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Workshop => Story Hour => Thema gestartet von: Nakago am 03. Juli 2018, 21:41:50

Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 03. Juli 2018, 21:41:50
Star Wars
Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Band I - Prolog
Vorwort

Ausnahmsweise ist das keine Warhammer 40K Geschichte, sondern spielt im Star Wars Universum. Die ist keine reine Fanfiction, sondern beginnt als Hintergrundgeschichte meines neuen Charakters Lyra Askana für das Pen & Paper Rollenspiel "Am Rande des Imperiums" und geht dann schließlich erspielte Episoden über. Die Geschichte beginnt im imperialen Jahr Zwölf, sieben Jahre vor der Schlacht von Yavin, auf dem Mond Nar Shaddaa im Huttenraum. Wie üblich, werde ich auch hier versuchen, so nah wie möglich am offiziellen Kanon zu bleiben.  Genug der Einführung, viel Spaß beim lesen.
Episode I

Mein Blick wandert wiederholt zum grün leuchtenden Display des Chronometers über der Eingangstür unseres ebenfalls in grünen Farbtönen gehaltenen Apartments. 19.14 Standardzeit Zeit. 69,14 Nar Shadda Zeit. Ein Tag auf dem Mond Nar Shadda hat 87 Stunden, aber wir als Corellianer benutzen auch im Exil unsere eigene Zeit. Meine Mutter hat vor über einer Stunde Feierabend gehabt. Normalerweise kommt sie, wenn sie regulär Feierabend macht, zwischen 18.39 und 18.56 nach Hause. Falls was dazwischen kommt, wie ein Meeting mit einem Kunden oder ein Projekt länger dauert, ruft sie uns an. Mein Blick wandert zur Kommunikationseinheit auf der Küchentheke. Das Symbol für einen verpassten Anruf blinkt nicht und die Kontrollleuchte, die eine vollständige Einsatzbereitschaft der Einheit signalisiert, leuchtet in grün.

"Lyla! Du bist dran!", mahnt meine kleine Schwester Eli mich und zupft mich an den Ärmel meiner Bluse. Früher hat sie mich entweder geboxt oder mit ihren kleinen spitzen Fingern gepiesackt, was ich beides als höchst nervig empfand. Inzwischen habe ich ihr das erfolgreich abgewöhnt und lasse als Ausgleich zu, dass mit am Ärmel ziehen darf. Eigentlich heiße ich Lyra, aber meine Schwester konnte Anfangs einfach kein R aussprechen und auch wenn sie inzwischen normal sprechen kann, der Name Lyla ist geblieben.


"Ich weiß", erwidere ich und blicke auf das Memoryspiel, das zwischen uns auf dem mit einem grasgrünen Teppich ausgelegten Boden befindet. Unsere Stapel sind fast gleich groß. Memory ist eines der wenigen Spiele, wo Eloy, wie meine fünf Jahre alte Schwester eigentlich heißt, mich schlagen kann. Ich lege eine der quadratischen Karten um und blicke auf einen Raumfrachter der YT-1300 Reihe, die Konfiguration mit zentralem Cockpit. Das Gegenstück hatten wir schon aufgedeckt gehabt. Aber zu meiner Schande weiß ich es nicht mehr genau wo. Natürlich greife ich daneben und decke das Symbol der untergegangenen Republik auf. Das Spiel ist schon älter und so nicht mehr zu bekommen.

"Fierfek!", fluche ich verhalten auf Huttisch.

"Das sagt eine Lady aber nicht!", mahnt mich Eli im Tonfall unserer Mutter und mit einem triumphierenden Quietschen deckt sie dann zuerst die beiden YT-1300 auf und dann auch noch das zweite Symbol der Republik, dessen Gegenstück sie erst zwei Züge vorher schon aufgedeckt hatte. Damit liegt nun meine sechs Jahre jüngere Schwester knapp in Führung, was ein äußerst breites Grinsen auf ihr Gesicht zaubert. Ich blicke wieder auf die Anzeige der Uhr, nicht einmal zwei Minuten sind vergangen, Mutter ist weder angekommen noch hat sie sich gemeldet. Obwohl noch kein Triggerschritt unseres Evakuierungsprotokoll ausgelöst wurde, stehe ich auf und gehe zur Kommunikationseinheit und führe einen Check durch, ob die Leitungen noch stehen. Eli flitzt den Thekenhocker hoch und kniet sich darauf hin, um besser zu sehen, was ich da mache.

"Mama ist schon viel zu spät", stellt Eli fest, die inzwischen auch die Uhr lesen kann.

"Ich weiß", erwidere ich wieder kurz angebunden und blicke auf den Bildschirm der Einheit, die mir versichert, dass sie Kontakt zum Netz hat. Es ist mir verboten, Mama in diesem Fall anzurufen. Mama steht auf einer Liste, eine Liste von Leuten, die etwas gegen die Machenschaften des Imperiums unternommen haben. Und die Imperialen haben wiederum Leute, die solche Leute suchen, Kopfgeldjäger nennen diese sich. Oder Agenten des Imperialen Sicherheitsbüros, kurz ISB. Ein eingehender Anruf würde unsere Position verraten, wenn Kopfgeldjäger unserer Mutter gefangen genommen hätten. Oder sie getötet. Aber an beide Szenarien will ich nicht denken, auch wenn meine Mutter mich auf diesen Umstand durchaus vorbereitet hat. Schließlich befinden wir uns in einem Krieg und da spielt es keine Rolle, dass ich selbst erst elf Jahre alt bin.

"Haben die bösen Männer Mama Aua gemacht?", fragt Eloy mich mit einem ängstlichen Tonfall. Sie ist zwar noch ein kleines Kind, hat aber doch viel von unserer Situation mitbekommen.

"Ich hoffe nicht", erwidere ich und versuche optimistisch zu lächeln.

"Warum wollen die bösen Männer uns weh tun?", fragt sie mich weiter.

"Das weißt du doch Eli, ich habe es dir schon so oft erzählt."

"Ja, aber ich will die Geschichte noch einmal hören", meint meine kleine Schwester und ich seufze.

"Bitte, Lyla!", bettelt sie nun und schaut mich ganz süß an. Das wirkt bei mir leider viel zu oft, also gebe ich nach. Vielleicht auch, um mich selbst etwas abzulenken.

"Na gut. Aber hör gut zu und merk es dir mal endlich. Auf Coruscant wohnt ein ganz böser Mann, der ist alt, gierig und verdammt hässlich. Und der hat deswegen immer ganz schrecklich miese Laune. Und er will deshalb, dass auch alle anderen schlechte Laune bekommen. Deswegen hat er fiese Gesetze erlassen, die Nichtmenschen, also Drall, Selonianer, Wookiees, Togruta und ganz viele andere Aliens, zu Wesen macht, die nichts wert sein sollen. Manche wurden daraufhin versklavt oder gar getötet. Andere mussten nur andere Abteile in Zügen benutzen. Und so etwas ist ganz gemein und macht man nicht."

"So was ist voll fies! Ich mag den alten bösen Mann ganz und gar nicht!", pflichtet meine Schwester mir enthusiastisch bei und ballt ihre kleinen Hände zu Fäusten.

"Genau. Mama und Papa fanden das auch. Und viele Corellianer waren ihrer Meinung. Vor vier Standardjahren, als du noch ein ganz kleines Baby warst, gab es einen Streik dort, wo unsere Eltern gearbeitet haben. Du weißt noch, wo das war?", frage ich sie, da ich diese Geschichte ihr schon öfters erzählt habe.

"Das war die Corellianische Ingenieursgesellschaft. Die machen ganz schnelle Raumschiffe. Wusch!" Meine Schwester hat sich doch schon einiges gemerkt. Dumm ist sie wahrlich nicht, nur manchmal unglaublich nervig und überaus anstrengend.

"Genau, Mama und Papa haben bei der CIG gearbeitet. Und sie waren Mitglieder des Komitees. Die haben geholfen, den Streik zu organisieren. Und weißt du noch, warum sie das getan haben?"

"Weil wir Corellianer sind! Corellia! Freiheit oder Tod!", ruft meine Schwester aus, steht dabei auf den Hocker auf und reckt ihre rechte Faust nach oben. Das letztere ist der Leitspruch unserer Welt.

"Genau! Weil wir Corellianer sind! Und weil Mama und Papa Freiheit für alle Rassen wollten, wurde der böse alte hässliche Mann sehr wütend auf uns Corellianer und schickte seine Sturmtruppen. Aber Mama und Papa konnten mit uns rechtzeitig abhauen und sind hier her geflohen. Und der böse alte Mann hat nun andere böse Männer geschickt, um uns zu fangen. Aber Mama ist schlau und hat immer eine kleine Blasterpistole dabei. Nämlich eine HL 27 von Coronet Waffenbau. Also kann ihr gar nichts passieren!", verkünde ich mit mehr Optimismus in der Stimme als wie ich verfüge. Aber Eli ist für das erste beruhigt. Ich bin es nicht.

Wer für die Rechte der ganzen galaktischen Bevölkerung einsteht, der muss damit rechnen, von den Imperialen vernichtet zu werden. Ich verstehe mit meinen elf Jahren nicht alles, was ich da Eli in sehr einfacher Form erzähle, aber ich kann mich noch gut an den Streik auf den Werften von Corellia vor vier Jahren erinnern. Damals hatte der Imperator die sogenannten Imperialen Rassengesetze erlassen, welche letztendlich Apartheid und Entrechtung vieler nichtmenschlicher Rassen zur Folge hatte. Auf einem der ersten Demonstrationszüge gegen diese Unrechtsgesetze bin ich mitgelaufen. Nun ja, genau genommen saß ich auf den Schultern meines Vaters und fand es Toll, dass er mich trägt. Ich hatte mit Buntstiften ein Plakat gemalt gehabt, auf der eine Reihe von Aliens mit Menschen Hand in Hand standen. Von einigen konnte man sogar erahnen, um was sich für eine Spezies handeln könnte. Darüber hat dann mein Vater mit großen Buchstaben geschrieben: Gleiche Rechte für alle Spezies! Das Plakat habe ich dann die ganze Zeit hochgehalten und unseren Slogan gerufen.

Corellia ist einer der drei Gründungsplaneten der Republik. Die Welt auf welcher der selbst heute noch eingesetzte Hyperraumantrieb entwickelt und durch die zwei der wichtigsten Hyperraumrouten der Galaxis verlaufen. Wir Corellianer sind ein stolzes Volk mit einer ebenso glorreichen Vergangenheit. Wir sind ein Maßstab, an dem sich die Galaxis messen muss. Und wir stehen für die Freiheit aller Völker ein. Einst war Corellia eine Sklavenkolonie einer alten, inzwischen längst ausgestorbenen Rasse mit dem Namen Rakata, die mein Volk Jahrtausende in Fabriken unter elendigen Bedingungen schuften ließ und wenn sie zu schwach dafür waren, als Brennstoff für ihren Hyperraumantrieb herhalten mussten. Aber dann gelang uns ein Aufstand, welcher die Sklavenhalter für immer in die Flucht schlug. Den Preis für unsere Freiheit bezahlten wir in Blut und seitdem schätzen wir Corellianer unsere Freiheit so sehr, dass wir bereit sind, dafür zu kämpfen. Und wenn es sein muss, dafür auch zu sterben. Unser Leitspruch: Freiheit oder Tod, kommt nicht von ungefähr.

Bei der Corellianischen Ingenieursgesellschaft, dem größten Werftbetreiber im Orbit unserer Heimatwelt, waren meine Eltern angestellt. Corellia ist die zweitgrößte Werftwelt im imperialen Raum und wahrscheinlich auch der ganzen Galaxis. Er böse alte Mann auf Coruscant, genannt der Imperator, konnte es sich also nicht leisten, dass seine zweitwichtigste Quelle für Raumschiffe lahmgelegt wird. Meine Eltern waren weder Rädelsführer, noch Funktionäre, aber sie waren Mitglieder im sogenannten Komitee. Laut Imperialer Lesart waren das alles Aufwiegler und Terroristen, aber meine Eltern hatten eigentlich nur Snacks für die Streikposten organisiert. Als der Streik dann von Sturmtruppen blutig niedergeschlagen wurde, landeten alle Mitglieder des Komitees auf Fahndungslisten, zum töten freigegeben. Als Warnung für jeden, der es wagt, seine Meinung über die verbrecherischen Machenschaften des Imperators und seiner korrupten Spießgesellen kund zu tun.

Meine Eltern und viele ihrer Kameraden konnten mit ihren Familien schließlich mit "requirierten" YT-1300 die Imperiale Blockade durchbrechen und auf Nar Shaddaa im autonomen Huttenraum haben wir unser Exil gefunden. Vater fand, dass es mit Exil nicht genug war und schloss sich wie viele andere seiner geflohenen Kollegen der CBF, der Corellianischen Befreiungsfront, an und ging in den Untergrund, um von dort aus das Imperium zu bekämpfen. Das ist schon so lange her, dass ich kaum noch weiß, wie mein Vater eigentlich ist. Meine Mutter blieb hier auf Nar Shaddaa zurück und arbeitet seitdem für eine kleine Werft, welche Raumschiffe dem luxuriösen Geschmack und den Bedürfnissen der hier herrschenden Hutten anpasst. Meine Mutter ist gut in diesem Beruf und jedes ihrer Schiffe ist ein Unikat. Deswegen können wir uns auch diese kleine schicke Apartment in einem bewachten Block leisten. Immerhin verfügt es über eine hochmoderne Küchenzeile mit Theke, wo wir unsere Mahlzeiten zu uns nehmen. Die Betten sind in klimatisierten Schlafnischen gegenüber der Küchenzeile untergebracht. Dazwischen befindet sich eine bequeme, mit dunkelgrün eingefärbtem Banthaleder bezogene Sitzgruppe, die sich um ein modernes Holovidgerät gruppiert. Dem gegenüber gibt es eine Tür, die zur Hygienezelle führt und eine weitere Tür führt zum großen Wandschrank. Das ganze Apartment besteht eigentlich nur aus diesem einen großen Raum, der die gesamte notwendige Infrastruktur hat. Auf Corellia war mein Kinderzimmer größer gewesen, aber da leben auch dreißig mal weniger Einwohner als hier und ist als Planet auch viel Größer als dieser Mond.

"Kommt Mama nun bald?", fragt Eloy weiter und schaut mich mit ihren großen braunen Kulleraugen an. Dunkle Haare umrahmen ihr Gesicht und geben ihr etwas unglaublich süßes. Und das schlimmste daran ist, Eli weiß das und setzt das oft genug gegen mich ein.

"Ich hoffe es", erwidere ich mit einem sorgenvollen Seufzen und blicke ein weiteres mal auf die Uhr. Eigentlich soll ich erst nach einer halben Stunde checken, ob es vielleicht in der Nähe einen Stromausfall oder einen Unfall gegeben hat. Aber ich bin zu nervös, um jetzt weiter mit meiner kleinen Schwester Memory zu spielen. Also gehe ich zum Holoprojektor, der auf einem runden Tisch steht, der von unserer Sitzecke umgeben ist.

"Will weiter spielen!", quengelt Eli, da sie gerade am gewinnen ist.

"Ich muss was schauen. Kannst du dich ein paar Minuten gedulden?", frage ich sie freundlich, meine Nervosität so gut wie möglich überspielend.

"Na gut!", meint meine kleine Schwester und wirft sich neben mir auf die Couch. Mit verschränkten Ärmchen und einem schmollen im Gesicht, schaut sie zu, wie ich die Nachrichtentafeln im HoloNet aufschlage und nach Ereignissen schaue, die unsere Mutter aufgehalten haben könnten.

"Wie lange dauert das denn noch!", quengelt Eli nach nicht mal einer Minute und zieht eine Schnute.

"Jetzt noch länger", erwidere ich mit einem deutlich genervten Unterton in der Stimme.

"Ach, Menno!" Aber danach hält meine kleine Schwester endlich ihre Klappe und ich kann mich auf das wesentliche konzentrieren.

Die Newsboards vermelden nichts außergewöhnliches in unserem Sektor. Keine Ausfälle des öffentlichen Nahverkehrs oder ein Zusammenbruch der Kommunikation. Ich blicke ein weiteres mal auf die Uhr und stelle fest, dass sich unsere Mutter noch nie so lange verspätet hat, ohne sich vorher zu melden. Ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.





Nakagos wirre Gedanken

Wie immer schreibe ich am Schluss eines Kapitels meine Gedanken und Anmerkungen auf. Die Rassengesetze waren mal kanonisch. Sie zwar recht früh in kraft getreten, aber ich denke mal, dass eine so wichtige Welt mit einer großen Alienminderheit wie Corellia solche Gesetze so lange wie möglich verschleppt. Besonders da ja auch viele Alienspezies zu den Kunden gehören dürften. Mehrere Jahre Verzögerung halte ich für durchaus realistisch. Gegen die Gesetze gab es einige Aufstände und war die Geburtsstunde der ersten Rebellenzellen. Offiziell gab es keinen Streik bei der CIG, fand es aber sinnig, wenn man sich die Corellianer so ansieht. Ihre Freiheitsliebe ist offiziell, auch das sie den heute gebräuchlichen Hyperraumantrieb entwickelt haben. Es kommt nicht von ungefähr, dass zwei der großen Hyperraumrouten den Namen Corellia führen.

Mir ist klar, dass dieses erste Kapitel mit Infodump überfrachtet ist. Aber ich denke, die meisten kennen sich mit diesem recht speziellen Hintergrund von Star Wars eher weniger aus. Corellia kennt man halt als Han Solos Herkunftsplanet. Und das vielleicht der Millenium Falke auf bei der CIG gebaut wurde. Der Rest dürfte schon recht spezielles Wissen sein. Ich hoffe, ich konnte trotzdem etwas Interesse an dieser Geschichte wecken.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 05. Juli 2018, 14:41:45
Episode II

Eine halbe Stunde ist meine Mutter nun über ihrer Zeit. Normalerweise wäre jetzt der Zeitpunkt die Kommunikationseinheit zu überprüfen und anschließend in den Newsboards nach Nachrichten über Zwischenfälle zu schauen. Das habe ich schon getan und in mir wird die Sorge stärker, dass unserer Mutter etwas Schlimmes passiert ist. Für diesen Fall hat Mama ein Evakuierungsprotokoll ausgearbeitet, dessen einzelne Schritte ich auswendig gelernt habe. Ich bin zwar erst elf Jahre alt, aber wenn man einer politisch verfolgten Gruppe angehört, wird man schneller reifer. Mein Mutter hat mich Dinge gelehrt, für die ich eigentlich noch zu jung bin, aber die Umstände haben uns keine andere Wahl gelassen. Auch wenn ich immer noch hoffe, dass meine Mutter aufgrund einer Kette unglücklicher Ereignisse sich nur verspätet, wird in mir die Angst immer größer, dass ein Kopfgeldjäger oder Imperialer Agent des ISB sie aufgespürt und gefangen, oder gar getötet hat. Sie hat zwar eine kleine Blasterpistole immer in ihrer Handtasche dabei, aber ich weiß, dass es bei Waffen auf die Größe ankommt und man kann davon ausgehen, dass die Kopfgeldjäger viel besser bewaffnet sind. Aber vielleicht ist ja auch alles ganz harmlos, auch wenn mir kein logisches Szenario einfallen will, welche die Funkstille meiner Mutter erklärt.

"Was ist mir dir?", fragt mich Eloy, die sicherlich meine Nervosität spürt, die ich kaum zu verbergen mag. Ich fahre mir andauernd durch meine dunklen Haare, die aus mehreren Zöpfchen besteht, die hinten in einen großen führen. Dazu kaue ich noch nervös an meiner Oberlippe. Beides Angewohnheiten, die ich nicht weg bekomme.

"So langsam mache mir doch Sorgen wegen Mama, weil sie zu spät ist", erwidere ich, da ich keinen Sinn darin sehe, dass Problem mit Lügen zu verschieben. Ich hasse es selbst, wenn Erwachsene mich anlügen und sagen, alles wäre gut, wenn die Generatoren unter Volllast aufheulen, weil Laserstrahlen in das Deflektorschild einschlagen.

"Oooh!", meint Eli und meint dann mit fester Stimme: "Aber Mama ist schlau und hat eine Blasterpistole!"

"Da hast du recht!", pflichte ich ihr bei, schließlich habe ich diese Argumente vor wenigen Augenblicken selbst vorgetragen. Ich checke nochmal das HoloNet nach Nachrichten. Aber es gibt keine besonderen Vorkommnisse in unserem Viertel, welche die Funkstille und das Zuspätkommen unserer Mutter erklären könnten. Ein weiteres Mal sucht mein Blick die Anzeige des Chronometers und es wird Zeit für den nächsten Triggerschritt.

"Eli, räume bitte das Memoryspiel weg", befehle ich meiner Schwester.

"Das ist gemein! Ich bin gerade am gewinnen!", protestiert sie und macht mir klar, wie wenig bewusst es ihr ist, wie ernst die Situation ist. Wahrscheinlich ist sie einfach noch zu jung um zu begreifen, was es heißt, wenn Mama nie mehr wieder kommt.

"Du hast gewonnen. Gratulation zu deinem Sieg, kleine Schwester. Wärst du nun so lieb, das Memory aufzuräumen?", frage ich sie so nett und ruhig wie es mir nur möglich ist. Am liebsten würde ich sie anschreien, aber Eli kann nichts dafür, dass unsere Mutter vielleicht in tödlicher Gefahr schwebt oder gar schon tot ist. Ich bin älter als meine Schwester und trage die Verantwortung in Abwesenheit unserer Mutter für sie. Deswegen kann ich nicht tun, was ich gerne möchte, sondern muss mich korrekt verhalten. Meine Mutter hat mir gesagt: Behandle dein Gegenüber immer so, wie du gerne selbst in dieser Situation behandelt werden möchtest. Das ist ein guter Leitfaden, auch wenn es mir manchmal schwer fällt, ihn in allen Punkten zu befolgen. Besonders Eli gegenüber, die mich manchmal so unglaublich nervt, dass ich ihr eine hauen könnte.

"Na gut!", erwidert Eli etwas versöhnt, da ich ihren Sieg anerkannt und gratuliert habe. Ich suche derweil unsere Rucksäcke heraus und beginne zu packen, so wie meine Mama es mir gezeigt hat. Kleidung zum wechseln für drei Tage, ein paar Packungen Kekse für unterwegs und zwei Flaschen mit süßem Wasser. Dazu noch unsere bunten Datapads, die wir zum Lernen benutzen. Und natürlich etwas Malzeug von Eli, damit sie sich beschäftigen kann. In dieser Galaxis gibt es wenig Schlimmeres, als Eli, die sich langweilt.

"Was machst du da?", fragt mich Eli, die nun meinem Treiben zusieht, da sie nun die wieder gefüllte Schachtel des Memoryspiels in ihren Händen hält.

"Ich packe", erwidere ich wahrheitsgemäß.

"Warum?"

"Weil Mama das so will."

"Warum will Mama das?"

"Weil böse Männer uns holen kommen könnten", versuche ich zu erklären.

"Warum?"

"Das habe ich dir doch vorhin erklärt", rufe ich es ihr in die Erinnerung.

"Versteh ich nicht", erwidert Eli und schaut mich mit ihren großen Augen an. Über dem rechten hat sie eine Narbe, die schräg ihre Augenbraue zerteilt. Das tut ihrer Schönheit keinen Abbruch, sondern gibt ihr etwas Verwegenes.

"Dazu bist du wohl noch zu klein", winke ich ab, da mir jetzt der Nerv fehlt, ihr das noch mal so zu erklären, dass sie das vielleicht auch begreift. Nun hole ich den Notgroschen aus dem Versteck und verteile die Credits an mehreren Stellen. Dann packe ich noch Elis Lieblingskuscheltier Puschel, eine Fellkugel mit sechs Beinen und zwei großen Knopfaugen in den Rucksack. Eigentlich ist Puschel ein richtiger Unterhaltungsdroide mit vielen eingebauten Funktionen, wie mit Kindern komplexe Gespräche zu führen, Musik und Holovideos abzuspielen und Spiele zu spielen. Einst hat Puschel mir gehört, ein sehr teures Geschenk meiner Großeltern mütterlicherseits für ihre erste Enkelin. Als dann Eli um die zwei Jahre alt war, gab es dann immer Streit, wer Puschel haben durfte, immerhin hat das liebenswerte Fellknäuel mir gehört. Aber wir konnten uns keinen zweiten leisten und Mama hat mich dann gebeten, meiner jüngeren Schwester meinen Droidenfreund zu überlassen. Schließlich sei ich ja schon ein großes Mädchen und als Kompensation gab es dann einen fernsteuerbahren Delta-7 Aethersprite mit einer exklusiven Padawan Ahsoka Tano Actionfigur als Pilotin. Das war ein wirklich cooles Spielzeug gewesen, da das Modell des Sternenjägers im Maßstab eins zu fünfunddreißig einen voll funktionsfähigen Repulsorliftantrieb hatte. Aber dann hat meine kleine Schwester verbotenerweise damit gespielt und ist darauf gefallen. Dabei hat sie ihn kaputt gemacht, aber der rotweiße Sternenjäger hat sich selbst gerächt, da sich das stabile Seitenruder tief in ihre Augenbraue geschnitten hat. Ein paar Zentimeter tiefer und es wäre buchstäblich ins Auge gegangen. Wir haben extra zum Arzt müssen, weil das nicht mit einem Bactapflaster drauf kleben zu beheben war.

"Gehen wir weg?", fragt Eli weiter.

"Wenn Mama nicht innerhalb von zehn Minuten auftauchen sollte, dann ja", erwidere ich wahrheitsgemäß.

"Memory muss auch mit!", befindet Eli und ich packe es kommentarlos in ihren Rucksack, der damit wirklich randvoll ist, so wie meiner auch. Wenn sie es haben will, muss sie es selbst tragen. Ich habe ihr schon ihre Malsachen eingepackt, da es sonst deswegen garantiert auch Theater gegeben hätte.

"Komm, zieh dir Strümpfe und deine Stiefelchen an", befehle ich ihr und mache es ihr vor. Meine kleine Schwester sieht mich nur an.

"Will lieber mit Spaßfuß gehen". Eli nennt Barfuß immer noch Spaßfuß. Wenn wir auf den internen Spielplatz des Blockes gehen, lasse ich das manchmal zu. Hier drin ist es sauber und man kann sich ziemlich sicher sein, dass nichts Gefährliches auf dem Boden liegt. Außerhalb dieser bewachten Anlage sieht das aber anders aus.

"Nein, Eli, sei bitte vernünftig. Wir gehen nicht zum Spielplatz, sondern gehen ganz weit weg. Also zieh dir bitte Strümpfe und die Stiefel an!", befehle ich mit mehr Autorität in der Stimme.

"Will aber nicht!" Sie schiebt ihre Unterlippe vor und verschränkt ihre Ärmchen vor ihrer Brust. Ihre typische Haltung, wenn sie auf stur stellt.

"Eli, du bist kein Baby mehr, sondern eine junge Lady. Bitte sei so nett und tu, was ich sage." So würde unsere Mutter vorgehen und ich fand das immer einleuchtend. Auch wenn ich zugeben muss, dass dies bei mir auch nicht immer funktioniert hat.

"Du redest wie Mama!", mokiert sich Eloy und tut sonst erst einmal nichts.

"Ich meine es ernst. Wenn Mama nicht da ist, hast du zu tun, was ich dir sage! Hast du das verstanden?", frage ich sie nun mit mehr Nachdruck in der Stimme. Ich gehe auf sie zu, bis ich direkt vor ihr stehe und sie zu mir hoch blicken muss. Ich nehme bewusst eine drohende Körperhaltung ein, um sie einzuschüchtern.

"Hmmm", erwidert sie vage, wahrscheinlich abschätzend, wie weit ich gehen werde.

"Eloy! Sei eine junge wohlerzogene Lady und zieh jetzt sofort deine Strümpfe und Schuhe an, sonst....", sage ich nun mit einem unheildrohenden Unterton und betone besonders das sonst. Ich habe keine Ahnung, was sonst genau bedeutet, hoffe aber, dass Eli das genau so wenig herausfinden möchte wie ich.

"Na gut!", lenkt sie schließlich unwirsch ein, kramt demonstrativ langsam in ihrer Schublade, bis sie schließlich ein Paar Strümpfe herauszieht und dann auch anzieht. Ich bin froh, dass ich bis jetzt vor dem Zeitplan des Evakuierungsplans gelegen bin, so frisst dieser Akt meine ganzen Reserven. Besonders da sie noch die Hygienezelle aufsuchen muss. Aber lieber muss sie jetzt als später. Auch ich erleichtere mich noch.

Mama ist jetzt eine Stunde überfällig und hat sich nicht gemeldet. Das macht mir wirklich große Angst. Mein Magen ist inzwischen ein großer Knoten und ich fühle mich richtig elend. Am liebsten würde weinen, aber das würde Eloy nur verstören. Also reiße ich mich zusammen. Nun ist es Zeit, die Wohnung zu verlassen. Meine Mutter hat mir erklärt, dass die bösen Agenten des noch böseren Imperiums durchaus in der Lage wären, dieses Apartment aufzuspüren und damit uns. Als Kinder werden wir zwar nicht direkt gesucht, aber als Angehörige von Dissidenten fallen wir unter Sippenhaft und würden im besten Fall in einem Umerziehungslager des Imperiums landen. Und da will ich nicht hin. Es könnte auch genau so gut sein, dass sie uns einfach töten oder in die Sklaverei verkaufen.

Nakagos wirre Gedanken

Diese Szene dient hauptsächlich dazu, die beiden Protagonistinnen näher zu beleuchten und ihre Charaktere heraus zu arbeiten. Puschel der Spielzeugdroide ist von mir erfunden. Vom Stand der Technologie wäre ein solches Gerät denkbar. Auch der Modellgleiter ist meine Erfindung und als Hommage an die Merchandisingindustrie zu verstehen, die uns mit einigen nützlichen und vielen total unnützen Gimmicks versorgt.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 08. Juli 2018, 17:54:01
Episode III
Ich schaue auf den kleinen Monitor neben der Tür, welcher ein Bild des Flurs vor unserem kleinen Apartment zeigt. Laut den Bildern ist der in unserem Bereich frei, aber Mama hat mir erzählt, dass es Möglichkeiten gibt, so etwas zu manipulieren. Aber auf der anderen Seite wird sich wohl kaum ein Kopfgeldjäger sich diese Mühe machen, um so einen Hinterhalt für zwei Kinder zu legen. Also vertraue ich dem Bild auf dem Monitor. Der Flur vor unserer Wohnung ist tatsächlich leer, als ich die Tür öffne und vorsichtig in beiden Richtungen spähe. In regelmäßigen Abständen gehen braune Türen aus Durastahl links und rechts in weitere Apartments ab. Die Wände sind gelb gestrichen, der Boden mit weißen Kacheln bedeckt. An der Decke hängen in regelmäßigen Abständen Lichtgloben, die für helles Licht sorgen. Es riecht nach Putzmitteln, weil vor kurzem ein summender Reinigungsdroide hier den Boden gesäubert hat und sich gute fünfzig Schritte vor uns befindet. Ich sehe der Maschine einen Augenblick hinter her und komme zu dem Schluss, dass an ihr nichts Außergewöhnliches ist. An den Enden des Flurs befinden sich jeweils ein Turbolift und ein Treppenhaus, falls mal der Strom ausfallen sollte, was durchaus vorkommen kann. Ich wende mich nach links und nehme Eli an die Hand. Ein letztes Mal schaue ich in das Apartment, dass für die letzten drei Jahre meine Heimat war und schließe die Tür. Werde ich es je wieder sehen?

"Egal was passieren wird, du lässt meine Hand nicht los, verstanden Eli?", schärfe ich meiner kleinen Schwester ein.

"Ich bin doch kein Baby mehr!", protestiert sie verhalten, aber tut dann doch, was ich ihr sage. Mit meiner kleinen Schwester in der Hand gehe ich zum Turbolift, als gerade die Kabine auf unserem Stockwerk hält. Für einen Augenblick erstarre ich, gefangen zwischen der Furcht, dass vor mir gleich ein imperialer Kopfgeldjäger stehen könnte und der Hoffnung, dass unsere Mama aus der Kabine aussteigt. Die Tür geht zischend auf und ein Gran steht vor uns, der seine Einkäufe an uns vorbei schleppt. Erleichtert, wie auch enttäuscht, blicke ich ihm hinter her.

Wir gehen in die Kabine und lassen uns auf die Höhe des Schnellbahnanschlusses fahren. Wir steigen aus der Kabine aus und treten durch eine Sicherheitsschleuse, die von einem alten, aber voll funktionsfähigen Sicherheitsdroiden bewacht wird. Sein Kopf ähnelt einem B1 der Handelsföderation aus den Klonkriegen, sein schwer gepanzerter Unterleib ist aber den der Hutten nachgebildet. Den Blaster in der Hand trägt er nicht nur aus Spaß. Nar Shaddaa ist eine dicht besiedelte Welt und hat eine im Vergleich zu Corellia sehr hohe Kriminalitätsrate. Der Bahnsteig ist mäßig besucht, da es eher Feierabendzeit ist und für die Nachtschwärmer noch zu früh. Wobei hier Tag und Nacht relativ sind. Unabhängig von Tag oder Nacht hat sich auch hier im autonomen Huttenraum die coruscanter Standardzeit durchgesetzt.

Wir müssen nur drei Minuten warten, dann fährt ein schwebender Zug ein. Die Türen öffnen sich zischend und ich hoffe, dass ich Mama sehe. Aber sie steigt nicht aus. Eine Hoffnung weniger. Ich steige ihn einen der Wagons und muss Eli mehr ziehen, als dass sie freiwillig mitgeht. Es ist kein gutes Zeichen, dass sie jetzt schon die ersten Anzeichen von Bockigkeit entwickelt.

"Wo fahren wir hin?", fragt Eli mich.

"Weg von hier", erwidere ich wage, da ich keine Lust habe, ihr diese komplexen Dinge zu erklären, die ich selbst nicht ganz verstehe. Aufmerksam blicke ich mich um. Außer uns ist niemand eingestiegen und die Bahn setzt sich in Bewegung. Fassaden gigantischer Sternenkratzer ragen links und rechts von uns auf. Wir sind hier in einem der besseren Viertel, die sicher und gehoben, aber nicht luxuriös sind. Solide Mittelklasse eben.

"Warum?", fragt Eli stoisch weiter.

"Weil Mama das so will", wiegle ich ab und präge mir die Passagiere ein. Menschen, echsenähnliche Niktos verschiedener Hautfarben, grünhäutige Sakiyans, bleichhäutige Evocii, ein stark modifizierter Gank und ein leibhaftiger Hutte. Es gibt wirklich auch nicht so gut begüterte Hutten, die tatsächlich ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen müssen.

"Wo ist Mama?"

"Wenn ich das wüsste, wären wir nicht hier." Mir ist klar, dass dies keine besonders ergiebigen Antworten sind, aber momentan fehlt mir der Nerv, das meiner kleinen Schwester wirklich erklären zu können. Eli gibt ein unbestimmtes Geräusch von sich und bläst ihre Backen auf, ein Zeichen, dass meine Antwort sie nicht befriedigt. Dann fängt sie auf einmal zu kichern und zieht an dem Ärmel meiner schwarzen Jacke.

"Guck mal der alte Hutte, der sieht aus wie ein Kackahäufchen!", flüstert mit Eli aufgeregt zu und fängt dann an zu kichern. Der alte verschrumpelte Hutte hat mit seiner braunen Hautfarbe und seiner Körperform durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit menschlichem Exkrement. Eigentlich sollte ich das nicht witzig finden, aber ich kann nicht anders, als in Elis albernes Gekicher mit einzufallen.

Die Bahn wird langsamer und wir steigen nun an dieser Station aus. Ich blicke mich um, dutzende Passagiere steigen ebenfalls aus und verschwinden durch die nächste Tür in der Mitte der Haltestelle. Keiner scheint uns auch nur wahrzunehmen, geschweige denn, zu verfolgen. Hier ist ein großes Einkaufszentrum und wir gehen ebenfalls durch die sich automatisch öffnende Eingangstür. Kleine Läden sind links und rechts der Mall dem Gang entlang aufgereiht, die mit grellen Werbungen auf ihre Produkte und Angebote aufmerksam machen wollen. Grell blinkende Schrifttafeln in Aurebesh und Huttisch wechseln sich fröhlich ab. Die Gänge sind hier schon dichter bevölkert, da gerade Schichtwechsel in den größeren Betrieben von Nar Shaddaa gewesen ist. Der Schmugglermond ist sicherlich nicht für seine industrielle Infrastruktur bekannt, aber auch hier gibt es ein produzierendes Gewerbe für Güter des täglichen Bedarfs, Gewürze und High Tech Geräte, die in anderen Teilen der Galaxis mehr oder weniger verboten sind. Wir gehen bis zum Ende der dicht bevölkerten Einkaufsstraße und nehmen einen Turbolift nach unten. Eli schaut auf dem Weg neugierig links und rechts die Schaufenster an oder an den Angehörigen der verschiedensten Rassen hoch. Menschen und Menschenähnliche sind vielleicht die größte ethnische Gruppe, aber es gibt auch Schneckenköpfige Ithorianer, Rodianer mit ihren Saugfingern, ein bepelzter Talz, ein verdrießlich blickender Ishi Tib, ein gamorranisches Ehepaar, dass laut in ihrer quiekenden Sprache um eine Kleinigkeit zankt und viele andere Spezies, deren Name ich nicht kenne. Zum Glück ist nichts darunter, was Eloys Interesse weckt. Wir fahren bis ganz nach unten und laufen einen weiteren Gang direkt wieder zurück zu einer weiteren Station einer anderen Linie von Schwebebahn.

"Da! Spielzeug!", ruft Eli und bevor ich es verhindern kann, reißt sie sich los und rennt auf ein Schaufenster zu, hinter dem Puppen und Spielzeug zu sehen sind. "Ooooh! Schau mal! Die haben eine "Püppi 1000"! Die hat echte Synthaut, kann tausend Wörter auf Basic plappern und richtig pullern!", ruft meine kleine Schwester begeistert und drückt sich ihre Nase am Schaufenster platt.

"Das ist schön, und jetzt weiter!", befehle ich ihr, ohne darauf einzugehen, dass echte Synthaut ein Widerspruch in sich ist.

"Das ist eine Püppi 1000!", meint sie bockig und wehrt meine Hand ab. Ein Werbespot für dieses Spielzeug läuft in letzter Zeit öfters im HoloNet, daher kennt Eli die Funktionen des Spielzeugs. Und auch ein Mädchen, dass wir öfters auf dem Spielplatz treffen, hat so ein Spielzeug und gibt damit auch ziemlich an. Kein Wunder, dass Eli jetzt auch so was will.

"Eloy! Kommst du jetzt bitte mit?", versuche ich es ein weiteres Mal im Guten. Wir haben noch nicht mal ein Prozent der Strecke geschafft und schon bockt Eli. - Das wird ja heiter werden - , denke ich besorgt.

"Glaubst du, Mama kauft mir so eine zum Geburtstag?", fragt sie mich nun, was mir eine neue Strategie ermöglicht.

"Wenn du brav bist und immer auf mich hörst, dann vielleicht", erwidere ich unbestimmt und meine Schwester ist klug genug, den Wink mit dem Elektrozaun zu verstehen.

"Dann gehen wir halt weiter", meint sie schicksalsergeben und ich bin froh, dass ich sie von diesem Ort losgeeist bekomme. Es geht in einen weiteren Zug, der nun quer zur bisherigen Route fährt. Dieses Mal fahren wir zehn Stationen, steigen aus, nehmen einen Turbolift und fahren mehrere tausend Meter in die Tiefe zu einer weiteren Station. Hier ist alles deutlich schäbiger. Auf dem Bahnsteig liegt Unrat und ich sehe Nunas im Schatten huschen. Auch sind Bewohner deutlich schlechter gekleidet. Auch ist kein Sicherheitsdroide weit und breit zu sehen. Die einfahrende Bahn ist voll mit Graffiti und im Innern haben die Sitze keine Polster, sondern sind pflegeleichte und schnell zu ersetzende Konstruktionen aus stabilen Durastahlstangen. Wir ergattern einen Sitzplatz und der Zug fährt an.

"Hier riecht es komisch", merkt Eli an und rümpft die Nase. Momentan macht sie einen neugierigen und leicht aufgeregten Eindruck, als wollte sie alles Neue aufsaugen. Hier war sie noch nie und ich bin diese Route nur einmal mit Mama gefahren. Damals saß ich auf ihren Schoß, an sie gekuschelt und habe mich doch etwas geängstigt, da diese Gegend deutlich finsterer und gefährlicher ist, als da, wo wir wohnen. Und es riecht hier wirklich komisch, Körperausdünstungen von einem in sich zusammen gesunkenen Nikto ein paar Plätze weiter. Ich weiß nicht, was mit ihm ist und will es auch nicht wissen.

"Ich mag das hier nicht!", stellt meine kleine Schwester fest und ich bin mir ihr einer Meinung, ich mag das hier auch nicht. Mama war der Ansicht, dass die fehlende Sicherheitstechnik in diesem Level uns helfen würde, unterzutauchen. Wir machen praktisch eine Schnitzeljagd für die bösen Männer, die uns eventuell verfolgen. Jeder dieser Schritte soll es ihnen schwerer machen, uns aufzuspüren. Ich versuche mit Eli "Ich seh was, was du nicht siehst" zu spielen. Aber vieles von dem hier macht nicht nur ihr Angst und wir sind beide nicht wirklich bei der Sache. Allerdings kann ich mich so laufend umsehen und prüfen, ob wir verfolgt werden. So sehr ich mich auch anstrenge, einen Verfolger kann ich nicht ausmachen.

Ich zähle die Stationen und schließlich steigen wir wieder aus. Mit einem Turbolift fahren wir einige Ebenen höher und kommen an einem Fernbahnhof heraus. Hier ist immer viel los und ich kann mich in einen Strom von Menschen einschleusen, Familien mit Kindern. An einem Automaten löse ich Karten für einen Vakuumzug, der uns über tausend Kilometer in einer Stunde von diesem Ort bringen wird. Hier ist zwar schon wieder mehr Sicherheitstechnik vorhanden, aber die gewonnene Entfernung ist laut Mama das größere Risiko wert. Ich selber kann das nicht einschätzen und vertraue einfach darauf, dass unsere Mutter sich bei diesem Plan etwas gedacht hat.

"Was machst du da?", fragt Eli mich, als ich den Automaten mit Credits füttere, um unsere Passage zu bezahlen. Mama hat mir mehrmals erklärt, wie das geht und wirklich schwer ist es auch nicht.

"Ich bezahle die Gebühr für einen ganz schnellen Fernzug der uns ganz weit weg bringen wird", erkläre ich Eli. Der Automat spuckt zwei Clips aus und zeige Eli, wie sie den ihren an ihre Jacke befestigen muss.

"Was ist das?", fragt sie mich und fummelt etwas unentschlossen an ihrer Fahrkarte herum. Ich erkläre ihr, dass dies zeigt, dass wir bezahlt haben. Der Zug fährt in dem Moment ein und wir stellen uns an, um einen Sitzplatz ergattern zu können. Mitglieder verschiedenster Rassen ergießen sich aus dem Zug, von denen ich nur einen Teil überhaupt benennen kann. Nar Shaddaa ist wirklich eine intergalaktische Welt. Wir haben Glück und es steigen deutlich weniger Wesen ein statt aus. So haben wir auch keine Probleme, zwei nebeneinander liegende Sitze zu ergattern, die sehr bequem aussehen. Wir stellen unsere Rucksäcke darunter, weil ich nicht groß genug bin, die in die Ablage zu bugsieren.

"Müde!", mein Eli, kaum das wir uns auf die bequemen Sessel gesetzt haben. Sie zieht ihre Schuhe und Strümpfe aus, rollt sich zusammen und ist im nächsten Moment eingeschlafen. Das ist mir lieber, als das sie die ganze Zeit quengelt oder mir Fragen stellt, auf die ich keine befriedigende Antwort weiß. Die Bahn setzt sich sanft in Bewegung und beschleunigt dann recht schnell auf über tausend Stundenkilometer.

Ich hole mein Datapad hervor, verbinde es mit dem zwischen den Sitzen befindlichen Dataslot und schaue mir Newsboards an. Keine aktuellen Meldungen über Unglücke, Verbrechen oder Unregelmäßigkeiten in dem Viertel wo wir wohnen und Mama arbeitet. Auf der einen Seite bin ich erleichtert, dass ich keinen Hinweis auf ein Feuergefecht zwischen Kopfgeldjägern und einer Flüchtigen finde. Auf der anderen Seite ist die Ungewissheit genau so schwer zu ertragen. Da Eli jetzt schläft, kann ich es mir leisten, in Tränen auszubrechen. Vorher schlage ich die Kapuze meiner Jacke hoch, damit mich niemand weinen sieht. Ich will keine Aufmerksamkeit auf uns lenken. Schließlich erreichen wir unser Ziel, trockne meine Tränen und wecke Eloy auf, die darauf äußerst knatschig reagiert. Ich muss sie regelrecht antreiben, sich die Strümpfe und Schuhe wieder anzuziehen und ihren ihr inzwischen viel zu schwer vorkommenden Rucksack selbst zu tragen.

"Ich hab jetzt Hunger!", stellt sie ultimativ fest, als wir endlich auf dem Bahnsteig stehen und uns in der Masse zum Ausgang treiben lassen. Auch ich habe Hunger und es kann nichts Schaden, hier Eloy ihren Kopf zu lassen. Es trifft sich gut, dass hier vor dem Bahnhof an prominenter Stelle eine Filiale von "Bantha Burger" gibt.

"Bantha Burger! Bantha Burger!", fordert sie mit großem Nachdruck, als sie das blaue Logo mit dem B erspäht, das in Aurebesh aussieht, wie zwei Brötchen und eine Bulette dazwischen. Ich habe nichts dagegen, da ich auch inzwischen Hunger habe. Alle Niederlassungen dieser Kette sind auf jeder Welt gleich aufgebaut. Wir stellen uns an und ich bestelle bei einem Toydorianer für uns beide je ein Kindermenü aus Bantha Burger, Sternenfritten und einen blauen Banthamilchshake.

"Tu mir einen gefallen und versuche dich ausnahmsweise mal nicht voll zu kleckern", ermahne ich meine Schwester, als sie stolz ihr eigenes Tablett zu einem freien Tisch trägt. Sie murmelt etwas, dass ich nicht verstehen kann, aber ich denke mal, es war nichts Nettes. Aber ich gehe nicht darauf ein und packe meinen Burger aus.

Selig beißt Eloy in ihren Burger und schafft es gekonnt, sich schon nach kurzer Zeit voll zu kleckern, weil das blaue Dressing zwischen den Brötchen herausläuft. Es liegt dann natürlich an mir, sie wieder halbwegs sauber zu bekommen. Nach dem wir fertig gegessen habe, gehe ich mit Eli auf die Toilette für weibliche Humanoide und versuche ihre Bluse im Waschbecken einer Hygienezelle sauber zu bekommen. Da ich eigentlich nur beim Versuch die Flecken wegzubekommen den Dreck verteile, sehe ich mich gezwungen, dass Kleidungsstück zu wechseln. Da Eli ja schon ein großes Mädchen ist, schafft sie es auch alleine, sich umzuziehen.

"Oh oh! Da wird Mama aber schimpfen", unkt Eli düster, als sie die verschmutzte Bluse in Augenschein nimmt.

"Das wird schon. Mama hat dich nämlich ganz besonders lieb", merke ich leicht verbittert an.

"Mama sagt immer, sie hat uns beide gleich ganz doll lieb", widerspricht Eli in einem vehementen Tonfall.

"Das sagen Eltern nur. Aber sie haben immer einen Favoriten und das bist du."

"Das ist gar nicht wahr!", verneint meine kleine Schwester mit einem heftigen Kopfschütteln.

"Du warst gewollt, ich bin ein Unfall", erkläre ich.

"Wie kannst du ein Unfall sein?", fragt Eli mich mit einem ungläubigen Unterton.

"Weil das so war. Unsere Eltern wollten erst später ein Kind haben und haben verhütet. Aber irgendwas ist schief gelaufen und dann kam ich." Da Eli inzwischen aufgeklärt ist und weiß, woher Babys kommen und auch, wie man sie nicht bekommt, stellt diesbezüglich keine Fragen, sondern hinterfragt die Verlässlichkeit meiner Aussage: "Und woher willst du das wissen."

"Es war kurz nach deiner Geburt. Mamas Eltern waren da, also unser beider Opa und Oma. Es war spät, ich war schon im Bett gewesen, hatte dann aber Durst. Also wollte ich runter in die Küche, um was zum trinken zu holen. Da habe ich Oma im Wohnzimmer sagen hören: Schön, dass es diesmal nach Plan geklappt hat und nicht so wie bei Lyra, die alles durcheinander gewirbelt hat. Mama hat dann gesagt: So was passiert manchmal eben. Keine Methode wirkt zu hundert Prozent. Das war dann ein ziemlicher Schock für mich und ich bin leise wieder in mein Bett geschlichen. Da hab ich dann geweint, bis ich eingeschlafen bin", erzähle ich in einem traurigen Tonfall. Spontan umarmt Eloy mich mit ihren kleinen Ärmchen und meint dann tröstend: "Ich hab dich ganz doll lieb, denn du bist die beste große Schwester in der ganzen Galaxis."

Nakagos wirre Gedanken

Die beschriebenen Lebensmittel sind/waren kanonisch, auch wenn sie ihre irdischen Wurzeln nicht verleugnen können. Das B im Aurebesh besteht aus zwei gegeneinander liegenden Klammern und einem Strich in der Mitte. Es gibt Bantha Burger, aber die Franchise dazu habe ich erfunden.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 10. Juli 2018, 15:02:27
Episode IV

Satt und etwas besserer Laune gehen wir wieder dazu über, das Evakuierungsprotokoll umzusetzen. Mama hat da etwas sehr Komplexes und Kompliziertes ausgetüftelt, um Kopfgeldjägern den Tag zu versauen, in dem wir unterschiedliche Verkehrsmittel benutzen, die jeweils einen anderen Betreiber haben. Sich dann jeweils in das eigenständige Überwachungsnetz zu hacken, dauert Zeit und verschafft uns damit einen immer größeren Vorsprung. Jedenfalls in der Theorie. Ich kann das selbst nicht abschätzen und muss mich auf die Raffinesse meiner Mutter verlassen. Was meine Mama aber bei diesem Plan nicht bedacht hat, ist Eloy. Die ist nämlich gar nicht begeistert, gefühlt hundert sinnlose Haken zu schlagen.

"Wann sind wir da?", fragt Eloy mit nun zum zweimillionsten mal innerhalb von einer halben Stunde. Wir befinden uns in einer kleinen Regionalbahn, die sich mit mäßiger Geschwindigkeit auf der mittleren Ebene durch die Rushhour quält. Wir haben das Glück, uns zu zweit auf einen Sitzplatz quetschen zu können.

"Gleich!", erwidere ich wie immer unbestimmt mit einem äußerst genervten Unterton in der Stimme.

"Will nicht mehr!", stellt meine kleine Schwester in einem kategorischen Tonfall fest. Ich weiß, wenn ich sie jetzt weiter über schier unzählige Bahnsteige treibe, wird sie sich eher früher als später weinend zu Boden werfen und so lange schreien, bis ich nachgebe. Auch mir fehlt inzwischen die Motivation, mich an Mutters komplizierten Plan zu halten. In der Theorie war das alles für mich einleuchtend gewesen, aber jetzt in der Praxis erscheint mir das alles zu komplex und aufwendig.

"Ich auch nicht!", gebe ich ihr einfach recht. Ich krame mein Datapad heraus, fahre ein Navigationsprogramm hoch, lokalisiere unsere Position und lasse eine Route errechnen, die ein Gleitertaxi wohl nehmen würde. Auf der Hälfte der Strecke suche ich einen weiteren Taxistand und davon aus suche ich eine Adresse drei Blöcke weiter, die mit einer geraden Straße zur anvisierten Position verbunden ist. Das sollte mutmaßliche Verfolger etwas aufhalten können. So erspare ich uns noch neun mal umsteigen.

"Schau mal Eli." Mit diesen Worten zeige ich meiner Schwester die Karte und erkläre ihr, dass wir so nur noch einmal den Gleiter wechseln müssen und ob sie das schafft.

"Wie lange müssen wir den da laufen?", fragt sie mich, da sie mit dem Maßstab nicht wirklich etwas anfangen kann.

"Etwa fünf Minuten, schaffst du das?"

"Ja! Das kann ich!", meint sie nun bestimmt und damit ist es beschlossen. Ich hoffe nur, dass sie ihre Meinung nicht gleich wieder ändert. Bei der nächsten Station steigen wir aus und stehen vor einem Sternenkratzer, auf dem eine gigantische Werbetafel für den neuen SoroSuub X-34 Landgleiter hängt, welche das Fahrzeug in Bewegung zeigt und es praktisch immer wieder an den unten eingeblendeten technischen Daten vorbei fährt. Ein schicker kleiner Gleiter, mit 250 Spitze zwar etwas lahm, aber da kann man ja noch etwas drehen.

Wir suchen den Taxistand und steigen in einen automatisierten Gleiter in grüner Farbe ein. Sprich es gibt nur eine Passagierkabine und der Gleiter ist praktisch ein Droide. Ich gebe die Adresse an.

"Seid ihr nicht etwas zu jung dafür?", fragt mich die künstliche Stimme.

"Wir sind alt genug!", erwidere ich, den Sinn und Zweck der Frage nicht verstehend. Immerhin bezahle ich die Fahrt ja im Voraus. Ohne weiteren Kommentar heben wir ab und machen es uns in den wirklich bequemen Sesseln gemütlich. Die großen Fenster der Passagierkabine laden zum Betrachten der vorbei ziehenden Häuser ein. Überall blinken und flackern riesige Werbetafeln, die für sonst was werben. Diese Art zu reisen gefällt uns Askana Schwestern und wir machen uns gegenseitig auf Besonderheiten aufmerksam, die wir durch die Panoramafenster aus Duraplex erspähen. Wir fliegen anfangs sehr hoch und seit langer Zeit erblicken wir die Sterne. Normalerweise sehen wir die nur ganz selten, weil die ganzen Reklamen so hell sind und der Blick nach oben zwischen all den Sternenkratzern doch sehr eingeschränkt ist. Auf alle Fälle ist diese Aussicht die ganzen Strapazen wert. Dann fällt mir ein, warum wir überhaupt hier sind und meine Laune sinkt wieder gewaltig. Ich hoffe immer noch, dass dies nur ein falscher Alarm ist und sich am Ende alles als ganz harmlos heraus stellt. Dann war das ein schönes kleines Abenteuer und das schlimmste was passiert ist, dass Eli sich mit Soße vom Banthaburger eingesaut hat.

Der Gleiter verliert schnell an Höhe und wir tauchen tief in die Straßenschluchten von Nar Shaddaa ein. Die meisten Gebäude der Stadt sind mehrere Kilometer hoch. Irgendwo müssen ja die 85 Milliarden Einwohner des Mondes von Nal Hutta ja wohnen, arbeiten, einkaufen und sich vergnügen können. Je tiefer man geht, desto finsterer und ungemütlicher wird es. Die Reichsten wohnen immer auf dem höchsten Level eines Gebäudes. Und unter den Häusern soll es eine buchstäbliche Unterwelt geben. Wir landen schließlich irgendwo auf der Hälfte der sozialen Leiter, um das mal so auszudrücken.

Wir steigen aus und ich stelle fest, dass wir hier in dieser Gegend die einzigen Kinder auf der Gangway sind. Die Reklamen sind hier besonders grell und aufdringlich und viele Frauen mit seltsam knapper Kleidung laufen hier herum.

"Sind das arme Frauen?", fragt Eloy, nachdem sie sich wie ich etwas umgeblickt habe, um ein Gefühl für das Ambiente zu bekommen.

"Ich bin nicht sicher, warum sie so wenig anhaben", antworte ich ebenfalls irritiert. Viele der Frauen stehen nur an Hauswänden angelehnt und zeigen mehr Haut, als für eine Lady schicklich ist. Ihre Schuhe haben dafür wirklich unbequem aussehende Absätze und wirken teuer. Eloy greift ganz automatisch nach meiner Hand, als wir uns in Bewegung setzen. Auf einem Balkon über einem Eingang zu einem "Lusttempel" tanzt eine äußerst knapp bekleidete Twi´lek an einer Stange und führt ein äußerst akrobatisches Programm auf. Manchmal macht sie komische Bewegungen an der Stange, wie ein schnelles auf und ab bewegen der Hand oder scheint diese wie Eis abzulecken. Ich habe keine Ahnung, was das soll.

"Ist Ihnen nicht kalt?", fragt Eli einfach eine der Frauen, die zuerst amüsiert lacht und dann fragt: "Habt ihr Kleinen euch verlaufen?"

"Nein, wir sind auf dem richtigen Weg", erwidere ich immer noch irritiert von dem ganzen hier und ziehe Eli einfach mit. Da das ganze ihr auch unheimlich zu sein scheint, brauche ich nicht einmal wirklich an ihr zu zerren. In mir kommt der Verdacht auf, dass es sich bei diesen Frauen eventuell um Prostituierte handeln könnte.

"Pros was?", fragt Eli, nachdem ich ihr meinen Verdacht mitgeteilt habe.

"Prostituierte", wiederhole ich das Wort. Eli versucht mehrmals das Wort auszusprechen und scheitert schließlich kläglich.

"Und was soll das nun genau sein, dieses Pros Dings Bums?"

"So wie ich das verstanden habe, verkaufen Prostituierte ihren Körper an Männer", versuche ich zu erklären, was ich selbst nicht verstehe.

"Wie soll das gehen?", fragt Eli irritiert, da sie mit meiner Erklärung nichts anfangen kann.

"Ich denke, Prostituierte machen mit Männern das, was Eltern machen, um ein Baby zu bekommen."

"Und wo sind dann die ganzen Babys?", fragt Eli sich umblickend.

"Ich schätze, die verhüten."

"Ist das dann nicht total sinnlos?", fragt Eli mich kopfschüttelnd.

"Ich glaube, dass ganze macht Männern einfach Spaß und deswegen geben sie den Prostituierten Credits. Genau verstehen tu ich das auch nicht."

"Das ist ja so eklig!", meint meine kleine Schwester und schüttelt sich.

Ich bin froh, dass wir den nächsten Taxistand ohne weitere Zwischenfälle erreichen. Ich gebe als Ankunftsort eine Straße an, die ein Block von dem Hotel entfernt ist, wo ich mit meiner Schwester einchecken soll. Nun geht es wieder höher in die besseren Gegenden von Nar Shaddaa. Wir fliegen etwa zehn Minuten, dann sind wir da. Hier ist es ähnlich bunt, aber Familien prägen das Straßenbild. In der Nähe ist ein Vergnügungspark und deswegen sind Kinder und Familien ein normaler Anblick.

Wir checken in einem Hotel ein, für das ich ein Hotelgutschein für drei Tage habe. Die Heimatadresse wie auch der Name sind natürlich falsch, wird aber ohne weitere Überprüfung akzeptiert. Genau aus dem Grund hat meine Mutter auch diese Örtlichkeit ausgesucht.

"Jetzt sind wir da!", meine ich zu Eli, die durch die ganzen bunten neuen Eindrücke ganz vergessen hat, danach zu fragen.

"Juhu!", meint sie jubelnd und fragt dann: "Wo ist Mama?"

"Die kommt nach", meine ich mit mehr Überzeugung in der Stimme, als wie ich in Wirklichkeit empfinde und bugsiere sie in einen Turbolift, der uns auf Ebene 143 bringt. Wir haben Zimmer 143-28. Ein Familienzimmer mit vier Schlafnischen für Kinder und eine große für Erwachsene. Es gibt eine Holonetkonsole an der Wand, einen Tisch in der Mitte des Raumes mit bequem aussehenden Stühlen drum herum, eine kleine Hygienezelle und einen Wandschrank. Alles wirkt sauber und in gutem Zustand. Eli schaut sich aufgeregt alles ganz genau an. Wie ich auch, nur nicht so aufgedreht. Wir sind am Ziel und wenn Mama innerhalb von drei Tagen sich nicht meldet oder auftaucht, muss ich davon ausgehen, dass sie entweder gefangen oder tot ist. Ein Gedanke, der so entsetzlich ist, dass ich daran gar nicht denken will.

Nakagos wirre Gedanken

Nun haben unsere kleinen Heldinnen ihre Reise durch die "Abgründe" Nar Shaddaas heil überstanden.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 12. Juli 2018, 17:04:02
Episode V

Es ist am zweiten Tag, wo ich Gewissheit erlange. Eli liegt auf dem Boden nur mit einem Schlafanzug bekleidet und malt. Ich sitze auf einem Stuhl und lese mit meinem Datapad News-Seiten. Am ersten Tag hatte ich noch Hoffnung, dass unsere Mutter zu uns stoßen würde. Das sie vielleicht ihre Verfolger abschütteln konnte. In der Nacht konnte ich vor Sorge kaum schlafen und bin dann irgendwann eingedöst.

Es ist nur eine Randnotiz, schon seit vorgestern im Netz, aber ich habe sie bisher nicht auf dem Schirm gehabt, weil sie vom Morgen des Tages stammt, wo Mama verschwunden ist. Mein Suchparameter war immer auf den frühen Abend eingestellt. "Schießerei mit Droiden" steht über der Notiz. Als Ort wird nur rudimentär "Veredlungsbetrieb" genannt. Offenbar hat dort ein Droide der IG-86 Baureihe mit einer Kopfgeldjägerlizenz unvermittelt das Feuer auf eine weibliche menschliche Angestellte kurz nach Arbeitsbeginn eröffnet. Im Laufe des Feuergefecht wurde der Droide zerstört, aber auch die Frau war nur kurze Zeit später ihren Verletzungen erlegen. Da der Speicher des Droiden vernichtet wurde, können die näheren Umstände nicht geklärt werden.

Auch wenn keine Namen genannt werden, weiß ich instinktiv, dass meiner Mutter tot ist. Da, wo meine Mutter gearbeitet hat, wusste niemand, dass sie noch Kinder hat, um uns zu schützen, falls sie dort gefangen genommen wird. Deswegen hat uns auch niemand über ihren Tod informieren können. Die Welt um mich herum verliert zu erst jedwede Farbe, dann wird das Weiß immer weniger, bis nur noch Schwärze da ist. Ich höre nur noch ein rauschen. Alles war ich in einer Endlosschleife denken kann: Unsere Mutter ist tot! Wieder und wieder habe ich nur diesen Gedanken. Dann spüre ich, wie ich an der Schulter geschüttelt werde.

"Lyla! Lyla! Lyla!", brüllt meine Schwester in mein Ohr. Sie wirkt verzweifelt und ich sehe, dass sie weint. Meine Welt bekommt wieder Farbe.

"Lyla, was ist mit dir?", fragte sie schluchzend. Ich habe keine Ahnung, wie lange ich weg war, aber offensichtlich lang genug, damit Eli sich panische Sorgen macht. Dann kommen mir die Tränen. Ich kann nichts anderes als weinen. Immer wenn ich was sagen will, muss ich noch mehr weinen. Eli drängt sich auf meinen Schoß und umklammert mich in einer tröstenden Geste. Dann fängt auch sie an, hemmungslos zu weinen. Ich begreife nicht, wie Eli es verstehen kann, aber offensichtlich hat sie begriffen, was ich ihr nicht sagen kann. Unsere Mutter ist tot! Niemals wird sie uns küssen, uns schimpfen, uns umarmen, uns knuddeln, uns ermahnen, uns eine Überraschung bereiten, unsere Sorgen und Nöte anhören, uns anleiten, uns eine Gute Nacht Lied vorsingen, uns Essen machen, gesund pflegen und unsere Wäsche waschen. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir uns aneinander klammern. Aber irgendwann sind meine Tränen versiegt und ich fühle eine so schreckliche Leere in mir, dass ich nur noch schreien möchte. Ich wünschte, Papa wäre da und würde mich trösten. Aber mein Papa ist irgendwo in dieser Galaxis im Krieg. Wie ich den Imperator dafür hasse!

"Mama ist tot!", spreche ich es nun mit einer Stimme aus, die nicht die meine ist.

"Wie?", fragt Eli mich, ohne die Tatsache an sich in Frage zu stellen.

"Ein IG-86 Kopfgeldjägerdroide hat sie wohl auf der Arbeit erkannt und getötet", erkläre ich das Unbegreifliche, zuerst stockend, dann immer fließender. Es ist nicht bestätigt, dass es Mama ist, aber aus irgendeinem Grund weiß ich es einfach. Es ist eine Tatsache und es leugnen zu wollen, was ich in meinem Innersten mit absoluter Gewissheit weiß, wird sie nicht mehr lebendig machen.

"Hat das Mama weh getan?", fragt Eli mit bebender Stimme weiter. Sie spricht dabei so leise, dass ich meine kleine Schwester kaum verstehen kann.

"Sie hat ihren Angreifer getötet und ist dann gestorben. Mehr weiß ich auch nicht", erzähle ich wahrheitsgemäß. Ich weiß nicht, ob sie gelitten hat. Ich hoffe es nicht, aber ich denke, da sie den Angriff zuerst so lange überlebt hat, um ihren Angreifer zu töten, war sie sicherlich noch eine Zeitlang bei Bewusstsein. Wahrscheinlich hat es sehr weh getan.

"Und wo ist Mama jetzt?"

"Sie ist nun eins mit der Macht, einem Kraftfeld, dass uns alle umgibt", versuche ich zu erklären, was ich selbst nicht so ganz begreifen kann.

"Kann sie uns sehen?" Eli blickt sich dabei nun selber um, als könnte sie so unsere Mutter wiedersehen.

"Das weiß ich leider auch nicht", erwidere ich ehrlich und versuche vergeblich in der Tatsache Trost zu finden, dass Leben nun mal endet und wir alle eines Tages in die Macht eingehen werden. Es wäre besser gewesen, wenn dieser Umstand unserer Mutter noch lange erspart geblieben wäre.

"Oooooh!", meint Eli und blickt ins Leere. Auch sie muss das jetzt erst mal verarbeiten. In einer tröstenden Geste ziehe ich sie an meine Brust und wir sitzen aneinander gekuschelt nur da. Ich mache streichelnde Bewegungen über ihre Schulter und kann hören, wie sie wieder weint. Auch in mir ist nur noch ein Ozean aus Traurigkeit. Es tut so unglaublich weh, als ob ein Teil von mir aus meinem Leib heraus gerissen wäre. Unsere Mutter hat uns auf diesen Tag vorbereitet, und das nächste Protokoll tritt nun in Kraft. Wir müssen nun einen Kontaktmann der Corellianischen Befreiungsfront aufsuchen, der unseren Vater informieren wird. Ich habe die Adresse und Daten auswendig gelernt. Und ich kenne den Weg dorthin. Normalerweise wäre jetzt Zeit für ein Mittagessen, aber ich weiß, dass ich keinen Bissen herunter bekommen würde. Also bestelle ich auch nichts über den Zimmerservice.

Ich denke über die Umstände des Todes meiner Mutter nach und versuche zu ergründen, welche Folgen das für uns hat. Offensichtlich hat dieser Kopfgeldjäger meine Mutter bei der Arbeit gesehen und hatte in seinem Speicher wohl einen Steckbrief von ihr gespeichert. Nach etwas Überlegen komme ich zu dem Schluss, dass es wohl reiner Zufall gewesen ist, dass der IG-86 meine Mutter gefunden hat. Möglicherweise wollte er sein Raumschiff anpassen oder verbessern lassen. Nicht nur Hutten waren Kunden des Betriebes, wo Mutter gearbeitet hat. Deswegen ist wohl auch niemand hinter uns her. Das heißt, wir sind  hier erst mal sicher und ich muss gestehen, ich fühle mich nicht in der Lage, schon heute den Kontaktmann aufzusuchen. Wir haben das Zimmer noch für diese Nacht und morgen Mittag, bevor wir hier raus müssen.

Zusammen kuscheln wir uns schließlich in eine der Schlafnischen und halten uns nur fest. So spenden wir uns gegenseitig etwas Geborgenheit. Was wird nun aus uns werden? Das wird Papa entscheiden müssen. Auf alle Fälle wird es sehr anders werden und ich habe keine Ahnung, was uns erwartet. Das macht mir durchaus Angst. Schließlich schlafe ich ein.

Ich falle in einen unendlich tiefen Schacht aus reinem Licht. Unzählige Fäden sind um mich herum. Von einem werde ich angezogen, berühre ihn und bin einen Augenblick in einem Raum. Ein kleines Büro, grüner Teppich, ein großer Schreibtisch und mehrere Terminals mit großem Bildschirm. Meine Mutter arbeitet an einem, zeichnet einen Entwurf. Ein Anruf, ein Kunde will sein Raumschiff umbauen lassen. Meine Mutter sagt, sie könnte den Kunden noch in ihren Terminkalender rein quetschen. Ein Moment später öffnet sich die Tür. Ich sehe einen langbeinigen Droiden mit einem Zylinderförmigen Körper und lang gezogenen Kopf mit vielen Augenlinsen. Das IG-86 Grundmodell ist noch gut zu erkennen. Diese Droiden sind berüchtigt für ihre Eigenständigkeit. Einst waren das Sicherheitsdroiden, die aber aufgrund ihrer hohen autonomen Programmierung sich oft selbstständig gemacht haben und die über ein großes Aggressionspotential verfügen. Meine Mutter wusste nicht, dass ein Droide ihr Kunde ist. Beide sehen sich kurz an, die fest montierten Waffen an seinen Armen fahren hoch und meine Mutter schießt ihrer kleinen kompakten Blaster ab, den sie unter den Tisch hält. Ich will schreien, meiner Mutter irgendwie beistehen, aber ich bin dazu verdammt, hilflos dem Geschehen zuzusehen.

Der kompakte HL 27 hat eine große Durchschlagskraft und sie trifft den Torso des IG 86 mittig. Der Droide taumelt getroffen zurück, sein Blasterarm feuert und trifft meine Mutter in die Brust. Sie lebt noch, schießt weitere male auf den Droiden und ich kann sehen, dass sie konzentriert auf verschiedene mehrmals Stellen feuert. Ich weiß nicht, wo bei diesem Droiden die Speicher sitzen, aber offensichtlich hat meine Mutter ganze Arbeit geleistet. Dann sackt Mama in sich zusammen, ihr HL 27 von Coronet Waffensystems fällt aus ihrer Hand zu Boden. Sie zuckt, Blut beginnt nun aus ihrem Mund zu quellen. Ihr Todeskampf dauert mehrere Minuten. Es kommen Kollegen hinzu, einer hat ein Medkit und versucht Erste Hilfe zu leisten. Aber vergebens, der Blastertreffer war letztendlich tödlich.

"Lyla! Hab einen bösen Traum!", weckt Eli mich, in dem sie mich an der Schulter schüttelt. Für einen Moment weiß ich nicht, wo ich bin. Dann fällt mir alles wieder ein. Ich hatte gerade einen Traum über den Tod meiner Mutter. Für einen kurzen Moment habe ich das Gefühl, dass meine Lungen mit einer Flüssigkeit gefüllt sind und ich atme keuchend ein und aus. Panik kommt in mir hoch, aber ich kann dann ganz normal wieder atmen. Wieder kommen die Tränen und Eli legt tröstend ihre Ärmchen um mich. Mein Atem wie auch mein Herzschlag beruhigt sich. War das nur ein Traum, den mein Unterbewusstsein fabriziert hat oder eine richtige Vision? Corellia ist ein Planet, auf dem die Macht stark ist und deswegen sind auch die Corellianer ein Volk, das von Grund auf machtsensitiver ist, als Menschen auf anderen Welten. Aus dem Grund kamen auch einst die Rakata nach Corellia, weil diese durch ihre Art von Hyperantrieb nur Welten ansteuern konnten, wo die Macht stark war. Deswegen brachten sie auch ihren Sklaven dort hin und züchteten sie regelrecht auf Machtfähigkeiten, da ihr Hyperraumantrieb mit der Lebenskraft machtsensitiver Wesen angetrieben wurde. Viele Jedi kamen von Corellia. Und es heißt auch, deswegen seinen Corellianer so gute Piloten, weil sie instinktiv mit der Macht vertraut sind, dass sie die Fähigkeit der Antizipation haben. Es könnte natürlich auch nur ein Alptraum gewesen sein, genährt aus den spärlichen Fakten der Newsnotiz. Ich weiß es nicht, aber es fühlte sich alles so echt an, als hätte ich daneben gestanden.

"Was ist mit dir?", fragt mich Eli, nachdem ich mich wieder gefangen hatte.

"Ich hatte einen sehr grusligen Traum darüber, wie Mama gestorben ist", erzähle ich und hoffe, dass dies nur ein wirklich böser Traum war und meine Mutter nicht so qualvoll hat leiden müssen. In Holovid fallen die Getroffenen immer dramatisch um und sind einfach tot.

"So einen bösen Traum hatte ich auch!", meint meine kleine Schwester, die wohl ähnlich traumatisiert sein dürfte als ich.

Mein Magen grummelt und ich fühle trotz allem auch ein gewisses Hungergefühl. Ich lasse Eli frei wählen, was sie essen will und ich stelle mir auch ein Menü zusammen, was wenige Minuten später ein Servicedroide vorbei bringt. Mama würde nicht wollen, dass wir wegen ihr hungern und essen schweigend, der Toten gedenkend. Ich versuche mir ins Gedächtnis zu rufen, wie Mama sich verabschiedet hat. Kurzatmig, in Eile um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen, mir einen Kuss auf die Wange gebend, für den ich mich schon eigentlich zu alt gefühlt habe. Wie sie mir die letzten Instruktionen für den Tagesablauf gibt und welche Lektionen ich zu lernen habe.

Ich weiß nicht, wie unser zukünftiges Leben aussehen wird, aber eines ist sicher, ich werde nun für meine kleine Schwester voll verantwortlich sein. Bis jetzt hatte ich diese Aufgabe immer nur für die Zeit, wo unsere Mutter arbeiten war. Wir hatten immer einen Zeitplan, wie wir unseren Tag zu gestalten hatten. Die zu lernenden Lektionen, die Zeit für freies spielen. Wann wir zum Spielplatz gehen sollten und welche kleinen Aufgaben wir im Haushalt zu erledigen haben. Ich merke, dass Eli mich schon seit einiger Zeit ansieht und schaue sie stirnrunzelnd an.

"Hab dich lieb, große Schwester!", meint sie und isst dann weiter. Ich lächle traurig und schaue auf die Reste des Essens. Ich bin satt und kriege keinen Bissen mehr herunter.

"Ich habe dich auch lieb, kleine Schwester", erwidere ich und Eli meint dann: "Ich weiß!"

Nakagos wirre Gedanken

Das ist sicherlich ein äußerst trauriges Kapitel.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 15. Juli 2018, 18:27:08
Episode VI

Nachdem wir mit dem Abendessen fertig sind, schiebe ich den Rolltisch wieder nach draußen und schließe die Tür. Früh gehen wir zu Bett, in das Große, und kuscheln uns gemeinsam aneinander. Körperliche Nähe spendet Trost und lässt uns die Trauer besser bewältigen. Ich fühle immer noch eine große innere Leere, aber ich habe immer noch meine Schwester und meinen Vater.

"Was ist nun?", fragt Eli mich.

"Was meinst du?", hake ich etwas irritiert nach, da ihre Frage sehr unspezifisch ist.

"Was wird nun aus uns werden?", präzisiert meine kleine Schwester.

"Morgen gehen wir zu einem Mann, über den können wir Kontakt zu Papa herstellen. Sobald Papa Bescheid weiß, wird er kommen und uns holen."

"Und wann wird das sein?"

"Ich habe keine Ahnung", erwidere ich wahrheitsgemäß. Die ganze Situation überfordert mich und am liebsten hätte wieder angefangen zu weinen. Eli legt tröstend ihre kleine Hand auf meine Wange und streichelt mich zärtlich, da sie wohl spürt, wie elendig ich mich fühle. Dabei sollte ich es sein, die sie tröstet, statt umgekehrt. Ich fühle mich meiner Schwester so nah wie nie zuvor. Ich umarme Eli und würde sie am liebsten nie wieder loslassen. Meine kleine Schwester erwidert die Umarmung.

"Und wer wird uns so lange beschützen, bis wir bei Papa sind?", fragt sie weiter.

"Ich", erwidere ich mit mehr Selbstbewusstsein, als ich wirklich habe.

"Kannst du das überhaupt, wenn die bösen Männer kommen?" Der Zweifel in der Stimme meiner kleinen Schwester ist nicht zu überhören.

"Ich werde es mit all meiner Macht versuchen."

"Versprichst du mir das?", fragt sie nun und sieht mich an.

"Ich werde dich beschützen, egal was ich dafür tun muss. Kleinfingerschwur darauf!", erwidere ich ernst und meine es auch so. Ich spreize den kleinen Finger meiner rechten Hand ab und Eli macht das gleiche. Wir haken unsere kleinen Finger ein und ich schwöre feierlich: "Egal was passieren wird, ich werde dich beschützen oder bei dem Versuch sterben."

"Und wenn ich sterbe?", fragt sie mich weiter.

"Dann werde ich dich blutig rächen!" Das habe ich aus einem Holovid Actionfilm, den ich gar nicht hätte schauen dürfen und hat sich da besser angehört als jetzt. Aber statt zu lachen oder mich gar zu boxen meint Eli nur: "Dann ist ja gut!"

Wir schweigen und langsam werden wir müde. Bald höre ich die gleichmäßigen Atemzüge meiner kleinen Schwester, während meine Gedanken anfangen zu wandern. Ich trauere um meine Mutter und bedauere es sehr, dass sie nicht so bestattet werden kann, wie es auf Corellia Brauch ist. Wir verbrennen unsere Toten und aus dem Kohlenstoff ihrer Asche wird ein blauer Diamant gepresst, welcher dann meist als Schmuckstück getragen wird. Langsam falle ich auch in den Schlaf, auch wenn Träume mich quälen. Mehrmals wache ich in der Nacht auf, weil Eli im Schlaf um sich schlägt.

Ich wache in der Früh als erste auf, erinnere mich, was passiert ist und schlage die Hand vor meinem Mund, um nicht los zu schreien. In den Holovidfilmen heißt es immer: "Das Leben geht weiter!" Trotzdem fühlt es sich eher an, als ob nichts mehr weiter gehen würde. Ich wünschte, ich könnte mit Papa reden, aber der ist sonst wo. Vielleicht auf Corellia, vielleicht auf einer geheimen Basis, vielleicht auf einem Raumschiff. Ich habe keine Ahnung. Inzwischen ist Papa fast schon ein Fremder für mich geworden, da ich ihn nur noch in seinen kurzen Botschaften sehe.

Ich stehe auf, fühle den Teppichboden unter meinen nackten Fußsohlen. Nach einigen Lockerungsübungen gehe ich in die Teräs Käsi Grundposition. Bewusst atme ich tief ein und aus. Konzentriere mich auf meine Atmung, meinen Herzschlag, auf mein innerstes selbst.

"Alles ist ein Kreis", höre ich die Stimme meiner Mutter in meinen Gedanken. Seit sechs Jahren lehrt sie mich Teräs Käsi. In ihrer Jugend hat sie für ihren Club beim großen Turnier in Coronet teilgenommen und ist damals erst im Achtelfinale ausgeschieden. Dunkel kann ich mich noch an ihre Sammlung von Medaillen, Kränzen und Pokalen in unserem Haus auf Corellia erinnern. Wo mein Zimmer so groß wie unsere Wohnung hier in Nar Shaddaa gewesen ist. Eine Zeitlang hatte es in unserem Wohnblock auf der Kommerzebene ein kleines Dojo gegeben, in dem ich etwas trainieren konnte. Aber das hat vor einem halben Standardjahr zu gemacht und die anderen Dojos in der Nähe gefallen meiner Mutter nicht. Entweder zu weit weg oder haben eine Klientel, der man ansieht, dass sie keiner legalen Arbeit nachgehen.

Ich fokussiere mich, finde meine Mitte und beginne die Kata des Kreises. Durch die räumliche Enge unserer Wohnung ist das die einzige Kata, die ich dort perfektionieren konnte. Sie braucht wenig Raum, zwei auf zwei Meter freier Platz reichen für mich vollkommen aus. Wie schon der Name sagt, beinhaltet diese Lektion viele Drehbewegungen und Tritte aus der Drehung heraus. Große Hebelwirkung und dadurch viel Wucht. Der erste Durchlauf der Kata ist sehr langsam und ohne Kraft. Mit jedem weiteren Mal werde ich etwas schneller und lege mehr Kraft in die Tritte und Schläge. Nun würde Mama sagen, es würde reichen und sollte es für heute nicht übertreiben. Aber da ist niemand mehr, der mich anleitet und zum ersten mal bemerke ich die Wut in mir. Die Wut, auf den Attentäterdroiden, der mir meine Mutter genommen hat. Wut auf das Imperium, dass meine Familie vertrieben hat, nur weil wir gegen die Anti Nichtmenschen Gesetze protestiert haben. Diese Gesetze sind ein großes Unrecht und ein Affront gegen all das, für was Corellia steht. Und natürlich Wut auf den Imperator. Erst als Eli sich regt, höre ich auf, da bin ich schweißgebadet.

Als nächstes dusche ich mit Eli und sorge dafür, dass sie sich auch ordentlich überall wäscht und mache ihr dann die Haare. Anschließend hilft sie mir beim Flechten meiner Zöpfe. Das geht natürlich nicht so schnell wie bei Mama, aber meine kleine Schwester stellt sich dabei nicht ungeschickt an. Wir reden dabei nicht viel und hängen unseren Gedanken nach. Krampfhaft versuche ich mich auf die vor mir liegende Aufgabe zu konzentrieren und mir alles in Erinnerung zu rufen, was mir meine Mutter über diesen Teil des Plans erzählt hat. Besonders vorsichtig müssen wir nicht sein, da wir keine Verfolger haben. Also kann ich einen sehr direkten Weg nehmen. Ein Gleitertaxi würde sich zwar anbieten, aber ich denke, ich sollte aufpassen, dass ich nicht zu viel für Dinge ausgebe, die wir auch billiger haben können.

Ich lasse ein reichhaltiges Frühstück kommen, an dem wir uns satt essen. Das ist im Preis inbegriffen, also sollten wir das auch in Anspruch nehmen. Dann sorge ich so gut wie möglich dafür, dass Eli noch die Toilette aufsucht und dann können wir auschecken. Wieder beginnt eine kleine Odyssee durch Nar Shaddaa, die Welt, die niemals schläft. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nähern wir uns direkt der Kontaktadresse, die ich aufzusuchen habe. Da wir keine Haken mehr schlagen müssen, brauchen wir nur zweimal umzusteigen. Eli reicht mir immer ohne Aufforderung die Hand und quengelt nicht. Vielleicht spürt sie, dass es mir nicht gut geht und ich bin dankbar dafür, dass sie es mir nicht schwerer macht, als es schon für mich ist. Ich vermisse meine Mutter so sehr, dass es schon beinahe körperlich weh tut. Eli ist momentan sehr tapfer, aber ich denke, in ihr sieht es genau so aus wie in mir.

Die Zieladresse liegt in einem sehr herunter gekommenen Viertel. Die Passanten wirken ärmlich, verbraucht und allein gelassen. Ich sehe viele Gewürzabhängige und Eli hält meine Hand so fest, dass es weh tut. Das hier ist kein schöner Ort. Der Permabeton der Wände ist porös, verdreckt oder voller bunter Graffiti. An einer Hauswand hängen die Überreste einer großen Reklametafel, die jemand wohl mit einer Zielscheibe verwechselt hat. Die Beleuchtung ist spärlich und flackernd. Es gibt viele offene Feuer in Tonnen aus nicht brennbarem Material. Ich bin wirklich froh, als wir endlich durch eine Eingangstür in das Innere des Gebäude huschen können, wo unser Kontaktmann lebt. Wir stolpern beinahe über einen Ithorianer, der quer im Flur liegt. Er schnarcht laut und dem Geruch seines Körpers nach zu urteilen ist der vollkommen betrunken. Jedenfalls stinkt er furchtbar nach Alkohol. Wir springen über ihn drüber und machen, dass wir weiter kommen. Auch hier sind viele Leuchtgloben beschädigt, auf dem Boden liegen Flimsi von Verpackungen auch eine Lache mit Erbrochenem.

"Ich mag das hier nicht!", meldet sich Eli zu Wort, während ich versuche herauszufinden, in welchem Level wir uns überhaupt befinden.

"Da sind wir schon zwei", meine ich ebenso von den hier herrschenden Umständen angewidert und stelle fest, dass wir nach oben müssen. Und ich finde heraus, dass der Lift im Gebäude nicht geht. Zwanzig Stockwerke müssen zu Fuß überwunden werden. Das gefällt keiner von uns, aber wir haben keine Alternative. Im Treppenhaus stinkt es noch schlimmer. Ein verendetes Nuna liegt halb angefressen in einer Ecke und eine Wolke Insekten steigt auf, als wir sie passieren. Schnell laufen wir weiter.

"Igitigitigit!", kommentiert Eli sich die Nase mit der freien Hand zukneifend und ich gebe ihr recht. An einer Wand sehe mehrere verbrannte Löcher und ich habe genug Actionfilme im Holovid gesehen, um zu wissen, dass es hier eine Schießerei gegeben hat. Eine rote Lache mit einer eingetrockneten Flüssigkeit sieht stark nach Blut aus. - Ob der Ort, wo meine Mutter getötet wurde, nun auch so aussieht? - überlege ich etwas bange. Wir passieren weitere Einschusslöcher und zwei lachen aus Blut. Sehr viel Blut. Hier sind mindestens drei Wesen entweder sehr schwer verwundet oder gestorben. Bis jetzt habe ich selten reale Kampfspuren gesehen und ich merke, wie sehr dieser Ort mir Angst macht. Ich wünschte, ich müsste nicht hier sein.

Schließlich erreichen wir den richtigen Flur, mit Wänden aus unverputztem Permabeton, offen liegenden Kabeln und einem Boden, der komplett mit Müll bedeckt ist. Viel besser sieht es hier auch nicht aus und ich fühle mich immer unwohler. Ich habe ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache.

Nakagos wirre Gedanken

Nun geht es weiter in die Abgründe Nar Shaddaas. Das Beerdigungsritual mit dem Einäschern und dem anschließenden Pressen zum blauen Diamanten ist kanonisch.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 17. Juli 2018, 12:24:52
Episode VII

Endlich finden wir das Apartment, wo der Kontaktmann wohnen soll. Die Tür sieht neu aus, alles andere ist genau so herunter gekommen wie hier wohl üblich. Darüber ist die Kennung, die ich auswendig gelernt habe. Hier muss es also sein Der Klingelknopf ist schmutzig, und nachdem ich den gedrückt habe, wische ich mir die Fingerspitze ab.

"Ich mag das hier gar nicht!", tut Eli mit quengelnder Stimme ein weiteres Mal ihren Unmut kund.

"Ich auch nicht, kleine Schwester", erwidere ich, da es hier nichts schön zu reden gibt. "Aber wir müssen nur noch kurz durchhalten und dann haben wir es geschafft."

"Na gut!", erwidert Eli, bläst ihre Backen auf und gibt ein missbilligendes Geräusch von sich.

Ich habe deutlich die Klingel gehört, aber momentan rührt sich nichts. Mama hat gemeint, falls es beim ersten Versuch nicht klappt, soll ich noch zwei mal wieder kommen und mich dann erkundigen, wo der Mieter hin gezogen sein könnte. Aber normalerweise sollte diese Wohnung als Anlaufstelle des Widerstands immer besetzt sein. Wobei ich mich Frage, ob die CBF so arm ist, dass sie sich keinen besseren Unterschlupf leisten kann. Oder vielleicht spielen auch Faktoren eine Rolle, die ich mit meinem beschränkten Wissen nicht erkennen kann. Es widert mich an, ein weiteres Mal zu klingeln, aber mir bleibt nichts anderes übrig. Dieses Mal drücke ich länger und mehrmals. Dann höre ich etwas rumpeln, als wenn etwas umgeworfen wird, dann höre ich jemanden fluchen. Es scheint wohl jemand zu Hause zu sein. Weitere Augenblicke vergehen, dann wird die Tür aufgemacht. Vor mir steht eine barfüßige Frau, die nur Unterwäsche und ein Top anhat. Die Frau ist schon ziemlich alt, wahrscheinlich sogar schon über zwanzig Jahre. Ihre kurzen blonden Haare sind verstrubbelt und ihre Haut ungesund bleich.

"Was?", fragt sie uns ohne große Begrüßung. Die linke Hand hat sie weiter am Türgriff und die andere Hand hat sie auf dem Rücken versteckt. Eigentlich habe ich einen Mann erwartet, weil es ja Kontaktmann heißt, aber Mama hat mir keine Details nennen können.

"Hallo! Meine Name ist Lyra Askana, dass ist meine Schwester Eloy Askana und ich bin von Corellia", gebe ich mich zu erkennen. Die Frau glotzt mich ein paar Augenblicke scheinbar verständnislos an. Irgendwie wirkt sie desorientiert auf mich. Ihr dumpfer Blick erinnert mich an den von Gewürzsüchtigen, die ich schon öfters auf der Straße gesehen habe. Manche davon an den Wänden regungslos zusammen gesunken und ins Leere starrend. Die Frau riecht ungewaschen und das Top ist verschwitzt. Neben mir rümpft Eli demonstrativ die Nase und ich muss an mich halten, um es ihr nicht gleich zu tun.

"Aaaaaha!", meint sie schließlich und kratzt sich am Kopf, während eine Hand immer noch nicht sichtbar hinter ihrem Rücken ist. Es hat wohl ziemlich lange gedauert, bis meine Worte ihr Gehirn erreicht haben. Und so was arbeitet für die CBF? Ich muss zugegeben, ich kenne nur wenige Mitglieder dieser Widerstandsgruppe, aber keiner von denen würde sich so gehen lassen. Ich bin nicht einmal sicher, eine Corellianerin vor mir zu haben. Sie hat bis jetzt zu wenig gesagt, um den typischen corellianischen Akzent heraus zu hören. Eine dunkle Haarfarbe ist bei uns Corellianer eigentlich die Norm und die Frau scheint von Natur aus blond zu sein.

"Kommt rein, Kommt rein!", meint sie nun den Weg nach Innen frei gebend, ohne sich vorzustellen. Leider gibt es keine Codewörter wie in Holovidfilmen, um sich gegenseitig erkennen zu geben. Mir gefällt das nicht, aber momentan fällt mir keine Alternative ein. Jetzt zu gehen bringt uns nicht weiter. Ich habe nur diesen einen Kontakt und ich kann schlecht in den Corellianischen Sektor von Nar Shaddaa fahren und dort herumfragen, ob jemand Verbindung zur CBF hat. Auch kommen ausgerechnet jetzt eine finster aussehende Gruppe unterschiedlicher Wesen, die aber die einheitliche Kleidung einer Gang tragen, den Gang herunter geschlendert. Die sehen nicht so aus, als ob man mit denen gut Bolbifrüchte essen kann. Das gibt den Ausschlag.

Ich muss Eli regelrecht in die Wohnung zerren. Ein Hauptraum mit ausgeklappten Bett, drei offen stehende Türen gehen links ab. Hygienezelle, begehbarer Wandschrank und eine kleine Küche. Dies hier ist deutlich kleiner als unsere Wohnung, die auch nicht gerade riesig ist. Aber für eine Person reicht das. Sie bugsiert uns in die Küche, die dringend gesäubert werden müsste. In der Spüle stapeln sich schmutzige Teller und ich meine etwas mit viel zu vielen Beinen unter den Küchenschrank huschen zu sehen, als das Licht angeht. Es riecht hier wie wenn man einen Müllschacht aufmacht. Eli gibt ein missbilligendes Geräusch von sich, das deutlich macht, wie eklig sie das hier ebenfalls empfindet.

"Was kann ich für euch tun?", fragt die Frau mich nun direkt, während ich in der kleinen Küche stehen bleibe. Ich frage mich, warum wir nicht im großen Zimmer reden. Alle meine Instinkte raten mir, sofort von hier zu verschwinden. Aber da ich nicht weiß, was ich danach dann machen soll, unterdrücke ich sie.

"Meine Mutter ist tot und ich würde gerne meinen Vater Manan Askana darüber informieren, dass er uns abholt", trage ich mein Anliegen vor. Die Frau schaut immer noch äußerst dumpf aus ihrer knappen Wäsche. Es dauert ein paar Augenblicke, dann nickt sie.

"Bleibt hier drin, ich tätige ein paar Anrufe", erwidert sie und schließt die Tür. Ich kann hören, dass ein Vierregelungsmechanismus einrastet. Sofort bin ich an der Tür und versuche sie zu öffnen. Verschlossen, wie ich es befürchtet habe. Meine Instinkte beharren darauf, genau das vorhergesehen zu haben.

"He! Lassen Sie uns raus!", rufe ich und hämmere gegen die Tür. In mir schrillen nun alle Alarmglocken. Meine Versuche bleiben ohne Resonanz. Langsam wird mir klar, dass ich uns in eine Falle geführt habe. Es ist meine Schuld, dass wir hier drin sind. Ich hätte gar nicht erst die Wohnung betreten sollen. Aber hinter her ist man bekanntlich immer schlauer. Wobei ich mir nicht klar darüber bin, was ich sonst in dieser Situation hätte machen sollen. Ich bin ganz klar mit dieser Situation überfordert und würde nun am liebsten in Tränen ausbrechen. Aber wie ein Kleinkind herum zu heulen bringt uns hier nicht raus. Mama würde jetzt sagen: "Lyra, benutze deine stärkste Waffe, nämlich deinen Verstand!"

Also kämpfe ich meine Panik nieder und sehe ich mich um. Die Küche ist klein, vielleicht zwei auf zwei Männerschritte groß. Es gibt eine kleine Küchenzeile mit Schränken und Schubladen, ein Tischchen mit zwei Stühlen. Ich öffne mehrere Schubladen und finde ein paar Küchenmesser. Ich nehme das größte davon und versuche die Tür damit aufzuhebeln. Leider bricht die Klinge schon beim ersten Versuch ab.

"Fierfek!", fluche ich herzhaft.

"Ich will jetzt hier weg!", ruft Eli nun laut auf und tritt mit aller Kraft mit ihren Stiefelchen gegen die Tür. Leider will die nicht nachgeben. Ich kann hören, wie die Frau auf der anderen Seite sehr schnell auf Huttisch redet. Ich kann die Sprache nicht wirklich gut, da man mit Basic auch auf Nar Shaddaa ziemlich weit kommt. Aber ich verstehe genug um mir zusammen zu reimen, dass die Frau sagt, dass ihr zwei Rebellen ins Netz gegangen sind. Da sie Huttisch spricht, ruft sie wohl nicht die Zweigstelle des ISB auf Nar Shaddaa an. Der Huttenraum ist zwar auf dem Papier noch Autonom, aber das Imperium hat auch schon hier seine dreckigen Finger ausgestreckt. Ich komme zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich regionale Kopfgeldjäger holt, die uns einfangen sollen. Nun ja, in der Falle sind wir ja schon. Wer auch immer diese Frau sein mag, unser Kontaktmann ist sie definitiv nicht. Die Adresse stimmt und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand aus der Corellianischen Befreiungsfront unserer Mutter eine Falle stellen würde. Ich weiß zwar nicht genau, was hier los ist, aber eines ist sicher, wir sind in großer Gefahr.

Der erste Versuch die Tür zu öffnen, ist gescheitert, aber vielleicht kann ich mit einem herzhaften Banthatritt die Tür zerschmettern. Die Tritte meiner Schwester blieben ohne sichtbare Wirkung. Aber ich bin älter, damit größer und stärker. Und im Gegensatz meiner kleinen Schwester kann ich wirklich etwas Teräs Käsi. Zwar nicht wirklich gut, aber doch ausreichend, um vielleicht diese Tür zu zertrümmern. Oder sie wenigstens mit Gewalt zu öffnen. Also stelle ich mich in Position, überprüfe den Abstand und versuche mich zu fokussieren. Ich sammle meine Kraft, versenke mich in mein innerstes selbst. Schließlich gibt es nur noch mich und mein Ziel.

"Möge die Macht mit mir sein!", bete ich inständig und mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft trete ich zu. Im perfekten Winkel treffe ich. Ich spüre den Aufschlag meines Fußes bis ins Mark. Das Resultat meiner Bemühungen ist eine Tür, die mich höhnisch anzugrinsen scheint, denn meine Bemühungen haben kein sichtbares Resultat zur Folge. Auf alle Fälle tut mein Fuß jetzt weh.

"Das war wohl nix!", kommentiert Eli mit einem großen Seufzer und ich muss ihr leider vollkommen recht geben.

Die Tür ist definitiv zu stabil, als das wir sie mit unseren Mitteln aufbekommen könnten. Ich blicke mich nun etwas genauer um und sehe ein Lüftungsgitter an der Decke. Für mich ist es zu schmal, aber Eli könnte eventuell durchpassen. Ein Versuch ist es wert. Ich wuchte einen Stuhl auf den Tisch und klettere dann darauf hoch. Mit Hilfe eines weiteren Messers heble ich problemlos das Gitter aus seiner Fassung, da es nicht besonders stabil ist.

"Komm Eli, ich hebe dich hoch und du kletterst da rein", schlage ich meiner kleinen Schwester vor, die mich zweifelnd anschaut. Ich helfe ihr hoch auf den Stuhl zu kommen und hebe sie dann hoch.

"Ist Dunkel da drin", meint sie mit wenig Begeisterung, als sie rein schaut. "Und dreckig und es stinkt! Will da nicht rein! Nein! Nein! Nein!"

"Hör zu, Eli. Ich würde das von dir nicht verlangen, aber die Frau ist böse und ruft gerade andere böse Männer, die ganz schlimme Dinge mit uns tun werden."

"Schlimmer als in ein dreckiges und stinkendes Loch zu kriechen?", fragt Eli zweifelnd.

"Ich denk schon...", deute ich an. Ich schätze mal, tot zu sein ist schlimmer als dreckig zu werden.

"Nein! Will da nicht rein!", meint sie immer noch unkooperativ und ich kann sie nicht länger hoch halten, da meine kleine Schwester mir mit der Zeit doch zu schwer wird.

"Ach Eli!", meine ich unsicher und weiß nicht, was ich tun soll. Ich will meine kleine Schwester nicht mit Gewalt gegen ihren Willen in einen engen dunklen Schacht stopfen. Ganz abgesehen davon, dass ich auch keine praktikable Idee habe, wie sie da so ganz alleine wieder raus kommen soll. Genau genommen habe ich gerade überhaupt keine Idee, was ich tun kann, um diese Situation abzuwenden. Ich blicke mich nach einer besseren Waffe als ein Küchenmesser um, kann aber nichts finden. In Ermangelung eines Besseren wähle ein Messer mit einer langen dünnen Klinge, die spitz ausläuft. Aber vielleicht gibt es ja eine Alternative zum kämpfen und fliehen. Momentan sieht es so aus, als wären wir durch das Lüftungsgitter geflohen, jetzt müssen wir nur noch unsichtbar werden. Ich schaue in den großen Küchenschrank und stelle fest, dass der Innenraum nur spärlich bestückt ist. Wahrscheinlich stapelt sich sein normaler Inhalt gerade in der Spüle. Leise und schnell räume ich die verbliebenen Gegenstände nach oben und schaffe so gerade genug Platz für uns zwei ganz unten, um uns darin zu verstecken.

"Wir müssen jetzt ganz still sein! Wenn sie uns hören, ist es aus, hast du das verstanden, Eli?" Es scheint ihr lieber zu sein, mit mir gemeinsam in einem Schrank zu stecken als alleine in einem Lüftungsschacht.

"Ich werde keinen Mucks machen, versprochen!", flüstert meine kleine Schwester ganz leise und ich habe den Eindruck, dass sie den ernst der Lage versteht. Es ist Mühsam, im Versteck Platz zu finden, aber es gelingt uns, die Tür komplett zu verschließen. Jetzt heißt es warten und hoffen, dass mein Plan aufgeht. Falls nicht, habe ich noch ein scharfes schmales Messer mitgenommen, das ich in der rechten Hand halte. Ich hoffe, es nie brauchen zu müssen.

Nakagos wirre Gedanken

Nur noch ein Kapitel, dann ist der Prolog zu Ende
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 19. Juli 2018, 12:33:03
Episode VIII

Durch eine Spalte sickert etwas Licht in unser Versteck. Je länger wir warten, desto unbequemer, heißer und stickiger wird es. Ich wünschte, mein Vater wäre hier und würde uns aus diesem Schlamassel herausholen. Die Kopfgeldjäger lassen sich auf alle Fälle viel Zeit. Auf einmal öffnet sich die Küchentür und ich höre schwere Schritte. Vor Schreck zucke ich zusammen und ich bin stolz auf meine Schwester, dass sie wie versprochen keinen Laut von sich gibt. Ich kann zwei Männerstimmen unterscheiden und die der Frau.

"Fierfek! Die Gören sind weg!", höre ich jemanden aufgebracht auf huttisch fluchend. Diese einfachen Wörter kann ich mir gut zusammenreimen.

"Das ist nicht meine Schuld Leute, wenn ihr euch so viel Zeit last!", verteidigt sich die Frau.

"Du hast einen verdammten Blaster, warum hast du sie nicht einfach betäubt?", fragt eine andere Stimme ungehalten.

"Weil ich sie in die Küche eingesperrt habe. Woher sollte ich den wissen, dass die kleinen Nunas über die Belüftungsschächte stiften gehen?", rechtfertigte sich die Frau. Darauf höre ich ein klatschendes Geräusch und die Frau schreit auf.

"Wie weit können sie schon sein?", fragt die zweite männliche Stimme.

"Die werden zum nächsten Gitter gerobbt und dort ausgestiegen sein. Haben dann das Apartment ganz einfach durch die Tür verlassen. Wahrscheinlich haben sie schon eine halbe Stunde Vorsprung."

"Außer Spesen nichts gewesen. Gut gemacht, Schlampe!" Wieder ein klatschendes Geräusch. Ich höre die Frau schluchzen. Ich denke, der eine böse Mann schlägt sie gerade.

"So was passiert, wenn man einer Gewürznutte den Job von einem Mann gibt. Aber was will man machen? Der verdammte Kontaktmann von diesen corellianischen Terroristen hat uns zwei gute Männer gekostet. Komm, lass uns verschwinden. Das waren nur Kinder, für die gibt es eh kaum was. Lohnt den Aufwand nicht."

"Fierfek! Bin gerade knapp bei Kasse, wäre ein netter Bonus gewesen. Meine Braut will jetzt keine gelben Servietten mehr auf der Hochzeit haben, sondern hellgelbe. Die passen aus irgend einem Grund besser zu den Tischdecken. Versteh einer mal die Weiber!" Die Stimmen werden leiser und ich kann sich entfernende Schritte hören. Aus dem gehörten kann ich mir zusammenreimen, dass unser Kontaktmann wohl vor einiger Zeit aufgeflogen ist und von diesen Kopfgeldjägern zur Strecke gebracht wurde. Dabei hat er sich wohl teuer verkauft. Vielleicht stammen die Kampfspuren und das Blut im Treppenhaus von diesem Kampf. Wohl in der Hoffnung, dass sich sein Tod nicht schnell herumspricht, haben die Kopfgeldjäger eine Gewürzsüchtige hier einquartiert, um so weitere Mitglieder der CBF gefangen nehmen zu können.

"Iiiih!", ruft Eloy auf einmal erschrocken aus und ich kann im diffusen Licht sehen, wie sie erschrocken auf ein ekliges Ding mit viel zu vielen Beinen von ihrem Ärmel einschlägt. In dem Moment wird ihr klar, dass sie ganz leise hätte sein sollen und schlägt schuldbewusst die Hände vor dem Mund. Aber es ist zu spät. Die Männer sind schon zu weit weg, um den Aufschrei meiner kleinen Schwester zu hören. Aber die Frau steht immer noch in der Küche und im nächsten Moment wird die Schranktür aufgerissen. Ich muss blinzeln, weil ich einen Augenblick brauche, um mich an das viel hellere Licht zu gewöhnen. Erschrocken nach oben blickend kann ich die Frau sehen. Ihre Lippe ist aufgeplatzt und Blut sickert heraus. Aber was wirklich meinen Blick fängt, ist die Mündung der Blasterpistole, der ungefähr in meine Richtung zeigt. Das macht mir durchaus Angst und mir ist klar, dass wir in Todesgefahr schweben.

"Du verdammtes Balg!", ruft sie aus und ich warte nicht darauf, dass sie abdrückt. Ich rolle mich aus meinem Versteck bis ich auf dem Rücken liegen bleibe und trete aus dieser Position mit aller Kraft gegen ihr Schienbein. Der Blaster geht los und ich spüre eine unglaubliche Hitze neben mir in den Boden einschlagen. Die Pistole ist definitiv nicht auf Betäubung gestellt. Die Gewürzsüchtige taumelt zurück und ich springe auf meine Beine. Die Mündung des Blasters wandert wieder in meine Richtung und bevor ich überhaupt bewusst denken kann, bin ich an der Frau dran und ramme mit voller Wucht ihr das scharfe Messer in den Unterleib. Ein weiterer Schuss löst sich und sonnenheißes Plasma schlägt in die gegenüberliegende Wand ein. Mit ihrer freien Hand packt die Frau mich an meinen Zöpfen und zerrt daran, während ich ein weiteres Mal zusteche, dieses Mal höher, da wo ihr Herz liegen muss. Das scharfe Messer findet eher zufällig seinen Weg zwischen zwei Rippen. Blut spritzt aus dieser Wunde heraus und besudelt mich. Die Frau taumelt einen halben Schritt zurück, stößt an die Wand und sackt zusammen. Irgendwas sagt sie, aber ich kann es nicht verstehen. Die Welt um mich herum verliert wieder ihre Farbe und ich höre nur noch ein Rauschen.

"Lyla!", brüllt Eloy mich an und meine Welt hat wieder Farbe. Ich habe kurz das Gefühl zu fallen, taumle desorientiert und halte mich mit der freien Hand am Tisch fest. In der anderen habe ich noch immer das blutige Messer. Auch meine Hand ist blutig. Überall ist Blut. Ich stehe sogar darin. Mein Blick sucht die zusammengesackte Frau und ich schätze, dass sie tot ist. Gerade eben habe ich einen Menschen umgebracht. Sicherlich in Notwehr, trotzdem habe ich die Frau mit dem Messer getötet. Auf der einen Seite fühle ich abgrundtiefes Entsetzen über meine Tat, auf der anderen fühle ich durchaus eine gewisse Befriedigung darüber, noch am Leben zu sein.

"Fierfek!", flucht eine Stimme.

"Was für eine Sauerei!", meint die andere, viel tiefere.

Ich blicke in Richtung der Stimme, ein roter Nikto mit vielen kleinen Hörnchen in seinem Echsengesicht. Nikto sind im Huttenraum weit verbreitete Sklavenrasse eben jener Hutten. Bekannt dafür, dass sie ebenso humorlos und wie sie stark sind. Und Nikto gelten als sehr humorlos. Neben ihm steht ein grünhäutiger Sakiyan, der trotz seiner Größe wie ein Kind neben einem Erwachsenen wirkt. Beide tragen stark gepanzerte Kleidung, haben gehalfterte Blasterpistolen und tragen offen das Zeichen einer Kopfgeldjägergilde.

Eloy steht heulend neben mir und ich schiebe sie hinter mich. Meine Gefühlslage schwankt wild zwischen Entsetzen und Panik hin und her. Zwei Kopfgeldjäger stehen vor mir und ich versuche krampfhaft zu überlegen, wie ich da wieder heraus komme. Das eine feuerbereite Blasterpistole nicht mal einen halben Meter neben mir auf dem Boden liegt entgeht mir in diesem Moment vollkommen. Ganz abgesehen davon, dass ich damit eh nicht umgehen kann. Das einzige was ich weiß, ist, dass ich meine kleine Schwester um jeden Preis beschützen muss. Notfalls auf kosten meines eigenen Lebens. Und ich mache das, was Corellianer immer machen, wenn sie in die Enge getrieben sind und nicht weiter wissen. Sie greifen an. Also brülle ich: "Corellia! Freiheit oder Tod!" Und beginne eine heroischen, wie auch vollkommen sinnlosen Sturmangriff mit dem gezückten Messer.

Der vorne stehende Nikto verringert mit einem Schritt auf mich zu die Distanz, packt mich am rechten Handgelenk und verdreht es so, dass ich das Messer fallen lassen muss. Ich stehe in schlechter Position, trotzdem setze ich zu einem Kick in seine Schritt an und treffe zu meiner Überraschung sogar. Allerdings löst der mit aller Kraft geführte Treffer keinerlei Resonanz bei dem rothäutigen Echsenwesen aus. Später sollte ich erfahren, dass die Genitalien bei einem Nikto sich vollkommen im Ruhezustand in den Körper zurückziehen. So macht ihnen einen Tritt im Schritt nicht mehr oder weniger aus wie bei jeder anderen Stelle ihres Körpers. Dafür schmerzt jetzt mein Fuß, als hätte ich mit voller Wucht gegen eine Wand geschlagen.

"Niedlich!", meint der Nikto unbeeindruckt von meinen Bemühungen ihn zu töten und boxt mich mit einer äußerst lässig wirkenden Bewegung in den Magen. Sofort klappe ich zusammen, schnappe nach Luft und bin kampfunfähig. Jedenfalls für einige Augenblicke. Obwohl ich weiß, dass ich keine Chance habe und es unglaublich dumm ist, wieder aufzustehen, quäle ich mich keuchend auf die Beine zurück. Meine Augen sind so voller Tränen, dass ich nicht klar sehen kann. Aber wir Corellianer waren noch nie für unsere Einsicht berühmt, sondern eher für unsere Fähigkeit, nie aufzugeben. Ich setze zu einem hohen Tornadokick an, werde aber abgefangen und finde mich im nächsten Moment wieder auf dem Boden. Der Aufprall ist so stark, dass mir alle Luft aus den Lungen gepresst wird und ich höre was ungesund knacken. Ganz abgesehen davon, dass mein ganzer Oberkörper anfängt zu schmerzen.

"Lass es gut sein, Mädchen!", rät mir der Nikto und mir schwinden die Sinne. Als ich nach einigen Momenten erwache, baumelt mein Kopf falsch herum auf etwa anderthalb Meter Höhe.

"Lyla!", höre ich Eloy schreien und versuche mich nach dem Geräusch zu orientieren. Meine Schwester wurde von dem Sakiyan über die Schulter geworfen und zappelt wild herum. Sie blickt in meine Richtung und streckt ihre Hände nach mir aus. Über der anderen Schulter hängen unsere Rucksäcke.

"Eli!", flüstere ich kraftlos und stelle fest, dass meine Hände auf meinem Rücken gefesselt sind und der Nikto mich wie ein Sack über seine Schulter geworfen hat. Gerne würde ich mehr sagen, aber ich kann nicht wirklich reden. Meine Rippen und mein Oberkörper scheinen in Flammen zu stehen. Ich bin fertig, besiegt und am Ende. Nach einem kurzen, heroischen, aber sinnlosen Ankämpfen gegen die Bewusstlosigkeit schwinden meine Sinne und ich versinke in eine Schwärze, die finsterer nicht sein könnte. Mein letzter bewusster Gedanke vor meiner Ohnmacht ist: - Ich habe versagt! -

Ende des Prologs

Und damit endet der Prolog. Ein großes herzliches Dankeschön an meine Beta-Leserin Comet Cat, welche sich die Mühe gemacht hat, die immerhin 29 Seiten zu lektorieren. Ursprünglich sollte damit eigentlich die Hintergrundgeschichte von Lyra abgeschlossen sein, aber dann entschloss ich mich, in einem zweiten Band weitere prägende Ereignisse aufzuschreiben, der dann 15 Kapitel umfasst. Im dritten Band geht es dann mit den eigentlichen Abenteuern los.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 22. Juli 2018, 16:46:11
Star Wars
Die Geschichte zweier Schwestern
Die Rote Arena

Vorwort

So geht nun "Die Geschichte zweier Schwestern" in die zweite Runde. Auch das hier ist noch ein Teil der Vorgeschichte.
Episode I

Ich habe versagt! Mal wieder. Von den 83 Sklaven sind noch knapp ein Dutzend in der großen ovalen Trainingshalle, in der es nach Schweiß riecht. Einen Tag lang haben die Sponsoren Zeit gehabt, uns aus der verspiegelten Galerie zu beobachten und sich die Rechte an uns zu sichern. Nach und nach waren die Glücklichen nach dem Mittagessen in andere Bereiche, sprich zu ihren gesponserten Häuser, abgeführt worden. Was jetzt noch übrig ist, dass ist der Bodensatz unserer Klasse. Und darunter bin auch ich. Letztendlich ist es keine Überraschung, dass ich keinen Sponsor gefunden habe. Ich bin gerade mal zwölf Jahre alt, nicht gerade das beste Startalter für einen Gladiator. Nur noch wenige Minuten, dann ist die Auktion vorbei. Obwohl es eigentlich sinnlos ist, versuche ich im Kampf gegen einen Trainingsdroiden zu punkten. Nicht das ich nicht versucht hätte, in den letzten Stunden alles zu tun, um auf mich aufmerksam zu machen.

Seit einem Dreivierteljahr bin ich im Training. Tag ein, Tag aus, ohne Unterbrechung. In dieser Zeit bin ich zehn Zentimeter gewachsen und habe fünfzehn Kilo zugelegt. Laut meinen Werten fast ausschließlich Muskel und Knochenmasse. Eine spezielle, für meinem Organismus optimierte Diät macht das möglich. Schließlich wollen die Hutten an mir noch Geld verdienen, bevor ich in der Arena sterbe. Und um eine gute Show abliefern zu können, brauche ich den entsprechenden Körper und das notwendige Können. Die Zuschauer wollen nicht nur blutige Kämpfe sehen, sondern auch spannende. Und was am allerwichtigsten ist, darauf zu wetten, wer gewinnt, wie viele Treffer dafür notwendig sind und noch viele andere Dinge, die teilweise mehr als nur krank zu nennen sind. Aber hier sind wir auf Nar Shaddaa, wo ein Leben einen genauen Wert in Credits hat. Als kleines Kind auf Corellia habe ich meine Mutter mal gefragt, wie viel ich Wert bin. Sie hat wie jede Mutter geantwortet: Mehr als alle Credits der Galaxis zusammen und noch viel mehr. Hätte ich das hier auf Nar Shaddaa gefragt, hätte sie nur die entsprechende Tabelle nachschlagen müssen.

Der Droide greift an, ich weiche seinem Hieb aus, kontere und setze einen präzisen Wirkungstreffer mit meinem Kampfstab. Wieder ein Punkt für mich. Noch gibt es Hoffnung, jemand auf mich Aufmerksam zu machen. Einen Sponsor zu finden, der mein Überleben in der Arena ermöglichen wird. In drei Monaten wird mein erster Debütkampf stattfinden. Gegen irgend eine Kreatur, die ich rein physikalisch gerade noch besiegen kann. Wahrscheinlich ein Massiff, die sind für meine Größe und Gewichtsklasse sehr populär. Aber ohne persönlichen Trainer und guter Ausrüstung wird das ein recht einseitiger Kampf werden und mit fast hundert Prozentiger Sicherheit mit meinem Tod enden. Mit einem Sponsor, der mir das notwendige Know How vermittelt und auf mich abgestimmte Ausrüstung stellt, sieht das dann nicht mehr so einseitig tödlich für mich aus. Mit weiteren Hieben treibe ich den kleinen Droiden vor mich her, setze nach und schlag ihn schließlich um. Das war eine gute Leistung, aber wahrscheinlich schaut eh keiner mehr zu.

Die einzige andere Möglichkeit auf Rettung ist mein Vater, der mich sicher schon lange sucht. Ich hoffe, er weiß, wo ich bin und tüftelt mit seinen Kameraden schon an einen Plan, mich aus dieser Hölle zu befreien. Bis jetzt hat er sich ja ziemlich viel Zeit gelassen, aber in meinem innersten weiß ich, dass er mich retten wird. Immerhin ist er mein Papa und Väter gibt es, damit sie ihre Töchter aus einer gefährlichen Situation retten können. Schließlich handelt fast jeder zweiter Holoactionfilm davon. Aber manchmal, in der tiefe des Nachtzyklus, starre ich in die Dunkelheit und ein starker Zweifel bohrt sich in mir. Der Zweifel, dass mein Vater vielleicht schon längst aufgegeben hat. Aber das darf einfach nicht sein. Vielleicht ist auch schon lange mit der Rettung von Eloy beschäftigt, sie ist jünger und dadurch ungleich gefährdeter als ich. Ich hoffe jedenfalls, dass Eloy inzwischen von unserem Papa in Sicherheit gebracht wurde.

"Subjekt LA11-HC-M1, bitte folgen sie mir!", reißt mich eine künstliche Stimme aus meinem Selbstmitleid. Neben mir schwebt eine kleine Kugelförmige Droideneinheit. Wir Sklaven nennen sie Beobachter, weil sie im Zentrum ein großes Kameraauge haben, dass mich gerade surrend fixiert. Im ersten Moment kann ich es gar nicht glauben, dass mich wirklich noch jemand erwählt hat. Da ich wohl zu lange zögere, bekomme ich einen kleinen elektrischen Stromstoß von meinem Sklavenhalsband. Das erinnert mich daran, dass ich meinen zukünftigen Herren am besten nicht länger warten lasse. Angeblich können die Stromstöße dieser Halsbänder sogar tödlich für einen Menschen sein. Ich habe das zwar noch nie mit eigenen Augen gesehen, aber ich schätze, dieses Ding um meinen Hals kann mich töten, wenn ein Aufseher das so will.

Nun komme ich dir Aufforderung nach, steige aus dem Ring, stelle meinen Kampfstab in eine dafür vorgesehene Halterung zurück und folge dem Droiden in einer Mischung aus Bangen und Hoffen durch die fast menschenleere Halle. Ich spüre die Blicke der anderen übriggebliebenen neiderfüllt auf mir ruhen. Was jetzt noch übrig ist, dass sind die zu alten, die schwachen, die langsamen und zu jungen. Für sie wird es wohl keine Rettung mehr geben. Wobei ich mich frage, wer mich erworben hat. Und aus welchem Grund. Als Sklavin habe ich recht wenige Rechte. Und ich bin inzwischen alt genug um zu wissen, was gewissenlose Männer mit wehrlosen Frauen machen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Da mache ich mir keine Illusionen. Ich bin zwar noch nicht fraulich gerundet, aber manche sollen darauf nicht besonders viel Wert legen. Diese Gedanken machen mir durchaus Angst und versuche zur Seite zu schieben, was mir aber nicht wirklich zu gelingen vermag.

Ich fahre mir über die Haarstoppeln, da mir das Haar jede Woche geschoren wird. Was habe ich geweint, als mir ein Droide den Kopf zum ersten mal geschoren hat und meine Zöpfe von mir abfielen, auf die ich immer so stolz war. Der erste Tag in der Roten Arena kam mir vor wie ein einziger Alptraum. Da ich eine registrierte Einwohnerin von Nar Shaddaa getötet und obendrein noch illegal hier gelebt habe, gab es nur eine Strafe für mich: Tod in der Arena. Dem Richter hat es nicht interessiert, dass ich in Notwehr gehandelt habe. Wer tötet, wird getötet, außer er hat genug Geld, um eine horrende Geldstrafe zu bezahlen. Oder ist Hutte, für die gelten sowieso andere Gesetze. Und da die Hutten aus allem ein Geschäft machen, werden Mörder nicht einfach hingerichtet, sondern in Arenen verkauft, um dort Publikumswirksam zu sterben. Eine Grundausbildung ist Pflicht, schließlich soll dem Zuschauer auch etwas geboten werden. Dann kommt das Bieten, Sponsoren dürfen Anteile der Gladiatoren erwerben. Dabei bleibt ein Anteil immer bei der Arena, die anderen 99 Anteile können auf dem freien Markt erworben werden. Allerdings erwachsen daraus auch Verpflichtungen, wie den Gladiator zu trainieren, ihn zu ernähren, auszurüsten und zu kleiden.

Der Droide führt mich zu einem Turbolift und es geht nach oben. Der Lift hält, wir steigen aus in einen Gang. Hier oben war noch nie. Das Ambiente sieht nicht gerade Nobel aus. Da es hier nur Huttische Schriftzeichen gibt, kann ich nicht lesen, was hier steht. Aber ich denke, in diesem Level sind die kleinen Häuser untergebracht. Das war zu erwarten gewesen, da mich wahrscheinlich keine der großen Häuser nehmen würde. Zu jung, zu klein, zu schwach. Eigentlich spricht alles gegen mich. Schließlich öffnet sich eine Tür aus massivem Durastahl vor uns und wir betreten zuerst eine kleine Schleuse, bevor wir in die dahinter liegende Halle kommen. Es gibt verschiedene Trainingseinrichtungen und einen Kampfplatz. Alles wirkt neu und ich kann frische Farbe riechen.

Durch eine weitere Tür betreten wir einen Gang, von dem weitere Türen links und rechts abgehen. Auch hier wirkt alles unbenutzt und frisch renoviert. Gut möglich, dass dies ein ganz neues Haus ist, dass nun auf dem Markt drängt. Der Droide führt mich in eine weitere Sicherheitsschleuse, in der ein Sicherheitsdroide mit einem Blastergewehr mit aufgepflanzten Vibrobajonett in Vorhalte Wache hält. Nachdem sich die eine Tür geschlossen hat, öffnet sich erst die andere. Was wir nun betreten wirkt wie das Quartier des Besitzers. Die Wände sind weiß lackiert, weicher Teppich auf dem Boden und an den Wänden hängen hübsche Landschaftsbilder. Alles wirkt äußerst gediegen. Nobel, aber nicht protzig.

Schließlich werde ich in ein Büro geführt, dessen hintere Wand aus einer durchsichtigen Front aus Transpariglas besteht. Der Teppich ist noch flauschiger, die Einrichtung luxuriös und doch geschmackvoll. Mein Blick bleibt zuerst auf die Aussicht fokussiert, sehe ich doch seit einem dreiviertel Jahr zum ersten mal die Stadt mit ihren grellen Reklametafeln. Wenn man sich immer nur in geschlossenen Räumen aufhält, ist ein kurzer Moment einer freien Aussicht ein unschätzbarer Luxus. Ich stelle mich in der typischen Sklavenhaltung in die Mitte des Raumes. Beine leicht gespreizt, die Arme so auf dem Rücken verschränkt, dass ich jeweils mit der Hand den anderen Ellenbogen umgreifen kann. Mein Haupt wie auch Blick sind leicht gesenkt. Einen der fünf Peitschennarben verdanke ich den Umstand, dass ich mich Anfangs gegen diese Haltung gesträubt habe. Aber so ein Hieb mit einer Neuralpeitsche tut so unglaublich weh, dass es bei diesem einen Versuch geblieben ist.

Hinter dem Schreibtisch sitzt eine grünhäutige Frau. Im ersten Moment halte ich sich für eine Sakiyan, da diese die gleiche Hautfarbe und ihre dunkle Haarpracht in ähnlicher Art tragen. Aber die Beschaffenheit der Haut ist etwas anders, eher Schuppenartiger. Ich bin nicht sicher, aber ich denke, ich habe eine Falleen vor mir. Falleen ist eine Welt im Mittleren Rand an der Corellianischen Schnellstraße gelegen. Im Klonkrieg standen sie auf der Seite der KUS und sind seitdem unter Imperialer Besatzung. Mit Hilfe ihrer Pheromone können sie andere humanoide Lebewesen manipulieren. Die Welt ist in viele kleine Königreiche zerfallen, aus deren Reihe wiederum ein zentraler Rat gewählt wird, der überregionale Belange regelt und die Welt nach außen hin vertritt. Aber das war der Stand vor den Klonkriegen und ich weiß nicht, ob das im heutigen Imperium auch noch so ist. Das ist alles, an was ich mich diesbezüglich über Falleen erinnern kann. Es war eine meiner Aufgaben, jeden Tag etwas über eine fremde Welt zu lernen und es gibt da von ja schier unzählige. Mama hat mich dann jeden Abend über meine Lektionen des Tages abgefragt und was davon hängen geblieben ist. Falleen war eine vergleichsweise interessante Welt, deswegen konnte ich mir einige Details merken.

Die Frau trägt ein weißes, prächtig mit Goldfäden besticktes Kleid, dass sehr teuer aussieht. An ihrem Gürtel kann ich zwei Blasterpistolen hängen sehen. An den Fingern hat sie mehrere Ringe, von denen einer ein Siegelstein trägt. Um den Hals hat sie ein glitzerndes Halsband und ihre Ohringe sind ziemlich groß aus einem silbernen Metall. Die Falleen macht einen beschäftigten Eindruck, da sie emsig auf einem Datapad herumtippt. Neben ihr steht ein glänzender Protokolldroide in Jadegrün der 3PO Baureihe von Cybot Galactica.

"Subjekt  LA11-HC-M1 ist abgeliefert. Bitte Empfang bestätigen und letzte Zahlungsrate überweisen!", verlangt der "Beobachter".

"Bestätige Empfang von Subjekt  LA11-HC-M1. Zahlungsrate wird überwiesen", erwidert die 3PO Einheit. Optisch sichtbar passiert nichts.

"Komplette Bezahlung von  LA11-HC-M1 ist bestätigt. Vorgang ist abgeschlossen."

"Vorgang ist abgeschlossen", bestätigt die 3PO Einheit und der kugelförmige Droide verlässt daraufhin surrend den Raum. Damit habe ich wohl einen Hauptsponsor, der immer noch damit beschäftigt ist, auf seinem Datapad herum zu tippen. Meine Mutter hat mich immer ermahnt, doch wenigstens beim essen mal das verdammte Datapad in Ruhe zu lassen. Offenbar ist diese Frau nicht so erzogen worden wie ich. Aber ich bin ja auch nur eine Sklavin, nicht mehr als ein lebender Einrichtungsgegenstand. In meinem Falle, sogar einer, mit einer sehr begrenzten Haltbarkeit. Schließlich legt die Falleen ihr Datapad zur Seite und fixiert mich mit ihren gelben Augen, die geschlitzte Pupillen haben.

Nakagos wirre Gedanken

Über das huttische Rechtssystem habe ich recht wenig gefunden. Alles was Lyra hier erzählt ist mehr oder weniger auf meinem Mist gewachsen. Aber ich fand es schlüssig, dass die Hutten ihre Justiz auch gewinnorientiert aufbauen. So was wie Gefängnisse oder Resozialisierung bringe ich für mich selbst nicht mit den mir bekannten Fakten über die Hutten in Einklang. Ich denke, alles ist nur eine Frage des Geldes und wer keines hat, der wird in die Sklaverei verkauft. Da Sklavenaufstände immer ein Thema sind und Mörder nicht unbedingt die Art von Wesen sind, die sich kampflos unterordnen, kam es mir schlüssig vor, dass die Hutten diese dann öffentlich in der Arena bei kämpfen mit hohem Unterhaltungswert hinrichten. Und um den Unterhaltungswert zu steigern und dabei durch Wetten noch mehr zu verdienen, erschien es mir nachvollziehbar, dass die Gladiatoren zuerst auf ein gewisses Level gebracht werden, damit den zahlenden Zuschauern auch was geboten wird.

Wie immer freue ich mich über Kommentare, Lob, Kritik, Anmerkungen und Empfehlungen. Vielen Dank fürs lesen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 24. Juli 2018, 16:05:13
Episode II

"Dein richtiger Name ist Lyra Akasa, nicht wahr?", fragt sie mich als erstes mit einer sehr melodisch anmutenden Stimme.

"Das ist nicht korrekt, Herrin. Mein Nachname lautet Askana.", erwidere ich weiterhin in devoter Haltung verharrend.

"Oh, da hat wohl jemand bei Gericht deinen Namen falsch notiert", meint meine Herrin in einem neutralen Tonfall.

"Dem ist wohl so, Herrin", schließe ich mich ihren Verdacht an.

"Du darfst bequem stehen, Lyra!", befiehlt sie mir und ich lasse meine Arme frei zur Seite baumeln und wage es, sie direkt anzusehen. Mir ist bewusst, dass ich nicht gerade fotogen aussehen dürfte in meinem verschwitzten Tankshirt und der kurzen Sporthose. Beides ist mir inzwischen zu klein, aber die Arena gibt nur am Anfang Kleidung aus und die wird nicht mehr ausgetauscht bis zum Zeitpunkt des großen Bietens. Die wenigsten Mörder sind Kinder wie ich, deswegen falle ich durch das Raster. Ich bin durch das Training und dem Kampf gegen den Übungsdroiden vollkommen verschwitzt und mein kahlgeschorener Kopf sieht bestimmt sehr hässlich aus. Jedenfalls fühle ich mich hässlich ohne meine schönen Haare.

"Nicht schlecht für ein Mädchen", meint sie schließlich in einem eher bitteren Tonfall, nachdem sie mich eine recht unangenehme Zeitspanne schweigend gemustert hat. Da sie mir nicht gestattet hat zu reden oder dies eine Frage war, schweige ich zu der Feststellung. Wobei ich den eher negativen Tonfall in dem Zusammenhang nicht nachvollziehen kann. "Mein Vater hat das immer zu mir gesagt, wenn ich Aufgabe erfüllt, in einem Test sehr gut abgeschnitten oder einen Preis gewonnen habe. Bei meinen drei größeren Brüder hieß das dann immer: Gut gemacht, Junge. Aber bei mir was es halt nur: Nicht schlecht für ein Mädchen. Auch wenn ich bessere Platzierungen in Wettbewerben und bessere Noten wie meine Brüder bekommen habe." Mir ist nicht klar, was sie mit dieser Rede bezwecken will. Nach ihren Worten scheinen die Falleen ein eher rückständiges Rollenverhältnis zu haben, was unterschiedliche Geschlechter anbelangt. Nicht viele Welten haben eine so fast vollkommene Gleichberechtigung in allen Bereichen wie Corellia. Ich schweige weiter, da sie mir keine Frage gestellt hat. Auch eine Lektion, die ich nach einem Peitschenhieb mit der Neuralpeitsche verinnerlicht habe.

"Du fragst dich sicher, warum ich in aller Welt dich ausgewählt habe, nicht wahr?", fragt sie schließlich.

"In der Tat, Meisterin", erwidere ich sofort wahrheitsgemäß, da ich mich das wirklich frage. Noch weiß ich nicht, was ich von der Frau halten soll. Aber da sie mich noch nicht angeschrien oder mir irgendwelche Drohungen an den Kopf geworfen hat, werte ich das mal als gutes Zeichen. Bis jetzt haben mich alle Aufseher immer angeschrien, bedroht oder auch beim kleinsten Anlass geschlagen. Normalerweise mit einem massiven dicken Stock und insgesamt fünf mal mit der Neuralpeitsche.

"Du bist zu jung, zu klein und zu schwach. Das ist der allgemeine Tenor, den ich von allen zu hören bekommen habe, die dich begutachteten. Ich habe 99 von 100 Anteilen für nicht mal 2000 Credits erworben. Die Hutten der Roten Arena waren froh, dich noch irgendwie los zu bekommen und dich nicht als vollkommenen Totalverlust abzuschreiben. Toter Ballast nennt man solche wie dich hier, wenn eine Arena ein komplettes Kontingent übernehmen muss. Ich bin sicher, die Hutten sind sauer, dass du so lange überlebt hast."

"Das dürfte im Bereich des möglichen liegen, Herrin!", erwidere ich. Am Anfang gab einige recht heikle Trainingseinheiten, welche die schwachen, langsamen und viel zu alten Delinquenten aussortiert haben. Der Begriff Toter Ballast trifft es ziemlich gut. Einige der Übungen habe ich nur durch Glück überlebt. Und vielleicht, weil es der Wille der Macht war. Aber momentan bin ich etwas sauer auf die Macht, da ihr Plan äußerst schmerzhaft ist und ich mir wirklich verdammt große Sorgen um meine kleine Schwester Eloy mache. Aber meine eigentliche Frage hat sie nicht wirklich beantwortet, sondern nur bewiesen, dass sie sich dessen bewusst ist, was sie da eingekauft hat.

"Die Hutten sehen in dir nur Toten Ballast, aber ich sehe ein gewaltiges Potential eines Mädchens, dass bald zur Frau wird. Du hast neun Monate Grundausbildung überlebt. Siebenunddreißig andere sind gestorben, du nicht. Ich habe dich kämpfen sehen, du kämpfst für mehr, als nur zu überleben. Ich sehe in dir eine wahre Kriegerin, die noch im Körper eines Kindes gefangen ist. Aber die Zeit wird das ändern. Was treibt dich genau an?" Die Falleen sieht mich intensiv an. Versucht sie schon mich zu manipulieren? Soll ich die Wahrheit sagen? Habe ich etwas davon, wenn ich lüge?

"Ich kämpfe, um zu überleben, um eines Tages meine Schwester Eloy zu retten, Herrin", rutscht es mir mehr oder weniger freiwillig heraus. Das ich auch darauf hoffe, dass mein Vater mich irgend wann retten wird, verschweige ich lieber.

"Du hast also eine Schwester. Ich nehme an, du bist die Ältere?"

"Das ist korrekt, Herrin", erwidere ich und merke, wie sehr ich Eloy vermisse. In der kleinen Wohnung habe ich sie innerlich oft verflucht, weil sie eben so klein, so nervig und so anhänglich war. Aber erst wenn einem etwas genommen wird, kommt die Erkenntnis, wie sehr ich Eli eigentlich geliebt habe.

"Und du weißt, dass die Wahrscheinlichkeit in die Freiheit entlassen zu werden, sehr gering ist?" Die Fallen sieht mich fragend an, während ihr Tonfall neutral bleibt.

"Das ist mir durchaus bewusst, Herrin. Aber wir Corellianer sind für unseren grenzenlosen Optimums bekannt, Herrin", bestätige ich ihre Worte. Die einzige Möglichkeit für einen zum Tod in der Arena verurteilen Gladiator legal in die Freiheit zu kommen, in einem Battle Royal zu triumphieren. Der Finale Endkampf, wenn man zwölf Standardjahre in der Arena überlebt hatte. Die Anzahl der Teilnehmer war immer unterschiedlich, aber unter einem Dutzend waren es normalerweise nie. Und nur der Sieger kommt frei, der Rest stirbt. Und manchmal vereendet auch der Sieger, wenn er zu schwere Blessuren im Kampf davon getragen hat. Wenn man es überlebt, wird man begnadigt und in die Freiheit entlassen. Ein kleines Fünkchen Hoffnung, um die Illusion eines Auswegs aufrecht zu erhalten.

"Wie ich sehe, ist die sprichwörtliche corellianische Arroganz kein Klischee", erwidert sie lachend. Ich erwidere nichts darauf, da dies nur eine Feststellung gewesen ist.

"Du bist eine Mörderin, wie ist es dazu gekommen?", wechselt die Falleen das Thema.

"Nach dem Tod meiner Mutter versuchte ich unseren Vater zu kontaktieren. Ich hatte die Adresse eines Kontaktmannes, aber der ist ein paar Tage vorher aufgeflogen und die Kopfgeldjäger setzten einen Gewürzsüchtige ein, um eventuell weitere Dissidenten von Corellia dingfest zu machen. Sie sperrte uns in eine kleine Küche, aber wir versteckten uns und täuschten eine Flucht durch den Lüftungsschacht vor. Leider wurden wir trotzdem entdeckt und in Notwehr tötete ich die Frau mit einem Küchenmesser, weil sie mit einem Blaster auf mich schoss. Die zwei Kopfgeldjäger waren mir leider über, so dass wir gefangen genommen wurden", erzähle ich wahrheitsgemäß meine Geschichte. Wahrscheinlich steht das eine oder andere sogar so in meiner Akte und ich sehe keinen Vorteil darin, darüber zu lügen.

"Das deckt sich mit den mir bekannten Fakten. Dein Vater lebt demnach noch und ist im Untergrund?" Damit bestätigt meine neue Herrin, dass dies wohl gerade ein Test meiner Aufrichtigkeit war.

"Ich denke, dass mein Vater noch lebt, Herrin", hoffe ich, da ich ja schon länger keinen Kontakt mehr mit ihm habe und ich nicht weiß, ob er überhaupt noch lebt. Wenn ja, scheint er nicht besonders Erfolgreich nach mir gesucht zu haben.

"Xesh, hole uns doch bitte eine Karaffe Wasser und zwei Gläser aus der Küche", befiehlt meine Herrin wohl dem Protokolldroiden.

"Wie ihr wünscht, Prinzessin Xira", bestätigt der Protokolldroide mit einer angedeuteten Verbeugung und watschelt davon. Meine Herrin wartet, bis die Tür sich hinter ihm geschlossen hat, dann stellt sie ein Gerät auf den Schreibtisch, dass ich nicht kenne und aktiviert es. Außer das eine Leuchte anfangt zu blinken passiert nichts erkennbares. Die Adlige, nach ihrem Titel wohl die Tochter eines der vielen Herrscherhäuser von Falleen, winkt mich zu sich her und beugt sich vor.

"Diene mir vier Jahre nach bestem Kräften und ich verspreche dir, dass ich eine Möglichkeit finde, dich ich die Freiheit zu entlassen und wenn dein Vater noch lebt, dich ihn zu übergeben. Was hältst du davon, Lyra?", fragt sie mich. Ich bin irritiert und überrascht zugleich über ihren Vorschlag, der in meinen Augen nicht wirklich Sinn ergibt. Zu neunundneunzig Prozent gehöre ich ihr ja schon und ich bin ihre Sklavin, mit der sie fast alles tun und lassen kann, was ihr in den Sinn kommt. Warum dieses Angebot, dass sie so nicht nötig hat?

"Das wäre Toll, Herrin. Aber ich verstehe nicht, warum ihr mir dieses Angebot unterbreitet", erkläre ich ehrlich meine Verwunderung über diesen unerwarteten Vorschlag.

"Damit du mit all deiner Kraft für mich kämpfst. Ich brauche dich als Partnerin, die mit jeder Faser ihres Seins mit mir am gleichen Strang zieht. Kämpfe für mich vier Jahre in der Arena mit all deiner Kraft und ich schenke dir die Freiheit, mein Wort darauf, kleine Kriegerin. Kann ich mich auf dich verlassen, Lyra?" Mit diesen Worten reicht sie mir ihre gepflegte Hand mit kunstvoll bemalten Fingernägeln, die eher schon Krallen sind. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich komme mir vor wie ein Rancor, auf dem Zeichentrickfigur Tricky Trixi sitzt und mir ein Nuna an einer Angelleine vor die Nase hält. So das ich für eine gewisse Zeit dazu gezwungen bin, dem Köder vor meiner Nase zu jagen. Puschel hatte alle Staffeln der Serie in seinem Speicher und ich habe alle Episoden mehrmals angesehen, weil die kleine trickreiche Corellianerin die meisten Probleme mit ihrem scharfen Verstand gelöst hat, was mir sehr imponiert hat.

