAS IST IMIX, FÜRST DES FEUERS UND PRINZ DES ELEMENTAREN BÖSEN!!! (http://img15.imgspot.com/u/07/74/07/Imix21174049298.JPG) ER IST DAZU BESTIMMT DEN EINEN ZU FREIEN UND IHR MASST EUCH AN DAS VERHINDERN ZU WOLLEN! ES WIRD IHM EIN VERGNÜGEN SEIN, DIE ASCHE EURER FLEISCHLICHEN KÖRPER IM FEUERKNOTEN ZU VERSTREUEN!!!“

Das Fundament für die Finale Schlacht um die Befreiung Tharizduns ist gelegt.

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Der Gigant ergreift die Initiative, springt vor, wonach ein mittelschweres Erdbeben losbricht und die Umgebung aus Lava wegen Sauerstoffmangels zu ersticken droht, fegt Grutals animiertes Schild zur Seite und gräbt zügellos die gewaltigen Klinge, deren scharfe Kante eher der Breite Grutals Flegel gleicht, tief in dessen zähe Rippen.
Danach springt der Titan mit der Agilität einer lebenden Fackel ohne Mühe mal eben zwanzig Fuß rückwärts.

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Der Schock sitzt tief, nicht nur bei den gebrochene Rippen des Wort-Priesters.

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Deion jagt einen Pfeil in die elementare flammende Masse und taumelt fassungslos rückwärts, als jener in die Lava einsticht und darin wirkungslos verbrennt.

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Maliskra bleibt hinter dem Rücken des Prinzen.
Ihr Flächenbann verpufft jämmerlich und hat keinerlei schwerwiegende Auswirkungen zur Folge.

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Zarathustra schwingt sich mit einem Plan im Hinterkopf- der war hier auch dringend erforderlich- vorerst nur in den äußersten Winkel der Deckenwölbung empor, während Grutal es für sinnvoll erachtet mit Gerechter Macht aufzuwarten und Amanodel nur den Deckmantel Verbesserter Unsichtbarkeit überwirft.

Natiel auf schnelle Vergeltung für Jaroo und die vom Elementaren Feuer eingeebneten Siedlungen aus, unternimmt als einziger einen Gegenschlag.
Seine verbalen Gebete der Natur werden erhört und überall an der flammenden animierten Lavamasse ersticken auf geheimnisvolle Weise die Flammen.

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Der Titan hustet, ist für einen Moment fast völlig erloschen, sozusagen nackt.
Dann heizt seine aufkochende Wut von innen nach und der Prinz flammt heftiger auf als zuvor.
In der Sprache des Feuers donnert Imix über die Anmaßung, springt vor und spaltet mit einem gewaltigen Hieb Natiel entzwei, die Zauber fallen ab, die Leiche des Druiden fängt sofort Feuer!

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Das zynische Lachen des Prinzen rauscht wie tausend zischende Flammen auf, er zieht sich wiederum zurück, den angewachsenen Grutal wieder außer Reichweite lassend und befiehlt den Feuermephitansturm, um die Schar der Helden zu schikanieren, nichts weiter.
Effektiv sind die kleinen Fäustchen und Feuerodem nicht.

Als Reaktion auf Natiels plötzlichen Tod nimmt Deion die Beine in die Hand, rät selbiges seinen Kameraden, drängt zu andermaligem Überraschungsangriff und rennt zu einem der Ausgänge.

„JETZT oder NIE!!!“

Pfeift Grutal ihm entschlossen hinterher, doch Deion ist bereits um die Ecke.
Die Rechte Hand des Sprechers nimmt sich noch einen Moment Zeit um Göttliche Macht zu erbitten, woran Maliskra mit einem gezielten Bann unter anderem kläglich scheitert und als Konsequenz nun zu härteren Mitteln greift.
Zarathustra wirkt das erste Mal in seinem Leben göttliche Magie, Mutter Schicksal lässt ihn nicht im Stich und er segnet seinen Speer mit Zielsicheren Stich.
Amanodel hingegen traut sich trotz der einschlägigen Vernichtung Natiels einen Kältekegel auf das Duo zu schleudern und überrollt die Zauberresistenz Imix.
Imix blockt mit der Flammenden Klinge einen Teil des Frostes, Maliskra weicht wenig grazil aus, trotzdem dampft und zischt es gewaltig, weil beide gegen Frost sehr empfindlich sind.

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Die Mephits unterstützen sogleich die Offensive und Defensive ihres Herrschers, der wie ein Pfeil aus Feuer vorschnellt und einen weiteren Rippenbrecher bei Grutal anbringt, diesmal zieht er sich nur fünf Fuß zurück und erwartet den ersten Vorstoß der Nahkämpfer, die Spitze der Flammenklinge steht dabei am porösen Wipfel der Wölbung an.
Deions Furcht ist berechtigt, doch seine Loyalität ist stärker, und so packt er nach dem Flimmernstab in der Tasche, als er das per Fährtenleserohr geortete Geräusch als längst alarmierte Nachhut des Prinzen identifiziert hat- ein Feuermephit hatte sich wohl unbemerkt aus dem Staub gemacht.

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Maliskra hat Zarathustras Aktivitäten lang genug beobachtet und fordert ihn mit der Unterstützung ihres Gottes dazu auf, still zu halten.
Doch Mutter Schicksal hält dagegen und so kann die Medusa nicht verhindern, dass der Falkener vom Himmel herabstürzt, sich unbeschadet am Gelegenheitsstreich Imix vorbeiwindet und dem Koloss den Speer tief ins Lavamark des scheinbar muskulösen Wanstes bohrt.

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Doch anstatt sich vor Beeinträchtigung- Schmerz ist für Elementare ein Fremdwort- zu krümmen,  holt der attackierte Gigant Zarathustra mit einem unerwarteten Streich von oben aus der Luft, der ihm die Schwingen entfedert.

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Grutal will den Gefährten helfen und Imix Aufmerksamkeit mit einem Ansturm auf sich ziehen.
Imix wirbelt in der Bewegung herum und der Priester kassiert ebenfalls einen Gelegenheitsstreich ans Bein, hält sich jedoch verbissen senkrecht und ist in dem Moment nah genug für einen Hieb an den Oberschenkel des Gigantischen Feuerelementaren.

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Der rote Faden der Offensive setzt sich mit Amanodels Auflösungsstrahl fort, tilgt eine Partie der mächtigen Schulter, woraus sich sofort aufflammende Lava ergießt und das Loch wieder schließt.

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Die Mephits gehorchen unverzögert dem rauschenden Brüllbefehl des Prinzen und gehen dazu über, mit hastigen Bewegungen die beiden verbliebenen Helden am Grund abzulenkend- erfolgreich sind sie damit kaum, weil die bedrohlichere Präsenz weiterhin die Blicke auf sich fixiert hält.

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Eine endlose Serie aus Streichen des übergroßen Zweihandschwertes bricht über Grutal und Zarathustra herein und hinterlässt schwerst blutend und keuchende Gestalten, weil deren Paraden oft einfach weggeschlagen werden.  

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Die Vertreterin des Kultes weiß um die Anwesenheit eines Magiers, marschiert zielstrebig nach vorn um Amanodel dem Blickkontakt mit dem Schlangenhaar auszusetzen, doch der Grauelf hat es dick genug zu hässlichen Statuen zu erstarren und hält Stand.
Zusätzlich wünscht sie Zarathustra Blindheit an den Hals, doch auch er ist ein widerspenstiger Geselle- und hat zudem für den Ernstfall einen Alternativplan parat gelegt!
Er schleudert einen Wundersamen zu Boden, wo dieser aufplatzt, Wurzeln in das poröse Gestein gräbt und in Windeseile zu einer massiven Eiche heranreift, die sofort Feuer fängt.

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Eine Sichtblockade und nützliche Deckung ist errichtet.
Doch Grutal will es nochmals wissen und fordert Beistand und Gunst seines Gottes heraus.
Er setzt alle verfügbare Kraft, die tägliche Tat der Stärke einbezogen, in einen Schlag, und wuchtete den Streitkolben an der parierenden Klinge des Feuerfürsten vorbei in dessen Unterleib, wodurch der Gigant fünfunddreißig Fuß zurückgeworfen wird- seine Fußsohlen hinterlassen eine brennende Bremsspur.
Imix Parade war zwar erfolglos, doch dessen Nachschlag in der Rückwurfbewegung schmettert Grutal beinahe zu Boden- mit letzter Kraft flüchtet er hinter den Baum.
Widerwillig gesteht der Prinz mit einer fast mimiklosen Grimasse Grutal einen Bruchteil des Respekt zu, der ihm gebühren müsste.

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Ein maximierter Blitzball Amanodels schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe- Imix zischelnde Leibgarde und fast alle lästigen Feuermephits sind Geschichte.
Währenddessen ist die Nachhut in Deions Reichweite gekommen und er bringt eine anrasende Pyrohydra mit einen Pfeilhagel zu Fall,

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und feuert ohne Unterbrechung die begleitenden Dampfmephits hart an der Belastungsgrenze seines Bogens in Grund und Boden.

Der Respekt in Imix weißglühenden Augen weicht Verachtung, der Koloss stürmt vor und fällt mit einem Streich die Eiche, was Zarathustra und Grutal ein wenig Zeit verschafft- der Wortpriester setzt einige Schritte zurück und gönnt sich ausgiebige Heilung, der Schicksalspriester zieht eine Schriftrolle, fordert seine Patronin heraus und gönnt sich ebenfalls glückselige Heilung.

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Ein taktischer Schlagabtausch bricht los, beide Parteien achten stark auf ihre Verteidigung- nur Imix lässt sich die Chance des Rückschlags nicht nehmen.

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Das erhöhte Risiko verletzt zu werden, zahlt sich in Anbetracht der Steinhaut Zaras und göttlichen Schadensreduzierung Grutals nur gering aus.
Amanodel scheitert unglücklich mit dem Kältekegel an der Zauberresistenz des hitzigen Titanen.
Nichtsdestotrotz hat die Hitze um Imix inzwischen stark nachgelassen, an manchen sonst brennenden Stellen seines gestählten Körpers hat sich vulkanische Kruste gebildet.
Er verletzt mit konzentrierten Schlägen den verhassten Grutal schwer, doch der gemeinsame Gegenschlag ist pompös.
Der Raptoraner erwischt mit seiner Stichserie das Knie des Elementaren Prinzen, er knickt weg und fängt sich mit dem Zweihänder auf, wobei Grutal mit einem Hieb der Adamantwaffe die mächtigen Ellebogen in Demutshaltung knickt.

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Wie ein zum Ritter geschlagener Adliger kniet er mit einem Bein am Boden, das Schwert vor sich in das Mondgestein gerammt, doch sein unmenschliches Stöhnen so heftig wie das gleichzeitige Erlöschen von Millionen Flammen lässt eher auf sein nahes Ende schließen.
Plötzlich legt sich in die schwarzroten Mundwinkel Imix ein Zug von wahrem Respekt vor dieser Leistung.
Der Böse Prinz würdigt ihren Erfolg indem er sein Haupt senkt.

„Möge das Gute Feuer deiner fehlenden Seele gnädig sein.“

Mit diesen mächtigen Worten erhebt Amanodel die Arme zum Strahl, schwarze materiesaugende Energie bündelt sich vor den Fingern und schnellt nach einer kräftigen Druckbewegung auf den Kopf des Giganten zu.
Die Masse aus Lava zerplatzt von Haupt her bis zur rohen Zehenspitze, wobei sich die Schlacke im gesamten Thronsaal verteilt.

Ein gemeinsames Siegesjohlen bricht los und verschreckt die übriggebliebenen Feuermephits, die schlagartig die Flucht ergreifen.

„JEHAA!!!“

und ähnliche Freuderufe schallten eine ganze Weile durch den Feuerknoten.

