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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 17. Januar 2019, 17:39:50 »
Isk

Also lassen wir uns mit dem Menschenstrom treiben und erreichen schließlich tatsächlich das Schlachtfeld wieder. Einige Leichen sind schon deutlich geplündert, aber Ordnungskräfte haben sich hier noch keine blicken lassen. Das ist wirklich eine üble Gegend. Auf dem Weg sammeln wir einiges an Materialien ein. Einiges kaufen wir uns auch zusammen, wie Seile und fünfzig leere fünf Liter Flüssigkeitsbehälter mit einem großen Griff. Aus weiteren herumliegenden Verbundwerkstoffen von Verpackungen oder Baumaterial machen wir auch mit Hilfe der Kiste ein Floß, dass uns trägt. Mit dem Vibromesser zugeschnittene Bretter dienen als Ruder und Stangen benutzen wir zum manövrieren. Schon das Wassern des Floßes ist ein kniffliges Unterfangen, da die Strömung reißend ist. Kaum sind wir an Bord, geht die Fahrt auch schon los. Scav und ich übernehmen als die stärksten im Team das steuern, durch die reißende Strömung braucht Momentan niemand zu rudern.

Ich denke, ich bin die einzige, die Spaß bei dem Ritt durch den Untergrund hat. Wir schießen bald in eine riesige Röhre hinein und nur eine einzige Taschenlampe sorgt für etwas Licht. Schließlich geht es eine Schräge hinunter in ein großes Sammelbecken. Die meisten kreischen dabei, ich vor Freude, der Rest teilt meine Begeisterung wohl nicht so. Die wo weiter vorne sitzen, werden richtig durchgeweicht, ich krieg ganz hinten nur ein paar Spritzer ab. Vom Becken geht ein großer Strom weiter. Die Strömung hier ist deutlich geringer und es ist angesagt, etwas zu rudern. Schließlich erreichen wir eine Struktur aus Permabeton, die ich für eine Kläranlage halte. Es gibt eine Anlagestelle, die vollkommen verlassen ist. Hier ist Endstation für unser Floß, dass nicht mehr ganz so den stabilsten Eindruck nach dem Ritt durch den Kanal macht.

Wir verlassen das Floß und suchen einen Aufgang nach oben. Unterwegs halten wir in einem Bereich, der gut zu verteidigen ist. Wenn mich nicht alles täuscht, müssen wir uns schon jenseits der Peripherie von Calfa Stadt sein. Jetzt ist die Frage, wie es weiter geht. Edna als Einheimischer zählt mehrere Optionen auf.

Erstens können wir darauf warten, dass der Trubel sich von selbst legt. Zeit ist aber für mich ein kritischer Faktor. Ich habe keine Ahnung, wie lange der Pirat und Sklavenhändler Khador sich noch im Roten Turm auf Quaria aufhält. Auch haben wir keinerlei Vorräte und ich schiebe jetzt schon Kohldampf.

Zweitens könnte Edna bei seinen ehemaligen Kameraden der Calfa Dragoner umhören. Wir bekommen zu hören, dass er einst dieser Einheit angehörte und sich aufmachte, den Machenschaften der Imperialen in seiner Heimat zu untersuchen. Dabei verschlug es ihn ins Imperium und dann bei uns. Je mehr Leute involviert sind, desto wahrscheinlicher ist Verrat. So ziemlicher jeder Calfaner würde davon profitieren, den kleinen Sylas in die Hände zu bekommen. Familie geht immer vor Freundschaft. Deswegen halte ich das für keine gute Idee.

Drittens gibt am Rand mehrere Militärposten, die unter anderem auch kleinere Hyperraumtaugliche Shuttles und Patrouillenboote im Fuhrpark haben. Da diese wohl momentan eher unterbesetzt ist, wäre das durchaus eine Möglichkeit. Nach kurzer Diskussion wählen wir auch die von mir favorisierte Möglichkeit drei.

Da Edna als indigener Hapaner nicht so auffällt, bricht er auf, um eine geeignete Basis zu finden. Ich nutze die Zeit etwas, um mich mit Sylas zu unterhalten und ihn auch etwas zu trösten. Dann ist es Zeit, eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Schließlich kehrt Edna erfolgreich zurück und wir können uns durch verlassene Versorgungsschächte, Kanalisationsschächte und Wartungstunnel auf eine angemessen kurze Distanz an das Ziel annähern. Der Posten ist gerade mal von drei Soldaten besetzt. Der Rest sucht wohl den kleinen Kronprinzen. Die Anlage besteht aus einem repräsentativen Wachhaus mit Büroarbeitsplätzen und einem umzäunten Areal, auf dem mehrere Flugmaschinen stehen, darunter auch ein Hyperraum fähiges Shuttle aus hapanischer Produktion. Das Gebäude hat eine nicht verspiegelte Glasfront, deswegen kann man es gut von außen einsehen, wie die auch gut nach draußen in jede Richtung schauen können. Das ist hier mehr ein bewachter Parkplatz als ein Stützpunkt. Ich habe keine Ahnung, warum sich diese Anlage mitten im Nirgendwo befindet. Hier ist nur offene Landschaft aus Gras und Bäumen. Vielleicht ist das auch ein Jagdgebiet eines Adligen, vielleicht sogar der Ducha von Calfa und die Soldaten sollen mit ihrer Präsenz Wilderer abschrecken. Verteidigen tun die hier jedenfalls nichts.

Den Zaun lautlos zu überwinden ist für meine Kameraden bis auf Edna ein unüberwindbares Problem.  Die Twi´lek Mädels haben nicht genug Muskelkraft, um ihre Körbchengröße über die tückischen Drahtsperren oben am Zaun zu wuchten. Scav ist schlicht zu schwer und würde den Zaun einreißen, statt ihn zu erklettern. Auch unser kleiner Prinz ist dafür nicht wirklich geeignet. Unser Plan ist relativ einfach. Ich klettere als erstes hoch und schalte den Strom aus. Keine Kommunikation, kein Alarm und ganz wichtig, kein Licht. Hapaner sehen im Dunkeln bekanntlich nur wenig und momentan hat einer der vier Monde Neunmond und der andere sichtbare spendet nur wenig Licht. Scav öffnet den Zaun, alle gehen durch zum Shuttle und dann ab durch die Mitte. So ist mal der Plan.

Ich näher mich durch das hohe Gras unbemerkt an und klettere dann Geschwind am Zaun hoch und überwinde den scharfen Drahtverhau an der Krone problemlos. Ich lande fast lautlos auf der andere Seiten und flitze zu einem Mast, wo sich die Kabelstränge der ganzen Elektronik treffen. Die Infrastruktur so offen zu präsentieren ist schon verdammt sträflich. Dieser Posten gehört zwar dem Militär, hat aber definitiv keine militärische Funktion. Die sich mehrere Meter über den Boden befindlichen Kästen sind mit massiven Schlössern gesichert und es kostet mich mehrere Minuten um die zu öffnen, nachdem ich da hochgeklettert bin. Da ich nicht lesen kann, was in den Kästen überhaupt ist, muss ich sie alle öffnen, bis ich beim letzten tatsächlich den Schrank finde, der den Strom lahmlegt. Als ich gerade die Sicherungen entfernen will, gibt der Kasten nach, auf dem ich gerade stehe. Der macht mit Karacho einen Abflug und ich hänge am anderen Schrank. Ich will mich gerade stabilisieren, als auch der einfach abkracht. Schlagartig gehen alle Lichter und elektrischen Geräte aus und ich knalle mit großer Wucht auf den Permabeton des Bodens. Au! Das hat jetzt verdammt weh getan. Und war auch nicht gerade leise. Leise vor mich hin fluchend richte ich mich auf und taste mit schnell ab um zu sehen, ob was gebrochen ist.

Scav öffnet derweil schon mal den Zaun, während ich Rufe der verwirrten Soldaten höre. Ich rapple mich auf und bin froh, dass ich nichts gebrochen habe. Da wurde gerade mehr als nur mein Stolz verletzt. "Fierfek!", fluche ich verhalten, nehme den Blasterkarabiner von der Schulter, den ich auf Betäubung geschaltet habe und eile humpelnd zum Shuttle, dass leider verschlossen ist. Aber Scavanger Bot überwindet das Schloss mit dem Hackertool. Shaka und ich sichern die Eintsiegsluke, während Scav das Sicherheitssystem im Shuttle überwindet. Die drei Soldaten haben inzwischen gemerkt, dass sie unerwünschten Besuch haben und haben ihre Blasterpistolen gezogen. Aber bevor sie in Stellung gehen können, springen die Triebwerke auch schon an. Ich schließe die Eingangstür und schon heben wir ab.

Ich eile ins Cockpit und nehme den Platz des Copiloten ein. Die Anordnung und Design stimmt natürlich nicht mit der Corellianischen Industrie Norm über ein, so das ich eine gewisse Zeit brauche, um herauszufinden, was ich da eigentlich genau vor mir habe. Recht schnell werden wir auf allen Kanälen angefunkt und zur Aufgabe aufgefordert. Scav hat derweil schon unseren Transponder deaktiviert und berechnet den Kurs zur Vol Yunkai Station. Auf dem Radardisplay erscheinen drei Kontakte, die schnell näher kommen.

"Jagddroiden!", meint Edna und hat recht. Es gibt eine fernsteuerbares Lasergeschütz unter der Kanzel. Ich fuchse mich in die Bedienung hinein und richte die Kanone nach hinten aus. Schnell kommen die Jagddroiden auf Feuerdistanz heran. Vom Design erinnern sie etwas an die Geierdroiden aus Klonkriegen, sind aber schnittiger und reich verziert. Lyn beginnt wilde Ausweichmanöver zu fliegen, was nicht nur unseren Verfolgern das zielen ungemein erschwert. Ich eröffne trotzdem das Feuer und erwischen den links außen fliegenden Droiden mit der ersten Garbe. Ein guter Anfang. Unsere Pilotin fliegt einen sogenannten Koiogran, also eine vertikale Kehre mit Drehung und ich muss das Geschütz um 180° drehen. Ich visiere das nächste Ziel an und erledige auch dieses. Leider schießt der dritte Jagddroide ebenfalls, trifft und unser Deflektorschild ist Geschichte. Noch ein Treffer und wir können darauf wetten, ob wir in der Luft auseinander brechen oder erst am Boden zerschellen. Da ich das nicht herausfinden möchte, ziele ich und gebe dem Droiden Zunder.

"Getroffen!", mache ich meiner Anspannung Luft, als der Gegner auseinanderbricht.

"Hu! Das war knapp!", meint Shaka zu recht und ich gebe Lyn einen High Five. Wir leben noch und steigen nun von weiteren Jägern unbehelligt in den freien Raum auf. Scav hat die Berechnungen schon beendet und wir springen bei der ersten Gelegenheit in den Hyperraum. Das war jetzt hart gewesen. Ich lasse meine Wunden von Scav verarzten und fühle mich gleich wieder besser. Unserem kleinen Passagier geht es auch gut und ich wuschle ihm durch die Haare. Wann kann man schon einem leibhaftigen Kronprinzen die Frisur durcheinander bringen?

Sitzung gespielt am: 26.05.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Lyn
Erfahrungspunkte: 25 25 Investiert in Talent Hingabe aus dritte Spalte, fünfte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger.

Beute:  30000 Credits Belohnung, 2 Blasterkarabiner, 5 Blasterpistolen

Getötete Gegner: etwa 18? Kultisten? 3 fliegende Jagddroiden abgeschossen, wahrscheinlich 1 Rancor getötet

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Militär: 150

Resümee: Es gab mal wieder ein paar haarige Momente, wo die Würfel einfach nicht wollten. Zu Stürzen ist tödlich. Die Entschlüsselung des Chips am Anfang verlief äußerst unglücklich. Aber wir wissen jetzt etwas mehr. Die Planungen zur Rückeroberung von Nilfax Station waren Umfangreich und haben bis jetzt nur zur Erkenntnis geführt, dass wir momentan noch nicht in der Lage dazu sind.

Der Verrat des Hauses Fyris an uns war schon ein Schockmoment. So sollte man nicht mit seinen Leuten umgehen. Aber wie sagte Tobias Beckett (Der wohl einzige volle Name in Star Wars den mein Rechtschreibprogramm nicht moniert :D ) in Solo so schön? Traue niemandem! Aber immerhin gab es 30 000 hart verdiente Credits für uns und damit 3000 für jeden von uns.

Die Rancorjagd fand ich etwas seltsam. Die Reitdrachen waren so gesehen cool, auch wenn Lyra ihren Pilotenwurf grandios in den Sand gesetzt hat. Das Jagdwild war es dagegen nicht. Ist ja nicht so, dass die Bücher nicht mit Kreaturen für jeden Geschmack zugeballert wären. Da gibt es eine große Auswahl an Bestien für jeden Zweck, man muss halt nur etwas suchen. Da hätte man auch was gefährliches finden können, dass einen nicht mit einem Schlag in zwei Hälften reißt und dessen Panzerung so hoch ist, dass man mit konventionellen Waffen unter einem E11s oder Raketenwerfer nicht durchkommt.

