Autor Thema: Trouble at Durbenford  (Gelesen 4984 mal)

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Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« am: 27. Januar 2005, 14:36:28 »
 Was bisher geschah...

Barbar Blaine war es gelungen mit seinem Freund Benheric die Insignie ihres Stammes, die Axt von Malkard, zurück in den Midlandclaim zu tragen, damit ein neuer König den Fellthron besteigen könne. Die letzte Etappe dieser abenteuerlichen Reise verschlug die Gruppe allerdings auf eine Insel in einem von einem Hexenzirkel beherrschten Sumpf. Dort trennten sich die Wege der Gefährten, Blaine, Benheric und Luna erhielten freies Geleit, mussten aber allem weltlichen Besitz entsagen. Die anderen, die Goldzwerge Korlic und Tarrax, der Gnom Kou sowie der Druide Jathon blieben zurück und versuchten aus eigener Kraft von der Insel zu entkommen.

Es kam, dass Jathon sich in einen Vogel verwandelte und Richtung Westen in die Zivilisation entflog. Korlic sandte eine magische Botschaft an seinen Mentor in Eman-Dûn, der großen Stadt unter dem Berg. Und so wurden auch die letzten drei Gestrandeten mittels mächtiger Magie von der Insel gerettet. Aber die Gruppe war in alle Winde zerstreut.

Ein Jahr ist seither ins Land gegangen. Ein Jahr in dem sich viele Dinge ereignet haben.


Die Protagonisten

- Blaine Bluthund, male human, barbarian 2 / ranger 6
- Benheric, male human cleric 6 (Kord)
- Korlic Donnerhammer, male dwarf (gold), fighter 1 / cleric 7 (Moradin)
- Kou Arashi, male gnome, wizard 3 / cleric 3 (Boccob) / mystic theurge 1
- Jathon Tigerpranke, male human, druid 7
- Tarax Stachelschwein, male dwarf (gold), fighter 6 (Korlics Cohort)
- Luna Alraun, female half-elf, rogue 3 / swashbuckler 3 / temple raider of Olidammara 1 (NSC)

Hinweis: Jathon hat nach dem Tod seines Löwen Fang seinen Namen geändert.



Einzelschicksale

Jathon war geradewegs nach Brindinfurt geflogen, wo er das auf wundersame Weise wieder aufgetauchte Adamant-Schwert des getöteten Barons Euphemes an dessen Nachfolgerin Baronin Eriana (vorher gespieltes Abenteuer: THE SPEAKER IN DREAMS) übergab, die sich darüber hoch erfreut zeigte und ihm die Dienste eines mächtigen Chartawächters anbot. Dieser teleportierte zu der Insel um die dort gestrandeten Gefährten zu retten. Nur waren diese inzwischen spurlos von dort verschwunden und die Mission scheiterte. Jathon durfte sich trotzdem eine Zeit lang als Held der Stadt feiern lassen und ging dann in den nahen Druidenhain, wo man ihn mit offenen Armen empfing. Dort hatte er Zeit sich bei der Ausübung niederer Tätigkeiten auf das wesentliche seiner Profession zu besinnen. Nach einem Jahr befand ihn der Zirkel für geläutert von seiner Gier nach weltlichem.


Korlic, Tarrax und Kou wurden geradewegs in das Heiligtum in Eman-Dûn teleportiert, wo sie freudig von den Goldzwergen empfangen wurden. Korlic genoss dort höchstes Ansehen und alle drei wurden als Helden gefeiert. Wenn auch König Dungan Eisenfaust die durch den Einsatz mächtiger Magie entstandenen Kosten bis auf das letzte Kupferstück abarbeiten ließ. So  verrichtet seither der Kleriker Korlic seinen Dienst im Haupttempel des Moradin, während Tarrax zum Wachdienst eingeteilt wurde. Nach einigen gescheiterten Versuchen, dem Gnom ordentliche – zwergische – Arbeit verrichten zu lassen, gab man es jedoch auf und ließ ihn in Ruhe seine sonderbaren Forschungen durchführen, solange darunter kein Zwerg zu leiden habe, versteht sich.


Ein triumphaler Siegeszug wurde Blaine, Benheric und auch Luna zuteil, als sie in den Midlandclaim einzogen und die Axt von Malkard präsentierten. Es hat einen guten Anteil an der Legende, dass sie dies mit praktisch nichts am Leib vollbracht hatten. Die Geschichten abends an den Lagerfeuern schmückten mit der Zeit viele andere Details noch aus, aber der Einzug der nackten Barbaren kam in all diesen Geschichten vor und sorgte stets für größte Belustigung – und, was Blaine und Benheric angeht, auch den Zuspruch vieler hübscher Stammestöchter. Die Avancen von Lunas zahlreichen Verehrern erstarben hingegen recht schnell, als sie sich einem vor Kraft strotzenden Barbarenführer an den Hals warf. Kurz darauf besiegte eben dieser Eric Olavson den letzten seiner Mitanwärter und bestieg daraufhin den Fellthron. Es war ein starker neuer Anführer und alle Stämme jubelten ihm zu... und Luna genoss es an seiner Seite gesehen zu werden. Blaine und Benheric waren ab diesem Zeitpunkt Luft für sie. Als gefeierte Helden machten diese aber noch Monate lang die Runde an den Feuern der Stammensväter, die nur zu gerne ihre Töchter mit diesen Helden verheiratet hätten. Aber weder Blaine noch Benheric gingen in dem Jahr eine feste Bindung ein.


...so endete die letzte Kampagne. Doch das Schicksal sollte die Gefährten von einst wieder zusammenführen und zwar auf den Tag genau ein Jahr nach der Trennung.



Und das ist der Einstieg in unsere neue Kampagne, in deren Verlauf wir uns an dem Abenteuer TROUBLE AT DURBENFORD versuchen werden.



Noch ein Wort an meine Spieler...

Wenn ihr euch den Spaß nicht verderben wollt, sucht nicht im Netz nach diesem Abenteuer. In der Rezensionen von Speren zum Beispiel wird ein großer Teil des Plots schon verraten, also Finger weg! Ihr würdet euch sowieso verplappern, ich kenne euch doch. ;)
It's ok, I'm a Bard.

Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« Antwort #1 am: 27. Januar 2005, 14:37:02 »
 Ich kann an dieser Stelle leider (noch) nicht von den Ereignissen berichten (manche würden sagen: Zwischensequenz), die den einzelnen Spielercharakteren am Ende jenen Jahres wiederfahren sind. Denn nicht alles haben die Spieler in der ersten Sitzung den anderen verraten und ich möchte ihnen den Spaß an ihren Geheimnissen lassen. Ich werde das an dieser Stelle nachreichen, sobald es keine Geheimnisse mehr sind.
It's ok, I'm a Bard.

Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« Antwort #2 am: 27. Januar 2005, 14:37:55 »
 Das Wiedersehen

Tarrax Stachelschwein hatte mal wieder einen Tag langweiligen und ereignisloses Wachdienstes am oberen Tor nach http://home.wtnet.de/~dkuphal/storyhour/karte1.jpg' target='_blank'>Eman-Dûn hinter sich gebracht. Gerade ging seine Schicht zuende, als er dreier Reiter gewahr wurde, die in gestrecktem Galopp auf die schmiedeeisernen Torflügel in der Flanke des Berges zuhielten.

Auch nach einem Jahr erkannte er die Ankömmlinge sofort als drei seiner alten Mitstreiter wieder und machte sich auf, ihnen entgegenzueilen. Die von dem langen Ritt erschöpften Neuankömmlinge waren die schöne Halbelfe Luna, mit der kupfernen Haut der Südbewohner und den haselnussbraunen Augen, der hünenhafte Blaine, über dessen Rücken der Griff seiner Großaxt aus kalt geschmiedetem Eisen prangte, und der nicht minder stattliche Benheric, Mann des Kord, dem Gott der Starken. Tarrax führte sie zunächst in das kleine Häuschen, das er seit nunmehr einem Jahr sich mit dem Gnom Kou teilte. Gerne hätte Tarax es gesehen, dass sein Freund und Meister Korlic auch dort eingezogen wäre, aber dieser nannte seine Zelle im Heiligtum des Moradin sein eigen. Jedenfalls hielt Tarax immer eines der drei Zimmer für den Fall drei, dass es sich Korlic doch nach anders überlegen sollte. Das Häuschen war eigentlich ein in die Wand einer großen Höhle gehauenes Loch, dass anschließend wieder zugemauert und mit Türen und Trennwänden versehen war. Gemütlich – für einen Zwerg.

In dieser bescheidenen Unterkunft traf auch kurz darauf der gerufene Korlic ein. Die Begrüßung verlief eher unterkühlt. Beim Essen wurden in aller Kürze die Geschehnisse des letzten Jahres ausgetauscht. Die Grenzländer waren nun in aller Eile hierher geritten, um die Zwerge vor einer drohenden Invasion der unter ihrem neuen König vereinten Barbarenstämme zu warnen. Auch wenn es, wie die Zwerge vehement betonten, mehr als unwahrscheinlich war, dass die Barbaren diese riesige Stadt unter der Erde überrennen könnten, so wären sie ohne Zweifel in der Lage den Handel mit den südlichen Reichen gänzlich zum Erliegen zu bringen und die Zwerge von ihrer Versorgung mit Nachschub von der Oberwelt beinahe gänzlich abzuschneiden. Korlic wollte sich bemühen, eine Audienz beim Zwergenkönig Dundan Eisenfaust zu erwirken, damit die Warnung persönlich überbracht werden könne. Es traf sich, dass der König an jenem Tage sowieso gerade Hof hielt und dank Korlics überragendem (Diplomatie 31 gewürfelt) Verhandlungsgeschick wurden sie sogar den Botschaftern der anderen Nationen vorgezogen. Da kein Fremder dem König bewaffnet gegenübertreten darf, ließen die Nicht-Zwerge ihre Ausrüstung bei Tarax zurück und machten sich sogleich zum Palast auf.


Ein alter Bekannter

Im Warteraum vor dem Thronsaal angekommen, redeten die erzürnten Bittsteller gerade auf einen beschwichtigenden Zeremonienmeister ein, warum es zu dieser Verzögerung ihrer allesamt so dringlicher Anliegen kommen konnte. Unter den anderen Wartenden fand sich auch der alte Bekannte Jathon wieder, nun in der Kleidung eines Höflings und mit dem Wappen Brindinfurts auf der Schulter und, was noch mehr überraschte, in Begleitung eines jungen Paladins! Korlic konnte es nicht glauben und murmelte beiläufig ein Böses entdecken in die Runde. Ha! Tatsächlich spürte er die Anwesenheit von etwas bösem im Raum... Jathon lächelte den anderen zu... Eine böse Aura... Ein verhaltener Gruß wurde zwischen den Parteien gewechselt... Eine schwache böse Aura, aber nicht bei den wartenden, Jathon schien sauber zu sein, aber wer... Korlics suchender Blick streifte zu der Galerie vier Meter über ihren Köpfen, dort stand ein einzelner Mann – der Zauber ließ seine Aura rot erscheinen. Bevor Korlic jedoch reagieren konnte, vollführte der Mann jedoch magische Gesten und die Falle schnappte zu.


Attentat!

Plötzlich war die Luft um die wartenden mit dicken, übelerregenden Dämpfen verpestet und wer einen Schrei des Erschreckens ausstieß bereute es, diese Dämpfe eingeatmet zu haben. Von den Helden traf es jedoch nur Blaine, der sich von Übel gepackt nur noch mühsam aus der Gaswolke schleppen konnte. Die Luft anhaltend machten sich auch die anderen daran, die stinkende Wolke verlassen. Korlic wirkte einen Schutzkreis gegen Böses. Da füllte schon die Explosion eines vergrößerten Feuerballs den gesamten Raum und verbrannte alle übel, die sich nicht rechtzeitig zu Boden werfen konnten. Aufgeschreckt suchte man nach dem Gegner, von dem nur Korlic wusste, wo er gerade noch gestanden hatte. Den Zwergenwachen rief er zu, die Tür zum Thronsaal mit ihrem Leben zu verteidigen und machte sich dann daran in eine Ecke des Raumes zu laufen. Kou zauberte einen Glitzerstaub auf die Stelle, wo er den Angreifer vermutete und Benheric setzte ein Stillefeld eben dorthin, nachdem er seine übelsten Verletzungen geheilt hatte.

Der angeschlagene Blaine versuchte durch die Tür zu entrinnen, diese war aber inzwischen durch einen Zauber versiegelt worden. Die Gruppe saß in der Falle. Sie waren aber soweit verstreut, dass weitere Feuerbälle nur noch einzelne Gegner hätten treffen können, so dass der Angreifer sich nun darauf beschränkte, die unten herumlaufenden mit magischen Geschossen einzudecken. Benheric wurde dabei schwer verletzt. Korlic wusste von einer Geheimtür, über die man die Galerie erreichen konnte und rannte los, Kou und Benheric dicht auf den Fersen.

Blaine hatte inzwischen seine Übelkeit überwunden und sich eine von den Zwergenäxten, die an den Wänden hingen ergriffen und machte sich daran an einer Säule emporzuklettern auf die Galerie. Jathon hatte sich inzwischen drei Hippogreife herbeigerufen, von denen einer gleich den Auswirkungen der Gaswolke erlagen. Er besteig einen und Griff damit fliegend den Attentäter oben auf der Galerie an. Dieser konnte dann mit einem weiteren Feuerball die beiden Hippogreife töten und Jathon schwer verletzen, der aber das Glück hatte noch unbeschadet von dem getöteten Wesen abspringen zu können. Nun stand er alleine und schwer angeschlagen dem Angreifer Auge in Auge gegenüber. Es war ein Hühne in schwarzer Ritterrüstung, was Jathon stutzen ließ, wie dieser Ritter es fertig brachte unbeeindruckt von der Rüstung arkane Magie wirken zu können. Um ihn herum hatte er einen Wibel von kleinen Klingen erzeugt, die jeden trafen, der ihm zu nahe kam (Ring of Blades aus dem COMPLETE ARCANE). Er zog es vor, sich schnell in einen Vogel zu verwandeln und wieder nach unten und aus der Reichweite des Attentäters zu fliegen.