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Die aus beiden Eingängen einfallenden Heerscharen, denen Deion allein nicht mehr Herr werden konnte, verstummten schlagartig mit der Explosion des für unsterblich gehaltenen Throninhabers, und flohen schneller in alle Richtungen der Tunnel als sie angewackelt kamen.

Nur langsam legte sich der Siegestaumel, zudem auch Deion hinzugestoßen war.
Sie bildeten einen Kreis und schlugen die Hände in der Mitte zusammen.

„Mit euch ziehe ich in jede Schlacht, meine Gefährten, Erwählte des Prismas und Schlächter Imix!“

Lobte Zara.

„… und Schlüsselbrecher des Düstren Einen!!!“

Spannte Deion den Bogen zum eigentlichen Erfolg.

„Ist jemandem aufgefallen, dass der Prinz seinen Magieschild meinen Finalen Streich erwartend unterdrückte? Ich hätte nie gedacht, dass es so was innerhalb der Kultanhänger je geben könnte…“

bemerkte Amanodel mit den Auge zum Detail.

„Unsere Pflicht ist es nun, Zenith und Varachan zu informieren. Sehen wir zu, dass wir hier rauskommen!“

Damit schnappte sich Grutal unverzüglich Maliskras kristallinen Schädel, indem der Feuermachtstein eingesetzt war.
Sein Studium in der verbleibenden Zeit war recht ernüchternd.
Bis auf ein paar derzeit nutzlose Zauberfähigkeiten war nichts damit anzufangen.
Rasch klaubten sie alle Habseligkeiten zusammen- Amanodel und Deion hievten gemeinsam die Medusa in den Nimmervollen Beutel, Zarathustra hebelte die Rubine aus den Halterungen des Throns und dem Schaft der Klinge.

„Was sollen wir mit dem riesigen Schwert anstellen? Das kauft uns doch niemand ab!“

Sie ließen es links liegen, Zara schulterte den Gefährten, der immer noch brannte- eine Möglichkeit diesen zu löschen bestand nicht.

„So nun lasst uns verschwinden!“

Amanodels Blick schweifte zu Grutal, Grutals Blick schweifte zu Amanodel.
Um ein Haar wären Deions und Zaras Unterkiefer am Boden aufgeschlagen.

„Wie!?! Ihr habt euch keine GEDANKEN ÜBER DIE RÜCKKEHR gemacht!?! Ich fass es NICHT!!!“

Brüllten die beiden Zauberlosen das Duo im Kanon an.
Gefangen auf dem Feuerknoten, dem Tode geweiht.

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Vielleicht funktionierte ja eines der drei Portale.
Wie sogleich festgestellt, gehörte das Luftportal nicht dazu!

Während Amanodel und Grutal sich gegenseitig die Schuld zuschoben, suchte die Vorhut im Labyrinth aus Räumen und Tunneln nach den übrigen Portalen.
Langsam sammelten sich Bewohner des Knotens, flüchteten aber augenblicklich, wenn die Bezwinger des Feuerprinzen auf sie zu kamen.
Am Ende eines langen weiten Korridors, die Wände im Eindruck von Dampfwolken bemalt, lag ein großes blau-grünes Quadrat vertieft im Grund.
Keine Tätigkeit!!

Die endlose, schweißtreibende Suche zog sich weiter hin.
Immer mehr verängstigte und neugierige Kreaturen folgten dem Quartett auf Schritt und Tritt.
Sie gelangten schließlich in eine dreieckige Weitung.
Ein braunes Marmordreieck war in die Fugen eingelassen, an der Wand prangte das riesige, grobe Gemälde eines brennenden Kometen, der in einer Stadt niederging.
Keine Funktion!!!

Die Schar aus ehrfürchtigen Feuerkreaturen, die an ihren Fersen klebte, war derart angewachsen, um sich stark genug zu fühlen, Neugier, Hass und Aggression über die Furcht siegen zu lassen.
Beide Ausgänge waren von fauchenden, die Stimmung anheizenden Feuerkreaturen blockiert, eine weitere Suche war unmöglich geworden.
Die Prismenfinder und Löscher Imix kehrten sich rückwärts zum Kreis, zogen verzweifelt die Schwerter und sahen nach den großen Erfolgen ihr letztes Stündlein geschlagen.
Und wenn nicht die Bewohner des Knotens sie meucheln würden, dann die unerträgliche Hitze nach baldigem Ausklingen der Schutzzauber.
Die Situation schien aussichtslos…

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To be continued

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Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 19. März 2007, 23:24:23
Ja, so fiel Imix.

Der Kampf war echt hart, wenn auch recht kurz (für mich).

Dennoch blieb ich am Ball und hab mitgefiebert mit den anderen.
Imix war zwar ein harter Brocken aber - wir mir auch Naga erklärte - sieht das Abenteuer keine derart ausgemaxten RKs wie bei Zara und Grutal vor.

Nun ja. Mein Charakter Natiel war eher ein notwendigeres Übel, muss ich gestehen.
Damals, als der Charakter eingeführt wurde, war eigentlicht geplant, einen Nahkämpfer wie Candril zu bringen, jedoch diesmal einen Defender of Sealthiel. Allerdings wurde mir dieser vom SL nicht erlaubt, aufgrund des Exalted Status und weil er der Ansicht war, ich könnte ihn nicht ausspielen.
Nun, daher wurde nochmals das Buch ergriffen und Sheijtan-1001-Charconcept-Builder hat nen neuen Charakter gebaut - Natiel.

Leider hielt der gute Druide gerade mal 2 Sitzungen, dafür hat er bei Imix beachtlichen Schaden durch den Zauber "Quench" machen können.
Leider musste er umgehend dafür Büßen...

Mal schaun, welcher der nächste Charakter ist, den ich dann ins Feld geführt habe... Ich weiß es...
Titel: Last Bastion of Elemental Evil - Mount Stalagos
Beitrag von: Nagakeng am 28. März 2007, 18:29:19
Rückkehr Candrils – die Letzte Bastion des Elementaren Bösen

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(82)
Candril stöhnte auf.
Was von seinem Rücken übrig geblieben war, brannte und schmerzte höllisch.
Seine Arme und Beine waren angekettet.
Sein gesamtes Hab und Gut trug er noch am Leib.
Ah!
Wieder ein Peitschenhieb.
Aber nicht irgendeiner.
Nein, mehrere sechsarmige Folterinnen mit Schlangenunterleib, Dämonen der übelsten Sorte, traktierten mit verschiedensten Folterwaffen ihre Unterjochten in einer Art Gefängnis.
Sein Dämon bevorzugte eine mit Glassplittern und Messern besetzten Kette - und mit sechs Armen war es ein leichtes mehrere Opfer gleichzeitig zu bedienen.
An der Decke war ein Apparat angebracht, dessen Zweck Candril nicht erfahren wollte.
Jedenfalls mündeten Hunderte Schläuche und Rohre dort hinein.
Wo war er da bloß hineingeraten!?!
Neben ihm schrie irgendwer in einer Eisernen Jungfrau um Erlösung, eine andere unmenschliche Stimme schrie hingegen aus Lust.
Plötzlich brüllte eine andere unwirtliche Stimme, und das Schluchzen, Weinen und Schreien verstummte für einen Moment.
Dann setzte es wieder ein und hinter seinem Rücken wurde infernalisch gefeilscht.
Ein Hieb mit der Kette an den Kopf beförderte den Waldelf ins Koma…

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…Sie waren umzingelt und fast ausgebrannt.
Feuerelementare, Feuertrolle, Feuerriesen, Salamander, verschiedene Sorten Mephits und sogar Efreet vermischten sich zu einem hasserfüllten Mob.
Der Übergriff stand auf Messerschneide, doch die Helden wagten trotz des Überraschungsmomentes nicht den ersten Schritt.
Plötzlich brüllte eine unwirtliche Stimme, die Stimmung brach schlagartig ab.
Ein Gang öffnete sich durch den Mob, der Boden bebte, als schweren Schrittes ein massiger Dämon sich zeigte.
Deion erkannte den Glabrezu als das Monstrum, welches beim Anschlag auf Bah neben dem Auserwählten vorm Feuertor Stellung bezogen hatte.
Dort hatte es ihm die Sprache verschlagen, weshalb sollte es seinen Gefährten da heute besser ergehen!?!
Vor allem schwand die Hoffnung, ein Wunder könnte sie unbeschadet aus dieser Situation befördern.

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„Hilfloses Pack, keinen Mucks will Gqaramal hören!!! Die Bedingungen… zarskarama… lauten: Erstens übergebt ihr mir den brennenden Leichnam… hmhmhm… zweitens übergebt ihr… darimasmoof… mir den Schädel des Vergessenen… schurquarlt… und drittens kehrt ihr niemals auf den…brondimeschk… Feuerknoten zurück und… dafür katapultiert Gqaramal euch… lebendig…hahahar… zurück!!!“

Lebendig- ja das entlockte ihm ein böses Lachen.
Aber was blieb ihnen übrig!?!
Widerwillig holte Grutal den Schädel aus Deions Nimmervollem Beutel.
Ein Lavamephit näherte sich vorsichtig und griff nach dem Stück.
Er zog und zerrte daran, Grutals Griff lockerte sich einen Augenblick später.
Als der Glabrezu den Schädel schließlich in Händen hielt, echote ein zufriedenes Grunzen durch die Vulkanhöhlen.

„Warum wollt ihr auch den Druiden, Scheusal?“

„SSSchrenkalttttttttt!!! Haltet das Maul, Geflügelter!!! Ihr habt die Wahl und die Qual, nichts weiter. Narren!!! … Gqaramalistikk… Revival nach dem Mord durch einen Elementaren Fürst… würktischarl… ist ausgeschlossen!“

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Konnte man einem Dämon Glauben schenken?
Man hatte ohnehin keine Wahl und Zarathustra legte Natiels Überreste zu Boden und segnete sie zum Abschied mit einem messenüblichen Handschweifen.

Plötzlich begann der Schädel in den Klauen des Dämons in einem rötlichen Licht zu glimmen und ein Strudel aus Raum und Zeit erfasste die Truppe.
Bruchteile später umgab sie heimatliche Hitze- sie standen mit dem Rücken zu den Lavagruben, die das Feuerportal in den Ausgrabungen umringten.
Leicht seitlich vor dem Glabrezu ragten zwei mächtige Feuerelementare (http://www.santharia.com/pictures/quellion/quellion_pics/fire_elemental.jpg) beinahe ans unebene Deckengestein.

„Es riecht so schmackhaft…“

Seine massige Nase sog die heiße Luft an.

„… schmarkat… nach Chaos, grgrgrgrrrrrrrr!“

Während der Schädel wieder zu glimmen begann, rundete der Glabrezu seinen Auftritt gebührlich ab:

„Gqaramal… lässt Euch nicht ohne eine Lektion ziehen… harharhar… Untergebene, vernichtet sie im Namen Eures Neuen Feuerfürsten!!!“

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Nach seinem Verschwinden erblickte die Gruppe plötzlich eine bis dahin verborgene Gestalt.
Leblos hatte sie hinter dem Außenseiter gelegen.

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Vorerst mussten sie sich allerdings den vor- und zurückschnellenden Fackeln erwehren.
Amanodel beschwor eine Mächtige Hand, die einen Elementar in einen Ringkampf verstrickte, und zog anschließend seinen mächtigsten Magischen Geschoss Stab aus dem Repertoire, während die in Brand gesteckten Kameraden Zara und Grutal losholzten.
Ein Elementar sprang zufällig in das Portal

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und wurde Momente später auf den Feuerknoten gesaugt, während der andere sich nun Pfeil, Stich und Hiebwaffen sowie Machthieben ausgeliefert sah.
Dessen Flammen erstickten alsbald unspektakulär.

Das bisschen freier Wille, was dem Dämon nach der Unterjochung durch die Dunkle Rede des Elementaren Champion noch geblieben war, hatte er auch sogleich gegen die Pläne des Kultes verwendet, und vor allem als Rache am Auserwählten- er ließ die Prismenfinder und Bezwinger Imix ziehen!
Chaos und Zerstörung waren sein Lebenswerk und nicht die vollkommene Ausradierung aller Welten.

