Autor Thema: Skimble Schwarzdorn, ein Priester des Kelemvor  (Gelesen 1379 mal)

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Cervadoc

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Skimble Schwarzdorn, ein Priester des Kelemvor
« am: 26. Februar 2006, 12:26:03 »
Hier die Geschichte von meinem aktuellen Charakter, das Kampagnentagebuch dazu ist bei den Storyhours zu finden.



„Wenn Kelemvor deinen Tod gewollt hätte, dann wären wir  uns als Feinde begegnet."  -Skimbleshanks Schwarzdorn zu Morton Mesner
 

Skimbleshanks Schwarzdorn (männlicher Mensch, Kleriker des Kelemvor 4, rechtschaffen neutral)

„Shht, kannst du sie nicht fühlen?!“. Kaum hörbar kamen diese Worte über Skimbles Lippen, und doch reichten sie, um seinen Freund Morton zum plötzlichen Innehalten zu bringen, keine Antwort kam über seine Lippen, aber seine Augen waren hellwach und glitten suchend über die Schatten, die sie umgaben. Da, eine kurze Bewegung in den Schatten, doch sie blieb ihnen nicht verborgen und schon zog Skimble sein Schwert „Ewige Ruhe“ und hob den Schild, in Erwartung des Angriffs, der nun unweigerlich kommen würde. Das letzte was er wahrnahm war eine Gestalt die er aus den Augenwinkeln sah, bevor es ihm schwarz vor Augen wurde, niedergestreckt von einem hinter ihm stehenden, humanoiden Wesen, dem jedoch ein Arm fehlte und dessen Fleisch in Fetzen herab hing.
Es war wohl doch nicht ihre beste Idee gewesen, den alten Friedhof aufzusuchen, auf dem Legenden zu Folge nachts die Toten wandeln sollen.

Doch genau deswegen waren sie ja hierher gekommen, Skimbleshanks Schwarzdorn, von seinen Freunden einfach Skimble genannt, Geweihter des Kelemvor, des Richters der Verdammten,  und sein Freund Morton Mesner, ein Halbling aus Calimshan, der in den Talländern sein Glück suchte und dort auf Skimble traf.

Es war eine sonderbare Begegnung, die aber gleich ein starkes Band zwischen beiden schuf. Morton war in den Ruinen eines verdorbenen Tempels auf der Suche nach vergessenen Schätzen und Reichtümern, als es ihm mit seinem unvergleichlichen Gespür für die größten Gefahren gelang, mitten in einen Raum voller Ghule zu stolpern. Er wehrte sich mit aller Kraft, wurde aber gegen eine Wand gedrängt, viele Hiebe hatten ihren Weg gefunden und er blutete aus vielen Wunden, er spürte, wie seine Kräfte ihn verliesen, er hatte Mühe ihre Schläge zu parieren. Er sah sich schon leblos auf dem Boden liegen, als schmackhafte Mahlzeit von den Untoten zerfleischt.
Plötzlich jedoch barst die Tür des Raumes und eine Gestalt, in einen schwarzen Umhang gehüllt betrat den Raum, ihr Gesicht unter einer Kapuze verborgen.

Morton sah nur noch, dass sich die Wesen der Nacht von ihm abwandten und sich auf den Neuankömmling zubewegten, welcher ruhigen Schrittes den Raum durchmaß. Mitten im Raum blieb er stehen und zog seine Kapuze aus dem Gesicht. Kurz bevor ihm schwarz vor Augen wurde sah Morton noch das Gesicht des Neuankömmlings. Das Markanteste war eine Narbe, die sich von seinem rechten Ohr bis zu seinem Mund hinzog. Dann fiel alles in Dunkelheit, er konnte nichts mehr sehen, aber doch konnte er hören, dass der Fremde nun ganz ruhig, ja, fast gleichgültig sagte:
„Zurück, ihr Ausgeburten der Hölle, möge Kelemvor euren Seelen gnädig seien“ Dann hörte er das Knurren der Ghule, als sie über den Fremden herfielen.