Korlic hatte inzwischen die Geheimtür geöffnet und war auf die gegenüberliegende Galerie geeilt. Sein Feuerschutz war inzwischen einem Magie bannen zum Opfer gefallen. Im dicht auf den Fersen Benheric und Kou. Luna hatte derweil unten eine Armbrust von der Wand genommen, hatte aber keine Bolzen und wusste welche von Korlic erbitten. Benheric auf der Galerie wirkte eine Waffe des Kord und griff damit den Attentäter auf der andern Seite der Raums an, konnte dem schwer gerüsteten Gegner aber nicht anhaben. Blaine bekam noch einen Kältestrahl ab (Ice Knife), dessen negativer Wirkung er aber zu entgehen vermochte. Dann stürmte er in Schlachtenwut verfallen auf den schwarzen Ritter zu und hieb ihn mit einem mächtigen (kritischen) Streich in zwei Hälften.

Auf der gegenüberliegenden Galerie entdeckten Korlic, Kou und Benheric inzwischen einen weiteren Gegner, dessen Unsichtbarkeitszauber gerade aufhörte zu wirken. In Anbetracht der Übermacht der Helden zog dieser Zauberer es jedoch vor, sich mit einem Satz über die Brüstung in Sicherheit zu bringen, nachdem er vergeblich versucht hatte einen Helden erstarren zu lassen. Unten trudelte er direkt Luna in die Arme, die nach ihrem ersten überraschten Aufschrei auch noch einen Bolzen aus nächster Nähe verschoss. Dann machte er sich erneut unsichtbar.

Geistesgegenwärtig rannte Korlic zur Balustrade, wo der Magier gerade herabgesprungen war und hob mit einem Zauber die Unsichtbarkeit um ihn herum auf. Lunas nächster Bolzen traf dann auch, schien diesem Gegner aber auf magische Weise überhaupt nichts anhaben zu können. Benehric und Kou liefen die Treppe runter, während Korlic zu einem Sprung hinab in den Raum ansetzte, beim Aufprall strauchelte er jedoch und fiel hart und blieb einen Moment liegen. Aber er erreicht, was er beabsichtigt hatte, der Gegner blieb sichtbar. Einen Moment konnten die heraneilenden in dessen boshafte schwarze Augen blicken, dann löste er sich in einer Wolke aus schwarzen Schaffen auf und blieb verschwunden.


Von beiden Seiten strömten Zwerge in den Raum hinein, nachdem die magischen Siegel an den Türen gebrochen worden waren. Dieser Angriff hatte ein Todesopfer unter den wartenden Bittstellern und zahlreiche Verletzte gefordert, auch die Helden waren teilweise arg mitgenommen. Man gestattete ihnen, sich kurz in die Obhut eines Heilers zu begeben, bevor sie dem König gegenübertreten sollten. Doch die Sache verlangte sofortiges Gehör. Später wäre immer noch Zeit, sich die Wunden zu lecken.

Bleibt noch anzumerken, dass der gefallene Angreifer, ein Mann mit in kupferfarbenen Haut eines Südländers außer Waffen und Rüstungen nichts bei sich gehabt hat, was auf seine Herkunft hindeutete. Luna vermutete aber, dass es einer der Söldnermagier aus Sol’Briol gewesen sein könne, in dieser großen Stadt des Südens, wo der Menschenhandel blüht und eine Kaste von Kriegsmagiern das sagen hat (in der Tat war es ein Warmage). Das Wesen, das geflohen war, hatten die Helden sofort erkannt, es war von der selben Art, wie sie ihm schon eins in Brindinfurt auf dem Schafott begegnet waren, jenes mysteriöse Volk, das vor Jahrhunderten das ganze Land versklavt hatte und das Blaine immer bloß als „die Alten“ bezeichnet.



Der König der Zwerge

König Dundan Eisenfaust, ein alter Haudegen, dessen weißer Bart über die Stufen seines steinernen Throns hinabhing, war begierig darauf zu erfahren, was es mit diesem Attentat in seiner unmittelbaren Nähe auf sich hatte. Wie ihm seine Leibgarde versichert hatte, war er selbst zu keine Zeit ernsthaft in Gefahr gewesen, auch wenn bei dem Gedanken daran, wie leicht die Angreifer doch die Schutzzauber überwunden hatten, der Leiter der Geheimen Kammern immer noch ganz bleich um die Nase war. Doch was war es, das die Angreifer hat solche Risiken auf sich nehmen lassen, direkt im Palast zuzuschlagen?

Der Zeremonienmeister bekam einen hochroten Kopf, als die Barbaren es versäumten, vor dem König auf die Knie zu fallen. Dieser war jedoch so neugierig, dass er grimmig darüber hinwegzusehen versucht, dass diese ungehobelten Kerle nicht einmal warteten, bis man ihnen das Wort erteilte. Mit düsterer Miene lauschte er ihrem Bericht, dass der neue Barbarenkönig Eric Olavson sich darangemacht hätte, nachdem er alle Stämme unter sich vereint hätte, eine Armee aufzustellen, mit der er das Zwergenreich überrennen wolle, angetrieben von der Gier nach Schätzen und gutem Zwergenstahl für seine Waffenkammer. Natürlich sprachen die Zwerge den wilden Stämmen die Fähigkeit ab, ein Bollwerk der Zwerge so einfach überrennen zu können, sie mussten aber zugeben, dass sie in den letzten Jahrhunderten sich nicht mehr einer solchen Gefahr ausgesetzt gesehen hatten und über die Jahre etwas lasch in ihrer Verteidigung geworden waren. Der Friede mit den Menschenreichen und die immerwährenden Fehden zwischen den Barbarenstämmen hatten auch jede Bedrohung im Keim erstickt. Über seinen Zorn wurde der König auch nachdenklich, es würde den Barbaren mit einem starken und guten Führer gelingen, die Zwerge zu zwingen ihre Tore zur Oberwelt verbarrikadieren zu müssen. Das würde das Aus für bestehende und lukrative Handelsverträge bedeuten.

Luna, bisher schweigsam am Rande stehend, verneigte sich vor dem König und bat ihn um ein Privataudienz im Anschluss an die Versammlung. Der König fand wohl gefallen an ihr, und gewährte diese Bitte gnädigerweise.