Sofort umringten Deion, Zara, Grutal und Amanodel den Überraschungsgast, drehten die Gestalt vom sich matt hebend und senkenden Bauch auf den Rücken und sahen nach einem Moment des ratlosen Staunens sogleich froh und glücklich in das vertraute Gesicht eines Waldelfen.
Der violette Strahl Falrinths war also kein Todesstrahl gewesen!
Candril lebte!!!
Doch sein Rücken war übersäht mit frischen Narben aus der Hölle…

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… Rufus eröffnete die Zusammenkunft der Büttel.

„Alle anwesend?“

„Klaro Chef.“

„Nicht ganz, Marlon fehlt. Ich weiß nicht wo er sich rumtreibt, Chef.“

„Na gut, der Schlafmütze mach ich nachher Beine…also zuerst kurz und knackig. Mannen, frohe Botschaft: Das Diebesgut des Bauern, also Spugnoirs Hab und Gut hat sich Burne unter den Nagel gerissen und es sieht so aus als ob einiges ganz nützlich sein wird, also für die Verteidigung mein ich. Aber davon quatscht er selbst noch ein paar Zeilen…“

Soweit die Einleitung.
Anschließend verteilte der Kämpfer die Posten neu und vergab die anstehenden Aufgaben.
So, jetzt würde er sich dem schweigenden Dieb zuwenden, hatte sich auch was sehr Schönes überlegt.
Auf der Treppe in den Kerker begegnete ihm Marlon.

„Jetz hör her, Marlon. Schon das zweite Mal, dass du eine Besprechung verpennst. Wenn auf dich kein Verlass ist, muss ich dich aus der Mannschaft werfen!“

„Jo, sicher Chef. Verstanden.“

Rufus wusste, dass Marlon wusste, dass momentan kein Büttelramschhandel möglich war.

„Jetz schau, dass du zu Gerrit und Sam an die Zugbrücke kommst.“

Der Büttel entfernte sich.
Rufus gelangte in den Keller.
Eine Stimme hallte durch das Gemäuer.

„Aber auf euch is auch kein Verlass. Erst die Schlappe beim Überfall und jetz, DU kannst ja nicht mal auf deine Gefangenen aufpassen!“

Rufus sperrte die Augen weit auf, stürzte zur Zelle des Gefangenen, wo das Schloss aufgebrochen war und am Boden der kopflose Körper eines Gestaltwandlers lag.
Der Kopf des Doppelgängers rollte Rufus vor die Füße, als er die Eisentür aufriss.

Das widerhallende Gelächter D´Grans ließ Rufus die Zähne knirschen und die Wendelstufen hinaufstürzen.
Doch der Schuft hatte sich bereits verpisst, wie Rufus es auf seine ordinäre Art noch am mildesten ausgedrückt hätte…

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… Nachdem Amanodel in den Tiefen seiner Robentaschen noch eine Teleportationsrolle gefunden hatte, wurde man mit Bet Regors heller Aufregung konfrontiert, in der die gesamte Stadt schwelgte.
Kalamars Heer hatte sich laut Aussage der Späher des Königs wieder in Bewegung gesetzt und würde in wenigen Tagen die Hauptstadt Paru Bors erreichen.

Sie wollten sich die gute Stimmung dadurch nicht verderben lassen und luden sich bei Varachan und Erimm Rechtung vor.

„Feierlich verkünden wir das Ende des Feuerprinzen Imix, den Stop der Ausgrabungen und damit die Verhinderung aller Pläne des Kultes!!!“

Sie verbeugten sich zur Begrüßung und zeigten jeder zum Beweis einen der vier riesigen Rubine aus Schwert und Thron Imix.

„Und Candril habt ihr auch wieder! Das sind ja großartige Neuigkeiten!!!“

Konnte sich Varachan nicht auf dem Stuhl halten und führte mit Spitmun einen Freudentanz auf.

„Das wird der Triade stinken! Die Mission gescheitert, das Gute hat gesiegt!!!“

„Vor allem wird das Sternereignis sang und klanglos vorüberziehen…und das ist wichtig. Grutal, kannst du mir einen Gefallen tun und meiner Schwester die Neuigkeiten übermitteln?“

„Mit Sendung? Natürlich, Kamerad, morgen, wenn ich dem Sprecher zum Morgengebet unseren Erfolg geschildert habe.“

Erimm nutzte die Gelegenheit für sein Anliegen.

„Wenn ich euch auch sonst nicht entlohnen kann, sollt ihr euch hiermit im Namen des Wahren herzlich auf ein Festmahl eingeladen sehen. Heute Abend wollen wir feiern und in diesen Heiligen Hallen speisen und trinken! Letzteres natürlich nur in Maßen…“

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Und so geschah es, dass die Helden den restlichen Nachmittag ihre Geschäfte tätigten, soweit dies in der Vorkriegsaufregung noch geregelt möglich war und die Zauberer ihre Läden nicht schon vorzeitig verriegelt und das Weite gesucht hatten.
Eigentlich war es so auch ein glücklicher Umstand, dass nur wenig blieb, was nicht auf irgendeine Art und Weise unter den Helden aufgeteilt werden konnte.

Amanodel behielt den aufgemotzten Stab der Zweiten zum Persongriff.

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Zarathustra bekam den Menschenverachtenden Speer des Noblen Salamanders, denn wenn es um schlechte Taten ging, standen Menschen ja immer in erster Reihe- ein Vorurteil und doch allzu wahres Klischee.

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Zudem wanderte der mächtigere Ring der Feuerresistenz des Zweiten an seine Klaue, denn Amanodel hatte trotz des mächtigsten Identifikationszaubers Tellenes die schlummernde Kraft des Ringes zwar wahrgenommen, doch wie verhext schwieg der Ring über den Umstand seiner vollständige Machtentfaltung.
Und da der Grauelf doch eine recht eitle Natur wahr, behielt er sein Scheitern für sich, gleich dem Zweiten, der das Geheimnis um die Aktivierung des Kommandorings über Feuerelementare mit ins Grab genommen hatte.

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Deion schnappte sich den magischen Kletterstrick Maliskras.
Und Candril, dem glücklicherweise in der Abyss nichts außer den doppeltkräftigen Ogerhandschuhen abhanden gekommen war
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- Grutal glaubte sie übrigens an den Glabrezupratzen gesichtet zu haben- wurde mit dem Erlös aus Imix wertvollen Edelsteinen und Maliskras magischen Rüstungsgegenständen der Verlust ersetzt.
Den Hastring des Salamanders aus der Empfangshalle staubte Grutal ab.

Abends dann folgte ein Festmahl mit Paru Borschen Spezialitäten- Erimm hatte keine Mühen gescheut, und sogar einen Barden zur musischen Untermalung engagiert.
Sie schwätzten über alles Mögliche, die persönlichen Vergangenheiten vor der Gruppenvereinigung per Prisma in den Wäldern am Renador Fluss, Tellenes hoffentlich friedliche Zukunft nach dem Krieg, einfache Belanglosigkeiten, lokal patriotische Themen und Candrils Erzählungen aus der Abyss.
Viel, viel, wofür bisher kaum Zeit geblieben war.

Zu später Stunde spannte Erimm schließlich wieder den Bogen zum Anliegen seiner Kirche und der vollbrachten Leistung.

„Übrigens habe ich den Namenlosen in Kenntnis gesetzt. Er lässt Euch über mich seinen Dank und seine Wertschätzung ausrichten.“

Die angeheiterte Gruppe nickte bescheiden.

„Die Pläne des Kultes sind verhindert, doch seine tiefsitzenden Wurzeln werden erneut sprießen, wie schon zweimal zuvor, wenn nicht seine mächtige Exekutive ausgelöscht wird. Ihr versteht, was ich… beziehungsweise unser Vorstand… als fast banale Tatsache, …ja Wahrheit sehen!?!“

„Natürlich.“

Stimmten die Abenteurer zu.

„So denn, ruht euch solange aus, wie ihr für angemessen haltet. Hierfür bitten wir euch, die Gastgemächer der Kirche in Anspruch zu nehmen. Es ist dem Wahren und seinen Priestern eine Ehre.“

Erimm verneigte sich.

„Was ich euch noch anbieten will, ist Ruhm. Ich will morgen mit meiner Predigt das Volk informieren und eure Taten und Tugenden loben. Der Namenlose hat mein Vorhaben bereits abgesegnet. Dann kann Euch Stadt bekannt und zu gefeierten Helden der Geschichte machen. Ich hoffe das ist auch jedem recht!?!“

Bescheiden nickten sie, nichts ahnend, was damit auf sie zukommen könnte.

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„Und nun verabschiede ich mich zu Bett, denn bei der Morgenmesse erwartet man mein ausgeruhtes Erscheinungsbild.“

Erimm verließ die Tafel.

„Erimm glaubte übrigens nie daran, dass Tharizdun durch menschliches Bestreben befreit werden könnte. Trotzdem ist es eine ziemliche Leistung einen Kult, der einst die ganze Provinz in Angst und Schrecken versetzt hat mit fünf Mann einen Strich durch die Rechnung zu machen… und davor zieht er seinen Hut.“

Merkte Varachan an, der wieder einmal bloß still da gesessen und Spitmun das Köpfchen gekrault hatte.
Die Gesellschaft teilte sich in Zustimmung und Ablehnung der Befreiungstheorie.

„Mal abgesehen davon, Erwählte des Prismas, FLEHT die letzte Bastion des Elementaren Bösen, der SCHWARZE TURM, SITZ DER TRIADE, doch schier nach einer VISITE, MEINT IHR NICHT!?!“

Hob der in Rhetorik schwelgende Deion feierlich den Krug zur Mitte und stieß mit den Kameraden an.

„Ich halte zwei Tage für ausreichend, bis die müden Knochen wieder einsatzfähig sind.“

„Von mir aus solls gleich morgen losgehen! Mit dem Kult und seinen Dämonen hab ich noch eine offene Rechnung zu begleichen!!!“

Candril war ein Gezeichneter der Hölle.

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Die Wunden waren ungewöhnlich rasch abgeheilt, weshalb auch so viele unnötige und frische Narben seinen Rücken verunstalteten.
Und das schlimmste, von dem niemand etwas wissen durfte, war, diese mysteriös zurückgebliebene Verbundenheit mit den Niederen Ebenen.
War es etwa nicht sein erster Besuch?
Sein Geist und Wille spürten es, diese Anziehung, ja… diese Verwandtschaft.
Musste er seine Ursprünge etwa in der Abyss suchen?
An die Kindheit konnte er sich nicht erinnern und seinen Stammbaum kannte er nicht, dafür hatte der Waldelf zu wenige seiner Ahnen überhaupt je kennen gelernt.
Lag in dem fehlenden Wissen etwa die Erklärung für den Wunsch, der einfach nicht in Erfüllung gehen wollte?

„Candril, du bekommst deine Chance. Aber zwei Tage sind gewiss vertretbar und auch nötig.“

Warf Varachan in die Runde und erntete von Deion, Zara, Amanodel und Grutal Zustimmung.

„Ich war einst Hedracks Stellvertreter. Aber damit erzähle ich euch ja nichts Neues. Allerdings kann ich euch noch einiges über die Eigenheiten des Äußeren Bereichs und seine Bewohner berichten. Also besucht mich vor dem Aufbruch noch mal, dann weihe ich euch ein. Heute, hat das glaube ich keinen Sinn mehr.“

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Die roten Nasen gaben ihm Recht und damit stand der Entschluss auch fest.

Grutal und Amanodel schrieben in der Freizeit ein paar Schriftrollen und Candril übte mit Zara.
Mit der Abwicklung der übrigen Geschäfte beauftragte man den fleißigen Deion.
Grutal hatte über seinen sonstigen Reichtum im Sinne der Verteidigung des Sprechern hinaus noch fleißig gespart und nun genug beisammen, um eine Gebetskette, einen recht mächtigen wundersamen Gegenstand, mit sage und schreibe drei Sakramenten zu erwerben.