Die Abenteuer auf Calfa liefen etwas zäh an, besonders da es eine kurze, aber dafür emotionale Auseinandersetzung mit dem Spieler von Shaka gab, der den Auftrag mit dem Paket nicht annehmen wollte, weil moralisch grenzwertig. Nicht, dass irgend eine Aktion von uns nicht in der Grauzone wäre. Dafür war dann die Action gut. Besonders die Fahrt auf dem Floß durch die Kanalisation. Das war Spaß pur! Jedenfalls für mich. :D

Das Koiogran-Manöver gibt es Offiziell, ist praktisch ein irdischer Immelmann.

Die Kletterei auf dem Mast war hoch kein Problem, aber es gab dann Friktion beim öffnen und um Ende ist dann alles samt Lyra auf den Boden gekracht. Und das tat richtig weh.

Lyras Entwicklung: Mit den 25 Punkten konnte ich eine genaue Punktlandung hinlegen, um Hingabe zu bekommen. Lange Zeit war ich hin und her gerissen, welches der sechs Attribute ich erhöhen sollte. Für Kopfgeldjäger sind die Attribute in folgender Reihenfolge wichtig. Gewandtheit, Stärke, List, Intelligenz, Charisma, Willenskraft. Gewandtheit hat Lyra 4, Stärke 3 und der Rest ist auf 2. Eine Fokussierung auf Gewandtheit wäre in Frage gekommen, Fünf Würfel sind schon eine Wucht. List ist auch nicht verkehrt, Intelligenz momentan nicht so wichtig. Stärke ist wichtig für den Nahkampf, die Schadensreduzierung und die Traglast. Letztendlich erscheinen mir 4 Punkte Stärke wichtiger als ein weiteren Würfel in Gewandtheit oder List. So kann Lyra mehr Schaden absorbieren, mehr Traglast tragen und besser im Nahkampf austeilen. Ich denke mal, eine Ausgewogenheit ist besser als eine Fokussierung ein ein  Attribut, auch wenn das besonders in Bezug auf Gewandtheit mit seinen überproportional vielen Fertigkeiten vielleicht viele Proben deutlich erleichtert. Aber das setze ich erst einmal an dritter Stelle.

Die neue gepanzerte Kleidung mit seiner Verteidigung von Eins ist nicht schlecht. Absorption von Eins aber allerdings nur die Hälfte, was eine Faserrüstung zu bieten hat. Aber dafür ist sie richtig Schick.

Am Rande des Imperiums: Die Talente

Was sehr wichtig in diesem System ist, sind die Talente. Man kann sie grob in drei Kategorien einteilen, Offensiv, Defensiv und Unterstützend. "Erstschlag", also ein zusätzlicher Verstärkungswürfel beim ersten Schuss auf ein Ziel, dass noch nicht dran war, ist ein offensives Talent. Ausweichen, also die Aufwertung eines feindlichen Angriffs ist ein defensives Talent. Ein Unterstützendes Talent wäre zum Beispiel Pirscher, immer einen Verstärkungswürfel pro Talentrang bei jeder Probe auf Heimlichkeit oder Körperbeherrschung.

Jede Spezialisierung einer Charakterklasse hat zwanzig Talente in vier Spalten und fünf Ebenen. Die erste Ebene kostet 5 Punkte, jede weitere 5 Punkte mehr bis zum Maximum von 25. Jeder Talentbaum ist etwas anders angelegt. Manche gehen auf eine Spalte komplett von oben nach unten. Andere verzweigen sich oder winden sich hin und her. Dann gibt es noch Spezialisierungen, die drei komplett voneinander isolierte Verzweigungen haben. Da man immer, außer auf der ersten Ebene, das vorherige haben muss, wird so ein gewissen Balancing erreicht, da nicht jedes Talent gleich praktisch ist. Manche kommen bei jedem Kampf zum tragen. Manche bei jeder Spielsitzung mehrmals. Andere bringen sehr wenig oder sind nur in sehr außergewöhnlichen Situationen wirklich von belang. Zum Beispiel "Kreatives Töten" hört sich cool an, reduziert aber nur die notwendigen Vorteile für einen kritischen Treffer mit einer improvisierten Waffe. Das man mit so einer Waffe überhaupt kämpft, kommt schon sehr selten vor. Und wenn, sind das meist Schlägereien in einer Cantina, die unser SL eh nur mit einer einzigen Probe abhandelt.

Durch die spezifische Auswahl an Talenten ist jede Spezialisierung einzigartig. Manche Talente kommen häufig vor, andere gibt es nur für diese eine einzige Berufsspezialisierung. Manche Spezialisierungen haben eine Anhäufung von guten Talenten, bei anderen steige ich nicht ganz durch, was das soll. Die sind recht spezifisch, dass sie eigentlich nur in besonderen Szenarien oder Kampagnen brauchbar sind. Andere dagegen haben eine ausgewogene Mischung, wo man in den meisten Situationen irgendwas sinnvolles beitragen kann.

Mir gefällt, dass man auch später im Spiel so ziemlich alles werden kann, auf was man Lust hat. Man kann als Arzt starten und dann auf Gunslinger umsatteln, wenn man den darauf Bock hat. Das macht das System ziemlich flexibel und hält auch den Neidfaktor niedrig. Willst du das auch haben, kauf dir doch die Spezialisierung. Kann dann jeder für sich selbst entscheiden, ob das einem das Wert ist. Finde ich einfach gut. Jede Spezialisierung kostet die nun neue Anzahl davon mal zehn Erfahrungspunkte. Ist also nicht so viel, so lange man es nicht übertriebt. Nimmt man die Spezialisierung eines komplett neuen Berufes, kostet das dann zehn Punkte Extra. Wer nun unbedingt Rosinen picken betreiben will, kann das tun, zahlt dafür aber auch einen sehr hohen Preis.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 15. Januar 2019, 15:44:47 »
Herf

"He, ihr Scheißkerle!", rufe ich ihnen zu und einer schießt auf mich. Damit ruiniert er meinen neuen schönen Umhang samt Jacke, da er nur meine Schulter trifft. "Fierfek!" Im Gegenzug ziehe ich meine Blasterpistole in einer glatten Bewegung, mache einen seitlichen Schritt um von einem dort stehenden Müllcontainer etwas Deckung zu bekommen und verpasse dem Schützen ein drittes Auge in seiner Stirn. Das Tibanagas brät seine weiche Birne ziemlich gut durch und mit kochenden Augäpfel geht er zu Boden. Hat er nun davon, dieser rassistische Mistkerl. Shaka spricht uns allen Mut zu, Lyn geht schießend ebenfalls in Deckung und Scav schwingt voller Enthusiasmus seine Fäuste, da er seine klobige Vibroaxt auf dem Schiff gelassen hat. Wie gesagt, wir wollten Kunden treffen und keinen Krieg vom Zaun brechen. Ich beziehe weiteres Feuer, aber der Container hält den Einschlägen gut stand. Ich erschieße in schneller Folge zwei weitere dieser schießwütigen Robenträger, Lyn einen und Scav schlägt gleich zwei zu Brei. Ein Blick auf dem Wachmann macht mir klar, dass wir für ihn leider zu spät gekommen sind. Wir haben die Kuttenträger nur von weiterer Leichenschändung abgehalten. Das ist natürlich äußerst bedauerlich, aber leider nicht zu ändern.

Wir rücken weiter vor und eine Gruppe von Kultisten kommt uns entgegen, da sie den Kampflärm wohl gehört haben. Ich gehe in einer Nische in Deckung, da zwei der Angreifer Blasterkarabiner dabei haben und die können ziemlich weh tun. Eine Blasterpistole natürlich auch, aber die noch mehr. Ich erschieße beide Schützen, die anderen werden von meinen Kameraden zusammen geschossen. Als erstes schnappe ich mir einen der Karabiner. Unbekannte Bauart mit viel unnötigen Verzierungen. Nicht nur der Adel scheint hier auf überflüssige Dekoration zu stehen. Ich brauche einen Moment, um mich mit den Bedienelementen vertraut zu machen und dann kann es weiter gehen. Mit der notwendigen Eile, aber doch vorsichtig von Deckung zu Deckung sich bewegend, rücken wir in das Repositorium vor.

Zuerst finden wir einen toten Gehilfen vom Archivar, dann den alten Mann selbst in seinem Büro. Mehrere Einschüsse sind in seiner Brust zu sehen und es riecht nach verbranntem Fleisch. Die Kiste ist offen und leer. An der Wand ist ein Stapel von Büchern und Aktenordnern umgefallen und gibt nun einen schmalen Durchgang frei. Dahinter ist ein schmaler Gang, aus dem Rufe heraus schallen. Nun gut, wer immer in der Kiste war, ist wohl im Gang und noch nicht in der Hand dieser Mörderbande.

Mit der Waffe im Anschlag rücke ich als Erste in den schmalen, von einer Reihe von Leuchtgloben an der Decke erhellten Gang vor. Der endet an einer Treppe aus porösem Permabeton nach unten. Wir folgen deren Verlauf und kommen in ein mit unverputzten Permabeton verkleideten Gewölbe. Hier stehen Maschinen auf festen Sockeln, deren Sinn und Zweck ich nicht einschätzen kann. Aber die sind Momentan eh nur dazu da, um unsere Annäherung an die Bande von Kultisten zu erleichtern. Durch das Gewölbe fließt in einem Kanal eine große Menge an Abwasser, jedenfalls riecht so kein gutes Frischwasser. Über diesen Kanal ragt ein Kranarm, an dem sich eine Junge von etwa zwölf Jahren klammert. Er trägt gute Kleidung und macht einen beherzten Eindruck. Auf die andere Seite ist es noch ein gutes Stück und aus dieser Position unmöglich zu erreichen. Sechs Kultisten sind hier zu sehen. Vier sind am Sockel des Krans und zwei klettern gerade hinter dem Jungen her. Zwei haben Blasterkarabiner, der Rest Pistolen. Ich erschieße einen mit einem Blasterkarabiner, Lyn pflückt den Kultisten vom Kran, der dem Jungen schon gefährlich Nahe gekommen ist. Shaka erledigt den anderen auf dem Kranausleger und Scav läuft in den Nahkampf. Das Gefecht ist schnell zu Ende und jetzt gilt es den Jungen wieder auf den sicheren Boden zurück zu bringen. Inzwischen hält er sich krampfhaft am Ausleger fest und schaut uns misstrauisch entgegen.

"Der Archivar des Repositorium hat uns beauftragt, Euch nach Vol Yunkai zu bringen, wo ein weiteres Schiff Euch in Sicherheit bringen wird, Eure Majestät", erkläre ich dem Jungen und klettere ebenfalls an den Kran hoch, um dem Jungen bei der Rückkehr auf sicheren Boden zu helfen. Misstrauisch mustert der Knabe uns. Da er nicht abstreitet der angeblich tote Kronprinz zu sein, liege ich wohl mit meiner Vermutung diesbezüglich richtig.

"Woher weiß ich, dass ich euch trauen kann?", erwidert er durchaus berechtigt. Schließlich kennt er uns nicht und befindet sich in einer äußerst prekären Situation.

"Gar nicht, Eure Majestät. Aber wir haben einen Auftrag angenommen und der Deal steht noch. Euch bleibt nichts anderes übrig, als es darauf ankommen zu lassen. Und in den Fluss zu springen bringt Euch nur um, dass ist keine Lösung", erkläre ich und der mutmaßliche Thronfolger lässt sich nun von mir nach unten auf den Boden helfen. Das wäre geschafft. Aber unsere Probleme sind noch nicht zu Ende.

Der kleine Kronprinz heißt Sylas und er vermutet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass einer seiner Onkel hinter dem Bombenattentat steckt. Und der will Nägel mit Köpfen machen und den Jungen beseitigen, damit er selbst bestimmen kann, wer in Zukunft die Macht über sein Haus hat. Andere wiederum würden alles geben, um Sylas in ihre Finger zu bekommen und mit einer ihrer ledigen Töchter zu verheiraten, die damit dann die nächste Ducha wäre. Also haben sehr viele Leute momentan ein großes Interesse den Jungen in ihre Hände zu bekommen. Ein anderer Onkel würde ihn bei Vol Yunkai an Bord seines Schiffes nehmen und der hat angeblich genug Macht, um diesen Schlamassel wieder gerade zu biegen. Ich hoffe mal für Sylas, dass dies auch den Tatsachen entspricht.

Der Junge tut mir schon Leid, da ich genau weiß, wie es ist, die Mutter durch Gewalt zu verlieren und auf der Flucht zu sein. Auch wenn es eine Ewigkeit her ist, manchmal ist es für mich wie nur ein Tag her, als wäre Eloy noch an meiner Hand. Also hat der kleine Sylas meine vollste Unterstützung. Aber wir machen ihm klar, dass der Preis für den sicheren Transfer immer noch 15 000 Credits beträgt, die ausgemachte Summe. Natürlich könnten wir auch auf einen hohen Risikozuschlag bestehen, aber das wäre doch etwas daneben. Leben retten geht immer vor Leben nehmen!