Nakagos wirre Gedanken

Ich finde die Falleen als Rasse recht faszinierend. Leider haben sie es nicht in den jetzigen Kanon geschafft.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 26. Juli 2018, 15:01:09
Episode III

"Du fragst dich sicher, ob ich nicht nur mit dir spiele und ob du mir vertrauen kannst. Dessen kannst du dir nicht sicher sein und egal was ich sage, es wird daran nichts ändern. Du kannst es nur darauf ankommen lassen und darauf hoffen, dass ich dich nicht hintergehe, Lyra", versucht meine Herrin Xira mich zu überzeugen. Mit ihren Worten hat sie durchaus recht, ich werde nie sicher sein können, ob sie Wort hält oder nicht. So was nennt man wohl Vertrauen.

"Na gut, Prinzessin Xira!" Mit einem Handschlag bekräftigen wir unser Abkommen. Ist ja nicht so, dass ich groß eine Wahl habe. Sie setzt sich wieder bequem hin und der Droide kommt mit einem Tablett durch die sich öffnende Tür gewankt. Protokolldroiden sind keine Butlerdroiden, dass merkt man gleich. Da nehme ich dem Droiden lieber das Tablett ab, bevor noch was zu Bruch geht. Unaufgefordert schenke ich uns beiden ein Glas Wasser ein.

"Das wäre ja dann geklärt. Nun bist du mein Besitz und wir haben noch drei arbeitsreiche Monate vor uns. Morgen früh beginnt dein Training. Trink aus und begebe dich in deine Zelle!", befiehlt meine Herrin. Ich befolge dem Befehl und folge schließlich einem schwebenden Droiden in den Zellenblock, der sich im oberen Geschoss befindet.

Meine Einzelzelle ist winzig und in einem sanften Grün gehalten. Die eine Hälfte wird von einer Schlafnische und die dazu gehörenden Einbaufächer eingenommen. Der Rest wird noch einmal durch eine Hygienezelle geteilt. Aber dafür ist alles sauber und wirkt neuwertig. Ich schaue mich nach Überwachungsgeräten um, kann aber keine entdecken. An der Decke gibt es zwei Öffnungen für die Lüftung und einen Lichtgloben, den ich sogar an und aus machen kann. Ich blicke in die Verschläge und Schubladen. Zu meiner Überraschung finde ich darin saubere Trainingskleidung. Überall steht mein Kennung, aber auch mein realer Name darauf, auch wenn der Nachname falsch geschrieben ist. Auf der Brust findet sich ein Wappen in Form eines schwarzen Kreises mit einem roten, auf der Spitze stehenden Dreieck darin. Wahrscheinlich ist dies das Wappen dieses Gladiatorenstalls.

Ich zieh mich aus und probiere die Hygienezelle aus. Auch im großen Gemeinschaftsraum hatte es Hygienezellen gegeben, aber die hatten muffig gerochen und wirklich richtig funktioniert haben sie nie. Die hier ist neu und hat viele Funktionen, von denen ich einige gleich ausprobiere. Eine Seite dient als Spiegel und ich kann mich seit langer Zeit wieder selbst betrachten. Mein Gesicht wirkt hager, ausgezehrt und man sieht mir die Strapazen und den Stress der letzten Monate an. Ich erschrecke etwas über meinen Anblick, der mehr einem Totenschädel als einem lebendigen Mädchen gleicht. Ich hasse meinen Anblick ohne Haare. Mein Körper ist so durchtrainiert, dass sich auf meinem Bauch sogar die Muskulatur deutlich abbildet. Überall habe ich blaue Flecken in den verschiedensten Farben und viele Schrammen. Dann drehe ich mich um und schaue über meine Schulter blickend meinen Rücken an. Fünf hässliche Narben sind dort zu sehen, jeder kündet von dem Hieb mit einer Neuralpeitsche. Die stammten vom ersten Monat meiner "Ausbildung", als ich noch versuchte, ein Rest Würde und Stolz zu bewahren. Aber dieser Anfall von corellianischen Trotz ging schnell vorbei.

So sauber wie seit über neun Monaten nicht mehr ziehe ich einen richtigen Schlafanzug an. Meine alte Kleidung werfe ich in einen Müllbehälter, der sich in einer der Ausziehbaren Fächer befindet. Etwas befremdet lege ich mich in die Schlafnische und entdecke mehrere Regler, wo ich Temperatur der Zelle steuern kann. Mein Herrin verwöhnt mich. Ich denke über meine jetzige Situation nach. Für eine Sklavenhalterin scheint Herrin Xira ja recht umgänglich zu sein. So ziemlich jeder hat mich in den letzten Monaten eigentlich nur angeschrien und meist dann seine Worte mit dem einen oder anderen Stockhieb Nachdruck verliehen. Das sollte uns für den Kampf abhärten. Da ist Xira eine wohltuende Abwechslung. Ich scheine ihr am Herzen zu liegen, jedenfalls hat sie das recht gut vermittelt. Ob sie mir nur was vorgespielt hat, als sie mich quasi zur "Partnerin" gemacht hat, kann ich nicht sagen. Will sie so meine Loyalität erringen? Braucht sie die überhaupt? Ich gehöre ihr ja schon zu neunundneunzig Prozent. Dieses ganze Gerede hätte sie so gar nicht gebraucht. Ob sie mir wirklich eine Möglichkeit verschaffen wird, nach vier Jahren hier aus der roten Arena irgendwie zu entkommen? Ich habe keine Ahnung. Warum ausgerechnet vier Jahre?

Ich habe viele Fragen und so gut wie keine Antworten. Diffus kann ich mich an die Geographie Lektion über die Kultur der Falleen erinnern, dass es unter gut begüterten Falleen üblich ist, dass sie in ihrer ersten Erwachsenenjahren eine Reise antreten, um die Galaxis kennen zu lernen. So eine Art Pilgerreise um sich letztendlich selbst finden und Lebenserfahrung zu gewinnen. Ich schätze meine Herrin als vergleichsweise jung ein. Und offensichtlich ist sie sehr vermögend. Ihre Manieren, ihre Sprache, diese Einrichtung, alles deutet darauf hin, dass sie zur herrschenden Oberschicht gehört. Ist das ihre Pilgerreise? Warum dabei aber einen eigenen Gladiatorenstall zu errichten? Ich finde darauf keine Antwort.

Irgendwann übermannt mich der Schlaf. Als ich aufwache, weiß ich einen Moment nicht, wo ich überhaupt bin. Dann fällt mir alles wieder ein. Die Beleuchtung brennt und ein durchdringendes Gepiepse ertönt. Offensichtlich habe ich die letzten elf Stunden durchgeschlafen. Ich stelle den Alarm ab und eine automatische Stimme erklärt mir, dass ich eine Viertelstunde habe, mich zu richten und hier alles ordentlich zu hinterlassen. Da ich gelernt habe, die Anweisungen meiner Herren geflissentlich umzusetzen, mache ich das auch und nach genau fünfzehn Minuten öffnet sich zischend die Zellentür und ich warte in devoter Haltung auf weitere Befehle.

Ich werde von einem kleinen schwebenden Droiden hinunter geleitet in einen kleinen Konferenzraum. Nun sehe ich zum ersten mal meine neuen Kameraden, die ich alle schon kenne, da wir aus der gleichen Klasse stammen. Offensichtlich ist dieser Stall entweder ganz Neu oder alle anderen Gladiatoren sind auf dem roten Sand gefallen. Wir sind gerade mal drei Stück. Die anderen beiden sind eine Rodianerin und eine sehr stark vernarbte Sakiyan aus der Unterwelt von Nar Shaddaa. Arlak heißt die Sakiyan der Haut aussieht, als hätte ein Kind versucht, aus verschiedenen Stoffresten künstliche Haut für eine Puppe herzustellen und ist kläglich dabei gescheitert. Die Frau stammt aus den Düsterlanden, wie Teile der Unterwelt von Nar Shaddaa passend genannt werden. Deswegen ist ihre grüne Haut fast ausgebleicht und ihre Augen sind sehr lichtempfindlich. Nur die härtesten und gemeinsten Kreaturen überleben in den Düsterlanden, die für ihre psychotischen Banden aus Kannibalen und Menschenfresser berüchtigt sind. Viele ihrer Narben und Verbrennungen sind ritueller Natur. Mit der ist nicht gut Bolbifrüchte essen, dass habe ich schon früh gelernt, da sie in einem Übungskampf einen Gegner so verstümmelt hat, dass dieser "entsorgt" werden musste. Die erwachsene Rodianerin ist mir vorher nie wirklich aufgefallen und hört auf den Namen Kobia.

Unsere Trainerin entpuppt sich ebenfalls eine Sakiyan mit sehr vielen Narben. Aber die sind von unzähligen Kämpfen. Ihre Augen sind künstlich, ebenfalls ihr Arme. Die Cyberware sieht optisch sehr hochwertig aus und vielleicht ist das sogar freiwilliger Ersatz, da künstliche Gliedmaßen durchaus mehr Kraft übertragen können  als ein natürliches Gliedmaß.

"Willkommen im Haus Triangulum! Mein Name ist Meisterin Tokora. Ich bin nun eure Trainerin. Wenn ihr überleben wollt, tut das, was ich sage. Und nur das!"

Nakagos wirre Gedanken

Keine Angst, jetzt kommt keine Kapitel über Training oder ähnliches. Im nächsten Kapitel geht es dann direkt vor Lyras Debütkampf.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 29. Juli 2018, 17:31:56
Episode IV

"Das war wohl nix!", murmle ich, während der Holoprojektor des gänzlich in Rot gehaltenen Aufenthaltsraum mir äußerst detailreich zeigt, wie eine schwarze Stoßzahnkatze die bedauernswerte Arlak äußerst brutal in Stück zerreißt. Die Sakiyan hatte nie wirklich eine Chance gegen dieses vernarbte und kampferfahrene Kreatur mit dem bezeichnenden wie auch etwas irreführenden Namen "Reißwolf" gehabt, die inzwischen 37 Kämpfe in der Roten Arena überlebt hat. Stoßzahnkatzen sind als domestizierte Reittiere so weit in der Galaxis verbreitet, so das keiner mehr sagen kann, von welchem Planeten sie ursprünglich stammen. Auf vielen dünnbesiedelten Planeten lebt auch eine wilde Population dieser Wesen, Nachfahren von entlaufenen Reittieren, die als gefürchtete Raubtiere sich oft an die Spitze der Fresspyramide gekämpft haben.

Ich sitze mit Meister Tokara auf einer der im Raum verteilten Sitzgelegenheiten und starre entsetzt auf das live übertragene Bild aus dem Oval der Roten Arena. Die blassgrüne Arlak hatte immer so selbstsicher gewirkt, als gäbe es nichts in der Galaxis, was ihr irgend etwas anhaben könnte. Wirklich Nahe standen wir uns trotz der drei Monate gemeinsames Training nie, trotzdem tut es mir schon fast körperlich weh, die Sakiyan so sterben sehen zu müssen.

"Damit hat auch die zweite Gladiatorin aus dem neu aufgestellten Haus Triangulum ihren Debütkampf nicht überlebt. Weiter geht es nun mit...", verkündet der Stadionsprecher mit deutlicher Häme in der Stimme, aber ich höre seine weiteren Worte nicht mehr. Meine Gedärme sind verknotet, mein Mund ist trocken, mein Herz rast und ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. So fühlt sich also Todesangst an. Kein schönes Gefühl.

"Halte dich an das, was ich dir beigebracht habe, Askana und du wirst da draußen überleben", versucht die Sakiyan mir Mut zu machen.

"Genau das habt Ihr Kobia und Arlak auch gesagt, Meisterin Tokara!", erwidere ich mit Bitterkeit in der Stimme, die ich nicht zu verschleiern suche. Die Rodianerin Kobia habe ich durchaus gemocht, da diese doch recht umgänglich war. Die arme Rodianerin wurde von einem wolfartigen Raquar´daan von der Wüstenwelt Sriluur getötet. Von Arlak habe ich mich immer fern gehalten, weil die Sakiyan doch sehr ätzend war.

"Die Anderen haben letztendlich auch nicht das gemacht, was ich ihnen beigebracht habe!", verteidigt sich meine Meisterin und ich muss ihr durchaus recht geben. Die tödlichen Fehler, die meine Kameradinnen bei ihrem Kampf gemacht haben, waren bekannt und hätten vermieden werden können. Aber Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe. Und im Eifer des Gefechtes kann man schon mal was vergessen.

"Da mögt ihr Recht haben." Ich bin zwar noch nicht wirklich überzeugt, aber vielleicht geht es bei mir ja besser. Wobei das eigentliche Problem eher sein dürfte, dass unsere zugelosten Gegner jeweils die erfahrensten Kreaturen ihrer Klasse sind. Dieses "Losverfahren" scheint durchaus manipuliert gewesen zu sein. Irgendjemand muss ja die erfahrensten Kreaturen abbekommen, aber wenn ein Stall jeweils die berüchtigte Kreatur ihrer Kategorie zugelost bekommt, ist das eine statistische Anomalie, die eigentlich nur den Schluss zulässt, jemand hat da im Hintergrund massiv manipuliert. Über das Warum kann ich nur grobe Vermutungen anstellen. Sei es, dass jemand den Stall sofort zerschlagen will, dass meine Herrin alte Feinde hat, die nun mit ihr auf diese Weise abrechnen oder jemand meine Herrin ruinieren will. Letztendlich ist das rein akademisch, da nur die Tatsache zählt, dass ich in wenigen Minuten gegen einen Massiff kämpfe, der in über zwanzig Kämpfen nicht ein einziges mal besiegt worden ist. Diese Kreaturen stammen von Geonosis, haben sich aber inzwischen recht weit in der gesamten Galaxis als Wachtiere verbreitet. Dieser spezielle Massiff trägt den Namen: "Blutreißer" und ist der mit Abstand gefährlichste aller Massiffs, welche die Rote Arena zur Verfügung hat. Nicht gerade der originellste Name für eine Bestie, aber durchaus aussagekräftig.

"Es geht gleich los! Mach dich bereit!", befiehlt meine Trainerin und ich stehe auf. Für einen Moment schwanke ich, weil die Welt sich um mich zu drehen scheint. Mein Blick verschleiert sich und für einige Augenblicke kann ich meine Umwelt nur noch durch einen Grauschleier wahrnehmen. Meine Trainerin packt mich und hält mich fest, sonst wäre ich wohl gestürzt.

"Mut! Glaube an dich und du wirst überleben! Besinne dich auf deine Stärken und zeige es ihnen da draußen!", versucht Meisterin Tokara mir Mut zuzusprechen und lässt mich los.

"Corellia! Freiheit oder Tod!", flüstere ich und versuche mich zu straffen. Ich fühle mich immer noch dem Tode geweiht, aber wenn ich sterbe, dann im Kampf. Wir Corellianer sind dafür bekannt, niemals aufzugeben, auch wenn alles gegen einen spricht. Und ich habe nicht vor, heute mit Aufgeben anzufangen. Mehrmals atme ich bewusst ein und aus, fokussiere mich auf mein innerstes selbst und finde meinen Mut zum Überleben wieder. Und ich kämpfe nicht nur für mich, sondern auch für Eloy, die nun ein ganzes Jahr in Gefangenschaft ist. Weiß die Macht, wo sie nun sein mag. Und ein kleiner Teil von mir fragt sich berechtigt, ob meine Schwester überhaupt noch lebt. Einzelne kleine Kinder in ihrem Alter haben einen recht geringen Wert. Aber ich versuche mir einzureden, dass meine Schwester hübsch genug ist, dass man sie am leben lässt. Und vielleicht hat ja auch mein Vater sie schon längst gerettet.

"Überlebe und Siege!" Mit diesen Worten überreicht meine Meisterin mir meinen Vibrospeer. Die Waffe ist auf mich und meine Art zu kämpfen angepasst. Seit gut zweieinhalb Monaten habe ich jeden Tag damit trainiert und mich mit dieser Waffe durchaus vertraut gemacht. Meine Handflächen sind so klitschnass vom Schweiß, dass sie mir beinahe aus den Händen flutscht. An einem Tuch reibe ich sie trocken und halte den Speer dann so fest, dass meine Knöchel deutlich hervor treten. An dieser Waffe hängt mein Leben. Genau genommen ist sie mein Leben. Den Speer zu verlieren ist gleichzusetzen mit meinem Tod. Und ich will, darf noch nicht sterben. Nicht nur für mich, mein Überleben kämpfe ich, sondern auch für Eloy, meine kleine Schwester. Ich habe geschworen, sie zu beschützen oder blutig zu rächen.

Der Kampf in der roten Arena, zwischen einem stämmigen Nikto und einer doppelt so großen grauen Bestie mit zwei Hörnern am Kopf neigt sich dem Ende entgegen. Dieses mal kann der Gladiator sein Debüt gewinnen. Möge mir das auch gelingen. Ich bin die übernächste, werde jetzt aber schon von zwei schwer gepanzerten Sicherheitsdroiden dazu genötigt, einen der Beobachterdroiden zu folgen. Es ist nicht weit vom Aufenthaltsraum, der nur noch mäßig besetzt ist, mein Kampf wird der letzte der Debütkämpfe für heute sein.

"Glaub an dich!", ruft mir Meister Tokara ein letztes mal hinter her, dann betrete ich einen Gang. So fühlt es sich also an, wenn man zum Schafott geführt wird. Meine Beine scheinen aus Wachs zu sein. Jeder Schritt kostet Überwindung, trotzdem schreite ich zwischen den Droiden mit erhobenen Haupt einher. Ich habe gesehen, wie einige der Todeskandidaten regelrecht in die Arena geschleift wurden. Widerstand ist sinnlos und schwächt einen nur für den eigentlichen Kampf in der Roten Arena.

Eine Schleuse öffnet sich, ich folge dem Droiden, während die beiden Wachen zurückbleiben. Nun bin ich in der Kammer ohne Wiederkehr, wie das so schön genannt wird. Schmucklos ist sie, auch wenn der Durastahl gebürstet ist, aus dem die Kammer besteht. Mehrere Minuten verharre ich in der Kammer, versuche mir ins Gedächtnis zu rufen, was ich die letzten Wochen gelernt habe. Der Speer in meiner Hand vibriert leicht, was es mir leichter machen wird, durch das Fleisch meines Gegners zu schneiden. Sein vertrautes Gewicht gibt mir durchaus Mut. Meisterin Tokara hat mich gut vorbereitet, mich sehr viel gelehrt in den Wochen, die wir zusammen verbracht haben.

Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Waffen hat sich der Vibrospeer als die Beste für mich geeignete Waffe herauskristallisiert. Ich bin aufgrund meines Alters nun mal kleiner und schwächer als die meisten Gladiatoren. Was im Umkehrschluss schlicht bedeutet, die meisten sind größer und stärker. Je länger ich lebe, wird sich dieser Nachteil verringern, aber momentan brauche ich eine Waffe, für die man wenig Kraft braucht und den Reichweitenvorteil meiner Gegner minimiert. Viele Bestien greifen nicht nur mit ihrem mit Reißzähnen bewehrten Maul an, sondern auch mit Klauen an den Enden meist recht langer Extremitäten. Ein Speer ist eine zweihändige Waffe, so dass ich deutlich mehr Kraft übertragen kann, als durch ein einhändiges Schwert. Ein Axt kann zwar auch zweihändig geführt werden, braucht aber auch entsprechende Stärke. Ein zweihändiges Schwert wäre auch eine Lösung gewesen und habe damit einen ganzen Tag geübt. Aber letztendlich gibt ein Speer die größere Reichweite und eine große Bandbreite an Manövern. Durch die lange gebogene Klinge am Ende, sind nicht nur Stiche möglich, sondern auch Hiebe, sind viele tödliche Kombinationen möglich. Ich hoffe, dass sich meine Wahl heute als Vorteil herausstellt.

In den letzten drei Monaten bin weitere vier Zentimeter gewachsen und habe sechs Kilo zugelegt. Deutlich zeichnen äußerst unweiblich die Muskeln unter meiner Haut ab. Bis auf einen sehr knapp bemessenen Lendenschurz, auf dem das Wappen von Triangulum aufgedruckt ist, bin ich nackt. Da ich noch keine Brüste habe, empfinde ich das nicht als so schlimm.

Nun beginnt ein Countdown zu zählen, ich straffe mich, gehe in eine siegesgewisse Pose und schon öffnet sich die die vordere Schleuse. Zu bewegen brauche ich mich nicht, denn die Plattform auf der ich stehe wird ausgefahren und überbrückt den gut zwölf Meter tiefen Graben der Schande, wie die Barriere rund um das Oval des Kampfplatzes genannt wird. Auf dem Grund befinden sich unzählige Dornen aus Durastahl, auf dem sich jeder aufspießt, der das Pech hat, in die Grube zu fallen. Oder hinein zu springen. Es gibt sogar die Möglichkeit darauf zu wetten, ob ein Gladiator bei seinem Debüt freiwillig in die Grube springt. Bei manchen Gegnern ist das sicherlich eine Alternative. Aber Selbstmord kommt für mich nicht in Frage. Ich muss leben, da ich meine Schwester finden und retten muss.

Die Rote Arena hat wirklich beeindruckende Ausmaße. Sie gehört zu den zehn größten Arenen auf Nar Shaddaa und umfasst angeblich eine halbe Million Plätze. Die Ränge wirken gut besucht, Debütkämpfe sind besonders bei Wettern beliebt, da es oft Überraschungen gibt. Es wird nicht nur auf Sieg oder Niederlage getippt, sondern es gibt viele Kategorien, zum Beispiel wie lange der Kampf dauert oder wie viele Treffer für einen Sieg notwendig sind. Wobei ich mich schon Frage, wie krank man sein muss, ein Kind in die Arena zu schicken und dann darauf zu wetten. Aber ich bin nun mal eine Mörderin und deren Schicksal ist es, in der Arena zu sterben, egal wie alt sie sind. Ich spüre den namengebenden roten Sand unter meinen bloßen Füßen, als ich mich auf meine Startposition begebe. Der rote Sand hat seine Farbe, von dem vielen Blut, dass hier vergossen wird. Der Legende nach, ist er noch nie ersetzt worden. Der Stadionsprecher redet die ganze Zeit über, aber ich höre nur ein stetiges Rauschen.

Nun habe ich meine Startposition erreicht und über einen Fahrstuhl wird mein Gegner ausgefahren. Ein normaler Massiff hat eine Schulterhöhe von einem dreiviertel Meter. Der hier ist deutlich größer, seine gepanzerte Oberseite ist mit einem dichten Narbengewebe durchzogen. Dieses Ding hat schon viele Kämpfe überlebt. Für einen Moment droht die Todesangst überhand zu gewinnen, aber mir gelingt es gerade noch, mich zu fokussieren, bevor ich eine ernsthafte Panikattacke bekomme. Genau genommen werde ich sogar vollkommen ruhig, scheine meinen Geist von meinem Körper abzukoppeln. Ich bin bereit! Möge die Macht mir sein.

Nakagos wirre Gedanken

Mögen die Spiele nun beginnen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 31. Juli 2018, 16:56:33
Episode V

"Ein Massiff ist ein Rudeltier. Ein Raubtier, dass nur eine Taktik wirklich gut beherrscht. Den frontalen Angriff aus der vollen Bewegung heraus. Auch wenn man ihm mit Geduld ein paar Tricks antrainieren kann, letztendlich verfällt ein Massiff immer in sein instinktives und seit Jahrtausenden bewährtes Angriffsmuster. Das ist dein Ansatzpunkt!", höre ich die Stimme wieder in meinem Kopf erschallen. Eine der ersten Lektionen, die mir Meisterin Tokara beigebracht hat. Der Trick ist, den Massiff nicht sein Ding machen zu lassen. Ihm die Initiative zu nehmen und selbst in den Angriff zu gehen, bevor er das tun kann.

Also setze ich mich sofort in Bewegung und renne auf die Echsenartige Kreatur zu, die eigentlich von Geonosis stammt, aber inzwischen auf vielen Welten und auch von Truppen des Imperiums als Wachkreatur eingesetzt wird. Niemand bei klaren Verstand legt sich freiwillig mit einem Massiff an, dessen Gebiss im Verhältnis zu seiner Größe zu einem der mit der kräftigsten in der bekannten Galaxis gehört. Das Gebiss ist darauf ausgelegt, schon beim ersten Biss schon eine ordentliche Menge Fleisch aus seinem Opfer herauszureißen. Trifft er mich nur einmal richtig, bin ich tot. Der Trick ist nun, ihn zu treffen, bevor er mich treffen kann. Durch meinen Speer habe ich die höhere Reichweite, kann ihn auf Distanz halten. So jedenfalls die Theorie.

Schnell verringern wir unter dem Gejohle der Zuschauer, die ihre blutige Show wollen, die Distanz. Von meinem Angriff wirkt die Kreatur nicht irritiert, da er diese Gegentaktik schon öfters erlebt haben muss. Normalerweise weicht man dann links oder rechts aus und versucht dann den Speer in den Unterleib zu rammen, da dieser nicht durch einen Panzer aus flexiblen Knochenplatten geschützt ist. Das Problem dabei ist, dass ein Massiff durchaus wendig ist und dadurch, dass er ursprünglich von einer Welt mit ausgedehnten Sandwüsten stammt, prädestiniert ist, auch auf rutschigen Sand einen sicheren Halt zu finden. Obendrein wird diese Taktik so ziemlich jeden Anfänger beigebracht, so das ein so erfahrener Gegner wie "Blutreißer" mit diesem Manöver also vertraut ist. Also springe ich über ihn drüber. Leider bin ich nicht so schnell und gelenkig um ihn beim Überflug meinen Speer hinein zu rammen. Im letzten Moment versucht er noch hoch zu steigen, aber seine Zähne schlagen nur harmlos in die Luft. Ich komme hinter ihm auf, rolle mich ab und bin sofort wieder auf den Beinen. Dieses Manöver habe ich die letzten Wochen buchstäblich bis zum umfallen geübt.

Der Massiff wird langsamer und dreht dann um. Seine dunklen Augen fixieren mich ein weiteres mal, als ob er mich neu einschätzen würde. Sofort nimmt er wieder Geschwindigkeit auf und ich renne ebenfalls mit voller Kraft auf ihn zu. Der Massiff ist nun deutlich langsamer und zeigt mir, dass er lernfähig ist. In seinen kleinen Knopfaugen vermag ich schier etwas wie Intelligenz schimmern zu sehen. Aber wahrscheinlich ist das nur eine Reflektion von Licht und ich interpretiere da mehr hinein, als wirklich ist.

Ich tu so, als wollte ich wieder wie vorhin über ihn drüber springen und der Massiff steigt sofort hoch, sein Maul mit den scharfen Reißzähnen weit aufgerissen. Aber ich bremse nun stattdessen ab, stoße meinen Speer vor und treffe die von mir anvisierte Stelle präzise von vorne, da ich dahin ziele, wo der Hals sein wird und nicht dahin, wo er am Beginn meiner Bewegung ist. Dieses Manöver habe ich in den letzten Monaten sicherlich mehrere tausend mal geübt, bis es mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Fast widerstandslos fährt die vibrierende Klinge durch die zähe Haut in das darunterliegende Gewebe des empfindlichen Halses. Der Speer gräbt sich tief in das Fleisch hinein und ich lasse den Schaft los, da ich sicher bin, ihn tödlich getroffen zu haben. Mit einem Sprung nach hinten bringe ich mich aus dem Bereich des im Todeskampf sich hin und her wälzenden Massiff. Schnell werden seine unkontrollierten hektischen Bewegungen langsamer, als seine Lebenskraft aus ihm hinaus fließt. Der Jubel des Publikums ist äußerst verhalten, als ich meine Faust in die Höhe recke und auf Orys Corellisi heraus schreie: "Corellia! Freiheit oder Tod!" Ehrlich gesagt kann ich auch nicht viel mehr als diese Worte auf der alten indigenen Sprache von Corellia sprechen. Vielleicht hört das jemand und eventuell wird die Corellianische Befreiungsfront darauf aufmerksam. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar verschwindend gering, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Der Massiff ist nun tot und ich ziehe den Speer wieder hinaus.

Mein Abgang erfolgt unter wütenden Buhrufen, da die meisten wohl auf meinen Tod gewettet haben und da die Quote dafür ziemlich niedrig, aber dafür sicher erschien, wohl viele nun ihr Geld verloren haben dürften. Manchmal ist es eben cleverer, auf den Außenseiter zu wetten und nicht auf den vermeintlichen Sieger. Erhobenen Hauptes verlasse ich die Arena, während ein Droide den Kadaver des Massiff aus der Arena befördert.

"Das hast du gut gemacht, Askana!" Anerkennend legt Meister Tokara eine ihrer Cyberhände auf die Schulter.

"Ihr habt mich viel gelehrt, Meisterin Tokara, Danke!", erwidere ich ehrlich dankbar, denn mir ist klar, dass ich ohne ihre Erfahrung, ihre Fähigkeit ihr Wissen zu vermitteln und ihren Trainingsplan ich nun zu Bestienfutter verarbeitet würde und nicht der Massiff. Auf Nar Shaddaa wird nichts verschwendet. Warum jemanden bestatten, wenn man ihn auch an die Kreaturen verfüttern kann? Sie nickt mir noch einmal anerkennend zu und ich darf zurück in meine Zelle. Mehr Worte braucht es nicht, letztendlich ist alles gesagt.

In meiner Zelle wartet als Überraschung auf mich ein Kleid, ein Paar Stiefel und etwas Modeschmuck. Dazu übermittelt mir ein Droide, dass meine Herrin mich erwartet, sobald ich mich frisch gemacht habe. Viel zum ausziehen habe ich ja nicht, als ich in die Hygienezelle steige. Während der Schweiß und der Sand von meiner Haut abgespült wird, beginne ich zuerst zu zittern, dann sinke ich in mich zusammen und fange an hemmungslos zu weinen. Mit meinen Armen umklammere ich meine an meinen Körper heran gezogenen Beinen und wiege mich vor und zurück. Ich weine um meine Mutter, meine verschleppte Schwester und ich würde lügen, wenn ich leugnen würde, dass ich mich auch selbst bedauere. Ein Jahr lang lebe ich nun in Todesangst in dem Wissen, eines Tages in der Arena zu sterben. Ob meine Herrin wirklich einen Weg finden wird, mich in knapp vier Jahren zu befreien, halte ich für eher unwahrscheinlich. Natürlich hoffe ich, dass die Prinzessin mich nicht anlügt, aber ich werde es erst wirklich wissen, wenn ich tot oder von hier entkommen konnte.

Schließlich beruhige ich mich, wische mir die Tränen vom Gesicht und dusche mich. Die Hygienezelle trocknet mich ab und sich schlüpfe in frische Unterwäsche. Das Kleid passt mir wie angegossen. Kleider und Röcke waren nie so mein Ding und ich habe schon als kleines Kind Hosen bevorzugt. Aber in dem hier fühle ich mich wohl, was auch an den passenden Stiefeln liegen dürfte, die mir ebenfalls gut passen. Als letztes lege ich den Schmuck an und fühle mich zum ersten mal seit langem wie ein weibliches Wesen. Normalerweise sollte bei mir so langsam die Pubertät einsetzen, aber noch rührt sich da nicht viel.

Nach einer Weile werde ich dann zum essen abgeholt. Wieder schwebt der kleine Droide vor mir her und führt mich in die privaten Gemächer, die ich nun zum zweiten mal betrete. Der Speisesalon ist luxuriös eingerichtet, hat aber wie auch das Arbeitszimmer nichts protziges an sich. Auf dem großen Tisch befinden sich nur drei Gedecke. Eines für meine Herrin, die Prinzessin Xira, meine Trainerin Tokara und eines für mich. Da beide Damen schon sitzen, weiß ich, wo ich platz zu nehmen habe.

"Gratulation zum Sieg, Lyra", begrüßt mich die Prinzessin mit einem huldvollen Nicken.

"Ich habe Euch zu danken, Prinzessin Xira. Und natürlich auch Meisterin Tokara, ohne deren Rat und Tat ich nicht überlebt hätte", erwidere ich von ehrlicher Dankbarkeit erfüllt. Von noch 81 Debütanten des heutigen Tages haben nur 32 überlebt. Eine Verlustquote von 50 Prozent ist Normal, die heutige war überdurchschnittlich.

"Es war mir ein Vergnügen, Askana", meint meine Meisterin durchaus gut gelaunt und ich schätze, die beiden Ladys haben schon deutlich ein alkoholisches Getränk konsumiert, da die Karaffe aus geschliffenen Kristall nicht mal mehr halb voll ist.

"Die anderen haben es nicht geschafft", meine ich durchaus betrübt über den Verlust meiner Kameradinnen.

"Jede hatte eben sehr starke Gegner", stellt die Prinzessin in einem neutralen Tonfall fest.

"Als ob da jemand etwas gedreht hätte, Herrin!", stelle ich mal meinen Verdacht in den Raum und warte gespannt auf ihre Antwort.

"In der Tat, meine Brüder haben da sicherlich einige Hutten mehr als nur großzügig bestochen", erwidert die Prinzessin, während ein Butlerdroide als erster Gang eine Suppe aufträgt, in einem Tonfall, als hätte sie nichts anderes erwartet.

"Eure Brüder, Herrin?", wage ich nachzuhaken, da diese angedeutete Familienfehde ganz direkt mein Leben bedroht.

"Du musst wissen, mein geliebter Vater hat einen Wettbewerb darüber ausgerufen, wer ihm auf den Thron folgen darf. Jedem ist ein Startkapital zur Verfügung gestellt und wer nach vier Jahren den höchsten Gewinn erwirtschaftet hat, der wird Kronprinzessin", erzählt mir Prinzessin Xira frei heraus. Und nach ihrer Wortwahl scheint sie sehr von sich überzeugt zu sein. Offensichtlich ist etwas von meiner corellianischen Arroganz auf sie abgefärbt.

Nakagos wirre Gedanken

Damit ist der Kampf nun zu Ende und das nächste Kapitel beinhaltet einen Zeitsprung von vier Jahren. Der Massiff ist wirklich von Geonosis und ein Großteil der Dinge, die Lyra darüber erzählt, sind kanonisch.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 02. August 2018, 16:34:44
Episode VI

Vier Jahre diene ich nun Haus Triangulum. 134 Kämpfe auf Leben und Tod habe ich gewonnen, meist gegen Bestien, aber auch gegen intelligente Spezies. Es ist kurz vor dem Mittagessen, als ich vom Laufband herunter geholt werde, nachdem ich schon über zwanzig von den geforderten fünfundzwanzig Kilometer herunter gespult habe. Heute Morgen steht Ausdauertraining auf dem Plan.

"Ein Fantreffen?", hake ich nach, da dies ein eher ungewöhnlich knapper Termin ist. Normalerweise werden solche Treffen in den Abendstunden nach dem Training abgehalten. Es gibt immer wieder Fans, die viel Geld dafür bezahlen, um ein paar Minuten mit mir verbringen zu dürfen. Normalerweise ist es genau das, nach dem es sich anhört. Aber meine Herrin hat nie zugelassen, dass ich mich prostituieren musste. Ein Umstand, für den ich meiner Prinzessin sehr dankbar bin.

"Ja, ein Fantreffen! So was soll durchaus vorkommen, Askana!", blafft mich meine Meisterin recht barsch an. "Mach dich frisch, zieh dir was hübsches an und dann ab mit dir!"

"Jawohl, Meisterin!", bestätige ich ihren Befehl und will mich umdrehen, dass legt sich ihre Cyberhand auf meine Schulter.

"Ich bin Stolz auf dich, Askana. Erinnere dich immer, was ich dir beigebracht habe und du wirst es weit bringen." Mit diesen Worten dreht sie sich brüsk um und ich kann nicht nachvollziehen, warum sie das zu mir gesagt hat. Irgend etwas oder jemand muss sie verärgert haben, anders kann ich mir ihr komisches Verhalten nicht erklären. Wie befohlen gehe ich in meine Zelle, mach mich frisch und zieh mich schick an. Dann gehe ich in Richtung der Sicherheitsschleuse, da solche Treffen in gesonderten Räumen außerhalb der Ställe stattfinden. An diesen Treffen verdient die Arena deutlich überproportional über ihren Anteil mit, da sie die Räume zur Verfügung stellt. Hutten wissen, wie man Credits verdient.

Auf dem Weg treffe ich die Prinzessin. Es ist selten, dass Xira sich in der Trainingshalle aufhält. Wahrscheinlich will sie die Neuzugänge unter die Lupe nehmen. Sie nickt mir zu und lächelt kurz, während ich mich respektvoll vor ihr Verbeuge und sie dann passiere. Hinter der Schleuse nehmen mich zwei Wachdroiden in Empfang und eine der "Beobachter" führt mich durch die Gänge zu einem Turbolift. Inzwischen bin ich sechzehn Jahre alt und mein Körper ist nun der einer Frau. Kind war ich schon lange nicht mehr. Eigentlich war ich seit der Flucht von Corellia schon eine kleine Erwachsene im Körper eines Kindes. Der Imperator hat mir nicht nur meine Heimat gestohlen, meine Mutter und meine Schwester, sondern letztendlich auch meine Kindheit.

Es dauert fast eine Viertelstunde, bis wir den Raum erreichen, in dem das Fantreffen stattfinden soll. Meine Fans sind noch nicht da, also warte ich in dem durchaus protzig luxuriös eingerichteten Raum auf der roten Sitzecke, welche mit Banthaleder bezogen ist. Die Luft ist hier mit aromatischen Stoffen angereichert, was süßlich schwer riecht. Im hinteren Teil des Zimmers gibt es ein Bett und in der Anrichte daneben gibt es Schubladen mit Spielzeugen ganz besonderer Art.

Etwas nervös fahre ich durch meine Haare, die ich wieder in meiner gewohnten Zöpfchenfrisur trage. Eines der vielen Privilegien, die ich aufgrund meiner Siege und Status als Champion des Hauses Triangulum genieße. Ich weiß nie, was für Fans mich erwarten. Manche fragen mir ein Loch in den Bauch, andere bekommen kaum ein Wort heraus. Andere wollen nur, dass ich Autogrammkarten signiere, um diese dann weiter zu verkaufen. Andere Gladiatoren müssen für den Fanservice viel weiter gehen, ihre Hüllen fallen lassen und sich prostituieren. Anders kann man das nicht bezeichnen.

Die Tür fährt auf und zwei schwarz gekleidete Frauen in bodenlangen und hochgeschlossenen Gewändern betreten den Raum. Eine ist komplett verschleiert, von der anderen ist ihr gelbes Gesicht zu sehen. Sie trägt Tätowierungen in geometrischen Formen. Um die Schulter hat sie große, reich mit metallenen Ornamenten verzierte Handtasche gehängt. In der anderen Hand trägt sie eine Rolle. Ich schätze, ich habe zwei Mirialanerinen vor mir. Mirial ist eine trockene und heiße Welt am Äußeren Rand. Während dem Klonkrieg waren sie auf der Seite der Separatisten. Und damit erschöpft sich mein Wissen. Der Sektor will mir partout nicht mehr einfallen, letztendlich ist diese Welt auch nicht wirklich wichtig. Ich weiß aber, dass die Mirialaner sich ihr Gesicht und Körper tätowieren lassen und jedes Symbol hat eine spezielle Bedeutung, so dass jemand, der die Zeichen zu lesen vermag, sehr deutlich sieht, was der andere alles erlebt oder erreicht hat. Dieses Detail fand ich damals bemerkenswert und hab es mir entsprechend gemerkt.

"Ah, da ist sie ja! Champion des Hauses Triangulum. Lyra, das Speermädchen! Ich bin ja so glücklich, dich zu sehen!", ruft die eine unverschleierte enthusiastisch aus. Aus der Rolle zieht sie einen Stapel mit kleinen Postern von mir. Sieht ganz so aus, als stünde eine arbeitsreiche Autogrammstunde vor mir. Mit einem gequälten Lächeln stehe ich auf und frage mich, warum diese quirlige Frau sich an blutigen Kämpfen mit einer Jugendlichen ergötzt. Was mag bei ihr Falsch gelaufen sein?

Wir setzen uns und die Unverschleierte schiebt den nicht ganz dünnen Stapel an Postern mit meinem Abbild in verschiedenen Posen zu mir rüber. Dazu ein Stift. Die Vollverschleierte setzt sich einfach schweigend hin. Irgendwas stimmt mit der nicht, aber ich kann nicht genau sagen, was. Ist es ihre Art sich zu bewegen? Ihre Vollverschleierung? Ihre Schweigsamkeit? Bevor ich das ausführlich analysieren kann, beansprucht die andere Mirialanerin meine volle Aufmerksamkeit. Sie trägt ein recht aufdringliches Parfüm, dass sie wie Duftwolke umgibt.

"Es wäre so Toll, wenn du die signieren könntest. Ich habe alle deine Kämpfe gesehen und ich kann gar nicht genug davon bekommen", meint die Mirialanerin aufgedreht. Sie sagt mir die Widmung und ich schreibe sie auf das Poster. Als ich das Poster zur Seite legen will, besteht sie darauf, dass ich es nach unten in den Stapel schiebe. Offensichtlich werde ich wohl einige Zeit damit beschäftigt sein, Widmungen für eine schier unendliche Anzahl an Freundinnen dieser Mirialanerin zu schreiben. Während die eine ununterbrochen quasselt, ist die andere vollkommen still und regungslos. Das geht etwa zehn Minuten so, dann straft sich die Mirialanerin auf einmal und unterbricht ihren Redefluss für einen Moment, bevor sie in veränderter Tonlage ein ernstes Wort an mich richtet.

"Lyra Askana, Tochter von Manan und Hylia Askana. Schwester von Eloy Askana. Dein Vater schickt mich. An deinem vierten Geburtstag ließ dein Vater dich zum ersten mal an das Steuer seines Gleiters und du flogst eine lange Kehre. Ich bin Kayleen von der CBF. Mein Auftrag ist es, dich hier hinaus zu schaffen. Hast du das verstanden?", fragt mich die Frau nun in einem sehr ernsten Tonfall.

"Diese Räume sind überwacht", erwidere ich unsicher, was ich von der ganzen Situation halten soll. Die Fakten über meine Familie stimmen und auch das mein Vater mit mir am Abend meines vierten Geburtstages eine Runde mit seinem Flitzer gedreht hat. Ich saß auf seinem Schoß und durfte das Fahrzeug steuern. Das war immer unser großes Geheimnis, dass keiner außer uns zwei wusste. Meine Mutter hätte sicherlich sehr mit ihm geschimpft, hätte sie davon gewusst. Also kann ich ihr glauben, dass sie von der Corellianischen Befreiungsfront ist und meinen Vater kennen muss. Sieht so aus, als hätten die mich nach fünf Jahren Sklaverei gefunden. Momentan bin ich zu erstaunt, um irgend etwas anderes als Verwirrung über diese plötzliche Veränderung meiner Lage zu fühlen. Auch realisiere ich im ersten Moment nicht, dass mein Vater noch lebt. Nach drei Jahren in der Arena war ich zu dem Schluss gekommen, dass mein Vater tot sein musste, weil er mich sonst schon längst aus der Roten Arena befreit hätte.

"Keine Angst, die Aufnahmen sind nun in einer Endlosschleife, deswegen wollte ich, dass du die Poster immer nach unten in den Stapel legst."

"Wenn das stimmt, habt ihr aber verdammt lange gebraucht, bis ihr mich gefunden habt", mache ich auf den Umstand aufmerksam, dass ich seit schier endlosen fünf Jahren hier gefangen gehalten werde.

"Ich habe keine Zeit für große Erklärungen und brauche deine Mithilfe!" Beschwörend sieht sie mich an.

"Und wer ist das?", frage ich immer noch zu verwundert, um klar denken zu können.

"Das bist du, sozusagen", meint Kayleen und lüftet den Schleier. Darunter kommt eine schwebende Droideneinheit zum Vorschein, welche über mehrere frei schwebende Komponenten verfügt, die es ihr erlauben, einen Humanoiden Körper in einem Kleid zu simulieren. - Das ist schon raffiniert -, denke ich von diesem technischen Einfallsreichtum beeindruckt.

"Nun gut, wie sieht der Plan aus? Und was ist mit dem?", frage ich und zeige dann auf meinen Sklavenring. Der kann nicht nur schmerzhafte Stromschläge verteilen, sondern auch meine Vitalwerte messen, meinen Standort bestimmen und auch einen Alarm absondernd, falls etwas nicht stimmen sollte.

"Wir haben nun zwanzig Minuten Zeit, von hier zu verschwinden. Wir machen jetzt ein paar Aufnahmen mit dieser Holocam, als ob du dich von uns verabschieden würdest. Und los!" Wir brauchen drei Anläufe, bis Kayleen zufrieden ist. Sie platziert unter der Decke einen Holoprojektor, der sich auf den ersten wie auch auf den zweiten Blick fast nahtlos in den Stuck der Decke einfügt und vorher eines der vielen aufwendig gestalteten Ornamente auf ihrer Tasche war. Offensichtlich ist dieses Unternehmen sorgfältig vorbereitet. Es ist seltsam, ein Hologramm von mir auf dem Sofa sitzen zu sehen. Sollte jemand dieses ansprechen, wird der Schwindel sofort auffliegen.

Dann stellt Kayleen eine Verbindung zum örtlichen Netzwerk her, in dem sie aus dem Boden der Tasche einen Stecker samt Kabel in einen Datenanschluss an der Wand einführt. Dann steckt sie einen weiteren Stecker hinten mein Halsband ein.

"Das wird etwa eine Minute dauern, bis unsere Hacker das Halsband umprogrammiert haben." Sie erwähnt nicht, falls was schief geht, ich wahrscheinlich einen tödlichen Stromstoß abbekomme. Jedenfalls wurde uns Neulingen das beim Anlegen des Halsbandes klar gemacht, dass eine Manipulation des selben tödliche Konsequenzen haben würde. Ob das nun eine leere Drohung war oder wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Stromschläge kann das Band auf alle Fälle abgeben, habe in den ersten Neun Monaten meist mehrere täglich zusätzlich zu den Stockschlägen abbekommen. Und so denke ich, dass die Drohung kein Bluff war. Entsprechend besorgt bin ich, dass etwas schief gehen könnte.

"So, dass wäre geschafft!" Mit einem hörbaren klicken rastet der Verschluss auf und nach fünf Jahren kann ich diesen Ring endlich abnehmen. Im ersten Moment erscheint mir irgend etwas wichtiges zu fehlen. Aber das Gefühl verflüchtigtet sich gleich und das Halsband verschwindet unter einem Kissen direkt neben dem Holo von mir.

Als nächstes ziehe ich das Kleid über. Die Komponenten des Droiden sind so geformt, dass ich diese als Kopfbedeckung, Arm- und Beinschienen tragen kann. Probehalber bewege ich mich und empfinde das Gewicht als kaum störend. Trotzdem bin ich etwas skeptisch, ob ich so an all den Wachen und Scannern vorbei komme und teile Kayleen meine Bedenken mit.

"Keine Sorge, wir von den Shellys Gundarks haben gute Hacker im Team, welche alle Sicherheitssysteme die uns betreffen, unter Kontrolle haben", erklärt mir Kaylee in einem ruhigen Tonfall.

"Shellys Gundarks?", hake ich neugierig nach.

"Das ist der Name unserer Zelle, da Gruppe 77 der CBF doch eher langweilig klingt."

"Mein Vater ist dann Mitglied der Zelle 77? Und wo ist er?", frage ich aufgeregt weiter, da so langsam der Schock über diese plötzlichen Veränderungen abklingt und realisiere, dass mein Vater irgendwo da draußen sein muss und noch lebt.

"Er leitet den Einsatz und wartet draußen auf dich. Und ja, dein Vater ist Leutnant und damit Zugführer. Wie auch immer, konzentriere dich auf den Plan. Bewege dich ganz normal, passe dich meiner Geschwindigkeit an und sag besser kein Wort. Überlasse das reden mir. Hast du das Verstanden?"

"Ich soll mich unauffällig verhalten und die Klappe halten", erwidere ich, Kayleens Worte zusammenfassend.

"Genau so!", meint Kayleen und drapiert mich nun neben sich auf die Garnitur, um die Position der Verschleierten einzunehmen. Nachdem sie etwas an mir herum gezupft hat, beginnt sie die Holoaufnahme abzuspielen.

"Wir verlassen die Schleife in drei, zwei, eins... Das hast du Toll gemacht! Ich bin ja so froh, dass du alle Poster hast signieren können!" Es folgt ein kleiner, schon vorher aufgenommener Smaltalk mit meinem Holo und wir verabschieden uns. Mein Holo flegelt sich jetzt auf der Couch, während wir zwei Besucherinnen zur Tür gehen und Kayleen drückt den Türknopf. Nach einem Augenblick, der nicht länger als ein Herzschlag gedauert hat, sich aber für mich wie ein Äon angefühlt hat, öffnet sich surrend die Tür. Und ich blicke anschließend in die Mündung zweier Blaster.

Nakagos wirre Gedanken

Damit nimmt das Ganze nun eine dramatische Wendung. An dem Fluchtplan habe ich recht lange getüftelt. Ein aggressives Vorgehen erschien mir aufgrund der Umgebung nicht opportun. Ich habe hier die Möglichkeiten des Setting ausgereizt. Der schwebende Droide, der eine humanoide Person emulieren kann, habe ich erfunden, sollte aber mit der Hochtechnologie was Miniaturisierungsgrad und die Möglichkeiten der Antigravitationstechnologie zu realisieren sein. Die getarnte Holoeinheit gibt es dort tatsächlich. Auch das Sklavenhalsband ist kanonisch.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 05. August 2018, 16:32:05
Episode VII

Für einen ganz kurzen Moment erschrecke ich, dann wird mir klar, dass die Blaster auf das Holo und nicht auf mich unter dem Schleier zielen. Eigentlich ist dies das übliche Procedere, dass ich aber noch nie so empfunden habe, weil ich eben immer recht weit weg vom Eingang saß. Kayleen schreitet äußerlich vollkommen unbeeindruckt an den beiden droidischen Wachen vorbei in den Gang und ich folge ihr auf den Fuß. Mein Herzschlag beruhigt sich wieder und ich versuche mich ganz unauffällig zu verhalten.

"Und sind Eure Erwartungen erfüllt worden?", fragt ein blauer Twi´lek, der sehr charmant wirkt und gutaussehend ist. Er trägt einen weißen Körperanzug, der deutlich die Schauwerte des sportlich trainierten Mannes gut zur Geltung bringt. Die Kundin ist hier wirklich Königin.

"Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie!", erwidert die Mirialanerin in einer schier albern hochgeschraubten Stimme. Und danach lässt sie den Twi´lek gar nicht mehr zu Wort kommen, während dieser uns gemessenen Schrittes durch die Anlage führt. Zuerst einen langen Gang entlang, dann betreten wir einen Turbolift. Ich denke, dass Kayleen mit ihrer aufdringlichen und durchaus kindischen Art ihr Gegenüber so nervt, dass der gar nicht merkt, dass ich gar nichts sage. Die Tür des Turbolifts öffnet sich und wir betreten eine Lounge, ausgestattet mit bequemen Sitzgruppen und an den Wänden links und rechts ziehen sich lange Theken entlang. Links werden Getränke von hauptsächlich droidischen Barkeepern ausgeschenkt, rechts scheinen Fanartikel verkauft zu werden. Wir müssen irgendwo oben am Gebäude sein, denn die gegenüberliegende aus Transpariglas bestehende Wand eröffnet einen freien Blick auf die Spitze der umliegenden Gebäuden. Alles hier nur vom feinsten und äußerst protzig, was den Huttischen Geschmack gut widerspiegelt.

"Es freut mich außerordentlich, dass der Service der Roten Arena ihren Geschmack getroffen hat", unterbricht der Steward den stetigen Redefluss von Kayleen und setzt mit eine paar Floskeln den Endpunkt für seine Zuständigkeit. Es steht uns frei, uns hier noch aufzuhalten, etwas zu trinken oder noch einzukaufen. Der Twi´lek verlässt uns dann überstürzt und kümmert sich um die nächsten wartenden weiblichen Besucher. Es ist wenig los, da die nach meiner Erfahrung die Termine in der Regel nach dem Abendtraining stattfinden, weil dann die Preise günstiger sind. Kayleen schlendert nun angemessen schnell den Verkaufstheken entlang, betrachtet die Auslagen, als hätte sie alle Zeit der Welt. Ich derweil bin inzwischen ein reines Nervenbündel. Jeden Augenblick kann entdeckt werden, dass da nur noch ein Hologramm von mir im Zimmer ist. Auf einen Fluchtversuch steht als Strafe ein äußerst schrecklicher Tod in der Arena. Beliebt ist, den Delinquenten an einem Seil in eine Bestiengrube mit ausgehungerten Kreaturen herunter zu lassen. Die Geschwindigkeit ist dabei sehr langsam und irgendwann kommt man dann in Reichweite der Bestien, die anfangen, springend nach dem Opfer zu schnappen. Eine Zeitlang kann man versuchen, die Beine anzuziehen, aber entweder verlassen einem dann bald die Kräfte oder man hängt irgendwann einfach zu tief, um noch entkommen zu können. Stück für Stück wird man dann lebendig gefressen. Ein wirklich schrecklicher Tod.

Schließlich erreichen wir durch eine Sicherheitsschleuse das Landedeck für Besucher. Besonders an der Schleuse stehen einige bewaffnete Sicherheitsdroiden herum, deren Kopf an den einen B1 Klappergestells aus den Klonkriegen erinnert, während der Unterleib den eines Hutten gleicht. Langsam, aber dafür sehr schwer gepanzert und jeder trägt ein Blastergewehr. Ich habe das Gefühl, dass jeder mich anstarrt und die Blastermündungen in meine Richtung wandern. Mein Herzschlag rast, mein Mund ist trocken und in meinem Gedärmen ist ein Knoten. Kayleen hält nun zielstrebig auf einen langgezogenen schwarzen Gleiter zu. Auf dem noblen Chassis des G35 "Silberwolke" der Marke CIG ist ein buntes Logo, dass ich nicht kenne. Lautlos schwingt eine Einstiegsluke auf und offenbart das luxuriöse Innere.

In dem Moment packt mich Kayleen am Arm und schreit: "Los!" Im gleichen Augenblick kommt deutlich Leben in die bisher stoisch herumstehenden Wachdroiden der Plattform. In der Luke des Gleiters tauchen zwei Mündungen auf, die sofort das Feuer auf die Droiden eröffnen. Von einem in der nähe vorbei fliegenden Gleiter wird ebenfalls auf die Plattform gefeuert. Einen Augenblick später fallen ein halbes Dutzend dieser Droiden funkensprühend einfach in sich zusammen. Nur einen Herzschlag danach springe ich in den Gleiter und Kayleen fällt halb auf mich drauf, als der Gleiter sofort sehr schnell fahrt aufnimmt.

"Such dir einen Platz und schnalle dich an!", befiehlt Kayleen, nachdem sie sich aufgerappelt hat, nun mit ihrer normalen Stimme und ich tu, was sie mir sagt. Ich suche mir einen freien Sessel, schnalle mich an und hoffe das Beste. In der Kabine befinden sich zwei Männer in Kampfmontur, die beide schwere Blastergewehre haben. Das gleiche DLT-19 Modell, welche auch die imperialen Truppen verwenden. Der Gleiter fliegt derweil mit sehr hoher Geschwindigkeit weg und wir gewinnen sehr schnell Abstand. Der Pilot macht einige gewagte Flugmanöver, die das Chassis des Gleiters knirschen lassen. Dann fädelt er sich in den Verkehrsstrom von Nar Shaddaa und der ist verdammt dicht. Ich kann sehen, wie sich inzwischen die Farbe des Gleiters gewechselt hat. Offensichtlich hat dieser hier irgend eine Technologie, um die Farbe ändern zu können.

"Das war jetzt einfacher als gedacht", meint Kayleen und schlüpft aus dem Kleid. Darunter trägt sie einen hautengen Anzug, der aber deutlich gepanzert ist. Dann beginnt sie sich abzuschminken und heraus kommt eine gutaussehende brünette Corellianerin von vielleicht Mitte Zwanzig.

"Das war einfach gute Arbeit!", meint einer der Schützen, nach Akzent und Aussehen ebenfalls ein Corellianer.

"Gute Vorbereitung, ein guter Plan und der Rest läuft von selbst", bestätigt der Andere, ohne seinen Blick von der Umgebung zu lassen. Auf einmal gewinnt der Gleiter schnell an Höhe und wir fliegen jetzt mit sehr hoher deutlich über den Sternenkratzern von Nar Shaddaa. Unter mir breitet sich ein grandioses Panorama aus. So schön habe ich diese Welt noch nie gesehen. Hinter uns sind zwei weitere Gleiter, die ich als CAV-11 "Kondor" erkenne. So einer hat mein Vater früher besessen. Vor uns erscheint nun ein YV-100 Raumfrachter, dessen hintere Luke zwischen den vier Triebwerken offen steht. Unser G35 fliegt in den offenen Lagerraum des Frachters und landet, die beiden anderen Gleiter folgen. Kaum sind sie drin, schließt sich die Frachtluke. Ich kann hören, wie die Triebwerke hoch fahren und der YV-100 gewinnt spürbar an Geschwindigkeit. Die Baureihe YV ist relativ neu und eine Nummer größer als YT Frachter der Corellianischen Ingenieursgesellschaft. Gehört zwar immer noch zu den kleinen Raumfrachtern, hat aber eine größere Passagierkapazität und einen großen Hauptfrachtraum.

"Dein Vater ist auf der Brücke. Ich bring dich zu ihm", meint Kayleen und lotst mich durch die Gänge zur Brücke. Alles wirkt aufgeräumt und ordentlich. Aber dafür habe ich kaum einen Blick. Der Boden unter meinen Füßen vibriert leicht, ich kann die Triebwerke arbeiten hören, dass säuseln der Lebenserhaltungssysteme und das nachhallen unserer Schritte auf den Bodenpaneelen. Der typische Geruch von aufbereiteter Luft umgibt uns.

Ich sehe meinen Vater nun nach über sechs Jahren wieder. Vor sechs Jahren war er mal für ein paar Wochen da gewesen, bevor er wieder zurück in den aktiven Dienst ging. Vor meiner Verhaftung habe ich ihn dann nur auf einem Holoprojektor gesehen, meist aufgezeichnete Botschaften, ohne die Möglichkeit, mit ihm interagieren zu können. Schließlich steht er vor mir und ich erkenne ihn kaum wieder. Er wirkt auf mich so klein, was wohl daran liegt, dass ich seit unserem letzten Abschied etwa einen halben Meter in die Höhe geschossen sein dürfte. Nun ist er nur noch unwesentlich größer als ich. Bekleidet ist mein Vater wie ein Zivilist mit weißem Hemd, schwarzer Weste, grauer Hosen und schwarzen Stiefeln. Bewaffnet ist er mit einer Blasterpistole im Tiefziehhalfter. Und mein Papa hat einen Bart, so dass ich ihn erst auf den zweiten Blick erkenne. Offensichtlich lebt er wirklich noch und meine Gefühle könnten widersprüchlicher nicht sein. Auf der anderen Seite grenzenlose Erleichterung und Freude, ihn lebend wieder zu sehen. Auf der anderen ein gewaltiger Zorn auf ihn, weil er mich fünf Jahre lang auf sich hat warten lassen.

"Du bist groß geworden, Lyra", meint mein Vater schließlich, als wir uns eine halbe Minute nun schweigend anstarren. In dem Moment gibt es einen Ruck, als wir den Hyperraum betreten. Mein Blick wandert kurz zu dem blauen Tunnel, durch den wir nun rasen, dann wieder zurück zu meinem Vater. Die Vibrationen werden deutlich weniger und der Geräuschpegel leiser, da die Unterlichttriebwerke nun nicht mehr laufen. Oft in den letzten Jahren habe ich mir ausgemalt, wie es wohl sein würde, wieder vor meinem Papa zu stehen. Je nach Laune bin ich ihm entweder dankbar um den Hals gefallen oder habe ihn angeschrien, weil meine Rettung so verdammt lange auf sich warten gelassen hat. Nun beginnen Tränen über meine Wangen zu rollen und das einzige was ich noch artikulieren kann ist: "Papa!"

Nakagos wirre Gedanken

Anfangs habe ich mir noch überlegt, eine rasante Verfolgungsjagd durch die Straßenschluchten von Nar Shaddaa zu designen. Aber ich denke, die äußere Sicherheit ist eher darauf ausgelegt, abzuschrecken und weniger darauf, einen Gleiter zu verfolgen. Das ganze Konzept dürfte darauf ausgelegt sein, dass ein potentieller Flüchtling gar nicht so weit kommen kann.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 07. August 2018, 11:42:13
Episode VIII
"Lyra!", meint mein Vater und dann liegen wir uns in den Armen. Wir klammern uns aneinander, als würde unser Leben davon abhängen. Zum ersten mal seit sehr langer Zeit fühle ich mich geborgen. Ein gefühlte Ewigkeit verharren wir so in dieser Pose. Letztendlich habe ich mich so lange nach einer Wiedervereinigung mit meiner Familie gesehnt, dass ich schon fast meine ganze Hoffnung verloren habe. Dann wird mir klar, dass jemand wichtiges fehlt. Ich löse mich von meinem Vater und stelle die Frage, die ich als erste hätte stellen müssen.

"Wo ist Eloy?", frage ich nun, da ich sie hier nicht sehe.

"Ich hatte gehofft, du könntest mir darüber Auskunft geben", erwidert mein Vater mit krächzender Stimme, nach einem Räuspern.

"Ich habe keine Ahnung, wo sie nun ist", erwidere ich, einer weiteren Hoffnung beraubt. Manchmal habe ich gedacht, dass vielleicht mein Vater meine Schwester schon längst aufgespürt hat. Aber dem ist wohl nicht so. Ich fühle grenzenlose Enttäuschung. Und entsetzen darüber, was das für meine kleine Schwester bedeutet. Entweder ist sie schon längst tot oder seit fünf endlosen Jahren eine Sklavin. Ich mag gar nicht daran denken, was sie alles hat erleiden müssen. Ich fange wieder an zu weinen.

"Komm, lass uns in meine Kabine gehen und alles in Ruhe besprechen", schlägt Papa vor und ich nicke bejahend. Er führt mich in eine Nahe gelegene Kajüte, die spartanisch eingerichtet ist. Es gibt eine Tür zur Hygienekabine, zwei Schlafnischen und in der Mitte stehen ein Tisch und zwei halbwegs bequeme Sessel.

Ich setze mich auf einen hin und kann es irgendwie noch gar nicht fassen, dass ich hier bin. Noch nicht mal vor einer Stunde war ich eine zum sterben verdammte Gladiatorin in der Roten Arena und jetzt bin ich frei. Irgendwie habe ich das noch gar nicht richtig realisiert. Nie würde ich mein Leben mehr auf dem mit Blut durchtränkten Sand in der Roten Arena riskieren müssen. Aber ich würde auch nie wieder Prinzessin Xira oder meine Meisterin Tokara sehen können. Beide haben sich in den letzten Jahren für mich als solide Bezugspersonen entwickelt, denen ich letztendlich mein Leben verdanke. Hätte Prinzessin Xira mich damals nicht gekauft, ich wäre wortwörtlich vor die Hunde gegangen. Und wäre Meisterin Tokara nicht immer so geduldig und taktisch so versiert gewesen, ich wäre schon längst in einem der vielen Kämpfe gefallen. Den größten Anteil an meinen Siegen dürfte Meisterin Tokara gehabt haben. Sie hatte jeden Gegner erfolgreich analysiert und darauf eine erfolgreiche Taktik entwickelt, die ich dann in der Arena umgesetzt habe.

"Wie hast du mich gefunden?", frage ich meinen Vater, da mich diese Frage interessiert. Und natürlich auch, warum das fünf Jahre gedauert hat. Immerhin habe ich nach jedem Kampf das Motto meiner Heimatwelt heraus geschrien und mein realer Vorname war auch mein "Künstlername".

"Das ist eine lange Geschichte...", antwortet mein Vater vage.

"Ich hab Zeit, Papa. Nach fünf Jahren hab ich endlich Zeit." Eigentlich wollte ich meinen Vater damit nicht konfrontieren, aber so langsam kocht es doch wieder in mir hoch. Meine Befreiung war nicht wirklich das Problem, habe ich jedenfalls den Eindruck gewonnen. "Was hat so verdammt lange gedauert?"

"Lass mich am Besten am Anfang beginnen. Ich habe erst nach zwei Wochen vom Tod deiner Mutter erfahren. Durch einige unglückliche Umstände sind wohl mehrere untergetauchte Familien aufgespürt worden", beginnt mein Vater.

"War es nicht eher Zufall?", erwidere ich etwas irritiert, da ich bisher immer gedacht hatte, der IG-86 wäre rein zufällig auf meine Mutter getroffen.

"Was genau passiert ist, wissen wir selbst heute nicht wirklich. Auf alle Fälle wurden einige untergetauchte Dissidenten innerhalb kürzester Zeit aufgespürt. Ob Verrat im Spiel war oder alles nur ein unglücklicher Zufall war, wir wissen es schlicht nicht. Deine Mutter konnte jedenfalls einen der Jäger ausschalten, ist dabei aber zu Tode gekommen." Die Stimme meines Vaters bricht und auch ich beginne schon wieder zu weinen, als vor meinem geistigen Auge die Ereignisse von damals wieder hochkommen. Es ist, als wäre es gestern gewesen.

Meine Wut wegen der späten Rettung verfliegt so schnell, wie sie hoch gebrodelt ist. Aber wenn man sehr lange Zeit auf ein Ereignis wartet und Tag für Tag aufs neue Enttäuscht wird, sammelt sich im laufe der Jahre eben eine gewisse Portion von Frustration an. Und Frust schlägt eben schon mal in Wut um.

"Ein Trupp unserer Zelle flog so schnell wie möglich nach Nar Shaddaa, aber da wart ihr zwei Kinder schon längst untergetaucht. Mein Team hat versucht, euren Weg zu rekonstruieren, aber wir haben euch schon kurz nach dem Einkaufszentrum verloren. Eure Mutter hat da recht clever ein Route ausgesucht, der wir nicht folgen konnten", erklärt mein Vater mit ruhiger Stimme. Das war natürlich immer ein Risiko gewesen, wenn man seine Spuren so gut verwischt, wie Mama es für uns geplant hatte. Das die eigentliche Gefahr am Ziel unserer Reise sein könnte, hatte sie nicht in ihre Planung mit einbezogen.

"Ich habe mich so gut wie möglich an das Protokoll gehalten, dass mir Mama beigebracht hat. Wir haben ohne Probleme das Hotel erreicht, wo wir auf Mama warten sollten. Da habe ich dann entdeckt, dass Mama von einen IG-86 erschossen worden war. Da bin ich dann mit Eloy zum Kontaktmann gefahren, der wohl ein paar Tage vorher ebenfalls aufgeflogen sein muss. Auf alle Fälle war das eine gemeine Falle." Ich erzähle Papa, wie wir überlistet wurden, was ich alles probiert habe und wie ich am Ende die Frau erstochen habe. Und dann, wie die zwei Kopfgeldjäger uns voneinander trennten. "Seit dem habe ich Eloy nicht mehr gesehen. Ich weiß noch nicht mal, ob sie überhaupt noch lebt." Wieder übermannen mich meine Emotionen und ich muss noch stärker weinen. Mein Papa legt mir unbeholfen seine schwere Hand auf die Schulter. Ich weiß seine tröstende Geste durchaus zu schätzen. Schließlich beruhige ich mich wieder und wische meine Tränen von den Wangen.

"Nun ja, wir taten alles, was in unserer Macht stand, haben euch aber nicht gefunden."

"Hättest nur die die offiziellen Daten der Hutten durchforsten müssen", merke ich etwas schnippisch an. Ich stell mir das jetzt nicht so schwer vor. Gut, in meinen Akten hatte sich ein Rechtschreibfehler eingeschlichen, trotzdem hätte man das durchaus überprüfen können. Lyra ist nun nicht so ein weit verbreiteter Vorname auf Nar Shaddaa.

"Manchmal übersieht man das offensichtlichste eben. Ich sehe dich an und kann nicht glauben, dass du mit elf Jahren eine erwachsene Frau erstochen hast."

"In Notwehr, um Eloys und mein Leben zu schützen", rechtfertige ich mich, da ich mich durch die Worte meines Vaters etwas angegriffen fühle.

"Tut mir Leid, dass ich dir nicht schon früher helfen konnte", wechselt mein Vater nun das Thema, dass offensichtlich für uns beide äußerst unangenehm ist. Normalerweise wäre es wohl angebracht, meinem Papa zu versichern, dass dies alles nicht so schlimm ist, dass ich gut zurecht gekommen bin. Aber es war schlimm und ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich Todesangst hatte. Ich habe zwar alle kämpfe überlebt und wurde nicht verstümmelt, aber manchmal war es verdammt knapp.

"Also, Papa, wie hast du mich nun gefunden?", frage ich nach, da mich dieses durchaus interessiert, ohne auf seine Entschuldigung einzugehen.

"Ehrlich gesagt, wurde diese Information über deinen Aufenthalt in der Roten Arena über dubiose Kanäle zugespielt. Es gab einige Stimmen, die das ganze für eine perfide Falle des ISB hielten. Aber die Daten waren real und auch die aufgezeigten Möglichkeiten, dich zu befreien, waren korrekt", erklärt mein Papa stockend.

"Moment, willst du mir etwa sagen, du hast nicht weiter nach mir gesucht? Das keiner auf mich Aufmerksam wurde?", hake ich etwas ungläubig nach und bin unglaublich enttäuscht.

"Als ich nach drei Monaten keine konkrete Spur gefunden habe, musste ich die Mission auf Nar Shaddaa abbrechen. Ich hielt euch für Tod, Agenten des ISB waren uns auf den Fersen und da habe ich losgelassen." Auf der einen Seite bin ich Froh, dass mein Vater ehrlich zu mir ist, auf der anderen Seite bin ich entsetzt, dass er nicht weiter gesucht hat. Aber es hat schon seinen Grund, warum auf Nar Shaddaa viele Dissidenten Unterschlupf suchen. In der Masse von 85 Milliarden Lebewesen kann man gut untertauchen und die Hutten sind sehr nachlässig, wenn die Credits stimmen.

"Ich verstehe", erwidere ich etwas reserviert. Ich kann die Handlungsweise meines Vater nachvollziehen, aber wirklich verzeihen tu ich ihm das nicht. Jedenfalls jetzt noch nicht. "Und woher kamen nun die Daten, die zu meiner Befreiung führten?"

"Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht. Es lief letztendlich über einen Schwarzmarkthändler, der die Daten einer anderen Zelle der CBF übergab. Die leiteten das Datenpaket an mich weiter, da es an mich adressiert war. Da stand drin, wo du dich aufhältst und wann die Sicherheit der Anlage besonders niedrig ist, dazu noch ein paar Codes, um die Brandmauer der Sicherheitsanlage zu umgehen."

Bei seinen Worten wird mir nun endlich klar, wem ich meine Befreiung zu verdanken habe. Prinzessin Xira hat tatsächlich Wort gehalten. Ich habe ihr vier Jahre lang treu gedient und sie hat einen Weg gefunden, mir die Freiheit zu schenken. Momentan kann ich aber ihre Beweggründe nicht nachvollziehen. Was hat sie davon gehabt? Bei all ihrer Freundlichkeit und Umgänglichkeit habe ich gelernt, dass Prinzessin Xira nichts ohne Grund tut und sie immer ihren Schnitt dabei macht. Das erklärt auch das seltsame Verhalten meiner Meisterin Tokara und die Anwesenheit der Prinzessin in der Trainingshalle vorhin. Jetzt ergeben deren Worte erst wirklich Sinn. Sie haben sich von mir verabschiedet, weil sie wussten oder zumindest ahnten, dass meine Befreiung unmittelbar bevorstand. Aber warum hat Xira das getan? Warum hat sie mir damals versprochen, mich nach vier Jahren gehen zu lassen? Ich könnte mir vorstellen, um mir Hoffnung zu geben, in einen absehbaren Zeitpunkt wieder in Freiheit zu gelangen. Über Sieg oder Niederlage entscheidet oft der Wille zu siegen. Und nach einer gewissen Zeit resignieren viele Gladiatoren und zerbrechen, suchen freiwillig den Tod. Soweit war es sinnvoll, von der Prinzessin, mich das glauben zu lassen. Aber das sie letztendlich auch noch Wort gehalten hat, dass ist das Mysterium, welches ich nicht begreifen kann.

"Und wie ist es dir so ergangen, Papa? Du bist jetzt Leutnant, hat mir Kayleen erzählt", wechsle ich ein weiteres mal das Thema, da mir die Rettung wie ein Wunder vorkommt.

"Das stimmt, ich habe mich im laufe der Jahre etwas in der Hierarchie hocharbeiten können und bin bekleide inzwischen den Rang eines Leutnant. Und, na ja, ich habe vor einem Jahr wieder geheiratet." Den letzten Satz sagt mein Vater in einem Tonfall, als würde ein Junge eine Dummheit gestehen. Und ich muss sagen, seine Worte schneiden tief.

"Aha!", äußere ich mich so neutral wie möglich, während ich innerlich durchaus aufgewühlt bin. Für mich kommt das wie ein Verrat an seiner eigentlichen Familie vor. Nicht nur, dass er seine Töchter aufgegeben hat, mein Vater hat sich auch einen Ersatz für seine Frau, meine Mutter, gesucht. Ich muss mir auf die Lippen beißen, um ihn nicht meine Gedanken laut in sein Gesicht zu schreien. Andererseits ist mir klar, dass mein Vater durchaus das Recht hat, sich nach immerhin vier Jahren Trauerzeit eine neue Frau zu heiraten. Meine Mutter, seine Frau ist tot, dass ist Fakt und ebenso geht das Leben eben weiter. Meine Gefühlcocktail aus Trauer, Zorn und Resignation kämpft gegen meine Liebe zu meinem Papa und dieser Kampf dürfte sich wohl noch etwas hinziehen.

Anfangs in meiner Gefangenschaft habe ich mir oft ausgemalt, wie ein Wiedersehen mit meinem Papa verlaufen könnte, aber keines meiner Szenarien war auch nur dieser niederschmetternden Realität nahe gekommen. Und das allerschlimmste für mich ist, dass Eloy definitiv nicht in Sicherheit ist. Bis zum heutigen Tag hatte ich immer das Quäntchen Hoffnung, dass meine kleine Schwester in Sicherheit gebracht wurde. Aber dem ist nun definitiv nicht so. Mir ist einfach nur zum heulen zumute.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 09. August 2018, 22:32:07
Episode IX

Der Flug an Bord des Frachters der YV-100 Baureihe vergeht buchstäblich wie im Flug. Die neusten Entwicklungen in meinem Leben wirken wie ein Schock auf mich. Nach fünf Jahren bin ich endlich frei, mein Vater lebt, hat neu geheiratet und meine kleine Schwester Eloy ist noch immer spurlos verschwunden. Meine Gefühlslage wechselt in Minutentakt von Erleichterung, Freude, Wut und Trauer. Erleichterung darüber Frei zu sein und darüber, dass mein Gefangenschaft in der Roten Arena zu Ende ist. Freude, dass mein lange totgeglaubter Vater noch lebt. Wut darüber, dass er es fünf Jahre lang nicht geschafft hat, mich aus der Roten Arena zu retten. Erst durch Hinweise, die meine Besitzerin ihm gegeben hat, ist er in die Gänge gekommen. Und da ist Trauer und Sorge über meine kleine Schwester Eloy. Eine Zeitlang habe ich mir eingeredet, dass mein Vater sie sicher schon längst gerettet hat. Es war ein durchaus logisches Szenario, dass Papa versucht, die deutlich jüngere Eloy aus den Fängen der Sklavenhändler zu retten. Eine Hoffnung, an die ich mich lange geklammert habe. Und jetzt erfahre ich, dass er gerade mal drei Monate nach uns gesucht hat. Die rationale, erwachsene Seite in mir kann das durchaus nachvollziehen. Aber gefühlsmäßig fühlt sich das für mich wie Verrat an.

Und das Papa nun auch noch einmal geheiratet hat, macht es nicht besser. Seine Frau kenne ich schon, es handelt sich dabei um Kayleen, die dieses kleine Detail bei unserem ersten Treffen gekonnt unterschlagen hat. Wäre sicherlich auch nicht hilfreich gewesen, sich als meine Stiefmutter vorzustellen, besonders da sie erst Anfang zwanzig ist. Mein Vater ist fast doppelt so alt wie sie. In Kriegszeiten relativiert sich das vielleicht etwas, aber auch das fällt mir schwer einfach so zu akzeptieren. Meine "Eltern" lassen mir genug Freiraum, um diese ganzen neuen Tatsachen erst einmal zu verdauen.

Nach wenigen Augenblicken und einem Äon treten wir wieder aus dem Hyperraum heraus. Momentan habe ich kein Zeitgefühl und keine Ahnung, wie lange der Transfer wirklich gedauert hat. Ich bin wieder auf der Brücke und kann einen Blick auf mein neues zukünftiges Zuhause werfen. Im freien Raum schwebt eine massiv modifizierte L-2783, eine vollständig autarke Abschleppeinheit für im freien Weltraum havarierte Raumschiffe. Diese zeigt sogar noch die alte Kennung des Allgemeinen Corellianischen Raumschiff Club: ACRC. Solche Schiffe werden dazu eingesetzt, um liegengebliebene kleinere Raumschiffe einzusammeln und sie wieder Instand zu setzen. Diese Anlagen sind aber auch in der Lage, größere Raumschiffe im freien Raum wieder flott zu bekommen oder abzuwracken. Allerdings wurden schon in der Vergangenheit diese Schiffe von Piraten auch als Träger für Jägerflottillen eingesetzt. Das Trägerschiff hat die Ästhetik eines fliegenden Backsteins, aber dieses Schiff ist als eines der wenigen Raumfahrzeuge aus corellianischer Produktion nicht auf Geschwindigkeit hin optimiert. Mehrere stark modifizierte YT-1300 sind angedockt. Zusätzliche Geschütztürme sorgen für Nahverteidigung und unten scheint eine starr nach vorn ausgerichtete schwere Turbolaserbatterie montiert worden zu sein, was das Schiff eine beeindruckende Feuerstärke verleiht. Die ganzen Details bekomme ich von meinem Vater erklärt, der einige der Veränderungen wohl mit geplant und wohl auch ausgeführt hat. Unser YV-100 dockt oben an.

Mein Vater geht voraus, ich bin in der Mitte und meine Stiefmutter läuft hinter mir durch die oberen und doch recht engen Gänge des Tenders. Wir sind hier in dem eigentlichen Mannschaftsbereichen, alles ist sauber und in gutem Zustand. Mit einem Turbolift fahren wir auf die Ebene, wo sich ein Kommandozentrum befindet.

"Das ist Commander Shelly, die Leiterin der 77. Zelle der Corellianischen Befreiungsfront, genant Shelly Gundarks", stellt mein Papa mich seiner obersten Anführerin vor. Commander Shelly ist eine brünette Frau in den Vierzigern und trotz des martialischen Namens hat sie etwas mütterliches an sich. Sie wirkt nicht wie eine knallharte Rebellenoffizierin. Überraschenderweise werde ich mit einer herzlichen Umarmung empfangen. Im ersten Moment bleibe ich überrascht stocksteif stehen, dann erwidere ich die Umarmung.

"Du bist groß geworden!", meint sie und dann erfahre ich, dass Shoreh Shelly eine Cousine meiner Mutter ist. Ich kann mich Dunkel an sie erinnern. Einmal hab ich sie auf der Hochzeit meiner Tante, der jüngeren Schwester meiner Mutter gesehen. Das war ein Jahr vor dem Streik und ich hab mit ein paar anderen Mädchen Blütenblätter verstreuen dürfen. Das war spaßig. Ich erzähle davon und wir setzen uns.

"Das ist wirklich bedauerlich, dass der Suchtrupp dich damals nicht gefunden hat. Wir haben während dem Nar Shadda Massaker viele Angehörige verloren. Die 77. allein über zwanzig Frauen, Kinder und Nichtkämpfer. Dem ISB muss es irgendwie gelungen sein, in das Netzwerk der CBF einzudringen. Um so mehr freut es mich, dich heute wohlbehalten hier zu haben. Du muss schreckliches erlebt haben." Den letzten Satz interpretiere ich als Aufforderungen, etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. Ich berichte zuerst von unserem doch behüteten Leben mit unserer Mutter in den Wohnblock. Wie dann der IG-86 unsere Mutter tötete und wir in den Untergrund gingen. Und das so gut, dass nicht mal unser eigener Vater uns folgen konnte. Dann die Falle am Ende und unsere Gefangennahme durch die Kopfgeldjäger.

Dann erzähle ich von meiner Verurteilung zum Tod in der Arena und mein Leben als Gladiatorin des Hauses Triangulum. Wie viel ich meiner Besitzerin und meiner Trainerin verdanke. Ohne sie wäre ich auf dem Roten Sand gestorben.

"Es ist natürlich, dass du für deine Ausbeuter etwas empfindest", merkt Commander Shelly an.

"Prinzessin Xira hat mir das Leben gerettet, als sie alle frei verkäuflichen Anteile erworben hat. Und Meisterin Tokara hat mich durch ihre ausgefeilten Taktiken durch jeden Kampf geführt. Ohne sie hätte den ersten Kampf schon nicht überlebt", erwidere ich heftiger, als beabsichtigt. Mir ist klar, dass ich da nur eine zum Tode verurteilte Sklavin war, trotzdem empfinde ich viel für diese beiden Frauen und darunter sehr viel Dankbarkeit. Commander Shelly und Papa tauschen nur Blicke aus, was mir zeigt, dass sie meinen Worten keine Bedeutung beimessen. Also wechsele ich das Thema von der Vergangenheit in die Zukunft.

"Und was passiert nun mit mir?", frage ich, da es mir unklug erscheint, gleich mit Forderungen zu beginnen.

"Du bleibst natürlich hier", meint mein Vater.

"Unser Protokoll bezüglich nicht kämpfender Angehöriger hat sich nach dem Nar Shaddaa Massaker deutlich geändert. Nicht kämpfende Familienangehörige leben und arbeiten auf dem Basisschiff."

"Und wenn ich mich der Befreiungsfront anschließen möchte?", erwidere ich.

"Das kommt gar nicht in Frage!", blockt mein Vater sofort ab.

"Warum?", frage ich und verschränke meine Arme vor meiner Brust.

"Das ist zu gefährlich für dich", versucht mein Vater sich zu erklären. Ich lache bitter auf und fühle mich nicht ernst genommen.

"So gefährlich, wie auf Nar Shaddaa zu bleiben? So gefährlich wie 134 Kämpfe auf Leben und Tod in der Roten Arena zu bestehen? Falls du es noch nicht gemerkt hast, ich bin kein kleines Kind mehr, sondern eine ausgebildete und kampferfahrene Gladiatorin!", argumentiere ich ruhig, aber mit schärfe in meiner Stimme.

"Du bist immer noch minderjährig und ich bin dein Vater! Und ich erlaube es nicht", versucht mein Vater einen auf autoritär zu machen, was ihm aber nicht wirklich gut gelingt.

"Biologisch gesehen, ja! Aber Papa, in meinen Augen hast du jedes Recht verloren, in irgend einer Art über mich zu bestimmen. Noch einmal, ich bin kein kleines Kind mehr!"

"Lyra ist in der Tat kein kleines Kind mehr, Many", bekomme ich überraschend von Kayleen Unterstützung. Das irritiert mich doch etwas und weiß nicht, was ich davon halten soll. Will sie sich damit bei mir gut Freund machen? Immerhin ist sie meine Stiefmutter, auch wenn ich diese Tatsache immer noch äußerst befremdlich, wenn nicht gar abstoßend empfinde. Ich denke Kayleen ist in Ordnung, aber es käme mir wie Verrat an meine Mutter vor, sie jetzt gleich in mein Herz zu schließen.

"Lyra ist sechzehn und damit alt genug, um zum Rekrutentraining zugelassen zu werden", wirft auch Commander Shelly ein.

"Ich will dich nicht wieder verlieren, Lyra", wechselt mein Vater nun seine Taktik.

"Hast du so wenig Vertrauen in mich? Ich habe fünf Jahre in der Roten Arena überlebt. Und ich habe nicht vor, zu sterben."

"Das hat niemand, trotzdem haben wir Verluste", argumentiert mein Papa und ich sehe, dass er sich wirklich Sorgen um mich macht.

"Ein Restrisiko bleibt wohl immer", meine ich dazu nur. "Aber es ist mein Leben und damit meine Entscheidung!"

"Ich habe vergessen, wie unglaublich Dickköpfig du sein kannst", erwidert mein Vater mit einem Seufzer und fährt sich nachdenklich über seinen Bart. "Es gefällt mir zwar nicht, aber wir können wohl jeden brauchen, der in der Lage ist einen Blaster in die richtige Richtung zu halten. Nun gut, wenn du unbedingt in den Krieg willst, kann ich dich wohl nicht wirklich aufhalten. Versuche aber bitte nicht den Helden zu spielen und denke daran, es ist besser auch noch Morgen zu kämpfen", gibt mein Vater schließlich nach.

"Danke, Papa!", meine ich und fühle obwohl ich meinen Willen durchgesetzt habe keinen Triumph.

"Dann willkommen in der Rebellion, Rekrut Askana", meint Commander Shelly und scheint sich darüber zu freuen, dass ich mich den Rebellen angeschlossen habe.

"Und was machen wir nun in Bezug auf Eloy?", spreche ich ein weiteres heikles Thema an.

"Hast du eine Ahnung, wo sich deine kleine Schwester befindet?", fragt Commander Shelly.

"Wir wurden vor fünf Jahren getrennt und Eloy wurde von einem Kopfgeldjäger in die Sklaverei verschleppt. Ich habe keine Ahnung, ob sie überhaupt noch lebt", erzähle ich niedergeschlagen. Commander Shelly und mein Vater beginnen mich nach Details auszufragen. Nach fünf Jahren ist viel nur noch verschwommen.

"Puschel!", meine ich schließlich, mich an etwas wichtiges erinnernd. Alle Erwachsenen im Raum wiederholen irritiert nachfragend dieses Wort.

"Puschel war mein Unterhaltungsdroide, den ich schließlich Eli überlassen musste. Der Sakiyan hat unsere Rucksäcke mitgenommen und darin war Puschel. Da der ziemlich wertvoll ist, hat er ein Ortungssystem, falls er mal gestohlen wird oder Eloy ihn verliert. Das hat Mama damals installiert. Vielleicht ist es noch aktiv."

"Das wäre eine Chance, aber es ist fraglich, ob Puschel noch im Besitz des Kopfgeldjägers ist. Der wird den weiter verkauft haben", gibt mein Vater zu bedenken.

"Nicht unbedingt. Der wollte damals heiraten. Vielleicht hat er das teure Spielzeug für seine Kinder behalten", erinnere ich mich an einen weiteren Umstand.

"Gut, dem können wir nachgehen. Ich werde bei nächster Gelegenheit deinen Vater und ein Suchteam nach Nar Shaddaa schicken, welche diese Spur verfolgen wird. Aber nicht heute, es gibt noch andere Dinge in diesem Krieg, die erledigt werden müssen. Und du, Lyra, wirst schön hier bleiben und die notwendigen Grundlagen erlernen", sagt Commander Shelly in einem bestimmenden Ton. Für mich ist Pflaster wohl momentan auf dieser Welt zu heiß. Aber diese Zelle scheint über genug Personal zu verfügen und es freut mich, dass mein Commander sofort Leute darauf ansetzt. Natürlich wäre ich am liebsten selbst auf die Suche gegangen, aber meine Flucht aus der Roten Arena hat sicherlich einiges an Staub aufgewirbelt.

Nakagos wirre Gedanken

Die ACRC habe ich erfunden und ist als Homage an den ADAC zu verstehen, der mir schon mehrmals aus der Patsche geholfen hat.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 12. August 2018, 17:58:11
Episode X

Ich bin unglaublich wütend. Mein Schwester ist noch irgendwo da draußen und statt nach ihr zu suchen, stehe ich an einem Becken und wasche Teller ab. Ich, die 134 Kämpfe auf Leben und Tod überstanden habe, verplempere ich meine Zeit mit Tellerwachen. Am liebsten würde ich jedes einzelne Stück Geschirr an die Wand werfen, bis nur noch ein Haufen Scherben davon übrig bleiben. Als Commander Shelly von den Grundlagen gesprochen hat, habe ich mir etwas anderes als Teller abwaschen darunter vorgestellt.

Auf der einen Seite kann ich Froh sein, dass die CBF überhaupt jemanden darauf ansetzt, meine Schwester zu finden, aber dass soll erst in einigen Wochen geschehen, da momentan einige Einsätze anstehen. Was genau, weiß ich nicht. Familie ist wichtig, aber den Krieg zu gewinnen wohl wichtiger.

Auch bin ich deshalb wütend, dass man, statt mich sofort zur vollwertigen Soldatin auszubilden, ich erst drei Monate damit verbringen muss, verschiedene untergeordnete Arbeiten zu erledigen. Normalerweise dauert diese Phase bei den meisten Rekruten ein halbes bis ein ganzes Jahr, bis es zur Kampfausbildung kommt. Aber ich bin in einer hervorragenden körperlichen Verfassung und durchaus kampferprobt. Arenakämpfe haben sicherlich wenig mit einem realen Gefecht mit Blastern auf einem Schlachtfeld zu tun. Aber wenn ich etwas wirklich gut kann, dann ist es töten.

In dem Moment stellt sich eine Person an die Spüle neben mir und nimmt sich einen Teil meiner Arbeit vor. Überrascht blicke ich Kayleen an, meine neue Stiefmutter.

"Ich brauche deine Hilfe nicht!", blaffe ich sie rein reflexartig schon aus Prinzip an, obwohl ihre Hilfe durchaus willkommen ist. Ich bin immer noch wütend, dass mein Vater einfach so wieder geheiratet hat und dazu noch eine Frau, die deutlich jünger als er ist.

"Ich weiß", erwidert Kayleen und macht unverdrossen weiter. Ein kurzen Moment überlege ich, ob ich was nach ihr werfen oder sie einfach nur anschreien soll, dann wird mir bewusst, wie kindisch und unreif das wäre. Genau so kindisch, wie über all das hier wütend zu sein. Ich weiß es und ich kann trotzdem nicht anders. Gestern war ich noch der Champion des Hauses Triangulum, nun bin ich ein Küchenmädchen. Das ist überaus frustrierend.

"Ich werde dir dafür nicht danken!", meine ich, weiter in meiner unreifen Haltung verharrend. Statt mich weiter in Selbstmitleid baden zu können, fängt Kayleen obendrein auch noch ein fröhliches Liedchen an zu summen, ohne weiter auf meine Worte einzugehen. Ich überlege kurz, ob ich einfach gehen soll, aber damit würde ich nur eingestehen, nicht reif für die kämpfende Truppe zu sein. Verbissen und immer noch wütend schrubbe ich Teller ab und stelle mir vor, dass mit jedem sauberen Teller ein Sturmtruppler stirbt. Stoisch schweigend bringe ich meine Arbeit zu Ende und räume die nun sauberen Teller in die dafür vorgesehenen Staufächer. Kayleen hilft mir dabei immer noch unverdrossen vor sich hinsummend. Wie ich sie dafür hasse, dass sie es mir so schwer macht, sie zu hassen!

"Du bist wütend", meint sie schließlich, als wir fertig sind und ich mir unwirsch die Handschuhe von den Hände ziehe.

"Ja!", erwidere ich kurz angebunden, da dieser Fakt wohl zu offensichtlich ist, um ihn auch nur ansatzweise abstreiten zu können.

"Ich wäre das an deiner Stelle auch. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was du in den letzten Jahren alles hat durchmachen müssen. Ich bin mit der Familie meiner Tante damals auch nach Nar Shaddaa geflohen. Im Gegensatz zu dir, war ich die letzte Überlende meiner Familie. Ich kam bei netten Verwandten unter, die mich quasi adoptiert haben und mich wie eines ihrer drei Kinder behandelt haben. Wir hatten Glück und flogen nicht auf. Du warst gerade mal elf, als deine Mutter ermordet wurde und du die alleinige Verantwortung für deine Schwester übernommen hast. So eine große Aufgabe und du hast gerade deine Mutter verloren, während dein Vater sonst wo gekämpft hat. Das muss dich unglaublich überfordert haben. Dann diese schreckliche Falle und die Trennung von deiner Schwester. Schließlich fünf Jahre lang in der Hölle einer huttischen Arena gefangen zu sein. Tag für Tag auf Rettung hoffend und um dein Leben kämpfend, dass muss hart für dich gewesen sein", fasst Kayleen überraschend präzise meine letzten Jahre zusammen. Ihr Tonfall ist dabei sachlich.

"Und?", frage ich unwirscher, als ich wirklich bin. Aber Kayleen ist meine Stiefmutter und irgendwie fühle ich mich aus irgend einem irrationalen Grund dazu verpflichtet, sie zu hassen. Aber ich muss gestehen, wirklich gelingen tut mir das nicht, was mir wie ein Verrat an meine Mutter vorkommt. Das ist die Neue von meinem Vater, die er geheiratet hat, kaum dass sie tot war. Wenn man vier Jahre als kaum bezeichnen mag.

"Dein Vater hatte es auch nicht leicht. Getrennt von seiner geliebten Familie. Es war mein erster Auftrag als Soldatin der CBF deinen Vater als ortskundige Führerin auf Nar Shaddaa zur Seite zu stehen. Wir waren nur ein kleines Team von vier Personen, mehr konnte Commander Shelly damals nicht entbehren. Sie hat einer der besten Hacker der Zelle mitgegeben, trotzdem konnten wir nichts finden. Dein Vater hat sehr emotional darauf reagiert..." An der Stelle unterbreche ich sie mit einem geblafften: "Wie gut, dass du zur Stelle warst, um ihn zu trösten." Aber sie fährt fort, als hätte ich sie nie unterbrochen. "Er hat viel von seiner Frau und seinen Kindern erzählt. Jeden Tag hat er gelitten und gehofft. Leider haben wir damals versagt. Die Hutten im Gericht haben deinen Namen falsch geschrieben, wie ich heute erfahren habe, deswegen schlug das Suchprogramm wohl nicht an."

"Lyra ist kein sehr häufiger Name. Eine kleine Überprüfung wäre vielleicht nicht so verkehrt gewesen!", gebe ich zu bedenken.

"Da wäre ein sorgfältigeres Vorgehen sicherlich angebracht gewesen. Aber die Zeiten waren hart. Uns waren Agenten des ISB auf der Spur und mussten oft unseren Standort wechseln. Einmal verloren wir einen erheblichen Teil unserer Ausrüstung. Auch haben wir noch nach anderen Verschollenen gesucht und uns dadurch sicherlich verzettelt. Fehler wurden gemacht, Friktion fand in immer stärkeren Maße statt und die Operation war ein vollkommener Fehlschlag. Heute würden alle Beteiligten anders vorgehen. Aber damals wussten wir es eben nicht besser. Das alles tut mir so unendlich Leid und ich hoffe, du kannst eines Tages deinem Vater und vielleicht auch mir verzeihen", erklärt Kayleen ruhig die damalige Situation und ich merke, wie meine Wut langsam aber sicher verraucht. Stattdessen ist da nur noch Leere und Traurigkeit. Dann kommen die Tränen, die sicherlich schon seit sehr langer Zeit überfällig waren. Spontan umarmt mich Kayleen tröstend und ich weiß das zu schätzen. Zum ersten mal habe ich das Gefühl, zu Hause und in Sicherheit zu sein.

Nakagos wirre Gedanken

Damit wäre ein weiterer Schritt in Lyras Entwicklung vollbracht. Nächstes Update gibt es ein wiedersehen mit einem kanonischen Charakter. Anfangs wollte ich ja keine offiziellen Charaktere einbringen, aber da dies ja einst als eigenständiger Band geplant war, hat sich das nun geändert
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 14. August 2018, 16:13:46
Episode XI

Das letzte dreiviertel Jahr ist wie im Flug vergangen. Drei Monate ziviler Durchlauf durch die meisten Stationen der "Gundark", wie das massiv modifizierte L-2783 Raumschiff heißt, waren recht lehrreich. In der Zeit konnte ich bei meiner neuen "Familie" eingewöhnen. Anfangs habe ich die ganzen verschiedenen Aufgaben des Durchlaufes als Zeitverschwendung aufgefasst, aber dann wurde mir klar, dass ich dadurch zum einem viele verschiedene Fertigkeiten rudimentär habe erlernen können. Zum anderem konnte ich mich an mein neues Leben in Freiheit gewöhnen. Während dieser Zeit hat mir Kayleen sehr geholfen und inzwischen kann ich sie als meine Stiefmutter akzeptieren, auch wenn sie nie den Platz meiner leiblichen Mutter in meinem Herzen einnehmen wird.

Dann drei Monate Grundausbildung zum Soldaten. Dann weitere drei Monate allgemeine Kampfausbildung. Ich habe nun das notwendige Rüstzeug, um ein vollwertiges kämpfendes Mitglied von "Shellys Gundarks" zu werden. Da ich durch meine Zeit in der Arena schon sehr fit war, fiel es mir recht leicht, die Ausbildung zu bestehen. Aber mir ist klar, dass ich in vielen Bereichen noch am Anfang stehe. Meine Fähigkeiten mit dem Blaster lassen noch sehr zu wünschen übrig.

Die Rekrutenausbildung fand nicht auf diesem Schiff statt, sondern bei der Zelle 23. Die haben einen stark modifizierten Gozanti Kreuzer mit dem Namen "Lehrreich". Auf zehn Rekruten kam ein Ausbilder und insgesamt gab es sechs Gruppen. Die eigentliche Feldausbildung fand auf einen Namenlosen Planeten statt. Wir nannten ihn intern einfach "Übungswelt". Wahrscheinlich hat die Welt schon einen Namen, aber der war wohl zu geheim. Jedenfalls gab es dort mehrere Stützpunkte und auch weitere Ausbildungseinheiten der Zelle 23, dessen primärer Zweck wohl die Ausbildung von Rekruten und weiterführende Kampfausbildung für andere Zellen sein dürfte.

Der Tonfall war sicherlich streng, aber immer sachlich. Niemand wurde gedemütigt oder zur Schnecke gemacht. Schließlich waren wir alles Freiwillige, wild entschlossen für die Freiheit aller Völker und Rassen zu kämpfen. Die Gruppen waren so eingeteilt, dass es die gleichen Stärken wie auch Schwächen gab. Wir von Gruppe Esk waren alle körperlich Fit und hatten Nahkampferfahrung, aber keiner konnte wirklich mit einem Blaster umgehen. Also hatten wir verstärkt Training mit der Blasterpistole, dem Blasterkarabiner und dem Blastergewehr.

Die meisten Trainingseinheiten waren darauf angelegt, dass nur Teamarbeit zum Erfolg führt. So lernt jeder Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen. Das war für mich lehrreich, da ich bisher als zum Tode verurteilte Gladiatorin immer nur eine Einzelkämpferin war. Es hat natürlich etwas gedauert, bis wir ein Team wurden, aber dann lief es ziemlich gut. Wir waren zwar nicht die Besten bei der Abschlussprüfung, aber zweiter Platz ist trotzdem ein Erfolgserlebnis.

Nach einem viel zu frühen Wecken gab es Morgensport, dann Zeit zum frisch machen und die Bude auf Hochglanz zu bringen, um die übliche Inspektion ohne Strafeinheiten wie Liegestütze zu überstehen. Dann ein reichhaltiges Frühstück. Bis zum Mittagessen gab es theoretischen Unterricht wie allgemeine militärische Rituale und Gepflogenheiten, Rangabzeichen, Fahrzeugkunde, Waffenkunde und viel militärische Theorie. Oder wie baue ich meinen Blaster auseinander, wechsel ein defektes Teil und bastle ihn wieder zusammen. Nach dem Mittagessen ging es dann auf den Parcours. Das ist ein Trainingsaufbau, den man ablaufen muss und einige Hindernisse darauf sind nur durch koordinierte Teamarbeit zu überwinden. Die ersten zwei Wochen machten wir das in Sportkleidung, dann in voller Montur. Nach vier Wochen kam ein Tornister hinzu. Anfangs nur mit leichten Gewichten beladen, bis er schließlich das normale Kampfgewicht aufwies. Und im letzten Monat der Grundausbildung gingen wir mit regulärer Bewaffnung und Ausrüstung auf den Parcours.

Darauf folgten dann verschiedene Trainingseinheiten wie Waffenloser Nahkampf, Kampf mit dem Messer oder Knüppel. Oder es ging auf den Schießstand. Oder weitere Sporteinheiten zum verbessern der körperlichen Kondition. Manchmal auch Mannschaftsspiele wie Schlagball.

Nach fünf regulären Tagen ging es für zwei immer ins Gelände. Wir fingen mit zehn Kilometer Geländemarsch an, dazwischen gab es verschiedene Übungsszenarien. So Sachen wie Scharfschützenangriff aus dem Hinterhalt, Artillerieschlag oder robben durch das Gelände. Dann wurde ein Lager aufgebaut, also Zelte aufstellen, Schützenlöcher ausheben und Perimetersicherung installieren. Nach einer Übernachtung mit verschiedenen Diensten ging es dann wieder zu einem Marsch ins Gelände. Mit jeder Woche wurden die Distanzen länger und die Aufgaben anspruchsvoller.

Die Abschlussprüfung war dann ein Marsch von fünfzig Kilometern, auf dem es zehn besondere Aufgaben zu meistern gab. Das hat den ganzen Tag gedauert und wir waren am Ende entsprechend fertig. Aber nun waren wir keine Rekruten mehr, sondern Soldaten. Das war ein sehr erhebendes Gefühl. Trotzdem war uns allen klar, dass dies nur der erste Schritt war, dass waren nur die Grundlagen. Nun kamen weitere drei Monate Kampfausbildung. Hier wurden nun reale Gefechtssituationen trainiert. Stellungskampf, Bewegungskampf, Abwehr, Angriff, offenes Gelände, schwieriges Gelände, Gebäudekampf, Entermanöver und viele verschiedene Szenarien. Auch hier gab es dann einen Parcours, nur war der jeden Tag etwas aufgebaut. Mal zusätzliche Hindernisse oder ein Ausbilder galt als Verwundeter und das Ziel war, ihn unbeschadet von Start zum Ziel zu tragen. Oder wir wurden die ganze Zeit dabei beschossen, mussten uns aufteilen, eine Gruppe rannte zur nächsten Deckung, die andere gab Deckungsfeuer. Wir wurden nun darauf vorbereitet, dass nichts so ist, wie es scheint.

Informationen der Aufklärung verlieren sehr schnell an Wert. Schon eine Viertelstunde später ist eine gesicherte Information nur noch zu 95% korrekt und je mehr Zeit vergeht, desto mehr kann sich geändert haben. Eine leicht verteidigte Stellung kann gerade massive Verstärkung erhalten haben. Truppenverbände haben sich umgruppiert. Das einzige sichere im Krieg war, dass nichts sicher war. Und darauf wurden wir nun vorbereitet. Die CBF war nicht groß genug, um jetzt das Imperium eine offene Feldschlacht zu liefern, aber irgendwann würde der Zeitpunkt kommen, wo wir mehr als kleine Nadelstiche setzen würden. Deswegen wurde dann im letzten Monat der Fokus auf die Art von Missionen gelegt, die wir momentan am häufigsten machen. Infiltration, Gefangenenbefreiung, Rettungsmissionen und Sabotage.

Die Abschlussprüfung dieses zweiten Lehrganges zog sich dann über zwei Tage hin und insgesamt mussten über 70 Kilometer zu Fuß zurück gelegt werden. Auch hier gab es dann verschiedene Aufgaben zu meistern. Darunter auch ein befestigtes Nachtlager aufzubauen, zu sichern und es dann schnell unter Feindfeuer zu evakuieren. Das war schon deutlich anspruchsvoller, aber auch das konnten wir dank unserer guten Ausbildung meistern. Nun waren wir so gut es eben ging auf den Ernstfall vorbereitet. Aber uns war allen klar, wirkliche Erfahrung würden wir nur im richtigen Einsatz sammeln können. Die Ausbildung dient nur dazu, um uns in die Lage zu versetzen, unser ersten Kontakt mit dem Feind zu überleben.

Mit neun anderen frisch gebackenen Soldaten stehe ich nun in meiner neuen grauen Uniform vor Commander Shelly und nehme als Zeichen der Aufnahme in die CBF aus ihrer Hand ein Vibromesser entgegen, dessen Griff aus dem Horn eines Gundarks besteht. Ein erhebender Moment, der mich mit Stolz erfüllt. Meine Euphorie verfliegt, als ich erfahre, dass ich Commander Shelly als Adjutant zugeteilt werde. Ich hatte eigentlich auf einen aktiven Posten bei einer der Kampfeinheiten gehofft, für die man mich ausgebildet hat. Stattdessen bekomme ich einen Schreibtischposten.

"War das deine Idee?", frage ich meinen Papa nach der Beendigung der Zeremonie in einem scharfen Tonfall. Nach feiern ist mir nun nicht mehr zumute, als alle anderen zur Cantina strömen, um auf ihr neues Leben mit einem Glas corellianischen Whiskey anzustoßen.

"Nein, ich habe nichts mit der Entscheidung unseres Commanders zu tun", erwidert mein Vater und hebt beschwichtigend die Hände. Ich schaue ihn prüfend an und komme zu dem Schluss, dass er mir die Wahrheit sagt.

"Warum kommt unser Commander auf die Idee, mich auf einen Schreibtischposten abzuschieben?", frage ich ihn etwas ruhiger.

"Weil dein Commander findet, ein sechzehnjähriges Mädchen sollte erst noch einige wichtige Dinge lernen, bevor es in den Krieg zieht", höre ich hinter mit die Stimme von Commander Shelly, die offensichtlich sehr leise zu uns getreten ist.

"Ich habe 134 Kämpfe in der Roten Arena überlebt und bin auch bald siebzehn. Ich kann gut auf mich aufpassen!", wiederhole ich mal wieder meine Argumente, warum ich in die kämpfende Truppe gehöre.

"Das mag sein. Aber ich bin nicht Prinzessin Xira und auch kein Jedi, der eine Jugendliche in einen blutigen Konflikt schickt. Ich weiß, du hast gut in der Ausbildung abgeschnitten und deine Ausbilder sind voll des Lobes. Betrachte dies alles als Chance, um dich weiter zu entwickeln und nicht als Strafe. Übe weiter mit dem Blaster und wenn du das goldene Blasterabzeichen errungen hast, reden wir weiter."

"Jawohl, Commander Shelly!", bestätige ich den Befehl, da weiterer Widerstand meinerseits mir nicht zielführend erscheint. Mein kommandierender Offizier hat sich meine Argumente angehört und anders entschieden. Das habe ich nun als Soldat von "Shelly Gundarks" zu akzeptieren. Und natürlich bin ich auch erfreut über die Tatsache, dass ich mit Erringen des goldenen Blasterabzeichens die Sache selbst in die Hand nehmen kann.

Der Dienst an sich entpuppt sich als relativ angenehm, auch wenn es mir nach etwas Handfesterem steht. Unsere Einheit operiert momentan am Äußeren Rand in der Nähe von Zygerria. Diese Welt hat sehr vom Aufstieg des Imperiums profitiert und ist eine Drehscheibe des Intergalaktischen Sklavenhandels geworden. Zelle 77 hat den Auftrag, den Warenverkehr durch die Kaperung und Übernahme von Sklaventransportern oder, falls möglich von Sklavenjägern zu behindern. Dadurch sollen dem Markt Sklaven, Fänger und Transportkapazität entzogen werden. Gleichzeitig werden so neue Raumschiffe gekapert und potentielle Rekruten für den Widerstand gewonnen. Natürlich wäre ich lieber bei den Entermannschaften, welche die Schiffe stürmen und nicht hier an einem Schreibtisch mit organisatorischen Arbeiten beschäftigt.

Eine meiner Aufgaben ist es, Besucher zu empfangen und mit um deren Wohlergehen zu kümmern. Hin und wieder besuchen uns Vertreter anderer Zellen oder Boten von der Führungsebene, welche neue Befehle bringen oder Statusmeldungen entgegen nehmen.

"Lyra, es hat sich ein Gast angekündigt. Eine Agentin der Alderaaner mit dem Codenamen Fulcrum. Nimm sie bitte im Haupthangar Empfang und führe sie in mein Büro."

"Zu Befehl, Commander!" Mit diesen Worten stehe ich auf und eile in den Hangar, wo gerade ein kleiner YT-1760 landet. Diese kompakten und sehr schnellen Raumschiffe sind primär Shuttles für betuchte Reisende. Diese schnittige Baureihe wird auch für Kurierdienste verwendet. In unserer Zelle gibt es mehrere Exemplare davon, die zu Waffenstarrenden Kanonenbooten ausgebaut wurden. Aus der Luke hinten am Rumpf tritt eine verhüllte Gestalt. Sie ist deutlich größer als ich. Die graue Robe mit dem über den Kopf gezogenen Kapuze verhüllt die Person fast vollkommen, so dass ich nicht erkennen kann, ob ich nun einen Mann oder eine Frau vor mir habe. An der Ausformung der Kapuze kann ich aber sehen, dass ich vor mir keinen Mensch habe.

"Willkommen an Bord der Gundark, Fulcrum. Ich bin beauftragt, Euch zu Commander Shelly zu führen. Wenn Ihr so freundlich wärt, mir zu folgen?", sage ich mein für diese Situation übliches Sprüchlein auf und gehe voran. Der Agent folgt mir auf dem Fuß. Ich führe Fulcrum direkt in das Büro meines Commanders und frage: "Brauchen Sie mich noch?"

Jetzt wo wir nur noch zu dritt sind, schlägt die Gestalt ihre Kapuze zurück und darunter kommt eine Togruta zum Vorschein. Eine humanoide Rasse von der Welt Shili. Ich bin mir nicht sicher, in welcher Region diese Welt liegt. Statt Ohren haben diese Wesen sogenannte Montrals, mit denen sie gut hören. Besonders feine Sinne erhalten sie durch ihre Lekku, die aber deutlich kürzer sind als bei den Twi´lek. Eine berühmte Jedimeisterin und ein ebenso berüchtigter Padawan stammen von dieser Welt. Und wenn mich nicht alles täuscht, habe ich genau diesen berüchtigten Padawan mit dem Namen Ahsoka Tano vor mir.

"Von Ihnen hatte ich mal ein Actionfigur und einen rot weiß lackierten Delta-7 Aethersprite, der fernsteuerbar und flugfähig war!", stoße ich aufgeregt hervor. Erst danach wird mir klar, wie unangebracht diese Bemerkung war und ich spüre, wie ich knallrot werde. Am liebsten würde ich vor Scham im Boden verschwinden. Aber Lady Tano lacht nur.

"Da gebe ich mir solche Mühe, meine Identität geheim zu halten und jetzt erfahre ich, dass von mir Spielzeug zu kaufen gibt", meint die ehemalige Jedi durchaus gut gelaunt. Aber dann fährt sie mit ernsterem Tonfall fort: "Ich hoffe, ich kann auf deine Diskretion zählen?"

"Aber selbstverständlich, Lady Tano. Ich werde niemanden etwas davon erzählen!", verkünde ich und meine es auch so. Bevor es noch peinlicher wird, fliehe ich schier aus dem Büro. Draußen halte ich inne und muss an mich halten, nicht wie ein kleines Kind vor Begeisterung quietschend auf und ab zu hüpfen. Ich habe eine Leibhaftige Heldin meiner Kindheit kennen gelernt, wer kann so was schon vor sich behaupten?

Nakagos wirre Gedanken

Ich habe die militärische Ausbildung von Lyra mit ein paar Sätzen zusammen gefasst, da ich das Militärgedöns nicht zu sehr auswalzen wollte. Wir erreichen nun den Zeitpunkt, wo sich im alten Kanon die Rebellenallianz mit der Erklärung von Corellia bildet. Momentan gibt durch Solo eine gewisse Diskrepanz, da Enfy Nest in ihrer Rede schon deutlich  früher von einer Allianz spricht. Aber auf der anderen Seite dürfte es schon früh hier und da Zellen gegeben haben, die überregional zusammen gearbeitet haben dürften. Wie auch immer, da fand ich es einfach sinnig, Ahsoka Tano als Emissär von Bail Organa auftauchen zu lassen. Im nächsten Kapitel taucht dann ein weiterer kanonischer Charakter auf.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 16. August 2018, 17:56:01
Episode XII

Die letzten Tage waren recht hektisch, da die "Gundark" zu einem Gipfeltreffen der Anführer der Corellianischen Befreiungsfront und des Alderaaner Widerstands ausersehen wurde. Die Gerüchteküche brodelt, angeblich soll es zu einer Allianz zwischen verschiedenen Organisationen und Gruppen kommen. Die Corellianische Befreiungsfront ist ja nicht die einzige Widerstandsgruppe in der Galaxis, welche dem Imperium den Kampf angesagt hat. Auch wenn wir wahrscheinlich eine der größten sind. Bis jetzt gab es nur ein loses Netzwerk von Zellen, die meist autark operiert haben. Hier und da schlossen sich Zellen für bestimmte Ziele zusammen, egal ob es nun Zellen der CBF oder einer anderen Gruppe von Rebellen handelte. Aber jetzt soll es ein richtiger Zusammenschluss werden.

Eine der Vertreter des Alderaaner Widerstands soll eine gewisse Prinzessin Leia sein, die Tochter des Vizekönigs und Senators Bail Organa. Und Commander Shelly offenbart mir, dass ich als Ordonanz der lieblichen Prinzessin eingeteilt bin, so lange sie sich an Bord der "Gundark" aufhält. Da alles besser ist als Commander Shellys Botenmädchen zu spielen, bin ich recht begeistert über diese Abwechslung. Es ist zwar kein Kampfeinsatz, aber ich freue mich über diese besondere  Aufgabe.

Mein erster Gedanke beim Anblick der Prinzessin ist, dass es wohl auf Alderaan üblich ist, Gardinen für den Stoff von Kleidern zu verwenden. Die Prinzessin, die schätzungsweise so alt ist wie ich, ist deutlich kleiner und hat eine recht verkünstelte Frisur aus Zöpfen. Als kleines Mädchen hatte ich mal ein ähnlich aufwendig geflochtene Frisur. Damals habe meine Zöpfchen geliebt. Inzwischen habe eine schicke, wenn auch militärisch passende Frisur, für die ich nur wenig Aufwand betreiben muss und die einfach praktischer ist. Dadurch habe ich dann mehr Zeit, um mich auf dem Schießstand mit dem Blaster zu perfektionieren.

"Willkommen an Bord der Gundark, Eure Majestät. Ich habe das Privileg, als Eure Ordonanz dienen zu dürfen. Mein Name ist Askana." Dieses Sprüchlein sage ich voller ernst und ohne Ironie auf. Ein leibhaftige Prinzessin einer so alten und angesehenen Welt wie Alderaan begegnet man nur selten im Leben. Immerhin ist Alderaan eines der ältesten Mitglieder der Republik und gilt als Hort der Demokratie. Die Prinzessin lächelt huldvoll und ich darf sie zum Konferenzsaal begleiten, vor dem ich nun warten darf. Dieser Teil meiner Mission ist nun wirklich äußerst langweilig. Die Debatten ziehen sich wohl recht lang hin und der Prinzessin wird es wohl ebenfalls langweilig, da sie schließlich vor Ende der Zusammenkunft vor mir steht. Auch scheint sie ebenfalls hungrig zu sein.

"Ich habe schon viel über Ryhscate gehört. Wäre es denn möglich, davon etwas zu bekommen?", fragt mich die Prinzessin.

"Natürlich, Eure Hoheit. Ich werde Euch sofort ein Stück Ryhscate bringen", bestätige ich ihren Befehl. Ryhscate ist ein süßes Gebäck mit Vweilu Nüssen und einem ordentlichen Schuss corellianischen Whisky. Das wird traditionell zu Feiertagen und Geburtstagen serviert. Auf Nar Shaddaa hat meine Mutter immer viel Aufwand betrieben, um an die Vweilu Nüsse heran zu kommen, die es nur in speziellen Läden im Corellianischen Sektor auf Nar Shaddaa gab. Das war jedes mal ein Risiko gewesen und vielleicht haben dadurch die Kopfgeldjäger die Gruppe corellianischer Dissidenten entdeckt. Das ist eine Theorie von vielen, welche das Nar Shaddaa Massaker erklären würde.

"Nicht nötig, gehen wir doch in die Cantina und essen gemeinsam ein Stückchen davon", meint die Prinzessin gut gelaunt.

"Wie ihr wünscht, Eure Hoheit", erwidere ich.

"Wie wäre es, wenn du mich Leia nennst? Und wie heißt du mit Vornamen?", fragt sie mich und mir wird klar, wie jung wir beide eigentlich sind.

"Mein Name ist Lyra", erwidere ich.

"Du bist ziemlich jung für eine Soldaten", meint sie eher neugierig als herablassend.

"Ich fühle mich alt genug für den Krieg." Wir haben die Cantina erreicht, die um diese Zeit nur dünn besucht ist. Es riecht nach Spülmitteln, frisch aufgebrühten Kaf und einigen brutzelnden Buletten aus Banthahackfleisch. Ich ordere zwei Stücke Rhycaste und zwei Tassen Kaf. An einem der vielen freien Tische setzen wir uns gegenüber.

"Warum hast du dich der Rebellion angeschlossen?", fragt Prinzessin Leia mich, bevor sie ein Stückchen von dem Gebäck probiert. "Lecker!", ruft sie nach dem ersten Bissen aus.

"Meine Mutter wurde vom Imperium ermordet", erkläre ich etwas kurz angebunden, da dieses Thema schmerzliche Erinnerungen weckt. In solchen Augenblicken merke ich ganz deutlich, wie sehr mir meine Mutter doch fehlt. Ebenso wie Eli, von der ich nicht mal weiß, ob sie überhaupt noch lebt.

"Sind deine Beweggründe dann Rache?", hakt Leia nach und nimmt einen weiteren bissen. Ich kann ihr ansehen, dass ihr das Gebäck wirklich schmeckt und nicht nur aus Höflichkeit so tut. Vweilo Nüsse sind nicht jedermanns Geschmack. Für mich schmeckt Rhycaste nach geborgener Kindheit auf meiner Heimatwelt Corellia, als alles noch so war, wie es sein sollte. Als wir noch eine Familie waren.

"Nein, ich sinne nicht nach Rache. Selbst wenn ich alle Imperialen und den Imperator persönlich töten würde, meine Mutter wird dadurch nicht wieder lebendig. Es ist eher so, dass mir der Gedanke unerträglich ist, dass wenn wir am Ende nicht gewinnen, dass dann meine Mutter vollkommen sinnlos gestorben ist. Meine Familie hat durch die Rebellion fast alles verloren und das darf einfach nicht vergeblich gewesen sein." Meine Mutter ist tot, Eli in der Sklaverei verschollen und wir sind in einem Krieg gefangen, der kaum zu gewinnen ist.

"Wie alt warst du, als das passiert ist?", fragt sie weiter und schaut mich dabei mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck an.

"Elf. Mit meiner Schwester Eloy tauchte ich dann unter und wurden dann von Kopfgeldjägern aufgespürt, weil unser Kontaktmann aufgeflogen war. Wie so viele andere corellianische Dissidenten um diese Zeit. Ich wurde von meiner kleinen Schwester getrennt, die seitdem in der Sklaverei verschollen ist", erzähle ich und merke, wie ich beim letzten Satz anfange zu weinen. Das mit Eloy ist so unendlich traurig und kann einfach nicht anders, als zu weinen.

"Das tut mir leid!", meint Leia und legt mir tröstend ihre Hand auf die meine.

"Ich mache mir große Sorgen um Eloy. Damals war es meinem Vater nicht gelungen, sie aufzuspüren und erst jetzt hat er sich auf die Suche nach Eloy gemacht. Seit zwei Wochen sind nun er und ein kleines Team im Untergrund von Nar Shaddaa unterwegs. Ich wünschte, ich könnte dabei sein. Leider muss ich hier auf der Gundark bleiben", erzähle ich der Prinzessin von meiner Frustration. Ich wäre so gerne nach Nar Shaddaa mitgegangen, aber mein Commander wie auch mein Vater haben mir das verboten. Es wäre strategisch nicht sinnvoll, dorthin persönlich zurück zu kehren. Womöglich suchen die Hutten der Roten Arena nach mir. Offiziell gibt es zwar kein Kopfgeld, da meine Flucht nie nach außen hin bekannt wurde. Auch könnte mich eventuell jemand erkennen. Das war zwar unwahrscheinlich, aber eben auch nicht gänzlich auszuschließen, da ich doch ein paar Fans hatte. Ich könnte mich zwar verkleiden, aber irgendwie traut man mir da in dieser Beziehung recht wenig zu.

"Dann hoffe ich, dass die Macht deinen Vater leitet", versucht die Prinzessin mir Hoffnung zu geben.

"Hoffnung ist alles, was mir bleibt, Leia", erwidere ich und kämpfe erfolgreich meine Tränen nieder. Ich will gar nicht wissen, was für entsetzliche Dinge Eloy die letzten Jahren widerfahren sein könnten. Deswegen wechsele ich wieder das Thema. "Natürlich gibt es noch andere Gründe, gegen das Imperium zu kämpfen. Meine Heimat Corellia muss sehr unter der imperialen Besatzung leiden. Alle Unternehmen sind verstaatlicht, die Gewerkschaften zerschlagen und die Löhne sind so weit unten, dass eine arbeitende Familie kaum noch über die Runden kommt, trotz Überstunden. Ich habe gehört, dass viele Kinder statt auf die Schule gehen, in Diebesbandes das wenige stehlen, was die besser gestellten Wohlhabenderen noch haben. Ich habe Bilder von der Stadt gesehen, wo wir einst gelebt haben. Ich habe anfangs nicht glauben können, dass dies meine Heimatstadt ist. Alles ist so schmutzig geworden. Die Neue Ordnung des Imperiums bringt nur Leid und Tod. Nicht nur für Nichtmenschen, sondern auch für Menschen. Nur die profitieren, die sich dem System anbiedern und willfährige Gehilfen sind. Das Imperium verursacht mit seinem Unrecht, mit seiner Gier und seinem Anspruch auf absolute Herrschaft nur unsägliches Leid. Jedem aufrechten Wesen in dieser Galaxis bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig, als aufzustehen und das Imperium zu bekämpfen!"

"Hast du keine Angst vor dem sterben?", fragt Leia mich.

"Das einzige was ich fürchte, ist, dass die Rebellion scheitert", erwidere ich. Wir schauen uns an und dann fangen wir beide gleichzeitig an zu lachen. Nicht mal ich selbst würde mir diesen pathetischen Unsinn abkaufen. "Natürlich habe ich Angst zu sterben, verstümmelt zu werden oder lebend den Imperialen in die Hände zu fallen. Sie sollen spezielle Droiden für die Folter haben. Und Drogen, die den Willen brechen und Zunge lockern sollen. Das macht mir schon Angst. Aber ich denke, jeder Beitrag zählt, um den Imperator zu stürzen und die Republik wieder herzustellen. Und wie sieht es bei dir aus, Leia. Hast du Angst vor dem Tod?", wage ich zu fragen und hoffe, dabei nicht zu weit gegangen zu sein.

"Ich sehe es so ähnlich wie du. Mich graust der Gedanke, einem Ekelpaket wie Großmoff Tarkin oder dem Dunklen Ritter Vader in die Hände zu fallen, falls mein Doppelspiel jemals auffliegen sollte. Mein Name und Status schützt mich zwar noch und mein Schlachtfeld ist die Politik. Darauf wurde ich mein ganzes Leben vorbereitet. Und wenn die einzelnen Rebellenfraktionen sich zusammen schließen, haben wir auch eine Chance. Die Macht wird mit uns sein!"

"Möge die Macht mit uns sein! Immer!", wiederhole ich und fühle mich etwas zuversichtlicher als zuvor. In dem Moment fällt eine kleine Horde lärmender junger Männer und Frauen in die Cantina ein. Eine unserer Patrouillen ist wohl zurückgekehrt, den es handelt sich dabei um Piloten und Crewmitglieder von Kanonenbooten und Sternenjäger. Die meisten sind Corellianer, aber es gibt auch eine Twi´lek und mehrere Duro darunter. Einer der jungen Piloten ist das Ass Jona Dren, gutaussehend, mit coolen Dreitagebart und einfach gut gebaut. Kurzum, er ist so unglaublich heiß, dass ich schmelze. Dazu ist Dren noch unser Ass mit den meisten Abschüssen, bis heute hat Jona siebenundzwanzig feindliche Jäger, acht Bomber und drei Angriffsshuttles im Raumkampf abgeschossen. Habe ich schon erwähnt, wie gut er aussieht? Und wie süß er ist? Und wie drahtig und durchtrainiert? Und wie groß er ist? Und das seine Haare immer etwas zerzaust sind, was ihn noch viel süßer aussehen lässt?

"Hach! Ist der süß!", seufze ich und registriere, dass Leia mich breit grinsend ansieht.

"Ist da jemand verliebt?", fragt sie mich und ihr lächeln scheint noch breiter zu werden.

"Oh ja, etwas. In Jona Dren", hauche ich und spüre, wie ich rot anlaufe. Hoffentlich sieht Jona das nicht, ich würde vor Scham sterben.

"Der schneidige Corellianer mit den zerzausten Haaren", fragt Leia, die ungeniert auf den Tisch der Piloten blickt.

"Nicht hinschauen!", zische ich peinlich berührt und schlage meine Hände vors Gesicht. Ich muss schrecklich aussehen, da ich ja gerade erst geweint habe.

"Keine Angst, die erzählen sich gerade gegenseitig ihre letzten Heldentaten. Die würden uns nicht mal sehen, wenn wir splitterfasernackt auf dem Tisch tanzen würden", erwidert Leia und wirkt köstlich amüsiert. Ich dagegen bin schockiert. Dann wird mir klar, wie unreif mein verhalten ist und das sich Leia zu recht über mich lustig macht. Aber mit Zwischenmenschlichen Beziehungen habe ich eben keine Erfahrung. Die einzigen Vertreter des männlichen Geschlechts in den letzten vier Jahren saßen entweder unglaublich weit entfernt auf der Tribüne oder haben versucht, mich in der Roten Arena umzubringen. Oder saßen schüchtern mir gegenüber, während ich Autogramme gegeben habe.

"Der ist schon irgendwie süß. Ich muss gestehen, ich hab was übrig für Corellianer. Sie wirken immer so, als würde ihnen die Galaxis gehören und haben ein Selbstvertrauen von der Größe eines Sternenzerstörers der Sieges Klasse. Und sie sind so schneidig!", erzählt Leia kichernd und mir wird klar, dass wir beide noch Teenager sind und sie wohl auch keine große Erfahrung in der Liebe haben dürfte. Ich will sie schon darauf ansprechen, dann wird mir klar, dass wir uns für ein solches Thema nicht gut genug kennen. Das ganze wird nun für mich immer peinlicher. Aber wenigstens fühle ich, dass ich nicht mehr so rot wie eine Warnleuchte bin. Wir werden immer noch vollständig von den Piloten ignoriert, was in meiner momentanen Verfassung kein Fehler ist. Da mir das Thema äußerst peinlich und unangenehm ist, wechsele ich es, nachdem ich der Prinzessin noch ein weiteres Stück Rhycaste gebracht habe.

Nakagos wirre Gedanken

Rhycaste wird im Supplement "Sonnen der Verheißung" als corellianische Spezialität erwähnt. So ziemlich das einzige feste Lebensmittel, dass im ganzen Spiel "Am Rande des Imperiums" beschrieben wird.

Mit Prinzessin Leia ist nun ein weiterer kanonischer Charakter aufgetaucht. Ich hoffe, ich habe sie halbwegs gut getroffen. Ein paar ihrer Aussagen sind natürlich sehr prophetisch.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 19. August 2018, 16:10:18
Episode XIII

"Ich hab es geschafft!", platze ich in das Büro von Commander Shelly und präsentiere auf einem tragbaren Datapad die beglaubigten Ergebnisse meines letzten Versuchs, das goldene Blasterabzeichen zu gewinnen. Sechs Monate mehrstündiges tägliches Training in meinen Freischichten und fünf Anläufe habe ich dafür gebraucht, um Punktgenau das Mindestergebnis dafür zu bekommen. Shelly wirft nur einen kurzen Blick auf die Bestätigung und schaut mich dann an.

"Ist es so schrecklich bei mir im Büro zu arbeiten?", fragt sie mich in einen Tonfall, der traurig wirkt.

"Nein, Commander Shelly! Aber ich möchte mehr tun als nur am Schreibtisch zu hocken oder Besucher durch die Gundark zu führen", erkläre ich enthusiastisch.

"Die meisten unterschätzen die Notwendigkeit von Bürokratie und einem geregelten Ablauf. Besonders jetzt wo wir nach Deklaration von Corellia Teil der Rebellenallianz sind. 1. Division Spezialkräfte 5. Regiment, Dorn-Kompanie. Daran werde ich mich noch lange nicht gewöhnen. Aber wenigstens haben wir unsere komplette Abteilung erhalten und agieren nach wie vor autark.

Nun ja, ich habe dir versprochen, dich in eine kämpfende Einheit zu versetzen, sobald du das goldene Blasterabzeichen gewonnen hast. Dein Vater hat ja gemeint, dass würdest du bis zum Ende des Krieges eh nicht schaffen, da hat er dich aber gewaltig unterschätzt. Melde dich Morgen bei der Feuerspucker XXIV als neue Bordschützin." Das mein Vater so gering von mir denkt ist schon ein kleiner Schock. Wiedermal wird mir klar, dass mein Vater in mir immer noch das kleine Mädchen sieht, dass er auf seinen starken Schultern herum getragen hat. Aber ich bin kein kleines Kind mehr! Und natürlich bin ich etwas angesäuert, auf ein Kanonenboot versetzt zu werden.

"Ist was nicht in Ordnung?", fragt Shelly, während sie schon an meinem Versetzungsdokument arbeitet. Wahrscheinlich ist mir die Enttäuschung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Unter kämpfende Truppe habe ich eher an die Entermannschaft, die Bodeneinheit oder die Aufklärungseinheit gedacht, die mein Vater leitet.

"Ich bin traurig, dass mein Vater meine Schwester Eloy immer noch nicht aufspüren konnte", rede ich mich heraus, da ich befürchte, wenn ich offen mein Missfallen über diesen Posten äußere, es noch länger dauern wird, in eine kämpfende Einheit zu kommen. Bordschützin ist zwar auch kämpfend, aber eben nicht das, was ich anstrebe. Und ich bin wirklich traurig darüber, dass in Richtung Eloy kaum Fortschritte erzielt werden. Fünf Jahre sind eben eine sehr lange Zeit, um eine Spur wieder aufzunehmen.

"Das ist sicherlich bitter und dein Vater leidet auch sehr darunter. Immerhin konnten sie den kompletten Werdegang von Eloys Schicksal auf Nar Shaddaa rekonstruieren und alle Beteiligten ihrer gerechten Strafe zuführen", versucht Commander Shelly mich etwas zu trösten. Es ist ein schwacher Trost, dass Eloy auf Nar Shaddaa mehrmals hintereinander verkauft wurde und dann den Planeten nachweislich lebend verließ. Wohin ist noch nicht ganz klar, aber die Spur ist noch nicht ganz kalt. Auch da wäre ich so gern dabei gewesen, aber vielleicht darf ich dann beim nächsten mal mit, wenn sich was ergibt. Es gibt immer noch Hoffnung, da ihr Tod nicht bestätigt ist. Ich konnte sie nicht retten, aber mein Vater hat sie schon mal blutig gerächt. Aber Rache ist nur ein schwacher Trost.

Und das Rätsel konnte gelöst werden, warum Prinzessin Xira Wort gehalten hat. Meine Stiefmutter Kayleen hat sich etwas umgehört, bis sie sich aus vielen Informationen ein Bild machen konnte.

"Also nachdem ich genug Credits hab springen lassen, habe ich von einem Angestellten der Arena ein paar Informationen herauskitzeln können", erklärte mir meine Stiefmutter, nachdem sie und mein Vater ohne Eloy von Nar Shaddaa zurück gekehrt waren. 

"Die Hutten, welche die Roten Arena betreiben, nehmen sehr große Mengen an Credits durch den Fanservice ein. Also das Fans ihre Idole aus der Arena treffen können und mit ihnen schlafen, Autogrammstunden geben oder einfach mit ihnen reden. Nur ein Bruchteil der Einnahmen landet bei den Häusern, welche die Mehrheit an den Gladiatoren halten. Dafür sind im Gegenzug die Gladiatoren versichert, falls beim Fanservice etwas schief gehen sollte. Im Normalfall ist die größte Gefahr eine Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit. So was mindert natürlich die Kampfkraft und den Wert eines Gladiators, der ja schließlich heroisch kämpfend in der Arena krepieren soll. Sollte das passieren, wird der Verlust mit einer hohen Ausgleichszahlung kompensiert. Das gleiche passiert, falls dem Gladiator beim Fanservice die Flucht gelingen sollte oder er dabei getötet wird. Offiziell gab es noch nie eine erfolgreiche Flucht und das hat sich bis heute nicht geändert. Da deine Flucht auch offiziell nicht stattgefunden hat, bin ich mir sicher, dass du nicht die erste warst, die erfolgreich aus der Roten Arena entkommen konnte. Die anderen erfolgreichen Fluchtversuche wurden eben genau so vertuscht.

Auf alle Fälle ist ein Gladiator hoch versichert, falls ihm die Flucht gelingen sollte. Wahrscheinlich ist das wohl auch gleichzeitig ein Schweigegeld, dass davon nichts in die Öffentlichkeit oder offizielle Stellen gelangt. Jeder Gladiator ist ein verurteilter Mörder und in den meisten Fällen entspricht das auch der Wahrheit. Wäre also keine gute Reklame für das Rechtssystem der Hutten, falls man das so bezeichnen möchte, wenn verurteilte Mörder frei herum laufen würden."

"Du meinst, Prinzessin Xira hat quasi einen Versicherungsbetrug begangen?", fragte ich baff und hatte Mühe, die ganzen Informationen zu verdauen.

"Ich denke schon. Du warst ja der Star ihres Hauses und entsprechend Wertvoll. Und so wie ich das sehe, hat sie ein hübsches Sümmchen dafür kassiert, dass du entkommen bist. Auf alle Fälle hat Prinzessin Xira von deiner Flucht enorm profitiert und hat wohl so auch einen Grund gefunden, ihren Gladiatorenstall weiter zu verkaufen."

"An wen hat Prinzessin Xira verkauft?", fragte ich, da mich das schon interessierte.

"An ihre Cheftrainerin Tokara." Offensichtlich hat Meisterin Tokara durch gut platzierte Wetten ein Vermögen verdient. Die Quoten waren am Anfang gegen mich ziemlich hoch.

"Interessant!", erwiderte ich und fragte weiter: "Weißt du, was Prinzessin Xira jetzt macht?"

"Sie ist zurück auf Falleen und wurde vor einigen Tagen offiziell zur Kronprinzessin ihres Hauses gekürt."

Es sieht so aus, als wäre der "Wettstreit" zwischen den Geschwistern zu Ende. Und so wie es scheint, muss Prinzessin Xira gewonnen haben. Das freut mich für meine ehemalige Besitzerin außerordentlich. Nach wie vor bin ich ihr unendlich Dankbar, dass sie mich damals gekauft hat und immer ein so großes Vertrauen in meine Fähigkeiten hatte. Auch freut es mich, dass Meisterin Tokara so den von Prinzessin Xira eingeschlagenen Weg eines vergleichsweise sehr humanen Gladiatorenstalls weiter verfolgt. Ich wünsche beiden Frauen vom ganzen Herzen alles Gute und trage gegen sie keinerlei Groll in meinem Herzen.

Nakagos wirre Gedanken

Das war jetzt ein recht kurzes Kapitel, konnte aber nur separat funktionieren. Jedenfalls ist nun wohl klar, was Prinzessin Xira Motive gewesen sind.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 21. August 2018, 15:39:30
Episode XIV

Seit zwei Monaten bin ich nun Bordschützin der "Feuerspucker XXIV", einem Kanonenboot der YT-1766 Baureihe, der militärischen Version der YT-1760. Während der Klonkriege versuchte die CIG mit dieser schwer bewaffneten Version in den Markt für kompakte Bomber einzusteigen, in dem das YT-1760 Chassis praktisch mit Geschützen, Raketen, 20 Tonnen Bombenzuladung, einem stärkeren Fusionsreaktor und einem leistungsstarken Deflektorschild auf Kosten von Kabinen und Frachtkapazität vollgestopft wurde. Die große Armee der Republik winkte aber ab, da der Stückpreis zwar angemessen, aber im Vergleich zu Konkurrenzprodukten doch recht teuer war und wählte als neuen Standardbomber den H-60 Tempest von Stayn & Korpil. Die CIG hatte bis Dato aber im Vertrauen den Auftrag zu bekommen schon 300 Exemplare gefertigt. Der Verkauf verlief wegen dem horrenden Stückpreis an andere Kunden sehr schleppend und schließlich wurde der Restbestand von 232 Exemplaren eingemottet und fast vergessen. Auch die dazu gehörende Fertigungsstraße hatte man einfach in ein Depot eingelagert.

Im Zuge des großen Streiks und der darauffolgenden Gründung der CBF wurde das Depot dann heimlich geräumt und diese Raumschiffe wurden das Rückgrat der Raumflotte der CBF. Durch die inzwischen an einen geheimen Ort installierte Fertigungsstraße ist die CBF in der Lage, die Schiffe in Eigenregie zu fertigen, wobei natürlich viele Bauteile auf dem grauen Markt besorgt werden müssen.

Die "Feuerspucker XXIV" hat vier Mann Besatzung. Kommandant und Pilot ist ein Corellianer mit Namen Anras Jonns, Ende Zwanzig und kann sich nur mit Hilfe zweier Beinprothesen fortbewegen. Die Copilotin und Waffenoperatorin Rewo Emlov ist eine blauhäutige Duro mit einer großen Portion Ironie. Die andere Bordschützin ist eine rothäutige Twi´lek, die Tekla heißt und nur etwas älter als ich bin. Sie ist eine befreite Sklavin und seit zwei Jahren bei der Befreiungsfront und hat erst ein halbes Jahr Erfahrung als Bordschützin.

Ich bediene den oberen Geschützstand, der aus vier gekoppelten leichten Laserkanonen mit der Bezeichnung AG-2G besteht, welches die komplette obere Hälfte des Kanonenbootes verteidigt. Wir operieren im Verband mit einem YT-1300 mit Sturmschleuse, einem weiteren YT-1766 und vier SLAF-500 Einmann-Sternenjäger. Die beiden YT-1766 zerschießen die Schilde mit ihren Erschütterungsraketen und Laserkanonen, anschließend legen sie mit den Ionenkanonen das feindliche Schiff lahm. Welches dann, wenn es wehrlos ist, von dem YT-1300 geentert wird. Die schnittigen und sehr schnellen SLAF-500 sichern den Verband vor feindlichen Jägern. So die Aufgabenverteilung.