Als er seine Augen wieder öffnete lag er an die Wand gelehnt. Auf der anderen Seite des Raumes brannte ein Feuer, in dem er humanoide Gestalten zun erkennen meinte, und er erkannte den Fremden, der vor ihm kniete und seine Wunden verband, gleich darauf jedoch den Kopf schüttelte, den Verband abnahm und seine Hände so fest in Mortons Wunde am Oberschenkel presste, das dieser vor Schmerz aufstöhnte. Kurz darauf verschwand jedoch der Schmerz, er hörte den Fremden leise einen Singsang murmeln und eine angenehme Wärme breitete sich zunächst in seinem Bein, dann in seinem ganzen Körper aus. Er konnte zusehen, wie sich seine Wunden langsam schlossen, während ein leichtes Licht von den Händen seines Retters ausging.

„Danke“ stammelte er leise und etwas eingeschüchtert, als der Fremde sein Gesicht hob und ihm direkt in die Augen sah. Solche Augen hatte er noch nie gesehn, sie waren nicht nur stechend, ja, durchdringend, sie waren silbern. Und noch etwas schüchterte ihn ein, er konnte förmlich die Aura der Autorität spüren, die dieser Mann ausstrahlte. Was ihn jedoch am meisten verwirrte war das Amulett, das sein Retter um den Hals trug, es war eine Silberkette, an der sich eine Waagschale befand, gehalten von einem knöchernen Arm. Er kannte dieses Symbol. Jeder kannte es. Es war das Symbol Kelemvors,  des Fürstes der Toten. Sein Leben wurde von einem Priester des Todes gerettet.

„Warum?“ fragte er nach einer Weile, und als Antwort erhielt er nur ein: „Warum was?“.
„Naja, warum habt ihr mich gerettet, ich meine, ihr seid doch ein... nun ihr seid ein... ein...“
„Ein Geweihter des Nimbus? Ein Priester des Kelemvor? Ein Todespriester? Na und?“
„Nun, ich dachte ihr bringt den Tod, und rettet keine Leben...“
„Wieso sollten wir das nicht tun?“
„Naja, weil ihr doch zum Gott des Todes betet.“
„Nun, das bedeutet aber nicht, dass wir alles töten. Wir bringen den Tod, wenn die Zeit gekommen ist. Der Tod ist kein Ende, er ist ein Anfang. Leben und Tod sind ein Kreislauf, und wer diesen unterbricht versündigt sich gegen die Natur und den Willen der Götter. Und es liegt an meinem Herren, den Zeitpunkt für das Ende eines jeden Lebens zu bestimmen.“
„Und was ist mit mir?“
„Wenn Kelemvor deinen Tod gewollt hätte, dann wären wir uns als Feinde begegnet.“
„...“
„Ich wurde ausgesandt diesen Suhl der Verderbniss auszurotten und wie ich sehe kam ich genau zur richtigen Zeit. Ich traf ein, als sie gerade anfangen wollten dich zu zerfleischen. Aber gegen die heilige Kraft des Richters der Verdammten hat kein unnätürliches Leben bestand. Ich bin gekommen ihre Körper zu richten, über ihre Seelen sitzt nun der Fürst der Toten zu Gericht.“
„Danke, ich stehe in eurer Schuld. Sagt mir euren Namen, Herr“
„Nenn mich Skimble, so nennen mich meine Freunde.“
„Danke... Skimble.“