Nun trat der junge Paladin Syphon de Noncours, der mit Jathon zusammen angereist war in seiner Eigenschaft als Abgesandter der neu eingesetzten Baronin Eriana von Brindinfurt vor. Auch Brindinfurt als Handelsmetropole und, dank seiner Günstigen Lage am Zulauf des Fluss Brindin, der wichtigster Umschlagplatz für jegliche für das Menschenreich bestimmten Waren, wäre sehr daran gelegen die Bedrohung durch die Grenzlandbarbaren abzuwenden. Er, Syphon, in seiner Eigenschaft als Abgesandter habe die Befugnis einen Militärischen Pakt auszuhandeln. Als Zeichen des guten Willens seitens der Zwerge wäre es nur angemessen, diejenigen Personen an die Baronin auszuliefern, die vor nunmehr einem Jahr ihren Bruder hinterhältig und ohne Not niedergestreckt hatten (siehe THE SPEAKER IN DREAMS). Dieser feige Mord müsse einem ordentlichen Gericht in Brindinfurt vorgetragen werden. Jathon, über jeden Verdacht erhaben (er war tatsächlich nicht mit beim Baron), sei von der Baronin, die große Stücke auf ihn hält, mitgeschickt worden, weil er eine Zeit mit den Mördern mitgereist war und diese nun zweifelsfrei identifizieren könne.

Korlic verlangte sich vor seinem König rechtfertigen zu dürfen, ohne Beisein der anderen.

Der König beendete die Audienz, die dank der wild durcheinander plappernden Menschen ohnehin zu nichts mehr geführt hätte. Das nächste Ziel der Menschen waren die Hallen der Heilung, wo man sich ihrer annahm.


Wie soll das bloß enden...

Luna tauchte nach einiger Zeit wieder bei den Anderen auf, zufrierend lächelnd und beinahe unbemerkt. Denn es war eine hitzige Diskussion entbrannt. Die Grenzländer weigerten sich natürlich sich ausliefern zu lassen und fühlten sich keine Obrigkeit unterworfen. Der Paladin Syphon, der seine erste Mission unter der Baronin nicht gefährden wollte, pochte darauf, dass ein Prozess am ehesten die Wahrheit ans Licht brächte und er dafür Sorge tragen würde, dass keine Unschuldigen ausgeliefert würden. Benheric war hier außen vor, er war erst nach dem Tod des Barons zu der Gruppe gestoßen. Der später erscheinende Korlic wollte sich nur dem Spruch seines Königs unterwerfen. Dieser wiederum ließ nach dem Abgesandten Brindinfurts schicken, woraufhin Syphon siegessicher die Helden verließ, zur Not würde er sie in Ketten bis vor die Baronin schleifen.

Wie Korlic zu berichten wusste, hatte der König nicht vor sie auszuliefern, aus Dankbarkeit vor der Warnung und aus Loyalität zu den zwergischen Helden. Um sich Zeit zu verschaffen, die Wogen zu glätten und keine diplomatischen Verwicklungen in diesen schwierigen Zeiten zu riskieren, sollten die Helden eine dringende Aufgabe im Norden übernehmen.

Einen weiteren Anreiz kann der Druide Jathon beisteuern. Aus zuverlässiger Quelle weiß er, dass sich ebenfalls im Norden, in einer Stadt namens Durbenford, zwei alte Bekannte aus Brindinfurt aufhalten: Zwei der Hextorkleriker, die einst, um ihre eigene Haut zu retten, die Teufel im Tempel verraten hatten, nachdem ihrer aller Meister, der Gedankenschinder, besiegt worden war. Sie hatten damals freies Geleit als Gegenleistung für ihre Kooperation (andere nennen es Verrat) erhalten und sich auf diese Weise dem Hass der Helden entziehen können.


(Andere Gründe, warum die Gruppe erneut nach Norden ziehen solle liegen für diesen Moment für einige der Spieler im Dunkeln und sollen hier deshalb noch nicht genannt werden...)


Bleibt noch der aufgebrachte Paladin Syphon zu nennen, der die Helden aufgebracht gegenübertrat und zu wissen verlangte, wie sie es als Fremde geschafft hatten, so schnell in die Dienste des Königs genommen zu werden. Da seine Aufgabe es verlange, der Baronin nun Bericht zu erstatten, sei es geradezu Jathons Pflicht, die Abtrünnigen nach auf ihre Mission zu begleiten und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht still und heimlich aus dem Staub machen können. Jaton willigte ein, in erster Linie um den Paladin mundtot zu machen, und weil er sowieso noch andere Geschäfte im Norden zu erledigen hatte...


Was die Helden bisher von offizieller Stelle über ihre Aufgabe im Norden wissen ist, dass sie einen Überfall auf einen wichtigen Vorposten der Zwerge im Nordland aufklären sollen. Darüber hinaus wird sie ein Abgesandter der Zwerge begleiten, den es zu beschützen gilt. Über dessen Funktion hüllt sich Korlic bisher noch in Schweigen...


(Wir mussten an dieser Stelle auch unterbrechen, wahrscheinlich wird er es dann noch den anderen erzählen.)
 
It's ok, I'm a Bard.

Doombrand

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Trouble at Durbenford
« Antwort #3 am: 02. Februar 2005, 07:11:09 »
 1. Hast du die Karte selber gemacht? *lechz* ;)
2. Oh, da ist Brindinfurt. Kenn ich noch aus meinen Noobzeiten als SL mit dem Traumflüsterer. :D
Heut mittag les ich mir auch die SH durch. Versprochen. Und gebe sogar schonmal einen ersten Kommentar ab...
Well, some people hate it, some people love it.<br><br>Therefore..<br><br>Balanced! :)

Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« Antwort #4 am: 02. Februar 2005, 13:06:54 »
 Ja, die Karte ist frei gezeichnet. Direkt am Bildbearbeitungsprogramm und ohne weitere Tools. Aber solche Mühe hab ich mir auch nur gemacht, weil es eben der Beginn einer eigenen Kampagnenwelt war. Der Ort, wo das Abenteuer letztlich spielt ist nicht mehr auf der Karte, würde aber (natürlich) im Norden davon liegen. Wenn ich mal (viel) Zeit habe, mache ich noch eine große Weltkarte.

Was die SH betrifft: Bisher liegen alle Hooks zum eigentlichen Abenteuer noch im geheimen Wissen der SC verbuddelt.
It's ok, I'm a Bard.

Doombrand

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Trouble at Durbenford
« Antwort #5 am: 03. Februar 2005, 07:16:11 »
 Hmm, die SH hört sich cool an. Vor allem der Kampf gegen den Warmage hat echt gerockt ;) . Auch die Art der Beschreibungen und das, was ich bis jetzt, von der Story mitgekriegt hab, macht Lust auf mehr.
Mach weiter so!

Gruß

Doombrand
Well, some people hate it, some people love it.<br><br>Therefore..<br><br>Balanced! :)

Lillith

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Trouble at Durbenford
« Antwort #6 am: 20. Februar 2005, 10:07:02 »
 Ähm...