Die SLAF-500 sind Schwere/Leichte Angriffsflieger mit zwei leichten Laserkanonen und vier Protonentorpedos bewaffnet. Vier hochgezüchtete 9X2 Fusionstriebwerke sorgen für die notwendige Beschleunigung des sehr wendigen Sternenjägers mit Hyperraumantrieb der ebenfalls aus dem Haus CIG stammt. Auch dieses Modell wird in Eigenproduktion von der CBF in geringen Stückzahlen hergestellt, was reicht, die eigenen Verluste zu kompensieren, aber nicht genug, um jetzt damit die Allianz auszustatten. Auch wird der SLAF-500 von den Corellianischen Sicherheitstruppen eingesetzt.

Unsere heutige Mission besteht auf dem aufspüren, stellen, lahm legen und entern eines gepanzerten Frachtschiffes der Gozanti Kreuzer Klasse. Wobei die Bezeichnung Kreuzer für das nicht mal 70 Meter lange Schiff eher scherzhaft gemeint ist. Die mittleren Frachter dieser Klasse sind sehr stark gepanzert und stark bewaffnet. Ursprünglich waren sie als kleine Blockadebrecher gedacht gewesen, haben aber ihre Abnehmer bei vielen kleinen Frachtunternehmen gefunden, die in Gegenden arbeiten, wo ein Piratenüberfall durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen liegt. Durch die starke Panzerung und Bewaffnung schrecken sie den einen oder anderen Piraten ab. Wobei auch viele Piraten wiederum den Gozanti Kreuzer verwenden. Auch die Allianz nutzt diesen Schiffstyp, ebenso das Imperium, welche sogar vier Pylone daran angebracht haben, an denen TIE Jäger hängen.

Unser Ziel gehört zygerianischen Sklavenhändlern, welche in die Sklaverei verkaufte Insassen eines imperialen Straflagers befördert. So was ist auch im Imperium nicht legal, aber viele Kommandanten bessern ihre eigene Börse damit auf, dass sie unliebsame Gefangene unter der Hand an Sklavenhändler verkaufen und die Objekte einfach als verstorben deklarieren. Offensichtlich ist das ein lukratives Geschäft.

Durch einen Agenten der Allianz wissen wir, wo sich der Kreuzer den Hyperraum verlassen wird, um von dort aus weiter zu navigieren. Manche Routen sind tückisch und verlangen einen Regelmäßigen Eintritt in den Realraum, um die Position zu überprüfen. An einem solchen Punkt warten wir. Kaum bricht der Gozanti in den Realraum, haben unsere Kanonenboote ihn auch schon lahmgelegt. Sofort fliegt der YT-1300 heran, verankert seine Sturmschleuse an der Außenhülle und beginnt damit, dass Schiff zu entern. Das Manöver verläuft wie am Schnürchen und ich habe nichts anderes zu tun, als in den freien Raum zu sehen. Es ist Routine und unsere Entermannschaft macht gute Fortschritte.

Da schrillen auf einmal die Sirenen, denn drei weitere militärisch modifizierte Gozanti Kreuzer kommen aus dem Hyperraum. Es sind eindeutig Imperiale, denn sie koppeln sofort ihre TIE Jäger ab, die auf uns zufliegen. Das ist ein erntszunehmender Verband und ich in mir keimt der Verdacht auf, dass die nicht rein zufällig hier ist. Shellys Gundarks operieren hier in diesem Bereich schon über ein Jahr und haben in der Zeit knapp hundert Schiffe aufgebracht. Das Operationsgebiet umfasst zwar ein gutes Dutzend Sektoren, trotzdem fällt eine solche Häufung von Raumschiffverlusten irgendwann auf. Und das dürfte wohl die erste ernstgemeinte Gegenreaktion sein.

Sofort geht die "Feuerspucker XXIV" auf Angriffskurs, ebenso unser Schwesternschiff und die vier SLAF-500. Nun wird es für mich ernst. Bis jetzt war ich immer nur Zuschauer, während andere die Arbeit hatten. Jetzt bin ich als Bordschützin gefordert. Ich habe fünfzig Stunden im Simulator hinter mir und wir haben auch Zielübungen auf kleine Asteroiden gemacht. Aber noch nie habe ich wirklich auf einen angreifenden Jäger geschossen.

Mein Herz beginnt zu rasen, meine Kehle ist trocken und ich werde furchtbar nervös. Und natürlich habe ich auch Angst, aber momentan wird die von meiner Nervosität in Zaum gehalten. Augenblicklich lösen sich die zwölf TIE Jäger und beginnen ihren Abfangangriff. Mit meinen Daumen klappe ich die Abdeckung für die beiden Feuerknöpfe hoch, die zum feuern beide gleichzeitig gedrückt werden müssen. Ich schwenke sofort mit meinen Fußpedalen das vierläufiges Lasergeschütz auf den Gegner ein und justiere den Feuerwinkel mit dem Handhebel. Ich habe zwölf Ziele zur Auswahl, davon liegen vier in meinem primären Schussfeld. Die Qual der Wahl. Unser Schiff befindet sich rechts außen, also targetiere ich den von mir aus gesehenen rechten Jäger am Rand der Rotte als primäres Ziel. Unterstützende Daten werden in meine Zielbrille eingeblendet und ich zentriere das Ziel. Die Zielmatrix leuchtet auf, dass mein Ziel erfasst ist und ich drücke beide Knöpfe an meinem Multifunktionshebel. Ein Hagel roter Laserstrahlen schießt auf den angreifenden TIE Jäger zu, der im letzten Moment dem Feuerstoß mit einer Faßrolle nach links ausweicht. Sofort höre ich auf zu schießen und folge meinem Ziel. Wieder feuere ich und er weicht ein weiteres mal aus, was für mich ziemlich frustrierend ist.

"Fierfek!", fluche ich verhalten und korrigiere mein Geschütz. Nun sind die Jäger heran und wir beziehen Feuer durch grüne Laserstrahlen, die unseren Deflektorschild zum aufleuchten bringen.

Im nächsten Moment sind die Jäger auch schon vorbei und wir setzen unseren Angriffskurs auf den rechts außen stehenden Kreuzer fort. Gleichzeitig werden in einer ersten Salve gleichzeitig acht Erschütterungsraketen von unserer Waffenoffizieren abgefeuert. Der Gozanti Kreuzer aktiviert Gegenmaßnahmen, was vier anfliegende Raketen täuscht, die restlichen vier Flugkörper krachen in das Deflektorschild und bringen es durch Überladung zum erlöschen. Die nächste Salve aus acht Raketen wird abgefeuert und schlägt in die starke Panzerung des feindlichen Schiffes ein. Drei Flugkörper detonieren harmlos an der Oberfläche und eine fliegt stoisch vorbei, von einem Störkörper getäuscht. Aber die restlichen vier  Protonentorpedos graben sich durch die Panzerung und detonieren im Innern. Das reicht, um dass Schiff brennend aus der Angriffsformation ausscheren zu lassen. Zwei weitere Raketentreffer durch unsere Jäger besiegeln das Schicksal des Schiffes, bevor es sich mit einem Notsprung retten kann. Ich würde ja jubeln, aber der Tod intelligenter Wesen sollte kein Anlass zur Freude sein. Es ist Schade, dass sich so viele Menschen der imperialen Kriegsmaschine angeschlossen haben. Sehen sie nicht, was für ein Unrechtsregime vom Imperator ausgeht und wie grausam die "Neue Ordnung" ist?

Ich suche derweil wieder die feindlichen Jäger zu finden, was gar nicht so einfach ist, da die "Feuerspucker XXIV" laufend Ausweichmanöver macht, da die zwei übrig gebliebenen Schiffe ihr Feuer auf uns konzentrieren. Das ermöglicht unserem Schwesternschiff einen der verbliebenen Gozanti Kreuezer mit der gleichen Taktik zu erledigen, wie wir auch. Zwei Jäger sausen heran und ich bemühe mich auf sie zu schießen. Noch bevor sie in meinem Zielkreuz fixiert sind, sausen sie auch schon wieder vorbei. Auf gut Glück schicke ich eine Salve hinter her, die aber weit vorbei in die Leere des Alls saust.

Im Funk höre ich, wie unsere SLAF-500 Sternenjäger wiederum versuchen, die TIE Jäger zu erledigen. Im wilden hin und her gekurve verliere ich vollkommen die Orientierung. Ab und zu kann ich auf einen anfliegenden Jäger schießen, aber die weichen immer im letzten Moment aus oder ich schieße schlicht einfach daneben. Um wirklich gezielt vorzuhalten oder zu erahnen, in welche Richtung der Jäger ausweichen wird, fehlt einfach die Zeit. Oder mir die Erfahrung im Raumkampf. Ich fühle mich nutzlos und überflüssig, während alle anderen etwas sinnvolles tun.

Schließlich erledigen die "Feuerspucker XXIV" und ihr Schwesternschiff, die "Feuerspucker XXV", den dritten Gozanti mit jeweils einer Salve aus ihren vorderen Raketenwerfern. Damit sind die Flugkörper aus den Frontwerfern auch aufgebraucht. Obwohl die TIE Jäger nun keine Basisschiffe mehr zum andocken haben, kämpfen die imperialen Piloten unverdrossen weiter. Ein weiterer greift uns von oben an und ich nehme ihn unter Feuer. Mir gelingt es, ihn aus dem perfekten Angriffswinkel zu verjagen, treffen tu ich ihn aber nicht. Das übernehmen nun die vier  SLAF-500 Sternenjäger. Sie sind zwar nicht so wendig und schnell wie die TIE Jäger, verfügen aber über Deflektorschilde und Raketenwerfer. Auch wir verfügen noch hinten über Erschütterungsraketen, die nach und nach auf an unser Heck sich hängende TIE Jäger abgeschossen werden. Eine trifft sogar, ich leider immer noch nicht. Trotzdem ist ein Jäger weniger eine gute Nachricht, da unsere Deflektorschilde auch schon stark abgebaut haben.

Derweil wird von unserer Entermannschaft Vollzug gemeldet. Der Sklaventransport ist unter Kontrolle und die Prisenmannschaft beginnt ihre Arbeit aufzunehmen. Die deaktivierten Systeme wieder hochzufahren und das Schiff klar zum Hyperraumsprung zu bekommen wird aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Unser  YT-1300 mit der Enterschleuse kann nun abkoppeln und ist nicht mehr eine sitzende Nuna, die nur darauf wartet, von einer Tooka gefressen zu werden. Trotzdem schwirren immer noch ein halbes Dutzend TIE Jäger herum. In diesem Augenblick wird einer unser SLAF-500 Sternenjäger mit der Kennung Gundark Grün IX getroffen und kommt ins trudeln. Die Grün IX wird von einem unserer erfolgreichsten Piloten geflogen, Jona Dren. Ein junger gut aussehender Corellianer, der von Corsec, den schwer bewaffneten Sicherheitstruppen von Corellia desertiert ist. Ein Heißsporn, wie er im Buche steht. Und er sieht verdammt gut aus. So gut, dass ich mich etwas in ihn verschossen habe. Aber er ist immer von weiblichen Bewunderern umschwärmt und brauche deshalb nicht so hoffen, dass er mich überhaupt ansieht.

Nakagos wirre Gedanken

Da dies Star Wars ist, musste noch ein kleines Raumgefecht rein. Gozanti Kreuzer sind kanonisch. Waren sowohl in "The Clone Wars" (Die Serie kommt wieder, Happy! :D ) und "Rebels" zu sehen. In letzterer in der von mir beschriebenen Konfiguration. Gab es eine Zeitlang auch bei Lego zu kaufen. Die SLAF-500 gibt es auch im Setting und ist praktisch die Schwere Version eines Leichten Angriffsfliegers, deswegen die Abkürzung SLAF. Am Mittwoch kommt dann das letzte Kapitel der Vorgeschichte von Lyra Askana, dann beginnt der dritte Band, der von den erspielten Abenteuern meiner Gruppe handelt.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 23. August 2018, 15:58:57
Episode XV

"Bei der Macht!", entfährt es mir, als ich die Meldung höre, dass der gutaussehende Jona Dren abgeschossen wurde. Er ist für mich nicht irgend jemand, sondern mein heimlicher Schwarm. Unerreichbar, aber trotzdem habe ich mich in ihn verliebt.

"Vierundzwanzig übernimmt Bergung!", meldet mein Leutnant über Com und über Intercom fügt er hinzu. "Brauche einen Freiwilligen, wer meldet sich?"

"Hier! Schütze Askana übernimmt!", melde ich mich sofort, bevor Rewo oder Tekla mir die Chance meines Lebens vermiesen können, so nah an den schneidigen Jona Dren heran zu kommen. So schnell wie noch nie habe ich mich abgeschnallt und sause die kurze Leiter runter in den Mittelgang zur hinteren Schleuse. Ich lege das dort bereit liegende Rettungsgeschirr an. Zum einen habe ich jetzt eine Art Jetpack auf dem Rücken, zum anderen bin ich mit einem Seilzug verbunden.

"Von mir aus kann es losgehen!", erwidere ich, nachdem ich das Rettungssystem auf seine vollständige Einsatzbereitschaft überprüft habe. Leider verfügen wir über keinen Traktorstrahl, also ist Handarbeit gefragt.

"Dein Ziel ist auf Zwölf Uhr direkt vor dir in etwa dreißig bis fünfundreißig Meter Entfernung. Schnapp ihn dir!", befiehlt mein Vorgesetzter.

"Das werde ich! Und wie ich das werde!", meine ich doppeldeutig und öffne die Schleuse. Die Weite des Raumes ist vor mir und tatsächlich kann ich den in der Leere treibenden Piloten ausmachen. Er bewegt sich nicht und eine kleine Lampe blinkt an seiner Weste. Ich nehme kurzen Anlauf und springe ins Freie. Ich habe es wohl etwas zu gut gemeint, denn ich merke gleich, dass ich mit zu hoher Geschwindigkeit auf mein Ziel zu komme. Sofort aktiviere ich die Bremsraketen des Jetpacks. Ich werde langsamer, aber es tut mit weh, als ich mit Jona zusammenstoße. Sofort klammere ich mich an ihn, verankere den Rettungshaken an seinem Gürtel und aktiviere dann die Seilwinde.

Keine Sekunde zu früh, denn ein TIE-Figther saust an mir vorbei. Er ist so nah, dass ich meine, ich könnte ihn berühren. Aber wahrscheinlich täuscht das einfach. Recht schnell bin ich wieder im Schiff und lasse die Schleuse zufahren. Nun bin ich mit Jona Dren allein.

"Mission ausgeführt! Paket gerettet! Bin wieder drin!", melde ich. Nachdem sich in der Schleuse wieder eine Atmospähre aufgebaut hat, öffne ich den Raumanzug von Jona und nehm im seinen Helm ab. Beim Ausstieg hat er sich wohl den Kopf angestoßen, denn er hat eine dicke Beule, was wahrscheinlich für die Bewusstlosigkeit verantwortlich ist. Ich nehme ihn hoch und trage ihn nun in das Schiff, wo ich ihn meine Schlafkoje lege. Die benutze ich zwar selten, da wir nur wenige Langstreckenmissionen bis jetzt absolviert haben, aber es ist immerhin meine Koje, in der nun mein Schwarm liegt. Das zaubert ein äußerst breites lächeln auf meine Lippen.

Leider kann ich nicht warten, bis mein heimlicher Schwarm aufwacht, sondern ich werde zurück in den Geschützstand gescheucht, da um uns herum immer noch eine Raumschlacht tobt. Also klemme ich mich hinter das Geschütz und suche mein nächstes Ziel. Wieder kommt ein TIE-Fighter in meinen Abwehrwinkel. Er kommt schnell näher und schießt auf uns. Grüne Strahlen treffen auf unser Deflektorschild und bringen das zum aufleuchten. Ich habe ihn nun zentriert und gebe Feuer. Sofort rollt sich der Jäger aus der Bahn meiner roten Geschosse, so dass ich ihn zwar vertreibe, aber nicht abschieße. Ich schieße eine weitere Salve hinter ihm her, halte aber nicht weit genug vor, so dass meine Strahlen ins Leere gehen. Dann ist er aus meinen Schussbereich draußen.

"Fierfek!", fluche ich verhalten und suche vergeblich nach einem neuen Ziel. Von Zeit zu Zeit höre ich über Intercom wie ein weiterer feindlicher Jäger erledigt wird. Bis zum Ende der Schlacht kann ich keinen einzigen Jäger anvisieren, geschweige den, abschießen. Die feindliche Flotte ist ausgelöscht, wir haben ein Frachter erbeutet und drei feindliche Schiffe der gleichen Klasse zerstört, dazu noch zwanzig TIE-Fighter beim Verlust von zwei Jägern und einem Gefallenen. Auf dem ersten Blick hört sich das gut an, aber wir werden Monate brauchen, bis die beiden Jäger ersetzt sind und jeder Tote tut weh. Für das Imperium an sich ist das nur eine Verlustmeldung und ein vergleichbarer Verband ist in wenigen Tagen neu aufgestellt. Heute haben wir sie bluten lassen, aber Morgen können wir schon auf einen Verband treffen, der uns einfach innerhalb von Sekunden hinwegfegt.

Da die Schlacht nun vorbei ist, eile ich zurück in meine Koje, wo Jona tatsächlich gerade wieder zu sich kommt.

"Ich muss eins mit der Macht sein, denn so schön kann kein sterbliches Wesen sein", meint er, als er mich sieht. - Das ist ja so süß! - denke ich und mir wird gar nicht klar, wie flach dieser Spruch eigentlich ist. Aber ich bin verliebt und Liebe macht bekanntlich blind. Während dem Rückflug unterhalten wir uns und sind innerhalb einer halben Stunde wieder zurück auf unserer fliegenden Basis.

Der Sieg wird gefeiert und unserem gefallenen Kameraden gedacht. Ich sitze nicht nur am Tisch von Jona, sondern auch direkt neben ihm. Ein Flasche vom guten Whyrens Reserve, einem der besten Whiskeys, die auf Corellia gebrannt werden, macht die Runde. Ich trinke nur ganz wenig, da der in der Kehle ziemlich brennt und mich zum husten bringt, was allgemeines Gelächter in der Runde auslöst. Trotzdem reicht es, dass ich ein ganz klein wenig betrunken bin. Schließlich löst sich die Runde auf und ich gehe Hand in Hand in die Kabine von Jona.

Er steht vor mir, hochgewachsen und er beugt sich herunter. Unsere Lippen treffen sich und ich bin sein. Ich will und er auch. Wir schaffen es aus unseren schweren Kampfpilotenanzüngen und wälzen uns dann in seiner Schlafnische. Sein Mund scheint überall zu sein und er küsst mehr als nur ein Paar meiner Lippen. Das ist schön. Was danach kommt, weniger. Es passiert recht schnell, es tut weh und bevor ich weiß, was überhaupt passiert, ist es schon vorbei.

"Das ist also die Liebe", murmle ich ganz leise in mich hinein. Natürlich versichere ich ihn, dass dies ganz Toll war. Aber warum fühle ich dann nur Leere in mir? Bestenfalls Enttäuschung und das Gefühl etwas verloren zu haben, was ich nie wieder zurück bekommen werde.

Wir versuchen es in den nächsten Tagen noch mehrmals, aber wirklich Spaß hat wohl nur er. Bald wird mir klar, dass er nicht wirklich viel für mich empfindet. Letztendlich bin ich für ihn nur ein Abschuss in einer anderen Kategorie, aber das wird mir erst viel zu spät klar.

Zwei Wochen nach meinem Ersten Mal will ich Jona überraschen. Leise schleiche ich in sein Quartier. Aber statt in seiner Schlafnische zu schlafen, reitet die rote Twi´lek Tekla auf ihm. Für einen kurzen Moment bin ich wie erstarrt, dann kommt Zorn in mir hoch. Ausgerechnet meine Kameradin Tekla, welche das andere Abwehrgeschütz der "Feuerspucker XXIV" bedient. Sie hat sicherlich viel bessere Fähigkeiten in diesem Gebiet als ich. Trotzdem ist das keine Entschuldigung. Noch haben sie mich nicht bemerkt und so kann ich mich genau so leise zurückziehen, wie ich gekommen bin.

Mit geballten Fäusten stehe ich vor Wut regelrecht bebend vor der Tür und überlege, wie ich am besten darauf reagiere. Nach wenigen Sekunden haben ich meinen Racheplan geschmiedet. Direkt eile ich zum nächsten Reinigungsraum und wähle das Werkzeug meiner Rache. Dann fülle ich es und laufe zurück in sein Quartier. Auf dem Gang passieren mich mehrere Soldaten der Allianz, die mir befremdliche Blicke zuwerfen. Aber es ist mir egal, was sie von mir denken, Hauptsache sie stellen sich mir nicht in den Weg. Leise öffne ich wieder die Tür der Kabine und schleiche mich hinein. Die Beiden sind immer noch miteinander beschäftigt. Ein teuflisches Grinsen bildet sich auf meinen Lippen, dann kippe ich mit Schwung das eiskalte Wasser aus dem Eimer in die Schlafnische und über die verschwitzten und ineinander verschlungenen Körper.

"Abkühlung gefällig?", frage ich gehässig, als beide erschreckt aufschreien und wortwörtliche auseinander spritzen.

"Was soll das denn?", fragt Jona verdattert.

"Jona, ich mach Schluss mit dir! Tekla, du bist eine Schlampe! Und du Jona, bist ein aufgeblasener Mistkerl, der so hohl ist, dass du niemals untergehen würdest, wenn du mal im Wasser landen würdest!", erkläre ich den beiden mit ruhiger, aber sehr schneidender Stimme. Bevor die beiden nassen Soldaten etwas erwidern können, drehe ich mich und verlasse mit hoch erhobenen Haupt die Kabine. Das hat gesessen! Schnurstracks laufe ich in das Büro von Commander Shelly und fordere ultimativ: "Hiermit beantrage ich die Versetzung in die kämpfende Truppe!"

Nachwort

Und so endet nun die Hintergrundgeschichte von Lyra Askana. Ich hätte natürlich noch viel mehr schreiben können, aber ich denke, dass reicht erst mal. Hier und da werde ich wohl später noch die eine oder andere Erinnerung an eine Schlacht oder früheres Ereignis mit einbinden, aber der nächste Band beinhaltet dann die erspielten Abenteuer mit dem System: Am Rande des Imperiums.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 26. August 2018, 17:34:46
Die Geschichte zweier Schwestern Band III
Die Suche im Vergänglichen Labyrinth

Vorwort

Dieser Band behandelt zum größten Teil erspielte Ereignisse unserer Gruppe mit dem Paper & Pen Rollenspiel: "Am Rande des Imperiums". Das ist noch vergleichsweise Neu und folgt eher dem erzählerischen Aspekt als dem simulatorischen, wie D&D 3.5, Shadowrun 3.0 oder Freihändler, was meine Gruppe sonst bisher in den letzten Jahren gespielt hat. Es gibt schon einige Rollenspiele zu Star Wars, angefangen vom Klassiker D6 von West End Games, D20 und SAGA. Die Lizenz hat nun Fantasy Flight Games, welche auch die Tabletops dazu wie X-Wing, Armada, Legion und Imperial Assault herausgebracht haben. Im Gegensatz zu den meisten anderen P&P Spielen verwendet "Am Rande des Imperiums" ihre eigenen Würfel mit speziellen Symbolen, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Am Ende von Episode I werde ich mal näher darauf eingehen.

Die Ereignisse spielen nach der Schlacht von Jakku. Soweit wie mir möglich ist, bleibt alles kanonisch bzw. im erweiterten Universum des Setting, dass größten Teils dem aktuellen Kanon entsprechen dürfte, da dies von Disney lizenziert ist. Offizielle Charaktere der Filme und Serien kommen nicht vor, werden aber vielleicht mal im historischen Kontext erwähnt werden. Eine Episode repräsentiert jeweils eine Spielsitzung. Zum besseren Zwecke der Veröffentlichung unterteile ich die Episoden in kleinere Kapitel, die mit Buchstaben des Aurebesh gekennzeichnet sind. Am Ende jeder Episode erkläre ich verschiedene Aspekte des Rollenspiels, Lyras Entwicklung und ein paar andere Dinge.

Aber nun genug der Vorrede, viel Spaß beim lesen.

Episode I
Die Mission beginnt!
Aurek

Es ist laut im großen Lagerraum des YZ 2500 Frachter, mit dem ich in das Sperrgebiet reise, welche die neue Republik vom Hapes Konsortium trennt. Viele unterschiedliche Stimmen sind zu hören, ebenso das surren der Lüftungsanlage und das Geräusch von Laufketten einiger emsig arbeitender Ladedroiden. Die Luft riecht nach den Ausdünstungen der Lebewesen, die sich hier tummeln. Trandoshaner, Menschen, Twi´lek, Mandolorianer und einige andere. Die meisten sind Söldner oder wie ich ehemalige Mitglieder der Allianz. Fast mein ganzes Leben hat die Rebellion mich geprägt. Meine Eltern haben ihr Leben dafür gegeben. Nur noch meine Schwester Eloy lebt eventuell, die ich zum letzten mal vor nicht nur einer gefühlten Ewigkeit auf Nar Shadda gesehen habe, wo meine Mutter und wir Kinder im Exil lebten. Einst habe ich Eli geschworen, sie vor den bösen Männern zu beschützen, koste was es wolle. Oder sie blutig zu rächen.

Während die Kopfgeldjäger, die uns fingen, mich an die Rote Arena verkauften, war Eloy durch mindestens siebzehn Hände gegangen. Sechzehn davon konnten mein Vater oder ich aufspüren. Einige waren leider schon tot gewesen, andere waren durch meine Hand gestorben, manche schnell, andere nicht so schnell. Aber letztendlich rückten alle mit den Informationen heraus, die ich von ihnen wissen wollte. Oder ich konnte aus ihren Unterlagen entnehmen, wohin sie meine Schwester weiter verkauft hatten.

Nun  habe ich eine neue Spur, eine Fährte, die zwar kalt, mich aber in diese Machtverlassene Gegend verschlagen hat. Niemandsland, Sperrzone, Ort der Hoffnungslosigkeit, passenderweise auch das Vergängliche Labyrinth genannt und für mich die vielleicht letzte Hoffnung, meine kleine Schwester wieder in die Arme zu schließen. Hinter einem Ionennebel liegen die abgeschotteten  Welten des Hapes Konsortiums. Eine Region, die seit den Anfangstagen der Republik isoliert gewesen ist und sich vornehm aus allen Konflikten heraus gehalten hat. Hier zu navigieren ist schwer, Routen verschwinden im Ionennebel einen Tag auf den anderen und jeder Transfer hinein ist ein Todeskommando.

Den Mann den ich nun suche ist ein Pirat und Sklavenhändler. Bekannt unter dem Namen Khador. Ob das sein richtiger Name ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, er ist Hapaner. Und das letzte mal als er vor vielen Jahren im damaligen imperialen Raum gesehen wurde, war er auf den Weg zurück in seine Heimat, dem Hapes Konsortium. Und dieses von einer Königin regierte Reich hat sich abgeschottet und treibt offiziell kein Handel. Kein Außenstehender ist willkommen und natürlich boomt dadurch nicht gerade die Tourismusbranche. Es gibt schlicht keinen legalen Weg in dieses geheimnisvolle Reich. Und mir fehlen die Kontakte, einen der Schmuggler zu finden, der mich mitnimmt. Wobei mir auch momentan die Credits fehlen.

Einer meiner ehemaligen Kommandeure der 1. Division Spezialkräfte, General Rylon Gale, hat diese Truppe zusammen gewürfelter Individuen auf Onderon zusammen gerufen, ihn auf eine nicht von der neuen Republik genehmigte Mission zu begleiten, um den für seine Brutalität und Skrupellosigkeit berüchtigten Imperialen Admiral Boreas Thorne zu finden und zur Strecke zu bringen. Selbst drei Jahre nach der Schlacht von Jakku haben noch nicht alle Kriegsverbrecher ihre gerechte Strafe erhalten. Einige habe ich als Akquisen aufgespürt und ein hübsches Kopfgeld kassiert, was wiederum für die Suche meiner Schwester drauf gegangen ist. Für Bestechungen, Transfers, Ausrüstung und Unterstützung.

Die letzte Spur und hierher zu kommen hat fast meine gesamten Ressourcen aufgebracht. So sitze ich nun fast vollkommen abgebrannt in meiner gepanzerten Kleidung auf einer Kiste, mein treues A-280 auf meinen mit einer grauen Hose mit schwarzen Streifen bekleideten Schenkeln balancierend. Schwere Kampfstiefel an meinen Füßen, eine dunkelbraune Jacke mit einem dunklen Pelzkragen, wie er mal vor langer Zeit auf Corellia in Mode war. In meinem Ausrüstungsgürtel habe ich noch mein Vibromesser mit dem Griff aus einer Gundarkkralle, mein Pistolenhalfter ist leer, da ich die Waffe hatte versetzen müssen, um den Transfer nach Onderon zu bezahlen. Noch sagenhafte Einundneunzig Credits klimpern in meiner Börse.

Ich blicke auf mein Datapad, auf Bilder glücklicher Tage, als meine Familie noch vereint war. Als Vater und Mutter noch lebten und ich dachte, keinen Nachtisch zu bekommen wäre das Schlimmste, was mir widerfahren könnte. Nur noch dunkel kann ich mich an die Streiks in den Werften der Corellianischen Ingenieursgesellschaft erinnern. Damals war ich sieben Jahre alt gewesen, Eloy noch nicht eins. An was ich mich noch erinnern kann, ist die Nacht, als imperiale Sturmtruppen den Streik mit Gewalt beendeten. Wie meine Mutter mich auf ihren Armen trug, meine Schwester in einem Gestell auf dem Rücken. Wie unser Vater uns antrieb und Mut zusprach. Wie wir ein Raumschiff erreichten, hinein stolperten, mit all den anderen Dissidenten. Mit jenen, die den Streik mit organisiert hatten. Ich kann mich erinnern, wie ich mich an meine Mutter krallte, während die Triebwerke dröhnten, dass knarzen und knarren des Materials, als der Frachter die Blockade mit Manövern durchbrach, für das es nie aus gelegt gewesen war. Eloy hatte das ganze verschlafen. Selbst als wir einen Treffer abbekamen, kurz bevor wir in den Hyperraum sprangen, hatte meine kleine Schwester das verpennt.

Eine kurze heftige Diskussion über die richtige Lagerung von konventionellen Industriesprengstoff mit dem Namen Detonite von der Firma Mesonics zwischen einem stahlgrauen Droiden und einem ehemaligen Sergeanten der Rebellenallianz reißt mich aus meinen Erinnerungen. Wobei Detonite einer der stabilsten und sichersten Sprengstoffe der Galaxis ist. Man braucht eine starke elektrische Entladung, um es zu zünden, deswegen sind einzelne Ladungen auch mit einer statischen Schutzummantlung versehen. Selbst ein Blasterschuss, massiver Druck oder offenes Feuer bringt Detonite nicht zur Explosion. Hat schon seinen Grund, warum Mesonics der Marktführer in Sachen Sprengstoff ist. Also ist die Diskussion darüber relativ sinnlos und versuche den Disput zu ignorieren. Eine mir persönlich unbekannte blaue Twi´lek kommt nun vorbei und teilt mir mit, dass ich um fünfzehnhundert ein Meeting mit General Gale habe. Die Frau ist fast so stark verstümmelt wie Darth Vader, sprich der Großteil ihrer Gliedmaßen sind mehr oder weniger sichtbare Prothesen.

"In eine Erntemaschine gefallen?", frag ich sie noch höchst unsensibel, da ich mir diese Bemerkung einfach nicht verkneifen kann, bekomme aber nur eine unfreundliche Antwort über Admiral Thorne. Wahrscheinlich ist der ihr Grund, hier in der Sperrzone zu sein und die Ursache ihres massiven Verlusten von Gliedmaßen. Bevor es zum Meeting geht, gibt es noch einen kurzen hässlichen Zwischenfall zwischen einer orangenen Twi´lek und einem leibhaftigen männlichen Hapaner auf der einen und einem trandoshanischen Kopfgeldjäger auf der anderen Seite. Am Ende werden die zwei Teile des Echsenmannes, sein Arm und der Rest, auf die Krankenstation geschleift. Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, einen Streit auszutragen.

Punkt Fünfzehnhundert Bordzeit finde ich mich mit einigen anderen Passagieren auf der Brücke ein. Auf einem Holoprojektor ist eine Solar-Minenstation zu sehen. Die Dinger sind selten, da es meist den Aufwand nicht lohnt, Rohstoffe aus der Korona einer Sonne zu ziehen. Die Mischung der Truppe ist bunt durchmischt. Ich habe Jahrelang bei der doch recht homogenen Spezialeinheit der CBF gedient, Shellys Gundarks. Nach der Erklärung von Corellia und der Gründung der Rebellenallianz waren wir dann als immer noch autark operierende Dorn-Kompanie in der 1. Division Spezialkräfte, 5 Regiment eingegliedert. Nach und nach waren dann die Verluste auch durch Angehörige anderer Welten und Spezies aufgefüllt worden, bis es wieder zu einem Bruch zwischen unserem obersten Anführer Garm Bel Iblis und Mon Mothma gekommen war. Eine Zeitlang operierten wir außerhalb der Strukturen der Allianz, dann wieder mit ihnen, nachdem es wieder zu einer Annäherung gekommen war. Wobei die D-Kompanie eigentlich immer noch Shellys Gundarks hieß und als eigenständige Zelle mit eigener Infrastruktur operierte.

Heute bin ich am Ende in einem fünfköpfigen Team mit der blauen Twi´lek mit dem Namen Shaka Blen, einem stahlgrauen Scavangerbot mit der Kennung 523 oder einfach "Scav", der orangenen Twi´lek mit dem Namen Lyn Kairn und dem Hapaner Ednar. Der ist Kommandosoldat und hat ein hochwertig aussehendes Vibroschwert mit aufwendigen Verzierungen dabei, mit dem er definitiv umgehen kann, was der Trandoshaner bestätigen kann. Als Pilotin stellt sich die orangene Twi´lek Lyn heraus, die von sich sagt, sie könnte jeden Schrotthaufen von A nach B fliegen. Scav ist Techniker und Hacker. Und Shaka? Keine Ahnung, jedenfalls redet sie zu viel. Könnte Politikerin sein oder eine Etappenstute. Scav ist Mechaniker und Hacker. Eine Struktur oder Kommandokette haben wir leider nicht. Eine klare Hierarchie sorgt im Normalfall für einen reibungslosen Ablauf.

Unser Team hat den Auftrag, das Rechenzentrum der Anlage zu crashen, für dessen Aufgabe wir das entsprechende Hackermodul bekommen, während ein zweites Team den Reaktorturm mit Hilfe eines internen Zuges, mit viel Sprengstoff beladen, sprengen wird. Das sollte die Abwehr lahmlegen und es weiteren Truppen ermöglichen, sicher ohne Feindbeschuss anzulanden. Danach stoßen wir in den Verwaltungsblock vor, wo wir einen Wissenschaftsoffizier der Tarkin Initiative, ein gewisser Gene Lernan, gefangen nehmen sollen. Obendrein sollen dort befindliche Daten seines Geheimprojekts sicher gestellt werden. Angeblich soll er wissen, unter welchen Stein sich Admiral Thorne verkrochen hat. Gene Lernan lebend zu fangen hat deswegen oberste Priorität für unsere Mission. Danach sollen wir uns mit dem Gefangenen wieder zurück in den Hangar begeben und von der Station evakuieren. Das ist mal kurz unseren Auftrag zusammen gefasst.

An Bord der Solar-Minenstation sollen wir mithilfe eine kleinen Frachters der YT 1200 Reihe kommen. Es gibt einen real existierenden Versorgungsauftrag, den wir so wahrnehmen werden. Natürlich werden wir nur ein Teil der Güter liefern, der Rest ist Sprengstoff und unsere Ausrüstung. Wir verkleiden uns als Besatzung und schon kann es losgehen. Ich habe kein besonders gutes Gefühl bei der Sache, da wir ein zusammen gewürfelter Haufen sind. Ob das mal gut geht? Möge die Macht mit uns und besonders auch mit mir sein!

Nakagos wirre Gedanken

Das war nun das erste Kapitel von drei für die erste Episode. Die Charakterzusammenführung war hier recht einfach. Du, du und du, mitkommen und Befehle empfangen. Das Hapes Konsortium ist ein Teil des Erweiterten Universums, welches ganz kurz im Grundbuch von "Am Rande des Imperiums" erwähnt wird. Wir weichen von alten Kanon ab, da hier der neue Kanon maßgeblich ist. Früher wurde Prinzessin Leia in den Hapes Raum vom Kronprinzen entführt und dann von Han Solo gerettet. Dieses Ereignis hat im neuen Kanon nie stattgefunden, deswegen gibt es hier eine Abweichung bezüglich der Öffnung des Hapes Raumes und der Allianz mit der Neuen Republik.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 28. August 2018, 12:18:33
Besh

Als geborene Corellianerin fühle ich mich berufen, den Co-Piloten Sessel zu okkupieren und mache mit der eigentlichen Pilotin Lyn den Checkup, bevor wir uns vom Mutterschiff abkoppeln. Das Raumschiff ist nicht gerade im besten Zustand und die Filter der Lüftungsanlage gehören ausgetauscht, da es hier deutlich muffelt. Außerhalb der Kuppelförmigen Kanzel des YT 1200 erstreckt sich der strahlende Ionennebel, der seine ganz eigene glitzernde Pracht entfaltet. Aber der erste Fehler hier bedeutet den Tod, so dass meine Gefühle eher negativ sind, wenn ich mir dieses kosmische Ereignis anschaue. Die Triebwerke laufen etwas zu laut bei der Beschleunigung. Das hört sich nach schlechter oder überfälliger Wartung an. Der Vorbesitzer hat wirklich an allem gespart.

Mit einem kurzen Hyperrraumsprung begeben wir uns zur Solar-Minenstation der Suul-Tanca Corporation im Anduras System. Schon nach wenigen Minuten fallen wir zurück in den Realraum. Eine Navigationsboje bestätigt, dass war unseren Zielpunkt erreicht haben. Die vor uns liegende Anlage ist gigantisch, geschützt von einem massivem Sonnenschild, falls mal die Schilde ausfallen sollten. Das ist die erste Minenanlage dieser Art, die ich mit eigenen Augen erblicke. Ich sende unseren Identifizierungscode, welcher, da echt, anstandslos akzeptiert wird und werden eingewiesen. Wir landen im Hangarbereich auf der Rückseite der Station und nur leicht gepanzerte imperiale Flottensoldaten kommen an Bord. Es ist schon länger her, dass ich regulär uniformierten Imperialen gegenüber gestanden habe. Jetzt wird es kritisch und versuche mir nichts anmerken zu lassen.

Die kurze oberflächliche Überprüfung durch die eher nachlässigen Soldaten überstehen wir ohne große Probleme. Wahrscheinlich sind die hier schon sehr lange stationiert und haben viel von ihrer Wachsamkeit eingebüßt. Routine ist tödlich. So können wir mit dem Abladen der Kisten beginnen. Droiden der Station helfen uns dabei. Einige imperiale Flottensoldaten überwachen den Vorgang. Uns gelingt es schließlich uns in den darunter liegenden Lagerraum abzusetzen, nur bewacht von zwei Soldaten. Nun wird es ernst. Mit kurzen Gesten sprechen wir uns ab.

Mir gelingt es problemlos in den Rücken des einen zu kommen, während der andere gerade abgelenkt ist. Mit einer fließenden Bewegung ziehe ich mein Vibromesser, umfasse meinen Gegner und halte ihm mit der linken Hand den Mund zu und ramme mit der rechten ihm mein Vibromesser in eine letale Stelle. Fast lautlos stirbt er innerhalb weniger Sekunden und ich lasse den erschlaffenden Körper leise zu Boden gleiten.

Auch der nächste ist kein Problem. Das ganze gelingt, ohne das Alarm ausgelöst wird. Es ist schon länger her, dass ich einen einfachen imperialen Soldaten getötet habe. In den letzten zwei Jahren war ich nur noch als Kopfgeldjägerin unterwegs und habe entweder Eloys Werdegang verfolgt oder Akquisen erlegt, um die Suche finanzieren zu können. Darunter waren auch Angehörige der imperialen Armee, der Flotte oder einer der vielen imperialen Organisationen, aber eben meist Offiziere und Kriegsverbrecher, keine einfachen Soldaten. Auf der einen Seite habe ich durchaus Mitleid mit dem Soldaten, dessen gebrochene Augen mich anklagend anzustarren scheinen. Auf der anderen Seite, der Krieg ist für das Imperium verloren und wer jetzt immer noch für die "Neue Ordnung" kämpft, hat seine Chance verpasst. Trotzdem fühle ich mich schlecht, da ich ein Leben genommen habe. Es stimmt zwar, je öfter man tötet, desto leichter fällt es einem, aber jedes mal stirbt auch ein kleines Stückchen von einem selbst. Und eines Tages ist vielleicht nichts mehr von mir übrig. Eine seelenlose Killermaschine, die nur noch dadurch lebendig fühlen kann, dass sie tötet. Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt sich Sorgen darum zu machen. Ich bin hier, um einen Auftrag zu erledigen. Es ist nur zu hoffen, dass das Resultat die Opfer rechtfertigt.

Wir ziehen unsere eigentliche Ausrüstung und die uns zur Verfügung gestellten Faserrüstungen mit einem grau schwarzem Tarnmuster an. Das sind die normalen Rüstungen der Allianz, die wir bei Shellys Gundarks nie verwendet haben. Dazu waren wir zum einen zu speziell, zum anderen waren wir überdurchschnittlich gut ausgerüstet. Mit meinem geliebten A-280 fühle ich mich gleich besser. Ich lege zusätzlich einen Granatengürtel mit vier Granaten an.

Scav hackt sich über einen in der Wand befindlichen Computerzugang in das interne System der Station und räumt den Weg frei, um die oben liegende Sicherheitszentrale für diesen Bereich zu erreichen. Über ein kleines Treppenhaus rücken wir nach oben vor. Schließlich erreichen wir über einen Gang ein Schott und Scav entriegelt es. Ich lege fest, wer welchen Bereich abdeckt und öffnen dann die Tür. Wir stürmen den geräumigen Raum und es gelingt uns, den Offizier, vier Soldaten und ebenso viele Techniker an ihren Arbeitskonsolen gefangen zu nehmen. Ein kurzes Verhör später haben wir unsere Zielperson grob lokalisiert. Dabei zeigt Shaka das sie in der Beziehung was drauf hat. Da sich die Jungs und ergeben haben, kommt es nicht in Frage, sie kaltblütig zu ermorden. Nicht das mir das Leben eines Imperialen, besonders da es nun keinen Imperator mehr gibt, viel bedeuten würde. Aber meine Einheit lehrte mich einen Codex und der verbietet es mir, Gefangene zu töten. Entweder man tötet sofort oder ist verpflichtet, seine Gefangenen am leben zu erhalten. Also übernehme ich es, unsere Gefangenen mithilfe meines A-280 zu betäuben. Nächster Schritt ist nun die Eroberung und Sicherung des Hangars, um später ohne Probleme evakuieren zu können. Dazu verlassen wir den Sicherheitsraum und suchen uns einen Zugang zum oberen Bereich des Hangars. Erhöhte Stellung ist immer ein großer Vorteil in einem Blastergefecht.

Wir nehmen erhöhte Stellung auf den Gangways ein, welche den Hangar durchziehen. Von dort aus nehmen wir den Feuerkampf auf, unterstützt von unseren Kameraden am Boden. Ich lege auf den Offizier an und schaffe es ihn grandios zu verfehlen. So was aber auch. Nachdem ich Feuer bezogen habe, positioniere ich mich um und erschieße nun aus besserer Postion aus den Offizier mit einem sauberen Treffer in die Brust. Die restlichen Imperialen sind führungslos schnell nieder gekämpft, da sie nun auch von unseren Leuten am Boden angegriffen werden. Gefangene werden hier keine gemacht. Damit hätte ich ein weiteres Gefecht überlebt und fühle entsprechende Erleichterung. Aber das war nur ein weiterer Schritt. Nun ist es Zeit, den Zug mit Sprengstoff los zu schicken. - Wenn das mal nur gut geht - denke ich etwas bange. Bis jetzt lief zwar alles nach Plan, aber Friktion ist bei einer militärischen Operation nie fern.

Wir selber rücken derweil in den Datenturm über einige Lüftungsschächte vor. Mehrmals muss ich auf die anderen warten, die deutliche Probleme haben, sich hier fortzubewegen und mein Tempo zu halten. Ich bin das noch von früher gut gewöhnt. Einige meiner Missionen für die Corellianische Befreiungsfront haben mich durch solche Schächte geführt. Oft gab es eben keine andere Möglichkeit ungesehen wo rein und auch wieder hinaus zu kommen. Über einen Wartungszugang verlassen wir das Lüftungssystem und befinden uns einem mäßig beleuchteten Gang im unteren Drittel des Datenturms. Viele Wandpaneele sind offen und es befinden sich Leitungen dahinter. Die Luft ist erfüllt vom Summen von Lüftern. Wir sind hier richtig. Vorsichtig mit den Blastern in den Händen rücken wir weiter vor.

Schließlich erreichen wir den Punkt, in dem wir uns einhacken können. Da das Terminal exponiert nur über eine Brücke zu erreichen ist, übernehme auch ich diesen Part, obwohl ich darin nicht wirklich gut bin. Angemessen schnell schleiche ich mich über die Brücke und erreiche die Konsole, dessen Einhausung viele offene Stellen hat. Entweder um die Kühlung zu erleichtern oder hier geht so oft etwas kaputt, dass die Techniker sich gar nicht mehr die Mühe machen, die Verschalung wieder anzubringen. Ich stöpsle das Hackertool ein, um mich in das interne Netzwerk einzuwählen. Das gelingt relativ einfach, da man hier wohl nicht damit rechnet, dass die Anlage von Innen heraus angegriffen werden könnte. Problemlos lege ich so erfolgreich die Kühlung der Hochleistungsrechner lahm und stelle sicher, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, dass System wieder hochzufahren. Die interne Überhitzung wird das Problem schnell beseitigen. Augenblicklich steigen heiße Nebelschwaden hoch und decken meinen Rückzug, da meine Manipulation nun recht schnell auffällt. Unter stetigem Feindfeuer aus erhöhter Position ziehe ich mich zurück. Die Schwaden sind so dicht, dass ich nicht mal sehen kann, wer da überhaupt auf mich schießt. Die da oben schießen demnach nur auf Verdacht in diesen Bereich, so komme ich gut durch das Sperrfeuer durch.

Mit großer Erleichterung erreiche ich das restliche Team und wir bewegen uns durch die nun sehr schnell heiß werdenden Schächte zurück nach unten in den Hangar. Wir machen gerade die Schleuse hinter uns zu, als der Turm in Flammen aufgeht. Damit wäre ein Teilziel erreicht. Und die Aktion ist wortwörtlich in die hieße Phase getreten, besonders da es nun auch den Reaktorturm erwischt, welcher vom Zug mit dem Sprengstoff getroffen wird. Die Detonation ist so stark, dass wir zu Boden geschleudert werden und für einen Moment befürchte ich, dass die Station auseinander bricht. Aber zum Glück passiert nichts dergleichen. Schier undurchdringliche Dunkelheit umgibt uns.

Notenergiesysteme springen teilweise an, so dass die Schwerkraft erhalten bleibt. Da auch einige Notfallleuchten furchtsam vor sich hin flackern, ist bald wieder für ausreichend Licht gesorgt. Mit einer kleinen Wartungsbahn, die über ein eigenen Antrieb mit autarker Energieversorgung verfügt, fahren wir nun in Richtung Zielperson in eines der mittleren Segmente der Station, wo sich Wohn- wie auch Laborbereiche befinden. Mit ein paar Kisten bauen wir eine provisorische Deckung auf der Arbeitsplattform der Wartungsbahn auf, hinter der wir kauern. Und diese Maßnahme rettet uns das Leben, da wir schon nach etwa einem Drittel der Strecke von einem in einem schwer gepanzerten Turm montierten Repetierblaster unter Feuer genommen werden. Im diffusen Licht der Abschüsse kann ich genug sehen, um zu erkennen, dass wir selbst mit den Handgranaten nicht durch dessen Panzerung kommen werden. Das bleibt wohl nur eine sinnvolle Option übrig.

"Runter vom Zug!" Und wir lassen uns auf die Gleise in voller Fahrt fallen. Ich komme hart auf, kann mich aber gut abrollen und husche sofort in einen Wartungsschacht hinein, der uns aus dem Feuerbereich bringt. Das war jetzt knapp. Als klar wird, dass wir nicht verfolgt werden, atme ich auf.

Wir folgen den Schacht in einen Arbeitsbereich. Die Halle steht voller Maschinen, dessen Sinn und Zweck ich nicht einordnen kann. Wahrscheinlich um die von der Sonne gewonnen Rohstoffe weiter zu verarbeiten. Aber das wie und warum entzieht sich vollkommen meiner Kenntnis. Alles macht den Eindruck, als wäre die nächste Wartung schon längst überfällig. Die Wege sind nicht wirklich markiert und alles mutet nachlässig an. Droiden und einige Sicherheitsdroiden gehen stoisch ihrem Werk nach oder stehen herum, weil die Maschinen keine Energie haben. Es gelingt mir, die Gruppe ohne Feindkontakt durchzuschleusen. Der nächste Maschinensaal hat noch Energie, da sich dort ein gigantischer Traktorstrahl befindet, dessen Strahl nach oben in einen Schacht gerichtet ist. Das ist irgendwie seltsam, als ob der Strahl noch immer was fest halten würde.

Allerdings treffen wir in diesem Maschinensaal auf menschliche Arbeiter, kontrolliert von einem droidischen Aufseher, der seine Untergebenen mit Stromstößen malträtiert, die er über Entfernung auslösen kann. Die beiden Twi´lek Damen können gar nicht anders, als sofort die Sklaven befreien zu wollen. Das ist schön und gut, aber wir befinden uns auf einer militärischen Operation, in der gerade Phase zwei angefangen hat, da unser Frachter nun ebenfalls nach dem Ausschalten des Schirms und aller externer Kampfstationen angelandet ist. Deswegen hole ich von General Gale die Erlaubnis ein, die Sklaven zu befreien. Da die beiden Sicherheitsdroiden einer mir unbekannten Baureihe sind und ich durch den Tod meiner Mutter gelernt habe, solche Droiden niemals zu unterschätzen, schlage ich vor, die Droiden in eine Sprengfalle zu locken, welche unseren gesamten Vorrat an Handgranaten bis auf eine kosten wird. Der Vorschlag wird sofort angenommen und bereiten die Falle vor. Wenn die so funktioniert wie vorgesehen, wird das ein schnelles sehr einseitiges Gefecht werden.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 30. August 2018, 11:56:23
Cresh

Wir begeben uns in Stellung, schießen den nur leicht gepanzerten Aufseherdroiden einer mir vollkommen unbekannten Baureihe zusammen und lassen uns dann wie geplant zurückfallen. Die beiden schon schwerer gepanzerten Sicherheitsdroiden folgen uns mit ihren Blastergewehren im Anschlag und laufen wie von uns geplant in die Fallen. Bei den Sensoren wurde offensichtlich gespart. Die Granaten detonieren und die beiden Sicherheitsdroiden stehen direkt im Zentrum der jeweiligen Explosion. Das kracht ganz schön und ich hoffe, dass diese Aktion nicht zu viel Staub aufwirbelt. Nur rauchender Schrott bleibt von ihnen übrig. Das ging jetzt einfacher als gedacht und hätte wohl kein kompliziertes Manöver gebraucht. Aber lieber hundertmal zu vorsichtig, als einmal zu forsch. Die Panzerung sah massiv aus, aber offensichtlich wurde bei der Güte des Materials wohl gespart.

Die Arbeiter sind höchst erfreut, dass sie nun frei sind. Eigentlich handelt es sich um ganz normale Arbeiter aus dem Hapes Konsortium, welche für die Suul-Tanca Corporation arbeiten, welche diese Minenstation betreibt. Aber mit dem Einzug der Imperialen hat sich hier einiges geändert. Wir bekommen zu hören, das es Gene Lernan wohl gelungen ist, Kristalle aus dem Herz der Sonne zu extrahieren, die "seltsam" sind. Wirklich schlau werden wir aus den Erzählungen der Arbeiter leider nicht.

Weiter unten in diesem Areal befindet sich jedenfalls noch ein abgesperrter Bereich, in dem wir in Bactatanks schrecklich verbrannte Körper finden, die teilweise so schrecklich verstümmelt sind, dass nicht einmal ein Sith diese Verletzungen überleben könnte. Aber diese armen Kreaturen leben trotz ihrer schrecklichsten Wunden immer noch. In einem Terminal finden wir Hinweise auf eine gelöschte Nachricht von Admiral Thorne an seinen Wissenschaftsoffizier. Leider können wir diese mit unseren Mitteln nicht mehr wiederherstellen. Aber wenn wir Lernan lebend gefangen nehmen, kann er uns ja sagen, was darin stand. Hier geht auf alle Fälle etwas äußerst finsteres vor.

Mit einem flauen Gefühl im Bauch, rücken wir nun auf die eigentlichen Labore vor, in dem wir den skrupellosen Wissenschaftsoffizier Gene Lernan vermuten. Es geht über ein schier endloses Treppenhaus nach oben. Unterwegs treffen wir auf eine weitere Kommandotruppe. Schließlich erreichen wir das Stockwerk, wo wir Lernan in seinem Labor finden sollen. Unsere beide Twi´leks sind vom vielen Treppensteigen durchaus etwas erschöpft. Mir geht es gut und bin froh, dass wir endlich unser Ziel gefunden haben.

Mit einem Zangenangriff, unterstützt von einer zweiten Gruppe, stürmen wir das Labor. Hier halten sich sieben Sturmtruppen und ein Sergeant auf. Dazu noch Lernan höchstpersönlich. In einem Eindämmungsfeld schweben mehrere Kristalle, jeweils ungefähr so groß wie ein Kürbis. Die Form und Farbe erinnert mich Fatal an Cyberkristalle. Die Dinger, die in kleinerer Form in Laserschwertern und in großer Form in den Todessternen drin waren. Wollen die etwa den dritten Todesstern bauen? Haben die nicht verstanden, dass es nur ein ein gut platziertes Torpedo braucht, um die in die Luft zu jagen?

Ich werfe eine Granate, die leider etwas zu weit kullert und Sturmtruppen betrifft, auf die ich gar nicht gezielt habe. Hinter einem Terminal gehe ich in Stellung und nehme den Feuerkampf auf. Mehrere Blasterschüsse gehen an mir vorbei. Die Sturmtruppen machen ihrem Ruf, nicht treffen zu können, alle Ehre. Nach kurzem Gefecht gelingt es uns die Truppler auszuschalten und Lernan gefangen zu nehmen. Bevor wir ihn richtig sichern können, verlöscht auf einmal das Eindämmungsfeld um die Kristalle. Mir fallen die schrecklich verstümmelten Gestalten unten ein und komme zu dem Schluss, den Verursacher vor mir zu haben. Lyn schaut etwas verwirrt und scheint gerade unbewusst die Schutzvorrichtung ausgeschaltet zu haben. Jedenfalls steht sie direkt neben der entsprechenden Steuerkonsole.

Ich erinnere mich an einen Bericht des berühmten Rebellenführers Saw Guerra. Die meisten Rebellen sahen in ihm einen Extremisten, ich habe ihn immer für seine Geradlinigkeit und Unbestechlichkeit bewundert. Ein Mann ohne Kompromisse. Ein wahrer Kämpfer für die Freiheit der Galaxis, egal was all die Tauben in der Allianz von ihm gehalten haben, bevor er auf Jedha fiel. Wie auch immer, solche instabile Kristalle können außerhalb eines Eindämmungsfeld eine gigantische Sprengkraft entwickeln. Schnell wird mir klar, dass es nichts bringt, aus dem Raum zu hechten und die Panzerschotte aus Durastahl hinter uns zu schließen. Wenn die hoch gehen, geht die ganze Station mit hoch. Es ist nur die Frage, wie viel Zeit wir noch haben.

"He, Lernan! Wie lange, bis die Kristalle instabil werden?", frage ich den Experten vor Ort, der jede Farbe im Gesicht verloren hat.

"Etwa sechzig bis hundertachtzig Sekunden!", meint er recht vage und da gibt es keine Zeit zu verlieren.

"Evakuieren! Sofort die Station evakuieren! Hier fliegt gleich alles in die Luft! Sofort evakuieren!", schreie ich in mein Komlink. Vielleicht schaffen es die anderen noch rechtzeitig raus. Wir haben dazu keine Chance. Ist heute der Tag, wo ich eines mit der Macht werde? Das wäre wirklich bedauerlich, jetzt, wo ich meiner Schwester nach so langer Zeit wieder vergleichsweise so Nahe gekommen bin.

Scav versucht die Kristalle hier weg zu schaffen und schickt die Kristalle mit einer Manipulation der Steuerkonsole nach unten zurück ins Traktorfeld. Leider reicht das nicht aus, um sie zu stabilisieren. Auch gibt es von hier aus keinen Zugriff, den Traktorstrahl auf die Sonne zu richten, das geht nur von einem weiteren Terminal unten. Da der Turbolift außer Betrieb ist, gibt es nur eine Möglichkeit schnell genug nach unten zu kommen. Ich blicke in den Schacht und kalkuliere meine Chancen.

"Die Chancen das zu überleben stehen bei drei Prozent", hilft mir Scav nicht wirklich weiter.

"Sag mir nie, wie meine Chancen stehen!", erwidere ich und finde drei Prozent ist eine akzeptable Größe, da wir sonst einfach so zu 99,99 Prozent drauf gehen. Also springe ich in die Tiefe, bremse meinen Fall am Schachtrand mit meinen Füßen ab, so dass dies ein kalkulierter Absturz ist. Ohne Überraschung folgt mir niemand durch den Schacht. Schließlich sind wohl nur Corellianer verrückt genug, so einen wahnsinnigen Stunt zu wagen. Das ist reiner Wahnsinn, was sich da versuche und ich habe entsprechend Angst.

Ich passe den richtigen Zeitpunkt ab, als der Schacht aufhört und komme neben der Öffnung des Traktorstrahles auf. Wäre ich drin gelandet, hätte es eine äußerst hässliche Wechselwirkung gegeben, die mich ich meine Moleküle zerrissen hätte. Aber das bin ich zum Glück nicht. Also rolle ich mich ab, komme auf die Beine und renne zum Terminal. Ich bin unendlich erleichtert, dass ich dieses wahnwitzige Manöver überlebt habe, aber noch ist die Gefahr nicht gebannt. Mit dem Hackertool gelingt es mir schnell, die Sicherheitsprotokolle auszuschalten und den Traktorstrahl auf die Sonne auszurichten. Ich kehre den Traktorstrahl nun einfach um. Mit maximaler Geschwindigkeit sausen die Kristalle nun dahin zurück, woher sie ursprünglich gekommen sind. Sollen die Kristalle darin wieder aufgehen. Falls die Zeit noch reicht.

Tut sie leider nicht. Die Kristalle explodieren zu Nahe an der Station und lösen obendrein einen Sonnensturm aus. Die Station wird schwer getroffen. Mich reißt es von den Beinen. Um mich herum geht viel zu Bruch und ich höre äußerst beunruhigende Geräusche, die keiner auf einer Station im freien Raum hören möchte.

"Fierfek!", fluche ich verhalten. Zum einen kann ich verdammt Froh sein, überhaupt noch am leben zu sein. Aber die Gefahr ist noch nicht vorbei. Ich kämpfe mich zurück auf die Beine und orientiere mich. Sofort mache ich mich auf, mit den anderen Teammitglieder zu treffen. Alle leben noch und sind nicht nennenswert verletzt.

Es gelingt uns nicht, Kontakt zu unserem Basisschiff herzustellen und ich befürchte das schlimmste. Wir eilen in den Hangar, der nur noch eine Trümmerlandschaft ist. Unser Frachter ist Schrott, dass sehe ich mit einem Blick. Ein Trägerelement des Hangars  hat sich gelöst und ist auf das Schiff gekracht. Die Hülle ist an zu vielen Stellen gebrochen, damit fliegen wir nirgendwo mehr hin. Dummerweise liegt der Träger genau auf der Austrittsöffnung der Rettungskapsel des Schiffes. Mir fällt keine praktikable Möglichkeit mit unseren Mitteln ein, wie wir den Träger rechtzeitig weg bekommen könnten.

Also auf zu den Rettungskapseln der Station, bevor diese auseinanderbricht. Und das wird sie. Der Sonnensturm ist zwar schon wieder abgeflacht, aber die strukturelle Stabilität der Station ist nicht mehr gegeben. Das kann ich an verschiedenen Geräuschen deutlich hören und auch der Boden schwingt in einer ungesunden Frequenz. Es wird nicht mehr lange dauern, dann zerbricht diese Konstruktion mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in ihre Einzelteile. Und jeder, der bis dahin nicht von der Station runter ist, wird einen sehr unangenehmen Tod erleiden, da wir einfach zu Nah an der Sonne sind.

Der Weg zu den Rettungskapseln fühlt sich an wie eine Sequenz aus einem Albtraum. Wir rennen durch unendlich lang erscheinende Korridore und schleifen dabei unseren gefangenen Wissenschaftler mit. Ein Teil der Notbeleuchtung hat sich verabschiedet und manche Segmente liegen in Dunkelheit. In anderen schwelen Feuer und beißender Rauch breitet sich aus. Die Lebenserhaltungssysteme haben aufgehört zu arbeiten und die Luft verbraucht sich durch die Feuer recht schnell. Bald ist jeder Atemzug äußerst schmerzhaft. Ein Teilsegment ist zerbrochen und wir müssen uns durch Trümmer durchwinden. Mein Herz rast und ich verspüre Todesangst, was ungeahnte Reserven mobilisiert. Endlich erreichen wir die Vorrichtung mit den Kapseln, von denen schon viele weg sind. Die Rettungskapseln stellen sich als Kryokapseln für jeweils eine Person heraus. Der Spitzname für diese Art von Kapseln sind Frischhaltesärge, damit die Angehörigen einen unverwesten Leichnam bestatten können. Was für ein Schlamassel! Ich fluche wie ein Banthatreiber, was aber auch nicht hilft, die Situation zu bessern.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als Lernan in eine der Kapseln zu stecken und deren Kurs auf Anduras I zu setzen. Wenn er stirbt, war alles umsonst. Ich starte die Kapsel und hoffe das beste. Mehr kann ich nicht mehr tun. Ab jetzt ist jeder für sich selbst. Aber alles Jammern hilft hier nicht, ich steige in eine der Kapseln, verstaue meine Ausrüstung und programmiere sie auf Kurs zum nächsten Planeten. Das ist ein hauptsächlich mit Wald bewachsener Planet mit dem Namen Anduras I. Der Deckel schließt sich über mir, als ich eingestiegen bin und die Startfrequenz initiiert habe. Ich kann spüren, wie die Kapsel in den Raum geschossen wird. Die Beschleunigungsphase ist recht kurz, dafür spüre ich die ungefilterte Belastung auf meinem Körper. In der ferne kann ich durch die Sichtscheibe mehrere andere Kapseln erkennen, mehr aber auch nicht.

"Möge die Macht mit mir sein!", bete ich und initiiere die Sequenz für die Tiefschlafphase. Es wird so kalt!


Nakagos wirre Gedanken

Damit wäre die erste Sitzung abgehandelt. Ich hoffe, es war nicht zu wirr und letztendlich doch etwas spannend. Am Ende jeder Episode gibt es noch ein Resümee aus rollenspielerischer Sicht, Auflistungen, Anmerkungen zum Spiel und Lyras Entwicklung innerhalb des Settings. Wem das alles nicht interessiert, braucht das dann auch natürlich nicht zu lesen und kann gleich zum nächsten Kapitel klicken, was ich wohl am Mittwoch hochladen werde.

Vielen Dank für das eine liebe Review, habe mich sehr darüber gefreut. Wie immer freue ich mich auch weiterhin über Kommentare, Lob, Kritik, Anmerkungen und Empfehlungen. Ich weiß, dass eine reine OC Geschichte es schwer hat, aber etwas mehr Feedback wäre doch Nett. Vielen Dank fürs lesen.

Ende des ersten Abenteuers.

Sitzung gespielt am: 27.01.2018

Anwesende Spieler: Lyra, Lyn, Shaka, Edna, Scav

Erfahrungspunkte: 15, investiert in die Talente Pirscher und Erstschlag. Dritte Spalte, Ebene eins und zwei von Talentbaum Kopfgeldjäger/Attentäter. Mehr dazu unter "Lyras weitere Entwicklung".

Beute: Mehrere Waffen und elektronische Bauteile im Wert von 2000 Credits.

Ausgeschaltete Gegner: Imperiale Soldaten, Imperiale Sturmtruppen, Sicherheitsdroiden.

Resümee: Am Anfang waren besonders die Würfel gewöhnungsbedürftig. Statt klassische nummerische Würfel in den in Rollenspiel gängigen Formaten von W4 bis W100 haben alle Würfel bis auf den W100 Symbole. Verwendet werden besondere W6, W8 und W12. Die W12 sind für trainierte Fertigkeiten, bzw. verstärkte Erschwerniswürfel. W8 sind sozusagen der Standard und W6 sind Verstärkungswürfel oder Komplikationswürfel. Die Symbole und ihre Resultate zu extrahieren war etwas gewöhnungsbedürftig und wird wohl noch eine Zeit lang so bleiben. Wir haben einige Feinheiten der Belastungsregel nicht ganz verstanden und waren so gezwungen, mit recht wenig ins Feld zu gehen. Angezogene Rüstung hat zum Beispiel drei Belastungspunkte weniger, als wenn man sie lose mit sich im Rucksack herumträgt. Aber diesen Passus in den Regeln muss man halt erst mal finden.

Die Sitzung an sich war gut und wir hatten einen stetigen Spielfluss, nur selten unterbrochen von Bücher nachschlagen. Das Szenario war fordernd und der Ausgang allerdings frustrierend. Und wohl auch so vorgesehen, egal, was wir gemacht hätten. Ist zwar Railroding, aber manchmal muss man als SL (Spielleiter) seine SC (Spielercharaktere) in die richtige Richtung schubsen.

Allgemeine Gedanken zu Lyra und ihrem Design:

Als klar wurde, dass wir eine Star Wars Kampagne nach den Regeln von "Am Rande des Imperiums" spielen werden, habe ich mir einige Gedanken über den Charakter gemacht, den ich spielen will. Die letzten zwei Kampagnen habe ich einen Mann gespielt, einmal einen draufgängerischen Freihändlerkapitän im WH 40000 Universum und danach den Fürsten eines kleinen Reiches in D&D 3.5 Forgotten Realms. Letzterer war ein Rechtschaffen Guter Kleriker des Tyr, also eine ziemliche Spaßbremse. Aber Kampagne bedingt war der eine naheliegende Wahl. Anführer zu sein ist immer knifflig und dazu noch an einen sehr strengen Kodex gebunden zu sein, ist doch sehr anstrengend. Also wollte ich mal zur Abwechslung wieder was quirliges spielen, dass moralisch flexibel agieren kann.

Zum einen habe mich etwas an Jyn Erso orientiert. Ich fand die Athletik und Körperbeherrschung der Schauspielerin/Rolle sehr beeindruckend. Als moralischen Kompass orientiere ich mich an Han Solo, welcher wohl der Inbegriff des gutaussehenden und moralisch äußerst flexiblen Schurken ist. Das Herz am rechten Fleck, aber doch zu knallharten Entscheidungen fähig. Han shoot first! Das mag ich einfach an der Figur. (Und ich mag den Solo Film) Eine meiner Lieblingsfiguren in Star Wars überhaupt. Der Name Lyra kommt aber nicht von Lyra Erso, der Mutter von Jyn, sondern war inspiriert von der liebenswerten Magierin aus Niko – Schwert des Lichtes. Ist zwar eine Kinderserie, aber für jeden RPG Fan allein schon wegen den einzelnen Folgentitel ein Fest. Gibt es aus Amazon Prime kostenlos zu sehen.

Auch wollte ich einen Charakter haben, der auf mehr als nur eine Art irgendwo rein kommt. Und der auch kämpfen kann. Die Klasse Schmuggler/Dieb hat zwar alles, was ein Infiltrator braucht, allerdings kann er nicht kämpfen, da keine einzige Kampffähigkeit sein eigen nennt. So was schränkt einen dann schon ziemlich ein. Schließlich ist das Star Wars und wir spielen eher kampflastig.

Dann fand ich den Kopfgeldjäger mit der Spezialisierung auf Attentäter. Berufsfähigkeiten dieser Klasse haben sich wohl stark an die Attentäterin in Episode II orientiert, welche das Attentat auf Padmé ausführt. Diese Klasse hat zwar nicht alle notwendigen Berufsfähigkeiten, da Computer und Körperbeherrschung fehlt, allerdings haben sie Athletik, Heimlichkeit und Infiltration. Dazu ein breites Spektrum wie Nahkampf, bewaffnet wie auch unbewaffnet und Gewehre, leider aber keine Pistolen oder Artillerie. Zusätzlich haben Kopfgeldjäger zugriff auf beide Pilotenfähigkeiten, auch wenn sie nicht navigieren können. Auf alle Fälle können sie in verschiedenen Bereichen durchaus was und ich habe gelernt, dass es immer mehr Spaß macht, einen Charakter zu spielen, der in vielen Situation was beitragen kann. Allerdings fehlt Coolnees auf der Liste der Berufsfähigkeiten, was wichtig für die Initiativebestimmung ist. Aber einen Tod muss man eben sterben.

Trotzdem der wohl beste Kompromiss zum starten, da der Attentäter auch eine große Auswahl guter defensiver, unterstützender und offensive Talente hat. Besonders da Kopfgeldjäger mit der Powertech Spezialisierung weitere starke defensive, nützliche unterstützende und brauchbare offensive Talente bekommen kann. Damit bekommt man ein Paket, dass einem viele Möglichkeiten gibt, ein Problem geschickt zu lösen. Um das ganze abzurunden, werde ich auch auf den Rekruten zugreifen, der einige nette Fähigkeiten mitbringt und auf das ganze Spektrum aller Waffen zugreifen kann. Das gute daran ist, dass der Rekrut jedem Beruf als Berufsspezialisierung offen steht und man so keine Strafpunkte bezahlen muss, solange man bei der Allianz ist/war.

Längere Zeit habe ich mit der Rasse gehadert. Twi´lek haben was, sind aber schwer von gewissen Klischees zu lösen. Stichwort: Tanz, Twi´lek, Tanz! Dazu noch das Problem, dass zwei weitere Spieler diese Rasse spielen wollten. Drei weibliche Twi´leks in einer Gruppe halte ich für unglücklich, eigentlich sind zwei schon eine zu viel. Mehr Abwechslung in der Party wäre Nett gewesen, da Aliens allgemein in Star Wars meist nur Randfiguren bleiben. Hat sicherlich auch mit der Fokusgruppe zu tun, Aliens gehen nun mal nicht ins Kino oder kaufen sich Merchandising.

Mirialaner kam auch näher in Betracht, da ich mich in letzter Zeit sehr stark mit Barriss Offee beschäftigt habe. Sie haben fast so viele Punkte wie Menschen und von Grund auf Stärke 3, was sehr wichtig für das Überleben eines Charakters ist. Aber der Hintergrund von Mirial und ihre Lebensanschauung sind nicht einfach umzusetzen, wenn man authentisch sein möchte. Sonst kann man gleich einen Menschen mit gelber Haut und Tattoos spielen. Letztendlich habe ich mich für einen Menschen entschieden. Über Corellia gibt es sehr viel Hintergrundmaterial und mir gefällt deren draufgängerischer Charakter sehr.

Obwohl Lyra von Corellia stammt, habe ich als Startpaket normalen Menschen genommen, weil der in der Erschaffung wohl das flexibelste ist, was das System hergibt. Ich hatte 110 Punkte zur Verfügung und gab 70 für eine Steigerung von Gewandtheit von 2 auf 4 aus. Über Gewandtheit laufen alle Feuerwaffenskills, Pilot, Heimlichkeit und Körperbeherrschung. Weitere 30 für die Steigerung der Stärke von 2 auf 3. Stärke ist ein sehr wichtiger Wert, da er bestimmt, wie gut man Schaden widersteht, was man an Ausrüstung tragen kann und wie viel Schaden man mit einer Nahkampfwaffe macht. Auch laufen die Nahkampffertigkeiten über Stärke, ebenso Athletik und Widerstandskraft.

Man hat die Wahl, 5 zusätzliche Punkte zu bekommen oder weitere 1000 Credits Startkapital für eine Verpflichtung, in Lyras Fall die Suche nach ihrer kleinen entführten Schwester. Da man so nur 500 Credits für Ausrüstung hat, musste ich für die Grundbewaffnung und etwas Ausrüstung die Credits nehmen.

Die letzten 10 Punkte habe ich dann in Heimlichkeit und Infiltration gesteckt, was sehr wichtig ist, wenn man herum schleichen will oder irgend wo hinein zu kommen, wo man keinen regulären Zugang hat. Als Mensch darf man sich zwei Nicht Berufsfähigkeiten auswählen, in dem man einen Rang bekommt, in meinem Fall Computer und Körperbeherrschung, was überraschenderweise nicht zu den Berufsfähigkeiten des Kopfgeldjägers gehört. Die vier allgemeinen Punkte der Klasse Kopfgeldjäger wanderten in Athletik, Pilot Planetar, Handgemenge und Schwere Fernkampfwaffen (Das ist alles ab Blasterkarabiner bis zum schweren Blastergewehr). Die zwei Punkte der Spezialisierung Attentäter wanderten in Nahkampfwaffe und ebenfalls Schwere Fernkampfwaffen, so dass ich die maximalen zwei Punkte bei der Charaktererschaffung darin habe. Da mein Vorschlag zum späteren Raumschiffnamen angenommen wurde, bekam ich als vorher schon ausgemachten Bonus einen freien Rang in Charme.

So kann Lyra nun recht gut kämpfen und hält auch was aus. Dazu kann sie schleichen und kommt in halbwegs gut gesicherte Anlagen hinein. Da ich mit unserem SL inzwischen seit 18 Jahre spiele und er seit 15 der eigentliche SL ist, weiß ich, dass oft heimliches Vorgehen gefragt ist. Deswegen denke ich, es ist nicht Falsch, eine solche Aufgabe lösen zu können.

Als Erstausstattung kaufte ich Lyra ein Blastergewehr und ein Vibromesser. Dazu ein Ausrüstungsgürtel, Rucksack, Klettergeschirr, Datapad, Handkomlink, Stimpatches, Atemmaske und Handschellen. Von den Rebellen gab es für jeden eine normale Rüstung (die recht gute Faserrüstung mit einer Absorption von 2) und das Hackertool. Eine solide Ausrüstung für den Anfang, die sich auch bewährt hat.

Hier noch ein paar allgemeine Gedanken zum Rollenspiel und Charaktererschaffung. Für mich besteht ein guter Spielercharakter aus den Punkten: Hintergrund, Gruppenkompatibilität, Nützlichkeit, Überlebensfähigkeit und Spielspaß.

Hintergrund: Sobald ich weiß, was ich in etwa spielen möchte, denke ich mir eine Hintergrundgeschichte aus. Der Hintergrund und Werdegang bestimmt die Ausrichtung, Fähigkeiten etc., die einen Charakter letztendlich ausmachen. Auch die Art, wie ich ihn oder sie zu spielen gedenke. Letztendlich fließt immer auch etwas von einem selbst mit ein, da es nach meinen Erfahrung es einfach keinen Spaß macht, jemanden zu verkörpern, der vom Charakter total anders ist.

Gruppenkompatibilität: Bei einem Paper & Pen Rollenspiel spielt man in der Regel nicht allein, man hat Mitspieler am Tisch.Es gibt Spielsysteme, wie Vampire the Masquerade, welche einen Teil des Reizes aus dem Zusammenspiel der teilweise gegensätzlichen Charaktere ziehen soll. Jede Sitzung, die ich bis jetzt in diesem System gespielt habe, endete meist damit, dass einer die anderen in die Pfanne gehauen hat oder zwei so aneinander hochgegangen sind, dass es irgendwann eskaliert ist. Der eigentliche Plot trat immer vollkommen in den Hintergrund. Manche Leute finden das sicherlich interessant, ich fand das immer öde und endete damit, dass ich mir vorgenommen habe, dieses System nie wieder zu spielen. Aber zurück zum Thema. Ein SC (Spielcharakter) sollte halbwegs kompatibel mit dem Rest der Gruppe sein. Es macht auch keinen Sinn, den dritten Piloten zu spielen, wenn man nur ein Raumschiff haben wird. Jeder sollte eine gewisse Funktion haben oder eine Nische besetzen. Normalerweise spricht man sich im Vorfeld ab, wer was zu spielen gedenkt. Auch ist ein gewisser Rassismus eher hinderlich, da er meist wirklich ausgespielt weniger in eine Diskussion und Weiterentwicklung endet, sondern in einen internen Konflikt. Und da leiten wir über zur Nützlichkeit.

Nützlichkeit: Das sind die Fähigkeiten, welche einen SC wertvoll für die Gruppe machen. Ich überlege mir immer, was kann ich sinnvolles in die Gruppe mit einbringen, was meinen SC nützlich macht. Im Fall von Lyra kann ich die Gruppe in eine gesicherte Anlage heimlich hinein bringen. Lyra kann gut kämpfen und sie kann auch einen Gleiter fliegen. Viele Gleitermodelle, insbesondere Swoop Bikes, haben nur eine begrenzte Anzahl an Sitzen, so dass es durchaus vorkommen kann, dass man zwei Piloten braucht.

Überlebensfähigkeit: Ein weiterer wichtiger Punkt, nicht beim ersten Treffer zu Boden zu gehen. Friktion ist normal und oft stößt man auf Situationen, die so nicht eingeplant waren. Oder man unterschätzt Gegner. Auch Fehler kommen vor, falsche Taktik, unterschätzte Gefahr oder der SL kann auch mal ein Fehler machen, weil er einfach die Effektivität einer Waffe unterschätzt oder zu viele Gegner bringt. Deswegen ist es wichtig, einen Knuff wegstecken zu können, ohne gleich dabei drauf zu gehen. Meist kann man das durch Rüstung, zusätzlich gekaufte Lebenspunkte oder entsprechende Attribute erreichen.

Spielspaß: Der letzte Faktor ist quasi die Summe der vorherigen Punkte. Ein ausgewogener Charakter kann was nützliches beitragen, ist kompatibel zum Rest der Gruppe, hält mal einen Konter aus und hat einen plausiblen Hintergrund. So was macht mir einfach großen Spaß.

Und als letztes noch Lyras weitere Entwicklung: Zum Abschluss gab es 15 Erfahrungspunkte. Da Talente teilweise recht viel bringen, investiere ich als erstes fünf Punkte in das Talent Pirscher. Ein Schnäppchen für einen Verstärkungswürfel für die Fähigkeiten Heimlichkeit und Körperbeherrschung. Das eine oder andere wird praktisch in fast jeder Sitzung gefragt sein. Weitere zehn Punkte gehen in das Talent Erstschlag. In der ersten Runde generiert dieses Talent einen Verstärkungswürfel auf die erste Kampfprobe gegen eine Ziel, das noch nicht gehandelt hat. Also auch recht nützlich.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Schattenklinge am 31. August 2018, 21:00:06
Vielen Dank für die Geschichte. Es bringt echt Spaß sie zu lesen. Und die Entwicklung von Lyra liest sich auch sehr spannend.

Das System ist am Anfang echt etwas gewöhnungsbedürfdig, aber uns hat es nach dem rein finden viel Spaß gebracht.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 02. September 2018, 17:31:58
Danke für dein Review und das Lob! Das System ist nicht schlecht und wir haben immer noch nicht alle Aspekte verinnerlicht. Aber Spaß macht es wirklich und das ist ja die Hauptsache.

Episode II
Lyra shoot first!
Aurek

Durch mein Zielfernrohr sehe ich die drei noch einsatzbereiten AT-AT durch die Hauptkampflinie vor der Echo Basis stoßen. In diesem Augenblick wird der Schutzschildgenerator zerstört. Die Schlacht von Hoth war nie von der Allianz zu gewinnen gewesen und jetzt ist unsere Niederlage ein unumkehrbarer Fakt. Mein Trupp befindet sich als Teil der Leibwache für zwei Emissäre der CBF auf Hoth und momentan sichern wir primär unseren YT-1300, der mit weiteren Allianzschiffen, die bereit zur Evakuierung sind, hinter einem Höhenzug geparkt ist.

Zwischen dem Anführer der corellianischen Truppen der Allianz: Garm Bel Iblis und Mon Mothma - der höchsten politischen Anführerin der Allianz - ist in der letzten Zeit zu massiven Spannungen gekommen. Iblis verdächtig Mothma nach dem Sieg über das Imperium, der noch in weiter Ferne liegt, eine Diktatur errichten zu wollen. Warum er das vermutet, ist für mich ein Rätsel und in keinster weise nachvollziehbar. Aber solche Dinge sind auch nicht meine Gehaltsklasse.

Auf alle Fälle hat die CBF alles in Richtung Integration ihrer Verbände in die Allianz gestoppt und agiert hauptsächlich wieder autark. Allerdings werden gewisse Aktionen immer noch mit dem Oberkommando der Allianz abgesprochen und wir achten darauf, uns nicht gegenseitig in die Quere zu kommen. Ich persönlich finde es Schade, dass General Iblis so auf Distanz zur Allianz geht, aber wirklich ändern tut sich für Shellys Gundarks nicht. Wir haben zwar mehrere erbeutete Raumschiffe an andere nicht corellianische Zellen abgegeben, aber wir haben nie unsere Eigenständigkeit verloren. Statt mit anderen Einheiten der Allianz arbeiten wir nun eben wieder mit anderen Zellen der CBF zusammen.

Es ist so unglaublich kalt auf Hoth. Trotz meiner speziellen Unterwäsche friere ich und habe das Gefühlt, dass die Kälte mir bis in die Knochen dringt. Inzwischen haben die AT-AT Schneetruppen ausgebootet und sie sind in Reichweite unserer schweren Waffe und auch meines E-11s Scharfschützengewehres. Momentan bin ich die Scharfschützin des Unterstützungsteams meines Trupps.

"Sergeant! Ziel ist in Reichweite, habe ich Feuerfreigabe?", frage ich meinen Sergeanten, einen blauhäutigen Duro.

"Feuer frei! Heizt ihnen ein!", gibt Sergeant Nab den Feuerbefehl. Derweil habe ich mir schon einen Sergeanten der Schneetruppen ausgesucht, der ein DLT-19 trägt und gut an seiner gelb orangenen Schulterpanzerung zu erkennen ist. Er feuert gerade auf fliehende Soldaten der Allianz und das ist das letzte was er tut. Sorgfältig zentriere ich mein Ziel, lasse mir die Entfernung einblenden und korrigiere leicht meinen Haltepunkt. Mit dem vom meinem rechten Daumen bedienten Toggle bestimme ich das Mischungsverhältnis des Tibanagas in der Brennkammer und passe es an mein Ziel an. Routiniert drücke ich das Abzugszüngel bis zum Druckpunkt zurück, halte den Atem an, warte die Zeitspanne zwischen zwei Herzschlägen ab und erhöhe dann gleichmäßig den Druck. Der Schuss bricht und eine Ladung sonnenheißes Plasma von Tibanagas macht sich auf seinen Weg der Vernichtung. Der Rückstoß der Waffe ist so gut wie nicht zu spüren, da die Masse des Plasmas nicht wirklich relevant ist. Nur ganz leicht ruckt der Lauf nach oben und fällt dann wieder satt ins Ziel zurück.

Ich treffe mein Ziel inmitten der Brust, was den Sergeanten der Schneetruppen auf der Stelle zu Boden sinken lässt. Er kippt dabei nach vorn, so das sein Hintern steil nach oben ragt. Das wäre vielleicht lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Krieg ist so würdelos. Auf der einen Seite fühle ich durchaus Befriedigung darüber, mein Ziel sauber getötet zu haben. Aber ich fühle auch Trauer um das von mir genommene Leben. Aber das ist Krieg. Töten oder getötet werden. Und da ist die Wahl eigentlich klar.

Sofort suche ich das nächste Ziel, einen Schützen mit einem leichten T-21 Repetierblaster mit dicker Kühlummantlung. Ich selbst muss kurz warten, bis das E11s sich wieder abgekühlt hat. Zielen, zentrieren, korrigieren, Atem anhalten, Druckpunkt nehmen, durchziehen zwischen zwei Herzschlägen. Ich treffe ihn mittig im Torso und auch er sackt in sich zusammen. Nun schlagen auch Salven unseres leichten Repetierblasters des gleichen Typs in die Reihen der feindlichen Soldaten und eine gut gezielte Fragmentrakete wirbelt einige Truppler durch die Luft. Einem werden beide Beine abgerissen, einem anderen den rechten Arm. Der Feind stoppt nun seinen Vormarsch zu den Hangartoren und sucht Deckung vor unserem Feuer. Der Überraschungsmoment ist vorbei und nun beziehen wir Gegenfeuer. Ein Blasterstrahl saust knapp an meinem Schützenloch vorbei und erschafft die Illusion von wärme. Es ist so kalt, so verdammt kalt. Und dann ändert sich alles.
 
Ich schrecke auf. Mir ist kalt, trübes Licht sickert durch eine beschlagene Sichtscheibe und ich höre das prasseln von Regen. Die Luft riecht abgestanden, verbraucht und ich muss husten. Vollkommen desorientiert klammere ich mich an Haltegriffen fest. Es dauert einige Augenblicke bis mir klar ist, wo ich mich befinde. Hoth ist schon lange Geschichte. Das Feuergefecht dauerte danach nur noch wenige Augenblicke, dann kamen die Emissäre der CBF mit ihrem zweiten Trupp mit zu evakuierenden Angehörigen der Allianz durch einen Seitenausgang zum Landeplatz und wir räumten daraufhin die Stellung.

Der Moment der Desorientierung verschwindet und mir ist klar, dass ich mich in der Rettungskapsel von der Sonnenminenstation befinde und wahrscheinlich auf der Oberfläche des Waldplaneten Anduras I, dem einprogrammierten Ziel der Kapsel, gelandet bin. Fahrig versuche ich die Verriegelung zu lösen und stelle fest, dass diese sich nicht so einfach bewegen lässt. Ein kurzer Check zeigt mir, dass alle Systeme tot sind, da keinerlei Energie mehr vorhanden ist. Dann höre ich, wie sich jemand von außen an der Kapsel zu schaffen macht und die Luke wird aus der Verankerung gerissen. Instinktiv taste ich nach meinem A-280, finde es, entsichere es mit dem Daumen und richte es nach oben. Erst als Scavangerbot 527 in mein Gesichtsfeld tritt, entspanne ich mich und sichere die Waffe. Mühsam richte ich mich auf und versuche mich zu orientieren. Sofort wird mir wieder schwindelig, ich muss würgen und übergebe mich seitlich der Kapsel. Mehrmals kommt schwarze Galle hoch, da sich sonst nichts mehr in meinem Magen zu befinden scheint.

Schließlich beruhigt sich mein Magen und ich schau mich um. Mehrere weitere Kapseln liegen hier herum auf felsigen Grund auf einer erhöhten Postion. Dunkler Regen prasselt in großen Tropfen auf mich herab. Das Wasser ist voller Asche. Ich sehe Lyn, die orangene Twi´lek auf einer Kapsel hocken. Die Pilotin hat wie ich Probleme, sich mit dieser veränderten Situation zurecht zu finden. Auch Shaka, die blaue Twi´lek mit ihren drei Prothesen ist noch am leben. Am Boden kriecht ein mir vollkommen unbekannter Droide, dem der Unterkörper fehlt.

"Ich bin RD 79. Willkommen auf Anduras I!", begrüßt er mich und bestätigt damit meine Vermutung, auf dem Waldplaneten zu sein.

"Welches Datum haben wir heute?", frage ich mit krächzender Stimme und versuche mich aus der Kapsel zu stemmen. Schwankend stehe ich einen kurzen Moment, dann muss ich mich schwindelig auf die Kapsel setzen, um nicht umzufallen. Es stellt sich heraus, dass seit den letzten Ereignissen neun Monate vergangen sind.

"Fierfek!", fluche ich verhalten. Neun Monate länger, die meine Schwester ihre Gefangenschaft hat ertragen müssen.

"Alles in Ordnung mit euch?", frage ich in die Runde. Scav ist unbeschädigt, läuft aber nur noch auf Notenergie. Lyn ist desorientiert und fühlt sich, als ob eine Herde wildgewordener Banthas über sie drüber getrampelt wäre. Shaka ist auch nicht wirklich auf dem Damm. Von Edna ist nichts zu sehen. Auch die Kapsel von dem imperialen Wissenschaftler Lernan ist nicht hier. Auch andere Überlebende sind nicht zu entdecken. Aber wenigstens sind wir zu viert und leben noch. Es könnte schlimmer sein. Wenn auch nicht viel mehr.

Da wir hier sind, bedeutet das wohl, dass wir auf uns alleine gestellt sind. Sieht ganz so aus, als hätte General Gale und sein Basisschiff, der YZ 2500 Frachter, es nicht geschafft. Das ist nicht gut! An der ursprünglichen Mission hat mir nur wenig gelegen, da es mir primär nur darum ging, den Piraten Khador aufzuspüren und die Spur zu meiner kleinen Schwester Eloy wieder aufzunehmen. Trotzdem wäre es ein tragischer Verlust, wenn General Gale gefallen sein sollte und momentan sieht es ganz danach aus.

"Was hat dich hier her verschlagen, RD 79?", frage ich den schwer beschädigten Droiden, um mehr Informationen zu bekommen. Er ist vor acht Standardjahren mit einem E9 Scoutschiff unter dem Kommando von Kapitän Eileen Woran auf dieser Welt abgestürzt. Seine Besitzerin kam dabei ums leben und er wurde schwer beschädigt, ebenso das Schiff. Er bietet uns an, unser verzweifeltes Häufchen zu seinem Schiff zu führen, wenn wir ihm helfen, von hier weg zu kommen. Das hört sich vernünftig an, da von hier wegzukommen in unser aller Interesse ist. Aus der Luke meiner Rettungskapsel bauen wir einen primitiven Schlitten, um RD 79 besser mitschleifen zu können, da er sich sonst nur mit Hilfe seiner Arme in einer sehr unbefriedigenden Geschwindigkeit fortbewegen kann.

Beim Überprüfen meiner Waffen stelle ich fest, dass sich alle Energiezellen entladen haben. Mein A-280 ist nur noch ein Knüppel und mein Vibromesser nur noch ein geschliffenes Stück Metall, nicht mehr als ein normales Kampfmesser. Mit einem schon nervig fröhlichen Tonfall erzählt RD 79, dass die Fauna dieser Welt äußerst aggressiv ist, besonders seit vor 9 Monaten ein Sonnensturm über die Welt gefahren ist und viele Wälder angezündet hat. Zuerst verheerende Waldbrände und danach eine deutliche Abkühlung durch die Aschewolke in der Atmosphäre. Wir haben momentan Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt. Offensichtlich hat der Vorfall auf der Sonnenminenstation weitreichende Folgen. Was experimentiert das Imperium auch mit solch gefährlichen Stoffen herum?

Es ist kalt, ich bin nass und nicht guter Laune, als wir uns auf dem Weg machen. Stachelkatzen und der Rancor sind die hier wohl gefährlichsten Raubtiere, wobei es noch größere Kreaturen als einen Rancor geben soll. Allerdings hat RD 79 bisher nur Spuren dieser Wesen gesehen, aber nie eines selbst. Und ich wäre froh, wenn uns das gleiche widerfahren würde. Unsere Route führt uns zuerst Bergab, dann am Rand von Sümpfen entlang vorbei an abgebrannten Wäldern. Der Dauerregen trägt nicht dazu bei, meine Laune zu heben. Statt nur zu frieren bin ich nun auch klatschnass.

Im Süden soll es eine Mine samt Siedlung geben, die von Gamorranern bewacht wird. Was genau dort abgebaut wird und wie viele Söldner dort stationiert sind, ist leider RD 79 unbekannt. Auf alle Fälle gibt es westlich von unserer Postion noch einen von automatisierten Geschützen bewachten Turm, der als Störsender dient. Im Osten ist ein weiterer Turm, der allerdings beschädigt ist. Im Nordwesten befinden sich Höhlen.

Wir kreuzen Spuren eines Rancorrudels. Der Rancor ist normalerweise ein Einzelgänger und schließt sich nur zur Fortpflanzung und Aufzucht mit einem anderen Exemplar gegensätzlichen Geschlechts zu einer Paar zusammen. Die einzige Ausnahme sind Welten, wo es Kreaturen gibt, die selbst einem Rancor gefährlich werden können und er nicht an der Spitze der Nahrungskette steht. Anduras I scheint eine dieser Welten zu sein. Das lässt tief blicken und lässt mich nicht gerade jubeln. Immer wenn ich denke, es kann nicht noch schlimmer kommen, wird es noch etwas finsterer. Wir würden nicht einmal mit ein Rancor fertig werden, wie sollen wir dann etwas töten, dass Rancore zum Frühstück verspeist?

Nakagos wirre Gedanken

Ich fand es passend, hier an dieser Stelle einen Rückblick auf Lyras früheres Leben bei den Rebellen einzugehen. Das temporäre Zerwürfnis zwischen Iblis und Mothma war kanonisch. Bei dieser Stelle störte mich der Umstand, dass die Energiezellen aller Waffen vollkommen entladen waren, die der Prothesen von Shaka und die Batterie von Scav aber nicht. Fand ich vom SL etwas inkonsequent.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 04. September 2018, 21:29:23
Besh

Nach mehreren Stunden durchaus anstrengenden Fußmarsch durch Regen und Schlamm stehen wir schließlich vor dem E9 Scoutschiff. Ich muss zugeben, nicht nur die anderen sind am Ende ihrer Kräfte, sondern auch ich. Meine Kleidung ist inzwischen vollkommen durchnässt und klebt unangenehm am Körper. Hier und da fühlt sich meine Haut aufgescheuert an. Wasser tropft unablässig von meinen Wimpern und meine Frisur ist so was von im Eimer. Dazu knurrt mein Magen. Meine Laune ist entsprechend mies und hebt sich nur wenig durch den Anblick des Loronar E9.

Der E9 kam Ende der Klonkriege auf dem Markt, als die Werften von Kuat und Corellia mit der Aufrüstung der damaligen republikanischen Flotten vollauf beschäftigt waren und der zivile Frachterbau größtenteils in der Republik auf Eis lag. Der Loronar Konzern drang in die Marktlücke mit diesem Schiff vor, der Anfangs als reiner Frachter konzipiert war. Bei der Markteinführung just zum Ende der Klonkriege fuhren die Corellianischen Werften die Serienproduktion der populären YT Frachterreihe wieder hoch, so das die durch den Krieg gerissenen Verluste von den meisten Eignern mit den altbekannten und bewährten Design aus Corellia gefüllt wurden. Loronar überarbeitete darauf das Konzept ihres Schiffes und machte daraus ein Schiff für Prospektoren und Entdecker, auch Glücksritter genannt. Dieser Wechsel auch hin zu besseren Sensoren und eingebautem Labor sorgte dafür, dass sich der E9 doch noch gut verkauft hat.

Die Linienführung des Schiffes ist flach und erinnert von oben gesehen an einen Schläger für Tischball. Das Cockpit bietet eine erstklassige Sicht nach vorne, hat aber eine sehr eingeschränkte Seitensicht. Für einen Scout hat das Schiff die üblichen Sensorphalanxen in Form von mehreren einziehbaren Globen, sechs Stück an der Zahl, sinnvoll über den Rumpf verteilt. Bewaffnet ist es mit zwei Geschützstellungen, oben und unten im Zentrum des "Schlägers". Der Großteil der Maschinen sind mehr oder lizenzierte Nachbauten Corellianischer Baumuster, auch frech als Plagiat zu bezeichnen.

Der eigentlich weiße Rumpf dieses Schiffes ist mit Moos überwachsen, teilweise durch sein Eigengewicht schon tief in den Boden eingesunken. Auch ist seine Farbe eher ein schmutziges Grau, wo noch eine freie Stelle zu sehen ist. Eine Schleuse seht offen und ich kann im Dreck die Spuren eines Tieres deutlich sehen, dass hinein gelaufen ist, aber hier nicht wieder hinaus.

"Das sieht nach einer Stachelkatze aus", meint RD 79, nach dem er einen Blick mit seinen optischen Sensoren darauf geworfen hat.

Wahrscheinlich befindet sich die Stachelkatze noch da drin, denn ich kann es Scheppern hören. Auch wenn ich mich am liebsten auf der Stelle einfach schlafen legen möchte, reiße ich mich zusammen und ziehe mein Vibromesser.

"Die übernehme ich!", verkünde ich, da ich mich durch meine Erfahrung in der Roten Arena im Kampf gegen Kreaturen aller Art für die am qualifizierteste Person in dieser Runde halte. Aber das nicht mehr funktionsfähige Vibromesser wird wohl nicht reichen. Also versuche ich einen Speer zu improvisieren, um meinem Kampfmesser eine höhere Reichweite zu geben, nachdem wir etwas Abstand zum Schiff uns seinem ungebetenen Gast gewonnen haben. Leider ist mein Ergebnis mehr als nur mickrig und bricht schier schon beim ersten Probestoß in zwei Stücke. So wird das nichts. Lyn, die orangene Twi´lek bietet mir ihren Speer an, den sie gerade gebastelt hat. Der sieht deutlich stabiler aus und ist es auch in der Tat. Also nehme ich Dankend Lyns Hilfe an und befestige mein Kampfmesser, dass mal ein Vibromesser war, an die Spitze des Speeres. Das dürfte halten. Ich mache ein paar Probestöße. Gut ausbalanciert ist anders, aber momentan nicht mit unseren Mitteln zu ändern. Ich komme zu dem Schluss, dass diese Waffe ausreichend sein dürfte.

"Möge die Macht mit mir sein!", bete ich kurz und lockere etwas meine Muskeln. Dann versuche ich meine Handflächen und die entsprechenden Stellen am Speer so zu trocknen, dass ich einen halbwegs sicheren Halt habe. Das Ergebnis ist nicht wirklich überzeugend, aber mit meinen Mitteln wohl nicht besser zu erreichen.

Ich gehe voran, als wir in das Raumschiff eindringen. Der Droide hat in der Vergangenheit leuchtende Mose an Wänden und Erhöhungen angebracht, so dass hier ein diffuses Zwielicht herrscht. Er als meine Augen sich an das Zwielicht gewöhnt haben, bewege ich mich schleichend in das Innere des Lagerraumes. Hier und da stehen Kisten herum. Und ein Fahrgestell eines Ladedroiden, wahrscheinlich der Unterbau von RD 79. Es riecht nach verfaulten Pflanzen, Schimmel und nach den säuerlichen Ausdünstungen eines Raubtieres. Zu hören ist auch hier noch das unaufhörliche prasseln des Regens. Dann sehe ich die Bestie, welcher der Droide als Stachelkatze klassifiziert hat. Ein passender Name, ist doch der schlanke hochbeinige Leib des Raubtiers mit langen spitzen Stacheln bedeckt. Wahrscheinlich ein Schutz vor anderen Raubtieren. Für einen kurzen Moment bin ich wieder in der Roten Arena. Ich höre das Geschrei der Zuschauer, dass summen der Kameradroiden, welche mich wie Schmeißfliegen umschwirren. Ich spüre den Sand unter meinen bloßen Füßen, meine Hände sind Nass vom Schweiß, welche den Schaft des schlanken Speeres umklammern. Leicht, gut ausbalanciert, mit einer langen dünnen Klinge am vorderen Ende. Meine Ausbilderin hat mir die Waffe ausgesucht mit dem Auftrag zu überleben. Mein Herz schlägt bis zum Hals, mein Magen ist ein Knoten und mein Mund so trocken wie die Wüsten Jakkus.

Aber dann bin wieder im jetzt und im Innern des E9. Vor mir die Katze auf Schlagdistanz. Ich reiße mich zusammen und fokussiere das Ziel. Schnell wie eine Viper stoße ich zu, treffe und steche eine tiefe Wunde in den muskulösen Leib des Raubtieres. Die Katze dreht sich, reißt die Klinge aus der Wunde und ich rutsche auf feuchten Boden aus. Wie in einer Holovidkomödie lande ich äußerst ungeschickt auf meinen vier Buchstaben. Der Kälteschlaf steckt mir noch in den Knochen und meine Agilität ist nicht wirklich vorhanden.

"Fierfek!", fluche ich, ziehe den Speer zur Abwehr zurück in Position und erwarte den Angriff der Katze, die mich in schwacher Position erwischen würde. Aber die Bestie dreht sich auf Lyn ein und springt sie an, mich komplett ignorierend. Ich kann mein Glück nicht fassen, während Lyn nun im Fokus der Kreatur steht. Die Twi´lek wird zurück gedrängt und hat buchstäblich alle Hände zu tun, die Bestie auf Abstand zu halten. Scav springt hinzu und boxt die Stachelkatze in die Seite. Shaka wirft einen Wurfspeer und würde in ihrem Übereifer beinahe noch Lyn treffen. Geschickt springe ich wieder auf, nehme Schwung durch eine wirbelnde Drehbewegung und ramme mit aller Wucht den Speer ein weiteres mal in den Leib der Kreatur. Tief dringt mein Kampfmesser ein und dieses mal treffe ich eine letale Stelle. Die Bestie bricht augenblicklich zusammen und ich schneide ihr die Kehle durch, um sie ausbluten zu lassen. Das dürfte wohl unser Abendessen sein.

Während Lyn und ich die Stachelkatze zuerst häuten und dann zerlegen, versucht Scav sich einen Überblick über den Zustand des Raumschiffes zu machen. Shaka baut eine Destillerie, um an sauberes, abgekochtes Wasser zu kommen. Obendrein verstellen wir den nicht zu schließenden Eingang mit einem Kistenstapel, um die Fauna des wortwörtlich abgebrannten Planeten draußen zu halten. Nachdem wir das Fleisch geborgen haben und Lyn sich um das Essen kümmert, verschaffe auch mir einen Überblick.

Die acht Jahre auf dieser Welt haben dem Schiff nicht gut getan, ebenso die Bruchlandung. Die Hülle hat an einer Stelle einen tiefen und breiten Riss, durch die weitere Kreaturen eindringen könnten. Vom Vakuum ganz zu schweigen. Das kann man flicken, aber es ist die Frage, ob es auch einen Durchbruch in den freien Raum überlebt. Die Kanzel ist intakt, allerdings ist der Astronavigationscomputer eine Ansammlung aus gebrochenen Halbleiterplatten. Der ist unmöglich zu reparieren. Als weitere Kernelemente brauchen wir einen Kernstabilisator und einen Phasenkoppler. Wenigstens ist der Phasenumwandler noch intakt. Die Treibstoffleitungen zum Fusionsreaktor sind geborsten die kann man nicht mit einem X-Beliebigem Schlauch ersetzen, weil die einen wahnsinnigen Druck aushalten müssen. In einem der hier herum liegenden Kanister finde ich noch etwas Treibstoff und Scav und mir gelingt es schließlich, den Reaktor für kurze Zeit hochzufahren, um genug Energie zu generieren, meine Waffensysteme wieder klar zu kommen. Mit Vibromesser und funktionsfähigem A-280 fühle ich mich gleich besser. Leider reicht es nur für wenig mehr.

Wir essen das zähe, bitter schmeckende Fleisch der Stachelkatze, trinken etwas frisches Wasser und suchen uns dann einen Schlafplatz. Es gibt sechs Kabinen. Vier identisch eingerichtete Kabinen im vorderen Teil des Griffes mit je einer Schlafnische. Die Kabinen machen noch einen bewohnbaren Eindruck, da die Hülle hier dicht geblieben ist und dadurch das die Türen zu waren, weder Nässe noch Getier eingedrungen ist. Zwei weitere Kabinen mit zwei Schlafnischen befinden sich im "Schläger", wahrscheinlich primär für Passagiere gedacht. Mit griffbereiten Waffen schlafe ich ein. Mehrmals schrecke ich auf, aber es immer falscher Alarm.

Am nächsten Morgen machen wir Bestandsaufnahmen an Ausrüstung. Auf der "Vanguard", wie die E9 heißt, findet sich nicht besonders viel. Die Kapitänin war abgebrannt und die gesamte Besatzung bestand nur noch aus RD 79 und sie selbst. Originale Ersatzteile finden sich keine mehr an Bord. Wir haben noch ein paar Sachen von der Solarmine mitnehmen können, was uns bei der Reparatur von diesem Schiff zu gute kommt. Trotzdem brauchen wir Ersatzteile und davon nicht wenig. Allein für den Reaktor brauchen wir Material im Wert von etwa 5000 Credits, davon haben wir schon etwa Zeug im Wert von 2000. Fehlen nur noch 3000. An Bord lassen sich noch improvisierte Materialien aus der ehemaligen Fracht im Wert von gerade mal 150 Credits auftreiben, mehr ist nicht mehr da. Wir besprechen unsere Optionen im Aufenthaltsraum.

Wir könnten versuchen mit den Gamorranern von der Mine Kontakt aufzunehmen. Die Rasse hat zum einem keinen besonders guten Ruf und zum anderen werden die uns wahrscheinlich als Arbeitssklaven oder schlimmeres gefangen nehmen. Oder uns gar gleich töten. Also ist das keine wirklich Option. Hilfe können wir momentan keine holen. Nach etwas hin und her beschließen wir den aufgegebenen Turm zu besuchen, in der Hoffnung, dort einiges an Material zu bekommen, um die lebenswichtigsten Systeme des Schiffes wieder zum laufen zu bringen.

Es regnet immer noch, als wir uns auf dem Weg machen. Vorher haben wir noch eine Transportkiste so modifiziert, dass wir sie als Transportschlitten benutzen können, die wir nun an Seilen durch den Dreck ziehen. In Kolone rücken wir auf den Turm vor. Nach etwa vier Stunden erreichen wir das Gebilde, dass an einem Fluss liegt. Irgend etwas hat den Turm in der Mitte abgeknickt. Aber was wirklich gruselig ist, dürfte die Leiche sein, die an einer Art Galgen baumelt. Jemand hat noch weiteres Fleisch an der Leiche angebracht. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass ist ein Köder.

Nakagos wirre Gedanken

Was Lyra über die E9 erzählt, dürfte kanonisch sein. Leider kam dieses Schiff bisher nur im erweiterten Universum vor. Im "Am Rande des Imperiums" ist es wohl eines der ausgewogensten Schiffe überhaupt. Ausreichend Platz für eine SC Gruppe, gute Werte, gute Waffen, ausreichend Laderaum und sehr schnell. YT 1300 wäre sicherlich auch cool gewesen, aber der wäre eben nicht der "Millenium Falcon" gewesen.

Die Slapstickeinlage beim Kampf kam durch mehrere erwürfelte Nachteilssymbole bei der Angriffsprobe. Ein Probe kann klappen, aber etwas geht dabei dann schief. Wie eben die Bestie gut zu treffen, aber dabei aber hinzu fallen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 06. September 2018, 17:21:11
Cresh

Vorsichtig rücken wir nun in Linie ausgefächert auf den Turm zu. Lyn ist es schließlich, die im letzten Moment die Sprengfallen in der Nähe des Galgen entdeckt. Die nach oben gerichteten Richtladungen haben einen Annäherungszünder und wir können im letzten Moment noch in Deckung gehen, während die Sprengsätze detonieren. Da die weit über tausend Grad heißen Plasmastrahlen in der Luft verdampfen, bekommen wir nichts ab. Für einige Augenlicke sind wir von Wasserdampf umgeben, da es immer noch in Strömen regnet. Wahrscheinlich waren die für große Bestien wie einen Rancor ausgelegt. Die Explosion war weithin zu hören und es ist damit zu rechnen, dass bald jemand nachschauen kommt, ob die Falle eine Bestie erledigt hat oder eben nicht. Also beeilen wir uns lieber, soviel Material wie möglich zu schnappen und einzupacken, was uns bei der Reparatur der Treibstoffleitungen helfen könnte. Zum Glück ist die Ausbeute nicht schlecht, aber da hören wir in der Ferne einen sehr lauten Motor. Sofort verpacken wir alles und ziehen uns zurück, da wir Kontakt mit den als sehr kampflustig geltenden Gamorranern vermeiden wollen.

Nur ich bleibe in der Nähe des Turmes zurück, um unsere möglichen Gegner auszuspähen und so weitere Informationen zu gewinnen. Der Motor wird deutlich leiser und ich denke, er tuckert nun im Leerlauf. Das Ding muss ziemlich primitiv sein. Das Fahrzeug sehe ich momentan noch nicht, wahrscheinlich ist es in der Nähe außer Sichtweite stehen geblieben. Drei Personen betreten mein Sichtfeld, zwei bewaffnete Menschen und ein schwer bewaffneter Gamorraner, welcher der Anführer zu sein scheint. Auf alle fälle trägt er eine massive Rüstung und ein schweres Blastergewehr. Sie schauen sich den Boden an und sehen sich dann um. Wahrscheinlich lesen sie Spuren im Schlamm, die wir nicht verwischt haben, was auch sehr schwer ist.

Statt uns zu verfolgen, präparieren sie die Überreste der Leiche zu einem neuen Köder und setzen weitere Sprengfallen. Dazu verstreuen sie eine Art Pulver in der Luft. Keine Ahnung, was das soll. Könnte eventuell dazu dienen, ihre Ausdünstungen zu übertünchen. Da ich hier keine weiteren Erkenntnisse sammeln kann, umgehe ich den Turm, bis ich eine Sichtlinie zum Fahrzeug habe. Es ähnelt vom Aufbau etwas einem Juggernaut, einem schwerem Fahrzeug aus der Zeit der Klonkriege und danach noch lange im imperialen Einsatz, da es fünf Achsen mit großen Reifen hat. Allerdings ist das hier deutlich kleiner und primitiver als sein großes Vorbild. Oben auf dem Dach befindet sich ein drehbarer Turm mit einem Flammenwerfer. Die Panzerung ist mit mehreren Schießscharten versehen. Da drin dürften etwa zehn bis zwölf menschengroße Passagiere platz haben. Zwei weitere Menschen vertreten sich hier die Beine und ein Gamorraner sitzt exponiert im oben offenen Turm, was bei dem Regen bestimmt noch weniger Spaß als sonst macht. Leider werde ich von einem der Posten bemerkt und sofort werde ich beschossen. Die Strahlen gehen weit an mir vorbei, könnten ehemalige Sturmtruppler sein. Da ich auf keinen Konflikt mit einer zahlenmäßig überlegenen Opposition Lust habe, begebe ich mich sofort in volle Deckung und lasse mich augenblicklich zurückfallen. Zum Glück werde ich nicht verfolgt und bin sehr erleichtert über diesen Umstand. Ein Kampf wäre wahrscheinlich nicht zu unseren Gunsten ausgegangen, da wir nur mein A-280 als Fernwaffe haben.

Meinen Kameraden erstatte ich Bericht. Es gibt eine kurze fruchtlose Diskussion darüber, ob wir vielleicht doch mit den Gamorranern in Kontakt treten sollen oder lieber nicht. Der Umstand, dass sie mich sofort beschossen haben, lässt nur den Schluss zu, dass sie keine Fremden mögen und nicht bereit sind, mit diesen zu verhandeln. Dieser Überlegung folgen schließlich alle, auch wenn ich denke, dass Shaka insgeheim was anderes denkt.

Auf dem Rückweg zum Schiff trennen wir uns und ich gehe mit Lyn auf die Jagd, während die anderen die schwere Transportkiste durch den Schlamm schleifen. Die orangene Twi´lek ist gut im Fährten lesen und stellt sich auch sonst nicht ungeschickt an. Sie führt mich praktisch zum Wild, was ich dann mit jeweils einem Schuss erlege. Wir erledigen so mehrere kleine Tiere, so dass wir nun ein paar kleine Vorräte anlegen, was uns Spielraum für weitere Aktivitäten ermöglicht. Zurück im Schiff beschließen wir beim Abendessen uns Morgen die Höhlen im Nordwesten anzusehen. Leider bekommen wir den Fusionsreaktor noch nicht zum laufen. Diese Nacht schlafe ich schon ruhiger in meiner kleinen Kabine.

Am nächsten Morgen brechen wir zu den Höhlen im Nordwesten auf und treffen am frühen Nachmittag dort ein. Es regnet immer noch die ganze Zeit und die Luft riecht gleichzeitig nach Verbranntem und Regen. Wir queren mehrere Wildspuren, finden aber kein jagdbares Wild. Die Höhlen sind unbewohnt und in den meisten befinden sich krude Kultstätten der indigenen Rasse dieses Planeten. Etwas von dem Tand könnte einem Sammler sogar was Wert sein. Am interessantesten ist eine kleine Höhle abseits, die mit einer Sprengfalle gesichert ist. Wir entschärften sie und finden eine skelettierte menschliche Leiche auf den Überresten eines Feldbett, die schon viele Jahre tot sein dürfte. Auf einer der Höhlenwände befindet sich eine Karte der umliegenden Gegend, wo ein Bereich im Westen am Rande des Sumpfes deutlich markiert ist. Da ist entweder etwas gefährliches oder interessantes.

Es gibt ein paar Unterlagen über die Verwendung heimischer Kräuter für verschiedene Zwecke, darunter ein Heilverband und einen Filter für Wasser aus einer Art Gras, dass hier wächst. Mit Hilfe dieses neuen Filters gelingt es Shaka die Wasserreinigung deutlich zu vereinfachen und die Ausbeute massiv zu steigern. Mit Lyn jage ich derweil Kleinvieh und laufen beinahe in ein Rancorrudel, geführt von einem riesigen Alphamännchen, dass über zehn Meter groß sein dürfte. Zum Glück sehen sie uns nicht. Zwischendurch hört es mal auf zu regnen. Für ein paar Stunden werden wir nicht durchnässt. Allerdings setzt später der Regen wieder ein.

"Wahrscheinlich war das der Sommer", unkt Lyn in einem Anfall von Galgenhumor und hat wohl damit gar nicht so unrecht. Auf alle Fälle beginne ich ungesunden Hass auf das Wetter hier zu entwickeln. Ich hänge zwar jeden Abend meine Kleidung zum trocknen auf, aber wirklich trocken wird sie eben nicht. Das ist alles nicht gesund und wird uns alle lebenden über kurz oder lang gesundheitlich beeinträchtigen. Diese Nacht schlafe ich komplett durch und kann mich am nächsten Morgen an keinen einzigen Traum erinnern.

Heute beziehen wir ein Zwischenlager in der Höhle, da wir von dort aus  vorhaben, den markierten Ort auf der Karte zu erreichen, was mit innerhalb eines Tages nicht möglich sein dürfte. Während Scav und Shaka, dass S-Team sozusagen, die Höhle wohnlicher machen und frisches Wasser gewinnen, geht das L-Team, bestehend aus Lyn und mir auf die Jagd. Schließlich hören wir die herzzerreißenden Schreie eines Jungtieres, eines ganz kleinen Rancor, der im Zentrum einer Lichtung hockt und aus Leibeskräften brüllt. Wir beobachten aus sicherer Entfernung den kleinen Racker. Er scheint keine äußere Verletzung zu haben. Hat das Rudel ihn zurück gelassen? Oder ist das eine Art von primitiver Falle.

"Du glaubst doch nicht wirklich, dass Rancor in der Lage sind, eine Falle mit einem Köder zu kreieren!", wirft Lyn meine Bedenken über den Haufen.

"Doch genau das glaube ich. Ich habe auf alle Fälle ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache", erwidere ich leise, auf meine Instinkte vertrauend. An dieser Szene stimmt was nicht und ich kann die Falle förmlich spüren.

"Das sind Tiere!", macht die orangene Twi´lek mich etwas ungehalten auf diese offensichtliche Tatsache aufmerksam.

"Nur weil sie riesig sind, müssen sie nicht dumm sein. Bewerte nie jemanden nach seiner Größe. Nur weil ein Wesen zehn Meter hoch ist, kann es trotzdem raffiniert handeln", erwidere ich meinen Instinkten vertrauend. Lyn will es genauer wissen und arbeitet sich nun doch etwas unsicher wegen meinen Worten äußerst vorsichtig in einem weiten Bogen an den jungen Rancor heran. Schließlich kommt sie geduckt schleichend zurück und meint: "Du hast Recht, da hinten lauert im Dickicht wirklich mindestens ein Rancor auf Beute."

Nach dem das nun geklärt ist, können wir uns ganz leise zurück ziehen und finden noch Beute, mit der wir auch fertig werden können. Das Fleisch von diesen Tieren schmeckt deutlich besser. Nach Einbruch der Dunkelheit beziehen wir Lager in der Höhle und Scav, der als Droide keinen Schlaf braucht, bewacht den Eingang. Ich schlafe nicht gut, weil mich immer wieder ungewohnte Geräusche aus den nahegelegenen Wald aus dem Schlaf reißen.

Nakagos wirre Gedanken

Das mit dem Rancorhinterhalt fand ich vom SL ziemlich kritisch. Ein ausgewachsener Rancor ist mit Handfeuerwaffen nicht klein zu bekommen. Wären wir tatsächlich in die Falle getappt, hätte nur noch ein wirklich schnelles wegrennen und versteckten helfen können. Ein versauter Wurf und ein SC wäre tot gewesen. Wahrscheinlich Lyn, da Lyra durch Athletik 1 und Stärke 3 theoretisch schneller rennen kann als Lyn mit Stärke 1.

In dem Kapitel passiert relativ wenig, da wir jedem Kampf erfolgreich ausgewichen sind. Aber es geht voran und die folgenden Kapitel sind schon etwas actionreicher.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 09. September 2018, 17:11:59
Dorn

Am nächsten Morgen brechen wir bei Tagesanbruch auf. Das Wetter klart zwar nicht auf, aber der Regen bleibt aus. Glück für uns, da wir so etwas besser über einen Höhenzug kommen. Am späten Nachmittag erreichen wir den auf der Karte markierten Punkt. Es handelt sich um ein Zikkurat, dass mich schon ziemlich an die Anlagen von Yavin IV erinnert. Am Fuß der Stufenpyramiden befindet sich ein imperiales Lager oder besser gesagt, was davon übrig ist, da es hier zu einem Kampf gekommen ist. Zwei Raumschiffe sind hier abgestürzt, ein TIE-Fighter und ein Lambda Klasse Shuttle. Der Jäger ist in die Pyramide gekracht, das Shuttle ist im Wald abgestürzt. Indigene Bewohner oder Imperiale sind keine zu sehen. Alles was wir sehen, lässt darauf schließen, dass der Kampf schon viele Monate, vielleicht sogar über ein Jahr her ist.

Wir rücken trotzdem behutsam in geduckter Pirschhaltung auf das Shuttle vor, dass noch in einem recht guten Zustand ist. Allerdings ist die Hülle zerborsten und nicht mehr zu reparieren. Dafür ist der Astronavigationscomputer in Ordnung. Uns gelingt es, diesen funktionsfähig zu bergen. Auch bekommen wir wichtige Ersatzteile für die Treibstoffleitungen. Zusätzlich befinden sich im Wrack drei Leichen von Sturmtrupplern, leider ohne brauchbare Ausrüstung. Alles in allem entdecken wir wichtige Teile und zum ersten mal keimt in mir wirklich die Hoffnung auf, mit dem E9 diesen Planeten verlassen zu können. Wenn es uns gelingt, den Astronavigationscomputer einzubauen und zum laufen zu bringen, haben wir eine wichtige Voraussetzung für eine Rettung aus eigener Kraft erfüllt.

Anschließend durchqueren wir das verlassene imperiale Lager, dass offenbar mithilfe eines Orbitalen Bombardements zerstört wurde. Jedenfalls lassen einige eindeutige Spuren diesen Schluss zu. Wer das war und warum, können wir nur spekulieren. Möglicherweise haben die Gamorraner oder ihre Hintermänner zugriff auf stark bewaffnete Raumschiffe. Da der Nebel für Piraten berüchtigt ist, liegt es auf der Hand, dass eine Bande von denen für diesen Angriff verantwortlich sein könnte.

Wie auch immer, wir erreichen nach etwas klettern das Wrack des Jägers. Leider ist dieser sehr stark beschädigt und der Versuch, Material zu bergen, löst eine Explosion aus. Splitter und Trümmerstücke regnen auf uns herab, aber zum Glück wird niemand verletzt. Allerdings war die Explosion sicherlich weithin zu hören. Trotzdem schauen wir uns erst mal weiter das Lager an. Die meisten Strukturen sind zu zerstört, um damit noch was anfangen zu können. Aber zwei feste Gebäude sind noch halbwegs intakt. Eines davon hat einen Keller mit einem Panzerschott aus Durastahl, dass wir nicht so einfach aufbekommen. Nach etwas suchen finden wir eine Kiste mit Sprengladungen und zünden zwei an der Tür, welche so aus ihrer Verankerung gerissen wird. Im Innern finden wir einen Mon Calamari oder besser gesagt seine Leiche. Aus herumliegenden Unterlagen und einer Aufnahme auf einem Speicherchip geht hervor, dass die Imperialen hier Cyberkristalle gesucht haben. Die Eingeborenen haben diese gesammelt und in diesem Tempel als Artefakte ihrer Götter angebetet. Allerdings hat der Wissenschaftler diese vernichtet, bevor sie Unheil anrichten konnten. Der Leiter dieser Mission war der uns schon bekannte Wissenschaftler Gene Lernan, den wir gefangen genommen hatten. Aber sein jetziger Verbleib ist unbekannt, da wir ihn in eine der Kapseln gesteckt hatten. Tja, die Spur ist wohl wortwörtlich kalt.

Draußen vor dem Haus greifen uns unvermittelt sechs aufrecht gehende Echsen mit Speeren an, zwei der grüne Eingeborene werfen Töpfe mit einem stinkenden Rauch auf uns. Sofort ziehen wir uns in das Gebäude zurück, aus dem wir gerade gekommen sind. Ich schieße einen nieder und gehe im Rauch am Türrahmen in Deckung. Leider unterschätze ich die desorientierende Wirkung des berauschenden Zeugs, was ich da einatme. Ich töte einen zweiten, während ich in den Raum torkelnd zurückweiche und gegen die desorientierende Auswirkungen von dem Rauch ankämpfe. Die vier Überlebenden dringen unverzagt in das Gebäude ein und einer schickt Lyn zu Boden. Ich bin nicht sicher, ob sie noch lebt oder tot ist. Auf alle Fälle erledige ich ihren Angreifer, zwar leider zu spät, aber wenigstens habe ich dadurch Lyn blutig gerächt. Es gibt ein kurzes heftiges Gefecht und wir bleiben als Sieger zurück, während alle Echsen sterben. Einen Moment später ist klar, Lyn ist der Macht sei Dank nur bewusstlos, wenn auch schwer verletzt. Da fällt mir ein Stein vom Herzen, da ich mir doch große Sorgen um unsere Pilotin gemacht habe. Inzwischen sind auch die Auswirkungen dieses seltsamen Rauches abgeklungen. Wir verarzten die orangene Twi´lek so gut es geht. Schließlich kommt die Pilotin wieder zu sich. Schwach, aber halbwegs einsatzfähig ist Lyn wieder einigermaßen auf dem Damm. Nach kurzer Beratung beschließen wir, weiter zu machen und uns nicht sofort zurück zu ziehen, da wir unsere maximale Transportkapazität noch nicht erreicht haben.

Nun untersuchen wir vorsichtig die Pyramide, die hier einen unterirdischen Eingang hat. Die Imperialen haben einen Stollen gegraben und im Innern des Schachts finden wir noch genug verwertbares Material, um unseren Reaktor wieder flott zu kriegen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung.Nach kurzer Diskussion beschließen wir nun den geordneten Rückzug, da dies vielleicht nur eine Vorhut oder Spähtrupp einer größeren Streitmacht war. Wir haben keine Ahnung, wie viele Krieger dieses primitive Volk mobilisieren kann. Auch können wir momentan nicht mehr mit uns herum schleppen.

Wir brechen unverzüglich auf und machen genug Strecke, um bei Anbruch der Nacht wieder in der Höhle zu sein. Immer wieder haben wir Inne gehalten und nach möglichen Verfolgern gespäht. Auch haben wir versucht, an Stellen wo es möglich war, unsere Spuren zu verwischen. Ob das wirklich reichen wird, einen motivierten und kompetenten Verfolger abzuschütteln weiß ich nicht.

Ohne Zwischenfall erreichen wir die Höhle und bereiten die Verteidigung dieser vor. Nach einer kurzen und ereignislosen Nacht kehren wir ins Schiff zurück. Entweder hat uns niemand verfolgt oder wir konnten die Echsen abschütteln. Scav beginnt mit den notwendigen Reparaturen und ihm gelingt es als erstes, RD 79 wieder flott zu bekommen, so dass Scav nun kompetente Hilfe beim reparieren hat. Lyn und ich übernehmen es wieder, auf die Jagd nach Kleinwild zu gehen. Während der Jagd gelingt es uns ein paar heilende Kräuter zu sammeln, was uns hilft, einige Wundumschläge herzustellen. Die könnten sich noch als äußerst nützlich erweisen. Auf indigene Echsen treffen wir nicht.

Auch die nächsten Tage vergehen mit der täglichen Beschaffung von Nahrung und Reparaturarbeiten. Da wir keinen ungebetenen Besuch in Form einer Horde wütender Echsen erhalten, scheinen wir uns erfolgreich abgesetzt zu haben. Schließlich ist es an der Zeit, den Reaktor an die Treibstoffbehälter anzuschließen und wieder in Gang zu bringen. Flackernd erwachen die Lichter und die Schotts funktionieren wieder. In einem kurzen Moment des Jubels liegen wir uns in den Armen. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, von hier irgendwann verschwinden zu können. Was danach kommt, wird sich noch zeigen. Ein Problem nach dem anderen.

Nun kommen wir in weitere Bereiche des Schiffes, die bisher verschlossen gewesen waren. Leider findet sich nichts weiter brauchbares bis auf den Inhalt eines Geheimverstecks, dass Lyn entdeckt. Darin befinden sich die Eigentumsdokumente der "Vanguard" und ein Chip mit einigen Hyperraumrouten. Allerdings können wir nun den Astronavigationscomputer einbauen. Endlich haben wir wieder Energie. Und damit hat jeder wieder voll funktionsfähige Waffen. Das erhöht unsere Chancen deutlich, falls die Echsen doch noch für ihre Toten Rache nehmen wollen.

Wir bergen nun verschiedene leere Rettungskapseln und schlachten sie aus, was allerdings nicht sehr ergiebig ist. Nach längeren Diskussionen wagen wir uns nun an den neuen, vollautomatischen Wachturm im Süden, der auf der Spitze einer felsigen Anhöhe steht und von zwei ausfahrbaren Geschützen gesichert wird. Die Annäherung ist nicht einfach, aber mir gelingt es eine Route im toten Winkel der Türme zu finden und unentdeckt zum Turm zu gelangen. Die Kletterei dabei ist körperlich sehr fordernd, besonders da es wieder stetig regnet und bringt besonders die Twi´leks am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Lyn ist inzwischen von ihren Verletzungen genesen.

Scav gelingt es, dass System darin zu hacken und erlangen so weitere Informationen. Wir können die Notsignale von vier weiteren Kapseln orten. Auch erhalten wir nun eine detaillierte Übersichtskarte der Minenanlage. Es gibt eine Dammanlage, um ein Delta trocken zu legen, um dort Tagebau betreiben zu können. Es gibt eine aufgegebene Siedlung samt Posten am Rand des Sumpfes im Südwesten. Eine Landefeld im Zentrum, einen weiteren Turm im Südwesten und eine Bunkeranlage Nordwestlich des Landefelds. Auch erfahren wir etwas über die Struktur der Gamorraner, die wohl von zwei Brüdern angeführt werden. Der ältere Daraka scheint den jüngeren Arok zu unterdrücken, welcher einen Außenposten beim Damm besetzt hält und der Jüngere beschwert sich andauernd über den Älteren bei der Suul-Tanca Corporation, welche Hauptsächlich das hier abgebaute Erz aufkauft. Was diese wiederum nicht wirklich tangiert. Diese Suul-Tanca Corporation hatte auch die Sonnenmine betrieben. Offensichtlich sind die in der Sperrzone sehr aktiv.

Wir zapfen die Kommunikation an und versuchen so heraus zu finden, mit wem wir es überhaupt genau zu tun haben. Auf alle Fälle sind immer fünf Patrouillen unterwegs. Ob die alle Fahrzeuge haben, ist anfangs nicht sicher, aber drei sind definitiv motorisiert. Wahrscheinlich verfügen sie über weitere Fahrzeuge. Es sind mindestens fünfzig Söldner in dieser Mine stationiert. Unsere Schätzungen sind nur grob, aber ich denke, es dürften insgesamt so etwa achtzig bis hundert sein. Einen offenen Konflikt sollten wir also so lange wie möglich verzögern. Wir ziehen in Betracht, uns mit den Gamorranern zu einigen, aber da sie schon bei der ersten Sichtung unprovoziert auf mich geschossen habe, denke ich nicht, dass ein weiterer Versuch ein anderes Resultat zu Tage fördern wird. Um auch weiter den feindlichen Funk abhören zu können, programmieren wir die Software des Turms entsprechend um, lassen ihn aber ansonsten unbeschädigt. Unentdeckt ziehen wir uns zurück und kommen unbeschadet zu unserer Basis zurück.

Am Abend halten wir im Aufenthaltsraum des Schiffes eine Strategiebesprechung ab. Nach etwas hin und her setze ich mich mit meinem Vorschlag durch, den zerstörten Imperialen Außenposten ein weiteres mal aufzusuchen und dort Rüstungen und Waffen einzusammeln. Damit können wir dann weitere Überlebende ausrüsten, die wir in den Kapseln finden könnten, die in der Nähe herunter gegangen sind. Das würde unsere Kampfkraft durchaus erhöhen. Es ist natürlich nicht ohne Risiko, da dort Echsen in der Hoffnung auf Rache auf unsere mögliche Rückkehr lauern könnten. Aber wir haben jetzt alle wieder funktionsfähige Blaster.

Nakagos wirre Gedanken

Die Echsen habe ich im ersten Moment deutlich unterschätzt. Da ist wohl etwas corellianische Arroganz im Spiel gewesen. :D  Zum Glück ist keiner beim Kampf von uns drauf gegangen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 11. September 2018, 17:17:30
Esk

Am nächsten Tag brechen wir ein weiteres mal zum Zikkurat auf und kommen im Dauerregen ohne Zwischenfälle dort an. Wir gehen in einer erhöhten Position in Stellung und beobachten von dort das Lager. Von indigenen Echsen oder Gamorranern keine Spur. Vorsichtig rücken wir vor und stellen fest, dass wir definitiv alleine sind. Trotzdem bergen wir in gebotener Eile dort die übrige Ausrüstung, die wir letztes mal nicht mitnehmen konnten. Wir haben Ausrüstung nun für bis zu sechs weiteren Männern, ein paar Handgranaten und Richtladungen. Immerhin ein Anfang. Wir sind nun seit zwei Wochen auf dieser Welt gestrandet und unsere Situation hat sich inzwischen deutlich gebessert. Der Macht sei Dank haben uns keine Echsen aufgelauert und kommen unbehelligt zum Schiff zurück.

Als wir uns auf dem Weg machen, das erste lokalisierte Notsignal zu orten, kreuzen wir ein weiteres mal das Rancorrudel. Gerade so können wir uns verstecken. Im nassen Schlamm zu liegen macht wirklich keinen Spaß, aber die Rancore entdecken uns nicht und scheinen gerade mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Der Anführer wird von einem etwas anderen Exemplar heraus gefordert und ein episches Gefecht entbrennt um die Führung des Rudels zwischen den beiden riesigen Raubtieren. Der Boden bebt als schließlich das größere und ältere Exemplar den Herausforderer buchstäblich in den Boden rammt und ihn letztendlich tötet. Er beißt ein Stück aus seinem unterlegenen Kontrahenten heraus und brüllt seinen Triumph hinaus. Danach tut sich das Rudel an dem unterlegenen gütlich. Es hat schon beinahe etwas rituelles, als jedes Exemplar ein Stück aus dem Leichnam herausbeißt. Trotzdem bleibt nach diesem kannibalischen Akt noch einiges übrig, als das Rancorrudel weiterzieht. Aber auch andere Kreaturen waren Zeugen dieses Kampfes und wollen sich ihren Anteil sicher. Drei echsenartige Kreaturen mit Haut bespannen Flügeln stürzen sich auf den Kadaver.

Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Mit unserer überlegenen Feuerkraft töten wir  zwei Aasfresser, schlagen einen weiteren in die Flucht und beanspruchen den Kadaver erst einmal für uns. Wir können so einige Vorräte ergattern, welche für über eine Woche reichen sollten. Schwer bepackt machen wir uns auf dem Rückweg und lagern das Fleisch in der Kühlkammer des Schiffes ein. Auch nehmen wir Krallen und Zähne des Rancor mit, die doch für manche Sammler einiges Wert sind.

Am nächsten Tag starten wir erneut zum ersten Notsignal und finden am Rande eines angeschwollenen Bachs eine noch geschlossene Kapsel. Daraus befreien wir mit etwas Mühe den Hapaner Ednar, der zum Glück noch lebt. Damit wäre unser ursprüngliches Team wohl wieder komplett. Der arme Kerl ist genau so wie wir am Anfang total durch den Wind und braucht etwas Zeit, sich wieder in der realen Welt zurecht zu finden. Ich frage mich, wo die Kapsel von Gene Lernan wohl steckt. Er hatte etwas Vorsprung, also muss sein Kapsel, vorausgesetzt alle hatten auch die gleiche Geschwindigkeit, vor uns auf Anduras I getroffen sein. Also müsste die Kapsel irgendwo hier aufgeschlagen sein und zwar in einer Zone, gegensätzlich zur Rotation. Ich versuche mit Scavs Hilfe einen möglichen Landeort zu berechnen. Aber man sieht ja schon an Ednas Kapsel, der exakt zur gleichen Zeit gestartet ist, es eine deutliche Streuung gibt. Auch ist es gut möglich, dass seine Kapsel beim Eintritt in die Atmosphäre schlicht verglüht ist. Oder sie ist in einem Gewässer gelandet. Oder beim Aufschlag zerschellt. Oder ein Rancor hat die Kapsel für Essen in  Dosen gehalten und ihn einfach gefressen. Oder sie ist immer noch im Raum. Oder sie ist schon an der Minenstation von überlebenden Mitgliedern der Mission geborgen worden. Oder er ist im Gebiet der Gamorraner gelandet, hat mit ihnen einen Deal gemacht und ist schon längst auf einem anderen Planeten. Aber noch haben wir ja weitere Notsignale und vielleicht ist eine dieser Kapseln die von Gene Lernan. Wäre bitter, wenn unsere Mission komplett fehlgeschlagen wäre, nachdem dabei die komplette Minenstation zerstört worden ist.

Nachdem wir diese Kapsel ausgeschlachtet haben, machen wir uns auf den Weg zum nächsten Notsignal. Wir erreichen einen Bereich, der wie ein gigantisches Nest wirkt. Als hätte ein riesiger Vogel aus Bäumen statt Ästchen eine Brutstätte gebaut. Es ist nicht sicher, ob dies nun das Werk der Echsen ist oder irgend einer anderen uns unbekannten Kreatur. Könnte durchaus sein, dass wir das Nest von einem der Raubtiere gefunden haben, welche einen Rancor erlegen können.

Mit feuerbereiten Waffen rücken wir auf die krude Konstruktion vor, auf das schlimmste vorbereitet. Und schließlich werden wir auch angegriffen. Allerdings nicht von einem riesigen Vogel, indigenen Echsen oder gewaltigen Monster, sondern von spinnenartigen Kreaturen von der Größe eines Massiff und davon nicht wenige. Die sind zu schnell und zu nah, um jetzt noch von ihnen davon rennen zu können.

"Granaten!", dass ist unsere einzige Möglichkeit, mit diesem zahlenmäßigen Gegner schnell fertig zu werden. Wie gut, dass die Imperialen so Nett waren, uns ein paar in ihrem Camp zu hinterlassen. Das rettet uns nun wohl das Leben. Wir lassen unsere Granaten regnen. Der Pulk ist so groß und zahlreich, dass es schier unmöglich ist, daneben zu werfen. Explosionen zerreißen die angreifenden Spinnenkreaturen und beschädigen die Struktur des Nestes massiv, welches schließlich zusammenstürzt. Dabei kommt nicht nur die Rettungskapsel zum Vorschein, sondern auch eine riesige Spinne, die am Unterleib einen halbdurchsichtigen Sack mit sich herumträgt. Lyn versucht der Kreatur eine Granate ins Maul zu werfen. Leider geht ihr ambitioniertere Wurf fehl, aber die Granate kullert unter die Kreatur. Die Detonation reist den Sack mit den halb ausgebrüteten Spinnen ab und scheint die Königin damit letal zu verwunden. Wild schlagen ihre Extremitäten um sich, während sie sich in Agonie auf dem Boden windet. Ein Schwarm kleiner Spinnen kommt panisch auf uns zu gekrabbelt und rennt über uns hinweg ins Unterholz. Das ist wirklich eklig und ich muss mich zusammenreißen, um nicht einfach sinnlos in diesen Pulk kleiner Spinnen zu feuern. Aber der Spuk geht vorüber und die Spinne hört auf zu zucken. Scheint so, als wäre die tot. Ich schieße zweimal auf den mutmaßlichen Kadaver um sicher zu gehen. Offensichtlich ist die Spinne wirklich tot und tut nicht nur so. Wir bergen nun endlich die Kapsel und machen das wir diesen Ort so schnell wie möglich verlassen. 

Nachdem wir etwas Abstand gewonnen haben, öffnen wir die Kapsel und retten so einen der Arbeiter von der Solarmine. Der erklärt sich bereit, uns zu helfen. Ist ja auch nicht so, dass er viele Alternativen hätte. Auch dies ist nicht Gene Lernan, aber noch haben wir ja weitere Notsignale und die Hoffnung, dass eine davon den Wissenschaftler der Tarkin Initiative enthält, bekämpft erfolgreich meine aufkommende Frustration. Wir bergen weitere Ersatzteile und marschieren zurück zum Schiff. Langsam aber sicher geht es voran. Nun versuchen wir die Sensoren wieder in Gang zu bringen, um nicht mehr blind zu sein. Allerdings fehlen dazu uns immer noch einiges an passenden Teilen.