Zuerst schlage ich vor, dass wir einfach die Kutten der Kultisten anziehen, um unerkannt mit dem Jungen weg zu kommen. Ist er halt ein kleiner Kultist. Leider zeichnen sich die Lekku der Twi´lek zu deutlich unter den Roben ab. Mein Scherz, die Tentakel einfach abzuschneiden kommt bei den Mädels von Ryloth nicht gut an und muss mir böse Morddrohungen anhören. Ich merke mir, keine Witze mehr über die Lekku anderer Leute zu machen. Trotzdem nehme ich eine der Kutten mit, wer weiß, für was die noch gut sein kann.

Da bleibt uns letztendlich wohl nichts anderes übrig, als seine Hoheit in die Kiste zu stopfen und diese durch die Gegend zu tragen. Als kleine Rache lasse ich die beiden Twi´leks beim tragen ordentlich schwitzen, da ich sie rein zufällig an die Stellen bugsiere, die am schwersten zu tragen haben.

Wir kommen recht gut vorwärts. Kluge Leute hätten sich natürlich ein Skiff besorgt. Aber warum bequem, wenn man zwei Twi´leks zum Kisten schleppen hat? Wir kommen bis zur ersten Unterebene, als die planetare Regierung uns ein Strich durch die Rechnung macht.

"Ausgangssperre! Unverzüglich tritt eine Ausgangssperre in Kraft! Kehren sie zu ihren Behausungen zurück und bleiben sie dort!", quäkt es allenthalben aus Lautsprechern. Das sind keine guten Nachrichten. Es gibt ein ziemliches Gedränge und Geschiebe auf den Straßen und Plätzen der Untergrundstadt. Es liegt auf der Hand, dass die Ausgangssperre mit unserem blinden Passagier in der Kiste zusammen hängen muss. Damit dürfte auch der Shuttleservice nach Calfa Prime entweder streng überwacht oder eingestellt sein. Wahrscheinlich werden wir die Kiste öffnen müssen und damit wären wir geliefert. Eine kurze Diskussion später setze ich mich mit meiner Idee durch, zum  Repositorium zurück zu kehren, in das Untergeschoss zu gehen und aus herumliegenden Material ein Floß zu bauen, auf dem wir auf dem Kanal herum fahren können. Der Plan ist zwar der reine Wahnsinn geboren aus Verzweiflung, aber momentan das, was am Besten funktionieren dürfte.

Nakagos wirre Gedanken

Ein netter kleiner Kampf für Zwischendurch. War dadurch knifflig, da keiner seine normalen Kampfwaffen dabei hatte. Auch war Lyra nur mit ihrer guten Kleidung gerüstet, die zum Glück trotzdem recht gut mit Verteidigung von eins und Absorption von eins ist. Man wird etwas schwerer getroffen, kann aber nicht so viel Schaden wie üblich kompensieren.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 13. Januar 2019, 15:58:09 »
Grek

Zurück an Bord unseres Schiffes machen wir alles klar für einen Start und heben so schnell wie möglich ab. Der Transfer zur Freihandelsstation Calfa Prime verläuft ohne Probleme, ebenso die Formalitäten. Das Zertifikat das Hauses Fyris ist wirklich von Nutzen. Wir hören uns in den einschlägigen Cantinas der Station um, was es denn gerade für lukrative Geschäftsmöglichkeiten gibt.

Ein etwas dubioser Auftrag würde uns zurück in den Raum der Neuen Republik führen und zwar zur Mynaros Station. Die dortige Kommandantin der Station stellt sich dem freien Handel mit Gütern des Hapes Konsortium in den Weg. Im Klartext, die momentanen Summen sind für die gute Frau nicht verlockend genug. Also wird jemand gesucht, der ihr klar macht, nicht zu gierig zu sein. Da wir selbst da gesucht werden, ist unsere Verhandlungsposition nicht gerade die Beste, um das mal vorsichtig zu formulieren. Also lehnen wir dankend ab.

Auf Cyphera ist der Künstler Thald Krudd in der Traumwelt verschollen und seine Mäzene sind darüber äußerst besorgt, da wohl eine Vernissage bevorsteht. Nun ja, die Traumwelt ist kein Ort, wo wir gerne hin möchten. Also nein.

Am Stadtrand von Calfa Stadt befindet sich ein Lager mit zur Verbrennung vorgesehenen Schmugglergüter, die nicht besonders gut bewacht sind. Da sprechen mehrere Gründe dagegen, erstens wollen wir uns gerade erworbenes Handelszertifikat des Hauses Fyris nicht riskieren. Zweitens, wie transportieren wir die aus ihrem Gefängnis befreite Ware dann bitte ab? Schließlich können wir mit der "Vanguard" nicht offiziell dort landen und für ein heimliches Eindringen in diesen Luftraum haben wir nicht die notwendige Ausrüstung an Bord unseres Schiffes. Also auch nicht.

Aufgrund der sich am Horizont sich abzeichnenden politischen Verwerfungen versuchen einige Leute heikle Dinge in Sicherheit zu bringen. Wir bekommen vier Angebote für verschiedene Transfers. Drei wären zur Vol Yunkai Station und einer nach Quaria, wo wir eh hin müssen. Allerdings müssen wir die Fracht, bzw. die eigentlichen Kunden auf der Oberfläche von Calfa einsammeln. Das hört sich vielversprechend an und wir nehmen das nächste Shuttle nach Calfa Stadt.

Der Transfer in dem solide eingerichteten Shuttle einer mir gänzlich unbekannten regionalen Baureihe verläuft ohne Komplikationen. Wir können beim Anflug einen schönen Blick aus dem Fenster auf die sehr weitläufige Stadt werfen. Im Zentrum ist der Königspalast, der noch prächtiger und noch kitschiger aussieht wie der Stammsitz des Hauses Fyris. Ein gewaltiger Park mit malerischen Seen und lieblichen Wäldchen umgibt das Schloss. Einige Segmente sind naturbelassen, andere ein Prachtstück regionaler Gartenarchitektur. Darum gruppieren sich in großzügigen Anwesen die Adelshäuser. Darauf folgt ein weiterer Park und dann ein Gürtel aus einem Mischgebiet aus Lagerhäusern, Fabriken und Bürokomplexen. Normale Leute leben hier nicht. Des Rätsels Lösung ist, dass sich fünf Ebenen unter der Oberfläche befinden. So wie auf Coruscant, aber eben nur fünf und keine tausende von Ebenen. Wer hier nicht von Adel ist, hat kein leichtes Leben.

Als lizenzierte Händler ersparen wir uns lästige Formalitäten und werden quasi durchgewunken. Nun gut, dieses Handelszertifikat erweist sich als äußerst praktisch und ein großer Teil meines Zorns verraucht. Mit den Twi´leks im Schlepptau fallen wir auf wie bunte Banthas. Am Raumhafen ist es leichter in in den Untergrund, sprich in die unteren Ebenen zu kommen als in die eigentliche oberirdische Stadt. Da unsere Kunden eh dort unten sind, spielt das keine Rolle.

War die Luft oben frisch und natürlich, herrscht unten ein ziemlicher Mief. Die Untergrundstadt besteht aus kreisförmigen langgezogenen Gewölben und ist etwas anders strukturiert als Coruscant. Wohnhabs schrauben sich aber hier bis zur Decke hoch. Durch die geordnete Struktur dienen die wahrscheinlich auch als zusätzliche Stützen für das langgezogene Gewölbe. In den Erdgeschossen befinden sich Fachläden, kleinere Reparaturwerkstätten, Cantinas und einschlägige Etablissements. Auf einigen Plätzen befinden sich noch Marktstände, die sich bis in die Straßen hinein ziehen. Zweigleisige Monorailbahnen befinden sich auf einer Stützenkonstruktion über der Hauptstraße. Es ist viel los auf den Straßen, da viele Leute Hamsterkäufe tätigen. Manche Lebensmittelläden wirken leer gekauft und viele Leute tragen ziemlich prall gefüllte Beutel mit Lebensmitteln mit sich herum. Ordnungshüter, denen Rüstungen fatal an die von Sturmtruppen erinnern, sorgen für Recht und Ordnung auf den Straßen. Eigentlich sind nur einige unwesentliche Details anders und die Helme sind eher die eigentlichen Imperialen Armee nachgebildet. Aber sonst könnten das durchaus Imperiale sein. Der Einfluss und die Veränderungen haben auch die unteren Ebenen schon erreicht. Kein gutes Zeichen.

Wir treffen unsere Kunden in verschiedenen Cantinas und holen Angebote ein. Nach den ersten drei ist unser Frachtraum eigentlich schon ausgebucht, trotzdem suchen wir den vierten Kunden auf der dritten Ebene auf. Ein Turbolift bringt uns dort hin. Hier ist es deutlich schäbiger als auf der obersten Ebene. Hier befinden Produktionsstätten, Halden, Lagerhäuser, Gewerbeparks und Strukturen, deren Sinn und Zweck ich auf dem ersten Blick nicht erkennen kann. Es gibt hier auch Slums in Ruinenbereichen, wo versehrte Bettler dahinvegetieren. Keine gute Gegend und meine Hand ruht demonstrativ auf dem Griff meiner Blasterpistole.

Der Ort den wir aufsuchen müssen schimpft sich hochgestochen Repositorium. Ein Repositorium  ist meines Wissens ein verwalteter Ort zur Aufbewahrung von Dokumenten, die öffentlich oder einem beschränkten Nutzerkreis zugänglich sind. Auf alle Fälle ist dieses gedrungen wirkende Gebäude durch ein Wachhäuschen mit Schranke geschützt, in dem ein vierschrötiger Kerl sitzt und Gesindel abschreckt. Wir tragen unser Anliegen vor und werden von einem alten Mann mit Bart in Empfang genommen. Er trägt eine dunkle Robe und führt uns in ein Hinterzimmer. Die Fracht besteht aus einer einzelnen Kiste mit jeweils Anderthalb Schritt Seitenlänge und ähnlicher Höhe, die etwa einen Zentner wiegt.

"Diese Kiste ist ungeöffnet auf direkten Weg unverzüglich zu einer Position an der Vol Yunkai Station zu bringen." Misstrauisch beäuge ich die Kiste. Ich kann an der Seite im oberen Bereich sehr viele kleine Löcher entdecken. Darin soll ganz klar eine Person geschmuggelt werden, entweder eine kleine Frau, ein Kind oder ein kleineres Alien. "Dort wird ein Schiff die Fracht übernehmen und Sie bekommen 10 000 Credits." Für eine Kiste ist das ein ziemlich stolzer Preis. Besonders da wir uns nicht mit der Sicherheit auf der Vol Yunkai Station herum schlagen müssen. Allerdings ist Menschen oder Alienschmuggel immer so eine Sache.

"15 000 Credits und keine weiteren Fragen!", meint der Archivar auf einige Rückfragen von uns. Nun gut, dass ist eine stolze Summe und ich weiß schon jetzt, dass wir uns jeden einzelnen Credit hart verdienen müssen. Oder wieder mal übers Ohr gehauen werden.

"Wir müssen uns kurz beratschlagen", meine ich und wir bilden in einer Ecke mal wieder einen Kreis. Uns ist allen mehr oder weniger klar, dass wir eine lebende Person schmuggeln. Shaka ist von vorne rein strickt dagegen, noch bevor wir das Für und Wider erörtern. Nach etwas hin und her beschließen Scav, Lyn und ich, dass wir den Auftrag annehmen werden. Aber bevor wir die Kiste an der Vol Yunkai Station übergeben, werden wir den Behälter öffnen und der Person darin die Wahl lassen, ob diese unser Schiff verlassen will oder irgendwo anders hin möchte. Auch auf die Gefahr hin, nicht dafür bezahlt zu werden.

"Wir nehmen an!", erkläre ich dem alten Archivar. Ein kleines Problem ist, dass wir nicht einfach so mit der Kiste weg fliegen können. Im Vorfeld muss eine ganze Reihe von Sensoren manipuliert werden, weil die Ware einen Sender hat, der nicht deaktiviert werden kann. In einem Gespräch auf Fyria habe ich erfahren, dass Adligen ein Sender implantiert wird, welche Entführungen erschweren soll. Die sind so angebracht, dass man sie nicht einfach herausschneiden oder mit dem abtrennen eines Körperteils austricksen kann. Auch ein Droidenkracher wirkt nicht, da sich der eigentliche Sender in einer EMP geschützten Kapsel befindet. Also haben wir einen jungen Adligen in der Kiste. Ich halte den Archivar nicht für einen kriminellen Entführer und auch nicht für jemand, der mit seiner jugendlichen adligen Freundin vorhat, durchzubrennen. Angeblich kam der Kronprinz bei dem Bombenattentat ums leben. Aber vielleicht befindet sich dieser auch in der Kiste oder wird sich darin befinden, wenn wir ein Route ausgekundschaftet haben.