Um Doombrand's mach weiter so mal aufzugreifen, wollt ich mal fragen ob es hier wirklich noch mal weiter geht oder nicht?!

Bye Lillith
I love the smell of bat guano in the morning.<br>Smells like ... VICTORY!!!

Chem Frey

  • Mitglied
Trouble at Durbenford
« Antwort #7 am: 21. Februar 2005, 11:42:24 »
 Danke für das Interesse. Wir suchen gerade einen neuen Termin für die nächste Session.
It's ok, I'm a Bard.

Chem Frey

  • Mitglied
Trouble at Durbenford
« Antwort #8 am: 08. März 2005, 17:36:26 »
 Tja, leider ist unserer Gruppe gerade geschrumpft, so dass dieses Abenteuer womöglich etwas zu schwer werden wird.
Mal sehen, was der Kriegsrat dazu sagt.
It's ok, I'm a Bard.

Chem Frey

  • Mitglied
Trouble at Durbenford
« Antwort #9 am: 01. April 2005, 17:13:34 »
 Die Geschichte vom letzten Mal musste diesmal etwas angepasst werden, weil uns ein Spieler verlassen und dafür ein neuer dazugekommen ist. Aber seht selbst, wie sich das auf die Gruppe ausgewirkt hat.


Die Protagonisten

- Blaine Bluthund, male human, barbarian 2 / ranger 6
- Jathon Tigerpranke, male human, druid 7
- Kou Arashi, male gnome, wizard 3 / cleric 3 (Boccob) / mystic theurge 1
- Benheric, male human cleric 6 (Kord)
- CooShee, female wild elf, scout 3 / warlock 3
- Luna Alraun, female half-elf, rogue 3 / swashbuckler 3 / temple raider of Olidammara 1 (NSC)




Deportation

Nachdem die Helden König Dungan Eisenfaust gegenübergetreten waren und anschließend in den Hallen der Heilung von ihren bei dem Attentat erlittenen Blessuren befreit worden waren, ruhten sie sich in Tarax’ und Kous Wohnhöhle aus. Die Ruhe währte nicht lange, denn schon bald ertönten tiefe, lange Hornstöße in den Hallen von Eman-Dûn, der großen Zwergenstadt unter den Bergen. Die Helden liefen auf die Straßen, auf denen es von aufgeschreckten Zwergen in schweren Rüstungen nur so wimmelte. Auf Nachfrage hin, antwortete ein Zwerg im vorbeilaufen, dass die Stadt von Süden her angegriffen werde und dass dies der Ruf zu den Waffen sei. Zivilisten hätten sich unverzüglich in ihre Unterkünfte zu begeben.

Etwas später kam Zwerg Tarax zurück und setzte die Helden von den jüngsten Ereignissen in Kenntnis. Die Barbaren hätten fiel eher als erwartet ihren Sturm auf die Tore begonnen und würden über dies noch von anderen Mächten unterstützt. Unter den Zwergen halte sich hartnäckig das Gerücht, der tote König Osric würde die Horden anführen und noch weitere Schatten aus der Dunkelheit hätten sich erhoben. Zwergenkönig Dungan habe auf anraten der Dunklen Kammern verfügt, dass alle Fremden umgehend die Stadt verlassen müssten. Die jüngsten Ereignisse hätten bestätigt, dass es in der Stadt Verräter geben müsse.
Was mit Korlic passiert war, warum er den Helden nicht mehr unter die Augen trat, war Tarax nicht bekannt. Er vermutete, dass alle Moradin-Kleriker nun mit der Verteidigung beschäftigt seien. Er selbst hatte ihn auch schon länger nicht gesehen und machte sich Sorgen, Korlic schien ihm sonderbar verändert, seit er damals Blaines Axt an sich genommen und später versucht hatte sie zu verkaufen...

Das änderte aber nichts an der Situation, dass die Zwerge die Stadt nicht mit dem Rest der Gruppe verlassen würden.

Als die Helden ihre Tiere aus dem Stall holten, wartete dort bereits der junge Paladin Syphon auf sie, der sich nach wie vor an seinen Auftrag gebunden fühlte, die Mörder des Barons von Brindinfurt auszuliefern. In Anbetracht der Lage wollte er zumindest dafür zu sorgen, dass die Schuldigen nicht untertauchen könnten.

Da die südlichen Tore an der Oberfläche bereits belagert wurden, führten die Zwerge alle Nicht-Zwerge zu einen tiefer gelegenen Tor im Norden. Auf dem Platz davor waren bereit an die hundert Personen mit ihrem Hab und Gut versammelt als die Helden eintrafen, überwiegend Händler und Handwerker mit ihren Familien, die das Pech hatten, keine Zwerge zu sein. Zwerge mit Piken sorgten dafür, dass niemand zurück in die Stadt kehren konnte. Ein Feldwebel erklärte einer Gruppe von Menschen gerade, welchen Runen sie auf Wegweisern zu folgen hätten, um den Weg an die Oberfläche zu finden. Blaine prägte sich die Rune ein, ohne jedoch ihre genaue Bedeutung zu kennen. In zwei Tagen müsste der Treck sicher die Oberfläche erreichen können – vorrausgesetzt, sie würden die Wege nicht verlassen und immer zusammen bleiben. Ausreichend Fackeln waren vorhanden.

Als die großen Tore hinter ihnen zuschlugen und fast mit der Felswand verschmolzen, war die Stimmung unter den Zwangsflüchtlingen sehr gedrückt. Die Helden reihten sich in den langsamen Treck ein, der sich durch die dunklen Tunnel und Höhlen unter dem Berg zog.


Durch die Dunkelheit

Ein Barde namens Nestor, der sich als Anführer betätigte, versuchte den Flüchtenden Mut zuzusprechen und ihre Verteidigung zu organisieren. Er erkannte in den Helden die wehrhaftesten Männer der gesamten Truppe und bat sie, sich doch an die Spitze des Trecks zu begeben und dort nach Gefahren Ausschau zu halten. Man hielt respektvollen Abstand von den Helden – insbesondere vor Jathons ausgewachsenen weißen Tiger.

An der Spitze der Truppe angekommen trafen die Helden auf die Wildelfe CooShee, die etwas vorausgehend ihre scharfen Augen offen hielt. Blaine und Jathon taten ihren Teil dazu bei und versuchten anhand von Spuren auf dem Weg nach möglichen Gefahren zu suchen.