Am nächsten Tag marschieren wir zur Postion von Notsignal Nummer drei. An der Position finden wir aber nur Schleifspuren durch den Schlamm, die wir folgen. Schließlich führt die Spur uns zu einem Überhang, wo wir nicht nur die Kapsel finden, sondern auch eine Leiche eines Mannes. Nach dessen Untersuchung wird klar, dass dies mal der Sarge war. Es ist nicht ganz klar, was oder wer ihn getötet hat. Am Bein hat er eine oberflächliche Bisswunde, könnte Gift gewesen sein. Lange tot ist er noch nicht. Ich fühle durchaus Trauer und Bedauern über das Ableben eines Kameraden.

Wir sichten seine Ausrüstung, finden ein Datapad mit einer guten Karte der Umgebung, Konzentrationsnahrung aus hapanischer Produktion, Credits verschiedener Währung, ein Funkgerät, wie es die Gamorraner verwenden und die Kapsel hat eine Antigravklammer, was uns in Zukunft noch gute Dienste leisten wird. Wir retten aus der Rettungskapsel einen weiteren Arbeiter, der sich uns ebenfalls anschließt. In der Nähe heben wir eine Grube aus und bestatten den Soldaten. Möge der verdiente Veteran des Bürgerkrieges nun eins mit der Macht sein. Ich spreche ein paar Worte, da ich den alten Haudegen doch irgendwie gern gehabt habe.

Da wir noch genug Zeit haben, suchen wir noch das letzte uns bekannte Notsignal und finden dies schließlich in einer Schlucht. Dort wachsen viele Pilze und ich will da nicht in eine Sporenwolke hinein. Also klettert Scav allein in die Schlucht und wuchtet schließlich eine Kapsel hinaus. Darin finden wir einen weiteren Kameraden vom Schiff, der uns nun zurück begleitet. Wir haben nun vier Esser mehr und deswegen ernennen wir den Rebellen zu einem weiteren Jäger, da vier zusätzliche Esser unsere Vorräte schnell schrumpfen lassen werden. Ich versuche die ganze Zeit meine Frustration darüber nicht anmerken zu lassen, dass keine der Notsignale die Kapsel von Gene Lernan war. Ihn zu finden wäre ein netter Bonus gewesen. Mir bleibt nun nichts anderes übrig als zu akzeptieren, dass wir momentan keine Möglichkeit haben, ihn zu finden. Wenn das Schiff wieder Flugfähig ist, können wir vielleicht weitere Kapseln aufspüren. Aber die Hoffnung darauf ist doch eher minimal.

Am nächsten Tag zeigen wir ihm unsere Plätze, wo es Beute gibt. Wir beschließen nun, da wir detailliertes Kartenmaterial haben, zu einem aufgegebenen Crawler im südwestlichen Sumpf vorzurücken. Mit etwas Glück finden wir dort vielleicht noch weitere Ersatzteile, ohne dabei einen Konflikt mit den Gamorranern heraufzubeschwören. Der Weg ist lang und anstrengend. Die Position ist zu weit entfernt, um sie an einem Tag zu erreichen und am Abend beziehen wir ein primitives Lager am Rand des Sumpfs. Aus Schilf bauen wir uns Dächer, so dass wir nicht permanent dem Regen ausgesetzt sind. Die Nacht verläuft ruhig und am nächsten Tag bauen wir ein Floß mit einem Geflecht aus Schilf zum Schutz von Wurfspeeren, da wir damit rechnen, dass wir unterwegs oder auf dem Fahrzeug auf Eingeborenen treffen werden. Mit Hilfe von Stangen staksen wir das Floß durch den Sumpf und erreichen den fest steckenden Crawler, der in der Tat von Eingeborenen besetzt ist.

Der Crawler ist schon zur Hälfte eingesunken und die Witterung hat deutlich ihre Spuren hinterlassen. Es handelt sich dabei um das Standardmodell der Corellianischen Minengesellschaft, welches auch von vielen anderen Konzernen im Laufe der Jahrtausende verwendet wurde. Offensichtlich hat dieses Modell einen Weg in die Sperrzone gefunden. So geländegängig das Kettenfahrzeug auch ist, damit in einen Sumpf zu fahren ist keine gute Idee, wie man hier sehr gut erkennen kann.

Shaka versucht die Sache friedlich zu lösen, wie schon erwähnt, sie redet gerne. Aber wenn kein Verhandlungspartner den anderen versteht, ist eine verbale Lösung eigentlich von vorne herein schier unmöglich. Es kommt nach dem wenig überraschenden scheitern der Verhandlung zu einem kurzen Feuergefecht mit der kleinen Gruppe, bestehend aus einem Häuptling und vier Untergebenen, dann sind die Echsen tot oder in die Flucht geschlagen. Allerdings bleibt unser Gefecht nicht unbeobachtet und wir fangen einen Funkspruch ab, dessen Inhalt es ist, dass ein Schiff bemannt und zu unserer Position geschickt werden soll. Also beeilen wir uns und entern den aufgegeben Crawler, der aus irgend einem Grund wohl nun ein heiliger Ort der indigenen Echsenbevölkerung ist. Überraschenderweise steht der Innenraum nicht unter Wasser, als wir in die tiefen des Gefährt vorzustoßen. Auf alle Fälle finden wir im Maschinenraum einen intakten Phasenumwandler und bergen diesen. Auch finden wir einiges an Material. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.

Ungestört evakuieren wir mit dem voll beladenen Floss und staksen zurück zum Ufer. Wir entladen es und schlagen uns wieder in den verkohlten Wald. Wir machen gut Strecke, aber müssen trotzdem in der Nacht uns einen Platz zum ausruhen suchen. Leider finden wir keine geschützte Stelle und es regnet die ganze Nacht über. Der Morgen ist kalt und der Regen geht eine Zeitlang in Schnee über. Das hebt nicht gerade unsere Stimmung. Lyn erwischt hier eine schlimme Erkältung.

Erschöpft, durchnässt und verfroren erreichen wir unser Schiff. Lyn geht es schlechter und ich versuche vergeblich eine Medizin aufgrund der hier vorkommenden Kräuter und den Unterlagen des Höhlenbewohners zu brauen. Mir fehlt es einfach an dem nötigen Wissen. Unserer Gruppe fehlt definitiv ein Arzt oder ein richtiges Medkit. Leider hat Shaka nur ein Notfallmedkit und ich hatte nur Stimpatches dabei. Scav baut den Phasenumwandler ein und bringt die Sensoren zum laufen. Wir haben noch Material übrig und es gibt eine lebhafte Diskussion darüber, ob wir die Teile dazu verwenden sollen, unser Schiff zum Teil startklar zu bekommen oder lieber das obere Geschütz wieder instand zu setzen.

Mein Instinkt sagt mir, dass es besser wäre, sich darauf zu konzentrieren, dass Schiff startklar zu bekommen. Je schneller wir von hier wegkommen, desto besser. Besonders Lyn ist aber dafür, lieber zuerst das Geschütz zu reparieren, um einen möglichen Gegenangriff der Gamorraner abzuwehren. Diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen und wir haben nicht viele Gegenmittel gegen gepanzerte Fahrzeuge. Wir haben zwar Richtladungen und Sprengfallen, aber das eine verlangt, dass ich sie am Fahrzeug anbringe, während Sprengfallen voraussetzen, dass wir wissen, wo das zu zerstörende Fahrzeug entlang fahren wird. Beides sind sehr gefährliche oder äußerst unsichere Faktoren. Letztendlich entscheiden wir uns mehrheitlich dafür, das Geschütz klar zu bekommen, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Nun gut, dann soll es so sein. Ich habe zwar kein gutes Gefühl bei der Sache, aber es gibt durchaus sinnige Argumente, die sehr wohl für eine Instandsetzung des primären Waffensystems des Raumschiffes sprechen.

Nakagos wirre Gedanken

Die Suche nach Gene Lernan ist momentan wohl leider fehlgeschlagen. Es gab zwei kleine Gefechte, die wir Dank überlegener Feuerkraft und Granaten klar für uns entscheiden konnten.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 13. September 2018, 17:00:16
Forn

Am nächsten Tag fangen wir über Funk die Nachricht ab, dass der Anführer der Gamorraner, Daraka versucht, eine Kampfpatrouille für unseres Operationsgebiet zu organisieren. Jedenfalls gibt es ein ziemlich regen Funkverkehr unter seinen Untergebenen, die krampfhaft versuchen, nicht dabei sein zu müssen. Unser Gebiet gilt bei denen als Rancorverseucht, was durchaus den Tatsachen entspricht und es hat wohl in der Vergangenheit nicht gut geendet, hier herum zu fahren. Deswegen wurde wohl auch der alte Turm aufgegeben.

Auf alle Fälle läuft uns nun die Zeit davon und es war wohl keine schlechte Idee, das Geschütz zu reparieren. Trotzdem wollen wir die Söldner nicht in die Nähe unseres Schiffes lassen. Wir durchdenken mehrere mögliche Szenarien, die wir mit unseren Möglichkeiten bewältigen können. Es gibt einige Phantastereien, besonders von Lyn, die krampfhaft überlegt, wie wir das Rancorrudel auf unsere Gegner hetzen können. Shaka fabuliert davon, einen Arbeiteraufstand auszulösen, was genau so weltfremd ist. Beides liegt außerhalb unserer Möglichkeiten.

Letztendlich beschließen wir, den neuen Sendeturm zu besetzen, die Geschütze zu übernehmen, eine Fehlfunktion vorzutäuschen und eine Patrouille mit Gleiter anzulocken. Diese nieder zu kämpfen und dann alles zu plündern, was wir mit dem erbeuteten Gleiter transportieren können. Mit etwas Glück erbeuten wir den dringend notwendigen Kernstabilisator und genug Zeug, um diese Kiste in den Raum zu bekommen. Das Szenario hat den Vorteil, dass wir Ort und Zeit des Kampfes bestimmen können. Auch schalten wir so die Geschützstellung aus, die sonst durchaus in der Lage gewesen wäre, uns unter Feuer zu nehmen. Auch kommen wir so dem Gegner zuvor und nehmen ihm eventuell die Lust, weitere Patrouillen auszuschicken. Die hier ansässigen Gamorraner scheinen die Zielsetzung zu haben, mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen, ohne dabei ihren Hals zu riskieren. Der Nachteil des Planes ist ganz klar, dass wir damit den Krieg endgültig in die heiße Phase überleiten. Bis jetzt haben wir die Gamorraner nicht wirklich gestört. Aber wenn wir anfangen, ihre Leute zu töten, könnte sie das durchaus motivieren, uns wirklich auslöschen zu wollen. Aber die Vorteile liegen für mich ganz klar auf der Hand, dass wir die Initiative gewinnen und eventuell danach in der Lage sind, von hier zu verschwinden, bis die Gamorraner den Mut gefunden haben, uns am Schiff anzugreifen.

Vier Wochen sind wir nun hier, als wir am nächsten Morgen aufbrechen, um unseren wagemutigen Plan umzusetzen. Ausnahmsweise regnet es mal nicht und für einige Momente bricht sogar die Sonne schwach durch die Wolkendecke. Nicht das es einen großen Unterschied macht, aber allein schon die Anwesenheit von Licht scheint uns zu wärmen. Trotzdem gibt uns das Mut und Zuversicht, als wir in Richtung Turm marschieren. Nach einer weiteren Partie Kletterei erreichen wir den Turm auf dem Felsgipfel und es beginnt wieder stark zu regnen. Wir bereiten alles vor, wie das hacken der Geschütztürme und sorgen für eine Fehlfunktion der Anlage. Schon bald hören wir über deren Comlink, wie ein Reparaturtrupp losgeschickt wird. Ich hoffe nur, wir machen das Richtige. Ein nicht unerheblicher Teil meines Lebens war ich Soldat bei der Allianz gewesen. Bis jetzt habe ich jedes Gefecht überlebt, auch wenn es manchmal verdammt knapp gewesen war, wie auf Hoth.

Wie auch immer, wir bereiten nun den Hinterhalt vor und gehen in Stellung. Ausnahmsweise schlägt Shaka mal nicht vor, zuerst verhandeln zu wollen, was in der Situation durchaus eine Option gewesen wäre. Ich suche mir eine erhöhte Postion und tarne mich so gut es geht. Es dauert nicht lange, da kommt ein Schweber angeflogen. Das Grundmodell des Lastengleiters ist beim besten willen nicht mehr zu erkennen. Äußerst unfachmännisch hat jemand dicke Panzerplatten aus Durastahl, dass aussieht, als hätte jemand diese einfach von zu verschrottenden Schiffen heruntergebrochen, darauf genietet. Das sieht wirklich äußerst krude aus.  Der schwer gepanzerte Gleiter landet nun direkt vor dem Turm und damit vor einem der Geschütze, das Scav sogleich ausfährt. Die erste Salve lässt den Schweber schräg zu Boden krachen, da er wohl einen Repulsorliftantrieb getroffen hat. Damit wäre der Part fehlgeschlagen, den Gleiter flugfähig zu erbeuten.

An Bord befinden sich vier schwer bewaffnete Menschen und genau so viele Gamorraner. Einer der Gamorraner trägt eine schwere Gefechtsrüstung aus massiven Panzerplatten und hat ein DLT 19 in den Händen. Der ist mein primäres Ziel und ich visiere ihn an. Sorgfältig ziele ich und schieße. Der Strahl aus ionisiertem Tibanagas fährt in seinen Unterleib und durchschlägt die Rüstung. Obwohl diese Wunde sehr schmerzen muss, rappelt sich der Gamorraner auf und schießt mit dem DLT 19 zurück. Obwohl er ziemlich wackelt, trifft sein Schuss mich trotz meiner guten Deckung in der Höhe meiner Schulter. Autsch! Das tut verdammt weh, als das Sonnenheiße Plasma durch meine Panzerung arbeitet und dann mein darunter liegendes Fleisch verbrennt. Es kostet mich alle mentale Stärke, um nicht in Panik aufzuspringen und das weite zu suchen. Dieser Mistkerl hat das Potential uns zu töten.

Die anderen meiner Kameraden schießen mehr oder weniger Erfolgreich ebenfalls auf den Anführer. Wenn es uns gelingt, ihn zu töten, wird der Rest wahrscheinlich demoralisiert fliehen. Das Expertensystem des Geschützturms macht seinen Dienst nach Vorschrift und weigert sich standhaft, auf seine eigenen Leute zu schießen. Den stark verunstalteten Gleiter hat es wohl nicht als eigene Einheit erkannt, die Gamorraner dagegen schon. Wie auch immer, Scav aktiviert die Richtladung und trennt damit die Kabelverbindung des Turms zum Hauptquartier des Gegners, bevor er die Steuerung des Geschützes übernimmt. Leider mit sehr wenig Erfolg, wie sich schnell herausstellt. Lyn eröffnet mit ihren beiden Blasterpistolen das Feuer, aber ihre Ladungen schaffen es kaum, die massive Panzerung des gamorranischen Anführers zu durchschlagen. Auch Shaka tut sich mit ihrem Karabiner schwer.

Ich halte das Feuer aufrecht, treffe und werde im Gegenzug ein weiteres mal ebenfalls getroffen. Auch die restlichen Söldner nehmen nun den Feuerkampf auf, gehen in Stellung und bestreichen mit nur mäßigem Erfolg unsere Positionen. Die schießen deutlich schlechter als ihr Chef und könnten sich bei den Sturmtruppen bewerben. Ich rolle mich aus meiner Stellung und versuche mit einem Positionswechsel meine Deckung zu maximieren. Das Felsenstück hinter dem ich nun in Stellung gehe, ist deutlich massiver und ich versuche unseren Kontrahenten im dritten Versuch letal zu entfernen, was mir aber nicht gelingt. Dafür gehen nun in schneller Folge zuerst Lyn und dann Shaka zu Boden. Das Gefecht läuft nicht gut und ich beziehe nun massiv Feuer. Sonnenheiße Plasmabolzen aus den Gewehren der Söldner schlagen in meine Deckung ein und Wasserdampf nebelt meine Position ein. Ich fokussiere mich weiter auf den Anführer, ziele Sorgfältig und strecke ihn mit einem Kopfschuss nieder. Bis jetzt kam es wirklich selten vor, dass ich vier Volltreffer gebraucht habe, um einen Gegner zu töten. Ich fühle eigentlich nur Leere und etwas Erleichterung, als die restlichen Söldner demoralisiert vom Tod ihres Anführers das Gefecht abbrechen, Rauchgranaten zünden und sich zurück fallen lassen. Scav schießt blind weiter, um eine Neuformierung zu verhindern. Zwar trifft er keinen von den Söldnern mit seinem Sperrfeuer, schlägt diese aber Erfolgreich in die Flucht, da die verständlicherweise nicht abwarten wollen, bis Scav zielen lernt.

Der Anführer hat Stimmpatches dabei und Scav kann damit meine Kameraden wieder ins Reich der Lebenden zurück holen. Auch ich gönne mir eine Ladung aus dem Spender, da ich starke Blessuren davon getragen habe. So knapp war es bisher selten ausgegangen und ich bin froh, dass die Söldner nicht den Ehrgeiz hatten, ihren Anführer zu rächen. Der Schweber ist leider Schrott, dafür finden wir den dringend benötigten Kernstabilisator. Auch verläuft das Plündern äußerst erfolgreich, da Teile der Panzerung aus Normteilen besteht, die wir zum flicken der Hülle der "Vanguard" benötigen. Trotzdem ist abzusehen, dass trotz unseres Erfolges das nicht reichen wird, unser Schiff wieder Flott zu bekommen. Bevor Verstärkung eintrifft, räumen wir das Schlachtfeld und ziehen uns zurück. Der Marsch verläuft ohne Zwischenfälle und wir sind äußerst motiviert, so schnell wie möglich Distanz zu unserem Gegner aufzubauen.

Im Schiff zurück helfe ich den Kernstabilisator einzubauen und wir beginnen nun das Schiff in einen startbereiten Zustand zu versetzen. Unsere Befürchtung bewahrheitet sich, dass wir immer noch nicht genug Material zusammen haben, um alle notwendigen Systeme klar zu bekommen. Aber wenigstens können wir jetzt die Hülle dicht bekommen. Erschöpft und nicht bester Stimmung machen wir gegen Mitternacht eine Krisensitzung über unser weiteres vorgehen. Wir einigen uns nach einigen Diskussionen darauf, auf eine Hügelkette nahe dem Landefeld der Gamorraner vorzurücken und dort nachzusehen, wie stark der kleine Raumhafen gesichert ist. Hier dürften wir am ehesten die notwendigen Ersatzteile bekommen. Aber wahrscheinlich wird es zu stark bewacht sein. Jedenfalls ich würde nach dem Gefecht von heute Mittag die Wachen verdoppeln und alle neuralgischen Punkte befestigen.

Nakagos wirre Gedanken

Das Gefecht mit dem Gamorraner war ziemlich hart. Einiges lief nicht so, wie es sollte. Ich hab mich mit Lyra zu weit weg positioniert. Das war weite Entfernung und die hat von Grund auf drei  Schwierigkeitswürfel, dazu noch die Verteidigung der schweren Rüstung war dann doch recht anspruchsvoll.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 16. September 2018, 17:35:25
Grek

Am nächsten Morgen brechen wir nach kurzer Nacht auf und marschieren nach Süden. Wir kommen am alten Turm vorbei, an dem ein Funkgerät hängt. Auf einem Schild daran steht in großen ungelenken Aurebesh Lettern: Meldet Euch! Nun gut, Shaka will unbedingt das Reden übernehmen. Soll sie. Derweil durchfurten wir den angeschwollenen Fluss und erreichen das andere Ufer, ohne fortgerissen zu werden. Von unserem Schiff kommt die Meldung, dass diese eine Nachricht abgefangen haben, dass in zwei Tagen Verstärkung in Form von Piraten eintreffen wird. Es ist wohl nur ein Schiff, aber das reicht ja schon, um uns aus dem Orbit heraus zusammen zu schießen. Damit ist klar, dass wir nur Zeit für einen Versuch haben werden. Lyns Zustand hat sich verschlechtert und sie plagt sich nicht nur mit den Brandverletzungen durch Blastertreffern herum, sondern auch mit einer massiven Erkältung.

Nach mehreren Versuchen gelingt es Shaka schließlich mit dem Anführer der Gamorraner, Daraka, Kontakt aufzunehmen. Offensichtlich benutzt das Oberhaupt unserer Feinde ein Sprachmodul, da Gamorraner aufgrund ihrer Schnauze kein Basic sprechen können. Der Kriegsbandenführer überschüttet uns mit einigen unappetitlichen Drohungen. Unter anderem damit, dass er beginnen wird, die Arbeiter hinzurichten, falls wir uns nicht stellen. Shaka macht klar, dass wir mit den Arbeitern nichts zu tun haben. Was ja auch stimmt. Die blaue Twi´lek ist sogar stolz darauf, diese Gefahr abgewendet zu haben.

"Du glaubst doch nicht Ernsthaft, dass Daraka seine eigenen Arbeiter töten würde, oder?" Das wäre ja wirklich verdammt dämlich, seine Ressourcen so zu verschwenden, nur um irgendwelche Fremdweltler zu ärgern. In meinen Augen war das eine total leere Drohung. Shaka ist anderer Meinung, aber mir fehlt inzwischen einfach die Kraft, über solche triviale Nebensächlichkeiten zu diskutieren.

Wir erreichen ohne Feindkontakt einen guten Aussichtspunkt auf das Landefeld aus Permabeton, dessen Pfützen schon einen kleinen See bilden. In einem links davon stehenden Hangar steht ein Raumschiff, an dem Droiden verschiedene arbeiten ausführen. Momentan ist das definitiv nicht Flugfähig. Ein wahrer Berg von Ersatzteilen befindet sich da verführerisch vor unserer Nase. Allerdings wird der Landeplatz von mehreren befestigten Positionen verteidigt. Wir zählen vier schwer bewaffnete Droiden und insgesamt zwanzig Söldner, Hauptsächlich Gamorraner und Menschen. Ein direkter Angriff ist damit ausgeschlossen und eine Infiltration zu gefährlich. Hier stehen auch noch drei Bodenfahrzeuge herum. Wir besprechen kurz unsere Möglichkeiten. Ein Ablenkungsmanöver könnte die Opposition durchaus weglocken, um sie hier deutlich zu verringern, aber ich sehe keinen Möglichkeit anschließend ausreichend Distanz zu gewinnen, um Erfolgreich zu entkommen. Unsere Mittel sind äußerst limitiert. Ich sehe unsere einzige Chance darin, den Beobachtungsposten am Ufer des Sumpfes zu infiltrieren und dort das von uns benötigte Zeug zu extrahieren. Wir werden nur einen Versuch haben.

Also rücken wir ab und ich führe die Gruppe leise, still und heimlich durch das Areal in Richtung Südwesten. Ich bin ein Schatten und kann die perfekte Route festlegen, die uns an allen Posten und Patrouillen ungesehen vorbei kommt. Was würde ich geben, wenn mein Vater das noch sehen könnte. Gegen frühen Abend erreichen wir den Außenposten, der nur von einem Scharfschützen bewacht wird. Offenbar hat man hier die Wachen nicht verstärkt. Ich arbeite mich alleine an den alten Mann heran und schieße ihn schließlich aus dem Hinterhalt mit einem Betäubungsschuss um, da ich ihn nicht töten will. Ich fessle ihn und nehme sein Scharfschützengewehr an mich. Ein Blastech E-11s, wie es auch die imperialen Scharfschützen verwenden. Es ist wie üblich mit einem Zielfernrohr ausgerüstet.

Geschwind plündern wir den Posten und wenn wir das ganze Zeug nach Hause bekommen, dürften es ausreichen, um die "Vanguard" wieder auf Vordermann zu bringen. Dank unserer mit einer Antigravklammer versehenen Kiste können wir genug mitnehmen. Wir beeilen uns und rücken nach Einbruch der Dunkelheit wieder in Richtung Norden ab. Wie üblich regnet es die ganze Zeit, was unsere Geräusche dämpft und uns ermöglicht, ein weiteres mal ungesehen durch die Postenkette zu schlüpfen. Da uns die Zeit davon läuft, sind wir gezwungen, durch die Nacht zu marschieren. Wir legen aber eine längere Pause ein, um frische Kräfte zu schöpfen und ein kurzes Nickerchen zu halten. Das regeneriert nötige Kräfte für den noch vor uns liegenden Marsch.

Am frühen Morgen stehen wir am Fluss und wir können Bewegungen am alten Turm ausmachen. Durch das Zielfernrohr kann ich erkennen, dass sich dort eine weitere Gruppe von Söldnern verschanzt hat. Ein Fahrzeug kann ich nicht erkennen, aber vom Turm aus haben sie die Furt gut im Sichtfeld. Nach dem desaströsen Verlauf des letzten Gefechtes habe ich trotz des Scharfschützengewehres keine Lust auf einen weiteren Kampf mit einem zahlenmäßig stark überlegenen Gegner in einer festen Position. Unsere Wunden sind noch nicht ausgeheilt und die Chancen stehen noch schlechter als wie vor ein paar Tagen. Auch sonst hat hier keiner Lust auf ein Gefecht. Wir gehen also weiter Flussaufwärts und durchqueren schwimmend den Fluss. Lyn muss sich dabei an der Kiste festhalten und ziehe sie mühsam mit. Scav braucht etwas länger, da er einfach durch Fluss läuft. Schließlich sind wir alle am anderen Ufer und kommen ohne weiteren Feindkontakt zu unserem Schiff.

Ich bin vielleicht mal fertig. Aber auf solche Situationen und außergewöhnlichen Anstrengungen hat man mich während meiner Ausbildung vorbereitet. RD 79 und die restlichen Geretteten haben schon alle Teile verbaut, die sie hatten und wir können weiter bauen. Irgendwann schlafe ich einfach ein, da ich vollkommen fertig bin. Aber unsere Droiden sind unermüdlich und schließlich gelingt es uns in einem Kraftakt den Riss komplett so zu verschließen, dass wir damit ins Vakuum können.

Letztendlich begebe ich mich auf Platz des Copiloten und helfe Lyn beim Checkup der Systeme. Mehrmals müssen wir Leitungen flicken oder Systeme neu kalibrieren. Auch der eine oder andere Repulsorliftantrieb arbeitet entweder zu stark oder nicht stark genug und müssen dementsprechend das Schiff neu austrimmen. Nach mehreren Stunden sind alle wichtigen roten Leuchten erloschen. Hier und da brennt noch eine im satten rot, aber alle lebenswichtigen Systeme für einen Raumflug sind nun Online und im grünen Bereich.

"Möge die Macht mit uns sein!", hoffe ich für uns und beginne die Startsequenz einzuleiten. Es knarzt ungesund, als wir uns aus dem Schlamm erheben und zu schweben beginnen. Ich lausche auf das Geräusch des Reaktors, der unteren Schubdüsen und der Repulsorlifte. Einiges hört sich nicht gut an, aber auch nicht wirklich schlecht. Trotzdem stimmt unsere Trimmung immer noch nicht so richtig. Wahrscheinlich verdampft gerade ziemlich viel Dreck und verfaultes Grünzeug in unseren Düsen, was eine weitere Nachjustierung nach sich zieht. Vorsichtig erhöht Lyn den Schub und wir beginnen zu steigen. Einige Leuchten beginnen zu flackern, unsicher ob sie auf Rot umspringen sollen oder nicht. Zum Glück zeigen alle wichtigen Systeme immer noch ihre ausreichende Einsatzbereitschaft an. Hier noch einmal abzustürzen würde kein Spaß werden.

Stetig gewinnen wir nicht nur an Höhe, sondern auch an Geschwindigkeit. Daraka funkt uns an und ist nicht erfreut, dass wir einfach abhauen. Tja, hoffentlich sehen oder besser gesagt, hören wir uns nie wieder. Wir sind nun über der Wolkendecke und ich muss blinzeln, weil ich richtiges Sonnenlicht schon gar nicht mehr gewöhnt bin nach den mehr als vier Wochen auf Anduras I. Die Sichtfenster dunklen sich nun ab, nachdem ich den Sensor nachjustiere. Wir gehen nun in einen steilen Anstieg über und beginnen die Atmosphäre zu verlassen. Ich hoffe nur, dass die Schweißnähte am Riss der Belastung stand halten. Wenn nicht, wird das ein verdammt kurzer Ausflug ins All.


Nakagos wirre Gedanken

Damit wäre auch die zweite Sitzung überstanden. Nachfolgend wieder ein paar Anmerkungen zum System und weitere Informationen.

Sitzung gespielt am: 10.02.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Lyn, Shaka, Scav
Erfahrungspunke: 10 + 1 Rang in Überleben, 5 Punkte investiert in das Talent Ausweichen, vierte Spalte, erste Ebene und die restlichen 5 Punkte den 1 Rang in Pilot Weltraum

Besiegte Gegner: 1 Schattenkatze, 1 Häuptling, 10 Echsenkrieger, 1 Gamorannischer Söldnerunteranführer, 1 Scharfschütze (betäubt)

Beute: Mehrere Waffen wie ein DLT 19, ein Blastech E-11s, sechs Strumtruppenrüstungen, Tauschwaren im Wert von 6150 Credits und elektronische Bauteile im Wert von 9400 Credits, davon übrig noch 700 Credits. Ein Phasenkoppler, ein Kernstabilisator und ein Astronavcomputer. Und nicht zu vergessen, ein E9 Scoutschiff.

Resümee: Holla die Waldfee. Das waren einige harte Kämpfe. Der Kampf am Turm schrammte kurz am Partykill vorbei. Antagonisten sind harte Brocken und jetzt wird mir erst klar, wie wichtig kritische Treffer sind. Hätte ich dem Kerl nicht gleich mit dem ersten Treffer einen Erschwerniswürfel durch den kritischen Treffer aufgebrummt, wären wir wahrscheinlich alle drauf gegangen. Da hat unser SL uns ein klein wenig überfordert, auch er muss sich erst einmal in das System herein finden und herausfinden, wie man die Kämpfe anspruchsvoll, aber nicht zu tödlich designt. Das war Lehrgeld für beide Seiten des Schirms.

Den Anfang empfand ich durchaus als nervig, da es nicht schön ist, durch einen verheerten Planeten mit tödlicher Fauna zu marschieren mit nichts weiter als einem Kampfmesser. Aber mit der Zeit gelang es uns doch auf die Situation angemessen reagieren zu können. Das tägliche Überleben war jedes mal eine neue Herausforderung, die wir gemeinsam gut im Team gemeistert haben. Jeder hat einen wichtigen Part übernommen und das Gesamtbild hat gut funktioniert. Aber wir haben definitiv große Defizite was die medizinische Versorgung anbelangt. Eine Heiler/Arzt fehlt, Achtung Wortwitz, uns schmerzhaft. Die Anfangsausrüstung ist ziemlich mager. Im regulären Spiel wird fehlende medizinische Ausrüstung wohl durch eine Krankenstation des Schiffes kompensiert, aber durch unseren Werdegang haben wir die eben nicht.

Lyras Entwicklung: Die investierten Punkte in Pirscher und Erstschlag haben sich gelohnt. Pirscher gibt auf jede Probe mit Heimlichkeit oder Körperbeherrschung einen Verstärkungswürfel als Bonus, was recht billig einen zusätzlichen Erfolg oder Vorteil generieren kann. Erstschlag gibt beim ersten Angriff auf einen Gegner, der noch nicht am Zug war, einen Bonuswürfel, was mit Zielen gleich zwei generiert, was einen kritischen Treffer gleich am Anfang erleichtert. Gegen Handlanger bringt das zwar wenig, aber Rivalen und Erzfeinde kann man so gut eine kritische Wunde gleich im ersten Zug verpassen, was sie deutlich behindern kann. Beim Kampf am Turm hat mir diese Fähigkeit wahrscheinlich das SC Leben von Lyra gerettet. Nach wie vor bin in von der Vielseitigkeit des Konzepts begeistert. In jeder Situation kann sie etwas nützliches beitragen.

Der Bonusrang in Überleben ist cool, da dies momentan keine Berufsfertigkeit von Lyra ist. Das Talent Ausweichen wertet einen Schwierigkeitswürfel zu einem Herausforderungswürfel auf. Die Chance, dass der Gegner nicht trifft, ist somit leicht erhöht. Als Corellianerin und Hintergrundbedingt ist Pilotenfertigkeit Weltraum einfach ein Muss. Auch kann Lyra so Lyn als Co-Pilotin besser unterstützen.

Am Rande des Imperiums, das Grundbuch

Heute will ich mal das Grundbuch von Am Rande des Imperiums vorstellen. Es verfügt über 445 Seiten plus einige zum herauskopieren gedachte Bögen für Charaktere, Gruppenverwaltung und das Raumschiff. Der Spaß kostet knapp 60 Euro und ist für ein Grundbuch im Vergleich zu anderen Systemen durchaus happig. Dafür braucht man nur noch die entsprechenden Würfel und kann gleich loslegen. Vor kurzem ist die zweite Auflage auf Deutsch erschienen, ist also noch relativ einfach zu haben und muss keine absurden Sammlerpreise dafür bezahlen.

Die Regeln sind recht gut erklärt und man findet sich schnell zurecht. Das Artwork ist erstklassig und sehr stimmungsvoll. Einfach mal: edge of the empire artwork , in die Google Bildersuche eingeben und man bekommt einen Eindruck davon. Die Struktur des Buches ist gut aufgebaut und führt Anfangs linear durch den Charakterbau, der einfach vonstatten geht. Ich kenne kein anderes System, wo das so schnell geht. Das einzige was Zeit braucht ist dann die Ausrüstung, wobei man Anfangs sehr viele Kompromisse aufgrund des sehr begrenzten Anfangsbudget machen muss. Einen gut ausgerüsteten Charakter wie in Shadowrun ist nicht möglich.

Als spielbare Rassen gibt es Bothaner, Droiden, Gand, Menschen, Rodianer, Trandoshaner, Twi´leks und Wookiees. Immerhin acht verschiedene Rassen und darunter einige der bekanntesten des Star Wars Universums. Wobei Bothaner und Gand schon wieder ziemliche Exoten sind.

Dann gibt es sechs Klassen mit je drei Spezialisierungen, damit dann 18 verschiedene Archetypen. Die da wären: Entdecker, Kolonist, Kopfgeldjäger, Schmuggler, Söldner und Techniker. Die weiter hinten stehende Spezialisierung "Machtsensitiver im Exil" gibt einem die Möglichkeit, einen Machtanwender zu spielen. Dazu gibt es drei Machtkräfte. Über die Brudersysteme verteilt gibt es natürlich noch viel mehr.

Danach werden Fertigkeiten und Talente erklärt. Dann kommen Kapitel über Waffen, Rüstungen, Ausrüstung, Raumschiffe und entsprechendes Zubehör. Kampfregeln, Spielleitertipps, NSCs und Kreaturen, etwas Geschichte und Geographie vom Setting, Fraktionen und am Ende noch ein kleines Einstiegsabenteuer, um ein Gefühl für das Setting zu bekommen. So gesehen bekommt man recht viel fürs Geld. Man kann damit schon recht gut spielen. Und man kann es ohne Probleme mit "Zeitalter der Rebellion" und "Macht und Schicksal" kombinieren. Die Regeln sind die gleichen, nur der Fokus ist eine andere. Bei "Macht und Schicksal" spielt man Jedi, die auf der Flucht sind. Bei "Zeitalter der Rebellion" spielt man Mitglieder der Allianz und der Fokus liegt auf dem Bürgerkrieg. Besonders die Mischung mit "Zeitalter der Rebellion" bietet sich an, da man so Zugriff auf weitere Klassen und Rassen hat.

Der Fokus von "Am Rande des Imperiums" sind Abenteuer im noch relativ wilden Äußeren Rand. Man spielt die Crew eines Raumschiffes (Das die Spieler schon am Anfang haben oder innerhalb des ersten Abenteuers erlangen), die sich mit halbseidenen Aufträgen durchschlägt. Die Verpflichtungen der einzelnen Charaktere erlauben einen schnellen Einstieg in das vom SL vorbereitete Abenteuer. Man kann dabei den Schwerpunkt frei wählen, seien es nun Kopfgeldjagden, Erforschungen alter Ruinen, Söldnerjobs oder einfach Schmuggel/Handel.

Das Kampfsystem ist recht einfach und der Schwerpunkt ist auf erzählerisches Rollenspiel gelegt. Aber dafür kommt man recht schnell rein und nachfolgende Bücher ändern nichts daran. Die Waffen sind durchaus gut balanciert und widersprechen nicht dem gesunden Menschenverstand wie in manch anderen Systemen, wie Shadowrun 2 oder 3.

Im Grundbuch sind fast nur generische Waffen drin. Also kein E11, DLT 19 oder A-280. Sondern es gibt die Blasterpistole in Hold-Out, Leicht oder Schwer, Blasterkarabiner, Blastergewehr, Leichter Repetierblaster und so weiter. Bei der Beschreibung stehen dann als Beispiel die aus den Filmen bekannten Muster zur Auswahl. Dummerweise werden die Beispiele später in anderen Büchern durchaus aufgegriffen und haben dann teilweise andere Werte. Ich hab als Blastergewehr einfach das von der Allianz verwendete A-280 verwendet. In "Forged in Battle" sind nun etwas andere Werte drin, kostet auch mehr. Ist in meinen Augen nicht ganz optimal gelöst.

In der Fahrzeugsektion findet man recht viele Exemplare aus den Filmen wie der ikonische YT-1300 (Millennium Falcon), die Firespray (Bobas Fett Slave IV), Aratech 74Z (Die Speederbikes von Endor, Episode VI), den X34 (Lukes Gleiter, Episode IV), TIE Jäger, Y-Flügler, Z 95 bis hin zur YF76-Nebulon-B Fregatte. Also eine recht solide Mischung verschiedenster Klassen, die für den Anfang durchaus reicht.

In der recht umfangreichen NSC Sektion gibt es ein Haufen Beispiele für nützliche Kontakte, Schläger, Angehörige des imperialen Militärs, Beamte, Droiden, Verbrecher und sage und schreibe drei Kreaturen: Mittelgroßer Dianoga (Episode IV in der Müllpresse), Rancor (Episode VI in Jabbas Palast) und den Gundark (erwähnt in Episode V von Han Solo, zu sehen in mindestens einer The Clone Wars Folgen).

Unterschieden wird dabei in drei Stufen: Handlanger, Rivale und Erzfeind. Handlanger sind schlicht Mooks. Haben immer fünf Lebenspunkte und normalerweise tötet ein Treffer einen von ihnen, aber dafür treten sie immer in Gruppen auf. So ist die Schwierigkeit eines Kampfes leicht durch deren Anzahl regulierbar, was das Management und die Planung für den SL sehr erleichtert. Rivalen sind ernsthafte Gegner und haben meist ähnliche Werte wie ein SC. Erzfeinde, ihr Name ist Programm. Rivalen haben oft und Erzfeinde eigentlich immer die Spezialregel Antagonist mit einem Rang von eins bis vier. Sie werten bei Kampfproben gegen sie mit ihren Rang Schwierigkeitswürfel zu Herausforderungswürfeln auf. Das macht es deutlich schwieriger, sie zu treffen.

Im Geographieteil werden die einzelnen Regionen der Galaxis grob vorgestellt und es gibt eine doppelseitige Übersichtskarte mit den im Buch erwähnten Welten. Acht Planeten werden detailliert vorgestellt. Von jeder Region gibt es einige relevante Informationen, dazu werden in je einem Absatz einige bekannte und weniger bekannte Welten vorgestellt. Trotzdem bekommt man so eine Fülle an Informationen. Gewisse Regionen bekommen ihre eigenen Abschnitte, wie eben auch das Hapes Konsortium, wo unsere Kampagne spielt.

Dann gibt es noch ein ausführliches Kapitel über Recht und Gesellschaft. Und was passieren kann, wenn man es bricht. :D Der Fokus liegt dabei auf die Rechtsprechung des Imperiums.

Fazit: In dem Grundbuch ist sehr viel Star Wars enthalten. Bei der Fülle an Informationen ist auch für alte Hasen der ersten Stunde noch was Neues dabei. Man bekommt viel für sein Geld. Andere Grundbücher wie die von DSA und Shadowrun sind günstiger, trotzdem ist der Preis von 60 Euro in meinen Augen durchaus angemessen, wobei das ganz klar nicht wenig ist. Das Artwork vermag mich bei jedem Durchblättern aufs neue zu begeistern.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 18. September 2018, 13:03:31
Episode III
Spaß auf einer Raumstation
Aurek

Wir durchbrechen mit unserer E-9 "Vanguard" die Stratosphäre und sind nun im freien Raum über Anduras. Mein Blick wandert unentwegt von den Anzeigen zum Fenster, wo sich der strahlende Ionennebel ausbreitet. Die Hülle hält, alle Systeme laufen mehr oder weniger noch. Bei einigen wäre es egal, ob sie ausfallen oder nicht, bei anderen wäre es fatal. Eine positive Ortung haben wir zum Glück auch nicht, da ja in nächster Zeit ein Piratenschiff hier erwartet wird. Für ein Raumgefecht sind wir nicht wirklich bereit.

"Puh! Das wäre geschafft! Jetzt müssen wir nur noch den Sprung zur nächsten Station berechnen", meint Lyn, die gar nicht gut aussieht. Jedenfalls interpretiere ich ihre hellgelbe Hautverfärbung als ein Symptom dafür, dass es ihr schlechter geht. Eine Sorge mehr. Ich hoffe, dass Lyn durchhält und nicht auf dem halben Weg kollabiert. Keiner an Bord kann ihr wirklich helfen. Was uns zur nächsten Problem bringt. Im Navigationscomputer sind nur sehr wenige Routen abgespeichert und die stammen aus dem gefundenen Nachlass der toten Eignerin Eileen Woran. Hätten wir den Chip im Geheimversteck nicht gefunden, wir würden hier festsitzen. Zur Auswahl stehen die Mynaros Station im Neuen Republikanischen Raum und die Nilvax Station im Vergänglichen Labyrinth der Sperrzone. Wirkliche Informationen haben wir über keinen dieser Orte bis auf Mynaros, die wir auf unserer Herfahrt mit dem Frachter von General Gale besucht haben, um Vorräte und weiteres Personal aufzunehmen.

Die Nilvax Station ist der nächstgelegene Punkt, also ist die Wahl eigentlich klar. Die Daten in unserem Astronavigationscomputer sind eher rudimentär und nicht wirklich vollständig. Es ist schnell abzusehen, dass wir nur kürze Sprünge machen können und uns öfters neu orientieren werden müssen. Da wir keine Alternativen haben, steuern wir Nilvax Station an, obwohl wir außer dem Namen rein gar nichts darüber wissen. Scav müht sich redlich ab, mit dem Navigationscomputer einen Kurs zu berechnen. Ich helfe ihm etwas mit meinen bescheidenen Computerkenntnissen und schließlich steht der Kurs.

"Volle Energie!", rufe ich aus, als ich den Hebel für den Hyperraumsprung umlege. Für einen Moment passiert nichts. Einige Warnlampen fangen an zu flackern, als ob sie sich nicht entscheiden könnten, was sie nun genau anzeigen sollen. Dann gibt es einen Ruck und die Sterne verschwinden. Das himmlische Blau des Hyperraum umgibt uns. Es knirscht ganz schön und der Rumpf knarzt bedenklich. Mehrere Lampen springen von Grün auf Rot. Die Temperatur im Hyperraumantrieb geht bedenklich hoch und die Kühlsysteme laufen heulend auf Volllast. Ich nehme deutlich Energie herunter und wir fahren mit weniger als 1% der Nennleistung des Hauptantriebs. Die Kühlung kommt nun nach und unser Hyperraumantrieb schmilzt uns nicht weg.

"Das wird dauern!", unke ich zu Lyn und ich meine, die orangene Twi´lek wird noch etwas heller. Einige Systeme geben recht schnell ihren Geist auf und die nächsten Stunden ist Scav damit beschäftigt, unser Schiff am laufen zu halten. Lyn und ich wechseln uns im Cockpit ab. Für eine vergleichsweise lächerlich kurze Strecke brauchen wir drei Sprünge und sind volle fünf Tage unterwegs. So langsam wird mir klar, warum das Hapes Konsortium Jahrtausende isoliert war. Unsere Vorräte gehen schnell zur neige und selbst eine Halbierung der schon kargen Rationen bringt nicht viel.

Am fünften Tag schrillen auf einmal die Feuersirenen und im Maschinenraum bricht ein Feuer am Hyperraumantrieb aus. Scav ist in der Lage, es schnell zu löschen. Wir müssen auf den Notantrieb umschalten, der zum Glück noch leidlich funktioniert. Nach einer Stunde sind wir endlich da. Ich habe verdammt großen Hunger und den meisten, bis eben auf Scav, der als Droide nichts zu essen braucht, geht es ebenso. Wir brechen in den Realraum zurück und die Nilvax Station taucht vor uns auf. Es handelt sich um eine typische Spindelstation mit einer Hangarscheibe in der Mitte. Was nicht so typisch ist, dass sie schwer beschädigt ist. Irgend jemand hat sich da ausgetobt und die Station schwer zusammen geschossen. An vielen Stellen klaffen riesige Löcher in der Hülle. Die Verteidigung ist komplett weg und eine Wolke aus Trümmern umgibt die Station. Für einen Moment denke ich, wir sind erledigt, weil die Station zerstört ist, aber dann werden wir von der Station aus angefunkt.

"Hier ist die "Vanguard", wir brauchen einen Platz im Trockendock", identifiziere ich mich und gebe den Grund unseres Besuchs an. Wir bekommen einen Anflugvektor übermittelt.

"Fierfek! Die Landestützen fahren nicht aus", bemerkt Lyn und zieht mehrmals ohne ein anderes Resultat zu erreichen am entsprechenden Hebel.

"Hier ist die "Vanguard", brauchen feststehende Landestützen!", verlange ich und werde negativ beschieden. Scheinen die nicht zu haben.

"Scav! Die Landestützen fahren nicht raus, schau bitte, dass du die klar bekommst", bitte ich unseren Droiden, sich dem Problem anzunehmen. Nach etwas Gehämmer und vielen Flüchen fahren die Stützen endlich aus. Nun wird es schwierig, durch das Trümmerfeld zu navigieren. Viele Kleinteile treffen auf unsere Außenhülle und es hört sich an, als ob es Hageln würde. Ein Deflektorschild wäre wirklich praktisch, leider geht das entsprechende System der "Vanguard" nicht. Trotz korrekter Peilung der vorgegebenen Route kreuzt auf einmal ein großes Stück weggesprengter Außenwand unseren Kurs. Lyn reißt die "Vanguard" im letzten Moment zur Seite und wir weichen dem Teil gerade so noch aus. Mein Herz rast, als wir das Stück Weltraumschrott passiert haben. Bei der Macht! Langweilig wird es hier einem wirklich nicht. Zum Glück treffen wir auf keine weiteren Großteile, bevor wir den rettenden Hangar der Nilvax Station erreichen. Wir setzen sanft auf.

"Na bitte, war doch jetzt gar nicht so schwer", meint Lyn und stellt den Repulsorliftantrieb aus. In dem Moment knackst etwas bedenklich, dann knallt es und wir kippen zur Seite. Offensichtlich hat sich gerade eine der Landestützen verabschiedet. Es kracht ganz schön, als wir aufschlagen und da ist bestimmt noch einmal einiges zu Bruch gegangen.

"Meine Mutter hat immer gesagt, man soll den Morgen nicht vor dem Abend loben", meine ich dazu und schnalle mich ab, während Lyn wie ein Banthatreiber flucht. Ich kann auch den Rest unserer Besatzung fluchen hören. Draußen versammelt sich einiges an Leuten. Arbeiter und auch schwerer bewaffnete Gestalten. Ich bewege mich mühsam wegen der Schräglage des Schiffes in meine Kabine und stehe grübelnd vor meiner Waffenauswahl. Qual der Wahl. Karabiner, Gewehr, schweres Gewehr oder das E11s Scharfschützengewehr? Ich wähle mein A-280. Gute Handlichkeit, gepaart mit großer Reichweite und solider Feuerkraft. Außerdem hat sie einen praktischen Betäubungsmodus.

Mit der gesenkten, aber trotz allem scharfen Waffe trete ich als erster nach draußen und der Rest baut sich gefährlich aussehend auf. Jedenfalls versuchen wir das, bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich gefährlich aussieht. Wohl eher nicht, denke ich nach kurzer Musterung. Wir machen den Leuten klar, dass wir nur zum reparieren hier sind und keinen Ärger wollen. Ein Teil sind Menschen, aber die Mehrheit sind Aliens verschiedenster Rassen. Ich sehe einen Rodianer, einen Gamorraner, zwei Twi´leks, einen Togruta, einen leibhaftigen Zygerianer und einige Rassen habe ich vorher noch nie gesehen, geschweige kenne ihren Namen. Es riecht hier nach Schweißbrennern, schlecht aufbereitete Luft, Ausdünstungen von Körpern, die schon seit einiger Zeit keine Hygienezelle mehr gesehen haben und nach verbranntem Fett. Einige arbeiten ungerührt weiter, also kann man hämmern und das typische Geräusch von Schweißbrennern hören. Nach etwas Smalltalk entspannt sich die Lage deutlich. Zahlende Kunden sind hier auf Nilvax Station durchaus willkommen.

Leider sind die meisten von Anduras geretteten Rebellen oder Arbeiter der Meinung, es lieber auf eigene Faust zu versuchen, als an Bord des Schiffes zu bleiben. Ich sehe in der "Vanguard" durchaus einiges an Potential. Ein Werkzeug, dass es mir ermöglichen wird, Khador aufzuspüren und die Spur zu meiner verschollenen Schwester hoffentlich wieder aufzunehmen. Ebenso beschließen Lyn, Shaka, Edna, RD 79 und Scav es weiter mit der "Vanguard" zu versuchen, auch wenn sie momentan eher einem fliegenden Schrotthaufen gleicht. Aber die E9 ist ein gutes Schiff, auch wenn es nicht von Corellia stammt. Also verabschieden wir uns von unseren Kameraden, geben ihnen einen fairen Anteil an erbeuteten Credits und lassen sie ihres Weges ziehen.

Ein Vorarbeiter sieht sich unser Schiff mit Scav näher an. Wir anderen lebenden Wesen gehen in die Station. Gleich hinter dem Hangarbereich liegt eine offene Halle, die wohl als Markt dient. Verkaufsbuden, Essensstände und Stände mit Dienstleistern verschiedenster Art drängen sich hier. Manchen sieht man an, dass sie aus allen möglichen Materialien mit wenig Sachverstand zusammen geschustert wurden. Andere dagegen machen einen professionellen Eindruck. Der Geräuschpegel ist durch Marktgeschrei, Musikfetzen und lauten Gesprächen ziemlich hoch und die verschiedenen Gerüche von Garküchen hinterlassen durch ihre Mischung einen Hustreiz. Die Lüftungsanlage arbeitet selbst in diesem Geräuschpegel hörbar, wenn offensichtlich nicht besonders effizient. Die Filter gehören definitiv ausgetauscht und das ganze System gründlich gesäubert. Auch hier sind die unterschiedlichsten Rassen zu sehen und auch zu hören.

An einem Stand nehmen wir einen Fleischspieß für einen Wucherpreis mit, während wir uns zu einem Arzt durchfragen. Schließlich landen wir bei Doc, einem bepelzten Xabaru, der mich irgendwie an Puschel erinnert, meinen kleinen bepelzten Lerndroiden, den ich als kleines Kind hatte. Er kann kein Basic,  hat aber zum übersetzen einen hapanischen Helfer, dem die Haare ausgefallen sind. Da Lyn krank und noch eine schwere Verletzung hat, wird sie als erste behandelt. Der Doc hat eine sehr rudimentär aussehende Ausrüstung, die aussieht, als hätte sie jemand aus ganz anderen Dingen zusammen geschraubt. Vertrauenerweckend ist das nicht. Für die Behandlung der Kranken und den anderen beiden Verletzten der Crew will das Fellknäuel 850 Credits haben. Aber sicher doch! Ich mach dem Doc klar, dass er 750 bekommt und kein Credit mehr!

Wir werden uns einig und ich bezahle 250 jetzt und gehe zurück zum Schiff, um mit Handelswahren die restlichen 500 zu generieren. Unterwegs verspeise ich den Fleischspieß und will gar nicht wissen, was ich da esse. Letztendlich ist es egal, da ich einen Bärenhunger habe. Ich schnappe mir ein paar Tauschwaren und gehe auf dem Markt. Die Geschäfte laufen etwas Zäh und ich habe das Gefühl, über das Ohr gehauen worden zu sein. Bei der Gelegenheit höre ich mich etwas über Khardor um, der letzte bekannte Besitzer meiner Schwester, dessen letzter bekannter Aufenthaltsort die hiesige Sperrzone war. Was ich zu hören bekomme, ist höchst widersprüchlich. Einige behaupten, er hätte sich zur Ruhe gesetzt, entweder in der Neuen Republik oder im Hapanischen Raum. Andere sagen, er wäre noch aktiv im Geschäft, auch wenn sie ihn schon länger nicht mehr gesehen haben. Bei so widersprüchlichen Aussagen komme ich zu dem Schluss, dass keiner wirklich was weiß, sondern das dies nur alles Mutmaßungen sind. Fakt ist, keiner hat ihn schon länger mit eigenen Augen gesehen. Ich hoffe nur, dass er nicht tot ist, da er meine letzte Spur zum Thema Eloy ist.

Nakagos wirre Gedanken

Der Transfer war durchaus dramatisch und dem Zustand des fliegenden Schrotthaufens sicherlich angemessen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 20. September 2018, 13:08:18
Besh

Nicht gerade bester Laune kehre ich zum Doc zurück und bezahle ihn für seine Mühe. Ich bekomme noch ein paar Pflaster als Erste Hilfe Ersatz. Dafür sind die Leute wieder halbwegs Fit und Lyn hat schon etwas Farbe gewonnen und sieht nicht mehr so ungesund Hellgelb aus. Zurück beim Schiff haben wir einen Kostenvoranschlag. Die "Vanguard" wieder richtig flott zu kriegen kostet schlappe 36500 Credits! Und da ist noch nicht mal ein neues Geschütz für den unteren Stand mit drin.

"Fierfek! Ich will das Schiff nicht noch mal kaufen!", rufe ich aus. Für 20 000 Credits würde man es uns abkaufen. Wir beratschlagen erst einmal, was wir nun machen. Nach etwas hin und her kommen wir zu dem Entschluss, erst einmal in Nilvax Bar Informationen über unseren kommandierenden Offizier General Gale zu sammeln. Wir wissen nicht, ob er die Sonneneruption überlebt hat oder nicht. Wir brauchen nicht lange, um zu erfahren, dass General Gale noch lebt und weitere Schiffe unter seinem Kommando hat. Er war es nämlich, der diese Station vor zwei Monaten zusammen geschossen hat. Auch hat er einen sogenannten Kampfdrachen des Hapes Konsortium, so nennen die ihre Großkampfschiffe der Sternenzerstörerklasse, "Die Stolz von Calfa" zerstört. Die Neue Republik hat daraufhin General Gale zum Renegaten erklärt. Und dazu noch jeden, der ihm hilft. Wir haben hier Zugang auf die Datei gesuchter Verbrecher und wir sind allesamt auf dieser Liste. Dafür ist Gene Lernan runter von diesem Verzeichnis. Wir bekommen heraus, dass er den Sicherheitskräften der Neuen Republik übergeben wurde und derzeit vor Gericht für seine Verbrechen steht. Wahrscheinlich lebenslange Gefängnisstrafe. Wie auch immer, er wurde von einem Mandolorianer abgeliefert, offensichtlich sind die rechtzeitig von der Station runter und  haben Lernan geborgen.

"Fierfek!", fluche ich, als ich mein eigenes Gesicht auf einem Steckbrief finde. Damit kann ich meine Kopfgeldjägerlizenz beim RSB, dem Republikanischen Sicherheitsbüro, wohl in den Müllschacht kicken. Das sind keine guten Nachrichten. Ich bin nicht sicher, ob ich mich überhaupt meinen ehemaligen kommandierenden General wieder anschließen möchte, da diese Zerstörung maßlos erscheint. Kollateralschaden und Friktion sind bei einer militärischen Operation normal, aber das sprengt doch jeden Rahmen. Auch ist es fraglich, ob ein Anschluss an die Truppen des Generals mir bei meinem eigentlichen Ziel helfen wird, Eloy zu finden.

Auch finde ich es bedenklich, dass General Gale uns nicht gesucht hat. Es kann nicht so schwer sein, Anduras I einfach mal anzufliegen und dort nach Notsignalen zu suchen. Da General Gale offensichtlich über mehrere Schiffe verfügt, wäre es leicht gewesen, alle Notsignale innerhalb weniger Stunden anzufliegen. Das tut schon irgendwie weh, dass der General seine Leute so schmählich in Stich gelassen hat. In der Allianz war eines unserer Mottos: Keiner bleibt zurück! Soll heißen, dass wir unsere Leute so weit irgendwie nur möglich, gerettet haben. Irgendwie sieht ihm das alles gar nicht ähnlich. Ich kann es mir einfach nicht rational erklären.

Wir gehen zurück auf unser Schiff und besprechen die Lage. Ich bin die einzige, die offenbart, was mich in diese Machtverlassene Gegend geführt hat. Meine kleine Schwester Eloy. Ich erzähle den anderen offen, was damals auf Nar Shaddaa passiert ist und ich seit dem meine Schwester suche, die als letztes von  dem Piraten Khador gekauft wurde, einem abtrünnigen Hapaner. Die anderen schweigen sich über ihre Motive mehr oder weniger aus. Shaka deutet wieder mal an, dass sie mit Admiral Thorne noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Vergeltung ist wohl ihr Motiv. Lyn scheint vor jemanden auf der Flucht zu sein, so viel konnte ich mir auch schon so zusammen reimen. Scav und Edna sind mit nach wie vor ein absolutes Rätsel. Wie auch immer, wir sind wohl nun eine Schicksalsgemeinschaft und müssen sehen, die E9 wieder flott zu bekommen. Zurück in die Neue Republik können wir erst mal nicht, in den Hapesraum wohl auch nicht. Wir sitzen hier erst mal in der Sperrzone fest. Die Agenda für mich lautet: Schiff klar machen, hier überleben und über Khador meine Schwester Eloy finden.

Shaka und ich gehen mit unseren von Anduras geplünderten Tauschwaren auf dem Markt. Besonders die Jagdtrophäen bekommen wir weit über den uns angesetzten Marktwert los und haben danach ein hübsches Sümmchen zusammen, von denen wir uns als erstes ein richtig gutes Medkit kaufen. Dann ein paar Stimpatches und Nahrung für die Vorratskammer des Schiffes. Beim herumstöbern fällt mir ein Einarmiger Trandoshaner in herunter gekommener Kleidung auf. Ich kann die einzelnen Individuen dieser Echsenartigen Rasse nur schwer von einander unterscheiden. Aber ich denke, es ist der Selbe, welcher Lyn auf dem Schiff angegriffen hat und den Edna die Hand abgeschlagen hat. Es ist mir ein Rätsel, wie es ihn auf diese Station verschlagen hat. Auf alle Fälle werden wir wohl Lyn mal warnen müssen.

Zurück im Raumschiff haben die anderen ein Jobangebot bekommen, dass wir uns mal näher ansehen sollten. Also gehen wir gemeinsam zu Nilvax Bar. Der namensgebende Nilvax entpuppt sich als ein  Ortolaner, der wie jedes Exemplar seiner Rasse einen Rüssel im Gesicht hat. Der Kleine hat blaue Haut und eine seltsam hohe Stimme. Diese kleinen knubbligen Wesen stammen von einer Eiswelt und haben ein unglaublich gutes Gespür für Musik. Jedenfalls trifft man sie wie die sicherlich bekannteren Bith oft in Orchestern an.

Wir sollen nun für Nilvax nur ein paar Leitungen instand setzen und zwar im Bereich der unteren Spindel. Problem Nummer eins ist, dass der Bereich momentan durch die Beschussschäden nur schwer zugänglich ist. Problem Nummer zwei sagt aus, dass sich im unteren Bereich eine angeblich unbekannte Anzahl Anhänger einer obskuren Sekte aufhalten, die jeden Kontakt mit dem oberen Bereich der Station ablehnen und ihrem Wunsch auf in Ruhe gelassen werden mit Blasterfeuer untermauern. Wir sollen da runter und ein paar stromlose Leitungen soweit wieder herrichten, damit die Energieversorgung wieder aufrecht gehalten werden kann. Dafür sollen wir 2000 Credits Preisnachlass bei den schon laufenden Reparaturen bekommen. Ich handle ihn frech auf 3000 Credits hoch, was damit die komplette Reparatur abdeckt, die momentan in Gange ist. Das wären die Generalüberholung des stark ramponierten Hyperraumantrieb und die stark mitgenommenen Landestützen. Nun gut, wir haben ja momentan nichts anderes zu tun, auch wenn ich denke, dass Nilvax viele wichtige Informationen über die Mission zurück hält.

Das Mittelsegment hat momentan weder eine künstliche Schwerkraft noch eine atembare Atmosphäre. Wir bekommen entsprechende Schutzanzüge gestellt und machen uns sogleich ans Werk. Ich überlege eine Weile, welches von meinen Langwaffen die wohl richtige Wahl ist und entscheide mich für das A-280. Nachdem wir die Schutzanzüge angezogen haben, begeben wir uns in den Luftleeren Bereich nach unten. Ein massives Schott versperrt uns den Weg. Scav benutzt mein Hackertool, um das Schott zu öffnen. Leider wird beim öffnen des Schleusentores eine Sprengfalle ausgelöst, die Scav erwischt, aber ihn nur einen oberflächlichen Kratzer in die Hülle ritzt. Wir gehen in die Schleuse und betreten nun den "verbotenen" Bereich. Hier haben wir wieder Atmosphäre und Schwerkraft. Mit meinem Blaster in vorhalte rücke ich vorsichtig an der Spitze unserer Kolone vor. Beinahe wäre ich in eine weitere Sprengfalle gelaufen, aber einer meiner Kameraden macht mich gerade noch rechtzeitig auf den Draht aufmerksam. Ich entschärfe die Falle und habe nun eine Splitterhandgranate mehr. An den Wänden sind obskure Symbole zu sehen und Shaka meint, dass könnte auf eine "Kirche der Macht" hinweisen. Ein Überbleibsel der Jedireligion, welche vom Imperium massiv verfolgt wurde. Wahrscheinlich sind das die scheinbaren religiösen Spinner vor denen Nilvax uns gewarnt hat.

Der nächste Kontakt besteht aus einem alten B1 Kampfdroiden der Handelsföderation mit einem Blaster in seinen zwei Finger Klauen. Auch wenn diese Droiden den Ruf von Kanonenfutter haben, haben sie immer noch einen Blaster. Also mache ich kurzen Prozess und schieße ihn über den Haufen. Eine kurze Untersuchung später zeigt, dass er modifiziert wurde, was klar war, da alle Droiden der Handelsföderation am Ende des Klonkrieges ja abgestellt wurden. Alle die jetzt noch aktiv sind, müssen modifiziert sein, da sie nun autark handeln müssen. Wir rücken tiefer in den Zylinder vor und kommen an eine Galerie, wo es offen in die Tiefe geht und der "Weg" praktisch wie bei einer Schnecke sich nach unten windet. Es ist ein Turbolift zu hören und wir gehen in Deckung. Shaka bleibt offen stehen, da sie mit den Leuten verhandeln will. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit mit der doch beschränkten Kampfkraft dieser Truppe ist dies eine durchaus vernünftige Taktik.

Shaka Blen stellt sich dabei nicht einmal so ungeschickt an. Sie legt die Karten soweit auf den Tisch, dass Nilfax sie schickt, die Leitungen zu reparieren und offenbart damit auch Scav. Nach etwas hin und her gehen die beiden zum Turbolift, wo sich eine kleine Gruppe von Kämpfern eingefunden hat. Einer davon ist ein leibhaftiger B2 Kampfdroide, der aber stark modifiziert ist, da sein kleiner Kopf mit einer Sensorkuppel ersetzt wurde. Wir übrigen drei offenbaren uns nicht und verharren in voller Deckung.

Während Scav und Shaka als das S-Team nach unten fahren, bleibt das ELL-Team erst mal oben zurück. Wir schlagen die freie Zeit damit tot, dass wir huttisch einkaufen gehen und alles einsacken, was irgendwie einen Wert hat. Leider sind die Sektierer schon auf die gleiche Idee gekommen, so das die Beute in einem sehr überschaubarem Rahmen bleibt. Trotzdem kommt Zeug im Wert von etwa 1000 Credits zusammen. Wir finden ein Raum mit Terminals und ich hacke mich rein. Ich stoße auf Korrespondenz einzelner Schmuggler mit Kunden. Das einzige bemerkenswerte ist die Bestellung eines Rancor Jungtieres von einem Züchter auf Sybal. Einer Welt in der Sperrzone und gar nicht mal soweit von hier weg. Der Rest der Daten sagt einiges über die Verflechtungen innerhalb der Station aus, was uns in  Zukunft einen kleinen Vorteil bei Verhandlungen mit Nilvax bringt. Sonst findet sich leider nichts verwertbares. Dafür finden wir noch einen Satz Sabbac Karten und fangen an zu spielen. Die Zeit vergeht und wir bleiben uns allein überlassen.

Es gibt sicherlich schlechtere Methoden, seine Zeit zu verbringen. Wir laufen hier nicht Gefahr, von irgend etwas großem gefressen zu werden, wir sind im trockenen und es schön temperiert. Trotzdem könnte ich die Zeit produktiver nutzen, wie meine kleine Schwester Eloy suchen.

Nakagos wirre Gedanken

Hier passiert relativ wenig aufregendes, da dieser Konflikt auf diplomatischer Ebene gelöst wurde und Lyra mit dem Großteil des Teams zurückblieb.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 23. September 2018, 16:17:55
Cresh

Schließlich wird es mir zu blöd und ich funke Scav an. Offensichtlich haben die beiden sich breit schlagen lassen, den Reaktor in diesem Bereich zu reparieren. Die Kirche der Macht hat hier etwa 100 bewaffnete Anhänger und dazu noch eine Anzahl von Javas als Handlanger. Auch hat das S-Team inzwischen herausgefunden, was General Gale hier eigentlich wollte und warum er die Station in diesen Schrotthaufen verwandelt hat. Die Kirche der Macht beschützt einen Republikanischen Spion, in dessen Besitz sich offenbar brisante Daten über Admiral Thorne und das Hapes-Konsortium befinden. Nilvax hat offenbar von General Gale ein Ultimatum gestellt bekommen, den Spion auszuliefern, sonst wird er beim nächsten Beschuss nicht mehr so gnädig sein. Es ist schwer zu sagen, ob Gale nun den Verstand verloren hat und sich wie ein Terrorist ohne jedes Augenmaß gibt. Oder er zwar grausam, aber letztendlich doch rational vorgeht. In meiner Zeit als Soldatin der Rebellenallianz habe ich gelernt, dass es keinen sauberen Krieg gibt. Wir wissen vieles nicht und mir fehlen die notwendigen Informationen, um ein Gesamtbild zu sehen. Deswegen urteile ich auch nicht über unseren eigentlichen Vorgesetzten.

Wie auch immer, Scav hat erfahren, dass sich in einem der Lagerräume ein frei herumlaufendes Rancorjunges befindet. Wie gut, dass wir dafür schon einen Käufer haben. Nach etwas hin und her gelingt es dem S-Team für ihre Hilfe bei der Reparatur des Reaktors die Erlaubnis zu bekommen, den Rancor zu fangen und von hier weg zu schaffen. Wenigsten die Strecke, welche sie unter Kontrolle haben. Wir müssen die Beute erst fangen, dann können wir uns immer noch Gedanken darüber machen, wie wir ihn lebend in unser Schiff bekommen. Bei Shellys Gundarks habe ich gelernt, immer ein Problem nach dem anderen zu lösen. Und für Morgen werden wir sogar dann offiziell erwartet werden. So lange können wir uns darauf vorbereiten, einen kleinen Rancor zu fangen. Das einfachste dürfte ein mit Betäubungsmitteln präparierter Köder sein. Auf dem Markt ergattern wir für schlappe 20 Credits eine leicht angefaulte Fleischkeule eines Banthas und beim Doc holen wir uns für 500 Credits ein Betäubungsmittel, dass angeblich auch einen Rancor umhaut. Hoffentlich stimmt das auch und ist nicht nur eine blöde Redewendung.

Nach einer erholsamen Nachtphase in unserem Schiff warten wir auf die "offizielle" Einladung die untere Stationshälfte betreten zu dürfen. Die bekommen wir auch und werden dann von einer Delegation der Sektierer in Empfang genommen. Nun können wir sogar die Energieleitungen wieder herstellen und den Job erledigen, für den wir eigentlich her gekommen sind. Wie auch immer, der sehr geräumige Lagerbereich, in dem sich der Rancor befindet, ist äußerst unübersichtlich. Hier funktionieren zu einem nur noch wenige Lichtgloben und der Raum ist von Kistenstapeln, bzw. umgefallenen Stapeln durchzogen. Das ist schon ein wahres Labyrinth. Zu unserem Vorteil gibt es oben an der Decke einige schmale Gangways. Auf dem zentralen Gangway, der etwas instabil wirkt, rücken wir langsam vor, bis wir den Käfig entdecken. Das Türschloss scheint beschädigt zu sein, der Rest ist noch Intakt. Wahrscheinlich ist der Rancor einfach immer und immer wieder gegen die Tür angerannt, bis der Klügere nachgegeben hat. In dem Fall das Türschloss. Der Rancor selbst bewegt sich unbehelligt im Raum, schnüffelt an Kisten oder öffnet diese nach Bedarf auf der Suche nach was essbarem.

Da ich weiß, dass ich am besten von allen hier Anwesenden dafür geeignet bin, den Köder im Käfig zu platzieren und wieder wegzukommen, übernehme ich diesen Part freiwillig. Für solche Art von Aufgaben bin ich ausgebildet und trainiert. Wir teilen den Köder in zwei ungleiche Hälften. Falls der Rancor zu schnell auf mich aufmerksam wird, sollen meine Kameraden dieses Stück Fleisch als Ablenkung dem Jungtier zu Fraß vorwerfen. Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass Pläne selten so aufgehen wie sie sollen. Deswegen ist es immer gut, im Vorfeld einen Plan B zu haben. Nach diesen Vorbereitungen schultere ich mein A-280, klemme den präparierten Köder unter dem Arm, nehme Anlauf, springe über das Geländer und lande auf einem Kistenstapel etwa zwei Meter entfernt. Einen Moment scheint es so, als würde der Stapel ins Rutschen kommen, aber alles bleibt stabil. Der Rancor ist gerade am anderem Ende der Halle und hämmert auf eine Kiste ein. Das sollte die Geräusche meiner Landung leidlich übertönen.

So leise wie möglich klettere ich den Stapel herunter und komme wohlbehalten unten an. Wie ein Schatten husche ich von Deckung zu Deckung und bewege mich dabei stetig auf den Käfig zu, in dem ich schließlich den Köder platziere. In dem Moment wird der Rancor schon auf mich aufmerksam.

"Fierfek!", fluche ich verhalten, aber meine Kameraden werfen von der Gangway den Ablenkungsköder, sofort ändert der Rancor seine Richtung, ignoriert den Köder auf dem Boden, klettert gewandt den Kistenstapel hoch und springt dann auf die Gangway. Die Landung klappt aber nicht so wie geplant und er rauscht darüber. Die Gangway wird dabei zum Teil aus der Verankerung gerissen und kippt. Während Edna und Scav sich gerade so noch oben an den Trümmern festhalten können, purzeln Shaka und Lyn in den nächsten Kistenstapel und werfen diesen mit einem gewaltigen Getöse um. Während Shaka schnell wieder raus kommt und vom Rancor ungesehen wegrennt, ist Lyn in einer äußerst ungünstigen Postion gefangen. Ich bin derweil auf den Käfig geklettert, richte mich aus, nehme meinen A-280 in Anschlag und stelle ihn auf Betäubung. Zielen, zentrieren, Atem anhalten, zwischen zwei Herzschlägen sauber abziehen, genau so wie im Lehrbuch. Ich treffe den Rancor am Kopf, als dieser sich aufmacht, Lyn aus dem Kistenstapel auszugraben. Unwirsch schüttelt die Bestie ihren Schädel und seine Äuglein fixieren mich. Offensichtlich habe ich nun seine ungeteilte Aufmerksamkeit gewonnen.

Sofort springe ich von dem Käfig herunter und renne so schnell ich kann los. Leider liegen überall aufgebrochene Kisten und deren Inhalt auf dem Boden, was es in Verbindung mit der spärlichen Beleuchtung wirklich sehr schwierig macht, Geschwindigkeit zu generieren. Der Rancor läuft einfach durch die Hindernisse hindurch und schleudert sie mit der Masse seines Körpers zur Seite oder tritt den Gegenstand einfach platt. Obwohl dies noch fast ein Baby ist, dürfte der Rancor doch mindestens einen Meter größer sein als ich und wiegt bestimmt schon deutlich mehr als eine halbe Tonne. Das ist ein Rennen, dass ich nicht gewinnen kann.

Bevor der Rancor mich einholen kann, schlüpfe ich zwischen zwei eng beieinander stehenden Container, die hoffentlich die notwendige Masse haben, um den Rancor aufzuhalten. Fast ungebremst rennt die Bestie gegen die massiven Behälter und schafft es tatsächlich sie um mehrere Zentimeter zu verschieben, was durch ein durch das Mark gehende knirschendes Geräusch begleitet wird. Gierig streckt der Rancor seine Klauenarme hinein, die mich knapp nicht erreichen. Lyn gelingt es, sich aus ihrer misslichen Lage derweil zu befreien. Auch der Rest hat die Halle erfolgreich evakuiert. Nun gut, wenn der Rancor nicht den Köder fressen will, dann eben anders. Die Bestie hat derweil ihre Bemühungen aufgegeben, mich mit seinen Klauen zu erwischen und presst nun seinen Kopf in den Spalt. Ich will nicht warten, bis die Container dem Druck nachgeben und hebe meinen A-280. Ich stecke die Mündung der Waffe in das Nasenloch der Kreatur und drücke ab. Das Jungtier schreit gepeinigt auf und torkelt verwirrt zurück. Mehrfach fahren seine Klauenhände über seine Nase. Wahrscheinlich hat er da jetzt ein sehr taubes Gefühl und wundert sich, wo denn sein Riechorgan geblieben ist, dass er so nicht mehr fühlen kann. Er stößt nun schon schier herzzerreißende Laute aus, als er sich wie ein heulendes Kleinkind hinsetzt und anfängt nach seiner Mutter zu schreien. Da ich nicht warten will, dass der Rancor sich wieder einkriegt, bewege ich mich aus den Containern heraus und auf die nächste Leiter zu. Die ich ohne Zwischenfälle erreiche, da der Rancor immer noch mit grienen beschäftigt ist. Moral der Geschichte, corellianische Frauen frisst man nicht!

Ich komme gut oben an und gewinne Abstand. Während der Rest draußen wartet, richte ich mir einen schnell zu verlassenden Beobachtungsposten ein und warte gespannt, was der Rancor weiter macht. Das war jetzt ziemlich knapp, aber so langsam reduziert sich mein rasender Herzschlag auf Normalmaß und ich wische mir den Angstschweiß von der Stirn. Ich hätte nicht gedacht, dass die Sache so aus dem Ruder laufen würde. Aber der Macht sei Dank ist dabei niemand verletzt oder gar getötet worden.

Nach einer halben Stunde hört der Rancor auf zu weinen und trottet zu seinem Käfig zurück, wo ja noch das Leckerli liegt. Er stupst es mehrmals kritisch an, bevor er es mit mehreren Happen einfach herunter schlingt. Für einen Moment passiert nichts, dann beginnt der Rancor zu torkeln und bewegt sich aus dem Käfig heraus. So war das nicht gedacht. Schließlich bleibt er schwankend stehen, dreht sich einmal im Kreis und sackt dann in sich zusammen. Das Mittel hat gewirkt, aber der Rancor ist etwas mehr als zehn Schritte vom Käfig entfernt, vielleicht sogar mehr.

"Der Rancor ist betäubt! Könnt also wieder kommen!", rufe ich meine Kameraden und bewege mich mit meinem Gewehr im Anschlag sehr vorsichtig auf den Rancor zu. Ich stupse ihn mehrmals mit der Mündung an, aber das Jungtier reagiert nicht. Mit einer Verladeeinrichtung bringen wir den Käfig näher zum Rancor, aber jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden, ihn da rein zu bekommen. Wir zerren alle an ihm herum und er bewegt sich nur wenige Fingerbreit. Auch die Antigravklammer bringt da nichts mehr, da sie für eine solche Masse einfach nicht ausgelegt ist. So wird das nichts. Wir müssen die Kirche der Macht informieren und mit deren Leuten ist es nun ein leichtes, das Jungtier in den Käfig zu verfrachten. Dafür müssen wir nun die restliche Beute mit denen teilen. War so nicht geplant, aber wir haben keine andere Möglichkeit. Ein Rennen um die besten Beutestücke entbrennt und wir bleiben deutlich auf der Strecke. Letztendlich bekommen wir Waren im Wert von etwa 6000 Credits zusammen, die wir auf eine Antigravpalette packen, worauf auch der Käfig kommt. Wir müssen das nur noch nach oben schaffen. Und dazu brauchen wir Nilvax Mitarbeit. Das wird uns auch noch einiges kosten.

Nach etwas hin und her bekommen wir die Erlaubnis, unser Zeug nach oben zu bringen. Auch die Kirche der Macht lässt uns so ziehen, haben sie doch so ihren großen Lagerraum wieder und können da noch nach Herzenslust plündern. Mit einem Lastenaufzug fahren wir nach oben und auch die oberen Schotte öffnen sich für uns, wie vereinbart. Dafür erwartet uns Nilvax und etwa zwanzig Bewaffnete halten mehr oder weniger ihre Blastergewehre in unsere Richtung. Shaka übernimmt das Reden und versucht zu erklären, was eigentlich nicht wirklich zu erklären ist. Besonders heikel wird es, als Nilvax darauf besteht, den Rancor aufzuschneiden, um nachzusehen, ob wir da irgend etwas schmuggeln. Dagegen haben wir natürlich etwas. Letztendlich verrät Shaka so ziemlich alles, auch das sie den unteren Reaktor wieder hochgefahren haben. Das schwächt unsere Verhandlungsposition noch weiter. Das sieht nicht gut für uns aus!

Nakagos wirre Gedanken

Die Aktion mit dem Rancor ist deutlich anders gelaufen als geplant. Aber nach einigen nervenaufreibenden Momenten hat doch noch alles geklappt.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 25. September 2018, 10:19:18
Dorn

"Gut, machen wir es so, Nilvax. Schneide den kleinen Rancor auf und sieh nach, ob wir darin was versteckt haben, was wir nicht haben. Aber solltest du nichts finden, zahlst du uns die 10 000 Credits, für den wir ihn lebend verkaufen könnten!", vermittle ich schließlich einen Kompromiss. Mir ist es egal, was mit dem kleinen Rancor passiert. Mir geht es nur darum, schnell an Geld zu kommen, um die "Vanguard" wieder flott zu bekommen und meine kleine Schwester weiter suchen zu können. Nach etwas hin und her glaubt Nilvax uns, dass wir im Magen des Rancor nichts schmuggeln und wir können passieren. Auch den Nachlass von 3000 Credits bekommen wir wie vereinbart auf den Reparaturauftrag, so dass wir nur sehr wenig bezahlen müssen.

Wir verstauen unsere Beute auf dem Schiff und geben gleich weitere Reparaturen im Auftrag, zum einen die Hülle etwas besser zu reparieren, auch allgemeinen Bordsysteme zu warten und zu erneuern, da liegt vieles im argen. Auch das allgemeine Wohlbefinden spielt eine Rolle und wir investieren weitere 2000 Credits um die Belüftungsanlage wieder auf normale Leistung zu bringen. Wir organisieren uns auch eine aktuelle Astronavigationskarte für unseren Navigationscomputer.

Sybal, wo wir unseren Rancor abliefern sollen, ist nur drei Sprünge entfernt. Sybal ist wohl eine Minenwelt, welche der Suul-Tanca Corporation gehört. Quaria ist am Endpunkt dieser Route, ein Vergnügungsmond der reichen Hapaner, die hier in der Sperrzone ihren Gelüsten und Spielsucht nachgehen können. Ob sich da vielleicht meine Schwester befindet? Sie war schon als kleines Kind ein äußerst süßer Fratz und meine Mutter hat mal gesagt, Eloy würde eines Tages eine richtige Schönheit werden und Jungs ihre Wohnung belagern. Über mich hat sie das nie gesagt. Auf alle Fälle ein Punkt wo ich ansetzen kann, falls ich nichts über diesen verdammten Khardor herausfinden sollte.

Eine weitere Welt der Sperrzone ist Cyphera, auch eine Vergnügungswelt, aber irgendwie esoterisch. Keine Ahnung, was damit gemeint ist. Die Faktenlage ist dazu äußerst dünn. Entweder weiß niemand was genaues oder keiner will was sagen. Oder ich bin einfach zu blöd zu kapieren, was die mir eigentlich erzählen wollen. Es gibt noch eine weitere Raumstation mit dem Namen Vol Yunkai, die wiederum der Suul-Tanca Corporation gehört. Auf alle Fälle herrscht dort eine hohe Sicherheit und das heißt, wir sollten uns dort besser nicht mit illegaler Ware blicken lassen. Eine weitere Route von der Station führt nach Calfa ins Hapes Konsortium. Und die letzte Station wo wir momentan ansteuern können ist die Mynaros Station in der Neuen Republik gelegen. Vor einer gefühlten Ewigkeit sind wir von dort mit General Gale in die Sperrzone aufgebrochen.

Was mir aber auffällt, ist, dass diese "Suul-Tanca Corporation" im Vergänglichen Labyrinth immer mitzumischen scheint. Die Sonnenminenstation, die Lyn ausversehen in die Luft gejagt hat, hat dieser Corporation gehört, ebenso haben die Gamorraner auf Anduras I mit dieser Gesellschaft Geschäfte gemacht. Auf Sybal scheinen die aber wirklich dick drin sein. Tiefer gehende Informationen bekomme ich hier aber nicht.

Während ich noch über die Karten brüte und versuche zu ergründen, wie wir am besten vorgehen, nimmt mich Shaka zur Seite. Sie hat mit dem Spion gesprochen, der Asyl bei der Kirche der Macht gefunden hat. Die Person hat Shaka eine Kopie ihrer brisanten Daten auf einem Datachip übergeben. Den sollen wir so schnell wie möglich entweder nach Calfa, also ins Hapes Konsortium oder nach Mynaros schaffen. Calfa ist sieben Sprünge entfernt, Mynaros nur vier. Allerdings sind diese Routen besonders schwer zu navigieren. Auch wir werden in beiden Reichen gesucht. Außerdem bringt das mich meinem Ziel nicht weiter, meine Schwester zu finden. Also bin ich nicht erfreut, dass Shaka diese brisanten Daten bei sich trägt. Diese einfach General Gale zu übergeben ist nicht in ihrem Sinne.

Genau genommen sind wir immer noch Leute des Generals. Niemand hat uns gezwungen, ihn in die Sperrzone zu begleiten. Das er uns wortwörtlich auf Anduras I hat sitzen lassen, ist natürlich nichts, was man vergeben könnte. Ich heiße seine Taten nicht gut, aber ich kenne die wahren Hintergründe auch nicht. Vielleicht hat er den Verstand verloren oder aber er weiß genau, was er tun muss. Manchmal muss man absolute Härte zeigen und Dinge tun, auf die man nicht Stolz ist. Ich weiß selber nicht, wie viele Wesen ich im laufe des Krieges getötet habe. Meinen ersten Menschen habe ich mit Elf getötet und inzwischen ist es eine hohe dreistellige Zahl, vielleicht auch vierstellig. Anfangs habe ich noch mitgezählt, dann aber den Überblick verloren. Manchmal sieht man nicht, wie viele Opfer seine Taten beim Feind verursacht haben und man kann sich nicht auf die Zahlen des Imperiums verlassen, der sie nach belieben manipuliert. Die Sache mit den Daten wiegle ich also erst mal ab.

Am Abend gehen wir in Nilfax Bar, wo wir von ein paar Piraten angesprochen werden. Ich nutze die Gelegenheit, um etwas mehr über die Welten der Sperrzone und zu erfahren. Und natürlich um Fragen nach einem gewissen Khardor zu streuen. Leider rücken die nicht so gerne mit Daten heraus, auch wenn ich das ganze in einem harmlosen Gespräch zu extrahieren versuche. Einer der etwas betrunkenen Piraten begrapscht mich und ich hau im kurzerhand ganz charmant eine halbvolle Flasche Corellianischen Whiskeys auf dem Kopf.

"Das tut mir mehr weh als dir!", meine ich, als die Flasche an seinem Dickschädel zerspringt. Sofort sehe ich ein, dass ich im Eifer des Gefechtes einen äußerst fatalen Fehler begangen habe. Ich hätte die Flasche vorher besser austrinken sollen, denn so ist der gute Whiskey nun für immer verloren. Fierfek, dass ist jetzt aber wirklich ärgerlich, aber leider nicht mehr zu ändern. Daraus entwickelt sich nun eine handfeste Schlägerei. Am Ende werden wir alle aus der Bar rausgeworfen. Die beiden Twi´leks sehen äußerst ramponiert aus, während Edna und ich bester Laune sind, so eine zünftige Schlägerei hat einfach was herrlich erfrischendes. Idioten die Fresse zu polieren hat schon immer meine Stimmung aufgeheitert. Also gehe ich durchaus leicht angesäuselt, aber mit bester Laune ins Bett.

Am nächsten Tag zitiert Nilvax uns zu sich her. Es geht zum Glück nicht um die Schlägerei gestern, was ich befürchtet habe, sondern er hat einen weiteren kleinen Auftrag für uns. Der Sendeturm funktioniert nicht mehr, der sich ganz oben in der oberen Spindel der Station befindet. Ein gewisser Vorik betreibt den Turm und ignoriert alle Anfragen. Die Kunden der Station sind auf dem Sendeturm angewiesen und deswegen entsprechend aufgebracht. Er bietet uns 2000 Credits Preisnachlass an, ich handle ihn auf 2750 hoch. Nun gut, wir fassen Ausrüstung und machen uns auf den Weg nach oben. Die Fahrstühle sind leider alle außer betrieb, so dass wir Treppen zu steigen haben. Und das sind nicht wenige. Das nächste Problem ist, die normalen Bewohner der Station wohnen in dieser Spindel und angrenzenden Habitaten. Und jede Ebene scheint einem anderen Bandenführer zu gehören. Sie selbst schimpfen sich anders, wie Miliz oder Bürgerwehr, aber letztendlich sind es nur bessere Straßenbanden. Wir kommen an ein gut befestigtes Tor, dass von ein paar Halbstarken bewacht wird. Wir haben ein kleines Wortgeplänkel am laufen, bis sie nachgeben, da sie nicht prüfen wollen, ob wir ihnen wirklich eines auf die Nuss geben.

Das Ambiente wechselt nun auf eine kleinstädtische Welt mit Märkten, die Waren für den Alltagsbedarf anbieten und einer sehr rückständigen Infrastruktur. Wir schaffen etwa die Hälfte der Strecke und werden eindringlich vor den nächsten Banden gewarnt, als wir dieses Gebiet verlassen. Zwei Gangs sind nur noch zwischen uns und unserem Ziel, dem Sendeturm. Aber die haben es wohl in sich. Da gibt es Quarn und seine Leute, welche die nächsten sind. Die sind schwer bewaffnet und stehen im Konflikt mit Vorbans Bande, welche die obersten Segmente der Spindel für sich beanspruchen. Wir werden ausdrücklich von den Leuten hier unten gewarnt, dort ja nicht hoch zu gehen. Wir schauen uns nach Alternativen um. Eine wäre über Lüftungsschächte hoch zu klettern. Ich fände das praktikabel, aber Lyn und Shaka sind da nicht so dafür. Shaka ist der Meinung, dass sie uns mit ihrem großen Mundwerk da durchbringen kann. Ich bin da skeptisch, aber die Mehrheit scheint diesen Plan zu favorisieren. Nun gut, geben wir Shaka noch eine Chance, wobei ihr Gerede uns beinahe Kopf und Kragen bei Nilvax gekostet hat.

Das nächste Stockwerk ist geräumt und wir kommen an eine Treppe, die mit Barrikaden gesichert und von vier schwer bewaffneten Männern bewacht wird. Diese Männer wirken Kampferfahren und sind so positioniert, dass eine Handgranate immer maximal zwei treffen kann. Die wirken auf mich, als wüssten sie was sie tun. Nicht so wie die dummen Halbstarken weiter unten, die mit Blastern posieren, die sie wahrscheinlich nicht mal selbst warten können, geschweige den gezielt abfeuern. Shaka tritt Selbstbewusst hervor und verlangt den Anführer Quarn zu sprechen. Der lässt sich nicht lange bitten und ein schwer gerüsteter Hüne mit gleich vier schweren Blasterpistolen im Gürtel schreitet ein Stück weit breitbeinig die Treppe herunter. Ich verstehe nicht ganz, warum er vier Pistolen braucht, wo er doch nur zwei Hände hat. Vielleicht hat er schlechte Erfahrungen mit Fehlfunktionen oder ausgehender Tibanagasladungen gemacht und ich muss zugeben, zu viele Waffen kann man gar nicht haben.

Zuerst versucht es Shaka damit, dass Nilvax uns schickt, den oberen Reaktor zu warten. Die Lüge bricht recht schnell in sich zusammen, da unsere Sprecherin keinerlei wirkliche Ahnung hat und Scavs Worte ungehört verhallen, als er mit technischen Details aufwartet. Die Lichtgloben flackern nicht, also ist für die Leute alles mit der Stromversorgung in Ordnung. Anstatt es gut sein zu lassen, schwenkt die blaue Twi´lek nun darauf um, Quarn auf seine Rivalität mit Vorban anzusprechen und unsere Hilfe bei der Problemlösung anzubieten. Wenn Quarn solche Leute wie die hier unter seinem Kommando hat, selber einen recht kampfstarken Eindruck macht, heißt das im Umkehrschluss, dass dieser Vorban ähnlich kompetent sein muss, da dieser seine Position halten kann. Quarn ist Shakas Hilfsangebot nicht abgeneigt.

"Wir müssen das kurz besprechen, Meister Quarn", meine ich zu dem bulligen Kern und zerre Shaka etwas zurück. Wir bilden wie beim Schlagball einen Kreis, wo wir unsere Taktik besprechen. Ich lege meine Sorge dar, dass wir nur als entbehrliches Kanonenfutter dienen werden, ohne unserem Ziel wirklich näher zu kommen. Auf alle Fälle bin ich nicht bereit, für 2750 Credits ins Gras zu beißen. Die anderen schließen sich meiner Argumentation an und auf einmal scheint eine sicherlich anstrengende Kletterei durch enge Lüftungsschächte gar nicht mehr so eine schlechte Idee zu sein.

"Leider müssen wir das Angebot zurückziehen, Meister Quarn", übernehme ich nun das sprechen für die Gruppe, da Shaka schon genug Unheil angerichtet hat.

"Schade! Aber mich zu sprechen kostet 500 Credits!", meint er nun breit grinsend.

"Wovon träumst du nachts?", frage ich total perplex über diese Unverschämtheit. Bei 50 Credits hätte ich eine Bestechung noch in Erwägung gezogen. Aber 500?

"Davon, mit drei Frauen gleichzeitig zu schlafen", erwidert er frech. Was frag ich auch?

Nakagos wirre Gedanken

Hier gibt es leider auch nicht viel Action, da wir die Schlägerei leider nicht wirklich ausgespielt haben. War aber trotzdem lustig.

Ich bin jetzt erst einmal auf Reisen. Nächstes Update wird eine Weile auf sich warten lassen. Aber keine Angst, es geht weiter.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 21. Oktober 2018, 15:49:40
Esk

Da dies kein gutes Ende mehr nimmt, zünde ich meine selbstgebastelte Rauchbombe und ziehen uns im Schutz sich der schnell ausbreitenden Rauchwolke in einen Gang zurück, der in ein angrenzendes, verlassene wirkendes Habitat führt. Wir setzen uns schnell genug ab und bringen genug Distanz zwischen unseren nachstoßenden Verfolgern, dass wir ungehindert und ungesehen in einen Luftschacht klettern können. Ich übernehme die Spitze und rücke als erste vor. Ich bin durchaus erleichtert, dass es zu keinem Gefecht mit diesen Schlägern gekommen ist. Das hätte böse für uns ausgehen können. Eine der wichtigsten Regeln des Krieges ist, nur kämpfe auszufechten, die man auch gewinnen kann. Fünf gegen Fünf mag zwar fair erscheinen, aber nicht alle von uns sind richtige Kämpfer. Quarn und seine Jungs dagegen schon. Und wo die hier kommen, gibt es noch mehr von denen.

Der Schacht endet schließlich in einem grell beleuchteten Raum. Vorsichtig rücke ich vor und spähe hinein. Ich sehe jede Menge in Töpfen stehende Pflanzen einer mir unbekannten Sorte. Ich weiß aber, dass der Rohstoff vieler Gewürzsorten pflanzlicher Natur ist. Offensichtlich betreibt Vorban hier eine Drogenplantage. Wir rücken nach etwas hin und her geschlossen vor, passieren ungesehen ein Drogenlabor, wo sogenannte "Devilsticks" hergestellt werden. Wir verschwinden unentdeckt durch einen weiteren Lüftungsschacht und kommen schließlich oben an. Wir verlassen den Schacht und schließlich versperrt uns ein schwer bewaffneter Sicherheitsdroide der IG 86 Baureihe den Weg. So ein Modell hat meine Mutter getötet. Aber trotzdem hege ich keinen Groll gegen diese Baureihe. Was bringt es, ein Stück Metall zu hassen? Besonders da meine Mutter ihren Tod selbst gerächt hat.

Wir reden mit dem Droiden und werden obendrein noch mit dem Kameraauge eines Türsteherdroiden gemustert. Vorik scheint mit dem was er sieht zufrieden zu sein, denn lädt uns ein, ihn zu besuchen. Dann öffnet sich die Fahrstuhltür und werden mit einem Turbolift nach oben befördert. Liftkabinen sind Todesfallen. Hier kann man uns vergasen oder ganz primitiv in die Tiefe fallen lassen. Aber wohlbehalten kommen wir oben an. Ein Umstand, über den ich sehr froh bin. Vorik entpuppt sich als Ammoniak atmender Gaunt. Das Alien hockt in einem Antigravsessel und schwebt über uns.

Der Gaunt erklärt uns, warum er den Sendeturm abgestellt hat. Jemand hat der Königlichen Flotte des Hapes Konsortium unseren Aufenthaltsort verraten, weil wir ja als Terroristen gesucht werden. Was die unangenehme Folge hat, dass die Königliche Flotte einen Kampfdrachen schicken könnten, was wiederum die Situation mit Gale eskalieren lassen könnte. Egal wie es ausgeht, die Nilvax Station wird für unsere Anwesenheit bluten müssen. Deswegen sollen wir nun den Verräter aufspüren und zwingen, seinen Code zu verraten, mit dem die Nachricht verifiziert werden kann. Der Verräter hat ein Terminal in einem weiter unten gelegenen Habitat der oberen Spindel benutzt. Vorik kann uns die genaue Postion geben. Wenn wir den Verräter schnappen und die Verifikationskriterien extrahieren können, kann er wiederum unseren Tod melden und damit das Konsortium abwimmeln.

Das finde ich äußerst Nett von Vorik. Da frage ich doch gleich, ob er Khardor kennt. Tut er und zeigt mir Aufnahmen vom letzten mal, wo der Pirat hier war. Der Mann ist schon älter und hat langes, schlohweißes Haar. Er ist von einem Gefolge umgeben, meine Schwester ist nicht darunter. Leider weiß auch der Gaunt nicht, was mit Khardor passiert ist. Nach seinen Informationen ist er noch aktiv im Ionennebel unterwegs. Aber wo genau, entzieht sich seiner Kenntnis.

Wir verabschieden uns von Vorik und begeben uns wieder über die Luftschächte nach unten. Die Leute unten wundern sich, dass es keinen Kampf gegeben hat. Nun ja, auch ein Corellianer kämpft nicht jeden Kampf, der sich ihm bietet. Wir finden schließlich das Panel in einem Gang des Habitatkomplexes. Die Platine ist offengelegt und dutzende von Kabeln führen davon weg. Im Gang spielen ein paar Kinder, die Shaka einfach mal befragt. Schnell wird klar, dass ein Einarmiger Trandoshaner der Urheber des Schlamassels ist. Wir geben Vorik Bescheid, dass er wieder den Turm online stellen soll, wir können dem Verräter hier eine Falle stellen. Wir suchen uns eine Wohnung in der Nähe und brauchen nicht lange zu warten, bis der Trandoshaner in Begleitung zweier Söldner kommt. Kaum hat der Trandoshaner seinen Code eingegeben, schlagen wir zu und machen kurzen Prozess. Der Kampf ist schnell und hart. Als Angreifer aus dem Hinterhalt sind wir klar im Vorteil und machen den Gegner nieder, bevor der überhaupt weiß, wie ihm geschieht. Das ist schon fast eine Hinrichtung und nach wenigen Augenblicken liegen drei Leichen vor uns. Vorik meldet nun mit dem Code, dass wir alle tot sind und das Hapanische Konsortium hat jetzt keinen Grund mehr, vorbei zu schauen.

Wir plündern die Leichen und gehen dann zu Nilvax unsere Belohnung abholen, weitere 2750 Credits Preisnachlass. Hat sich gelohnt, besonders da wir ja die eigentlichen Auslöser des Problems waren. Manchmal rächt es sich doch, jemanden am leben zu lassen. Frohgemut kehren wir zu unserem E9 Scoutschiff zurück, dass jede Stunde mehr einem flugfähigen Raumschiff ähnelt. Der Tag wird kommen, da werden wir stolz auf unser Raumschiff sein können. Und vielleicht werde ich damit auch endlich meine Schwester finden. Es ist so lange her und wenn man es genau nimmt, ist meine Suche ein Akt des Wahnsinns. Aber ich habe nun mal geschworen, sie zu beschützen und falls ich daran scheitere, sie blutig zu rächen. Und wir Corellianer stehen im Ruf, unsere Versprechen zu halten. Egal was es kostet!

Nakagos wirre Gedanken

Bin nun zurück und es geht weiter wie bisher.

Sitzung gespielt am: 24.02.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Lyn, Shaka, Scav, Edna
Erfahrungspunkte: 15, investiert in Starrsinn und Präzisionsschuss

Beute: Mehrere Waffen, 1 junger Rancor, 12 Einheiten Handelsware a 500 Credits, Verschiedene kleinere Beutelemente im Wert von 1000 Credits.

Besiegte Gegner: B1 Kampfdroide, 1 junger Rancor gefangen genommen, 1 Trandoshaner, 2 Söldner,

Resümee: Dieses mal war es deutlich weniger actionlastig. Es gab nur einen B1 Drodien, einen Trandoshaner und 2 Söldner umzuschießen. Nach den Erfahrungen letztes mal haben wir Kämpfe soweit es ging vermieden. Wie heißt es so schön, wähle deine Feinde mit bedacht. Das fangen des Rancor war natürlich haarig und ich hoffe, am Ende zahlt sich das Risiko auch in Form von vielen Credits aus.

Was zu befürchten war, hat sich heraus gestellt, unser E9 ist ein Haufen fliegender Schrott. Dafür ist es auch ein geiler Haufen fliegender Schrott. Wieder haben wir gut zusammen gearbeitet und jeder konnte was nützliches beitragen. Wir haben mehrmals Shaka für uns sprechen lassen und fast immer hat sie sich verhaspelt oder das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich wollte. Der Spieler hat in den letzten beiden Kampagnen immer äußerst dämlich und unnütze Bemerkungen dann gemacht, wenn mein Charakter Verhandlungen führen musste. Da war ich entweder der Lordkapitän der "Audacia" oder der Fürst von Itria, da musste ich für mich selbst sprechen und konnte niemand anders das übernehmen lassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nie leicht ist, das Sprachrohr der Gruppe zu sein. Tja, jetzt sieht der Spieler von Shaka, wie schwierig dieser Part ist. Wird ihm hoffentlich eine Lehre sein.

Lyras Entwicklung: Die investierten Punkte von letztes mal haben wenig Auswirkung gezeigt. Ausweichen war nicht einmal gefragt und auf Pilot Raum gab es nur eine einzige Copiloten Probe zu würfeln. Lyra hatte sicher ihre Sternstunde, als sie den Rancor fing. Da konnte sie wieder mal zeigen, was ihre stärken sind. Dieser Teil war wirklich super, auch wenn es durchaus Nerven gekostet hat.

Die Fünfzehn Punkte wandern nun in Starrsinn, was +1 auf das Erschöpfungslimit gibt. War bisher zwar noch kein Problem, aber für 5 Punkte nimmt man das gerne mit und die nachfolgenden Talente in der Reihe sind alle sehr nützlich. Das nächste ist dann gleich Präzisionsschuss, wo man ein Manöver bekommt, dass einen erlaubt, für einen Erschöpfungspunkt die Verteidigung des Zieles um eins zu senken. Entfernt quasi einen schwarzen Würfel. Ist wirklich nur interessant auf der zweiten Ausbaustufe. Mit dem Manöver Zielen bekomme ich einen blauen Verstärkungswürfel. Ich kann also entscheiden, entweder einen schwarzen Komplikationswürfel zu entfernen oder einen blauen Verstärkungswürfel zu bekommen. In Normalfall ist der Verstärkungswürfel besser. Das Talent darunter ist dann aber wirklich interessant, da man mit "Direkt ins Schwarze" einen Schicksalspunkt ausgeben kann, um den Wert in Gewandtheit auf den Schaden rechnen zu lassen.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel und die einzelnen Würfel

Heute und am Ende des nächsten zwei Kapitel werde ich mal die besonderen Würfel des Systems vorstellen. Wen es nicht interessiert, kann hier einfach aufhören zu lesen und auf das nächste Kapitel warten.

Wie schon im vorherigen Kapitel erwähnt, benutzt Am Rande des Imperiums und seine zwei Brüder besondere Würfel mit einzigartigen Symbolen. Erfolgssymbole werden durch einen Stern repräsentiert. Um eine Probe zu schaffen, braucht man immer einen Nettoerfolg. Vorteile werden durch eine Art abgespecktes Allianzsymbol dargestellt. Vorteile können zum Beispiel Zeiträume verkürzen oder im Kampf kritische Wunden auslösen oder Erschöpfung bei einem selbst heilen. Auch können sie für die nächste Probe einen blauen Verstärkungswürfel generieren oder dem Gegner einen schwarzen Komplikationswürfel aufbrummen.

So beginnen wir mit dem wohl am Anfang am meisten vorkommenden Würfel, den Begabungswürfel. Der Begabungswürfel ist grün, ein W8, also ein Würfel mit acht Seiten und hat 2 x 1 Erfolgssymbol, 1 x 2 Erfolgssymbole, 2 x 1 Vorteilsymbol, 1 x 2 Vorteilsymbole, 1 x je 1 Erfolgs und Vorteilsymbol und zuallerletzt eine freie Seite mit überhaupt keinen Symbol.

Der Würfel repräsentiert die Begabung in gewissen Fertigkeiten und stellt sich aus der Anzahl des dazugehörigen Attributes zusammen. Wer eben stark ist, kann besser auf jemanden einprügeln. Wer gewandt ist, kann sich eben besser leise bewegen. Macht Sinn. Es gefällt mir sehr, wie stark die Attribute die Fertigkeiten beeinflussen, dass sie eben Würfel generieren. Finde ich sehr schön gemacht. Momentan fällt mir kein System ein, wo Attribute so stark die Fertigkeit beeinflusst. Das ist sehr gut gelöst

Kommen wir nun vom grünen Begabungswürfel gleich zu seinem bösen Zwillingsruder, den violetten Schwierigkeitswürfel, ebenfalls ein W8. Er verfügt über 2 x 1 Fehlschlagsymbole, 2 x 1 Nachteilssymbole, 1 x 2 Fehlschlagsymbole, 1 x 2 Nachteilssymbole und natürlich 1 x je 1 Nachteil und 1 Fehlschlagsymbol. Dazu ist eine Seite blank und bei einem negativen Würfel ist das die Seite, die man am liebsten sieht. Fehlschlagsymbole sehen aus wie eingedrückte Dreiecke. Ich habe keine Ahnung, was davon das Vorbild im Star Wars Universum sein soll. Nachteile haben als Symbol das Imperiale Hoheitszeichen. Also sehr eindeutig und nachvollziehbar.

Wie schon der Name sagt, repräsentiert der violette Schwierigkeitswürfel die Schwierigkeit bei einer Probe. Je schwieriger, desto mehr Würfel kommen in den Pool. Im Normalfall ist bei fünf W8 Schluss, kann aber durchaus noch durch Talente oder widrigste Ereignisse steigen. Eine Fernkampfprobe über eine lange Entfernung hat zum Beispiel eine Schwierigkeit drei, also kommen drei Schwierigkeitswürfel in den Pool. Jedes Fehlschlagsymbol negiert einen Erfolg. Jedes Nachteilssymbol ein Vorteilsymbol. Ist als recht simpel gehalten. Vergleichende Proben gehen dann auch auf Fertigkeit oder Attribute eines NSC, wobei Attribute dann durch die violetten Erschwerniswürfel dargestellt werden.

Im Gegensatz zu den anderen, später noch vorgestellten Würfelpaaren, sind die beiden W8 vollkommen gleichwertig und können sich gegenseitig komplett gleichmäßig aufheben.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 23. Oktober 2018, 15:56:31
Zum besseren Verständnis eine Sternenkarte des Ionennebels im Bereich des Sperrgebietes. Calfa gehört zum Hapanischen Konsortium und Mynaros zur neuen Republik.

Legende: P = Planet, M = Mond, S = Station, N = Navigationspunkt

                    N
                  /   \                                                                  N
P Calfa__N     \                                                                /  \
                         \N_                                                        /     \     N  _______P Anduras I
                               \__ S Vol Yunkai ________          /        \   /
                                                                           \N__ N         S Nilvax Station
                                                                           /                   \
P Cyphera__________N________________ /                       \
                                                                                                  \
                                                                           P Sybal            \
                                                                            \                       \
P Varian                                                                \                       \N
M Quaria \                                                              \                     /\
                 \____________ N_________________\N________/   \
                                                                                                          \         
                                                                                                           \N__
                                                                                                                   \N____S Mynaros

Handlungsorte im Sperrgebiet

Anduras – Wald und Minenwelt
Calfa – entwickelte Welt des Hapeskonsortium und Endpunkt einer der wenigen Routen durch den Ionennebel
Cyphera – Träume deinen Traum!
Mynaros Station – Außenposten der Neuen Republik.
Nilfax Station – unabhängige Station, wird von einem Barkeeper namens Nilfax regiert
Quaria – Mond von Varian, Vergnügungswelt mit Casinos
Sybal – Minenwelt, Hauptquartier der Suul-Tanca Corporation in Sektor I.
Varian – Untergegangene unabhängige Welt
Vol Yunkai – Station des Hapes Konsortium


Episode IV
Suul-Tanca Corporation
Aurek

Die "Vanguard" ist zwar immer noch in einem recht desolatem Zustand, aber es wird Zeit, den Rancor abzuliefern. Den betäubt zu halten wird den Gewinn wortwörtlich auffressen. Also kaufen wir ein paar Vorräte ein und es ist angebracht, nun in den Ionennebel aufzubrechen. Mit Lyn zusammen mache ich den Checkup und bin ganz und gar nicht zufrieden, wie sich unsere Triebwerke anhören. Da muss noch etwas getan werden. Es knirscht, als die Landestützen einfahren und immer noch kreischt einer der Repulsorliftantriebe auf der Steuerbordseite. Wir werden noch viel Zeit, Geld und Nerven investieren müssen, bis die "Vanguard" meinen Ansprüchen genügen wird. Lyn überlässt es heute mal mir, den E-9 aus dem Hangar zu bugsieren und durch das Trümmerfeld zu steuern. Ich bin keine Kampfpilotin, aber ich kriege es mit Bravour hin, unser Schiff durch die Gefahrenzone zu steuern. Schließlich sind wir weit genug weg von Nilvax Station und Scav beginnt die Route für den Hyperraumsprung mit Hilfe des Navigationscomputers zu berechnen.

Wir brauchen drei Sprünge, bis wir Sybal erreichen. Dank der Routen von Nilvax verlaufen die Sprünge unproblematisch. Allerdings ist das Hyperraumtriebwerk immer noch nicht auf der Höhe und wir fahren deutlich unter der Höchstgeschwindigkeit. Trotzdem sind die Temperaturen für den Antrieb einfach zu hoch. Aber wenigstens fängt dieses mal nichts Feuer. Schließlich erreichen wir den freien Raum über unseren Zielpunkt. Die Welt entpuppt sich als ein ziemlich öder Planet im Nirgendwo. Schöne Welten sehen anders aus. Wir werden recht früh angefunkt. Die Welt in der Sperrzone wird  von der Suul-Tanca Corporation verwaltet.

Nachdem die "Vanguard" ein Wachschiff passiert hat, beginnen wir mit den Anflug auf "Landefeld", welches sich in der Nähe der Hauptstadt "Sektor I" befindet. Wirklich kreativ bei der Namensgebung sind die hier nicht. Eigentlich wollen wir ja nach Anthua, aber deren Raumhafen ist angeblich gesperrt. Fierfek!

Also landen wir auf dem Raumhafen Landefeld. Wir sind das einzige Schiff weit und breit. Eine Gruppe von verschwitzten Zollbeamten kommt herbei und ich sehe mich gezwungen, mich als Captain Eileen Wolan auszugeben, die frühere Besitzerin dieses Schiffes. RD 79 versichert mir, dass er noch nie hier gewesen ist, also wohl niemand die ehemalige Besitzerin des Schiffes persönlich kennt. Als die Frau vor acht Jahren gestorben ist, hatte sie in etwa mein Alter. Haar-, Haut- und Augenfarbe stimmen überein. Das Lichtbild auf ihrem Ausweis, den wir mit ihren Schiffs- und Ladepapieren gefunden haben, ähnelt mir sogar rudimentär. Wenn man nicht genau hinsieht, besteht durchaus eine Ähnlichkeit. Nun gut, mit flauem Gefühl im Magen beginne ich die Scharade und komme sogar damit durch. Wir bezahlen die Landegebühren, den Zoll für die mitgeführte Waren und bekommen ein paar Informationen. Der Rancor wird nicht beanstandet, die werden hier als Arbeitstiere eingesetzt. Halte ich für recht gefährlich, aber was weiß ich schon von Rancorzucht?

Anthua, wo unser Kunde Lordak wohnt, ist momentan nur mit der Schwebebahn zu erreichen. Es gab wohl dort einen Mord an einen Zollbeamten der Corporation und die haben im Gegenzug Sanktionen über die Stadt verhängt. Die Schließung des dortigen Raumhafens ist eine davon. Suul-Tanca Corporation baut hier im großen Stil Erze ab, aus dem wiederum der Stahl verhütet wird, aus dem dann die Kampfdrachen des Hapanischen Konsortium gebaut werden.

Ich muss mich noch im Besucherzentrum registrieren lassen, unter anderem wegen dem Rancor, der mit einem Chip versehen wird. Sollte der was anstellen, sprich aus seinem Käfig ausbüchsen und Konzerneigentum beschädigen, muss ich dafür haften. Ich bekomme den Tipp, sofort beim Kauf den Chip auf den neuen Besitzer eintragen zu lassen. Na Prima auch. Es gibt hier eine recht aggressive Fauna, bestehend aus wild lebenden Rancors und Schwärmen riesiger Vögel namens Akuas, die angeblich sehr gefährlich sind.

Wenig Überraschend ist das relativ neue Besucherzentrum im fortschrittlichen Design mit viel Glas leer, aber im Gegensatz zum in der Hitze schier kochenden Landeplatz aus Permabeton klimatisiert. Ich sehe ein Plakat, wo für Cyphera geworben wird. Der Slogan lautet: Cyphera, wo Träume wahr werden. Das war die Vergnügungswelt am Ende einer uns bekannten Route und die nächste bewohnte Welt von hier aus gesehen. Ob ich da vielleicht meine Schwester finde?

Ich registriere mich und sorge dafür, dass der Käfig mit dem Rancor in einen Schwebezug verladen wird. Wir haben noch genug Zeit und gehen auf einen Markt in Sektor I. Hier wirkt alles neu und viel Glas ist verbaut. Die Markthalle ist überdacht und es ist hier deutlich mehr los, so das wir unsere Waren von Nilvax Station zu einem guten Preis loswerden. Da lasse ich doch gleich die Vanguard in ein Reparaturdock verlegen, wo unter Lyns Aufsicht weitere Reparaturen vorgenommen werden. Wir vereinbaren, da wir jetzt etwas Bares in der Kasse haben, jeden Gewinn in zehn Teile zu splitten. Jeder bekommt ein Zehntel, der Rest geht in die Schiffskasse, wo wir Reparaturen und die laufenden Kosten des Tagesgeschäftes bezahlen.

Für die Reise nehme ich mein DLT 19 mit, dass ich auf Andura I von dem Gamorraner erbeutet habe. Eine der Waffen, die ich öfters im Bürgerkrieg geführt habe. Oft war ich bei dem Trupp, der den anderen Trupps im Zug Feuerschutz gegeben hat. Meist mit einem Scharfschützengewehr wie dem E11s oder eben mit einem DLT 19. Das A-280 ist nicht schlecht, aber letztendlich nur ein Gewehr für alle Fälle. Ich rechne mit Ärger und inzwischen habe ich gelernt, auf meine Instinkte zu vertrauen. Und wenn Ärger im Anzug ist, dann ist ein DLT 19 ein wirklich probates Gegenmittel dagegen.

An der Zugspitze befindet sich wenig überraschend die Zugmaschine, die mit einem drehbaren Repetierblaster in einem auf dem Dach befestigten Drehkranz bestückt ist, der von ein Gardisten der Suul-Tanca Corporation bedient wird. Dahinter sind zwei Passagierwagen angekoppelt, dann kommen drei Güterwagen. Die Passagiere bestehen aus einheimischen Menschen und Konzernangestellten. Fünf Offizielle in Uniform werden von zwei bewaffneten Wachen beschützt. Ein kleiner Junge schaut mit großen Augen auf mein Gewehr.

"Guck mal, Papa. So eine kleine Frau und so ein großes Gewehr!" So ein süßer Fratz! Leider zerrt sein Vater den Jungen auf seinen Schoß und zwingt ihn, andere Dinge zu machen, als mich mit großen Augen anzustarren. Scav steigt zu dem Rancor in das Frachtabteil, Edna und Shaka leisten mir Gesellschaft in der Passagierkabine. Lyn bleibt im Schiff zurück. Eine Klimaanlage kämpft mehr oder weniger erfolgreich gegen die draußen herrschende Hitze. Es riecht noch nach Putzmitteln, der Waggon ist gerade erst gereinigt worden. Endlich setzt sich der Zug in Bewegung und nehmen nicht gerade Fahrt auf. Schnell ist anders!

Die Landschaft ist recht eintönig, da wir in einem Canyon fahren und nur graue, graubraune oder braune Wände sehen. Für ein paar Augenblicke ist das Farbenspiel der Evolutionsgeschichte durchaus interessant, dann wird es aber eintönig. Es geht durch einen Tunnel und erreichen nach einer gefühlten Ewigkeit die andere Seite. Weiter geht es zu einer Haltestation in der Mitte von Nirgendwo. Hier ist eine staubtrockene Ebene zu sehen, weiter hinten in einer schwer im Hitzeflirren zu schätzenden Entfernung ragen Felsformationen hoch. Obwohl hier keine Siedlung ist, sind hier einige schwer bepackte Minenarbeiter zu sehen. Sie haben einen Rancor als Lastenträger dabei. Einige der Bündel sind verdächtig lang und in mir schrillen alle Alarmglocken. In dem Moment ziehen sie auch schon blank, sprich aus ihren Bündel Blastergewehre der weit verbreiteten Baureihe A-280, wie ich eines normalerweise benutze.

"Jeder kann sich mit 500 Credits frei kaufen!", bietet der Anführer der Räuber generös an und zwei der Spießgesellen öffnen schon die Tür. Da die meisten Passagiere so aussehen, dass sie nicht genug Credits für so etwas dabei haben dürften, wird das übel enden. Auch ich habe weder Lust noch Credits dafür übrig. Jedes Gefecht kann das Letzte sein, aber meine Zuversicht zu gewinnen ist größer als meine Angst, hier zu sterben.

Die meisten Menschen gehen kreischend in Deckung und ich in Stellung. Ich schieße ohne lang zu fackeln den ersten Räuber einfach über den Haufen. Hat er nun davon. Leider kann er nichts mehr daraus lernen, da er mit einem qualmenden Loch in der Brust zu Boden geht. Edna schießt den anderen ebenfalls um und wir gehen nun neben den offenen Zugfenstern in Stellung, um die restlichen Räuber draußen ebenfalls unter Feuer zu nehmen. Die Räuber reagieren sofort und nehmen den Feuerkampf mit uns auf. Ihre Blastergewehre zischen und ich kann im letzten Moment einem Strahl ausweichen, während Edna und Shaka getroffen werden. Der Rancor rennt heran und rammt einen Frachtwaggon. Das gibt eine ziemliche Delle und eine spürbare Erschütterung läuft durch den Zug, der gerade anfährt. Da der vorne in einem Drehgestell lafettierten Repetierblaster nicht feuert, gehe ich davon aus, dass es den Schützen wohl erwischt hat. Die beiden Wächter nehmen nun ebenfalls den Feuerkampf auf.

Der Zugführer ist motiviert und der Zug nimmt überraschend schnell fahrt auf, während wir weiter beschossen werden. Zwei Räuber sind noch recht nah dran und versuchen auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Ich ziele, drücke den Abzug des DLT 19 komplett durch und gehe so in den Schnellfeuermodus. In meiner Garbe gehen die beiden Wahnsinnigen zu Boden. Das haben die sich sicherlich anders vorgestellt.

Der Zug durchbricht ein Hindernis auf der Bahn, lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Leider war das noch nicht alles, denn auf einmal sehe ich, wie wir die Frachtwagons verlieren. Offensichtlich gelang es zwei weiteren Räuber unbemerkt auf den Zug aufzuspringen und haben nun die Frachtwagons entkoppelt.

"Die klauen unseren Droiden!", kreischt Shaka etwas hysterisch.

"Falsch! Die entführen unseren Kameraden!", weiße ich die Twi´lek zurecht und leite eine Notbremsung ein. Ich muss mich gut festhalten, um nicht zu Boden geworfen zu werden. Einer der Offiziellen will mich sogar daran hindern. Aber mein Ellenbogen auf seinem Gesicht hilft, sich auf das wesentliche im Leben zu besinnen, während er mit blutender Nase zu Boden geht. Ich renne zur Tür, gehe dort gut gedeckt in Stellung und schieße einen der Räuber nieder, welche es gewagt haben, unsere Fracht stehlen zu wollen. Shaka erledigt den Anderen, bevor der stiften gehen kann, nachdem Edna leider daneben geschossen hat. Wir springen auf den Boden und rücken vor. Durch das Manöver der Räuber ist die Ladung innerhalb der Frachtwaggons vertuscht und Scav meldet, dass der Käfig beschädigt ist. Obendrein regt sich der Rancor.

"Warum hast du kein Betäubungsmittel dabei?", fragt Shaka dämlicher weise.

"Weil wir ihm keines gegeben haben!", antworte ich anstelle von Scavangerbot 523. Immerhin kostet eine Dosis von dem Zeug ein Vermögen und Credits sind ein Gut, dass wir noch später brauchen. Zum Beispiel um die "Vanguard" wieder auf Vordermann bringen zu können. Die übrigen Räuber sind dem Zug mit einem sehr rustikal aussehenden Schweber gefolgt. Das Ding ist so oft modifiziert worden, dass selbst ich nicht erkennen kann, was das Grundmodell gewesen sein könnte. Aber das ist momentan auch kein Problem, sondern die darauf nun abspringenden Räuber sind es, welche sogleich ausfächern. Und der verdammt Rancor, auf dem nun ein Reiter sitzt. Während wir die Distanz zu den stehenden Wagons verkürzen, fährt der Zug ohne uns einfach weiter.

Nakagos wirre Gedanken

Hier ist schon etwas mehr los als auf Nilvax Station.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 25. Oktober 2018, 15:45:27
Besh
"Fierfek! Ihr verdammten Feiglinge! Bleibt gefälligst stehen!", rufe ich vergeblich in Richtung des Zugs. Für was führen die einen Repetierblaster auf dem Zug mit? Nun ja, meine Mutter sagte immer: Es hilft nicht über verschüttete blaue Banthamilch zu jammern. Also konzentriere ich mich auf das wesentliche, suche eine halbwegs geschützte Position, gehe zwischen zwei massiven Bodenerhebungen in Stellung und nehme davon aus den Feuerkampf mit dem Feind auf. Hach, dass erinnert mich an glorreiche Zeiten des Galaktischen Bürgerkrieges. Damals hatte ich das natürlich nicht so empfunden, aber die zeitliche Distanz lässt einen das ganze schreckliche Blutvergießen in ein ganz anderes Licht erscheinen. Aber ich bin nicht hier, um in meiner Vergangenheit als eine von Shellys Gundarks im Roten Trupp zu schwelgen, sondern die aktuelle Bedrohung professionell und schnell zu erledigen. Ich ziehe Feuer und werde trotz guter Deckung getroffen. Aber zum Glück nur ein Streifschuss, der eine oberflächliche, wenn auch schmerzende Wunde hinterlässt.

In schneller Folge erledige ich im Gegenzug ohne weiteren Gegentreffer einen deckungslosen Läufer, einen in Deckung gehenden Räuber und dann den Rancorreiter, der inzwischen abgestiegen ist. Leider führt der junge Rancor geflissentlich den letzten Befehl seines nun toten Meisters aus. Und der besteht wohl leider daraus, uns zu töten. Edna hat derweil auch mehrere Piraten eliminiert, nur Shaka nicht, da ihr Karabiner nicht die notwendige Reichweite hat und sie offenbar nicht in der Lage ist, sich dem Feind angemessen zu nähern. Letztendlich ist nur noch ein Pirat übrig, der in stabiler Deckung offensichtlich darauf hofft, dass der Rancor uns erledigt und diese Vermutung ist nicht wirklich weit hergeholt. Ich weiß, dass diese Kreaturen unglaublich zäh und obendrein noch gepanzert sind.

Ich ziele, zentriere das Ziel, den Mittelpunkt des Torsos und drücke sauber den Abzug komplett durch. Zwei sonnenheiße Strahlen aus ionisiertem Plasma treffen den Torso und schlagen tiefe Löcher, was der Bestie zwar ein Brüllen entlockt, sie aber nicht langsamer werden lässt. Niemand hat gesagt, es würde einfach werden.

Shaka schießt mit ihrem Karabiner ebenfalls auf den Rancor, trifft und verwundet ihn. Edna gelingt es, ihn an der Hüfte zu treffen. Die Bestie strauchelt und fällt hin. Mehrere Meter schlittert die Kreatur über Geröll und Sand. Die aufgewirbelte Staubwolke sieht schon beeindruckend aus. Shaka schießt weiter und flieht dann, als sie nicht tödlich trifft. Brüllend richtet sich die Kreatur wieder auf und ist offensichtlich in keiner nachsichtigen Laune. Der arme Edna steht näher und bekommt die Wut der Kreatur voll ab, die mit einem wuchtigen Prankenhieb zuschlägt. Im hohen Bogen wird der Hapaner davon geschleudert und der Rancor setzt unbarmherzig nach. Die Bestie läuft nun quer zu mir und ich halte zu weit vor. Beinahe hätte ich den armen Edna noch getroffen, aber zum Glück liegt meine Garbe zu hoch für einen Menschen, der sich gerade wieder auf Beine hoch quält.

"Fierfek!", rufe ich aus und suche eine stabilere Position zum feuern. Wie durch ein Wunder kann sich Edna gerade so noch wegducken und der gewaltige Kiefer schließt sich mit einem ungesunden Geräusch an der Stelle, wo gerade eben noch der Hals des Hapaners war. Geschickt rollt sich der schwer verwundete Kommandosoldat ab und kommt wieder auf die Beine. Ich ziele, fokussiere mich und werde eines mit meiner Waffe. Dann drücke ich ohne zu denken ab und treffe den verdammten Rancor endlich in den Kopf. Aus mehreren Löchern quillt nun Dampf vom zerkochten Hirn und die Kreatur bricht einfach in sich zusammen. Das wäre wohl geschafft! Der Macht sei Dank! Nun ist nur noch einer der Angreifer übrig und ich sorge mitleidlos dafür, dass er das gleiche Schicksal wie seine Kameraden erleidet. Wir haben gesiegt und überlebt. Wenn manche auch nur knapp.

Wir lassen uns von Scav verarzten, der während unseres Kampfes dafür gesorgt hat, dass unser Rancor nicht aus dem Käfig entkommen konnte. Eine der Türangeln war gebrochen und Scavanger Bot 523 hat sie nun professionell geschweißt. Der Rancor ist inzwischen putzmunter, was das bergen des Käfigs nicht gerade leichter macht. Nach etwas hin und her gelingt es uns, den Käfig auf die Ladefläche zu wuchten. Es gibt hier noch einiges an Frachtgut. Aber da wir eine Belohnung für die Räuber von der Suul-Tanca Corporation wollen, die wir inzwischen säuberlich vor dem Zug aufgereiht haben, empfiehlt es sich nicht, hier huttisch einkaufen zu wollen. Immerhin erbeuten wir knapp hundert magere Credits und zehn Blastergewehre, die alle schon bessere Zeiten gesehen haben. Hätte mich mein Vorgesetzter bei der Allianz mit einer so schlecht gepflegten Waffe erwischt, hätte es aber so was von Strafdienst gegeben. Edna versucht noch Souvenirs von dem toten Rancor abzuschneiden, aber wirklich gut kann er das nicht. Dafür werden wir nicht viel auf dem Markt bekommen. Ist ja auch ein kleineres Exemplar als das auf Andura I.

Zwei Stunden nach Ende des Gefechts trudelt eine Einsatztruppe der Suul-Tanca Corporation aus fünf gepanzerten Gleitern ein. Drei der Fahrzeuge haben je einen auf der Oberseite montierte Repetierblaster, die anderen beiden sind Mannschaftstransporter. Da ich die Fabrikate nicht kenne, sind diese höchstwahrscheinlich aus hapanischer Produktion. Die Gardisten sind sichtlich froh, dass wir ihnen keine Arbeit übrig gelassen haben. Ein Offizier der Corporation gibt uns ein Dokument, dass wir dann in Sektor I abgeben können, um unsere Belohnung für die zehn toten Halunken einfordern können.

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, können wir endlich nach Anthua aufbrechen. Der Schweber ist noch deutlich langsamer, als er aussieht. Scav meint, dass könnte auch am Rancor auf der Ladefläche liegen, dass wir nicht über hundert Sachen kommen. Hat er vielleicht gar nicht so unrecht, trotzdem bin ich von der Endgeschwindigkeit dieses Vehikels mehr als nur enttäuscht. So wie die ihre Waffen gepflegt haben, haben die auch ihr Fahrzeug behandelt. Wir haben dieser Welt wirklich einen großen Dienst erwiesen, diese Räuberbande ausgelöscht zu haben.

Anthua entpuppt sich als eine herunter gekommene Grenzsiedlung. Die Wände der Gebäude sind aus aufgeschichteten Naturstein, die Dächer sehen aus, als hätte jemand Platten aus Verpackungsmaterial mehr oder weniger geschickt zusammen getackert. Halbnackte Kinder werden gerade von ihren Mütter für das Abendessen eingefangen, als wir in den erbärmlichen Ort einfahren, der nach Aussage des Besucherzentrums etwas um die zehntausend Einwohner haben soll. Wir fragen uns durch, bis wir an Jorges Cantina verwiesen werden, wo sich Lordak aufhalten soll. Die Cantina sieht genau so schäbig wie der Rest von Anthua aus. Da fallen wir mit unserem Gleiter wahrlich nicht auf.

Die Cantina ist gut besucht. Minenarbeiter, die ihren Feierabendumtrunk genießen, dürften der Großteil der Kunden sein. Lordak entpuppt sich als ein Mann in den Fünfzigern, groß, breite Schultern und mit einem Gesicht gesegnet, als hätte ein Steinmetz versucht, ein Gesicht herauszuarbeiten und mittendrin die Lust verloren. Wenigstens kommt er in Begleitung von zwei jungen Männern mit, die seine Söhne sein dürften. Da sie deutlich besser aussehen, kommen sie wohl mehr nach ihrer Mutter. Weitere stämmige Männer, die am Tisch sitzen, sind wohl Freunde oder Angestellte. Der gute Mann ist von unserer Ware begeistert, will aber trotzdem den Preis drücken. Shaka interveniert erfolgreich, holt einen angemessen Preis heraus, erzählt aber etwas zu viel, was uns später irgendwann mal einholen könnte. Aber immerhin sind wir jetzt um 6500 Credits reicher.

Wir werden genötigt, an seinem Tisch mit Platz zu nehmen und werden zum Essen eingeladen, wozu wir nicht nein sagen. Rancor Burger mit Sernenfritten ist zwar einfach, aber ich mag diese Art von essen. Lordak bietet uns an, dass wir ihn Morgen begleiten können, wenn er seine Geschäfte tätigt. Das würde uns erlauben, neue Kontakte zu knüpfen. Da wir hier niemanden sonst kennen, ist das eine gute Idee und wir schlagen ein.

Anschließend höre ich mich etwas über Khardor um, den letzten Besitzer meiner Schwester. Die wissen hier sogar was über ihn. Khardor hat ein paar Jahre alleine in einer Ruinensiedlung in der Nähe gehaust. Vor etwa drei Jahren wären Söldner gekommen und hätten ihn abgeholt. Woher die kamen und wohin die gegangen sind, kann mir keiner verraten. Fierfek!

Offensichtlich hat er meine Schwester wahrscheinlich schon vor vielen Jahren weiter verkauft. Das ist durchaus frustrierend und es ärgert mich, dass es scheint, dass nach zwei Schritte nach vorne, es immer wieder drei Schritte zurück geht. Ich komme meiner Schwester einfach nicht näher! Das frustriert mich und am liebsten würde ich mich zur Besinnungslosigkeit betrinken. Aber ich bin zu diszipliniert dazu, mich einfach gehen zu lassen.

Wir verbringen die Nacht in einem schäbigen Hotel in der Nähe und schaffen am nächsten Morgen dann Edna zu einem Arzt, der sich die Wunde vom Rancor ansieht. Schon bald ist der Hapaner wieder wie neu. Wir treffen Lordak und seine Jungs beim beladen von einem Schienenclipper, also eine Frachttriebwagen, bestehend aus einem Steuerstand in der Mitte und zwei offenen Ladeflächen davor und dahinter.

Mit Lordak zusammen besuchen wir als erstes Mattis Schrottplatz im Ort. Hier gibt es so ziemlich alles. Drei leibhaftige Javas in ihren obligatorischen Kutten arbeiten an einem riesigen Droiden. Sie werden als die besten Mechaniker dieser Welt vorgestellt. Wen dem so ist, kann die Konkurrenz wohl nicht besonders groß sein. Sie haben gerade einen Ionenschildgenerator im Angebot. Besonders praktisch, wenn man in einem Ionennebel sich fortbewegen muss. So wie wir in dieser Sperrzone. Die wollen schlappe 5000 Credits für das Upgrade haben, inklusive Montagekosten. Die blaue Twi´lek Shaka Blen versucht sich mal wieder im verhandeln, verplappert sich aber so, dass wir froh sein können, nicht gleich am nächsten Sicherheitsbüro abgeliefert werden. Wir zahlen die 5000 Credits und die Javas verpacken fröhlich in ihrer obskuren Sprache schnatternd das Modul in eine große Transportkiste, die sie auf einen Frachtgleiter verladen. Sie zischen ab Richtung Bahnhof, um mit der nächsten Schwebebahn nach Landefeld zu fahren. Ich gebe Lyn Bescheid, dass drei Javas vorbei kommen, um einen Ionenschildgenerator anzubringen.

Wir klappern zwei weitere Adressen ab, die uns aber nicht wirklich was bringen. Dann fahren wir mit dem Schienenclipper nach Süden zu einem weiteren Werkstattkomplex. Das Gebäude besteht aus Permabetonelementen, Naturstein und zusammen getackerten Platten von Verpackungen. Hier haben die einiges an Waffen und Zubehör im Angebot. Leider sind wir etwas knapp bei Kasse, aber ich investiere 750 Credits in einen Vorderhandgriff und ein Zielfernrohr für mein A-280. Dazu noch ein Zielfernrohr für das DLT 19. Scav kauft sich eine Vibroaxt. Holla, die Axt im Raumschiff ersetzt den Serienmörder. Außerdem kaufen wir eine Granate, die ein Gas versprüht, welches einen Rancor augenblicklich in die Flucht schlagen soll. Ich hoffe mal, das funktioniert so, wie vom Hersteller gedacht. Wenn nicht, können wir wahrscheinlich keine Qualitätsmängel mehr geltend machen.

Nakagos wirre Gedanken

Der Kampf mit dem jungen Rancor war ziemlich heftig und hat ziemlich viele Treffer eingesteckt, bis er endlich tot war. Der arme Edna hat dazu noch eine kritische Wunde von dem Rancor kassiert.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 28. Oktober 2018, 16:24:36
Cresh

Beim nächsten Halt treffen wir auf ein paar Clansmitglieder, die einen Job für toughe Söldner anzubieten haben. In ihrer Mine sind sie wohl auf irgend eine Art von Kreatur gestoßen, welche nun in den Stollen ihr Unwesen treibt. Ich frage ein paar Sachen nach, aber statt hilfreiche Details höre ich nur Ausflüchte, die mich nicht wirklich weiter bringen. Sie wollen uns schlappe 2000 Credits geben, wir handeln sie auf 4000 Credits hoch. Wir haben den Rest des Tages nichts besseres zu tun, auch wenn die ganze Sache etwas schwammig ist. Wir verabschieden uns von Lordak. Morgen sollen wir uns wieder treffen, da er in die Ruinensiedlung fahren will, wo einst der Pirat Khador gelebt hat.

Mit einem Skiff fahren wir zur Mine mit der Bezeichnung M-169. Eine kleine Siedlung der Clanleute drängt sich entlang der Straße zur Abraumhalde vorbei zum Mineneingang. Die Häuser sind von der hier üblichen einfachen Bauweise aus Bruchsteinen und zweckentfremdenden Verpackungsmaterial. Wir müssen uns tarnen, da diese "Mission" nicht vom Anführer der Mine abgesegnet ist. Das ganze gefällt mir immer weniger. Wäre es eine Falle, würde sie jetzt zuschnappen, nachdem wir unsere sperrigen Waffen abgeben müssen, um diese getarnt in die Mine zu schaffen. Aber nichts dergleichen passiert. Es scheint in den tiefen der Mine eine reale Bedrohung zu geben. Die Mine verfügt über Rancore als Transporttiere. Angeblich sorgt ein Gas dafür, dass sie in diesen Bereich nicht vordringen können. Für Menschen und Ähnliche ist das angeblich vollkommen ungefährlich. Ich muss an unsere Rancorabwehrgasgranaten denken. Wahrscheinlich arbeitet das auf dem gleichen Prinzip. Wir bekommen Gasmasken und Leuchtstäbe gestellt. Der mechanisch begabte Scav befestigt meinen Stab unter dem Lauf des DLT 19. Ich übernehme selbsterklärend die Spitze und lasse mir den Stollen zeigen, der Kerzengerade in einer deutlichen Neigung in die Tiefe führt.

"Mir gefällt das alles hier ganz und gar nicht! Was immer uns da auch erwartet, diese Kerle wissen, was es ist, wollen es aber nicht sagen. Das lässt mich wirklich stutzig werden. Ich würde mal sagen, wir schauen uns die Sache aus der Nähe an und überlegen uns gemeinsam, was wir daraus machen", schlage ich vor und alle sind damit einverstanden.

Schließlich erreichen wir den Bereich mit dem Gas. Bewegungen sind auszumachen und ich hocke mich ab. Zum einen, um eine stabilere Feuerposition zu haben, da das DLT 19 keine leichte Waffe ist. Zum anderen, um selbst ein schwerer zu treffendes Ziel abzugeben. Zwei recht nahe beieinander stehende Ziele sind auszumachen. Ich eröffne das Feuer und treffe mit einer Garbe beide Ziele. Da danach beide Wesen noch stehen, macht mir klar, dass dies keine ungepanzerten Gegner sind. Scav stürmt vor und spaltet mit der neuen Vibroaxt den Kopf des Gegners, was diesen aber nicht wirklich tangiert. Wir haben zwei Droiden vor uns. Shaka und Edna schießen den frei stehende nieder, ich den, bei dem Scav schon gute Vorarbeit geleistet hat.

"Das sind die gleiche Art von Droiden, die wir auch in den verschiedenen Einrichtungen der Suul-Tanca Corporation gesehen haben", stellt Scav fest und er hat recht. Sie tragen sogar die gleichen Farbmuster.

"Lesen wir die Speicher aus und finden heraus, was die hier zu suchen haben", schlage ich vor und Scavanger Bot 523 leistet gute Arbeit. Nach etwas herumgefummel und das durchbrechen der Brandmauer gelangen wir zu den sensibleren Daten. Die beiden Droiden gehören zu einem Trupp von sechs. Die anderen vier scheinen nicht mehr aktiv zu sein. Sie haben ein Perimetersicherungsprotokoll befolgt. Also scheinen sie irgend etwas zu bewachen, was eine recht lange alphanumerische Bezeichnung hat. Da es nur eine Richtung gibt, in die wir vorrücken können, tun wir das. In dem Moment fühlen wir eine Erschütterung und eine starke Geräuschentwicklung, die mich an einen Hochdrehenden Motor und eine knirschendes Getriebe erinnert, dass aber sofort wieder abbricht. Keiner kann sich einen Reim drauf machen, was das bedeuten könnte. Es geht weiter die schräge hinunter, bis wir einen zerstörten Minendroiden finden. Einschusslöcher zeigen, dass er zerstört wurde. Auf dem Weg hierher finden wir keine Leichen, was seltsam ist, da uns gesagt wurde, die "Viecher" hätten einen Spähtrupp ausgeschaltet. Vielleicht konnten die Leichen geborgen werden, weil die Droiden sich näher zu ihrem Objekt orientiert haben. Da es müßig ist, darüber zu spekulieren, schaue ich lieber nach, was der Minendroide den da angebohrt hat, da es eine Öffnung zu einem weiteren quer liegenden Schacht gibt.