Also tun wir das, eine Route an die Oberfläche vorbereiten. Der Archivar schickt einen Gehilfen mit, der uns zeigt, wo die ersten Sensoren sich befinden, auf welche Art sie arbeiten und wie man sie temporär ausschalten kann. Das wird nicht einfach werden. Während wir eine Route aussuchen, die so wenig Sensoren wie möglich hat, gehen wir auf einen Markt, wo wir uns entsprechendes Werkzeug besorgen. Noch während Shaka mit dem Händler verhandelt, werde ich auf einmal von einer weiß berobten Gestalt angerempelt, die eine silbermetallene Maske trägt. Ein ganzer Pulk von diesen seltsamen Kultisten bewegt sich auf den Zentrum des Marktes zu und baut ein kleines Rednerpult auf. Dann betritt ein Kerl mit einer goldenen Maske die Bühne und hält eine Ansprache. Shaka wird endlich Handelseinig und wir machen, dass wir Abstand zu diesen vermummten Rassisten bekommen, denn genau darum handelt es sich. Die Rede trieft vor Hass und ist gegen alle Fremdweltler und ihren ach so verderblichen Einfluss gerichtet. Offensichtlich gefällt ihnen die Gedanken nicht, welche die Neue Ordnung des Imperiums ihnen über die Hintertür bringt. Allerdings geht es hier direkt gegen jeden Nichthapaner und nicht nur gegen Aliens.

Ohne aufgehalten zu werden, können wir den Marktplatz verlassen und uns um unsere Aufgabe kümmern. Vier Sensoren müssen wir ausschalten. Die sind meist an sehr unzugänglichen Orten angebracht. Ich klettere hoch und Scav gibt mir aus der Ferne Anweisungen, was ich zu tun habe. Der Rest steht dabei mehr oder weniger erfolgreich Schmiere.

"Da kommt jemand!", heißt es auf einmal von Lyn, als schon ein paar Leute um die Ecke biegen. Toll, hat die orangefarbene Twi´lek Bolbifrüchte vor den Augen? Ich tu so, als wäre es ganz normal, in mehreren Metern Höhe an einem Schaltkasten herum zu hantieren. Besonders in meinen teuren Klamotten. Auf eine solche Aktion waren wir ja nicht vorbereitet. Wir wollten hier Aufträge an Land ziehen und nicht einen Adligen hier heraus schmuggeln. Dafür bin ich wirklich falsch angezogen. Aber mit meiner inzwischen schon ziemlich mitgenommenen Rüstung würde ich auch keinen Staat machen.

Schließlich haben wir alle Sensoren geblendet, ohne das die örtliche Sicherheit aufmarschiert ist. Gut, dann können wir die "Ware" ja mal abholen. Schon in der Nähe des Repositorium hören wir Lärm. Weißberobte Kultisten haben den Wachmann aus seinem Wachhäuschen gezerrt und treten von allen Seiten auf ihn ein. Einige tragen Blasterpistolen, andere nur Eisenstangen oder Metallschläuche mit gezackten Kugeln an der Spitze. Der Wachmann sieht schon ziemlich ramponiert aus. Ich mag es nicht, wenn eine Übermacht auf einen schon am Boden liegenden Mann eintritt. Und noch weniger mag ich Rassisten. Und als drittes mag ich Credits und ich schätze mal, die wollen uns unsere 15 000 Credits streitig machen. In der Summe gesehen: Verdammt großer Fehler!

Nakagos wirre Gedanken

Nun kommen wir zu den Schattenseiten von Calfa. Da kann man mal sehen, was alles passieren kann, wenn man etwas Fracht aufnehmen möchte.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 10. Januar 2019, 15:10:18 »
Forn

Schließlich brechen wir auf und schon beim aufsteigen merke ich, wie ich diesen Drachen hasse und er mich. Mir fehlt ein Lenker, eine Bremse und ein Beschleunigungshebel. Ich bin ziemlich unglücklich auf dem Rücken von diesem Ding. Spaß ist etwas anderes. Schon nach zehn Minuten tut mir der Hintern weh, nach zwanzig Minuten habe ich ein äußerst unangenehmes ziehen in den Oberschenkeln und nach einer halben Stunde schmerzt mein Rücken. Zwar versucht Edna mir ein paar Tipps zu geben, aber wirklich verbessern tut dies meine Lage nicht.

Meine Laune hebt sich, als wir endlich auf ein paar Rancore treffen. Ich ziehe das Jagdgewehr aus dem Futteral, entsichere es, lege an und ziele. Der Laufdrache hält wenigstens still und ich kann in Ruhe das Ziel zentrieren. Da visiere ich einfach mal den größten Rancor an und schieße auf seinen Kopf, in der Hoffnung, seine große Klappe zu treffen. Sauber ziehe ich ab und der Schuss bricht. Das große Kaliber hat trotz der Rückstoßdämpfung immer noch einen unangenehmen Rückstoß. Der Lauf wandert gerade hoch und fällt genau dorthin zurück, wo ich vorher gezielt habe. Ein sauberer Schuss und sofort ziehe ich ein weiteres mal ab. Schnell hinter einander erziele ich mehrere Wirkungstreffer und die Kreatur bricht in sich zusammen. Leider sind die anderen Jäger nicht so versiert wie ich. Scav klammert sich krampfhaft hinter Lyn an deren Sattel fest, währen die orangene Twi´lek die Landschaft mit wild herumfliegenden Projektilen pflastert. Die Bäume tun mir wirklich Leid. Shaka leistet ihr dabei gute Schützenhilfe und ist dabei auch nicht schlechter als der Großteil der sogenannten Jagdgesellschaft, die eher Deckungsfeuer zu geben scheint. Leider bin ich die einzige, die einen Rancor zu Boden geschickt hat. Da er noch um sich schlagend auf dem Boden hin und her wälzt ist nicht sicher, ob der nun am Gift sterben oder sich erholen wird. Ich sag ja, Raketenwerfer ist die einzige für einen Rancor geeignete Jagdwaffe.

Die Rancore stapfen frohgemut auf das zu, was sie für ihr Mittagsbuffet halten. Und damit sind wir gemeint. Der Jagdleiter gibt das Zeichen zum Rückzug, bevor es zum Massaker kommt. Und mit Massaker sind ebenfalls wir gemeint. Der Reitdrache reitet nun endlich genau in der Geschwindigkeit und in die Richtung, die auch ich will. Leider wird das nicht ausreichen. Ich beginne nun zur Route zu kreuzen, um so einen Schuss während dem reiten auf die verfolgenden Bestien abgeben zu können. Auch Edna benutzt diese Taktik und wir geben Sperrfeuer nach hinten. Das verlangsamt die Bestien etwas und lässt den Vorsprung der anderen wachsen. Schließlich wird einer der jungen Reiter abgeworfen und der Jagddrache hält es aus irgend einem Grund für eine gute Idee sich mit Kreaturen anzulegen, die deutlich größer sind als er. Nun ja, der Drache greift an und wird innerhalb von Augenblicken in Stücke gerissen, was die Rancore aber zum Stillstand bringt. Der Jagdmeister rettet derweil den jungen Reiter und zieht ihn auf sein Tier hoch. Inzwischen habe ich verschossen und wir treten einen geordneten Rückzug an.

Das ganze war irgendwie als Lehrstück für die Jugend gedacht. Ich muss gestehen, den wirklichen Sinn und Zweck des ganzen geht über meinen corellianischen Horizont. Je mehr ich von dieser Kultur sehe, desto mehr erkenne ich, wie sehr diese Gesellschaft sich von der der Neuen Republik im Allgemeinen und der von Corellia im Speziellen unterscheidet. Wenigstens gab es bei diesem Unsinn keine Toten oder richtig Verletzte. Mein Hintern ist trotzdem wund, meine Oberschenkel ein Krampf und mein Rücken ein einziger Schmerz. Es hat schon seinen Grund, warum Corellianer Swoopbikes und keine Laufdrachen haben.

Wir bekommen Gelegenheit uns Frisch zu machen und uns auf die Abendgesellschaft vorzubereiten. Genau genommen will ich hier nur noch weg. Diese ganzen Komplikationen haben mich wieder von Khador getrennt, falls er es denn wirklich war. Statt weiter nach meiner Schwester zu suchen, hänge ich hier herum und versuche mich in einer Welt zurecht zu finden, die mir gänzlich fremd ist. Und ich die ich mich auch nicht intrigieren will. Es heißt zwar, bist du auf Coruscant, dann gib dich wie ein Coruscanter, aber diese Kultur mit seinen ganzen hohlen Ritualen und sinnlosen Prunk widert mich durchaus an.

Abendgarderobe wird mir gestellt und ich sehe richtig schick in dem vorne wie auch hinten tief ausgeschnittenen Kleid aus. Leider habe ich im Gegensatz unserer Twi´leks nicht die Körbchengröße, um den Ausschnitt wirklich zu füllen. Tja, man kann nicht alles haben, auch wenn sich meine Zofe wirklich alle Mühe gibt, mich hübsch zu verpacken. Zum Abendessen gibt es frischen Rancor serviert. Zähes Fleisch, schmeckt aber besser als auf Anduras. Wahrscheinlich der Rancor, den ich angeschossen habe und der als einziger sichtbar zu Boden gegangen ist. Sonst hat ja keiner einen sichtbaren Wirkungstreffer gelandet. Ich versuche mich in etwas Smalltalk. Ich bekomme etwas mehr heraus als von meiner Zofe. Das einzige neue ist, dass die Ducha von Calfa auch nicht sehr von den ganzen Entwicklungen mit dem Imperium um Thorne angetan ist. Allerdings steht die gute Frau unter massivem Druck, weil sie einen neuen Kampfdrachen der königlichen Flotte zur Verfügung stellen muss. Da scheint ja General Gale mal was richtig gemacht zu haben. Seit dem Attentat mit den Retroviren habe ich einen ziemlichen Hals auf die Hapaner im allgemeinen und Haus Fyria im besonderen. Ich bin nicht der Typ, der wegen so was jetzt mit Granaten herum hantiert wie Shaka auf Quaria. Trotzdem bin ich immer noch sauer deswegen und kein Geld der Galaxis kann das wirklich kompensieren.

Ich tauche ein in die ziemlich komplizierte Familienpolitik des Systems von Calfa. Auf den vier Monden herrschen die vier mächtigsten Familien von Calfa, die hinter dem eigentlichen Herrscherhaus der Ducha von Calfa, Evolyn Safia stehen. Das Haus Virin herrscht auf dem Mond Vir und gelten als großindustrielle Unternehmerfamilie. Die sitzen also nicht nur in ihren Prunkschlössern herum, sondern machen wirklich was aus ihrer Zeit. Das Haus Zacha regiert auf Zach und das Haus Skyris herrscht über den Mond Skyra. Bald schwirrt mein Kopf vor vielen neuen Informationen und ich beginne, die Namen wild durcheinander zu werfen.

Bei der ersten Gelegenheit entschuldige ich mich und gehe in meine Zimmerflucht. Dort nehme ich noch mal ein entspannendes Schaumbad, aber die Wut über die ganzen Umstände brodelt immer noch in mir. Die Fyris haben uns nach Strich und Faden verarscht. Anders kann man das nicht ausdrücken. Sie haben uns mit ihrem Verhalten klar gemacht, dass wir total entbehrliche Diener in ihren Augen sind. Fremdweltler, nicht der Rede wert, wenn die drauf gehen, auch wenn sie erfolgreich in ihrer Mission sind, so sparen die Fyris das Geld. Hätten wir nicht drei "Gäste" des Hauses als Faustpfand gehabt, wäre es wohl sehr eng geworden. Jedenfalls ist das nicht die Grundlage für ein vertrauensvolles Geschäftsverhältnis.

Das Bett ist sehr stabil und gut gefedert. Also tu ich etwas, dass ich nicht mehr getan habe, seit dem ich Corellia als kleines Kind habe verlassen müssen. Und dabei ist es mir egal, ob das eventuell von irgendwelchen Überwachungsgeräten aufgezeichnet wird. Im Schlafanzug bekleidet klettere ich auf das Bett und beginne zu hüpfen. Das ist vielleicht ein Spaß! Sicherlich verdammt kindisch, aber mir ist das so was von egal.

Der Morgen kommt und wir können endlich abreisen. Wir bekommen tatsächlich 30 000 Credits ausgehändigt. Dazu noch ein Handelszertifikat des Hauses Fyris, was uns nun den Handel im Hapes Konsortium ermöglicht. Leider gab es gerade ein Bombenattentat auf die Ducha Leonin Skyris von dem Mond Skyra. So ist es momentan nicht möglich die Botschafterin der Republik zu kontaktieren. Ducha Leonin Skyra war eine von jenen, welche der Contra Imperiumsfraktion angehört haben. Womöglich genau genommen höchst wahrscheinlich, war der Anschlag politisch motiviert. Das pikante daran ist, dass auch der Kronprinz und einzige Sohn Sylas beim Attentat ums leben kam und es keine Töchter gibt. Die Thronfolge der Herrscherfamilie von Skyra ist also momentan offen, da mehrere Leute nun Ansprüche auf den Thron anmelden können.

