Autor Thema: Nordana  (Gelesen 797 mal)

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Osric

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Nordana
« am: 11. August 2005, 10:56:27 »
 Diese Story Hour behandelt unsere aktuelle Kampagne aus Spielersicht. Nämlich meiner. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. Für Anregungen, Kritik und Kommentare bin ich natürlich offen.

Die Hauptpersonen:

Jamie DaFoe: Ein Krieger (St:7)

Jack Copper: Ein sehr geschickter Magier (Dieb 3/ Mag 4)

Shandri Sturmwind: Eine aufbrausende Hexenmeisterin (St:7)

Und später

Frehy: Ein Waldläufer (St: 7)



Ankunft

Sturm tobte über der See nördlich von Tiefwasser und warf unser Schiff einem Spielball gleich auf den Wellen hin und her. Die Crew, allesamt erfahrene Seemänner gab ihr Bestes. Kommandos flogen über das Deck, als plötzlich der Mast von einer mächtigen Böe umgedrückt wurde und das Schiff auseinander brach.
Ich weiß nicht wie lange ich gegen die Wellen kämpfte aber Tempus sei Dank erwachte ich im strömenden Regen auf einem Strand, nicht weit einer menschlichen Ansiedlung.

Neben mir erwachten Shandria Sturmwind und Jack Copper. Ich kannte sie flüchtig vom Schiff, auch sie waren nach Norden unterwegs gewesen. Und wie es schien, waren wir die einzigen Überlebenden. Was lag also näher, als sich zusammen zu tun und erst einmal gemeinsam die fremde Stadt zu besichtigen.

Ingrain

Die Ansiedlung war von einem Wall aus Holz und Lehm umgeben. Eine Wache am Tor beantwortete unsere Frage nach dem Namen, das dies hier das Dorf Ingrain sei. Nach dem wir über unser schreckliches Schicksal berichtet hatten, lies man uns ein. Die Wache führte uns zunächst zu einem Gasthaus. Ingrain ist ein gemütliches, verschlafenes kleines Fischerdorf, die bunt bemalten Hütten neigen sich im stetigen Wind, der mal vom Meer, mal vom Land her weht, nach links und rechts und bilden so eine Art Dach über die schmalen Gassen. Ein Vorteil, denn hier scheint es dauerhaft zur regnen. Da wir aber bei dem Schiffbruch all unser Hab und Gut verloren hatten, hatten wir selbst für das günstigste Gasthaus von ganz Toril nicht genug Geld für eine Mahlzeit, geschweige denn für ein Dach über dem Kopf. Nach dem das nun alles geklärt war, brachte uns die Wache zur Burg des Herzog Bathrain dem Lehensherrn von Ingrain. Dort, so versprach er uns, würden wir Unterschlupf finden und verschwand.  

Auf mein Klopfen hin öffnete sich die Tür und wir wurden von einem Diener empfangen, der uns, nach dem er sich unsere Geschichte angehört hatte, einließ. Hank, so hieß er, führte uns in die Küche wo eine Magd gerade dabei war die Kartoffeln fürs Abendessen zu schälen. Wir setzten uns in die nähe des prasselnden Feuer und trockneten unser durchnässten Kleider. Kurz darauf wurde uns dann Speis und Trank vorgesetzt.

Die Wärme löste unsere Zungen und so begannen wir Hank aus zu fragen. Über die Burg, das Dorf, den Herzog, das Königreich. Er beantwortete unsere Fragen aufs Beste, wenn uns doch auch einiges stutzig machte.

Das Dorf Ingrain liegt also im Königreich Nordana. Nun ist Toril ja voll kleinen und kleinst Königreichen aber trotzdem verwunderte uns, dass keiner von uns je davon gehört hatte. Zumal es nicht mehr als eine Woche von Tiefwasser entfernt liegt. Eine Gegend die ich schon oft durchschritten habe. Dafür ist hier Niemandem die Stadt Tiefwasser ein Begriff. Auch den Namen unseres Kontinentes Faerun kennt man hier nicht. Wobei dafür ja nun wirklich jeder seine eigene Bezeichnung haben kann. Das Meer nennt man hier Karmara, es wird regiert vom Meeresgott Marama. Ein Gott von dem ich bis dato nie gehört hatte.

Genau so wenig wie von Limb, der durch seine Untätigkeit Schuld daran ist, dass es im Moment so schüttet. Ich machte mir nicht weiter Gedanken über den hiesigen Pantheon. Das sind meines Erachtens nur Bauernnamen für unsere üblichen Götter. Üeberhaupt war die Unterhaltung mit Hank sehr anstrengend, denn er beendete jeden Satz mit den Worten: Sicher, Sicher. Und überhaupt wirkt er so langweilig wie das ganze Königreich.

Arbeit, so scheint es, gibt es für Menschen wie mich und meine Begleiter hier nicht. Hank erzählte, dass der letzte Krieg schon lange vorbei sei und auch schon lange keine Monster mehr in den umliegenden Wäldern gesehen worden sei. Nur, der Herzog sei in letzter Zeit öfter als üblich ausgeritten und länger als üblich fortgeblieben.

Just als Hank dies erzählte, stand er auch schon in der Tür. Der Herzog war ein großer, stattlicher Mann mittleren Alters, der uns freundlich begrüßte. Auch er hörte sich unsere Geschichte an und versprach Hilfe. So wollte er uns Ausrüstung und Waffen zur Verfügung stellen, die wir aber laut seiner Aussage nicht brauchen würden, da die Wege sicher seien.
Arbeit hatte aber auch er nicht, also beschlossen wir am nächsten Tag gemeinsam nach Shelton, der Hauptstadt von Nordana, weiter zu ziehen um uns dort nach Arbeit um zu schauen.

Unserer Frage, was er denn so auf seinem Ausritt getrieben habe, wich der Herzog aus. Er sei nur so daher geritten sagte er. Diese Antwort strafte allerdings die volle Kampfmontur die er anhatte, in unseren Augen Lüge. Auch kam uns der Gedanke, dass die Straßen nicht ganz so sicher sein könnten wie der Herzog behauptete.

Deshalb waren wir froh, als wir am nächsten Morgen frisch eingekleidet auf dem Hof, die von uns erbetenen Waffen bekamen. Es regnete immer noch und so machten wir uns etwas bedrückt auf den Weg in Richtung Sheldon.

Eins noch: Der Herzog lud uns Morgens zum Frühstück. Die Unterhaltung verlief schleppend und irgendwann fragte Shandri, welcher der Götter sich denn in Nordana um die Magie kümmern würde und ob dies hier auch Mystra wäre.
Die Frage verdutzte unsere Gastgeber sichtlich und sie gaben keine Antwort. Außer, dass sie von Mystra nie etwas gehört hätten. Dann verstummte die Unterhaltung völlig und wir beendeten das Frühstück schnell.

Ich war froh als wir das Dorf und die Burg endlich hinter uns gelassen hatten. Das Land um uns herum war üppig und fruchtbar und die Felder standen in einem satten Grün. Wenn nur der Regen nicht wäre. Jack schien unbekümmert, nur Shandri grübelte anscheinend immer noch über die sonderbare Antwort des Herzogs Bathrain.

(Ich hoffe ihr freut euch auf die Fortsetzung, denn das Königreich Nordana ist lange nicht so ungefährlich wie es scheint und über kurz oder lang sind mürrische NPC das kleinste Problem unserer Helden)

Edit: Korrektur gelesen
Was würde Robert Jordans Frau dazu sagen?