Vorsichtig strecke ich meinen Kopf hinein. Ich sehe im Licht einen Tunnel, der auf beiden Seiten eingestürzt ist. Auf der linken ist nur Schutt zu sehen, auf der rechten Seite ein Triebwagen, auf dem ein Flammenwerfer montiert ist. Ich kann sehen, wie die Zündflamme aufleuchtet und lasse mich zurückfallen. Eine höllisch heiße Flammenlohe zischt an meiner Nasenspitze vorbei. Das war knapp.

Das wird nicht einfach werden. Wir versuchen aus dem Gehäuse des großvolumigen Droiden eine Art Schutzschild zu bauen. Scav meint, dass er in das System des Zuges sich reinhacken könnte, sobald er einen Datenanschluss findet. Mit Hilfe des Hitzeschildes gelingt Scav die Annäherung an den Zug und kann durch eine Öffnung ins Innere gelangen. Nach etwa einer halben Minute gibt er Entwarnung und wir rücken nach. Alle Sicherheitsmaßnahmen sind deaktiviert. Es gibt noch einige Droiden und auch tote Sicherheitsgardisten. Das Unglück muss etwa ein halbes Jahr her sein. Wir sind keine Experten und uns fehlen die Daten, ob das nun ein Sabotageakt mit Hilfe von Sprengstoff, ein Unglück oder ein Naturereignis war. Auf alle Fälle gibt es im Zentrum ein gesondert gesicherten Tresor, der vom restlichen System abgekoppelt ist. Es gibt genug Hinweise, dass dies ein Zug der Suul-Tanca Corporation ist. Und es ist auch eher unwahrscheinlich, dass sich tiefgefrorene Sternenfritten in dem Tresor befinden.

Wir gehen unsere Optionen durch. Wir können den Tresor öffnen und versuchen, den Inhalt von hier wegzuschaffen. Es ist davon auszugehen, dass die Ladung ein gewisses Volumen haben wird, also ist eine heimliche Evakuierung eher ausgeschlossen. Scav ist obendrein äußerst zögerlich, ob es ratsam ist, den Tresor überhaupt knacken zu wollen. Er hält das Risiko für zu hoch und da er die Konsequenzen eines Fehlschlages als erster spüren wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als seine Entscheidung zu akzeptieren.

Es ist auch davon auszugehen, dass unsere "Auftraggeber" in etwa wissen, was sich darin befindet und offensichtlich sind sie wohl eher dem Teilen abgeneigt. Ich denk mal, die werden unsere Waffen einkassieren, um sie wieder "herauszuschmuggeln" und uns dann einfach über den Haufen schießen, da sie keine Mitwisser gebrauchen können. Uns hier heraus zu kämpfen dürfte problematisch werden. Auch wenn die Führung des Clans keine Ahnung hat, was die Jungs hier treiben, einen Angriff von unserer Seite werden die mit Gewalt beantworten. Ich habe keine Angst vor diesen Clanleuten, ich hab Angst vor den Rancoren, die sie hier als Transporttiere halten. Die zerreißen uns Buchstäblich in der Luft. Wir haben zwar eine Gasgranate, um sie auf Abstand zu halten, aber die allein dürfte nicht reichen. Kämpfen ist also keine wirklich praktikable Option.

Also müssen wir anderweitig hier wieder hinaus kommen. Wir hecken einen Plan aus, dass wir eine Absaugung brauchen, die sich angeblich auf unserem Schiff befindet, um das Gas loszuwerden. Wir erfinden die Geschichte, dass dieses Gas seine Zusammensetzung geändert hat und nun auch Menschen betrifft. Und das dieser Nebel ätzend genug ist, um die Dichtungen der Schutzmasken anzugreifen. Wahrscheinlich werden sie uns nicht alle gehen lassen, also wird Scav diesen Part übernehmen. Der Rest wird wohl oder übel Geisel spielen müssen. Unser Kamerad, der Droide, soll der Suul-Tanca Corporation stecken, dass wir ihren vermissten Zug gefunden haben und sie ihn sich dadurch sichern können, wenn sie die Clanleute fest setzen.

Momentan stehen wir zwischen allen Stühlen. Die Neue Republik wie auch das Hapes Konsortium ist nicht gut auf uns zu sprechen. Unser General Galen ist auf einem Pfad der Zerstörung abgedriftet, dessen Ursachen und Beweggründe ich momentan nicht nachvollziehen kann. Momentan ist es opportun, sich die Freundschaft dieser mächtigen Corporation zu sichern. Mir gefällt das zwar nicht wirklich, aber es ist zu befürchten, dass ich mich noch längere Zeit in diesem Nebel aufhalten muss, um meine kleine Schwester zu finden, auch wenn die Spur immer kälter wird.

Es kommt, wie gedacht, man lässt uns nicht gehen und wir schlagen als Kompromiss vor, dass Scav nach Landefeld geht, um die Spezialausrüstung zu holen. Die Minenarbeiter gehen darauf ein, schicken aber zwei ihrer Leute mit. Ich hoffe mal, das Scav mit denen fertig wird. Wir bekommen ein Quartier zugewiesen und verbringen die Nacht darin. Da wir abwechselnd Wache halten und und in Kampfmontur schlafen, ist der Aufenthalt nicht wirklich erholsam.

Schließlich landet eine aus mehreren bewaffneten Gleitern bestehende Streitmacht der Suul-Tanca Corporation. Shaka versucht zu vermitteln, aber Edna macht klar, dass diese Gruppierung innerhalb des Clans aktiv versucht hat, an den Zug und den Inhalt zu kommen. Mir ist das ganze mehr oder weniger egal. Deswegen halte ich mich da raus.

Die Corporation erweist sich als Dankbar und fliegt uns nach Sektor I, dessen Zentrum aus sechs Wolkenkratzern besteht. Für jemanden, der von Corellia stammt und auf Nar Shaddaa aufgewachsen ist, sind die regelrecht putzig anzusehen. Aber für so eine abgelegene Grenzwelt in einer Sperrzone sind die wiederum recht eindrucksvoll. Wir erfahren, dass der höchste Offizielle dieser Welt uns treffen möchte. Nun gut, warum nicht?

Unser Shuttle landet auf einer Landeplattform in schwindelerregender Höhe und wir steigen aus. Mit einem verglasten Turbolift geht es nach oben auf eine überkuppelte Dachterrasse, wo gerade gefeiert wird. Offensichtlich waren die Quartalszahlen überragend und die Produktivität der Minen konnte ein weiteres mal gesteigert werden. So verkündet es jedenfalls ein Alien einer mir unbekannten Rasse. Es sieht recht komisch aus, da auf einem humanoiden Körper ein Froschkopf sitzt. Die Rasse ist mir gänzlich unbekannt und auch auf Nachfrage bekomme ich zu hören, dass dies hier wohl niemand weiß. Äußerst Seltsam. Wir wirken unter all den adrett gekleideten Frauen und Männer wie ein Fremdkörper. Man sagt den Hapanern nach, dass sie allesamt gut aussehen und von großer äußerer Schönheit sind. An dem Klischee ist offensichtlich durchaus was dran, wenn ich mich so umblicke, jedenfalls fühle ich mich wie ein hässliches Entlein unter lauter Schwänen. Ich hätte auch gerne vorher ein eingehendes Bad genommen, meine Haare richten lassen und mich aufgebrezelt. Es ist lange her, dass ich habe feiern können. Nun ja, so sind wir halt schmutzige Exoten in diesem bunten Reihen von Paradiesvögeln. Wenigstens gibt es was zum trinken und ich kann ein paar leckere Häppchen abgreifen.

Schließlich kommt Meister Leran Bartis, so heißt die Kreatur mit Froschkopf, auf uns zu sprechen. Wir haben der Corporation wohl etwas sehr wertvolles zurück gebracht. Jedenfalls werden wir über den Klee gelobt und bekommen ein Köfferchen mit 20 000 Credits überreicht. Auch werden wir mit höflichen Applaus bedacht. Aber ich denke, der Großteil der hier anwesenden Hapaner hält uns nur für nützliche Idioten. Eine Ressource, die nicht weiter von Bedeutung ist. Wirklich wissen kann ich das natürlich nicht, aber ich habe auf die harte Tour gelernt, wie wenig die Mächtigen die Machtlosen schert.

Nach der netten Ansprache werden mit Meister Bartis bekannt gemacht. Er hält sich nicht groß mit Floskeln auf und schleicht auch nicht wie die Tooka um den heißen Brei herum. Momentan befindet sich diese Welt in einer Phase des Umbruchs. Die Clans mucken auf und die Ermordung des Zollbeamten ist nur die letzte Zwischenstation der Eskalationsspirale. Für fähige freie Mitarbeiter für heikle Aufträge hätte er immer Verwendung. Ich bin hin und hergerissen. Dieser Bartis repräsentiert eine Klasse von Wesen, die ich gelernt habe, abgrundtief zu hassen. Aber ich bin Erwachsen und das bedeutet die Einsicht, dass man Dinge tun muss, die einem nicht gefallen. Dieser Pakt mit der Suul-Tanca Corporation ermöglicht mir, näher an meine Schwester zu kommen und das ist allein, was zählt. Wir geben unser allgemeines Interesse bekannt und werden an unseren adretten Begleiter verwiesen, Meister Arlon Selto, der die Details klären soll.

Mit dem Turbolift fahren wir nach unten. Für einen kurzen Moment kommt die Landeplattform in Sicht, auf der ein imperiales Shuttle der Lambda Klasse steht. In original Lackierung mit den imperialen Insignien. Bevor wir Details sehen können, sausen wir auch schon vorbei. Bei der Macht! Was hat das nun wieder zu bedeuten?

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 10.03.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Edna
Erfahrungspunkte: 15, investiert in das Talent "Direkt ins Schwarze"

Beute: 10 Blastergewehre verkauft für 1650 Credits, 20 000 Credits Belohnung von der Suul-Tanca Corporation. 6500 Credits für den Rancor. 300 Credits Trophäen vom toten Rancor. 100 Credits von den toten Räubern.

Besiegte Gegner: Etwa ein dutzend Räuber, 1 junger Rancor, 2 Sicherheitsdroiden

Ab heute haben wir einen Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 50
Söldner: 25

Dieser Wert zeigt unsere Reputation in den drei Teilbereichen an. Ab gewissen Schwellen werden weitere, höher dotierte Aufträge frei geschaltet.

Resümee: Eine gute Mischung aus Action und gesellschaftlichen Aktionen. Der Kampf am Anfang war gut gemacht und wir haben den Feind fulminant nieder gekämpft. Die Entscheidung, das DLT 19 mitzunehmen, hat sich ausgezahlt. Wir haben etwas vom Planeten gesehen und haben nun ein Stein im Brett bei der Suul-Tanca Corporation. Wobei mir nicht ganz klar ist, was unser SL da genau geplant hatte. Wahrscheinlich ging er davon aus, dass wir den Tresor öffnen würden. In dieser Beziehung macht mich das Imperiale Shuttle genau zu diesem Zeitpunkt stutzig. War die Ladung für das Imperium bestimmt gewesen?

Auch im Punkt Lyras Suche nach ihrer Schwester hat sich nun vielleicht was getan. Mal sehen. Alles in allem eine gute Sitzung, die mir sehr gut gefallen hat. Die Grundlagen der Regeln haben wir nun halbwegs im Griff und können uns so besser auf die Handlung konzentrieren. Wobei es immer noch zu Fehlern bei der Berechnung des Würfelpools kommt. Mal in die eine, mal in die andere Richtung.

Lyras Entwicklung: Das Talent Ausweichen hat sich heute zum ersten mal richtig bewährt. Es erschwert es dem Gegner etwas, einen zu treffen und bei einem Kampf über lange Distanzen bringt die Fähigkeit durchaus was. Lyra wurde nur einmal getroffen. Die neuen Talente Starrsinn und Präzisionsschuss kamen nicht zum tragen, aber jetzt habe ich zugriff auf "Direkt ins Schwarze". Ich kann nach einem Treffer mit einem Schicksalspunkt den Schaden um vier Punkte (Lyras Wert in Gewandtheit) erhöhen, was besonders bei schwer gepanzerten Kreaturen nicht wenig ist. Auch hatte ich nun genug Geld, um die Waffen etwas aufzurüsten.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel und die einzelnen Würfel

Kommen wir heute zum zweiten wichtigen Würfel für den SC, den sogenannten Trainingswürfel. Am Anfang war ich verwirrt, da ich den gelben Würfel durch seinen Namen für schwächer als den Begabungswürfel hielt. Im Training heißt für mich, man lernt diese Fertigkeit erst. Begabung hört sich eher danach an, man hat da was wirklich drauf. Ist aber nicht so.

Trainingswürfel sind gelbe W12. Neben den zwei Symbolen über die auch der Begabungswürfel verfügt, das Erfolgssymbol und das Vorteilsymbol hat der Trainingswürfel noch ein drittes einzigartiges Symbol, den Triumph. Das Triumphsymbol erinnert etwas an das Jedisymbol. Wie der Name schon sagt, ist der Triumph ein besonders guter Erfolg. Im Kampf löst er einen kritischen Treffer aus oder bei einer Verhandlung kann man deutlich mehr Gewinn herausschlagen. Auch können noch weitere besondere Effekte in Verbindung von Talenten ausgelöst werden.

Der Trainingswürfel hat folgende Symbole: 2 x 1 Erfolgssymbol,  1 x 1 Vorteilsymbol, 2 x 2 Erfolgssymbole, 2 x 2 Vorteilsymbole, 3 x je 1 Erfolgssymbol und 1 Vorteilsymbol, 1 Triumph und leider auch eine glatte Seite. Mit einem Trainingswürfel ist die Wahrscheinlichkeit größer, 2 Symbole zu erwürfeln. Damit ist es also wünschenswert, Ränge in einer Fertigkeit zu haben und sich nicht nur rein auf seine Attribute zu verlassen. Ränge bis in Höhe des Attributes generieren Trainingswürfel. Überschreitet der Fertigkeit mit der Anzahl seiner Ränge das dazugehörige Attribut, wird ein grüner W8 Begabungswürfel generiert. Auch das finde ich gut gelöst. Man kann zwar bis zu Rang fünf trainiert sein, aber der Körper muss eben auch mitspielen. So haben Attribute wie auch Fertigkeiten einen sehr starken Einfluss auf das, was man kann. Ich finde das wirklich gut gelöst.

Nun auch gleich zum bösen Bruder des Trainingswürfel, den roten und gefürchteten Herausforderungswürfel. Neben den schon bekannten Fehlschlag und Nachteilsymbolen verfügt er als einziger über das gefürchtete Verzweiflungssymbol. Sieht etwas wie ein Biohazard Symbol aus. Keine Ahnung, auf was das in Star Wars basieren mag.

Die Verteilung des Symbole verläuft wie folgt: 2 x 1 Fehlschlag, 2 x 1 Nachteil, 2 x 2 Fehlschlagsymbole, 2 x 2 Nachteilssymbole, 2 x je 1 Nachteilssymbol und 1 Fehlschlagsymbol, 1 x Verzweiflungssymbol und die obligatorische leere Seite.

Das Verzweiflungssymbol repräsentiert einen katastrophalen Fehlschlag. Die stärkste Auswirkung hat das Verzweiflungssymbol, wenn man in einen Nahkampf hinein schießt. Statt das eigentliche Ziel zu treffen, darf der SL ein anderes im Nahkampf verwickeltes Ziel bestimmen, was in der Regel der befreundete SC ist. Alle Erfolge und Vorteile gehen dann auf den armen Kameraden, was recht schnell tödlich enden kann. Das Symbol kann auch dazu verwendet werden, dass gerade die Munition ausgeht.

Wie man sieht, sind die Symbole minimal etwas anders verteilt als beim positiven Pedant, der nur 1 x 1 Vorteilsymbol hat und dafür dreimal statt zweimal eine Doppelbelegung mit Erfolg und Vorteil. Die gleiche Situation tritt bei den noch vorzustellenden Verstärkungswürfel und Komplikationswürfel auf, wo der positive Würfel ebenfalls über gleich zwei zusätzliches Doppelsymbol verfügt. Das macht die Wahrscheinlichkeitsrechnung in diesem System schwerer, da positive Würfel minimal stärker als negative sind. Dazu schreibe ich später noch mehr.

Antagonisten und Erzfeinde werten meist jede Probe gegen einen auf, soll heißen, je nach Wert, meist eins bis drei, wird die Anzahl von Schwierigkeitswürfel zu Herausforderungswürfel. Oder falls es bei einer Aufwertung von drei nur zwei Schwierigkeitswürfel gibt, kommt statt eines dritten Herausforderungswürfel ein zusätzlicher violetter ins Spiel. Das macht Bosskämpfe durchaus anspruchsvoller als gegen ihre Untergebenen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 30. Oktober 2018, 16:47:12
Episode V
Zwischen allen Stühlen
Aurek

Kaum war die gelandete Lambda Fähre zu erkennen, ist sie auch schon wieder aus unserem Sichtfeld verschwunden. Auf meine Fragen bekomme ich keine brauchbare Antwort, was dieses Erscheinen eines imperialen Shuttle auf dieser Welt zu bedeuten hat. Es kann gut sein, dass Meister Selto das ebenfalls nicht weiß. Genau so gut kann er uns einfach ins Gesicht lügen.

Ziemlich weit unten steigen wir aus dem Turbolift und werden in einen kleinen Konferenzraum geführt, der recht einfach mit Möbeln aus Duroplast eingerichtet ist. Ein VIP Bereich ist das hier definitiv nicht. Als erstes bekommen wir ein paar nichtssagende Werbefilmchen gezeigt, die zwar gut gemacht, aber nur wenig für uns verwertbares enthalten. Die einzig wirklich nennenswerte Information ist die, dass die Suul-Tanca Corporation hier auf Sybal nun ihr Hauptquartier errichtet hat. Dann wird Meister Selto endlich etwas konkret, auch wenn die meisten in Aussicht gestellten Aufträge noch gar nicht ausführen können. Nur etwas Ware hin und her transportieren, als ob wir nicht mehr als bessere Händler wären, da braucht es schon mehr, um uns zu motivieren. Als kleiner Bonus erhalten wir eine Route zwischen der Welt Sybal und Cyphera mit nur drei mittelschweren Sprüngen, was ein großer Vorteil ist.

Schließlich bekommen wir einen halbwegs konkreten Auftrag bezüglich der Blutklauen, einem Clan, der aus Abtrünnigen anderer Clans besteht und die Mutmaßlich für die Ermordung eines Zollbeamten beschuldigt werden. Die Mission ist nur das Versteck suchen, nicht sie zu töten. Und am Besten bevor ein hier übliches, monatliches Ritual abgehalten wird, wenn die treuen Klans am Tempel entlohnt werden. Als Belohnung winken für uns immerhin 20 000 Credits. Das ist nicht wenig für eine eigentlich recht simple Aufgabe. Was wiederum bedeutet, dass die Sache nicht so einfach ist, wie sie auf dem ersten Blick aussieht.

Momentan verstehe ich diese Welt nicht wirklich zur Gänze. Oder ich denke einfach zu kompliziert. Eigentlich ist es einfach, die Einheimischen mögen es ganz und gar nicht, dass eine fremde Macht sie ausbeutet. Einige Klans haben sich arrangiert, andere leisten mehr oder weniger passiven Widerstand und die Blutklauen scheinen auf einen offenen Krieg zuzusteuern. Das Klima scheint sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt zu haben, da nun eine ständige Dürre herrscht. Und die Klans scheinen die Suul-Tanca Corporation dafür verantwortlich zu machen. Es gibt durchaus Wege, einen Klimawandel herbei zu führen, aber dazu ist einiges nötig. Nach etwas hin und her nehmen wir den Auftrag an, dass Versteck der Blutklauen aufzuspüren. Damit positionieren wir uns ganz klar gegen die indigene Bevölkerung. Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache, aber die Mehrheit der Gruppe ist ganz klar dafür. Und es gibt durchaus stichhaltige Argumente, für die Suul-Tanca Corporation zu arbeiten. Nun ja, mal sehen, was sich daraus entwickelt.

Wir kehren zur "Vanguard" zurück und betrachten die Arbeit der Javas, die inzwischen schon wieder das Schiff verlassen haben. Scav und ich führen einige Routinen aus und kommen zu dem Schluss, dass die kleinen Kerlchen ihr Handwerk durchaus verstehen. Als nächstes geben wir die Instandsetzung unserer Sensoren im Auftrag. Wir diskutieren auch die Möglichkeit, den unteren Geschützstand wieder zu aktiveren. Allerdings entpuppt sich das ganze als sehr teuer und würde den Großteil unserer Geldreserven erschöpfen. Geschütze sind eine sinnvolle Investition, aber wir haben hier noch viele andere Baustellen, da stellen wir die Bewaffnung nach hinten.

Scav hilft mir, den Vorderhandgriff zu montieren und die Balance des A-280 zu verbessern. Am nächsten Morgen kontaktiere ich Lordak, ob es noch eine Möglichkeit gibt, die Ruinen nördlich von uns zu besuchen. Die Spur von Khador führt mich dort hin. Lordak ist einverstanden und holt uns mit seinem Schienenfahrzeug ab. Die Fahrt zum Zielort verläuft durch die ausgetrocknete Landschaft und ich unterhalte mich etwas mit dem Mann. Früher war natürlich alles besser, als diese Welt noch den Klans allein gehörte und es regelmäßig regnete. Die Menschen hier machen die Suul-Tanca Corporation wirklich für den Klimawandel verantwortlich. Damit wäre diese Information verifiziert. Ob die Firma wirklich dafür verantwortlich ist? Nicht wirklich auszuschließen. Aber wenn dies in der indigenen Kultur sowieso als Fakt angesehen wird, kann man als Außenstehender sowieso nicht dagegen argumentieren.

Über die Blutklauen weiß er angeblich nur wenig. Unzufriedene und Abtrünnige aller Klans, die sich nicht damit abfinden, dass die Zeiten sich geändert haben. Auf der einen Seite verstehe ich die Ureinwohner durchaus. Niemand mag Veränderungen, schon gar nicht von außen. Aber meist war die gute alte Zeit nicht besser, sondern nur anders. Allerdings machen Forderungen der Corporation nach immer höheren Fördermengen immer größere Anstrengungen nötig, die mit den normalen Mitteln der Clans kaum mehr zu schaffen sind. Freundlich wie die Suul-Tanca Corporation ist, stellt sie die Möglichkeit auf neue Maschinen und Droiden in Aussicht, die natürlich für teures Geld gekauft werden müssen. Der Wandel der Produktionstechniken wird also durchaus von Suul-Tanca erzwungen und profitiert in doppelter Hinsicht davon. So was ist durchaus eine Definition von Ausbeutung.

Der Yulkan Clan unter der Führung eines gewissen Nita macht den Wandel aber recht gut mit und deren Minen gelten als Vorzeigeprojekte für die Zukunft. Also sind nicht alle Clans gegen Veränderung. Der Mord an den Zollbeamten hat die ganze Situation obendrein verschärft und vieles scheint auf einen bewaffneten Konflikt hinzudeuten, der sich im Hintergrund langsam aber stetig zusammenbraut. Als Soldatin der Rebellenallianz habe ich öfters solche Entwicklungen beobachten können oder diese gar forciert.

Nach einer sonst ereignislosen Fahrt erreichen wir die Ruinensiedlung in einer Schlucht. Dies war der erste Versuch der Suul-Tanca Corporation hier Fuß zu fassen und sind hier wohl gescheitert. Warum ist nicht ganz ersichtlich, aber das ist auch nicht wirklich von belang. Der Eremit lebt in einem Turm hinter der Siedlung, die sich auf einer steilen und zerklüfteten Anhöhe befindet. Der einzig erkennbare Weg führt durch das Dorf. Das wäre nicht weiter tragisch, würde da nicht ein Schwarm von diesen berüchtigten Akuas über einer Ansammlung von Trümmerteilen kreisen, die künstlich aufgeschüttet wirken. Niemand kann sich wirklich einen Reim darauf machen, als wir nach und nach die Szene mit einem Makrofernglas betrachten. Der direkte Weg ist sozusagen verbaut, da keiner Lust hat, sich mit dem großen Schwarm anzulegen. Lordak meint, es gebe hier Höhlen, die bis hoch zum Turm führen. Allerdings kennt er den Weg nicht und die Höhlen sind auch teilweise mit sehr ungastlichen Kreaturen bevölkert.

Letztendlich entscheiden wir uns, dass wir uns von Deckung zu Deckung huschend, durch die Siedlung vorarbeiten und den Schwarm Akuas hoffentlich unentdeckt passieren. Mit dem A-280 in Pirscherhaltung schleiche ich mich durch die Ruinen voran. Uns gelingt es tatsächlich, den Vogelschwarm unentdeckt zu umgehen und stehen nun vor dem Aufstieg zum Turm. Leider ist der Weg durch eine Gerölllawine blockiert.

"Letztes mal war die noch nicht hier", meint Lordak und kratzt sich am Kopf. Man könnte gerade meinen, eine Sprengung hätte diesen Felsrutsch ausgelöst. Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig als zu klettern. Ich werfe einen kritischen Blick in Richtung des Schwarm der Akuas, aber nichts rührt sich dort, also schultere ich mein Gewehr. Die kleine schwebende Lastplattform mit hoch zu schleifen ist ein ziemlicher Akt. Lyn und Edna stellen sich dabei etwas ungeschickt an. Sie rutschen mehrmals bei der Klettertour ab und ziehen sich leichte Prellungen zu. Ich komme recht zügig über das Hindernis rüber und helfe so gut es geht den anderen, die Plattform hoch zu wuchten. Schließlich sind wir alle mehr oder weniger unbeschadet über den Felssturz rüber und machen uns auf den Aufstieg.

Leider sind ein paar Akuas nun doch noch auf uns aufmerksam geworden und fliegen sehr schnell auf uns zu. Wie im Lehrbuch nehmen wir eine Linienformation ein und eröffnen gezielt das Feuer. Man merkt, dass wir alle über große Erfahrung in diesem Metier haben und wissen, was zu tun ist. Unsere Strahlen treffen gut. Das plasmafizierte Tibanagas schmeckt ihnen nicht und die überlebenden Vögel suchen sich lieber was schmackhafteres, dass sich nicht so gut wie wir wehren kann. Unbehelligt rücken wir weiter auf unser Ziel zu. Das Partikelschild um den Turm erlischt kurz und wir können passieren.

Am Eingang erwartet uns ein Drall mit rostrotem Fell, der mit einem Overall bekleidet ist, dessen unzählige Taschen voll von Werkzeug und Messgeräten überquellen. Normalerweise gelten Drall als sehr Ordnungsliebend, geradezu sprichwörtlich pedantisch, aber dieses ein Meter große Exemplar seiner felinen Gattung scheint nicht dazu zu gehören. Auch verlassen Drall sehr selten das Corellia System und es gibt das Sprichwort: "So zahlreich wie Dralls außerhalb des Corellia Systems", was heißen los, gibt es hier einfach nicht.

"Ein Drall soweit weg vom Corellia Sektor ist wahrlich ein seltener Anblick", begrüße ich das Katzenartige Wesen mit braunem Fell. Auf Corellia bilden diese Aliens zusammen mit den Selonianer die größte Alienmindertheit und lustigerweise leben dort mehr Dralls als auf Drall selbst. Das Corellia System hat ja mehrere bewohnte Welten und Drall ist eine davon. Die Drall gelten als hervorragende theoretische Wissenschaftler und viele wissenschaftliche Thesen gehen auf sie zurück. Allerdings sind sie weniger Praktiker.

Myrte heißt das kleine Kerlchen und scheint ein recht umtriebiger Bursche zu sein. Einst hat er für die Suul-Tanca Corporation gearbeitet, widmet sich hier aber lieber nun seinen eigenen Projekten. Unter anderem erforscht er das Wetterphänomen der Dürre, die hier seit einigen Jahren herrscht. Er ist der Meinung, dass eine Substanz mit dem Namen Turaxan dafür verantwortlich sein könnte. Wenn er eine Probe von diesem Mittel in Reinform hätte, könnte er eventuell ein Gegenmittel entwerfen. Wir behalten das mal im Hinterkopf, aber momentan arbeiten wir ja für die Corporation und nicht gegen sie.

Nakagos wirre Gedanken

Was Lyra über die Drall erzählt, steht so in "Sonnen der Verheißung", dem Quellenbuch über den Corellia Sektor.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 01. November 2018, 15:50:34
Besh

Ich wechsle das Thema und komme auf Khador zu sprechen. Myrte ist wie alle Drall sehr redselig und bekomme viele Dinge zu hören, aber nur wenig verwertbare Fakten. Khador hat hier wirklich einige Jahre gelebt, war Anfangs von seinem Nachbar nicht angetan, aber nach einem guten Dutzend fehlgeschlagener Mordversuche hat Khador es wohl dann bleiben lassen, Myrte umzubringen. Später haben sie dann sogar miteinander Karten und Würfelspiele gespielt, wobei Myrte wohl fast immer verloren hat. Der Drall ist entweder ein schrecklich schlechter Spieler oder Khador hat geschummelt.

Khador quälten schwere Albträume, aber über dessen Inhalt kann der Drall nichts weiter sagen, außer das ihn wohl Schuldgefühle gequält haben. Der ehemalige Pirat hat die Zimmer in seiner Wohnung bemalt, darauf ein Blick zu werfen könnte sich lohnen. Vor etwa zweieinhalb Jahren wurde Khador dann von einer Gruppe von Söldnern abgeholt. Er ging nach einem Streit, über dessen Inhalt Myrte nichts sagen kann oder will, mit. Die Söldner trugen keine Gildenabzeichen oder ein anderes Erkennungsmal. Was natürlich schlecht ist.

Am Rande erwähnt der quirlige Drall, dass dies einst eine Welt der Jedi war, da sie hier einem Tempel hinterlassen haben, der auch heute noch aktiv von der Kirche der Macht genutzt wird. Das ist der gleiche Tempel, in dem auch das monatliche Ritual der Geldübergabe stattfinden soll. Das Jedi hier einst waren ist nicht weiter verwunderlich, war es doch einst eine Streitmacht von Jedirittern welche die 63 Welten innerhalb des Ionennebels von Piraten gesäubert haben. Die zurück gebliebenen Frauen, die Sklavinnen der Piraten, gründeten darauf ihr eigenes Reich innerhalb des Nebels, dass heute immer noch von einer Königin regierte Hapes Konsortium.

Dann kommen wir auf den Felssturz zu sprechen und warum ein Schwarm von diesen Akuas zu sprechen. Es gab vor einigen Tagen ein Feuergefecht unten im Dorf zwischen mehreren Sicherheitsdroiden und einem Aqualishaner. Im Zuge der Auseinandersetzung hat Myrte mit einem Katapult eine große Menge an Köder in die Ruinensiedlung befördert, damit die dadurch angelockten Akuas die Kontrahenten auseinandertreiben. Dazu hat er noch einen kontrollierten Felssturz ausgelöst, um den Zugang zu seinem Turm zu sichern. So gesehen hat das ja Prima geklappt. Zum Glück hat Myrte einen Plan von den hier sich befindenden Schächte, so dass wir dieses mal ohne klettern zu müssen ins Tal gelangen können. Wir verabschieden uns von Myrte und ich danke ihm vom ganzen Herzen für die Informationen.

Im Keller des Turms gibt es einen Zugang zu den ehemaligen Minen und wir folgen dem Plan nach draußen durch Minenschächte und natürliche Höhlen. Ohne Zwischenfälle erreichen wir das ehemalige Dorf und dann auch das Haus von Khador dem Piraten. Lordak und seine Söhne gehen schon mal vor zu ihrem Lastkahn, da ihnen die ganze Sache nicht wirklich geheuer ist. Myrte hat nicht gelogen, überall an den Wänden der ehemaligen Bleibe von Khador sind Bilder zu sehen. Die Bilder seiner ehemaligen Crew, die alle gestorben sind. Jedenfalls sind Sterbedaten vermerkt. Auch sein Schiff ist zerstört worden. Irgend jemand schien wohl Jagd auf ihn gemacht zu haben. Womöglich Todestruppler, den ein solches Konterfei ist zu sehen. Ein weiteres Bild gibt Rätsel auf. Zehn mal zehn Strichmännchen stehen da im Quadrat, nur im nächsten Bild in einen Strudel gerissen zu werden. Mir fehlt das Hintergrundwissen, was dieses Bild zu bedeuten mag, aber ich fühle, dass es nichts gutes bedeuten kann. Mir wird richtig Bange zu mute. Nun durchsuchen wir akribisch das Haus. In einem Versteck finden wir einen Datenchip, eine Art Logbuch mit Listen zu Transaktionen, wie wir feststellen. Auf dem ersten Blick kann ich keine spezifische Transaktion auf meine Schwester zuordnen. Sie war wohl kein Einzelposten.

In einem anderen Versteck finden wir ein ominöses Gerät mit den Symbolen des alten Jediordens zu Coruscant. Nach etwas hin und her finden wir heraus, dass es dazu dient, Midi Chlorianer eines lebenden Wesens zu testen. Die Menüführung ist Gewöhnungsbedürftig, da die ursprünglichen Programmierer wohl nicht davon ausgingen, dass jemand nach viele Jahren alten Scans sucht. Scav schlägt vor, dass ich mich scannen soll und so vielleicht die Daten eines mir genetisch verwandten Exemplar aufgerufen werden. Also scanne ich mich und stelle fest, dass mein Wert deutlich über den Durchschnitt liegt, was keine Überraschung ist, da alle Corellianer stärker mit der Macht verbunden sind als andere Menschen durch unsere Welt und das Züchtungsprogramm der Rakata. Allerdings bin ich unter der Schwelle, welche notwendig ist, um ein ernsthaftes Jeditraining zu beginnen. Nun bekomme ich wirklich als Querverweis die Daten eines anderen Exemplar der Rasse Mensch angezeigt. Vom Datum und dem angegebenen Alter der Versuchsperson in Verbindung mit dem engen genetischen Verwandtschaftsgrad kann es sich nur um Eloy handeln. Ihr Wert ist um ein vielfaches Größer als der meine und sie liegt deutlich über dem Schwellenwert, die eine Ausbildung rechtfertigen. Hätte es nie die große Jedisäuberung gegeben, wäre meine Schwester wohl schon als Baby zum Orden geholt worden. So wuchs sie unbeachtet auf, bis sie eben von Khador getestet wurde. Das ist durchaus ein kleiner Schock für mich.  Ich betrachte mit bangen Gedanken wieder diesen Strudel, wohin die Strichmännchen hinein gezogen werden. Das kann nichts gutes für Eloy bedeuten. Das könnte bedeuten, dass meine kleine Schwester ein äußerst schreckliches Schicksal erlitten hat.

Nachdem ich diesen Schock überwunden habe, konzentriere ich mich, weitere Daten zu extrahieren. Offensichtlich ist der Test auf einer Welt der Kernwelten erfolgt und das Syndikat, dem Eloy mutmaßlich verkauft wurde, ist vom Imperium ausgelöscht worden. Ist Eloy dem Imperium in die Hände gefallen? Die Macht anzuwenden war während der Zeit der Herrschaft des Imperators ein Verbrechen, dass mit dem Tod bestraft wurde. Aber auch der Imperator hatte eine Gefolgschaft von Machtanwendern, wie seine rot gerüstete Leibwache, die Inquisitoren und die Hand des Imperators. Momentan bin ich in einer Sackgasse und es scheint unerlässlich, weiter nach Khador zu suchen. Nur er weiß, was wirklich mit Eloy und den Anderen auf diesem Bild passiert sein mag. Shaka nimmt nun das Gerät und testet sich. Auch ihre Werte sind weit von dem entfernt, was ein Jedi ausmacht. Anders aber bei Lyn, deren Werte deutlich über den meinen liegen. Die Twi´lek ist von diesem Ergebnis deutlich angetan. Nun gut, momentan ist hier wohl alles getan, kümmern wir uns um diesen Haufen, welcher von den Akuas emsig umflogen wird. Vielleicht lässt sich da noch etwas finden, was Licht in die letzten hier stattgefundenen Ereignisse bringt.

Wir suchen uns eine gute Feuerposition in den Ruinen, durch die diese Viecher nicht einfach brechen können und nehmen den Feuerkampf auf. Es ist das sprichwörtliche Tonziele schießen. Nach einem guten dutzend Verlusten kapiert der Schwarm, dass es hier nicht sicher ist und zerstreut sich. Wir warten eine Viertelstunde, töten zwei weitere Unbelehrbare und rücken dann mit schussbereiten Waffen auf den von Akuas aufgeschichtete Haufen vor. Die haben da alles mögliche drin, darunter auch den angefressenen Torsos eines Rodianers, den wir nur an seiner typischen Kopfform noch identifizieren können. Kaum sind wir am Haufen angekommen, greifen uns tatsächliche weitere Akuas an. Unsere Position ist offensichtlich schlecht, aber besser wird es nicht mehr werden. Also igeln wir, sprich, wir bilden einen Kreis mit dem Haufen Zeug im Rücken und nehmen den Feuerkampf nach allen Seiten auf. Ich schieße einen Akua im Anflug ab, aber der Rest stürzt sich auf uns. Einer dieser Mistvögel, packt Lyn und schleift sie einfach mit sich aus dem Kreis. Da dies nicht schlimm genug ist, wird Shaka gleich von zwei Akuas gepackt und in die Höhe gezogen. Was sind das nur für Mistviecher, dass sie in der Lage sind, uns so koordiniert anzugreifen? Offensichtlich scheinen sie über eine Art buchstäbliche Schwarmintelligenz zu verfügen und können sich bis zu einem gewissen Grad koordinieren. Edna legt sein Blastergewehr an und trifft im Eifer des Gefechts ausversehen Shaka, die nun schwer verletzt ist. Mit der Vibroaxt pflückt Scav einen der Akuas vom Himmel und haut ihn in zwei Teile. Ich schwenke um und erledige das Mistvieh, dass an Lyn dran hängt. Aber kaum richtet sich die orangene Twi´lek auf, geht sie vom nächsten Angriff einer dieser hoch aggressiven Vögel zu Boden. Das wird sich wohl noch etwas ziehen.

Nakagos wirre Gedanken

Hier kommt etwas Licht ins Dunkel über Eloys Schicksal. Offensichtlich ist sie Machtsensitiv. Ob die SC Machtsensitiv sind, wurde ausgewürfelt. Hat leider nur bei Lyn gereicht. Es gibt in dem System die Möglichkeit, noch nach der Charaktererschaffung Machtsensitiv zu werden. Das ist recht gut gelöst und wer so etwas spielen mag, hat jederzeit die Möglichkeit dazu.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 04. November 2018, 15:50:37
Cresh

Uns gelingt es, Shaka vom Himmel zu pflücken und die plumpst Bewusstlos zurück auf die Oberfläche. Ich selbst werde nun mehrmals erfolgreich von diesen äußerst nervigen Akuas getroffen, was mehrere kleine Fleischwunden hinterlässt, die weh tun, aber mich nicht sonderlich behindern. Mit dem Gewehrkolben schlage ich einen dieser verflixten Viecher zu Boden und zertrete seinen Kopf unter dem Absatz meines Stiefels. So langsam werde ich ziemlich sauer! Als nächstes schieße ich zwei weitere Angreifer um, dann ist der Spuk erst einmal vorbei. Aber wir sehen, dass sich die nächste Welle schon sammelt. Diese Mistdinger sind wirklich unbelehrbar, wir sind es nicht! Also spritze ich jeder Twi´lek ein Stimmpatch, was diese wieder zu Bewusstsein bringt, während Edna und Scav die Sachen aus dem Haufen bergen, die wir benötigen. Noch während wir uns zurück ziehen, gebe ich gezielt Feuer auf den sich formierenden Schwarm, um ihn schon im Vorfeld zu dezimieren. Ohne einen weiteren Zwischenfall erreichen wir unsere ausgebaute Stellung und verschanzen uns darin. Die Akuas bleiben erst einmal auf Abstand. Mit dem von mir mitgeführten Medkit verarztet der Droide unsere Wunden und wir haben nicht wenig abbekommen. Aber die mit Bacta getränkten Pflaster wirken wahre Wunder.

Mit dem Hackertool lesen wir einen Speicherchip aus, den wir in den Überresten eines der Sicherheitsdroiden finden. Scav kann die letzten Minuten wieder herstellen und wir sehen den ermordeten Zollbeamten in schicker Uniform der Suul-Tanca Corporation durch die Ruinen marschieren. Da taucht der Rodianer auf und stellt ihn zur Rede. Der angeblich von den Rotklauen ermordete Zollbeamte entpuppt sich als Spion der Clans. In dem Moment wird versucht, den Sicherheitsdroiden zu hacken, was aber nicht gelingt. Die Situation eskaliert, der Rodianer erschießt den Zollbeamten. Die Droiden schießen im Gegenzug den Rodianer nieder und ein Scharfschütze erledigt nach und nach aus sicherer Position heraus die Droiden. Unser Bild erlöscht aber noch nicht. Wir sehen wie ein Aqualishaner ins Bild tritt, ein E11s im Anschlag. Just in dem Moment feuert Myrte sein Katapult ab und löst den Felssturz aus. Der Aqualishaner macht, dass er von hier verschwindet, da schon die ersten Akua auftauchen.

Tja, sieht so aus, als wollte da jemand einen Krieg provozieren. Wir wissen zu wenig, um eine schlüssige Theorie aufstellen zu können. Mein erster Gedanke ist: "Die Suul-Tanca Corporation will einen Krieg vom Zaun brechen." Was ich auch laut äußere. Es gibt eine angeregte Diskussion und letztendlich haben wir zu wenig Informationen, aber ich habe gelernt, auf meine Intuition zu vertrauen. Wobei auch ich eine andere Wirklichkeit lieber hätte. Will ich für solche Leute im großen Stil arbeiten? Ihren rechtmäßigen Besitz zurück geben ist das eine, hier zu helfen, einen Krieg gegen eine indigene Bevölkerung anzuzetteln ist eine ganz andere Liga. So etwas widerspricht meinem Naturell.

Beim Torso des Rodianer finden wir dessen Ausweis samt Kopfgeldjägerlizenz für diesen Bereich. Dazu noch 200 Credits und drei Stimmpatch, was eine willkommene Auffrischung ist. Weitere Informationen lassen sich nicht finden. Wir rücken ab und sickern durch die Ruinen, ohne weiteren Kontakt mit den Akuas. Unbehelligt erreichen wir Lordak und seinen Frachtwagen. Wir unterhalten uns etwas mit ihm über einige der neu gewonnenen Fakten und fragen ihn, ob er ein treffen mit den Rotklauen arrangieren können. Momentan haben wir sicherlich nicht den besten Ruf, aber wahrscheinlich sind wir die einzigen, die noch einen bewaffneten Konflikt verhindern können. Lordak verspricht zu versuchen, etwas zu arrangieren, kann aber nichts versprechen. Das reicht uns durchaus.

Zurück in Sektor 1 teilen wir uns auf und versuchen uns ein genaueres Bild von dieser Suul-Tanca Corporation zu machen, in dem wir in einschlägigen Cantinas Credits springen lassen. Ein paar spendierte Drinks lockert hier und da einem Mitarbeiter die Zunge. Mit der Verlegung des Hauptquartiers aus dem inneren Raum des Hapes Konsortiums nach Sybal kam auch das sogenannte Froschmännchen an die Macht. War die Führungsebene anfangs die typische Schlangengrube aus verschiedenen Fraktionen, die sich gegenseitig sabotiert haben, wie das in großen Firmen ohne starke Führung oft der Fall ist, hat der neue Chef mit eisernen Besen gekehrt. Wer nicht auf Linie gebracht werden konnte, der wurde kurzerhand ausgetauscht und auf einen bedeutungslosen Posten versetzt.

Nach der Reinigung wurde der Druck auf die Clans immer wieder durch das kontinuierliche anheben der Förderquoten erhöht. Wir kriegen leider nicht heraus, wie die Verträge genau mit den Clans lauten. Was passiert zum Beispiel, wenn sie die Quote nicht mehr erfüllen können? Kam bis jetzt wohl noch nicht vor.

Wir kommen zu dem Schluss, unseren Kontaktmann bei der Suul-Tanca Corporation zu informieren und laden ihn auf unser Schiff. Der Mensch folgt unverzüglich der Einladung und ich schäme mich etwas wegen den immer noch schlechten Zustand des Schiffes. Aber momentan brauchen andere Systeme dringend eine Reparatur als unser Aufenthaltsraum. Wir legen die Fakten auf den Tisch und machen klar, dass wir für das morgige Treffen das Schlimmste befürchten. Er ist unserer Auffassung, aber ich merke, dass dies alles ihn ebenfalls in eine Zwickmühle bringt. Wir haben zwar den Mord an den Zollbeamten aufgeklärt, aber dieses Resultat wird hier niemanden gefallen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Froschmännchen der Drahtzieher ist. Er will einen Krieg mit den Clans. Es gibt eine kurze Diskussion darüber, was wir nun tun sollen. Wenn wir eingreifen, gefährden wir unsere Zukunft bei der Suul-Tanca Corporation, verhindern aber einen Krieg. Meine Mutter hat mir einmal geraten: Höre im Zweifelsfall immer auf dein Herz. Und mein Herz rät mir, dass ein Krieg niemals gut ist. Schließlich hat der Krieg mir meine Mutter genommen. Und ich habe  lange Jahre in der Rebellenallianz gekämpft. Kriege machen niemanden groß und am Ende bezahlen immer die kleinen Leute dafür, egal welche Seite letztendlich gewinnt. So ist es entschieden.

Wir müssen den Aqualishaner stoppen, bevor er einen Anschlag beim Treffen ausführen kann, dass er den Rotklauen in die Schuhe schieben kann. Wie auch immer, wir bekommen den Tipp, bei der Fabrikanlage anzufangen, da die ja unter der Hand Waffen verkaufen. Um schnell dorthin zu kommen, bekommen wir einen Gleiter gestellt, der den notwendigen Antrieb hat, um auch über die Gipfel zu kommen. Leider kann ich mich nicht entscheiden, welche Waffen ich nun eventuell vor Ort alle brauchen könnte, packe ich den Kofferraum damit voll. Da uns die Zeit davon läuft, klemme ich mich hinter das Steuer und gebe Stoff. Ja, so fühlt sich eine Corellianerin am wohlsten. Hinter dem Steuer eines kraftvollen Gleiters, den sie auf Höchstgeschwindigkeit treibt. Entspannung pur! Der Rest der Crew sieht das leider nicht so entspannt wie ich, mit Volllast durch eine enge Schlucht zu sausen.

Erholt und guter Laune kommen ich an, der Rest ist nicht so erholt, aber allen kann man es ja nie recht machen. Ich kaufe weitere Zubehörartikel für meine Waffen, wie hübsche Lederriemen, um sie besser tragen zu können und noch ein Zweibein für mein E11s. Es ist einfach bequemer, wenn die Waffe auf einer ausklappbaren Stütze ruht. Nebenbei frage ich die Leute etwas aus, während ich mir Ware heraussuche und kläre die Leute, die sich aus Einheimischen zusammen setzen, etwas über die Hintergründe aus. Damit lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster und mir wird immer klarer, dass dies mich und damit den Rest der Crew gegen die Suul-Tanca Corporation positioniert. Letztendlich haben wir das schon ausdiskutiert und das Votum ist einstimmig gegen Krieg gefallen. Wir wissen alle, was das bedeutet und einen Krieg zu verhindern ist mehr Wert, als einen guten Deal mit der Suul-Tanca Corporation zu machen.

Wir bekommen den Tipp, dass Soblax, so nennt sich der Aqualishaner nämlich, in einer Siedlung im Osten eine Hütte bezogen hat. Der Ort heißt "Dorf an der Schlucht", an den Namen müssen die hier echt noch arbeiten. Das ist etwa eine halbe Stunde Flugzeit entfernt und dieses mal drängelt sich Lyn ans Steuer. Ich hatte meinen Spaß und immer noch ein breites Grinsen im Gesicht. Die Leute vom Schwarzmarkt warnen uns noch vor Sprengfallen, weil Soblax viele davon erworben hat. Der Flug verläuft ruhig und ohne Zwischenfälle. Obwohl es mitten in der Nacht ist, brennt in der örtlichen Cantina noch Licht und ein ziemlicher Radau scheint dort zu herrschen. Jedenfalls hören wir rhythmische Gesänge noch bevor wir den Gleiter abgestellt haben.

Wir betreten die Cantina, die rappel voll ist. Ein Teil der einheimischen Bevölkerung tanzt um einen Tisch herum, auf denen Helme gestapelt sind, die alle keine Warnfarben mehr tragen. Ich würde mal sagen, die stimmen sich gerade auf einen Konflikt ein. Wir sind nicht wirklich willkommen, aber nach etwas hin und her und einer großzügigen Spende in Form einer Lokalrunde bekommen wir zu hören, dass Soblax eine Hütte an der Schlucht hat. Wir bekommen eine grobe Wegbeschreibung und laufen los. Hinfliegen kann man nicht, also müssen wir laufen.

Da wir vor Sprengfallen gewarnt worden sind, rücken wir nur sehr verhalten vor. Ich habe das Scharfschützengewehr dabei, an dem ich Riemen und Zweibein montiert habe. Es gibt eine kurze Diskussion, weil ich vorschlage, uns gegenseitig Deckung gebend vorzurücken. Das wird abgelehnt, da Soblax wohl eh schon in der Nähe des Tempels sein dürfte. Nun gut, rücken wir eben in Reihe vor. Scav geht vor, da er am besten einer Sprengfalle standhalten kann.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 06. November 2018, 14:50:40
Dorn

Kurz vor der Hütte finden wir tatsächlich eine Sprengfalle auf dem schmalen Pfad, die Scav erfolgreich entschärft. Die ganze Konstruktion zeugt davon, dass dieser Soblax sein Handwerk versteht. Schließlich stehen wir vor dem Bauwerk aus aufgemauerten Bruchstein. Es gibt nur eine Tür, die Fenster sehen nicht nur aus wie Schießscharten, die sind extra für diesen Zweck gebaut worden. Das Dach besteht aus einer einzelnen Platte aus Ferroplast, die wahrscheinlich mal ein Abdeckpaneel gewesen sein dürfte. Das ist eine kleine Festung.

Ich bestehe darauf, auf das Dach zu klettern und von dort ein Loch hinein zu schlagen, weil ich davon ausgehe, dass die Tür mit einer starken Richtladung gesichert ist. Wir hieven Scav auf das Dach und seine Vibroaxt öffnet das dann auch gekonnt. Die Tür ist wirklich mit einer Sprengfalle gekoppelt, die nun sehr leicht von Innen zu entschärfen ist.  So können wir nun gefahrlos die kleine Hütte betreten. Wir finden Zubehörartikel für Waffen im Wert von 8000 Credits, was alle Herzen etwas höher schlagen lässt, die ein biologisches haben. Nachdem alles akribisch durchsucht wurde, fördern wir ein paar Chips zu Tage, deren Inhalt leider gelöscht wurde. Was noch schlimmer ist, dass Versteck war gesichert und wir bekommen mit, dass die Zünder der Sprengfallen zünden. Da diese von Sprengstoff getrennt sind, passiert nicht mehr, als das ein paar Funken sprühen. Allerdings ging auch ein Signal nach draußen. Damit haben wir das Überraschungsmoment verloren, aber dafür haben wir die Chips, deren Daten sich hoffentlich wiederherstellen lassen.

Scav gelingt es tatsächlich, ein Teil der Daten soweit wiederherzustellen, dass wir daraus schlau werden können. Unsere schlimmsten Vermutungen bestätigen sich, Soblax plant in der Tat einen Anschlag auf die heutige Zeremonie am Tempel. Dazu hat er sechs Stellungen ausgekundschaftet. Welche er letztendlich gewählt hat, geht aus den rekonstruierten Daten nicht hervor. Wir packen alles wertvolle zusammen und machen, dass wir zum Gleiter zurück kommen. Langsam aber sicher rennt uns die Zeit davon.

Lyn fliegt den Gleiter zum Tempel und wir machen einen hohen Überflug. Dank der Sensoren können wir unsere Zielperson tatsächlich lokalisieren. Wir fliegen gerade aus weiter, bis wir hinter einem Berg sind, fallen dort ab und schlagen einen Bogen zum Ende einer seiner eingezeichneten Fluchtrouten. Wir landen dort und finden tatsächlich einen mit Tarnnetzen versteckten X-34 von Sorosub. Natürlich ist auch der mit einer Sprengfalle gesichert. Scav entschärft diese und meint dann, dass es besser wäre, hier zu bleiben. Schleichen ohne Licht im unebenen Gelände ist nichts für sein Laufwerk. Edna findet auch, dass er quasi blind wie er in der Nacht ist, auch nichts sinnvolles zum Kampf beitragen kann. Nun ja, ich kann niemanden zwingen, den Kampf gegen den Kopfgeldjäger aufzunehmen und die Argumente sind auch nicht gänzlich aus der Luft gegriffen. So tragen wir drei Mädels halt die Last des Kampfes. Ich warte ja darauf, dass auch Shaka und Lyn kneifen, aber die beiden Twi´leks sind mutiger als gedacht.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, welche Waffe nehme ich mit? DLT 19 oder E11s? Das E11s hat die höhere Reichweite, die höhere Durchschlagskraft und ist treffgenauer. Das DLT 19 dagegen hat die deutlich höhere Feuerrate. Leder sind beide Waffen zu schwer, um sie einer der doch schwächlichen Twi´leks mitgeben zu können. Letztendlich entscheide ich mich für das E11s, da ich befürchte, es auf ein Feuergefecht über eine sehr lange Distanz herauslaufen wird. Ich überprüfe die Waffe, checke den Tibanagasvorrat und den Ladestatus der Energiezelle. Das Zielfernrohr ist fest und die Einstellung stimmt noch. Alles klar.

Wir bilden eine langgezogene Reihe, immer darauf gefasst, eine Sprengfalle zu finden. Da es verdammt Dunkel ist und wir kein Licht machen dürfen, macht es nicht einfacher. Ein Nachtsichtgerät wäre Toll, leider gibt es die hier nirgendwo zu kaufen, weil die bei Hapanern nicht wirken. Durch die sieben Monde ist es auf Hapan nie Dunkel und die Hapaner sind quasi Nachtblind. Langsam bewegen wir uns auf die feindliche Stellung zu und im letzten Moment entdecken wir eine Sprengfalle, die über einen Draht ausgelöst wird. Vorsichtig umgehen wir diese und rücken weiter vor.

Schließlich haben wir einen Punkt erreicht, wo wir eine Sichtlinie zu unserem Gegner haben. Der Aqualishaner Soblex liegt unter einem Tarnnetz, links hat er einen Raketenwerfer liegen, rechts ein E11s. Momentan späht er mit einem Macrofernglas auf den Tempel der Macht, der etwa vierhundert Schritt gegenüber liegt. Dazwischen liegt eine tiefe Schlucht. Ein perfekte Position für ein Attentat.

"Hier ist V-Grün, haben Ziel lokalisiert und beginnen nun mit dem Angriff!", gebe ich an die zurück gebliebenen durch. "Falls ihr nachrücken müsst, kurz vor dem Plateau befindet sich eine Sprengfalle, also Vorsicht!"

"Verteilen wir uns etwas und erledigen wir den Mistkerl! Möge die Macht mit uns sein!", meine ich zu den anderen und begebe mich in Stellung. Wir sind näher am Feind dran als gedacht, so können auch Shaka und Lyn mit ihren Waffen den Feuerkampf aufnehmen. Ich klappe das Zweibein aus und richte die Waffe auf das Ziel. Ich führe die Schulterstütze an meine Schulter und rutsche auf dem Untergrund so lange hin und her, bis ich spannungsfrei liege. Nachdem ich die Schutzklappen des Zielfernrohrs geöffnet habe, zentriere ich das Ziel. Nachdem ich den Aqualishaner aufgeschaltet habe, justiere ich das Fernrohr auf die Entfernung, lasse in die Brennkammer nun das Tibanagas strömen und verdichte es auf den maximalen Wert. Ich schließe die Augen, atme einmal tief ein und aus und öffne sie wieder. Das Ziel ist ein klein wenig verrutscht und ich korrigiere meine Haltung etwas. Nach zwei Versuchen bleibt das Ziel im Zentrum des Zielfernrohrs. Ich entsichere die Waffe und der Zielpunkt wechselt von Grün auf Rot. Sachte nehme ich den Vorweg des Abzuges weg, bis ich den Druckpunkt spüre. Ich halte den Atem an, warte, bis ich zwischen zwei Herzschlägen bin und baue den notwendigen Druck auf, dass der Abzug bricht. Im nächsten Moment durchschneidet ein roter Strahl aus ionisiertem Plasma das Dunkel der Nacht und schlägt in den Körper des Kopfgeldjägers ein. Ich habe genau den Punkt getroffen, den ich anvisiert habe und ein Mensch wäre jetzt tot, da ich sein Herz getroffen haben müsste. Aber offensichtlich sitzt dieses wichtige Organ bei einem Aqualishaner an einer anderen Stelle, da er sich aufrichtet, abgekniet und nach seinem Raketenwerfer greift. Bei der Macht, dass ist nicht gut!

"Stirb! Abschaum!", ruft Lyn, nimmt ihre schwere Blasterpistole in beide Hände, zielt sorgfältig und drückt ab. Es macht "Puff" und ein kleines rotes Wölkchen aus brennenden Tibanagas steigt vor dem Lauf in die Höhe. Ein deutliches Zeichen, dass die Gaskartusche sich gerade vollkommen entleert hat.

"Fierfek!", flucht die orangene Twi´lek, dann schlägt eine Rakete zwischen uns ein. Shaka und Lyn werden davon geschleudert und bleiben wie Puppen liegen, die meine kleine Schwester auf den Boden geworfen hat.

"Fierfek!", fluche auch ich schmerzerfüllt, den glühend heiße Splitter haben sich in mein Fleisch gebohrt. Meine Ohren klingeln und wahrscheinlich bin ich für die nächsten Minuten fast taub, da ich mich selbst kaum fluchen höre. Mit der linken Hand jage ich zwei Ladungen von meinem Stimmpatch in meinen Arm, was mich am leben erhält. Momentan kühlt mein Gewehr noch ab und ich kann nicht schießen. Geistig gehe ich meine Optionen durch. Ich kann meine Blasterpistole ziehen und versuchen, auf diese Entfernung zu treffen. Mit der Pistole war ich nie so gut wie mit dem Gewehr. Auch ist es nicht gerade eine Waffe, um einen gut gepanzerten Gegner zu fällen. Rückzug wäre eine Option, aber Raketen sind lenkbar und können durchaus ein fliehendes Ziel selbstständig verfolgen. Also ist Flucht auch keine Option. Stellung halten und drauf halten scheint zwar verwegen zu sein, ist aber logisch betrachtet die einzige sinnvolle Strategie. Blöd nur, dass ich warten muss und der  Aqualishaner ein weiteres mal auf mich anlegt. Das sieht nicht gut aus.

Nakagos wirre Gedanken

Der Spieler von Lyn hat mit dem roten Erschwerniswürfel ein Verzweiflungssymbol gewürfelt, deswegen ging Lyn das Tibanagas gleich beim ersten Schuss aus. Das war richtig Pech. Raketenwaffen sind übel. Einen direkten Treffer mit einem Schaden von 20 und einem Panzerbrechendwert von 1 (entspricht Durchschlag 10) dürfte die meisten SC auf einem Schlag ausschalten. Und wenn man nicht trifft, aber genug Vorteilssymbole hat, wird die Explosion ausgelöst, was hier passiert ist. Und Fünfzehn Punkte Explosionsschaden sind doch recht ordentlich. Lebenspunkte hat man als Mensch/Twi´lek am Anfang Stärkewert + 10, also Lyra hat dreizehn, Shaka und Lyn elf. Durch das Talent Abgehärtet kann man zwei Lebenspunkte dazu bekommen. Hat halt auch nicht jeder Beruf.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 08. November 2018, 16:47:29
Esk

Eine weitere Rakete schlägt in unmittelbarer Nähe bei mir ein und ich werde ein weiteres mal durchgeschüttelt. Die Macht ist mit mir, denn mein Scharfschützengewehr bekommt nichts ab, da ich die Splitter mit meinem Körper auffange. Für einen Moment dachte ich wirklich, dass dies mein Ende wäre, aber ich überlebe diesen Einschlag. Es kostet mich alle Selbstbeherrschung einfach liegen zu bleiben, mein Ziel ein weiteres mal zu zentrieren, mich zu fokussieren und mit angehaltenen Atem exakt zwischen zwei Herzschlägen den Schuss brechen zu lassen. Dieses mal kann ich auf den Kopf zielen und verpasse ihm ein fünftes Auge. Die anderen vier zerplatzen durch die extreme Hitzeentwicklung und mit brennenden Kopf sinkt mein Gegner in sich zusammen. Grenzenlose Erleichterung noch am leben zu sein, überflutet mich.

"Hier V-Grün, Ziel ist eliminiert, Medizinische Hilfe ist dringend erforderlich", gebe ich durch und Danke der Macht, dass sie mit mir war. Mit einem herzhaften "Fierfek" stehe ich auf, sichere meine Waffe und hänge sie um. Als erstes suche ich Lyn, die es ziemlich übel erwischt hat. Ich stabilisiere sie mit einem Stimmpatch und bringe sie in eine stabile Position. Das gleiche mache dann mit Shaka, die, wenn sie so weiter macht, noch eine vierte Prothese braucht. Will sie Darth Vader nacheifern?

Dann sichere ich unsere Akquise, wenn man das so nennen mag, lösche das Feuer und untersuche die Leiche. Wieder finde ich eine Lizenz der Jägergilde, 200 Credits und ein Datapad, auf dem eine Karte zu sehen ist, wo weitere Sprengfallen eingezeichnet sind. Diese kann man von hier aus damit auch zünden. Wir haben ein Massaker verhindert, aber die Suul-Tanca Corporation wird es uns nicht danken. Ich finde einen Beutel mit rot gefärbten Rancorklauen und ein Kommunikator. Leider sind darauf keine verwertbaren Nummern gespeichert.

Schließlich trudeln auch Scavangerbot 523 und Edna ein. Wir verwundeten Mädels bekommen alle eine umfassende medizinische Versorgung, die wirklich nötig ist. Edna ist vom Scharfschützengewehr fasziniert und wir fachsimpeln kurz über die Vor- und Nachteile der Waffe. Nach jetzigem Kenntnisstand wäre die DLT 19 klar die bessere Wahl gewesen. Aber die Entfernungen sahen von oben viel größer aus und ich ging davon aus, dass Ziel mit einem sauberen Schuss erledigen zu können. Jedenfalls nimmt Edna die Waffe des Kopfgeldjägers an sich. Mein Segen hat er, auch wenn er nichts dazu beigetragen hat, sie zu erbeuten. Dafür darf ich den schweren Raketenwerfer mit mir schleifen. Bei dem Raketenwerfer handelt es sich um einen Merr-Sonn PLX-2M mit einem sechsschüssigen Magazin mit noch vier verbliebenen Arakyd 3t3 Raketen. Die Waffe wiegt fast einen Zentner, aber ein eingebauter kompakter Repulsorliftantrieb hilft das Gewicht deutlich zu reduzieren. Dieser Raketenwerfer ist seit den Klonkriegen auf so ziemlich jedem Schlachtfeld zu finden gewesen und ist sehr leicht auf dem Schwarzmarkt zu bekommen.

Wir verladen die Waffen und fliegen rüber zum Tempel, wo wir die Sprengfallen suchen. Dank Karte sind die leicht zu finden und Scav entschärft sie gekonnt. Kaum sind wir fertig, tauchen auch schon die Vertreter der Suul-Tanca Corporation auf. Wir schließen uns mit Meister Selto kurz und teilen ihm unsere Ergebnisse mit. Offensichtlich weiß er nichts von den Machenschaften der beiden Kopfgeldjäger und deren Hintermann dürfte im Dunstkreis vom obersten Direktor Leran Bartis zu finden sein. Ich schätze, der wird sich nichts selbst die Hände schmutzig machen und bestimmt nicht mit Kopfgeldjägern direkt verhandeln.

Mönche der Macht beginnen pünktlich mit der Zeremonie, wobei sich immer noch kein einziger Clanmann blicken lässt. Wir warten den halben Vormittag auf die Vertreter der Clans, aber nicht mal der angeblich so treue Nita vom Yulkan Clan taucht auf und von dem hieß es, er wäre der loyalste von allen Anführern. Dafür taucht schließlich ein deutlich verärgertes Froschmännchen auf, natürlich nicht selbst, sondern nur als Holo. Aber selbst so kann man sehen, dass er nicht glücklich über den Verlauf der Dinge ist. Nachdem er ein paar haltlose Drohungen an das mittlere Management ausgestoßen hat, dass hier versammelt ist, verschwindet er wieder. Meine kleine Schwester würde jetzt sagen: Das war wohl nix!

Wie auch immer, Lordak meldet sich am Nachmittag und wir können uns mit den richtigen Rotklauen treffen. Inzwischen haben wir den X-36 auf unser Schiff gebracht und auch die Beute gut verstaut. Wir fliegen zur Mine mit der Bezeichnung M 112, die sich am westlich gelegenen Gebirge befindet. Nach einem kurzen Flug betreten wir den gigantischen Minenschacht. Der ist hoch genug, dass ein ausgewachsener Rancor drin stehen kann. Woher ich das weiß? Weil sich ein ausgewachsenes Exemplar mit einem Reiter vor uns aufbaut und anschaulich die Ausdehnungen des Schachtes demonstriert. Zwei weitere Reiter tauchen auf, flankieren den ersten, dann marschieren Rotklauen in Kompaniestärke auf. Muss man ihnen lassen, sich inszenieren können sie. Nur können sie sich das bei uns getrost sparen, da wir nichts zu entscheiden haben und es unerheblich ist, ob wir davon nun beeindruckt sind oder nicht.

Der angeblich so loyale Nita entpuppt sich als der oberste Anführer der Rotklauen. Da hat jemand gekonnt ein doppeltes Spiel getrieben. Wir bleiben ruhig und Shaka übernimmt das reden. Mir wird schnell klar, dass Nita sich in der Position des Stärkeren wähnt. Er hat diesen Krieg schon seit Jahren vorbereitet, die Corporation studiert und sehr viel Material von ihnen erhalten, dass er nun gegen sie einzusetzen gedenkt. Mir ist im Gegensatz zu Shaka schnell klar, dass dieser Konflikt mit Worten schon lange nicht mehr aufzuhalten ist. Wobei Shakas Argumente durchaus stichhaltige Gründe liefern, die gegen einen Krieg sprechen. Der übliche Kollateralschaden. Der längere Atem der Corporation. Die mannigfaltigen Mittel der Corporation. Die Clanleute haben nur das, was sie hier haben, die Corporation kann aus der ganzen Galaxis das beschaffen, was sie braucht, um diesen Krieg zu gewinnen. Und wir haben läuten gehört, dass die Suul-Tanca Corporation noch über großen Mengen von Gas verfügt, dass einst gegen die Rancor entwickelt worden war und diese Version ist auch für Menschen tödlich. Und da dieses Gas schwerer als Luft ist, wird es immer tiefer in die Schächte sickern.

Nita, ein sehr bulliger Mann, dem ich noch nicht mal zu den Verschlüssen seiner Latzhose reiche, ist dagegen sehr von sich und seinen Leuten überzeugt. Sie kennen die Höhlen, können sich in Schächte zurück ziehen, die nie das Auge eines Corporationsangestellten erblickt hat. Sie können von jeder Höhle zu jeder Zeit zum Gegenschlag ausholen und sind ja so gut vorbereitet. Auf das Gas geht er gar nicht ein. Gas braucht sich nicht auszukennen, sondern es sickert einfach immer tiefer.

"Wir sind hier fertig!", meine ich, als beide Seiten anfangen, ihre Argumente zu wiederholen, als ob das wiederkäuen der immer gleichen Gründe irgend jemand zur Einsicht bringen könnte. Es wird heute keinen Konsens geben. Heute werden wir keinen Krieg verhindern. Wir haben zwar die Schlacht am Tempel gewonnen, aber den Krieg wollen wohl nun beide Seiten. Prinzessin Xira hat mal gemeint, ich wäre die geborene Kriegerin und ich denke, sie hat Recht. Trotzdem hasse ich den Krieg fast so sehr, wie ich den Imperator und sein lebensfeindliches Imperium gehasst habe. Aber manchmal ist Gewalt eine Option, die durchaus zum Ziel führen kann. Aber ich bezweifle, dass ein Krieg auf Sybal der richtige Weg ist. Einsicht kann manchmal nur durch das vergießen von Blut gewonnen werden. Es meist nur die Frage, wie hoch die Opfer dafür sein werden.

Zurück in Sektor 1 treffen wir uns mit Meister Selto, der uns mit großem Bedauern verkündet, dass es wohl kein weiteres Arrangement mit der Suul-Tanca Corporation geben wird. Das war zu erwarten gewesen. Nach etwas hin und her schlage ich für uns noch einen 2-1B Medidroiden mit der Kennung Besh 42 heraus, da durch die ständigen schweren Verwundungen wir unbedingt einen fähigen Arzt in der Crew brauchen. Scav macht seine Sache zwar gut, ist aber kein richtiger Medidroide. Auch können wir noch Ladung aufnehmen, die wir nach Cyphera liefern können, was dann wohl auch unser nächstes Ziel sein dürfte. Den schrottreifen Gleiter, den wir den Räubern abgenommen haben, können wir leider nicht mitnehmen und bekommen ihn hier auch nicht verkauft. Aber wenigstens kriegen wir noch den X-34 los. Irgendwie mögen die uns hier nicht mehr. Wir sitzen nun wahrlich zwischen allen Stühlen.

Wie auch immer, es ist Zeit zu neuen Gestirnen aufzubrechen. Ich beginne mit dem Checkup und fahre die Systeme der "Vanguard" der Reihe nach hoch. Die Triebwerke haben immer noch zu wenig Leistung und der Repulsorlift ist deutlich zu laut, als wir abheben. Es knirscht ungesund, als die Landebeine einfahren. Die "Vanguard" ist immer noch eine fliegende Baustelle und daran wird sich leider in der nächsten Zeit nicht viel ändern. Aber wenigstens haben wir jetzt wieder funktionierende Sensoren und fliegen nicht mehr fast Blind durch das Weltall. Und vom neuen Ionenschutzfeld verspreche ich mir recht viel. Mein Blick wandert zu den sechs hoch aufragenden Wolkenkratzer von Sektor I.

Ich erforsche meine Gefühle und spüre, wie traurig ich über den Ausgang der letzten Ereignisse bin. Mein Gewissen ist zu stark ausgeprägt, um mich gänzlich einer Firma zu unterwerfen, dessen Methoden höchst fragwürdig sind. Ich war einmal Sklavin, dass will ich nie wieder sein, auch wenn meine Herrin immer fair, ehrlich und vergleichsweise nett zu mir war. Prinzessin Xira wird immer einen Platz in meinem Herzen haben und ich fühle immer noch Dankbarkeit gegenüber ihr. Trotzdem habe ich mein ganzes Leben für die Unterdrückten und gegen die Usurpatoren gekämpft. Jetzt damit aufzuhören fühlt sich einfach Falsch an.

Auf der positiven Seite haben wir schlimmeres am Tempel verhindert, haben das Komplott durchkreuzt und unseren Schnitt dabei gemacht. Das Raumschiff ist in einem besseren Zustand und wir haben deutlich mit den Beutewaffen unsere Kampfkraft gesteigert. Negativ ist zu sehen, dass wir den Konflikt nicht verhindern konnten. Aber nach einer Analyse der Situation komme zu dem Schluss, dass verschiedene Ereignisse schon lange vor unserem Erscheinen den Krieg unausweichlich gemacht haben. Also kein Grund, deswegen sich Schlecht zu fühlen. Ich hake das ab und blicke nach vorn.

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 31.03.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Edna, Lyn
Erfahrungspunkte: 15

Beute: 1x SoroSuub X-34, mehrere Sprengladungen, 1 Raketenwerfer mit noch vier Raketen, 1 E11s Scharfschützengewehr, Waffenzubehör und Teile im Wert von 8000 Credits, 8000 Credits Handelsware, 400 Credits Bargeld, 2-1B Medidroide

Getötete Gegner: Ein Schwarm Akuas, 1 Kopfgeldjäger

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 50
Söldner: 25

Resümee: War eine Sitzung mit Höhen und Tiefen. Der Raketenwerfer hätte uns beinahe getötet, da hat unser SL sich wohl etwas in dessen Wirkungsweise verschätzt. Auch wurden die Regeln falsch angewendet, da die Spezialfähigkeit nur bei einem direkten Treffer und nicht bei von der Explosion getroffenen Zielen eintritt. Hätte allerdings bei Shaka und Lyn keinen Unterschied gemacht. Auch war der Ausgang des Abenteuers ziemlich frustrierend, da wir es nun mit beiden Seiten mehr oder weniger für den Moment verscherzt haben. Wir waren da in einer moralischen Zwickmühle. Letztendlich war der Gruppenkonsens einstimmig, den Krieg zu verhindern und nicht zu forcieren. Einmal Allianz, immer Allianz.

Was toll war, dass Lyra deutlich mit ihrer Suche nach ihrer kleinen Schwester weitergekommen ist. Eloy ist also deutlich Machtsensitiv in einem Wert, der sie zu einer Jedi prädestiniert hätte. Leider ist Lyra das nicht auch, was Schade ist. Aber nicht wirklich tragisch, da Machtkräfte doch sehr Punkteintensiv sind und meine Planung mit drei Subklassen auch so schon genug kosten wird. Die Machtsensitivität wurde ausgewürfelt und Lyn hat das höchste Symbol erwürfelt.

Lyras Entwicklung: Das Talent Voll ins Schwarze hat ich sich bewährt, wenn es auch nicht gereicht hat, den Kopfgeldjäger mit einem Schlag zu töten. Das E11s ist durch seine lange Ladezeit deutlich im Feuerkampf unterlegen. Das DLT 19 wäre wohl die bessere Wahl gewesen, wie sich im nach hinein herausgestellt hat. Präzise 1, Durchbohrend 2 ist zwar Toll, aber wenn 17 Schaden dann nicht ausreicht, einen Rivalen zu töten, wird es sehr eng, wie man gesehen hat. Die Dunkelheit war eben sehr störend und durch eine dämliche Hausregel gibt es bis jetzt keine Nachtsichtbrillen. Was sich dann aber wiederum wieder ausgeglichen hätte. In dem Moment, wo die zweite Rakete in meine Stellung eingeschlagen hat, dachte ich wirklich, dass war es jetzt. Nach etwas  hin und her konnte ich vorher noch zwei Stimmpatches nehmen, weil wohl sonst die Hälfte der Truppe ausgelöscht gewesen wäre.

Als Belohnung für die Chroniken habe ich mit unserem SL ausgehandelt, dass jede Seite ein Erfahrungspunkt ist, welche in die allgemeine Spezialisierung des Rekruten fließen wird. Der Rekrut hat keine primären kampfsteigernden Eigenschaften, verfügt aber über sehr gute unterstützende und defensive Fertigkeiten. Damit wird Lyras Überlebensfähigkeit und Flexibilität durchaus gesteigert. Durch Talente kann der Rekrut sich einiges an zusätzlichen Fertigkeiten kaufen zu den vier, die er wie jede grundsätzlich hat, was mir Zugriff auf Disziplin und Überleben bringt. Vier der Acht Fertigkeiten durch Talente besitze ich zwar schon, aber die restlichen sind mit Artillerie und Leichte Fernkampfwaffen ziemlich gut. Dazu noch Wissensfertigkeiten für Kernwelten und Äußerer Rand, was Kampagne bedingt leider wenig bringt. Der kauf der Spezialisierung kostet 20, die ersten zwei Ebenen 20 und 40 Punkte. Als Selbstbeschränkung werde ich alle Kästchen immer aus einer Reihe erst voll machen, um dann auf die nächst höhere zu gelangen. Sonst ist Versuchung zu groß, den "besten" Strang direkt nach unten zu gehen, um die besten Talente abzugreifen.

So hat Lyra nun Zugriff auf Langer Atem, was Erschöpfung während eines Kampfes abbauen kann. Inzwischen hat Lyra ja einige Talente, die Erschöpfung bei Anwendung verursachen. Geht zwar nur einmal während des Kampfes, aber kostet nichts. Naturbursche entfernt bei Proben in der freien Natur wie Überleben oder beim durchqueren von schwierigem Gelände einen Komplitkationswürfel pro Rang. Sie kann zwar nur den einen Rang haben, aber für 5 Punkte ist das verdammt gut. Dazu dann zweimal Abhärtung, was je zwei Zusätzliche Lebenspunkte bedeutet. Der nächste Raketenwerfer kann also kommen. Das zweite mal Abhärtung ist praktisch ein Talent für 15 Punkte in der dritten Ebene, die ich damit erreicht habe. Damit sind 95 Seiten bezahlt.

Die 15 EP vom Abenteuer werden nun in die Fertigkeiten Artillerie und Leichte Nahkampfwaffen investiert, was 10 Punkte kostet. Die restlichen 5 Punkte fließen in das letzte noch offene 5er Talent vom Attentäter: Todesstoß, was 10% auf der Tabelle für kritische Verletzungen bringt.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel und die einzelnen Würfel

Kommen wir heute zum letzten der drei positiven Würfel, den sechsseitigen blauen Verstärkungswürfel. Gewisse Manöver wie Zielen oder Talente wie Erstschlag generieren Verstärkungswürfel für eine Probe. Auch die Waffeneigenschaft Präzise generiert einen Verstärkungswürfel. Das Talent Pirscher gibt pro Rang einen zusätzlichen Würfel auf eine Probe dazu. Auch kann man den durch genug Vorteilsymbole für die nächste eigene Probe erlangen oder den auch einem Kameraden zuschanzen. Dieser Würfel kommt also recht häufig zum Einsatz.

Der W6 verfügt über folgende Symbole: 1 x Erfolgssymbol, 1 x Vorteilsymbol, 1 x 2 Vorteilsymbole und 1 x je 1 Vorteil und 1 Erfolgssymbol. Damit ist er besser bestückt als sein negativer Pedant, der über keine Doppelsymbole verfügt. Im Gegensatz zu den anderen Würfeln verfügt er über zwei freie Seiten. Durch seine Belegung generiert er durchaus etwas mehr Vorteile als Erfolge.

Jetzt gleich auch seinem bösen kleinen Bruder, den schwarzen Komplikationswürfel. Der W6 hat folgende Symbole 2 x 1 Fehlschlagsymbol, 2 x 1 Nachteilssymbol und zwei leere Seiten, die wohl jedem hier die liebsten sind.

Rüstungseigenschaften wie Verteidigung oder Deckung generieren Komplikationswürfel für gegnerische Proben. Auch Umstände wie schlechte Beleuchtung, rutschiger Untergrund, starker Wind oder Nebel geben Würfel in den Pool. Es gibt Talente, welche eine gewissen Anzahl wieder entfernen kann. In fast jeder Kampfrelevanten Proben bekommt man Komplikationswürfel dazu.

Kommen wir nun auch noch gleich  zum siebten und letzten besonderen Würfel des Systems, den Machtwürfel, ein weißer W12. Damit wird am Anfang die Schicksalspunkte ausgewürfelt. Schicksalspunkte gibt es in weiß und schwarz. Schwarze bekommt der SL, die weißen die SC. Es gibt Talente, die damit ausgelöst werden können. Damit können aber auch Würfel aufgewertet werden. Verbraucht ein SC einen weißen Machtpunkt, wird er schwarz und steht nun dem SL zur Verfügung. Verbraucht der SL einen schwarzen, wird der wiederum weiß. Also recht simpel. Manchmal lassen wir dem SL alle schwarzen verbrauchen und nehmen selbst keine in Anspruch.

Die Verteilung ist etwas ungleich. 6 x 1 schwarzer Punkt, 1 x 2 schwarze Punkte, 2 x1 weißer Punkt und 3 x 2 weiße Punkte. In der Summe sind 8 schwarze gegen 8 weiße, aber es ist wahrscheinlicher einen schwarzen Punkt zu erwürfeln.

Für Machtanwender ist der Würfel wichtig, sonst würfelt man ihn nur einmal am Anfang der Sitzung für die Anzahl der Schicksalspunkte.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 11. November 2018, 17:17:01
Episode VI
Cyphera – Lebe deinen Traum
Aurek
Wir erreichen ohne Zwischenfälle den freien Raum über Sybal. Hier und da knirscht zwar etwas ungesund im Rumpf der "Vanguard" und einige Überwachungslämpchen wechseln hektisch zwischen grün und rot, aber letztendlich kommen wir ohne Probleme in den Hyperraum. Scavanger Bot 523 berechnet unsere Route durch den Ionennebel und wir treten in den blauen Tunnel. In schneller Folge springen wir in kurzen Sprüngen nach Cyphera. Jeder Sprung verläuft ohne Probleme und schließlich liegt die blaue Welt vor uns. Die Oberfläche ist zu 98 Prozent mit Wasser bedeckt. Die real verwertbaren Daten der uns zur Verfügung stehenden Werbebroschüren sind äußerst dünn.

Wir fahren unsere neu überholten Sensoren aus und machen einen umfassenden Scan. Die E9 Baureihe war ursprünglich ein Scoutschiff und verfügt über für ein Schiff dieser Größe überdimensionierte Sensoren. Die Auswertung ist äußerst interessant. Der Mond braucht zehn Jahre für eine Umkreisung. Obendrein ist der Mond vergleichsweise nah und sorgt dafür, dass der Meeresspiegel sehr weit angehoben wird und die gewaltige Flut dadurch in sehr großen Abständen die wenigen Inseln überspült.

Die Hauptstadt, welche Cyphera Stadt heißt, liegt am Äquator und schwimmt auf gigantischen Plattformen. Genau gegenüber gibt es eine zweite Ansiedlung, die ebenfalls auf Plattformen errichtet ist.

Wir bekommen von der Flugsicherung einen Eintrittsvektor zugewiesen und beginnen mit dem Sinkflug. Der Atmosphäreneintritt gelingt ohne Probleme, auch wenn vieles unangenehm knirscht. Wieder springen einige Warnleuchten fröhlich hin und her. Zuerst machen wir einen kleinen Umweg und scannen das Gebiet, in dem ein abgestürztes Raumschiff auf dem Grund des Meeres liegt. Dessen Position haben wir auf Nilfax Station erworben in der Hoffnung, die Ladung des Wracks bergen zu können. Als wir uns dem Zielgebiet nähern, bekommen wir auf allen Kanälen die Warnung zu hören, dass wir uns militärischen Sperrgebiet annähern. Uns werden die Koordinaten genant, die wir nicht überfliegen dürfen. Unser Wrack liegt demnach am Rande des Sperrgebiets, aber leider definitiv innerhalb davon. Das sind keine guten Nachrichten und mir wird klar, dass unser gesuchtes Wrack nicht wirklich abgestürzt, sondern eher abgeschossen wurde. Darum hat der Händler uns die Daten so "günstig" verkauft. "Fierfek!", kann ich da nur verhalten fluchen.

Eine brauchbare Karte von unserem Zielgebiet können wir nicht wirklich erstellen. Allerdings können wir sagen, dass das Wrack in etwa 80 Meter Tiefe liegt. Wir drehen ab und schwenken auf Cyphera Stadt ein. Die Landung verläuft ausnahmsweise mal gut. Der Besuch des Zolls ist kurz und schmerzlos. Oberflächlich werden die Ladepapiere überprüft und ich darf ein paar Formulare ausfüllen. Das war´s.

Darüber bin ich nicht traurig und wir liefern die von uns transportierten Waren für die Suul-Tanca Corporation aus. Sehr wenig Aufwand für knapp 8000 Credits Reingewinn. Schade ist natürlich, dass dies wohl für lange Zeit unser letzter Auftrag für die Suul-Tanca Corporation war. Aber letztendlich haben wir die richtige Entscheidung getroffen, uns nicht zu verkaufen. Dumm nur, dass ein reines Gewissen nicht satt macht.

Wir erkundigen uns nach einer guten Reparaturwerft mit einem annehmbaren Preis/Leistungsverhältnis und lassen dort erst unsere äußeren Schäden beheben und das Schiff obendrein noch Tauchfähig machen. Damit haben wir das gerade eingenommene Geld wieder ausgegeben. Während Scav, Lyn, RW 79 und Edna die Arbeiten an der "Vanguard" überwachen, gehen Shaka und ich auf Entdeckungstour in die angrenzenden Vergnügungsviertel. Es ist angenehm warm, so dass der kühle Wind eher erfrischend wirkt. Es riecht hier natürlich nach Meer. Recht schnell gehen wir getrennte Wege, worüber ich ebenfalls nicht traurig bin. Mit der blauen Twi´lek bin ich einfach nicht auf einer Wellenlänge. Mit allen anderen Crewmitglieder der "Vanguard" verstehe ich mich deutlich besser.

Als erstes fällt mir auf, wie unglaublich vermüllt hier alles ist. Eine funktionierende Müllabfuhr und ein Recyclingkonzept scheinen die hier nicht zu haben. Dazu findet sich hier eine sehr große Vielzahl an verschiedenen Xenosrassen. Das erinnert mich etwas an Nar Shaddaa, dass eine ähnliche Vielfalt an Rassen aufweist und in vielen Bereichen ähnlich "aufgeräumt" war. Allerdings sind die Gebäude hier deutlich niedriger und überall stehen gläserne Röhren mit einer rötlichen Flüssigkeit darin, in dem wie in einem Bactatank lebende Wesen schweben. Auf einigen dieser Zylinder hängen unbehelligt krakenartige Kreaturen dran. Offenbar stört sich keiner der Passanten an diesem bizarren Anblick.

Nach etwas Recherche bekomme ich heraus, dass die Wesen in den Zylindern sogenannte Träumer sind. Die Tentakelviecher darum herum sind eine Art Katalysator, Relais oder Brücke, um in die sogenannte Traumwelt zu gelangen. Unter der Wasseroberfläche ist ein gigantisches Wesen namens Suúl, welches träumt. Aus irgend einem Grund kann man sich hier in dessen Träume nicht nur einklinken, sondern diese auch so verändern, dass diese für den Träumer zur Realität werden. Und zusätzlich ist es möglich, darin auch miteinander zu interagieren, also die Träume anderer Leute betreten. Das hört sich alles ziemlich verrückt an. Es soll da drin sogar eine eigene Währung geben, was in meinen Augen noch verrückter ist. Warum träume ich mir nicht einfach meinen Reichtum? Wahrscheinlich gibt es da drin eine gigantische Inflation.

Wer sich kein lebenslangen Traum leisten kann, hat die Möglichkeit, einfach für ein paar Stunden in den Traum einzutauchen. Viele können sich kein lebenslanges Abo leisten, also gehen sie immer wieder hinein, was aber auch nicht ganz billig ist. Der Zollbeamte hat mir erzählt, dass ein von außen verursachter Abbruch dafür sorgt, dass man niemals wieder in die Traumwelt hinein kann. Auf alle Fälle wollen viele der hier Gestrandeten alles tun, um wieder in ihre Welt einzutauchen. Auf den Schwarzmärkten gibt es fasst alles. Konventionelle Gewürze, Schwarzmarktgüter und Prostituierte gibt es hier zuhauf.

Was es auch in großer Anzahl gibt, sind imperiale Sturmtruppen. Jedenfalls begegne ich einer Patrouille bestehend aus einem Antigravpanzer und weiß gerüstete Soldaten. Auch wenn die Welt hier formal unabhängig sein will, steht sie unter imperialen "Schutz". Das militärische Sperrgebiet wo unser Wrack liegt, ist also nicht vom regionalen Militär, sondern von ewig gestrigen imperialen Truppen besetzt. Es ist nur die Frage, haben sie diese Welt in Ermangelung einer besseren Alternative gewählt oder gibt es einen speziellen Grund?

Ich beginne mich in einschlägigen Cantinas umzuhören. Ich spiele Sabbac mit sehr kleinen Einsätzen, so dass sich am Ende Gewinn und Verlust in Waage halten. Dabei lenke ich das Gespräch immer wieder auf Themen, die mich interessieren. Über den Grund der Anwesenheit der imperialen Truppen gibt es so viele Meinungen wie Leute, die ich darüber befrage. Soll heißen, jeder spekuliert wild ins Blaue hinein und keiner hat wirklich eine Ahnung davon.

Auf dem Meeresgrund gibt es kristalline Korallen, die auf die Gemütslage nah vorbei schwimmender Wesen reagieren und ihre Farbe ändern. Im Hapes Konsortium sind die bei Adligen und Leuten, die sich so was leisten können, sehr beliebt. Deswegen ist es ein lukratives, wenn auch sehr gefährliches Gewerbe, diese Korallen zu ernten. Gefährlich, weil die Dinger nicht nur ihre Farbe ändern, sondern auch anfangen zu vibrieren. In Verbindung mit ihrer scharfkantigen Oberfläche macht sie das genau so gefährlich wie eine Vibroklinge. Das zu erforschen könnte sich sicherlich lohnen, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, was das jämmerliche Restimperium sich davon verspricht. Diese scharfkantigen Korallen erinnern mich an das Klingengras auf Corellia. In den wilderen und unzugänglicheren Gegenden meiner Heimatwelt wächst es zuhauf. Die dünnen Kanten des Grases sind so scharf wie eine Rasierklinge.

Der andere Grund für die Anwesenheit des Imperiums könnte der Träumer sein, wie das gigantische Wesen im Meer allgemein genant wird. So ein Xenos ist natürlich einmalig und ein würdiges Forschungsobjekt. Da kann man sicherlich einiges erforschen. Der Träumer wird von manchen auch als Gottheit angebetet. Die Kirche des Suúl hat viele Tempel auf dieser Welt. Die Mönche versuchen eine alternative Verbindung zum Träumer anzubieten, aber der Zulauf hält sich dafür in Grenzen. Auf alle Fälle verwaltet die Kirche als quasi staatliche Institution den Zugang zum Traum. Wie Staat und Kirche hier vernetzt sind, erschließt sich mir nicht ganz.

Es gibt hier noch eine unter Wasser lebende intelligente indigene Rasse, die unter dem Meeresgrund gewaltige Städte haben soll. Die Angaben sind aber sehr vage, da ich ausschließlich mit Leuten von außerhalb in Kontakt komme. Alle hier wollen zurück in ihren Traum.

Des weiteren bekomme ich heraus, dass es hier auf Cyphera eine aktive örtliche Rebellengruppe gibt, die erst kürzlich erfolgreich einen Sprengstoffanschlag gegen die imperialen Truppen geführt hat. Deswegen sind alle Übergänge zu weiterführenden Plattformen mit Straßensperren versehen und jede Person wird kontrolliert. Da auf mich ein Kopfgeld ausgesetzt ist und ich lange Jahre bei der Rebellenallianz gedient habe, wage ich es nicht, eine dieser Sperren zu passieren. Letztendlich habe ich in den mir frei zugänglichen Plattformen auch alles, was ich brauche, um an Informationen zu kommen.

Interessanterweise werden die imperialen Truppen von Commander Lorrik angeführt. Dieser Name ist berüchtigt und steht für abscheuliche Kriegsverbrechen, Massaker, Folter, Genozid und viele weitere Verbrechen für die er den Tod mehr als nur einmal verdient hätte. Lorrik galt früher als die rechte Hand von Admiral Thorne, dessen Mann fürs Grobe. Und ich bekomme heraus, dass auf der anderen Seite der Welt, der zweiten großen Siedlung, ein planetarer Schutzschild errichtet werden soll. Das sind keine rosigen Aussichten für die Welt der Träume.

Aus reiner Gewohnheit höre ich mich auch nach dem Piraten Khador um. Obwohl ich mir kaum Hoffnungen mache, ihn hier zu finden, spüre ich ihn tatsächlich auf. In einem Tempel des Suúl auf Plattform 17 gelingt es mir einen Mönch mit dem Namen Bruder Malfay zu bestechen, um Einsicht in das Register der Träumer zu bekommen. Der Tempel ist ein äußerst krudes Gebäude, dem man ansieht, dass seit vielen Jahren viele verschiedene Leute mit unterschiedlichen Geschick dran gearbeitet haben und bei den Mitteln das Materials nicht wirklich wählerisch waren. Und tatsächlich ist Khador unter seinem realen Namen im Register verzeichnet. Etwa vor einem Jahr ist er hier auf Cyphera aufgetaucht und hat die notwendige Gebühr entrichtet, um den Rest seines Leben im Traum zu verbringen. Es scheint wohl gut gelaufen zu sein, nachdem Söldner ihn von Sybal weg gebracht haben. Was er anderthalb Jahre lang gemacht hat, ist so nicht ersichtlich. Aber offensichtlich war das wohl Gewinnträchtig genug, sich einen lebenslangen Traum erkaufen zu können.

Nakagos wirre Gedanken

Die Welt Cyphera ist eine der wichtigeren Welten der Kampagne und wird noch öfters eine Rolle spielen.

Vielen herzlichen Dank für das eine liebe Review, habe mich wirklich riesig darüber gefreut. Wie immer freue ich mich auch weiterhin über Kommentare, Lob, Kritik, Anmerkungen und Empfehlungen. Vielen Dank fürs lesen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 13. November 2018, 15:09:23
Besh

Mein erster Impuls ist, die Kapsel aufzusuchen, Khador da heraus zu holen und ihm mit Nachdruck ein paar Fragen zu stellen. Aber ich bekämpfe erfolgreich meine Rachegelüste nieder und überlege, was zu tun ist. Den ehemaligen Piraten aus dem Traum gegen seinen Willen zu erwecken würde bedeuten, dass er nie wieder zurück kann. Auch würde Khador nie wieder Träumen können. Beides ist mir herzlich egal, aber dies gilt hier als schweres Verbrechen und ich habe schon genug Ärger am Hals. Momentan gibt es nicht viele Welten im Ionennebel, wo wir willkommen wären. Auf Anduras I und auch auf Sybal sind wir nicht gerne gesehen. Im Moment sind Cyphera und Quaria die einzigen Welten im Ionennebel, wo wir es noch nicht mit allen Bewohnern verdorben haben. Und auf Quaria waren wir bekanntlich noch gar nicht.

Bruder Malfay meint, dass man auch ihn mit einer Traumreise besuchen könnte und innerhalb des Traumes agieren kann. Da ich eine Traumreise für äußerst gefährlich halte, will ich mehr darüber zu wissen. Es gehört einiges an Selbstdisziplin dazu, den Verlockungen des Traumes zu widerstehen. Ich muss mich also zuerst Mental stärken, um Khador im Traum aufsuchen zu können. Und ich halte es angebracht, mich von meinen jetzigen Kameraden unterstützen zu lassen. Ich denke, ich kann Khador massiv unter Druck setzen, wenn jemand aus der Crew der "Vanguard" neben seinen Zylinder steht und ihn jederzeit aufwecken kann. So sehr es mich natürlich in den Fingern juckt, mehr über das Schicksal meiner Schwester zu erfahren, weiß ich doch, dass eine überstürzte Handlung mir hier nicht nutzen wird. Also übe ich mich in Geduld, auch wenn ich durchaus erleichtert bin, dass meine Suche nach Khador hier ein Ende gefunden hat. Bald werde ich wissen, was Khador mit meiner kleinen Schwester gemacht hat. Alle Indizien sprechen dafür, dass er Eloy weiter verkauft hat. Diese Details dürften sicherlich aufschlussreich sein.

Im Traum kann man die geträumte Realität nach eigenem Gutdünken bis zu einem gewissen Grad verändern. Was man will, wird wahr. Es gibt da drin eine eigene Währung und sogar ein Künstler, der darin Kunst erschafft und diese dann verkauft. Jedenfalls gibt es ein Angebot, für diesen Künstler Modell zu stehen. Was durchaus Problematisch ist, der Träumer scheint freien Zugang zu allen Erinnerungen jener zu haben, die mit ihm in seiner Traumwelt reisen. Das könnte einige unschöne Nebenwirkungen haben, wenn diese Informationen in falsche Hände gelangen. Je mehr ich darüber erfahre, desto grusliger erscheint mir das alles. Kein Wunder, dass sich um dieses obskure Wesen ein genau so seltsamer Kult gebildet hat. In den Traum einzusteigen wird mir garantiert keinen Spaß machen.

Ich verabschiede mich auf unbestimmte Zeit von Bruder Malfay und kehre zur "Vanguard" zurück. Die Reparaturarbeiten kommen gut voran. Shaka stößt schließlich auch wieder zu uns. Ihr ist es gelungen, Kontakt zu einer örtlichen Rebellenzelle aufzunehmen und scheint begeistert darüber zu sein, hier ihren ganz privaten Krieg gegen dass Imperium im allgemeinen und gegen einen direkten Untergebenen von Admiral Thorne im speziellen weiterführen zu können. Ich bin momentan davon nicht begeistert. So lange ich meine Traumreise nicht erfolgreich beendet habe, um weitere Hinweise über das Schicksal meiner kleinen Schwester Eli zu erlangen, bin ich gegen jede Aktion, die unseren Aufenthalt auf dieser Welt erschweren könnte.

Shaka ist wiederum nicht darüber begeistert, dass ich vorhabe, in die Traumwelt zu reisen. Die blaue Twi´lek macht sich darüber Sorgen, dass so die Existenz des Speicherchips mit den brisanten Daten in falsche Hände gelangen könnte. Halte ich für eher weit hergeholt, aber ein Restrisiko ist immer. Vielleicht sollten wir, wenn die "Vanguard" wieder voll einsatzfähig ist, die Raumstation Mynaros am Rande des Ionennebels aufsuchen, um die Daten einem Offiziellem des Republikanischen Sicherheitsbüros zu übergeben, da sich die Plattform auf dem Hoheitsgebiet der Neuen Republik befindet. Hier ist natürlich das Risiko, dass wir gefangen genommen werden, weil ja ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt ist. Aber dann wäre der Punkt vom Tisch.

Wir bekommen mit, dass ein Raumschiff überfällig ist und es eine Belohnung gibt, wenn wir es finden. Zusätzlich gibt es eine Prämie für das Bergen der Leichen der Passagiere. Das sollen Adlige aus Calfa sein und es wäre von Vorteil für die potentiellen Erben, wenn ihre Verwandten tot und nicht nur vermisst sind. Die Belohnung ist mit 2500 Credits nicht gerade der Hammer. Leichen bringen Bonus und die Ladung, falls noch vorhanden, dürfen wir behalten. Ich bin nicht begeistert über diese Art von Auftrag, aber momentan das einzige was wir bekommen können. Auch würde wir so die Wartezeit verkürzt bekommen, die momentan auf das Modifizieren des Schiffes zu einem U-Boot liegt. So eine Modifikation ist hier sehr begehrt, weil viele sich große Gewinne beim ernten der kristallinen Korallen auf dem Meeresgrund erhoffen. Das gibt den Ausschlag. Entweder hier zwei Wochen herumhocken und Däumchen drehen. Oder eben die Mission für die Flugfeldverwaltung erledigen und als Bonus sofort danach einen Termin bekommen, um unsere E9 auch Tauchfähig zu bekommen.

Die Route des YT 1300 von Calfa nach Cyphera gilt als die kürzeste, aber auch als die gefährlichste. Ich habe kein gutes Gefühl, als ich den Check Up mache. Der Rumpf ist jetzt vollkommen in Ordnung. Aber der Antrieb ist immer noch eine Katastrophe. Auch vibriert der ganze Rumpf in einem Maß, dass ich als ungesund empfinde. Es knirscht zwar nicht mehr so laut, wie beim ersten Start, da der Rumpf jetzt wieder vollkommen professionell abgedichtet ist, trotzdem ist das Schiff immer noch nicht in dem Zustand, den ich gerne hätte.

Die Navigation ist schwierig und wir sind gezwungen, mehrere extra Sprünge zu machen, um uns jeweils neu zu orientieren. Der Ionennebel ist hier ziemlich dicht und wir bekommen viele Alarmmeldungen von nicht mehr ganz so korrekt funktionierenden Systemen herein. Scav hat alle Greifarme an der Schadenskontrolle zu tun, um unsere "Vanguard" in einen Flugfähigen Zustand zu halten. Kein Wunder, dass sonst so gut wie niemand diese Route durch den Ionennebel benutzt. Schließlich erreichen wir den Punkt, wo die "Edelbraut", ein YT-1300 der frühen Baureihe mit rechts liegendem Cockpit verschollen ist.

Im ersten Moment können wir nichts entdecken, fahren die Sensoren aus und geben alle verfügbare Energie darauf, um die Reichweite der leistungsstarken Sensoren zu erhöhen. Wir starren gebannt auf die Bildschirme, aber der Ionennebel produziert viele abweichende Daten. Lyn beginnt die "Vanguard" durch das Suchgebiet in der typischen Doppelhelix zu steuern. Wir brauchen etwa zwei Stunden, bis wir einen positiven Kontakt hergestellt haben.

"Kontakt bestätigt! Gehen auf Kurs Sieben Dreißig Aufsteigend!", melde ich und Lyn bringt die "Vanguard" auf Kurs. Die "Edelbraut" ist in einem Ausläufer eines Ionensturms gestrandet.

"Ich habe ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache", unke ich. Entsprechend schwierig verläuft die Annäherung. Zum Glück ist die orangene Twi´lek eine wirklich gute Pilotin und unsere Investition in das Ionenschild macht sich hier vollends bezahlt. Trotzdem kommen wir nicht unbeschadet durch den Ionensturm und die Hülle ist mehr als einmal vollkommen von Elmsfeuer bedeckt. Alle meine Härchen stellen sich auf und einige Systeme quittieren überlastet ihren Dienst. Mehrere Fehlfunktionen lösen ein nervtötendes Piepsen verschiedener Systeme aus. Die Schäden sind so schwerwiegend, dass Scav von seiner Konsole zur Schadenskontrolle aufstehen und in die Wartungsschächte kriechen muss, um das schlimmste wieder in Ordnung zu bringen.

Schließlich sind wir parallel zum havarierten Schiff und Lyn braucht mehrere Anläufe, bis wir auf Andockposition sind, da sich die Edelbraut um die eigene Achse dreht. Die Pilotenkanzel des YT-1300 ist unbeschadet und es scheint sich noch jemand im Pilotensitz zu befinden. Obwohl wir sie anleuchten, reagiert die Person nicht. Der Körper des Menschen sieht aus unserem Blickwinkel unversehrt aus, wirkt aber leblos, vermutlich tot. Es ist klar ersichtlich, dass die "Edelbraut" nicht dem Ionensturm an sich zum Opfer gefallen ist, sondern Piraten. Jedenfalls ist ein Einschussloch Achtern deutlich zu erkennen. Der Treffer muss den Hyperraumantrieb getroffen haben und damit war das Schicksal des YT-1300 besiegelt. Das Andocksegment ist massiv beschädigt und jemand hat sich den Weg ins innere frei gesprengt.

Nakagos wirre Gedanken

Die Sache mit dem Traum hört sich ziemlich gefährlich an, deswegen war niemand bereit, dieses Wagnis einzugehen, da mal "einzutauchen". Auch gibt es jetzt mal etwas Raumfahrtaction und der Flug hat wirklich Nerven gekostet.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 15. November 2018, 15:57:26
Cresh

Shaka und ich steigen in Raumanzüge, während der Rest zurück bleibt, um die Systemschäden der "Vanguard" zu beheben. Ich fliege voran in die nur wenige Meter entfernte "Edelbraut" und bringe dort die Rettungsleine an, so das Shaka mir Problemlos durch die von Piraten aufgesprengte Schleuse folgen kann. An den Wänden sind deutlich Einschusslöcher von Blastern zu sehen. Hier gibt es zwar keine Atmosphäre, dafür aber künstliche Schwerkraft. Der Hilfsreaktor scheint noch zu laufen. Wir erreichen den Aufenthaltsraum der "Edelbraut". Drei Leichen liegen hier, zwei Menschen sehen durch ihre Kleidung aus wie Piraten. Auf dem Boden ist ein Tag in Form einer Schwarzen Sonne gesprüht, das Symbol der gleichnamigen Verbrecherorganisation, welche als größte der Galaxis gilt.

Aus der Decke fährt in dem Moment völlig von uns unerwartet ein Blastergewehr aus und schwenkt auf uns ein. Ich hebe meine A-280 und schieße auf es, bevor es unter Feuer nehmen kann. Ich treffe die Kapsel mit dem komprimierten Tibanagas und es kommt zu einer kleinen Verpuffung, welche den Blaster aus seiner Verankerung reißt. Damit wäre die Gefahr gebannt. Wir untersuchen nun das weitere Schiff und die Leichen. Die Piraten tragen Tätowierungen in Form der Schwarzen Sonne. Von meinem Bauchgefühl zeigt hier fast schon zu viel in diese Verbrecherorganisation. Ein Tag und zwei tote Piraten mit eindeutigen Tätowierungen. Damit auch der blödeste Ermittler kapiert, wohin die Reise zu gehen hat. Entweder waren das wirklich Piraten der Schwarzen Sonne oder wir sollen das nur glauben. Aus welchem Grund auch immer.

Aber wir sollen ja nur die Leichen bergen und nachsehen, was passiert ist. Also dokumentiere ich den Tatort und packe die drei Leichen ein. Die dritte scheint ein Besatzungsmitglied der "Edelbraut" zu sein und kein adliger Passagier. Es würde mich wundern, dass wir hier noch einen finden sollten. Schätze mal, die wurden entführt, um ihre reichen Verwandten zu erpressen. Wobei die Frage ist, warum dann noch keine Lösegeldforderung gestellt wurde. Entweder ist das hier alles fingiert oder das Piratenschiff ist dem Ionennebel zum Opfer gefallen. Letztendlich ist das Spekulieren nur müßig und führt zu nichts.

Wie vermutet ist der Pilot tot, den wir in der Pilotenkanzel finden. Wir bergen das Logbuch und die letzten Daten, welche den Angriff aufgezeichnet haben. Auch diese Leiche bergen wir. Dann schauen wir uns nach Wertsachen und anderen Kram um, der noch ein paar Credits bringen könnten. Leichenfledderei in seiner reinsten Form. Momentan können wir uns diese Art von Anstand nicht leisten, also tun wir, was uns ein paar Extracredits einbringt. Wir finden Zeug im Wert von 1000 Credits in einem noch unentdeckten Schmugglerversteck, alles andere ist weg. Nachdem wir alles verwertbares zur Vanguard geschafft haben, legen wir ab und fliegen zum nächsten sicheren Absprungpunkt.

Der Rückflug wird äußerst holprig. Genau genommen schon beinahe Katastrophal. Der Navigationscomputer hat große Probleme, den Kurs zu berechnen und mehrmals werden wir in den realen Raum zurück geschleudert, weil Kollisionsgefahr besteht. Beim zweiten Rückfall in den Realraum haben wir einen kurzen totalen Systemausfall.

"Das ist nicht gut!", meine ich und sind auf das Licht unserer Taschenlampen angewiesen. Einer unserer Sicherungskästen hat es ziemlich schwer erwischt und wir müssen alle Sicherungen austauschen. Das zieht sich ohne künstliche Schwerkraft ziemlich. Mit der Taschenlampe zwischen den Zähnen halte ich mich an einem Griff fest und drücke nach und nach frische Sicherungen in die vorgeschriebenen Aussparungen hinein. Nachdem das gelungen ist, macht der Hauptreaktor mal wieder Probleme und Scav muss ziemlich tief in die Trickkiste greifen. Langsam wird die Luft ziemlich stickig und es wird so kalt, dass ich den Dampf meines Atems sehen kann. Nun heißt es, sich warm anzuziehen. So langsam beginne ich mir ernsthafte Sorgen zu machen und überlege, ob wir zuerst erfrieren oder ersticken werden. Beides keine schönen Aussichten. Trotz der angespannten Situation behalten alle die Nerven und verhalten uns professionell. Schließlich besteht der Großteil von uns aus kampferfahrene Veteranen des Bürgerkriegs.

Scav gelingt es dann nach über sechs nervenaufreibenden Stunden den verflixten Reaktor wieder in Gang zu bringen. Nachdem die Sicherungen halten, fahren wir nach und nach alle Systeme wieder hoch. Das war jetzt knapp und ich kann die Erleichterung aller hier förmlich spüren. Zuerst gibt es Runde frisch aufgebrühten Kaf, der unsere Lebensgeister weckt. Nachdem die Lebenserhaltungssysteme wieder rund laufen, fällt bald das Atmen wieder leichter und wir hören auf zu frieren.

"Gute Arbeit, Scav!", meine ich zu dem Droiden, nachdem wir wieder im Hyperraum sind. Leider zu früh gefreut. Als wir vor Cyphera in den Realraum eintreten, erleiden wir einen weiteren Totalausfall aller Systeme. Na ganz Toll! Aber dieses Mal besteht zum Glück keine Todesgefahr. Wir schaffen es zurück zu einem Reparaturdock im Orbit, in dem wir uns einfach abschleppen lassen. Kostet zwar Credits, aber immer noch besser als das Leben. Bald laufen wieder alle Systeme und wir könnten zurück zur Oberfläche fliegen, wo wir die Leichen samt Dokumentation abliefern. Die Beamten sind nicht erfreut zu hören, dass Piraten der Schwarze Sonne sich im Sperrgebiet herumtreiben. Scheint nach deren Wissen die erste Sichtung dieser berüchtigten Verbrecherorganisation aus dem Huttenraum zu sein. Die Schwarze Sonne hat ja schon einen fast legendären Ruf und jedes Kind der Republik kann gar fürchterliche Geschichten über deren Untaten zum Besten geben.

Auf alle Fälle bekommt unser Schiff den letzten Schliff und ist nun Tauchfähig. Allerdings sollten wir damit nicht zu tief tauchen. Auf dieser Welt besteht nur geringe Gefahr, dass der Wasserdruck zu stark werden könnte, da der Ozean an den meisten Stellen des Planeten nicht besonders tief ist. Aber auf anderen Welten sieht das anders aus. Ich hoffe mal, die Credits waren gut angelegt.

Frisch ausgeruht und guter Dinge brechen wir auf. Wir haben einiges an Unterwasserausrüstung gekauft und ich hoffe, dass wir das investierte Geld wieder hinein bekommen. Im Tiefflug nähern wir uns der imperialen Sperrzone an und landen dann auf dem Wasser. Wir schwimmen, bis wir die Repulsorlifte umpolen und so unter das Wasser gedrückt werden. Es ist für uns alle eine neue Erfahrung. Dank unserer Sensoren haben wir eine recht gute Topographische Karte, mit der wir durch die Unterwasser Canyonlandschaft navigieren. Überraschenderweise sind hier auch hier Ansammlungen mit Zylindern zu finden. Ob diese Träumer beinhalten können wir nicht sagen. Wir dringen in die Sperrzone ein und der Canyon wird immer flacher und bietet letztendlich kaum noch Deckung. Also halten wir an und booten mit unseren Tauchanzügen aus. Scavanger Bot 523 begleitet uns, nachdem er sich mit einer abdichtenden Masse eingeschmiert hat. Ich hoffe mal, dass beeinträchtigt ihn nicht.

Vorsichtig rücken wir drei, als Shaka, Scav und ich in Richtung Wrack vor. Über uns pflügt ein kleines Schiff durch das Wasser, wahrscheinlich ein Patrouillenboot. Ich erwarte jeden Moment, dass es Wasserbomben oder ähnlich hässliches auf uns regnen lässt, aber nichts passiert. Noch mal Glück gehabt. Schließlich erreichen wir einen Wald aus diesen Korallen. Unsere Karte zeigt uns, dass wir das Feld nicht umgehen können, weil das Wrack wohl darin liegt. Nun heißt es ganz vorsichtig und ausgeglichen Vorzurücken, als wären wir Jedi. Leider reagieren die Korallen doch auf unsere Anwesenheit und verfärben sich nicht nur, sondern fangen auch an zu schwingen. Aber trotz allem kommen wir gut durch den Wald hindurch. Aber da passiert uns ein kleines U-Boot. Wahrscheinlich von der Größe und Beschaffenheit zu urteilen, ist dies ein unbemannter Droide. Mit irgend etwas müssen wir uns verdächtig gemacht haben, denn er setzt einen Arakyd Industries Viper Suchdroiden aus. Na Prima auch!

Nakagos wirre Gedanken

Nach der nervenaufreibenden Raumfahrtaction gibt es zur Abwechslung nun etwas Unterwasseraction.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 18. November 2018, 17:44:20
Dorn

Der Droide sinkt schnell tiefer und bewegt sich auf unserer Spur entlang. Wir verteilen uns, gehen in Stellung und eröffnen dann aus gut gedeckter Position heraus das Feuer auf den Droiden. Shaka trifft ihn gut, ich ihn deutlich besser, trotzdem liegt es an Scav, seinem Kollegen den Todesstoß zu versetzen. Der Viper sinkt zum Grund des Ozeans und bleibt dort bewegungslos liegen. Schätze mal, der ist nur noch Schrott! Wir warten einige bange Minuten darauf, dass der U-Bootdroide zurück kommt, aber nichts passiert. Scav birgt sicherheitshalber noch den Speicher, so das keine verwertbaren Spuren zurück bleiben.

Vorsichtig arbeiten wir uns weiter auf das Wrack des abgeschossenen YT-1300 Raumfrachters zu. Die YT Serie ist die am weitestverbreitete Art von kleinen Raumschiffen in der Galaxis. Der Verkaufsschlager von der Corellianischen Ingenieursgesellschaft, für die einst meine Eltern gearbeitet haben. Ohne das Imperium würde ich jetzt wahrscheinlich auch in einem Büro sitzen und mir überlegen, was ich an dem Raumschiff noch verbessern könnte. Oder an einem anderen vergleichbaren Projekt arbeiten. Aber das hat leider alles nicht sein sollen.

Über ein großes Loch, offensichtlich von einem Treffer mit einer Erschütterungsrakete herrührend, dringen wir in das Wrack ein. Schnell wird klar, wir sind die ersten, die hier plündern. Die Leichen sind schon Fischfutter, trotzdem finden sich noch 200 Credits an Bargeld und 200 Credits an Schmuck. Beinahe werde ich von Trümmern eingeklemmt, kann aber gerade noch so entkommen, als ein Trümmerstück beim suchen nachgibt. Das war knapp gewesen und bin nun entsprechend vorsichtiger.

Letztendlich bergen wir mehrere Transportbehälter. Wir finden Erntegeräte für die Korallen, Schmugglerwaren und Ersatzteile. Alles in allem dürfte das Zeug etwa 13 000 Credits wert sein. Nun ist das Problem, wie wir das ganze Zeug in die "Vanguard" bekommen, ohne das wir erwischt werden. Schwer bepackt mehrmals hin und her zu laufen ist für uns keine besonders verlockende Option. Ebenso, mit dem E9 herzufliegen und alles schnell einzuräumen, was je nach Schätzung zwischen fünf und fünfzehn Minuten dauern dürfte. Scav erklärt sich bereit, die Ware zum Schiff zu transportieren, da die Kristalle auf ihn nicht reagieren. Trotzdem ist das nicht ungefährlich, weil es ja noch andere Viecher hier gibt, die vielleicht aus reiner Neugier nach Scav schnappen, um zu sehen, ob dieses komisches Ding vielleicht doch nach was schmeckt. Auch könnten Imperiale nachsehen kommen um herauszufinden, warum ihr Viper Droide sich nicht mehr meldet. Aber letztendlich ist das wohl die einzig wirklich sinnvolle Art, unsere Beute zum Schiff zu bekommen, ohne dabei einen Alarm auszulösen.

Auf dem Rückweg schleppen wir schon ein paar Kisten mit und versuchen nicht an den Kristallen anzuecken. Was uns tatsächlich auch gelingt, trotz eines leichten Erdbebens. Unbeschadet erreichen wir die Vanguard und ich bin wirklich Froh, wieder im trockenen zu sein. Scav macht sich alleine sofort wieder auf dem Rückweg und ich bleibe in Bereitschaft, um notfalls Scavanger Bot 523 zur Hilfe eilen zu können.

"Du wirst nicht glauben, was vorhin passiert ist!", empfängt mich Lyn, als ich kurz im Cockpit vorbei schaue.

"Erzähl einfach", erwidere ich und bekomme zu hören, dass ein Teil des Canyons in Wahrheit ein gigantischer Tentakel, der kurz gezuckt hat. Deswegen wahrscheinlich das Erdbeben. Sieht so aus, als wäre dieser unglaublich gewaltige Tentakel ein Teil des Träumers. Jetzt wo sich der Tentakel erst kürzlich bewegt hat, erkennt man ihn als das, was er ist. Diese Kreatur muss wirklich gigantische Ausmaße haben. Einfach unvorstellbar.

Nach und nach schleppt Scav die Kisten an und ich merke, wie ich mehrmals einfach einnicke. Der Droide kann es nicht lassen und probiert dann anschließend die erbeuteten Werkzeuge an den Kristallen aus und erntet Rohstoffe im Wert von etwa 2000 Credits. Zu dem Zusatzverdienst sagt natürlich niemand nein.

Schließlich ist es Zeit von hier zu verschwinden und wir nehmen wieder Schleichfahrt auf. Lyn gibt sorgfältig darauf acht, dem Tentakel nicht zu Nahe zu kommen. Unbeschadet und unentdeckt erreichen wir wieder die Oberfläche, steigen auf und nehmen Kurs auf Cyphera Hafen. Langsam weicht die Anspannung von uns und alle die Atmen können, atmen auf. Wir haben zwar einiges investieren müssen, um an dieses Plündergut zu kommen, aber im großen und ganzen hat sich die Sache durchaus gelohnt.

Unsere Waren kriegen wir gut an den Mann und nehmen nochmal 11800 Credits ein. Da wir nun über erhebliche Barmittel verfügen, beschließen wir, diese in die "Vanguard" zu stecken. Vieles liegt immer noch im argen und wir investieren nun ordentlich Geld, um das Schiff auf Vordermann zu bringen. Die erbeuteten Ersatzteile sparen weitere Kosten ein und jeder hilft so gut er kann. Ich entkerne meine Kabine regelrecht und alles verlotterte Zeug kommt raus. Ich lackiere die Wände in Grün, was auf Corellia Glück verheißt. So wie es aussieht, wird die "Vanguard" wohl für längere Zeit meine Heimat sein. Die Hygienezelle wird komplett ersetzt, genau so die Matratze aus meiner Schlafnische. Ein neuer flauschiger Teppich kommt rein und schließlich ist meine Kabine zwar einfach ausgestattet, aber sehr gemütlich. Alles riecht nun nach neu und nicht mehr nach modrigen Schimmel.

Nach mehreren Tagen Arbeit haben wir neue gemütliche Pilotensessel, eine neue Küche und eine gemütliche Sitzgruppe im Aufenthaltsraum. Der Bactatank der Krankenstation ist nun mit Bacta gefüllt und wir haben mit Besh 42 einen richtigen Arzt an Bord. Die Triebwerke sind wieder wie neu und die Repulsorliftantriebe geben weder komische Geräusche von sich, noch verursachen sie Vibrationen. Auch der Hyperraumantrieb ist überholt und voll Einsatzbereit. Das einzige was noch fehlt, ist das Geschütz für den unteren Stand, der immer noch mit einer Platte verschweißt ist. Aber man kann nicht alles haben. Zum ersten mal seit langer Zeit empfinde ich so etwas wie ein Heimatgefühl. Die "Vanguard" ist nun ein Heim, dass den Namen auch verdient. Jetzt muss ich nur noch meine kleine Schwester Eli finden und mein Glück ist vollkommen.

Sitzung gespielt am: 14.04.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav
Erfahrungspunkte: 15 5 Punkte in Wahrnehmung, 5 Punkte in Straßenwissen, 5 Punkte für später

Beute:  400 Credits Bargeld, 2000 Credits für Kristallkorallen, 3000 Credits für Schmugglerware, 5000 Credits für Ersatzteile und 5000 Credits für Erntegeräte.

Getötete Gegner: 1 Selbstschussanlage, 1 Suchdroide

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Söldner: 25

Resümee: Dieses Mal waren wir leider nur drei Spieler. Es gab nur zwei sehr kurze Gefechte, also sehr wenig Action. Spannend war es trotzdem. Zuerst der Ionensturm, der an den Nerven gezerrt hat, dann die Unterwasserwanderung durch ein Gebiet, wo jeder Schritt der Letzte sein kann. Da hatte ich ein paar mal Nervenflattern. Positiv ist natürlich auch, dass Khador nun gefunden ist. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, ihn ausgerechnet hier zu finden. Tja, Glück gehabt. Aber das Gespräch will gut vorbereitet sein.

Lyras Entwicklung: Zum ersten Mal war es ein Manko, dass Lyra noch kein Straßenwissen hat. Das wird sich nun ändern. 5 Punkte nun in Straßenwissen und 5 Punkte in Wahrnehmung investiert. Damit ist Lyra in allen Berufsfertigkeiten vom Kopfgeldjäger/Attentäter trainiert. 5 Punkte werden gespeichert, um sie in der übernächsten Sitzung dann in die zweite Stufe von Ausweichen investieren zu können, was 20 Punkte kostet.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel und seine Attribute:

Kommen wir heute zu einem wichtigen Aspekt des Spiels und des SC, die Attribute. So ziemlich jedes Rollenspiel definiert die Grundwerte eines Spielcharakter über seine Attribute. Die meisten Spiele haben zwischen drei und acht Attribute. Das erste erfolgreiche Rollenspiel D&D führte praktisch die sechs "Urwerte" ein, die da waren Stärke, Konstitution, Gewandtheit, Intelligenz, Weisheit und Charisma. So ziemlich jedes andere RPG danach hat sich daran orientiert. Manche spalten Gewandtheit in körperliche Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit auf. Andere fassen Intelligenz und Willenskraft in ein Attribut zusammen. Bei manchen gibt es noch Glück oder ähnliche Sonderwerte.

In den Star Wars Rollenspiel des Lizenznehmers Fantasy Flight Games gibt es auch sechs Attribute. Die nennen sich hier Stärke, Gewandtheit, Intelligenz, List, Willenskraft und Charisma. Konstitution ist praktisch hier in Stärke aufgegangen, da dieser Wert praktisch auch diesen Part übernimmt. List definiert, wie raffiniert der Charakter ist. Der Rest dürfte selbsterklärend sein.

Jedem Attribut sind zum einen Fertigkeiten zugeordnet. Zum anderen habe manche Attribute weiterführende Funktionen. Normalerweise hat jede Rasse eine Summe von zwölf auf ihre Attribute, wobei zwei der normale Grundwert ist. Hat eine Rasse irgendwo eine drei, wird ein anderes Attribute auf eins abgesenkt. Manche haben zwei dreier Werte, dann dafür zwei Einser. Oder wenn ein Attribut sogar vier beträgt, hat man dafür zwei Einser Werte. Jede Erhöhung der Rasse ist praktisch ein Vorteil von zehn gesparten Erschaffungspunkten, daraus resultierend, dass eine Steigerung von zwei auf drei dreißig Punkte kostet, eine von eins auf zwei nur zwanzig. Meistens ist die Differenz dann aber schon vom Startguthaben abgezogen. Droiden sind die große Ausnahme, da sie überall nur einen Startwert von eins haben, dafür aber 175 Punkte verteilen können. Allerdings kostet allein schon alle Werte von eins auf zwei zu bringen 120 Punkte. Vom Rest kann man sich dann noch nicht mal zwei dreier Werte kaufen.

Gehen wir die Attribute einfach mal der Reihe durch. Stärke repräsentiert hier nicht nur die reine körperliche Kraft, sondern auch die Fähigkeit Schaden zu widerstehen. Zum einen zählt der anfängliche Stärkewert voll auf die Lebenspunkte zum anderen wird von jedem Schaden die Absorption abgezogen, deren Grundwert wiederum die Stärke plus die getragene Rüstung repräsentiert. Talente und Cyberware kann diese noch erhöhen. Nur zwei Fertigkeiten sind Stärke zugeordnet, Athletik und Widerstandskraft. Dafür aber dann drei Kampffertigkeiten, Handgemenge, Nahkampfwaffen und Lichtschwert. Wobei es viele Talente gibt, die einem Jedi erlauben, ein anderes Attribut für den Kampf mit dem Lichtschwert zu benutzen. Stärke ist auch der Grundschaden, den ein SC im Nahkampf macht. Es gibt nur sehr wenige Nahkampfwaffen, die einen feststehenden Stärkewert haben, so wie Lichtschwerter. Auch definiert der Stärkewert bis auf gewisse Ausnahmen wie Droiden und Gank, wie viel Cyberware der SC einbauen darf. Ebenso ist Stärke wichtig, wie viel an Ausrüstung der Charakter schleppen kann. Und da ist das Limit sehr schnell erreicht. Wir sehen also, dass Stärke ein sehr wichtiger Wert ist, der in vielen Bereichen eine Rolle spielt.

Nach meiner Erfahrung nach ist Stärke sehr wichtig, sobald die Kampagne Kämpfe beinhaltet. Den Bonus auf Absorption jenseits des Attributes mit Hilfe von Rüstungen über zwei zu steigern ist sehr schwer. Die meisten Rüstungen haben einen Absorptionswert von zwei. Es gibt zwar einige, die haben einen von drei, sind dafür aber dann sehr schwer und/oder sehr teuer. Einen von vier ist zwar auch möglich, aber kaum finanzierbar. Hochwertig steigert zwar auch den Absorptionswert, ist dafür aber mit 5000 Credits recht teuer. Es gibt zwar mehrere Talente, die Absorption kumulativ steigern, aber nicht jeder Beruf oder Spezialisierung hat uneingeschränkt Zugriff darauf. Lyn hat zum Beispiel nur eine Stärke von eins und sie ist es meist, die als erste auf dem Boden liegt. Shaka genau so. Lyra hat mit einer Stärke von drei gestartet, was recht solide ist, aber ich denke, nach meinen heutigen Wissensstand hätte ich Stärke auf vier und Gewandtheit auf drei genommen.

Gewandtheit repräsentiert die körperliche Agilität, Feinmotorik und Geschicklichkeit. Vier Fertigkeiten sind der Gewandtheit zugeordnet: Pilot Planetar und Raum, Körperbeherrschung und Heimlichkeit. Dazu alle Fernwaffenfertigkeiten: Leichte, Schwere und Artillerie. Für einen kampflastigen SC ist als Gewandtheit fast genau so wichtig wie Stärke. Auch für alle, die einen Gleiter oder Raumschiff steuern wollen, ist ein hoher Wert darin vom großem Vorteil.

Intelligenz brauche ich wohl nicht zu erklären. Dem Attribut sind Astronavigation, Medizin, Mechanik und Computer zugeordnet. Dazu alle Wissensfertigkeiten, von denen es hier sechs Stück gibt, in Zeitalter der Rebellion kommt Kriegskunst als siebtes hinzu. Dem SL steht es frei, noch weitere Wissensfertigkeiten einzuführen. Wir haben zum Beispiel noch Hapes-Konsortium als Wissensfertigkeit. Anfangs habe ich gedacht, dass Wissensfertigkeiten eine größere Rolle spielen, aber wenn wir einmal pro Sitzung auf irgend eine würfeln, ist das schon viel. Für alle SC, die in Richtung Arzt/Sanitäter, Mechaniker, Hacker, Wissenschaftler oder Navigator gehen wollen, ist Intelligenz sehr wichtig. Für alle anderen reicht von der Spielmechanik her die normale zwei darin. Eine Zeitlang wollte ich diesen Wert einmal für Lyra steigern, aber es gibt für sie sinnvollere Alternativen.

List ist wie schon gesagt die Raffinesse und geistige Flexibilität. Hier sind mit fünf Fertigkeiten mehr als jedem anderen Attribut zugeordnet: Infiltration, Täuschung, Überleben, Wahrnehmung und Straßenwissen, was keine Wissensfertigkeit ist. Für heimliche Charaktere und solche, die auf Raffinesse setzen wollen, ist List wichtig.

Willenskraft hat gerade mal drei Fertigkeiten. Einschüchterung, Disziplin und Wachsamkeit. Dafür zählt Willenskraft zum Grundwert von Erschöpfung. Für Machtanwender ist das ein wichtiger Wert, der Rest kommt mit zwei gut über die Runden. Wachsamkeit ist zwar wichtig für die Initiativbestimmung, wenn man überrascht wird, aber Ränge helfen da gut über die Runden zu kommen.

Als letztes haben wir Charisma mit vier daran gekoppelten Fertigkeiten. Charme, Coolness, Führungsqualität und Verhandeln laufen über dieses Attribut. Das ist ein wichtiges Attribut für Händler, Spieler, Anführer und all jene, die gerne soziale Interaktionen ausspielen. Über Coolness läuft die Initiative, wenn man auf den Kampf vorbereitet ist.

Spieltechnsich gesehen, hat jeder Charakter vollen Zugriff auf jede Fertigkeit. Sein Würfelpool resultiert zum auf dem Grundwert des zugeordneten Attributes in Form von Begabungswürfeln. Hat man in der Fertigkeit einen oder mehrere Ränge, so werden die Begabungswürfel und den besseren Trainingswürfel aufgewertet. Übersteigen die Ränge den Attributswert, so werden Begabungswürfel generiert. Das zugehörige Attribut nimmt also sehr starken Einfluss, wie gut der SC in einer Fertigkeit ist.

Nach der Charaktererschaffung kann ein Attribut nur noch über das Talent Hingabe steigern, dass so ziemlich jede Berufsspezialisierung einmal hat. Meist kostet es 25 Punkte. Manchmal gibt es keinen direkten Zugang und man muss eine oder mehrere Abzweigungen nehmen, um es zu bekommen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 20. November 2018, 13:25:58
Episode VII
Schwarze Sonne
Aurek

Nach Abschluss der Arbeiten an der "Vanguard" beschließen wir zur Vol Yunkai Station zu fliegen. Wir kaufen für 4000 Credits Waren, hauptsächlich Devotionalien der Kirche von Suúl, ein. Außerdem nehmen wir noch Ladung von der örtlichen Suul-Tanca Niederlassung auf. Die Charge deckt gerade mal die Unkosten. Um etwas mehr Credits heraus zu kitzeln, nehmen wir noch acht Passagiere auf, darunter ein Gamorraner, der zwar eine Quittung von uns hat, dem wir aber keinen Transfer verkauft haben. Letztendlich ist es uns egal, wer mitfliegt und wer nicht. Shaka beschließt ein Bad im Bacta Tank zu nehmen, während der Rest alle Hände voll zu tun hat.

Unser Schiff giert etwas nach links und ich muss die Repulsorliftantriebe neu justieren, um die Masse auszugleichen. Scav meint, dass es eher an der ungleichmäßig verteilten Ladung liegt, während RW 79 es auf den Antrieb schiebt, da RW 79 ja unser Lademeister ist. Beide Droiden führen darüber miteinander eine lebhafte Diskussion, wo sie sich nur so Daten um die Ohren schmeißen. Nach dreißig Sekunden habe ich keine Ahnung, über welche Details sie sich da nun genau streiten. Edna kümmert sich um die Passagiere, während Lyn und ich die "Vanguard" in den freien Raum bringen. Scav programmiert den Navigationscomputer und wir treten in den Hyperraum ein.

Mit dem generalüberholten Hyperraumantrieb brauchen wir knapp eine halbe Stunde zur Vol Yunkai Station. Diese wirkt etwas wie eine geschichtete Torte. Also sie ist Kreisrund und besteht aus mehreren übereinander gestapelten Segmenten. Gigantische Ausleger dienen als Anlegestelle für Großkampfschiffe. Diese Station hat einen eindeutigen militärischen Charakter. Hier rauscht eindeutig imperialer Funk durch den Äther. Das ist nicht gut und ich habe ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache. Wirklich begeistert war ich eh nicht, hierher zu fliegen. Hauptsächlich darum, weil hier die Zollbeamten in den Ruf stehen, wirklich ihren Job zu machen. Ist ja nicht so, dass wir nicht gesucht werden und mein Ausweis der toten Vorbesitzerin der "Vanguard" nun mal nicht wirklich der meine ist. Aber für einen Rückzieher ist es nun zu spät.

Wir landen in einem Hangar auf dem oberen Segment der Station. Als erstes fällt mein Blick auf ein imperiales Lambda Shuttle mit imperialer Kennung. Es handelt sich dabei nicht um das gleiche Schiff wie auf Sybal. Hier und da sind uniformierte Angehörige der imperialen Flotte zu sehen. Zwar keine Sturmtruppen, trotzdem bewaffnete Soldaten. Ich kämpfe den Impuls nieder, meine Waffen zu holen und hier aufzuräumen. Ich bin nun leider keine offizielle Angehörige der Rebellenallianz mehr.

Recht schnell können wir die Zollbeamten an Bord des Schiffes begrüßen und die Überprüfung der Passagierliste fördert einen flüchtigen Verbrecher zu Tage, der noch hier an Bord überwältigt und abgeführt wird. Das hat eine gründliche Durchsuchung des Laderaums zur Folge. Dabei wird die Hälfte unser gerade eben auf Cyphera erstandenen Waren einfach beschlagnahmt. Obendrein müssen wir noch fünfhundert Credits Strafgebühren bezahlen, weil wir einen flüchtigen Verbrecher transportiert haben. Ich bezahle ohne Diskussion, weil ich keine weiteren Überprüfungen riskieren möchte. Schließlich stehen wir allesamt ebenfalls auf der Gesuchtenliste. Aber es wird noch besser. Wir bekommen Startverbot erteilt. Das liegt jetzt nicht an uns speziell, sondern weil es ein generelles Startverbot gibt. Das ist äußerst ärgerlich und ich bin es auch. Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen, diese Station lieber nicht anzufliegen. Auch meine Idee, mit ein paar Passagieren die Haushaltskasse aufzufüllen ging nach hinten los. Aber wie hätte ich überprüfen sollen, ob einer unserer Passagiere ein flüchtiger Verbrecher ist? Und wie konnte der glauben, hier am Zoll vorbei zu kommen? Das ist alles äußerst ärgerlich und wir  haben gelernt, erstens, keine kritischen Waren hierher zu befördern und zweitens, generell keine Passagiere zur Vol Yunkai Station zu transportieren.

Wir liefern die Ware für die Suul-Tanca Corporation ab, was immerhin 1200 Credits bringt. Das deckt gerade mal die Landegebühren. Von der Strafe und den beschlagnahmten Waren will ich gar nicht erst anfangen. Shaka bequemt sich, aus dem Bacta Tank zu kriechen und wir bekommen die Devotionalien der Kirche von Suúl halbwegs zu einem fairen Preis an den Mann. Dann hören wir uns etwas um, was hier eigentlich los ist.

Vor zwei Tagen gab es wohl einen Einbruchsversuch in ein Hochsicherheitslager im militärischen Teil der Anlage. Das hier ist Hoheitsgebiet des Hapes-Konsortium, auch wenn imperiales Personal herumläuft. Offenbar ist Admiral Thorne ein gerngesehener Gast im königlichen Palast. Seit diesem Versuch wird alles unternommen, die vermeintlichen Diebe zu fassen. Und so wie es aussieht, sind die Sicherheitstruppen bis jetzt an dieser Aufgabe gescheitert. Was nicht gerade für deren Kompetenz spricht. Ist ja nicht so, dass die Verbrecher von hier verschwinden könnten, so lange generell niemand von der Station herunter kommt. Auf alle Fälle sorgen diese Neuigkeiten für keinen fröhlichen Gemütszustand und ich habe wirklich Lust, ein paar imperiale Backpfeifengesichter umzulegen. Die ganze Situation auf dieser Station empfinde ich als höchst unerquicklich und äußerst ärgerlich. Dabei ärgere ich mich auch über mich selbst. Auf der einen Seite hat die Entscheidung die Vol Yunkai Station anzufliegen durchaus Sinn gemacht. Hier waren wir noch nicht und es hätten sich durchaus neue Möglichkeiten für uns ergeben können. Shaka hat vehement auf dieses Ziel bestanden und ich habe auch nicht wirklich dagegen argumentiert, was sich nun als Fehler herausgestellt hat.

Was meiner Laune wirklich den Rest gibt und in mir wirklich die Mordlust weckt, ist die Tatsache, dass Nilvax Station nunmehr in die Hände einer Piratenbande gefallen ist. Ein Kerl namens Ryal Volten hat mit seiner Crew die Station überfallen und die Macht übernommen. Momentan hat die Station ihren Dienst eingestellt. Das ist ein Zustand, der unter vielen "Reisenden" der Sperrzone für Unmut sorgt. Die Bande ist dabei nicht mal so groß, die meisten Schätzungen laufen auf 20 bis 30 Mann heraus, die sich auf drei bis vier Schiffe verteilen. Für uns alleine sind das sicherlich zu viele. Aber wir hören uns bei den hier ebenfalls gestrandeten "Reisenden" mit höherer moralischer Flexibilität um, wer eventuell bereit wäre, die Verhältnisse auf Nilvax Station wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Edna und ich kommen mit ein paar Hapanern ins Gespräch, die hier schon länger schmuggeln. Der Anführer der losen Vereinigung nennt sich Zukul. Letztendlich bräuchten wir einen namhaften Führer, da bringt Edna doch glatt Shaka Blen ins Gespräch. Angeblich soll sie ja in der Rebellion eine Führungskraft gewesen sein, was sich aber nicht wirklich in ihrem jetzigen Verhalten widerspiegelt. Kompetenz und Führungsstärke geht anders.

Wir müssen realisieren, dass es momentan nicht in unseren Möglichkeiten ist, die Verhältnisse auf Nilvax Station zu unseren Gunsten zu ändern. Momentan haben wir gar nichts, was dafür nötig ist. Weder den notwendigen Ruf, noch die militärische Führungskraft und auch keine finanziellen Mittel. Wie jeder weiß, braucht man um einen Krieg zu führen drei Dinge: Geld, Geld und Geld. Also wenden wir uns anderen Aktivitäten zu. Im laufe des restlichen Tages tun sich weitere Verdienstmöglichkeiten auf. Jemand möchte einen lebenden großen Fisch nach Cyphera transportiert haben. Auf nachfragen kommt heraus, dass der Fisch schon durch viele Hände gegangen ist und jeder das Ding nur noch so schnell wie möglich los werden wollte. Warum genau, will der letzte Händler uns nicht sagen, aber er hat offensichtlich von dem Fisch genug.

Ein anderer Auftrag wäre der Transport von Chemikalien nach Sybal für einen gewissen Myrthe. Ja genau, für den Drall, den wir im verlassenen Dorf getroffen haben. Offensichtlich hat er wohl schon ein Gegenmittel für die vermeintliche künstlich erzeugte Dürre in der Mache. Es gibt eine kurze Diskussion, ob wir es wagen sollen, Fracht so nahe an der Suul-Tanca Corporation vorbei zu schmuggeln. Wir haben dort jetzt schon nicht mehr den besten Ruf, aber wir haben noch den Vertrag, offizielle und legale Güter durch die Sperrzone kutschieren zu dürfen. Eine mäßige, aber dafür sichere Einnahmequelle. Shaka Blen ist für eine Hilfslieferung ohne wenn und aber, Scav und Edna sind vollkommen dagegen. Anfangs bin ich durchaus für die Hilfslieferung an jemanden, den ich schon fast als Freund betrachte. Diese Fellknäuel aus dem Corelliasystem muss man einfach lieb haben. Auf der anderen Seite realisiere ich durchaus das Risiko und die daraus entstehenden langfristigen Folgen für uns. Über kurz oder lang wird es wohl mehr oder weniger zu einer offenen Feindschaft mit der Suul-Tanca Corporation kommen, aber mir wäre es lieber, das so lange wie möglich heraus zu zögern. Am besten nachdem ich Gewissheit über das Schicksal meiner Schwester erlangt habe. Also lehnen wir diesen Auftrag schweren Herzens erst einmal ab.