Nun ja, auf Calfa herrscht gerade Chaos und vielleicht ist es möglich, dort ein paar lukrative Aufträge an Land zu ziehen. Endlich können wir diesen Ort hier verlassen. Eigentlich war der Aufenthalt angenehm, die Gastgeber freundlich, die Belohnung angemessen und die Jagd durchaus interessant, wenn auch von der Gesamtkonzeption äußerst seltsam. Trotzdem glimmt in mir immer noch der Zorn über den "Verrat" auf Quaria. Wirklich vergeben und vergessen kann ich das noch nicht. Aber das ist nicht eine Zelle der Schwarzen Sonne, die wir mal kurz im Alleingang auslöschen können. Und Rache ist nicht lukrativ und führt nicht auf die Spur zu meiner kleinen Schwester zurück. Also verschließe ich meinen Zorn in meinem dunkelsten innersten und kümmere mich um aktuelle Probleme, nämlich schnell viel Geld zu verdienen. Und nach Quaria zurück zu kommen, um dort noch einmal Khador aufzuspüren und ihn mir zur Brust zu nehmen. Also blicke ich nun wieder nach vorne und halte mich nicht mit unnützen Rachegedanken auf.

Nakagos wirre Gedanken

Die Jagd war schon etwas seltsam. Fällt in die Rubrik verpasste Gelegenheit um was richtig geiles draus zu machen.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 08. Januar 2019, 15:49:04 »
Esk

Wir brauchen fast einen ganzen Tag, um die neun Sprünge durch den Ionennebel zu absolvieren. Die meiste Zeit lungern wir an den Navigationspunkten herum, während die Kühler des Navigationscomputers immer lauter werden. Die Berechnungen sind äußerst komplex und dauern deswegen entsprechend. Die Sperrzone der Vergänglichen Nebel hat nicht umsonst so einen berüchtigten Ruf. In diesem Labyrinth zu navigieren ist kein Kinderspiel. Und ich bin froh, dass wir inzwischen auf eine umfangreiche Datensammlung verschiedener Routen zurück greifen können, so dass wir immer mehrere Alternativen zur Auswahl haben. Auch hat sich Scavangerbot 523 als kompetenter Navigator entpuppt.

Schließlich kommen wir im Raum des Hapanischen Konsortium heraus, wo 63 Welten ein kleines, von der Außenwelt abgeschottetes Königreich bilden.  Calfa selbst ist eine grüne Welt mit blauen Sprenkeln. Ein Drittel ist mit Wasser bedeckt. Wüsten sind trotzdem eher die Ausnahme. Da Calfa prinzipiell für Raumverkehr gesperrt ist, läuft der ganze Außenhandel über eine Raumstation im hohen Orbit mit dem Namen Calfa Prime. Die lassen wir links liegen und fliegen den Waldmond Fyria an. Wir identifizieren uns und bekommen einen Anflugsvektor und Landeplattform angesagt. Wir beginnen mit dem Sinkflug und landen in einer netten Landebucht. Ein illustres Empfangskommando aus uniformierten Dienern und bewaffneten Wachen erwartet uns mit einem Spalier. Mit noblen Gleitern aus mir unbekannter Produktion werden wir zum Anwesen chauffiert. Um uns ist hügliger Tannenwald. Man merkt der Landschaft an, dass hier massiv Terraforming betrieben wurde. Häuser oder gar Dörfer sehen wir auf der Fahrt keine.

Der Hauptsitz des Hauses Fyris entpuppt sich als Stadt aus Villen und Palästen. Je näher im Zentrum, desto wichtiger die dort wohnende Familie und größer das Anwesen. Schließlich geht es durch einen idyllischen Park zum zentralen Schloss. Ich bin nicht sicher, ob es nur protzig oder kitschig finden soll. Von weniger ist mehr hält man hier definitiv nichts. Es gibt wohl kein Fleck auf der Fassade, der nicht irgendwie verziert ist. Man hätte dafür vielleicht nicht unbedingt als Gestalter ein sechs Jahre altes Mädchen anwerben sollen, dass mitten in der Glitzerphase ist.

Lady Varia plaudert etwas aus dem Nähkästchen. Seit ihrem Debütantinnenball war sie nicht mehr im Schloss gewesen. Ihre Familie wohnt im mittleren Segment, wo die noch halbwegs betuchten Familien leben. Ihre zwei Cousinen sind schon in den "ärmlichen" Villen am Rand aufgewachsen. Diese "Villen" sind auch schon Herrenhäuser, auf die mancher imperialer Gouverneur sicher neidisch gewesen wäre. Selbst die Familien am Rand wohnen im absolutem Luxus, von Dienern und Lakaien verwöhnt.

Was natürlich jetzt das Stichwort ist, da ein Schwarm Lakaien uns aus dem Gleiter hilft. Da ich immer noch meine gute Kleidung trage, die ich extra für die Audienz gekauft habe, fühle ich mich nicht vollkommen deplatziert wie Lyn oder Shaka, die wieder ihre normalen Klamotten tragen. Edna trägt nun Uniform von einer Einheit, die ich nicht kenne. Wie auch immer, ein Mann heißt uns herzlich auf Fyria willkommen und entschuldigt die etwas unglücklichen Umstände und das Missverständnis. Ich stelle mir bildlich vor, wie eine Salve einer schweren Turbolaserbatterie in diesen Komplex einschlägt, was ein breites lächeln auf mein Gesicht zaubert. Der Duchtess Selvin Fyris scheint das wohl so zu deuten, als hätte ich diese Angelegenheit schon vergeben und vergessen. Aber dem ist nicht so. Wir werden in die Empfangshalle geführt, welche in etwa die Ausmaße des Hangars der Gundark hat und der war darauf ausgelegt, gleichzeitig drei YT-1300 zu reparieren. An den Wänden sind Stammbäume aufgemalt, dazu hängen meist Portraits derjenigen neben ihren Eintrag. Auch hier ist Prunk angesagt. Der Boden besteht aus grauem Marmor, der so blank poliert ist, dass ich mich drin spiegeln kann. Unten ohne im Kleid ist hier definitiv keine gute Idee.

Leider ist es heute zu spät für einen offiziellen Empfang, aber wir sind herzlich zu einem Frühstück mit der Ducha des Hauses Fyris eingeladen. Danach gibt es eine Jagdgesellschaft und anschließend ein pompöses Abendessen. Und erst danach dürfen wir dann unsere Belohnung in Empfang nehmen. Das wären dann mal 30 000 Credits für die Übergabe des Geschenkes und das retten der drei weiblichen Fyris aus den Klauen der Schwarzen Sonne. Als kleine Zugabe eine Handelslizenz für den Raum des Hapes Konsortium, sprich alle 63 Welten, Monde und Stationen. Da ist ja noch das kleine Problem mit unserem Kopfgeld, also wäre diese Lizenz für Eileen Wolan, die tote Eignerin der "Vanguard" deren Identität ich angenommen habe. Auch bekommen wir eine Audienz bei der Botschafterin der Neuen Republik zugesichert, um das Missverständnis mit unserem Kopfgeld aus der Welt zu schaffen. Also müssen wir nur das glatte Parkett der Diplomatie überleben. Wenn das mal nur gut geht.

Jeder bekommt ein Gästezimmer zugeteilt. Zimmer ist hier als Unterstatement zu verstehen. Das sind schon kleine Wohnungen aus einer Mischung aus Wohn- und Empfangszimmer, einem Schlafzimmer wo sich das mächtige Prunkbett schon beinahe verliert und ein Badezimmer das größer ist als der Aufenthaltsraum der "Vanguard". Ich bin sicher, in den Wänden sich Überwachungsgeräte versteckt. Trotzdem ziehe ich mich aus und nehme ein ausgiebiges Schaumbad. Das tut gut, einfach in ein Berg von Schaum zu steigen und zu entspannen. Trotzdem bleibe ich wachsam. Alte Angewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen. Edna sagt, hier wäre es sicher, da wir unter das heilige Gastrecht fallen und das wird dann schon stimmen. Trotzdem kann ich nicht abschalten. Mein Leben besteht eigentlich nur aus Kampf und Jagd, mal Jäger, mal als Beute. Und oft irgendwie beides.

Nach dem Bad schlüpfe ich in einen bereit gelegten Schlafanzug und kuschle mich unter die flauschige Zudecke. Schnell schlafe ich ein und werde dann am Morgen von einer Zofe geweckt, die mir beim ankleiden und auch dem Haare machen hilft. Das ist schon praktisch. Ich versuche mit ihr ins Gespräch zu kommen, leider muss ich ihr alles aus der Nase ziehen. Nicht sehr ergiebig. Trotzdem bekomme ich ein paar Sachen heraus. Die Momentane Königinmutter ist sehr von Admiral Thorne und seinen Neuerungen angetan. Es gibt im Konsortium zwei Strömungen, die einen, welche die Traditionen hochhalten und keinen Fortschritt wollen. Dann die Reformer, die mit Hilfe von Thornes Technologie alles modernisieren wollen, um einen möglichen Angriff der Neuen Republik abzuwehren.

Der Bürgerkrieg zwischen den Truppen der Allianz und des Imperiums hat im Konsortium die Furcht geweckt, dass der hochgerüstete und kampferfahrene Sieger es an der Zeit hält, das Hapes Konsortium in die Republik zu führen. Mon Mothma ist aber keine Kriegsherrin und hat vollauf damit zu tun, die Republik wieder zu einen und die tiefen Gräben aufzufüllen. Und die Schlachten von Endor, Kuat, Corellia und Jakku haben sehr viele der großen Kriegsschiffe der Allianz vernichtet. Die Allianz hat sehr viele kleine Kriegsschiffe, aber mit Großkampfschiffen sah es immer eher Mau aus und daran hat sich meines Wissens kaum etwas geändert. Die Neue Republik könnte große Schwierigkeiten haben, eine starke Flotte wie die des Konsortium zurück zu schlagen. Dafür hat die Neue Republik sicherlich erfahrene Truppen.

Nun geht es zum Frühstück, das sehr ritualisiert abläuft. Die hier herrschende Ducha ist der Dreh und Angelpunkt. Niemand nimmt Platz, bevor sie nicht Platz genommen hat. Auch bestimmt sie die Länge jeden Ganges, der von Lakaien nach und nach aufgetragen wird. Dabei ist es auch noch wichtig, welches Besteck genommen wird. Lyn und Shaka versuchen sich tatsächlich anzupassen, ich habe für diesen Firlefanz nur wenig übrig. Das ganze pompöse Drumherum dient meiner Meinung nach nur die Oberflächlichkeit und Hohlheit der ganzen Adelsschicht mit unnötigen Ritualen zu kaschieren. Es hat schon seinen Grund, warum es so etwas wie Adel auf Corellia schon lange nicht mehr gibt. Ich stelle mir die ganze Zeit bildlich vor, in welcher Reihenfolge und mit welchen Mitteln ich die ganze Gesellschaft mehr oder weniger grausam ins Jenseits befördere, so dass ich die ganze Zeit über lächle.

Nach dem Frühstück dürfen wir uns für die Jagd umziehen. Meine Zofe hat schon ein passendes Jagdkostüm für mich bereit gelegt. Die Kleidung verfügt über ein grünes Waldtarnmuster. Die Art ist etwas Gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich doch funktional, auch wenn es der Schneider auch hier geschafft hat, ziemlich viele unnötige Verzierungen anzubringen. Meine Seitenwaffen nehme ich mit, auch wenn wir Jagdgewehre gestellt bekommen. Im Außenhof hat der Jagdmeister Tische aufgebaut, auf denen die Jagdwaffen liegen. Geschosswerfer mit Hülsenloser Munition im Kaliber von 12,5. Das Magazin ist in einer Röhre unter dem Lauf angebracht und muss umständlich manuell Patrone für Patrone nachgeladen werden. Der stämmige Jagdmeister oder einer seiner Gehilfen übernimmt das nachladen. Zwei Kolben in der Schaftplatte dienen als Rückstoßdämpfung. Das Zielfernrohr hat ein Absehen mit zwei Stacheln für schnell bewegliche Ziele. Die Waffe kann halbautomatisch Feuern und ist unglaublich reich verziert. Intarsien, Zilisierungen und aufwendige Einlegearbeiten. Ich löchere den Jagdmeister nach ballistischen Daten, die er nur sehr rudimentär wieder gibt.

Unser Jagdwild sind Rancore, die in einem Tal in der Nähe in einem Freigehe gehalten werden. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft sind ein paar jugendliche Mädchen, Jungen und junge Männer. Statt  Gleiter oder Swoopbikes bekommen wir Laufdrachen gestellt. Edna erklärt uns, wie man mit diesen Viechern umgeht. Hier bekommen wir zum ersten mal zu hören, dass Edna einst ein Mitglieder Calfa Dragoner war, einer Eliteeinheit, die auf leibhaftigen Laufdrachen in die Schlacht reitet. Mir sind die Viecher ziemlich suspekt. Jedes Gefährt, was nicht im Leerlauf schwebt, ist mir irgendwie unheimlich.