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Nebenher erlauschte der Beauftragte in den Gesprächen der Bevölkerung auf dem Marktplatz einige Gerüchte.
Wie etwa, dass Bet Regors Kontakt zu manchen Verbündeten Reichen abgebrochen sein sollte und der König gerade aus Frust sein Personal schikanieren würde.
Aus Neugier stattete Deion der Burg einen geheimen Besuch ab und belauschte dabei ein Gespräch bezüglich der geheimnisvollen Feuersbrünste im Norden, indem allerdings recht rasch klar wurde, dass der König dagegen nichts zu unternehmen gedachte.

Er hätte die Wissenslücke schließen können, doch war sich nicht sicher, ob ihn dann der Kerker erwartet hätte, weil er die Burg ohne Befugnis betreten hatte.
Und so strichen die Tage mit abendlicher Gemütlichkeit und anhaltender Feierlaune ins Land…


… Wer war der Fremde gewesen, der ohne weiteres in das Lager eindringen konnte?
Seine Präsenz war so durch und durch furchtlos.
Er hätte wunderbar in seine schrecklichen Truppen gepasst, angenommen die Erzählungen waren wahr.
Der Imperator brummte tief.
Die hässliche Großzügigkeit zermarterte ihm den Kopf.
Wer in ganz Tellenes Namen konnte es sich leisten, einfach so magische Ritterrüstungen, Resistenzumhänge, Heilstäbe und ähnliches zu verschenken ohne eine Gegenleistung zu verlangen?
Hatte der etwa einen Wunderbrunnen gefunden und war patriotischer Kriegsveteran?
Oder ein genialer Mensch mit großem Reichtum und geheimen Plänen?
Tyrannisch befahl er einen Koboldhexenmeister herbei, der zu Fuß marschierte.

„Bring alles über folgendes Gottessymbol in Erfahrung: Schwarzes Dreieck und gelbe Streifen. Morgen früh will ich alles darüber wissen, was es zu wissen gibt!“

Auf den nächsten Besuch würde er vorbereitet sein und dann wollte der Kaiser den Fremden persönlich treffen…

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… Die steilen Hänge des Inneren Kraters von Mount Stalagos ragten düster in der Mitte des stillen Vulkansees empor.
Ein Glück das Amanodel Schattenschritt kannte, denn sonst hätte die Reise per Pferd zur Tilgung der letzten Reste des Kultes auf Tellene nochmals fast zwei Tage in Anspruch genommen.
Ein harmloser, trillernder Winterheimkehrer wurde von einem Blitzturm gegrillt.
Sie wählten als Zugang das von Varachan empfohlene Lufttempeltor zum Äußeren Ring des Schicksals per Dimensionssprung.
Man hatte mit geringem Widerstand gerechnet, aber nicht mit leeren Hallen.

„Sichtlich hat der Kult Rekrutierungsschwierigkeiten. Tja, soll uns nicht weiter stören…“

Lästerte Amanodel.

„Danken wir den verschollenen Seelen aus Varachans Erzählungen. Seht nur all diese Federn… und das Blut…“

Grutal runzelte die Stirn.

„Könnten wir bitte weiterziehen!?! Meine wilde Natur sinnt auf Rache am Dämonengesocks. Der Waldelf in mir findet, dass ich lang genug gewartet habe, Grutal, Amanodel, Gefährten!“

Bat Candril und wurde erhört.
Die ersten beiden Senktore in östlicher Richtung funktionierten einwandfrei, allein das Zucken der violetten Adern im schwarzen vulkanischen Gestein irritierte leicht.
Das Zentrum der abgekapselten Kammer war zehn Fuß eingesunken, gefüllt mit schwarzen und gelben Polstern und Decken, auf denen eine dünne Staubschicht lag.
Drei Truhen und eine Garderobe waren an der südlichen Wand platziert, wohingegen die restlichen Wände allein mit dunkelvioletten, Obex bestickten Teppichen zugekleistert waren.

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Sie widersetzten sich dem Abschrecken des Unheiligen Bereichs und vernichteten die irrende Seele eines jungen Mannes in Gestalt eines Poltergeistes.
Auch in der spektralen Form trug er eine Kette um den Hals.
Die Vermutung, der Mann sei ein Leibsklave der Lust gewesen, bestätigte sich, als man bei der Untersuchung der Garderobe das Werkzeug einer grausamen Domina fand.  
Die Kälteexplosionsfallen konnten Deion nicht abhalten magische Schuhe, Säurefläschchen, Alchemistenfeuer, Sonnenstäbe und Schmuck aus den Truhen zu ziehen, sowie ferner sich eine zerbeulte und gerade gebogene Fackel der Geheimnisenthüllung, von deren Sorte man nun von den Schicksalsschläfern bereits einige eingesackt hatte, und zwei Elementare Schlüssel der Erde anzueignen.

Eine andere Tür gab eine Lagerkammer mit Kisten und Fässern preis.
Werkzeuge, allerlei Geräte, ein paar Waffen und eine lange Rolle an Seidenseil wäre nur unnötiger Ballast gewesen und so nährten allein der riesige Vorrat an Bolzen und Pfeilen die Köcher und Munitionspatronen vor allem von Deion und Candril.

Hinter dem nächsten Tor lag eine Kammer in deren Grund eine runde Glassplatte eingelassen war, fünf Fuß im Durchmesser.
Darauf war mit Blut ein Pentagramm gezeichnet worden und alles was man darunter sehen konnte, war nebelige Dunkelheit.
Und da Pentagramme die Gewohnheit haben, Schutz zu symbolisieren, entfuhren der Glasplatte nach Betreten zehn peitschende und ringende Tentakel , deren die Nahkämpfer gemeinsam rasch Herr wurden, während Amanodels magische Geschosse ziemlich kläglich abprallten.

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Das östliche der beiden wählbaren Tore führte sie in eine mit dunkelgrauem Gestein ausgekleidete Weitung, auf denen in Relief schreckliche Menschenopferungen, Blutbäder, Vergewaltigungen, Ritualmorde und Leichenschändungen zur Schau gestellt waren.
Auf der Rückseite des übergangenen Tores wurde nach baldiger Hebung die Szene eines Massenmordes, ebenfalls in Relief, kenntlich.

Eine Wendeltreppe am nördlichen Ende der Kammer stach den Charakteren ins Auge- Hauptsache keine ekligen Bilder mehr!
Sie war so handwerklich verziert, dass der Eindruck entstand, schwarze, ineinander verhakende und zugreifende Arme würden das Geländer bilden.
Leider wiederholte sich darin auch kein Muster und das Wirrwarr störte sogar die Sinne- ob die Wendeltreppe nun soviel besser war, konnte man also anzweifeln.
Trotzdem endete auch die geschmiedete Eisenstiege irgendwann, zwar nachdem mindestens hundert Fuß Tiefe erreicht war, aber immerhin!
Oder doch nicht!?!
Denn zu allem Übel erfüllte den zwielichtigen Raum ein keuchendes und quietschendes Geräusch, welches jedem Hörenden die Zähne zusammenbeißen ließ.
Die Luft roch nach brennendem Schwefel und hinterließ eine fettige Schicht auf Ausrüstung und Haut.
Den meisten Raum nahm eine riesige Masse aus Metallröhren, Getriebeteilen, Arbeitsarmen und Rädern ein, die sich langsam drehten und bewegten.
An der Front der Konstruktion grinste das große offene Eisenplattenmaul einer furchteinflössenden Visage und dahinter waren sozusagen die metallischen Gedärme der Vorrichtung sichtbar.

„Verflixt, was ist das für eine Höllenmaschine?“

Hielt sich der empfindliche Zarathustra die Vogellauscher zu.

„Ich schätze mal, wir haben es mit einer Kreation böser Magie zu tun, teils Maschine, teils Dämon, die mit der Essenz, also der Energie, unschuldiger Seelen betrieben wird.“

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WAS!?!
Verblüfft starrten die Helden ihren ach so klugen Magier an.

„Ich muss gestehen keine Ahnung zu haben.“

Zuckte Amanodel voller Erheiterung die Achseln.
Soweit war es also mit seiner Eitelkeit schon gekommen!

„Aber gut vorstellbar, nicht!?! Zerstört ES!!! Allein schon des Gänsehautquietschens wegen!!!“

Das ließ sich Zarathustra nicht zweimal heißen!
Für den Notfall hatte er immer eine Adamantaxt dabei und holte Schwung.
Plötzlich schnappte das scharfe Maul nach dem Helden, er wich gerade noch aus und rammte die Axt in die Platte, bekam sie allerdings nicht sofort wieder heraus und zerrte daran.
Gierig sperrte die Konstruktion die Fresse auf, packte Zara im Rückzug am Krähenfuß und mit einem Happs war der Raptoraner einverleibt!

Wie von der Rolle sahen Grutal und Candril dem Treiben zu und bekamen die Halterungen ihrer Waffen nicht auf, während dem vogelartig kreischenden Zarathustra der rechte Arm ausgerissen und wie von einem hungrigen Biest in kleine Schnipsel zerschlissen wurde.
Ohne Unterbrechung doktorte die Höllenmaschine weiter am Überrest Zaras herum.
Plötzlich verspürte er einen furchtbaren Druck am Schulterstumpf, Bohren, Stiche und schließlich einen die Haut versengendem Feuerstrahl, während die geschockten Gefährten immer noch keinen rechten Blick auf den Gefolterten erhaschen konnten.
Amanodel holte gerade die Komponenten für einen Auflösungsstrahl heraus, als der Freund vom Maul ausgespuckt wurde.

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„Ich bin ja wieder heil??? Oh, Mutter Schicksal, wieso meint IHR es nur so GUT mit mir!?!“

Die Naht war noch frisch.
Er ballte die fremde Faust, die eher einer Klaue glich.
Dabei pochte der lange, muskulöse, sehnige Arm fremd und dämonisch.

„Ich spüre seine gewaltige Kraft... ER ist ein Geschenk des Schicksals!!!“

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Platzte es aus dem vor Freude strahlendem Falkener heraus.

„HIER haben die Kultanhänger also ihre BEFREMDLICHEN KÖRPERTEILE her!!!“

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Fiel es dem schlussfolgernden Grutal plötzlich auf.
Deion und Candril nahmen Abstand, wohingegen Amanodel und Grutal eher einen Schritt vorwärts taten.

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„Ihr werdet doch nicht etwa!?! Wo bleibt eure Intelligenz, eure Weisheit, Amanodel, Grutal!?! Aus Bösem erwächst nie Gutes.“

Amanodel war bereits so fixiert auf das Maul, dass er Deions weise Worte schon schier nicht mehr wahrnahm und stolperte ins Maul.

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Nach Momenten endlosen Elfengeschreis wurde der Magier wieder ausgespuckt.

Freude strahlend und mit den Armen in die Hüften gepresst, lugte er in die suchenden Gefährtenaugen.

„Amanodel, du bist… noch völlig der ALTE! Du hast IHR wohl nicht geschmeckt…“

Die grauelfischen Mundwinkel fielen ihm schlagartig herab.

„Und wie er hat!!!“

Übertonte eine fremde krächzende Stimme mit dämonischem Akzent das Quietschen.
Amanodel kramte hastig die Robe beiseite und legte den Bauch frei.

„Hallo!“

Grinste ihn ein kleines fieses Gesicht an.

„Wir kennen uns noch nicht.“

„Wer bist du?“

„Dein Vertrauter, wer sonst!?! Und jetzt besorg mir was zu fressen!“

Amanodel war total Baff.
Das Ding konnte sprechen!?!