Der nächste potentielle Kunde will an einen Punkt in der Nähe reisen, wo es keine offizielle Hyperraumroute hin gibt. Was im Klartext heißt, wir werden direkt durch den Ionensturm fliegen müssen. Bezahlung ist gut, aber das Risiko unkalkulierbar. Also erst einmal nichts für uns.

Das letzte Angebot des Tages klingt dagegen recht vielversprechend. Die Familie Fyris sucht in der Kunst der Diplomatie geschulte Unterhändler, um ein Juwel von einem gewissen Zargos Zarbossa auf Quaria erwerben zu können. Unser Auftrag wäre es wohl, ein Geschenk zu überbringen und sicher zu stellen, dass anschließend Angehörige der Familie Fyris empfangen werden. Das hört sich so weit mal machbar an und wir beschließen, da am nächsten Tag vorzusprechen, da die Station inzwischen im Nachtzyklus ist.

Nakagos wirre Gedanken

Das mit den Passagieren ging voll nach hinten los. Der Anfang der Sitzung war schon ein Desaster und es sollte noch viel schlimmer kommen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 22. November 2018, 12:43:16
Besh

Nach einer zum Glück ereignislosen Nachtruhe begeben wir uns zur Niederlassung des Hauses Fyris. Auf dem Weg dorthin laufen ein gutes Dutzend imperialer Soldaten vorbei, die einen verwundeten Kameraden zur Krankenstation bringen. Dem Verwundeten fehlt ein Arm. Scharfer Schnitt, wie von einem Lichtschwert oder einem Laserschneidbrenner. Das gleich ein Dutzend Leute einen Verwundeten begleiten heißt, da haben viele keine Lust das Schicksal ihres Kameraden zu teilen. Neugierig folgen wir den Spuren dahin, woher der Trupp gekommen ist. Dort treffen wir eine Ansammlung einheimischer hapanischer Sicherheitsleute und imperialen Flottensoldaten.

Offenbar versuchen sie vergeblich, die Diebe zu fangen, welche versucht haben, in das Hochsicherheitslager zu kommen. Da wir einen Termin haben, drängt Shaka, dass wir das Adelhaus unverzüglich aufsuchen und uns nicht weiter um diesen Zwischenfall kümmern. Die Niederlassung des Adelshauses von Calfa ist äußerst Nobel eingerichtet und ein weibliches, damit hochstehendes Mitglied der Familie Fyris empfängt uns in einem leibhaftigen Empfangszimmer. Hier wäre weniger mehr gewesen, da vieles unnötig protzig luxuriös wirkt. Meine Mutter hat immer gesagt, wahre Noblesse glänzt durch Bescheidenheit. Offenbar haben die Leute hier nicht die Weisheit meiner Mutter.

Die gut aussehende Frau in den dreißigern erklärt uns, was sie nun genau von uns will. Für 15 000 Credits sollen wir einen gewissen Zargos Zarbossa mit Hilfe eines Geschenkes milde stimmen, damit er eine Delegation des Hause Fyris empfängt, die wiederum mit ihm über den Verkauf des Juwels mit dem Namen: Stern von Varinia verhandeln soll. Unsere blaue Twi´lek übernimmt das Reden und baut nicht nur Wolkenschlösser, sondern regelrechte Lügengebirge auf. Wir haben absolut keine Ahnung über die Verhältnisse von Quaria. Wir wissen nur, dass es auf dem Mond viele Casinos gibt und das war es schon im großen und ganzen. Keiner von uns kennt sich mit den dort herrschenden Verhältnissen auch nur annähernd aus. Aber das hindert Shaka nicht, das blaue vom Himmel herunter zu lügen. Ich kann sie nicht stoppen, ohne uns vollkommen zu diskreditieren. Auf alle Fälle denkt die Adlige jetzt, wir wären nicht nur mit den Verhältnissen auf Quaria im Detail vertraut, sondern dort auch eng vernetzt. Ich hoffe mal, dass fällt nicht irgendwann alles auf uns zurück.

Niemand bezahlt 15 000 Credits für das simple Überbringen eines Geschenkes, wenn das nicht verdammt knifflig und/oder genau so gefährlich ist. Wir haben keine Ahnung, auf was wir uns da einlassen. Bevor Shaka voller Begeisterung den Auftrag klar macht, interveniere ich und hake nach, was passiert, wenn wir den Auftrag wider erwarten nicht erfüllen können und das Geschenk unverrichteter Dinge zurück geben müssen. In dem Fall würden wir eben nicht bezahlt werden. Damit kann ich leben. Und handle den Preis gleich mal auf 20 000 Credits hoch, was viel zu mühelos gelingt. Entweder rechnet die gute Lady Fyris gar nicht damit, dass wir Erfolg haben oder sie hat nicht vor zu bezahlen. Auf alle Fälle verstärkt sich mein ganz mieses Gefühl bei der Sache beträchtlich.

Wir bekommen einen schwebenden Transportbehälter überreicht, in dem sich ein goldenes Kunstwerk in Form eines Dioramas aus Gold befindet, dass eine Schlachtenszene abbildet. Protzig, wie alles hier. Nun gut, hoffentlich wird das nicht gestohlen werden. Shaka ist guter Dinge, die Sache schnell abhandeln zu können. Ich bin da skeptischer, da wir zu wenig über die Verhältnisse vor Ort wissen. Und 20 000 Credits ist eine große Summe für eine so unscheinbar wirkende Mission. Das Ganze hat einen Haken, soviel ist für mich schon mal sicher.

Kaum sind wir mit unserer heiklen Fracht wieder auf der "Vanguard", als die Alarmsirenen losheulen und wir quasi auf unserem eigenen Schiff interniert werden. Drei Stunden drehen wir Däumchen, bis der Alarm endlich wieder aufgehoben wird. Als wir aufbrechen wollen, um Informationen über Quaria einzuholen, bittet ein Kapitän namens Branson an Bord kommen zu dürfen. Neugierig führen wir den kräftigen Mann in den Vierzigern in den neu renovierten Aufenthaltsraum der E9. Er kommt erfrischend schnell zum Punkt. Die hier ansässige Sicherheit bekommt es nicht gebacken, mit ein paar Infiltratoren fertig zu werden. Und weil die so unterirdisch dämlich sind, ein paar Diebe zu fangen, wollen sie nun alle Raumschiffe durchsuchen. Wahrscheinlich in der Hoffnung, irgendwas zu finden, was von ihrer offensichtlichen Unfähigkeit ablenkt. Und da wir alle mehr oder weniger illegale Sachen an Bord haben oder sogar gesucht werden, ist das natürlich ein Umstand, den es augenblicklich abzuwenden gilt. Im Klartext, entweder kümmern wir uns selbst um die Diebe oder die Sicherheit kümmert sich um uns. Da im Krieg Armethik gnadenlos ist, dürfte eine etwa fünfzigfache Übermacht auch für uns zu viel sein. Nicht das es mir ausmachen würde, 200 Imperiale zu töten, aber die schießen halt zurück. Und ab und zu treffen die auch mal, was auf Dauer unserer Gesundheit überaus abträglich wäre. Branson hat mehrere Pläne in Petto. Es gäbe auch die Möglichkeit, dass wir die Traktorstrahlprojektoren lahmlegen und ein Schmuggler flieht. Das würde die Sicherheit vorgaukeln, dass die "Diebe" die Station verlassen haben.

Nach etwas hin und her planen wir, die "Diebe" aufzuspüren. Falls das nicht klappt, helfen wir, eine Flucht vorzutäuschen, in dem wir die Traktorstrahlermitter sabotieren. Also sprechen wir bei der Stationssicherheit vor, ihren Job zu machen, da sie zu unfähig dazu sind. Natürlich drücke ich das nicht so aus. Jedenfalls nicht ganz so unverblümt. Sie bieten 5000 Credits an. Ich handle sie auf 8000 hoch, dazu noch einen Bonus von 2000 Credits, wenn wir herausbekommen, wer die Hintermänner sind. Das nenne ich mal einen Deal.

Also rüsten wir uns aus. Ich betrachte meine Waffen und wähle als Hauptbewaffnung mein A-280 aus. Kompakt genug für enge Räume und mit genug Wumms, um alles unter einem Rancor zu töten. Das DLT-19 hat zwar mehr Feuerkraft und Kadenz, dafür ist es auch sperriger. Mein E11s ist für dieses Gefechtsfeld gänzlich ungeeignet, also fällt es auch flach. Bewaffnet und zu allem bereit lassen wir uns zu der Aufbereitungsebene führen, wie sie das hier nennen. Letztendlich ist das hier ein Rohrsystem mit etwa zwei Meter Durchmesser. Darin steht das Wasser etwa Knietifef in der Mitte. Die Seiten sind entsprechend flacher, durch die Wölbung rutscht man aber da leichter aus. Laufstege gibt es hier nicht. Normalerweise werden die Rohre von speziell für solche Einsätze konfigurierte Droiden gereinigt. Vorsichtig rücken wir vor, da wir vor Fallen gewarnt werden. Wir passieren mehrere ausgelöste primitive mechanische Fallen. Das sind keine Fallen, die man mit sich führt. Wir bekommen Pläne der Ebene und ich schaue, wo ich mein Lager hier aufstellen würde, sechs Bereiche kommen in Frage. Also rücken wir in Richtung des ersten für mich erstrebenswerten Bereich vor.

Und wir finden schließlich eine noch scharfe Falle, im wahrsten Sinne des Wortes. Die besteht aus einem Stolperdraht und dahinter sind knapp unter Wasseroberfläche dünne und sehr scharfe Drähte gespannt. Vorsichtig zerstören wir die Falle und betrachten diese näher. Der Stolperdraht ist vollkommen verdreckt und war so nicht im Schmutzwasser zu erkennen gewesen. Nur durch unser vorsichtiges voran tasten konnten wir ihn entdecken, ohne darüber zu fallen. Der Verschmutzungsgrad deutet darauf hin, dass die Falle schon vor Jahren hier aufgestellt worden sein muss. Reinigungsdroiden hätte durch diese Falle pflügen müssen. Ich rege an, dass Scav sich mal die Protokolle der Reinigungsdroiden vornimmt. Tatsächlich sind die allesamt gehackt worden und die Routinen wurden so abgeändert, dass bestimmte Bereiche nicht gereinigt werden. Besonders in der Nordöstlichen Ecke des Systems häufen sich diese blinden Stellen zu einem regelrechten Areal. Dort gibt es auch mehrere trockene Bereiche mit Maschinen zur Aufbereitung, Reinigung und Recycling. Darunter ist auch eines von mir schon entdeckten Positionen, die sich für ein Lager eignen.

Behutsam arbeiten wir uns nun in diesen Bereich vor. Laut Wartungsplan gibt es eine Route, die recht sicher zu sein scheint, weil dort die Droiden ihren Weg nehmen. Trotzdem rechnen wir mit dem schlimmsten und sind achtsam, da es durchaus sein kann, dass manche Fallen nur durch lebende Wesen ausgelöst werden können. Deswegen übernehmen nun Scav und Edna die Spitze. Die finden tatsächlich auch eine weitere Falle. Gerade als sie diese entschärft haben, greift uns plötzlich ein sehr großes, humanoides Alien mir unbekannter Art an. Ich habe keine Ahnung, wie es ihm gelungen ist, unbemerkt so nah an uns heranzukommen. Er hat nur ein zentrales Auge in der Stirn und rote Haut. In seinen Händen hält er einer große Keule aus einem metallischen Verbundwerkstoff, mit dem er auf Edna einschlägt.

Nakagos wirre Gedanken

Hier hat unsere Crew zum ersten mal Kontakt mit einem Adelshaus von Calfa. Dazu noch einen "Dungeoncrawl", was will man mehr? :D
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 25. November 2018, 17:25:19
Cresh

Ich lege an, ziele und schieße. Obwohl ich gut treffe, ist die Wunde nur Oberflächlich. Offensichtlich ist seine Haut sehr Hitzeresistent. Vorne gibt es ein kurzes Gerangel und nach einem heftigen Treffer von Scav tritt unser Gegner den Rückzug an.

"Verfolgt ihn!", donnert Shaka im Befehlston und aus purer Gewohnheit setze ich ihm nach. Eigentlich ist das die dümmste aller Taktiken, einen besiegten Gegner direkt auf seiner Fluchtroute nachzusetzen, besonders in einem Bereich, der voller Fallen ist. Aber nicht nur ich will den Kerl schnappen, sondern auch Scav. Ich setze über die erste Falle hinweg und kriege den Gegner noch ein weiteres mal in Schussposition. Anlegen, zielen, zentrieren, abziehen sind praktisch eins. In den letzten Jahren ist dieser Vorgang ins Blut übergegangen. Ich treffe gut, erziele aber wieder keinen Wirkungstreffer.

"Fierfek!", brülle ich frustriert auf und setze zur Verfolgung an. Erst jetzt komme ich wieder zu Verstand und stoppe. Scav rennt an mir vorbei, stolpert über einen Draht und entschärft die dahinter liegende Falle, indem er heldenhaft mit seinem Körper die scharfen Drähte zerstört. Auch sein massiver Körper ist nun mit einer ganzen Reihe von Kerben verschandelt. Zum Glück ist das nichts, was man nicht mit etwas Schleifarbeit wieder hinbekommt.

Vorsichtiger und von Deckung zu Deckung schleichend, arbeiten wir uns nun gegenseitig Deckung gebend weiter vor. Hier und da sind an den Wänden Blutspritzer  oder gar blutige Handabdrücke zu sehen und wir wissen ja in etwa, wohin unser Gegner geflohen sein muss, was die Verfolgung deutlich erleichtert. Wir kommen nun ins Trockene, weil wir eine Wartungsluke nehmen, die in einen Maschinenraum führt. An den Wänden sind deutliche Brandspuren zu sehen, als hätte ein Jedi hier mit seinem Lichtschwert geübt. Oder hier waren bewegliche Laserschneider im Einsatz. Wie auch immer, vorsichtig gehe ich vor und versuche den Auslöser zu finden. Bevor ich ihn finde, findet der mich. Vier Luken öffnen sich und ebenso viele Laserschneider fahren hervor und zerschneiden mit hoch gebündelten Licht die Luft dort, wo ich gerade noch gestanden bin. Nur meine geschulten Reflexe verhindern, dass sich rechtzeitig zurück springen kann, ohne in meine Einzelteile zerschnitten zu werden. Das war jetzt knapp. Ich atme mehrmals tief ein und aus, um mein galoppierendes Herz unter Kontrolle zu bringen.

Wir überlegen, wie wir die Falle entschärfen können. Als erste versuche ich eine der Klappen zu zerschießen. Ich treffe gut, aber die ionisierte Plasmaladung meines Blastergewehres prallt ab und wir müssen in Deckung gehen, um vom Querschläger nicht getroffen zu werden. Meine kleine Schwester würde sagen: Das war wohl nix! Hingehen und die Klappen manuell zuschweißen geht auch nicht.

Scav kommt schließlich auf die Idee, in diesen Bereich einfach den Strom abzuschalten. Wir sind dazu allerdings nicht in der Lage, aber für was haben wir die Sicherheit mal auf unserer Seite? Also rufe ich dort an. Muss mir ein paar dumme Sprüche anhören und reibe denen unter die Nase, dass wir viel tiefer in dieses Labyrinth eingedrungen sind und wir noch alle unsere Körperteile haben. Diplomatischer wäre natürlich gewesen, dass nicht zu erwähnen, aber ich kann einfach nicht anders. Die Corellianische Arroganz ist nicht umsonst so sprichwörtlich und die Unfähigkeit von diesen sogenannten Sicherheitskräfte macht uns durchaus das Leben schwerer als es sein müsste. Das frustriert mich durchaus und ich muss sagen, dass macht mich schon etwas wütend.

Schließlich drehen die hier den Saft ab und ich teste, ob die Falle deaktiviert ist. Zum Glück war das Manöver erfolgreich und wir rücken nun weiter vor und entdecken weiter hinten ein Schott, dass in den offiziellen Plänen nicht mehr verzeichnet ist. Wer immer das System hier gehackt hat, war sehr gründlich. Vorsichtig öffnen wir das Schott und atmen auf, als daran keine Falle gekoppelt ist. Mit der Waffe im Anschlag rücke ich nun in den Gang vor, die in einen weitläufigen Raum voller Maschinen führt. Shaka schlägt einen Angriff vor, ich blocke das aber ab, weil ich rein gar nichts über die dahinterliegende Topographie weiß. Die meisten Anlagen sind genormt und wenn man weiß, was man vor sich hat, kann man auf Erfahrungswerte zurück greifen, wie zum Beispiel bei einem Kontrollraum. Aber hier wissen wir nicht, für was dieser Bereich eigentlich gut ist und wie er ausgestattet ist. Am Ende des Ganges hocke ich ab und leuchte erst mal hinein. Der Raum ist auch auf dem zweiten Blick recht geräumig und voller Deckungsmöglichkeiten. Dahinter lauern tatsächlich die "Diebe" auf uns. Die Sicherheit hat von vier bis maximal sechs Akquisen gesprochen. Tatsächlich stehen uns knapp zwanzig Leute gegenüber. Vielleicht auch mehr!

"Lasst die Waffen fallen und ergebt euch!", werden wir aufgefordert.

"Nuts!", antworte ich auf Orys Corellisi, dem alten Corellianisch, was kein Wort kennt, welches Aufgabe bedeutet.

Shaka geht mit gesenkter Waffe unaufgefordert vor und tut so, als könnte sie verhandeln. Erstaunlicherweise schafft sie es sogar, die Gemüter soweit zu beruhigen, dass alle die Waffen senken und wir uns nun in den Raum hinein positionieren. Wir haben es hier mit etwas mehr als 20 ehemaligen Piraten zu tun, die sich hier auf der Station als Schmuggler verdingen und sich diesen Bereich abgezweigt haben. Und sie haben vier Gäste, Söldner, unter der Führung einer Frau namens Maris. Die vier stammen aus dem Raum der Neuen Republik und ich denke, ich habe vier Mitglieder der Spezialkräfte vor mir, die wahrscheinlich für das RSB arbeiten. Geben sie natürlich nicht offen zu, aber ich denke, ich erkenne meine Pappenheimer. Ihre Mission war es, in das Hochsicherheitslager der Station einzudringen und Frachtcontainer aus Calfa zu inspizieren, die für Sybal bestimmt sind. Sybal war diese Minenwelt, welche von der Suul-Tanca Corporation ausgebeutet wird und auf der wir den Krieg zwischen den in Clans organisierten Arbeitern und der Corporation nicht hatten verhindern können.

Schnell kristallisiert sich heraus, dass es wohl nun unser Part sein dürfte, zu verifizieren, was in den verdammten Containern ist. Ich habe ein Deja Vu. Zuerst sind wir hier, weil die Stationssicherheit ihren Job nicht macht, jetzt dürfen wir den Job von den "Söldnern" übernehmen. Profis sind in diesem Bereich der Galaxis offensichtlich rar gesät. Ausnahmsweise gelingt es mir, meine Klappe zu halten und mich hier nicht öffentlich über diesen Umstand auszulassen.

Wir kommen schließlich mit den Anführer dieses Haufens, ein Mensch mit dem Namen Norrik, überein, wir schauen in die Container, die vier sogenannten Söldner sabotieren die Traktorstrahlermitter und hauen anschließend mit ihrem Raumschiff ab. Dieses sich hier tatsächlich mit ihren Kameraden im Hangar befindet, wie von der Sicherheit ja auch vermutet. Nun gut, wenn danach dieser Spuk aufhört, erledigen wir halt deren Job. Und das alles nur, damit nicht wir am Ende weiter von den Sicherheitskräften belästigt werden, was fatale Folgen für beide Seiten haben dürfte.

Unverzüglich machen wir uns auf den Weg. Die vier Agenten sind so Nett uns mit aktuellem Kartenmaterial auszustatten, so dass wir Problemlos das Hochsicherheitslager finden können. Wirklich glücklich bin ich über diese ganzen Umstände nicht. Ich bin nicht sicher, ob ich nur frustriert bin oder schon verärgert, dass nichts so klappen kann, wie es sollte. Egal was wir machen, es werden uns von allen Seiten Steine in den Weg geworfen. Das ist durchaus ärgerlich. Zum Glück bin ich keine Jedi, die auf ihre Gefühle achten muss. Trotzdem ist diese in mir brodelnde Wut kein gutes Zeichen.

Ich bin nur hier, um meine kleine Schwester zu finden und jeder Schritt in die richtige Richtung wird durch gewaltige Umwege erkauft. Aber vielleicht ist das auch einfach eine notwendige Lektion, um Selbstbeherrschung zu lernen. Eine der Voraussetzungen, um mit Khador im Traum sprechen zu können. Wobei ihn einfach aus dem Zylinder zu kicken, zu verhören und anschließend zu entsorgen mir als eine immer verlockendere Alternative erscheint. Der Mistkerl hat höchstwahrscheinlich meine Schwester und viele andere Machtsensitive Kinder mit Hilfe eines Syndikates an das Imperium verkauft. Ich bin ehrlich gesagt nicht abgeneigt, Khador auf höchst schmerzhafte Art sterben zu lassen. Verdient hätte er das aus jetzigen Kenntnisstand sicherlich.

Auf dem Weg in Hochsicherheitslager könnten wir rein theoretisch die Sicherheitszentrale infiltrieren und weitere hilfreiche Informationen direkt an der Quelle ergattern. Dazu auch Kameras und Sensoren temporär herunterfahren. Shaka ist dagegen, der Rest dafür, also gehen wir hoch, umgehen ein paar Sensoren und sind schließlich oben unter dem Boden im Kabelschacht. Wir können ein Gespräch zwischen dem Commander der Station und dem sogenannten Froschmännchen von Sybal, dem Vorsitzenden Suul-Tanca Corporation. Das Alien ist genau so wütend wie ich über die hier herrschende Lage und über die vor Ort um sich greifende geballte Inkompetenz. Da bin ich mit Leran Bartis auf einer Linie. Das gibt mir zu denken und ich werde schon deutlich ruhiger. Schließlich bin ich erwachsen und sollte in der Lage sein, mit Problemen dieser Art umzugehen.

Nakagos wirre Gedanken

Der sich anbahnende Konflikt mit den Schmugglern konnte zum Glück auf diplomatischer Ebene friedlich gelöst werden.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 27. November 2018, 15:45:11
Dorn

Aber auch der Commander ist äußerst unzufrieden mit den gerade zusammenbrechenden Förderquoten der Minen auf Sybal. Offensichtlich gelangt das geförderte Material am Ende in imperiale Hände. Das ist eine neue und auch wirklich beunruhigende Nachricht. Wieder mal stellt sich hier die Frage, was treibt Admiral Thorne eigentlich hier? Ist sein Exil selbst gewählt oder folgt er einem Plan, der viel älter als der vollständige Zusammenbruch des Imperiums ist? Auf Sybal werden Erze gefördert, also wird daraus wahrscheinlich Stahl und aus dem Stahl anschließend Normalien und Bauteile. Jetzt stellt sich die Frage, was baut Thorne und wo genau? Auf Cyphera eventuell. Und was? Eine Art kompakter Todesstern? Nach meinem Wissen waren Kyberkristalle für dessen Funktion notwendig. Ein paar Nummer kleiner und er passt vielleicht auch auf einem Schlachtschiff. Vor dem Kollaps des Imperiums gab es Propaganda, dass Supersternenzerstörer der Herrscher und Eklipse Klasse gebaut werden. Die hatten angeblich in ihrer Achse eine Miniausführung des Todessternlasers eingebaut. Man hat nie einen dieser fantastischen Supersternenzerstörer gesehen, aber es kann durchaus sein, dass es konkrete Pläne dafür gegeben hat. Das würde die Kyberkristalle erklären, die wahrscheinlich auch für einen solchen Minitodesternstrahler benötigt werden.

Wie auch immer, demnächst soll jedenfalls eine neue Ladung von Sicherheitsdroiden geliefert werden, die den "Rebellen" auf Sybal richtig einheizen sollen. So lange die versuchen, die Leute mit Droiden zu jagen, ist noch alles im grünen Bereich. Aber der Tag wird kommen, da werden die einfach Giftgas oder Toxine in das Höhlensystem pumpen. Ist ja nicht so, dass so eine Aktion schlechte Presse bedeuten würde. Ist Ruf erst ruiniert, mordet es sich völlig ungeniert.

Scav hat inzwischen hier das Sicherheitssystem gehackt und der Weg zu den Containern ist frei. Der Ausflug hier hoch hat sich gelohnt und wir schleichen uns wieder von dannen. Nach einer halben Stunde klettern und robben durch Lüftungsschächte, Kabelschächte und Wartungsschächte sind wir im Hochsicherheitslager. Ich bin vorne und blicke durch ein Lüftungsgitter auf eine große Halle. Am Boden stehen genormte Container, wie sie schon in der alten Republik vor Jahrtausenden üblich waren und so wohl offensichtlich auch im Hapes Konsortium verwendet werden. Imperiale Flottensoldaten in vier Mann starken Trupps patrouillieren durch die Halle. Da hat wohl jemand die Wachen verdoppelt. Es gibt weitere Hallen, durch die mal ein Trupp verschwindet oder kommt. Gangways durchziehen die Halle, auf denen weitere Trupps patrouillieren.

Ich biete an, nach dem Inhalt zu schauen, während der Rest hier oben wartet. Letztendlich braucht man nur einen Späher. Die anderen sind einverstanden, was nicht wirklich verwunderlich ist. Vorsichtig löse ich das Gitter am Ende des Lüftungsschachts, als mal keine Wachen in der Nähe sind. Dann klettere ich runter zur  nächsten Gangway, springe so leise wie Möglich auf einen Stapel Containern und klettere daran herunter. Ich öffne den ersten und erblicke ihn voll von Förderdroiden, wie sie das Imperium früher eingesetzt hat. Jedenfalls da, wo Sklaven aufgrund der rauen Umweltverhältnisse nicht arbeiten konnten. Es handelt sich nach der Kennung zu urteilen um nichtlizenzierte Nachbauten aus dem Hapes Konsortium. Der zweite Containern enthält Arakyd Industries Viper Suchdroiden, ebenfalls nicht lizenzierter Nachbau aus dem Konsortium. Zum Glück sind die alle inaktiv.

"Achtung! Trupp nähert sich deiner Position!", gibt Edna durch und ich husche in den Container und ziehe die Tür zu. Ich nehme den A-280 von der Schulter, hocke ganz hinten im Container ab und warte ab, ob der Trupp vorbei geht oder nicht. Nach einigen Herzschlägen höre ich die marschierenden Schritte schwerer Stiefel. Ohne stocken marschiert der Trupp am Container vorbei und ich entspanne mich. Schließlich öffnet sich wieder ein Zeitfenster und ich husche hinaus. Die anderen Container haben den gleichen Inhalt. Entweder Minendroiden oder Suchdroiden. Die einen sollen die Minenarbeiter ersetzen, die wortwörtlich in den Untergrund gegangen sind, die anderen sind dafür da, genau jene dort aufzuspüren und eliminieren.

Ich muss weitere Trupps vorbei lassen, dann kann zurück nach oben auf den Gangway hoch klettern und von dort wieder in den Lüftungsschacht. Als letztes bringe ich das Gitter wieder an und niemand wird je erfahren, dass wir hier gewesen sind. Nachdem wir die Erkenntnisse an die vier Agenten des RSB, jedenfalls halte ich sie dafür, weiter gegeben habe, beginnen diese nun, einen Traktorstrahlermitter zu sabotieren. Zurück in den Kanälen, starten wir ein Feuergefecht gegen Schatten, um uns praktisch ein Alibi zu verschaffen, da wir nicht gleichzeitig herumballern und Traktorstrahler sabotieren können. Shaka hält das für überflüssig, aber ich will nicht, dass wir letztendlich für etwas in Verdacht geraten, was wir nicht getan haben. Es wäre vielleicht auch eine gute Gelegenheit gewesen, die vertraulichen Daten des RSB Agenten von Nilfax Station los zu werden, aber das ist Shakas alleinige Sache. Ich wünschte, ich hätte von diesen sensiblen Daten nie erfahren, wobei wir ja noch nicht mal wissen, was sie beinhalten. Wäre vielleicht auch mal ein Gedanke nachzusehen, was sich auf dem Datenchip eigentlich an brisantes Material befindet.

Scheinbar unverrichteter Dinge tauchen wir schließlich wieder da auf, wo wir in die Kanalisation aufgebrochen sind. Wir müssen uns einige höhnische Kommentare anhören, während ich scheinbar zerknirscht davon berichte, letztendlich doch nur Schatten gejagt zu haben. In dem Moment gibt es einen weiteren Alarm und bald darauf die Meldung, dass ein Schiff einfach gestartet und in den Hyperraum gesprungen ist, weil die Traktorstrahlermitter einfach nicht funktionieren wollten. Tja, damit ist das Problem wohl von der Station. Wir kehren zu unserem Schiff zurück und ich nehme erst einmal eine ausgiebige Dusche. Danach heißt es noch mehrere Stunden warten, dann wird das Startverbot endlich aufgehoben. Wir kaufen Waren für Quaria ein, allerdings recht wenig und investieren nur 5000 Credits. Von Passagieren lassen wir erst einmal die Finger. Erst einmal abchecken, wie streng die Kontrollen auf dem Casinomond sind. Die schlechten Erfahrungen von Vol Yunkai lassen mich vorsichtiger werden.

Allerdings erscheint derweil ein modifizierter Kampfdrache des Hapes Konsortium vor der Station. Ich habe Bilder von solchen Schiffen schon gesehen und das Baumuster hat seit Jahrtausenden bestand. Aber der hier ist deutlich moderner und enthält eindeutig imperiale Komponenten von Kuat, der wichtigsten Werftwelt des ehemaligen Imperiums. Auch booten die in großer Anzahl TIE-Jäger und TIE-Bomber aus. Die durchkämen den näheren Raum, ohne noch etwas zu finden. Hätte mich auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre.

Endlich bekommen wir nun Starterlaubnis und der Transfer nach Quaria beginnt. Mit zwei schnellen Sprüngen kommen wir mit der Route der Suul-Tanca Corporation nach Sybal und von dort brauchen wir drei weitere Sprünge nach Quaria. Das ist ein Mond und umkreist die tote Welt Varian. Vor einiger Zeit gab es dort eine Katastrophe, welches alles Leben auf der Welt vernichtet hat. Jedenfalls ist die Oberfläche von einem blauen Nebel eingehüllt, die angeblich jedes Leben töten soll. Da wir nicht weiter nachfragen, haben wir auch keine Ahnung, wie dieser Nebel nun genau tötet. Wir empfangen sehr viele Grußbotschaften mit Werbung und halbgaren Angeboten. Wirklich Ordnung gibt es auf Quaria nicht. Wir landen auf dem zentralen Raumhafen, der mehr einem Jahrmarkt gleicht. Unser Landeplatz ist momentan von beweglichen Marktständen bedeckt, aber die örtlichen Händler sind sehr schnell darin, diese wegzuschaffen, als wir langsam aber stetig niedersinken.

Die Landegebühren werden kassiert, sonst gibt es keinerlei Formalitäten. Diese Welt gefällt mir! Hier können wir also alles transportieren, was sich irgendwie verkaufen lässt. Wir versuchen unsere Ware an den Mann zu bekommen. Zwei Drittel bekommen wir sofort für gute Credits los. Das restliche Drittel will hier keiner kaufen.

Die Klientel setzt sich aus sehr vielen Rassen zusammen. Menschen, Aliens und natürlich Varianer, welche die Apokalypse ihrer Heimatwelt überlebt haben. Diese Rasse ist humanoid und verfügt über eine blaue Haut unter die eine deutlich ausgeprägte Fettschicht legt, was den Leuten hier ein aufgedunsenes Aussehen gibt. Mich erinnern sie an Figuren aus Luftballons. Sie sind deutlich kleiner als Menschen, so dass wir bequem über sie drüber sehen können.

Wir machen uns auf, etwas über diese Welt zu erfahren, von der Shaka ja behauptet hat, wir würden uns hier hervorragend auskennen. Schnell bekommen wir heraus, wo Zargos Zarbossa wohnt. Nämlich im Roten Turm, dem bekanntesten und nobelsten Casino, gar nicht so weit vom Raumhafen entfernt gelegen. Weitere Details fördern zu Tage, das dieser Zarbossa der offizielle Herrscher dieses Mondes ist. Tja, hätten wir das nur mal vorher gewusst.

Nakagos wirre Gedanken

In diesem Kapitel werden ein paar weitere Erkenntnisse über Aktivitäten des Imperiums gesammelt. Mit Quaria ist nun auch der letzte frei zugängliche Ort der Sperrzone erkundet. Besonders die Welt Varia wird noch eine wichtige Rolle spielen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 29. November 2018, 15:25:37
Esk

Vor einigen Jahren gab es hier auf dem Mond Quaria einen Bürgerkrieg. Oder besser gesagt, es gab mal drei Zarbossa Brüder mit den Vornamen Zargos, Zirgos und Zorgos. Bei den Namensgebung waren deren Eltern offensichtlich nicht sehr kreativ. Vor drei Jahren waren die drei Brüder sich uneins darüber, wer hier eigentlich das sagen hat. Nach einem Jahr Krieg gab es nur noch zwei Brüder. Der überlebende unterlegene Bruder Zirgos war seitdem unter Hausarrest gestellt und ist nun frei, kurz davor für immer ins Exil zu gehen. Allerdings will dieser erst noch seine ehemalige Villa besuchen und sucht dafür Söldner, weil sein Häuschen inzwischen von einer schwer bewaffneten Straßenbande besetzt ist. Da wir ja einen militärischen Ruf aufbauen müssen, ist das genau das Richtige für uns. Aber die Aktion soll erst in ein paar Tagen starten. Also haben wir Zeit, noch was anderes zu machen. Unter anderem genau das, wofür wir eigentlich her gekommen sind, nämlich das Geschenk abzuliefern.

Der "Rote Turm" ist mit seinen großzügigen fünfzig Stockwerken leicht zu finden, besonders da er permanent von einem leuchtenden Deflektorschild umgeben ist. Im "Fundament" des Schutzschildes gibt es Eingangstore, welche Besucher passieren können. Dahinter stehen luxuriöse Gleiter bereit, um zahlungskräftige Kunden zum Casino zu fliegen. Wir bekommen schnell heraus, dass nur geladene Gäste hier hinein kommen. Trotzdem probieren wir es einfach mal an einem der Eingangsschleusen. Davor stehen schwer gerüstete Soldaten mit Blastergewehren herum. Die sehen aus, als verstünden sie ihren Job und damit meine ich den Teil mit dem schießen. Der Offizier ist freundlich und geht in seiner Rolle als besserer Türsteher voll auf. Zuerst versucht Shaka es, ihn zu überreden, uns bei Zargos Zarbossa anzumelden, da wir ja ein hübsches Geschenk für ihn haben. Freundlich, aber unnachgiebig lässt er jeden von Shakas versuchen ins Leere laufen. Ich amüsiere mich dabei köstlich. Schließlich probiere ich es und frage einfach mal Nett, was man denn tun muss, um eingeladen zu werden.

Zargos mag keine Langweiler und lädt nur interessante Leute ein. Also Leute, die berühmt, schön und reich sind. Bei zwei von den drei Kriterien haben wir deutliche Defizite. Aber nichts, was man nicht ändern könnte. So kommen wir nicht weiter und verabschieden uns von den feixenden Gesellen, die durchaus ihren Spaß mit uns hatten. Also hören wir uns in den umliegenden Cantinas etwas um, lassen Credits springen und hören zu. Offiziell um eine Audienz zu bitten ist aussichtslos, da Zargos Bittsteller hasst. Man wird entweder eingeladen oder hat überhaupt keine Chance, zu ihm vorgelassen zu werden. Deswegen wäre ein Netzwerk von guten Kontakten sicherlich nicht verkehrt gewesen, mit denen Shaka so vor der Dame Fyris geprahlt hat. Wir bekommen auch heraus, dass durchaus schon Imperiale zu Gast waren. Die sind hier wirklich umtriebig. Was die genau wollten, weiß niemand.

Uns werden auch Schatzkarten von verschollenen Tempelschätzen angeboten. Eine kurze Recherche ergibt, dass die Kirche unten auf Varia das Sagen hatte, die offizielle Regierungsform also eine Theokratie war. Die Tempel haben ihn ihren unterirdischen Komplexen wertvolle Dinge gehortet. Angeblich wurde der Gott der Varianer, ein gewisser Voroval diesem treiben überdrüssig und zerstörte mithilfe der sogenannten Blauen Wolke, bzw. Blauen Nebel alles Leben auf dieser Welt, was gar noch nicht so lange her ist. Einige überlebende Priester haben tatsächlich echte Schatzkarten verhökert und mancher Sucher ist sehr reich von der Oberfläche zurück gekommen. Aber viele sind dort unten auch verschollen. Das bedeutet, zum einen kann man diese Blaue Wolke überleben und zum anderen müssen dort unten noch viele verlassene Raumschiffe herum stehen. Wäre vielleicht eine Idee, falsche Karten zu requirieren in der Hoffnung, an den angegebenen Orten ein verlassenes Raumschiff zu finden.

Wir kehren Grüppchenweise zum Schiff zurück und gleichen unsere Informationen ab. Es gibt verschiedene Ideen, wie wir Zargos Aufsehen erregen könnten, aber keine ist wirklich praktikabel. Mir fällt auch nichts mit unseren Mitteln umsetzbares ein, was wirklich so jemanden wie Zargos Zarbossa beeindrucken könnte. Aber wir haben noch Koordinaten eines Schmugglerversteckes, dass wir aufsuchen könnten. Auf Nilfax Station hatten wir so ein Angebot bekommen und wählen einfach mal die Kontaktdaten. Der gute Mann lebt noch und versichert, dass zum einen die Ware immer noch dort ist und er nach wie vor die 10 000 Credits dafür bezahlen kann. Nun gut, da wir nichts besseres zu tun haben, beschließen wir, dass Lager zu räumen. Die Koordinaten sind nur zwanzig Kilometer entfernt. Mein Vorschlag wäre, mit einem Gleiter hin zu fliegen, aber wir können uns ja auch mit dem Schiff dorthin bewegen. Es gibt eine kurze Diskussion und letztendlich werde ich überstimmt.

Der gesuchte Ort liegt mitten in einem Slum. Die überlebenden Varianer haben sich hier überall angesiedelt und leben von was auch immer. Wir überfliegen das Areal und das Lager ist offensichtlich aus der Luft bombardiert worden, da sich da auch ein Krater befindet. Allerdings gibt es noch einen intakten Zugangsbereich. Landen ist nirgendwo möglich, da sich hier auf dem Platz ein Markt mit festen Ständen gebildet hat und wir seilen uns einfach ab. Viele Varianer umringen uns, als wir uns am Tor zu schaffen machen. Das Eingabeterminal ist entfernt worden, aber es gibt Drahtenden, die wir benutzen, ein Interface zu legen. Unser ominöser Auftraggeber übermittelt den Öffnungscode und der stimmt sogar. Allerdings wird es haarig die nachdrängenden Varianer draußen zu halten und sind gezwungen, die Tür hinter uns wieder zu verriegeln.

Das ganze hier ist eine Art Bunkerkomplex und hat wohl mal einen der Zargossabrüdern gehört. Und zwar dem, der beim Krieg gefallen ist - Zorgos. Jedenfalls führt eine kurze Treppe in einen Art Empfangsraum, in der schon einige Gefechte stattgefunden haben. Die typischen verbrannten Krater von Blasterschüssen sind zu sehen, ebenso Blut auf dem Boden und Spuren explodierter Splitterhandgranaten. Leichen oder sterbliche Überreste von Gefallenen sind nicht zu finden. Es geht weiter in die Tiefe über ein eingestürztes Treppenhaus, was einiges an Kletterei bedeutet. Schließlich landen wir in einen Bereich, der noch  intakt ist. Am Boden sind mehrere zu Altmetall geschossene imperiale Sicherheitsdroiden der KX Baureihe zu sehen. Auch ein paar halbverweste Leichen. Offenbar haben auch schon imperiale Kräfte hier etwas gesucht. Aber gegen wen die gekämpft haben und warum, lässt sich nicht herausfinden. Ein Auslesen der Speicher der zerstörten Droiden ist leider nicht möglich, da die zerstört oder entfernt wurden.

Hier findet sich auch ein prächtig eingerichteter Gang, der mit vier Sprengfallen gesichert ist, die miteinander gekoppelt scheinen. Am Ende des Ganges hinter den Fallen ist eine intakte Tür zu sehen. Offensichtlich ist der dahinter liegende Inhalt noch nicht geplündert. Da dies nicht unser Ziel ist, ignorieren wir das und stoßen über einen weiteren eingestürzten Bereich in die Tiefe des Komplexes vor. Sprich, wir seilen uns ab.

Ganz unten erwartet uns ein schwer gepanzerter Sicherheitsdroide, welcher Insignien der Zarbossa Familie trägt. Die letzten Meter falle ich herunter, rolle mich ab, was den Aufprall deutlich erträglicher macht. Dann rapple ich mich auf und schieße auf den Droiden mit meinem A-280. Ich treffe zwar gut, zerstöre ihn aber nicht. Der Rest kommt auch und es gibt ein heftiges Feuergefecht auf engstem Raum. Der Droide bekommt viele heftige Treffer, was ihn aber nicht darin hindert das Feuer zu erwidern und mich zu treffen. Auch Edna bekommt was ab. Scav gibt seinem "Kollegen" die Vibroaxt zu schmecken. Ich geh in bessere Position und treffe ihn in schneller Folge zweimal kritisch. Aber der Brocken ist zäh und teilt weiter aus. Schließlich greift dieser nach einer Granate und ich schieße das Ding über den Haufen, bevor er uns noch alle in den Tod reißt. Das war jetzt mal ein heftiger Kampf. Scav versucht mich zu verarzten, klappt aber nicht so wie gewollt. Nicht gut. Das ist sogar äußerst ärgerlich. Es ist immer bitter, wenn etwas nicht so klappt wie es soll.

Wir nähern uns nun so langsam den Koordinaten und finden einen noch ungeöffneten Tresor. Jemand hat schon vergeblich versucht, den mit Gewalt aufzubekommen. Scav und ich versuchen uns als Safeknacker, nachdem wir ein Interface für das Hackertool gelegt haben. Es dauert, aber Scav kriegt das verdammt knifflige und komplexe Schloss tatsächlich auf.

"Scav! Das war unglaublich!", lobe ich den Droiden und hau ihm enthusiastisch auf die Schulter, was mir definitiv mehr weh tut als ihm. Der dahinter liegende Raum beinhaltet acht Kisten mit militärischen Waffen. Der Großteil sind generische Blastergewehre wie das A-280 neuerer Baureihen, imperiale Handfeuerwaffen verschiedener Baureihen und zwei Raketenwerfer mit zusätzlicher Munition. Dazu noch zwei leichte mit Schultergurt versehene Repetierblaster. Was uns alle etwas stutzig macht, sind die Symbole der Schwarzen Sonne auf den Kisten. Das scheinen Waren der Schwarzen Sonne zu sein, dem größten und wohl berüchtigsten Verbrechersyndikat der Galaxis. Auf Nar Shaddaa erzählen Mütter frechen Kindern, dass die Schwarze Sonne sie in ein Fleischhaus steckt, wenn sie nicht brav sind. Auf alle Fälle kann man Bücher mit sehr blutigen Geschichten und Episoden über die Schwarze Sonne füllen.

Nakagos wirre Gedanken

Und wieder mal die Schwarze Sonne. Man könnte meinen, die sind wirklich hier im Sperrgebiet aktiv. Und die Sache mit dem Geschenk abgehen ist doch kniffliger als wohl von dem einen oder anderen gedacht.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 02. Dezember 2018, 16:49:43
Forn

Trotz eines verdammt miesen Gefühls bei der Sache, melden wir den Fund der Waffen bei unserem Auftraggeber. Das Zeug ist ein Vielfaches von den 10 000 Credits wert, was wir dafür bekommen, aber wir sind ja nur die Subunternehmer und ein Deal ist ein Deal. Anschließend brauchen wir mehrere Stunden, die Kisten nach ganz oben zu schaffen. Teilweise müssen wir sie komplett leeren und alle Waffen einzeln nach oben durchreichen.

Um vielleicht noch ein kleines Taschengeld zu verdienen, schauen wir uns den stark verminten Gang noch einmal genauer an. Scav und ich gehen verschiedene Ansatzpunkte durch, die Sprengfallen zu entschärfen. Letztendlich bleibt bei jeder Methode ein mehr oder weniger großes Restrisiko bestehen. Bei einem Fehlschlag stürzt das ganze hier in sich zusammen, da die umliegenden Strukturen schon schwer in Mitleidenschaft gezogen sind. Also entscheiden wir am Ende nach einem sorgfältigen Abwägen ganz rational, dass Risiko nicht einzugehen. Stattdessen schauen wir uns noch etwas um, begegnen zwei weiteren Sicherheitsdroiden einer mir unbekannten Baureihe, die aber deutlich schwächer gepanzert sind und nach kurzem intensiven Feuergefecht schnell zu Boden gehen. Wir können obendrein einen glücklosen Schatzsucher plündern und bekommen so 2500 Credits in Chips und seine Waffen, die ihm hier nicht weiter geholfen haben. Mehr ist hier wohl nicht zu holen.

Lyn meldet, dass sich vor dem Eingangsbereich eine deutliche Menge an Leuten versammelt hat. Also nehmen Edna und ich je einen der leichten T-21 Repetierblaster und posen erst mal etwas herum, was ziemlich albern ist. Obwohl wir aus dem Alter eigentlich draußen sind und wir die härten des Krieges oft genug erlebt haben, zaubert das ein breites Grinsen auf unsere Gesichter. Aber schließlich geht dieser Moment vorbei, werden ernst und gehen in Stellung, während Scav dann die Tür öffnet. Die zwei leichten Repetierblaster im Anschlag sorgen dafür, dass die Menge auf Abstand bleibt. Überraschenderweise baut sich der Kerl vor uns auf, der uns beauftragt hat, seine Güter zu bergen. Es irritiert mich, dass er nicht gleich gesagt hat, dass er vor Ort ist. Sofort habe ich ein ganz mieses Gefühl dabei.

"Wie ich sehe, wart ihr erfolgreich!", meint er zufrieden grinsend. "Gute Arbeit. Lasst alles da und ich sorge für den Abtransport."

"Wenn ich dann um die Bezahlung bitten dürfte?", hake ich nach, da ja noch etwas fehlt.

"Ich gehöre zur Schwarzen Sonne! Glaubt ihr wirklich, ich bezahle für mein eigenes Zeug? Lasst alles liegen und verschwindet. Dann könnt ihr euren Kindern mal erzählen, dass ihr eine Begegnung mit der Schwarzen Sonne überlebt habt!" Das ist natürlich eine äußerst unerfreuliche Entwicklung und mustere die Menge vor uns. Es ist nicht klar, wer zu dem Kerl gehört und wer nicht. Aber ich schätze mal, dass er nicht alleine hier ist. So dumm ist niemand, sich mit einer schwer bewaffneten Gruppe anzulegen. Immerhin weiß er ja, um was es sich für Waffen handelt und er sollte uns durchaus zutrauen, dass wir wissen, wie man auch mit schwereren Waffen umgeht.

Bis jetzt hat alles gestimmt, was er uns gesagt hat. Der Zugangscode und der Ort, wo die Kisten lagen. Ob er wirklich zur Schwarzen Sonne gehört? Durchaus möglich, da wir ja schon Spuren von deren Aktivität in der Sperrzone gesehen haben. Allerdings könnte er auch bluffen. Auf unsere Nachfrage hin erklärt Lyn, dass sie zumindest einen in Stellung gegangenen Scharfschützen ausmachen kann. In der Menge befinden sich weitere offensichtlich Bewaffnete, ob die nun zu dem Mann gehören oder nicht, ist so nicht erkenntlich. Auf dem Platz vor uns drängen sich etwa fünfzig bis hundert intelligente Wesen. Die meisten sind Varianer.

"Wir hatten einen Deal!", erinnere ich den Mann an gewisse Dinge. Auch Verbrecher haben einen Codex.

"Tja, statt 10 000 Credits behaltet ihr euer Leben. Das ist der neue Deal!", meint er höchst uneinsichtig.

"Das ist nicht Fair!", erwidere ich etwas pampig und überlege, was wir für Möglichkeiten haben. Es ist davon auszugehen, dass der Kerl in etwa weiß, was wir auf Nilfax Station geleistet haben. Dort haben wir ihn ja getroffen. Also wird er seine Rückendeckung angepasst haben. Ich rechne mit sechs bis acht Bewaffneten in der Menge, wahrscheinlich maximal zwei Scharfschützen weiter hinten im Gelände positioniert, die unsere Position einsehen können. Vielleicht es auch nur der eine. Die Kadenz ihrer Waffen ist zwar niedrig, aber jeder Treffer wird einen von uns ausschalten. Wir halten zwar diesen Bereich, sind von vorne aber ungedeckt. Unser Schussfeld wie auch Sichtfeld ist eingeschränkt. Dafür sind unsere Flanken und rückwärtige Raum geschützt. Neben dem Eingangsbereich ist ein Krater, vor uns der offene Platz, dahinter Slumhäuser. Aus dem Gefechtsfeld könnte man durchaus was machen. Vorteile wie auch Nachteile gleichen sich aus, besonders da Lyn mit unserem E9 mit einem Lasergeschütz vor Ort ist. Die könnte den oder die Scharfschützen aus der Luft gefahrlos für sich selbst ausschalten. Fangen wir an zu kämpfen, wird hier eine Panik ausbrechen. Selbst wenn keine Handgranaten geworfen werden und keine Raketenmunition in den Kisten hochgehen sollte, rechne ich mit mindestens einem Dutzend toter Zivilisten. Das ist nicht die Art von Aufmerksamkeit, mit der wir in den Roten Turm kommen. Auch bin ich nicht bereit, dass Leben dieser Wesen zu riskieren. Das Credo von Shellys Gundarks war immer: Leben retten geht vor Leben nehmen. Und daran halte ich mich auch hier im Exil. Das Gefecht wäre durchaus zu gewinnen, aber der Kollateralschaden ist nicht kalkulierbar und wahrscheinlich im niedrigen zweistelligen Bereich anzusiedeln.

"Euer letztes Wort?", frage ich nach und der Gangster bietet uns weiterhin äußerst großzügig unser Leben als Bezahlung an. Scav und Edna kommen zu dem gleichen Schluss, dass ein Konflikt hier unter diesen Umständen nicht das Ergebnis bringen wird, was wir uns erhoffen. Ein Sieg ist möglich, wird aber Unschuldigen das Leben kosten. Ich bin nicht sicher, wie effektiv hier die Sicherheitsbehörde ist. Wahrscheinlich würden daraus keine rechtlichen Konsequenzen ergeben, aber unser Ruf würde in eine Richtung gehen, die ich nicht gutheiße. Hier zurück zu stecken ist hilfreicher, als einen Konflikt vom Zaun zu brechen. Das ist keine Aufgabe, sondern fällt unter die Kategorie: Kämpfe an einem anderen Tag und sei dann siegreich. Ein weiterer Leitsatz der Rebellenallianz. Rückzug und Neuformierung ist keine Schande, wenn man das große Endziel im Auge behält. Wir brauchen Informationen, wie stark die Schwarze Sonne überhaupt hier in der Sperrzone vertreten ist und können dann einen Plan austüfteln, der uns doch noch in die Gewinnzone befördert. Das ist keine Aufgabe, sondern ein sinnvolles taktisches Manöver, um uns aus einer unvorteilhaften Postion zu bringen.

"Nun gut!", erwidere ich und lege den leichten Repetierblaster zurück in dessen Transportkiste. Dafür nehme ich wieder mein A-280 in die Hand. Edna tut das selbe und zusammen mit Scav verlassen wir den Eingangsbereich. Nur Shaka bleibt zurück, greift nach einer Splitterhandgranate und entsichert diese.

"Entweder ihr bezahlt oder es gibt keine Ware!" Die blaue Twi´lek erweckt den Eindruck, dass sie es ernst meint.

"Lass, wir gehen! Wenn die Raketenwerfermunition hochgeht, richtest du hier unter den Zivilisten ein Massaker an!", mache ich Shaka auf den eigentlich offensichtlichen Umstand aufmerksam. Angeblich war sie bei der Rebellenallianz eine Offizierin, aber wohl keine besonders gute oder war nur in der Etappe. Während ich rede, bleibe ich nicht stehen und vergrößere den Abstand ständig. Ich halte mein Gewehr immer noch demonstrativ über den Kopf und habe nicht vor, in diesen Konflikt einzugreifen. Wir sind zwar eine Crew, aber keine militärische Einheit. Jeder entscheidet für sich selbst und ich habe nicht vor, hier ein Gefecht anzufangen, in dessen Kreuzfeuer unbeteiligte Zivilisten zu Grunde gehen. Ganz abgesehen davon, dass wir in diesem unübersichtlichen Gefechtsfeld auf eine uns deutlich überlegene Opposition treffen könnten, die uns schlichtweg tötet.

"Ihr könnt gehen!" meint der Mann und wahrscheinlich ist das eher für seine Leute bestimmt als für uns. Das braucht er uns nicht zweimal sagen. Direkt vor ihm kann ich diese Situation und unsere Optionen nicht mit Shaka ausdiskutieren, also belasse ich es bei meinen mahnenden Worten. Lyn geht mit der "Vanguard" tiefer, öffnet die Ladeluke, RD 79 wirft uns die Seile zu und wir lassen uns herauf ziehen. Am Rand der immer noch offenen Ladeluke bleiben wir stehen und schauen zu, wie sich das entwickelt, während Lyn unsere E9 etwas höher in Position bringt. Es gibt einiges an hin und her. Die meisten Anwohner schauen auch weiterhin interessiert diesem Schauspiel zu und nur ein kleiner Teil vergrößert den Sicherheitsabstand. Diese Leute scheinen keinen Gespür für die Gefahr zu haben, in der sie schweben. Für sie scheint das eine Show zu sein, nicht der Beginn eines möglichen Gefechts, in dessen Verlauf im Kreuzfeuer umkommen können. Da es hier vor kurzem einen heißen Bürgerkrieg gegeben hat, wundert mich dieses unvernünftige und instinktlose Verhalten der Varianer.

"Ich lasse mich von Niemanden verarschen! 2000 Credits für mich oder alles fliegt in die Luft!", verhandelt Shaka nun alleine verbissen um ihren Anteil weiter. Ich glaube nicht, dass dies gut ausgehen wird und ich habe nun ein wirklich mieses Gefühl bei der Sache.

Nakagos wirre Gedanken

Es ist eine Kunst zu wissen, wann man kämpfen muss und wann nicht. Hier war Shaka bzw. deren Spieler wohl der Ansicht, kämpfen zu müssen. Der Rest der Gruppe war der Ansicht, die Sache lieber an einem anderen Ort zu klären.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 04. Dezember 2018, 16:24:13
Grek

Ich ziehe es durchaus in Erwägung, einfach zu weg zu fliegen. Uns offen mit der Schwarzen Sonne anzulegen wird uns so keine Vorteile bringen, sondern nur Nachteile. Sollte ich je meine Schwester wieder finden, würde ich gerne in den Raum der Neuen Republik zurück kehren, die Missverständnisse aus der Welt schaffen und ein geruhsames Familienleben führen. Ein Kopfgeld der größten Verbrecherorganisation der Galaxis passt da nicht wirklich in meine Lebensplanung. Treudoof wie wir nun mal sind, ziehen wir nicht die notwendigen Konsequenzen und halten die Position.

Letztendlich gelingt es Shaka mit ihrer unvernünftigen Sturheit tatsächlich 2000 Credits zu bekommen, die der Gangster ihr schließlich in einem durchsichtigen Plastbeutel vor die Füße wirft. Die Irre sichert nun die Handgranate, greift nach dem Geld und kommt aus dem Bunkereingangsbereich heraus. Als sie nach dem Seil greift, um auf die "Vanguard" hoch gezogen zu werden, peitscht der erste Blasterschuss, der sie nur knapp verfehlt. Danach bricht die Hölle los. Eine Rakete schlägt in die Hülle der "Vanguard" ein und Lyns vergebliches Ausweichmanöver lässt uns beinahe aus der Luke stürzen. Dir orangene Twi´lek stabilisiert die E9 und es gibt keine außergewöhnlichen Geräusche oder Vibrationen die auf einen schwerwiegenden Treffer schließen lassen. Wahrscheinlich ist die Rakete nicht richtig durch die Panzerung gekommen und nur die Außenhülle hat was abbekommen. Das zu reparieren wird trotzdem einige Credits kosten, da mache ich mir keine Illusionen darüber.

Ich eile zum zentralen Schacht und klettere die Leiter hoch. Von draußen ist noch ein Feuergefecht zu hören. Schließlich komme ich oben am Geschütz an und lasse mich von Lyn einweisen, wo der Raketenwerferschütze lauert. Mit ein paar Handbewegungen aktiviere ich das Geschütz, leite Energie um und schaue auf die Zielmatrix. Eine zweite Rakete zischt Haarscharf an uns vorbei, da dieses mal unsere Pilotin auf den Angriff vorbereitet ist. Die Spur aus Rauch zeigt mir deutlich, wo der Schütze steht. Er steht in den Ruinen des Kraters seitlich neben dem Bunkereingang. Ein Treffer mit dem Geschütz könnte durchaus die verbleibende Munition des Raketenwerfers detonieren lassen. Damit habe ich genau die Situation, die ich vermeiden wollte. Der Schütze steht tief im Krater und der Bereich wirkt unbewohnt. Wirklich sicher kann ich mir darüber aber nicht sein, da dies ein Slum ist. Auf der anderen Seite könnte ein Treffer in die Triebwerke eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslösen, welche die "Vanguard" zum Absturz bringen kann. Selbst wenn es zu keiner Explosion durch zerberstende Treibstofftanks kommt, könnte allein das Gewicht und die Wucht des Aufschlages viele Bewohner in ihren Hütten erschlagen. Nach kurzem abwägen komme ich zu dem Schluss, dass es besser ist, den Schützen hier und jetzt zu erledigen, auch wenn das wohl letztendlich doch einen Krieg mit der "Schwarzen Sonne" bedeutet.

Da ich nicht warten will, bis er eine Stelle trifft, die uns gefährlich werden könnte, schieße ich mit dem Geschütz auf die Position, wo ich den Schützen vermute. Ich denke, mein präziser Treffer verdampft ihn und seine Moleküle verteilen sich in der Atmosphäre. Eine sekundäre Explosion löse ich der Macht sei Dank nicht aus. Shaka ist inzwischen an Bord und wir gewinnen schnell an Höhe. Für einen Moment verharre ich noch in der Geschützstellung und versuche meinen Zorn auf die Twi´lek soweit nieder zu kämpfen, dass ich nicht Gefahr laufe, sie einfach nieder zu schießen. Schließlich gelingt es mir, mich soweit wieder zu beruhigen, um ein klärendes Gespräch zu führen, dass offensichtlich schon länger überfällig ist.

"Was sollte dieser Fierfek da unten?", frage ich Shaka durchaus aufgebracht in einem sehr scharfen Tonfall. Die blaue Twi´lek drückt immerhin 1500 Credits von ihrer Beute ab, um die Schäden am Schiff zu reparieren. Wahrscheinlich sind das auch die anfallenden Kosten. Außerdem bekomme ich zu hören, dass die Irre eine Handgranate in Richtung der Kisten geworfen hat, aber zum Glück eine Stelle traf, wo sich niemand aufgehalten hat. Nicht auszudenken, was für eine verhängnisvolle Kettenreaktion die Munition der Raketenwerfer hätte auslösen können, wenn die Granate zwischen den Transportkisten hoch gegangen wäre. Oder einfach in der Menge der Varianer. So eine Handgranate hat einen ziemlichen Vernichtungsradius. Das hätte locker mehr als ein Dutzend dieser Wesen töten können.

"Ich lasse so nicht mit mir umspringen!", rechtfertigt sich Shaka für ihre unbedachte und überaus kindische Reaktion. Als wäre sie ein kleines Kind, dass lieber ihr Spielzeug kaputt macht als es einem anderen Kind zum spielen zu überlassen.

"Sag mal, bist du verrückt? Ist dir eigentlich klar, was du da gerade angerichtet hast? Dir ist schon klar, wer die Schwarze Sonne ist, oder?"

"Ja, aber...", versucht sie sich zu rechtfertigen, aber ich rede mich gerade in Rage.

"Und dir ist klar, was passiert wäre, wenn die Raketen detoniert wären? Oder die Handgranate in die Menge gefallen wäre? Ein paar Meter weiter ist ein Wohngebiet! Da wohnen intelligente Wesen! Familien! Kinder! Frauen! Männer! Unschuldige!" Ich bin wirklich sauer! Verdammt sauer! Letztendlich ist das Gespräch mehr oder weniger Sinnlos, da Shaka Blen sich nicht wirklich einsichtig gibt.

"Die wollten mich betrügen und das lasse ich nicht mit mir machen!", beharrt sie inzwischen tief blau angelaufen auf ihren Standpunkt, ohne auf meine Argumente einzugehen.

"Es gibt kein Ich im Team!", kontere ich und höre an dieser Stelle auf zu diskutieren, da ich realisiere, dass dies Punkte sind, die Shaka Blen vollkommen egal sind. Es geht ihr nur um sich selbst, sie lässt sich nichts gefallen, also kämpft sie einen sinnlosen Kampf gegen einen überlegenen Gegner. Den eigenen Willen durchsetzen, egal was die Konsequenzen sind. Weitere Worte kann ich auch an die nächste Wand richten, hat den gleichen Effekt, nämlich gar keinen. Ich setze mich in den Sessel des Copiloten und muss mich zusammenreißen, um nicht Sinnlos auf die Konsole einzuschlagen. Ich bin wütend über das Verhalten von Shaka. Niemand lässt sich gerne übers Ohr hauen, aber ihre Aktion war mehr als nur unüberlegt, geradezu wahnsinnig. Mehrmals atme ich tief ein und aus, um mich wieder herunter zu bringen. Wut allein bringt mich hier auch nicht weiter.

Wir landen wieder auf unserem alten Platz und es hat sich schon hier herumgesprochen, dass wir ein Gefecht mit der Schwarzen Sonne hatten. Gekonnt blendet Shaka jede Möglichkeit zur Reflektion aus und gibt mit ihrer Tat auch noch an. Während Shaka sich im vergänglichen Ruhm sonnt, versuche ich weitere Informationen über die Lage der Schwarzen Sonne hier auf Quaria zu bekommen. Nach etwas herum hören bekommen wir folgendes Bild vermittelt. Während des Bürgerkrieges stand die Schwarze Sonne auf der Seite des unterlegenen und nun toten Bruders Zirgos. Deswegen hat Zargos die Mitglieder der Schwarzen Sonne auf dem Mond gejagt und die Organisation bis auf klägliche Reste zerschlagen. Ein Seloianer mit dem Namen Karbek führt den traurigen Rest an. Sie gänzlich auszulöschen würde also das Wohlwollen des Herrschers sichern. Und uns eventuell ein dickes Kopfgeld von der Schwarzen Sonne einbrocken. Wir würden also einen temporären Vorteil erringen und möglicherweise einen dauerhaften großen Nachteil erringen. Auf alle Fälle hat diese schwachsinnige Aktion dazu geführt, dass wir nun recht bekannt sind auf dieser Welt. Aber diese Art von Ruhm ist immer ein zweischneidiges Schwert.

Momenten ist der Stern der Schwarzen Sonne sicherlich am sinken. Prinz Xizor wurde schon vor Jahren von Darth Vader erschlagen, seine Vertraute, Assassine und Gespielin Guri ist verschollen. Die neun Vigor der Schwarzen Sonne befinden sich seitdem im Clinch, wer als nächster Unterlord die Schwarze Sonne anführen wird. Das ist das, was ich über die momentane Situation weiß. Aber diese Informationen sind inzwischen ein Jahr alt. Vielleicht gibt es inzwischen einen neuen Unterlord als Anführer der Schwarzen Sonne. Oder sie ist endgültig zerbrochen.

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 28.04.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Edna
Erfahrungspunkte: 15 Investiert in 2. Stufe von Talent Todesstoß aus dritte Spalte, dritte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger.

Beute:  2500  Credits in Chips vom Bunker, Handel war dieses mal ein Nullsummenspiel.

Getötete Gegner: 1 schwerer Sicherheitsdroide, 2 leichte Sicherheitsdroiden, 1 Raketenwerferschütze der Schwarzen Sonne,

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Söldner: 75 (+50)

Resümee: Shaka hat sich als Psychopathin entpuppt. Klar, niemand lässt sich gerne verarschen, aber das war doch hart an der Grenze des erträglichen. Ich als SL hätte es vermutlich durchgezogen und den Tod eines SC in kauf genommen. Man muss wissen, wann es sich zu kämpfen lohnt und wann nicht. Hier war die Kosten Nutzen Relation in meinen Augen einfach nicht gegeben. Auch war der finale Wurf der Handgranate einfach unnötig entschärft. Das sie dann zufällig in den einzigen Bereich fällt, wo es keinen Kollateralschaden gibt, war doch etwas zu stark geschönt. Auf der anderen Seite hätten die Konsequenzen dieser äußerst grenzwertigen Handlung alle SC am Tisch tangiert. Und das wäre vielleicht noch ärgerlicher gewesen. Wie auch immer eine äußerst unbefriedigende Situation, die noch Folgen haben dürfte. Aus der notwendigen Distanz denke ich, dass unser Spielleiter wohl das Beste aus der Situation gemacht hat, in dem die Handgranate harmlos im Nirwana detonierte.

Was ich auch als ärgerlich empfand, warum renne ich auch den Flüchtigen auf der Vol Yunkai Station hinter her? Das war dämlich! Wieder mal habe ich nicht auf meinen Instinkt gehört. Ist zwar nichts passiert, aber ich hoffe, dass wird mir eine Lehre sein, nicht einfach blind einem "Befehl" zu gehorchen, nur weil es mir ein freies Manöver gibt. In dem Moment war der Wunsch, den Gegner einzuholen größer als die Vernunft, mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Falle zu laufen. Es hat schon seinen Grund, warum man niemals einen Gegner auf genau seinem Rückzugsweg verfolgten sollte.

Ärgerlich war auch mehrmaliges Würfelpech, was einiges an Friktion verursacht hat. Im großen und ganzen hat der Frust obsiegt. Wenn was zu leicht ist, wird es schnell langweilig. Allerdings macht es auch keinen Spaß, wenn kaum etwas wirklich so gelingt, wie es soll.

Trotz allem war die Sitzung ziemlich cool und auch abwechslungsreich. Es gab ja auch durchaus gute Momente.

Lyras Entwicklung: Die Aktivierung von Straßenwissen und Wahrnehmung haben leider recht wenig gebracht. Hatte mir etwas mehr erhofft. Die zweite Stufe von Todesstoß, also jetzt 20% auf kritische Treffer, wird recht wenig bringen, ist aber notwendig, um die darunter liegenden Talente wie Ausweichen auf Stufe 2 und Hingabe zu bekommen. Ausweichen ist eben sehr wichtig und Hingabe gibt ein Punkt Steigerung auf ein Attribut, was ebenfalls sehr nützlich ist. Einen grünen Würfel mehr auf jede Probe mit einer Fertigkeit dieses Attributes ist sehr praktisch.

Des weiteren wurden die EP durch die Seiten 100 bis 130 in Disziplin investiert, was nun in Stufe drei darin resultiert. Da das Bezugsattribut Willenskraft bei Lyra nur zwei Ränge hat, gibt es nun zwei Gelbe Trainingswürfel und einen grünen Begabungswürfel. Um in den Traum eintauchen zu können, ist Disziplin notwendig, um gegen die negativen Auswirkungen resistieren zu können.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel

Heute will ich auf einen Ableger des Spiels eingehen: Macht und Schicksal. Hier hat man die Möglichkeit Machtanwender zu spielen. Da auch dieses Spiel zwischen der Zerstörung des Todessterns und der Schlacht von Endor spielt, sind das keine guten Zeiten für Machtanwender. Der Fokus liegt auf Machtsensitive, die sich der Hellen Seite zugewendet haben. Aber es gibt genau so die Möglichkeit, Dunkle Jedi zu spielen. Oder auch Ordensjedi, die immer noch auf der Flucht sind. Aber alternativ kann man  auch Inquisitoren spielen, die Machtanwender der hellen Seite jagen. Dafür gibt es jetzt war keine Klasse und keine expliziten Kräfte der Sith oder Dunklen Seite, aber es durchaus möglich, wenn man den mal unbedingt die "Bösen" spielen möchte. Bald kommt ein Band heraus, der die Klonkriege behandelt, so dass man dann auch Ordensjedi vor Order 66 spielen kann.

Es gibt hier klare Regeln zur Moral und was welche Taten für Auswirkungen auf die Helle oder Dunkle Seite haben. Neben Machtfähigkeiten für alle Mitglieder der Gruppe ist ein weiterer Unterschied zum Am Rande des Imperiums die Gruppenresourcen, die nicht nur ebenfalls ein gemeinsames Raumschiff vorsieht, sondern auch ein Holocron und einen Mentor. Wobei der Mentor auch verstorben sein kann.

Das Holocron selbst schaltet zwei Fertigkeiten als Berufsfertigkeiten frei, so dass der SL damit allein schon etwas die Richtung der Kampagne vorgeben kann.

Das Grundbuch ist mit 444 Seiten plus die obligatorischen Bögen genau so Umfangreich wie ARDI. Die Charaktererschaffung ist genau so aufgebaut. Als Rassen gibt es Cereaner, Kel Dorianer, Menschen, Mirialaner, Nautolaner, Togruta, Twi´leks und Zabrak wieder acht verschiedene Rassen zu spielen. Menschen und Twi´lek sind ja schon bekannt, der Rest ist neu. Man sieht deutlich, dass bis auf Twi´lek und Mirialaner der Jedirat Pate gestanden hat. Ahsoka Fans haben nun endlich die Möglichkeit, auch eine Togruta spielen zu können.

Auch hier gibt es nun sechs Hauptberufe zur Auswahl. Jedem Beruf ist ein Schwertstil zugeordnet, der teilweise in der Spezialisierung verschiedene Auswirkungen hat. Die Berufe sind: Gesandter, Hüter, Krieger, Mystiker, Sucher und Wächter. Damit sind die grundlegenden kanonische Unterteilung in Gesandter, Hüter und Wächter eingehalten. Es gibt hier auch ausgearbeitete Regeln auf ein höheren Machtlevel zu starten, um praktisch einen ausgebildeten Jedi mit Lichtschwert zu spielen. Lichtschwerter sind so teuer, dass man die nicht mit dem normalen Startguthaben finanzieren kann. Auch haben nicht alle Spezialisierungen automatisch auch Zugriff auf die Berufsfertigkeit Lichtschwert, was bei einigen Klassen recht seltsam ist. Für mich ist das Lichtschwert die ikonische Waffe für den Jedi schlecht hin.

In der Ausrüstungssektion gibt es neben normalen Waffen wie Blastergewehre und Vibroschwerter natürlich Lichtschwerter in allen Größen und Farben. Dazu viele Möglichkeiten, ein Lichtschwert mit besonderen Gimmicks wie gebogene Griffe oder Ilum Kyberkristalle aufzuwerten. Auch Cortosiswaffen finden sich hier in größerer Anzahl. Als Auswahl an "normalen"Waffen ist man hier deutlich eingeschränkt, da die anderen Bücher da mehr Vielfalt bieten.

In der Rüstungssektion finden sich dieses mal auch spezifische Jedirüstungen. Aber auch teilweise die gleiche Auswahl wie in den anderen Grundbüchern.

Es gibt natürlich auch ein größerer Kapitel über die Macht. Zum einen sehr viel Hintergrundinformationen und die Geschichte der Jedi, allerdings eben der alten Kanon. Sie haben es schön als Legenden bezeichnet, die wahr sein könnten, aber eben auch reine Märchen. Auf alle Fälle ist der Hintergrund schön und detailliert ausgearbeitet. Dann werden die einzelnen Machtkräfte erklärt. Jede Kraft hat ihren eigenen Baum, deren Aktivierung zwischen 5 und 15 Punkte kostet. Weitere Verstärkungen oder Erweiterungen der Kraft kosten extra, zwischen 5 und 25 Punkte. Man kann hier also sehr viele Erfahrungspunkte ausgeben, besonders da auch mindestens ein freier Machtpunkt für den Kauf Voraussetzung ist.

Die Fahrzeugsektion ist hier etwas kleiner gehalten. Eine solide Auswahl an Schiffen, die man eben aus den Filmen und Serien kennt. Darunter auch die "Twilight", mit der Anakin Skywalker in der Serie The Clone Wars herumgeflogen ist, bis Obi-Wan diese geschrottet hat.

Dann kommen die allgemeinen Beschreibungen der Regionen und der politischen Situation. Das bietet relativ wenig neues, wer schon die anderen beiden Grundbücher hat. Hier und da ein Hinweis auf einen alten Jeditempel oder ähnliches. Die acht ausgewählten Planeten sind alle stark mit der Macht verknüpft, wie Ilum oder Korriban. Am Ende werden noch ein paar Artefakte vorgestellt.

Schließlich gibt es noch die obligatorischen NSC. Angefangen von Handlanger, Kontakten, Informanten und Händler. Dann Unterweltler wie Trickbetrüger, Kopfgeldjäger, Spicedealer und Sklavenhändler. Dann die imperialen Streitkräfte. Neben den obligatorischen Sturmtruppen gibt es Werte für die Imperiale Ehrengarde, also die rotgerüsteten Gardisten, die immer beim Imperator herumlungern. Auch werte für einen imperialen Attentäter und für Kerkermeister finden sich dort. Die Droidensektion wartet unter anderem mit einem IG-100 auf. Anschließend gibt es verschiedene Machtanwender.

Die Kreaturen sind hier deutlich umfangreicher als wie in den andern Grundbüchern. Es gibt immerhin neun Stück, darunter der Acklay, dass ist das riesige Vieh aus der Arena auf Geonosis, was einer Gottesanbeterin ähnelt.

Am Ende dieser Sektion gibt es auf drei Seiten eine Anleitung, wie man Inquisitoren zusammen schraubt. Das ist recht Nett, da es viele Möglichkeiten gibt, die SC zu Triezen. Oder eben auch einen Leitfaden, wie ein Inquisitor zum spielen aufgebaut sein könnte.

Wie alle anderen Grundbücher dieser Reihe endet auch dieser Band mit einem Einführungsabenteuer. Das Artwork ist auch hier wieder vom feinsten. Darunter auch ein Bild von der jungen Ahsoka, dass ich sehr gelungen finde. Auch Charaktere aus Rebells kommen vor, wie Kanan.

Wer mit diesem System mal eine Kampagne mit Jedi spielen möchte, ist hier genau richtig. Besonders cool wird es dann mit dem Erweiterungsband zu den Klonkriegen, was bald heraus kommen soll. Wer die Serie Clone Wars mag, kann dann direkt in dieser Zeit spielen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 06. Dezember 2018, 16:43:09
Episode VIII
Blauer Nebel
Aurek

In aller Ruhe, nachdem sich draußen die Aufregung wegen des Gefechts mit der Schwarzen Sonne am zerbrochenen Bunker gelegt hat, besprechen wir unser weiteres vorgehen an Hand der gesammelten Daten. Das Kind ist in die Turbine gezogen worden, wie man so schön auf Corellia sagt. Wir haben nun einen Konflikt mit der Schwarzen Sonne am Hals, ob wir wollen oder nicht. Die Lage ist eskaliert und einer der ihren ist tot. Werden sie das auf sich beruhen lassen? Verbrechersyndikate leben von ihren Ruf, eine Gruppe hundsgemeiner, nachtragender und gewaltbereiter Mistkerle zu sein. Hart ist gut, härter ist besser. Nach meiner Einschätzung haben wir mit einem Gegenschlag der hier ansässigen Zelle zu rechnen. Natürlich ist es auch möglich, dass sie nichts tun, aber nach dieser Aktion von Shaka und dem Tod des Raketenwerfertyps dürfte das eher unwahrscheinlich sein.

Ich denke, wir sollten die Initiative ergreifen und der Schwarzen Sonne zuvor kommen, damit wir Ort und Zeit des Kampfes bestimmen können. Diesen Konflikt hätte ich gerne vermieden, aber meine Instinkte raten mir, die Sache hier und jetzt kontrolliert zu unseren Bedingungen zu beenden. Der Rest der Crew ist meiner Meinung und so machen wir uns auf den Weg zu den Cantinas, um weitere Daten über die Schwarze Sonne zu sammeln. Shaka kann es nicht sein lassen und erzählt jedem der es hören will, was für ein toller Kämpfer sie doch ist und sich nichts gefallen lässt. Schon gar nicht von der größten Verbrecherorganisation der Galaxis. Das ist wohl ein klassisches Beispiel für Hybris. Der blauhäutigen Twi´lek ist es augenscheinlich egal, dass sie uns alle in diese Auseinandersetzung hinein gezogen hat. Ein Soldat sollte wissen, wann es sich zu kämpfen lohnt und wann nicht.

Während Shaka mal wieder mit ihrer "Heldentat" prahlt, sammle ich Informationen zur örtlichen Niederlassung der Schwarzen Sonne. Die Verbrecherorganisation ist noch nicht lange auf dieser Welt aktiv. Kaum da, schlossen sie sich im Bürgerkrieg der Fraktion von Zirgos Zarbossa an, der letztendlich vollständig unterlag und starb. War die Schwarze Sonne Anfangs stark im Gewürzhandel aktiv mit ihren Devilsticks, sind sie nur noch eine Bande von vielen. Die Zelle hat vielleicht noch zwanzig Mitglieder, jedenfalls schätzen die meisten sie auf fünfzehn bis fünfundzwanzig Mann stark ein. Ihr Hauptquartier liegt in einer Bauruine eines Casinos von Zirgos Zarbossa. Die obersten Stockwerke haben sie bezogen, in den unteren haust eine kleine Gang von Varianer, welche sich als profane Schlägertruppe für die eigentliche Schwarze Sonne betätigt. Knapp zwanzig Leute anzugehen, die dazu noch Verstärkung im Haus holen können, wird kein Spaziergang werden.

Ich wechsele das Thema, lasse eine weitere Runde springen und frage nach dem Blauen Nebel auf Varian. Vor sechs Jahren kam der aus dem Nichts und über Nacht war nichts mehr so, wie es vorher war. Die meisten Varianer starben.

Trotzdem sind dort unten schon viele Glücksritter und Schatzsucher gestorben. Aber es sind durchaus schon Leute von Oberfläche Varians zurück gekommen. Und manche wurden dadurch auch Reich. Die ehemalige Hauptstadt soll sehr lukrativ sein, aber ohne genaueres Wissen ist da auf gut Glück nichts zu finden. Auch sind davon nur die wenigstens Schatzsucher je wieder gekommen. Manche Mönche geben tatsächlich verwertbare Tipps, aber die meisten Schatzkarten sind mehr oder weniger plumpe Fälschungen. Interessanterweise sind die Zarbossabrüder einst auch Kleriker gewesen, die vor fünfzig Jahren ausgestoßen wurden und auf dem Mond hier ihr Exil fanden. Quaria war der Handelshafen für Varian, da es für jeden nicht Varianer verboten war, auf der Welt zu landen. Die drei Brüder waren recht Geschäftstüchtig und zogen hier jede Menge Vergnügungseinrichtungen hoch. Casinos, Bordelle, Cantinas, alles was das Herz begehrt.

Warum der Bund der drei Brüder letztendlich zerbrach, bekomme ich nicht heraus. Es ist inzwischen auch spät geworden und wir sollten vielleicht noch einen weiteren Söldnervertrag fix machen, den wir schon geistig eigentlich angenommen hatten. Es geht um die Rückeroberung der Villa von Zorgus Zarbossa, der demnächst ins Exil gehen will. Wir stellen uns beim Anwerber vor und handeln 2500 Credits pro Person aus. Wann der Angriff beginnen soll, steht in den Sternen, entweder Übermorgen oder in drei Tagen. Wir bekommen etwa eine Stunde vorher beschied.

Am nächsten Morgen gehen wir auf Einkaufstour und fragen uns zu einem Händler durch, der hochwertigere Schwarzmarktware verkauft. Der hat sogar einen leibhaftigen Thermaldetonator auf Lager. Nach etwas hin und her lassen wir den lieber liegen. Dafür kaufen wir uns Enterhakenpistolen, die eine Reichweite von etwa fünfzehn Metern haben. In Ermangelung einer Alternative nehmen wir die. Damit sind wir in der Lage, mehrere Stockwerke der Bauruine zu überwinden, in dem die Schwarze Sonne hier ihr Hauptquartier hat.

Der Händler versucht einen Mandoloranischen Gedankenschredder für 12 000 Credits zu verkaufen. Das ist ein kleiner Massewerfer, der Giftpfeile verschießt. Das Gift wird innerhalb der Waffe reproduziert, so dass dies angeblich nie ausgeht. Die Waffe ist fast lautlos, hat aber eine geringe Reichweite und das Magazin gehört eher zu den kleineren. Letztendlich haben wir schlicht weg nicht genug Geld, um uns so eine Extravaganz leisten zu können. Also lehnen wir dankend ab. Auch an varianischen Kampfmesser, die es nur im Paar gibt, haben wir kein wirkliches Interesse. Dafür kaufen wir noch zehn Rauch und genau so viele Splittergranaten. Ebenso holen wir uns noch Staubmäntel, die wir über unsere Kampfausrüstung ziehen können.

Zurück auf dem Schiff legen wir uns einen groben Plan zurecht. Ich habe eine längere Diskussion mit Shaka, die tatsächlich losziehen will, um Baupläne der Bauruine zu finden. Halte ich für ein sinnloses Unterfangen. Erstens wird es sich wohl recht schnell herumsprechen, wenn wir konkret Pläne dieses einen Gebäudes suchen. Inzwischen habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich hier alles sehr schnell herumspricht. Also verlieren wir den Überraschungsmoment und treffen auf einen Gegner, der sich in Stellung gebracht hat. Und selbst wenn es Shaka gelingen sollte, Pläne zu bekommen, die dem Gebäude zuzuordnen sind, wissen wir nicht, was davon überhaupt umgesetzt wurde, was während des Baues geändert und was eventuell von den jetzigen Bewohnern verändert wurde. Also ist jeder Plan offensichtlich nicht vertrauenswürdig und im besten Fall einfach nur veraltet.

Ich arbeite einen groben Angriffsplan aus, wie wir vorgehen werden. Zu Fuß heranarbeiten, eine unbewachte Stelle finden, wo wir die ersten Stockwerke mit Hilfe unserer Seilpistolen umgehen können und arbeiten uns dann nach oben. Mit Sprengfallen verhindern wir ein Nachrücken der Schlägertruppe von unten. So werden wir uns dann von unten nach oben arbeiten und jeden Widerstand zerschlagen. Geschwindigkeit und Beweglichkeit spielen dabei eine grundlegende Rolle. Wenn es uns gelingt, dass sich der Gegner massieren kann, können wir ihn Einzeln oder in Trüppchen separiert Stück für Stück ausschalten. Am Ende werden wir oben auf dem Dach von der "Vanguard" samt der zu erwartenden Beute abgeholt und fliegen in die Nacht. Der Plan ist gewagt und äußerst Friktionsanfällig. Aber wie heißt es so schön auf Corellia: Wer wagt, gewinnt!

Wir treffen die letzten Vorbereitungen und ich stehe mal wieder vor meinem Waffenschrank und weiß nicht, welche Waffe ich nehmen soll. Das Scharfschützengewehr E11s disqualifiziert sich automatisch für diesen Kampf. Zu viele Gegner und wahrscheinlich ein Feuergefecht auf kurzer Distanz auf engem Terrain. Das A-280 wäre eine gute Wahl, flexibel, handlich und genug Feuerkraft um mit den meisten Gegner fertig zu werden. Das DLT 19 hat mehr Feuerkraft, wird dadurch auch eher mit schwer gepanzerten Gegner fertig und durch seine höhere Feuerrate kann ich damit auch größere Mengen von Feinden gleichzeitig bekämpfen. Also fällt meine Wahl schließlich auf das DLT 19, dass ich in einen kleinen Teppich wickle, um es unentdeckt zum Einsatzort zu tragen.

Nakagos wirre Gedanken

Und so beginnt es also, unserer kleiner Krieg mit der Schwarzen Sonne. Was können die schon drauf haben? ;D
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Schattenklinge am 07. Dezember 2018, 11:17:32
Weiterhin vielen Dank für die Story. :)
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 09. Dezember 2018, 17:17:10
Vielen Dank für deine Rückmeldung!

Besh

In einen Staubmantel gehüllt gelingt die Annäherung durch die Slums auf unser Zielgebäude unentdeckt. Es ist später Abend, die meisten Varianer haben sich in ihre schäbigen Behausungen zurück gezogen, aber auf den Straßen ist immer noch einiges los. Unterschiedliche Lichtquellen geben nur wenig Helligkeit ab. Schließlich ragt das unfertige Gebäude vor uns auf. Gerüste hat es leider nicht mehr, eine Fassade dafür auch nicht. Der Rohbau ragt zehn Stockwerke in die Höhe. Im untersten Stockwerk haust im Gegensatz zu unseren Informationen keine Straßenbande, sondern beherbergt einen stark frequentierten Markt. Die Schlägertruppe sitzt ein Stock darüber und schaut von dort aus nach dem rechten.

Durch den Markt ist hier auch diese Zeit ziemlich viel los und wir umgehen das Gebäude, bis wir eine Müllkippe finden. Hier sammelt sich der Müll des Marktes und der umliegenden Häuser zu einem Berg. Einige verwilderte Kreaturen leben von diesem Müll und sorgen dafür, dass sich sonst niemand hier niederlässt. Einige beherzte Tritte gegen die Köpfe dieser Wesen lässt diese fliehen und wir können uns in aller Ruhe einen Punkt suchen, an dem wir aufsteigen können, ohne dass uns jemand sieht. Zu dritt sind wir hier um gegen eine siebenfache Übermacht zu kämpfen. Dies ist der letzte Punkt, wo wir die Mission gefahrlos abbrechen können. Lyn und Edna sind in der "Vanguard", um uns gegebenenfalls Feuerunterstützung zu geben.

Der Moment geht vorbei und wir beginnen mit dem Aufstieg, nachdem ich eine Stelle gefunden habe, die mit Hilfe der Enterpistole leicht zu erklettern ist. Selbst Shaka kommt ohne Probleme hoch. Wir sind hier nun im dritten Stock über dem Erdgeschoss. Es ist ruhig, aber auch hier gibt es noch Bewohner. Vorsichtig schleichen wir weiter, bis wir über einen Balkon in das siebte Geschoss hochkommen. Hier ist es ruhig und suchen eine weitere Aufstiegsmöglichkeit. Stattdessen finden wir eine Treppe, an der zwei Rodianer mit Blastergewehren in den Händen Wache halten. Sie sind halbwegs aufmerksam, aber nicht angespannt.

Es gibt keine Möglichkeit nah genug heran zu kommen, um sie unauffällig auszuschalten. Also versuchen wir sie zu umgehen. Es gibt einen weiteren Treppenaufgang, der an einer verriegelten Tür endet, die wir von hier aus mit unseren zur Verfügung stehenden Mitteln nicht öffnen können. Dahinter ist was zu hören, kann die Geräusche aber nicht einordnen. Über einen weiteren Balkon kommen wir ein Stockwerk höher und sind nun auf der Ebene der Schwarzen Sonne. Vorsichtig rücken wir vor und finden eine Werkstatt, in der Droiden primitive Handgranaten fertigen. Industrieller Sprengstoff, ummantelt von geschredderten Schrott, versehen mit einem Zeitzünder in Form einer umgebauten Stoppuhr. Einfach, aber trotzdem tödlich. Man könnte meinen, die Schwarze Sonne bereitet sich auf einen Krieg vor. Möglicherweise wollen die hier wieder die Regionalliga verlassen und ihre Konkurrenten hinwegfegen. Die Waffen haben sie ja jetzt dafür. Die Droiden werden von einem menschlichen Aufseher kontrolliert. Erledigen wir den, können wir vielleicht die Droiden zur Mitarbeit überzeugen.

Ich versuche mich an den Kerl anzuschleichen, trete aber auf heruner gefallene Metallsplitter, die auf dem grauen schmutzigen Boden nicht zu sehen waren, was ein lautes Knirschen verursacht. Der vierschrötige Aufseher blickt in meine Richtung auf und ich ramme ihn mein Messer in den Hals. Jedenfalls versuche ich es, aber im letzten Moment dreht er sich weit genug weg, dass ich nur die Schulter erwische. Scav kommt mir zu Hilfe und spaltet den Mann mit seiner großen Vibroaxt beinahe. Leider sind die Droiden loyaler als gedacht. Einer rennt schreiend heraus, dem ich sofort nachsetze. Ich ramme ihn mein Vibromesser in seinen Chromschädel, was ihn Funkensprühend zusammen brechen lässt, bevor er Alarm geben kann. Ein anderer holt derweil einen Blaster hervor, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Trotzdem versucht er den Schrott abzufeuern und durch eine massive Fehlfunktion geht der Tibanagasvorrat im Magazin hoch. Es gibt eine satte Explosion und wenn jetzt noch niemand auf die Kampfgeräusche aufmerksam geworden ist, spätestens jetzt waren wir im ganzen Haus zu hören. Wir können Froh sein, dass der explodierte Blaster keine weiteren Explosionen auslöst, da ja immerhin genug Sprengmittel herumliegen, um den ganzen Turm weg sprengen zu können.

"Fierfek!", rufe ich aus, als ein abgesprengter Arm an mir vorbei segelt. Die anderen Droiden rennen in alle Richtungen von uns weg, was nun auch keine Rolle mehr spielt. Die Zeit des Schleichens ist vorbei und der Feuerkampf beginnt viel früher als von mir erhofft. Mit etwas Glück hätten wir noch einige leise erledigen können, aber diese Option haben wir nun nicht mehr. Die beiden Rodianer rennen die Treppe hoch und ich feuere auf sie, als die Gangster in mein Sichtfeld geraten. Ich schaffe es glorreich sie zu verfehlen. Wahrscheinlich wäre das präzisere A-280 doch die bessere Wahl gewesen.

Die Rodianer erwidern das Feuer mit ihren A-280 und schießen ebenfalls daneben, nachdem ich zur Seite in Deckung hechte. Da war die Macht nochmal mit mir. Ich gehe nun in Stellung und achte darauf, dass eine unverkleidete Säule aus Permabeton mit Deckung gewährt, in der prompt weitere Blasterschüsse einschlagen. Ich ziele nun sorgfältiger, während Shaka das Feuer leitet. So treffe ich ausnahmsweise mal was. Man könnte meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, so schlecht schieße ich heute. Das ist vielleicht mal nicht nur peinlich, sondern auch lebensbedrohend. Einer der Rodianer sackt nun tödlich getroffen in sich zusammen und kullert ein Stück die Treppe herunter, die sie inzwischen als primitive Deckung nutzen. Noch bevor Scav sich auf den zweiten stürzen kann, schieße ich den auch über den Haufen.

Überall ist nun Lärm zu hören und wir haben gerade noch Zeit, eine einfache Sprengfalle zu installieren. Falls die Schwarze Sonne ihre Schlägertruppe aus dem ersten Stockwerk ins Gefecht wirft, werden die uns einfach überrennen. Wir ziehen uns in die Werkstatt zurück und Scav versucht eine Falle an der metallenen Zarge zu installieren. Leider bekommt er dies nicht hin, also installiere ich mit einer unseren Granaten als Zünder und noch unverbauten Sprengladungen eine einfache, aber effektive Sprengfalle. In der Werkstatt steht auch der Generator, der dieses Gebäude mit Strom versorgt. Wir stellen den ab und überall geht das Licht aus.

Natürlich kommt nun jemand nachsehen, was hier los ist und deren Weg führt direkt in die Werkstatt. Sie nehmen die verminte Tür und im nächsten Augenblick hat die Schwarze Sonne drei Mitglieder weniger. Momentan läuft es gar nicht so schlecht. Statt Rückzug gehen wir nun zum Angriff über, in dem wir die Initiative ergreifen. Nach der Zerstörung des Generators suchen wir uns den nächsten Trupp, bestehend aus fünf Mann. Einer von ihnen hat eine Disruptorpistole, die anderen je ein A-280, den in der Galaxis am weitesten verbreitete Typ von Blastergewehren.

In einem Gang, der früher zu Hotelzimmer links und rechts geführt hat, nehmen wir das Gefecht auf. Ich gehe in einem der Türrahmen in Stellung und nehme den schweren Schützen ins Visier. Ich schaffe es fulminant daneben zu schießen. Man könnte wirklich meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, die treffen nämlich auch selten mal ihr Ziel. Obendrein exponiere ich mich im Eifer des Gefechtes noch so stark, dass ich schmerzhaft an der linken Schulter getroffen werden. Heute geht auch alles schief! Shaka wird so schwer getroffen, dass sie zu Boden geht. Scavanger Bot 523 rückt derweil vor, wird aber vom stetigen Sperrfeuer davon abgehalten, in den Nahkampf zu stürmen, was in der momentanen Lage verheerend für ihn wäre. Zurück in halbwegs annehmbarer Stellung nehme ich den Feuerkampf wieder auf und schieße den Anführer nieder, als ich ausnahmsweise mal mit dem DLT 19 gut treffe. Leider bricht das nicht die Moral der Überlebenden. Das ist nicht gut!

Nakagos wirre Gedanken

Ja, die Würfel haben mich nicht gemocht! Lyra ist wirklich von den Werten her nicht schlecht, aber wenn man nur Müll würfelt, trifft man halt auch nix! :(
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 11. Dezember 2018, 22:34:47

Cresh
Nun werfe ich eine Rauchgranate, die uns alle im Gang einnebelt und begebe mich dann zu Shaka, die immer noch regungslos auf dem Boden liegt. Zwei Stimpatches später ist sie wieder bei Bewusstsein. Derweil hat Scav seine Chance genutzt und ist im Nebel zum Feind vorgerückt. Ich kann zwar nicht sehen, was er da macht, aber Schmerzensschreie und schnell weniger währendes Feuer lassen darauf schließen, dass unser stahlgrauer Droide ziemlich gut bei unseren Gegnern aufräumt. Ich stürme zwar noch in den letzten Nahkampf und zieh dem Kerl eins mit dem schweren Kolben über die Rübe, aber es ist Scav, dessen Vibroaxt ihn buchstäblich einen Kopf kürzer macht. Der Droide schnappt sich die Disruptorpistole vom Anführer. Kann er gerne haben, ich fasse diese Galaxisweit geächtete Waffe nicht an.

"Gute Arbeit, Scav!", lobe ich meinen Kameraden, da mein Beitrag zur Problemlösung in diesem Fall eher rudimentär zu sehen ist. Wir haben alle etwas abbekommen und momentan haben wir die Möglichkeit, uns relativ Gefahrlos vom Feind abzusetzen. Aber wir haben jetzt schon elf von ihnen erledigt, damit ist etwa die Hälfte von ihnen tot. Corellianer sind nicht dafür bekannt dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Also weiter! Ich kontaktiere Lyn, damit sie uns mit den Sensoren der "Vanguard" unterstützt. Jetzt spielt es keine Rolle mehr, ob die unser Schiff bemerken oder nicht. Um hier noch was Scannen zu können, muss unser E9 ziemlich nah heran, weil der Permabeton doch recht hinderlich ist. Derweil verarztet uns Scav, was meiner Gesundheit ziemlich zu gute kommt.

Weitere sechs Mann kommen von oben und teilen sich gleichmäßig in zwei Gruppen auf, die aus verschiedenen Richtungen in einer koordinierten Zangenbewegung auf unsere Position vorrücken, was Lyn uns über Com mitteilt. So sind wir nun in der Lage, den ersten Trupp in einem Gefecht eins gegen eins zu stellen, in dem wir ihm entgegen kommen und so verhindern, uns selbst in ein tödliches Kreuzfeuer eines Zangenangriffs zu begeben. Ich erwische das feindliche Team aus menschlichen Mitgliedern der Schwarzen Sonne mit einer gut platzierten Handgranate ihrer Mitte. Die Detonation erwischt einen der Gangster unmittelbar und die Splitter verarbeiten ihn buchstäblich zu Hackfleisch. Die beiden Überlebenden sind deutlich verwundet und einen Moment lang vollkommen desorientiert. Den Rest gibt ihnen unser Blasterfeuer aus allen Richtungen. So eben haben wir drei weitere Leichen produziert. Das sind eben doch bloß Syndikatsschläger und keine ausgebildeten und erfahrenen Soldaten mit einem Jahrzehnt Kampferfahrung. Das merkt man hier deutlich.

Sofort verändern wir unsere Position, legen eine Sprengfalle und sorgen dafür, dass der nächste Trupp uns findet. Einer der Verbrecher, ein Trandoshaner, läuft direkt in die Falle hinein wird so Stücke gerissen, dass auch deren berühmte Regenerationsfähigkeit ihn nicht mehr retten kann. Hat er nun davon. Diese Leute verdienen kein Mitleid. Mir ist es egal, aus welchen Gründen sie sich der Schwarzen Sonne angeschlossen haben. Jeder hat bis zu einem gewissen Grad die Macht, über sein Schicksal zu bestimmen. Diese Leute haben sich entschlossen, wohl dem berüchtigsten Verbrechersyndikat der ganzen Galaxis die Treue zu schwören. Heute bekommen sie die Quittung dafür!

Die restlichen beiden Gangster, ein Togruta und ein Nautolianer, gehen in Deckung, aus der wie sie aufscheuchen und niederstrecken. Damit haben wir nun siebzehn von ihnen erledigt. Viele können nicht mehr übrig sein. Lyn meldet, dass sich ein Stockwerk über uns etwa sieben Personen aufhalten. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, inne zu halten, sondern weiter vorzurücken. So wie es aussieht, haben zwei Mitglieder der Schwarzen Sonne an der einzigen Treppe nach oben Position bezogen. Da wir nicht so blöd sind, in deren Feuerbereich zu marschieren, umgehen wir sie, in dem wir einen anderen Weg nach oben suchen. Über einen Fahrstuhlschacht klappt es nicht, da die oberen Türen verschweißt sind. Also von außen wieder über einen Balkon, was eine haarige Kletterei ist. Ein Sturz aus dieser Höhe überlebt niemand und selbst Scav würde der Aufprall zerstören.

Leise rücken wir nun von hinten auf den Feind zu, der in guter Deckung auf nach oben kommende Eindringlinge lauert und von der Position her eine gut zu verteidigende Todeszone geschaffen hat. Diese Leute haben in Taktik kleiner Einheiten gut aufgepasst. Dieser Hinterhalt ist schon fast wie aus dem Lehrbuch. Das macht mir klar, diese hier wissen nicht nur, wo das richtige Ende eines Blasters ist, sondern auch, wie man den effektiv einsetzt. Ob das nun imperiale Deserteure oder ehemalige Söldner sind, kann ich so nicht erkennen. Wie gut, dass wir sie umgangen haben. Leider sind wir durch herumliegenden Bauschutt zu laut und unser Überraschungsmoment geht dahin. Mit einer Handgranate eröffne ich den Reigen der Vernichtung. Leider treffe ich nicht richtig und beziehe im Gegenzug Feuer. Ich werde getroffen und taumle in Deckung.

Auch unsere Gegner wechseln sofort die Stellung und nehmen an der Treppe Deckung. Scav arbeitet sich verhalten vor und Shaka versucht uns zu koordinieren. Ich erwidere das Feuer, treffe zwar einen gut, aber der trifft mich im Gegenzug besser und für einen Moment falle ich schier in die Unendlichkeit. Shaka holt mich mit Hilfe eines Stimpatches wieder zurück. Unsere Gegner haben sich derweil von uns gelöst und sich erfolgreich vor uns zurück gezogen. Einer hat sich auf dem Dach exponiert und Edna hat ihn mit dem Lasergeschütz erledigt. Der andere muss hier noch irgendwo sein. Also durchkämen wir das Stockwerk und Lyn lotst uns zu der letzten Ballung an Lebensimpulsen.

Dieser Bereich in den wir nun kommen ist durch Zwischenwände von der Außenwelt abgetrennt und verfügt über verputzte Wände, Teppichboden und eine gediegene Einrichtung. Als wäre das hier ein Club. Hinter einer der Sofas hat einer gelauert und nimmt uns sofort unter Feuer, wir verteilen uns und erwidern es. Nach einem kurzen Gefecht geht der Gangster tot zu Boden. Damit hätten wir neunzehn erledigt. Ein Selonianer war nicht darunter, auch nicht der Kerl, der uns angeheuert hat. Aber noch sind ja einige Impulse übrig. Die sind alle in einem großen Raum in der Mitte des Stockwerks. Zwei große Türen führen hinein und wir stoßen sie auf. Wir blicken in eine Art Saal, an dessen gegenüberliegenden Ende sich eine Bühne befindet. Eine leicht bekleidete Twi´lek und drei äußerst frivol bekleidete Hapanerinnen halten sich hier auf. Auf dem ersten Blick erkenne ich sie als Vertreterinnen des Horizontalen Gewerbes. Das sind vier, laut Lyn müssten sich aber hier fünf Personen aufhalten.

"Endlich ist jemand gekommen, uns zu retten! Wurde auch verdammt noch mal Zeit!", meint eine der Hapanerinnen erfreut. Wie alle Vertreterinnen ihrer Art sieht sie blendend aus.

"Eigentlich sind wir spezielle nicht wegen Euch hier, aber Ihr dürft gerne mitkommen", meine ich und schaue mich um. "Ihr habt nicht rein zufällig einen Selonianer hier herumschleichen gesehen?"

Wie auf sein Stichwort wartend, taucht in diesem Moment der Kerl auch auf. Die Katzenartige Kreatur hat sich hinter den Vorhängen versteckt, mit denen der Saal verkleidet ist und schnappt sich Shaka. Theatralisch hält er ihr eine Splitterpistole an den Kopf. Das ist nicht Nett!

"Lasst mich gehen oder die Twi´lek stirbt!", beginnt Karbek, da ich mal schätze, auf dieser Welt dürften Seloianer einzigartig sein. Normalerweise verlassen diese katzenartige Wesen ihre Heimatwelt nicht, da sie sehr Clanfixiert sind und ihre Familie ihnen über alles geht. Wahrscheinlich ist ein Ausgestoßener, denn Verbannung ist die schlimmste Strafe, welches dieses Volk kennt.

"Ihr habt Euch die falsche Twi´lek ausgesucht!", meint Shaka Blen unerschrocken und führt weiter aus: "Momentan bin ich bei meinen Kameraden höchst unbeliebt, so dass ich als Geisel nicht wirklich tauge." So würde ich das zwar nicht ausdrücken, aber so ganz unrecht hat die Frau da nicht. Karbek richtet nun die Splitterpistole auf mich. Da ich schon einiges abbekommen habe, könnte ein Treffer mit zu Boden gehen lassen, auch wenn die Pistole sonst nicht gerade für ihre Durchschlagskraft bekannt ist. Ich blicke Shaka fragend an und sie nickt ganz leicht. Karbek scheint zu spüren, dass ich auf ihn schießen werde und wir feuern praktisch gleichzeitig. Er trifft mich in die Schulter, was verdammt weh tut, mich aber nicht umwirft. Ich verpasse ihm ein drittes Auge und verdampfe sein Gehirn mit meinem präzisen Treffer. Ausnahmsweise treffe ich mal was. Bei der heute von mir gezeigten Leistung könnte man gerade meinen, ich wäre bei den Sturmtruppen gewesen, so schlecht habe ich heute getroffen.

"Autsch!", meine ich dazu und lasse mich von Scav verarzten, was aber die Schmerzen nur geringfügig lindert. Nun gut, mit einem Codegeber von der Leiche des Anführers der Schwarzen Sonne auf dieser Welt öffne ich die Sklavenhalsbänder der drei Hapanerinnen. Die Twi´lek hat keines und scheint zu der Bande von unten zu gehören, jedenfalls hat sie keine Lust mit uns zu kommen. Wir schüchtern die Prostituierte etwas ein, lassen sie aber sonst unbehelligt. Mir ist nicht ganz klar, wo der Kerl abgeblieben ist, der uns gestern gelinkt hat. Entweder haben wir ihn schon getötet, da wir nicht von jedem das Gesicht gesehen haben oder er ist nicht hier.

Wir finden einen Tresorraum, den wir mit dem gefundenen Codeschlüssel öffnen. Die Ausbeute ist ziemlich mickrig. Die Schwarze Sonne hat hier wirklich keine guten Geschäfte gemacht, denn wir erbeuten gerade mal 6000 Credits an Bargeld. Dazu noch einige codierte Datenchips, wahrscheinlich mit Geschäftsdaten. Momenten können wir sie nicht lesen, oder besser gesagt, wir haben jetzt nicht die Muse dazu. Die wenigen Credits lassen darauf schließen, dass die Schwarze Sonne nicht aus reiner Bösartigkeit den Deal mit uns gebrochen hat, sondern auch darum, weil sie gar nicht in der Lage gewesen sind, uns zu bezahlen. Mit ein paar Waffen im Einkaufspreis von 10 000 Credits wären wir auch zufrieden gewesen. Allein schon einer der leichten Repetierblaster wäre eine durchaus angemessene Bezahlung gewesen. Hätte denen viel Ärger erspart. Aber aus ihren Fehler lernen können die allesamt nicht mehr.

Die Ausbeute ist äußerst enttäuschend, da auch die Waffen nicht hier sind. Eine der Hapanerinnen meint, die wären nach unten geschafft worden, um die Straßenbande zu bewaffnen. Die hatten wohl tatsächlich vor, einen Krieg gegen die Banden zu führen, welche ihnen die Territorien für den Devilstickhandel abgenommen haben. Und die mageren Bargeldvorräte zeigen, wie abgebrannt diese Zelle ist.

"Ich sehe massive Bewegung von unten zu euch hoch kommen. Verschwindet von da, bevor es zu spät ist", warnt uns Lyn mit eindringlicher Stimme.

Nakagos wirre Gedanken

Und so geht der Feldzug gegen diese Zelle der Schwarzen Sonne in ihre Endphase. Hier hat Lyra wenigstens ein paar mal getroffen. Sorry, dass Update erst spät am Abend erfolgt ist, dass von Donnerstag wird dann zur selben Zeit folgen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: endier am 12. Dezember 2018, 08:09:18
Kein Problem, wenn ein Update mal was später kommt. Friktionen gibt es imer.  :thumbup:
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 13. Dezember 2018, 22:44:43
Danke für das Verständnis.  :thumbup:

Dorn

"Alles klar, nix wie weg von hier!", meine ich und keiner hat Lust hier noch weiter nach Wertsachen zu suchen. Eventuell gibt es hier noch ein Geheimversteck, aber niemand will das Risiko eingehen, sich für ein paar zusätzliche Credits jetzt noch umbringen zu lassen. Ich sammle eines der noch hier herumliegenden DLT 19 Automatikblastern auf und drücke es der Hapanerin in der Hand, die von diesem Trio die Anführerin zu sein scheint. So rücken wir nun nach oben in Kolonne ab. Der Zugang auf das Dach ist leicht zu finden und offen. Oben befindet sich ein leibhaftiges Lasergeschütz fest auf einer massiven Lafette montiert. Während Lyn landet, versuchen Scav und ich die Geschütz abzumontieren. Stetig kommt der Mob von unten weiter hoch. Die orangene Twi´lek gibt uns alle paar Sekunden die Position des Feindes durch. Als sie im neunten Stockwerk sind und es abzusehen ist, dass wir das Geschütz in der verbleibenden Zeit nicht bergen können, breche ich die Aktion ab. Das Geschütz wäre willkommen gewesen, aber wir sind nicht in der Lage, hier ein Feuergefecht gegen einen zahlenmäßig so überlegenen Feind zu führen, das Lyn von über fünfzig Impulsen spricht. Selbst wenn nur jeder fünfte ein modernes Blastergewehr tragen sollte und damit schießen kann, ist das für uns zu viel. Das Lasergeschütz wäre natürlich ein Ass in diesem Gefecht, aber es schießt zu langsam, um damit wirklich diese Masse an Gegnern zu beeindrucken. Also gehe ich als letzte an Bord und wird starten durch.

Das war jetzt was. Ich quartiere die Hapanerinnen in unseren frisch renovierten Passagierkabinen ein und stellen fest, dass es sich um Angehörige der Familie Fyris handelt. Lady Varia ist wohl in der Familienhierarchie ziemlich weit oben, was man von ihren beiden Cousinen nicht behaupten kann. Es stellt sich heraus, dass sie die drei Adligen waren, die von dem YT 1300 "Edelbraut" verschleppt wurden, dass wir im Ionensturm gesucht und gefunden haben. Die drei Grazien sind etwas verschnupft, als sie erfahren, dass wir zwar im Dienst ihrer Familie zwecks Überbringung eines Geschenkes stehen, aber nicht den Auftrag erhalten haben, nach ihnen zu suchen. Nun ja, schon ein seltsamer Zufall, dass wir sie nun rein zufällig gefunden haben. Die Galaxis ist eben klein. Edna übernimmt es, sich um die drei Ladys zu kümmern, während ich eine Verabredung mit dem Bactatank habe. Besh 42 verarztet mich noch etwas, dann steige ich in den Tank. Schon bald falle ich in einen heilsamen Schlaf, während ich praktisch schwerelos in der Lösung schwebe.

Zwischendurch bekommen wir Besuch von einem Hohepriester mit den Namen Vatinius, der sich dafür bedankt, die Schwarze Sonne ausgelöscht zu haben und so die umliegende Gemeinde von diesen Unholden befreit haben. Wir werden eingeladen, mal in ihrem Tempel vorbei zu schauen, sie hätten da was für uns.

Leider kann ich nicht ausheilen, da der Ruf zu den Waffen ertönt. Der Sturm auf die Villa steht bevor. Mit zwei Stimpatches spritze ich mich wieder Fit und kaufe auf dem Weg noch ein paar Neue, da ich fast alle schon wieder aufgebraucht habe. Dieses mal nehme ich das A-280 mit, da dies die flexiblere Waffe ist. Ich rechne nicht damit, dass die Vapaner in der Villa schwer gerüstet sind.

Wir sind etwas über dreißig Söldner die sich in einer schäbigen Cantina treffen. Da lernen wir auch unseren Auftraggeber kennen. Zorgus Zarbagos ist der älteste Varianer den ich je gesehen habe. Seine Haut ist braun und er sieht aus, als wäre er ausgetrocknet. Seltsame Hörner haben sich durch seine Haut nach außen gebohrt. Ich habe keine Ahnung, ob er mutiert ist oder Varianer im Alter alle so seltsam aussehen. Er hält eine Rede in dem er klar macht, dass es für ihn kein Kopfgeld von seinem Bruder gibt. Bezahlt werden wir, wenn er in sein Raumschiff steigt. Unser Auftrag ist nicht nur die Befreiung und Säuberung der Villa, sondern auch eine Eskorte für ihn und die Beute zum Raumhafen. Mit Säubern ist gemeint, keine Gefangenen. Einen wirklichen Plan und Kommandostruktur gibt es nicht. Shaka gelingt es, für einen Flankenangriff etwa zehn Söldner zu sammeln. Zwei Drittel werden Frontal den Haupteingang unter Feuer nehmen, während wir von hinten und oben eindringen werden und die Ganger aus der Villa heraus treiben.

So rücken wir ab und marschieren durch das Slum. Wir trennen uns von den Anderen und umgehen das Areal weiträumig. Der Angriff beginnt frontal und wir rücken auf das Anwesen vor. Es ist von einer dicken Mauer aus natürlichem Bruchstein umgeben, die etwa zehn Meter hoch aufragt. Die Krone selbst ist nicht verteidigt und wir überwinden das Hindernis ohne Verluste. Die Villa ist sehr weitläufig und von einem Parkartigen Grundstück umgeben. Jedenfalls war hier früher mal eine solche Anlage, jetzt ist es nur noch eine Müllhalde. Wir klettern zurück zum Grund und rücken abwechselnd vor. Also eine Gruppe sichert, die andere rennt vor zur nächsten Deckung und sichert dann den Vormarsch der nachrückenden Gruppe. Das läuft relativ Problemlos, da diese Amateure wohl alle vorne massiert sind. Wir kommen an die Außenmauer des Palastes und lassen uns von unseren Seilwindenpistolen nach oben ziehen.

Im obersten Stockwerk kommen wir heraus, sichern, bis alle oben sind und rücken dann in kleinen Gruppen aufgeteilt vor. Wir haben einen Job zu erledigen und tun das dann auch. Diese Wesen hatten ihre Chance, dass Grundstück zu räumen und bezahlen nun für ihren Glauben, dass sie stark genug sind, es mit trainierten Söldnern aufnehmen zu können. Moralisch ist das natürlich mehr als nur Grenzwertig, aber letztendlich sind wir alle grau. Auf was es letztendlich immer ankommt, ist als erster zu treffen und als letzter zu stehen. Auch eine Lektion, die ich während der Rebellion gelernt habe. Die Varianer hier haben nicht annähernd das können oder Know how der Schwarzen Sonne. War der Kampf in der Bauruine eher zäh, läuft das hier wie am Schnürchen. Zimmer für Zimmer, Flur für Flur und Stockwerk für Stockwerk säubern wir diesen Palast von Unrat. Es waren deutlich mehr, als gedacht, aber schlechter bewaffnet, als befürchtet. Letztendlich ist auch der letzte der Hausbesetzer eines besseren belehrt worden und unser Auftraggeber steigt über die Leichen, als würde er spazieren gehen. Uns gelingt es sechs Blasterkarabiner im guten Zustand zu erbeuten. Bargeld ist nicht zu finden.

Wir begleiten Zorgas Zarbossa in den Keller, wo sich ein massiver Tresorraum befindet. Man sieht, dass einige Leute hier viele Methoden ausprobiert haben, wie man so ein Ding öffnet. Hat wohl nicht so ganz geklappt. Zarbossa öffnet seinen Tresor und dahinter befinden sich Artefakte von Varia. Wir kommen etwas ins Gespräch mit diesem alten Kauz, der nun ins Exil geht. Mein Auge fällt auf einen taktischen Holoprojektor aus den Klonkriegen. Den kaufen wir dem alten Knacker doch sofort für 10 000 Credits ab. Da wir ja 2 500 pro Nase von ihm kriegen und wir zu dritt sind, bekommt er noch 2 500 von uns. Früher hat er damit Imperialen Funkverkehr abgehört. Die waren hier schon vor ihrem Fall aktiv, wie wir nun heraus hören. Thorne ist also nicht erst seit der entscheidenden Niederlage bei Jakku hier aktiv unterwegs, sondern schon deutlich länger. Eine Information, die mich nachdenklich stimmt.

Schließlich rücken wir mit einer schwer beladenen Karawane ab. Unzählige Varianer säumen die Straße, aber keiner versucht uns aufzuhalten, da wir einfach zu viele gut bewaffnete Söldner sind und es sich schon herumgesprochen hat, dass wir eine zahlenmäßig weit überlegene Gang innerhalb einer halben Stunde vollkommen ausgelöscht haben. Unser konsequentes Vorgehen lässt sie gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen. Töte hundert um tausende zu warnen. Das hat schon Xim der Despot gesagt und er hat Recht. So kommen wir unbehelligt zum Raumhafen und nehmen dort unsere Konsole in Empfang. Wir reden noch kurz mit Zorgas Zarbosa, der ja recht umgänglich war. Als nächstes schaffen wir unsere Neuerwerbung in unser Schiff und montieren es in den Raum hinter Cockpit. Mal sehen, was wir damit alles anstellen können.

Nakagos wirre Gedanken

Ein kurzes kleines Gemetzel für Zwischendurch. Wäre ja sonst eine so gewaltfreie Sitzung geworden. ;D
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 16. Dezember 2018, 16:20:36
Esk

Shaka Blen will gleich darauf den Hohepriester besuchen. Nun gut, warum auch nicht. Wir finden den Tempel recht schnell auf dem Dach eines anderen Gebäudes. Da hat jemand sehr viele unterschiedliche Verbundwerkstoffe verwendet, um den Tempel zu konstruieren. Drinnen sieht es schon etwas prächtiger aus. Der Hohepriester meditiert am anderen Ende des Raumes in Begleitung von zwei weiteren Varianer, die eine frappierende Ähnlichkeit mit ihm haben. So wie es aussieht, können nur Drillinge Kleriker werden und Drillinge können in dieser Kultur auch keinen anderen Beruf ergreifen. So was wie freie Berufswahl ist ihnen verwehrt.

Wir werden noch einem mal verbalen Dank überschüttet, von dem wir uns nichts kaufen können. Wir erklären, dass wir eine Audienz bei Zargos Zarbossa brauchen, um ein Geschenk zu übergeben. Der Hohepriester meint, die könnte er uns verschaffen. Dafür müssen wir nur ein paar Artefakte aus einem geheimen Lager unten auf Varia zu bergen, die einige religiöse Eiferer vor dem Ausbruch des Zorn Gottes geraubt wurden. Die Gesellschaft der Varianer ist nicht Homogen gewesen. Auf der einen Seite gab es religiösen, welche die Theokratie unterstützt haben. Und es gab andere, antiklerikale Kräfte, welche nicht nur die Theokratie sondern auch die ganze Religion an sich Frage gestellt haben. Dieses Schisma beschwor schließlich den Zorn ihres Gottes in Form des Blauen Nebel hervor, der alle Ketzer, Zweifler und Ungläubige läuterte. So jedenfalls die Aussage des Hohepriesters.

Die Stadt der Ketzer heißt Sukarak und befindet sich in der südlichen Hemisphäre. Wo sich darin genau die Artefakte befinden, weiß der gute Kleriker nicht. Aber er würde uns drei kleine Sondentürme mitgeben, die mittels Triangulation in der Lage sein sollten, die Artefakte anhand ihrer speziellen Struktur aufzuspüren. Die Dinger sind etwas kleiner als ein Wookiee und wiegen knapp 20 Kilogramm. Diese sind an den drei höchsten Punkte der Stadt zu montieren und damit sollte es dann kein Problem sein, die Artefakte in ihrem Lagerort zu orten.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wohl Teile der Bevölkerung durch den Blauen Nebel in blutrünstige Barbaren transformiert wurden, die dort unten noch immer innerhalb der Stadt hausen. Auch auf die einheimische Fauna hat ja dieser Nebel eine beängstigende Auswirkung gehabt und diese in Bestien verwandelt. Wir beraten kurz, ob wir das machen sollen, aber so haben wir wenigstens einen Plan einer Stadt und wissen, was uns halbwegs erwartet. Letztendlich sprechen mehr Argumente für als gegen diese Mission, also machen wir es. Wir bekommen noch drei hapanische Söldner mit dazu, als wir uns bereit erklären, nach da unten zu fliegen. Ich bin mir nicht sicher, ob die als Unterstützung mitkommen oder als Wache, welche die Artefakten bewachen sollen, die wir bergen.

Da wir nichts anbrennen lassen wollen, brechen wir sofort auf. Unseren drei Passagierinnen stellen wir frei, ob sie hier auf Quaria bleiben wollen oder mit hinunter auf die Oberfläche von Varian. Die Ladys wollen lieber mit nach da unten als allein eine Minute auf diesem verfluchten Mond zu verbringen. Nun gut. Ich klemme mich wieder hinter die Kontrollen des Copiloten und checke kurz die Systeme durch. Alles noch im grünen Bereich, auch wenn wir die Schäden durch den Raketenwerfer der Schwarzen Sonne noch nicht behoben haben. Auf wo was wie eine Starterlaubnis brauchen wir nicht zu warten und fliegen los. Lyn stellte die "Vanguard" steil auf und wir beschleunigen stetig. Die Triebwerke laufen ruhig und gleichmäßig. Die Vibrationen im Rumpf fühlen sich normal an. Alles ist in Ordnung. Schon bald sind wir im freien Raum und Varian füllt bald das komplette Fenster aus.

Durch den blauen Nebel sieht die Welt aus wie eine blaue ebenmäßige Perle. Nach wenigen Minuten Flug haben wir die südliche Halbkugel erreicht und beginnen mit dem Landeanflug. Sanft durchstoßen wir die Stratosphäre und gehen in einen steilen Sinkflug über. Wir philosophieren darüber, was das sein könnte. Ich tippe auf eine Art Waffe. Die anderen sind nicht meiner Meinung.

"Dann lass uns mal checken, was dieser blaue Nebel eigentlich ist", meine ich und fahre die Sensorgloben aus. Als Explorer haben wir auch Aufnahmeeinheiten, die Partikel des Blauen Nebels herausfiltern, hineinziehen und in einem automatisierten Labor analysieren. Schon nach wenigen Sekunden ist die Analyse abgeschlossen. Unmarkierte Nanovieren. Also künstliche Viren. Die Katastrophe, bzw. der Angriff ereignete sich vor sechs Jahren, das war etwa zu der Schlacht von Hoth, als das Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht war.

"Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dies ein Werk des Imperiums ist", meine ich, da schließlich nicht jeder solche Nanoviren in einer so großen Anzahl einfach produzieren kann. Allerdings kann ich auch nicht sagen, was das Motiv sein könnte. Dazu fehlen uns noch zu viele Informationen. Was macht Varian so besonders, dass so ein Aufwand betrieben wurde?

Noch während wir verschiedene Möglichkeiten diskutieren, ertönt Kollisionsalarm und im nächsten Moment bumst es gewaltig. Lyn versucht im letzten Moment noch auszuweichen, trotzdem streift uns eine etwa vierzig bis fünfzig Meter lange Kreatur. Bis auf dem Schreck passiert wohl nichts weiter, da die Zustandsanzeigen keine Beschädigungen anzeigen. Bei der Macht, was war das für ein Vieh?

Langsamer und vorsichtiger nähern wir uns dem Ziel. Unsere Sensoren zeigen eine deutliche Energieemission an. Zwei Kraftwerkblöcke innerhalb der Stadt sind noch aktiv und der Zugang der Stadt ist mit einem Energiefeld abgeriegelt. Mit unseren Sensoren orten wir die Strukturen und aktualisieren so die vorhandene Karte. Einige Bereiche von Sukarak sind deutlich beschädigt, andere scheinen unversehrt zu sein. Die einheimische Bevölkerung scheint sich um eine Art Clanhalle im Nordwestlichen Bereich aufzuhalten und unterhält im Norden und Nordöstlich einen Wachturm. Wir machen mehrere Überflüge, um vielleicht so die Artefakte finden zu können, ohne diese Türme setzen zu müssen. Leider Fehlanzeige.

Wir landen etwa drei Klicks südlich vor der ummauerten Stadt auf einer gut zu verteidigenden Anhöhe. Wir haben einen Gleiter mit einer Kabine für sechs Leute und einer Ladefläche für den Abtransport der Kisten mit den Artefakten gestellt bekommen. Lady Varia hat sich in eine Kampfmontur gehüllt, sich das DLT 19 geschnappt und macht Anstalten, sich uns anzuschließen. Nach etwas hin und her sieht sie ein, dass sie auf dem Schiff besser aufgehoben ist. Der Gleiter hat nun mal nur Platz für sechs Leute und in dieser Umgebung will ich niemand auf die ungeschützte Ladefläche setzen. Das wäre sicherlich nicht Lady Varia, aber jeder der sich so exponiert, dessen Überlebenschancen sinken gewaltig. Ich bin auf alle Froh, dass Lady Varia nun an Bord in Sicherheit bleibt.

Nach diesem Intermezzo mit einer Adligen von Calfa booten wir aus und fahren los. Da es hier so große Kreaturen gibt, nehme ich noch den Raketenwerfer mit. Sicher ist Sicher. Der Boden ist hier Flach und man kann sehen, dass dies vor gar nicht allzu langer Zeit landwirtschaftlich genutzter Boden war. Zäune und Wege sind noch zu erkennen. Die Sichtweite beträgt etwas über vierzig Meter, der Boden ist eben und ich fliege in etwa ein Meter Höhe über den Boden. Leider ist dieser Gleiter nicht wirklich Flugfähig, da der Repulsorliftantrieb nur sehr schwach ist. Hier und da sind große Spuren zu sehen und eine messe ich sogar aus, da diese besonders tief ausgeprägt ist. Der Verursacher könnte durchaus über vierzig Meter lang sein. Dem wollen wir lieber nicht begegnen. Ich habe bei dieser ganzen Sache kein gutes Gefühl und mir ist durchaus mulmig zu mute. Jederzeit rechne ich damit, dass irgend eine riesige Bestie aus Blauen Nebel springt und uns angreift.

Schließlich ragen die Festungsmauern vor uns auf. Die sind auf ballistischen Schutz hin optimiert und haben eine Schräge von unter 45°. Mit einer Kehre beginne ich einen schrägen Anflug und der Repulsorliftantrieb heult protestierend auf, als ich die Schräge hoch sause. Ich lausche angespannt auf die Geräusche, die der überlastete Antrieb macht, aber er hält der Belastung stand. Schließlich stehen wir wieder waagrecht auf der Mauerkrone und haben unser Ziel erreicht.

Im Vorfeld haben wir uns anhand der Karte drei Gebäude ausgesucht, auf den wir die Sensortürme platzieren wollen. Hier befindet sich ein Kraftwerk und der Wärmetauscher ist das höchste Gebäude im Südwestlichen Teil der Stadt. Ich halte den Gleiter auf der Mauer an und ein Hapaner hat ein Jetpack, mit dem er den Sensorturm hoch auf die Spitze des Wärmetauschers bringen möchte. Wir suchen eine gute Stelle, von wo aus er starten kann, als urplötzlich mit einem rauschen ein vierfach geflügeltes Wesen mit dunkelbrauner Haut  über uns hinweg rauscht. Das könnte das Vieh sein, was uns gerammt hat. Viel kann ich nicht erkennen, aber das was ich sehe, macht mir eine verdammte Angst!

Nakagos wirre Gedanken

Und so beginnen die Abenteuer auf Varian. Keine wirklich nette Gegend, aber das richtige für hartgesottene Entdecker mit großen Wummen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 18. Dezember 2018, 15:26:08
Forn
Sofort springe ich zurück zum Gleiter, kralle mir den Raketenwerfer und mache ihn so schnell wie möglich Feuerbereit. Kaum habe ich ihn auf der Schulter, kommt der "Drache", so nennen ich das riesige Ding einfach mal, zurück. Frontal kommt er auf mich zu und ich brauche noch nicht mal die Zielsuche zu aktivieren, da ich ihn direkt anvisieren kann. Ich muss gestehen, dass Ding macht mir richtig Angst. Trotzdem drücke ich sauber den Abzug durch und schieße die Rakete ab. Gerade zischt die Rakete auf den Drachen zu und ich erwische ihn voll am Rumpf. Die Rakete detoniert in einem Feuerball, da fliegt er auch schon scheinbar unbeeindruckt über mich hinweg und pflückt den gerade abgehobenen  Hapaner mitsamt den Sensorbaum aus der Luft. Deutlich sichtbar verliert das Vieh Blut, lässt sich aber sonst nicht von dem Treffer beeindrucken, was einen AT-ST zerstört hätte. Ich schwenke ihm nach und aktiviere die Zielverfolgung, um dem Ding Nachschlag zu geben. Aber der Drache ist zu schnell weg, bevor ich ihn ausreichend erfassen kann. Abgehockt verharre ich noch zwei Minuten, aber das Ding kommt nicht zurück. Wir haben einen Mann und einen der Sensortürme verloren. Das ist beides nicht gut.

"Tut mir Leid um euren Kameraden", erwidere ich zerknirscht und durchaus immer noch geschockt. Alles ist so schnell gegangen und ich kann immer noch nicht sagen, wie der Drache eigentlich genau aussieht. Ich habe schon einige große Bestien gesehen, aber das gerade eben toppt alles um Längen. So was ist fast schon einzigartig. Die Hapaner nehmen den Verlust ihres Kameraden nicht gerade glücklich auf, aber wir alle kannten ja mehr oder weniger das Risiko. Und so langsam wird mir klar, warum viele Glücksritter hier unten ihr Ende gefunden haben. Eine Kreatur die ohne mit der Wimper zu zucken einen Raketenwerfertreffer wegsteckt ist eine Liga für sich. Die dürfte selbst mit Bordwaffen nur schwer zu knacken sein.

Es gibt eine kurze Diskussion über das weitere vorgehen, da Shaka auf einmal meint, den nächsten Sensorbaum in den Bereich aufstellen zu müssen, wo sich die Clanhalle der Barbaren befindet. Es gibt keinen wirklichen Grund, die im Vorfeld als optimal empfundenen Positionen anders zu platzieren. Da wir jetzt keinen mit einem Jetpack mehr haben, ist es an mir, den Sensor anzubringen. Ich bastel mir eine Tragegestell und klettere dann an der Außenseite des Turms nach oben. Durch den blöden Nebel sieht man hier oben nicht weit, sonst gebe es hier sicherlich eine tolle Aussicht. Aber ich bin mir der Gefahr durchaus bewusst, in der ich hier auf exponierter Position schwebe und stelle so schnell wie möglich das Sensorbäumchen auf. Mit angemessener Geschwindigkeit mach ich, dass ich von hier wegkomme. Ich wäre ja auf der Mauerkrone geblieben, aber es gibt eine kurze Diskussion, dass wir hier herunter fahren sollten, dass Tor im Süden weit umfahren und dann auf der anderen Seite im Südosten auf den Mauerbereich wieder drauf fahren sollten.

Nach etwas hin und her lasse ich mich für die Alternative Route im Süden breit schlagen, da ich nicht ausschließen kann, dass man uns von den Wachtürmen aus entdecken könnte. Meiner Meinung sind wir aus der Sichtweite, aber hören könnten die uns durchaus, da wir nicht gerade den leisesten Antrieb haben. Also fahre ich wieder hinunter und bringe den Repulsorliftantrieb ein weiteres mal zum aufheulen, weil das verlassen der Schräge ihn ziemlich belastet. Das ist nicht unser Fahrzeug, deswegen kann es mir eigentlich egal sein, dass solche Manöver den Antrieb kaputt machen. Auf der anderen Seite muss der noch durchhalten, bis wir wieder am Schiff sind. Was danach aus dem Gefährt wird, kann mir egal sein.

Als wir das Tor im Süden in etwa einen halben Klick Entfernung passieren, werden wir von einer Laserkanone beschossen. Auch wenn es keinen Sichtkontakt gibt, scheinen Sensoren uns zu erfasse und jemand beschießt uns. Sofort beginne ich Ausweichmanöver zu steuern und wechsele in schneller Folge die Geschwindigkeit, um dem Gegner das zielen zu erschweren. Insgesamt drei Strahlen zischen an uns vorbei, dann hört der Spuk auf. So viel zum Thema südliche Route!

Es gibt eine kurze Diskussion darüber, wer in aller Welt da auf uns geschossen haben könnte. Angeblich können diese degenerierten Barbaren nicht mit so etwas hochkomplexen wie eine Laserkanone umgehen. Befinden sich hier eventuell noch andere "Glücksritter" oder gar Imperiale hier? Schwer zu sagen. Oder war das ein automatisiertes Geschütz mit einer Droidensteuerung? Wir können nur spekulieren. Den restlichen Weg nehme ich in vielen Kurven und variiere alle paar Sekunden die Geschwindigkeit, um die Zielerfassung zu erschweren. Aber ohne weitere Überraschungen erreichen wir die östliche Mauer und mit einem gequält aufheulenden Repulsorliftantrieb sause ich die Mauer hinauf. Wir landen auf einer Art ehemaligen Garnison. Unser Zielgebäude befindet sich gegenüber und ist etwa fünfzig Meter entfernt. Dieser Bereich ist von Barrikaden abgetrennt. Sieht so aus, als ob die Barbaren hier etwas gefangen halten. Shaka mault etwas herum, aber der Rest ignoriert das. Wie ein kleines Kind, dass seinen Loli nicht gleich bekommt.

Über ein Deckglas dringen wir in das Gebäude ein. Wir landen in einem Schulungsraum, arbeiten uns in einen Gang vor und werden da von drei gehörnten Hunden angegriffen. Hier riecht es so penetrant nach Raubtier, dass wir das selbst durch unsere Atemmasken riechen können. Die Kreaturen sind etwa so groß wie Massiffs und haben genau so bösartig aussehende Schnauzen. Nur haben die Raubtiere hier einen Kranz scharfzackiger Hörner am Schädel. Weitere Hörner ragen dem Rückgrat entlang auf. Obendrein kreischen die Viecher in einer Tonlage, die bei den uns begleitenden Hapanern zu unkontrollierten Muskelzuckungen führt, die sie praktisch wehrlos machen. Auch Shaka hat ihre Probleme damit, dem Schallangriff zu widerstehen. Nur Scav und ich können diesen markerschütternden Gekreische widersetzen. Ich schieße zwei von diesen "Kreischern" über den Haufen und Scav spaltet den letzten in zwei Hälften, was anatomische Studien erlaubt. Die Lungen sind deutlich für diese Größe über proportioniert, was ihnen wohl erlaubt, diese Töne über einen langen Zeitraum zu erzeugen. Über dem Maul haben sie zusätzliche Kanäle im Knochen, die wohl wie Orgelpfeifen funktionieren. Vorsichtig und unserer Sterblichkeit nur zu bewusst, rücken wir nun weiter vor.

Wir haben Glück und erreichen ohne weiteren Kampf das Erdgeschoss. Hier ist eine Art  repräsentative Empfangshalle mit entsprechenden Einrichtungsgegenständen. Hier ist noch alles ruhig. Kaum machen wir die Außentür auf, sehen wir zwei Rudel von diesen Viechern. Eins links, dass andere rechts in unmittelbarer Nähe. Das ist nicht gut! Sofort werfe ich eine Handgranate in das eine Rudel, was diese deutlich dezimiert, aber nicht auslöscht. Das andere setzte sofort kreischend zum Angriff an.

"Zurück zum Treppenhaus! Dort bilden wir eine Verteidigungslinie!", brülle ich und lassen uns zurück fallen. Das Treppenhaus ist von massiven Wänden links und rechts umgeben, so dass die  Kreischer uns nur von vorne angreifen und uns nicht flankieren können. Auch haben wir einen gewissen Höhenvorteil. Das ist eine starke defensive Position gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner, der keine Fernkampfwaffen hat. Wir formieren uns an der Treppe neu, bevor das einsetzende Gekreische den Großteil uns wehrlos macht. Die Kreischer setzen nach und ihre Töne setzen alle bis auf mir ziemlich heftig zu. Irgendwie haben diese Geräusche eine lähmende Wirkung nicht nur auf lebende Wesen. Scav hat jetzt auch Probleme, sich koordiniert zu wehren. Das ist nicht gut und es kostet mich all meinen Willen, die Position hier zu halten und nicht in Panik zu geraten. Nur meine eiserne Disziplin und die Erfahrung vieler Gefechte lässt mich hier Stand halten. Und vielleicht ist es auch der Wille der Macht.

Ich werfe meine letzte Granate und tötete weitere Mistviecher, die sich aber nicht davon abschrecken lassen, über ihre sterbenden Kameraden uns anzugreifen. Ich schieße zwei nieder, spieße den nächsten mit dem Bajonett auf, als der mich anspringt. Tief dringt die Klinge in seinen Unterleib und Innereien quellen höchst unappetitlich zu Boden. Sofort ziehe ich die Klinge aus seinem Bauchraum und schieße den nächsten nieder, der mit einem rauchenden Loch im Kopf liegen bleibt.

Der Rest meiner Gruppe windet sich am Boden, unfähig zu einer kontrollierte Bewegung, da dieses Gekreische weiter anhält, weil immer mehr von diesen Kreaturen nachrücken. Nur mein eiserner und schlachterprobter Wille hält mich auf den Beinen, während dieses Gekreische in meinen Ohren klingelt. Ich hoffe, dass ich davon keine permanenten Ohrenschäden davontrage.

Nakagos wirre Gedanken

Hier hat sich die Steigerung durch die Bonus EP auf Disziplin lebensrettend ausgewirkt. Sonst hätten die Viecher uns in Stücke gerissen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 20. Dezember 2018, 14:40:15
Grek

Eine weitere Welle setzt über ihre gefallenen Kameraden nach und der letzte Kreischer schafft es tatsächlich mich anzuspringen. Auch er spießt sich selbst auf und das Spiel wiederholt sich. Ich bin nicht sicher, was für ein selbstmörderischer Vernichtungswille diese Kreischer antreibt, aber normale instinktgeleitete Kreaturen verhalten sich nicht so. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies von Grund auf schon Kampf und Wachfähigkeiten hin gezüchtete indigene Kreaturen waren, die durch die Mutation noch viel gefährlicher wurden. Wahrscheinlich gehörten die einst zu dieser militärischen Anlage und folgen einer implantierten Direktive diese hier zu beschützen, die trotz Mutation immer noch aktiv ist.

Eine weitere angreifende Welle reißt mich aus meinen Überlegungen und ausnahmsweise treffe ich Ziel auf Ziel, als wäre ich auf dem Schießstand der "Gundark" und würde für das goldene Blasterabzeichen üben. Die unzähligen Stunden auf dem Stand machen sich nun bezahlt. Ruhig und routiniert schieße ich auch diese Welle zusammen. Nach dem der letzte dieser Kreaturen zu Boden gegangen ist, wechsele ich die Gaskartusche, da diese inzwischen unter 15 Prozent Füllstand sein dürfte. Auch die Energiezelle ist halb aufgebraucht. Die Waffe ist kurz vor dem Überhitzen und ich bin froh, dass sich momentan nichts rührt. Die sich nun ausbreitende Stille tut fast genau so in meinen Ohren weh, wie das Gekreische noch eben.

Nach und nach erheben sich meine Kameraden und Scav meint, seine Systeme wären überlastet gewesen. Ich hoffe, dass dies alle Kreaturen in der Nähe gewesen sind und tatsächlich gelingt es uns, unbehelligt in das gegenüberliegende Gebäude einzudringen. Über das Treppenhaus eilen wir nach Oben und ich bin tatsächlich etwas außer Atem, als wir oben ankommen. Unsere Twi´lek keucht ganz schön und auch die Hapaner machen den Eindruck, dass dreißig Stockwerke Treppensteigen an ihrer Kondition zerrt. Scav richtet den Sensorbaum auf und stellt fest, dass dieser blockiert wird.