Ich schieße mein Gewehr auf die Entfernungen 50, 100 und 300 Schritt ein und mache mich mit der Waffe vertraut. Sie ist schwer, federt aber den gewaltigen Rückstoß des großen Kaliber dank des überraschend gut funktionierenden Kolbensystem gut ab. Durch das vergleichsweise hohe Gewicht und die Länge der Waffe ist sie äußerst träge beim schwenken. Für einen querenden Rancor in über hundert Meter Enterung ist das aber ausreichend.

Die Geschosse sind Innen hohl und verfügen über genug Gift, um einen Rancor auszuschalten. Das behauptet jedenfalls der Jagdmeister. Ich bin zwar der Ansicht, dass ein Raketenwerfer die einzig richtige Waffe ist, um einen Rancor zu töten, aber das wäre wohl unsportlich. Ein gutes Gefühl habe ich nicht bei der Sache.

Nakagos wirre Gedanken

Lustige Abenteuer bei Adligen. Hier bekommt man die Sonnenseiten vom Leben im Hapes Konsortium zu sehen.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 06. Januar 2019, 16:52:31 »
Dorn

Ein kurzer Gang führt in ein großes Büro. Die rustikal holzvertäfelten Wände sind mit traditionellen Waffen bedeckt. Viele Messerpaare, wie wir sie auch bei dem einen Händler gesehen haben, nur sehen die hier alle hochwertig und sehr wertvoll aus.

Zargos Zarbossa steht mit dem Rücken zu uns. Wie sein Bruder ist er wieder im natürlichen Zustand seiner Rasse, nur sind bei ihm die herausragenden Zacken nicht abgeschlagen wie bei seinem Bruder. In einer Hand auf dem Rücken verschränkt lässt er nachdenklich ein Spielchip hin und her kreisen. Wahrscheinlich ein nervöser Tick von ihm.

"Ich hoffe, ihr Maden verschwendet nicht umsonst meine Zeit!", begrüßt er uns, weiter die Waffen an der Wand anstarrend, ohne uns einen Blick zu würdigen. Ein äußerst unhöflicher Mann. Ohne uns zu beachten, philosophiert er etwas über Waffen und die Kunst des Tötens. Nur Waffen sind wirkliche Kunst und nicht so ein Schnickschnack wie der Mist, das wir für das Haus Fyris überreichen sollen. Wenigstens schaut er uns nun an, als Shaka unser Kunstwerk anpreist. Es ist natürlich äußerst bedauerlich, dass unsere Auftraggeber die künstlerischen Vorlieben von Zargos nicht in Erfahrung gebracht haben. Besonders bedenklich, da die ja schon angeblich mit ihm geredet haben sollen und ein Blick auf diese Sammlung sollte eigentlich schon als Inspirationsquelle ausreichen.

"Ist das alles? Ihr fangt jetzt schon an, mich absolut zu langweilen", wiegelt er ab. "Ihr könnt froh sein, dass ich diesem Narren von einem Hohepriester noch einen wirklich großen Gefallen geschuldet habe."

Nach etwas hin und her kommen wir auf die Religion der Varianer zu sprechen. Und über die wahren Hintergründe. Schon schnell wird klar, dass er Bescheid weiß, dass Volvarak nur eine Lüge ist und es in Wahrheit Sith waren, die vor langer Zeit diese Welt besucht und die Varianer verändert haben. Das ist natürlich äußerst interessant. Ich muss an die Stufenpyramide auf Anduras I denken, die wohl wirklich ein Bauwerk der Sith ist.

Danach führen wir einen kurzen philosophischen Disput darüber, was wahre Macht ist. Seiner Meinung nach, jeden töten zu können. Ich halte dagegen, dass jeder mit einer entsprechenden Waffe ein Massaker anrichten kann. Töten ist erschreckend einfach, jedes Kind mit einem Blastergewehr kann das. Wahre Macht ist, wenn man mächtig genug ist, seine Feinde am leben lassen kann, weil man eben so unangreifbar ist. Zargos lässt sich leider nicht überzeugen.

"Ich will euch was zeigen!" Mit einer Geste lässt er eine Vitrine aus dem Boden hochfahren und mit einer zweiten öffnet er diese. Darin liegt auf einem Ständer ein leibhaftiges Lichtschwert. Ich bin Machtsensitiv genug um die Bösartigkeit dieser Waffe zu spüren. Lyn keucht auf und geht zwei Schritte zurück. Auch ich gehe etwas zurück, aber weniger aus Furcht, sondern um eine bessere Abwehrposition einzunehmen. Unmerklich verändere ich meine Haltung und verlagere mein Gewicht so, um schnell mein Vibromesser ziehen zu können. Vibrowaffen sind eine der wenigen Waffen, mit der es möglich ist, ein Lichtschwert zu blocken. Jedenfalls eine Zeit lang, dann gehen auch die kaputt. Zwar habe ich nie gegen jemanden mit einem Lichtschwert gekämpft, aber man hat mich in einer Unterrichtseinheit wenigstens theoretisch geschult. Allerdings bezweifle ich, dass Zargos Zarbossa diese Waffe auch wirklich führen kann.

Zargos greift nach der Waffe und aktiviert sie. Surrend baut sich eine rote Klinge auf. Der Herrscher dieser Welt hebt die Waffe hoch. Ich verändere meine Haltung so, um einen hohen Angriff besser entgegnen zu können. Das Lichtschwert ist schier greifbar bösartig. Nur Scav bleibt ungerührt, da er die Bösartigkeit der Waffe als Droide nicht spüren kann.

"Das ist eines der wenigen Artefakte, welches die Besucher zurück gelassen haben. Es gehört ein großer Wille dazu, dieses Lichtschwert anzufassen. Spürt ihr, wie sie nach Blut giert?" Die Frage war wohl rein Rhetorisch, den Zargos deaktiviert die Waffe und lässt sie wieder im Boden verschwinden. Irgendwie war das ein Test und wir scheinen ihn bestanden zu haben.

"Na gut, ich werde diese Unterhändlerin von diesem Haus Fyris empfangen. Aber diesen Mist könnt ihr wieder mitnehmen." Zargos schnippt an das Diorama und im nächsten Moment löst sich das Ganze in einem goldenen Nebel auf. Fierfek! Was es auch immer ist, wir werden alle davon betroffen. Wie heißt es so schön, traue niemanden, denn alle werden dich früher oder später verraten. In diesem Fall früher. Deswegen ist die Adlige auf der Vol Yunkai Station auch so schnell bereitwillig auf 20 000 Credits hoch gegangen. War damals schon misstrauisch, dass da ohne großes Feilschen unser Preis akzeptiert worden war. Jetzt ist klar, warum. Das ist äußerst ärgerlich, wenn man nicht für voll genommen wird. Und wir hätten dieses Ding besser analysieren sollen. Ist ja nicht so, dass wir nicht entsprechende Mittel zur Hand gehabt hätten. Aber damit hatte wirklich niemand rechnen können.

Schnell wird durch eine Untersuchung von einem Medidroiden das wir alle mit einem Degenerativen Retrovirus verseucht sind. Soll heißen, die Krankheit ist nicht ansteckend, aber wir sind durch die goldene Nebelwolke damit infiziert und haben noch etwa drei Tage zu leben. In zwölf Stunden soll es anfangen, unangenehm zu werden. Das sind äußerst unerquickliche Nachrichten. Zargos Zarbossa ist entsprechend angepisst. Ganz abgesehen davon bin ich das auch. Diese Lady Fyris auf der Vol Yunkai Station sollte sich besser warm anziehen.

Gezwungenermaßen klingelt Zargos bei Lady Fyris an. Ohne Begrüßung kommen die gleich zum Kern des Geschäftes. Das Juwel von Varian gegen das Heilmittel. Da Zargos sauer auf uns ist, weil wir ja als Boten so böse sind, ordert er nur eine Dosis des Heilmittels. Für uns "Maden" gibt es nichts, aber falls wir den Virus irgendwie überleben sollten, werden wir seine Hochachtung gewinnen. So ein arroganter und blöder Banthakotaufsammler! Wenigstens ist der Herrscher dieser Welt so gnädig und lässt uns einfach nur an einem Stück entfernen. Das ist jetzt doppelt blöd, weil ich gerne noch mit Khador über meine Schwester geredet hätte, der aber nicht mehr am Tisch von vorhin sitzt. Fierfek!

Wie auch immer, unsere schwer bewaffnete Eskorte wirft uns aus dem Kasino hochkant raus und da stehen wir nun wie die Narren, die wir wohl auch sind. Ich bin nicht wütend oder sauer. Nein, dass sind nicht die richtigen Wörter um zu beschreiben, wie es in mir aussieht. Ich bin so unendlich wütend und so unglaublich sauer! Nicht nur, weil ich hintergangen und mit einem tödlichen Virus infiziert bin, sondern auch weil ich die Gelegenheit verpasst habe, ein paart Takte mit Khador zu reden. Vielleicht hätte er alles geleugnet, aber vielleicht mir auch ganz einfach die Wahrheit gesagt, um sein Gewissen zu erleichtern. Das werde ich jetzt vielleicht nie mehr erfahren. So nah war ich schon lange nicht mehr an meiner Schwester dran gewesen und jetzt so was. Das ist mehr als nur ärgerlich.

Da kommt uns auch just schon die designierte Unterhändlerin des Hauses Fyris entgegen, begleitet von einem Dutzend schwer bewaffneter Leibwächter, was ihr wahrscheinlich das Leben rettet und mich von einer Kurzschlusshandlung abhält. Hier ist eine der wenigen bewachten Zonen des Planeten, so dass ein Feuergefecht sehr schnell enden würde, nämlich mit unserem Tod. Aber wir haben noch ein Druckmittel an Bord unseres Schiffes und so lassen wir es, hier ein Gefecht anzufangen, dass zwar glorreich, aber absolut sinnlos mit unserem Tod geendet hätte.

Zurück auf der "Vanguard" klemme ich mich hinter die Hyperfunkkonsole aus dem Klonkrieg und läute freundlich auf der Vol Yunkai Station an. Also ob rein gar nichts wäre bekommen wir Lady Fyris als Holoprojektion zu sehen. So macht Telefonieren gleich viel mehr Spaß. Ich habe in meiner momentanen Gefühlslage keine Lust auf Shakas umständliche Art und übernehme selbst das Reden. Wir haben illustre Gäste an Bord, die wir aus einer äußerst misslichen Lage gerettet haben. Ich nenne die Namen der drei geretteten Adligen aus dem Hause Fyris. Die gute Frau will Beweise sehen und ich bitte die drei Grazien doch nett, mal mit ihrer Verwandtschaft zu plaudern. Nachdem das geklärt ist, bekommen wir innerhalb einer halben Stunde das Gegenmittel geliefert. Dazu noch eine Einladung nach Fyria zu kommen, einem der vier Monde von Calfa und Sitz des Hauses Fyris. Das sich die beiden Namen so ähneln dürfte kein Zufall sein. Da wir erst dort unsere Bezahlung bekommen sollen, müssen wir wohl dort hin. Ich bin darüber nicht begeistert. Neutraler Grund wäre mir lieber gewesen. Auch wäre es jetzt kein Akt gewesen unsere drei "Gäste" einfach der Unterhändlerin zu übergeben und das sie uns das Geld aushändigt, dass uns nach Auftragsende zusteht.

Allerdings sind die anderen guter Dinge, dass sich auf Fyris alles zum guten entwickeln wird. Haben die nicht gerade wie ich erlebt, dass unsere Auftraggeber uns so über das Ohr gehauen haben, dass davon eine Narbe bleiben wird. Fierfek! Ich traue dem Haus Fyris nicht weiter als wie ich sie werfen kann. Als gutes Teammitglied beuge ich mich den Argumenten der anderen, dass sie uns wohl kaum in ihrem eigenen Schloss umbringen werden. Edna als geborener Hapaner versichert mir, dass das Gastrecht unantastbar ist. Wir wären Gäste des Hauses Fyris und so lange wir dort keinen Privatkrieg anfangen, kann uns dort nichts passieren. Nun gut, ich vertraue auf Ednas Einschätzung, da er wohl als Hapaner ein Experte auf diesem Gebiet sein dürfte. Auch halte ich ihn für vernünftig und vertrauenswürdig.