„Was tust du hier?“

„Nun, ich werde dich ab jetzt auf immer und ewig begleiten, ist das nicht toll? Wir werden ein prima Team abgeben, du und ich! Ich bring dir Zauberburschi, gell, ein paar neue Sprüchlein bei, jeden Tag einen, von leicht zu schwer, und außerdem mach ich dich zu einem gefürchteten Zauberer und als Gegenleistung besorgst du mir was zu fressen! Das ist doch ein genialer Deal, oder!?! Also, dann hol mal raus das Fleisch!!!“

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Dabei grinste das kleine runzlige Gesicht wie eine uralte Hexe.
Fernandel separierte den geräucherten Schinken aus einer Tagesration und pflügte abermals die Robe beiseite.

„Bäh!!! Nicht solch totes geschmackloses Zeug, Elf, sondern was Lebendiges! Du weißt schon was ich meine. Entweder ER oder ICH!!! Komm schon…“

Amanodel sah fassungslos in die Runde.
Seine Kameraden wussten bei allen Guten Götter nicht was das Ding wollte.
Dann verstand Amanodel.
Er fasste unter die Robe, es quiekte als er Meister Splinter unsanft packte und am Schwanz hervorzog- seine schmusige Ratte und langjährigen Gefährten.
Der Grauelf zögerte, die Entscheidung war keinesfalls einfacher Natur.

„Komm schon, er oder ich!!! Sonst kannst du unsere Abmachung gleich wieder vergessen und das hier wir ne Wilde Ehe!“

Langsam legte der Zauberer seinen Bauch frei, die Kameraden waren gespannt, was jetzt passieren würde.

„So ists brav…“

Gierig sperrte das Gesicht sein faltiges Mäulchen auf, spitze kleine Zähnchen funkelten hervor.
Die Ratte quiekte wie am Spieß und mit einem Mal ließ Amanodel seinen Vertrauten sozusagen in den eigenen Wanst fallen, welcher genüsslich zu kauen begann.

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Als Amanodel begriff, was er sich gerade scheinbar geistesabwesend geleistet hatte, verdeckte er den schmatzenden Bauch und fragte in die Runde:

„Was ist, warum glotzt ihr mich alle so an???“

Grutal löste sich aus der Starre und zog den Morgenstern.

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„Deion, du hast RECHT, die Maschine ist TEUFELSWERK!!!“

Noch bevor Grutal den ersten Schlag getan hatte, schnappte ihn das Maul und bearbeitete seinen Linken Arm und unterzog ihm der spiegelverkehrten Prozedur, die Zara durchleiden musste.

„Freunde! Helft mir!!!“

Schrie der Priester.
Deions Pfeile waren gegen Metall wirkungslos, Candrils Hiebe kamen zu spät, Zarathustra war zu sehr mit sich selbst und seiner neuen Kraft beschäftigt und Amanodel wurde von seinem neuen mampfenden Kumpel erpresst, ja nicht seinen Auflösungsstrahl zu feuern.

Grutal wurde mit einem frischen, linken, überlangen und flexiblen linken Arm ausgespuckt, der ihm von nun an zwar waffenlos eine Hilfe sein konnte, im bewaffneten Kampf jedoch etwas behindern würde.

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„Der Sprecher verfluche DICH, HÖLLENMASCHINE!!!“

Zu Grutals Überraschung schossen ihm drei magische Geschosse aus der Linken und direkt auf die Dämonenmaske der Maschine, reichten allerdings nicht einmal für ein paar Beulen!

„Du wirst keinem Kultisten jemals wieder einen dämonischen Zusatz bescheren!!!“

Mit diesen Worten kloppte er die Maschine, die gegen das eigene Blut keinen Zaser mehr tat, eigenhändig zu Metallbrei.
Von Deion und Candril konnte er sich dabei keine Hilfe erhoffen, beide wollten es vermeiden ihm Foltermagen der Maschine zu landen.
Und Zara und Amanodel???
Na ja, mit deren Hilfe war hundertprozentig nicht zu rechnen!

Geschätzter Gefährte Amanodel erklomm sogar frühzeitig wieder die Stiege, um zu verhindern, dass sein dämonischer Begleiter von der Zerstörung seiner Mutter Wind bekam und außerdem hatte er gerade den Verlust seiner Ratte zu verkraften, was die Gilde der Magier per se mit temporärem Ausschluss bestrafte.

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Eine bittere Träne rollte Amanodel von der Wange.
Er hatte Freundschaft gegen Macht eingetauscht.
Aber es war eben Macht, die er nicht ausschlagen konnte.
 
„Robe auf!“

Abermals öffnete er die Robe.
Das Gesicht spuckte die Knochen Meister Splinters auf die letzte Wendeltreppenstufe und rülpste lauthals.

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„Also, solange du mir Frischfleisch lieferst haben wir zwei einen Deal, Burschi!!!“

Er klappte die Robe abermals zu.
Damit gesellte sich ein Geheimnis mehr zu Fernandel Amanodels Sammlung.
Aber bekanntlich heiligte der Zweck ja die Mittel, was für eine neutrale Persönlichkeit ein rechtes Lebensmotto, für Fernandel allerdings nur ein Etappenziel auf dem langen Leidensweg der Gesinnungen sein konnte.

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Titel: Handouts zum letzten Eintrag
Beitrag von: Nagakeng am 28. März 2007, 18:36:03
Hedracks TB

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Brief aus Wassertempel

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Titel: The glorified Vampire
Beitrag von: Nagakeng am 28. März 2007, 20:12:59
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Verhasste Fänge – Glorie der Vergangenheit


(83)
… Das königliche Schwert legte sich auf breite Schultern.

„Stark wie ein Bär, schnell wie ein Falke, hart wie ein Bulle, schlau wie ein Fuchs, weise wie eine Eule und prächtig wie ein Löwe sollt IHR  sein, Ritter Thrommel. Hiermit überantworte ich, König Ragil der Fünfte, EUCH das Kommando über Paru Bors Heer. Erhebt euch getreuer Ritter!“

Thrommel richtete sich in seiner glänzenden Rüstung auf.

„Einen Wurf wie einst Renunsio will ich euch tun, König.“

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„Ich weiß, dass ihr mich nicht enttäuschen werdet. Erinnert euch stets daran: Nicht der Schwertschlag verleiht blaues Blut und wandelt euch zum ehrbaren Menschen, allein eure Taten und das Volk vermögen zu adeln.“
 
König Ragil warf einen durchdringenden Blick zu seinem noch jugendlichen Sohn Sugil.
Thrommel war stolz unter König Ragil V. dienen zu dürfen.
Seine Worte waren so würdevoll, so kraftvoll- wahrhaft ein Mann von Tugend!
Die Fanfaren verkündeten den Ritterschlag.
Das Volk auf dem Platz jubelte.

„Nun zeigt euch dem Volk, es verlangt nach eurer Aufmerksamkeit.“

Thrommel verneigte sich und schritt zum Balkon, wo ihn tosender Applaus empfing.
Damit setzte so lautes Fanfarenblasen ein, dass man das eigene Wort nicht mehr verstand.

„Oh Sohn, wenn du nur um deinen stolzen Vater wüsstest…“

In aller Unauffälligkeit rann Ragil eine Träne von der Wange…

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… Alle hielten den Atem an.

„Was ist!?! Wieso pfeift der Verwandte? Hallo, ich will mehr Action sehen! Heb mal die Robe an!!!“

Quatschte Amanodels Magen laut los.

„Sccccccchhhhhhhhtttt“

Befahl ihm sein Herrchen, doch das Hallen der nackten Füße war verstummt.
Alle rollten mit den Augen.
Keiner rührte sich vom Fleck, allein Deion schlich vor und tauchte bald wieder auf.

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„Was auch immer da war, jetzt ist es weg. Dankeschön Amanodel und… wie heißt ES eigentlich?“

„Hast du einen Namen?“

Fragte der Magier seinen Symbionten.

„Sicher doch. Aber der ist so kompliziert, dass deine primitive Zunge ihn nicht aussprechen kann, Meister. Also, denk dir was Schönes für mich aus.“

Fobte es seinen Wirt.

„Bei Gelegenheit vielleicht. Momentan interessiert mich mehr, woher die Schritte kamen.“

Die Gemeinschaft des Prismas marschierte Richtung Süden.
Hinter einem Senktor lag ein winziger Raum mit der lebensgroßen und dunkelgrauen Figur eines Mönchkuttenträgern.
Die Statue weinte.
An ihren Flanken standen zwei Steinbänke.
Ein angrenzendes Tor senkte sich ungewöhnlich langsam in den Untergrund.
Dahinter lag eine spartanisch eingerichtete Schlafkammer- zwei Betten mit Eisenrahmen, einem schwarzen Paar Holzstühlen und einem runden lila Bettvorleger.
Außerdem nahm ein Schubladenschränkchen an der Südwand seinen Platz ein.
Darüber kreuzten sich zwei geriffelte Dolche.
Zwischen den Betten stand ein kleiner schwarzer Tisch mit einer Wasserschüssel aus Ton.
Nach Hebung des Tores stellte man Ausbuchtungen für Spählöcher zur Statuenseite hin fest.
Deions Äuglein bemerkten neben den Pflegeutensilien gefüllten Schubladen auch Geheimfächer mit einem wahren Arsenal an Schleimmoosextrakt und Rankenpilzpuder- alles potente Gifte.
Des Weiteren überlistete der Schurke mit einem Tuch einen mit Kontaktnitharit bestrichenen Griff und räumte ein Fach mit kleineren Schätzen in seinen Nimmervollen Beutel.
Das musste die Kajüte der Meuchelmörder sein, die Varachan erwähnt hatte.
Also lag südwärts das Lager der Elitekrieger.
Seine Bewohner waren ausgeflogen, geflohen oder tot.
Sie liefen unter den mit Ketten aufgehängten Betten hindurch.
Manche Strickleitern waren ausgeworfen.
Die Waffenständer waren weitgehend leer.

„Wo bleibt die Action!?! Meister, du musst mir schon was bieten!!!“
 
Beschwerte sich Amanodels Bauch erneut und wurde prompt erhört, als die Gruppe in eine große Höhle strauchelte.
Brauner und grauer Stein mit Bildern in Relief von Drachen und anderen riesigen Bestien, die aus der Erde brechen, und Lehmgeruch prägten die Atmosphäre.
In einer Ecke lag ein riesiger Haufen aus Erde und Gestein, der plötzlich zu Leben erwachte.
Der Ältere Erdelementar hebelte Candril aus und schlug den flatternden Zara zurück gegen eine Wand.
Grutal blähte sich mit Gerechter Macht auf und warf sich dann ins Gefecht.
Zeitgleich riss Amanodels verbleibender Auflösungsstrahl dem Elementar ein gewaltiges Loch in die Flanke, während Deion mal wieder auf die Zuschauerplätze verwiesen worden wäre, wäre nicht ein Überraschungsgast aufgekreuzt.
Plötzlich senkte sich das riesige Erdtor und Tageslicht fiel herein.
Niemand Geringeres als Hedrack höchstpersönlich lauerte dahinter.

Doch als er das Treiben erblickte, drehte er auf dem Absatz um und flüchtete mit den Worten:

„Puppen in einem Theater, ts…“

Was?
Deions Pfeil traf den Kommandanten im Oberschenkel, der sich auf der Steinbrücke humpelnd weiterschleppte.

Die Helden sahen ihre Chance gekommen, den Kommandanten unvorbereitet zu erwischen, ließen den Erdelementar links liegen, der fröhlich weiterhämmerte, und eilten ins Freie.

Der vermeintliche Hedrack mit einer Übermacht an Kontrahenten im Rücken lachte ein letztes Mal schrill, bevor er spurlos verschwand.
Allein sein Lachen verriet bereits seine Doppelgängerrolle, was Amanodel mit der Beobachtung eines Fehlerfreien Teleports nur bestätigen konnte.
Dieser schwierige Zauber war sonst meist Dämonenwerkzeug.
Welche Höllenkreatur hatte sie an der Nase herumgeführt?