"Fierfek!", rufe ich durchaus frustriert aus. Kann vielleicht mal irgend etwas funktionieren? Aber bevor eine sinnlose Wut mich übermannen kann, kommen mir folgende Worte meiner Mutter in den Sinn: "Lyra! Denke immer daran, die Macht leitet uns. Es gibt keine Zufälle. Es gibt nur Ursache und Wirkung. Du musst nicht wütend werden, weil etwas nicht so funktioniert, wie du es willst. Atme tief durch, beruhige dich und benutze dein kleines schlaues Köpfchen!"

"Was blockiert uns genau? Ist das ein allgemeines Störsignal? Oder werden wir direkt angepeilt und geblendet?", hake ich mit ruhiger Stimme nach und lasse den Frust abgleiten, nachdem ich mehrmals tief durchgeatmet habe. Meine Mutter war eine viel klügere Frau als ich jemals seine werde.

"Nach meiner Analyse, scheint jemand unsere Sensoren direkt anzufunken", meint Scav kurz darauf. Es gibt eine kurze Diskussion darüber, was wir tun sollen.

"Antworte einfach mal und finde bitte heraus, wer das ist und was er will", schlage ich schließlich vor und der Droide setzt meinen Vorschlag um.

"Das ist ein Wartungsdroide vom Kraftwerk und er will meinen Status wissen", erklärt Scav nach mehreren Sekunden.

"Dann antworte ihm", meine ich. Scav ist nicht ganz ehrlich und gibt eine andere Position an, die kurz darauf von einer Art Drohne gescannt wird, also ein Droide ohne eigenständige Entscheidungsmatrix, die wahrscheinlich gerade vom Wartungsdroiden direkt gesteuert wird. Nach etwas hin und her kommen wir ins vertrauliche Gespräch. Der Droide hat sich als Gott der Barbaren aufgespielt, der verschiedene Wunder dank der noch funktionierenden Kraftwerke machen kann, um nicht von den Wilden zu Schrott verarbeitet zu werden. Seine "Wunder" sind solche Sachen wie das Kraftfeld am Eingang und die Versorgung der automatisierten Geschütze, von denen eins unter Feuer genommen hat. Aber LH479S weiß, dass ihm die Ersatzteile ausgehen und er hat Angst, dass die Barbaren dann den machtlosen Gott zerschmettern werden, sobald er keine Energie und somit auch keinerlei "Wunder" mehr produzieren kann. Deswegen möchte er von hier schnellst möglich weg. Wir bieten freie Passage von diesem Planeten gegen Informationen. Er weiß, in welchem Bereich sich die Archive befunden haben, deren Inhalt wir suchen. Die befinden sich im Nordosten, genau zwischen den Wachtürmen in einem von den Barbaren stark frequentierten Bereich. Aber es gibt ein dahin führendes unterirdisches Bunkersystem, für dessen genaue Lage er aber nicht die notwendige Sicherheitsfreigabe hat. Da wir uns hier auf Militärgelände befinden, liegt es Nahe, dass sich hier irgendwo ein Eingang befinden sollte.

Eine weitere wichtige Information ist, dass kurz nach der Freisetzung des Blauen Nebels ein imperialer Viper Aufklärungsdroide hier Daten gesammelt hat. Ein weiteres Indiz, dass dieser Blaue Nebel vom Imperium frei gesetzt wurde. Danach gab es allerdings keinerlei Aktivität mehr von außerhalb.

Wir steigen wieder hinab, überqueren den Innenhof und suchen in den Kellerräumen der Garnison nach einem Eingang. Nach einer Stunde, die ohne weiteren Kontakt mit indigenen Kreaturen verlaufen ist, kommen wir zu dem Schluss, wenn es hier einen Eingang gibt, ist er verdammt gut versteckt. Also frage ich LH479S, ob diesen Bereich mit Strom versorgen könnte, damit wir eines der hier vorhanden Terminals hochfahren können. Das klappt ohne Probleme. Mit Hilfe des Hackertools gelingt es Scav, an die notwendigen Daten zu kommen und in den Bereich die notwendige Energie hinzuleiten, damit die Wand aus Permabeton zur Seite fährt. So öffnen wir auch die dahinter liegende Bunkertür aus hochwertigen Durastahl. Wir dringen ein und stellen bald fest, dass hier viele Varianer zu Tode gekommen sind. Die Türen haben sich versiegelt und ließen sich von Innen nicht mehr öffnen. Irgendwann gingen die Vorräte aus und es müssen sich furchtbare Szenen hier abgespielt haben.

Unbehelligt erreichen wir schließlich den Archivbereich, den wir ungeplündert vorfinden. Wir packen die hier herumliegenden Artefakte ein, meist reich verzierte Gegenstände ohne realen Wert, wenn man nicht gerade ein Gläubiger dieser Religion ist. Aber in den Archiven finden wir äußerst interessante Informationen. Diese mutierte Form der Varianer ist eigentlich ihre ursprüngliche Gestalt. Vor vielen tausend Jahren, wahrscheinlich zu Zeiten des Sithimperiums, kamen mit Roben verhüllte Gestalten auf diese Welt und veränderten die indigene Bevölkerung mithilfe eines Nahrungszusatzes in die Form, wie wir die Varianer oben auf Quaria kennen, klein, friedlich und mit blauer Haut mit Fettschicht. Eine Priesterkaste wurde von den mutmaßlichen Sith installiert, ebenso eine Religion, welche bald den ganzen Planeten umfasste und damit eine einfache Kontrolle der indigenen Rasse ermöglichte. Eine wichtige Aufgabe des Haupttempels war es, Kyberkristalle zu sammeln und dort zu horten, bis eine verhüllte Gestalt kam und diese dann mitnahm. Irgendwann bekam einer der Priesterkönige das Wissen vermittelt, wie die Nahrungszusätze herzustellen waren, was dieser dann tat, um seine Macht zu sichern. Denn eines Tages kam niemand mehr, die Kristalle abzuholen. Ich vermute, die Sith haben diese für sie wichtige Welt immer sehr geheim gehalten und nach deren Niederlage wusste niemand mehr von dieser Welt und von dem, was sich hier befand.

Es ist schon seltsam, dass wir auf fast jeder Welt in der Sperrzone über Kyberkristalle stolpern. Zuerst in der Solarminenstation, dann auf Anduras und nun auch hier. Wurde deswegen der Blaue Nebel eingesetzt, um hier Kyberkristalle abbauen zu können? Wäre eine Möglichkeit, aber momentan können wir wortwörtlich nur ins Blaue hinein spekulieren. Die jetzt schon bekannten Fakten sind äußerst bedenklich und lassen einiges in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Was auch noch äußerst interessant ist, die Priester begannen genau ein Jahr vor dem erscheinen des Blauen Nebels den Weltuntergang zu prophezeien zu genau dem Zeitpunkt, wo er schließlich auch ausgebrochen ist. Mir ist nicht ganz klar, was dass nun wieder genau zu bedeuten hat. Haben die Priester konkret mit dem Imperium zusammen gearbeitet? Momentan bekommen wir nur mehr Fragen, aber keine Antworten.

Auf alle Fälle haben wir, für was wir hergekommen sind. Wir bewegen uns wieder zu unserem Einstiegspunkt zurück, wo LH479S uns schon erwartet. Der Droide entspricht keinem mir bekannten Baumuster, wahrscheinlich stammt der aus dem Hapes Konsortium. Da wir ja jetzt einen Platz frei haben, kann er vorne in der Kabine sitzen, während die wertvollen Artefakte auf die Ladefläche kommen. Nichts hält uns mehr hier und wir fahren zurück zur "Vanguard". Ich erwarte ja schon beinahe einen weiteren Drachenangriff, aber ausnahmsweise erreichen wir unsere E9 ohne Probleme. Wir schaffen den Gleiter an Bord und verschließen die Luken. Wir starten und steigen schnell auf, bevor der Drache auf die Idee kommt, uns noch einmal ernsthaft zu rammen. Wir haben einen der Söldner verloren und wären beinahe von diesen Kreischern zerfetzt worden. Trotz allem können wir uns wohl glücklich schätzen, nicht nur lebend von hier wieder verschwinden zu können, sondern auch mit den Artefakten.

Allerdings befürchte ich, dass dies nicht unser letzter Aufenthalt auf dieser buchstäblich verfluchten Welt war. Ich schätze mal, wenn wir das Geheimnis des Blauen Nebels ergründen wollen, müssen wir die Hauptstadt besuchen, da diese der Sitz des Haupttempels war. Hier wurden die Kyberkristalle gehortet und aufbewahrt. Um diese an sich zu nehmen, hätte das Imperium nicht so einen Aufwand treiben müssen. Entweder suchen die noch mehr davon oder haben dort eine ständige Einrichtung gebaut. Angeblich soll die Hauptstadt besonders gefährlich sein und die Anwesenheit des Imperiums könnte das durchaus erklären. Hat das ganze mit diesem 10x10 Projekt zu tun, dessen Symbol ich in Khadors Haus gesehen ahbe? Ist das ganze hier mit dem Schicksal meiner Schwester verbunden? Ich habe auf alle Fälle kein gutes Gefühl dabei.

Auf alle Fälle wird mir klar, dass die Aktivitäten des Imperiums einen ganz anderen Stellenwert haben, als anfangs von mir vermutet. Die ursprüngliche Ausgangslage für uns war, dass Admiral Thorne im Zuge der Niederlage des Imperiums in der Sperrzone bzw. im Hapes Konsortium Asyl gesucht hat. Deswegen hat General Gale eine Schar Söldner um sich geschart, um den Mistkerl hier aufzuspüren und ihn nach einem fairen Prozess hinzurichten. Der Angriff auf die Solarminenstation hat schon gezeigt, dass die Imperialen hier ziemlich düstere Forschungen betreiben. Dann die Kyberkristalle, welche nur unzureichend gesichert waren, was schließlich zu der Katastrophe geführt hat. Anschließend fanden wir unter anderem auf Anduras im gleichen System die Ausgrabungsstätte für Kyberkristalle. Anschließend die imperialen Aktivitäten auf Sybal und ihre Vernetzung mit der Suul-Tanca Corporation. Hier werden gewaltige Mengen Erze abgebaut. Auch kristallisiert sich heraus, dass das Hapes Konsortium zumindest beim Raumschiffbau ein Joint Venture am laufen hat. Der Kampfdrache den wir bei der Vol Yunkai hatte deutliche Modifikation imperialer Herkunft. Und auf Cyphera bauen die Imperialen garantiert nicht aus reiner Langeweile ein planetares Schutzschild. Letztendlich ist auch hier auf Varian etwas mehr als nur was Oberfaul. Kyberkristalle, Nanoviren und imperiale Aktivitäten. Mein Verdacht ist, alles hängt irgendwie miteinander zusammen, aber es fehlen noch einige Puzzlestücke um ein schlüssiges Gesamtbild erkennen zu können. Nur eins wird mir mit ziemlicher Deutlichkeit klar, hier ist mehr als nur was Faul.

Nakagos wirre Gedanken

Sitzung gespielt am: 12.05.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav,
Erfahrungspunkte: 15 EP 20 Investiert in 2. Stufe von Talent Ausweichen aus dritte Spalte, vierte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger.

Beute:  6000 Credits in Chips vom Tresor, Datenchips über die Schwarze Sonne, 3 Hapanische Adlige befreit, 1 schweres Blastergewehr DLT 19, 1 Disruptorpistole, 6 Blasterkarabiner, 1 taktischer Holoprojektor für 10 000 Credits erworben.

Getötete Gegner: 21 Mitglieder der Schwarzen Sonne, Unbekannte Anzahl Varianer, 3 + 1 Horde Kreischer.

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Söldner: 150 (+75) (Die Rache an der Schwarzen Sonne gab 50, die Erstürmung der Villa noch einmal 25 Punkte Ruf.)

Resümee: Hat mir deutlich besser gefallen, als die Sitzung davor, auch wenn die Würfel teilweise wiedermal gegen mich waren. Besonders im ersten Drittel gegen die Schwarze Sonne habe ich viele Proben versemmelt, was teilweise zu massiver Friktion geführt hat. Das A 280 wäre wohl doch die bessere Wahl gewesen, da diese durch einen zusätzlichen blauen Verstärkungswürfel besser trifft. Aber ich dachte, gegen schwer gepanzerte Gegner ist der eine Punkt Schaden durchaus angebracht und gegen mehrere Gegner wäre Vollautomatik nicht verkehrt. Wenn ich mal was getroffen hätte, wäre das sicherlich auch äußerst nützlich gewesen. So war es eher nur deprimierend.

Der Blaue Nebel und sein Ursprung geben noch viele Rätsel auf. War das ein Werk des Imperiums? Viele Indizien sprechen dafür. Aber wirklich schlau werde ich nicht draus. Momentan haben wir einfach zu wenige Puzzlestücke, um ein klares Bild erkennen zu können. Auf alle Fälle bleibt es spannend.

Die beiden Aktionen gaben insgesamt einen Bonus von +75 auf unseren Söldnerruf, so das wir nun die notwendige Kompetenz besitzen, Nilvax Station von den Piraten zu befreien.

Lyras Entwicklung: 20 Punkte (15 von der jetzigen und 5 von vor vier Wochen) gehen in die zweite Stufe des Talentes Ausweichen. Die zweite Stufe von Ausweichen mit zwei Aufwertung von gegnerischen Angriffsproben ist ein recht nützlicher Effekt, der meist auch was bringt. Von der zweiten Stufe verspreche ich mir recht viel, mal sehen, ob das beim Spiel dann auch die Aufwertung so zum Tragen kommt wie von mir gedacht. Die Aufwertung von Tödlich auf zwei war auch nicht verkehrt, da ich dieses mal viele kritische Treffer erzielt habe. Disziplin drei war heute auch nicht verkehrt und sehr hilfreich, die Begegnung mit den Kreischern zu überleben. Ohne diese Aufwertung wären wie wahrscheinlich von den Kreischern überrannt worden. Mit dem DLT 19 habe ich heute so gut wie kaum was getroffen. Ein äußerst tragischer Tag diesbezüglich.

Am Rande des Imperiums, das Rollenspiel: Die Bücher

Neben dem Grundbuch gibt es für jede Klasse ein Buch. Dies hat  mit Einband 100 Seiten und beinhaltet jeweils drei weitere Spezialisierungen für den Beruf, drei Rassen (manchmal einige zusätzliche Unterrassen), zum Thema passende Ausrüstung, Waffen, Rüstungen und Fahrzeuge. Dazu noch Abenteuervorschläge und weitere Tipps. Die Spezialisierungen geben einen mehr Möglichkeiten, seine Erfahrungspunkte für neue Talente auszugeben oder andere Aspekte abzudecken. Neue Spielzeuge sind immer willkommen. Wobei sich Waffen meist nur in wenigen Details unterscheiden. Schaden eins hoch oder runter, mehr oder weniger Ausrüstungspunkte, schwerer oder leichter, manche Waffen haben zusätzliche Sonderregeln.

Zu den sechs Klassenbüchern gibt es noch zwei Regionalbände über den Huttenraum und den Corellia Sektor. Neben Geographie (+ einheimische Kreaturen) und Geschichte der Region gibt es hier auch mindestens drei Rassen, Huttenraum hat vier plus Unterrassen der vorgestellten Spezies. Dazu noch Ausrüstung und für die Region spezifische Fahrzeuge. Am Ende gibt es noch ein paar Szenariovorschläge und Miniabenteuer.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es drei Abenteuerbände.

Und es gibt noch den obligatorischen Spielleiterschirm und ein Einsteigerset. Das Einsteigerset ist recht Nett, vier vorgefertigte Charaktere, ein Poster mit Bodenplan, ein Abenteuerheft, ein Regelheft, Spielmarker und ein kompletter Satz an Würfel. Da die Einsteigersets keine Bücher sind, haben sie auch keine Buchpreisbindung. Teilweise wird für die Würfel knapp 20 Euro verlangt, dass Set liegt so zwischen 25 und nicht ganz 30 Euro.

"Am Rande des Imperiums" unterscheidet sich zu seinen Vorgängern, dass jede Klasse ihr eigenes Buch hat. Und auch, dass zwei einzelne Regionen beschrieben werden. Normalerweise gibt es meist ein Grundbuch, mehrere Bücher über jeweils eine Epoche wie Klonkriege, Rebellion, Neue Republik, Alte Republik, etc, dann Raumschiffe, Waffen und Ausrüstung, Kreaturen und Aliens; und natürlich verschiedene Orte, Planeten oder Sektoren. Hier verteilt sich alles über quasi neun Bücher. Will man Zugriff auf jede Ausrüstung oder Waffe haben, braucht man quasi alle Bücher. Normalerweise kauft der SL die ganzen Sonderbücher und die Spieler haben meist nur das Grundbuch und die Erweiterung für ihre Klasse, falls überhaupt. Will man hier das volle Auswahl an Swoop Bikes oder ähnliches, braucht man alles und nicht nur das spezifische Buch für Fahrzeuge wie in anderen System. Ist natürlich eine clevere Geschäftsidee. Ein fleißiger Fan hat zwar auf seiner Homepage eine praktische Übersicht über alle Inhalte ihrer Bücher installiert, aber die ist leider nicht mehr aktuell.

Momentan ist recht wenig auf Deutsch erschienen: Grundbuch, Einsteigerset, Corellia Sektor, Kolonisten und zwei Abenteuerbände. Der Rest ist in Englisch. Teilweise nur für Liebhaberpreise zu bekommen. Huttenraum kostet schon um die 60 Euro. Ich hab meines im Laden für knapp 40 Euro geschossen. Bald soll das Buch für Söldner heraus kommen. Stand 2018 ist noch fast alles erhältlich und man kann guten Gewissens in dieses System einsteigen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 23. Dezember 2018, 16:21:21
Episode IX
Traue Niemanden
Aurek

Als wir die giftige Atmosphäre von Varian verlassen haben, atme ich erst einmal auf. Kein Drache hat uns angegriffen und wir leben noch. Nach diesen dramatischen Ereignissen auf der Oberfläche von Varian denke ich es angebracht, Shaka Blen noch einmal auf die brisanten Daten der republikanischen Agentin von Nilfax Station anzusprechen. Ich mach ihr klar, dass es Zeit ist zu entscheiden, was wir damit machen. Aufgrund der neuen Informationen, dass die imperiale Aktivität schon vor dem Fall des Imperiums stattgefunden haben und das hier offensichtlich etwas viel größeres im Gange ist, als ein Admiral mit ein paar Truppen im Exil, ist es nun unabdingbar, eine Entscheidung zu treffen. Und da dies alle betrifft, treffen wir uns im Cockpit und Shaka erklärt, was sie da dabei hat. Lyn ist nicht begeistert, dass sie erst jetzt darüber informiert wird, dass wir brisante Daten an Bord haben. Kann ich nachvollziehen, aber manchmal ist Unwissenheit ein Segen.

Eine lebhafte Diskussion entbrennt, was wir nun damit machen. Ich bin dafür, dass wir uns den Chip mal näher ansehen und versuchen, die sicherlich verschlüsselten Daten zu dechiffrieren. Und dann weiter zu sehen, was wir damit machen. Shaka sträubt sich anfangs vehement dagegen und will die Daten eher nach Calfa schaffen. Dagegen habe nicht nur ich etwas. Es ist zu befürchten, dass wir bei der ersten ernsthaften Sicherheitskontrolle auffliegen werden. Calfa ist immerhin eine hapanische Welt und liegt nicht in der Sperrzone, wo Daten nicht besonders effizient abgeglichen werden, wie wir bisher festgestellt haben. Auf uns ist immer noch ein Kopfgeld ausgesetzt, auch wenn das bis jetzt noch keine all zu große negativen Auswirkungen hatte. Allerdings wirft die blaue Twi´lek ein, dass wenn wir die drei Familienmitglieder der Fyris auf dem Mond von Calfa mit dem Namen Fyria abgeben, würden wir unter dem Schutz des Adelshauses stehen. Oder sie nutzen die Gelegenheit und melden uns den Behörden, um unsere Bezahlung zu sparen. Beides ist möglich.

Die Daten in den Republikanischen Raum zu schaffen ist genau so illusorisch. Den Chip  dort Agenten des RSB zu übergeben würde uns auch exponieren. Ich kenne da zwar dort einen Sicherheitsoffizier auf der Mynaros Station, mit dem ich schon mal während meiner Zeit als offiziell lizenzierte Kopfgeldjägerin des RSB zusammen gearbeitet habe, aber ich kann nicht abschätzen, ob er uns ans Messer liefern würde. Ich schätze Niles Voltan als sehr integrer und pflichtbewusst ein. Schätze mal, er würde uns verhaften, weil das nun mal sein Job ist.

Letztendlich einigen wir uns nach etwas hin und her einigen wir uns darauf, erst mal nach zu sehen, was auf diesem Chip überhaupt drauf ist. Shaka ist darüber nicht Glücklich, aber ich denke, die Umstände legitimieren unser Vorgehen. Um hier überleben zu können, brauchen wir jede Information, die wir kriegen können. Und wir schleppen diese Daten schon lang genug ungenützt mit uns herum.

Scav übernimmt es, die Verschlüsselung zu knacken, wobei Shaka doch tatsächlich die  Integrität des Droiden in Frage stellt. Wir sind jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen und Scav hat nie einen Grund geliefert, dass man ihn nicht vertrauen könnte. Jedenfalls ich würde mein Leben jederzeit Scav anvertrauen, da er sich als verlässlich, risikobereit, kompetent, rational und hilfsbereit erwiesen hat. Alles Sachen, die auf Shaka eher nicht zutreffen. Also ist diese Diskussion sehr schnell vom Tisch.

Ich setze mich ans Terminal und unterstütze Scav. Das verwendete Verschlüsselungsprogramm ist sehr hochwertig, so was hat nicht jeder auf seinem Datapad. Obwohl wir recht vorsichtig und umsichtig vorgehen, scheitern wir nicht nur an der hochwertigen Verschlüsselung, sondern lösen obendrein auch noch einen Berserkervirus aus, der fatalerweise auf Scav übergreift.

"Fierfek! Scav ist mit einem Berserkervirus infiziert!", rufe ich aus und versuche den Virus zu blocken, was leider nicht klappt. Erst als Lyn und ich unser Wissen zusammen werfen, können wir Scav stoppen, der inzwischen seine Vibroaxt hervor geholt hat und auf Shaka losgeht. Sein erster Angriff verfehlt die Twi´lek knapp, die dafür eine Motivationsrede hält. Durch diesen Motivatonsschub gelingt es uns, den Scavanger Bot zu stoppen. Die Axt ist knapp an Shakkas rechten Lekku in die Wandverkleidung gekracht und hat diese massiv beschädigt. Zum Glück war darunter nichts. Das war jetzt knapp. Scav ist wieder er selbst, aber die Daten auf dem Chip sind zu 77 Prozent zerstört. 23 Prozent können wir nach mehreren Versuchen wieder herstellen. Das war jetzt zwar kein kompletter Fehlschlag, aber ich habe mir doch etwas mehr davon erhofft.

Die erste Datei, die wir abspielen, ist ein Manöverfilm des Imperiums. Wahrscheinlich ein Anhang von einem leider nun gelöschten Bericht. Die Bilder sind unkommentiert, zeigen aber einen imperialen Verband in Formation bei einer Übung. Die Bilder stammen aus dem Sperrgebiet, weil im Hintergrund deutlich der Ionennebel zu sehen ist.

Das nächste ist ein Bericht über den Werdegang der sogenannten "Schattenflotte", deren erste Sichtung etwa zehn Jahre zurückliegt, was aber nicht wirklich gesichert ist. Die Schattenflotte ist ein Verband, welcher im Hapanischen Konsortium operiert. Wirkliche Erkenntnisse hat der Autor dieses Berichtes nicht. Es ist eher eine Sammlung von Gerüchten und Vorfällen aus zweiter oder dritter Hand. Ein klares Muster ist nicht erkennbar, wobei es auch möglich ist, dass hier wahllos Piratenaktivitäten, interne Machtkämpfe zwischen rivalisierenden hapanischen Adelshäusern und einer unbekannten Macht zusammen getragen wurden, was jede Analyse praktisch unmöglich macht, ohne jedes Ereignis gesondert zu sondieren und zu klassifizieren. Fakt ist aber, ein militärischer Verband operiert im Hapanischen Konsortium von dem niemand weiß, wer genau dahinter steckt. Das Imperium wäre wohl ein sehr naheliegender Verdächtiger. Ebenso könnte es auch ein Verband verschiedener Adelshäuser sein, nicht sehr wahrscheinlich, aber eben auch möglich. Oder auch eine Mischung von beiden Möglichkeiten, dass Adelshäuser mit Verbindung zum Imperium dahinter stecken.

Die letzte Datei ist wieder ein Anhang, dessen Bericht leider verloren ist. Ein Bild einer sternenförmigen Werft in der Draufsicht. Man sieht deutlich einen Sternenzerstörer der überarbeiteten Siegesklasse. Allerdings ist das nicht Kuat, sondern die Werft liegt im Ionennebel, da dieser deutlich im Hintergrund zu erkennen ist. Damit ist wohl geklärt, wo das Erz hin verschwindet. Die imperialen haben hier tatsächlich eine leibhaftige Werft installiert. Ich möchte nicht wissen, wie viele hunderttausende von Zwangsarbeitern dabei ihren Tod fanden. Und dort eventuell noch beschäftigt sind.

Wieder ein paar Puzzlestücke mehr, aber wir sind etwas schlauer und sehen nun mehr vom Gesamtbild. Wenn man sich die Daten so ansieht, könnte man den Schluss darauf ziehen, dass Thorne hier ein neues Imperium aufbauen möchte. Wer weiß, wie lange es diesen Plan schon gibt. Auf alle Fälle schon vor dem Wendepunkt von Endor und die Vernichtungsschlacht von Jakku. Ist das ein Plan C von höchster Stelle, falls so was wie geschehen eintritt? Oder ein Projekt der Flotte ohne Wissens des Imperators? Oder hat Thorne schon früh ein scheitern des Imperiums vorhergesehen und das von langer Hand vorbereitet? Wir haben keine Ahnung und können nur wilde Spekulationen anstellen.

Jetzt stellt sich wieder die Frage, was wir nun mit den Daten machen. Nach etwas hin und her schicken wir die Datei einfach per Hyperraumlink zur Mynaros Station zu meinem Kontakt Niles Voltan, der nach etwas hin und her verspricht, die brisanten Daten tatsächlich auch weiter zu leiten. Vielleicht können Analysten des RSB mehr damit anfangen und ist ein erster Schritt, unseren Namen wieder rein zu waschen. Wobei ich immer noch der Meinung bin, Generale Gale tut das Richtige, wenn er vielleicht hier und da etwas übertriebt. Aber ich weiß selbst, wie schnell eine harmlose militärische Operation in ein Massaker führen kann. Friktion ist normal und führt eben oft zu Kollateralschaden. Wer das nicht akzeptieren kann, hat beim Militär nichts verloren.

Nakagos wirre Gedanken

Nun geht es erst einmal in die Winterpause. Nächstes Update dann am 1. Januar. Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Man ließt sich im nächsten Jahr.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 01. Januar 2019, 15:21:10
Besh

Unbehelligt fliegen wir Quaria an und schweben über den kleinen Tempel, wo wir die Kiste mit den Artefakten und die beiden Söldner ausladen. Im Tempel selbst reden wir kurz mit dem Hohepriester, der uns überschwänglich dankt und wir ihn dann nachdrücklich daran erinnern, dass er nun eine Audienz bei Zargos Zarbossa im Roten Turm zu liefern hat. Das verspricht er uns hoch und heilig beim Namen seines rachsüchtigen Gottes Volvarak. Ich frage mich, wie sehr die von ihrer wahren Geschichte wissen und akzeptieren. Aber Religion basiert in vielen Fällen auf Glauben. Meine Religion fußt auf die Macht und ich weiß, zu was ein Jedi mit Hilfe der Macht fähig ist. Die Macht ist Fakt!

Wir gehen wieder an Bord der "Vanguard" und landen auf unserem Stammplatz, nachdem wir ein paar Händler dazu genötigt haben, wieder Platz zu machen. Hier verabschieden wir den Wartungsdroide LH479S und wünsche ihm alles gute auf Quaria. Ich stecke ihm noch ein paar Credits zu, da er uns ja auch geholfen hat.

Ich schlage vor, dass wir die Zeit nutzen, um uns etwas schlauer über die Situation auf Nilvax Station zu machen. Vor ein paar Tagen haben wir ja während unseres Aufenthaltes auf Vol Yunkai Station erfahren, dass ein berüchtigter Pirat mit dem Namen Ryal Volten die Nilvax Station okkupiert hat. Wir haben nun unseren militärischen Sachverstand bewiesen, jetzt brauchen wir nur noch einen überzeugenden Plan, wie wir die Station angreifen und erobern. Und für jeden brauchbaren Plan braucht man Informationen. Wir kennen ja jemand, der genau an der Quelle hockt, also funken wir den Ammoniak atmenden Gaunt Vorik an, der oben in der Nilvax Station seine eigene Funkstation hat.

Tatsächlich lebt der Gaunt noch, steht aber unter ständiger Beobachtung. Nilvax ist auch noch am Leben. Der Pirat Volten hat in der Tat das Kommando über die Station übernommen und jeglichen Widerstand zerschlagen. Allerdings ist die Kirche der Macht im abgetrennten unteren Bereich der Station noch immer autark. Ob sich das bald ändern wird ist nicht klar. Auf alle Fälle hat Volten inzwischen mindestens 40 bis 50 Männer unter seinem Kommando. Regionale Anführer von Verbrecherbanden wie Quarn sind mit wehenden Fahnen übergelaufen und die Bande von Vorban, welche ganz oben im oberen Bereich der Station eine Devilstick Plantage betreiben, war von Anfang an aktiv auf deren Seite. Da hatte Nilvax mit seinen etwa dreißig Mann keine Chance. Die regionale Bevölkerung wurde mehr oder weniger versklavt und die Plantage für den Drogenanbau wird momentan deutlich erweitert. Leider muss Vorik das Gespräch unterbrechen, da einer seiner Aufpasser misstrauisch wird. Fünfzig kampferfahrene Männer auf der Seite von Volten sind keine guten Nachrichten.

Trotzdem klappern wir einige einschlägige Cantinas am Raumhafen ab, um mehr über den Piraten Volten zu erfahren. Ich bekomme dabei recht wenig heraus, dafür die Twi´leks um so mehr. Schätze mal, eine größere Körbchengröße lockert die Zungen von Männern um so mehr. Damit kann ich leider nicht konkurrieren. Wie auch immer, wir gleichen unsere Ergebnisse in unserem inzwischen schick eingerichteten Aufenthaltsraum ab. Der Pirat Ryal Volten ist seit mindestens zwanzig Jahren im Piratengeschäft aktiv. Er gilt als grausam und brutal, selbst im Maßstab von anderen Piraten. Seine auf ihn eingeschworene Crew besteht aus zähen Veteranen und wirklich hartgesottenen Kämpfern. Furchtlos hat er nicht nur imperiale Schiffe überfallen, sondern auch die der Schwarzen Sonne. Ihm ist es zu verdanken, dass ein Großteil der Piratenschiffe des Verbrechersyndikates im Sperrgebiet zerstört wurden. Das sagt mir, dass wir mit denen es im Raumkampf nicht aufnehmen können.

Die Station selbst ist für normale Kunden immer noch gesperrt, aber es kommen nun regelmäßig Schiffe, welche ihre Laderäume mit Devilsticks füllen, welche für Kunden in der Neuen Republik bestimmt sind. Offensichtlich ist das der Grund, warum Volten die Station übernommen hat, um im großen Maßstab dieses Gewürz zu produzieren und in die Neue Republik zu liefern. So macht die Übernahme dann durchaus Sinn. Hier kann er in aller Ruhe die Rohstoffe anbauen und sie dann zum Endprodukt weiter verarbeiten. Das ist sicherlich kostensparend und vermindert den Schwund ungemein.

Wir beginnen verschiedene Szenarien durchzusprechen. Momentan können wir vier Schmugglerschiffe samt ihrer kleinen Besatzung für diese Mission begeistern. Mit etwas Mühe können wir vielleicht noch ein paar mehr motivieren, was zu unternehmen. Wir wissen, dass Volten mindestens drei Schiffe unter sein Kommando hat, manche sprechen auch von vier oder gar fünf. Mindestens drei sind es aber auf alle Fälle. Ist die Frage, sind die alle vor Ort oder jagen die weiterhin im Sperrgebiet? Wahrscheinlich nicht, da es so scheint, dass Volten sich momentan auf den Gewürzhandel konzentriert. Großer Profit und so gesehen momentan sehr wenig Risiko. Das er uns damit sauer gemacht hat, kann Volten ja nicht wissen.

Mein Plan wäre es, wir tarnen die "Vanguard" durch aufgeschweißte Platten zu einem großen Trümmerstück der Station und nähern uns so an. Landen dann im Bereich der unteren Spindel an und docken mit Hilfe einer Enterschleuse an. Dann dringen wir unten ein und motivieren die dort lebenden Gläubigen der Kirche der Macht, die Station zurück zu erobern. Die dürften zehn bis fünfzehn Mann haben, die wissen, wie man kämpft. Zusätzlich führen wir zwanzig Söldner mit. Mit uns sind das dann Vierzig Kämpfer. Wir rücken nach oben vor, ein kleines Team dringt in die mittlere Ebene ein und sichert den Fahrstuhlschacht. Damit befördern wir dann unsere Streitmacht nach oben. Nun gilt es in schneller Folge die drei mutmaßlichen Ansammlungen von Gegner zu überwinden. Ich denke, Volten hat seine Besatzungsstreitmacht in mehrere Trupps aufgeteilt. Eine bewacht den Hangar, eine die Plantage, eine die Schaltzentrale/Sicherheitsstation und der Rest hat Freischicht und muss sich erst sammeln. Wenn wir schnell genug sind, können wir mit großer Übermacht jeweils kleine Trupps schnell überwinden.

Die Schwächen meines Planes sind die unentdeckte Annäherung. Wie gut sind die Sensoren der Station wieder instand gesetzt und wie viele von Voltens Schiffe sind um die Station herum auf Patrouille? Dieses Problem könnte durch einen Ablenkungsangriff durch unsere Schmugglerfeunde gelöst werden. Shaka meint, dass dies zu auffällig ist, was zu einer langen Diskussion führt, wobei nur Shaka diesen Standpunkt vertritt. Das zweite Problem sind die Kämpfer. Von unseren Schmugglern bekommen wir dafür vielleicht drei bis acht Leute zusammen und müssten zwölf bis siebzehn anheuern. Gute Leute für so eine Mission kosten ab 5000 Credits aufwärts, was mindesten 60000 Credits benötigt. Plünderrechte wären sicherlich eine Möglichkeit die Kosten aufzufangen, aber ich weiß, wie Söldner wüten, wenn es was zu plündern gibt. Wir wollen unter anderem ja auch die einheimische Bevölkerung befreien. Einmal Allianz, immer Allianz. So ist mein Plan momentan nicht umsetzbar. Den ersten Knackpunkt kriegen wir halbwegs gelöst, für den zweiten müssen wir sparen und viel Geld zusammen bringen.

Eine Möglichkeit wäre, ein hier ansässiges Syndikat ins Boot zu holen. Aber dann wird die Plantage mit Devilsticks unter anderer Ägide betrieben und das kann auch nicht unser Ziel sein. Besonders da das Gewürz in unsere Neue Republik geliefert wird. Auch ist es ein Problem, dass die hier regionalen Banden militärisch gesehen nur eine sehr geringe Schlagkraft haben.

Ein anderes Szenario, wir rekrutieren aus Freiwilligen unsere eigene Armee. Shaka ist der Meinung, sie könnte eine Truppe innerhalb von zwei Monaten soweit ausbilden, um mit ihnen in den Kampf zu ziehen. Das halte ich für sehr optimistisch. In der Allianz waren drei Monate Grundausbildung Minimum Pflicht, um die Grundlagen zu lernen. Drei weitere für die eigentliche Waffengattung. Wie auch immer, so viel Zeit werden wir nicht haben. Ganz davon abgesehen die dafür logistischen und organisatorischen Aufwendungen. Dauert zu lang und wird im Endeffekt verdammt viele Credits kosten. Und ehrlich gesagt, halte ich Shaka auch nicht für wirklich kompetent für eine solche Aufgabe. Innerhalb von zwei Monaten bildet man höchstens Kanonenfutter aus, keine richtigen Kämpfer.

Lyn bringt eine weitere Möglichkeit ins Spiel, eines der Schmugglerschiffe aus dem Raum der Neuen Republik an einem der Navigationspunkten abzupassen, lahmzulegen, zu entern, zu übernehmen und sich dann als Gewürzhändler einzuschleichen. Die Probleme dabei sind, wir sind momentan einfach nicht in der Lage, ein anderes Schiff lahmzulegen und dann zu entern. Weiterer Knackpunkt ist, wir haben keine Ahnung, ob beim Landeanflug nicht irgendwelche Signale ausgetauscht werden müssen. Wenn wir die Schmuggler lebend fangen, können wir diese Informationen möglicherweise extrahieren. Aber vielleicht gibt es auch ein Zeichen, für genau diese Situation. Ein durchaus mögliches Szenario, aber für meinen Geschmack einfach zu viele wenns und abers.

Shaka bringt eine Sturmlandung in den Haupthangar ins Gespräch. Halte ich für Wahnsinn, weil genau so ein Szenario dürfte vom Gegner am ehesten abgedeckt sein. Weitere Probleme sind, dass wir durch eine Wolke aus Trümmern müssen. Schon mit einem vorgegebenen Vektor war die Annäherung beim letzten mal äußerst schwierig. Zwar ist Lyn der Auffassung, sie wäre gut genug, dass mit ordentlicher Geschwindigkeit gebacken zu bekommen, aber ich halte das für sehr Risikoreich, da wir nicht nur durch eventuelles Sperrfeuer, sondern auch sehr auf die herum schwirrenden Trümmerstücke Obacht geben müssen. Auch werden wir alleine nicht genug Truppen anlanden können, falls wir es schaffen, im Hangar zu landen. Die anderen Schiffe brauchen vielleicht länger oder rammen ein Trümmerstück. Auch ist es möglich, dass Volten uns seine drei bis fünf Schiffe entgegen schickt, was sehr ungesund für uns sein dürfte. Dies ist eine Kombination widriger Umstände, die zu massiver Friktion schon in der Phase der Annäherung führt und ich sehe keine Möglichkeit, dies zu umgehen. Nächster Punkt ist die Landung im Hangarbereich. Die werden im Normalfall genug Zeit haben, diesen Bereich zu räumen und das Schutzfeld auszuschalten. Sprich, wir booten im Vakuum aus. Ich würde den Bereich mit an der Decke befestigten Sprengfallen sichern. Ein halbiertes Rohr, beschichtet mit einer dünnen Schicht konventionellen Industriesprengstoff wie Detonite, darüber eine Schicht Schrott von Kugellagern oder ähnlichen Metallfragmenten. Einen Raumanzug durchlöchert so was in Null Komma nix und der Träger ist so gut wie tot, auch wenn die Fragmente ihn nicht auf der Stelle töten. Deswegen halte ich von einer Sturmlandung rein gar nichts.

Wie üblich ist die blaue Twi´lek danach eingeschnappt, als ich meine Gründe darlege, warum das keine gute Idee ist. Meine kleine Schwester konnte mit Fünf souveräner mit Enttäuschung umgehen als diese angebliche Offizierin der Allianz. Entweder hat die Amputation von drei ihrer Extremitäten zu einer starken Persönlichkeitsveränderung geführt oder sie hat sich die Hierarchie der Allianz hoch geschlafen. Oder liegt es an mir, dass wie regelmäßig aneinander geraten? Aber ehrlich gesagt halte ich mich für Kompromissbereiter als sie. Mit Scav, Lyn oder Edna habe ich eigentlich keine Probleme, ein Thema in aller Ruhe sachlich auszudiskutieren und einen Kompromiss zu finden. Auf alle Fälle wird klar, momentan kriegen wir das mit unseren Mitteln nicht gebacken. Das ist Schade, aber wir sind fast alle erwachsen genug, dass zu akzeptieren.

Nakagos wirre Gedanken

Allen Lesern ein gutes neues Jahr! Möge diese Geschichte noch lange fortgeführt und ihr mir die Treue halten.

Das Kapitel an sich war jetzt nicht so phänomenal, sollte aber zeigen, wie wir auf diesen Plan gekommen sind, der später noch eine Rolle spielen wird. Und ja, ich als Spieler plane gern und mache mir auch Gedanken über die Gegenseite.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 03. Januar 2019, 15:24:16
Cresh

Nach dieser fruchtlosen Diskussion meint Scav, dass wir vielleicht eines der anderen Angebote näher ansehen sollten. Nun gut, kann nichts schaden, sich schon mal die Sachen anzusehen, um eine Vorentscheidung treffen zu können. Da hätten wir eine Gruppe Jugendlicher, die kompetente Schmuggler suchen. Shaka ist von vorne rein dagegen, alle anderen sind bereit, sich die Sache mal näher anzusehen. Mangels Alternativen treffen wir fünf jung wirkende Varianer in einer schäbigen Cantina. Der Anführer hört auf den Namen Jori. Die wollen eine zwanzig Kilo schwere Kiste zu einem Minenschiff mit dem Namen "Vantika" der Laderasch Corporation zu bringen. Die befindet sich drei Sprünge von der Vol Yunkai Station entfernt in einem Asteroidengürtel. Dort arbeiten viele Varianer, unter anderem der Cousin von Jori. Er versichert uns, dass sein Cousin Parkis in der Lage ist, die Ware dort schnell Gewinnbringend an den Mann zu bringen. Dafür bietet er uns 10 000 Credits für den Transfer, wenn wir dort sind. Die Summe ist gut, wenn es denn wahr ist. Wir haben hier fünf Jungs vor uns, die alle noch zur Schule gehen könnten. Ich habe so eine grobe Ahnung, was in der Kiste sein könnte, was einen solchen Preis rechtfertigt. Wahrscheinlich Gewürze, die aus einer Verkettung glücklicher Umstände in die Hände dieser kleinen Bande von Halbstarken gefallen ist. Wir bleiben unverbindlich und verschieben unsere Zustimmung auf unbestimmte Zeit.

Wir verifizieren die Daten und erwerben sogar für 1000 Credits eine Route zu dem Minenschiff. Wie üblich ist unsere Shaka dagegen. Soll sie. Offensichtlich schmollt sie immer noch wie ein kleines Mädchen, dass kein Bantha Burger Kindermenü bekommen hat. Vergnügungsgüter würden sich gut an Mann bringen lassen, heißt es von anderen Schmugglern und die Sicherheit ist äußerst nachlässig, sprich bestechlich. Wäre also durchaus ertragreich, nicht nur die Kiste dort hin zu schmuggeln, sondern auch entsprechende Güter wie Alkohol und Dinge, die das Leben angenehmer machen.

Da wir nun jederzeit mit der Audienz bei Zargos Zarbossa rechnen müssen, kaufen wir uns schicke Kleidung. Ich finde eine schöne Kombination aus schwarzen Schaftstiefeln, schwarzer Strumpfhose, schwarzen Handschuhen, schwarzen knielangem Rock, schwarzes Wehrgehänge aus Banthaleder, beige Jacke und rotem Umhang. Das sieht nicht nur unglaublich Edel aus, dass ganze ist obendrein auch noch gut gepanzert. Nach etwas hin und her handle ich den Händler auf 2 500 Credits herunter. Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Kaum sind wir zurück zum Schiff, kommt die Nachricht des Hohepriesters, dass wir in zwei Stunden eine Audienz haben. Das wird knapp, da ich mich ja noch richten muss. Ich springe in die Hygienekammer und dusche ausgiebig. Dann die Haare machen, was viel Zeit kostet, ebenso das anlegen des Make ups. Wie gut, dass ich mir nicht auch noch überlegen muss, was ich anziehen soll. Die neue Kombination passt wie angegossen. Und ich sehe verdammt schick aus. Ich könnte mich stundenlang im Spiegel betrachten. Es ist lange her, dass ich mich so herausputzen habe können.

Als ich Lyn sehe, bekomme ich fast einen Schock. Sie trägt recht wenig und das was sie anhat ist äußerst provokant. Bei Twi´lek weiß man nie genau, ist ihr Outfit den klimatischen Bedingungen ihrer heißen Heimatwelt Ryloth geschuldet oder mag es unsere Pilotin einfach, sehr viel mehr Haut zu zeigen, als wie es für eine anständige Frau schicklich wäre? Als Frau hat man recht schnell den Ruf als Schlampe weg, wenn man sich offenherzig kleidet. Auf manchen Welten tragen Personen des sogenannten horizontalen Gewerbes genau diese Art von Kleidung.

Dagegen ist Shaka zwar schon deutlich züchtiger, aber auch eher ärmlich gekleidet. Nicht gerade das, was man bei der Audienz eines Herrschers tragen sollte. Wir gehen zu exakt dem gleichen Zugang, wo wir beim ersten Versuch auf äußerst nonchalante Art abgewiesen worden sind. Natürlich kann ich es nicht lassen, den dort diensthabenden Offizier der Wachmannschaft, der tatsächlich der gleiche wie letztes mal sein scheint, etwas zu Triezen. Meine Mutter würde mich schelten, wenn sie das sehen könnte, aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Nach einem kurzen Wortgeplänkel, dass ein äußerst breites grinsen auf meine roten Lippen zaubert, werden wir durchgewunken. Ein Skiff mit einem Droidenpiloten bringt uns zu einer Landeplattform, wo wir schon von einer Art Empfangsdame oder Assistentin in Empfang genommen werden. Das war mein erster Posten bei Shellys Gundarks nach meiner Grundausbildung gewesen. Adjutant bei Commander Shelly, was unter anderem der Empfang von Besuchern beinhaltet hat. Meist eine nette Abwechslung zur äußerst tristen Büroarbeit. Man glaubt gar nicht, was selbst so eine kleine Zelle von nicht mal 250 Mitgliedern für einen organisatorischen Aufwand braucht.

Der Rote Turm ist im Innern tatsächlich wie ein nobles Casino aufgebaut. Gäste und Bedienstete halten sich die Waage. Wir kommen an einen Springbrunnen vorbei, aus dem leibhaftig Casionchips sprudeln. So was habe ich in der Tat noch nie gesehen. Varianer unter den Gästen sind kaum zu sehen. Die größte Gruppe sind Menschen aus dem Hapanischen Raum, gefolgt von Menschen aus dem Rest der Galaxis. Die übrigen sind Aliens verschiedenster Couleur. Einige Rassen kann ich benennen, andere sind mir gänzlich unbekannt.

Ich frage die nette Empfangsdame, was es mit den Chips auf sich hat. Die sind nur Symbolisch. In diesem Casino wird weniger um Geld gespielt, sondern mehr um Dienstleistungen, Geheimnisse und Gegenstände, die es so nicht zu kaufen gibt. Das ist mir zu abgehoben, um damit was anfangen zu können. Da ich eine eher schlechte Spielerin bin, fasziniert mich das ganze sicherlich eindrucksvolle Ambiente eher weniger. Mit einem gläsernen Fahrstuhl fahren wir mehrere Ebenen nach oben und gehen dann an Spieltischen vorbei. Mein Blick hängt an einem älteren Mann an einem Tisch hängen, wo Sabacc gespielt wird. Auf dem ersten Blick denke ich, dass der Mann Khador verdammt ähnelt. Auf dem zweiten Blick bin ich fast überzeugt, dass es sich tatsächlich um Khador höchstselbst handelt. Der Mann, von dem ich weiß, dass er als letzter mir bekannter Person im Besitz von meiner Schwester Eloy war. Der Kerl, der sie an ein Syndikat weiter verkauft hat, dass kurz darauf vom Imperium ausgelöscht wurde. Allerdings sollte Khador sich auf Cyphera im Traum befinden. Entweder war dieser Eintrag eine Fälschung, da ich den Inhalt des Zylinders nie überprüft habe, da sich dieser in einem mir nicht frei zugänglichen Bereich befand. Oder er macht gerade Urlaub vom Traum, was ja möglich ist, auch wenn ein Träumer normalerweise nicht zurück in die reale Welt möchte. Für einen Moment erwäge ich, sofort zu Khador zu eilen und die Wahrheit aus ihm heraus zu prügeln.

Aber das wäre in der momentanen Situation äußerst Kontraproduktiv für meine Kameraden. Immerhin stehen wir kurz davor einen großen Haufen Credits zu verdienen und ich will auch, dass die Sache glatt über die Bühne geht. Also kämpfe ich meine aufwallenden Gefühle nieder und folge weiterhin brav der Empfangsdame.

"Was ist?", fragt Lyn, die sich zu mir zurück fallen lässt, da ich kurz stehen geblieben sind.

"Siehst du den älteren Hapaner mit den langen weißen Haaren? Ich bin mir fast sicher, dass dies Khador ist", erwidere ich mit gedämpfter Stimme.

"Ich dachte, dieser Mistkerl ist auf Cyphera?", fragt die orangene Twi´lek erstaunt.

"Das dachte ich auch. Werde der Sache nachher auf den Grund gehen", erwidere ich und schon erreichen wir den privaten Bereich vom Roten Turm. Hier irgendwo sollten wir nun auf den Herrscher dieser Welt treffen: Zargos Zarbossa.

Nakagos wirre Gedanken

Tja, was mag Khador wohl hier zu suchen haben? Hier sind wir etwas herumgeeiert, bis es dann richtig los ging. Und ich kann versprechen, die Audienz hat es in sich.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 06. Januar 2019, 16:52:31
Dorn

Ein kurzer Gang führt in ein großes Büro. Die rustikal holzvertäfelten Wände sind mit traditionellen Waffen bedeckt. Viele Messerpaare, wie wir sie auch bei dem einen Händler gesehen haben, nur sehen die hier alle hochwertig und sehr wertvoll aus.

Zargos Zarbossa steht mit dem Rücken zu uns. Wie sein Bruder ist er wieder im natürlichen Zustand seiner Rasse, nur sind bei ihm die herausragenden Zacken nicht abgeschlagen wie bei seinem Bruder. In einer Hand auf dem Rücken verschränkt lässt er nachdenklich ein Spielchip hin und her kreisen. Wahrscheinlich ein nervöser Tick von ihm.

"Ich hoffe, ihr Maden verschwendet nicht umsonst meine Zeit!", begrüßt er uns, weiter die Waffen an der Wand anstarrend, ohne uns einen Blick zu würdigen. Ein äußerst unhöflicher Mann. Ohne uns zu beachten, philosophiert er etwas über Waffen und die Kunst des Tötens. Nur Waffen sind wirkliche Kunst und nicht so ein Schnickschnack wie der Mist, das wir für das Haus Fyris überreichen sollen. Wenigstens schaut er uns nun an, als Shaka unser Kunstwerk anpreist. Es ist natürlich äußerst bedauerlich, dass unsere Auftraggeber die künstlerischen Vorlieben von Zargos nicht in Erfahrung gebracht haben. Besonders bedenklich, da die ja schon angeblich mit ihm geredet haben sollen und ein Blick auf diese Sammlung sollte eigentlich schon als Inspirationsquelle ausreichen.

"Ist das alles? Ihr fangt jetzt schon an, mich absolut zu langweilen", wiegelt er ab. "Ihr könnt froh sein, dass ich diesem Narren von einem Hohepriester noch einen wirklich großen Gefallen geschuldet habe."

Nach etwas hin und her kommen wir auf die Religion der Varianer zu sprechen. Und über die wahren Hintergründe. Schon schnell wird klar, dass er Bescheid weiß, dass Volvarak nur eine Lüge ist und es in Wahrheit Sith waren, die vor langer Zeit diese Welt besucht und die Varianer verändert haben. Das ist natürlich äußerst interessant. Ich muss an die Stufenpyramide auf Anduras I denken, die wohl wirklich ein Bauwerk der Sith ist.

Danach führen wir einen kurzen philosophischen Disput darüber, was wahre Macht ist. Seiner Meinung nach, jeden töten zu können. Ich halte dagegen, dass jeder mit einer entsprechenden Waffe ein Massaker anrichten kann. Töten ist erschreckend einfach, jedes Kind mit einem Blastergewehr kann das. Wahre Macht ist, wenn man mächtig genug ist, seine Feinde am leben lassen kann, weil man eben so unangreifbar ist. Zargos lässt sich leider nicht überzeugen.

"Ich will euch was zeigen!" Mit einer Geste lässt er eine Vitrine aus dem Boden hochfahren und mit einer zweiten öffnet er diese. Darin liegt auf einem Ständer ein leibhaftiges Lichtschwert. Ich bin Machtsensitiv genug um die Bösartigkeit dieser Waffe zu spüren. Lyn keucht auf und geht zwei Schritte zurück. Auch ich gehe etwas zurück, aber weniger aus Furcht, sondern um eine bessere Abwehrposition einzunehmen. Unmerklich verändere ich meine Haltung und verlagere mein Gewicht so, um schnell mein Vibromesser ziehen zu können. Vibrowaffen sind eine der wenigen Waffen, mit der es möglich ist, ein Lichtschwert zu blocken. Jedenfalls eine Zeit lang, dann gehen auch die kaputt. Zwar habe ich nie gegen jemanden mit einem Lichtschwert gekämpft, aber man hat mich in einer Unterrichtseinheit wenigstens theoretisch geschult. Allerdings bezweifle ich, dass Zargos Zarbossa diese Waffe auch wirklich führen kann.

Zargos greift nach der Waffe und aktiviert sie. Surrend baut sich eine rote Klinge auf. Der Herrscher dieser Welt hebt die Waffe hoch. Ich verändere meine Haltung so, um einen hohen Angriff besser entgegnen zu können. Das Lichtschwert ist schier greifbar bösartig. Nur Scav bleibt ungerührt, da er die Bösartigkeit der Waffe als Droide nicht spüren kann.

"Das ist eines der wenigen Artefakte, welches die Besucher zurück gelassen haben. Es gehört ein großer Wille dazu, dieses Lichtschwert anzufassen. Spürt ihr, wie sie nach Blut giert?" Die Frage war wohl rein Rhetorisch, den Zargos deaktiviert die Waffe und lässt sie wieder im Boden verschwinden. Irgendwie war das ein Test und wir scheinen ihn bestanden zu haben.

"Na gut, ich werde diese Unterhändlerin von diesem Haus Fyris empfangen. Aber diesen Mist könnt ihr wieder mitnehmen." Zargos schnippt an das Diorama und im nächsten Moment löst sich das Ganze in einem goldenen Nebel auf. Fierfek! Was es auch immer ist, wir werden alle davon betroffen. Wie heißt es so schön, traue niemanden, denn alle werden dich früher oder später verraten. In diesem Fall früher. Deswegen ist die Adlige auf der Vol Yunkai Station auch so schnell bereitwillig auf 20 000 Credits hoch gegangen. War damals schon misstrauisch, dass da ohne großes Feilschen unser Preis akzeptiert worden war. Jetzt ist klar, warum. Das ist äußerst ärgerlich, wenn man nicht für voll genommen wird. Und wir hätten dieses Ding besser analysieren sollen. Ist ja nicht so, dass wir nicht entsprechende Mittel zur Hand gehabt hätten. Aber damit hatte wirklich niemand rechnen können.

Schnell wird durch eine Untersuchung von einem Medidroiden das wir alle mit einem Degenerativen Retrovirus verseucht sind. Soll heißen, die Krankheit ist nicht ansteckend, aber wir sind durch die goldene Nebelwolke damit infiziert und haben noch etwa drei Tage zu leben. In zwölf Stunden soll es anfangen, unangenehm zu werden. Das sind äußerst unerquickliche Nachrichten. Zargos Zarbossa ist entsprechend angepisst. Ganz abgesehen davon bin ich das auch. Diese Lady Fyris auf der Vol Yunkai Station sollte sich besser warm anziehen.

Gezwungenermaßen klingelt Zargos bei Lady Fyris an. Ohne Begrüßung kommen die gleich zum Kern des Geschäftes. Das Juwel von Varian gegen das Heilmittel. Da Zargos sauer auf uns ist, weil wir ja als Boten so böse sind, ordert er nur eine Dosis des Heilmittels. Für uns "Maden" gibt es nichts, aber falls wir den Virus irgendwie überleben sollten, werden wir seine Hochachtung gewinnen. So ein arroganter und blöder Banthakotaufsammler! Wenigstens ist der Herrscher dieser Welt so gnädig und lässt uns einfach nur an einem Stück entfernen. Das ist jetzt doppelt blöd, weil ich gerne noch mit Khador über meine Schwester geredet hätte, der aber nicht mehr am Tisch von vorhin sitzt. Fierfek!

Wie auch immer, unsere schwer bewaffnete Eskorte wirft uns aus dem Kasino hochkant raus und da stehen wir nun wie die Narren, die wir wohl auch sind. Ich bin nicht wütend oder sauer. Nein, dass sind nicht die richtigen Wörter um zu beschreiben, wie es in mir aussieht. Ich bin so unendlich wütend und so unglaublich sauer! Nicht nur, weil ich hintergangen und mit einem tödlichen Virus infiziert bin, sondern auch weil ich die Gelegenheit verpasst habe, ein paart Takte mit Khador zu reden. Vielleicht hätte er alles geleugnet, aber vielleicht mir auch ganz einfach die Wahrheit gesagt, um sein Gewissen zu erleichtern. Das werde ich jetzt vielleicht nie mehr erfahren. So nah war ich schon lange nicht mehr an meiner Schwester dran gewesen und jetzt so was. Das ist mehr als nur ärgerlich.

Da kommt uns auch just schon die designierte Unterhändlerin des Hauses Fyris entgegen, begleitet von einem Dutzend schwer bewaffneter Leibwächter, was ihr wahrscheinlich das Leben rettet und mich von einer Kurzschlusshandlung abhält. Hier ist eine der wenigen bewachten Zonen des Planeten, so dass ein Feuergefecht sehr schnell enden würde, nämlich mit unserem Tod. Aber wir haben noch ein Druckmittel an Bord unseres Schiffes und so lassen wir es, hier ein Gefecht anzufangen, dass zwar glorreich, aber absolut sinnlos mit unserem Tod geendet hätte.

Zurück auf der "Vanguard" klemme ich mich hinter die Hyperfunkkonsole aus dem Klonkrieg und läute freundlich auf der Vol Yunkai Station an. Also ob rein gar nichts wäre bekommen wir Lady Fyris als Holoprojektion zu sehen. So macht Telefonieren gleich viel mehr Spaß. Ich habe in meiner momentanen Gefühlslage keine Lust auf Shakas umständliche Art und übernehme selbst das Reden. Wir haben illustre Gäste an Bord, die wir aus einer äußerst misslichen Lage gerettet haben. Ich nenne die Namen der drei geretteten Adligen aus dem Hause Fyris. Die gute Frau will Beweise sehen und ich bitte die drei Grazien doch nett, mal mit ihrer Verwandtschaft zu plaudern. Nachdem das geklärt ist, bekommen wir innerhalb einer halben Stunde das Gegenmittel geliefert. Dazu noch eine Einladung nach Fyria zu kommen, einem der vier Monde von Calfa und Sitz des Hauses Fyris. Das sich die beiden Namen so ähneln dürfte kein Zufall sein. Da wir erst dort unsere Bezahlung bekommen sollen, müssen wir wohl dort hin. Ich bin darüber nicht begeistert. Neutraler Grund wäre mir lieber gewesen. Auch wäre es jetzt kein Akt gewesen unsere drei "Gäste" einfach der Unterhändlerin zu übergeben und das sie uns das Geld aushändigt, dass uns nach Auftragsende zusteht.

Allerdings sind die anderen guter Dinge, dass sich auf Fyris alles zum guten entwickeln wird. Haben die nicht gerade wie ich erlebt, dass unsere Auftraggeber uns so über das Ohr gehauen haben, dass davon eine Narbe bleiben wird. Fierfek! Ich traue dem Haus Fyris nicht weiter als wie ich sie werfen kann. Als gutes Teammitglied beuge ich mich den Argumenten der anderen, dass sie uns wohl kaum in ihrem eigenen Schloss umbringen werden. Edna als geborener Hapaner versichert mir, dass das Gastrecht unantastbar ist. Wir wären Gäste des Hauses Fyris und so lange wir dort keinen Privatkrieg anfangen, kann uns dort nichts passieren. Nun gut, ich vertraue auf Ednas Einschätzung, da er wohl als Hapaner ein Experte auf diesem Gebiet sein dürfte. Auch halte ich ihn für vernünftig und vertrauenswürdig.

Weitere Waren nehme wir keine auf, dafür ein paar frische Lebensmittel und machen die Frischwassertanks voll. Ich quetsche mich in den Sessel des Co-Piloten und beginne mit dem Checkup. Unser Schiff ist durch den Raketentreffer immer noch leicht beschädigt und bis jetzt kamen wir nicht dazu, die "Vanguard" in eine Werkstatt zu geben. Alle Systeme laufen gut und Scav füttert den Navigationscomputer schon mit den notwendigen Daten. Es werden insgesamt neun Sprünge bis nach Calfa mit seinen vier Monden sein. Wir beenden den Checkup, da alles System einwandfrei funktionieren. Die Repulsorliftantriebe heulen auf, als wir abheben. Das Fahrwerk fährt ohne zu Mucken ein und wir gewinnen schnell an Höhe, während Lyn stetig die Geschwindigkeit erhöht. Ohne Probleme passieren wir die äußere Atmosphäre und erreichen nach wenigen Minuten einen sicheren Absprungpunkt. Die Berechnungen sind inzwischen fertig.

"Volle Energie!" Wir tauchen ein in den blauen Tunnel aus Licht.

Nakagos wirre Gedanken

Das war schon ein äußerst überraschender Ausgang der Audienz. Auch die Situation mit dem  Sithschwert war nicht ohne. Das ist ein weiterer Hinweis, dass hier vor sehr langer Zeit die Sith am Werk waren. Äußerst ärgerlich war auch die verpasste Chance mit Khador zu reden.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 08. Januar 2019, 15:49:04
Esk

Wir brauchen fast einen ganzen Tag, um die neun Sprünge durch den Ionennebel zu absolvieren. Die meiste Zeit lungern wir an den Navigationspunkten herum, während die Kühler des Navigationscomputers immer lauter werden. Die Berechnungen sind äußerst komplex und dauern deswegen entsprechend. Die Sperrzone der Vergänglichen Nebel hat nicht umsonst so einen berüchtigten Ruf. In diesem Labyrinth zu navigieren ist kein Kinderspiel. Und ich bin froh, dass wir inzwischen auf eine umfangreiche Datensammlung verschiedener Routen zurück greifen können, so dass wir immer mehrere Alternativen zur Auswahl haben. Auch hat sich Scavangerbot 523 als kompetenter Navigator entpuppt.

Schließlich kommen wir im Raum des Hapanischen Konsortium heraus, wo 63 Welten ein kleines, von der Außenwelt abgeschottetes Königreich bilden.  Calfa selbst ist eine grüne Welt mit blauen Sprenkeln. Ein Drittel ist mit Wasser bedeckt. Wüsten sind trotzdem eher die Ausnahme. Da Calfa prinzipiell für Raumverkehr gesperrt ist, läuft der ganze Außenhandel über eine Raumstation im hohen Orbit mit dem Namen Calfa Prime. Die lassen wir links liegen und fliegen den Waldmond Fyria an. Wir identifizieren uns und bekommen einen Anflugsvektor und Landeplattform angesagt. Wir beginnen mit dem Sinkflug und landen in einer netten Landebucht. Ein illustres Empfangskommando aus uniformierten Dienern und bewaffneten Wachen erwartet uns mit einem Spalier. Mit noblen Gleitern aus mir unbekannter Produktion werden wir zum Anwesen chauffiert. Um uns ist hügliger Tannenwald. Man merkt der Landschaft an, dass hier massiv Terraforming betrieben wurde. Häuser oder gar Dörfer sehen wir auf der Fahrt keine.

Der Hauptsitz des Hauses Fyris entpuppt sich als Stadt aus Villen und Palästen. Je näher im Zentrum, desto wichtiger die dort wohnende Familie und größer das Anwesen. Schließlich geht es durch einen idyllischen Park zum zentralen Schloss. Ich bin nicht sicher, ob es nur protzig oder kitschig finden soll. Von weniger ist mehr hält man hier definitiv nichts. Es gibt wohl kein Fleck auf der Fassade, der nicht irgendwie verziert ist. Man hätte dafür vielleicht nicht unbedingt als Gestalter ein sechs Jahre altes Mädchen anwerben sollen, dass mitten in der Glitzerphase ist.

Lady Varia plaudert etwas aus dem Nähkästchen. Seit ihrem Debütantinnenball war sie nicht mehr im Schloss gewesen. Ihre Familie wohnt im mittleren Segment, wo die noch halbwegs betuchten Familien leben. Ihre zwei Cousinen sind schon in den "ärmlichen" Villen am Rand aufgewachsen. Diese "Villen" sind auch schon Herrenhäuser, auf die mancher imperialer Gouverneur sicher neidisch gewesen wäre. Selbst die Familien am Rand wohnen im absolutem Luxus, von Dienern und Lakaien verwöhnt.

Was natürlich jetzt das Stichwort ist, da ein Schwarm Lakaien uns aus dem Gleiter hilft. Da ich immer noch meine gute Kleidung trage, die ich extra für die Audienz gekauft habe, fühle ich mich nicht vollkommen deplatziert wie Lyn oder Shaka, die wieder ihre normalen Klamotten tragen. Edna trägt nun Uniform von einer Einheit, die ich nicht kenne. Wie auch immer, ein Mann heißt uns herzlich auf Fyria willkommen und entschuldigt die etwas unglücklichen Umstände und das Missverständnis. Ich stelle mir bildlich vor, wie eine Salve einer schweren Turbolaserbatterie in diesen Komplex einschlägt, was ein breites lächeln auf mein Gesicht zaubert. Der Duchtess Selvin Fyris scheint das wohl so zu deuten, als hätte ich diese Angelegenheit schon vergeben und vergessen. Aber dem ist nicht so. Wir werden in die Empfangshalle geführt, welche in etwa die Ausmaße des Hangars der Gundark hat und der war darauf ausgelegt, gleichzeitig drei YT-1300 zu reparieren. An den Wänden sind Stammbäume aufgemalt, dazu hängen meist Portraits derjenigen neben ihren Eintrag. Auch hier ist Prunk angesagt. Der Boden besteht aus grauem Marmor, der so blank poliert ist, dass ich mich drin spiegeln kann. Unten ohne im Kleid ist hier definitiv keine gute Idee.

Leider ist es heute zu spät für einen offiziellen Empfang, aber wir sind herzlich zu einem Frühstück mit der Ducha des Hauses Fyris eingeladen. Danach gibt es eine Jagdgesellschaft und anschließend ein pompöses Abendessen. Und erst danach dürfen wir dann unsere Belohnung in Empfang nehmen. Das wären dann mal 30 000 Credits für die Übergabe des Geschenkes und das retten der drei weiblichen Fyris aus den Klauen der Schwarzen Sonne. Als kleine Zugabe eine Handelslizenz für den Raum des Hapes Konsortium, sprich alle 63 Welten, Monde und Stationen. Da ist ja noch das kleine Problem mit unserem Kopfgeld, also wäre diese Lizenz für Eileen Wolan, die tote Eignerin der "Vanguard" deren Identität ich angenommen habe. Auch bekommen wir eine Audienz bei der Botschafterin der Neuen Republik zugesichert, um das Missverständnis mit unserem Kopfgeld aus der Welt zu schaffen. Also müssen wir nur das glatte Parkett der Diplomatie überleben. Wenn das mal nur gut geht.

Jeder bekommt ein Gästezimmer zugeteilt. Zimmer ist hier als Unterstatement zu verstehen. Das sind schon kleine Wohnungen aus einer Mischung aus Wohn- und Empfangszimmer, einem Schlafzimmer wo sich das mächtige Prunkbett schon beinahe verliert und ein Badezimmer das größer ist als der Aufenthaltsraum der "Vanguard". Ich bin sicher, in den Wänden sich Überwachungsgeräte versteckt. Trotzdem ziehe ich mich aus und nehme ein ausgiebiges Schaumbad. Das tut gut, einfach in ein Berg von Schaum zu steigen und zu entspannen. Trotzdem bleibe ich wachsam. Alte Angewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen. Edna sagt, hier wäre es sicher, da wir unter das heilige Gastrecht fallen und das wird dann schon stimmen. Trotzdem kann ich nicht abschalten. Mein Leben besteht eigentlich nur aus Kampf und Jagd, mal Jäger, mal als Beute. Und oft irgendwie beides.

Nach dem Bad schlüpfe ich in einen bereit gelegten Schlafanzug und kuschle mich unter die flauschige Zudecke. Schnell schlafe ich ein und werde dann am Morgen von einer Zofe geweckt, die mir beim ankleiden und auch dem Haare machen hilft. Das ist schon praktisch. Ich versuche mit ihr ins Gespräch zu kommen, leider muss ich ihr alles aus der Nase ziehen. Nicht sehr ergiebig. Trotzdem bekomme ich ein paar Sachen heraus. Die Momentane Königinmutter ist sehr von Admiral Thorne und seinen Neuerungen angetan. Es gibt im Konsortium zwei Strömungen, die einen, welche die Traditionen hochhalten und keinen Fortschritt wollen. Dann die Reformer, die mit Hilfe von Thornes Technologie alles modernisieren wollen, um einen möglichen Angriff der Neuen Republik abzuwehren.

Der Bürgerkrieg zwischen den Truppen der Allianz und des Imperiums hat im Konsortium die Furcht geweckt, dass der hochgerüstete und kampferfahrene Sieger es an der Zeit hält, das Hapes Konsortium in die Republik zu führen. Mon Mothma ist aber keine Kriegsherrin und hat vollauf damit zu tun, die Republik wieder zu einen und die tiefen Gräben aufzufüllen. Und die Schlachten von Endor, Kuat, Corellia und Jakku haben sehr viele der großen Kriegsschiffe der Allianz vernichtet. Die Allianz hat sehr viele kleine Kriegsschiffe, aber mit Großkampfschiffen sah es immer eher Mau aus und daran hat sich meines Wissens kaum etwas geändert. Die Neue Republik könnte große Schwierigkeiten haben, eine starke Flotte wie die des Konsortium zurück zu schlagen. Dafür hat die Neue Republik sicherlich erfahrene Truppen.

Nun geht es zum Frühstück, das sehr ritualisiert abläuft. Die hier herrschende Ducha ist der Dreh und Angelpunkt. Niemand nimmt Platz, bevor sie nicht Platz genommen hat. Auch bestimmt sie die Länge jeden Ganges, der von Lakaien nach und nach aufgetragen wird. Dabei ist es auch noch wichtig, welches Besteck genommen wird. Lyn und Shaka versuchen sich tatsächlich anzupassen, ich habe für diesen Firlefanz nur wenig übrig. Das ganze pompöse Drumherum dient meiner Meinung nach nur die Oberflächlichkeit und Hohlheit der ganzen Adelsschicht mit unnötigen Ritualen zu kaschieren. Es hat schon seinen Grund, warum es so etwas wie Adel auf Corellia schon lange nicht mehr gibt. Ich stelle mir die ganze Zeit bildlich vor, in welcher Reihenfolge und mit welchen Mitteln ich die ganze Gesellschaft mehr oder weniger grausam ins Jenseits befördere, so dass ich die ganze Zeit über lächle.

Nach dem Frühstück dürfen wir uns für die Jagd umziehen. Meine Zofe hat schon ein passendes Jagdkostüm für mich bereit gelegt. Die Kleidung verfügt über ein grünes Waldtarnmuster. Die Art ist etwas Gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich doch funktional, auch wenn es der Schneider auch hier geschafft hat, ziemlich viele unnötige Verzierungen anzubringen. Meine Seitenwaffen nehme ich mit, auch wenn wir Jagdgewehre gestellt bekommen. Im Außenhof hat der Jagdmeister Tische aufgebaut, auf denen die Jagdwaffen liegen. Geschosswerfer mit Hülsenloser Munition im Kaliber von 12,5. Das Magazin ist in einer Röhre unter dem Lauf angebracht und muss umständlich manuell Patrone für Patrone nachgeladen werden. Der stämmige Jagdmeister oder einer seiner Gehilfen übernimmt das nachladen. Zwei Kolben in der Schaftplatte dienen als Rückstoßdämpfung. Das Zielfernrohr hat ein Absehen mit zwei Stacheln für schnell bewegliche Ziele. Die Waffe kann halbautomatisch Feuern und ist unglaublich reich verziert. Intarsien, Zilisierungen und aufwendige Einlegearbeiten. Ich löchere den Jagdmeister nach ballistischen Daten, die er nur sehr rudimentär wieder gibt.

Unser Jagdwild sind Rancore, die in einem Tal in der Nähe in einem Freigehe gehalten werden. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft sind ein paar jugendliche Mädchen, Jungen und junge Männer. Statt  Gleiter oder Swoopbikes bekommen wir Laufdrachen gestellt. Edna erklärt uns, wie man mit diesen Viechern umgeht. Hier bekommen wir zum ersten mal zu hören, dass Edna einst ein Mitglieder Calfa Dragoner war, einer Eliteeinheit, die auf leibhaftigen Laufdrachen in die Schlacht reitet. Mir sind die Viecher ziemlich suspekt. Jedes Gefährt, was nicht im Leerlauf schwebt, ist mir irgendwie unheimlich.

Ich schieße mein Gewehr auf die Entfernungen 50, 100 und 300 Schritt ein und mache mich mit der Waffe vertraut. Sie ist schwer, federt aber den gewaltigen Rückstoß des großen Kaliber dank des überraschend gut funktionierenden Kolbensystem gut ab. Durch das vergleichsweise hohe Gewicht und die Länge der Waffe ist sie äußerst träge beim schwenken. Für einen querenden Rancor in über hundert Meter Enterung ist das aber ausreichend.

Die Geschosse sind Innen hohl und verfügen über genug Gift, um einen Rancor auszuschalten. Das behauptet jedenfalls der Jagdmeister. Ich bin zwar der Ansicht, dass ein Raketenwerfer die einzig richtige Waffe ist, um einen Rancor zu töten, aber das wäre wohl unsportlich. Ein gutes Gefühl habe ich nicht bei der Sache.

Nakagos wirre Gedanken

Lustige Abenteuer bei Adligen. Hier bekommt man die Sonnenseiten vom Leben im Hapes Konsortium zu sehen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 10. Januar 2019, 15:10:18
Forn

Schließlich brechen wir auf und schon beim aufsteigen merke ich, wie ich diesen Drachen hasse und er mich. Mir fehlt ein Lenker, eine Bremse und ein Beschleunigungshebel. Ich bin ziemlich unglücklich auf dem Rücken von diesem Ding. Spaß ist etwas anderes. Schon nach zehn Minuten tut mir der Hintern weh, nach zwanzig Minuten habe ich ein äußerst unangenehmes ziehen in den Oberschenkeln und nach einer halben Stunde schmerzt mein Rücken. Zwar versucht Edna mir ein paar Tipps zu geben, aber wirklich verbessern tut dies meine Lage nicht.

Meine Laune hebt sich, als wir endlich auf ein paar Rancore treffen. Ich ziehe das Jagdgewehr aus dem Futteral, entsichere es, lege an und ziele. Der Laufdrache hält wenigstens still und ich kann in Ruhe das Ziel zentrieren. Da visiere ich einfach mal den größten Rancor an und schieße auf seinen Kopf, in der Hoffnung, seine große Klappe zu treffen. Sauber ziehe ich ab und der Schuss bricht. Das große Kaliber hat trotz der Rückstoßdämpfung immer noch einen unangenehmen Rückstoß. Der Lauf wandert gerade hoch und fällt genau dorthin zurück, wo ich vorher gezielt habe. Ein sauberer Schuss und sofort ziehe ich ein weiteres mal ab. Schnell hinter einander erziele ich mehrere Wirkungstreffer und die Kreatur bricht in sich zusammen. Leider sind die anderen Jäger nicht so versiert wie ich. Scav klammert sich krampfhaft hinter Lyn an deren Sattel fest, währen die orangene Twi´lek die Landschaft mit wild herumfliegenden Projektilen pflastert. Die Bäume tun mir wirklich Leid. Shaka leistet ihr dabei gute Schützenhilfe und ist dabei auch nicht schlechter als der Großteil der sogenannten Jagdgesellschaft, die eher Deckungsfeuer zu geben scheint. Leider bin ich die einzige, die einen Rancor zu Boden geschickt hat. Da er noch um sich schlagend auf dem Boden hin und her wälzt ist nicht sicher, ob der nun am Gift sterben oder sich erholen wird. Ich sag ja, Raketenwerfer ist die einzige für einen Rancor geeignete Jagdwaffe.

Die Rancore stapfen frohgemut auf das zu, was sie für ihr Mittagsbuffet halten. Und damit sind wir gemeint. Der Jagdleiter gibt das Zeichen zum Rückzug, bevor es zum Massaker kommt. Und mit Massaker sind ebenfalls wir gemeint. Der Reitdrache reitet nun endlich genau in der Geschwindigkeit und in die Richtung, die auch ich will. Leider wird das nicht ausreichen. Ich beginne nun zur Route zu kreuzen, um so einen Schuss während dem reiten auf die verfolgenden Bestien abgeben zu können. Auch Edna benutzt diese Taktik und wir geben Sperrfeuer nach hinten. Das verlangsamt die Bestien etwas und lässt den Vorsprung der anderen wachsen. Schließlich wird einer der jungen Reiter abgeworfen und der Jagddrache hält es aus irgend einem Grund für eine gute Idee sich mit Kreaturen anzulegen, die deutlich größer sind als er. Nun ja, der Drache greift an und wird innerhalb von Augenblicken in Stücke gerissen, was die Rancore aber zum Stillstand bringt. Der Jagdmeister rettet derweil den jungen Reiter und zieht ihn auf sein Tier hoch. Inzwischen habe ich verschossen und wir treten einen geordneten Rückzug an.

Das ganze war irgendwie als Lehrstück für die Jugend gedacht. Ich muss gestehen, den wirklichen Sinn und Zweck des ganzen geht über meinen corellianischen Horizont. Je mehr ich von dieser Kultur sehe, desto mehr erkenne ich, wie sehr diese Gesellschaft sich von der der Neuen Republik im Allgemeinen und der von Corellia im Speziellen unterscheidet. Wenigstens gab es bei diesem Unsinn keine Toten oder richtig Verletzte. Mein Hintern ist trotzdem wund, meine Oberschenkel ein Krampf und mein Rücken ein einziger Schmerz. Es hat schon seinen Grund, warum Corellianer Swoopbikes und keine Laufdrachen haben.

Wir bekommen Gelegenheit uns Frisch zu machen und uns auf die Abendgesellschaft vorzubereiten. Genau genommen will ich hier nur noch weg. Diese ganzen Komplikationen haben mich wieder von Khador getrennt, falls er es denn wirklich war. Statt weiter nach meiner Schwester zu suchen, hänge ich hier herum und versuche mich in einer Welt zurecht zu finden, die mir gänzlich fremd ist. Und ich die ich mich auch nicht intrigieren will. Es heißt zwar, bist du auf Coruscant, dann gib dich wie ein Coruscanter, aber diese Kultur mit seinen ganzen hohlen Ritualen und sinnlosen Prunk widert mich durchaus an.

Abendgarderobe wird mir gestellt und ich sehe richtig schick in dem vorne wie auch hinten tief ausgeschnittenen Kleid aus. Leider habe ich im Gegensatz unserer Twi´leks nicht die Körbchengröße, um den Ausschnitt wirklich zu füllen. Tja, man kann nicht alles haben, auch wenn sich meine Zofe wirklich alle Mühe gibt, mich hübsch zu verpacken. Zum Abendessen gibt es frischen Rancor serviert. Zähes Fleisch, schmeckt aber besser als auf Anduras. Wahrscheinlich der Rancor, den ich angeschossen habe und der als einziger sichtbar zu Boden gegangen ist. Sonst hat ja keiner einen sichtbaren Wirkungstreffer gelandet. Ich versuche mich in etwas Smalltalk. Ich bekomme etwas mehr heraus als von meiner Zofe. Das einzige neue ist, dass die Ducha von Calfa auch nicht sehr von den ganzen Entwicklungen mit dem Imperium um Thorne angetan ist. Allerdings steht die gute Frau unter massivem Druck, weil sie einen neuen Kampfdrachen der königlichen Flotte zur Verfügung stellen muss. Da scheint ja General Gale mal was richtig gemacht zu haben. Seit dem Attentat mit den Retroviren habe ich einen ziemlichen Hals auf die Hapaner im allgemeinen und Haus Fyria im besonderen. Ich bin nicht der Typ, der wegen so was jetzt mit Granaten herum hantiert wie Shaka auf Quaria. Trotzdem bin ich immer noch sauer deswegen und kein Geld der Galaxis kann das wirklich kompensieren.

Ich tauche ein in die ziemlich komplizierte Familienpolitik des Systems von Calfa. Auf den vier Monden herrschen die vier mächtigsten Familien von Calfa, die hinter dem eigentlichen Herrscherhaus der Ducha von Calfa, Evolyn Safia stehen. Das Haus Virin herrscht auf dem Mond Vir und gelten als großindustrielle Unternehmerfamilie. Die sitzen also nicht nur in ihren Prunkschlössern herum, sondern machen wirklich was aus ihrer Zeit. Das Haus Zacha regiert auf Zach und das Haus Skyris herrscht über den Mond Skyra. Bald schwirrt mein Kopf vor vielen neuen Informationen und ich beginne, die Namen wild durcheinander zu werfen.

Bei der ersten Gelegenheit entschuldige ich mich und gehe in meine Zimmerflucht. Dort nehme ich noch mal ein entspannendes Schaumbad, aber die Wut über die ganzen Umstände brodelt immer noch in mir. Die Fyris haben uns nach Strich und Faden verarscht. Anders kann man das nicht ausdrücken. Sie haben uns mit ihrem Verhalten klar gemacht, dass wir total entbehrliche Diener in ihren Augen sind. Fremdweltler, nicht der Rede wert, wenn die drauf gehen, auch wenn sie erfolgreich in ihrer Mission sind, so sparen die Fyris das Geld. Hätten wir nicht drei "Gäste" des Hauses als Faustpfand gehabt, wäre es wohl sehr eng geworden. Jedenfalls ist das nicht die Grundlage für ein vertrauensvolles Geschäftsverhältnis.

Das Bett ist sehr stabil und gut gefedert. Also tu ich etwas, dass ich nicht mehr getan habe, seit dem ich Corellia als kleines Kind habe verlassen müssen. Und dabei ist es mir egal, ob das eventuell von irgendwelchen Überwachungsgeräten aufgezeichnet wird. Im Schlafanzug bekleidet klettere ich auf das Bett und beginne zu hüpfen. Das ist vielleicht ein Spaß! Sicherlich verdammt kindisch, aber mir ist das so was von egal.

Der Morgen kommt und wir können endlich abreisen. Wir bekommen tatsächlich 30 000 Credits ausgehändigt. Dazu noch ein Handelszertifikat des Hauses Fyris, was uns nun den Handel im Hapes Konsortium ermöglicht. Leider gab es gerade ein Bombenattentat auf die Ducha Leonin Skyris von dem Mond Skyra. So ist es momentan nicht möglich die Botschafterin der Republik zu kontaktieren. Ducha Leonin Skyra war eine von jenen, welche der Contra Imperiumsfraktion angehört haben. Womöglich genau genommen höchst wahrscheinlich, war der Anschlag politisch motiviert. Das pikante daran ist, dass auch der Kronprinz und einzige Sohn Sylas beim Attentat ums leben kam und es keine Töchter gibt. Die Thronfolge der Herrscherfamilie von Skyra ist also momentan offen, da mehrere Leute nun Ansprüche auf den Thron anmelden können.

Nun ja, auf Calfa herrscht gerade Chaos und vielleicht ist es möglich, dort ein paar lukrative Aufträge an Land zu ziehen. Endlich können wir diesen Ort hier verlassen. Eigentlich war der Aufenthalt angenehm, die Gastgeber freundlich, die Belohnung angemessen und die Jagd durchaus interessant, wenn auch von der Gesamtkonzeption äußerst seltsam. Trotzdem glimmt in mir immer noch der Zorn über den "Verrat" auf Quaria. Wirklich vergeben und vergessen kann ich das noch nicht. Aber das ist nicht eine Zelle der Schwarzen Sonne, die wir mal kurz im Alleingang auslöschen können. Und Rache ist nicht lukrativ und führt nicht auf die Spur zu meiner kleinen Schwester zurück. Also verschließe ich meinen Zorn in meinem dunkelsten innersten und kümmere mich um aktuelle Probleme, nämlich schnell viel Geld zu verdienen. Und nach Quaria zurück zu kommen, um dort noch einmal Khador aufzuspüren und ihn mir zur Brust zu nehmen. Also blicke ich nun wieder nach vorne und halte mich nicht mit unnützen Rachegedanken auf.

Nakagos wirre Gedanken

Die Jagd war schon etwas seltsam. Fällt in die Rubrik verpasste Gelegenheit um was richtig geiles draus zu machen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 13. Januar 2019, 15:58:09
Grek

Zurück an Bord unseres Schiffes machen wir alles klar für einen Start und heben so schnell wie möglich ab. Der Transfer zur Freihandelsstation Calfa Prime verläuft ohne Probleme, ebenso die Formalitäten. Das Zertifikat das Hauses Fyris ist wirklich von Nutzen. Wir hören uns in den einschlägigen Cantinas der Station um, was es denn gerade für lukrative Geschäftsmöglichkeiten gibt.

Ein etwas dubioser Auftrag würde uns zurück in den Raum der Neuen Republik führen und zwar zur Mynaros Station. Die dortige Kommandantin der Station stellt sich dem freien Handel mit Gütern des Hapes Konsortium in den Weg. Im Klartext, die momentanen Summen sind für die gute Frau nicht verlockend genug. Also wird jemand gesucht, der ihr klar macht, nicht zu gierig zu sein. Da wir selbst da gesucht werden, ist unsere Verhandlungsposition nicht gerade die Beste, um das mal vorsichtig zu formulieren. Also lehnen wir dankend ab.

Auf Cyphera ist der Künstler Thald Krudd in der Traumwelt verschollen und seine Mäzene sind darüber äußerst besorgt, da wohl eine Vernissage bevorsteht. Nun ja, die Traumwelt ist kein Ort, wo wir gerne hin möchten. Also nein.

Am Stadtrand von Calfa Stadt befindet sich ein Lager mit zur Verbrennung vorgesehenen Schmugglergüter, die nicht besonders gut bewacht sind. Da sprechen mehrere Gründe dagegen, erstens wollen wir uns gerade erworbenes Handelszertifikat des Hauses Fyris nicht riskieren. Zweitens, wie transportieren wir die aus ihrem Gefängnis befreite Ware dann bitte ab? Schließlich können wir mit der "Vanguard" nicht offiziell dort landen und für ein heimliches Eindringen in diesen Luftraum haben wir nicht die notwendige Ausrüstung an Bord unseres Schiffes. Also auch nicht.

Aufgrund der sich am Horizont sich abzeichnenden politischen Verwerfungen versuchen einige Leute heikle Dinge in Sicherheit zu bringen. Wir bekommen vier Angebote für verschiedene Transfers. Drei wären zur Vol Yunkai Station und einer nach Quaria, wo wir eh hin müssen. Allerdings müssen wir die Fracht, bzw. die eigentlichen Kunden auf der Oberfläche von Calfa einsammeln. Das hört sich vielversprechend an und wir nehmen das nächste Shuttle nach Calfa Stadt.

Der Transfer in dem solide eingerichteten Shuttle einer mir gänzlich unbekannten regionalen Baureihe verläuft ohne Komplikationen. Wir können beim Anflug einen schönen Blick aus dem Fenster auf die sehr weitläufige Stadt werfen. Im Zentrum ist der Königspalast, der noch prächtiger und noch kitschiger aussieht wie der Stammsitz des Hauses Fyris. Ein gewaltiger Park mit malerischen Seen und lieblichen Wäldchen umgibt das Schloss. Einige Segmente sind naturbelassen, andere ein Prachtstück regionaler Gartenarchitektur. Darum gruppieren sich in großzügigen Anwesen die Adelshäuser. Darauf folgt ein weiterer Park und dann ein Gürtel aus einem Mischgebiet aus Lagerhäusern, Fabriken und Bürokomplexen. Normale Leute leben hier nicht. Des Rätsels Lösung ist, dass sich fünf Ebenen unter der Oberfläche befinden. So wie auf Coruscant, aber eben nur fünf und keine tausende von Ebenen. Wer hier nicht von Adel ist, hat kein leichtes Leben.

Als lizenzierte Händler ersparen wir uns lästige Formalitäten und werden quasi durchgewunken. Nun gut, dieses Handelszertifikat erweist sich als äußerst praktisch und ein großer Teil meines Zorns verraucht. Mit den Twi´leks im Schlepptau fallen wir auf wie bunte Banthas. Am Raumhafen ist es leichter in in den Untergrund, sprich in die unteren Ebenen zu kommen als in die eigentliche oberirdische Stadt. Da unsere Kunden eh dort unten sind, spielt das keine Rolle.

War die Luft oben frisch und natürlich, herrscht unten ein ziemlicher Mief. Die Untergrundstadt besteht aus kreisförmigen langgezogenen Gewölben und ist etwas anders strukturiert als Coruscant. Wohnhabs schrauben sich aber hier bis zur Decke hoch. Durch die geordnete Struktur dienen die wahrscheinlich auch als zusätzliche Stützen für das langgezogene Gewölbe. In den Erdgeschossen befinden sich Fachläden, kleinere Reparaturwerkstätten, Cantinas und einschlägige Etablissements. Auf einigen Plätzen befinden sich noch Marktstände, die sich bis in die Straßen hinein ziehen. Zweigleisige Monorailbahnen befinden sich auf einer Stützenkonstruktion über der Hauptstraße. Es ist viel los auf den Straßen, da viele Leute Hamsterkäufe tätigen. Manche Lebensmittelläden wirken leer gekauft und viele Leute tragen ziemlich prall gefüllte Beutel mit Lebensmitteln mit sich herum. Ordnungshüter, denen Rüstungen fatal an die von Sturmtruppen erinnern, sorgen für Recht und Ordnung auf den Straßen. Eigentlich sind nur einige unwesentliche Details anders und die Helme sind eher die eigentlichen Imperialen Armee nachgebildet. Aber sonst könnten das durchaus Imperiale sein. Der Einfluss und die Veränderungen haben auch die unteren Ebenen schon erreicht. Kein gutes Zeichen.

Wir treffen unsere Kunden in verschiedenen Cantinas und holen Angebote ein. Nach den ersten drei ist unser Frachtraum eigentlich schon ausgebucht, trotzdem suchen wir den vierten Kunden auf der dritten Ebene auf. Ein Turbolift bringt uns dort hin. Hier ist es deutlich schäbiger als auf der obersten Ebene. Hier befinden Produktionsstätten, Halden, Lagerhäuser, Gewerbeparks und Strukturen, deren Sinn und Zweck ich auf dem ersten Blick nicht erkennen kann. Es gibt hier auch Slums in Ruinenbereichen, wo versehrte Bettler dahinvegetieren. Keine gute Gegend und meine Hand ruht demonstrativ auf dem Griff meiner Blasterpistole.

Der Ort den wir aufsuchen müssen schimpft sich hochgestochen Repositorium. Ein Repositorium  ist meines Wissens ein verwalteter Ort zur Aufbewahrung von Dokumenten, die öffentlich oder einem beschränkten Nutzerkreis zugänglich sind. Auf alle Fälle ist dieses gedrungen wirkende Gebäude durch ein Wachhäuschen mit Schranke geschützt, in dem ein vierschrötiger Kerl sitzt und Gesindel abschreckt. Wir tragen unser Anliegen vor und werden von einem alten Mann mit Bart in Empfang genommen. Er trägt eine dunkle Robe und führt uns in ein Hinterzimmer. Die Fracht besteht aus einer einzelnen Kiste mit jeweils Anderthalb Schritt Seitenlänge und ähnlicher Höhe, die etwa einen Zentner wiegt.

"Diese Kiste ist ungeöffnet auf direkten Weg unverzüglich zu einer Position an der Vol Yunkai Station zu bringen." Misstrauisch beäuge ich die Kiste. Ich kann an der Seite im oberen Bereich sehr viele kleine Löcher entdecken. Darin soll ganz klar eine Person geschmuggelt werden, entweder eine kleine Frau, ein Kind oder ein kleineres Alien. "Dort wird ein Schiff die Fracht übernehmen und Sie bekommen 10 000 Credits." Für eine Kiste ist das ein ziemlich stolzer Preis. Besonders da wir uns nicht mit der Sicherheit auf der Vol Yunkai Station herum schlagen müssen. Allerdings ist Menschen oder Alienschmuggel immer so eine Sache.

"15 000 Credits und keine weiteren Fragen!", meint der Archivar auf einige Rückfragen von uns. Nun gut, dass ist eine stolze Summe und ich weiß schon jetzt, dass wir uns jeden einzelnen Credit hart verdienen müssen. Oder wieder mal übers Ohr gehauen werden.

"Wir müssen uns kurz beratschlagen", meine ich und wir bilden in einer Ecke mal wieder einen Kreis. Uns ist allen mehr oder weniger klar, dass wir eine lebende Person schmuggeln. Shaka ist von vorne rein strickt dagegen, noch bevor wir das Für und Wider erörtern. Nach etwas hin und her beschließen Scav, Lyn und ich, dass wir den Auftrag annehmen werden. Aber bevor wir die Kiste an der Vol Yunkai Station übergeben, werden wir den Behälter öffnen und der Person darin die Wahl lassen, ob diese unser Schiff verlassen will oder irgendwo anders hin möchte. Auch auf die Gefahr hin, nicht dafür bezahlt zu werden.

"Wir nehmen an!", erkläre ich dem alten Archivar. Ein kleines Problem ist, dass wir nicht einfach so mit der Kiste weg fliegen können. Im Vorfeld muss eine ganze Reihe von Sensoren manipuliert werden, weil die Ware einen Sender hat, der nicht deaktiviert werden kann. In einem Gespräch auf Fyria habe ich erfahren, dass Adligen ein Sender implantiert wird, welche Entführungen erschweren soll. Die sind so angebracht, dass man sie nicht einfach herausschneiden oder mit dem abtrennen eines Körperteils austricksen kann. Auch ein Droidenkracher wirkt nicht, da sich der eigentliche Sender in einer EMP geschützten Kapsel befindet. Also haben wir einen jungen Adligen in der Kiste. Ich halte den Archivar nicht für einen kriminellen Entführer und auch nicht für jemand, der mit seiner jugendlichen adligen Freundin vorhat, durchzubrennen. Angeblich kam der Kronprinz bei dem Bombenattentat ums leben. Aber vielleicht befindet sich dieser auch in der Kiste oder wird sich darin befinden, wenn wir ein Route ausgekundschaftet haben.

Also tun wir das, eine Route an die Oberfläche vorbereiten. Der Archivar schickt einen Gehilfen mit, der uns zeigt, wo die ersten Sensoren sich befinden, auf welche Art sie arbeiten und wie man sie temporär ausschalten kann. Das wird nicht einfach werden. Während wir eine Route aussuchen, die so wenig Sensoren wie möglich hat, gehen wir auf einen Markt, wo wir uns entsprechendes Werkzeug besorgen. Noch während Shaka mit dem Händler verhandelt, werde ich auf einmal von einer weiß berobten Gestalt angerempelt, die eine silbermetallene Maske trägt. Ein ganzer Pulk von diesen seltsamen Kultisten bewegt sich auf den Zentrum des Marktes zu und baut ein kleines Rednerpult auf. Dann betritt ein Kerl mit einer goldenen Maske die Bühne und hält eine Ansprache. Shaka wird endlich Handelseinig und wir machen, dass wir Abstand zu diesen vermummten Rassisten bekommen, denn genau darum handelt es sich. Die Rede trieft vor Hass und ist gegen alle Fremdweltler und ihren ach so verderblichen Einfluss gerichtet. Offensichtlich gefällt ihnen die Gedanken nicht, welche die Neue Ordnung des Imperiums ihnen über die Hintertür bringt. Allerdings geht es hier direkt gegen jeden Nichthapaner und nicht nur gegen Aliens.

Ohne aufgehalten zu werden, können wir den Marktplatz verlassen und uns um unsere Aufgabe kümmern. Vier Sensoren müssen wir ausschalten. Die sind meist an sehr unzugänglichen Orten angebracht. Ich klettere hoch und Scav gibt mir aus der Ferne Anweisungen, was ich zu tun habe. Der Rest steht dabei mehr oder weniger erfolgreich Schmiere.

"Da kommt jemand!", heißt es auf einmal von Lyn, als schon ein paar Leute um die Ecke biegen. Toll, hat die orangefarbene Twi´lek Bolbifrüchte vor den Augen? Ich tu so, als wäre es ganz normal, in mehreren Metern Höhe an einem Schaltkasten herum zu hantieren. Besonders in meinen teuren Klamotten. Auf eine solche Aktion waren wir ja nicht vorbereitet. Wir wollten hier Aufträge an Land ziehen und nicht einen Adligen hier heraus schmuggeln. Dafür bin ich wirklich falsch angezogen. Aber mit meiner inzwischen schon ziemlich mitgenommenen Rüstung würde ich auch keinen Staat machen.

Schließlich haben wir alle Sensoren geblendet, ohne das die örtliche Sicherheit aufmarschiert ist. Gut, dann können wir die "Ware" ja mal abholen. Schon in der Nähe des Repositorium hören wir Lärm. Weißberobte Kultisten haben den Wachmann aus seinem Wachhäuschen gezerrt und treten von allen Seiten auf ihn ein. Einige tragen Blasterpistolen, andere nur Eisenstangen oder Metallschläuche mit gezackten Kugeln an der Spitze. Der Wachmann sieht schon ziemlich ramponiert aus. Ich mag es nicht, wenn eine Übermacht auf einen schon am Boden liegenden Mann eintritt. Und noch weniger mag ich Rassisten. Und als drittes mag ich Credits und ich schätze mal, die wollen uns unsere 15 000 Credits streitig machen. In der Summe gesehen: Verdammt großer Fehler!

Nakagos wirre Gedanken

Nun kommen wir zu den Schattenseiten von Calfa. Da kann man mal sehen, was alles passieren kann, wenn man etwas Fracht aufnehmen möchte.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 15. Januar 2019, 15:44:47
Herf

"He, ihr Scheißkerle!", rufe ich ihnen zu und einer schießt auf mich. Damit ruiniert er meinen neuen schönen Umhang samt Jacke, da er nur meine Schulter trifft. "Fierfek!" Im Gegenzug ziehe ich meine Blasterpistole in einer glatten Bewegung, mache einen seitlichen Schritt um von einem dort stehenden Müllcontainer etwas Deckung zu bekommen und verpasse dem Schützen ein drittes Auge in seiner Stirn. Das Tibanagas brät seine weiche Birne ziemlich gut durch und mit kochenden Augäpfel geht er zu Boden. Hat er nun davon, dieser rassistische Mistkerl. Shaka spricht uns allen Mut zu, Lyn geht schießend ebenfalls in Deckung und Scav schwingt voller Enthusiasmus seine Fäuste, da er seine klobige Vibroaxt auf dem Schiff gelassen hat. Wie gesagt, wir wollten Kunden treffen und keinen Krieg vom Zaun brechen. Ich beziehe weiteres Feuer, aber der Container hält den Einschlägen gut stand. Ich erschieße in schneller Folge zwei weitere dieser schießwütigen Robenträger, Lyn einen und Scav schlägt gleich zwei zu Brei. Ein Blick auf dem Wachmann macht mir klar, dass wir für ihn leider zu spät gekommen sind. Wir haben die Kuttenträger nur von weiterer Leichenschändung abgehalten. Das ist natürlich äußerst bedauerlich, aber leider nicht zu ändern.

Wir rücken weiter vor und eine Gruppe von Kultisten kommt uns entgegen, da sie den Kampflärm wohl gehört haben. Ich gehe in einer Nische in Deckung, da zwei der Angreifer Blasterkarabiner dabei haben und die können ziemlich weh tun. Eine Blasterpistole natürlich auch, aber die noch mehr. Ich erschieße beide Schützen, die anderen werden von meinen Kameraden zusammen geschossen. Als erstes schnappe ich mir einen der Karabiner. Unbekannte Bauart mit viel unnötigen Verzierungen. Nicht nur der Adel scheint hier auf überflüssige Dekoration zu stehen. Ich brauche einen Moment, um mich mit den Bedienelementen vertraut zu machen und dann kann es weiter gehen. Mit der notwendigen Eile, aber doch vorsichtig von Deckung zu Deckung sich bewegend, rücken wir in das Repositorium vor.

Zuerst finden wir einen toten Gehilfen vom Archivar, dann den alten Mann selbst in seinem Büro. Mehrere Einschüsse sind in seiner Brust zu sehen und es riecht nach verbranntem Fleisch. Die Kiste ist offen und leer. An der Wand ist ein Stapel von Büchern und Aktenordnern umgefallen und gibt nun einen schmalen Durchgang frei. Dahinter ist ein schmaler Gang, aus dem Rufe heraus schallen. Nun gut, wer immer in der Kiste war, ist wohl im Gang und noch nicht in der Hand dieser Mörderbande.

Mit der Waffe im Anschlag rücke ich als Erste in den schmalen, von einer Reihe von Leuchtgloben an der Decke erhellten Gang vor. Der endet an einer Treppe aus porösem Permabeton nach unten. Wir folgen deren Verlauf und kommen in ein mit unverputzten Permabeton verkleideten Gewölbe. Hier stehen Maschinen auf festen Sockeln, deren Sinn und Zweck ich nicht einschätzen kann. Aber die sind Momentan eh nur dazu da, um unsere Annäherung an die Bande von Kultisten zu erleichtern. Durch das Gewölbe fließt in einem Kanal eine große Menge an Abwasser, jedenfalls riecht so kein gutes Frischwasser. Über diesen Kanal ragt ein Kranarm, an dem sich eine Junge von etwa zwölf Jahren klammert. Er trägt gute Kleidung und macht einen beherzten Eindruck. Auf die andere Seite ist es noch ein gutes Stück und aus dieser Position unmöglich zu erreichen. Sechs Kultisten sind hier zu sehen. Vier sind am Sockel des Krans und zwei klettern gerade hinter dem Jungen her. Zwei haben Blasterkarabiner, der Rest Pistolen. Ich erschieße einen mit einem Blasterkarabiner, Lyn pflückt den Kultisten vom Kran, der dem Jungen schon gefährlich Nahe gekommen ist. Shaka erledigt den anderen auf dem Kranausleger und Scav läuft in den Nahkampf. Das Gefecht ist schnell zu Ende und jetzt gilt es den Jungen wieder auf den sicheren Boden zurück zu bringen. Inzwischen hält er sich krampfhaft am Ausleger fest und schaut uns misstrauisch entgegen.

"Der Archivar des Repositorium hat uns beauftragt, Euch nach Vol Yunkai zu bringen, wo ein weiteres Schiff Euch in Sicherheit bringen wird, Eure Majestät", erkläre ich dem Jungen und klettere ebenfalls an den Kran hoch, um dem Jungen bei der Rückkehr auf sicheren Boden zu helfen. Misstrauisch mustert der Knabe uns. Da er nicht abstreitet der angeblich tote Kronprinz zu sein, liege ich wohl mit meiner Vermutung diesbezüglich richtig.

"Woher weiß ich, dass ich euch trauen kann?", erwidert er durchaus berechtigt. Schließlich kennt er uns nicht und befindet sich in einer äußerst prekären Situation.

"Gar nicht, Eure Majestät. Aber wir haben einen Auftrag angenommen und der Deal steht noch. Euch bleibt nichts anderes übrig, als es darauf ankommen zu lassen. Und in den Fluss zu springen bringt Euch nur um, dass ist keine Lösung", erkläre ich und der mutmaßliche Thronfolger lässt sich nun von mir nach unten auf den Boden helfen. Das wäre geschafft. Aber unsere Probleme sind noch nicht zu Ende.

Der kleine Kronprinz heißt Sylas und er vermutet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass einer seiner Onkel hinter dem Bombenattentat steckt. Und der will Nägel mit Köpfen machen und den Jungen beseitigen, damit er selbst bestimmen kann, wer in Zukunft die Macht über sein Haus hat. Andere wiederum würden alles geben, um Sylas in ihre Finger zu bekommen und mit einer ihrer ledigen Töchter zu verheiraten, die damit dann die nächste Ducha wäre. Also haben sehr viele Leute momentan ein großes Interesse den Jungen in ihre Hände zu bekommen. Ein anderer Onkel würde ihn bei Vol Yunkai an Bord seines Schiffes nehmen und der hat angeblich genug Macht, um diesen Schlamassel wieder gerade zu biegen. Ich hoffe mal für Sylas, dass dies auch den Tatsachen entspricht.

Der Junge tut mir schon Leid, da ich genau weiß, wie es ist, die Mutter durch Gewalt zu verlieren und auf der Flucht zu sein. Auch wenn es eine Ewigkeit her ist, manchmal ist es für mich wie nur ein Tag her, als wäre Eloy noch an meiner Hand. Also hat der kleine Sylas meine vollste Unterstützung. Aber wir machen ihm klar, dass der Preis für den sicheren Transfer immer noch 15 000 Credits beträgt, die ausgemachte Summe. Natürlich könnten wir auch auf einen hohen Risikozuschlag bestehen, aber das wäre doch etwas daneben. Leben retten geht immer vor Leben nehmen!

Zuerst schlage ich vor, dass wir einfach die Kutten der Kultisten anziehen, um unerkannt mit dem Jungen weg zu kommen. Ist er halt ein kleiner Kultist. Leider zeichnen sich die Lekku der Twi´lek zu deutlich unter den Roben ab. Mein Scherz, die Tentakel einfach abzuschneiden kommt bei den Mädels von Ryloth nicht gut an und muss mir böse Morddrohungen anhören. Ich merke mir, keine Witze mehr über die Lekku anderer Leute zu machen. Trotzdem nehme ich eine der Kutten mit, wer weiß, für was die noch gut sein kann.

Da bleibt uns letztendlich wohl nichts anderes übrig, als seine Hoheit in die Kiste zu stopfen und diese durch die Gegend zu tragen. Als kleine Rache lasse ich die beiden Twi´leks beim tragen ordentlich schwitzen, da ich sie rein zufällig an die Stellen bugsiere, die am schwersten zu tragen haben.

Wir kommen recht gut vorwärts. Kluge Leute hätten sich natürlich ein Skiff besorgt. Aber warum bequem, wenn man zwei Twi´leks zum Kisten schleppen hat? Wir kommen bis zur ersten Unterebene, als die planetare Regierung uns ein Strich durch die Rechnung macht.

"Ausgangssperre! Unverzüglich tritt eine Ausgangssperre in Kraft! Kehren sie zu ihren Behausungen zurück und bleiben sie dort!", quäkt es allenthalben aus Lautsprechern. Das sind keine guten Nachrichten. Es gibt ein ziemliches Gedränge und Geschiebe auf den Straßen und Plätzen der Untergrundstadt. Es liegt auf der Hand, dass die Ausgangssperre mit unserem blinden Passagier in der Kiste zusammen hängen muss. Damit dürfte auch der Shuttleservice nach Calfa Prime entweder streng überwacht oder eingestellt sein. Wahrscheinlich werden wir die Kiste öffnen müssen und damit wären wir geliefert. Eine kurze Diskussion später setze ich mich mit meiner Idee durch, zum  Repositorium zurück zu kehren, in das Untergeschoss zu gehen und aus herumliegenden Material ein Floß zu bauen, auf dem wir auf dem Kanal herum fahren können. Der Plan ist zwar der reine Wahnsinn geboren aus Verzweiflung, aber momentan das, was am Besten funktionieren dürfte.

Nakagos wirre Gedanken

Ein netter kleiner Kampf für Zwischendurch. War dadurch knifflig, da keiner seine normalen Kampfwaffen dabei hatte. Auch war Lyra nur mit ihrer guten Kleidung gerüstet, die zum Glück trotzdem recht gut mit Verteidigung von eins und Absorption von eins ist. Man wird etwas schwerer getroffen, kann aber nicht so viel Schaden wie üblich kompensieren.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 17. Januar 2019, 17:39:50
Isk

Also lassen wir uns mit dem Menschenstrom treiben und erreichen schließlich tatsächlich das Schlachtfeld wieder. Einige Leichen sind schon deutlich geplündert, aber Ordnungskräfte haben sich hier noch keine blicken lassen. Das ist wirklich eine üble Gegend. Auf dem Weg sammeln wir einiges an Materialien ein. Einiges kaufen wir uns auch zusammen, wie Seile und fünfzig leere fünf Liter Flüssigkeitsbehälter mit einem großen Griff. Aus weiteren herumliegenden Verbundwerkstoffen von Verpackungen oder Baumaterial machen wir auch mit Hilfe der Kiste ein Floß, dass uns trägt. Mit dem Vibromesser zugeschnittene Bretter dienen als Ruder und Stangen benutzen wir zum manövrieren. Schon das Wassern des Floßes ist ein kniffliges Unterfangen, da die Strömung reißend ist. Kaum sind wir an Bord, geht die Fahrt auch schon los. Scav und ich übernehmen als die stärksten im Team das steuern, durch die reißende Strömung braucht Momentan niemand zu rudern.

Ich denke, ich bin die einzige, die Spaß bei dem Ritt durch den Untergrund hat. Wir schießen bald in eine riesige Röhre hinein und nur eine einzige Taschenlampe sorgt für etwas Licht. Schließlich geht es eine Schräge hinunter in ein großes Sammelbecken. Die meisten kreischen dabei, ich vor Freude, der Rest teilt meine Begeisterung wohl nicht so. Die wo weiter vorne sitzen, werden richtig durchgeweicht, ich krieg ganz hinten nur ein paar Spritzer ab. Vom Becken geht ein großer Strom weiter. Die Strömung hier ist deutlich geringer und es ist angesagt, etwas zu rudern. Schließlich erreichen wir eine Struktur aus Permabeton, die ich für eine Kläranlage halte. Es gibt eine Anlagestelle, die vollkommen verlassen ist. Hier ist Endstation für unser Floß, dass nicht mehr ganz so den stabilsten Eindruck nach dem Ritt durch den Kanal macht.

Wir verlassen das Floß und suchen einen Aufgang nach oben. Unterwegs halten wir in einem Bereich, der gut zu verteidigen ist. Wenn mich nicht alles täuscht, müssen wir uns schon jenseits der Peripherie von Calfa Stadt sein. Jetzt ist die Frage, wie es weiter geht. Edna als Einheimischer zählt mehrere Optionen auf.

Erstens können wir darauf warten, dass der Trubel sich von selbst legt. Zeit ist aber für mich ein kritischer Faktor. Ich habe keine Ahnung, wie lange der Pirat und Sklavenhändler Khador sich noch im Roten Turm auf Quaria aufhält. Auch haben wir keinerlei Vorräte und ich schiebe jetzt schon Kohldampf.

Zweitens könnte Edna bei seinen ehemaligen Kameraden der Calfa Dragoner umhören. Wir bekommen zu hören, dass er einst dieser Einheit angehörte und sich aufmachte, den Machenschaften der Imperialen in seiner Heimat zu untersuchen. Dabei verschlug es ihn ins Imperium und dann bei uns. Je mehr Leute involviert sind, desto wahrscheinlicher ist Verrat. So ziemlicher jeder Calfaner würde davon profitieren, den kleinen Sylas in die Hände zu bekommen. Familie geht immer vor Freundschaft. Deswegen halte ich das für keine gute Idee.

Drittens gibt am Rand mehrere Militärposten, die unter anderem auch kleinere Hyperraumtaugliche Shuttles und Patrouillenboote im Fuhrpark haben. Da diese wohl momentan eher unterbesetzt ist, wäre das durchaus eine Möglichkeit. Nach kurzer Diskussion wählen wir auch die von mir favorisierte Möglichkeit drei.

Da Edna als indigener Hapaner nicht so auffällt, bricht er auf, um eine geeignete Basis zu finden. Ich nutze die Zeit etwas, um mich mit Sylas zu unterhalten und ihn auch etwas zu trösten. Dann ist es Zeit, eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Schließlich kehrt Edna erfolgreich zurück und wir können uns durch verlassene Versorgungsschächte, Kanalisationsschächte und Wartungstunnel auf eine angemessen kurze Distanz an das Ziel annähern. Der Posten ist gerade mal von drei Soldaten besetzt. Der Rest sucht wohl den kleinen Kronprinzen. Die Anlage besteht aus einem repräsentativen Wachhaus mit Büroarbeitsplätzen und einem umzäunten Areal, auf dem mehrere Flugmaschinen stehen, darunter auch ein Hyperraum fähiges Shuttle aus hapanischer Produktion. Das Gebäude hat eine nicht verspiegelte Glasfront, deswegen kann man es gut von außen einsehen, wie die auch gut nach draußen in jede Richtung schauen können. Das ist hier mehr ein bewachter Parkplatz als ein Stützpunkt. Ich habe keine Ahnung, warum sich diese Anlage mitten im Nirgendwo befindet. Hier ist nur offene Landschaft aus Gras und Bäumen. Vielleicht ist das auch ein Jagdgebiet eines Adligen, vielleicht sogar der Ducha von Calfa und die Soldaten sollen mit ihrer Präsenz Wilderer abschrecken. Verteidigen tun die hier jedenfalls nichts.

Den Zaun lautlos zu überwinden ist für meine Kameraden bis auf Edna ein unüberwindbares Problem.  Die Twi´lek Mädels haben nicht genug Muskelkraft, um ihre Körbchengröße über die tückischen Drahtsperren oben am Zaun zu wuchten. Scav ist schlicht zu schwer und würde den Zaun einreißen, statt ihn zu erklettern. Auch unser kleiner Prinz ist dafür nicht wirklich geeignet. Unser Plan ist relativ einfach. Ich klettere als erstes hoch und schalte den Strom aus. Keine Kommunikation, kein Alarm und ganz wichtig, kein Licht. Hapaner sehen im Dunkeln bekanntlich nur wenig und momentan hat einer der vier Monde Neunmond und der andere sichtbare spendet nur wenig Licht. Scav öffnet den Zaun, alle gehen durch zum Shuttle und dann ab durch die Mitte. So ist mal der Plan.

Ich näher mich durch das hohe Gras unbemerkt an und klettere dann Geschwind am Zaun hoch und überwinde den scharfen Drahtverhau an der Krone problemlos. Ich lande fast lautlos auf der andere Seiten und flitze zu einem Mast, wo sich die Kabelstränge der ganzen Elektronik treffen. Die Infrastruktur so offen zu präsentieren ist schon verdammt sträflich. Dieser Posten gehört zwar dem Militär, hat aber definitiv keine militärische Funktion. Die sich mehrere Meter über den Boden befindlichen Kästen sind mit massiven Schlössern gesichert und es kostet mich mehrere Minuten um die zu öffnen, nachdem ich da hochgeklettert bin. Da ich nicht lesen kann, was in den Kästen überhaupt ist, muss ich sie alle öffnen, bis ich beim letzten tatsächlich den Schrank finde, der den Strom lahmlegt. Als ich gerade die Sicherungen entfernen will, gibt der Kasten nach, auf dem ich gerade stehe. Der macht mit Karacho einen Abflug und ich hänge am anderen Schrank. Ich will mich gerade stabilisieren, als auch der einfach abkracht. Schlagartig gehen alle Lichter und elektrischen Geräte aus und ich knalle mit großer Wucht auf den Permabeton des Bodens. Au! Das hat jetzt verdammt weh getan. Und war auch nicht gerade leise. Leise vor mich hin fluchend richte ich mich auf und taste mit schnell ab um zu sehen, ob was gebrochen ist.

Scav öffnet derweil schon mal den Zaun, während ich Rufe der verwirrten Soldaten höre. Ich rapple mich auf und bin froh, dass ich nichts gebrochen habe. Da wurde gerade mehr als nur mein Stolz verletzt. "Fierfek!", fluche ich verhalten, nehme den Blasterkarabiner von der Schulter, den ich auf Betäubung geschaltet habe und eile humpelnd zum Shuttle, dass leider verschlossen ist. Aber Scavanger Bot überwindet das Schloss mit dem Hackertool. Shaka und ich sichern die Eintsiegsluke, während Scav das Sicherheitssystem im Shuttle überwindet. Die drei Soldaten haben inzwischen gemerkt, dass sie unerwünschten Besuch haben und haben ihre Blasterpistolen gezogen. Aber bevor sie in Stellung gehen können, springen die Triebwerke auch schon an. Ich schließe die Eingangstür und schon heben wir ab.

Ich eile ins Cockpit und nehme den Platz des Copiloten ein. Die Anordnung und Design stimmt natürlich nicht mit der Corellianischen Industrie Norm über ein, so das ich eine gewisse Zeit brauche, um herauszufinden, was ich da eigentlich genau vor mir habe. Recht schnell werden wir auf allen Kanälen angefunkt und zur Aufgabe aufgefordert. Scav hat derweil schon unseren Transponder deaktiviert und berechnet den Kurs zur Vol Yunkai Station. Auf dem Radardisplay erscheinen drei Kontakte, die schnell näher kommen.

"Jagddroiden!", meint Edna und hat recht. Es gibt eine fernsteuerbares Lasergeschütz unter der Kanzel. Ich fuchse mich in die Bedienung hinein und richte die Kanone nach hinten aus. Schnell kommen die Jagddroiden auf Feuerdistanz heran. Vom Design erinnern sie etwas an die Geierdroiden aus Klonkriegen, sind aber schnittiger und reich verziert. Lyn beginnt wilde Ausweichmanöver zu fliegen, was nicht nur unseren Verfolgern das zielen ungemein erschwert. Ich eröffne trotzdem das Feuer und erwischen den links außen fliegenden Droiden mit der ersten Garbe. Ein guter Anfang. Unsere Pilotin fliegt einen sogenannten Koiogran, also eine vertikale Kehre mit Drehung und ich muss das Geschütz um 180° drehen. Ich visiere das nächste Ziel an und erledige auch dieses. Leider schießt der dritte Jagddroide ebenfalls, trifft und unser Deflektorschild ist Geschichte. Noch ein Treffer und wir können darauf wetten, ob wir in der Luft auseinander brechen oder erst am Boden zerschellen. Da ich das nicht herausfinden möchte, ziele ich und gebe dem Droiden Zunder.

"Getroffen!", mache ich meiner Anspannung Luft, als der Gegner auseinanderbricht.

"Hu! Das war knapp!", meint Shaka zu recht und ich gebe Lyn einen High Five. Wir leben noch und steigen nun von weiteren Jägern unbehelligt in den freien Raum auf. Scav hat die Berechnungen schon beendet und wir springen bei der ersten Gelegenheit in den Hyperraum. Das war jetzt hart gewesen. Ich lasse meine Wunden von Scav verarzten und fühle mich gleich wieder besser. Unserem kleinen Passagier geht es auch gut und ich wuschle ihm durch die Haare. Wann kann man schon einem leibhaftigen Kronprinzen die Frisur durcheinander bringen?

Sitzung gespielt am: 26.05.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Lyn
Erfahrungspunkte: 25 25 Investiert in Talent Hingabe aus dritte Spalte, fünfte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger.

Beute:  30000 Credits Belohnung, 2 Blasterkarabiner, 5 Blasterpistolen

Getötete Gegner: etwa 18? Kultisten? 3 fliegende Jagddroiden abgeschossen, wahrscheinlich 1 Rancor getötet

Gruppenwert:
Diplomatie: 50
Schmuggel/Handel: 160
Militär: 150

Resümee: Es gab mal wieder ein paar haarige Momente, wo die Würfel einfach nicht wollten. Zu Stürzen ist tödlich. Die Entschlüsselung des Chips am Anfang verlief äußerst unglücklich. Aber wir wissen jetzt etwas mehr. Die Planungen zur Rückeroberung von Nilfax Station waren Umfangreich und haben bis jetzt nur zur Erkenntnis geführt, dass wir momentan noch nicht in der Lage dazu sind.

Der Verrat des Hauses Fyris an uns war schon ein Schockmoment. So sollte man nicht mit seinen Leuten umgehen. Aber wie sagte Tobias Beckett (Der wohl einzige volle Name in Star Wars den mein Rechtschreibprogramm nicht moniert :D ) in Solo so schön? Traue niemandem! Aber immerhin gab es 30 000 hart verdiente Credits für uns und damit 3000 für jeden von uns.

Die Rancorjagd fand ich etwas seltsam. Die Reitdrachen waren so gesehen cool, auch wenn Lyra ihren Pilotenwurf grandios in den Sand gesetzt hat. Das Jagdwild war es dagegen nicht. Ist ja nicht so, dass die Bücher nicht mit Kreaturen für jeden Geschmack zugeballert wären. Da gibt es eine große Auswahl an Bestien für jeden Zweck, man muss halt nur etwas suchen. Da hätte man auch was gefährliches finden können, dass einen nicht mit einem Schlag in zwei Hälften reißt und dessen Panzerung so hoch ist, dass man mit konventionellen Waffen unter einem E11s oder Raketenwerfer nicht durchkommt.

Die Abenteuer auf Calfa liefen etwas zäh an, besonders da es eine kurze, aber dafür emotionale Auseinandersetzung mit dem Spieler von Shaka gab, der den Auftrag mit dem Paket nicht annehmen wollte, weil moralisch grenzwertig. Nicht, dass irgend eine Aktion von uns nicht in der Grauzone wäre. Dafür war dann die Action gut. Besonders die Fahrt auf dem Floß durch die Kanalisation. Das war Spaß pur! Jedenfalls für mich. :D

Das Koiogran-Manöver gibt es Offiziell, ist praktisch ein irdischer Immelmann.

Die Kletterei auf dem Mast war hoch kein Problem, aber es gab dann Friktion beim öffnen und um Ende ist dann alles samt Lyra auf den Boden gekracht. Und das tat richtig weh.

Lyras Entwicklung: Mit den 25 Punkten konnte ich eine genaue Punktlandung hinlegen, um Hingabe zu bekommen. Lange Zeit war ich hin und her gerissen, welches der sechs Attribute ich erhöhen sollte. Für Kopfgeldjäger sind die Attribute in folgender Reihenfolge wichtig. Gewandtheit, Stärke, List, Intelligenz, Charisma, Willenskraft. Gewandtheit hat Lyra 4, Stärke 3 und der Rest ist auf 2. Eine Fokussierung auf Gewandtheit wäre in Frage gekommen, Fünf Würfel sind schon eine Wucht. List ist auch nicht verkehrt, Intelligenz momentan nicht so wichtig. Stärke ist wichtig für den Nahkampf, die Schadensreduzierung und die Traglast. Letztendlich erscheinen mir 4 Punkte Stärke wichtiger als ein weiteren Würfel in Gewandtheit oder List. So kann Lyra mehr Schaden absorbieren, mehr Traglast tragen und besser im Nahkampf austeilen. Ich denke mal, eine Ausgewogenheit ist besser als eine Fokussierung ein ein  Attribut, auch wenn das besonders in Bezug auf Gewandtheit mit seinen überproportional vielen Fertigkeiten vielleicht viele Proben deutlich erleichtert. Aber das setze ich erst einmal an dritter Stelle.

Die neue gepanzerte Kleidung mit seiner Verteidigung von Eins ist nicht schlecht. Absorption von Eins aber allerdings nur die Hälfte, was eine Faserrüstung zu bieten hat. Aber dafür ist sie richtig Schick.

Am Rande des Imperiums: Die Talente

Was sehr wichtig in diesem System ist, sind die Talente. Man kann sie grob in drei Kategorien einteilen, Offensiv, Defensiv und Unterstützend. "Erstschlag", also ein zusätzlicher Verstärkungswürfel beim ersten Schuss auf ein Ziel, dass noch nicht dran war, ist ein offensives Talent. Ausweichen, also die Aufwertung eines feindlichen Angriffs ist ein defensives Talent. Ein Unterstützendes Talent wäre zum Beispiel Pirscher, immer einen Verstärkungswürfel pro Talentrang bei jeder Probe auf Heimlichkeit oder Körperbeherrschung.

Jede Spezialisierung einer Charakterklasse hat zwanzig Talente in vier Spalten und fünf Ebenen. Die erste Ebene kostet 5 Punkte, jede weitere 5 Punkte mehr bis zum Maximum von 25. Jeder Talentbaum ist etwas anders angelegt. Manche gehen auf eine Spalte komplett von oben nach unten. Andere verzweigen sich oder winden sich hin und her. Dann gibt es noch Spezialisierungen, die drei komplett voneinander isolierte Verzweigungen haben. Da man immer, außer auf der ersten Ebene, das vorherige haben muss, wird so ein gewissen Balancing erreicht, da nicht jedes Talent gleich praktisch ist. Manche kommen bei jedem Kampf zum tragen. Manche bei jeder Spielsitzung mehrmals. Andere bringen sehr wenig oder sind nur in sehr außergewöhnlichen Situationen wirklich von belang. Zum Beispiel "Kreatives Töten" hört sich cool an, reduziert aber nur die notwendigen Vorteile für einen kritischen Treffer mit einer improvisierten Waffe. Das man mit so einer Waffe überhaupt kämpft, kommt schon sehr selten vor. Und wenn, sind das meist Schlägereien in einer Cantina, die unser SL eh nur mit einer einzigen Probe abhandelt.

Durch die spezifische Auswahl an Talenten ist jede Spezialisierung einzigartig. Manche Talente kommen häufig vor, andere gibt es nur für diese eine einzige Berufsspezialisierung. Manche Spezialisierungen haben eine Anhäufung von guten Talenten, bei anderen steige ich nicht ganz durch, was das soll. Die sind recht spezifisch, dass sie eigentlich nur in besonderen Szenarien oder Kampagnen brauchbar sind. Andere dagegen haben eine ausgewogene Mischung, wo man in den meisten Situationen irgendwas sinnvolles beitragen kann.

Mir gefällt, dass man auch später im Spiel so ziemlich alles werden kann, auf was man Lust hat. Man kann als Arzt starten und dann auf Gunslinger umsatteln, wenn man den darauf Bock hat. Das macht das System ziemlich flexibel und hält auch den Neidfaktor niedrig. Willst du das auch haben, kauf dir doch die Spezialisierung. Kann dann jeder für sich selbst entscheiden, ob das einem das Wert ist. Finde ich einfach gut. Jede Spezialisierung kostet die nun neue Anzahl davon mal zehn Erfahrungspunkte. Ist also nicht so viel, so lange man es nicht übertriebt. Nimmt man die Spezialisierung eines komplett neuen Berufes, kostet das dann zehn Punkte Extra. Wer nun unbedingt Rosinen picken betreiben will, kann das tun, zahlt dafür aber auch einen sehr hohen Preis.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 20. Januar 2019, 18:25:37
Episode X
In der Schlangengrube
Aurek

Endlich im Hyperraum fällt die Anspannung etwas von uns ab und Scavanger Bot 523 benutzt die  an Bord befindliche medizinische Ausrüstung dazu, mit durchzuchecken, ob auch wirklich nichts gebrochen ist. Zum Glück ist alles heil geblieben und ich bekomme noch mal etwas gegen die Schmerzen. Da geht es mir doch gleich viel besser. Eine kurze Inspektion des Inventars des Shuttles fördert drei in einer Halterung steckende Blastergewehre zu Tage. Die sind aber eher Antidroidenwaffen und den Waffen unterlegen, die wir erbeutet haben. Also lassen wir sie an Ort und Stelle.

Jetzt haben wir etwas Zeit und Muse, welche Shaka nutzt, sich etwas in die komplizierte politische Situation von Skyra einzuarbeiten. Onkel Volvin ist wohl der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Anschlag auf seine Schwester Leonis und seinen Neffen Sylas. Wäre Sylas auch gestorben, wäre Volvin wieder Duchtess gewesen. Onkel Norrik, der bei der Vol Yunkai Station auf uns wartet, ist ein Verbannter, der mit seinem etwas sehr lockeren Lebenswandel wohl Schande über seine Familie gebracht hat und seitdem sich im Randgebiet als Glücksritter durchschlägt. Er verfügt über weitreichende Kontakte im Randgebiet und scheint der richtige Mann zu sein, um Sylas am Leben zu halten.

Der Transfer zur Vol Yunkai Station verläuft über mehrere Sprünge ohne nennenswerte Zwischenfälle. Wir erreichen schließlich die Koordinaten, die uns der Archivar des Repositorium genannt hat. Ein zu einer luxuriösen Yacht umgebauter YT-1300 erwartet uns schon. Wenigstens das klappt reibungslos. Wir nehmen Kontakt mit dem Schiff auf und docken schließlich an. Onkel Norrik betritt in Begleitung von zwei schwer bewaffneten Leibwächter unser bescheidenes Schiff. Er Mann ist in den Fünfzigern und eine schlecht verheilte Beinverletzung zwingt ihn, an einem Stock zu gehen. Vielleicht ist das auch nur Show und er Stock nichts weiter als ein getarntes Vibrorapier. Bei der doch hochwertigen medizinischen Versorgung im Hapes-Konsortium tippe ich auf Show und eine getarnte Waffe.

Ich komme gleich zum geschäftlichen und kassiere die 15 000 Credits, so macht Geschäfte machen Spaß, weil wir ausnahmsweise mal nicht bedroht, mit Viren infiziert oder anderweitig übers Ohr gehauen werden. War ja auch nicht ganz einfach, Sylas hier her zu bringen. Achtzehn Kultisten mussten dafür bluten und ich auch. Trotzdem ist es gut, dass die Familie Skyris nicht das gleiche macht wie Familie Fyris, die uns umbringen wollte. Diesen Umstand weiß ich durchaus zu schätzen.

Onkel Norrik dankt uns überschwänglich, dass wir seinen Neffen in Sicherheit gebracht haben. Und weil wir ja so gute Arbeit geleistet haben und die Sache noch nicht ausgestanden ist, bietet er uns weiter 15 000 Credits an, wenn wir ihn und seinen Neffen nach Calfa zurück begleiten. Er wäre auch in der Lage, dass Missverständnis mit dem "geliehenen" Patrouillenboot aufzuklären und aus der Welt zu schaffen. Nach kurzer Beratung handeln wir ihn auf 20 000 Credits hoch. Das wird akzeptiert.

Wir bleiben aneinandergekoppelt, aber Sylas wechselt zu der Yacht "Wunderbar" über. Er muss sich nun eine Frau aus seiner Familie heraussuchen, um sein Haus zu retten. Ich wünsche dem Jungen viel Glück, als er durch die Schleuse verschwindet. Wenn das mal nur gut geht.

Der Transfer zurück zum System von Calfa verläuft ohne Schwierigkeiten und landen schließlich auf Calfa Prime. Unsere E-9 steht da, wo wir sie zurück gelassen haben. Dadurch das wir momentan im offiziellen Dienst der Familie Skyris stehen, können wir ganz gelassen das Patrouillenboot zurückgeben, dass wir uns haben ausleihen müssen. Die drei abgeschossenen Jagddroiden sind auch kein Thema mehr, sind wohl nun einem Waffentest zum Opfer gefallen. Dadurch ist die Lage jetzt doch recht entspannt. Wir haben etwas Zeit unsere Wunden versorgen zu lassen, die getragene Kleidung zu waschen und uns frisch zu machen. Schließlich geht es jetzt in die Schlangengrube des Hofes von Calfa. Ich habe kein gutes Gefühl dabei. Ein ehrliches Schlachtfeld ist mir da lieber.

Wieder geht es runter zur Oberfläche von Calfa mit einem Shuttle und landen in der Nähe des Palastes. Nach kurzem Warten wir offiziell von Duchta Viira Sativa empfangen. Eine sehr junge Dame, die wahrscheinlich noch nicht mal offiziell Alkohol in einer Cantina bekommen würde. Die  adrett gekleidete Jugendliche eröffnet uns nach ein paar hier üblichen Floskeln das ihre Mutter geschäftlich Unterwegs ist und erst Morgen die Angelegenheit des Hauses Skyris klären kann. Das lässt Raum für Interpretationen. Damit ist der junge Sylas noch einen ganzen Tag in Gefahr für Mordkomplotte und Heriatsintrigen. War schon klar, dass wir uns die Credits sauer verdienen werden.

Mit offenen Gleitern der hier hier vorherrschenden Nobelmarke werden wir zu dem eigentlichen Schloss chauffiert. Ich bin die ganze Zeit über angespannt und versuche Heckenschützen auszumachen oder am Wegesrand versteckte Richtladungen zu entdecken. Eine Aufgabe, die mich überfordert. Ich bin wirklich Froh, als wir am offiziellen Eingang zum Schloss ausgeladen werden und ins innere verschwinden können. Ganz rein zufällig hält sich in der pompösen Empfangshalle ein großer Haufen Adliger auf, die den jungen Kronprinzen mit ihren Augen einer Vivisektion unterziehen. Hier und da werden dem Onkel kleine Objekte wie Briefe oder Datenchips zugesteckt. Wahrscheinlich Angebote, Drohungen, Erpressungen und anderes unangenehmes. Das hier ist eine Schlangengrube.

Nach dem Spießrutenlauf werden wir in einen Seitenflügel geführt, wo sich die offiziellen Gästequartiere befinden. Überall stehen gerüstete und bewaffnete Wachen der Garde von Calfa herum, welche als die persönliche Leibwache der Herrscherin von Calfa dienen. Ich schaue mir die Umgebung sehr genau an und merke mir gute Feuerpositionen. Schließlich erreichen wir die Zimmerflucht, die für uns bereit gestellt wird. Weiteres Personal wird nicht angeboten, aber wir können die normalen Dienstboten herbeizitieren. Da wir nicht einkaufen konnten und mein Vorrat an Stimpacks geschrumpft ist, frage ich an, ob wir die über den Palast beziehen können. Ich wollte ja gleich einen Vorrat kaufen, dafür bekommen wir für jede Person eines umsonst. Nun gut, da Lyn noch zwei hat und ich keine, bekomme ich ihres. Das wird reichen müssen.

In knapp einer Stunde ist Sperrstunde, die auch innerhalb des Palastes gilt. Finde ich etwas kleinlich, aber mir bleibt nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren. Als erstes inspiziere ich vorne die unmittelbare Umgebung um die Eingangstür herum. Merke mir mögliche Feuerpositionen die Angreifer einnehmen könnten und welche mir bei einer Flucht dienlich sein könnten. Im Innern gibt es noch eine offizielle Geheimtür damit adlige Besucher in der Nacht ungesehen und Skandalfrei dem nachgehen können, was Adlige eben so in ihrer Freizeit so tun. Dient auch, um umgesehen Allianzen schmieden zu können. Shaka hat den Bereich schon inspiziert, aber ich verschaffe mir lieber selber einen Überblick. Diese Geheimtür kann nur von Innen geöffnet werden. Oder von Außen mit einer Richtladung. Auf alle Fälle ist da unten ein richtiges Labyrinth, das primär von der Dienerschaft dazu verwendet wird, ihre Herrschaft zu versorgen. In der Nähe ist der Geruch und die typischen Geräusche einer Großküche zu hören. Ich finde einen Ausgang in die Gartenanlage des Palastes, die äußerst unübersichtlich angelegt ist. Hecken, geschlossene Pavillons, Irrgärten aus weiteren Hecken. Das richtige für heimliche Gespräche oder für heimliche Geliebte. Wobei ich denke, dies ganze dient eher dem ersteren.

Bald geht es in unserem Quartier zu wie in einem Taubenschlag. Unterhändler verschiedener Familien unterbreiten Norrik und Sylas Vorschläge. Ich beschränke mich dazu, nur finster schauend in Pirscherhaltung, also Waffe mit Kolben an der Schulter, aber die Mündung auf den Boden zeigend, hinter dem Kronprinzen zu verharren. Eine ehrliche Schlacht wäre mir viel lieber als das hier!

Nakagos wirre Gedanken

Ein ruhiges Kapitel nach den ganzen Aufregungen. Der Einstieg ins nächste Abenteuer fand ich sehr gelungen und auch die Belohnung war durchaus angemessen. Auch haben wir unsere E-9 wieder. Happy!
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 22. Januar 2019, 22:50:16
Besh
Schließlich kommt ein Gast für uns. Es handelt sich um den Mandolorianer Gruzav, welcher mit uns die Solarminenstation gestürmt hat. Ihm ist es tatsächlich gelungen, die Solarminensation vor dessen Explosion zu verlassen, unserem Gefangenen Gene Lernan in seiner Rettungskapsel zu bergen und den wie uns schon bekannt, der republikanischen Gerichtsbarkeit zu übergeben. Gruzav meint, dass es unser Hauptschiff bei der Explosion erwischt hat. Also konnte Gale gar nicht die Rettungskapseln aufsammeln. Das ist in meinen Augen ein wichtiges Detail.

Inzwischen ist der Mandolorianer im Dienst der Botschafterin der Neuen Republik, die uns sprechen möchte. Und zwar um Mitternacht an einer Stelle in den Gärten, die ich gerade ausgespäht habe. Jedenfalls bekommen wir Koordinaten und Beschreibung der Örtlichkeit. Nun gut, schauen wir mal, wie uns die Botschafterin helfen kann. Aber ehrlich gesagt, denke ich eher, dass am Ende wir es sind, die der Botschafterin helfen werden. Offensichtlich ist es Gruvaz gelungen, dass auf ihn kein Kopfgeld ausgesetzt wurde, obwohl er auch auf der Minenstation war. Vielleicht hat er mit der Ablieferung des Gefangenen seine Unschuld bewiesen, kein Gefolgsmann von General Gale zu sein.

Kaum ist der Mandolorianer weg, bekommt Edna Unterstützung von alten Kameraden. Zwei Dragoner schließen sich uns an. Dazu meldet sich über Com noch eine alte Freundin von Edna, die eventuell nützliche Informationen für uns hätte. Aber zuerst müssen wir zur Botschafterin. Die suchen wir auf, nachdem ein opulentes Abendmahl aufgetischt wurde. Die Giftscanner schlagen nicht an, aber man weiß ja nie. Trotzdem lasse ich es mir schmecken, in dem ich kleine Happen zu mir nehme, den anderen ist der Appetit vergangen. Macht nichts, bleibt schon mehr leckeres für mich übrig.

"Bleibt im Quartier und tut nichts, was ich nicht auch tun würde, Eure Majestät!", ermahne ich den Jungen, der momentan sicher zu sein scheint. Aber ich denke, wenn was passiert, dann nicht hier im Quartier.

Edna und Scav bleiben bei Sylas zurück, während wir drei Mädels uns aufmachen, durch die Gärten zum Treffpunkt der Botschafterin zu schleichen. Trotz Sperrstunde ist in den Gärten einiges los. Geheimverhandlungen und Verschwörungen haben wohl gerade Hochkonjunktur. Interessanterweise müssen wir sogar einem halben hundert berobter Gestalten umgehen, die hier stumm herumstehend aufmarschiert sind.