Die Truppe kam an eine Kreuzung, an der jemand den Richtungsweisenden Runenstein umgestoßen hatte. Dafür waren die fünf Gänge selbst mit Weghinweisen gekennzeichnet worden. Allerdings hatte jemand die falschen Symbole an den Gängen angebracht, aber weil Kou die Symbole entschlüsseln könnte, wurde klar, welches der Symbole für Eman-Dûn stand und welcher der Gänge dem gestürzten Runenstein gemäß an die Oberfläche führen würde... (das war zu leicht)

Für die Rast – niemand konnte mit Sicherheit sagen, ob es Nacht oder Tag war – suchte man sich eine etwas abgeschiedene Höhle, deren Eingang leicht zu verteidigen war und stellte ausreichend Wachen auf. Die Truppe war inzwischen auf ca. 60 Personen geschrumpft, weil sich die ohnehin unter der Erde heimischen Völker inzwischen abgesetzt hatten.

Während ihrer Wache hörten Kou und CooShee seltsame kratzende Geräusche aus dem Tunnel. Während der Gnom Kou sich hinter dem schlafenden Blaine duckte, kletterte Cooshee einer Spinne gleich an die Tunneldecke und lauschte in die Dunkelheit hinein. Sie hatte zuvor den Eingang der Höhle mit Krähenfüßen gesichert. Sie hörte schweres Atmen, ein Schnüffeln, dann nach unendlichen erscheinenden Minuten machte das Ding kehrt und Schritte entfernten sich den Tunnel entlang. Den Rest der Nacht passierte nichts. Als sich der Treck wieder in Bewegung setzte, konnte von den Kratzspuren des Wesens nur darauf geschlossen werden, dass es irgendwas menschengroßes mit reichlich Krallen gewesen sein muss, das wohl von dem Feuer angezogen worden war.

Am Ende des zweiten Tages unter Tage kam man in eine Höhle mit einem Kamin, durch den schwach Tageslicht viel. Die Gänge waren ab hier enger und führten auch steiler nach oben, so dass die letzten Energiereserven der Wandernden noch einmal mobilisiert wurden. Allerdings waren auch vermehrt Gänge mit großen Spinnennetzen verklebt und oft huschte etwas vor dem Licht davon in die Dunkelheit. Jathon, der nun vorging, beseitigte einige ausgesaugte Chitinpanzer, um die Nachfolgenden nicht unnötig in Panik zu versetzten. Aber man kam unbehelligt an die Oberfläche, der Gang mündete in einer verwaisten Bärenhöhle, vor der ein kleiner vor dem Wind geschützter Talkessel lag, von dem aus man eine wunderschönen Blick auf Mond und Sterne hatte.

Froh, endlich wieder an der Oberfläche zu sein, beschloss man, das Lager hier unter dem freien Himmel aufzuschlagen und morgen gleich weiter ins Tal zu ziehen. Der Talkessel lag etwas oberhalb der Baumgrenze. Jathon trat aus dem Lichtschein und verwandelte sich in einen Adler, um die Gegend zu erkunden. Er sah das Licht von einigen Ansiedlungen am Fuße der Berge und seinem scharfen Blick entging auch nicht ein Lagerfeuer eine Meile den Berg hinab. Dort fand er einige Oger und Orks, die sich Kühe am Spieß grillten.
Er stieg hoch auf, konnte aber keinen roten Feuerschein aus dem Norden erblicken, dort blieb alles dunkel. Als er gerade zurück kehrte, musste er feststellen, dass die Oger inzwischen ihr Feuer gelöscht hatten und in der Dunkelheit verschwunden waren.


Bis zum letzten Mann!

Jathon warnte vor den Ogern. Schnell wurde das Lagerfeuer gelöscht und die Zivilisten sollten sich in die Bärenhöhle zurückziehen. Einige sollten die Höhle zu den Spinnen hin absichern, die Helden postierten sich taktisch an den drei Eingängen zu dem kleinen Talkessel.

Blain sah die dunklen Schatten als erster, die sich aus dem Wald unterhalb ihrer Position lösten. Kurz darauf verschwanden sie aber hinter zerklüfteten Felsen aus dem Blickfeld. Die ersten Verteidigungszauber wurden gesprochen, und die meisten hörten auch wieder auf, bevor die Oger überhaupt nahe kamen... Sie schienen auf irgendetwas zu warten. Nach beinahe einer halben Stunde dämmerte es den Helden und sie suchten die Gegend links und rechts vom Berghang genauer. Und tatsächlich, die Oger warteten anscheinend darauf, bis die Orks links und rechts die Gruppe umzingelt hatten.

Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin stürmten die Angreifer von allen drei Seiten los. CooShee und Kou waren in die Felsen über dem Höhleneingang geklettert und sahen sich plötzlich unter dem Beschuss schwerer Felsbrocken ausgesetzt, von denen einer CooShee streifte. Den Hand aufwärts hatte sich inzwischen ein Hügelriese niedergelassen und nahm den Talkessel von dort unter schweren Beschuss. Die Helden zogen sich rasch in die Höhle zurück. Nun tauchten zunächst die Orks auf, erst die Bogenschützen, dann stürmten die stärkeren in den Nahkampf. Hinter ihnen tauchten drei Oger auf und gingen mit ihren Keulen in den Nahkampf.

Es sah zunächst sehr schlecht aus für die Helden. Benherik, auf das Doppelte vergrößert, hielt die Angreifer davon ab, die Höhle zu betreten. Blaine feuerte viele Pfeile, manche auch gleichzeitig, auf die anstürmenden Gegner. CooShee offenbarte etwas ihrer Fähigkeiten und zeigte, wie Effektiv eine Kombination aus Skirmish und Eldrich Blast sein kann. Kou feuerte Flammenstrahlen und Magische Geschosse auf die Gegner. Jathon hielt unterdessen seinen Tiger in der Höhle und zauberte aus zweiter Reihe, ohne dass jedoch Auswirkungen zu sehen waren.

Als erster fiel Benheric unter den Schlägen der Poleaxes der Ork-Berserker, noch bevor die Oger überhaupt nahe waren. Auch die anderen waren durch die Pfeile der Bogenschützen teilweise schwer verletzt. Besonders CooShee, dank ihrer Geplänkel-Taktik immer wieder die Deckung der Höhle verlassend, wurde beinahe von Pfeilen gefällt.

Das Blatt wendete sich als Jathon ein wahres Feuerwerk an Magie entfesselte. Fast Zeitgleich entstanden drei Hippogreife und stürzten sich zusammen mit seinem Tiger auf die Feinde. Dazu ließ er eine Flammenkugel entstehen und kurz darauf auch noch Blitze auf die Gegner niedersausen. Das lichtete die Reihen der Feinde gewaltig. Kou heilte Benheric und rief den Paladin Syphon, der den Spinnengang bewacht hatte, zur Hilfe. Luna blieb noch zurück und hielt sich bereit, zur Not die Flüchtlinge zurück in den Berg zu führen. Kou blendete zwei der gegnerischen Bogenschützen und machte sie so unschädlich.