Auf alle Fälle blockierte jetzt der Erdelementar das Erdtor und schlug jeden im weiten Bogen ins Wasser, der sich Zutritt verschaffen wollte- und das Tor würde sich bald wieder schließen!
Wenn man nicht den letzten Teleport des Tages verschwenden wollte, war Konzentration angesagt.
Ein Sturm aus Waffen und Zaubern brach über den Erdelementar herein, der folglich fast nicht mehr zum Zug kam und schließlich zu Kies zerbrach.
Die Helden eilten über die Schwelle und das Erdtor versiegelte einmal mehr den Äußeren Bereich…

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…Der Volksmund hatte Ritter Thrommel inzwischen den Kosenamen Prinz Thrommel verliehen, weil es Sugil seine Rolle missgönnte.
Thrommel fühlte sich natürlich geschmeichelt, empfand die Beliebtheit allerdings auch als Belastung, da sie die Beziehung zum Prinzen mit Neid belasten könnte, was möglicherweise irgendwann verhinderte, dass der Ritter dem Sohn Ragils mit dem Beginn seiner Amtsperiode dienen dürfte.

Aber das lag alles noch in weiter Ferne und sein Treueschwur galt schließlich vorrangig Paru Bor, was in diesen Tagen in großer Gefahr schwebte.

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„Wir sollten vom Süden und Osten her angreifen. Dort liegen Hügel, die uns entscheidende taktische Vorteile sichern können.“

Meinte ein Berater und deutete mit dem Finger auf die Karte.

„Seien wir nicht vorschnell. Aus welchen Individuen setzt sich das Heer des Aggressors zusammen und welche Truppen einschließlich O´Pars stehen uns zur Verfügung?“

Warf Thrommel ein.
Zwei Berater antworteten.

„So ungefähr alle Niederen Rassen, die vom Bösen angezogen werden. Dazu gesellen sich noch Riesen, Drachen und Untote! O´Pars Streitkräfte werden fast ausschließlich von Fußvolk und Bogenschützen gebildet.“

„…wir stellen Fußvolk, Kavallerie und Magiergarnison.“

„Das weiß ich, Sarumin, danke.“

Klopfte Thrommel auf die Karte.

„Wenn wir im Westen verlieren, liefern wir unsere Bogenschützen aus. Und haben zudem eine zu geringe Konzentration an Mannen bei zu großer Oberfläche, sollten sie in der Mitte durchbrechen, was bei diesen geographischen Gegebenheiten recht wahrscheinlich ist. Ich schlage deshalb vor, nur eine der Hügelketten zu besetzen. Zwei wären erst bei großer Zahl an Flugfähigen und Riesen sinnvoll. Zusätzlich würde ich  ein Ersatzheer notfalls oder zum richtigen Zeitpunkt von den Flanken eingreifen lassen. Wir sollten die westliche Hügelkette als Basis wählen. Die Feinheiten stimmen wir später ab. Wer ist für den Vorschlag, wer dagegen?“

Thrommel war der erste und einzige Feldherr in der Geschichte Tellenes, der seine Kommandanten abstimmen ließ.
Er empfand es als Pflicht Sie die Verantwortung mittragen zu lassen, da sie ihre Einheiten gegebenenfalls auch für das Vaterland in den Tod gegen einen bisher unbekannten Gegner schicken würden.

„Wir wissen einfach zu wenig über die Ziele und die Hierarchie des Tempels. Niemand ist je näher an die Kathedrale gekommen als fünfhundert Fuß!“

Sah er den Tatsachen ins Auge und war damit noch nicht fertig.

„Wir müssen also mit Überraschungen rechnen. Hinter dieser ganzen Angelegenheit steckt ein Kult, und Kulte bilden bekanntlich Priester aus und Priester können gefürchtete Einzelkämpfer sein. Und wenn das noch nicht reicht, bekommen wir es am Ende noch mit den Angebeteten des Kultes zu tun. In diesem Fall können wir nur noch auf ein Wunder hoffen. Deshalb ordne ich hiermit ein abendliches Ave an den Wahren an. So und jetzt zu den Feinheiten.“

Thrommel tippte auf die Emridy Wiesen und philosophierte über deren Eigenheiten…

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… Sie tasteten in der stockdustren Umgebung herum.
Die eisige Kälte nagte an allen Seele, die keine Robe Tharizduns trugen.
Irgendwann gelangten sie auf eine Lichtung.
Jedenfalls ging Zwielicht vom Zentrum des Raumes aus, wo auf einem Edelholztisch mit Silberplatte und vier Beinen, die sich wie Schlangen wanden, ein gestütztes Eisenalphorn ruhte.
Hinein war der Eindruck von Flammen, Flut, Windsturm und Erdbeben graviert worden.
Die Nordwand trennte ein Schirm aus Elfenbein ab, der sich aus drei Ellen langen Symbolen des Älteren Elementaren Auges zusammensetzte.
Die Nordwand war auch die einzige Wand, die man sehen konnte, alle anderen lagen hinter Permanenter Dunkelheit.

„Wie war das noch mal? Varachan war seid Monaten nicht mehr in diesen Unheiligen Hallen, drum konnte er sich nicht mehr an die Feinheiten erinnern, nicht? Mh, dann wollen wir doch malsehen…“

Zara entzündete eine Fackel der Geheimnisenthüllung mit dem entsprechenden Weihrauch.
Violettes Licht flutete die Umgebung und verriet drei überdimensionale Silberschalter hinter dem Schirm.
Sie probierten an den Schaltern herum und Candril blies immer wieder das Horn des Auges.
Es antwortete immer mit demselben ohrenbetäubenden Lärm und trieb wegen der enormen Anstrengung auf Dauer die Blässe in Candrils Gesicht, welche Grutal mit Wiederherstellung zurückfocht.

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Doch das prophezeite Fenster in die außerdimensionale Wirklichkeit wollte sich einfach nicht öffnen.
Amanodels gehässiger Symbiont amüsierte sich bei jedem Misserfolg köstlich.
Deion schnallte den Nimmervollen Beutel ab.

„Mir wird es jetzt schlicht zu bunt. Wenn das Ding sonst schon für nichts taugt, dürfte es als Entschädigung wenigstens was wert sein.“

„Was willst du? Doch nicht etwa das Horn einpacken. Ist doch viel zu lang!“

„Gleich nicht mehr!“

Schmunzelte er, zog dabei einen winzigen Stab und schrumpfte Horn und Tisch auf passende Größen.
Die Ungläubigen staunten nicht schlecht.

Die Süddunkelheit wurde durchschritten.
Zara ging als Letzter, er hatte schließlich auch am meisten zu verlieren- nämlich drei potentielle Wünsche!

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Grutal musste augenblicklich umkehren, weil die Temperatur so unglaublich fiel, dass ihm die Ritterrüstung auf der Haut festfror und bis in sein Seelenleben reichte.

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Candril und Amanodel tasteten sich an den Wänden entlang und bekamen ein Geländer zu fassen, das ihnen einen seltsamen Schauer, schön und störend zugleich, über den Rücken jagte.

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Sie gelangten in den Saal des Höheren Tempels und ließen sofort das lilafarbene Steingeländer los, als sich seine korrumpierende Gestalt aus Würmern und Tentakeln offenbarte.
Das Geländer endete in der Mitte einer achteckigen Halle, wo eine Platte aus violettem Stein angrenzte, worin wiederum ein schwarzer Kreis einbeschrieben war.
An den Flanken standen auf Konsolen je sechs Statuen von unterschiedlichen Dämonen, die mit bösen Visagen die Eindringlinge zu beobachten schienen.
Deion und Candril kam es sogar so vor, als ob die Dämonen über sie lachten und feixten, was ihnen viel Kraft kostete.

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Auch sie verließen daraufhin den Ort und mussten von Grutal mühsam wieder aufgepeppelt werden.

„Komm Amanodel, greif noch irgendwas an oder spiel wo rum! Ich verlange nach Unterhaltung!!!“

Lachte sein Begleiter.
Am Ende führte ein Absatz aus einigen Stufen grauen Gesteins mit schwarzen und violetten Streifen zu einer Plattform hinauf, wo ein schwarzer Altar ruhte, auf dem ein lavendelfarbenes Tuch ausgebreitet war und an beiden Enden je eine schwarze Talgkerze auf einem Fixierdreifuß stand.

Weitere Spielereien wie das Einsetzen von kegelförmigen Weihrauchtüten in die passenden Vertiefungem am Ende des Geländers oder Altarberührung wollten aus offensichtlichen Gründen nicht riskiert werden und so wandten Zara und Amanodel sich vom Höheren Tempel ab.
Zu ihrer Überraschung erwarteten sie zwei Wachhunde, Hunde des Schreckens, die aus der Dunkelheit kamen und das Duo zähnefletschend anknurrten.

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Die Hunde verschmolzen mit dem Zwielicht und schienen wie furchtlose Schattenwesen, denen man nichts anhaben konnte, und so flüchteten Zara und Amanodel nach den ersten Bisswunden und unergiebigen Abwehrversuchen durch die Dunkelheit zu den Mitstreitern, wohin die Hunde nicht folgten.

Candril war wieder einmal der Mutige.

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Er war durch die Hölle gegangen, wie sollte ihn also nun noch ein wenig Völlige Dunkelheit schocken!?!
Auf diese Weise gelangte er westwärts in einen langen Gang, den eine Serie von sechs semitransparenten lilafarbenen magischen Machtwänden blockierte.
Vor jeder Wand stand ein schwarzes Podest, auf dessen Spitze je eine kleine graue Statue eines krötenartigen grinsenden Dämons hockte.
Der Fettleibige quakte:

„Wer?“

Aaah.
Varachans Unterricht war lehrreich gewesen!
Richtig, irgendwo in einem riesigen Gemälde im Äußeren Bereich, sollte das Geheimnis der Fragen und Antworten auch versteckt sein.
Aber das war eine andere Geschichte.

„Candril Jiltray.“

Der erste Schild wurde durchsichtig und der Waldelf trat hindurch.
Übrigens unterschieden sich alle Statuen in kleinen Details.
Auch in ihrem quakenden Tonfall.

„Was?“

„Meine Klinge”

Candril hielt sein Schwert in der Hand.

„Wo?“

Wo er war?

„Im Tempel Tharizduns“

„Warum?“

„Um die Pakte des Kultes mit allen Dämonen für null und nichtig zu erklären!“

Ja, das war seine Bestimmung!

„Wann?“

Wann du frei sein sollst?

„Niemals!!!“

„Wer?“

Wer du bist?
Ganz klar:

„Tharizdun.“

Candril hatte sich derart auf die Dämonen konzentriert, dass er überhaupt nicht bemerkt hatte, wie das Ende des Tunnels immer näher gekommen war und jetzt stand er am Rand des Inneren Kraters!
Einen Moment gönnte er sich den Anblick, dann wollte er umkehren, doch prallte gegen die Machtwand.
Der Reisemantel dimensionierte ihn zu den Gefährten.

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„Und, was liegt dort!?!“

„Keine Bange, DAS erfahrt IHR noch FRÜH GENUG...”

Und damit schwieg Candril wie ein Grab und genoss den Rummel um seine Person…

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… Er gab den Fahnenschwingern ein Zeichen, und sie erhoben die Flaggen.

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„Das dritte Battalion an die Spitze. Sie kommen. Rimos, es ist Zeit, dass du zu Thamior in den Unterschlupf läufst. Mit ihm wirst du zu Ragil, zurückkehren, und den Ausgang des Krieges schildern.“

„Aber Herr!“

„Kein Aber, Rimos. Du bist noch zu jung, um einer Schlacht beizuwohnen.“

Und der Knappe Rimos Knirt gehorchte endlich.

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„Die Bogenschützen sollen in Position gehen und auf das Zeichen ihrer Kommandanten warten!“

Es wechselten die Fahnenschwinger, während über das weite Feld das Heer des Bösen stürmte.

Ein Pfeilhagel ging auf dem Feld nieder und streckte einige, wenige Böse Seelen nieder.
Eine zweite Welle schwappte über das Feld.

„Die Magiergarnison soll sich bereit machen!“

Die Fahnenschwinger setzten erneut an.