Als er langsam aus dem Dunkel auftauchte war das Erste, was er fühlte eine unnätürliche Kälte, er zitterte am ganzen Körper und hatte nicht einmal die Kraft seinen Kopf zu heben und sich umzusehen. Er konnte jedoch erkennen, dass er im Haus seiner Familie lag. Nach einer Weile gelang es ihm den Kopf zu drehen und der Anblick, der sich ihm nun bot ließ ihm noch kälter werden, als es schon war. Nun konnte er auch das schmatzende Geräusch einordnen, dass von links an sein Ohr drang. Dort kauerte die Gestalt, die ihn und seine Frau Laina angegriffen hatte, in ihren eigenen vier Wänden. Sie hatte ihm den Rücken zu gedreht, er konnte jedoch sehen, dass sie auf etwas länglichem herumkaute. Dann erkannte er einen goldenen Schimmer am Ende des Gegenstandes und als sich sein Blick endlich schärfte erkannte er Laina's feingliedrige Hand, an der noch ihr Ehering steckte. Er konnte ein Würgen nicht unterdrücken als er den Stumpf am anderen Ende ihres Armes sah, diese Bestie hatte ihr einfach den Arm ausgerissen und fraß sie nun auf. Tränen stiegen ihm in die Augen als ihm gewahr wurde, dass nichts mehr so sein würde wie vorher. Laina war tot. Zerrissen von dieser Ausgeburt der Hölle. Und Mirki war... Wo war Mirki?! Sie hatte sich in ihrem Zimmer versteckt... Vielleichtt hatte sie ja überlebt, so wie er, vielleicht hatte ES sie nicht entdeckt... Ein leichter Wind zog durch die eingeschlagene Tür herein und öffnete die Tür des Schlafzimmers gerade soweit, dass es ihm die Tränen noch stärker in die Augen trieb, und mit diesen Tränen kam ein unglaublicher Zorn in ihm auf. Er sah die blutgesprenkelten Wände und einen kleinen, leblosen Körper. Voller Dank sah er, wie sich die Tür wieder schloß und ihm den Anblick ersparte. Langsam merkte er, wie sich seine Trauer in Zorn, ja, in Hass auf diese Ausgeburt der Hölle verwandelte. Wieso? Wieso hatte er sie nicht schützen können in der Nacht, als diese Bestie kam und seine Familie auslöschte? Er spürte, wie eine ungeahnte Kraft in ihm aufstieg, getrieben vom Zorn und Rachedurst. Er fühlte wie ihn etwas durchströmte, ein ungeheures Gefühl der Macht, geboren aus dem Gefühl Hilflosigkeit gepaart mit dem Schmerz des Verlustes und dem Hass auf das Wesen. Er hatte keine Kontrolle mehr über seinen Körper, er fühlte sich als hätte jemand oder etwas von ihm Besitz ergriffen, flösste ihm neue Kraft ein und plötzlich wusste er, was ihm diese Kraft verlieh.
Hass, gerechter, heiliger Hass auf dieses unnätürliche Leben, diesen Affront gegen das Leben und den Tod. Er hörte eine Stimme in seinem Kopf die zu ihm sprach:
"Deine Zeit ist gekommen, Skimbleshanks Schwarzdorn. Die Zeit der Rache für dich ist gekommen. Nimm dieses Geschenk an, räche deine Familie und trete in meinen Dienst. Denn nur, wer den Tod gesehen hat und einen Menschen verlor, der ihm so lieb und teuer war, der wird verstehen.
Nun richte es, richte dieses Wesen, auf das seine Seele in den Fegefeuern der 9 Höllen auf ewig für seine Taten büßen wird."
Diesen Worten folgte ein unglaubliches Gefühl der Kraft, er stand langsam auf und schaute auf den Rücken des Wesens, in dem offene Wunden klafften und das von diesen doch ganz unbeeindruckt war. Plötzlich spürte er etwas in seiner Hand. Es war kalt und wärmte ihn doch. Er schaute hinab und sah die Klinge eines Schwertes, dessen Griff er in der Hand hielt. Dies war also das Geschenk, mit dem er das Wesen richten sollte.
Er hob die Klinge langsam an und sprach: "Zurück in die Hölle, du Affront gegen den ewigen Kreislauf!" Das Wesen richtete sich auf und drehte sich herum. Leblose, kalte, und doch stechende Augen blickten ihn an, es bleckte seine Zähne, gab ein Knurren von sich. Es setzte sogleich zum Sprung an, doch schon auf halbem Weg durch die Luft wurde es von Skimble mit einem mächtigen, von göttlicher Hand geführten Hieb auf den Boden zurückgeschickt. Mit zertrümmerter Wirbelsäule versuchte es auf ihn zu zu kriechen, doch ein einziger Stich von oben zertrümmerte den Schädel und löschte diese unheilige Existenz auf ewig aus.
"Möge Kelemvor gerecht über dich richten" konnte Skimble noch über seine Lippen bringen, bevor wieder alles schwarz wurde und er, von den Energien so plötzlich verlassen, wie sie gekommen waren, zusammenbrach.