Inzwischen habe ich heraus gefunden, dass es sich dabei um Schläger des sogenannten Heritage Council handelt, dass wiederum vom Haus Zacha vom Mond Zach unterstützt werden. Die predigen die gute alte Zeit herbei und richten ihren Agitationen gegen die Neue Republik. Nach ihrer Propaganda plant die Neue Republik unmittelbar einen Angriff auf das Hapes Konsortium. Das ist natürlich absoluter Dünnschiss, da die Neue Republik gar nicht in der Lage ist zu expandieren. Momentan kracht es noch an allen Enden des ehemaligen Imperialen Raumes, da sich doch einige ehemalige Militärs zu Warlords mutiert sind, die mit ihren Truppen da weiter machen, wo sie vor Jakku schon waren.

Wie auch immer, wir umgehen die rassistischen Spinner vorsichtig, dringen anschließend in ein Labyrinth aus Hecken ein und erreichen eine kleine Laube, wo die Botschafterin der Neuen Republik schon wartet, obwohl wir einige Minuten zu Früh sind. Die leicht ergraute Frau ist um die 60 Jahre alt, trägt prächtige Kleidung einer Adligen, was hier eine sehr gute Tarnung ist. Dazu ein Schleier, um ihr Gesicht zu verbergen. Und da hier überall Adlige herum schleichen, beschäftigt mit Intrigen, ist das perfekt, um mit der Umgebung quasi zu verschmelzen.

Das Gespräch verläuft etwas unglücklich in der Beziehung, dass die gute Botschafterin rein gar nichts für uns tun kann. Weder das Kopfgeld auf Republikanischer Seite zu kanzeln, noch irgend eine Art Unterstützung oder Kompensation. Da wird rein auf unseren Patriotismus appelliert. Einmal Allianz, immer Allianz. Nun ja, wir sind ja nicht so und geben ihr die Daten von der Agentin von Nilvax Station, die nach Shakas Worten leider beschädigt sind. Ich hätte ja die Wahrheit gesagt, da ich dazu stehe, dass wir versucht haben, die zu entschlüsseln. Ich schulde der Republik nichts und finde es nicht erquicklich, dass ein Kopfgeld auf mein Kopf aus rein politischen Gründen ausgesetzt ist. Es wäre ein fatales politisches Signal, wenn in der momentan angespannten Lage das Kopfgeld zurück genommen werden würde.

General Gale hat durch den Abschuss der "Stolz von Calfa" zu viel Staub aufgewirbelt. Seine Täterschaft gilt als gesichert, da er damit geprahlt hat. Es war wohl ein Hinterhalt, da die "Relentless", eine YT 560 sonst nicht mit einem ausgewachsenen Kampfdrachen fertig geworden wäre. Die YT 560 ist eigentlich eher eine Yacht oder Luxusshuttle. Auf Geschwindigkeit und Passagierkomfort hin optimiert. Während dem Galaktischen Bürgerkrieg war ich eine Zeitlang Bordschützin bei der militärischen Version dieses Schiffes. Das kann schon was, aber ein ausgewachsenes Kriegsschiff ist schon eine Nummer für sich. Dieser Schiffstyp wird inzwischen auch gerne von Piraten, Syndikaten und Warlords verwendet.

Wie auch immer, in 21 Tagen kommt die Königinmutter, als die wahre und unumschränkte Herrscherin des Hapes Konsortiums nach Calfa mit ihrem Flaggschiff "Sternenheim". Das macht die Lage nicht einfacher. Deswegen sollen wir nun General Gale aufspüren und ihn entweder ausschalten oder klar machen, dass es keine gute Idee ist, weiter auf Hapanische Kriegsschiffe zu schießen.

"Töten wir diesen verdammten Verräter!", meint Lyn und so langsam habe ich den Verdacht, dass irrationales Verhalten wohl ein allgemeiner Charakterzug bei Twi´leks ist.

"Warum?", frage ich die orangene Pilotin.

"Weil er uns nicht aus den Rettungskapseln gerettet hat." Bin ich die einzige, die gerade die verifizierte Information erhalten hat, dass der namenlose Frachter von General Gale die Explosion der Station nicht überlebt hat? Und wenn man es genau nimmt, war es Lyn selbst, die diesen Umstand mit dem abschalten des Eindämmungsfeldes der Kyberkristalle herbei geführt hat. Diesen Fakt kann ich natürlich nicht vor der Botschafterin ausdiskutieren.

Nun ja, die Botschafterin wertet die Daten aus, die wir ihr übergeben haben. Sind ja leider nicht besonders ergiebig. Auf alle Fälle operiert das Imperium hier schon viel länger, als wie Thorne seinen Verband in den Ionennebel geführt hat. Wir unterbreiten auch unsere bisherigen Erkenntnisse über Varian mit seinen Kyberkristallen und den Nanoviren in Verbindung zur bewegten Geschichte des Planeten. Dazu der massive Erzabbau auf Sybal und den Stützpunkte auf Cyphera. Und das auf Nilvax Station die Agentin des RSB festsetzt, welche die gesamten Daten ihr eigen nennt. Damit will ich auch Mittel freischaufeln, um die Station erobern zu können. Leider springt die Botschafterin nicht wie von mir gewollt darauf an.

Aber die Botschafterin hat noch Informationen, dass gefangene Gefolgsleute von Gale auf einer Station mit dem Namen Vult Vokai inhaftiert sind. Die zu befreien würde uns die militärische Schlagkraft geben, Nilvax Station zu erobern. Und wir kämen so vielleicht besser an Gale heran, weniger ihn zu töten, sondern seine Aktionen in die richtige, sprich der Neuen Republik genehmere Bahnen zu lenken. Notfalls könnten wir auch Söldner auf Cyphera anheuern, weil dort die Preise etwas niedriger sind. Aber ob Traumsüchtige nun die Lösung sind, ist natürlich fraglich.

Als Sahnehäubchen bekommen wir einen toten Briefkasten, wo wir Nachrichten hinterlassen könnten. Der Ausflug hat nicht das gebracht, was ich erhofft habe, aber besser als gar nichts. Für Lau nun General Gale aufzuspüren ist natürlich so eine Sache. Ich persönlich hege weder Groll gegen Gale, noch will ich mich unbedingt wieder seiner Sache anschließen, solange ich meine Schwester nicht aufgespürt oder ihr Schicksal erfahren habe.

Ohne größere Zwischenfälle schleichen wir uns zurück in unser Quartier, dass bis auf Onkel Norrik vollkommen verwaist ist. Sylas ist in Begleitung von Edna, seinen zwei Dragonerfreunden und Scav aufgebrochen, um mit einer gewissen Nira im Sicherheitsturm des Schlosses zu reden. Nira ist eine Freundin von Edna und soll wichtige Informationen haben. Dragoner sind von der Ausgangssperre ausgenommen und so was denen möglich, dort unbehelligt zu gelangen. Sie sind zwar noch nicht überfällig, aber wie üblich befürchte ich das schlimmste. Das ist genau das Szenario, dass ich befürchtet habe. Ein Attentat hier in diesen Räumen erfordert zu viel Know How und macht ein Riesenlärm. Als Angreifer würde ich nun versuchen, Sylas außerhalb zu töten und unterbreite dieses Szenario meinen Kameradinnen.

Eine intensive Diskussion entbrennt zwischen mir und Shaka, auf dessen Seite sich auch Lyn schlägt. Es ist ja keine Neuigkeit, dass Shaka immer gegen alles ist, was irgendwie sinnvoll ist. Aber von Lyn sind das ganz neue Töne. Ihre Argumente sind, dass wir nicht in der Lage wären, den Turm zu erreichen und dort einzudringen. Wir haben gerade bewiesen, dass wir durchaus uns frei auf dem Gelände bewegen können, solange wir uns nicht erwischen lassen. Ob wir in den Turm gelangen können, kann ich ohne ihn gesehen zu haben weder bestätigen noch dementieren. Ich bin niemand, der einfach Luftschlösser verspricht. Das ist der Knackpunkt den ich von hier aus nicht aus dem Weg räumen kann und werde deswegen überstimmt. Das schmeckt mir nicht, aber ich bin Teamspieler und achte die Entscheidung der Mehrheit, auch wenn ich sie für Falsch halte. Scav ist ja bei dem Jungen und der Droide weiß, was er kann und was besonders wichtig ist, was er nicht kann. Also setze ich mich auf das Sofa und warte mit dem Gewehr auf den Oberschenkeln einfach ab was passiert.

Nakagos wirre Gedanken

Palastintrigen, wer liebt sie nicht? Sorry, Überarbeitung hat etwas länger als geplant gedauert und konnte sie vor der Spätschicht nicht mehr hochladen.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 24. Januar 2019, 22:38:55
Cresh

Natürlich muss ich nicht lange warten, bis meine Befürchtungen zur Wahrheit werden. Scav ruft uns über eine interne Leitung an. Die Dragoner sind tot, Edna, Sylas, Nira und Scav hocken im Büro des nun ebenfalls toten Sicherheitschefs des Palastes fest, während knapp fünfzig Rassisten des HC das Gebäude auf dem Kopf stellt und nicht rein zufällig den Jungen sucht. Entweder um ihn zu entführen oder zu töten. Beides keine rosigen Aussichten.

"Das konnte ja niemand ahnen! Damit konnte keiner rechnen!", meint Shaka und heiße jetzt wohl Niemand Keiner. Ich werfe den Twi´leks nur einen bezeichnenden Blick zu und nehme mein geliebtes A 280 in Vorhalte. Ich gehe voraus und tu das, was wir schon vor einer Stunde hätten tun müssen. Leise bewegen wir uns durch den Keller und dann durch die weitläufigen Gärten. Wunder oh Wunder! Wir kommen tatsächlich ungesehen an dem Turm an. Das Ding ist ziemlich hoch und die ersten äußeren Zugangsmöglichkeiten befinden sich in etwa fünfzig Meter Höhe. Können auch mehr sein, Vertikale Entfernungen zu schätzen ist nicht mein Spezialgebiet. Der einzige Eingang ist bewacht von zwei Palastwachen. In der Nähe lungert ein kompletter Zug herum. Wahrscheinlich gehören die auch zur HC. Oder auch nicht. Keine Ahnung. Von Außen kann man das ja nicht sehen, so lange sie keine Kutten oder Masken tragen.

Neben dem Turm mit der ganzen Sicherheit ragt in dreißig Meter Entfernung in weiterer auf, der eine Art Wohnturm zu sein scheint. Jedenfalls beginnen schon recht bald wohnlich aussehende Balkone aus dem Turm zu ragen. Auf etwas über hundert Meter Höhe ist ein gewaltiges Banner zwischen den Türmen gespannt, auf dem das Wappen der Herrscherfamilie prangt. Es ist kein Problem, da hoch zu kommen und dann auf der Seilkonstruktion, welches das Banner hält, hinüber zu kommen. Ich käme da auch rüber, aber ich bezweifle, dass Scav oder Sylas das so einfach könnten. Aber natürlich habe ich eine Idee.

Wir ziehen uns zurück, gehen in den nächsten Eingang ins unterirdische Kellerlabyrinth und schon hinter der dritten Tür finde ich das, was ich brauche. Mir ist aufgefallen, dass an vielen Decken Kronleuchter hängen, die wiederum richtig altmodisch an Seilzügen und Winden befestigt sind. In diesem Raum werden alte Leuchter und Zubehör gelagert. Auch finden sich hier stabile Seile von etwa dreißig Meter Länge, von denen wir drei mitnehmen. Mit Lyns Hilfe bastle ich eine Halterung, auf der eine Person das Seil herunter rutschen kann. Mit dem neuen Equipment kehren wir zum Turm zurück.

Ich packe meine Enterpistole aus und ziehe mich hoch zum ersten Balkon in knapp zwölf Meter Höhe. Von dort aus arbeite ich mich weiter den Turm hinauf. Die agile Lyn folgt mir ohne Probleme, Shaka hat deutliche Schwierigkeiten. Ohne Zwischenfall erreiche ich den Balkon, über dem das Banner befestigt ist. Es ist eine ziemliche Strecke nach unten und hier weht schon ein deutlicher Wind. Ich sichere mich und klettere dann hoch auf das Stahlseil. Wie ein Seiltänzer begebe ich mich nun auf meine Reise. Nach etwas mehr als die Hälfte kommt eine plötzliche Windböe, die ich nicht ausgleichen kann. Ich verliere das Gleichgewicht und beginne zu kippen. Das ist nicht gut!

Ich falle, drehe mich und bekomme gerade so noch das Seil zu packen. Aber nur mit einer Hand, was seine üble Zerrung nach sich zieht. Das hat jetzt weh getan. Mir gelingt es, mit der zweiten Hand ebenfalls halt zu finden und hangle mich nun die letzten Meter rüber. Mit dem Sicherungsseil bastle ich nun eine Rutsche. Nachdem ich das gemeldet habe, tauchen nach wenigen Minuten Scav, Sylas, Edna und Nira auf. Die Hapanerin ist wie alle bis jetzt gesehenen Vertreterinnen ihres Volkes äußerst gut aussehend und dürfte jünger als ich sein. Alle sind unverletzt und das ist die Hauptsache. Innen wüten vollkommen unbehelligt immer noch die Kuttenträger auf der Suche nach Sylas. Es lässt tief blicken, dass diese Chaoten hier so unbehelligt agieren können. Von zwei Seiten gesichert gelingt es mir alle ohne Probleme rüber zu bringen. Das klappt buchstäblich wie am Schnürchen. An dem hier befestigten zweiten Sicherungsseil ziehe ich die Rolle jedes mal wieder zurück.

Als letztes benutze ich dann mit nur noch einem Seil gesichert die Rutsche. Knapp hundert Meter unter mir befindet sich der Boden. Das ist keine Höhe, aus der man abstürzen möchte. Schnell kommt der andere Turm näher und ich lande auf dem Balkon. Geht doch!

"Wir sollten das Seil wieder mitnehmen", merkt Shaka an.

"Klettere rüber, mach es los und balanciere über das Banner zurück, wenn du das möchtest", erwidere ich und lächle breit. Shaka erwidert nichts darauf, was anderes habe ich nicht erwartet. Aber ich löse das Seil und befestige es parallel über dem Stahlseil. So sieht es aus, als wäre es zusätzliches Sicherungsseil und würde hier hin gehören. Wahrscheinlich wird das keinem so richtig auffallen. Alle anderen haben so wie ich kein Problem mit der Lösung. Das herunterklettern ist schon etwas langwieriger, da wir nun viel mehr sind und Scav nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Trotzdem gelingt es uns unbeschadet den Boden zu erreichen und im Garten zu verschwinden.

"Wartet! Ich weiß, dass in einem der Gästehäuser ein hochrangiges Mitglied des Geheimdienstes untergebracht ist um Morgen der Ducha ein Dossier zu übergeben", meint Nira, die etwas darüber angesäuert ist, dass Kultisten des HC ernsthaft versucht haben, sie umzubringen. Das hört sich nach einer guten Gelegenheit an, um an geheime Informationen zu gelangen. Also bewegen wir uns heimlich, still und leise zu diesem Gästehaus. Der vordere Bereich wird angestrahlt, auf der anderen Seite befindet sich die Ansammlung von Kultisten der HC, die wir auf dem Weg zur Botschafterin haben umgehen müssen. Mir gelingt es mit Scavs Hilfe die Strahler für drei Minuten zu deaktivieren, was allen erlaubt, auf einen Balkon im ersten Stock zu klettern. Die Tür steht offen und auf dem Schreibtisch in dem Raum steht ein Datapad. Das nenne ich mal eine glückliche Fügung.

Vorsichtig klettere ich hinein und höre Geräusche aus dem Badezimmer. Wahrscheinlich badet unser guter Mann gerade. Ohne Probleme schnappe ich mir das Datapad und bringe es zum Balkon, wo Scav versucht es zu knacken. Leider schafft es der Droide nicht, da er die Sicherheitsabfrage des Handabdruckscanners nicht umgehen kann. So wird das nichts. Aber vielleicht können wir ja den Handabdruck nehmen, wenn er schläft. Und vielleicht findet sich hier ja was, was einen tiefen Schlaf unterstützten könnte. Ich stelle das Datapad genau wieder dahin, wo ich es geholt habe und eile ins Schlafzimmer. Da finde ich eine Packung mit Schlaftabletten. Jedenfalls denke ich, dass es sich um welche handelt, da auf der Verpackung eine schlafende Person mit einem entspannten Lächeln zu sehen ist. Ich hoffe mal, dass es kein Stimulanzmittel und das lächeln der schlafenden Frau soll sagen, dass sie gerade guten Sex hatte. Wie auch immer, ich kann die Beschreibung nicht lesen, da das Hapanische Alphabet zwar auf Aurebesh basiert, aber die eine eigene Sprache sprechen und das Design der Buchstaben sich im laufe der Jahrtausende doch von dem des Republikanischen Raums deutlich emanzipiert hat. Da ich höre, dass der Mann gleich mit dem Bad fertig ist, bleibt mir nur übrig, selbst zu entscheiden. Ich nehme mal vier Stück, die ich in ein Glas kippe, dass halbvoll neben dem Datapad steht. Gerade so kann ich noch auf den Balkon raus schlüpfen, da kommt der Hapaner auch schon aus dem Bad.

Der trinkt sein Glas leer und geht dann zu Bett. Wir warten etwa eine halbe Stunde, und gehen dann rein. Ein vorsichtiger Blick ins Schlafzimmer zeigt mir, dass ich die Sache falsch dosiert habe, denn der Hapaner hat Schaum vor dem Mund. Ich hab mir mal sagen lassen, dass dies kein gutes Zeichen für einen normalen Gesundheitszustand ist. Da ich ihn nicht umbringen will, nehmen wir zuerst seinen Handabdruck, dann schleifen wir den betäubten Mann ins Bad und ich bringe ihn dazu, sich in die Kloschüssel zu übergeben. Dann flöße ich ihm vorsichtig schluckweise Wasser ein und stimuliere den Schluckreflex, damit wird dann hoffentlich die tödliche Dosis soweit verdünnt, dass ihm am nächsten Morgen nur verdammt schlecht ist. Ich schaffe ihn zurück ins Bett und helfe dann alle Spuren zu beseitigen.

Nakagos wirre Gedanken

Puh, dass waren äußerst aufregende Nachtstunden im Palast. Beinahe wäre Lyra abgestürzt, hatte aber genug Vorteile, um sich im letzten Moment noch festhalten zu können.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 27. Januar 2019, 15:38:31
Dorn
Scav war derweil ziemlich umtriebig. Zum einen finden wir eine Hyperraumroutenkarte. Unter den Navigationspunkten ist auch die Gefängnisstation Vult Vokai eingezeichnet, welche nur je zwei Sprünge von Quaria und Cyphera entfernt ist. Dazu noch den Standort von einem militärischen Außenposten im Ionennebel der Sperrzone. Vier markierte Punkte an der Grenze. Ich bin nicht sicher was Oculos 384 bis 387 genau sind. Sensorpunkte? Bereitstellungsräume? Depots? Stützpunkte? Navigationspunkte? Grenzstationen? Keine Ahnung.

Ein Bericht über Verhandlungen von einer Gruppe Varianer, welche das Haus Virin anheuern möchten, die Welt Varra in der Sperrzone zu Terraformen. Ein teurer und langwieriger Prozess. Das lässt sich gegen das Haus Virin verwenden, um die auf Sylas Seite zu ziehen. Hat sich damit die ganze Sache ja schon gelohnt.

Eine weitere interessante Notiz besagt, dass es dem hapanischen Geheimdienst gelungen ist, an der "Hunters Rest", dem fliegenden Hauptquartier der hiesigen Kopfgeldjägergilde, einen Peilsender anzubringen. Das Schiff befindet sich gerade über Quaria.

Ein Bericht über General Gale und eine Analyse seiner Truppenstärke. Neben der "Relentless" hat er wohl noch fünf Patrouillenboote unter seinem Kommando. Auch scheinen sich mehrere hapanische Piraten ihm angeschlossen zu haben. Es gibt einen Bericht, dass der "Stolz von Calfa" wohl auch durch interne Sabotage zerstört wurde. Eines der vier Häuser von Calfa könnte am Verrat beteiligt sein. Diese Information lässt mich stutzig werden, da ich nicht nachvollziehen kann, wie General Gale in dieser kurzen Zeit solche Kontakte knüpfen konnte. Das ist schon sehr seltsam und mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier irgend etwas ganz und gar nicht so stimmt. Da ist irgend etwas im Busch.

Dann eine Kostenaufstellung über den neuen Kampfdrachen, wie er gerade geplant wird. Eine Bestätigung darüber, dass in 21 Tage die Königinmutter hier auf Calfa aufkreuzen wird. Dann noch einen Bericht über Kyberwaffenforschung. Hat sich ja wirklich gelohnt.

Der Rückweg wird trickreich, da wir uns über die Kellerwege zurück begeben. Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass wir unterwegs vom Personal gesehen werden. Aber das ist nicht zu ändern. Ohne aufgehalten zu werden, erreichen wir unser Quartier und einen tief besorgten Onkel Norrik. Während Sylas Gespräche mit Haus Virin aufnimmt, kuschle ich mich auf das Sofa und nehme eine Mütze voll Schlaf in voller Montur. Es gibt keinen weiteren Angriff und auch sonst keine Störung. Am Morgen gibt es eine kurze Inspektion der Palastwache, ob wir auch alle brav in unserem Zimmerchen sind. Das ist schon irgendwie peinlich.

Ein feines und reichhaltiges Frühstück wird aufgebaut. Der Scanner zeigt nichts an und ich lang kräftig zu, da ich Kohldampf habe. Der Rest schaut nur zu. Könnte ja vergiftet sein. Ich mach mich noch frisch und bringe mich in einen vorzeigbaren Zustand. Schließlich werden wir aufgerufen, vor dem Thron der Ducha von Calfa zu erscheinen. Der Thronsaal ist weiträumig und voll von Adligen, die offensichtlich nichts anderes zu tun haben, als hier herum zu lungern.

Die blonde Ducha selbst ist vielleicht Anfang dreißig und erstaunlicherweise ist ihr weißes Kleid fast schmucklos. Sie hat begriffen, dass weniger manchmal viel mehr ist. Ich glaube, Prinzessin Leia würde mit ihrem Kleidungsstil hier gut hinein passen. Es gibt wieder viele hole Rituale und Wortgeplänkel, die ich nur am Rande mitbekomme. Das einzige interessante ist, dass Sylas Onkel Volvin in der Nacht angeblich Selbstmord begangen hat und der Bombenleger, welchen den Anschlag auf Sylas und seine Mutter ausgeführt hat, wohl bei der Festnahme getötet wurde. Da hat wohl jemand im Hintergrund ohne unser Wissen mitgemischt.

Nach viel hin und her breitet Sylas seine Heiratspläne aus. Haus Zucha erhebt Einspruch. Muss schon peinlich sein, Mörder in halber Kompaniestärke ausgeschickt zu haben und keine Resultate zu erringen. Haus Virin schlägt sich auf Sylas Seite und es gibt einige unschöne Wortgefechte. Aber leider wird es nicht mehr. Die Ducha zieht sich schließlich mit Sylas in ein kleineres Umfeld zurück und wir müssen draußen bleiben. Abschließend gibt die Ducha den Plänen von Sylas ihren Segen und damit ist der Angriff auf Haus Skyris abgewehrt. Das lief ja recht unblutig ab. Soll mir Recht sein.

Endlich können wir von hier verschwinden und ich kann es nicht erwarten, von diesem Planeten wieder herunter zu kommen. Aber ich bin sicher, dass war garantiert nicht mein letzter Aufenthalt auf Calfa. Bestimmt wird beim Besuch der Königinmutter etwas schreckliches passieren und wir werden mitten drin sein. So ist das eben.

Unser Schiff steht immer noch da, wo wir es verlassen haben. Damit fliegen wir nun auf den Mond Skyris. Hier ist alles ein paar Punkte bescheidener, was eine wohltuende Abwechslung ist. Die Lage ist Stabil und es ist abzusehen, dass unsere Hilfe nicht länger benötigt wird. Der kleine Prinz zeigt sich großzügig und wir bekommen 50 000 Credits für uns ihre Hilfe. Das finde ich sehr großzügig. Dieses Haus mag ich durchaus viel lieber als die Fyris, die es geschafft haben, wirklich unsympathisch zu sein. Ich nehme es eben wirklich persönlich, wenn man mich mit Retroviren infiziert. Ich werfe deswegen nicht mit Handgranaten um mich wie andere Leute, aber trotzdem will ich mit dem Haus nichts mehr zu tun haben. Außerdem bekommen wir noch eine weitere Handelslizenz ausgestellt. Die nehmen wir doch gerne. Zusätzlich hat Onkel Norrik noch ein paar gute Kontakte, mit denen wir was anfangen können. Leider weiß er nichts über Khador. Aber er kann uns einen guten Rüstungsmacher unten auf Calfa vermitteln. Ebenso könnten wir ein Energieschild kaufen. Die sind zwar Toll, aber momentan reicht meine Kasse nur für eine hochwertige Rüstung. Auch gibt es noch die Adresse eines reich bestückten Waffenhändlers.

Wieder mal geht es nach Calfa. Die Adresse ist in einem der noblen Handelviertel an der Oberfläche und die haben wohl hauptsächlich betuchte Adlige als Kunden, die ein gewissen Sicherheitsbedürfnis verspüren. In einer Gesellschaft, wo man out ist, wenn man nicht pro Jahr mindestens ein Attentat überlebt ist man als Rüstungsmacher sicherlich gut im Geschäft. In der Auswahl haben die auch ausgesuchte Stücke aus dem Republikanischen Raum. So erwerbe ich eine hochwertige "Protector 1 Kampfrüstung" von der Tagge Corporation mit hohem Tragekomfort. Die Panzerplatten bestehen aus geschichteten Durastahl und hochwertigen Verbundwerkstoffen, die auf einer flexiblen Unterlage angebracht sind. Ähnlich wie die Rüstungen, welche die Sturmtruppen haben. Lyn ist ebenfalls mit von der Partie und haben quasi Rüstungen im Schwesternlook, da wir die Rüstungen auch in ein für urbanes Tarnmuster umlackieren lassen. Auch Scav lässt sich neue Durastahlplatten anfertigen, die ihn nun viel besser schützen. Nur sind seine nun gebürstet und glänzen entsprechend. Und da sag mal einer, die Eitelkeit wäre allein der Frauen größte Schwäche.

Nur Shaka kauft keine neue Rüstung, sondern lässt sich verbesserte Gliedmaßen einbauen. Beine die sie etwas stärker machen und einen Scannerarm. Ich hätte ihr ja eine gute Rüstung empfohlen, aber was weiß ich denn schon?

Im Gegensatz zu  mir hat Lyn noch ein paar Credits übrig und will sich eine ganz besondere Blasterpistole kaufen. Aber von dem Modell gibt es nur ein einziges Exemplar und der Händler hat dafür einen ganz speziellen Preis und der ist nicht in Credits zu begleichen. Auf Quaria ist eine Adlige mit dem Namen Valerie Virin verschollen und Lyn, damit also wir alle, sollen die junge Frau aufspüren oder eben wenigstens ihre Leiche bergen. Nun gut, wir müssen ja eh nach Quaria und eine Rettungsmission ist etwas, was ich liebend gerne mache, auch wenn ich persönlich dafür nicht bezahlt werde. Leben retten mach ich sogar für umsonst.

Bei der Gelegenheit lassen wir die Beschädigung der "Vanguard" vom Raketenbeschuss durch die Schwarze Sonne beheben. Und obendrein kommt in die bisher leere untere Geschützstellung zwei kleine gekoppelte Ionenkanonen hinein. Als Sahnehäubchen reparieren wir das komplexe Computersystem des Schiffes, was uns erlaubt, in Zukunft andere Schiffe zu hacken. Besonders Scav ist davon sehr angetan. Mir wäre es zwar lieber gewesen, die feindliche Kommunikation zu blocken, aber das können wir noch nachrüsten. Für die an Bord befindlichen Droiden schaffen wir uns ein Ölbad an, was von allen mechanischen Besatzungsmitgliedern freudig sofort ausprobiert wird. Für uns lebende Personen rüsten wir Besh 42 weiter auf, so das er nun durch ein Softwareupdate und zusätzliche Hardware nun noch effektiver sich um unsere Wunden kümmern kann.

Auf alle Fälle hat es sich wirklich ausgezahlt, dem kleinen Sylas gerettet zu haben. Ich hoffe, der Junge überlebt diese Schlangengrube. Wir verabschieden uns dann noch persönlich von Onkel Norrik und den Duchtess des Hauses Skyris und brechen dann nach Quaria auf. Vor lauter Überschwang fahren wir quasi leer, was natürlich dämlich ist. Aber daran hat jetzt keiner gedacht. Aber egal. Lyn hegt den Verdacht, dass vielleicht unser Schiff auch mit einem Peilsender versehen worden sein könnte und begibt sich auf die Suche. Tatsächlich findet sie den gut versteckten Peilsender. Als sie ihn deaktiviert, geht eine kompakte Sprengladung darin los und Lyn hat sich für ein Bad im Bactatank qualifiziert. Aber wenigstens ist der Peilsender deaktiviert und das ganze Blut wegzuwischen dauert auch nur eine Viertelstunde.

Nakagos wirre Gedanken

Der Teil von Calfa ging dann doch recht flott über die Bühne. Da der Abend noch jung war und wir Lust auf mehr, ging das Abenteuer noch weiter.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 29. Januar 2019, 15:52:03
Esk

Der Transfer durch die Sperrzone verläuft sonst vollständig ereignislos und wir kommen unbeschädigt auf Quaria an. Wir drücken die Landegebühren ab und als erstes verschaffen wir mir eine Kopfgeldjägerlizenz bei der örtlichen hier operierenden Gilde. Die "Hunters Rest" liegt zwar im Orbit, aber da wollen wir nicht unbedingt darauf landen, da wir ja alle noch gesucht werden. Das Büro der Gilde auf Quaria ist eher eine Cantina im mittleren Preissegment mit Livemusik und liegt günstig in unmittelbarer Nähe des Raumhafens.

"Ich will eine Lizenz", eröffne ich dem dafür zuständigen Droiden hinter seinem Tresen. Das Modell ist mir unbekannt und wirkt so, als wäre er schon öfters nicht mit originalen Ersatzteilen repariert worden.

"Das macht 10 000 Credits", erwidert der Droide und ich lege den Stapel Credits auf den Tresen aus  zerkratztem Duroplast.

"Genscan erforderlich!", schnarrt die Maschine und spucke in den dafür vorgesehenen Sensor.

"Stelle Lizenz aus....." Derweil leuchtet eine Warnleuchte auf, da ich ja noch gesucht werde. Ein Gamorraner in der Nähe sieht das und greift nach seiner Blasterpistole. Ich bin schneller, treffe ihn aber nicht besonders gut mit meiner Blasterpistole. Shaka betäubt ihn schließlich mit dem Blasterkarabiner und der Gamorraner sackt bedient in sich zusammen. Sonst hat niemand Lust, die kurze Zeitspanne zu nutzen, bis ich durch die Lizenz Immunität genieße.

Schließlich habe ich die teure Kopfgeldjägerlizenz und kann mal nachsehen, was wir denn so wert sind. Jeder von uns war anfänglich 10 000 Credits wert, aber inzwischen sind wir alle auf 3000 Credits gefallen. Das war vor einem halben Jahr, als wir noch alle im Tiefschlaf waren. Auf Lyn ist noch ein weiteres Kopfgeld von 10 000 Credits auf dem Huttenraum offen, so das sie 13 000 Credits wert ist. General Gale ist momentan eine Viertelmillion wert. Ryal Volten, welcher die Nilvax Station okkupiert hat, immerhin 25 000. Sein Kumpan von der Devilstickplantage schlappe 5 000, Nilvax ist überraschenderweise genau so viel Wert.

Auf dem Weg zum Roten Turm klappern wir nun einschlägige Cantinas ab, um den Verbleib von Valerie Virin zu ermitteln, für dessen Auffinden Lyn eine Raider Arms Nova Pistole bekommen würde. Die gute Valerie ist vor knapp drei Monaten aufgetaucht, hat etwas gespielt und dann versucht Söldner anzuwerben. Für was ist nicht herauszufinden. Zuletzt gesehen hat man sie im "Kleinen Haus", dem größten Spielcasino auf Quaria. Ihre Leibwächter haben sie dann gesucht, haben einiges an Chaos angerichtet und sind am Ende unverrichteter Dinge ohne ihre Herrin abgezogen.

Wir kommen nun am "Roten Turm" an und lassen ausrichten, dass die Maden und Kakerlaken überlebt haben. Zargos hält Wort und wir dürfen passieren. Wieder empfängt uns die gleiche nette Dame wie beim letzten mal, deren Name, wie ich auf nachfragen herausfinde, Jasia ist. Khador ist auf dem ersten Blick nicht zu sehen und auch eine eingehende Suche fördert nur zu Tage, dass der ehemalige Sklavenhändler und Pirat von einer Woche, also knapp nach unserem überstürzten Aufbruch ebenfalls in Begleitung einer Gruppe von Söldnern aufgebrochen ist. Wohin lässt sich auf die schnelle nicht herausfinden. Das ist natürlich frustrierend und sehr enttäuschend. Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde. Es ist nur ärgerlich, dass ich ihn quasi hatte und dann wegen der Infizierung mit diesem dämlichen Retrovirus mich nicht um ihn kümmern konnte. Das war wohl nix!

Und wieder bin ich meiner Schwester keinen Schritt weiter gekommen, was ein äußerst frustrierendes Gefühl ist. Momentan bewege ich mich im Kreis um Khador herum. Nach den Wandbildern in seinem ehemaligen Haus zu schließen, hat er wohl das Wissen, was anschließend mit meiner kleinen Schwester passiert ist. Wenn jemand weiß, in welche finstere Einrichtung sie gelandet ist, dann er. Oder Khador kennt jemand, der es wissen kann. Die Suche nach meiner Schwester zieht sich schon eine Ewigkeit dahin. Eloy ist keine fünf mehr, sondern inzwischen eine erwachsene Frau. Wahrscheinlich wird sie verdammt wütend auf mich sein, weil ich so unendlich lange gebraucht habe, sie zu finden. Was war ich damals sauer auf meinen Vater, weil die Befreiung aus der Roten Arena fünf Jahre gedauert hat. Bei Eli ist es inzwischen das mehrfache. Vielleicht hat sie mich schon längst vergessen. Oder verflucht mich jeden Tag, weil ich meinen Schwur nicht gehalten habe. Wobei ich denke, ersteres ist wahrscheinlicher.

Shaka biedert sich regelrecht bei Zargos Zarbossa an und scheint es zu genießen, dass er uns immer noch Maden und Kakerlaken nennt. Wirklich beeindruckt scheint er von unser Wunderheilung nicht zu sein. Wahrscheinlich weiß er durch sein Informationsnetz, dass wir nur das dem Umstand verdanken, drei weibliche Familienmitglieder der Familie Fyris an Bord gehabt zu haben. Es war klug gewesen, deren Anwesenheit als Druckmittel zu benutzen, aber wir haben ja nicht gezielt nach ihnen gesucht gehabt. Hätte die Schwarze Sonne uns nicht über das Ohr hauen wollen, wären wir wohl an diesem Retrovirus verreckt.

Shaka plaudert etwas mit Zargos über verschiedene Projekte, die bei uns noch im Raum stehen. Er würde uns sogar dabei mit Informationen über Valerie Virin unterstützen, da es nie gut ist, wenn eine Adlige verschwunden ist. Es kommen danach immer Leute, die zu viele Fragen stellen und den Betrieb hier stören. Auch würden wir eine Prämie bekommen, wenn wir ihm Nilvax bringen. Ihm wäre der ehemalige Betreiber der Nilvax Station nützlich. Mit ist dieser Zargos nicht geheuer und steuere nur wenig zur Unterhaltung bei, während Shaka schon wieder viel zu viel redet. Schließlich hat Zarbossa durchaus auch wichtigeres zu tun, als sich mit uns abzugeben. Ich blicke ihm nachdenklich hinterher.

Jasia nimmt uns wieder in Empfang und ich stelle ein paar Fragen über das Casino und seine Kundschaft. Jeder kann sich von den Chips bedienen, aber nicht mehr als 100 Credits die Woche. Nun gut, da ich momentan ziemlich klamm bin, habe ich keine Skrupel, mir die entsprechenden Chips heraus zu fischen. Lyn mach sofort mit und auch Scav ist dann so frei, sich zu bedienen, nur Shaka hält sich zurück.

"Ich weiß eben, was sich gehört", meint sie mit so hoch erhobener Nase, dass es in ihren Hals hinein regnen würde.

"So wie Handgranaten in Ansammlungen von intelligenten Wesen zu werfen?", frage ich sie spitzfindig, was ihr den Wind aus den Segeln nimmt. Diese Aktion werde ich ihr nie verzeihen. Das sie uns in einen vielleicht unendlichen Krieg mit der Schwarzen Sonne gezogen hat, kann ich ihr noch vergeben. Wahrscheinlich wäre ich auch ohne vorherige Eskalation der Lage am Bunker bereit gewesen, die Zelle auf Quaria auszulöschen. Aber ich hätte sicherlich gern die freie Wahl gehabt. Aber das Shaka dabei den Tod von Zivilisten in Kauf genommen hat, in dem sie einfach eine scharfe Handgranate in einer solch unübersichtlichen Situation wirft, ist nichts, was ihr je verzeihen könnte. Wir hatten alle Glück, dass die Granate an der einzigen Stelle detoniert ist, wo sie keinen Schaden anrichten hat können. Trotzdem offenbart das ziemlich viel von Shakas Charakter. Und ich befürchte, die blaue Twi´lek hat nichts wirklich daraus gelernt.

Nakagos wirre Gedanken

Zurück auf Quaria etwas Kleinkram erledigt und wieder den roten Turm besucht.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 31. Januar 2019, 15:21:03
Forn

Wieder draußen vor dem "Roten Turm" beratschlagen wir, was wir jetzt tun. In dem Moment kontaktiert uns Jori, ob wir nun zum Minenschiff "Vantika" fliegen könnten, es würde so langsam eilen. Das er bis jetzt keinen anderen Schmuggler für seine Kiste hat auftreiben können, spricht Bände. Nun gut, dann machen wir eben das zuerst. Wir nehmen auch noch einige Güter für die "Vantika" an Bord, da wir wissen, dass dort besonders luxuriöse Verbrauchsgüter gut laufen. Recht schnell haben wir den Laderaum der "Vanguard" voll mit entsprechenden Waren. Und auch Jori und seine vier Jungs tauchen mit der besagten Kiste auf. Scav berechnet die Route im Navigationscomputer und wir brechen auf. Alle Systeme laufen glatt, nichts hakt mehr und wir kommen ohne Probleme in den freien Raum.

"Energie!", ich lege den Hebel um und schon sind wir im Hyperraum. Scav navigiert uns ohne Probleme an Hand verschiedener Karten durch den Hyperraum. Dank guter Karten und gewonnener Erfahrung sind Transfers durch die Ionennebel nun recht problemlos. Was ich gut finde. Ohne Zwischenfall erreichen wir den Asteroidengürtel, in der die "Vantika" operiert. Hier wird der Transfer im freien Raum, durchaus holprig. Hier schwirren viele kleine Trümmerteile herum, welche ein buntes Feuerwerk auf unsere Deflektorschilde aufflammen lässt. Staub und kleine Steinchen sind bei diesen Geschwindigkeiten eine ernsthafte Bedrohung für ein Schiff. Wir machen deswegen deutlich langsamer, weil die vorderen Schilde doch recht stark belastet werden. Auch flitzen hier ziemlich große Brocken herum, was der Anflug zum gigantischen Minenschiff nicht einfach macht.

Die "Vantika" ist riesig und erinnert an einen Fisch mit einem gigantisch aufgerissenen Maul. Vorne ins Maul kommen die Asteroidentrümmer, werden in einem riesigen Mahlwerk zerkleinert und Erz und Mineralhaltiges Gestein vom Schutt separiert. Der ganze Staub und Steinbröckchen um uns herum kommen von diesem Schiff. Wir werden mit Grußbotschaften und Geschäftsangeboten überschüttet. Und auch einen sicheren Anflugsvektor bekommen wir, nachdem wir unser Absichten kund getan haben, hier Handel betreiben zu wollen. Der letzte Teil des Anflugs ist durch den hier herumfliegenden Abraum recht anstrengend und die vorderen Deflektorschildanzeige wechselt von Grün auf Orange. Aber dann gleiten wir in einen riesigen Hangar, der voll von Gerümpel ist. Entweder wiederverwertbarer Schrott oder Maschinenteile die zur Überarbeitung auf Abholung warten.

Wir finden ein freies Plätzchen im Hangar und landen. Ein etwas dicklicher Hapaner mit einer etwas ramponiert aussehenden Uniform ist der Zolloffizier und kassiert die Landegebühren. Alles ist äußerst unkompliziert und es werden keine überflüssigen Fragen gestellt. Wir bekommen hier gleich das Angebot für 6000 Credits pro Transfer industrieller, aber instabilen Sprengstoff vom Typ Baradium von der Vol Yunkai Station zu transferieren. Das hört sich zwar verlockend an, aber Baradium hat eben einen gewissen Ruf. Thermaldetonatoren haben zum Beispiel Baradium als Sprengmittel. Also haben wir eher weniger Interesse daran, die "Vanguard" in eine fliegende Bombe zu verwandeln.

Als erstes machen wir das, für was wir hergekommen sind. Die fünf Jungs sind inzwischen reine Nervenbündel und Shaka gelingt es tatsächlich sie wieder etwas aufzubauen. Die Kontaktleute finden wir in einer Cantina zwei Decks unter dem Hangar. Arbeiter auf Freischicht scheinen hier in großer Anzahl ihre Freizeit zu verbringen.

"Ah, endlich seid ihr Jungs hier. Parki hat sicherlich schon große Sehnsucht nach Euch. Stellt die Kiste hier hin und dann kannst du deinen Cousin haben", meint der Anführer einer zwielichtigen Bande von Sabacc spielenden Muskelbergen. Tja, scheint so zu sein, dass es wohl keine 10 000 Credits für den Transfer geben wird, was jetzt nun wirklich keine große Überraschung ist. Wir sind über diese Entwicklung nicht glücklich und geben unseren Unmut darüber deutlich kund. Die vierschrötigen Kerle legen daraufhin ihre Spielkarten zur Seite und stehen auf. Ich muss mein Kopf schon stark nach hinten beugen, um denen dann noch ins Gesicht sehen können. Verdammt sind die Groß!

Recht schnell eskaliert die Sache zu einer zünftigen Schlägerei. Dank meiner guten Rüstung bekomme ich nichts ab, aber werde schon recht früh von einem Muskelberg einfach umgerannt, der mich aus vollem Lauf packt und mit mir gegen die Wand kracht. Meine Rüstung hält mehr aus als der Schädel von dem Kerl. Es kracht ganz schön, als seine Stirn an meine Brustplatte aus laminierten Verbundwerkstoff aus geschichteten Durastahl und Polycarbonat kracht. Er geht KO zu Boden und begräbt mich einfach mit seinem immensen Gewicht. Es ist äußerst mühsam und zeitraubend, mich unter ihm hervor zu arbeiten. Als ich wieder stehe, ist die Cantina ein Trümmerfeld und der Anführer der Gang recht kleinlaut.

Der führt uns zu Parki, den die Grobiane wegen seinen Schulden in eine Kiste gesperrt haben. Wir befreien den armen Tropf und bekommen dafür die Kiste mit den ominösen Inhalt geschenkt, den wir für 800 Credits dann weiter verkaufen können. Wenigstens hatten wir alle unseren Spaß bei der Sache und in weißer Voraussicht haben wir ja noch jede Menge weitere Waren mit an Bord genommen, um trotz dieses vorhersehbaren Verlustgeschäftes noch unseren Schnitt zu machen.

Da trifft es sich gut, dass wir von Captain Zarkosch eingeladen werden, den wir in seiner Offiziersmesse finden. Die ähnelt äußerst fatal an eine Cantina. An einer Stange tanzt eine aufreizend bekleidete Twi´lek und in einer Ecke spielt eine Band, welche für Live Musik sorgt. Zarkosch ist ein Berg von einem Mann, der im Gesicht einen dichten Rauschebart hat. Links und rechts kuscheln sich zwei gutaussehende Damen zweifelhaften Rufes an ihn, deren äußerst offenherzige Kleidung nur wenig der Fantasie überlässt.

Zarkosch hat ein paar Angebote für uns. Es gab da wohl ein paar Missverständnisse bei einer Ladung, die bald für die Suul-Tanca Corporation bestimmt ist und die sollen wir aus der Welt schaffen. Das heißt, wir sollen ein Raumschiff zerstören, dass keine vollständige Ladung an Bord hat, welche aber eine haben sollte, für die schon bezahlt wurde. Dafür würde es 7000 auf die Hand oder 10 000 in Erz geben. Nun ja, wir jagen Piraten und wollen nicht unbedingt welche werden. Aber auf der anderen Hand ist es natürlich interessant, um mal unsere "Vanguard" im freien Raumkampf zu testen.

Ein anderes Angebot wäre eine riskante Sprengung eines Asteroiden. Das Sprengloch ist schon gebohrt, nun müsste jemand nur noch hinein fliegen und eine Ladung dort unten anbringen. Dazu würden wir auch ein spezielles Sprengschiff bekommen. Das wäre ein Job für Lyn und Scav, da sie dazu die richtigen Fähigkeiten haben. Ich persönlich sehe das recht kritisch. Dafür gebe es entweder 10 000 Credits in Bar oder 15 000 in Erz. Habe dabei ein eher schlechtes Gefühl. Wir bleiben unverbindlich und machen uns dann daran, die Waren an die Offiziere hier in der Messe/Cantina zu verkaufen. Shaka legt sich ins Zeug und wir erwirtschaften einen Gewinn von immerhin noch 7000 Credits, damit hat sich der Ausflug hier in die Weite des Ionennebels ja schon mal gelohnt.

Sitzung gespielt am: 09.06.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Lyn
Erfahrungspunkte: 20 15 Investiert in Talent Pirscher aus zweite Spalte, dritte Ebene Talentbaum Attentäter/Kopfgeldjäger. Noch 5 Punkte übrig.

Beute:  15000 Credits Belohnung, 50000 Credits Belohnung, 800 Credits von den Verbrechern, 7000 Credits Reingewinn vom Transfer Quaria zum Mahlwerk "Vantika".

Getötete Gegner: Niemand, ein Kopfgeldjäger nieder geschossen, ein paar Ganger verprügelt, einen Sicherheitsoffizier betäubt. Wobei Scav natürlich auf seiner "Solomission" noch einiges Kultisten  erledigt hat.

Gruppenwert:
Diplomatie: 150 (+100 wegen unserer Anwesenheit am Hof der Ducha von Calfa)
Schmuggel/Handel: 160
Militär: 150

Resümee: Ich beginne meine Würfel abgrundtief zu hassen. Fast jede Probe ging auf Null oder nur Vorteile, keine Erfolge. Bei Verhältnissen von zwei oder gar drei zu eins von positiven zu negativen Würfel ist das doch ein recht niederschmetterndes Ergebnis.

Die Abenteuer auf Calfa, Quaria und am Ende auf dem Minenschiff waren gut. Hat mir alles gut gefallen. War eine gute Abwechslung verschiedener Szenarien. Dieses mal keine richtigen Kämpfe, was aber auch in Ordnung ist.

Unser Schiff hat jetzt die volle Bewaffnung und elektronische Störmaßnahmen. Das macht jetzt echt was her.

Es war natürlich blöd, leer von Calfa nach Quaria zu fliegen. Aber nach der großen Einkaufstour und den neuen Ionenkanonen hat niemand daran gedacht, jetzt auch noch Ladung aufzunehmen.

Leider war die eine Aufgabe mit der verschwundenen Adligen noch nicht von unserem SL  ausreichend ausgearbeitet, so das wir alternativ die Schmuggleraufgabe übernommen haben, was natürlich den Spannungsbogen an diesem Punkt etwas abwürgt. Aber das ist nun mal keine frei erfundene Geschichte, sondern eine Nacherzählung und unser SL hat eben nicht jedes Szenario komplett ausgearbeitet zur Hand. Kann man von ihm ja auch bei einem solch komplexen Spiel nicht verlangen. An dieser Stelle will ich unseren SL ausdrücklich loben, der sich wirklich komplexe Abenteuer ausdenkt und auch gekonnt umsetzt. Immer wenn man denkt, jetzt weiß man, was Sache ist, kommt der nächste Twist.

Lyras Entwicklung: Die neue Rüstung ist wirklich cool. Dangerous Covenants war das letzte Buch der Grundklassen von Rande des Imperiums, was mir noch gefehlt hat. Lange Zeit war es für Anfang 2018 angekündigt, jetzt ist schon bald die Mitte herum und immer noch nicht auf Deutsch erschienen. Da habe ich es mir einfach auf englisch gekauft. Hier sind viele coole Ausrüstungsgegenstände drin, eben auch die Protector 1 Combat Armour mit Verteidigung 1, Absorption 2 und Belastung von 4 mit 3 Hardpoints. Mit Hochwertig sinkt die Belastung auf 3 und ist damit irrelevant, da getragene Rüstungen 3 Punkte weniger Belastung hat. Und die Absorption steigt auf 3, was ziemlich viel ist. Dafür ging fast alles bis jetzt eingenommene Geld drauf, hat sich aber gelohnt. Für eine Cortosisaufwertung hat leider das Geld nicht gereicht, wird aber sicher noch kommen.

Pirscher für 15 Punkte bringt einen weiteren blauen W6 Verstärkungswürfel auf die Fertigkeiten Heimlichkeit und Körperbeherrschung. So wie ich würfle, brauche ich jeden Bonus. Besonders da ich in dieser Sitzung mehrere Proben nicht so richtig geschafft habe. Erfolge und Misserfolge haben sich eben vollkommen aufgehoben und oft blieben nur Vorteile übrig.

Durch fleißiges schreiben konnte ich nun auch das erste 20er Talent von Rekrut nehmen. "In den Stand" erlaubt es, ohne ein Manöver ausgeben zu müssen, als Nebenaktion aufzustehen, was etwas mehr Flexibilität erlaubt. Auch habe ich zehn Seiten dafür investiert, Athletik von Rang 1 auf 2 zu steigern.

Am Rande des Imperiums, ein Zwischenbilanz

Nach zehn Sitzungen ist es mal Zeit für eine nähere Betrachtung des Systems. Es ist definitiv ausgewogener als zuerst gedacht. Vor ein paar Jahren haben wir Warhammer 40.000 Freihändler gespielt. Das war deutlich unausgewogener was das Schadenssytem anbelangt hat, entweder hat die Waffe einen kaum mal einen SC angekratzt oder fast sofort umgebracht. Da ist dieses System schon deutlicher balanciert, da die Spanne im Schadenscode deutlich überschaubarer ist. Auf dem Grundschaden werden die Erfolge addiert, anstatt eine Anzahl von W10 im Falle von Freihändler zu würfeln. Natürlich gibt es auch hier Waffen, die einen SC recht schnell töten können, aber es bleibt dadurch im Rahmen, dass auch leichtere Waffen einen SC durchaus Schaden und auch töten können. So wie es eben in diesem Setting so üblich ist. Wer vor einem schweren Repetierblaster steht, hat eben ein Problem. Oder Raketenwerfer. Wäre in der Realität ja genau so.

Das Kampfsystem ist bewusst einfach gehalten. Es gibt nur fünf Reichweitenkategorien, als nicht jede Fernwaffenart wie bei Shadowrun oder Fernwaffe wie bei D&D hat ihre individuelle Reichweite. Das macht es sehr einfach, wobei taktische Überlegungen dabei natürlich in den Hintergrund geraten. Dafür spart mich so Aktionen wie: Du bist 100 Meter vom Ziel entfernt.  Gut dann gehe einen Meter vor und der Mindestwurf sinkt dadurch um eins, da ich nun in eine bessere Reichweitenkategorie falle. Manche Waffen können auf gewisse Distanzen eben einfach nicht mehr kontrolliert treffen. Außer man hat das Talent Scharfschütze, wo man mit zusätzlichen Mali weiter schießen kann als so vom Hersteller angedacht. Macht so schon Sinn. Die tödliche Ladung wird ja nicht weniger, nur weil ein Ziel weiter weg ist. Nur ist es eben sehr schwer, mit einer kurzläufigen Waffe auf große Entfernung gezielt etwas zu treffen.

Mir gefällt auch, dass man hier Stufenlos aufsteigt. Bei vielen RPG Systemen spart man sich die Erfahrungspunkte an und erst ab einer gewissen Schwelle steigt man auf, was in höhere Lebensenergie, bessere Chancen ein Ziel zu treffen, eventuell einem Talent oder Sonderfertigkeit und meist Ränge in Fertigkeiten resultiert. D&D und DSA nutzen beispielsweise so einen Mechanismus. Man hat auf einem Schlag viel mehr Optionen, wartet darauf dann aber mehrere Sitzungen, wo rein gar nichts geht. Hier kann man nach jeder Sitzung frei seine Punkte verteilen und muss selten was aufsparen. Also verändert sich ständig etwas am Spiel und mir macht das großen Spaß. Der SC wächst so linear und man ist nicht überfordert mit vielen neuen Änderungen, die ein Stufenanstieg mit sich bringen kann.

Was mich etwas nervt, sind die Symbole auf den Würfeln. Die Idee ist Nett, macht aber das kalkulieren fast unmöglich. Auf der einen Seite mag es durchaus spannend sein, dass selbst ein großer Pool positiver Würfel gegen nur einen Schwierigkeitswürfel keine Erfolgsgarantie ist. Man kann locker jede menge Vorteile würfeln, ohne das auch nur ein Erfolgssymbol dabei ist. Macht auch für den SL es sehr schwierig, Kämpfe zu planen. Kämpfe sind immer ein Risiko, aber hier ein Gefühl für fordern ohne zu überfordern zu finden ist nicht einfach.

Was durchaus nervig ist, ist die Struktur der Bücher. Auf der einen Seite ist es praktisch, dass jede Klasse ihr eigenes Buch hat, mit mehr oder weniger zum Beruf passender Ausrüstung, Waffen, Rüstungen, Fahrzeugen etc. hat. Auf der anderen Seite muss man dadurch alle kaufen, wenn man Zugriff auf alles haben möchte. Besonders für unseren SL ist es ärgerlich, dass es bis jetzt kein reines Kreaturenbuch gibt. D&D und Pathfinder hat seine Monsterkompendien (auch wenn es in Regionalbüchern meist noch spezifische Monster gibt.) Shadowrun hatte immer ein Critter(heft)buch. Selbst DSA hatte einst ein Kreaturenbuch. Auch die alten Star Wars Editionen anderer Verlage hatten meist ein Alienbuch mit mehr oder weniger gefährlichen Kreaturen im Angebot. Hier muss man sich mühsam alles über einzelne Bände zusammen suchen. Die Regionalbücher haben zwar hier und da was zu bieten, die sind aber eher die Ausnahme, da es über die Systeme verteilt nur vier  gibt, wenn man Stronghold of Alliance für Age of Empire dazu zählen möchte.

Was mich auch stört, sind die teilweise abweichenden Halterungspunkte bei einigen Waffen im Gegensatz zum Artwork, bzw. ihrem erscheinen in den Filmen. Es gibt zum Beispiel das Weequay Gewehr. Das hat zwei Hardpoints, wo man Ausrüstung anbringen kann. Schaut man auf das Artwork wie auch auf die Darstellung in den Filmen, haben diese Gewehre ein Zielfernrohr, ein Vorderhandgriff und ein Vibrobajonett. Keines davon ist in der Grundwaffe enthalten. Will man jetzt die Waffe auf dem Artwork nachbauen, scheitert man am fehlenden dritten HP. Natürlich kann man sagen, dass der Vorderhandgriff keine Regeltechnische Auswirkung hat und baut nur Zielfernrohr und Vibrobajonett ein. Ist aber trotzdem etwas schwach. Das ist natürlich nur eine minimale Kleinigkeit, aber an solchen Details erkennt man halt, denken die Designer wirklich mit oder nicht.

Zum Thema Artwork bei den Fahrzeugen. Meist sind die Seiten, wo neue Fahrzeuge vorgestellt werden, mit Bildern hinterlegt. Aber bei unbekannten Fahrzeugen aus dem erweiterten Universum oder eigene Kreationen hat man keine Ahnung, was jetzt welches ist, weil es oft mehrere Einträge auf der Doppelseite sind. Manchmal kann man es mit etwas Glück aus der Beschreibung entnehmen oder wenn es ein Schiff aus dem erweiterten Universum ist, vielleicht ein Bild auf Jedipedia finden. Auf einer Homepage eines Fans sind zwar fast alle Werte aufgelistet, aber leider ist das Artwork nur in wenigen Fällen dazu zu finden. Wäre schön gewesen, wenn auf den Seiten stehen würde, was da jetzt genau abgebildet ist. Irgendwo im Buch ist das Schiff meist zu finden, man weiß halt nur nicht, was man da gerade nun genau sieht.

Was mir auch fehlt, ist ein ausgearbeiteter Sektor am Äußeren Rand. Das System bietet bis jetzt nur den Corellia Sektor in den Kernwelten an und eine Region im Huttenraum. Ich hätte es Super gefunden, wenn es nun einen ausgearbeiteten Sektor gebe, der rein gar nichts mit den bisherigen Filmen, Serien, Romanen, Comics und Computerspielen zu tun hat. Klar kann man sich so was selber basteln. Hier eine imperiale entwickelte Welt, da ein rückständiger Agrarplanet, wo Warlords das sagen haben. Dort eine geheime Imperiale Basis, ein Geheimgefängnis, ein Rebellenstützpunkt, eine Welt mit einer untergegangenen Zivilisation wo man Schätze einsammeln kann, etc. Kann man alles selber machen, wäre aber trotzdem Nett gewesen, so was schon ausgearbeitet zu haben.

Das Unterstützungssystem des Spiels ist wiederum rundum gelungen. Dadurch das es zwei verschiedene Möglichkeiten gibt, einen anderen Charakter bei einer Probe zu unterstützten, kommt eine ganz eigene Dynamik auf. Das fördert Teamarbeit und auch Gruppenbildung. Das ist nicht wie bei Shadowrun 1 bis 3, wo der Decker allein in der Matrix herumgeschnüffelt hat, um an Informationen zu kommen oder alle zu ihren Connections ausgeschwärmt sind, um auf den Busch zu klopfen. Hier bildet man sich unterstützende Teams, meist 2 und 2 oder 2 und 3, die dann gemeinsam was machen. Der mit dem höchsten Attribut würfelt, der mit meisten Rängen unterstützt und der dritte gibt noch einen blauen Würfel dazu. Am Anfang war das etwas gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen bin ich einfach von diesem schlichten, aber genialen Mechanismus begeistert. So kann jeder was beitragen und niemand sitzt unbeschäftigt in der Ecke, auch wenn das ganze nicht sein Fachbereich ist.

Was ich auch toll finde, ist die Möglichkeit, jeden Beruf zu wählen. So kann man sich im laufe der Kampagne deutlich weiter entwickeln und ist nicht an irgend etwas gebunden. Sich zu stark zu verzetteln ist zwar nie gut, aber mit nur einem Talentbaum ist es schwer, die in den Filmen vorkommenden Charaktere nachzubauen. Han Solo wäre zum Beispiel der Schmuggler/Pilot und der Schmuggler/Gunslinger, besonders da Talente in dem Baum nach seinen Zitaten benannt sind. Also mir gefällt das sehr und macht große Laune. Definitiv eine der Stärken des Systems.

Bis jetzt mach es großen Spaß, dass System zu spielen. Und das ist ja die Hauptsache.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 03. Februar 2019, 16:09:40
Episode XI
Raumkampf
Aurek

Wir müssen uns erst mal in aller Ruhe beraten, welches von Kapitän Zarosch Angeboten für uns überhaupt in Frage kommt. Unsere Waren haben wir mit einem fetten Gewinn hier auf dem Minenschiff "Vantika" verkauft, so machen Geschäfte Spaß. Ich schätze mal, wir werden dieses Minenschiff noch öfters ansteuern. Die Route ist zwar nicht ungefährlich, aber so langsam haben wir den Bogen raus, um im "Vergänglichen Labyrinth" erfolgreich navigieren zu können. Als wir zu unserem Schiff zurückkehren, um ungestört über die von Kapitän Zarosch Jobangebote zu diskutieren, sehen wir ein halbes Dutzend Klatooinianer vor unserem Schiff stehen.

Die etwa zwei Meter großen Humanoiden stammen aus dem Huttenraum und dienen seit fünfundzwanzig Jahrtausenden den Hutten als Sklaven. Sie werden traditionell erzogen und achten ihre Alten. Allerdings haben sich viele jugendliche Klatooinianer während dem Bürgerkrieg der Allianz angeschlossen. Ich habe sie als disziplinierte, mutige und kompetente Soldaten kennen gelernt. Ihre Haut ist Dunkelbraun und ihre Gesichter erinnern etwas an die von Hunden. Diese hier sind allesamt mit Blastergewehren bewaffnet. Nur ihr Anführer trägt zusätzlich noch eine Energiepike.

"Wir haben viel von Euch gehört", meint der Anführer und baut sich breitbeinig vor uns auf.
 
"Ich hoffe, nur gutes", erwidere ich und mir schwant böses.

"Stimmt es, dass ihr die Schwarze Sonne auf Quaria ausgelöscht habt?"

"Daran könnte durchaus was dran sein", erwidere ich und kalkuliere unsere Chancen, einen Kampf gegen diese versierten Kämpfer zu überstehen. Habe wir es hier mit einer weiteren Zelle der Schwarzen Sonne zu tun?

"Dann möchte unser Meister mit euch sprechen."

"Und wer ist euer Meister?", frage ich nach und schätze mal, dass ich Soldaten eines anderen Verbrechersyndikates vor mir habe. Wären sie von der Schwarzen Sonne, würden sich schon längst unsere Blaster unterhalten und die hätten sich viel zu sagen.

"Dagda Vilarivitsch Niase!", erklärt mir der Klatooinianer in einem Tonfall, als müsste mir der Name irgend etwas sagen. Der Name klingt ziemlich huttisch, was den Verdacht nährt, dass sein Meister ein Hutte ist. Würde passen. Allerdings hat keiner von uns den Namen je gehört. Da es nichts schadet, einfach mal der freundlichen Einladung nachzukommen, meine ich zum Anführer: "Dann bringt uns zu eurem Anführer."

Die Klatooinianer lassen sich nicht zweimal bitten und führen uns in die Tiefen der "Vantika". Das Schiff ist riesig und wir tauchen in ein gewaltiges Labyrinth ein. Wir durchqueren die Wohnbereiche der weniger begüterten Arbeiter und erreichen begleitet von misstrauischen Blicken schließlich eine Cantina. Schon auf dem ersten Blick wird klar, dass dies das Hauptquartier einer Gangsterbande ist. Ungeniert werden hier Devilsticks für den verkauf an den Endverbraucher hergerichtet. Die Mehrheit sind Menschen, aber ich sehe auch zwei Rodianer und weitere Klatooinianer. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Es geht in einen kurzen Gang, dann in ein Hinterzimmer, zu einem weiteren Gang und schließlich landen wir in eine kleine quadratische Halle, durch die sich zwei Gangways in etwa zehn Meter Höhe ziehen. Darauf stehen zwei weitere gut bewaffnete Klatooinianer. Der Boden besteht aus einem Metallgitter und darunter läuft in einiger Distanz ein Mahlwerk. Der Lärm wird durch eine raffinierte Installation von Gegenlautsprechern auf ein sanftes mahlen herunter geregelt. Im hinteren Drittel befindet sich eine Art Sänfte, auf der sich ein noch recht jung aussehender Hutte räkelt. Er trägt eine Art Schultergurt, auf dem elektronische Bauteile aufgereiht sind. In einem Tiefziehholster trägt der Hutte eine Blasterpistole. Über der Schulter ragt der Griff einer Waffe, würde mal auf Vibroaxt tippen. In der linken Hand hält er eine Kette, an der ein Varianer im natürlichen Zustand zu sehen ist. Also braun, mit Stacheln am ganzen Körper und auf einem äußerst primitives Niveau herunter gesunken. Der "Kettenhund" fletscht geifernd die Zähne, als er uns mit blutunterlaufenen Augen sieht und zerrt aggressiv an der Kette.

"Ich bin  Dagda Vilarivitsch Niase und gratuliere Ihnen zur Vernichtung der Schwarzen Sonne auf Quaria!", beginnt der Hutte in seiner Muttersprache mit uns zu kommunizieren. Eine Übersetzungseinheit auf dem Gurt übersetzt simultan seine Ansprache auf Basic. Ich kann immer noch genug von dieser mir so verhassten Sprache, um ihn auch so zu verstehen.

Ich muss zugeben, der Hutte hat teilweise seine Hausaufgaben gemacht. Er schätzt uns korrekt als ehemalige Mitglieder der Allianz ein, was ja nicht so schwer ist, da ja immer noch dieses leidige Kopfgeld auf uns ausgesetzt ist. Allerdings hat er nicht so recht verstanden, warum ich mich der Rebellion angeschlossen habe. Kann er ja auch nicht wissen, was mich dazu gebracht hat, fast ein Jahrzehnt meines Lebens dieser Sache zu geben. Und ich habe es mit Freuden getan. Dagda denkt, nur weil das Imperium besiegt ist, hat der Krieg für uns geendet. Das ist Falsch! Wir sind immer noch im Krieg und brauchen deshalb auch keine neue Aufgabe. Der Hutte will uns rekrutieren. Leute fürs Grobe.

Damit wir uns näher kennen lernen können, bietet er uns zwei Aufträge an. Der erste beinhaltet ein Droidenfrachtschiff der Suul-Tanca Corporation zu schützen. Der Kapitän dieses Schiffes, Zarosch, kann nicht wirklich liefern und wenn seine Betrügereien ruchbar werden, wird er von der Suul-Tanca Corporation zur Rechenschaft gezogen. Sprich von ruchlosen Kopfgeldjägern ausgelöscht werden. Die von der Suul-Tanca Corporation mögen es nämlich gar nicht, von Subunternehmern bestohlen zu werden. Und Dagda würde wohl gerne die "Vantika" selbst übernehmen. Also ein Spiel über die Bande.

Der zweite Auftrag wäre, auf Sybal Kontakt mit den sich wortwörtlich im Untergrund befindenden Clans in Kontakt zu treten und ihnen sehr teuer Trinkwasser zu verkaufen. Sprich mit dem Leid von Menschen ein Vermögen zu verdienen, in dem wir ihn zu horrenden Preisen schlichtes Wasser verkaufen. Das ist natürlich ein Geschäft mit einer gigantischen Gewinnspanne, da es ja einige Welten in der Sperrzone mit eher zu viel Wasser gibt. Das ist so widerlich, dass ich mir auf die Zunge beißen muss, um dem Hutten nicht ins Gesicht zu schleudern, was ich von seinen Vorschlägen denke. Am liebste würde ich ja einen auf Shaka machen und dem Mistkerl eine Handgranate in sein großes Maul mit den Worten: "Schluck das!" werfen. Aber im Gegensatz zu einer gewissen Twi´lek stelle ich mein Ego nicht über die Interessen der gesamten Crew. Also bleibe ich ruhig und beherrscht.

Meine Mutter hat mich gelehrt, niemals pauschal über eine Rasse zu urteilen. Es gibt immer böse wie auch gute Mitglieder einer Gemeinschaft. Aber es fällt mir wirklich schwer, diesem Grundsatz bei den Hutten anzuwenden. Die ersten neun Monate in der Roten Arena haben mich geprägt. Die täglichen Prügel, die fünf Schläge mit Neuralpeitsche. Natürlich hat nie je ein Hutte persönlich Hand an mich gelegt. Aber das geschah alles in deren Namen. Aber ich kann mich beherrschen. Sogar als der Hutte uns als Bonus, wenn wir in seine Dienste treten sollten, uns Waffen, Ausrüstung und Sklaven in Aussicht stellt. Glaubt er wirklich, mit letzten könnte er ehemalige Mitglieder der Allianz ködern? Hat er nicht verstanden, dass besonders viele Aliens genau deswegen der Allianz beigetreten sind, um gegen die Sklaverei vorzugehen? Offensichtlich nicht, sonst würde er mich nicht mit so einem Angebot so wütend machen.

"Wir werden uns dieses Angebot in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen." Wir verbleiben unverbindlich und ich schaue mir hier alles ganz genau an. Der Boden ist stabil, aber vor der Sänfte gibt es eine kleine Fallgrube, in der unglückliche Tröpfe in das unter uns befindliche Mahlwerk fallen würden. Hier befinden sich zehn Wachen, sechs kamen mit uns, zwei stehen neben ihm und zwei über uns. Die Klatooinianer machen den Eindruck, als würden sie ihr blutiges Handwerk verstehen.

In der Cantina befinden sich acht weitere Klatooinianer, fünfzehn Menschen und zwei Rodianer. Die mindestens achtzehn Klatooinianer machen mir am meisten Sorgen. Die Menschen sehen aus wie ehemalige Arbeiter, die hier nun untergeordnete Aufgaben übernehmen. Rodianer sind ein Volk von Jägern und nicht zu unterschätzen, aber eben auch nur zwei. Die Einrichtung ist subtil so verteilt, dass der Raum gegen einen Angriff gut zu verteidigen ist. Dagda mag sicherlich jung sein, aber wir dürfen ihn nicht unterschätzen.

Nakagos wirre Gedanken

Was wäre Star Wars ohne Hutten? Auch wir haben hier nun unseren bekommen. Jetzt fehlt nur noch die Kette, um ihn stilgerecht zu erdrosseln. :D
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 05. Februar 2019, 15:59:18
Besh

Um mehr über den Hutten Dagda Vilarivitsch Niase zu erfahren, hören wir uns einfach mal in diesem Viertel auf dem Unterdeck der "Vantika" um, dass einige Cantinas und andere einschlägige Etablissements zu bieten hat. Wir lassen ein paar Credits springen, geben Getränke aus und verlieren beim Sabacc. So lockern wir informierte Zungen. Recht schnell kristallisiert sich heraus, dass Dagda mit Ryal Volten gute Geschäfte macht. Volten liefert die Devilsticks von der Nilvax Station hier her und werden dann von der "Vantika" aus mit Erzschiffen in die Neue Republik verschifft. Das ist sicherlich clever, da wohl niemand Zeit und Muße hat, einen dieser gewaltigen Erzfrachter nach ein paar Devilsticks zu durchsuchen. Das Dagda mit Volten zusammenhängt ist für uns keine gute Nachricht.

Dagda hat in letzter Zeit viele Söldner und Schmuggler in seine Dienste genommen. Es ist offensichtlich, dass der Hutte hier im Vergänglichen Labyrinth massiv expandiert. Auch steht er zur Opposition mit Schmugglern auf der Vol Yunkai Station, mit den wir vor gar nicht allzu langer Zeit mal mehr oder weniger zusammengearbeitet haben. Der Varianer an der Kette ist so eine Art Schoß und Kettenhund. Ab und zu frisst der auch einen Untergebenen, der es gewagt hat, Dagdas hohen Ansprüchen nicht zu genügen. Mit Hilfe eines modifizierten Sklavenhalsbandes hat der Hutte wohl den mutierten Varianer dressiert. Das ist das, was wir so zu hören bekommen.

Und das es Dagda Vilarivitsch Niase wohl in letzter Zeit es auf den Chefposten des Schiffes abgesehen  hat. Kapitän Zarosch ist allerdings sehr bei den Besatzungsmitgliedern der "Vantika" beliebt. Er scheint genau zu wissen, wann man fünf gerade sein lassen kann und wann man härter durchgreifen muss. Der Hutte ist noch nicht allzu lange auf dem Minenschiff und kam als Finanzier, als es mal eine Durststrecke zu überwinden galt. Nun wird Zarosch den Geist nicht mehr los, den er einst gebraucht hat. Die "Vantika" hat einst wohl einem Konsortium verschiedener Adelsfamilien gehört, der Laderasch Corporation. Irgendwann gingen denen die Mittel aus und Zarosch nutzte die Gelegenheit, Unabhängig zu werden. Später haben die Familien Emissäre geschickt, um die Besitzverhältnisse wieder zu klären. Aber so ein Minenschiff mit gigantischen Mahlwerken kann ein gefährlicher Ort sein und der ein oder andere ist wohl einem schrecklichen Arbeitsunfall bei Besichtigungen zum Opfer gefallen. Kann schon mal passieren, dass ein unbedarfter Besucher in ein mahlendes Mahlwerk fällt.

Nach dem wir die Informationen zusammen getragen haben, beraten wir über unser weiteres vorgehen. Die meisten von uns haben ein recht belastetes Verhältnis zu Verbrechern im allgemeinen und Hutten im speziellen. Dazu noch die Verquickung von Dagda Vilarivitsch Niase mit Ryal Volten, der gerade die Nilvax Station okkupiert hat. Also fällt die Entscheidung einstimmig für Zarosch und gegen den Hutten. Den Kapitän suchen wir danach umgehend auf und verlangen ein Gespräch in einem intimeren Rahmen. Es ist nicht auszuschließen, dass Dagda Spione in den Reihen der Offiziere hat. Zuerst hält Zarosch das für unnötig, aber wir bestehen darauf. Also gibt der Kapitän der "Vantika" schließlich nach.

In einem Billardzimmer hinter der Offiziersmesse reden wir Tacheles. Wir erzählen von unserer Audienz bei Dagda und über seine Angebote, besonders das, was den Frachter betrifft. Zarosch hat so ein Manöver durchaus erwartet und ist nicht wirklich überrascht. Als Gefahrenzulage verlangen wir nun 15 000 Credits statt der 10 000 Credits in Erz, wenn wir den Frachter abfangen sollen. Ich hab zwar immer noch gewisse Skrupel, einen Erzfrachter abzuschießen, aber da es sich dabei zum einen nur um ein Droidenschiff handelt und das Erz über die Suul-Tanca Corporation wohl an das Imperium weiter geleitet wird, sehe ich die Sache nicht mehr so Eng wie am Anfang. Auch sprechen wir über das weitere Vorgehen gegen Dagda ab. Wir sind uns alle einig, dass die Sperrzone ein besserer Ort dadurch wird, wenn Dagda verschwinden würde. Immerhin sitzt er ja praktischerweise direkt über einem Mahlwerk und die Klappe ist groß genug, dass da auch ein ausgewachsener Hutte durchpasst.

Allerdings ist der Hutte Dagda ein wirklich enger Handelspartner von Ryal Volten, der nicht darüber begeistert sein dürfte, dass sein externer Vertriebschef in Kieselsteingroße Einzelteile verarbeitet wurde. Sprich, Volten würde persönlich herkommen und die Sache regeln. Also müssen wir auch Volten auf der Nilvax Station Zeitnah erledigen. Was ja sowieso der Plan ist. Und jetzt ist es an der Zeit, konkret zu werden. Zarosch hat zwar so was wie eine Stationssicherheit unter seiner Ägide, aber die Jungs sind darauf spezialisiert, kleine Diebstähle aufzuklären, Ehestreitigkeiten zu schlichten und betrunkene Randalierer in eine Ausnüchterungszelle zu verfrachten. Das sind Polizisten, keine Militärs. Dagda hat mit seinen Klatooinianer eine überschaubare, aber höchst professionelle Truppe von Kämpfern, die ihr Handwerk verstehen. Mit denen ist nicht gut Bolbifrüchte essen.

Allerdings gibt es die Möglichkeit, Norriks Schmugglerbande von der Vol Yunkai Station zu rekrutieren, die sicherlich bereit wären, uns zu helfen, da die auch ihren Streit mit dem Hutten Dagda haben. Das wären über zwanzig kampferfahrene Männer, die wissen, wie man tötet. Auch stellt Zarosch uns siebzigtausend Credits als Beitrag für die Kriegskasse in Aussicht, um beide Verbrecherfürsten loszuwerden. Damit kann man wirtschaften. Wir haben momentan fast dreißigtausend in der Haushaltskasse, dazu ein kleines Waffenarsenal aus erbeuteten Waffen, ein paar Rüstungen und weiteres Material. Damit lässt sich doch was anfangen.

Wir sprechen kurz durch, wie wir nun Nilfax Station stürmen, sobald Dagda erledigt ist. Nach etwas hin und her einigen wir uns auf die von mir favorisierte Lösung, unsere E-9 von unten anschleichen zu lassen und mit Hilfe einer Sturmschleuse anzudocken. Unsere Schmugglerfreunde werden derweil ein Ablenkungsmanöver fliegen und hoffentlich alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wir docken dann in der südlichen Spindel an und verankern dort unsere Schleuse. Dort booten wir dann zwanzig Söldner aus, mehr dürfte logistisch nicht zu packen sein und rücken vor. Mit etwas Glück verstärken wir unsere Streitmacht mit etwa einem dutzend Kämpfern der Kirche der Macht. Wir rücken dann hoch ins Mittelsegment, schaffen unsere Truppe mit Hilfe eines Fahrstuhls hoch zur Hangarebene, erobern den Hangar und die zweite Welle landet gefahrlos an. Mit der Übermacht wehren wir den wahrscheinlichen Gegenangriff ab, verfolgen den geschlagenen Feind in die nördliche Spindel und treiben sie immer weiter nach oben. Der Plan hat gewisse Schwachstellen und an einigen Stellen wird es haarig werden. Aber nach meiner Erfahrung ist das die Variante mit der höchsten Aussicht auf Erfolg. Jede schon früher erörterte Möglichkeit ist in meinen Augen schlechter oder gar nicht mit unseren Mitteln durchführbar. So ist es nun beschlossen und ich skizziere, unterstützt von Scavs technischen Sachverstand die sogenannte Sturmschleuse, die nichts weiter als ein transportables und später fest verankertes Andockmodul ist.

Damit wäre dann mal eine wichtige Voraussetzung in die Wege geleitet. Aber zuerst müssen wir uns um diesen Frachter kümmern, dass Kapitän Zarosch auch weiterhin dieses Schiff kommandieren kann. Es ist immer gut mit jemanden zusammenzuarbeiten, der die wenigstens halbwegs die gleichen Interessen verfolgt, wenn auch aus anderen Motiven.

Nachdem das geklärt ist, warten wir auf den Frachter der Suul-Tanca Corporation mit der generischen Kennung STC LVII. Der entpuppt sich als sehr neu aussehender Action IV Raumfrachter von der CIG, ist also im Republikanischen Raum auf meiner Heimatwelt Corellia gebaut worden. Der Action IV hat als Spitzname passenderweise "Handtasche". Das über hundert Meter lange Raumschiff sieht so aus, als würde ein Tragegriff das je Dreieckförmige Bug und Hecksegment verbinden. Darunter ist ein Quaderförmiges Segment. Die Besatzung lebt und arbeitet im Runden "Griff", während der Rest Laderäume sind. Vorne und hinten sind zwei Geschützstände, die nicht Serienmäßig sind, da während der Herrschaft es Imperiums neue Baureihen keine Waffenstände enthielten, was sich aber inzwischen wohl geändert haben dürfte. Droiden sind in der Tat die einzige Besatzung und Scav hat keine Skrupel, seine mechanischen Verwandten zu Weltraumschrott zu verarbeiten. Passagiere kann das Schiff normalerweise gar nicht transportieren, so habe auch ich keinerlei Skrupel mehr, den Auftrag zu erledigen.

Von Kapitän Zarosch erhalten wir deren Route und brechen auf, um einen Hinterhalt zu legen. Der Transfer klappt ohne Probleme und ich klemme mich in den neuen unteren Geschützstand. Unsere Taktik wird sein, das Schiff lahm zu legen und dann in Klump zu schießen. Die Ladung besteht aus Schutt und nur die oberste Lage davon ist je Erzhaltig. Also nichts, was sich zu plündern lohnen wird. Auch dürften die Droiden über keinerlei Besitz oder Geld verfügen. Edna besetzt den oberen Geschützstand. So heißt es nun warten. Etwas nervös rutsche ich im noch nach neu riechenden Sessel des Schützen hin und her, fummle am Gurt herum und lasse die Geschütze mehrmals zur Probe rotieren. Ich habe zwar schon öfters während meiner Zeit bei Shellys Gundarks den Part des Bordschützen eingenommen, aber ich war da nie wirklich gut. Das warten auf den Kampfeinsatz ist immer das schlimmste. Zweifel und Ängste beginnen an einem zu nagen. Ist man wirklich gut auf alle Eventualitäten vorbereitet? Wird der Plan aufgehen? Was kann schief gehen? Wird die Macht mit uns sein?

Nakagos wirre Gedanken

Nach etwas Planung schreiten wir nun zur Tat. Im nächsten Kapitel gibt es dann Weltraumaction.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 07. Februar 2019, 17:34:36
Cresh

"Ziel auf zwölf Uhr!", meldet schließlich Lyn und das warten auf unser Ziel hat endlich ein Ende. Die Zeit des Zerstörens ist gekommen. Ich schwenke meinen Geschützstand nach vorne und schalte das Ziel auf. Ich schnippe die Sicherungskappen von den beiden Auslösern herunter und versuche das Ziel zu zentrieren. Wir sind noch außer Reichweite, aber mit auf Höchstlast gequält aufheulenden Triebwerken verringern wir schnell die Distanz zu dem Erzfrachter. Ich korrigiere minimal das Geschütz und als ich in Reichweite bin, feuere ich meine gekoppelten Ionenkanonen ab. Blaue Strahlen treffen mittig ihr Ziel und zaubern ein Elmsfeuer auf die Außenhülle der Action IV. Allerdings verfehlt Edna das Ziel. Shaka versucht uns zu motivieren, in dem sie eine erbauliche Ansprache hält. Scav hackt sich in das feindliche Netzwerk und versucht die Deflektorschilde zu deaktivieren, was teilweise auch gelingt.

Unsere Pilotin bringt uns in eine gute Schussposition und ich treffe ein weiteres mal ziemlich gut, reicht aber nicht, um die Systeme vollständig zu deaktivieren, da die Action IV nun in den Hyperraum springt.

"Fierfek!", kommentiere ich das und bin nicht glücklich. Wir springen einen kurzen Moment ebenfalls und da wir deutlich schneller sind als die Action IV Baureihe, kommen wir deutlich früher am nächsten Navigationspunkt an. Wieder heißt es warten. Dabei wird es Lyn jedenfalls nicht langweilig, denn wir kommen in einem Asteroidenfeld heraus. Nicht gerade der beste Ort für einen Navigationspunkt. Missmutig betrachte ich die vorbei driftenden Körper aus Eis, Stein und Metall. Wir haben es im ersten Versuch nicht geschafft, hier wird es noch schwieriger werden und der Gegner ist vorgewarnt.

Wir sind dieses mal noch schlechter positioniert und auch wenn Lyn ihr bestes gibt, kommen wir nicht in die optimale Schussposition. Jedenfalls nicht für meinen Feuerwinkel. Dafür hat Edna mehr Glück, denn er trifft einmal, während ich nur den Ionennebel mit noch mehr Ionen anreichere. Dafür beziehen wir nun ebenfalls Feuer, da jetzt scharf zurück geschossen wird. Allerdings treffen die uns genau so gut wie ich sie, nämlich gar nicht. Und schon sind sie wieder weg. Das läuft nicht gut!

Also auf zum nächsten Punkt, wieder sind wir lange vor den anderen da. Wenn wir Pech haben, kommt bald Verstärkung oder sie springen einfach zurück. Das ganze hebt nicht wirklich meine Stimmung. Es dauert, aber die automatische Besatzung der Action IV folgt Stur ihrem Kurs. Sie eröffnen sofort das Feuer auf uns und treffen sogar. Zum Glück ist der Treffer aber nur oberflächlich und unsere Panzerung schützt uns vor dem schlimmsten.

Dieses mal sind wir gut positioniert und mit dem ersten Schuss erledige ich nun endlich diesen Frachter, da ich mal wirklich gut treffe. Edna zerschießt mit seinen mittleren Laserkanonen nun den Frachter in seine Einzelteile und sorgen dafür, dass keine verwertbaren Spuren übrig bleiben. Das ist sinnlose Zerstörung, aber mir ist klar, dass wir Kapitän Zarosch als wertvollen Verbündeten brauchen und ich muss das Gesamtbild im Auge behalten. Und dabei darf ich auch Eloy nicht vergessen, die momentan fast ganz aus meinem Fokus ist.

Das ist einer der Momente, wo ich mir ausmale, was wohl mit ihr geschehen sein mag. Nach den letzten Erkenntnissen hat Khador sie wohl an das Imperium verkauft. Sie ist stark Machtsensitiv, wenn sie meine kleine Schwester nicht umgebracht, werden sie zu einer der ihren gemacht haben. Werde ich eines Tages einer Schwester begegnen, die eine Sith geworden ist? Oder wird sie in einer geheimen Einrichtung immer noch festgehalten? Ich kann nur spekulieren und die Ungewissheit war schon immer das schlimmste am Schicksal meiner Schwester. Wäre sie damals auf Nar Shaddaa gestorben, ich könnte abschließen, so aber bin ich dazu verurteilt, sie so lange zu suchen, bis ich über ihr dunkles Schicksal Gewissheit habe. Und ich bin mir sicher, was am Ende stehen wird, dürfte schrecklich sein. Der Stoff, aus dem meine Albträume sind.

Unsere Mission ist erledigt, kein Scan zeigt mehr verwertbare Indizien an. Wir haben ganze Arbeit geleistet. Es gibt eine kurze Diskussion darüber, wie wir nun weiter fliegen. Unser nächstes Ziel ist Vol Yunkai Station. Nach Sybal sind es drei Sprünge und von dort zwei längere zur Vol Yunkai. Zur Vantika zurück wären es ebenfalls drei, aber drei weitere bis zur Vol Yunkai. Die zweite Route wäre schneller, da die zurückgelegte Distanz trotz höherer Sprunganzahl geringer ist, die erste ist aber leichter zu navigieren. Also nehmen wir den leichteren Weg.

Als wir das nächste mal aus dem Hyperraum treten, werden wir tatsächlich von Piraten aufgelauert. Zarosch hat uns gewarnt, dass eventuell vielleicht ein oder zwei Piraten auf der Route lauern könnten, da er die Daten des Fluges offen gelegt hat, in der Hoffnung, dass sich vielleicht jemand so findet, der das Problem aus der Galaxis schafft. Offensichtlich hatte dieses Manöver Erfolg. Sie verlangen, dass wir die Schilde herunterfahren und uns entern lassen. Klar! Lyn dreht um und versucht Abstand zu halten, während Scav den nächsten Sprung vorbereitet. Edna und ich eilen zurück zu den Geschützen. 

Die Piraten haben drei Schiffe. Zwei Manteljäger und eine Firespray. Die Manteljäger sind etwas veraltet, aber sehr weit verbreitete Planetengestützte Raumjäger und stammen aus der Zeit der Klonkriege. Bewaffnet sind sie mit zwei leichten Laserkanonen und einigen Erschütterungsraketen. Die Firespray ist ein Patrouillenboot und hat dadurch einen legendären Ruf, weil der berüchtigte Kopfgeldjäger Boba Fett ein solches Schiff besessen hat.

Alle drei Piratenschiffe schließen sehr schnell auf. Drei zu eins ist nicht wirklich fair, aber niemand hat Lust, dass die Piraten noch mehr Schiffe holen, damit sie es wirklich mit uns aufnehmen können. Wieder nehme ich auf den Sitz des Schützen für die beiden gekoppelten leichten Ionenkanonen platz. Ich fahre den Zielcomputer hoch und schalte auf den rechts fliegenden Sternenjäger auf. So langsam habe ich richtig Routine drin. Nachdem ich das Ziel zentriert habe, schnippe ich die beiden Sicherungskappen hoch und warte nur noch darauf, dass das Ziel in Reichweite kommt. Aber vorher schießen vier Erschütterungsraketen auf uns zu. Das ist nicht gut. Wir haben keine Gegenmaßnahmen und Lyn beginnt wild hin und her zu kurven. Der Rumpf unserer E-9 knirscht äußerst ungesund, die Triebwerke laufen auf Volllast und die Absorber ächzen unter der ungewohnten Belastung. Eine der Raketen saust an uns vorbei, aber die anderen drei schlagen nur wenig gebremst durch unsere Schilde in den Rumpf des Scoutschiffes von Loronar. Drei Detonationen schütteln das Schiff durch. Zwei Treffer sind harmlos, aber der dritte trifft den Deflektorschildgenerator. Es kracht und knirscht bedenklich. Eine Sirene beginnt schrill zu heulen. RW 79 saust mit einem Feuerlöschsystem durch unser Schiff und erstickt alle aufkeimenden Brände. Es riecht verbrannt und gleichzeitig nach Löschmitteln. Das ist nicht gut!

Nun ist der Feind in unserer Reichweite und treffe meinen Jäger mit einem sauberen Schuss. In Elmsfeuer getaucht, trudelt der Sternenjäger davon. Edna schießt mit zwei Treffern den anderen Jäger ab, der in einer Explosion zerrissen wird. Damit wird es zwar noch unfairer, aber die Firespray macht kein Anstalten zu fliehen, also schwenke ich meine Geschütze auf das Ziel ein. Ich schalte es auf, korrigiere, halte vor und drücke ab. Ein weiterer sauberer Treffer, der die Firespray ausschaltet. So ein Patrouillenboot hält halt nicht viel aus. Edna gibt ihm den Rest, da es kein Pardon gibt. Das war es wohl. Mehrmals atme ich tief ein und aus. Triumph fühle ich keinen, höchstens Erleichterung noch am Leben zu sein. Wir haben uns gut geschlagen, trotzdem fühle ich keine Freude darüber, gewonnen zu haben. Ich wünschte, wir hätten eine andere Möglichkeit gefunden, dieses Problem zu lösen.

Ich schnalle mich ab und helfe da, wo ich kann. Unsere "Vanguard" hat es schwer erwischt. Ich klemme mich hinter den Pult des Co-Piloten und fahre eine Analyse. Unsere Deflektorschilde sind hinüber, die kriegen wir mit Bordmitteln wohl nicht mehr repariert. Der Rumpf ist durchaus beschädigt, haben aber keinen Hüllenbruch. Ich kalkuliere mal mit kosten um die zehntausend Credits. Dafür das wir nur fünfzehntausend dafür bekommen, deckt das in etwa die anfallenden kosten. Immerhin verbrauchen wir auch Treibstoff und haben laufende Kosten. Vielleicht können wir die Kosten etwas senken, wenn wir was bei den Piraten als Entschädigung finden. Wir werfen unsere Raumanzüge über und mit Seilen gesichert setzen wir zur Firespray über. Da wir nun Kopfgelder kassieren können, bergen wir die Leichen der dreiköpfigen Besatzung. Die haben teilweise Ausrüstung der Allianz bei sich, wahrscheinlich desertierte Soldaten. Ein Flammenwerfer und ein Netzwerfer sind noch zu gebrauchen. Wir finden noch ein paar brauchbare Ersatzteile. Aber kein nennenswertes Bargeld, da die wohl recht abgebrannt waren. Vielleicht sind wir auch nur zu unaufmerksam. Oder wir haben deren Lagerort zerstört. Aber besser als gar nichts.

Es gibt eine kleine Diskussion darüber, ob wir auf Sybal landen sollen, um unser Schiff zu reparieren oder gleich zur Vol Yunkai Station fliegen sollen. Ich will nicht gerade auf der Welt landen, die einen Transporter erwartet, der niemals kommen wird. Wir können nicht zu hundert Prozent sicher sein, dass es nicht doch verwertbare Daten gibt oder wir schon aufgeflogen sind. Vol Yunkai ist auch ein Risiko, aber dahin müssen wir so oder so. Nach Sybal nicht. Also geht es dann zur Vol Yunkai Station.

Nakagos wirre Gedanken

Das waren unsere ersten beiden Gefechte. Raumkämpfe sind recht hart und Erschütterungsraketen sind sehr effektiv, wie wir am eigenen Leib haben erfahren müssen. Eigentlich wollten wir zuerst die Route über die "Vantika" zurück nehmen, aber unserem SL rutschte heraus, dass in der anderen Richtung es einen Hinterhalt gegeben hätte. Und da wir alle mal ein wirkliches Raumgefecht erleben wollten, haben wir uns dann umentschieden. Auf alle Fälle haben wir Erfahrung gewonnen und wissen jetzt, wie tödlich Raketen in diesem System sind.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 12. Februar 2019, 12:56:37
Esk

"Hast du das auch gehört, Scav?", frage ich und wir verharren lauschend. Momentan wird von allen Seiten an unserem Schiff gewerkelt, um es wieder flott zu bekommen. Das verursacht natürlich einigen Lärm. Aber trotzdem meine ich, etwas ungewöhnliches gehört zu haben.

"Nicht wirklich", meint Scavanger Bot 523, nachdem er seine Audiosensoren ausgerichtet und neu justiert hat.

"Ich hätte schwören können, irgend so ein krabbeln aus der Lüftungsanlage gehört zu haben. Ich habe ein verdammt mieses Gefühl", meine ich und nehme den Flammenwerfer vorsichtshalber zur Hand.

"Alarm! Die Krankenstation wird angegriffen!", ruft Edna über Intercom. Wer hätte das gedacht? Also nichts wie los, bevor vielleicht das teure Bacta gefährdet ist. Wir eilen zum Fahrstuhl, fahren hoch ins Oberdeck und ich aktiviere schon mal die Zündflamme. Edna hat den inzwischen sich zusammen gefügten Zakonianer in den Gang gelockt und rutscht nun geduckt auf mich zu, um das Schussfeld für den Flammenwerfer nicht zu blockieren. Das ist eine clevere Idee und leiste meinen Beitrag.

"Brenne!", meine ich da nur und drücke ab. Ein Schwall brennender Flüssigkeit ergießt sich auf das Insekt, dass krampfhaft versucht einen Menschen zu imitieren. Lichterloh brennend zerfällt die Gestalt und ein paar der Viecher greifen uns unverbesserlich an. Muss man ihnen schon lassen, so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb scheint ihre Gattung entweder nicht zu haben oder die Hutten haben das ihnen ausgetrieben. Wie auch immer, der Rest ist innerhalb einiger Augenblicke auch nur noch Geschichte. Shaka Blen ist zwar noch nicht ausgeheilt, aber selbst sie sieht ein, dass es wohl nun an der Zeit ist, die Viecher dort zu stellen, wo es keinen Unterschied macht, ob wir nun eine Sauerei machen, so wie hier.

Wir warten, bis Shaka sich in ihre alte Rüstung gehüllt hat, die zwischen unseren Neuerwerbungen ziemlich ärmlich wirkt und brechen auf. Auf dem Weg nach unten schließen sich die Überlebenden von Norriks Bande uns an, ihr Lager zurück zu erobern. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen ist noch übrig. Nach unseren Erkenntnissen treiben sich beim alten Versteck noch einige von diesen Zakonianer herum, weil dort die Schmuggler ihr zentrales Waffenlager haben. Da diese Zakonianer durchaus zu taktischen Manövern in der Lage sind, werden sie uns auf dem Weg dorthin garantiert abfangen. Und so kommt es dann schließlich auch.

Allerdings warten die Zakonianer bis zum letzten Moment, in dem sie ihren Angriff erst im Versteck der Schmugglerbande starten. Vor gar nicht allzu langer Zeit waren wir da selbst die Angreifer. Inzwischen scheint eine Ewigkeit vergangen zu sein. Dabei ist das gar nicht so lange her. Von drei Seiten werden wir gleichzeitig angegriffen. So verhindern sie, von einer Flächendeckenden Waffe attackiert zu werden. Trotzdem brenne ich eine gut dastehende humanoide Gestalt aus miteinander verwobenen Leibern kurzerhand nieder. Der Schwarm verflüchtigt sich sofort. Die meisten Exemplare der Zakonianer überleben das Flammeninferno, in dem sie das Feuer ersticken. Auch die anderen beiden Kreaturen werden sofort attackiert. Das seltsame ist nun, sie lösen sich sofort auf und massieren sich im Zentrum zwischen uns zu einem Wesen, dass nun drei Köpfe, vier Arme und zwei Beine hat.

Shaka gelingt es mit einigen gut abgestimmten Befehlen mir den Weg frei zu machen und ich brenne das Ding gut durch. Wieder zerfällt es kurz, stößt die verbrannten Leiber ab, löscht die anderen und formt sich nun deutlich an Masse verloren wieder neu. Scav haut gut drauf, um es mal salopp auszudrücken und erledigt eines der Alphatierchen. Der Schneide der Vibroaxt des Droiden hat das Wesen nichts entgegen zu setzen. Einer der Köpfe verschwindet, Scav gewinnt Abstand und ich lasse es ein weiteres mal in Flammen aufgehen. Es zerstreut sich wieder in einen Schwarm und versucht nun verstärkt mich anzugreifen, da das Wesen verstanden hat, dass ich ihm meisten weh tun kann. Einer der Stachel findet sogar eine Schwachstelle in meiner Rüstung und pickst mich. Das hat weh getan! Aber ich wanke nicht, sondern gehe jetzt ebenfalls in den Nahkampf. Auch die anderen greifen nun einzelne Kreaturen an, die einem erfahrenen Kämpfer nicht wirklich viel entgegen setzen können.

Weiß man erst, gegen wen man kämpft und rüstet sich entsprechend aus, ist der Erfolg schon fast gesichert. Dazu noch eine passende Taktik und der Sieg ist unser. Gemeinsam schaffen wir es nun, den Schwarm Stück für Stück buchstäblich zu zerlegen. Jeder hier ist ein kampferfahrener Veteran und wir verstehen es, zu töten. Schließlich ist auch der letzte der Zakonianer tot am Boden. Die Macht war mit uns, denn keiner der unseren ist gefallen. So können die Schmuggler sich nun mit all ihren Waffen und Ausrüstung ausrüsten.

Jetzt gilt es gemeinsam gegen Dagda vorzugehen und den Krieg zu ihm zu tragen. Wenn er erledigt ist, geht es Ryal Volten auf der Nilvax Station an den Kragen. Wobei Dagda mit seiner zähen Wache aus Klatooinianer ein ziemliches Problem darstellt. Das wird hart werden, die alle nieder zu kämpfen.

Da die Waffen gut verpackt sind, erreichen wir unbehelligt von der Stationssicherheit die beiden Schiffe der Schmuggler. Wir überprüfen kurz, ob sich vielleicht noch ein sechster Zakonianer an Bord eines der Schiffe versteckt hält, aber dem ist zum Glück nicht so. Sieht ganz so aus, als hätten wir alle von diesen schrecklichen Wesen erwischt. Die Schmuggler verladen ihre Waffen und Ausrüstung und fliegen schon mal los.

Zuerst lassen Edna wie auch ich uns von Besh 42 verarzten, dann bezahlen wir die Reparaturkosten. Die Schilde funktionieren wieder einwandfrei, aber der Rumpf ist immer noch stark beschädigt und es wird noch etwas dauern, bis der wieder vollständig intakt ist. Der Kampf mit den Piraten war teuer, aber eben notwendig. Der tote Pirat bringt übrigens noch 2500 Credits Kopfgeld. Besser als nichts. Laut Datenbank der Jägergilde war das ein Veteran der Schlacht von Hoth, der danach desertiert ist und seitdem wohl das Vergängliche Labyrinth unsicher gemacht hat. Auch Helden können fallen.

Sitzung gespielt am: 23.06.2018
Anwesende Spieler: Lyra, Shaka, Scav, Edna
Erfahrungspunkte: 15 Investiert in Fertigkeit Schwere Fernkampfwaffe von 2 auf 3. Noch 5 übrig.

Beute:  15000 Credits (die wir noch abholen müssen), 1 Flammenwerfer, 1 Netzwerfer, 1000 Credits in Ersatzteilen, 2500 Credits Kopfgeld.

Getötete Gegner: 5 Zakonianer, 2 Raumjäger und 1 Firespray plus Besatzung, 1 Frachtschiff plus Besatzung,

Gruppenwert:
Diplomatie: 150
Schmuggel/Handel: 160
Militär: 150

Resümee: Heute gab es ein paar interessante Kämpfe und es war trotzdem recht abwechslungsreich. Zuerst eine Begegnung mit einem leibhaftigen Verbrecherlord der Hutten. Dann die Zerstörung des Frachters und der Kampf gegen die Piraten. Und am Ende das blutige Gemetzel gegen die Zakonianer, die unser SL sich ausgedacht hat. Zum Glück konnten wir verhindern, dass die ihr Ding machen konnten.

Dieses mal hat der SL noch viel mehr vorbereitet gehabt, aber die Kämpfe haben sich unverhältnismäßig lang gezogen. Besonders die Würfelorgien vom Spieler von Shaka. War schon in der letzten D&D Runde nervig, da er immer den notwendigen Würfelpool nie vorberietet hat, wenn er dran war. Hier sind es zwar deutlich weniger Würfel, aber manche Leute schaffen es immer wieder, alle Dynamik eines eigentlich aufregenden Kampfes im Keim zu ersticken.

Unsere ersten Raumkämpfe haben wir gut hinbekommen. Auch wenn hier die Würfel teilweise wieder verrückt gespielt haben. Vorteile ohne Ende, aber einfach keine Erfolge um zu treffen. Das ist eben das unkalkulierbare an diesem System, wo auch eine große Übermacht an positiven Ergebnis es trotzdem noch zu einem Fehlschlag kommen kann, weil man einfach nicht die richtigen Symbole bekommt. Ionenkanonen haben sich als sehr effektiv erwiesen. Durch das gekoppelt kann man gleich zweimal treffen und bei vielen Erfolgen reicht dann ein guter Treffer, um ein Raumschiff zu stoppen.

Lyras Entwicklung: Zum ersten mal gab es keine einzige Probe auf Heimlichkeit oder Körperbeherrschung. Damit waren die 15 Punkte für die zweite Ausbaustufe von Pirscher für dieses Abenteuer nicht gut angelegt. Aber ich bin sicher, dass wird sich noch ändern. :D

Dieses mal gab es leider nur 15 EP. Zuerst wollte ich das Talent Scharfschütze nehmen, aber das bringt relativ wenig. Man kann damit eine Kategorie weiter schießen, als wie für die Waffe vorgegeben, dafür nimmt man noch einen zusätzlichen Schwierigkeitswürfel in kauf. Für Lyra ist das weniger nützlich, da sie ja einen großen Waffenschrank hat, für jede Situation die richtige Waffe. Auch ist es in diesem System nicht besonders schwer, in die nähere Kategorie zu wechseln. Ich nehme das auch nur, um später dann "Tödliche Präzision" zu bekommen, dass als einziger Zugang unter Scharfschütze liegt. Tödliche Präzision addiert den Rang einer Kampffertigkeit auf den Schaden mit Waffen dieser Kategorie. Und das ist natürlich sehr stark in seinen Auswirkungen und die Kosten von 25 Punkten sicherlich angemessen, genau genommen sogar 45, da ich ja Scharfschütze vorher kaufen muss.

Da wir in der nächsten Sitzung gegen Dagda vorgehen und wahrscheinlich auch die Nilvaxstaion angehen, erscheint es mir klüger, die 15 Punkte in den dritten Rang in Schwere Fernkampfwaffen zu investieren. Eine minimale bessere Trefferchance jetzt und mehr Schaden später. 

20 geschriebene Seiten werden auch in die dritte Ausbaustufe vom Talent "Langer Atem" vom Rekruten. Damit kann Lyra einmal pro Begegnung drei Punkte Erschöpfung abbauen, was nie verkehrt ist.

Am Rande des Imperiums, die Fertigkeiten

So ziemlich jedes Rollenspielsystem das ich kenne, hat Fertigkeiten im Angebot. Auch hier gibt es einige davon. Die Fertigkeiten in diesem System werden in drei Kategorien aufgeteilt. Wissensfertigkeiten, Kampffertigkeiten und allgemeine Fertigkeiten.

Wissensfertigkeiten sind wohl selbsterklärend und alle an Intelligenz gekoppelt. Das schöne ist, jeder kann sie benutzen. In vielen System muss man einen Rang darin haben, hier hat man halt ein rudimentäres Wissen über alles. Je klüger man ist, desto mehr weiß man halt, weil eben etwas mehr hängen geblieben ist. In Zeiten von Holovid und Datapads, die ganze Bibliotheken speichern können, ist es auch auch Leicht, an Informationen zu kommen. Das Spektrum beginnt bei Allgemeinwissen, über Regionen wie Äußerer Rand; Unterwelt bis hin zu Xenologie. Hier kann der SL ausdrücklich nach Gusto noch weitere Wissensfertigkeiten hinzufügen.

Kampffertigkeiten kann man grob in Nahkampf und Fernkampf unterteilen. Die Nahkampffertigkeiten sind an Stärke gekoppelt, Fernkampf an Gewandtheit. Wer stärker ist, kann eben gut auf Leute einprügeln. Wer gewandt ist, trifft halt eher sein Ziel. Macht also durchaus Sinn. Die einzelnen Kategorien sind sinnig aufgeteilt und da es nur fünf (mit Lichtschwert sechs) Waffenfertigen gibt, ist alles recht überschaubar gehalten. Nicht wie in vielen anderen Systemen, wo man manchmal für jede einzelne Waffe eine Fertigkeit braucht.

Normale Fertigkeiten reichen von A wie Astronavigation bis W wie Widerstandskraft. Jede Fertigkeit ist an ein Attribut gekoppelt. Maximal kann man fünf Ränge in jeder Fertigkeit erringen. Für eine Berufsfertigkeit zahlt man den neuen Wert x 5 an Erfahrungspunkten, für eine Fertigkeit, auf die man so keinen Zugang hat, zahlt man neuen Wert x 5 + 5. Eine komplette Fertigkeit kostet also 75 bzw. 100 Erfahrungspunkte, wenn man sie komplett kauft. Ränge bis zum Attributsmaximum geben gelbe Trainingswürfel, darüber hinaus bekommt man dann grüne Begabungswürfel. Das finde ich gut gelöst, dass das zugehörige Attribut also immer eine Rolle spielt.

Einige Fertigkeiten sind etwas schwammig, wie Infiltration. Auf Englisch heißt die Fertigkeit Skullduggery und dafür gibt es im Deutschen kein wirklich gleichwertiges Wort. Infiltration ist eigentlich nicht der Vorgang an sich, sondern die Idee zu haben und es dann mit einer anderen Fertigkeit umzusetzen. Finde ich etwas unglücklich gelöst.

Bis auf ein paar kleine Details finde ich das Fertigkeitssystem sehr gut, da sie eben immer sehr eng an das Attribut gekoppelt sind, so dass Attribute nicht zu reinen Bonigebern verkümmern wie Beispielsweise in D&D.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 14. Februar 2019, 13:18:50
Episode XII
Vollgeschleimt!
Aurek

Unser Transfer mit der "Vanguard" von der Vol Yunkai Station zum Minenschiff "Vantika" in ihrem Asteroidenfeld verläuft ohne Probleme. Ich sitze neben Lyn im Sessel des Copiloten und betrachte das blaue leuchten des Hyperraumes. Das hat schon etwas einlullendes. In meinem Kopf denke ich über den bevorstehenden Kampf gegen Dagda nach. Der Hutte hat mehr Männer und eine stabile Verteidigungsposition. Selbst mit Vasgos Männern wird es sehr schwer werden, den Hutten zu erledigen. Was mir große Sorgen macht, ist Dagdas Empfangsraum über dem Mahlwerk. Wenn es dumm läuft, kann der eine oder andere darin landen. Und ich weiß schon, wer die "Ehre" haben wird, den Bodenkampf auszufechten.

"Sag mal, Lyn, wie hast du es geschafft, dass ein Hutte 10 000 Credits auf dich ausgesetzt hat?", frage ich die orangene Twi´lek, um mich etwas abzulenken. Diese Frage beschäftigt mich schon längere Zeit. Bis jetzt habe ich gehofft, dass Lyn von sich aus mal was darüber erzählt, aber dem war bis jetzt nicht so. Also frage ich ganz frech einfach mal.

"Sagen wir es so, auch der beste Pilot wird mal geentert", erzählt mir Lyn ohne Umschweife.

"Du hast eine Warenlieferung für einen Hutten über Bord gehen lassen?", frage ich verblüfft nach, da General Solo auch mal mit Jabba dem Hutten so ein Problem hatte. Am Ende war der General als Wandbild im Palast des Verbrecherfürsten gelandet. Aber Commander Skywalker, General Organa, Chewbaka und General Carissian haben ihn dann in einer legendären Kommandoaktion befreit und dabei ganze Arbeit geleistet.

"Das hat mir mein Chef wirklich übel genommen."

"Dann passe mal auf, dass du nicht als Wandschmuck endest", scherze ich und Lyn lacht. Wir haben den Austrittspunkt erreicht und landen am Rand des Asteroidenfeldes, in dem sich die "Vantika" befindet.

Als wir mit zwei weiteren Schiffen im Schlepptau auftauchen, werden wir im ersten Moment äußerst unfreundlich empfangen. Wahrscheinlich denken die, wir bereiten eine Sturmlandung vor, da die wenigen Geschütztürme der "Vantika" bedrohlich auf uns einschwenken und aufschalten. Wir machen über Funk klar, wer wir sind und damit ist das Missverständnis aus der Welt. Immerhin erwartet Kapitän Zarosch uns ja mit der Schmugglerbande von der Vol Yunkai, um gemeinsam Dagda zur Schnecke zu machen.

Wir landen im Hangar, was nicht unbeobachtet bleiben dürfte. Aber uns war klar, dass wir kein Überraschungsmoment haben werden. Schon mit dem Austritt aus dem Hyperraum und dem Anflug dürfte wohl schon der ersten Informant im Sensorraum die Information über unsere Ankunft mit zwei Schmugglerschiffen im Schlepptau an Dagda weiter gegeben haben. Hutten sind dafür bekannt, dass sie ein Netz aus Spitzeln und Informanten in ihrer Umgebung platzieren, um über jeden Schritt ihrer Rivalen im Bilde zu sein. Hier wird das nicht anders sein.

Im Hangar booten wir aus und sammeln uns. Kapitän Zarosch stößt ebenfalls zu uns. Der arme Mann kann sich weder Hemd noch Jacke leisten, da er immer noch mit blanker Brust herum läuft. Zargos, der wohl der Anführer der Schmuggler ist, stößt zu uns hinzu. Wir bilden einen Kreis wie bei einer Besprechung beim Schlagball mit dem Trainer. In einem kurzen Bericht bringen wir den Commander der "Vantika" auf den neusten stand der Dinge. Die Zakonianer haben starke Verluste bei Vasgos Männern verursacht und unsere Streitmacht ist deutlich kleiner, als gedacht.

Dann besprechen wir unser Vorgehen. Der Kapitän kann uns ein paar Jungs seiner Sicherheit als Führer mitgeben, die mit Strahlenbohrer ausgerüstet sind. Damit kann man wortwörtlich Wände einreisen. Dagda hat sich gut in seinem Areal verschanzt, so dass es nur über die gut zu verteidigende Cantina betreten werden kann. Da wir dort schon waren, wissen wir, wie schwer es sein wird, diese ohne Überraschungsmoment zu stürmen. Eine Belagerung kommt nicht in Frage, da die mehr sind und uns einfach massiert überrennen werden. Also bleibt nichts anderes übrig, als den Gegner in die Zange zu nehmen. Zargos und seine Jungs werden es übernehmen, den Gegner in der Cantina abzulenken und sie beschäftigt zu halten, während wir von hinten in das Areal eindringen, in dem wir uns einen künstlichen Zugang verschaffen.

Ich bekomme dafür einen dieser äußerst unhandlichen Strahlenbohrer zur Verfügung gestellt. Das hat zwar ein praktisches Tragegeschirr, trotzdem fühle ich mich etwas überladen dadurch. Ich übergebe Scav das Hackertool und fülle den frei gewordenen Raum mit Ausrüstung, die mich sonst zu sehr behindert. Nachdem wir den Plan fertig ausgearbeitet haben und verschiedene Codewörter und Handzeichen ausgetauscht haben, begeben wir uns auf den Weg. Zarosch gibt uns noch Kopfhörer mit, da er vorhat, den Angriff dadurch zu unterstützen, dass er die Lärmdämmung des Schiffes ausschaltet. Der infernalische Lärm des vorderen Zetrümmerers wird künstlich mit technischen Maßnahmen auf eine erträgliches Maß herunter geregelt. Fällt die aus, wird es hier wirklich sehr laut. Nun gut, alles was uns helfen kann ist uns äußerst Willkommen.

Wir teilen uns auf und beginnen unseren Vormarsch. Ich schultere den Strahlenbohrer und nehme mein A 280 in die Hand. Ohne Feindkontakt stoßen wir auf die Position vor, die zu Dagdas Areal führen soll. Jedenfalls nach der Meinung unseres Führers, ein junger Mann in stabiler Sicherheitsrüstung, die eher für Sprengungen bzw. deren Entschärfung ausgelegt ist.

"In Position!", melde ich Vasgo und warte, bis auch diese Gruppe in Stellung gegangen ist, was nur eine Minute dauert.

"Los!", gebe ich das Kommando und der Lärm setzt nach ein paar Sekunden ein. Wir sind froh, diese Kopfhörer zu tragen. Ungeschützt dürfte man recht schnell massive Schäden am Ohrsystem davon tragen. Mit dem Strahlenbohrer schweißen wir ein Wandsegment heraus. Der Bursche zeigt mir, wie das richtig geht. Es ist nicht allzu schwer, auch wen der Strahlenbohrer schon sein Gewicht hat. Eine unhandliche Nahkampfwaffe, die in der Lage ist, auf ein nahes Ziel seine ganze Energie in einem Impuls abzugeben, in dem man das Notventil öffnet. Das Ding ist ein Werkzeug, keine Waffe. Auf alle Fälle komme ich mir fast schon wie ein Jedi vor, als wir uns so den Zugang verschaffen. Dahinter ist unspektakulär ein Lagerraum mit Devilsticks. Leider ist der nicht so ganz Leer. Zwei Droiden und drei Menschen arbeiten dort. Oder besser gesagt, die Droiden arbeiten trotz des gesundheitsschädlichen Lärms stoisch weiter, die Menschen halten sich verständlicherweise ihre Ohren zu.

Sofort wechsele ich auf mein A-280 und versuche einen der Menschen über den Haufen zu schießen. Verfehle in leider ganz knapp, weil der sich instinktiv zur Seite bewegt und mein Strahl genau durch die Stelle fährt, wo ein Sekundenbruchteil vorher noch sein Kopf gewesen ist. Wir betreten den Vertriebsraum für Gewürz und verteilen uns etwas, während die Droiden ungerührt ihre Blasterkarabiner hervor holen und auf uns schießen. Ich kann mich gerade so noch aus einem der Blasterstrahlen heraus drehen und nehme Deckung hinter einem der Tische. Scav stürmt in den Raum und schnappt sich einen der Arbeiter. Die Vibroaxt bekommt ihn nicht gut. Auf der einen Seite tun mir die Menschen hier durchaus etwas leid, da ich nicht weiß, warum sie hier sind. Vielleicht werden sie gezwungen, hier zu arbeiten. Auf der anderen Seite sind sie bewaffnet und schießen auf uns. Was mein Mitleid mit ihnen schon wieder verfliegen lässt. Letztendlich ist es egal, ob sie sich unter Zwang Dagda angeschlossen haben oder nicht. Wir sind nicht hier, um Gefangene zu machen. Sondern Tatsachen zu schaffen. Töten oder getöttet werden. Für moralische Zwischentöne ist hier im Vergänglichen Labyrinth kein Platz. Jeder von ihnen steht letztendlich mir und meiner Rettungsmission im Weg. Also lasse ich meinen Blaster für mich sprechen und zerstöre einen der Droiden, da die hier in diesem Umfeld momentan die größere Bedrohung sind, da der Lärm sie im Gegensatz der Lebenden nicht beeinträchtigt.

Lyn stürmt mit zwei Pistolen wild um sich schießend vor und erschießt einen der Männer, der mit zwei rauchenden Löchern in der Brust zu Boden geht. Bevor die orangene Twi´lek die nächste Deckung erreichen kann, wird sie zweimal schwer getroffen und stolpert dann schwer verwundet hinter die nächste Barrikade. Scavangerbot erledigt nun mit dem zweiten Hieb seinen Gegner, Shaka erledigt den zweiten Droiden mit ihrem Blasterkarabiner und ich töte nun das Ziel, dass ich im ersten Anlauf verfehlt habe. Der Raum ist gesichert. Lyn wird kurz verarztet und wir gehen weiter vor. Hinter dem Vertriebszentrum ist ein Gang mit mehreren stabilen Türen, die allsamt verschlossen sind. Wahrscheinlich weitere Lagerräume, die wir jetzt nicht sichern können. Dahinter quert ein großer hoher Gang, in dem ein Laufband an der Decke läuft, an dem gewalzte Stahlplatten laufen. Immer wieder gibt es Zwischenräume, durch die wir etwas sehen können. Und was wir sehen, mag mir gar nicht zu gefallen!

Nakagos wirre Gedanken

Der dynamische Beginn des Gefecht gegen Dagda den Hutten.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 17. Februar 2019, 15:03:41
Besh

Ein Dark Trooper ist ein wahrlich seltener Anblick, schon während dem großen Bürgerkrieg zwischen Imperium und Allianz. Ich habe noch nie einen leibhaftigen gesehen, heute ist es aber wohl soweit, denn ich sehe ganz deutlich einen Kampfdroiden dieses Typs im nächsten Raum an einer Konsole stehen, flankiert von zwei menschlichen Söldnern. Äußerlich ähnelt der Droide einem zu groß geratenen Sturmtruppler in  schwerer Sturmrüstung. Meines Wissens ist die unglaublich schwer mit normalen Infanteriewaffen zu durchbrechen. Aber mit dem Strahlenbohrer haben wir genau die richtige Waffe dabei, um seine Rüstung zu zerschmettern. Bewaffnet ist er mit eingebauten Waffen, darunter mindestens ein Raketenwerfer. Daran kann ich mich noch erinnern, als ich damals das Datenblatt über die neuste Bedrohung des Imperiums gelesen habe. Zum Glück gelang es einem Agenten der Allianz die Produktionsstätte samt Plänen in die Luft zu jagen, bevor diese Droiden in großer Anzahl gefertigt werden konnten. Offensichtlich koordiniert der Dark Trooper die feindlichen Truppen.

Mit Kommandozeichen machen wir ein gemeinsames Vorgehen aus. Lyn und ich rücken als erste vor, werfen Granaten in den Raum und schalten so die Söldner aus. Dann kommt Scav nach und rückt mit mir zum Dark Trooper vor. Im Nahkampf kann dieser seinen Raketenwerfer nicht einsetzen. Ich zerschmettere seine Rüstung und Scav wrackt ihn dann endgültig ab. Simpler Plan, sollte funktionieren.

Vorsichtig schleichen Lyn und ich voraus, gehen am Durchgang in Deckung, machen unsere Handgranaten bereit und werfen sie in den Raum. Wir treffen gut und beide Menschen gehen tot zu Boden, wobei der Dark Trooper nur oberflächliche Kratzer in seiner äußerst stabil wirkenden Rüstung davon trägt. Der hünenhafte Droide dreht sich zu uns um und feuert seinen internen Raketenwerfer ab. Die Rakete trifft hinter uns eine Stahlplatte, reißt diese aus ihrer Transporthalterung und mehrere Tonnen frisch gewalzter Stahl krachen auf uns herunter. Sofort hechte ich zur Seite und spüre die Erschütterung, als die mehrere Tonnen schwere Platte neben uns zur Ruhe kommt. Auch Lyn schafft es gerade noch so rechtzeitig wegzukommen. Wären wir nicht rechtzeitig weggekommen, wären wir jetzt platt wie ein Pfannkuchen.

"Fierfek!", fluche ich, rapple mich auf und stürme nun Scav hinter her, der sich schon an den Deathrtrooper heran gearbeitet hat. Der Strahlenborher ist aber zu ungelenk, um dem Dark Trooper treffen zu können, da ich einfach nicht den richtigen Winkel treffe. Dafür zeigt nun Scav, wie man mit der Vibroaxt Droiden einer längst untergegangenen Epoche abwrackt. Tief senkt sich die Axt funkensprühend in den Schädel des Droiden, was ihm ein Kameraauge kostet. Leider passiert sonst nichts weiter. Im Gegenzug wird Scav schwer getroffen, was seine neue Panzerung ordentlich eindellt. Das kann ich nicht dulden, richte die schwere Waffe nun ordentlich aus und zertrümmere die massive Panzerung im Torso des ehemaligen imperialen Droiden. Panzerplatten brechen heraus und legen das empfindliche Innere der Kriegsmaschine frei. Das gibt uns ordentlich Auftrieb, der aber sogleich wieder gedämpft wird, da Scavs Axt an einer der Schulterplatten einfach abprallt, als der Droide seine Position so verändert, dass seine Schwachstelle nicht mehr so leicht getroffen werden kann. Ich versuche ihm Nachschlag zu geben, in dem ich ein weiteres mal das Unhandliche, aber dafür äußerst effektive Werkzeug als Waffe einsetze. Weitere Panzerplatten werden abgesprengt. Leider wird Scav ein weiteres mal massiv getroffen. Das verbeult unseren metallenen Kameraden deutlich. Lyn rückt nun nach, da so viel offen liegt und versucht den Droiden soweit abzulenken, dass ich in eine bessere Postion komme, den schweren Strahlenbohrer einzusetzen. Ich treffe ein weiteres mal den Droiden, der nun das Gleichgewicht verliert und Scav schlägt ihm mit der Vibroaxt den Kopf ab. Der wie ein Helm geformte Schädel kullert funkensprühend über den Boden, bis er liegen bleibt. Dann kracht der Torso in sich zusammen und das war es. Eine kurze Reparatur später ist Scav zwar nicht wie neu, aber wieder in einem akzeptablen Zustand.

Vorsichtig rücken wir tiefer vor und befinden uns dann in einem Treppenaufgang, der direkt in den Thronraum von Dagda führt, wo er uns vor ein paar Tagen empfangen hat. Mit Handzeichen sprechen wir kurz unser weiteres vorgehen ab. Am liebsten würde ich die Sache mit einem Feuerkampf von oben erledigen. Höhere Position ist immer gut, besonders wenn unter einem nur ein Gitterboden ist, der über einem Mahlwerk liegt. Es ist ein ziemliches Risiko, da das jederzeit einbrechen kann oder vielleicht sogar schon so manipuliert ist. Jemand wie Dagda würde sich sonst nicht hier aufhalten. Allerdings ist Scav ein äußerst miserabler Schütze. Ihn alleine da runter zu schicken wäre aber auch nicht gut. Also teilen wir uns auf. Scav und ich werden unten angreifen, Shaka und Lyn von oben das Feld aufräumen. Macht zwar in meinen Augen nicht wirklich so viel Sinn, aber so ist nun mal der Kompromiss.

Schleichend bewegen wir uns heran und und gehen an einem offenen Durchgang links in Deckung, so das der Großteils meines Körpers geschützt ist. Ich spähe in den Raum. Dagda hält sich auf seiner podestartigen Liege die Ohren mit seinen zu seiner übrigen Körpermasse schon lächerlich dünn wirkenden Ärmchen zu. Der mutierte Varianer mit der Kette um den Hals kauert vor ihm, ebenfalls die Ohren zuhaltend. Drei Klatooinianer sind mit Blastergewehren im Raum verteilt. Oben auf den Gangways lauert je ein Mensch mit einem Jagdblaster auf Beute. Offensichtlich erwarten sie einen Angriff von der anderen Seite und haben nichts von unserem Eindringen in ihren Bereich mitbekommen.

Ich beginne das Feuergefecht in dem ich mit meinem A-280 auf dem am weitest hinten stehenden Klatooinianer schieße und ihn schwer am Arm treffe. Der reagiert sofort und versucht zurück zu schießen, aber seine Waffe gibt dem Dienst auf. Dann geht er in Deckung. Alle anderen Gegner nehmen mich nun konzentriert unter Feuer und werde tatsächlich noch von einem getroffen, was eine schmerzhaften Streifschuss am Arm hinterlässt. Während Scav weiter im Rahmen lauert, beginnen die Twi´leks mehr oder weniger Erfolgreich den Feuerkampf auf die beiden menschlichen Schützen mit ihren Jagdgewehren. Wie erfolgreich sie dabei sind, kann ich nicht wirklich sehen, aber das wird sich noch eine Weile ziehen. Während seine Männer kämpfen, verharrt der Hutte erst noch in seiner Haltung, bevor er sich überwinden kann, die Ohren frei zu legen.

Ich wechsele derweil mein Ziel und schieße auf einen weiteren Klatooinianer, der sich hinter einer Kiste in Stellung gebracht hat. Sauber töte ich ihn mit einem Kopfschuss. Geht doch! Oben kämpfen die beiden Twi´leks mehr oder weniger Erfolgreich gegen die menschlichen Schützen. Derweil erledige ich einen weiteren der Klatooinianer. Den wo ich als ersten verwundet habe und dem der Blaster versagt hat, versucht mich mit einem Vibromesser anzufallen. Sein Angriff gerät ins stolpern und deswegen verfehlt in Scavs Axt um Haaresbreite, als er vor mir auf dem Boden fällt. Der Kerl hat echt kein Glück.

Dagda hat sich inzwischen zusammen gerissen, zieht eine Fernbedienung und sprengt den Bereich vor uns, der ja nur aus einem Gitterboden besteht. Direkt darunter befindet sich ja ein weiteres Mahlwerk. Der vor mir liegende Pechvogel fällt herunter und erleidet einen äußerst hässlichen Tod. Dafür ist der Weg vor uns versperrt.

Derweil haben es die beiden Twi´leks inzwischen geschafft die Gangways von den Schützen zu säubern, mussten sich dafür aber exponieren, was momentan aber keine negativen Auswirkungen hat. Die Explosion hat einige der Kistenstapel umgeworfen und mir die Sichtlinie auf Dagda den Hutten verbaut. Das ist ein ziemlicher Schlamassel. Obendrein zieht der Hutte noch eine sehr große und ziemlich tödlich aussehende Blasterpistole, um auf mich zu schießen. Gerade so kann ich mich in volle Deckung werfen und der Strahl stanzt ein großes Loch in die Wand, vor der ich gerade noch gestanden bin. Das war jetzt aber knapp.

Mit einem weiteren Schuss überlädt Dagda seine Waffe und bringt die Gangway zum Einsturz, wo die beiden Twi´leks standen. Eigentlich wollte er wohl Lyn damit töten, dafür baumelt die nun über dem Abgrund. Shaka ist auf der anderen Seite und fällt auf einen Kistenstapel. Glück muss man haben.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als mit Hilfe der Enterpistole über den Abgrund zu springen. Auf der anderen Seite greift mich der verdammte Kettenhund an. Also der mutierte Varianer. Der ist ziemlich bissig und trifft mich schmerzhaft. Ich verpasse ihm im Gegenzug einen herzhaften Tritt, um ihn auf Abstand zu halten und ziehe dann mein Vibromesser. Scav umgeht derweil das Loch im Boden in dem er Löcher in die Wände schneidet. Lyn gelingt es mühsam die Gangway hochzuhangeln und sich in Sicherheit zu bringen, bevor diese aus der Verankerung kracht und ins Mahlwerk fällt. Shaka versucht uns zu motivieren, was bei dem Lärm aber einfach nicht klappen mag.

Der Varianer schnappt nach meinen Arm und bricht sich ein paar Zähne an den harten Schienen aus. Im Gegenzug ramme ich ihn mein Messer in den Leib und weide ihn halb auf. Immer noch lebend lässt er von mir ab und Scavs Axt besiegelt sein Schicksal. Ich stecke mein Messer zurück und mit dem Strahlenbohrer greife ich den Hutten an. Für das, was Hutten mir in der Roten Arena angetan haben, soll er nun für die Sünden seiner Brüder büßen. Leider macht Hass blind und statt ihn zu treffen, rutsche ich ab und treffe den Boden. Das Gitter wird zerschmettert, während der Hutte sich zurück ziehen kann, falle ich. Und unter mir ist ein Mahlwerk, dass mich zermalmen wird.

Nakagos wirre Gedanken

Wie man hier sehen kann, sorgen die Würfelwürfe für manche Slapstickeinlage.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: endier am 18. Februar 2019, 14:47:18
Da bin ich gespannt, was nun kommt.
Deux ex Machina lässr grüßen...
Wäre sonst schade um das quirlige Mädel.
Titel: Eine Geschichte zweier Schwestern – A Star Wars Story
Beitrag von: Nakago am 19. Februar 2019, 15:35:37
Da bin ich gespannt, was nun kommt.
Deux ex Machina lässr grüßen...
Wäre sonst schade um das quirlige Mädel.

Yup, aber gerade so noch alles gut gegangen, war aber verdammt knapp.
Cresh

"Fierfek!", fluche ich eher wütend als angsterfüllt über meine fatale Position und kann mich gerade so noch mit einer Hand am Rand des Gitters festhalten. Das Gewicht des Strahlenbohrers am Tragegestell und das A-280 zerren an mir, von der schweren Rüstung ganz zu schweigen. Der Hutte grinst mich siegessicher an, als ich nur mit einer Hand über den Abgrund baumle. Unter mir mahlen gewaltige Zahnräder Gesteinsbrocken und ich werde von kleinen Splittern unablässig getroffen. Dank meiner Rüstung tangiert mich das aber nicht weiter. Breit grinsend auf mich zu schlängelnd zieht Dagda Vilarivitsch Niase eine Vibroaxt hinter seinen Rücken hervor. Allerdings stellt sich Scav dem Hutten in den Weg und zerschlägt dem mal die Fernbedienung, bevor er noch weitere gemeine Überraschungen zünden kann. Endlich kann ich meine zweite Hand frei bekommen, in dem ich den Strahlenbohrer hoch hieve.

Derweil ziehe ich mich mit beiden Händen hoch und halte Abstand zu diesem verdammten Loch. Ich komme wieder auf die Beine, aber in dem Moment wird Scav so wuchtig von der Vibroaxt des Aliens getroffen, dass der Droide in das verdammte Loch zu stolpern droht. Da Scav mein Freund ist, lasse ich alle Vorsicht fahren, bekomme ihn gerade so noch zu packen und wuchte ihn zurück in eine stabile Position. Gerade so kann ich noch verhindern, dass er in das Loch fällt. Das wird der Hutte büßen!

Da dieser momentan noch eine eher schlechte Position hat, greife ich nun gezielt den Boden vor ihm an und zerschmettere mit dem Strahlenbohrer den Grund unter ihm. Mit großen Augen schaut er mich fassungslos an, während der Gitterboden unter ihm nachgibt und er deutlich einsackt. Er versucht nach mir zu greifen, aber ich kann mich gerade so noch mit einem Sprung nach hinten vor seinem schleimigen Griff retten. Der Boden unter ihm gibt weiter nach, der Hutte rudert wild mit dem Armen und versucht sich aus seiner äußerst misslichen Lage heraus zu winden. Aber mit seinen unkoordinierten, immer panisch werdenden Bewegungen rutscht er immer schneller ab. Dann fällt er und einen Moment später wird seine Schwanzspitze ins Mahlwerk gezogen. Bei vollen Bewusstsein und mit ungläubig glotzenden Augen wird er zermalmt, als könnte er es nicht fassen, dass es jemand gewagt hat, seine Taktik gegen ihn zu wenden. Sein Mund ist weit aufgerissen und dann spritzt eine Welle von Schleim nach oben genau auf mich. Bevor ich ausweichen kann, bin ich über und über mit den Überresten von  Dagda Vilarivitsch Niase besudelt.

"Iiiih! Ich bin vollgeschleimt!", schreie ich empört, was mein Triumph über die Vernichtung dieses aufstrebenden Verbrecherlords deutlich dämpft. Auch bekommen wir so kein Kopfgeld für ihn. Ich glaube nicht, dass die Jägergilde ein Glas mit seinem Schleim als Beweis für seinen Tod akzeptiert. Nun ja, wie meine Mutter immer sagte: Es ist sinnlos, über verschüttete Banthamilch zu jammern.

Wir sammeln uns und bewegen uns weiter in Richtung Cantina. Zuerst müssen wir das verrammelte Tor öffnen und kommen dann in den kurzen Gang, in dem sich niemand befindet. Unentdeckt erreichen wir die Tür zur Cantina und spähen hinein. Unsere Freunde haben am Eingang Position bezogen und beschäftigen noch drei Klatooinianer, fünf Menschen und einen Rodianer. Mit Handzeichen stimmen wir unser Vorgehen ab. Zuerst werfen Lyn und ich zwei Handgranaten in den Raum, die jeweils zwei Menschen töten und weitere verwunden. Lyn und Shaka bleiben zurück um aus sicherer Deckung des Türrahmens Feuerschutz zu geben, während Scav und ich in die Cantina stürmen. Scav spaltet einem der Klatooinianer gekonnt den Schädel, während ich einen verwundeten Klatooinianer den Rest gebe. Lyn und Shaka schießen je einen der Menschen nieder. Vasgo und seine Jungs nutzen die Verwirrung der Verteidiger und stürmen nun ebenfalls in die Cantina. Gefangene werden nicht gemacht und schnell ist das Gemetzel vorbei.

Als es zu Ende ist fühle ich nur Erleichterung, noch am Leben zu sein. Nun kann Kapitän Zarosch endlich die Lärmdämmung wieder hochfahren und wir wieder normal miteinander kommunizieren.

"Während ihr Spaß hattet, haben meine Jungs die Banditen nieder gekämpft", versucht Vasgo die Lorbeeren zu ernten.

"Während ihr gefaulenzt habt, haben wir nicht nur Dagda erledigt, sondern auch einen Dark Trooper!", gebe ich Konter. Vasgos Truppe hat vier Mitglieder verloren. Im Anbetracht dieser Übermacht eine relativ gute Verlustratio. Aber jeder gefallene Kamerad tut weh, dass weiß ich nur zu gut.

Nun geht es darum, die Beute so gut wie möglich zu sichern, dafür verschieben Vasgo und seine Jungs auch gerne die Trauerzeit. Wir dringen in die persönlichen Quartiere des Hutten ein. Viel Zeug und Kunstgegenstände, von denen wir uns je eines sichern, was je 1000 Credits wert sein dürfte. Wirklich interessant sind aber die vier abgeriegelten Türen im hinteren Bereich. Da Dagda samt Codegeber zermalmt ist, muss Scav sich als Türöffner betätigen, was er gut hinbekommt. Die Kammern sind gut gefüllt und wir stapeln alles im Gang, bevor mit der fairen Aufteilung beginnen. Letztendlich waren drei Gruppen beteiligt. Also Kapitän Zarosch, der zwar so gut wie kein Risiko getragen hat, dafür uns aber mit Equipment, Führern und dem Abschalten des Lärmschutzes viel zum Sieg beigetragen hat. Dann Vasgo und seine Jungs, die einen deutlichen Teil des Kampfes getragen und vier Kameraden verloren haben. Jetzt sind es nur noch acht Mann, die uns auf der Nilvax Station unterstützen können. Und am Ende natürlich wir, immerhin haben wir den Dark Trooper ausgeschaltet und Dagda erledigt.

150 000 Credits ist allein das Bargeld wert. Wir teilen einfach durch drei, jede Fraktion bekommt fünfzigtausend. So jedenfalls mein erster Vorschlag, der ohne Widerworte von allen angenommen wird. Natürlich könnte man argumentieren, dass wir das größte Risiko hatten, aber wir sind auf den guten Willen der anderen angewiesen und es gibt Momente, da ist es klug, großzügig zu sein. Meine Mutter sagte immer: Sparsamkeit ist eine Tugend, Geiz eine äußerst schlechte Charaktereigenschaft. Großzügigkeit zum rechten Moment spart Geld in schlechter Zeit. Und da meine Mutter klüger war als ich, halte ich mich an ihren guten Rat.

Es gibt noch Devilsticks im Straßenverkaufswert von 20 bis 30 000 Credits, deren "Vernichtung" Kapitän Zarosch großzügig übernehmen möchte. Da er 70 000 Credits für unsere Kriegskasse zu spenden gedenkt, überlassen wir ihn großzügig die Devilssticks zur "Vernichtung". Jedem von uns dürfte klar sein, dass die "Vernichtung" darin besteht, die weiter zu verkaufen, wo sie dann von dem Endkonsument "Vernichtet" werden. Das ist zwar moralisch Grenzwertig, aber ich kann damit leben.

Die erbeuteten Waffen und Ausrüstung sind etwas über 50 000 Credits wert, die werden wir für die Söldner verwenden, die wir noch anheuern müssen. Falls was übrig bleiben sollte, werden wir das unter uns dann aufteilen. Ohne Diskussion geht die Aufteilung sauber über die Bühne. Wir bringen unsere Beute auf unser Schiff und ich lasse mich von einem Hochdruckreiniger abspülen, um den ganzen Schleim von Dagda wieder von der Rüstung zu bekommen. Nachdem wir alle uns etwas frisch gemacht, Wunden behandelt und etwas gegessen haben, treffen wir uns beim Kapitän Zarosch zu einer Besprechung über unser nächstes Vorgehen. Besonders da Scav es gelungen ist, ein paar von Dagdas erbeuteten Daten zu dechiffrieren. Darunter ein Plan über den Stand der Nilvax Station nach der Übernahme durch Volten. Wahrscheinlich hatte der Hutte vor, über kurz oder lang auf die Station überzusiedeln. Mindestens drei Geschütze auf der Station sind wieder hergestellt und obendrein wurde noch ein Minenfeld installiert. Aber die Position der Minen ist hier genau eingezeichnet. Ich bin sicher, dass Volten so etwas nicht an die große Glocke hängt. Wahrscheinlich stammen die Daten von einem bestochenen Informanten. Aufschlussreich ist, dass die sogenannte Funkstation früher der eigentliche Kommandostand war. Aus Sicherheitsgründen hat man dann den Stand in die zentrale Hangarscheibe verlegt. Aber es gibt noch Routinen, welche in der Lage sind, Befehle der neuen Zentrale zu überschreiben. Ein sehr wichtiges Detail.

Inzwischen habe ich den Plan etwas verfeinert. Wir brauchen noch ein Team, dass oben die Funkstation nimmt. Zum einen um Vorik zu retten, zum anderen es zu unterbinden, dass Volten eventuell Verstärkung von weiteren Handelspartnern holen kann, wenn es ihm gelingt, sich im oberen Bereich festzusetzen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns festfressen. Friktion ist normal und Pläne funktionieren selten so, wie geplant. Das ist eine Tatsache, die bei militärischen Operationen immer bedacht werden müssen. Deswegen ist es wichtig, die Funkstation unter unsere Kontrolle zu bringen oder im Notfall zu zerstören, bevor Volten noch einen Nutzen daraus ziehen kann.

Der Plan sieht nun mehrere Stufen vor. Als erstes wird ein Ablenkungsangriff geflogen werden, wenn alle mitmachen, haben wir dafür sechs Schiffe zur Verfügung. Das sollte eventuell sogar reichen,