Ritter Thrommel zog das Schwert aus der Scheide.
Die Fußsoldaten fixierten seine Person, eine Bewaffnungswelle rollte über die Hügel.

„MANNEN!!! HEUTE WIRD SICH ENTSCHEIDEN, OB DAS LAND EURER VÄTER UND AHNEN UNTERGEHEN WIRD ODER PARU´BOR UND O´PAR LEBEN SOLLEN!!!“

Thrommel rammte Fragerach in die Erde und sandte ein letztes Gebet zum Wahren.

Plötzlich strahlte es von den Wiesen, als ob sich dort eine Sonne manifestierte.

Die Strahlung verging und eine riesige Abberation, überzogen von Schleimen, Pilzen und Moosen streckte sich dort in die Höhe.
Was war das!?!

„Schnell, die Magiergarnison!!!“

Ein Waldhorn blies zum Auftritt.
Auf einem Vorsprung öffneten sich magische Tore, aus denen Magier und Hexenmeister traten.

Sie gaben sofort Stoff.

Das Wesen auf dem Schlachtfeld sah dem Treiben einen Moment unbekümmert zu.

Damit begriff der Feldherr auch die Brisanz der Lage und stürmte selbst aufs Feld.
Eine Patronin des Bösen hatte sich in die Konfrontation gemischt.

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Die Tentakel wanden sich und eine Giftgaswolke breitete sich aus, wo das dritte Battalion und das Armee des Bösen aufeinander prallten.

Thrommel stürmte an den Heerscharen vorbei, ließ alle Gegner links liegen und konzentrierte sich auf den einen Sprung und den einen Hieb, welcher einfach sitzen musste.
Er hielt die Luft an, tauchte in die Wolke ein, sprang und rammte Fragerach in den Unterleib des dämonischen Wesens!!!
Augenblicklich wandelte sich die Form zu einem scheinbar bewusstlosen Druiden des Bösen, dessen Rechte einen goldenen Schädel fest umklammert hielt.

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Thrommel legte seine Handfläche auf den Knauf Fragerachs, seine Finger ballten sich darum zur Faust und er setzte zum Todesstoß an!
Plötzlich blitzte der Schädel in diesem sonnenähnlichen Licht auf und die Kontrahenten waren verschwunden.

O´Pars Feldheer konnte trotz geringerer Kompetenz dank Thrommels taktischer Finesse und Vorbereitung der Armee das feindliche Heer zerschlagen und in alle Winde verstreuen.
Die Kathedrale reckte sich schutzlos gen wolkenbehangenen Himmel.
Plötzlich schlug das Haupttor auf und das Wesen, Zuggtmoy, stellte sich der Armee des Lichts, das hinter dem Magierdutzend Stellung bezogen hatte, entgegen.

Der Magierkommandant erkannte die Patronin der Pilze und Flechten und befahl den eigens hierfür kreierten und nur gemeinsam schaffbaren Siegelspruch!!!

Thrommel erwachte aus der Ohnmacht und fand sich in einer gewaltigen Kirche wieder.
Aber die Kirche des Wahren hätte er sofort erkannt.
Dafür war das Gemäuer fiel zu düster und unheimlich.
Sein Schädel brummte.
Wo war Fragerach abgeblieben!?!
Er drehte sich mehrmals im Kreis, um die Orientierung wiederzuerlangen.

„Willkommen im Tempel des Elementaren Bösen.“

Echote es durch die Hallen, doch den Ursprung der keifenden Stimme konnte er nicht ausmachen.

„Wir werden deinen Willen brechen und die Reinheit aus deinem Herzen fegen.“

Vielleicht half ihm sein Paladinstatus und sein Blick.

„Du wirst die Macht besitzen, mit ZUGGTMOYS Hilfe den Siegelspruch zu brechen.“

Ihm wurde schwummrig, denn überall wabberte eine überwältigende Aura des Bösen.
Als die Sicht wieder klar wurde, erkannte er den Goldenen Schädel direkt vor der Stirn.
Die vier eingesetzten Edelsteine begannen zu glühen und Thrommels Geist umnebelte langsam ein unbeschreiblicher Wahnsinn.
Die letzten klaren Gedanken klammerten sich an die Frage nach dem Ursprung der giftigen Stimme.
Dort!!!
Eine große Fledermaus hing kopfüber in einem der magisch funkelnden gotischen Kirchenfenster.
Der Irrsinn wurde übermächtig…

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… Vorbei am Segnungsbecken gelangte man in eine Kammer, wo in einer Ecke ein angekettetes Skelette hing.
Deion und Candril wandten sich ihm zu, während die restliche Mannschaft bereits das nächste Senktor betätigte und zurück in die Pentagrammzelle gelangte.

„Könntet ihr euch ein wenig beeilen, Männer? Gerade du, Candril… Dämonen warten hinter jeder Ecke!“

Rutschte es über Amanodels Lippen.
So ungeduldig hatte er sich bis vor Kurzem auch noch nicht gekannt.
Er betätigte sofort die nächste lila Scheibe.
Die zurückgebliebenen Entdeckernaturen konnten ihn aber gar nicht hören.

Die getrocknete Haut haftete an den brüchigen Knochen und am uralt Plattenpanzer und ein Symbol des Ewigen Licht hing in den Zwischenräumen der Wirbel, was einst Hals war.
Deion riss die Halskette ab, das Symbol rutschte ihm aus der Hand und landete geräuschlos auf dem Boden.
Irgendwie war es hier auch so furchtbar still.
Er wandte sich zu Candril um den Elf etwas zu fragen und erschrak.
In einer Ecke stand mit gesenktem Haupt ein Mensch in schwarzer Brustplatte und mit langem schwarzen Haar vor dem Gesicht.
Zwei weiße Fangzähne blitzten in den Mundwinkeln hervor.
Der Vampir umklammerte einen gezackten Zweihänder mit geriffelter Klinge.
Durch seinen blutroten zerfetzten Umhang fuhr ein gespenstischer Wind.

Unterdessen senkte sich das nächste Tor.

„Was ist das? Was flattert da!?!“

„Amanodel, du solltest vielleicht weiter weg g…“

In dem Moment hüllte den Magier ein riesiger blutsaugender Schwarm an Fledermäusen ein, der wellenartig weiter in die andere Kammer schwappte.
Plötzlich sprang Deion aus der Kammer und schrie furchtbar laut- er konnte selbst nach dem kurzen Aufenthalt in der Stille die Lautstärke nicht mehr richtig abschätzen:

„Ein VAMPIR, ihr müsst Candril helfen!!!“

Geistesgegenwärtig schnappte sich Zara seinen Speer und flog zu Candril hinein, der unter der Dominanz seines neuen untoten Herrn auf seine eigentliche Rettung losging.
Zu allem Übel hielt Amanodel einen Feuerball für angemessen, um die Fledermausplage loszuwerden, was Deion zwang beiseite zurollen und Grutal leicht angekokelt in den Torrahmen hechten ließ.
Vom Boden aus sah er durch die Deckung des flatternden Schwarms bis zum Vampir und begann zu beten.
Aus den Spalten seiner gefalteten Hände fuhren Strahlen von der Leuchtkraft der Sonnenoberfläche.
Er öffnete sie Richtung Blutsauger, der vom gleißenden Licht geblendet und sonnenempfindlich zu Staub zerfiel- ohne Varachans Warnung hätte der Priester niemals einen solchen Spruch erbeten!
Die restlichen Fledermäuse zerfaserten zu schwarzen Stofffetzen.
Ein rascher spektakulärer Abgang!

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Aus Mythen und Legenden wusste man um Vampirgewohnheiten und deshalb begann sogleich die Suche nach dessen Sarg.
Es rumbste ziemlich als Deion den Knopf in der Wand drückte und einen lauten Mechanismus in Gang setzte.
Die zentrale Bodenplatte senkte sich einen Fuß ab und glitt dann zur Seite.
Candril öffnete den Sarg und pfählte, wenn schon nicht den Vampir immerhin die adlergroße Fledermaus, die im Sarg wohnte und den Eindringling attackierte.

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Goldgürtel, magischer Opferdolch mit Schaben-Schaft, Halskette mit Amulett und Siegelring.
Amanodel erkannte das königliche Emblem.

„Das war ein Ritter Ragils des Fünften. Ohweh, ist das möglich…? Wie sagtest du noch mal, Candril, sah der Vampir aus???“

„Langes schwarzes Haar, roter Umhang…“

Amanodel kraxelte aus der Vertiefung und begutachtete den roten Umhang.

„Es ist zwar verblichen, aber das edle Handwerk ist immer noch sichtbar. Und stellt euch vor, es findet sich ebenfalls das Symbol Paru´Bors und des Königshauses darauf. Leute, ich schätze, ja ich befürchte sogar, dass…“

Die Spannung stieg und Amanodel legte eine Sprechpause ein.

„… Grutal soeben Prinz Thrommels gefangene Seele zu den Toten geschickt hat.“

„WAS? Das soll DER Prinz Thrommel gewesen sein!?! Ein VAMPIR!?!“

„Nein,…“

Korrigierte Amanodel oberschlau seine Gefährten.

„… gewiss nicht zu Lebzeiten. Aber eben danach.“

Grutal kletterte ebenfalls aus der Vertiefung, kramte nach einer Phiole, Urne oder dergleichen und scheffelte behutsam die Asche Thrommels dort hinein.

„Dirge…“

Las Zara auf der Unheiligen Zweihandklinge des legendären Feldherrn.

„Dirge? Nicht Fragerach?“

Grübelte Amanodel und erklärte für alle den Sachverhalt.

„Fragerach war beinahe so populär wie sein Führer selbst.“

„Vielleicht finden wir es ja noch irgendwo. Und dann erlegst du mir damit jede Menge Frischfleisch!!!“

Leckte sich sein Magen die Zähnchen und bekam dafür das Mäulchen gestopft.

„Die Asche muss auf alle Fälle nach Bet Regor, noch heute!“

„Die bisher unberücksichtigten Tore noch, dann soll von mir aus Schluss sein für heute! Auch wenn das Dämonenpack dann noch mal glimpflich davon gekommen ist, morgen geht es ihm an den Kragen!“

Aus welchem Munde hätte diese Bemerkung eher stammen können als aus Candrils.  
Und die Gruppe gewährte ihm diesen Wunsch.
Gegenüber von der Raststätte des Poltergeistes befand sich ein Senktor und dahinter eine Sitzgelegenheit mit rötlichem Teppich, Couchen und Sofas, sowie einem kleinen Lesepult mit erloschenen Kerzenständern.

Eine aufsteigende Treppe führte in einen größeren Raum, wo ebenerdig Ziegel ein braunes Dreieck, einen weißen Kreis, ein blau-grünes Quadrat, und, ja richtig, einen roten Rhombus schufen.
Candril lief hindurch, um in den anderen Gang zu sehen, wo nur ein Tor wieder auf den Hauptgang mündete.
Davor beschwor er allerdings unabsichtlich vier feindliche große Elementare der verschiedenen Ebenen auf ihr jeweiliges Ziegelmosaik und hatte mit Zara und Grutal alle Freude daran sie spielerisch zu vermöbeln- allein der Luftige zögerte das unausweichliche Ende mit der Verwandlung in einen Wirbelwind noch etwas hinaus.

Amanodel dagegen packte die Neugierde bezüglich des letzten Tores!
Eine prima Gelegenheit den neuen Zauberspruch, den er gestern seinem Repertoire hinzufügt hatte, zu erproben.
Er bildete einen Kegel mit den Händen, sah hindurch und begann zu murmeln.
Aus seinem Fernrohr emittierte grüne Fluoreszenz.
Dann presste er den Kegelstumpf auf das Tor und sah, was sich dahinter verbarg.