Syphon trat gerade in dem Moment aus dem Höhleneingang und bekam als erster einen großen Felsbrocken auf den Helm gedonnert, der Hügelriese war inzwischen herangekommen und hatte seine restlichen Steine einfach über dem Höhleneingang ausgeschüttet. Der junge Paladin blieb schließlich liegen, als er todesmutig sich ins Kampfgetümmel stürzend, die Keule des Ogers abbekam, die zuvor schon den Jathons Tiger mitten im Sprung erwischt und ausgeschaltet hatte (bevor dieser pouncen konnte).

Und wieder sah es schlecht für die Helden aus. Jathon eilte seinem im sterben liegenden Tiger zur Hilfe, die Hippogreife wurden schließlich besiegt. Dann sprang der Riese mitten in ihre Mitte. Blaine zog seine Axt und schlug anstürmend und in Schlachtenwut mit voller Kraft zu und hätte beinahe verfehlt (er traf mit 30 Schadenspunkten und steckte eine AoO mit 32 sp dafür ein). Aber der Riese war inzwischen sichtlich verletzt. Und wütend. Er holte zum Gegenschlag aus, war aber vorsichtig geworden und zielte diesmal besser (nachdem seine Power Attack zuvor an Benherics Rüstung gescheitert war). Der erste Schlag traf Blaine dann auch kritisch und er ging zu Boden, den Schwung ausnutzend fällte der Riese auch gleich noch Benheric (das war für mich überhaupt das erste Mal, dass ein Gegern Cleave einsetzten konnte!). Kou, der sich nun ganz alleine einem viermal so großen Gegner gegenübersah, der ihn schon in seine Knopfaugen gefasst hatte.

Aber schließlich ging der Riese doch noch unter Blitzen, Feuerkugeln und Kous Feuerzaubern zu Grunde. CooShee war derweil durch den letzten Bogenschützen in arge Bedrängnis geraten. Als dieser aber seinen Boss fallen sah, floh er. Die beiden geblendeten Bogenschützen sahen das aber nicht und der erste wurde von Jathon „erlöst“ und der zweite als Gefangener am Leben gelassen.

Benheric hatte sich schon selbst stabilisiert. Aber um Blaine stand es schlimm. Kou, aus der Höhle über den liegenden Riesen kletternd, verbrauchte reichlich Heilzauber, um Blaine wieder erwachen zu lassen und mit ausreichend Lebensenergie zu versorgen, damit dieser nicht nach seinem Kampfrausch an der Erschöpfung sterben würde.

Jathon heilte schließlich den gefallenen Paladin Syphon, was nicht unbedingt jedem in der Gruppe gefiel...


(Das war nahezu ein 100%-der-Ressourcen-Kampf! „Gelootet“ und verhört wird nächstes Mal.)

(Bleibt noch anzumerken, dass wir nun endlich auf der Karte Overland Map von TROUBLE AT DURBENFORD angekommen sind und nächstes Mal nun tatsächlich in das Abenteuer einsteigen können.)
It's ok, I'm a Bard.

El extranjero

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Trouble at Durbenford
« Antwort #10 am: 02. April 2005, 01:55:01 »
 
Zitat
Jathon heilte schließlich nicht den gefallenen Paladin Syphon, was nicht unbedingt jedem in der Gruppe gefiel...

Ich habe den guten Syphon sehr wohl geheilt. Nicht das hier wieder falsche Eindrücke über den aufopferungsvollen und stets hilfsbereiten Jathon entstehen.

Es war mir ein Vergnügen und ich harre der Informationen, die da aus unseren Gegnern strömen werden. HAHAHAHA! :akuma:  
Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.<br>Helmut Schmidt

Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« Antwort #11 am: 02. April 2005, 09:38:31 »
 Oh, das wollte ich ursprünglich ja auch schreiben... :boxed:  
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toshi

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Trouble at Durbenford
« Antwort #12 am: 09. April 2005, 17:31:41 »
 
Zitat
Kou heilte Benheric und rief den Paladin Syphon, der den Spinnengang bewacht hatte, zur Hilfe.
Das ist so auch nicht ganz richtig - CooShee hat den Paladin "rausgerufen" als sie gerade auf'm Zahnfleisch zurück in die Höhle kroch und draußen die ersten umfielen
- sie wusste (zu diesem Zeitpunkt) ja nicht wer der "Heilmagie" mächtig ist, und der Paladin ist (/war? ;) ) halt ein Paladin...
- hat seinen Job ja auch gut gemacht und möglichst viel Feuer auf sich gezogen. Braver Pala! ;)

Mal schau'n wie's weitergeht - Jathon scheint die "Befragung" ja kaum erwarten zu können...

Daylight

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Trouble at Durbenford
« Antwort #13 am: 18. April 2005, 06:20:14 »
 Damit dann auch alles stimmt:

Nachdem Blaine gefällt wurde eilte auch gleich Jathon herbei um diesen zu stabilisieren mittels eines Cure Minor Wound Zaubers (und dieser war auf -9 TP hab ich gehört), erst eine Runde später kam Kou bei Blaine an um die mächtigeren Heilzauber zu wirken, ohne Jathons schnelle Reaktion wäre Blaine wohl jetzt noch kälter als so schon ;)

Sofern ich das mitbekommen habe hat es sich genau so zugetragen. Es dauert halt etwas über einen toten Riesen zu klettern ;o
 

Chem Frey

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Trouble at Durbenford
« Antwort #14 am: 21. April 2005, 07:41:15 »
 Nach dem Kampf mit den Riesen und Orks wurden alle Wunden versorgt, die Toten geplündert und die Beute aufgeteilt. Der Hügelriese hatte einen besonders großen Beutel bei sich, in dem sich neben zigtausend Silbermünzen auf eines toten Ritters in einer schönen Rüstung befand, der ein Amulett mit dem Sinnspruch „Ruhm, Recht und Ehre“ trug. Benheric lud Rüstung und Amulett auf sein Pferd. Die Leichen wurden noch in der Nacht verbrannt und der einzige Gefangene erst mal gefesselt.

Später wurde der Halbork – der sich bloß Todbringer nannte – von Jathon verhört. Es kam heraus, dass die Truppe hier auf Flüchtlinge aus dem Zwergenreich gewartet hatten, um sie hier in einen Hinterhalt zu locken. Turggh der Riese war ihr Anführer und deckte die Reisenden immer mit einem Felshagel ein, die anderen mussten dann bloß noch die Überreste einsammeln. Die Orks waren eine kleine Splittergruppe der Horden von Targ dem Kriegsherren (Targ the Warlord), der mit seinen Horden gerade in den nördlichen Bergen sein Lager aufgeschlagen hatte. Da sie dort lange keine Beutezüge mehr unternommen hatten, war es Todbringer und den anderen dort zu langweilig geworden. Jathon fand außerdem heraus, dass der Ork die Berge recht gut kannte und man beschloss ihn (zunächst) am Leben zu lassen und als Führer einzusetzen.