"Hey, Skimble, komm schon, wir müssen weiter, sie sind direkt hinter uns!"
Die Stimme Mortons riss ihn aus seinen Gedanken hoch. Sie rannten, und wie sie rannten, sie rannten um ihr Leben. In diesem Moment blieb Skimble stehen, Morton rannte noch ein paar Meter weiter, bevor er bemerkte, dass Skimble nicht weiterlief.
"Verflucht, bei Helms Arsch, was ist denn los?! Willst du, dass sie uns zerfleischen?!"
"Meine Zeit ist noch nicht gekommen." sagte Skimble, dann zog er sein Schwert, hob den Schild und wartete, auf dass sie erscheinen mögen und sich entscheide, wessen Zeit gekommen war.
Er brauchte nicht lange warten, im Nebel vor sich erkannte er zunächst einzelne, sich bewegende Schatten, dann konnte er ihre Körper sehen.
"Im Namen des Richters, ich werde euch zurück ins Grab schicken ihr Ausgeburten der Hölle!" Dies schreiend stürmte los und ließ einen total verdutzten Morton zurück, der nur noch Skimbles Gestalt im Nebel verschwinden sah. Gleich darauf hörte er Kreischen, Knurren und das Brechen von Knochen.
Er ist verrückt, war das Letzte was er dachte, bevor er sein Schwer zog und schreiend hinter seinem Freund her rannte. Als er Skimble endlich eingeholt hatte sah er, wie dieser auf sein Schwert gestützt schwer atmend dastand, um ihn verteilt lagen die zerschmetterten Körper der Ghule, die sie verfolgt hatten.
"Du kommst spät mein Freund.", meinte er mit einem leisen Lächeln auf den Lippen, mit der Linken auf die gerichteten Körper zeigend.
"Und du bist verrückt." antwortete Morton ihm grimmig. "Was, wenn sie dich getötet hätten?"
"Dann wäre meine Zeit gekommen gewesen und der Richter hätte mich zu sich geholt. Aber meine Zeit ist noch nicht gekommen, es gibt noch genug Ausgeburten der Hölle, über die es zu richten gilt.
Und nun komm, wir haben nicht ewig Zeit."

"Ruhe in Frieden, mein alter Freund. Du hattest ein gutes und gerechtes Leben, du hast im Geiste Kelemvors gelebt, du bist Teil des ewigen Kreislaufs. Möge der Richter gerecht urteilen."
Mit diesen Worten verabschiedete er sich von seinem treuen Freund Morton Mesner, vor seinem Grabe stehend und ihm die letzte Ehre erweisend. Ihre Mission war nobel und der Wille der Götter unergründlich, so war es gekommen dass sie auf dem Friedhof die wandelnden Toten gerichtet hatten, als Morton von einem erschlagen Geglaubten von hinten durchbohrt wurde. Skimble streckte das Wesen nieder, doch seine Heilmagie versagte und er erkannte, dass Mortons Zeit gekommen war. Er hatte ein gutes Leben geführt und nun war es Zeit für den nächsten Schritt, Kelemvor hatte seine Seele zu sich geholt, auf dass er mit Skimble's Familie warten werde, bis auch seine Zeit kommen sollte. Doch nun war keine Zeit für große Gedanken, er hatte alles getan, was zu tun war, seinem Freund die letzte Ehre erwiesen und nun musste er weiterziehen, so wie es seine heilige Mission war...
Fatis cadere, cedere non potest.

Schmalf

  • Mitglied
Skimble Schwarzdorn, ein Priester des Kelemvor
« Antwort #1 am: 28. Februar 2006, 14:19:54 »
Wow !
Grosses Lob meinerseits.

Curvalgul

  • Mitglied
Skimble Schwarzdorn, ein Priester des Kelemvor
« Antwort #2 am: 09. März 2006, 17:05:15 »
Sehr schön!  :)
Kein Riese war Skalk doch groß war sein Mut, zog allein in Graugs Höhle zu töten die Brut ...