Weitere Waren nehme wir keine auf, dafür ein paar frische Lebensmittel und machen die Frischwassertanks voll. Ich quetsche mich in den Sessel des Co-Piloten und beginne mit dem Checkup. Unser Schiff ist durch den Raketentreffer immer noch leicht beschädigt und bis jetzt kamen wir nicht dazu, die "Vanguard" in eine Werkstatt zu geben. Alle Systeme laufen gut und Scav füttert den Navigationscomputer schon mit den notwendigen Daten. Es werden insgesamt neun Sprünge bis nach Calfa mit seinen vier Monden sein. Wir beenden den Checkup, da alles System einwandfrei funktionieren. Die Repulsorliftantriebe heulen auf, als wir abheben. Das Fahrwerk fährt ohne zu Mucken ein und wir gewinnen schnell an Höhe, während Lyn stetig die Geschwindigkeit erhöht. Ohne Probleme passieren wir die äußere Atmosphäre und erreichen nach wenigen Minuten einen sicheren Absprungpunkt. Die Berechnungen sind inzwischen fertig.

"Volle Energie!" Wir tauchen ein in den blauen Tunnel aus Licht.

Nakagos wirre Gedanken

Das war schon ein äußerst überraschender Ausgang der Audienz. Auch die Situation mit dem  Sithschwert war nicht ohne. Das ist ein weiterer Hinweis, dass hier vor sehr langer Zeit die Sith am Werk waren. Äußerst ärgerlich war auch die verpasste Chance mit Khador zu reden.
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Allgemeines (D&D/d20) / Volksbezogene Attributsveränderungen
« Letzter Beitrag von Kree am 05. Januar 2019, 23:46:21 »
Zitat
Das ändert allerdings nichts daran, dass in diesen aus der Wahl des Volkes resultierenden spielmechanischen Veränderungen eine Aussage steckt, die für einige Menschen heutzutage eine politische Bedeutung hat. Wenn man Glück hat, wird das keinem Spieler bewusst - wenn nicht, steht direkt zu Anfang ein Pulverfass im Raum.

Bei "Mensch Ärger dich nicht" dürfen Rote und Blaue Spielfiguren nicht in einer Straße wohnen. Und überhaupt - man "schlägt" eine andere Figur ?! Ist jawohl total daneben! Man sollte sich eher "Bitten Platz zu machen!"!

mfg
Kree

P.S. Unterschied zwischen den Geschlechtern, ist auch eine ziemlich falsche Sichtweise.... Immerhin sind Männer und Frauen gleich.
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Allgemeines (D&D/d20) / Volksbezogene Attributsveränderungen
« Letzter Beitrag von Tempus Fugit am 05. Januar 2019, 16:46:05 »
Mit meiner Antwort hatte ich bereits alles gesagt.

Du vermengst hier munter die von die kritisierten Klischees, aber nutzt sie als Basis einer Argumentation, wo du dann munter Begrifflichkeiten wie Genetik, Kultur, Erziehung, Talente und Fähigkeiten vermischts. Raus kommt dabei aber nicht viel, denn die Antwort auf die von dir selbst gestelte Frage bleibst du schuldig.

Falls du eine Frage beantwortet brauchst: ja, viele Dinge sind in Spielen (D&D ist da keine Ausnahme) nicht logisch. Wenn du das verstanden hast, das System verstanden hast und mit deinen Mitspielern übereinstimmst, dann ändere es. Dafür brauchst du keine Absolution. Ich selbst habe das auf den von mir geschaffenen Welten fasst immer so gemacht.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 03. Januar 2019, 15:24:16 »
Cresh

Nach dieser fruchtlosen Diskussion meint Scav, dass wir vielleicht eines der anderen Angebote näher ansehen sollten. Nun gut, kann nichts schaden, sich schon mal die Sachen anzusehen, um eine Vorentscheidung treffen zu können. Da hätten wir eine Gruppe Jugendlicher, die kompetente Schmuggler suchen. Shaka ist von vorne rein dagegen, alle anderen sind bereit, sich die Sache mal näher anzusehen. Mangels Alternativen treffen wir fünf jung wirkende Varianer in einer schäbigen Cantina. Der Anführer hört auf den Namen Jori. Die wollen eine zwanzig Kilo schwere Kiste zu einem Minenschiff mit dem Namen "Vantika" der Laderasch Corporation zu bringen. Die befindet sich drei Sprünge von der Vol Yunkai Station entfernt in einem Asteroidengürtel. Dort arbeiten viele Varianer, unter anderem der Cousin von Jori. Er versichert uns, dass sein Cousin Parkis in der Lage ist, die Ware dort schnell Gewinnbringend an den Mann zu bringen. Dafür bietet er uns 10 000 Credits für den Transfer, wenn wir dort sind. Die Summe ist gut, wenn es denn wahr ist. Wir haben hier fünf Jungs vor uns, die alle noch zur Schule gehen könnten. Ich habe so eine grobe Ahnung, was in der Kiste sein könnte, was einen solchen Preis rechtfertigt. Wahrscheinlich Gewürze, die aus einer Verkettung glücklicher Umstände in die Hände dieser kleinen Bande von Halbstarken gefallen ist. Wir bleiben unverbindlich und verschieben unsere Zustimmung auf unbestimmte Zeit.

Wir verifizieren die Daten und erwerben sogar für 1000 Credits eine Route zu dem Minenschiff. Wie üblich ist unsere Shaka dagegen. Soll sie. Offensichtlich schmollt sie immer noch wie ein kleines Mädchen, dass kein Bantha Burger Kindermenü bekommen hat. Vergnügungsgüter würden sich gut an Mann bringen lassen, heißt es von anderen Schmugglern und die Sicherheit ist äußerst nachlässig, sprich bestechlich. Wäre also durchaus ertragreich, nicht nur die Kiste dort hin zu schmuggeln, sondern auch entsprechende Güter wie Alkohol und Dinge, die das Leben angenehmer machen.

Da wir nun jederzeit mit der Audienz bei Zargos Zarbossa rechnen müssen, kaufen wir uns schicke Kleidung. Ich finde eine schöne Kombination aus schwarzen Schaftstiefeln, schwarzer Strumpfhose, schwarzen Handschuhen, schwarzen knielangem Rock, schwarzes Wehrgehänge aus Banthaleder, beige Jacke und rotem Umhang. Das sieht nicht nur unglaublich Edel aus, dass ganze ist obendrein auch noch gut gepanzert. Nach etwas hin und her handle ich den Händler auf 2 500 Credits herunter. Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Kaum sind wir zurück zum Schiff, kommt die Nachricht des Hohepriesters, dass wir in zwei Stunden eine Audienz haben. Das wird knapp, da ich mich ja noch richten muss. Ich springe in die Hygienekammer und dusche ausgiebig. Dann die Haare machen, was viel Zeit kostet, ebenso das anlegen des Make ups. Wie gut, dass ich mir nicht auch noch überlegen muss, was ich anziehen soll. Die neue Kombination passt wie angegossen. Und ich sehe verdammt schick aus. Ich könnte mich stundenlang im Spiegel betrachten. Es ist lange her, dass ich mich so herausputzen habe können.

Als ich Lyn sehe, bekomme ich fast einen Schock. Sie trägt recht wenig und das was sie anhat ist äußerst provokant. Bei Twi´lek weiß man nie genau, ist ihr Outfit den klimatischen Bedingungen ihrer heißen Heimatwelt Ryloth geschuldet oder mag es unsere Pilotin einfach, sehr viel mehr Haut zu zeigen, als wie es für eine anständige Frau schicklich wäre? Als Frau hat man recht schnell den Ruf als Schlampe weg, wenn man sich offenherzig kleidet. Auf manchen Welten tragen Personen des sogenannten horizontalen Gewerbes genau diese Art von Kleidung.

Dagegen ist Shaka zwar schon deutlich züchtiger, aber auch eher ärmlich gekleidet. Nicht gerade das, was man bei der Audienz eines Herrschers tragen sollte. Wir gehen zu exakt dem gleichen Zugang, wo wir beim ersten Versuch auf äußerst nonchalante Art abgewiesen worden sind. Natürlich kann ich es nicht lassen, den dort diensthabenden Offizier der Wachmannschaft, der tatsächlich der gleiche wie letztes mal sein scheint, etwas zu Triezen. Meine Mutter würde mich schelten, wenn sie das sehen könnte, aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Nach einem kurzen Wortgeplänkel, dass ein äußerst breites grinsen auf meine roten Lippen zaubert, werden wir durchgewunken. Ein Skiff mit einem Droidenpiloten bringt uns zu einer Landeplattform, wo wir schon von einer Art Empfangsdame oder Assistentin in Empfang genommen werden. Das war mein erster Posten bei Shellys Gundarks nach meiner Grundausbildung gewesen. Adjutant bei Commander Shelly, was unter anderem der Empfang von Besuchern beinhaltet hat. Meist eine nette Abwechslung zur äußerst tristen Büroarbeit. Man glaubt gar nicht, was selbst so eine kleine Zelle von nicht mal 250 Mitgliedern für einen organisatorischen Aufwand braucht.

Der Rote Turm ist im Innern tatsächlich wie ein nobles Casino aufgebaut. Gäste und Bedienstete halten sich die Waage. Wir kommen an einen Springbrunnen vorbei, aus dem leibhaftig Casionchips sprudeln. So was habe ich in der Tat noch nie gesehen. Varianer unter den Gästen sind kaum zu sehen. Die größte Gruppe sind Menschen aus dem Hapanischen Raum, gefolgt von Menschen aus dem Rest der Galaxis. Die übrigen sind Aliens verschiedenster Couleur. Einige Rassen kann ich benennen, andere sind mir gänzlich unbekannt.

Ich frage die nette Empfangsdame, was es mit den Chips auf sich hat. Die sind nur Symbolisch. In diesem Casino wird weniger um Geld gespielt, sondern mehr um Dienstleistungen, Geheimnisse und Gegenstände, die es so nicht zu kaufen gibt. Das ist mir zu abgehoben, um damit was anfangen zu können. Da ich eine eher schlechte Spielerin bin, fasziniert mich das ganze sicherlich eindrucksvolle Ambiente eher weniger. Mit einem gläsernen Fahrstuhl fahren wir mehrere Ebenen nach oben und gehen dann an Spieltischen vorbei. Mein Blick hängt an einem älteren Mann an einem Tisch hängen, wo Sabacc gespielt wird. Auf dem ersten Blick denke ich, dass der Mann Khador verdammt ähnelt. Auf dem zweiten Blick bin ich fast überzeugt, dass es sich tatsächlich um Khador höchstselbst handelt. Der Mann, von dem ich weiß, dass er als letzter mir bekannter Person im Besitz von meiner Schwester Eloy war. Der Kerl, der sie an ein Syndikat weiter verkauft hat, dass kurz darauf vom Imperium ausgelöscht wurde. Allerdings sollte Khador sich auf Cyphera im Traum befinden. Entweder war dieser Eintrag eine Fälschung, da ich den Inhalt des Zylinders nie überprüft habe, da sich dieser in einem mir nicht frei zugänglichen Bereich befand. Oder er macht gerade Urlaub vom Traum, was ja möglich ist, auch wenn ein Träumer normalerweise nicht zurück in die reale Welt möchte. Für einen Moment erwäge ich, sofort zu Khador zu eilen und die Wahrheit aus ihm heraus zu prügeln.

Aber das wäre in der momentanen Situation äußerst Kontraproduktiv für meine Kameraden. Immerhin stehen wir kurz davor einen großen Haufen Credits zu verdienen und ich will auch, dass die Sache glatt über die Bühne geht. Also kämpfe ich meine aufwallenden Gefühle nieder und folge weiterhin brav der Empfangsdame.

"Was ist?", fragt Lyn, die sich zu mir zurück fallen lässt, da ich kurz stehen geblieben sind.

"Siehst du den älteren Hapaner mit den langen weißen Haaren? Ich bin mir fast sicher, dass dies Khador ist", erwidere ich mit gedämpfter Stimme.

"Ich dachte, dieser Mistkerl ist auf Cyphera?", fragt die orangene Twi´lek erstaunt.

"Das dachte ich auch. Werde der Sache nachher auf den Grund gehen", erwidere ich und schon erreichen wir den privaten Bereich vom Roten Turm. Hier irgendwo sollten wir nun auf den Herrscher dieser Welt treffen: Zargos Zarbossa.

Nakagos wirre Gedanken

Tja, was mag Khador wohl hier zu suchen haben? Hier sind wir etwas herumgeeiert, bis es dann richtig los ging. Und ich kann versprechen, die Audienz hat es in sich.
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Story Hour / Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
« Letzter Beitrag von Nakago am 01. Januar 2019, 15:21:10 »
Besh

Unbehelligt fliegen wir Quaria an und schweben über den kleinen Tempel, wo wir die Kiste mit den Artefakten und die beiden Söldner ausladen. Im Tempel selbst reden wir kurz mit dem Hohepriester, der uns überschwänglich dankt und wir ihn dann nachdrücklich daran erinnern, dass er nun eine Audienz bei Zargos Zarbossa im Roten Turm zu liefern hat. Das verspricht er uns hoch und heilig beim Namen seines rachsüchtigen Gottes Volvarak. Ich frage mich, wie sehr die von ihrer wahren Geschichte wissen und akzeptieren. Aber Religion basiert in vielen Fällen auf Glauben. Meine Religion fußt auf die Macht und ich weiß, zu was ein Jedi mit Hilfe der Macht fähig ist. Die Macht ist Fakt!