Die nackte Kammer hatte allerdings nichts zu bieten außer einem zentralen, schwarzen mannshohen Eisenhebel und um die Basis ein zu zwölf Zahlen ausrichtbares Wahlfeld.
Außerdem lagen zwei zehn Fuß große Kreise gefüllt mit Silber in der Nähe.
Plötzlich wirbelten silbrigscheinende Krümel in einer Säule über einem Kreis und eine trollhohe Hexe mit starkem Buckel, aschfahler Haut und mächtigem astbreitem Langbogen auf dem Rücken blieb zurück, nachdem sich der Wirbel verzogen hatte.

„Eine Annis lauert hinter diesem Tor. Wenn wir schnell sind, wird sie keinen Schuss mit ihrem Bogen abgeben.“

Wandten der Grauelf sich dem Halbling zu.
Waldelf, Brandobianer und Falkener stießen eben hinzu.

„Weshalb so hastig, Amanodel? Sind ihre Pfeile denn vergiftet?“

Mister Runzel kam seinem Wirt zuvor:

„Allein der Herausforderung wegen. Wer sie erlegt, darf ihr Zeug behalten!!!“

Daagra mit der Hand am Bogen kreischte

„Niemand nimmt mir meine Schäfchen!“

und fand sich Bruchteile später durchbohrt, geschlitzt, gematscht und verkohlt- schlichtweg tot, tot, tot- auf der Reise ins exklusive Walhalla für Hexen wieder, die ausnahmsweise nicht auf dem Scheiterhaufen gelandet waren.

„So läuft das nicht!!!“

Keiften die vier Vorarbeiter Amanodel an, der den rechten Moment zu Zaubern abgewartet hatte, um den Wettsieg zu erringen.

„Warum nicht!?! Ich habe sie erlegt. Regeln haben wir keine festgelegt! Das magische Kettenhemd, der Langbogen, die Tränke, ist ALLES meins.“

Der Symbiont ergötzte sich heimlich an der unbemerkten Manipulation der Bruderschaft…

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To be continued

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Titel: RttToEE: Last Part
Beitrag von: Sheijtan am 29. März 2007, 08:44:45
So, ich sollte etwas zu meinem Charakter sagen:

Candrìl war durch diesen dummen Zauber auf die Abyss verbannt worden, was mir eigentlich ziemlich gestunken hat, weil er bis dato bereits mein Lieblingscharakter war.
Nachdem dann schließlich Natiel bei Imix gestorben war, hatte ich meinen SL um Hilfe gebeten und mit ihm zusammen die Story für Candrìl gebaut. Das mit den Tentakeln aus der Hintergrundgeschichte sollte eigentlich nur eine Anspielung auf den Tempel sein, passte schließlich aber doch noch ganz gut zu den Peitschen der Dämonen.
Das Feat, welches Naga angesprochen hatte kommt aus dem Hordes of the Abyss. Allerdings weiß ich nicht mehr auswendig, wie es heißt, aber mit SIcherheit nicht "Gezeichneter der Abyss"... ;).
Ich glaube, es war etwas von wegen "Cloak of..." oder dergleichen.

Ich wollte damit meinen Charakter etwas einzigartiger machen, keinen "schlichten" Kämpfer. Und es hat geholfen, bzw. wurde es dann durch einen späteren SpielTAG noch verfeinert, wodurch Candrìl endlich etwas mehr ins chaotische abdriftete und somit näher an seinen Gott herantrat und endlich ein wahrer Mondritter werden konnte, wie er es schon Zeit seines Lebens anstrebte.

Paar kleinere Anmerkungen:
Natürlich waren unsere Powergamer (Michi, Alex, Maxi) schon begeistert von der Höllenmaschine. Zuerst hat zara somit ausprobiert, was sie drauf hat (nicht, in dem er draufgeschlagen hat), dann kam der Alex (nicht zuerst der Maxi) und am Schluss dann der Maxi, als er den Zauberarm gesehen hatte.
So habe ich es in Erinnerung.

Ja, unser höchststufiger Charakter Zarathustra ist wie immer hinten gelaufen und ich als Stufe 12 Charakter (zwei Level niedriger) musste weiterhin vorne laufen, weil sich der Falkner stur geweigert hat, vorne zu laufen.
Amanodel war mit mir auf der selben Stufe, während Grutal zwischen Zarathustra und Grutal herumschippert.
Titel: New Fire Lord, End of Hedracks War and The Black Spike
Beitrag von: Nagakeng am 31. März 2007, 14:55:43
Ich kanns ehrlich gesagt nicht erwarten und poste deshalb die gerade fertiggestellte vorletzte Session. Verzeiht. :roll:

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Der frischgebackene Fürst des Feuers – Das Fernrohr zwischen den Gestirnen


(84)
…Der Verfasser kann seine Gefühle in Anbetracht vom Tellenes Untergang nicht mehr aufrecht erhalten.
Er driftet in die Teilnahmslosigkeit ab und kann die Folgen auf diese Schrift nicht verhindern…

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… Sahamabat tobte innerlich.

Wer hatte hier nur so gewütet?
Die Hallen des Erbauers stanken nicht nur, nein, auch mit der Einrichtung war sorglos umgegangen worden.
Das Kristallbecken in eine Fallgrube geschmissen, die Schatzkammer ausgeräumt und im Bettenlager ein Feuerchen veranstaltet.
Der Steingolem hatte ebenfalls schwere Schäden davon getragen.

Wenigstens lagen die Hammerkugeln noch an ihrem rechtmäßigen Platz auf dem Seidenkissen.

„Der Erbauer ist mächtig!“

Gefahrlos nahm er die Sphären und verteilte sie unter den Gefolgsleuten.

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Hammerkugeln waren weit verbreitete Spezialitäten des magischen Zwergenhandwerks.
Der Mönchspfaffe hatte nach dem erschütternden Brief seines Cousins Rerrid ein Sonderkommando in diese abgelegene Gegend Paru Bors geleitet.
Als er jedoch den Weiler des Verwandten zerstört vorfand, hatte er die Erkundung der alten Mine angeordnet, von der hinlänglich bekannt war, dass ein Kult die Ahnen daraus vertrieben hatte.
Und dort waren sie über das Geheimtor in die Zwergengemächer eingestiegen.
Seine Söldner und er waren sehr gespannt auf den Ursprung dieser Verwüstung und mit Zwergischer Dunkelsicht marschierten sie in die verlassenen Gebiete jenseits der Minentunnel ein…

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… Das Hexengut wurde schlussendlich doch gerecht aufgeteilt- Grutal und sein Sturschädel hatten sich durchgesetzt.
Deion begann am Hebel herumzuexperimentieren und beschwor einen Lammasu, einen prächtigen Löwen mit Flügeln, in einen Kreis.

Ach so, mit ihren Schäfchen waren Gefangene gemeint!!!
Noch sehr schwach auf den Beinen, da Mallucus permanent auf Droge gesetzt worden war, um zu verhindern, dass er seine celestischen Zauber gegen seine Wärterin einsetzen konnte, tat er mit seinen restlichen Zaubern, die ihm noch von vor seiner Gefangennahme im Gedächtnis hingen, heilende und unterstützende Wirkung an seinen Befreiern.
Bald darauf verabschiedete er sich zur Heimatebene, um der celestischen Hierarchie seine Beobachtungen zu schildern.

Der Reihe nach wurden alle Hebelstellungen ausprobiert, manchmal mit Ergebnis, oft auch ohne.
Der Zweite im Bunde hieß Reunoux, war Azer und auf die Materielle Ebene gekommen, um die Korruption des Feuers zu untersuchen.

Damit erzählte er ihnen allerdings nichts Neues, im Gegenteil!
Die Heldenschar berichtete vom Tod Imix, was den Azer glücklich stimmte.
Er bat seine Dienste an, gleich Vister, der Dritten im Bunde und sonnenelfischen Paladinin vom Ritter der Götter.
Sie konnte die Zellennummern und ihre Insassen vorhersagen, da Daargra sich einst verplappert hatte und so brach eine neue Wette an, wer den gefangenen Troll erlegte, der aus seiner Trance erwacht Amok lief.
Grutal war Sieger, über Hab und Gut konnte jedoch kein Disput geführt werden, weil nichts in der Hinsicht vorhanden war.
Des Weiteren holte man einen Barden namens Jurrikath Musseloto und einen Halbling namens Athemal aus den Zellen unter der Erde.

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Jurrikath hatte ein Trauma erfahren, brabbelte und sabberte nur und konnte allein durch die Gravur auf seiner Harfe identifiziert werden, an die er sich durchwegs klammerte.
Bei Halbling Athemal zeigten sich ähnliche Verhaltensmuster, denn auch er war schlimm misshandelt und Experimenten unterzogen worden- ein linker dämonischer Arm und sein auf Eidechsenintelligenz reduzierter Geist zeugten davon.
Dass seine psychische Verfassung womöglich auf die Auswirkungen der Operation zurückzuführen war, wollten Amanodel und Zara sich auf keinen Fall einreden lassen.
 
Zuletzt wurde ein unter Drogeneinfluss stehender Schattenelf namens LITH befreit.

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Vister wurde in seiner Gegenwart unwohl.

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Einen herzlosen Begleiter konnte die Gruppe nicht akzeptieren, auch wenn er selbst einst zur Truppe gezählt hatte, die am meisten Vorarbeit geleistet hatte und dem Kult ziemlich auf den Füßen herumgetrampelt war.
Deshalb zauderte der Schattenelf nicht lange und dimensionierte sich ohne Dankesrede von dannen, wo er doch patriotische Gefühle gegenüber Bet Kalamar hegte.

„Thrommels Asche muss dem Namenlosen überantwortet werden. So wollen auch wir nicht zaudern.“

Setzte Grutal an.

„Wir hätten da allerdings ein klitzekleines Problem…“

Machte Amanodel auf sich aufmerksam.

„Und das wäre?“

„Wir sind zu viele. Ich zähle neun und das sind drei zuviel für mich und zwei zuviel für meine mächtigste Rolle…“

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„… mh… Vister, Reunoux, wäre es möglich, dass ihr in den Kraterrandminen ausharrt und wir auf Euch zurückkommen, wenn ihr euch bewaffnet habt und gerüstet seid?“

Wenn wir ehrlich sind, blieb ihnen ja gar keine andere Wahl.
Amanodel öffnete seine Messingrolle…


… …Sahamabats Einheit vernahm Schritte.
Etwa eine Patrouille!?!
Die Zwerge verschanzten sich.
Es wurde heller im Gang, eine Person, wie eine lebende Fackel lief neben einem weiblichen Sonnenelf her.
Die Zwerge schnellten aus ihren Verstecken und setzten das Duo fest.
Als bald hatte sich herausgestellt, dass die beiden nichts Niederträchtiges im Schilde führten, sondern sogar bereit waren, den letzten Rest böser Seelen aus diesen verlassenen Höhlen zu fegen.
In dem Falle konnte man auch einmal über die alte Fehde zwischen Zwergen und Sonnenelfen hinwegsehen.
Sahamabat rüstete Vister und Reunoux aus und berichtete vom ersten erfolgreichen Vernichtungsfeldzug gegen eine Formianderkolonie.

Bald stieß man auf Leichen viel frischer als die Masse sonstiger Kadaver.
Zumeist waren ihnen die Köpfe abgebissen worden.
Sie liefen gerade durch einen sich stark schlängelnden Tunnel mit vielen Ausbuchtungen hinein in einen Unterirdischen Wald.

„Welch Maul solch Kraft vermag!?! Nehmt euch in Acht, Männer!!!“

Warnte der Anführer und zog wie eine Schildkröte den Kopf ein.
Plötzlich klappte aus einer stockfinstren Einbuchtung ein riesiges Maul.
Das Maul eines Slaads biss dem unerschrockenen Gerowing die Rübe ab und zog sich zurück in die Nische.

„Zückt die Hammerkugeln!!!“

Der leuchtende Reunoux warf sich mit einer Axt bewaffnet in die dunkle Ausbuchtung und gab den kompletten Slaad frei.
Plötzlich tauchten fünf spirituelle Hämmer auf und wuchteten mit heftigen Machtangriffen auf das Monster,