Nestor, der Anführer der Flüchtlinge, wollte seine Truppe den schnellsten Weg nach Bardentor (Bard’s Gate), einer großen Stadt im Westen, führen, von wo aus sie dann die das Graustein-Massiv umgehen könnten um wieder in ihre Heimat, den Süden, zu gelangen. Die Helden indes wollten nach Durbenford, der großen Stadt des Nordens, ziehen. Sie versuchten zunächst, die gesamte Truppe zum Mitkommen zu überreden, was für die Flüchtlinge aber gut zwei Wochen Umweg durch schwieriges Terrain bedeutet hätte.

Am nächsten Morgen konnte man aus den Bergen herab im Norden bereits die immer weißen Gipfel des Kal’Iugus ausmachen, das in etwas100 Meilen die nördliche Begrenzung des Nordreiches bildete. Davor gut zu sehen der große, glitzernde See der Tränen, an dem Durbenford lag – das Ziel der Reise. Das Tal dazwischen war zur Rechten durch das dunkle Grün eines beinahe undurchdringlich erscheinenden Waldes und zur Linken durch die Nebelbänke eines Sumpfes bestimmt. Im Westen konnte man am Horizont große Ebenen sehen und dahinter schließlich das Meer, dort wo der größere Teil der Nordbewohner in Städten lebten.

Der Gefangene Halbork schien bei dem Gedanken, den direkten Weg durch die Wälder einzuschlagen sichtlich verängstigt. Dort würden die Feenwesen ihr Unwesen treiben. Er wollte die Abenteurer lieber auf einem kleinen, aber dafür sichereren, Umweg am Fuße der Berge am Wald vorbei führen. So geschah es. Nestor und die anderen Flüchtlinge aber wollten lieber direkt nach Westen ziehen, im Vertrauen darauf möglichst bald auf einen Weg zu stoßen, der sie in die Zivilisation zurück bringen würde. So trennte man sich.

Die Abenteurer führten ihre Pferde den Berg hinab, bis sie auf einen Pfad an der Bergflanke erreichten, den sie bequem in östlicher Richtung entlangreiten konnten, vor neugierigen Blicken durch die Tannen, die hier oben wuchsen, geschützt. Der Druide Jathon kundschaftete die Gegend in seiner Lieblingsgestalt – dem Adlers – aus. Er sah schon aus der Ferne, dass der Weg sie bald über eine schmale aber tiefe Schlucht führen würde, über die eine wackelig aussehende Seilbrücke führte. Auf der anderen Seite befand sich ein kleines Häuschen, in dem er auch einen Hünen in verbeulter Rüstung sitzen sah. Jathon lies sich seelenruhig auf dem Dach des Häuschens nieder und wartete dort auf die Abenteurer.


Der (beinahe) unüberwindliche Brückenwächter

An der Brücke angekommen, erwartete die Abenteurer bereits der seltsame Brückenwächter mit seinem gehörnten Helm, unter dessen Visier gerade einmal die Augen zu sehen waren. Er lehnte sich lässig auf sein gezacktes Langschwert und forderte Wegzoll. Allerdings überließ er es den Abenteurern, die Höhe festzusetzen. CooShee stieg ab und bot dem Brückenwächter aus der Ferne eine Essensration an. Er streckte fordernd die Hand aus. Eine Geste, die die Abenteurer insgeheim ihre Fernwaffen bereit machen ließ. Vorsichtig überquerte CooShee die Brücke und hielt dem Ritter eine Ration entgegen. Dieser lachte nur und versuchte CooShees Hand zu ergreifen, eine Elfe sei ihm hier in seiner Einsamkeit viel lieber (und dann habe ich es geschafft für den Ritter die niedrigste Initiative überhaupt zu würfeln).

CooShee reagierte blitzschnell und ließ kletterte über den Rand der Brücke hinaus und wie eine Spinne auf der Unterseite weiter. Pfeile und Bolzen flogen auf den Ritter zu, waren aber schlecht gezielt. Wenn mal ein Pfeil traf, schien er den groben Klotz nicht weiter zu stören. Jathon nahm seine wahre Gestalt wieder an und begann zu zaubern, rief nacheinander Blitze und eine Feuerkugel herbei. Blaine hatte sich ganz auf den Fernkampf verlegt und (ver-) schoss zahlreiche Pfeile. Kou machte sich unsichtbar. Der Brückenwächter setzte indes CooShee nach, die unter der Brücke hervorgeklettert kam und in Plänkeltaktik ihre Energiegeschosse (Eldritch Blast) verschoss. Aber dem Schwert des Ritters hatte sie wenig entgegenzusetzen, bei jedem Treffer saugte es darüber hinaus auf unnatürliche Weise  Ausdauer aus den Opfern ab. CooShee kletterte außer Reichweite auf das Dach zu Jathon. Der Ritter zog sich hinter die Hütte zurück, wo er von den Bogenschützen nicht mehr erreicht werden konnte. Benheric lief auf seiner Seite der Schlucht nach links, damit er den Gegner noch mit einer Waffe des Glaubens erreichen, er traf aber nicht. Jathon musste inzwischen feststellen, dass seine Blitze dem Gegner anscheinend nichts anzuhaben schienen. Der Ritter flüchtete sich ins Haus. Jathon setzte mit seiner Feuerkugel das Dach in Brand.
Nun kamen der Ritter und noch ein Ghast heraus, nachdem Jathon einen herbeigerufenen Hippogreif in das viel zu enge Haus hinein geschickt hatte. Mit den anderen beiden Hippogreifen wurden Benheric und Blaine vom der anderen Seite der Schlucht herbei geholt.

Auf der anderen Seite schrie Luna nun auf, die die Pferde und den Gefangenen bewacht hatte. Dieser hatte sich losmachen können und nun Luna bedrängt. Einer von Blaines Pfeilen beendete diesen Ausbruchsversuch nachhaltig.

Der Ghast konnte dem Versuch, ihn zu vertreiben widerstehen, wurde dann aber recht schnell im Nahkampf erledigt. Der Ritter rannte auf die Brücke und wurde von Kou mit Feuerstrahlen beschossen, aber auch das konnte ihn nicht aufhalten. Jathons anderen Hippogreife flogen dem Ritter nach und sollten ihn packen und von der Brücke fallen lassen. Der erste starb bei dem Versuch, den Ritter zu packen. Dem zweiten gelang es, er wurde dann aber schließlich von dem Ritter zu Tode gerungen, der neben seinem im Ringkampf nurtzlosem Schwert auch noch mit Berührungsangriffen Schaden verteilen konnte. Aber immerhin verschaffte das Kou die Gelegenheit aus dem Bedrohungsbereich des Ritters zu gelangen. Der Ritter erkannte die Gefahr, der er auf der Brücke ausgesetzt war und eilte zurück zu den Kämpfenden. Er musste sich aber inzwischen an einem von Benheric herbeigerufenen Celestischen Bären vorbeikämpfen.

Benheric war es schließlich, der den Ritter mit seiner verzauberten Waffe und zwei gut gezielten Schlägen töten konnte.

 
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