Wir gehen wieder an Bord der "Vanguard" und landen auf unserem Stammplatz, nachdem wir ein paar Händler dazu genötigt haben, wieder Platz zu machen. Hier verabschieden wir den Wartungsdroide LH479S und wünsche ihm alles gute auf Quaria. Ich stecke ihm noch ein paar Credits zu, da er uns ja auch geholfen hat.

Ich schlage vor, dass wir die Zeit nutzen, um uns etwas schlauer über die Situation auf Nilvax Station zu machen. Vor ein paar Tagen haben wir ja während unseres Aufenthaltes auf Vol Yunkai Station erfahren, dass ein berüchtigter Pirat mit dem Namen Ryal Volten die Nilvax Station okkupiert hat. Wir haben nun unseren militärischen Sachverstand bewiesen, jetzt brauchen wir nur noch einen überzeugenden Plan, wie wir die Station angreifen und erobern. Und für jeden brauchbaren Plan braucht man Informationen. Wir kennen ja jemand, der genau an der Quelle hockt, also funken wir den Ammoniak atmenden Gaunt Vorik an, der oben in der Nilvax Station seine eigene Funkstation hat.

Tatsächlich lebt der Gaunt noch, steht aber unter ständiger Beobachtung. Nilvax ist auch noch am Leben. Der Pirat Volten hat in der Tat das Kommando über die Station übernommen und jeglichen Widerstand zerschlagen. Allerdings ist die Kirche der Macht im abgetrennten unteren Bereich der Station noch immer autark. Ob sich das bald ändern wird ist nicht klar. Auf alle Fälle hat Volten inzwischen mindestens 40 bis 50 Männer unter seinem Kommando. Regionale Anführer von Verbrecherbanden wie Quarn sind mit wehenden Fahnen übergelaufen und die Bande von Vorban, welche ganz oben im oberen Bereich der Station eine Devilstick Plantage betreiben, war von Anfang an aktiv auf deren Seite. Da hatte Nilvax mit seinen etwa dreißig Mann keine Chance. Die regionale Bevölkerung wurde mehr oder weniger versklavt und die Plantage für den Drogenanbau wird momentan deutlich erweitert. Leider muss Vorik das Gespräch unterbrechen, da einer seiner Aufpasser misstrauisch wird. Fünfzig kampferfahrene Männer auf der Seite von Volten sind keine guten Nachrichten.

Trotzdem klappern wir einige einschlägige Cantinas am Raumhafen ab, um mehr über den Piraten Volten zu erfahren. Ich bekomme dabei recht wenig heraus, dafür die Twi´leks um so mehr. Schätze mal, eine größere Körbchengröße lockert die Zungen von Männern um so mehr. Damit kann ich leider nicht konkurrieren. Wie auch immer, wir gleichen unsere Ergebnisse in unserem inzwischen schick eingerichteten Aufenthaltsraum ab. Der Pirat Ryal Volten ist seit mindestens zwanzig Jahren im Piratengeschäft aktiv. Er gilt als grausam und brutal, selbst im Maßstab von anderen Piraten. Seine auf ihn eingeschworene Crew besteht aus zähen Veteranen und wirklich hartgesottenen Kämpfern. Furchtlos hat er nicht nur imperiale Schiffe überfallen, sondern auch die der Schwarzen Sonne. Ihm ist es zu verdanken, dass ein Großteil der Piratenschiffe des Verbrechersyndikates im Sperrgebiet zerstört wurden. Das sagt mir, dass wir mit denen es im Raumkampf nicht aufnehmen können.

Die Station selbst ist für normale Kunden immer noch gesperrt, aber es kommen nun regelmäßig Schiffe, welche ihre Laderäume mit Devilsticks füllen, welche für Kunden in der Neuen Republik bestimmt sind. Offensichtlich ist das der Grund, warum Volten die Station übernommen hat, um im großen Maßstab dieses Gewürz zu produzieren und in die Neue Republik zu liefern. So macht die Übernahme dann durchaus Sinn. Hier kann er in aller Ruhe die Rohstoffe anbauen und sie dann zum Endprodukt weiter verarbeiten. Das ist sicherlich kostensparend und vermindert den Schwund ungemein.

Wir beginnen verschiedene Szenarien durchzusprechen. Momentan können wir vier Schmugglerschiffe samt ihrer kleinen Besatzung für diese Mission begeistern. Mit etwas Mühe können wir vielleicht noch ein paar mehr motivieren, was zu unternehmen. Wir wissen, dass Volten mindestens drei Schiffe unter sein Kommando hat, manche sprechen auch von vier oder gar fünf. Mindestens drei sind es aber auf alle Fälle. Ist die Frage, sind die alle vor Ort oder jagen die weiterhin im Sperrgebiet? Wahrscheinlich nicht, da es so scheint, dass Volten sich momentan auf den Gewürzhandel konzentriert. Großer Profit und so gesehen momentan sehr wenig Risiko. Das er uns damit sauer gemacht hat, kann Volten ja nicht wissen.

Mein Plan wäre es, wir tarnen die "Vanguard" durch aufgeschweißte Platten zu einem großen Trümmerstück der Station und nähern uns so an. Landen dann im Bereich der unteren Spindel an und docken mit Hilfe einer Enterschleuse an. Dann dringen wir unten ein und motivieren die dort lebenden Gläubigen der Kirche der Macht, die Station zurück zu erobern. Die dürften zehn bis fünfzehn Mann haben, die wissen, wie man kämpft. Zusätzlich führen wir zwanzig Söldner mit. Mit uns sind das dann Vierzig Kämpfer. Wir rücken nach oben vor, ein kleines Team dringt in die mittlere Ebene ein und sichert den Fahrstuhlschacht. Damit befördern wir dann unsere Streitmacht nach oben. Nun gilt es in schneller Folge die drei mutmaßlichen Ansammlungen von Gegner zu überwinden. Ich denke, Volten hat seine Besatzungsstreitmacht in mehrere Trupps aufgeteilt. Eine bewacht den Hangar, eine die Plantage, eine die Schaltzentrale/Sicherheitsstation und der Rest hat Freischicht und muss sich erst sammeln. Wenn wir schnell genug sind, können wir mit großer Übermacht jeweils kleine Trupps schnell überwinden.

Die Schwächen meines Planes sind die unentdeckte Annäherung. Wie gut sind die Sensoren der Station wieder instand gesetzt und wie viele von Voltens Schiffe sind um die Station herum auf Patrouille? Dieses Problem könnte durch einen Ablenkungsangriff durch unsere Schmugglerfeunde gelöst werden. Shaka meint, dass dies zu auffällig ist, was zu einer langen Diskussion führt, wobei nur Shaka diesen Standpunkt vertritt. Das zweite Problem sind die Kämpfer. Von unseren Schmugglern bekommen wir dafür vielleicht drei bis acht Leute zusammen und müssten zwölf bis siebzehn anheuern. Gute Leute für so eine Mission kosten ab 5000 Credits aufwärts, was mindesten 60000 Credits benötigt. Plünderrechte wären sicherlich eine Möglichkeit die Kosten aufzufangen, aber ich weiß, wie Söldner wüten, wenn es was zu plündern gibt. Wir wollen unter anderem ja auch die einheimische Bevölkerung befreien. Einmal Allianz, immer Allianz. So ist mein Plan momentan nicht umsetzbar. Den ersten Knackpunkt kriegen wir halbwegs gelöst, für den zweiten müssen wir sparen und viel Geld zusammen bringen.

Eine Möglichkeit wäre, ein hier ansässiges Syndikat ins Boot zu holen. Aber dann wird die Plantage mit Devilsticks unter anderer Ägide betrieben und das kann auch nicht unser Ziel sein. Besonders da das Gewürz in unsere Neue Republik geliefert wird. Auch ist es ein Problem, dass die hier regionalen Banden militärisch gesehen nur eine sehr geringe Schlagkraft haben.

Ein anderes Szenario, wir rekrutieren aus Freiwilligen unsere eigene Armee. Shaka ist der Meinung, sie könnte eine Truppe innerhalb von zwei Monaten soweit ausbilden, um mit ihnen in den Kampf zu ziehen. Das halte ich für sehr optimistisch. In der Allianz waren drei Monate Grundausbildung Minimum Pflicht, um die Grundlagen zu lernen. Drei weitere für die eigentliche Waffengattung. Wie auch immer, so viel Zeit werden wir nicht haben. Ganz davon abgesehen die dafür logistischen und organisatorischen Aufwendungen. Dauert zu lang und wird im Endeffekt verdammt viele Credits kosten. Und ehrlich gesagt, halte ich Shaka auch nicht für wirklich kompetent für eine solche Aufgabe. Innerhalb von zwei Monaten bildet man höchstens Kanonenfutter aus, keine richtigen Kämpfer.

Lyn bringt eine weitere Möglichkeit ins Spiel, eines der Schmugglerschiffe aus dem Raum der Neuen Republik an einem der Navigationspunkten abzupassen, lahmzulegen, zu entern, zu übernehmen und sich dann als Gewürzhändler einzuschleichen. Die Probleme dabei sind, wir sind momentan einfach nicht in der Lage, ein anderes Schiff lahmzulegen und dann zu entern. Weiterer Knackpunkt ist, wir haben keine Ahnung, ob beim Landeanflug nicht irgendwelche Signale ausgetauscht werden müssen. Wenn wir die Schmuggler lebend fangen, können wir diese Informationen möglicherweise extrahieren. Aber vielleicht gibt es auch ein Zeichen, für genau diese Situation. Ein durchaus mögliches Szenario, aber für meinen Geschmack einfach zu viele wenns und abers.

Shaka bringt eine Sturmlandung in den Haupthangar ins Gespräch. Halte ich für Wahnsinn, weil genau so ein Szenario dürfte vom Gegner am ehesten abgedeckt sein. Weitere Probleme sind, dass wir durch eine Wolke aus Trümmern müssen. Schon mit einem vorgegebenen Vektor war die Annäherung beim letzten mal äußerst schwierig. Zwar ist Lyn der Auffassung, sie wäre gut genug, dass mit ordentlicher Geschwindigkeit gebacken zu bekommen, aber ich halte das für sehr Risikoreich, da wir nicht nur durch eventuelles Sperrfeuer, sondern auch sehr auf die herum schwirrenden Trümmerstücke Obacht geben müssen. Auch werden wir alleine nicht genug Truppen anlanden können, falls wir es schaffen, im Hangar zu landen. Die anderen Schiffe brauchen vielleicht länger oder rammen ein Trümmerstück. Auch ist es möglich, dass Volten uns seine drei bis fünf Schiffe entgegen schickt, was sehr ungesund für uns sein dürfte. Dies ist eine Kombination widriger Umstände, die zu massiver Friktion schon in der Phase der Annäherung führt und ich sehe keine Möglichkeit, dies zu umgehen. Nächster Punkt ist die Landung im Hangarbereich. Die werden im Normalfall genug Zeit haben, diesen Bereich zu räumen und das Schutzfeld auszuschalten. Sprich, wir booten im Vakuum aus. Ich würde den Bereich mit an der Decke befestigten Sprengfallen sichern. Ein halbiertes Rohr, beschichtet mit einer dünnen Schicht konventionellen Industriesprengstoff wie Detonite, darüber eine Schicht Schrott von Kugellagern oder ähnlichen Metallfragmenten. Einen Raumanzug durchlöchert so was in Null Komma nix und der Träger ist so gut wie tot, auch wenn die Fragmente ihn nicht auf der Stelle töten. Deswegen halte ich von einer Sturmlandung rein gar nichts.

Wie üblich ist die blaue Twi´lek danach eingeschnappt, als ich meine Gründe darlege, warum das keine gute Idee ist. Meine kleine Schwester konnte mit Fünf souveräner mit Enttäuschung umgehen als diese angebliche Offizierin der Allianz. Entweder hat die Amputation von drei ihrer Extremitäten zu einer starken Persönlichkeitsveränderung geführt oder sie hat sich die Hierarchie der Allianz hoch geschlafen. Oder liegt es an mir, dass wie regelmäßig aneinander geraten? Aber ehrlich gesagt halte ich mich für Kompromissbereiter als sie. Mit Scav, Lyn oder Edna habe ich eigentlich keine Probleme, ein Thema in aller Ruhe sachlich auszudiskutieren und einen Kompromiss zu finden. Auf alle Fälle wird klar, momentan kriegen wir das mit unseren Mitteln nicht gebacken. Das ist Schade, aber wir sind fast alle erwachsen genug, dass zu akzeptieren.

Nakagos wirre Gedanken

Allen Lesern ein gutes neues Jahr! Möge diese Geschichte noch lange fortgeführt und ihr mir die Treue halten.

Das Kapitel an sich war jetzt nicht so phänomenal, sollte aber zeigen, wie wir auf diesen Plan gekommen sind, der später noch eine Rolle spielen wird. Und ja, ich als Spieler plane gern und mache mir auch Gedanken über die Gegenseite.
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